Von A wie Acquirer bis Z wie Zahlverfahren: Die wichtigsten Themen und Begriffe im Payment und Banking auf einen Blick.

Jeden Tag arbeiten wir mit unserem Handwerkszeug, der Sprache. In unseren Artikel versuchen wir korrekt und präzise die Sachverhalte wiedergeben. Nicht selten nutzen wir Begriffe, die uns zwar geläufig, aber nicht jedem Leser klar sind.  Manche Begriffe lassen sich nicht vermeiden und deshalb haben wir uns entschieden, ein Glossar aufzusetzen.

Selbstverständlich freuen wir uns über Vorschläge, Hinweise und Kritik.

  • Absatzfinanzierung
    Unter der Absatzfinanzierung versteht man einen Konsumentenkredit/Ratenkredit der häufig über ein verbundenes Geschäft mit dem Kaufvertrag einer Ware gekoppelt ist. Absatzfinanzierung wird oft bei hochpreisigen Produkten angeboten und diese eher über die monatliche Rate als den Komplettpreis angeboten.
  • API
    Application Programming Interface – für einen Computer ist eine API soetwas, was für uns Menschen ein Browser ist. Wer mehr wissen will, der schaut in die Definition des Ratpacks und einiger Experten.
  • ATV (Average Transaction Value)
    ATV steht als eine KPI für den durchschnittlichen Transaktionsbetrag im Zahlungsverkehr. Anbieter von Zahlungsverfahren nutzen den ATV oftmals für Vergleiche untereinander oder einzelner Segmente.
  • Blockchain
    Frei nach der Feuerzangenbowle (1944): „Da stelle mehr uns janz dumm. Und da sage mer so: En Blockchain, dat is ene jroße schwarze Raum, der hat vill Platz. Da passt vill Jeschräppels rein. Dat Jeschräppel jeit nie kapott und dat is immer da.“ Anderes gesagt, Blockchain ist im Grunde ein dezentrales Protokoll für Transaktionen zwischen…
  • Chip-Karte (EMV Chip-Karte)
    Eine Chip- oder EMV-Karte ist eine Zahlungskarte welche mit einem EMV Chip ausgestattet ist. In Europa wurden bis 2005 die meisten Zahlungskarten auf die EMV Chip Technologie umgestellt. In den USA startete die sogenannte EMV Migration in 2015 und im letzten Quartal 2015 wurden die ersten Magnetstreifen-Karten durch Chip Karten ersetzt.
  • CLV (Customer lifetime value)
    Steht als eine KPI für den Ertrag eines Kunden über seinen Zeitraum als Kunde eines Produktes. Diese KPI wird oft verwendet beim Vergleich von Geschäftsmodellen und Unternehmen.
  • Corporate Card
    Corporatekarten werden von Unternehmen an ihre Mitarbeiter und Angestellten ausgegeben, damit diese berufliche Ausgaben, beispielsweise Flugtickets, Hotelrechnungen oder Geschäftsessen, damit decken können. Einerseits hilft es dem Angestellten berufliche von privaten Kosten zu trennen, andererseits hat das Unternehmen eine gute Übersicht darüber, wann wie viel für was ausgegeben wurde. Weiterhin besteht die Möglichkeit die Ausgaben nach…
  • Creditcard
    Eine Karte zur Bezahlung von Waren und Dienstleistungen. Der Name beruht auf der Tatsache, dass der Kartenherausgeber dem Karteninhaber einen Kredit gewährt, der zu einem späteren Zeitpunkt zurückbezahlt wird. Kreditkarten sind normalerweise weltweit einsetzbar und werden sowohl im Privat- als auch im Geschäftsleben gebraucht. MasterCard, Visa, Diners und American Express sind die größten Kreditkarten Herausgeber…
  • DCC
    Dynamic Currency Conversion. Einige Terminals sind mit einer Zusatzsoftware ausgestattet, die es dem Karteninhaber im Ausland erlaubt seine Zahlung in seiner Heimatwährung zu zahlen, statt der Fremdwährung des Terminal-Landes. Dies sollte abgelehnt werden, da Geldautomaten-Betrieber bzw. Acquirer für dieses Privileg meist einen nicht unerheblichen Aufschlag gegenüber den Kursen der Kartenschemes (Visa, MasterCard, AmericanExpress, etc.) verlangen.
