„Payment ist ein echter Business-Enabler“
Nach verschiedenen Jobs in großen Unternehmen, startet Laura Vogelsang nun ihr eigenes Start-up. Im Interview spricht sich über ihre Idee – und worauf sie sich bei der PEX26 am meisten freut.
Nach verschiedenen Jobs in großen Unternehmen, startet Laura Vogelsang nun ihr eigenes Start-up. Im Interview spricht sie über ihre Idee und worauf sie sich bei der PEX26 am meisten freut.
Seit mehr als zehn Jahren Erfahrung ist Laura Vogelsang in der Welt des Risikomanagements bei Handelskonzernen zu Hause. Ihre berufliche Laufbahn umfasst Stationen bei der Vodafone, Fashionette und The Platform Group, wo sie in verschiedenen Positionen, bis hin zum Vorstandsmitglied, tätig war. Gemeinsam mit Nicolas Allebrodt baut sie aktuell Wesolveproblems.ai auf – ein Beratungs-Angebot, das Unternehmen helfen soll, operative Probleme schnell und sauber zu strukturieren sowie einen klaren Fahrplan für die nächsten Schritte abzuleiten.
Wer bist Du und was machst Du?
Ich bin Laura und mittlerweile selbständig als Beraterin mit Leidenschaft für die Themen Risikomanagement und HR tätig, obwohl ich mir das vor weniger als einem halben Jahr noch gar nicht vorstellen konnte. Nun gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und gründe gemeinsam mit Nicolas Allebrodt mein erstes eigenes Beratungsunternehmen, in dem wir uns auf konkrete Problemstellungen in Unternehmen konzentrieren, die wir innerhalb von zwei Wochen analysieren, aufbereiten und denen wir Handlungsempfehlungen aussprechen. Und das zu vorher kalkulierbaren Fixkosten. Gleichzeitig verfolgen wir das Ziel, ein Expertennetzwerk aufzubauen, um für jede Problemstellung den richtigen „Problemlöser“ ins Rennen schicken zu können.
Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?
Nix. Noch nicht einmal einen „Notgroschen“, was sich leider noch viel zu häufig rächt. Mittlerweile auch wieder beim Einkaufswagen.
Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?
Wie es häufig im Leben ist, hat auch hier das Schicksal zugeschlagen. Ursprünglich wollte ich ins Personalmanagement, so wie es mein Studium hätte erwarten lassen. Doch alles kam anders als geplant und Risikomanagement wurde mein Thema. Ich würde sogar sagen, dass es zu meiner Leidenschaft wurde. Über Betrugsprävention und Identitätsmanagement konnte ich schlussendlich auch vor dem Payment keinen Halt machen.
Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?
Für den Kunden muss Payment einfach, intuitiv und unkompliziert sein, egal für welche Zahlart er sich entscheidet. Daher ist es wichtig, dass sowohl die Unternehmen/Händler, als auch die Dienstleister – am besten gemeinsam – die Anforderungen, Herausforderungen und Wünsche der Kunden erfragen, analysieren und daraus Angebote entwickeln. Bei Unternehmen muss auf Entscheider-Ebene die Wahrnehmung verstärkt werden, dass Payment ein Enabler für Business und Revenue ist und nicht nur als Kostenfaktor gesehen wird. Beides versuche ich bei meiner täglichen Arbeit immer im Blick zu behalten und zu unterstützen. „Miteinander reden“ – ist hier mein Schlüssel zum Erfolg.
Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?
Ich würde sagen, dass die Antwort irgendwo dazwischen liegt, aber mit einer starken Tendenz zur stillen Revolution. Fintechs sind dabei die Architekten einer Revolution, deren Erfolge oft von den etablierten Playern geerntet werden. Es ist keine Revolte, die das System stürzt, aber es ist eine Revolution der Erwartungshaltung. Kunden akzeptieren einfach keinen schlechten Service mehr. Die „Revolte“ hat vielleicht nicht alle Banken gestürzt, aber sie hat das Banking in die richtige Richtung verändert.
Wenn Du Finanzministerin wärst, was würdest Du sofort ändern?
Ich würde noch mehr Input aus der Wirtschaft in mein Handeln und die Entscheidungen einfließen lassen. Vor allem von KMU und Start-ups, die häufig an Bürokratiegrenzen stoßen, die Innovation oder Investitionen einschränken oder sogar verhindern. Pragmatismus und „Einfach mal machen“ sollten mehr im Vordergrund stehen.
Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.
Ich liebe es, spazieren zu gehen, vor allem, um den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. Bis vor 1,5 Jahren auch allein in der Mittagspause oder nach Feierabend. Seitdem Käthe meine ständige Begleiterin ist, sehr gern mit vierbeiniger Begleitung. Dazu gesellt sich dann auch manchmal mein Mann, mit dem ich sonst in meiner Freizeit sehr gerne koche oder verreise.
Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?
Eigentlich nur noch mit dem Handy. Und wenn das nicht funktioniert, obwohl mehrere unterschiedliche Karten hinterlegt (Debit, Credit und Co.) sind, bin ich meist aufgeschmissen. Denn in der Regel trage ich sonst so gut wie nichts mehr bei mir. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich nochmal nach Hause musste, um meinen Einkauf an der Kasse auszulösen.
Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? (Info für Interviewpartner*in: Bitte nicht nur die eigene Firma vorschieben.)
Paypal, VR-Banking und Amex
Worauf freust du dich in Bezug auf die PEX?
Viele Wegbegleiter wiederzusehen, über deren Herausforderungen und Erfolge der letzten Monate zu quatschen und Inspirationen für meine weitere Reise zu sammeln.
Dieses Interview ist Teil unserer Themenwoche zum Handel. Wie Laura es formuliert: Payment ist kein reiner Kostenblock, sondern ein echter Business-Enabler. Genau darüber – wie Payment Umsatz treibt, Kundenerlebnisse verbessert und strategisch Mehrwert schafft – diskutieren wir auch auf der Payment Exchange 2026 am 10. und 11. März in Berlin.