Aberkennung des Preises zum „FinTech des Jahres“ für Savedroid

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In eigener Sache – zum Savedroid ICO

Jenseits des guten Geschmacks – Savedroid gib uns den Preis zurück

Wer gestern die Webseite von Savedroid besuchte wurde von einem Meme aus der US-Serie Southpark mit einem Schriftzug „And it’s gone“ begrüßt. Alle anderen Inhalte von Savedroid waren nicht mehr zu sehen. Schnell war von einem Hack die Rede. Als dann noch ein Tweet “„Thanks guys! Over and out … #savedroidICO“ von Gründer Yassin Hankir auftauchte wurde schnell aus dem Hack ein handfester ICO-Betrug. Das Chaos war perfekt, niemand bei Savedroid war erreichbar, Investoren wussten von Nichts und der offizielle Telegramm Kanal überflutet mit Spam und Pornos. Alles schien auf einen Betrug hinauszulaufen. Tausende Anleger bangten um ihr Geld. Die Presse sowohl national als auch international nahm die Panik wahr und beteiligte sich an den Diskussionen und Spekulationen.

Inzwischen steht fest: Alles war nur eine Marketing-Aktion mit dem Ziel auf “ICO Scams” hinzuweisen und eine neue Service-Dienstleistung von Savedroid zu launchen – eine ICO Advisory. Diese soll Investoren eine Hilfestellung geben, wie man valide von zweifelhaften ICO’s unterscheiden kann.

Wir von Paymentandbanking wurden gestern wie viele andere in der Industrie auch um unsere Meinung gefragt: War das ein Scam oder nicht? Nachdem nun die Aufklärung erfolgt ist, müssen wir sagen:

Der Zweck heiligt nicht die Mittel.

Aberkennung des Preises zum "FinTech des Jahres" für Savedroid
Photo credit: Kevin Baird on Visualhunt / CC BY-NC-ND

Um auf das berechtigte Problem von ICO Scams hinzuweisen gibt es andere Möglichkeiten, die nicht solche Reaktionen bei Investoren und Kunden hervor rufen. Wir reden über Finanzanlage und damit über Vertrauen von Kunden und des Markts. Weiterhin ist der ICO als Fundraising-Methode ein sehr junges Vehikel und durch die etlichen Betrügereien in den USA bereits angeschlagen. Das nun das Unternehmen mit dem erfolgreichsten ICO in Deutschland so fahrlässig mit dem Thema Kunden-Vertrauen umgeht, zeigt eine enorme Naivität.

In Anbetracht dessen haben wir von Paymentandbanking uns dazu entschlossen, den Publikumspreis zum „FinTech des Jahres 2017“ für Savedroid zurückzuziehen und abzuerkennen.

Diese Art der “Öffentlichkeitsarbeit” halten wir für überaus unangebracht, da es das Ökosystem was wir mit Paymentandbanking stets versuchen zu fördern in ein mehr als schlechtes Licht rückt. Aufmerksamkeit auf dem Rücken anderer ohne Rücksicht auf Verluste, können und wollen wir nicht unterstützen!

13 Comments

  1. Ich bin begeistert von Eurer Reaktion, mich hat das ganze gestern einen schönen sonnigen Nachmittag auf dem MTB gekostet, ich hatte keinen Appetit mehr und war richtig down, bis ich realisiert habe dass die Funds von den ICO Adressen nicht runter bewegt wurden und es ja auch einen Escrow Anwalt gibt der die Gelder verwaltet und bei Problemen zurück erstatten sollte. Es gab schon Gründe dafür wieso ich in dieses ICO und z.b. nicht in eines aus Litauen investiert habe. Mit etwas tieferer Recherche und nachdenken über alles konnte ich dann doch recht beruhigt einschlafen.
    Trotzdem war dies eine absolut miese „Marketing“ Aktion und der Preis gehört aberkannt.

  2. Das war nicht nur ein „PR-Gag“. Die Firma gibt in ihrer Korrespondenz Adressen an, bei denen sie seit mind. 4 Monaten nicht mehr ansässig ist. Darüber hinaus wurden – zumindest bei mir persönlich – Token Transfers ausgewiesen, die nachweislich niemals stattgefunden haben! Die Aktion von gestern setzt dem Ganzen Projekt die Krone auf. Wenn die Treuhandgesellschaft „hellinger dot eu/escrow-savedroid-ico/“ bis morgen auf meine Anfrage der treuhänderischen Sorgfaltspflicht nicht reagiert, werde ich juristische Maßnahmen einleiten.

  3. Super Reaktion paymentandbanking Team, danke!
    Diese Aktion hat wohl der ganzen Branche enorm geschadet und ein ICO in Deutschland durchzuführen, wird wohl auf längere Zeit hinaus ein sinnloses Unterfangen sein
    Danke savedroid eure Aktion war wohl das Dümmste was man sich vorstellen kann und so jemand darf sich Dr. nennen

  4. An sich war die Aktion zwar hart, aber gut. Es geht ja gerade darum, das man in so einer Situation dennoch sicher sein kann, und wie so mancher Kommentator gesagt hat, hat er selbst eingesehen das alles in Ordnung ist. Also mal nicht so eine Empörung heucheln, immerhin lenkt es die Aufmerksamkeit darauf ICOs sicher zu machen. Vorgeworfen wird aber sinnfreier weise das Gegenteil.

    Und zu Schaden gekommen ist auch niemand. Und ganz im Ernst, Menschen die mir virtuellen Gütern handeln und daraus „mehrwert“ generieren, sollen sich mal nicht so anstellen…

  5. Verstehe die Logik nicht den Publikumspreis den Jungs wegzunehmen, wegen einer Sache die nicht strafbar oder Sonstiges war und nach der Preisvergabe stattgefunden hat. Das ist wie einen Oscar abzuerkennen, weil der Film dannach nicht gut war.
    War es eine dumme PR Aktion? Vielleicht..wahrscheinlich.

  6. Es gab schon Leute in der Cryptocommunity, die wegen eines (ok, in dem Fall nur vermeintlichen, aber das war ja initial nicht klar) aus dem Fenster gesprungen sind. Zu viel Geld reingesteckt, sich ggf. noch verschuldet, Hypothek aufs Haus und dann zerfällt auf einmal alles.
    Es gibt Leute, die mit sowas nicht umgehen können. Alles schon passiert.

    Was wäre dann? Ich finde, allein die Möglichkeit, dass so etwas passieren könnte, hätten die bei ihrem „PR Gag“ in Betracht ziehen müssen und schon deshalb darauf verzichten sollen.

    Mit dem Geld Anderer spielt man einfach nicht.

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