PAB Daily
Warum Unternehmen mehr Tempo bei Payment erwarten und welche Folgen Wallets, KI und neue Banking-Gewohnheiten haben.
☀️ Für die einen ist heute ein Brückentag, für andere der ruhigste Arbeitstag im Mai. Für mich zweiteres. Meine Oma sagte immer: Wer arbeitet, muss sich um seine Freizeit keine Sorgen machen. Und tatsächlich laufen bei uns gerade die letzten Vorbereitungen für den Relaunch der Webseite, während gleichzeitig die heiße Phase der KI Exchange begonnen hat.
Gerade dort wird sichtbar, wie stark KI inzwischen die Finanz- und Paymentbranche verändert. Aus ersten Experimenten werden operative Anwendungen: von automatisierten Prozessen bis hin zu neuen Geschäftsmodellen. Es wird spannend! Holt euch gern ein Ticket.
Was KMU von Zahlungsdienstleistern erwarten
Eine Studie von S-Payment zur Zahlungsakzeptanz zeigt, dass Unternehmen sich stärker für an bargeldlose Zahlungen interessieren. Doch viele zögern. Eine Mitschuld trifft dabei die Branche selbst.
Kreditwürdigkeitsprüfung unter der CCD2: Was sich jetzt konkret ändert
Florian Lörsch von Annerton erklärt, welche neuen Anforderungen die Verbraucherkreditrichtlinie an die Kreditwürdigkeitsprüfung stellt.
Warum Du zur KI-Exchange kommen solltest!
Was sonst heute wichtig ist...
EUDI-Wallet startet 2027: Mehrheit will mitmachen, doch eID-Hürden bremsen
Die geplante European Digital Identity Wallet soll EU-Bürgerinnen und -Bürgern ab 2. Januar 2027 ermöglichen, ihre Identität, Ausweis- und Führerscheindaten sowie weitere Nachweise sicher auf dem Smartphone zu verwalten, sich europaweit bei digitalen Diensten anzumelden und Verträge elektronisch zu unterzeichnen. Laut einer vom Digitalverband Bitkom beauftragten Umfrage wollen 54 Prozent der Befragten die Wallet nutzen, während 39 Prozent kein Interesse und 6 Prozent noch keine klare Meinung haben. Gleichzeitig fehlen vielen die technischen Voraussetzungen: Nur 18 Prozent haben die Online-Funktion des Personalausweises (eID) aktiviert und kennen ihre PIN, weitere 21 Prozent haben sie zwar freigeschaltet, wissen die PIN aber nicht mehr. Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst fordert daher von Bund und Verwaltungen eine breit angelegte Aktivierungs- und Informationskampagne, um eID-Aktivierung und PIN-Rücksetzung so einfach und digital wie möglich zu gestalten und den flächendeckenden Einsatz der EUDI-Wallet als Schub für Verwaltung und digitale Dienste zu ermöglichen.
Datenschützer fordern striktes Anonymitätsgebot für Digital-Euro
Deutsche und französische Datenschutzbehörden lehnen programmierbare Funktionen beim digitalen Euro ab und fordern strikte Anonymität nach Bargeld-Vorbild. Die CNIL und der BfDI verlangen Pseudonymisierung über dynamische Identifikatoren im Online-Modus sowie hohe Limits für Offline-Zahlungen zwischen 500 und 3.000 Euro. Verfallsdaten oder Verwendungsbeschränkungen müssen ausgeschlossen bleiben, um den digitalen Euro zur europäischen Antwort auf US-Dollar-Stablecoins zu machen.
Wildberger setzt auf e-ID-Offensive für Deutschland-App
Digitalminister Karsten Wildberger reaktiviert den kostenlosen PIN-Rücksetzdienst für die e-ID, um mehr Bürger zur Aktivierung der Onlinefunktion ihres Personalausweises zu bewegen und damit die geplante Deutschland-App voranzubringen. Die e-ID bildet zugleich das Fundament für das bis Ende 2026 verpflichtende europäische EUDI-Wallet, das Ausweisdaten mit weiteren Nachweisen bündelt und ab 2027 in Deutschland breit nutzbar sein soll. Wildberger setzt damit auf einen Schub für digitale Verwaltungsleistungen, warnt jedoch, dass der vorerst nur „übergangsweise“ geplante Dienst erneut am Sparzwang scheitern könnte.
