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Neobroker-Offensive bei der Altersvorsorge, Schufa-Daten-Einblick und Personalien bei N26

Trade Republic plant Altersvorsorge und knackt Millionen-Gewinn, N26 besetzt Finanzvorstand neu und die Schufa gewährt Einblick in Archivdaten. Außerdem: Open Finance Podcast.

Neobroker-Offensive bei der Altersvorsorge, Schufa-Daten-Einblick und Personalien bei N26
Photo by Mika Baumeister / Unsplash

Heute am Dienstag sorgt eine Ankündigung für frischen Wind in der Vorsorgelandschaft. Der Neobroker Trade Republic plant ein kostenloses Altersvorsorgedepot ohne Depotgebühren oder Ausführungsentgelte für ETFs. Sparer nutzen so staatliche Zulagen sowie steuerfreie Investitionen bis zum Renteneintritt und fordern klassische Banken heraus.

Was steckt hinter dem Gratisangebot? Lars-Thorben Niggehoff geht in seinem Artikel bei Payment & Banking der Frage nach, ob Trade Republic damit tatsächlich auf Einnahmen verzichtet oder vor allem neue Kund:innen gewinnen will. Denn das kostenlose Depot könnte sich als klassisches Lockvogelangebot erweisen: Wer einmal da ist, kauft vielleicht auch andere Finanzprodukte. Ob diese Rechnung aufgeht, ist allerdings offen.

Dass Trade Republic wirtschaftlich inzwischen auf einem soliden Fundament steht, zeigen auch die jüngsten Geschäftszahlen: Der Umsatz kletterte im Geschäftsjahr 2024/25 auf 754 Millionen Euro, während der Jahresüberschuss auf 232,6 Millionen Euro sprang. Damit erreicht das Berliner Fintech erstmals seit der Gründung 2019 die Gewinnschwelle mit einem bilanziellen Gesamtgewinn von 86,2 Millionen Euro.

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Auch bei der Berliner Konkurrenz gibt es Neuigkeiten: N26 präsentiert mit Marc Heß einen erfahrenen Finanzvorstand. Der 53-Jährige war zuvor bei der Postbank sowie der Aareal Bank tätig und komplettiert nun das Führungsgremium. Der Abschluss dieses Managementumbaus soll die Bank stärken, während die Aufsicht durch die BaFin weiterhin bestehen bleibt.

Mehr Einblick in die eigenen Finanzdaten verspricht unterdessen die Schufa: Sie bietet ab sofort historische Bonitätsdaten zur Einsicht an. Verbraucher können archivierte Score-Berechnungen über einen postalisch versandten Zugangscode digital abrufen. Diese Reaktion auf die Kritik an Schattendatenbanken ist der Vorbote für eine umfassende Reform des Auskunftskonzepts im Jahr 2027.

Bei der Transparenz im Zahlungsverkehr gibt es dagegen noch Nachholbedarf: Laut Forsa-Umfrage bemängelt jeder vierte Nutzer die gesetzlichen Warnhinweise bei Namensabweichungen im Online-Banking. Der Verbraucherzentrale Bundesverband fordert eine intelligente Erkennung statt fehleranfälliger Pauschalwarnungen bei fehlenden Bindestrichen oder Zweitnamen.

In Sachen Digitalisierung mahnen Experten beim Digitalen Identitätengesetz zur Vorsicht. Zwar wird die EUDI-Wallet ab 2027 grundsätzlich begrüßt, doch Sicherheitsrisiken durch veraltete Smartphone-Systeme und mangelnde Pseudonymität stehen in der Kritik. Der Entwurf benötigt nach Ansicht von Verbänden nachgebesserte Standards für einen sicheren digitalen Nachweis.

Ein neuer Akteur betritt derweil das hiesige Parkett. Crédit Agricole Deutschland startet sein Privatkundengeschäft im größten Bankenmarkt Europas. Die französische Großbank setzt dabei auf digitale Lösungen im Zahlungsverkehr und moderne Finanzprodukte. Dieser strategische Schritt dient der Diversifizierung der lokalen Präsenz durch gezielten Infrastrukturausbau.

Doch wem gehört künftig die Kundenschnittstelle? Darüber sprechen Marvin, Julian und Sarah in der neuen Folge von „Schnittstelle“ mit Knut Besold von KPMG. Im Mittelpunkt stehen Open Finance ohne FiDA, KI und die Frage, wer künftig das „Financial Home“ der Kund:innen besetzt.

Fortschritte gibt es auch bei der Mobilität, da der Bundesverband Taxi und Mietwagen mit S-Payment kooperiert. Mittels S-POS werden Smartphones zu mobilen Terminals für girocard und Kreditkarten. Das System bietet Sonderkonditionen für Einsteiger und ermöglicht die digitale Erfassung von Trinkgeldern direkt im Fahrzeug.

Dann gibt es noch eine Analyse von Feedzai, die erhebliche Sicherheitslücken bei der Betrugsprävention internationaler Finanzinstitute aufzeigt. Die Selbsteinschätzung der Banken liegt mit 80,2 Punkten deutlich über der objektiven Realität von 66,9 Punkten. Fragmentierte Datenflüsse und zeitintensive manuelle Prozesse behindern laut Studie rund 73 Prozent der zuständigen Analysten-Teams.

Zum Schluss noch ein Blick in die Zukunft des Handels. Eine Allianz aus Bank of America, ING und NatWest hat Leitlinien für Agentic Commerce veröffentlicht. Bis 2030 wird ein Marktvolumen von fünf Billionen US-Dollar durch KI-Agenten erwartet. Die Prinzipien fokussieren auf Transparenz und Sicherheit bei automatisierten Transaktionen.

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