Kooperationen 2025: Trading und Krypto kommen bei den Banken an
In Deutschland tätige Banken wagen sich immer weiter in den Bereich Trading, Investment und Krypto vor. Das zeigt unsere Auswertung zu den Kooperationen im Jahr 2025. Auch Zusammenarbeit mit Payment-Fintech ist weiterhin beliebt.
Seit 2020 tracken wir, wie die Zusammenarbeit zwischen in Deutschland tätigen Banken und Fintechs aussieht und welche neuen Trends sich dabei abzeichnen. Für das Jahr 2025 konnten wir 26 neue Kooperationen zwischen 22 Banken und 21 Fintechs identifizieren. Die Auswertung zeigt, dass das Thema Trading, Investment und Krypto sowie Digital Assets eine zunehmende Rolle für die Banken spielt: Rund ein Viertel der Fintechs, mit denen Banken im vergangenen Jahr Kooperationen angekündigt haben, sind in diesen Bereichen tätig. Auch Wealthtechs sind als Partner beliebt. Hier gab es insgesamt fünf Kooperationen mit vier verschiedenen Fintechs.
Im Payment-Bereich stechen vor allem die vier neuen Partner für Wero hervor. Vereinzelte Kooperationen gab es auch im Bereich Kredit, Finanzbildung, Portfolio Tracking sowie Risk und Rating. 14 der Start-ups haben ihren Hauptsitz in Deutschland, mit Mondu und Investify Tech sind auch ein deutsch-niederländisches und ein deutsch-luxemburgerisches Unternehmen dabei. Die weiteren Fintech, mit denen 2025 kooperiert wurde, kommen aus Österreich, Belgien, der Schweiz, Singapur und Slowenien.

Die Datei kannst du hier hochauflösend downloaden!
Trading, Investment, Krypto und Digital Assets: Der neue heiße Scheiß
Upvest, ein Infrastrukturanbieter für Investmentdienstleistungen, hat im vergangenen Jahr gleich zwei neue Partner gewonnen: Die DKB und die Santander-Tochter Openbank haben die Investment-API des Fintechs in ihre Wertpapierhandelsplattformen integriert. Das deutsch-luxemburgische Start-up Investify Tech hat derweil die App „BW Vermögen“ für die Vermögensverwaltungsangebot der LBBW-Tochter BW-Bank entwickelt. Im Jahr 2023 gab es schon einmal eine Zusammenarbeit bei der App „BW-Bank ON“.
Im Kryptobereich gab es gleich mehrere neue Kooperationen. Die Commerzbank hat sich strategisch an Nxt Assets beteiligt. Die zweitgrößte deutsche Privatbank ist nun der zweite Verwahrpartner für das Joint-Venture der Deutschen Börse-Tochter 360T, Vontobel, Bergos, Interactive Brokers, der Börsenmedien AG und Flatex Degiro. Außerdem kündigten sie eine Zusammenarbeit im Bereich der institutionellen Verwahrung von Kryptowerten an. Bison, die Krypto-Plattform der Börse Stuttgart Digital, hat mit der Deutschen Bank ebenfalls einen zweiten Verwahrpartner für sich gewonnen.
Außerdem macht die Börse Stuttgart Digital gemeinsame Sache mit dem slowenischen Broker Ilirika. Die Kunden des Brokers haben nun Zugang zu Kryptowährungen, Handel und Verwahrung durch die Börse Stuttgart Digital. Ziel der Kooperation ist es, den Zugang zu Krypto-Dienstleistungen in ganz Europa auszuweiten.
Cashlink, ein Infrastruktur-Anbieter für tokenisierte Wertpapiere, hat die NRW.Bank im Juli des vergangenen Jahres als Kryptowertpapierregisterführer bei ihrer ersten blockchain-basierten Emission einer Anleihe begleitet.
Nicht ganz neu dagegen ist die Kooperation zwischen der Baader Bank und Tangany: Schon seit 2022 ist Tangany der Kryptoverwahrdienstleister der Bank. Im vergangenen Jahr hat sich die Baader Bank jedoch an dem Fintech beteiligt und kündigte an, den gemeinsamen Kryptohandel auszubauen.
Savings und Wealthtech: Zinsplattform Raisin mit zwei neuen Partnern
Raisin hat mit Morgan Stanley und Standard Chartered seit vergangenem Jahr zwei neue Partner, die beide Festgeldprodukte auf der Zinsplattform anbieten. Die Crowdinvesting-Plattform Wiwin und Sachwert Invest, eine Tochter der Sparkasse Bremen, machen ebenfalls gemeinsame Sache: Während Sachwert Invest ausgewählte Crowdinvestings von Wiwin auf ihrer Plattform einbindet, präsentiert Wiwin künftig auch Projekte von Sachwert Invest bei sich. Die Sparkassen-Tochter hat Wiwin unter anderem wegen ihres Fokus auf Nachhaltigkeit ausgewählt. Ihr eigenes Portfolio an Sachwerten entspricht ebenfalls vorrangig ESG-Kriterien.
