Zahl der gesprengten Geldautomaten bricht ein
Die Sprengung von Geldautomaten ist für Banken teuer und angrenzende Gebäude gefährlich. Doch neue Schutzmaßnahmen zeigen sich als wirksam. Gewinnen Banken gegen die Gangster?
In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der gesprengten Geldautomaten um fast 70 Prozent gesunken. Dies zeigt eine Statistik der R+V Versicherung. Das liegt vor allem an neuen Sicherheitsmaßnahmen, die die bevorzugte Masche der Automatensprengung erschweren.
Seit 2019 setzen Kriminelle bei Angriffen auf Automaten vor allem auf feste Explosionsstoffe, eine besonders gefährliche Variante, da die Wucht einer solchen Explosion auch nahestehende Gebäude zerstört und Menschen schwer verletzen kann.
Diese Entwicklung hat den Druck auf Automatenbetreiber erhöht, ihre Geräte ausreichend abzusichern. „Auf das veränderte Vorgehen der Bankräuber haben wir reagiert“, erklärt Friedrich Schneider, Risikoberater der R+V Versicherung. Das Unternehmen versichert in Deutschland aktuell jeden vierten Geldautomaten. Neben Alarmanlagen und besser gesicherten Automatenstandorten hätten sich vor allem Geldfärbesysteme bewährt, so Schneider.
Das Geldfärbesystem ist ein ausgeklügelter Mechanismus, um Geldautomaten vor Sprengungen durch Kriminelle zu schützen. Bei einer erfolgreichen Sprengung wird ein Färbemittel ausgestoßen, welches die Geldscheine verfärbt und somit wertlos macht. Die Kosten für solche Geldfärbesysteme belaufen sich auf 1.000 bis 5.000 Euro pro System. Auch Vernebelungsanlagen sowie Stahlbetonpavillons hätten sich als wirksam erwiesen. Ein Stahlbetonpavillon ist ein massives, freistehendes Gebäude aus Stahlbeton, das also abseits von beispielsweise umliegenden Wohnhäusern oder Geschäfte liegt.
So gelang es laut der R+V, die Zahl der Sprengungen innerhalb von zwei Jahren um 70 Prozent zu drücken. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres beobachtet die Versicherung einen deutlichen Abfall. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind es nochmal 60 Prozent weniger Angriffe.
Autorin : Hannah Heck