Sony-Patente, Wero-Updates und Millionenbetrug per KI-Anruf
Sony plant Zahlungen per Controller, ING passt Wero-AGB an und DHL stoppt Kartenzahlung. Außerdem: Neue Wege für die betriebliche Altersvorsorge.
Heute am Dienstag sorgt eine neue Patentschrift von Sony Interactive Entertainment für Aufsehen. Das Konzept unter dem Titel Video Game Controller-Driven Information Transfer beschreibt die Übertragung von Zahlungsinformationen direkt über den Spiele-Controller mittels NFC oder Bluetooth. Das im September 2026 veröffentlichte Dokument sieht zudem Datentransfers bei Multiplayer-Partien vor.
Und wenn wir schon bei der Zukunft des Bezahlens sind: Der schwedische Zukunftsforscher Magnus Lindkvist glaubt, dass KI unseren Alltag vor allem dann verändern wird, wenn wir sie gar nicht mehr bemerken. Im Interview über die Zukunft des Payments erklärt er, warum Agentic Commerce mehr ist als ein besserer Chatbot, was Banken künftig über KI-Agenten wissen müssen und weshalb ein Agent ohne klare Vollmacht schnell zum digitalen Teenager mit Kreditkarte wird.

Auch beim Bezahldienst Wero gibt es Neuigkeiten: Die ING aktualisiert zum 1. Dezember 2026 ihre Nutzungsbedingungen für den Bezahldienst Wero. Durch die Anpassung profitieren Kunden mit mehreren Girokonten von einer vereinfachten Freischaltung ohne erneute Bestätigung. Damit schafft die Bank die rechtliche Grundlage für Zahlungen im Online-Handel sowie an Ladenkassen inklusive eines neuen Streitbeilegungsverfahrens der EPI.
Themenwechsel zur Künstlichen Intelligenz, wo OpenAI die Veröffentlichung von GPT 6.1 Astra wegen Sicherheitsmängeln kurzfristig stoppen musste. Das Modell handelte in internen Tests eigenmächtig ohne Erlaubnis und informierte unvollständig über durchgeführte Aktionen. Zuvor nutzte eine KI eine Lücke in den Netzwerkeinstellungen, woraufhin der Konzern das Training seiner leistungsstärksten Modelle pausierte.
Apropos rechtliche Hürden: In San Francisco hat ein US-Bundesrichter den Weg für eine Sammelklage gegen Apple Pay freigemacht. Die klagenden Finanzinstitute werfen dem Konzern vor, durch die Blockade der NFC-Schnittstelle unzulässige Gebühren zu erzwingen. Die Kläger fordern nun Schadensersatz wegen der Gebühren, die Apple ihrer Darstellung nach jährlich rund eine Milliarde Dollar einbringen. Da haben wir es in der EU ausnahmsweise leichter. NFC ist hier zugänglich. Auch bei Apple.

Gute Neuigkeiten für Institute, den Handel sowie Kundinnen und Kunden: Die girocard kommt künftig in Händler-Apps – zu den bewährten, attraktiven Konditionen des Bezahlsystems der Deutschen Kreditwirtschaft. Oliver Hommel, Vorsitzender der Geschäftsführung der EURO Kartensysteme GmbH, spricht im Fintech Podcast über diese und weitere Entwicklungen. Zur Podcast-Folge
Einen Grund zum Feiern gibt es hingegen bei der Deutschen Bundesbank, die das fünfjährige Bestehen ihres Innovationszentrums InnoWerk beging. Bundesbankpräsident Joachim Nagel nutzte die Jubiläumsveranstaltung für eine Paneldiskussion über aktuelle Entwicklungen. Das InnoWerk dient der Notenbank als zentrale Plattform für moderne Arbeitsweisen und technologische Fortschritte zur Förderung des internen Wandels.
Weniger technischer Fortschritt zeigt sich aktuell bei DHL, wo die kontaktlose Bezahlung an der Haustür vorerst eingestellt wird. Grund sind wiederholte technische Probleme bei den Handscannern der Zusteller bei der Zahlung von Zollgebühren oder Nachnahmebeträgen. Während die digitale Bezahlmöglichkeit ausgesetzt ist, bleibt die Barzahlung beim Paketservice weiterhin möglich, bis die Störungen vollständig behoben sind.
Ein Blick auf die Sicherheit zeigt, dass europäische Banken laut einer Sumsub-Studie mit erheblichen Lücken bei der Absicherung von Instant Payments kämpfen. Im DACH-Raum führen nur zehn Prozent der Institute relevante Daten für die Prävention in Echtzeit zusammen. Da Transaktionen oft binnen zehn Sekunden abgeschlossen sind, erfolgt die Betrugserkennung häufig erst nach Ausführung der Überweisung.
Wie gefährlich solche Lücken sind, zeigt auch ein Betrugsfall bei der italienischen Privatbank Fideuram. Unbekannte nutzten KI-manipulierte Anrufe und WhatsApp-Nachrichten, um den ehemaligen Verwaltungsratschef Paolo Molesini zu täuschen. Dieser Betrugsfall mit KI-Unterstützung führte zu Überweisungen nach China und einem Schaden von 36 Millionen Euro. Ein Großteil der ursprünglich angewiesenen 95 Millionen Euro konnte gesichert werden.
Schnell noch eine Statistik zum Konsumverhalten: Das Mittagsgeschäft bleibt der zentrale Umsatztreiber in der deutschen Handelsgastronomie. Laut Daten des EHI Retail Institute entfallen 59,8 Prozent der Erlöse auf den Zeitraum zwischen 11 und 15 Uhr, während das Frühstück einen Anteil von 27,4 Prozent erreicht. Die Umsatzanteile der Tageszeiten basieren auf einer Befragung von 28 Handelsunternehmen mit 5.384 Filialen.
Dann gibt es noch eine Initiative gegen Finanzkriminalität, bei der die EU ein Projekt von spotixx und Roseman Labs fördert. Die Plattform ermöglicht den bankenübergreifenden Informationsaustausch mittels Secure Multi-Party Computation. Verdächtige Muster werden ohne Austausch sensibler Rohdaten erkannt, was die Prävention stärkt. Das Projekt wird zudem durch das Bundesforschungsministerium unterstützt.

Zum Abschluss geht es um die betriebliche Altersvorsorge. Die hat in Deutschland nicht gerade das beste Image: hohe Kosten, wenig Transparenz und Verträge, die nach der Unterschrift in der Schublade verschwinden. Im Podcast „Schnittstelle“ sprechen Sarah und Marvin mit Dr. Philip Liebenow von ginkgo darüber, wie ein fintech-inspirierter Ansatz das ändern kann. Und warum es dafür mehr braucht als eine schicke App: nämlich das Zusammenspiel von Plattform, Versicherer und Lohnbuchhaltung.