ICO – eine Übersicht und Erklärung

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ICO – Trend oder Zukunft?

Der ursprüngliche Gedanke des Blogs waren News. Daraus wurden im weiteren Verlauf immer mehr Erklärungen und Begriffsdefinitionen, hin zu Artikeln, Meinungen und Analysen. In den letzten Wochen haben wir uns wieder verstärkt den Begrifflichkeiten zugewendet, denen, die in der breiten Masse noch nicht unbedingt manifestiert und vielleicht noch eher in der „Nerdschiene“ anzusiedeln sind oder eben gerade ihr Nischendasein verlieren. So auch das Thema ICO.

ICO - eine Übersicht und Erklärung

Blockchain ist mittlerweile den meisten ein geläufiger Begriff und auch wir werden nicht müde um dieses Thema. Doch anhängig sind da ja eine ganze Menge anderer Begriffe. Begriffe, die die Zukunft des Payments offensichtlich enorm mitgestalten. Wenn man sich fragt ob man in Bitcoins, Krypto oder ICO’s investieren sollte, muss man natürlich erst wissen wie solche Währungseinheiten funktionieren und was das eigentlich ist. Und was hat eigentlich das klassische Crowdfunding mit Blockchain zu tun?

Letzten Monat baten wir den Blockchain Experten Florian Glatz zum Interview und fragten: Was sind ICO’s. Heute greifen wir das Thema auf und erklären dessen Entwicklung.

Im weitestgehenden Sinne funktioniert das so: Jemand will in ein Projekt investieren, bekommt dafür im firmeneigenen Blockchain-Ökosystem deren Kryptowährung, sogenannte Tokens und reinvestiert gleichzeitig in die Weiterentwicklung ebendieser Währung. Man bekommt keine klassische Aktie oder ähnliches im Papierformat, sondern investiert in der Tat in etwas, das eigentlich per se gar nicht wirklich existiert bzw. keinen wirklichen Gegenwert besitzt. Ist eben Risiko oder an den jeweiligen Investment-Case gekoppelt. Selbst bei Ausschüttung der jeweiligen ICO, bekommt man lediglich Coins gutgeschrieben die widerum an gewisse Protokolle wie z.B Ethereum gekoppelt sind….

Doch kommen wir zu den Fakten…

Das rasante Wachstum von ICO’s

Bis zur ersten Juniwoche 2017 wurde für Blockchain-basierte Unternehmen mehr Geld in sogenannte ICOs investiert als in Venture Capitals – etwa 327 Millionen USD (vgl. Abbildung), bei einem Wachstum von gut 800%, betrachtet man nur den Zeitraum seit Beginn des Jahres. Obwohl ICOs für Investoren deutlich mehr Risiko darstellen können, scheint das Konzept zu boomen und seit letztem Jahr (in dem noch knapp ein Drittel dieses Volumens investiert wurde) außergewöhnlich schnell zu wachsen. Was ein ICO ist und wie es funktioniert soll hier erklärt werden.

ICO - eine Erklärung

ICO – die initiale Ausgabe von Wertpapieren

Unter dem Begriff ICO (Initial Coin Offering) versteht man einen Börsengang, bei dem anstatt Firmenanteilen sogenannte Tokens verkauft werden. ICOs basierend am häufigsten auf der Ethereum Blockchain, gefolgt von Bitcoin oder individuellen, weniger populären Blockchains, wie beispielsweise Aerternity.
Investoren kaufen bei einem ICO Tokens, so etwas wie digitale Coupons mit denen das jeweilige Projekt finanziert wird. Die Tokens sind dabei eine Kryptowährung, die eigentlich noch gar nicht verfügbar ist, und werden meist mit anderen „gängigeren“ Kryptowährungen wie Bitcoins, Ether oder XEM. Es lassen sich allerdings auch ICOs finden, bei denen man mit USD zahlen kann bzw. Startups die eine Hybridform aus klassischem Venture Capital und ICO nutzen.
Bei einem erfolgreichen Projekt soll der Wert des Tokens letztendlich über den usprünglichen Ausgabepreis steigen. Das erste ICO geschah durch Mastercoin im Jahr 2013. Erst kürzlich schaffte es beispielsweise das auf der Ethereum Blockchain basierende Web Browser Startup Brave, durch ein ICO innerhalb von einer halben Minute 35 Millonen USD zu akquirieren. Cosmos, ebenfalls Ethereum basiert, schaffte es immerhin auf 16,8 Millionen USD in einer knappen Stunde. Einige der aktuell erfolgreichsten ICOs sind außerdem u.a. Monaco, Civic, Kik oder Bitshare.

