Newsschau für den Monat September 21 – Das Wichtigste zum Schluss

In der Fintech-Welt wird es nie langweilig. Es wird gegründet, investiert und neue Produkte werden auf den Markt gebracht. Da fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Am Ende jedes Monats fassen wir daher noch einmal die wichtigsten Meldungen des zurückliegenden Monats zusammen. In einem kompakten Überblick kommen hier unsere News für den Monat September.

Wir starten in diesem Monat zunächst mit einer auffällig langen Übersicht der wichtigsten Meldungen zum Thema BNPL. Sie beweist, wie sehr BNPL über die letzten Wochen hinweg an Fahrt gewonnen hat. Ein Ende ist aktuell nicht in Sicht.

Ikea erwirbt Beteiligung an BNPL-Startup

Ingka Investments, der Investment-Arm der Ingka Group, die wiederum alle Ikea-Stores betreibt, erwirbt für 22,5 Mio. Dollar eine Minderheitsbeteiligung am Fintech Jifiti. Die Höhe des Anteils verrieten die beiden Unternehmen nicht. Das Fintech aus Israel bietet eine Plattform, die Handelsunternehmen aber auch Banken und Finanzdienstleistern ermöglicht, BNPL-Lösungen online oder am POS zu integrieren. Die Software soll ohne nennenswerte Anpassungen mit allen Kassen- und Shopsystemen zusammenarbeiten.

Funding Circle startet BNPL-Lösung für KMU

„FlexiPay“ nennt der börsennotierte Kapitalgeber Funding Circle sein neues Produkt. Es bietet Unternehmenskunden eine BNPL-Lösung an. Die Firmen können so mit wenigen Mausklicks die Kosten beispielsweise für Lieferantenrechnungen über drei Monate verteilen. Die Finanzierungsoption steht für offene Beträge zwischen 2.000 und 30.000 Britische Pfund zur Verfügung.

Revolut will ebenfalls BNPL anbieten

Die Neo-Bank Revolut arbeitet an einer eigenen Lösung, um BNPL in seiner App anbieten zu können. Das hat CEO und Mitgründer Nik Storonsky in einem Interview verraten. Der genaue Starttermin steht derzeit noch nicht fest.

Monzo und Curve starten zeitgleich BNPL-Angebot

Die beiden Fintechs Monzo und Curve starten zeitgleich ein BNPL-Angebot unter dem Namen „Flex“. Möglicherweise Zufall oder aber eine schnelle Reaktion von Curve, das auf das wenige Stunden zuvor angekündigte Monzo-Produkt reagiert hatte. Bei Monzo zahlen die Kund:innen Einkäufe über 30 Pfund in drei, sechs oder 12 Raten zurück. Die Zinsen liegen zwischen 0 und 19 Prozent. Curve erlaubt den Kund:innen auch frühere Zahlungen in Ratenkredite umzuwandeln. Erhebt dann aber pauschal 13 Prozent.

Paypal übernimmt BNPL-Anbieter Paidy für 2,7 Mrd. Dollar

Um den japanischen Dienst Paidy zu übernehmen, greift Paypal mit 2,7 Mrd. Dollar recht tief in die Tasche. Paidy fokussiert sich auf das BNPL-Geschäft. Mit der Übernahme will Paypal nicht nur seine Position im japanischen Markt steigern. Paidy nutzt ein eigenes System, um die Kreditwürdigkeit der Kund:innen zu bewerten, um auf dieser Basis den Händler:innen die Zahlung zu garantieren. Technologie, die auch an anderer Stelle helfen könnte. Sechs Millionen Nutzer:innen konnte Paidy bereits gewinnen.

Mastercard springt auf BNPL-Zug auf

In den USA, Großbritannien und Australien wird Mastercard eine eigene BNPL-Lösung anbieten. Die Ratenzahlung (zinsfrei) wird als Alternative zu Debit-, Kredit- und Prepaid-Karten positioniert. Damit sollen Banken, Fintechs, Wallet- und Kreditanbieter schnell BNPL über das gesamte Akzeptanznetzwerk offerieren können. Bei dem Thema arbeitet Mastercard u. a. mit Barclays, Marqeta und Qantas Loyalty zusammen.

