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Maik Klotz

Maik Klotz has 26 articles published.

Maik Klotz ist Berater, Sprecher und Autor zu den Themen Banking, Payment und Retail. Seit vielen Jahren berät Maik Unternehmen zu kundenzentrierten Innovationsmethoden und der Fokussierung auf den Nutzer. Aktuell ist er als als Senior Consultant bei der KI finance GmbH aktiv.

Online-Banking: Digitaler Stillstand since 1980

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Eine Geschichte des Online-Bankings

Am 12. November 1980 startete die Deutsche Bundespost in Bonn einen Bildschirmtext-Feldversuch. Das Angebot von “Online” Diensten war überschaubar. Neben Versandhäusern wie Otto, Quelle oder Neckermann war nur TUI und die Verbraucherbank (heute Norisbank) am Start. Letztere bot auf der BTX-Seite #300 insgesamt 200 Kunden aus der Testregion Neuss/Düsseldorf die Möglichkeit Überweisungen auszuführen. Damals waren Banken, insbesondere die Verbraucherbank, weit ihrer Zeit weit voraus.

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Banking Apps

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Welche Apps nutzen die Deutschen am liebsten?

Fast die Hälfte der Deutschen nutzt die Möglichkeit mobil auf dem Smartphone Bankgeschäfte zu erledigen – so eine Umfrage von Statista aus dem Jahr 2015. Auch wenn eine jüngst veröffentlichte Umfrage von Blumberg Capital ein anderes Ergebnis zeigt, dort kommt man auf nur 28 Prozent. scheint es den Downloads von Banking Apps keinen Abbruch zu tun. Im Jahr 2016 wurden fast 7,5 Millionen* Banking Apps der unterschiedlichen Anbieter geladen. Über die Nutzung sagt dies natürlich nichts aus, trotzdem geben die Downloadzahlen einen interessanten Einblick.
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Banken: Zu satt für Innovationen?!

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Eine Branche in der Stagnation

“Das haben wir schon immer so gemacht” – ein Satz den man von unterschiedlichen Bankvorständen immer wieder hört. Ein Satz wie er auch von den Häuptlingen der Maya schon gebracht wurde. Die Maya gibt es heute nicht mehr und vielleicht werden in einigen tausend Jahren ja auch die ein oder andere Bankfiliale als Ausgrabungsstätte von Touristen besucht.

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Deutschland: Ein Land aus Münze und Papier…

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Das Motto der Deutschen: Bargeld lacht…

Wir Deutschen lieben Bargeld. Deshalb kann man auch überall in Deutschland bar bezahlen. An der Kasse, am Kiosk. selbst am Automaten. Was aber wenn kein Bargeld zur Hand und weit und breit kein Geldautomat in Sicht ist? Eine Geschichte aus dem Leben.

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YES: Das Single-Sign-On-System für Banken

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Die Sparkasse geht eine neue Liaison ein und sagt – YES

Mit YES kommt das erste Single-Sign-On-System für Banken. Als erste Bank möchte die Sparkasse ihren Privatkunden die Möglichkeit geben, sich mit Online-Banking Daten auf Webseiten anderer Unternehmen anzumelden und zu identifizieren. Was sich anhört wie eine Art Facebook-Connect ist auch so gedacht – nur viel mächtiger. Ermöglicht wird dieser Dienst mit der YES Europe AG aus Rösrath.
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savedroid – gut gemacht, schlecht gedacht…!

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Hätte, hätte Fahrradkette…

Um es vorweg zu nehmen: Es gibt diese Ideen, die sind richtig gut. Dann gibt es andere Ideen, die sind richtig gut aber sind leider richtig schlecht umgesetzt. So eine Idee die eigentlich gut, aber in der Umsetzung alles andere als gelungen ist – ist savedroid.

