Banking as a Service: Wie die Sutor Bank Fintech-Infrastruktur weiterdenkt
Im Podcast spricht Hartmut Giesen darüber, warum Banking as a Service heute breiter gedacht werden muss.
Die Sutor Bank gehört zu den Häusern, die viele in der Fintech-Szene kennen – auch wenn sie selbst nie laut als „Fintech-Bank“ auftreten wollte. Im Gespräch mit André erzählt Hartmut Giesen, Geschäftsführer der Sutor Bank, wie sich das Hamburger Institut von einer klassischen Privatbank zu einer Banking-as-a-Service-Plattform entwickelt hat.
Gegründet wurde die Bank bereits 1921. Lange war sie eine regionale Privatbank, später arbeitete sie stark mit Finanzvertrieben zusammen. Genau daraus entstand die Grundlage für das heutige Modell: Infrastruktur bereitstellen, auf der andere ihre Geschäftsmodelle aufbauen können.
Ab 2012/2013 rückte dann die Fintech-Welt stärker in den Fokus. Die Idee: Junge digitale Anbieter brauchen eine Bank, die erlaubnispflichtige Services übernimmt – von Konten über Wertpapierabwicklung bis hin zu regulatorischen Prozessen. Zu den frühen Partnern gehörten unter anderem Zinspilot, fairr.de und später auch Krypto-Anbieter.
Heute verändert sich das Geschäft erneut. Viele frühe Fintech-Partner sind gewachsen, haben eigene Lizenzen oder Bankstrukturen aufgebaut. Die Sutor Bank liefert deshalb zunehmend einzelne Bausteine statt kompletter Plattformlösungen – etwa Geldkonten, Zahlungsverkehr, Settlement, Wertpapierabwicklung oder Infrastruktur für Krypto- und Trading-Modelle.
Ein aktueller Fokus liegt auf dem kommenden Altersvorsorgedepot. Hier sieht Giesen für die Sutor Bank einen klaren Vorteil: Die Bank kennt Fondsparpläne, Depotführung und Zulagenprozesse bereits aus früheren Riester- und Rürup-Produkten. Damit kann sie Partnern schneller Infrastruktur anbieten – egal ob klassische Finanzvertriebe oder neue digitale Anbieter.
Spannend wird auch der Blick nach vorne: Tokenisierte Wertpapiere, Stablecoins und neue Formen digitaler Assets könnten die nächste Entwicklungsstufe werden. Die Sutor Bank will dabei nicht als reine Fintech- oder Kryptobank verstanden werden, sondern als Bank, die früh an neuen Infrastrukturthemen arbeitet.
Oder wie es Hartmut Giesen zusammenfasst: Es geht nicht darum, einem Trendlabel zu folgen – sondern darum, Banking für die nächste Zukunft mitzubauen.