  • Debitcard
    (von lat.”Debere”‚ “schulden”, engl.”Debit”‚ “Soll”, “Kontobelastung”). Plastikbankkarte, die zum Abheben von Bargeld am Automaten oder zum bargeldlosen Bezahlen verwendet werden kann. Nach dem Kauf wird das Girokonto des Karteninhabers sofort oder innerhalb weniger Tage belastet. In Deutschland wird die Debitkarte auch umgangssprachlich als EC-Karte bezeichnet. In vielen Ländern ist die Debitkarte, das meist verbreitete Zahlungsmittel,…
  • Dynamic Discounting
    Unter Dynamic Discounting oder Dynamische Diskontierung ist eine Form der Lieferantenfinanzierung ohne Bank bilateral zwischen den Unternehmen, die untereinander in einer Käufer-Lieferantenfinanzierung sind. Bei der dynamischen Diskontierung einigen sich die Beteiligten nach erfolgter Rechnungsstellung auf eine Reduktion/Diskontierung des Rechnungsbetrags im Falle einer vorzeitigen Begleichung der Rechnung.
  • EMV
    Die Abkürzung EMV (Europay International, MasterCard und VISA) bezeichnet eine Spezifikation für Zahlungsinstrumente (Zahlungskarten, SIM-Karten mit Zahlfunktion, etc.), die mit einem Chip (EMV-Chip) ausgestattet sind. Die Buchstaben EMV stehen für die drei Gesellschaften, die den Standard entwickelten: Europay International (heute Mastercard Europe), Mastercard und Visa. Die erste Version der EMV Spezifikation wurde 1998 veröffentlicht. Der…
  • EMV Zertifizierung / EMV Levels (1-2)
    Jede neue Zahlungskarte, neues Kartenterminal oder neuer Geldautomat muss eine EMV Zertifizierung absolvieren. EMVCo (der Standard-Herausgeber für EMV) stellt öffentlich zugänglich eine Liste aller EMV zertifizierten Geräte zur Verfügung. Im Grundsatz wird durch die Zertifizierung überprüft, dass jedes Gerät / jede Karte den EMV Standard einhält. Die Zertifizierung teilt sich in Level 1 und Level…
  • Factoring
    Factoring ist ein Bankprodukt und versteht den Ankauf einer noch nicht beglichenen Foderung durch ein Kreditinstitut. Die Bank begleicht die Forderung mit einem Zinsabschlag sofort und wird neuer Inhaber der Forderung. Beim Factoring gibt es die Ausprägung des stillen oder offenen Factorings – je nachdem ob die Information einer schuldbefreienden Zahlung dem Zahlenden zugeht und…
  • Fiducia-GAD IT AG
    https://www.fiduciagad.de/ueber-uns.html Rechenzentrum der genossenschaftlichen Finanzgruppe und damit der zentrale IT-Dienstleister für alle Volks- und Raiffeisenbanken und darüber hinaus Partner für einzelne Privatbanken. Kernprodukt ist der Betrieb des Hochsicherheitsrechenzentrums, in dem unter anderem die Kernbanksysteme der Banken betrieben werden.
  • Finanzinstitut: Kontoführender Zahlungsdienstleister
    In der Regel das Finanzinstitut/Bank, welches Zahlungskonten für Kunden bereitstellt und führt. Diese Partei wird durch PSD2 verpflichtet, über APIs Zugänge für Drittparteien (TTPs) zu schaffen.
  • FinTech
    „Finanztechnologie (auch verkürzt zu Fintech bzw. FinTech) ist ein Sammelbegriff für moderne Technologien im Bereich der Finanzdienstleistungen. Fintech ist ein Kofferwort und setzt sich aus den Wörtern financial services und technology zusammen. Lösungen für den Versicherungsbereich werden häufig auch als InsurTech bezeichnet. Finanztechnologie bezeichnet neuartige Lösungen von Anwendungssystemen, die eine Neu- oder Weiterentwicklung im Finanzdienstleistungsbereich…
  • FinTS
    Bei FinTS handelt es sich, anders als der Name es vermuten lässt, nicht um die zweite Version der Lebewesen-Simulation “FinFin der Delphin” aus dem Jahr 1997. FinTS steht für Financial Transaction Services und ist ein deutscher Standard für den Austausch von Kontoinformationen und Grundlage für Online-Banking. Technologisch basiert FinTS auf XML und die Kommunikation erfolgt…
  • Girocard
    Raider heißt jetzt Twix, sonst ändert sich nix. Die ec-Karte heißt seit 2007 Girocard und ist somit die korrekte Bezeichnung, der im Volksmund genannten ‚ec-Karte‘. So wie der Schraubenzieher korrekterweise auch Schraubendreher heißt. 95% der Deutschen sind übrigens im Besitz einer Girocard. Als Schemes sind in Regel VPay oder Maestro installiert um Zahlungen im Ausland…
  • Girocard kontaktlos