Es läuft scheinbar gut bei dem Frankfurter FinTech savedroid. Nach eigenen Angaben liegt die Unternehmensbewertung bei 20 Millionen Euro und die Investitions- und Strukturbank Rheinland-Pfalz (ISB) und Business Angels haben ihre Beteiligung aufgestockt. Der Bewertung liegt vor allem die wachsende Anzahl von Downloads der savedroid App zu Grunde, innerhalb von drei Monaten hat man die Downloads um 150.000 verdreifacht. Da darf man gratulieren. Zumindest wenn man diese Zahl als Maßstab nimmt – über die tatsächliche Nutzung sagen die Downloads nämlich erstmal garnichts aus.

savedroid Review: Hätte, hätte Fahrradkette
„Christine Müller, Savedroid“, Foto von Clemens Riemenschneider / Webmontag Frankfurt ist lizenziert unter CC BY 2.0.

Savedroid soll den Nutzern dabei helfen Geld zu sparen. Anders als einfach jeden Monat Geld zur Seite zu legen, nutzt savedroid “Wenn-Dann-Regeln”. Wenn z.B. ein bestimmter Betrag vom Konto abgebucht wird, kann savedroid diesen aufrunden und legt die Differenz zur Seite. Die Idee dahinter: Es fällt leichter innerhalb eines Monats immer mal wieder kleine Beträge zur Seite zur legen, als einmal einen großen Betrag. Die dafür geltenden Regeln, sogenannte smooves, kann sich der Nutzer selbst anlegen, einzig ein Sparziel, also die Summe die am Ende gespart werden soll, wird einmal definiert.

Die Idee hinter savedroid ist nicht neu. In den USA gibt es seit längerem vergleichbare Dienste wie z.B. QAPITAL oder Digit. Und diese Lösungen funktionieren gut: Im Digit-Netzwerk wurden inzwischen eine halbe Milliarde US Dollar gespart. Auch in Deutschland ist savedroid nicht alleine unterwegs, mit Clink soll in diesem Jahr eine weitere Lösung an den Start gehen.

savedroid Review: Hätte, hätte Fahrradkette

Damit man mit savedroid Geld zur Seite legen kann, muss die App eingerichtet und gewisse Regeln definiert werden, nach denen gespart werden soll. Zur Einrichtung legt man das zu überwachende Referenzkonto an, von dem das Geld auf ein weiteres Konto bei der Wirecard zurückgelegt wird. Letzteres wird im Prozess neu angelegt. Sind die Schritte erledigt geht es auch schon los und savedroid fängt an, für dich zu sparen. Glaubt man zumindest…

Das größte Problem liegt allerdings in der Art und Weise, wie savedroid ein Referenzkonto überwacht. Die sogenannten smooves werden zwar erfasst aber nicht ausgeführt, wenn das Referenzkonto im Dispo, also überzogen ist. Ein Beispiel: Das Refernzkonto hat einen Dispo von 1.000 EUR. Im Rahmen dieses Dispos laufen ganz normal alle Buchungen. savedroid bekommt das mit, führt aber selbst keine Buchung auf das Sparkonto aus, erfasst aber alle smooves. D.h. gefühlt wird gespart obwohl kein Geld fließt.

savedroid Review: Hätte, hätte Fahrradkette

Yassin Hankir von savedroid sagt dazu, dass es im Interesse der Nutzer sei und man teure Dispozinsen vermeiden will. savedroid findet sparen innerhalb des Dispositionskredit nicht nur kontraproduktiv, sondern auch moralisch bedenklich. Dadurch geht allerdings auch einiges an Potential verloren, denn wäre es zumindest optional möglich auch im Rahmen des Dispo zu sparen, könnte man savedroid auch dazu nutzen, den Dispositionskredit sukzessiv abzubauen. Als Regel müsste man wählen können: Wunsch “Dispo abbauen” und Sparbetrag in Höhe des Dispo anlegen.

