Digitale Identitäten, frisches Fintech-Kapital und KI-Strategien
Neues zum Online-Ausweis sowie Millionen-Investments bei finmid und Spiko. Außerdem: KI-Agenten und Analysen zur Vermögensberatung bei uns.
Heute am Dienstag kehrt ein praktischer Dienst zurück, da Nutzer:innen den PIN-Rücksetzbrief für ihren Personalausweis wieder online ordern können. Dies ist besonders relevant, da in drei Monaten die EUDI-Wallet "d-you" startet. Für deren Onboarding ist die aktivierte eID-Funktion mehr als hilfreich.
Berlin, die Stadt, in der finmid in einer Series-A-Erweiterung weitere 17 Millionen Euro einsammelt. Angeführt wird die Runde von Big Pi Ventures und Mainset, wodurch das Gesamtvolumen der Finanzierungen auf 52 Millionen Euro steigt. Die von ehemaligen N26-Mitarbeitern gegründete Firma nutzt die Mittel für den Ausbau von Asset-Finance-Produkten im Bereich Mobilität.
Passend dazu erweitert Fintech sein Geschäftsmodell und kooperiert mit dem Mobilitätsdienstleister Bolt. Fokus der Zusammenarbeit ist die Fahrzeugfinanzierung für gewerbliche Flottenbetreiber auf der Plattform. Ein neues Programm adressiert zudem E-Commerce-Händler:innen. Das frische Kapital aus der aktuellen Runde dient der Stärkung der technischen Infrastruktur für Kreditprüfungen.
Apropos Effizienzsteigerung im Unternehmensektor: American Express und die KI-Suchmaschine Perplexity bündeln ihre Kräfte. Inhaber:innen von Geschäftskreditkarten erhalten Zugriff auf spezialisierte Tools zur Marktforschung und Datenanalyse. Diese KI-gestützten Funktionen sollen Entscheidungsprozesse in kleinen Firmen beschleunigen, indem sie Finanzdienstleistungen mit moderner Suchtechnologie verzahnen.
Und noch ein Blick darauf, was KI im Finanzsektor bereits kann und wo Europa noch hinterherhinkt: Anthropic verbindet Claude in den USA bereits mit Depotbanken, Portfolio- und CRM-Systemen und schafft damit einen KI-Assistenten für Vermögensberater. Warum ein vergleichbares Modell in Europa vor allem an der fragmentierten Dateninfrastruktur hängt und welche Rolle FiDA dabei spielen könnte, analysiert André Rabenstein in seinem Beitrag „KI für Vermögensberater: Was Europa noch fehlt“.

Und wer bei KI noch etwas tiefer einsteigen will: In der neuen Folge von „AI in Finance“ sprechen Maik Klotz und Sascha Dewald über Apples neue KI-Funktionen, die proaktiven Agenten von OpenAI und die Frage, wie teuer das KI-Rennen für Anthropic tatsächlich wird.
Themenwechsel zum Kapitalmarkt, wo sich das französische Fintech Spiko eine Finanzierung über 90 Millionen Dollar gesichert hat. Prominente Unterstützung kommt vom ehemaligen Bundesbankpräsidenten Axel Weber. Das Unternehmen verwaltet bereits 2,4 Milliarden Euro und plant nun den Markteintritt mit tokenisierten Geldmarktfonds in Deutschland, um das Cash-Management für Start-ups zu optimieren. 💰
In Österreich forciert das Unternehmen sproof die Umsetzung der eIDAS-2.0-Verordnung. Gemeinsam mit Partnern wie A-Trust und PwC wurde ein Konsortium ins Leben gerufen, das die European Digital Identity Wallet für fälschungssichere Nachweise vorbereitet. Technologische Basis ist die Middleware Credible, die eine einheitliche Schnittstelle für digitale Zertifikate bietet.
Zusätzlich erweitern die ADAC Finanzdienste ihr Portfolio und führen im Oktober 2026 ein digitales Tagesgeldkonto für Kreditkartenkunden ein. In Kooperation mit der Solaris Bank winkt zum Start ein Aktionszins von 3,50 Prozent pro Jahr für drei Monate. Die Verwaltung des Guthabens erfolgt dabei vollständig über die bestehende App.
Zum Schluss noch eine Personalie aus dem Fintech-Sektor: Qonto ernennt Anja Urlichs zur Vice President Upmarket. Von Berlin aus leitet die ehemalige PayPal-Managerin künftig die Strategie für etablierte und wachsende KMU. Die Besetzung soll die Bereiche Produkt, Marketing und Sales koordinieren, um das Angebot gezielt an die komplexen Anforderungen größerer Firmenkund:innen anzupassen.