Apple-Foldable, Kinderrenten-Pläne und Logo und Name der EUDI Wallet
Neben dem ersten Klapp-iPhone und staatlichen Aktiendepots für Kinder analysiert Nils Heck die Hintergründe der Bling-Schulstrategie.
Gestern präsentierte der neue Apple-Chef John Ternus mit dem iPhone Duo das erste faltbare Smartphone von Apple. Das Luxusgerät startet bei 2.299 Euro (dem Preis eines Kleinwagens). Ob der Markt für Foldables wirklich groß genug ist, bleibt offen. App-Entwickler müssen ihre Anwendungen trotzdem an das reisepassähnliche Format anpassen. Immerhin ein Grund, sich so ein Ding zu holen.
Die Bundesregierung plant derweil eine Frühstartrente für Kinder ab dem Geburtsjahrgang 2020. Monatlich fließen zehn Euro in spezielle Depots. Zwar stehen Logo und Name bereits fest, doch es fehlen noch die technische App-Lösung sowie die Nutzerbasis. Die langfristige Rentabilität bei Zuzahlungen bis zu 6.840 Euro bleibt abzuwarten. Damit sich unsere Kinder in Zukunft auch teure Apple-Hardware leisten können.
Apropos staatliche Apps: Die deutsche EUDI-Wallet erhält den Namen d-you und startet am 2. Januar 2027. Insgesamt rund 40 Partner darunter Vodafone oder Sparkassen unterstützen das Projekt zur digitalen Vertragsunterzeichnung. Die Anwendung basiert auf EU-Standards und bleibt für alle Bürger freiwillig und kostenfrei. Sie ermöglicht unter anderem digitale Nachweise, rechtssichere Vertragsabschlüsse und Kontoeröffnungen. Die Daten werden verschlüsselt auf dem Endgerät gespeichert.
Themenwechsel zur Großbank UniCredit, die sich am Frankfurter Fintech VC Trade beteiligt. Das 2016 gegründete Startup fokussiert sich auf Marktplätze für Schuldscheine und Fremdkapitalfinanzierungen. UniCredit sichert sich zudem eine Option zur Aufstockung ihrer Minderheitsbeteiligung. Die Kooperation soll Ineffizienzen am Kapitalmarkt reduzieren und VC Trade bei der internationalen Expansion unterstützen. Während UniCredit damit die Expansion des Spezialisten vorantreibt, laufen parallel weiterhin die Verhandlungen über eine mögliche Übernahme der Commerzbank. Finanzielle Details bleiben unter Verschluss. 📈
Ergänzend dazu tritt der französische Dienstleister HiPay der European Payments Initiative als Principal Member bei. Die Integration des Bezahlverfahrens Wero soll kontobasierte Echtzeitzahlungen im Handel fördern. Ein Schwerpunkt liegt auf dem Rollout am Point of Sale in Frankreich. HiPay bringt Expertise für lokale Zahlungsmittel aus Italien und Belgien in das EPI-Netzwerk ein.
Wenig euphorisch stimmt die Meldung von Revolut und Visa über die erste agentenbasierte Kartenzahlung in Frankreich. Ein autonomer KI-Agent führte dabei eine Transaktion ohne manuellen Nutzereingriff aus. Die Szenerie erinnert stark an frühere Blockchain-Prototypen, die über die Testphase nie hinausgekommen sind. Schaun wir mal, was die tatsächliche Marktreife langfristig betrifft.

Und genau da beginnt die eigentlich spannende Frage: Wie bezahlt eine KI rechtlich überhaupt selbstständig? In der neuen Folge von Alles Legal erklärt Frank Müller von Annerton, warum ein allgemeines „Du darfst für mich einkaufen“ nicht automatisch für jede spätere Zahlung reicht, welche Rolle die starke Kundenauthentifizierung spielt und wo das bestehende Zahlungsrecht an seine Grenzen kommt. Agentic Payment: Wie autonom darf die KI bezahlen?
Ganz konkret wird es beim Preiskampf um das Altersvorsorgedepot, wo die Deka mit jährlichen Kosten von nur 0,1 Prozent antritt. Das Angebot unterbietet namhafte Neobroker deutlich. Kunden können das Produkt sowohl digital als auch in einer der 340 Sparkassenfilialen abschließen. Die Strategie setzt konsequent auf kosteneffiziente, hauseigene Aktien-ETFs.
Weniger erfreulich sind die Nachrichten von der HSBC, die ihre deutsche Wertpapierabwicklung bis 2028 vollständig abwickelt. Dieser Schritt führt zum Wegfall von rund 300 Arbeitsplätzen am deutschen Standort. Die Bank setzt damit ihren Rückzug aus dem europäischen Privatkundengeschäft fort, um Ressourcen verstärkt in den asiatischen Markt zu investieren.
Personalie: BVR-Präsidentin Marija Kolak beendet ihre Amtszeit planmäßig im Dezember 2027. Die 56-Jährige führt den Verband der Volksbanken seit 2018 und informierte den Verwaltungsrat frühzeitig. In ihre Ära fielen wichtige Reformen der Sicherungseinrichtung. Laut Handelsblatt ist der frühzeitige Rückzug als Signal für einen geordneten Übergang im Genossenschaftssektor zu verstehen.
Zum Schluss noch ein Blick auf die Europäische Zentralbank, die strategische Weichenstellungen für die Eurozone erörtert. In der Rede „Europa hat die Wahl“ von EZB-Präsidentin Christine Lagarde stehen Europas wirtschaftliche Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit im Zentrum. Experten fordern koordinierte Maßnahmen der Mitgliedstaaten, um die Finanzmarktstruktur global wettbewerbsfähig zu halten. Es geht um langfristige Souveränität. 🇪🇺
Außerdem heute bei uns auf dem Portal: Eine Analyse von Nils Heck beleuchtet, was wirklich hinter Bling Schule steckt. Das von Nils Feigenwinter gegründete Start-up kaufte bereits 2025 eine Firma für Schulbezahlsysteme. Die erneute PR-Kampagne hat einen spezifischen Hintergrund und lohnt einen detaillierten Blick.