Dadurch, das savedroid nur visuell Geld zur Seite legt, wenn man im Dispo ist, aber nicht reell, kommt es zu einem unschönen und völlig verwirrenden Effekt: savedroid bietet an Geld auf das Referenztkonto zu übertragen, obwohl keines vorhanden ist. Schlimmer noch, man kann beliebig oft Geld übertragen. Real fließt das Geld allerdings nicht. Insgesamt wirkt savedroid nicht nutzerfreundlich. So wird z.B. nach Erreichen eines gewissen Sparziels dem Nutzer ein Premium-Zugang angeboten. Was das genau bedeutet wird nicht erklärt, stattdessen startet direkt die Video-Legitimation. Auch kann laut App zwar eine Mastercard aktiviert werden, was aber in sofern verwirrend ist, als das ich als Nutzer gar keine bekommen habe – geschweige denn wollte. Das es sich um eine virtuelle Kreditkarte handelt wird ebenfalls nirgends erklärt.

Yassin Hankir, der CEO & Gründer von savedroid sagt dazu: “Wir verzichten ganz bewusst darauf savedroid mit Zusatzinformationen zu überfrachten. Unsere Nutzertests haben sehr deutlich gezeigt, das mehr Information oftmals zu einem schlechteren Nutzererlebnis führt. Deshalb haben wir uns bewusst dazu entschieden alle weiterführenden Informationen in unseren FAQs zu bündeln, die in der App aufrufbar sind.”

savedroid Review: Hätte, hätte Fahrradkette

Fazit

Fernab einer guten Idee, kommt es vor allem auf die Umsetzung an. Diese ist bei savedroid einfach nur mittelgut, was schade ist, weil die Idee eigentlich ein Problem löst: Geld zu sparen, ohne das es weh tut. Anstatt dem konsequenten Ausbau des Themas und weiterführende Überlegungen wie man das ganze smarter gestalten könnte, bietet man jetzt Vertragsoptimeirung von bestehenden Laufzeitverträgen an. Ein neuer Algorithmus soll z.B. Überteuerte Stromverträge erkennen und günstigere Alternativen vorschlagen. Alt-Vertragskündigung und Neu-Vertragsabschluss finden direkt in der savedroid-App statt. Willkommen im Maklergeschäft.

Instant Payments

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Nach Instantsuppe nun Instant Payments?

Das was Instantsuppen für den schnellen Hunger zwischendurch sind, soll Instant Payments im Zahlungsverkehr sein: Schnell und unkompliziert. Doch genauso wie bei den Tütensuppen, sollte man, bei einem neuen Verfahren, genau auf die Inhalte schauen. Zahlungen im Internet, am Point of Sale (Kasse) sowie Zahlungen von Person zu Person (P2P) sollen mit Instant Payments in ganz Europa in Echtzeit möglich werden. Auch Zahlungen zwischen Personen und Unternehmen sind vorgesehen.

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N26, Yomo und bunq – die Wegwerf-Konten

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Konto ade, scheiden tut weh…oder doch nicht?

Der Kunde kann in Deutschland zwischen fast 2.000 Kreditinstituten wählen und Dienstleistungen in einer der über 35.000 Filialen in Anspruch nehmen. Zwar haben sich die Retailbanken inzwischen alle das Thema Digitalisierung auf die Fahne geschrieben, kommen aber zum Teil nur schleppend voran. Gleichzeitig drängen neue Mitspieler auf den Markt, die das Girokonto zum Wegwerfprodukt machen.

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Mobile first war gestern – heute gilt Voice first!

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Der Sprachassistent der Zukunft von heute

Geräte wie Amazon Echo oder Google Home mit eingebautem Sprachassistenten bilden eine neue Produktkategorie, welche die Art und Weise, wie wir mit Technologie interagieren, auf fundamentale Art und Weise verändert. In Zukunft werden klassische Bedienkonzepte auf den Kopf gestellt und es wird sich die Frage stellen, wie Produkte aussehen werden, die ohne Bedienoberfläche auskommen müssen.

