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Venture Capital Firmen mit Fintech-Fokus in Deutschland

Der deutsche Venture Capital Markt wächst, und im Jahr 2026 prägen vereinzelte Mega-Deals die Statistik. Fintechs bleiben über alle Finanzierungsphasen hinweg für Investor:innen attraktiv. 

Infografik: Venture-Capital-Firmen mit Fintech-Fokus in Deutschland – Übersicht über 40+ VCs mit Investitionsphase, Ticketgröße und Schwerpunkten (Stand: September 2026)
Payment & Banking Übersicht: Venture-Capital-Firmen mit Fintech-Fokus in Deutschland – von Blockwall und HTGF über HV Capital bis EQT Ventures. Stand: 23. September 2026.

Der deutsche Markt für Venture Capital (Wagniskapital) erholt sich langsam. Im zweiten Quartal 2026 flossen nach Beobachtungen der KfW rund 3,4 Milliarden Euro in deutsche Start-ups, so viel wie seit dem zweiten Quartal 2022 nicht mehr. Die Zahl der Finanzierungsrunden geht allerdings zurück. Im zweiten Quartal 2026 registrierte die KfW nur 86 Deals mit einem Volumen von mindestens eine Million Euro. Das sind deutlich weniger als in den letzten Jahren. Eine Erklärung für die rückläufigen Zahlen könnte die angespannte politische Lage sein. US-Zölle, Kriege in Nahost sowie Inflation und Zinsen lassen Investor:innen zögern. 

Das hohe Finanzierungsvolumen im Jahr 2026 kommt also vor allem durch wenige, dafür größere Deals zustande. Der Markt ist selektiver geworden: Die Investitionen konzentrieren sich auf bereits etablierte Start-Ups. Besonders Rüstungstechnologie und künstliche Intelligenz stehen weiterhin im Fokus der Eigenkapitalgeber:innen.  Ein Beispiel dafür liefert der Mega-Deal des Hightech Unternehmens Neura Robotics aus Baden-Württemberg. In seiner Finanzierungsrunde im Juni 2026 konnte das KI-Unternehmen mehr als 1,4 Milliarden Dollar einfahren. Medienstimmen sprachen von einer Rekordsumme. 

Aber auch die Fintech-Branche hat im Jahr 2026 bei Investor:innen an Bedeutung gewonnen: Im ersten Halbjahr lag ihr Anteil an den Finanzierungsrunden bei 17 Prozent, im zweiten bei 14 Prozent. Im Vorjahr war der Sektor lediglich auf 10 Prozent gekommen. 

Große Finanzierungsrunden auch bei Fintech

Auch hier fallen die großen Finanzierungsrunden auf. Die Berliner Tokenisierungsplattform Midas beispielsweise hat in einer Series-A-Finanzierungsrunde mehr als 50 Millionen Dollar eingeworben. Normalerweise geben Investor:innen deutschen Fintechs in dieser Phase nur zwischen fünf und zwanzig Millionen Dollar. In Midas investierte unter anderem auch der Wagniskapitalgeber HV-Capital. Das Münchner Venture-Capital-Unternehmen wurde im Jahr 2000 gegründet und unterstützt Start-Ups von der Gründung bis kurz vor den Börsengang. Die Ticketgrößen gehen bis zu 60 Millionen Euro. 

Einen noch größeren Deal konnte das Berliner Fintech Taktile in diesem Jahr verbuchen. Das Unternehmen sammelte rund 110 Millionen Dollar in einer Series-C-Finanzierungsrunde ein, es geht also darum, neue Märkte zu erschließen. Das Geld soll in die internationale Expansion fließen. Einer der Investoren ist der Londoner VC-Geber Balderton Capital, der auch in andere europäische Fintechs investiert. 

Frühphasige Unterstützung für deutsche Fintechs

Bei deutschen Fintechs kommen die größten Investments von Eigenkapitalgeber:innen aus Deutschland und den USA. Die rund 56 Investor:innen unterstützen Start-Ups häufig frühphasig (siehe Übersicht). Eine mögliche Erklärung liefert die hohe Diversifikation des Sektors, mit sehr unterschiedlichen Bereichen wie Payments, Insurtech und digitalen Vermögensberatern. In den einzelnen Segmenten entstehen laufend neue Unternehmen. Eigenkapitalgeber:innen wie Angel Invest oder Starthub Ventures unterstützen diese Start-Ups gezielt in der Pre-Seed- und Seed-Phase. Auch Capnamic Ventures, Cherry Ventures, Earlybird und Project A begleiten Unternehmen von den ersten Finanzierungsrunden bis zur Series A (siehe Übersicht).

Bei der Höhe des Investments gibt es große Unterschiede. Die Tickets – also die Summe, die ein VC in ein Start-Up investiert – beginnen bei manchen Fonds bereits im sechsstelligen Bereich. Angel Invest steigt ab etwa 125.000 Euro ein, Starthub Ventures investiert bis zu 500.000 Euro (siehe Übersicht). Andere Fonds stellen deutlich mehr Kapital bereit: Der amerikanische VC-Fonds Valar Ventures, der von Peter Thiel im Jahr 2010 mitbegründet wurde, stellt bis zu 80 Millionen Euro bereit. Zu den deutschen Fintechs im Portfolio von Valar Ventures gehören die Berliner Digitalbank N26 und die Steuererklärungs-App Taxfix. Valar Ventures unterstützt Unternehmen von der Gründungszeit bis zur Series B. Auch bei Fonds wie Commerz Ventures, HV Capital oder Target Global reichen die angegebenen Spannen von 20 bis zu 50 Millionen Euro. 

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Autor

Lena Meyer
Lena Meyer

Lena Meyer ist Volontärin beim Kölner Redaktionsbüro Wortwert. Sie studierte Medienkulturwissenschaften im Master in Köln, hat einen Bachelor in Skandinavistik und schreibt als freie Autorin für die Süddeutsche Zeitung.