Geldspritze für SurePay

Das niederländische Unternehmen SurePay hat eine Finanzierungrunde in Höhe von 12,2 Mio. Euro abgeschlossen. Angeführt wird die Finanzierung von Connected Capital und Iris Capital. Die beiden neuen Investoren schließen sich somit Rabo Frontier Ventures an, um die Expansion des Unternehmens in Deutschland und weiteren Ländern voranzutreiben.

Hawk AI unterstützt Moss bei Geldwäscheprävention

Im Juni konnte Hawk AI eine Finanzierungsrunde über 10 Mio. Dollar abschließen. Dank künstlicher Intelligenz soll es für Banken und Fintechs mit der entwickelten Lösung besonders einfach sein, Geldwäsche zu bekämpfen. Jetzt meldet uns das Unternehmen mit Moss einen neuen namhaften Kunden. Hawk AI wird die von Moss abgewickelten Zahlungsvorgänge überwachen. Zum 1. November wird Georg Hauer die Aufgaben des Chief Operating Officer (COO) und Chief Financial Officer (CFO) bei Hawk AI übernehmen. Er kommt von N26.

CrowdDesk wird Portagon

Der Software-Dienstleister CrowdDesk aus Frankfurt wird ab sofort zu Portagon, wie das Unternehmen per E-Mail mitgeteilt hat. Das Fintech hatte erst kürzlich eine Finanzierungsrunde in Höhe von 8,5 Millionen Euro erhalten und betreut nach eigenen Angaben ein Projektvolumen von mehr als 850 Mio. Euro für 300 Kund:innen. Der neue Name stehe auch für das Ziel, der führende Infrastrukturanbieter für nicht-börsengelistete Finanzierungsformen zu werden.

WebID holt Finanzinvestor an Bord

WebID, einer der führenden Anbieter für Video-Ident-Verfahren, bekommt einen neuen Mehrheitseigner: Der britische Finanzinvestor Anacap steigt ein und will mit frischem Geld dabei helfen, die internationale Expansion u.a. in China und den USA voranzutreiben. Zu den Kunden von WebID zählen Dazu zählen die Deutsche Bank, die DKB, das Vergleichsportal Check24, der Neobroker Trade Republic oder der Mobilfunkanbieter Vodafone. Gleichzeitig verpartnert sich die Plattform mit Verimi. Dazu wird WebID seine Plattform um das Verimi-Wallet erweitern. Somit können sich die Nutzer:innen des Wallets bei teilnehmenden WebID-Partner ausweisen.

Aral-Mutter BP steigt bei Tank-Bezahl-App Ryd ein

Der Ölriese BP steigt bei der Bezahl-App Ryd ein. Der Ölkonzern investiert 10 Mio Euro in dessen Betreiber Thinxnet aus München und will europaweit 8500 BP- und Aral-Tankstellen an dessen Plattform Ryd anbinden. Mit der App können Autofahrer tanken und per App bequem aus dem Auto zahlen, ohne an die Kasse zu gehen. Genau das bietet Aral in Deutschland seit wenigen Monaten unter dem Namen „Fuel & Go“ bereits in Zusammenarbeit mit Payback Pay an.

Holvi

Zunächst kaufte Holvi-Gründer Tomas Toivonen das Vorzeige-Fintech für Selbständige zurück. Jetzt verrät er seine neue Strategie. Neben vielen neuen Features will das Unternehmen künftig den Kund:innen gegen Gebühr nun auch Buchhaltung und Steuererklärung anbieten.

Accountable sammelt 6 Mio. ein

Dass aus dem Thema Steuern und Buchhaltung noch lange die Luft nicht raus ist, beweist das Berliner Fintech Accountable, das eine erfolgreiche Finanzierungssumme in Höhe von 6 Mio. Euro abschließen konnte. Die Series A führt Stride.VC an. Auch Accountable fokussiert sich auf Selbstständige.