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Die unterschätzte Gefahr: Der Angriff der Plattformen auf Banken

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Das Unterschätzen der Entwicklung

Die Payment und Banking-Industrie wird seit vielen Jahren vor allem von jungen Fintech Startups attackiert. Kein Bereich innerhalb der Branche zu dem es keine eigenständige Lösung eines Fintechs gibt. Unternehmen wie N26 in Deutschland oder Venmo in den USA verzeichnen einen signifikanten Zuwachs von Nutzern. Allein das über den peer-to-peer Dienst Venmo abgewickelte Zahlungsvolumen kletterte im vierten Quartal 2016 um 126 Prozent, auf 5,6 Mrd. Dollar nach oben und N26 konnte seit der Gründung 2013 bisher 200.000 Nutzer für sich gewinnen. Dazu kommen eine Vielzahl kleinerer Lösungen, die alleine genommen nicht weh tun, aber in der Summe bei den etablierten Banken zum Zugzwang führen.

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Zwei Tage Payment-Exchange in Berlin: Der Händler im Fokus beim neuen Branchen-Event

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Zum Dritten mal fand im Berliner Soho-House die Payment-Exchange statt. Auch in dieses Mal drehte sich alles um die aktuellen Trends und Themen innerhalb der Payment- und Bankingbranche. Mehr als 150 Teilnehmer folgten unserem Aufruf gemeinsam mit Lösungsanbietern und Experten in “Wohnzimmer-Atmosphäre” über die Entwicklungen im Zahlungsverkehr zu diskutieren.

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Der Weg zur digitalen Transformation

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“Digitalisierung” war eines der Trendthemen 2016 und auch 2017 wird uns das Thema verfolgen. So wie 2018, 2019 und in den kommenden Jahre auch. Die digitalisierte Gesellschaft ist da und geht auch nicht mehr weg und wir werden uns jeden Tag aufs neue damit beschäftigen müssen. Das bedeutet in erster Linie, das digitale Transformation nicht wie SAP eingeführt werden kann sondern ein fortlaufender und stetiger Prozess ist. Digitalisierung ist Teil unseres Lebens.

Digitale Transformation funktioniert nicht nach Schema F

Problematisch an sogenannten Digitalisierungs-Projekten ist , das oft die gleiche Denk und Vorgehensweise zu Grunde gelegt wird, die dazu geführt hat, das überhaupt Startups oder Unternehmen wie Google, Apple, Amazon und Facebook das eigene Kerngeschäft gefährden.

Photo credit: Kris Krug via VisualHunt.com / CC BY-NC-ND
Wer bedient in Zukunft die Kundenschnittstelle (Photo credit: Kris Krug via VisualHunt.com / CC BY-NC-ND)

Sie sind die Experten im digitalen Geschäft, sind näher am Kunden und arbeiten Nutzerzentriert. Im Ergebnis wird die Kundenschnittstelle von diesen Unternehmen besser bedient und es werden digitale Produkte und Dienste angeboten die den Anforderungen der veränderten, digitalen Gesellschaft gerecht werden. Im Umkehrschluss verlieren die traditionellen und etablierten Unternehmen langfristig den Bezug zum Kunden, weil die alten Lösungen eben nicht den geänderten Gegebenheiten angepasst werden oder die Möglichkeit für neue Produkte nicht genutzt wird.

Daher ist es wichtig zu verstehen, dass es bei der Digitalen Transformation keine allgemein gültige Blaupause gibt welche sich 1zu1 umsetzen lässt. Digitale Transformation ist nicht vergleichbar mit der Einführung einer neuen IT-Infrastruktur und darf vor allem nicht als Selbstzweck angesehen werden. Stattdessen muss Digitale Transformation als ein ganzheitliches und von vor der Unternehmensleitung getriebenes Thema sein.

Wer Visionen hat braucht keinen Arzt

Photo via StartupStockPhotos via Visual hunt
Digitale Vision ist wichtig (Photo via StartupStockPhotos via Visual hunt)

Der Startpunkt jeglicher digitaler Transformation ist eine digitale Vision. Diese Vision muss aus der Organisation entwickelt werden. Ausgehend von dieser Vision müssen alle Unternehmensprozesse auf den Prüfstand gestellt und anhand der digitalen Vision neu ausgerichtet werden.

