In der Fintech-Welt wird es nie langweilig. Es wird gegründet, investiert und neue Produkte werden auf den Markt gebracht. Da fällt es manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Am Ende jedes Monats fassen wir daher noch einmal die wichtigsten Meldungen des zurückliegenden Monats zusammen. In einem kompakten Überblick kommen hier unsere News für den Monat März 2022.

Payhawk wird zum Einhorn

Von London, Sofia, Berlin und Barcelona bietet Payhawk den Firmen eine kombinierte Lösung aus Payment und Spesenverwaltung. Ziel des Fintechs ist es, sich zum „One-Stop-Shop“ rund um das Spesenmanagement für Unternehmenskund:innen zu etablieren. Diese Vision wird versilbert: Lightspeed Venture Partners führt die Erweiterung der Serie-B-Finanzierung von Payhawk an. Die zusätzlichen 100 Mio. Dollar erhöhen die Runde auf insgesamt 215 Mio. Dollar, was zu einer Bewertung von 1 Mrd. Dollar führt. Damit wird Payhawk zum ersten Einhorn Bulgariens. Das neue Kapital nutzt das Fintech für den weiteren Ausbau des Produktteams, sodass zusätzlich 60 leitende Software-Ingenieur:innen in Sofia eingestellt werden. Noch im März will Payhawk Büros in Amsterdam und Paris eröffnen. Im September soll New York folgen. Die Zahl der Mitarbeitenden des Unternehmens wird sich bis Ende des Jahres von 100 auf über 300 verdreifachen. 

Klarna geht Partnerschaft mit eBay und Brookfield ein und verspricht Produktänderungen

Klarna verkündet seine neue strategische Partnerschaft mit eBay. Die Handelsplattform wird seinen Kund:innen auf ebay.de zwei neue Zahlungsoptionen anbieten: Kauf auf Rechnung und die Ratenzahlung. Die Einführung der neuen Zahlungsoptionen wird schrittweise erfolgen. Zunächst werden sie nur ausgewählte Händler anbieten können. Im Laufe des Jahres sollen die beiden Optionen breit eingeführt werden.

Klarna hat eine auf mehrere Jahre zielende Kooperation mit dem Immobilienentwickler Brookfield Properties geschlossen. Zum Portfolio des Unternehmens gehören rund 150 Einkaufszentren in den USA. Im Rahmen der Kooperation sollen in den dortigen Geschäften dann die alternativen Zahlungsmethoden von Klarna angeboten werden.

Klarna verpflichtet sich nach eigenen Angaben zu Produktänderungen, die kundenfreundlicher sein und neue Standards in der Branche setzen sollen. Ab sofort verdoppelt Klarna die Zahlungsfrist für Rechnungen (von 14 auf 30 Tage) und will über die kommenden Monate überflüssige Gebühren streichen. Außerdem beendet es die revolvierenden Kreditangebote, also die Ratenzahlung ohne festes Enddatum. „Pay in 3“ begrenzt die Einkäufe auf drei feste Raten. Zudem soll die Zahl der kostenlosen Zahlungserinnerungen erhöht werden und Produktstatistiken und interne Kennzahlen auf seiner „Wikipink-Seite“ veröffentlichen.

Fino gewinnt B-Group als Kunden

Die auf Financial Planning spezialisierte B-Group hat eine Partnerschaft mit dem Fintech fino geschlossen, wie uns das Unternehmen per Mail verrät. Die Berater der B-Group AG können mit „fino-Cockpit“ einen Einblick in die finanzielle Situation der Kund:innen gewinnen. Auf Basis von KI und den Kontotransaktionsdaten erhalten sie eine Analyse in Form einer verschlüsselten PDF-Datei, die dann im Rahmen der Beratung genutzt wird.

Finway startet kostenloses Liquiditätsmanagement für KMU

Das Fintech Finway aus München erweitert das Produktangebot um ein Tool für das Liquiditätsmanagement für KMU. Wie das Unternehmen uns per Mail mitgeteilt hat, können damit Geldflüsse im Unternehmen in Echtzeit betrachtet werden. Schnittstellen bestehen zu über 4.500 Banken. Das Liquiditätsmanagement bietet das Fintech in zwei Varianten: Als kostenloses Standalone-Produkt oder als Ergänzung des Finway-Hauptprodukts, dessen Preise unverändert bleiben. Ein Umstieg vom kostenlosen Produkt ist jederzeit ohne Datenverluste möglich.

BörseGo AG geht an die Börse München

Das Fintech BörseGo hat sich auf Finanzmarktanalysen und Trading spezialisiert und versorgt die Kund:innen über seine Plattformen mit Analysen und ausgewählten Handelsmöglichkeiten. Im Rahmen einer Eigenemission geht das Unternehmen mit Aktien, die aus einer Kapitalerhöhung stammen, nun selbst an die Börse.

