Digitale Bezahlpflicht in Aussicht und vielleicht Google Wallet für iOS
Finanzministerium plant Akzeptanzpflicht für Karten, Google Wallet kommt Gerüchten nach vielleicht aufs iPhone und Oliver Hommel spricht über europäisches Payment.
Heute am Dienstag zeigen Funde im Quellcode, dass vielleicht eine native Google Wallet für das iPhone in Arbeit ist. Durch die Öffnung der NFC-Schnittstelle durch Apple im Jahr 2024 ist es möglich, auch für Drittanbieter Lösungen zu entwickeln. In Deutschland sind das PayPal, Curve und die Volksbanken und Raiffeisenbanken und vielleicht in Zukunft auch Google.
Weiter geht es mit einem strategischen Wechsel in Wien, wo das Scale-up fiskaly seine Führungsebene verstärkt. David Feichter, ehemals Chef von Orderbird und bereits seit 2019 erster Kunde des Unternehmens, übernimmt die Position des Co-CEOs. Gemeinsam mit dem Team soll er die Expansion und strategische Ausrichtung bei Fiskalisierungslösungen massiv vorantreiben.
Apropos Modernisierung: Das Bundesfinanzministerium plant eine allgemeine Pflicht zur Annahme digitaler Zahlungsmittel. Kunden erhalten durch den Vorstoß von Lars Klingbeil die freie Wahl zwischen Bargeld und elektronischen Optionen beim Bezahlen. Es wird Zeit, eben auch, weil diese gesetzliche Verankerung ein wichtiger Hebel gegen die Schattenwirtschaft ist.

Themenwechsel zur Versicherungswirtschaft, wo der Konzern Axa bis 2029 eine deutliche Steigerung der Profitabilität anvisiert. Konzernchef Thomas Buberl plant ein jährliches Gewinnwachstum pro Aktie von sieben bis neun Prozent. Dabei spielt der verstärkte Einsatz von Künstlicher Intelligenz in der Risikoprüfung und im Kundenservice eine zentrale Rolle für die Strategie.
Dazu passend veröffentlicht OpenAI eine Finanzlösung auf Basis von GPT-6 Astra. In Kooperation mit Morgan Stanley nutzt ChatGPT for Financial Services professionelle Daten von PitchBook für komplexe Bewertungen. Es gilt jedoch aufzupassen, nicht zu tief in technologische Abhängigkeiten zu kommen, während man sensible Research-Daten in externe KI‑Systeme einspeist.
Um Sicherheit geht es auch beim neuen Pilotprojekt von Mastercard und Google Pay, die biometrische Authentifizierung direkt am Point of Sale testen. Das Vorhaben zielt auf globale Skalierbarkeit und den Schutz sensibler Nutzerdaten ab. Identitätsmerkmale sollen Transaktionen künftig nahtlos verifizieren, um den Komfort für Kunden sowohl online als auch im Laden zu steigern.
Ein Lichtblick für die europäische Souveränität zeigt sich bei BNP Paribas, da die Großbank den Rollout der Zahlungslösung Wero für Händler massiv forciert. Die EU-weite Akzeptanzsteigerung stärkt die Unabhängigkeit von internationalen Systemen nachhaltig. Die Initiative fördert digitale Transaktionen für Geschäftskunden und bringt frischen Wind in den europäischen Zahlungsverkehrsmarkt.
Schauen wir auf Payhawk, das mit der Fall 26 Edition neue KI-Playbooks für Finanzabteilungen einführt. Ein spezieller Implementierungsagent soll die Einrichtungszeit durch automatisierte Verknüpfungen auf wenige Stunden verkürzen. Finanzteams führen Aufgaben direkt in Claude aus, was die Effizienz im Office of the CFO durch die Integration moderner Sprachmodelle deutlich steigert.
Zum Schluss noch ein Blick auf den Agentic Commerce im deutschsprachigen Handel. Laut EHI Retail Institute nutzen aktuell zwar erst 11,6 Prozent der 190 befragten Führungskräfte autonome KI-Systeme, doch 48,4 Prozent planen bereits die Einführung. Trotz des hohen Interesses forcieren 40 Prozent der Unternehmen bisher noch keinen Einsatz dieser autonomen Technologien.
Apropos etwas bewegen: Genau danach suchen wir gerade wieder beim Fintech des Jahres 2026. Die Bewerbungsphase läuft und wir wollen wissen, welche Newcomer, Scale-ups und etablierten Fintechs in diesem Jahr wirklich einen Unterschied gemacht haben. Also: Bescheidenheit kurz beiseitelegen und Bewerbung einreichen. 🏆

Zum Abschluss noch eine Empfehlung für heute: Bei uns auf dem Portal geht es um die Selbstwahrnehmung der europäischen Payment-Branche. Das spannende Interview mit Oliver Hommel - Geschäftsführer der Euro-Kartensysteme - zeigt auf, dass Europa sich beim Payment manchmal schlechter redet als es ist und unterstreicht die Stärken des hiesigen Marktes.