  • Eine Digitale Transformation fängt ganz oben an und muss in jeder Phase von der Geschäftsführung getragen und voran getrieben werden.
  • Digitalisierung ist in erster Linie eine Frage der Einstellung (Mindset)
  • Bei der Digitale Transformation sind neue Skills bei den Mitarbeitern gefordert
  • Digitale Transformation erfordert ein breites Verständnis von Technologien und den neuen Gegebenheiten. Auf allen Ebenen muss ein einheitliches Wissen darüber vorhanden sein wie sich die Gesellschaft verändert
  • Der Kunde steht im Fokus und damit das Ziel, zufriedene Kunden zu loyalen und begeisterten Kunden zu machen.
  • Das Geschäftsmodell muss fachlich und technologisch mit dem Internet verknüpft sein. Bestehende Geschäftsmodelle sollten mit Technologien erweitert werden, mit denen sich der Kunde tagtäglich umgibt. Diese Erweiterungen erfordern oftmals eine Abkehr von Silo-Denke hin zu einem Connectivity Ecosystem.

Digitale Transformation wird aus der Gesellschaft getrieben

Der Wandel hin zu einer digitalisierten Organisation ist schwierig und anstrengend. Digitalisierung ist eben kein Projekt mit einem definierten Anfang und Ende. Die digitale Transformation ist ein Veränderungsprozess, der eine Vielzahl von Aspekten unserer Gesellschaft betrifft und nicht beim Unternehmen endet. Digitalisierung bedeutet nicht “mobile first” noch geht es darum die “Millennials” zu erreichen. Beides sind nur Aspekte einer inzwischen digitalisierten Gesellschaft. Sich nur darauf zu fokussieren wäre in etwa das gleiche wie sich nackt und nur mit Winterstiefeln bekleidet vor Kälte zu schützen. Zu wenig.

So ist der Millennial zum Beispiel keine wirklich neue Zielgruppe mehr. Geboren zwischen den 1980 und 1990 sind die ersten Millennials inzwischen fast 40. Auch die Ersten der darauf folgende Generation, der Generation Z, sind inzwischen volljährig. Aber egal ob nun Digital Native, Millennial oder Generation Z, sie alle leben in digitalen Welt und lassen sich nicht in Schubladen stecken. Und auch wenn sich die jeweilige Ansprache unterscheiden mag, es gibt eine gemeinsame Klammer die alle Generationen inzwischen verbindet: Simplifizierung.

Don’t make me think!

Photo via VisualHunt.com
Smartphone-Revolution (Photo via VisualHunt.com)

Durch Entwicklungen wie dem ersten iPhone vor fast 10 Jahren oder der Möglichkeit mit Diensten wie Google jedwede Informationen schnell und einfach zu finden, haben wir gelernt ursprünglich komplexe Aufgaben schnell und leicht zu lösen. Mit jedem Smartphone lässt sich inzwischen einfacher und besser Fotos machen als mit jeder Kamera. Informationen lassen sich mit Google so schnell und einfach finden, das eine Welt ohne diesen Service nicht mehr denkbar wäre. Digitale Transformation bedeutet auch Technologie so einzusetzen das am Ende das Ergebnis weniger komplex ist.

Auch wird “Mobile First” oft gleichgesetzt mit “mobile only”, was ein fataler Fehler ist. Wer glaubt alleine mit einer mobilen App ein Unternehmen digitalisieren zu können glaubt auch das Cocktailschirmchen gegen Sonnenbrand schützen.

Fazit

Digitale Transformation bedeutet eine fundamentale Veränderung der Unternehmensstrategie, -kultur und -prozesse. Unabhängig davon wie schmerzhaft der Weg sein mag, Digitalisierung ist kein Hygienefaktor. Digitale Transformation ist vielmehr die Chance für eine Neuausrichtung bestehender Geschäftsmodelle und der Generierung neuer Geschäftspotenziale durch die Integration neuer Technologien und nutzenorientierten Innovationen.