Nect Wallet mit 4 Mio. Nutzer:innen und wird auch in Polen aktiv

Das Hamburger Unternehmen Nect zählt es bisher vier Mio. Menschen, die sich ihre Identität mit dem von Unternehmen entwickelten Selfie-Ident-Verfahren verifizieren ließen. Die so bestätigte Identität wird dann automatisch in der Nect Wallet hinterlegt, die vor rund einem Jahr vorgestellt wurde. Nun hat das Unternehmen seinen ersten Kunden in Polen gewonnen. Kanga Exchange mit Sitz in Danzig hat sich für Nect entschieden, um seine KYC-Prozesse und damit AML-Compliance von Nect durchführen zu lassen. Für Nect ist dies nicht nur ein neuer Markt, sondern auch der Einstieg in eine neue Branche, denn Kanga Exchange betreibt eine Kryptowährungsbörse sowie eine Wallet App für Krypto-Assets. Per Mail

Bitpanda wird erstes E-Geld-Institut

Bitpanda Payments, Tochtergesellschaft der Bitpanda Group hat von der österreichischen Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) die Genehmigung erhalten, als E-Geld-Institut (EMI) zu agieren. Bereits im Juni 2019 hatte das Unternehmen die Konzession als Zahlungsdienstleister erhalten. Die Erweiterung erlaubt es dem Fintech, weitere Zahlungsdienstleistungen einzuführen, etwa E-Geld auszugeben. Per Mail

Vor möglichem Verkauf? IDnow konsolidiert Angebot in Plattform

Der Anbieter für Identitätsnachweise und KYC-Prozesse führt sein Angebot an Lösungen auf einer neuen Plattform zusammen. Dazu gehört auch ein neues Kundenportal mit dem Namen „My IDnow“. Das Unternehmen verspricht sich von der Zusammenführung seiner verschiedenen Verfahren ein besseres digitales Onboarding für seine Kund:innen und damit auch der Endbenutzer:innen. Hinzu kommt, dass Medienberichten die Gerüchte verdichten, dass Goldman Sachs die Möglichkeiten für einen Verkauf des KYC-Spezialisten IDnow sondiert.

Scalable Capital startet in Frankreich und Spanien

Neo-Broker Scalable Capital setzt weiter auf Expansion. Seit dieser Woche können nun auch Kund:innen in Frankreich und Spanien ihr Geld über die Plattform anlegen. Zum Angebot dort gehören ETF, Aktien und Krypto-Assets sowie kostenlose Sparpläne. Um die Märkte optimal zu bearbeiten, hat das Unternehmen in den vergangenen Monaten ein internationales Team in Berlin aufgebaut. In wenigen Wochen sollen Italien und Österreich als nächste Märkte folgen.

Aareal Bank übernimmt CollectAI

Die Aareal Bank Gruppe übernimmt sämtliche Anteile an CollectAI, dem PSP der Otto-Gruppe, der sich auf KI-gestütztes Rechnungs- und Mahnungswesen fokussiert. Der Einsatz der KI bietet den Kund:innen aus Onlinehandel, Energieversorgung sowie Finanzdienstleistungen geringere Prozesskosten und höhere Erfolgsquoten im Mahnwesen. Die Otto-Gruppe soll aber weiter zu den Kunden des Fintechs gehören. Über die Konditionen der Übernahme wurde Stillschweigen vereinbart. 

Keine Überraschung: Ende von O2-Banking

O2-Banking, das Whitelabel-Banking der Comdirect, das diese erst 2020 von der Fidor Bank übernommen hatte, wird zu Ende April eingestellt. Darüber werden die Kunden aktuell auf der Homepage informiert. Die Konten sollen bestehen bleiben, laufen dann aber unter dem Label der Comdirect. Allerdings wird die O2-Money App eingestellt. Zudem endet auch das besondere Bonusprogramm. 

NFT bei Instagram

Auf der SXSW kündigte Mark Zuckerberg an, dass die Nutzer:innen von Instagram in naher Zukunft auch auf dieser Plattform NFT erwerben können. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen sie dann auch selbst direkt aus Instagram heraus NFT erstellen. 

Andreessen Horowitz investiert in Payrails

Andreessen Horowitz führt die Seed-Finanzierung von Payrails an, und tätigt damit seine erste Investition in ein deutsches Fintech. An der Runde mit einem Volumen von 6,4 Mio. Dollar haben sich auch HV Capital und der CFO von Delivery Hero, Emmanuel Thomassin, beteiligt. Payrails will eine Art Betriebssystem für Zahlungen für Unternehmen entwickeln. Mittels einer Schnittstelle können Plattformen mehrere Zahlungsanbieter anbinden, um zwischen diesen auch nahtlos zu wechseln.

Mollie führt neue Zahlungslösung ein

Zahlungsdienstleister Mollie führt mit „Connect for Platforms“ ein neues Produkt ein. Damit will das Fintech die Prozesse von Marktplatz- und SaaS-Unternehmen vereinfachen. Dank “Low Code” soll die Integration besonders einfach sein. Mollie verifiziert sowohl den Marktplatz als auch die Verkäufer mit einer KYC-Prüfung. Die konfigurierbaren Schnittstellen sollen die Akzeptanz und Weiterleitung von Zahlungen vereinfachen. 

