Revoluts Expansionspläne, PayPal-Boni und der digitale Euro im Test
Revolut plant Großangriff auf Deutschland, PayPal startet Punktesystem und die EZB bereitet Praxistests vor; dazu News von Zopa, Payhawk und Wero.
Zum Wochenschluss am Freitag forciert Revolut das Wachstum in Deutschland. Gründer Nik Storonsky strebt die Marktführerschaft an, doch drei Millionen Kund:innen sind bisher nur ein Anfang. Selbstbewusstsein ist vorhanden, aber ob das reicht, steht auf einem anderen Blatt. Am Ende muss man liefern, und nicht jede/r Kundin/Kunde gehört zur jungen Generation Z.
Dazu passt der Start des kostenlosen Treueprogramms PayPal Plus in Deutschland. Nutzer:innen sammeln einen Punkt pro fünf Euro Umsatz, was rechnerisch einem Cashback von lediglich 0,2 Prozent entspricht. Man muss viel einkaufen, bis es sich lohnt, zumal private Zahlungen an Freunde gänzlich vom Punktesammeln ausgeschlossen bleiben. Spannend wird sein, inwiefern das Programm angenommen wird.
Apropos Geldfluss: Trotz sinkender Umsatzrenditen im Mittelstand verzeichneten die Sparkassen im ersten Halbjahr 2026 ein Neukreditvolumen von 46,6 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Plus von 5,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der DSGV wertet diese Entwicklung in seiner Bilanzanalyse als deutliches Signal für eine beginnende Transformation der deutschen Wirtschaft.
Themenwechsel zur Währung der Zukunft, denn die EZB sucht bis zum 27. Oktober 2026 Online-Händler:innen für einen Praxistest. Der digitale Euro soll ab der zweiten Jahreshälfte 2027 in einer Beta-Version erprobt werden. Die EZB bereitet sich damit akribisch auf eine mögliche Erstausgabe der neuen Digitalwährung im Jahr 2029 vor.
In Großbritannien setzt die Zopa Bank derweil auf intuitive Interaktion durch einen neuen KI‑Assistenten. Kund:innen steuern ihre tägliche Kontoverwaltung nun per Texteingabe, statt durch Menüs zu navigieren. Das Tool ermöglicht das Begleichen von Rechnungen oder die Auswertung von Belegfotos. Damit wird die effiziente Steuerung von Geldtransfers per Chat zum neuen Standard im Mobile Banking.
Die Kehrseite der Digitalisierung zeigt sich bei einem Datendiebstahl, bei dem Hacker drei Millionen Dollar in Monero von Revolut fordern. Die Gruppe "Iamnotavillain" droht mit dem Verkauf sensibler Ausweiskopien und Transaktionsdaten. Italienische Behörden ermitteln bereits, während Expert:innen die öffentliche Lösegeldforderung als ein ungewöhnliches Vorgehen einstufen.
Einen Fokus auf Effizienz legt auch Payhawk durch die Einführung von KI-Playbooks für das Ausgabenmanagement. Ein automatisierter Agent unterstützt Firmen dabei, interne Richtlinien schneller in das System zu integrieren. Ziel dieser technischen Erweiterung ist die Reduzierung manueller Konfigurationsschritte bei komplexen Prozessen, um auf den hohen Bedarf an automatisierten Lösungen zu reagieren.
Unterdessen bauen Amazon und Openbank Pay ihr Angebot in Polen durch flexible Ratenzahlungen direkt im Checkout aus. Käufer:innen können die Kosten ihrer Einkäufe nun über mehrere Monate verteilen. Die Integration erfolgt nahtlos in die bestehende Zahlungsumgebung. Damit wird die finanzielle Flexibilität beim Online-Shopping auf dem polnischen Markt deutlich erhöht und das Angebot an digitalen Diensten gestärkt.
Zum Schluss noch ein Blick auf die European Payments Initiative, die Wero in Belgien und Luxemburg für QR-Code-Zahlungen öffnet. In Luxemburg soll der Dienst bis Ende September flächendeckend verfügbar sein. Während in den Nachbarländern der Point of Sale bereits im Fokus steht, ist der breite Rollout in Deutschland erst ab 2027 geplant.