FinTech Podcast #121

von

Bluecode mobile Payment

In dieser Folge wollen wir uns nach längerer Zeit einmal wieder dem Thema Mobile Payment widmen. Maik und Jochen haben mit Chris Pirkner den CEO von Bluecode als Gast dazu geholt.

Aufgrund der Tonprobleme und der schlechten Soundqualität, auf die wir vielfach hingewiesen wurden, hat sich Chris das Wochenende um die Ohren geschlagen und den kompletten Podcast transkribiert. Herzlichen Dank dafür. Die Nachlese findet ihr also unten angehängt!

Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie selbstverständlich behalten 😉

 

 

Mobile Payment „kommt bald“. Seit Jahren wird jedes Jahr aufs Neue der Durchbruch nun „endlich in diesem Jahr“ vorhergesagt. Wir warten aber trotzdem seit Jahren auf eben jenen Durchbruch. Parallel zur Wartezeit verschwinden viele Anbieter und Verfahren wieder, wie wir in unserer erst kürzlich aktualisierten mobile wallet Infografik dokumentieren.

Nun gibt es schon länger in Österreich das Verfahren Bluecode was erfolgreich mobile Payment bei namhaften stationären Händlern eingeführt hat. Bluecode versucht nicht alleine den Markt zu erschließen, sondern hat ein interessantes Kooperationsmodell mit den österreichischen Banken. Bluecode ist mittlerweile auch nach Deutschland gekommen und hat mit der Sparkassen Finanzgruppe einen ersten Bankpartner gefunden. