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Deutsche Fintechs und Insurtechs: Das Jahr 2025 im Rückblick

Im Jahr 2025 sammelten deutsche Start-ups im Finanzbereich rund 14,2 Milliarden Euro von Investoren ein. Außerdem gab es auffällig viele Exits. Unsere Grafik gibt einen Einblick, wie das vergangene Jahr für Fintech und Insurtechs lief.

Überblick zu Funding, Exits und Insolvenzen deutscher Fintechs und Insurtechs 2025
Die Infografik zeigt die wichtigsten Entwicklungen im deutschen Fintech- und Insurtech-Markt 2025

Im Jahr 2025 sammelten deutsche Start-ups im Finanzbereich rund 14,2 Milliarden Euro von Investoren ein. Außerdem gab es auffällig viele Exits. Unsere Grafik gibt einen Einblick, wie das vergangene Jahr für Fintech und Insurtechs lief.

Deutsche Fintechs und Insurtechs erhielten im vergangenen Jahr Finanzierung in Höhe von rund 14,2 Milliarden Euro. Die Summe verteilt sich auf insgesamt 37 Finanzierungsrunden von 34 Start-ups. Im Mittel erhielten die Start-ups 16 Millionen Euro, das niedrigste Investment lag bei 1 Millionen Euro. Bei vier Start-ups ist die Höhe der Finanzierung unbekannt. 

In der ersten Jahreshälfte gab es insgesamt 25 Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Euro. Das Gesamtfunding für den Zeitraum Juli bis Dezember ist zwar mit 12,8 Milliarden Euro deutlich höher, verteilt sich dafür aber nur auf zwölf Finanzierungsrunden und wird getrieben von einer Mega-Finanzierung für Trade Republic in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Der stärkste Monat war der Juni mit sieben Investments. Im August und November konnten wir keine Finanzierungsrunden verzeichnen. 

Mit 12,7 Milliarden Euro floss das meiste Geld in sechs Fintechs mit Geschäftsmodellen im Bereich Trading, Investment und Krypto: Dealcircle, NaroIQ, Scalable Capital, Tangany, nxtAssets und Trade Republic. Wird Trade Republic außen vorgelassen, sinkt die Summe in diesem Geschäftsbereich auf 176 Millionen Euro. Sieben Kredit-Fintech erhielten insgesamt 717,2 Millionen Euro, während drei API Banking-Start-ups über 174,7 Millionen Euro erhielten, wobei die genaue Summe für Yaxi unbekannt ist. 

Das höchste Funding hinter Trade Republic erhielt das Berliner Start-up Bees & Bears mit 500 Millionen Euro. Das Geld dient zur Finanzierung von Krediten für Wärmepumpen, Energiespeicher und Wallboxen. Darauf folgt der Neobroker Scalable Capital, der sich 155 Millionen Euro sichern konnte.

Exits

Für das Jahr 2025 haben wir insgesamt 22 Exits verzeichnet, davon zwölf in der zweiten Jahreshälfte. Einen Börsengang eines Fintechs gab es nicht, es handelt sich ausschließlich um Übernahmen. Genauere Informationen zu den zehn Exits im ersten Halbjahr gibt es hier

Im Juli gab es zwei Exits. Bling übernahm das Finanzbildungs-Start-up Finstep. Die Lerninhalte des Hamburger Unternehmens wurden in die App von Bling integriert. Nect, ein Anbieter für digitale Identitätslösungen, kaufte Acadias aus Hamburg. Acadias hat sich auf Geldwäscheprävention spezialisiert.

Im August hat die Übernahme von Lemon Markets durch die Deutsche Wertpapierservice Bank (dwpbank) viel Aufsehen erregt. Das Fintech, das über eine Schnittstelle ihren Kunden den Handel mit Wertpapieren ermöglicht, blieb dabei eigenständig innerhalb der Unternehmensgruppe. Das Berliner Start-up Topi wurde von der Blackrocks-Tochter Peac Solutions geschluckt, während Orca Capital das Münchner KI-Fintech Sub Capitals aus der Insolvenz rettete. 

