Biometrie-Pilot bei Revolut und Lindner investiert in Fintech
Revolut testet Gesichtsscan in London, neue Regeln für digitale Identitäten und ein Podcast zum Thema Vertrauen im Payment-Sektor.
Zum Wochenschluss am Freitag testet das britische Fintech Revolut mit Pay with Smile ein neues System für Zahlungen per Gesichtserkennung. Der Pilotversuch findet in ausgewählten Londoner Filialen der Kaffeekette Kiss the Hippo statt. Die technische Basis bildet die hauseigene Kassenhardware Revolut Register, während für teilnehmende Händler:innen bei diesen Transaktionen keine Bearbeitungsgebühren anfallen.
Dazu passt die neue Anbindung des Zahlungsunternehmens Square an die Plattform Apple Business. Händler pflegen zentrale Geschäftsdaten wie Öffnungszeiten oder Adressen direkt im Dashboard und synchronisieren diese automatisiert mit Apple Maps. Die Integration erlaubt zudem die Steuerung des Brandings sowie spezieller Aktionsschaltflächen für Buchungen. Das Angebot richtet sich laut Bericht zur Standortverwaltung primär an Betriebe mit mehreren Standorten.
Apropos Prozessoptimierung: Die ING Deutschland beschleunigt ihren Instant Lending Service durch eine strategische Partnerschaft mit dem Open Banking Anbieter Fino Digital. Die Zusammenarbeit ermöglicht der Bank den automatisierten Zugriff auf Kontodaten für eine Echtzeitsicht auf die Finanzen. Laut der Meldung zur Kooperation entfallen dadurch papierhafte Nachweise in vielen Fällen, was den Antragsprozess für Kunden deutlich vereinfacht.
Themenwechsel in den Investmentbereich, wo der ehemalige Bundesfinanzminister Christian Lindner einen fünfstelligen Betrag in die Ginmon Gruppe investiert. Das Fintech stellt Finanzdienstleistern eine Infrastruktur für digitale Investmentlösungen bereit. Ein Fokus liegt auf der Technologie für das neue Altersvorsorgedepot ab 2027, wobei das Unternehmen aktuell über 500 Millionen Euro verwaltet. Lindner sieht laut Informationen zum Investment großes Potenzial am Kapitalmarkt.
Auf regulatorischer Ebene setzt die Einführung der EUDI Wallet den Finanzsektor unter Zeitdruck. Bis Ende 2027 müssen Banken die Wallet zur Identifikation akzeptieren, während die staatliche Lösung d-you bereits Anfang 2027 startet. Unternehmen benötigen integrierte Infrastrukturen, um die Vorgaben der eIDAS 2.0 Verordnung fristgerecht umzusetzen, wie der Bericht zur digitalen Identität verdeutlicht. Ab Juli 2027 verschärfen sich zudem die Anforderungen an KYC-Prozesse. 💳
Passend zum Marktumfeld identifiziert eine Analyse von zehn Portalen das C24 Smart als das meistempfohlene Girokonto für 2026. Das Angebot belegt in drei von zehn Tests den Spitzenplatz vor Mitbewerbern wie Trade Republic oder Comdirect. Zu den Gründen zählen die Kostenfreiheit und integrierte Zinsen auf Guthaben, wobei Neukunden laut diesem Kontenvergleich bei einem Wechsel zusätzlich eine Prämie erhalten können.
Dazu ergänzend stellte Bundesminister Karsten Wildberger im Deutschen Bundestag das neue Digitale-Identitäten-Gesetz vor. Das Vorhaben gilt als zentraler Baustein für die Staatsmodernisierung und soll eine sichere Infrastruktur schaffen. In seiner Rede am 23. September 2026 betonte Wildberger die Relevanz für effiziente Verwaltungsprozesse durch staatlich verifizierte Online-Ausweise. Weitere Details finden sich in der Bekanntmachung der Bundesregierung.
Zum Schluss noch eine Forderung des Deutschen Bankangestellten-Verbands (DBV), der bis zu drei KI Entlastungstage im Quartal verlangt. Durch die Nutzung künstlicher Intelligenz steige die Arbeitsdichte sowie die Komplexität der Aufgaben im privaten Bankgewerbe. Die Forderung nach zusätzlicher Regeneration soll direkt im Entstehungszeitraum der Belastung greifen. Damit reagiert der Verband auf die zunehmende Taktung bei der Bearbeitung und Kontrolle von Bankvorgängen. 🤖

Und noch einmal Mittelstand: Bankkredite werden für KMU schwieriger – vier von zehn kreditinteressierten Unternehmen berichteten zuletzt von einem restriktiven Verhalten ihrer Banken. Gleichzeitig ziehen nur noch 27 Prozent einen Bankkredit für Investitionen überhaupt in Betracht. Unsere neue Infografik zeigt, wie sich der deutsche Mittelstand finanziert und welche Alternativen von Fördermitteln über Leasing bis Factoring zur Verfügung stehen.
Empfehlung für heute: Bei uns auf dem Portal thematisiert Nicole Nitsche in einem neuen Podcast das Zusammenspiel von Technologie und Psychologie. Unter dem Titel Je unsichtbarer das Bezahlen wird, desto sichtbarer muss Vertrauen sein wird die Bedeutung von Nutzervertrauen bei zunehmender Automatisierung analysiert. Die Episode bietet tiefe Einblicke in die Zukunft der Payment-Schnittstellen.