Ein 100 Mio. Fonds der Fintech-Macher

Mit embedded/capital legen Ramin Niroumand und Michael Hock einen 100 Mio. Euro starken FinTech-Fonds auf. Der setzt auf Frühphasenfinanzierung mit initialen Investments von bis zu 4 Mio. Euro. Thematisch stehen Embedded Finance, Digital Assets und Infrastruktur sowie KMU-Plattformlösungen im Mittelpunkt.

Upvest erhält Lizenz für Kryptoverwahrung und Wertpapierhandel

Der Fintech-Infrastrukturanbieter Upvest hat von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) fünf zusätzliche Lizenzen erhalten. Diese werden es dem Berliner Unternehmen künftig ermöglichen, B2B-Kunden Anlagevermittlungs- und Verwahrungsdienstleistungen über eine API anzubieten. Angekündigt war dieser Schritt schon vor einer ganzen Weile.

Raisin startet Private-Equity-Angebot

Raisin, in Deutschland mit der Geldanlageplattform WeltSparen.de unterwegs, erweitert in Zusammenarbeit mit Moonfare sein Produktportfolio um eine erste alternative Anlageklasse. Wie das Unternehmen per Mail mitteilt, können die Kund:innen über WeltSparen in führende globale Private-Equity-Fonds investieren, die bisher nur institutionellen Investoren vorbehalten waren. Das neue Angebot wendet sich an semiprofessionelle Anleger:innen mit einem Mindestanlagebetrag von 200.000 Euro. Die Verwaltungskosten für den Service betragen 0,80 Prozent pro Jahr auf das gezeichnete Kapital.

Solarisbank und fina werden Partner

In Kooperation mit dem Neo-Broker fina will die Solarisbank eine Whitelabel-Lösung für das Wertpapiergeschäft auf den Markt bringen. Damit erweitert die Solarisbank ihre bestehende Plattform und bietet die Einbindung des Wertpapierhandels via API in die Kundenangebote an. Die Kund:innen der Solarisbank werden dann als gebundene Vermittler den Handel mit Wertpapieren betreiben. Zu Beginn sollen Aktien, ETFs und Fonds im Angebot sein. 

Hawk AI und Weavr arbeiten zusammen

Das auf die Bekämpfung von Finanzkriminalität und Geldwäsche spezialisierte Fintech Hawk AI wird Partner von Weavr, das kürzlich ein Funding über 40 Mio. Dollar verkünden konnte. Weavr fokussiert sich auf die Entwicklung von Embedded-Finance-Lösungen. Im Zuge der Partnerschaft wird Hawk AI sein Angebot an Transaktionsüberwachung sowie Payment- und Customer-Screening bereitstellen. Das wird funktional über API in die Systeme von Weavr integriert. 

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Nächste Ausbaustufe bei Giropay

Das Bundeskartellamt hat grünes Licht für die nächste Ausbaustufe von Giropay gegeben. Wie bereits bekannt, werden die Dienste Paydirekt, Giropay und Kwitt unter dem Namen Giropay zusammengeführt. Gegen diese Pläne hat das Bundeskartellamt keine Bedenken. Wegen möglicher Bedenken wurde allerdings auf die Exklusivitätsvereinbarungen, mit denen sich die Kooperationspartner ihre Investitionen sichern wollten, verzichtet. Jetzt steht nach Angaben der Deutschen Kreditwirtschaft nichts mehr im Wege, um mit der digitalen Girocard künftig via Giropay auch im Online-Handel flächendeckend zu bezahlen. 

Sparkasse Bremen gründet Sachwert Invest

Die Sparkasse Bremen gründet ein neues Unternehmen, das den Namen „Sachwert Invest“ trägt. Über die Plattform können die Kund:innen ab 500 Euro in Immobilien investieren. Das neue Angebot funktioniert also nach dem Prinzip des Crowdinvesting. Wie das Institut stolz verkündet, handelt es sich dabei um die erste Plattform für digitalisierte Vermögenswerte unter Beteiligung einer Sparkasse. Eine erste Immobilie ist auch bereits gefunden: Eine Kindertagesstätte mit drei Wohneinheiten in Bremen-Woltmershausen. 

80 Mio. Dollar für Yokoy

Unter der Leitung von Sequoia Capital hat Yokoy, Fintech für Ausgaben- und Spesenmanagement, 80 Mio. Dollar in einer Serie-B-Finanzierungsrunde eingesammelt. Neben Sequoia Capital beteiligen sich Speedinvest, Visionaries Club und Zinal Growth, sowie die bestehenden Investoren Balderton Capital, Six FinTech Ventures, Left Lane und Swisscom Ventures an dieser Runde.

Moonfare mit weiterer Kapitalspritze

Die Londoner Beteiligungsgesellschaft Vitruvian Partners investiert 35 Mio. Dollar in das Fintech Moonfare, das eine Private-Equity-Plattform betreibt. Im November hatte Moonfare bereits eine Kapitalspritze in Höhe von 125 Mio. Dollar verkündet. Mit der neuen Finanzierung möchte das Fintech die Internationalisierung des Geschäftsmodells vorantreiben. Zudem will es die Mindestanlagesumme deutlich senken.

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