Das Schweizer Kredit-Fintech Teylor, das hierzulande schon häufiger auf Einkaufstour gegangen ist, hat sich im September die Mehrheit an CapeTec gesichert. Das Düsseldorfer Unternehmen wurde im Jahr 2024 von Stephan van Heerden und Dirk Dievernich gegründet, die nach dem Verkauf von Compeon das IT-Team in ihre neue Firma übernommen hatten. Ebenfalls im August übernahm Nexi die restlichen Anteile an Computop. Der Zahlungsdienstleister blieb dabei ein eigenständiges Unternehmen innerhalb der Nexi Group.

Reiner, ein mittelständischer Hersteller von Scannern und Kennzeichnungsgeräten, investierte im Oktober einen siebenstelligen Betrag in den Open-Banking-Anbieter Nexi und übernahm dabei 55 Prozent der Anteile. Zebra Technologies kündigte ebenfalls im Oktober an, Elo Touch Solutions akquiert zu haben. Das Unternehmen bietet unter anderem Bezahlterminals für den Handel an.

Im November schluckte die französische Kreditplattform Karmen ihren deutschen Konkurrenten Silvr und rettete den Anbieter für KMU-Kredite somit aus der Insolvenz.. Das 2021 gegründete Buchhaltungs-Start-up Cleverlohn ging an das jüngere Fintech Integral. Das Jahr endete mit der Übernahme von Wealthpilot durch die Finaplus-Gruppe.

Fusionen

Insgesamt gab es fünf Fusionen im Jahr 2025. Sie verteilen sich auf März und April. Das deutsche Fincite und das französische Harvest haben sich zur Harvest Group zusammengeschlossen, wobei auf dem deutschen Markt die Marke Fincite erhalten bleibt. Aus Billwerk+, Plenigo und Sofacto entstand die neue Plattform Frisbii, die Lösungen rund um das Management von wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements anbietet. Die beiden Wealthtechs Etops Group und niio finance group, zwei Mehrheitsbeteiligungen von Pollen Street Capital, verkündeten im März ihren Zusammenschluss unter der neuen Marke Etops. 

Wiwin und Zinsbaustein.de verkündeten im April, langfristig eine gemeinsame Plattform für Investments in Immobilien, erneuerbare Energien und Start-ups anzubieten. Stand Januar 2026 soll es Neugeschäft nur noch unter der Marke Wiwin geben. Unter dem Namen OneCrowd entstand eine neue Plattform für alternative Investments im DACH-Raum aus Seedmatch, Econeers und Mezzany. 

Insolvenzen

Fünf Start-ups mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dazu gehören auch Sub Capitals und Silvr, die mittlerweile aufgekauft wurden. 

Das Insurtech Element ist dagegen entgültig insolvent. Nachdem die Hannover Rück im Dezember 2024 die Rückversicherungsverträge gekündigt hatte, verhängte die BaFin ein Verbot für die Aufnahme von Neukunden, worauf sich Element überschuldete. Auch Finance, baby, ein Finanzwissens-Start-up speziell für Frauen scheiterte.  

Die Crowdinvesting-Plattform Engel & Völkers Digital Invest wurde zahlungsunfähig, nachdem die Mehrheitsaktionärin, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin, die Auszahlung aus einem Darlehensvertrag verweigerte. Damit wollte das Fintech eine außerordentliche Einmalverbindlichkeit bezahlen. Im November wurde die Plattform abgeschalten. Der Konkurrent Bergfürst hat die bestehenden Investments übernommen. 

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Autor

Sophie Deistler
Sophie Deistler

Sophie Deistler berichtet als freie Journalistin über die Finanzwelt. Sie studiert Sozioökonomie im Master in Duisburg-Essen, hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften in Köln und eine Ausbildung an der Kölner Journalistenschule absolviert.