    Girocard kontaktlos ist ein neues Bezahlverfahren (Pilotversion 2015 in Kassel), das Girokontokarteninhabern erlaubt, an PoS-Terminals, beispielsweise im Supermarkt, kontaktlos auf Basis der NFC-Technologie (Near Field Communication) zu bezahlen. Je nach Bank, können Beträge bis zu 25€ ohne PIN-Eingabe durchgeführt werden. Bei Beträgen höher als 25€ kann ebenfalls kontaktlos bezahlt werden, allerdings wird dann die Eingabe…
  • Girocard Mobile
    Ähnlich wie beim kontaktlosen Verfahren soll das mobile Bezahlverfahren den Bezahlvorgang vereinfachen und beschleunigen. Der Kunde lädt sich die „Girocard mobile“ über die Banking App oder die E-Wallet App des Telekommunikationsanbieter auf sein Smartphone. Dadurch wird die EC-Karte in digitaler Form auf der SIM-Karte gespeichert. Nun wird das Smartphone vor das PoS-Terminal des Händlers gehalten…
  • GiroGo
    GiroGo ist ein Prepaid-Zahlungsmittel, das über NFC das kontaktlose Bezahlen bis zu einem Betrag von 25€ an PoS-Terminals ermöglicht. Das Verfahre wurde 2012 von der Deutschen Kreditgesellschaft eingeführt. Anders als bei der Girocard mobile und kontaktlos ist die GiroGo nicht mit dem Giro-Konto verbunden, sondern muss vor dem Bezahlen aufgeladen werden. Die Karte kann am…
  • HBCI
    HBCI steht für Home Banking Computer Interface und hat, wie der Name es schon verrät, mit Online-Banking zu tun. HBCI ist der Vorläufer von FinTS.
  • HCE
    HCE steht für Host Card Emulation. Bei der sogenannten Host Card Emulation wird das Secure Element, welches für mobile Bezahlverfahren notwendig ist, emuliert. Normalerweise ist das Secure Element im Smartphone verbaut oder liegt auf der SIM-Karte des Mobilfunkproviders. Bei der Host Card Emulation wird das Secure Element vom Android Betriebssystem (ab 4.4) enuliert und ermöglicht…
  • Insurtech
    Das gleiche wie FinTech, nur für die Versicherungsbranche (Insurance).
  • MCC (Merchant Category Code)
    Der MCC Klassifiziert das Handelssegment in dem ein Händler aktiv ist. z.B. Lebensmittel-Einzelhandel, Fashion, Digitale Güter, Transportation und viele mehr. MCCs werden oftmals genutzt um die Höhe der Gebühren von Zahlverfahren festzulegen, da mit den MCCs die Risikoklassen und Margen durchaus stark voneinander abweichen.
  • Merchant
    Aus dem englischen: “Händler”.  Als Merchants werden Anbieter von Produkten und Dienstleistungen bezeichnet.
  • Mobile Payment
    Von Mobile Payment spricht man, wenn im Bezahlprozess das Smartphone benutzt wird. Dabei spielt es keine Rolle ob der Bezahlprozess im Internet zB im E-Commerce, innerhalb einer App oder im stationären Handel stattfindet. Der kleinste gemeinsame Nenner beim Mobile Payment ist immer das Smartphone. Der Kanal spielt dabei keine Rolle. Irrtümlicherweise wird Mobile Payment oft…
  • NFC
    Die Abkürzung NFC steht für Near Field Communication. Es handelt sich nicht um einen ähnlich klingenden Song der Fantastischen Vier. Im Song der Stuttgarter HipHop-Kombo handelt es sich um MFG – Mit freundlichen Grüßen und nicht um NFC – mit freundlichen Grüßen. Bei NFC handelt es sich um eine auf RFID-Technologie basierende Übertragungstechnologie und ermöglicht…
  • Online / Offline PIN (Kartenzahlung)
    Bei einer EMV Transaktion kann als Karteninhaber-Authorisierungs-Methode (card verification method – CVM) ein PIN (personal identification number) verlangt werden. Dieser PIN dient hierbei als geheime Information, die nur dem Karteninhaber, der EMV Chip Karte und dem Kartenherausgeber (Issuer) bekannt ist und zur Authorisierung einer Zahlung dient. Wenn eine Zahlung mit Chip and PIN als CVM…
  • P2P
    Peer to Peer, also eigentlich Person zu Person. Beschreibt die Möglichkeit für User, direkt miteinander Geschäfte abzuwickeln, meist ermöglicht durch Marktplätze. eBay, Airbnb und auch Lösungen wie Uber sind die typischen Beispiele für P2P.
  • P2P Payment
    Bei P2P-Payment oder Peer-to-Peer-Payment wird Geld auf digitalem Weg zwischen zwei Parteien ausgetauscht. Anders als eine klassische Online-Überweisung soll sich P2P Payment durch eine sehr einfache und simplifizierte Bedienung ausweisen. Bekannte P2P-Payment Verfahren sind Moneybeam, als Teil der N26-App oder Kwitt der Sparkasse.
