Betriebliche Altersvorsorge: Warum sie neue Wege braucht
Dr. Philip Liebenow von ginkgo spricht im Podcast „Schnittstelle" darüber, warum die betriebliche Altersvorsorge in Deutschland so unattraktiv wirkt und wie sich das mit einem fintech-inspirierten Ansatz ändern lässt.
Altersvorsorge. Auch kein Thema, mit dem man sich unbedingt an einem entspannten Sonntagnachmittag beschäftigen möchte.
Sollte man aber. Denn wir steuern auf eine massive strukturelle Rentenlücke zu, und daran führt kein Weg vorbei.
In dieser Folge von „Schnittstelle" sprechen Sarah und Marvin mit Dr. Philip Liebenow, Mitgründer von ginkgo, über die betriebliche Altersvorsorge. Rund 52 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft haben eine, und dieser Anteil sinkt seit Jahren. In den Niederlanden liegt er bei etwa 90 Prozent. Dahinter steckt eine Frage, die über die bAV hinausgeht. Wie viele Partner braucht es eigentlich, damit ein Produkt am Ende einfach wirkt?
Wenn der Vertrag in der Schublade verschwindet
45 Minuten Beratungsgespräch, eine Unterschrift, danach verschwindet der Vertrag in der Schublade. Einmal im Jahr kommt die Standmitteilung und darin steht, dass die eingezahlten Beiträge höher sind als das Guthaben. Hohe Abschlusskosten, renditeschwache Produkte, kaum Kostentransparenz.
Philip erklärt im Podcast, warum das in der marktüblichen bAV kein Ausrutscher ist und wie sehr das Image des Produkts darunter gelitten hat. Wer einmal so eine Standmitteilung gelesen hat, empfiehlt die bAV im Kollegenkreis nicht weiter. Dabei würde ausgerechnet der Mittelstand von einer funktionierenden Lösung am meisten profetieren.
Und was hat der Arbeitgeber davon?
Philip rechnet vor, was finanzieller Stress einen Betrieb kostet. Weniger Produktivität, mehr Krankheitstage, höhere Wechselbereitschaft. Die belastbaren Zahlen dazu stammen bisher überwiegend aus dem angelsächsischen Raum. Die Richtung ist trotzdem unstrittig. Finanzieller Stress endet nicht an der Bürotür.
ginkgo bietet die bAV ETF-basiert an, ohne Abschlussprovision, mit offenem Kostenausweis und mit einer App, in der Beschäftigte ihren Stand sehen. Arbeitgeber zahlen dafür eine Plattformgebühr. Wir haben nachgefragt, für welche Betriebsgrößen sich diese Rechnung wirklich lohnt und was in der App steht, wenn die Kurse ein Jahr lang fallen.
Zwischen Lohnbuchhaltung und Lebensversicherer
Damit sind wir genau bei dem, worum es in „Schnittstelle" geht. ginkgo ist selbst auf Zusammenarbeit gebaut. Die Tarife kommen von der myLife Lebensversicherung, die auf provisionsfreie Nettotarife setzt. Die Daten kommen aus HR-Software und Lohnbuchhaltung. Sichtbarkeit im Markt kommt aus Partnerschaften wie dem House of Finance & Tech. Keine dieser Stellen lässt sich allein besetzen. Wir sprechen deshalb auch darüber, was so eine Konstellation eigentlich stabil hält.
Vielleicht ist der beste Test für eine betriebliche Altersvorsorge am Ende ganz einfach. Öffnet überhaupt jemand die Standmitteilung?