TrustBills: So verliert der Corona-bedingte Liquiditätsengpass seinen Schrecken

Es gibt sie, Auswege aus der aktuellen (Liquiditäts-)Krise für Unternehmen – jenseits der klassischen Bankenfinanzierung, der KfW-Kredite oder Staatshilfen. Eine dieser Alternativen ist TrustBills, ein digitaler Marktplatz für internationale B2B-Rechnungen. Ein denkbar einfacher, schneller und zielführender Weg zu Liquidität – nicht nur in Krisenzeiten. 

Von Gastautorin Juliane Thomann

So langsam zeigt sich, welche Wirkung die Maßnahmen der Bundesregierung zur Eindämmung von Covid-19 haben – medizinisch betrachtet im positiven Sinne, wirtschaftlich betrachtet im negativen Sinne. Denn der fast schon Totalstillstand der deutschen Wirtschaft nagt vor allem an der Liquidität der Unternehmen – und das ziemlich schnell. Jetzt schon wurden bei der staatliche Förderbank KfW Anträge für Notfallkredite in Höhe von fast zwei Milliarden Euro gestellt. Nach Angaben der Bank entfällt davon der Großteil auf nur vier Darlehensanfragen. 

Grundsätzlich versucht die Bundesregierung mit zahlreichen Rettungsschirmen und -paketen den wirtschaftlichen Stillstand in Deutschland finanziell aufzufangen, wo es nur geht. Doch bereits jetzt ist abzusehen, dass nicht alle gerettet werden können und sich viele Unternehmen selber helfen müssen. Die Frage ist nur wie, wenn Banken und Kreditversicherer ihre Linien schließen, der Kapitalmarkt für die meisten Unternehmen gerade im Mittelstand keine Option ist und die Finanzierung nicht schon vor der Krise für die nächsten Jahre auf sicheren Füßen stand.

Foto von Chaitanya Tvs
Trustbills ist eine globale Börse für B2B Rechnungen (Foto von Chaitanya Tvs)

Forderungen werden zu Liquidität

Klar ist, dass die meisten Unternehmen neue Wege im Finanzmanagement gehen müssen. Denn alleine mit Kurzarbeit und bestehenden Krediten lassen sich Zahlungsprobleme in der aktuellen Situation nicht bewerkstelligen. Woran viele Unternehmen dabei nicht denken, ist ein Forderungsverkauf – eine ideale Option, wenn der Geschäftsbetrieb nach wie vor läuft. Denn neue, digitale Marktplätze wie TrustBills – eine Börse für internationale B2B-Rechnungen – bieten Unternehmen hier ganz neue Möglichkeiten an Liquidität zu kommen – und nicht nur das: Dann anders als beim klassischen Betriebsmittelkredit wird beim Forderungsverkauf auch das gesamte Delkredererisiko an den Investor transferiert. 

Die so gewonnene Liquidität kann wiederum zur Rückführung eigener Verbindlichkeiten eingesetzt werden. Das verkürzt die Bilanz, erhöht die Eigenkapitalquote und signalisiert eine erhöhte Sicherheit, was sich schließlich insgesamt in Form besserer Bank-Ratings auswirkt. Dagegen sind die Effekte bei einem Kredit genau entgegengesetzt. 

Vorteile sichern mit TrustBills

TrustBills als digitaler Marktplatz bietet darüber hinaus noch weitere Vorteile. Denn Forderungen können auch einzeln verkauft werden – über eine Auktion, die wahlweise zwischen drei und 24 Stunden respektive drei und sieben Tagen laufen kann. Der Verkäufer der Forderungen legt dabei den Mindestpreis fest und ist somit zu jeder Zeit Herr über seine Kapitalkosten. Es gibt keine Andienungspflicht – heißt, Unternehmen verkaufen so viele Forderungen, wie sie wollen und wann sie es wollen. Eine Kreditversicherung, die in Krisenzeiten ebenfalls schwer zu bekommen ist, ist nicht nötig. 

Dafür bekommen Unternehmen bei TrustBills 100 Prozent des über die Auktion erzielten Verkaufspreises für ihre B2B-Rechnung direkt und sofort ausgezahlt. Hinzu kommt, dass TrustBills so gut wie unsichtbar bleibt, also so wenig wie möglich in die Kundenbeziehungen eingreift. Dafür setzt TrustBills verstärkt auf künstliche Intelligenz, sodass Forderungen still, ohne das Wissen der Kunden, verkauft und auch Auszahlungen an den Käufer vollautomatisch mittels „Durchgangsbezahlung“ an den Lieferanten abgewickelt werden können. Keine andere Plattform bietet eine solche echte Bilanzentlastung, True Sale genannt, in Kombination mit stiller Forderungsabtretung an.