Jetzt Bewerben zur Goldene Transaktion 2017: Gesucht wird die beste Payment-Lösung des Jahres

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Im Januar startet nun zum Dritten mal die Payment Exchange in Berlin und dort wird nicht nur über die Entwicklungen im Zahlungsverkehr diskutiert, sondern auch die Goldene Transaktion 2017 vergeben. Gekürt werden soll die innovativste Bezahllösung mit dem größten Nutzen für Händler oder Kunde.

Goldene Transaktion 2017
Photo credit: GYLo via Visual hunt / CC BY-ND

Bis zum 22. Dezember 2016 können sich interessierte Lösungsanbieter für die Goldene Transaktion 2017 bewerben. Gesucht wird das innovativste Bezahlverfahren im E-Commerce oder stationären Handel. Eine Lösung mit Mehrwert für den Nutzer oder Händler. Egal ob international agierender Konzern oder Startup, alle können mitmachen. Eine neunköpfige Jury unter anderem mit Arnulf Keese von e.ventures, Steffen von Blumröder von der DKB oder Christina Cassala von deutsche-startups.de werden die beste Payment-Lösung des Jahres 2017 verleihen.

Die Payment-Exchange in Berlin ist eine Veranstaltung von und mit paymentandbanking.com und das ganze Team wird natürlich vor Ort sein!

Mobile Payment 2016: das Jahr in dem der Durchbruch kam?

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Seit 2010 steht der Durchbruch vom Mobile Payment in Deutschland immer wieder unmittelbar bevor. Dabei bezahlen wir genau genommen tatsächlich immer mehr mobil mit dem Smartphone. Per Definition spricht man von Mobile Payment eigentlich immer dann, wenn im Bezahlprozess das Smartphone involviert ist. Dazu gehört die Bestellung einer Pizza über eine App genauso, wie das Shopping im E-Commerce. Weitläufig wird Mobile Payment aber auf das Bezahlen im stationären Handel reduziert, dem sogenannten Proximity Payment und bei eben diesen warten wir auf den Durchbruch vergebens.

Trotzdem gab es im Jahr 2016 einiges an Bewegung im Mobile Payment, wenngleich auch nicht so wie sich das manch einer vorgestellt oder gewünscht hat. Einige Anbieter stellten 2016 ihren Dienst ein, während ein neuer auf den Schirm trat um mit einer vergleichsweisen altbackenen Technologie, dem QR-Code, mobiles Bezahlen in der eigenen Zielgruppe versucht zu etablieren.

Mobile Payment 2016: das große Sterben

Yapital

Zum 31.01.2016 wurde der vom Handelskonzern Otto gegründete Bezahldienst Yapital wegen Ausbleibens von Nutzern und Händlern – konsequenterweise – eingestellt. Über mehrere Jahre hatte das Hamburger Unternehmen versucht das auf QR-Code basierende Bezahlverfahren vergeblich am Markt zu etablieren. Zwar konnte REWE als relevanter Partner überzeugt werden Yapital als Bezahlverfahren einzusetzen, am Ende ging Yapital nicht einmal in allen REWE Märkten live und auch andere relevante Händler blieben, wie die Nutzer aus.

Die technische Umsetzung bei Yapial war in mehrerlei Hinsicht schwierig. Sowohl für den Händler, der mindestens ein entsprechendes Kartenterminal brauchte, als auch für den Konsumenten, der mit seinem Smartphone den QR-Code am Terminal fotografieren musste. Schlußendlich wurde Yapital eingestellt.

