Das Unternehmensgehirn in Zeiten von KI
Wer vor zehn Jahren eine Firma gegründet hat, setzte oft als Erstes SharePoint auf. Im Zeitalter von KI gibt es bessere Wege, Wissen zu organisieren und direkt nutzbar zu machen.
In diesem Artikel zeige ich, mit welchem Setup ich heute eine Firma starten würde und warum es sich grundlegend von früher unterscheidet.
Wenn ich vor zehn oder fünfzehn Jahren eine neue Firma aufgebaut habe, gehörte eine Sache ziemlich früh dazu: eine vernünftige Ablagestruktur. SharePoint aufsetzen. Ordner definieren. Zugriffsrechte vergeben. Projektbereiche anlegen. Dort dann ersten Research und erste Konzepte anlegen. Projektskizzen oder einen Business Plan. Und in den Wochen drauf füllt sich dieser langsam.
Ein Unternehmen braucht ein Gedächtnis. Es muss irgendwo festhalten, was es über Kunden, Produkte, Prozesse und den eigenen Markt gelernt hat. Der Sharepoint war dieses Gedächtnis. Das Problem war nur: Dieses Gedächtnis funktionierte häufig nicht besonders gut.
Der Fileserver als löchriges Unternehmensgedächtnis
Ein guter Fileserver hatte zwei Voraussetzungen.
- Er brauchte eine klare Struktur mit Regeln.
- Alle mussten sich daran halten.
In den ersten Wochen funktionierte es gut. Dann entstand ein zweiter Ordner mit Marketing-Unterlagen im Produkt. Produktrelevante Informationen lagen im Kundenordner. Und die v7 einer aktuellen Produktbeschreibung hat wichtige Elemente vergessen, die v4 noch hatte. Wichtige Vertriebsanalysen waren in PowerPoint, basierend auf Daten von Excel, extrahiert aus einem CRM… aber es hatte sich noch was geändert. Abstimmungen sind nötig, um die Wahrheit zu rekonstruieren. Und das bereits in kleinen Teams.
Bei Rechnungen, Einkauf, Stundenbuchungen oder Produktdokumentationen – überall wiederholte sich dasselbe Muster. Und dann kam ein Applikationszoo hinzu.