Eine etwas ungewöhnliche Kooperation gab es im Bereich Private Markets: Seit Mai 2025 ermöglicht die Volksbank Lahr ihren Kunden Zugang zu den Private Market Angeboten des Wealthtech Nao. Sie ist damit nach eigenen Angaben die erste Genossenschaftsbank, die solche Angebote integriert hat.
Payment: Wero startet durch
Im vergangenen Jahr konnte die Bezahllösung Wero hierzulande vier neue Bankpartner gewinnen, darunter die GLS Bank, die ING Deutschland und Revolut. Auch die Deutsche Bank bietet seit Ende 2025 alle Wero-Funktionen an, wobei die Tochtergesellschaft Postbank schon seit 2024 dabei ist.
Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr außerdem eine seit 2019 bestehende Kooperation mit Ant International aus Singapur vertieft. Zum einen nutzt die Deutsche Bank die blockchain-basierte Plattform des Fintechs, um Geldtransfers innerhalb des eigenen Konzerns in Echtzeit abzuwickeln. Zum anderen entwickeln die Unternehmen gemeinsam Lösungen für tokenisierte Einlagen und Stablecoins, um internationale Zahlungen zu vereinfachen. Die Deutsche Bank hilft außerdem der Ant International-Tochter WorldFirst bei Lastschrift, Auslandszahlungen und Währungsumtausch.
Die im vergangenen Jahr neu gestartete Digitalbank BBVA Deutschland ermöglicht ihren Kunden seit Oktober, an Einzelhandelskassen Bargeld auf ihr Konto einzuzahlen. Der Partner hierfür ist Paysafe mit ihrer Lösung „Bargeld via App“. Der BNPL-Anbieter Mondu konnte sich im vergangenen Jahr nicht nur über eine Finanzspritze von JP Morgan Payments freuen, sondern ist auch dem Partnernetzwerk der Amerikaner beigetreten. Das ermöglicht dem Fintech Zugang zu rund 80 Unternehmen.
Kredit: Ärzte als Zielgruppe
Im Kreditbereich gab es im vergangenen Jahr drei neue Kooperationen. Zwei davon haben Ärzte als Zielgruppe. Das Schweizer Kredit-Fintech Teylor hat gemeinsam mit der LBBW ein digitales Finanzierungsportal für niedergelassene Ärzte und andere Heilberufe aufgebaut. Das Portal ist Teil des Internetauftritts der zur LBBW gehörenden BW-Bank. Die genossenschaftliche VVRB finanziert die Praxis-Direktkredite des Start-ups Fleming, das sich auf Banken- und Finanzdienstleistungen für das Gesundheitswesen spezialisiert hat. Pro Jahr soll ein Kreditvolumen von bis zu 40 Millionen Euro ausgereicht werden.
Banxware und die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank haben im vergangenen Jahr ein gemeinsames Kreditangebot für kleine und mittlere Unternehmen eingeführt. Mithilfe der Unicredit konnte das Start-up außerdem ihr Geschäftsmodell umstellen: Vorher hat das Start-up für die Kredite selbst Eigenkapital hinterlegt, nun übernimmt die italienische Bank 100 Prozent des Kreditbuchs, das durch die Plattformpartnerschaften des Lending-as-a-Service-Anbieters entstanden ist. Darüber hinaus hat sich die Unicredit auch mit 10 Millionen Euro an Banxware beteiligt.
Weitere Kooperationen: Finanzbildung, Portfolio Tracking und Risk
Die Berliner Volksbank arbeitet seit September mit Beatvest zusammen, einem Start-up für digitale Finanzbildung zu Geldanlage und Vorsorge. In einem einjährigen Pilotprojekt erhalten die Kunden der Berliner Volksbank einen Monat lang kostenlosen Zugang zur Beatvest-App. Die ersten 100 Nutzer mit 100 Lernpunkten erhalten einen dauerhaften Zugang. Die PSD Bank Braunschweig nutzte die White-Label-Lösung von Finstep, um eine Finanzbildungsplattform für junge Menschen in der Region aufzubauen. Finstep wurde mittlerweile von Bling übernommen.
Seit Juli 2025 können Teilnehmer am Investing-Programm der ING Deutschland den Portfolio Tracker Parqet kostenlos nutzen. Sie müssen mindestens 6 Trades innerhalb von drei Monaten tätigen, um drei Gratismonate freizuschalten. Sie können den Gratis-Zugang verlängern, wenn sie die Bedingungen erneut erfüllen.
Die Westend Bank hat sich strategisch an Risiq beteiligt, einem Anbieter einer KI-basierten Risiko- und ESG-Analyseplattform. Gemeinsam bieten sie anderen Finanzinstituten ein System zur Risikoidentifikation und -steuerung an.
Wir haben eine Kooperation vergessen? Wir freuen uns auf Hinweise aus der Community per Mail an infografiken@paymentandbanking.com