  • PAN
    Primary Account Number. 12- bis 19-stellige Kartennummer, meist 16-stellig und auf der Front der Karte angebracht (gestanzt oder ungestanzt). Bei modernen Debitkarten ist die Kartennummer von der Kontonummer abstrahiert.
  • Paydirekt
    Ein von der deutschen Kreditwirtschaft 2014 gegründete Initiative und nach Giropay zweiter Versuch ein deutsches Online-Bezahverfahren zu etablieren. Kurz: (Noch) nicht erfolgreiche Antwort der deutschen Banken auf PayPal.
  • Payment Page
    Unter der Payment-Page wird die Zahlungsseite in einem Online-Shop verstanden bei der man die Zahlmethode auswählt und ggfs die Zahlungsinformationen eingibt.
  • PrePaid Card
    Die Prepaid-Karte wird wie eine normale Bankkarte verwendet, hat jedoch ein festes Limit, das durch das vorherige Aufladen der Karte festgelegt wird. Dadurch ist sie besonders sicher und eignet sich idealerweise für Online-Einkäufe, kann aber auch im alltäglichen Leben eingesetzt werden. Für Reisende, die sich vorher ein festes Limit setzen wollen, ersetzt die Prepaid-Karte die…
  • PSD2
    Europäische Richtlinie, die 2015 vom Europaparlament verabschiedet und bis Anfang 2018 in nationales Recht in allen SEPA Ländern umgewandelt werden muss. Regelt unter anderem die Spielregeln der sogenannten XS2A und darüber hinaus auch noch andere Bereiche, die in Summe den Wettbewerb stärken und Innovationen enablen soll.  
  • Reverse Factoring
    Reverse Factoring ist ein Bankprodukt und wird von manchen Marktteilnehmern auch auch mit Supply Chain Financing gleich gesetzt. Im Falle von Reverse Factoring ist die Bonität des Zahlenden relevant für die Zinssetzung des Ankaufs der Forderung. Reverse Factoring ist daher für Lieferanten i.d.R. “günstiger” als klassisches Factoring.
  • SCF (Supply Chain Financing)
    Steht für den Überbegriff der Lieferantenfinanzierung im B2B-Bereich. Im Rahmen der Lieferantenfinanzierung bieten Banken und FinTechs-Unternehmen verschiedene Produkte an wie z.B. Factoring, Reverse Factoring oder Dynamic Discounting ( Factoring zwischen Unternehmen ohne Bank). Manche Banker setzen SCF mit ihrem Produkt Reverse Factoring gleich, weshalb in Gesprächen über Lieferantenfinanzierung oftmals erst geklärt werden muss, wie das…
  • SoC (Share of Checkout)
    Steht als eine KPI und misst den Anteil eines Zahlverfahrens.
  • TPP: Third Party Provider (Drittanbieter im Zahlungsverkehr)
    Im Kern werden zwei Typen von TTPs benannt, welche in der Richtlinie PSD2 als Anbieter von neuen Diensten im Bereich der Internet-Zahlungen identifiziert werden und über APIs Zugang zu Kundenkonten von Finanzinstituten erhalten sollen: AISP: Account Information Service Provider (Kontoinformationsdienste KID) Kontoinformationsdienste oder Aggregatoren, welche im Auftrag des Kunden und Kontoinhabers Kontoinformationen elektronisch, direkt bei…
  • Wallet
    Englisches Wort für Geldbörse und Sammelbegriff für mobile Bezahlverfahren in Form von Apps.
  • XS2A
    Kernbestandteil der PSD2 – Bezeichnet den sogenannten Access to Account (xs2a), was auf der einen Seite die Öffnung der vorhandenen Bankeninfrastruktur für sogenannte Dritte meint und auf der anderen Seite den authorisierten Zugriff von Dritten auf genau diese Infrastruktur. Schlüssel für die Nutzung und den Zugang sind die Kunden / User, die mit ihren bestehenden…
  • ZAG
    Zahlungsdienste Aufsichtsgesetzt. Kurz, das Gesetz, worunter eine Menge FinTechs fallen.
  • Zahlungsgarantie
    Im Grunde genommen eine Krücke der Nicht-Real-Time Buchungs-Welt. Dem Empfänger einer Zahlung wird an Stelle des Geldes eine Garantie seitens der Sender-Bank über den zeitnahen Eingang des Geldes ausgesprochen. Ermöglicht die Beschleunigung des Handels und ist vor allem bei virtuellen Gütern Grundlage von Geschäftsmodellen, da das Risiko des Zahlungsausfalls wegfällt. Beispiele für Modelle in denen…