Paysmart

Paysmart von DHL
Paysmart von DHL

Beendet wurde 2016 auch Paysmart, der Versuch der Deutschen Post DHL ein auf QR-Code basierendes Mobile Payment Verfahren in Deutschland zu etablieren. Ende April war mit Paysmart auch der Ausflug von DHL ins Mobile Payment beendet – immerhin nach “erfolgreicher Testphase”. “Die Ergebnisse des Pilotbetriebs werden genutzt, um Erkenntnisse über innovative Ansätze von mobilen Zahlungs-Lösungen im Handel und mögliche, zukünftige Einsatzmöglichkeiten zu gewinnen”, so die Deutsche Post in ihrer Mittelung zur Einstellung von Paysmart.

mpass

Im Juli 2016 zog dann der erste Mobilfunknetzbetreiber (Telefonica) die Reissleine und beendete mit mpass ein weiteres mobiles Bezahlverfahren. Das drahtlose auf NFC basierende Bezahlsystem wurde 2011 ursprünglich als Joint Venture zwischen den drei Mobilfunknetzbetreibern Telekom, Vodafone und Telefon gegründet. Telekom und Vodafone kamen mit eigenen Lösungen auf den Markt, so dass zum Schluss mpass von Telefónica und Wirecard alleine betrieben,
und schlußendlich zum 1. Oktober 2016 eingestellt wurde. Mobile Payment bleibe aber ein „wichtiger Bestandteil“ der Unternehmensstrategie, so die Telefonica gegenüber heise.de.

MyWallet

Im November kündigte dann nach dem Aus von ClickandBuy auch die Telekom die Einstellung der Bezahl-App MyWallet an. Bis Ende des Jahres wird der Dienst eingestellt, die Kunden informiert und die App deaktiviert. Ohnehin hatte die MyWallet nach der Einstellung von ClickandBuy im April und damit einhergehend dem Ende der virtuelle Debitkarte an Attraktivität verloren.

Girocard in der Vodafone Wallet
Girocard in der Vodafone Wallet

Von den Mobilfunknetzbetreibern ist im deutschen Mobile Payment Markt nur noch Vodafone mit der Vodafone Wallet aktiv. Nach der Ankündigung im Februar 2016 mit Paypal zusammenzuarbeiten wurde es zunächst ruhig um die Vodafone Wallet. Aber aufgeben scheint man das Thema bei Vodafone noch nicht. Immerhin möchte man zusammen mit den Volks- und Raiffeisenbanken die Girocard in die Vodafone Wallet integrieren, für einen sieben Monate andauernden Testlauf. Allerdings ist dies nur für Kunden der Kasseler Bank und der Raiffeisenbank Baunasal geplant.Voraussetzung ist ein NFC-fähiges Android-Gerät, das Vodafone Wallet und ein NFC-SIM von Vodafone.

Für Überraschung sorgte im Juni Payback mit Payback Pay. Anders als die bisherigen Lösungen bietet Payback mit Payback Pay zwar ein eigenes mobiles Bezahlverfahren, vermarktet es aber nicht als Produkt. Payback Pay wird als Feature von Payback positioniert, welches der Kunde nutzen kann, aber nicht muss. Das Payback in Deutschland 28 Millionen Kunden und 10 Millionen App Downloads verzeichnen kann, spricht für Payback Pay. Der Nachteil ist, dass man Payback Pay nur bei einigen der an Payback angeschlossenen Händlern nutzen kann – im Moment nur dm, allnatura, real und Aral. Gerüchten zufolge bewegen sich die Anmeldungen für Payback Pay im mittleren fünfstelliger Bereich, was gemessen an der Anzahl der App Downloads gering erscheint. Aber Payback Pay ist auch noch nicht bei allen angeschlossenen Payback Händlern aktiv und auch erst seit 5 Monaten live.

Mobile Payment 2016: Was bleibt

Apple Pay
Apple Pay

Fernab der selbstverständlichen Nutzung des Smartphones zum Bezahlen im E-Commerce wächst die weltweite Nutzung von Mobile Payment auch im stationären Handel. Sieht man von den Schwellenländern einmal ab, sind es vor allem Apple mit Apple Pay, Google mit Android Pay oder Samsung mit Samsung Pay die Mobile Payment im stationären Handel voran treiben. Zwar gibt es, wie in Deutschland auch, in unterschiedlichen Ländern auch nationale Lösungen Rund um das Thema Mobile Payment, aber mit weitestgehend mäßigen Erfolg.