App statt Filiale: Studie belegt tiefgreifenden Wandel im Banking-Verhalten
Die aktuelle YouGov-Analyse zeigt, dass immer mehr Menschen ihre Bankgeschäfte über Mobile- und Online-Banking erledigen, während klassische Filialbesuche deutlich abnehmen. Digitale Kanäle prägen den Alltag, von Überweisungen bis zur Kontostandsabfrage, und machen die Bank-App für viele zur primären Schnittstelle. Die Filiale bleibt vor allem bei komplexeren Anliegen und hoher Beratungstiefe relevant, verliert aber insgesamt stark an Bedeutung im täglichen Banking.
BaFin warnt vor steigenden KI-Cyberrisiken und startet gezielte IT-Prüfungen
[en] Die deutsche Finanzaufsicht BaFin warnt, dass Fortschritte bei künstlicher Intelligenz die Cyberrisiken für Banken und andere Finanzunternehmen deutlich erhöhen, und plant daher verstärkte technologiebezogene Prüfungen. Eine neue Abteilung soll gezielte IT-Inspektionen durchführen, um Schwachstellen schneller zu identifizieren und die Resilienz der Institute gegenüber KI-gestützten Angriffen zu stärken.
Wien steigt zur europäischen Krypto-Drehscheibe auf
[Paywall] Wiens Wandel zur Krypto-Hauptstadt basiert auf einer Kombination aus klaren steuerlichen Regeln für Gewinne aus digitalen Vermögenswerten, enger Zusammenarbeit von Start-ups mit der Finanzmarktaufsicht und der Rolle von Anbietern wie Bitpanda, die vor Ort ein wachsendes Ökosystem geschaffen haben. Zugleich setzt die Aufsicht auf strikte Kontrolle, um Risiken für Anleger und Finanzstabilität zu begrenzen, während sich in den kommenden Jahren erst zeigen wird, ob sich das Modell im verschärften europäischen Regulierungsrahmen dauerhaft bewährt.
Landgericht Berlin: Apobank muss über 200.000 Euro Phishing-Schaden erstatten
Das Landgericht Berlin II hat entschieden, dass die Deutsche Apotheker- und Ärztebank einen unautorisierten Schaden von über 200.000 Euro aus einem raffiniert inszenierten Phishing-Angriff ersetzen muss, bei dem Täter mit gefälschtem Brief, manipulierter Online-Banking-Oberfläche und einem Anruf unter offizieller Banknummer agierten. Die Richter verneinten grobe Fahrlässigkeit der Kundin und betonten, dass Banken auffällige Diskrepanzen in Logfiles wie abweichende IP-Adressen und parallele Logins durch technische Früherkennungssysteme erkennen und zur Betrugsprävention nutzen müssen.
Dorothee Blessing rückt an die Spitze des JP-Morgan-Investmentbankings auf
[Paywall] Dorothee Blessing wird gemeinsam mit Kevin Foley und Jared Kaye Co-Chefin des Investmentbankings von JP Morgan und übernimmt damit eine der wichtigsten Führungsrollen in der globalen Banking-Sparte. Die bisher in London tätige Managerin wechselt nach New York und gilt nun als ranghöchste Deutsche bei einer großen Wall-Street-Bank, während das Geschäft mit Fusionen, Übernahmen und Börsengängen deutlich an Fahrt gewinnt.
Volksbanken starten neue Brokerage-App für digitale Wertpapierkunden [Paywall] Die Volks- und Raiffeisenbanken entwickeln mit dem Projekt „Zuwachs“ eine eigenständige Brokerage-App, die ein verzinstes Verrechnungskonto und eine Karte, aber kein klassisches Girokonto bietet, um vor allem digitale Neukunden für den Wertpapierhandel zu gewinnen. Über die Tochter Geno Broker sollen die Kundinnen und Kunden perspektivisch an die einzelnen Genossenschaftsbanken angebunden werden, während das Angebot als Antwort auf den wachsenden Wettbewerbsdruck durch Neobroker und Neobanken positioniert wird.