Kanadisches Unicorn FreshBooks übernimmt FastBill

Das Fintech FastBill startete 2011 als ein Rechnungstool mit Buchhaltungsfunktion. Bis 2017 war das Unternehmen von Christian Häfner und René Maudrich komplett bootstrapped. Dann investierten FinLab und coparion eine siebenstellige Summe in die Frankfurter. Nun akquiriert das kanadische Unicorn FreshBooks das deutsche FinTech-Startup.  

Das kanadische Unternehmen FreshBooks mit Sitz in Toronto ist ein Anbieter für cloudbasierter Finanzsoftware mit Firmenkunden in derzeit über 160 Ländern. Auch in Deutschland ist das Unternehmen aktiv und bietet seinen Service primär Freelancern und kleine Dienstleistern an. 

FreshBooks nach Serie-E-Finanzierung auf Wachstumskurs

Erst im August gab das Unternehmen den Abschluss einer Serie-E-Finanzierungsrunde in Höhe von 120 Mio. US-Dollar bekannt. Der bisherige Geldgeber Accomplice führte die Eigenkapitalfinanzierung an. Zu den weiteren Investoren gehören unter anderem JP Morgan Chase, Georgian, Oak Investment Partners. Die Bewertung des Unternehmens erhöhte sich mit der abgeschlossenen Finanzierungsrunde auf 1 Milliarde US-Dollar. Die Kanadier stiegen damit in die Riege der sogenannten Einhörner auf.

„FreshBooks plant, das neue Kapital für Vertrieb und Marketing, Forschung und Entwicklung sowie weitere strategische Akquisitionen zu verwenden”, heißt es aus Toronto. Der Zukauf von FastBill passt somit in die Wachstumsstrategie der Kanadier. Bereits vor 12 Monaten übernahm FreshBooks das Online-Invoicing-System Facturama aus Mexiko. Zu den Modalitäten der Akquisitionen macht das Unternehmen jeweils keine Angaben.

Gemeinsame Expansion in weitere Märkte

Das Frankfurter Fintech FastBill zählt gegenwärtig Kunden in 16 europäischen Ländern. FastBill automatisiert die täglichen Abläufe und bringt Ordnung in Rechnungen, Belege und Banking. Gemeinsam wolle man nun neue Plattformfunktionen entwickeln und in Märkte expandieren. Laut einer Erhebung machten im Jahr 2020 kleine und mittelständische Betriebe 99 Prozent der Unternehmen in der EU aus und stellten dabei zwei Drittel aller Arbeitsplätze.

„Vor allem in DE arbeiten fast alle Unternehmen mit Steuerberatern eng zusammen. Mit FastBill wird ein vollständig digitaler und vorstrukturierter Datenaustausch zu den gängigen Systemen ermöglicht und damit auch eine effiziente Kollaboration. Dieses Grundbedürfnis können nur wenige Lösungen erfüllen. Daher war die strategische Partnerschaft mit FastBill der beste Weg für FreshBooks zum Markteintritt in Deutschland und Zentraleuropa”, so Maudrich.

Maudrich bleibt CEO von FastBill

Aktuell arbeiten 30 Mitarbeiter für FastBill und werden von FreshBooks übernommen und weiterhin vom derzeitigen Hauptsitz Frankfurt arbeiten. Gründer René Maudrich bleibt CEO von FastBill und wird zusätzlich die Rolle des Geschäftsführers von FreshBooks Deutschland übernehmen. Das Team von FastBill bleibt unverändert am derzeitigen Hauptsitz in Frankfurt am Main.

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Die studierte Soziologin und Medienwissenschaftlerin beobachtet, analysiert und schreibt als Journalistin seit vielen Jahren über die Startup- und Fintechszene. In der Vergangenheit arbeitete sie für führende on- und offline für Gründer- und Wirtschaftsmedien im In- und Ausland, moderiert, schrieb mit... mehr
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