ICO - eine Übersicht und Erklärung

In manchen Fällen stellen die Tokens mehr als nur einen rein monetären Wert dar. So können über ICO verkaufte Tokens auch ein Mitspracherecht über die Zukunft der jeweiligen (digitalen) Organisation beinhalten – ähnlich wie bei einer klassischen Aktie.
Bei Storjcoins beispielsweise, die von Stroj.io, einem Anbieter von dezentralem Cloud-Speicher, bei einem ICO verkauft wurden, können die Storjcoins wie eine normale Kryptowährung gehandelt werden, oder auch zum Bezahlen von Speicherplatz bei dem Anbieterverwendet werden. Anders als im traditionellen Kapitalmarkt kann bei einem ICO aber grundsätzlich vermieden werden, dass die Entwicklung des Startups durch Investoren gelenkt und maßgeblich mitbestimmt wird. Vor dem Hintergrund dieser Idee entwickelte das Start-up Slock.it, welches von zwei deutschen Programmieren gegründet wurde, die komplett dezentral organisierte Investmentfirma DAO (Decentralized Autonomous Organization).

Blockchainbasierte Kryptowährungen funktionieren dezentral und anonym. Während traditionelle Kapitalmärkte vielen Regulierungen zum Schutze der Anlieger unterliegen, gelten solche Vorgaben für ICOs nicht. Das kann, aus Sicht des Startups, ein Vorteil sein, für Investoren ein Risiko. Investoren sollten genau hinsehen bevor sie Geld in ein ICO stecken. Derzeit können ICOs über mehrere Webseiten verfolgt werden (siehe Linkliste).

ICO - eine Übersicht und Erklärung

Linkliste:

https://en.wikipedia.org/wiki/Initial_coin_offering

http://t3n.de/news/ico-initial-coin-offering-blockchain-826989/

http://www.coindesk.com/35-million-30-seconds-token-sale-internet-browser-brave-sells/

http://startupmanagement.org/2017/03/13/the-ultimate-list-of-ico-resources-18-websites-that-track-initial-cryptocurrency-offerings/

http://www.investopedia.com/terms/i/initial-coin-offering-ico.asp

https://bitcoinblog.de/2016/09/28/ico-die-eierlegende-wollmilchsau-der-projektfinanzierung-oder-durch-nur-hype-und-abzocke/

https://blockgeeks.com/guides/what-is-an-initial-coin-offering/

https://tokenmarket.net/blockchain/all-assetshttps://mona.co/

https://tokensale.civic.com/

https://brave.com/

http://www.aeternity.com/

https://bitshares.org/

 

 

Kilian Thalhammer
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Kilian Thalhammer

Kilian Thalhammer ist seit mehr als 15 Jahren im Bereich Payment/ FinTech/ eCommerce & Loyalty unterwegs. Nach seiner Rolle als Director Solutions für die Schweizerische Post, war CPO bei RatePay (Otto Gruppe) und Geschäftsführer bei PAYMILL (Rocket Internet). Im Moment ist er im FinTech Umfeld als Berater (Internationalisierung Iyzico) und Business Angel (u.a. Lodgify, FinCompare, Loyaltyprime, Satoshipay, Savedroid) aktiv.
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