Mastercard übernimmt Open-Banking-Spezialisten Aiia und kauft Ciphertrace

Die Kreditkartengesellschaft Mastercard übernimmt für eine nicht genannte Summe den dänischen Open-Banking-Spezialisten Aiia. Das Fintech ist ein lizenzierter Payment Initiation Service Provider (PISP) und Account Information Service Provider (AISP). Mastercard betont, dass die Übernahme die eigenen Open-Banking-Bemühungen in Europa stärken solle. Bereits im Sommer hatte Konkurrent Visa das Open-Banking-Unternehmen Tink übernommen. Mit der Übernahme des Unternehmens Ciphertrace stärkt Mastercard auch sein Engagement im Kryptosektor. Das Blockchain-Startup analysiert Transaktionen auf verschiedenen Blockchains, um so verdächtige Zahlungen zu entdecken. Mittels KI soll so Geldwäsche vorgebeugt werden. Finanzielle Details zur Übernahme haben die Unternehmen nicht verraten.

510 Mio. Dollar für Varo Bank

Die US-Neobank Varo Bank erhält im Rahmen einer Series-E-Finanzierung 510 Mio Dollar. Das schraubt die Bewertung der Neobank, die eine nationale Lizenz besitzt, auf 2,5 Mrd. Dollar hoch. Das neue Funding, das nach eigenen Angaben mehrfach überzeichnet war, kommt nur sieben Monate nach der letzten Runde, in der 63 Mio. eingesammelt wurden. Seit Gründung im Jahr 2015 haben Investoren über 990 Mio. Dollar in das Startup gesteckt. Belastbare Geschäftszahlen veröffentlicht Varo Bank bisher nicht, gibt aber an, die Zahl der aktiven Konten in den vergangenen 12 Monaten auf vier Millionen verdoppelt zu haben.

DKB bringt Robo-Advisor mit zwei Fintechs

Im Oktober soll der Robo-Advisor der DKB an den Start gehen. Bei der Umsetzung verlässt sich die Bank auf zwei Fintechs: Die technische Infrastruktur soll von Elinvar kommen und die Expertise für die Vermögensverwaltung von Solidvest.

Bettercard und Solarisbank starten Firmenkarte

Das Hamburger Fintech Bettercard teilt den Start einer neuen Firmenkarte mit, die es in Kooperation mit der Solarisbank herausbringt. Zum Start gibt es eine Visa-Business-Debitkarte, die ohne die Eröffnung eines neuen Bankkontos auskommt. Die Karten umfassen ein integriertes Bonusprogramm und die digitalen Funktionen erleichtern die Buchhaltung der Unternehmen, die auf die Karte setzen.

Modifi sichert sich 20 Mio. Euro

Das Fintech Modifi, das sich auf Einkaufsfinanzierungen für Unternehmen spezialisiert hat, sichert sich in einer Series-B 20 Mio. Euro. Die Investoren bewerten die Firma dabei mit rund 100 Mio. Euro. Die Runde führen VC Heliad Equity Partners und Neva SGR an.

Pair Finance expandiert nach Österreich

Das Fintech Pair Finance startet mit der Internationalisierung. Erster Zielmarkt außerhalb Deutschlands ist Österreich. Die österreichische Unit wird Barna Bokor als Country Head von Pair Finance Austria aufbauen. Er wechselt von der Onlinebank ING Austria. Der noch unveröffentlichte Geschäftsbericht des Unternehmens beeindruckt: So gelang dem Fintech etwa eine Verdopplung der Umsatzerlöse. Und wo im Vorjahr noch ein Fehlbetrag am Ende der Bilanz stand, gibt es einen ordentlichen Jahresüberschuss von rund 1,3 Mio. Euro.

Hauck & Aufhäuser kauft Kryptoverwahrer

Die Privatbank Hauck & Aufhäuser erwirbt von der Bloxxon AG deren Kryptoverwahrer Kapilendo Custodian. Damit übernimmt die Bank einen der ersten Kryptoverwahrer mit offizieller BaFin-Lizenz. Für die Bank ein wichtiger Schritt zur Erweiterung der Services im Bereich digitaler Assets. Die neue Firma wird unter dem Namen Hauck & Aufhäuser Digital Custody AG auftreten.