In der Schweiz gab es mit Twint und Paymit gleich zwei Lösungen. Paymit war das von den Banken und der SIX Payment lancierte Verfahren, während hinter Twint die Postfinance stand. Inzwischen sind beide Lösungen zu Twint fusioniert um Apple Pay Paroli bieten zu können. Ob das langfristig funktioniert bleibt abzuwarten. Gut Möglich, das es in einem vergleichsweise kleinem Land wie der Schweiz, alternative Verfahren erfolgreich sein können.

In den USA gab es mit CurrentC die Bestrebung nach einer Alternative zu Apple. CurrentC war ein von dem Merchant Customer Exchange (MCX) initiiertes Verfahren an dem Anfangs neben Walmart auch Best Buy mit an Board waren. CurrentC wurde Ende Juni eingestellt bevor es wirklich das Licht der Welt erblickte. Angesichts der Lösungen von Apple und Google sah man keinen Aussicht auf Erfolg für CurrentC.

Auch in England gab es, vor allen von Barclays getrieben, die Bestrebung fernab von Apple und Android Pay ein eigenes mobiles Bezahlverfahren zu etablieren. Ein Grund warum Barclays zunächst nicht für Apple Pay zu nutzen war. Aber auch Barclay gab nach und ist inzwischen auf für Apple und Adroid Pay verfügbar. So wie die meisten anderen Banken in England auch.

Mobile Payment von Apple und Google: der Unterschied

Bei den angebotenen Lösungen von Apple, Google und Samsung wird Mobile Payment nicht als Produkt sondern als Feature eines Ökosystems positioniert. Die Nutzer entscheiden sich nicht explizit für ein mobiles Bezahlverfahren sondern mit Kauf eines entsprechenden Smartphones für ein Ökosystem und jedes hat seine Variante des Mobile Payments. Das unterscheidet diese Lösungen von den unter anderem in Deutschland gescheiterten Diensten, denn Payment ist aus Konsumentensicht nur ein Hygienefaktor.

Kunden wollen einkaufen, sich aber nicht über den Bezahlvorgang Gedanken machen. Ein weitere Unterschied dieser Lösung ist ein vereinfachtes onboarding. Apple und Google können auf komplexe Registrierungen verzichten und setzen auf vorhandene Kreditkarten beim Nutzer. Entscheidet sich ein Nutzer für Apple oder Android Pay ist die Freischaltung in wenigen Minuten erledigt, vorausgesetzt er wohnt in einem Land welches unterstützt wird. Während Android und Apple Pay bereits bei unseren Nachbern z.B. in der Schweiz, Spanien, Frankreich, Polen oder England genutzt werden kann, ist Deutschland noch auf der Warteliste. Zwar gab es immer wieder Anzeichen für einen Start von Apple Pay in Deutschland, aber bisher hat sich noch nichts getan.

Fazit

Wer in Deutschland mobil mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen möchte, dem stehen im Moment nur noch zwei nennenswerte Lösungen zur Verfügung. Paypback mit Payback Pay und die Vodafone Wallet. Ersteres ist auf ein dediziertes Händlernetz beschränkt und letztere bietet zur Zeit keine nennenswerte Mehrwerte und auf relativ hohe Eintrittshürden auf Kundenseite. Während Payback Pay seine Nische gefunden hat, dürfte es für die letzte verbleibende Mobile Payment Lösung von Vodafone weiterhin schwierig bleiben.

Spätestens mit dem Start von Apple und Android Pay in Deutschland wird die Luft dünn für Vodafone und damit auch für Paypal im stationären Handel einen Blumentopf zu gewinnen. In Anbetracht dessen das Apple und Google nicht mehr nur an der Ladenkasse eine Rolle spielen wollen, sondern auch im E-Commerce wird es insgesamt Bewegung im Markt der Zahlungsanbieter geben, was auch Paypal nur mittelgut gefallen dürfte. Schon jetzt steht Apple Pay laut einem Bericht von “The Country Caller” auf Platz 5 der größten Bezahlplattformen.

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