FinTech des Jahres

10 Fragen an die Mitglieder der Jury des FinTech des Jahres 2015 – Dirk Elsner

von André M. Bajorat / vom 15. Dezember 2015

Dirk Elsner berät für die Innovecs GmbH Banken und Unternehmen in verschiedensten Projekt- und Veränderungsthemen. Er schreibt für die deutsche Ausgabe des Wall Street Journal die Kolumne Bankenwandler und betreibt seit über sechs Jahren privat das Wirtschaftsblog Blick Log.

Um die Jury zum FinTech des Jahres 2015 noch besser kennenzulernen, beantworten die Mitglieder alle zehn Fragen. Auch Dirk war bereits im letzten Jahr dabei und hat in seinen Rollen als Blogger und nun als Mitarbeiter der Innovations-Abteilung in der DZ-Bank einen tollen Blick auf das Thema.

Wer bist Du und was machst Du?

Dirk Elsner, Senior Manager Innovation und Digitalisierung in der DZ BANK AG, privat Finanzblogger Blick Log (www.blicklog.com).

Deine Berührungen mit FinTech?

Projekte mit FinTechs in meiner Zeit als Unternehmensberater, Projekte mit FinTech-Bezug für Banken und nun in meiner aktuellen Tätigkeit für die DZ BANK mit sehr vielfältigen Berührungspunkten.

Wie war das Jahr 2015 für die FinTech Branche?

2015 war ein Jahr, in dem sich die FinTech-Branche weiter professionalisiert hat und in dem die Banken die Digitalisierung deutlich höher in ihren Projektprioritäten angesiedelt haben. FinTech und Digitalisierung sind zum Mainstream geworden.

Was erwartest Du im Jahr 2016 im Bereich FinTech?

Wir werden einen Wettlauf der FinTech-Geschäftsmodelle der Banken sehen, neue Player, mit denen bisher vielleicht noch niemand gerechnet hat und wohl wieder ein paar prominente Geschäftsaufgaben.

Über welches FinTech-Modell wüsstest Du gern noch mehr?

Noch mehr möchte ich wissen über die Prozesse hinter den FinTechs und vor allem über die praktischen Anwendungsmöglichkeiten der Blockchain-Technologie.

Was unterscheidet FinTech von anderen Tech-Bereichen?

Die Geschäftsmodelle im Finanzbereich werden künstlich komplexer gemacht, weil es im Hintergrund von Finanzdienstleistungen sehr viele Prozesse mit unterschiedlichsten Beteiligten gibt und noch zu wenig Standardisierung. Dazu kommen eine hohe Regulierungsdichte und (noch) unterschiedliche Kulturen zwischen Banken und FinTechs.

Welche Bank hat bisher die beste Strategie im Umgang mit der wachsenden Digitalisierung und ggf. in der Zusammenarbeit mit FinTechs?

Es gibt derzeit viele Best-Practice-Ansätze. Internationale Banken wie etwa BBVA oder UBS sind hier sehr offensiv unterwegs. In Deutschland fällt die Commerzbank mit einem breiten Ansatz auf und ist bereit, viel auszuprobieren, was für Innovationen eine wichtige Basis ist. Ich war aber auch mit Beginn meiner neuen Aufgabe erfreut zu erfahren, wie viele Aktivitäten mittlerweile verschiedenste Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe gestartet haben. Ich bin sicher, dass wir hier im nächsten Jahr noch mehr sehen werden.

Werden Retailbanken in der Form von heute im Jahr 2020 noch da sein?

2020 liegt gerade einmal 4 Jahre weg. Retailbanken wird es da ganz sicher noch geben, übrigens auch mit Filialen. Sie müssen sich aber über alle Kundensegmente technologisch deutlich weiterentwickelt haben.

Welche Bereiche der Bank werden in Zukunft über die Blockchain abgewickelt?

Die Blockchaintechnologie wird sich vor allem in die Backoffice-Prozesse hineinfräsen. Die Abwicklung von Zahlungsverkehr, Wertpapiergeschäften und OTC-Verträgen gehören zu den ganz heißen Kandidaten. Daneben sollte sie irgendwann die rechtssichere Digitalisierung von bisher noch analogen Dokumenten, wie Eigentumsdokumente oder Sicherungsbriefe ermöglichen.

Wo trifft man dich im Jahr 2016?

Man trifft mich gern zum Lunch in Frankfurt und sicher bei verschiedensten Veranstaltungen mit Banken- und Digitalisierungsbezug.


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vom 5. Februar 2016

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