JustTrade baut Krypto-Angebot aus

Wie der Neobroker JustTrade per Mail mitteilt, baut er sein Angebot im Krypto-Segment weiter aus. Neben zwölf Kryptowährungen, in die die Kund:innen investieren können (u.a. Dogecoin und Ethereum Classic) biete das Unternehmen in Kooperation mit 21Shares nun auch 23 Krypto-ETP (Exchange Traded Products) an.

Tomorrow mit 14 Mio. Finanzierung

Gleich drei neue Investoren steigen beim Hamburger Fintech Tomorrow ein. Gemeinsam mit bestehenden Investoren stecken das Family Office der Hamburger Familie Büll, Abacon Capital sowie Signavio-Gründer Torben Schreiter 14 Mio. Euro in die Firma. Im Oktober bietet Tomorrow zusätzlich die Gelegenheit, sich via Crowdinvesting an dem Fintech zu beteiligen. Das geht bereits ab 100 Euro los.

Deutsche Bank übernimmt Better Payment

Die Deutsche Bank übernimmt das Institut den PSP „Better Payment“ aus Berlin. Dessen Lösung soll in den kommenden 12 Monaten in das Produktangebot der Bank integriert werden. Über die bestehenden Kanäle des Fintechs will die Deutsche Bank auch weitere Zahlungsdienstleistungen anbieten. Finanzielle Details zur Übernahme teilten die Unternehmen nicht mit. Alle Mitarbeitenden des Fintechs werden übernommen.

Ride knackt Marke von 100 Mio. Euro und sichert sich Funding

Neuigkeiten von Ride: Nur ein Jahr nach dem Start betreut das Berliner Fintech ein Anlagevolumen von 100 Mio. Euro. Und eine Seed-Finanzierung gab es noch dazu.
„RIDE ist das einzige Fintech, das sich auf die Vermögensoptimierung fokussiert und den Vermögensaufbau dadurch deutlich beschleunigt“, sagt Christine Kiefer, Gründerin und Geschäftsführerin von Ride.

Fino steigt in Insurtech ein

„Cockpit“ heißt die Lösung, mit dem das Fintech fino den Beratungsprozess im Versicherungsbereich vereinfachen will. Via PSD2-Schnittstelle landen die von den Kund:innen freigegebenen Daten in Form einer verschlüsselten PDF-Datei auch beim Berater. Der Mehrwert besteht darin, dass Fino die Daten vorher via Data-Analytics aufbereitet hat. So werden vorhandene Versicherungen oder etwaige Versicherungslücken schnell erkannt. Sogar Empfehlungen für passende Produkte werden angeboten, wie das Fintech uns per Mail mitteilt. Für die Berater:innen entfällt der händische Prozess, alle Daten selbst zusammenzustellen.

Fico und FinTecSystems werden Partner

Das internationale Software-Analytik-Unternehmen Fico verkündet eine Partnerschaft mit FinTecSystems (FTS). Mit der Integration von Open-Banking-Daten sollen Entscheidungsfindungsprozesse verbessert werden. Als Beispiel wird die KI-gestützte Kategorisierung von Einnahmen und Ausgaben genannt. So lassen sich dann Kundenbewertungen noch umfassender durchführen. Im ersten Schritt liegt der Schwerpunkt der Partnerschaft auf der Kombination der FTS-Technologie mit der Decision-Plattform von Fico.

N26 zahlt Millionen-Strafe

Das Thema Geldwäsche-Prävention und N26 hat uns in den vergangenen Monaten ja regelmäßig beschäftigt. Das Unternehmen hat einen im Juni von der BaFin verhängten Bußgeldbescheid über 4,25 Mio. Euro beglichen. Außerdem will die Neo-Bank alle von der Aufsichtsbehörde geforderten Maßnahmen zur Verbesserung umgesetzt haben.

Morgen an dieser Stelle: Newsschau – Die Personalmeldungen

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Die studierte Soziologin und Medienwissenschaftlerin beobachtet, analysiert und schreibt als Journalistin seit vielen Jahren über die Startup- und Fintechszene. In der Vergangenheit arbeitete sie für führende on- und offline für Gründer- und Wirtschaftsmedien im In- und Ausland, moderiert, schrieb mit... mehr
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