Digitale Marktplätze – nicht über Nacht entstanden

Ein derart solides, breit aufgestelltes Konzept sowie den dazugehörigen, funktionierenden Marktplatz – selbst in Krisenzeiten – zaubert man natürlich nicht über Nacht aus dem Hut. Im Gegenteil: Die Gründer von TrustBills haben sich in den vergangenen Jahren zu 100 Prozent auf den Aufbau der Plattform sowie die Gewinnung von Kunden und Investoren konzentriert. Denn am Ende des Tages überzeugt eine Idee nur, wenn sie funktioniert, es also Kunden gibt, die ihre Forderungen verkaufen und Investoren, die eben diese für ihre Portfolio erwerben wollen. Genau von diesem Engagement der vergangenen Jahre profitiert das junge Startup TrustBills nun in der Corona-Krise – und mit ihm zahlreiche kleine und mittelständische Unternehmen, die Käufer für ihre internationalen B2B-Forderungen finden. „Wir haben vor allem im letzten Jahr viele große institutionelle Investoren für den Ankauf von Handelsforderungen gewinnen können und so die Assetklasse ‚Trade Receivables‘ überhaupt erst salonfähig gemacht. Die potenzielle ‚Ankaufspower‘ liegt bei TrustBills genau deshalb aktuell auch im Milliardenbereich und ist einer der Gründe, warum wir überhaupt in der Lage sind, in solch ‚liquiditätsschwachen‘ Tagen und Wochen Alternativen zur Verfügung zu stellen“, erklärt Jörg Hörster, Geschäftsführer der TrustBills Marketplace GmbH das Commitment seines Unternehmens in der Corona-Krise. „Wir selbst sind aktuell auf keinerlei Hilfen angewiesen, können jedoch gut verstehen, wie wichtig es ist, gerade in solch herausfordernden Zeiten Alternativen bei Liquiditätsengpässen zur Verfügung gestellt zu bekommen und sind uns unserer Verantwortung vollends bewusst.“ 

Verlässlicher Partner über die Krise hinaus

TrustBills ist natürlich nicht nur in Krisenzeiten eine ideale Finanzierungsergänzung. Auf dem Working Capital Finance Forum von TrustBills im Februar hat die Unternehmensberatung McKinsey beispielsweise eindrucksvoll belegt, dass Working Capital Optimierung einen größeren Hebel für den Unternehmenserfolg besitzt als Einkaufsoptimierung oder Kostensenkungsprogramme. Über TrustBills können Unternehmen binnen Tagen ihre Außenstände reduzieren und ein „Supply Chain Finance“ Programm für ihre Lieferanten zur Verlängerung ihrer eigenen Zahlungsziele initiieren – und das ohne Gefahr zu laufen, dass Dritte ihre Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen als Bankverbindlichkeiten umklassifizieren.

Zur langfristigen Finanzierungsabsicherung bietet TrustBills zudem – aktuell noch OTC, bald auch plattformbasiert – die Möglichkeit, mit ausgewählten Investoren Forderungs-Abverkaufsgarantien zu schließen. Hierbei werden für bestimmte Forderungsverkäufer-Debitor-Beziehungen für einen gewissen Zeitraum und ein vorab definiertes Volumen Mindestpreise ausgehandelt, zu denen sich der Investor verpflichtet, im Rahmen der Auktion zu bieten. Damit ist sichergestellt, dass die Forderungen des Forderungsverkäufers in jedem Fall verkauft werden. Sollte jedoch ein anderer Investor einen höheren Preis bezahlen, geht die Forderung an ihn. Der klassische Win-Win also: Der Forderungsverkäufer hat die Sicherheit, dass ihm in jedem Fall Liquidität über den Verkauf seiner Forderungen zugeht. Und der Garantie-gebende Investor verschlechtert seine über den Mindestpreis ausgerechnete Portfoliorendite nicht.

„So dramatisch die aktuelle Situation in vielerlei Hinsicht ist: Krisen bringen immer auch Chancen mit sich. Nun gilt es, diese kurzfristig zu nutzen und langfristig den Finanzierungsmix auf eine breitere Basis zu stellen. Denn nur so verlieren (Liquiditäts-)Krisen ihren Schrecken“, schließt Hörster ab. 

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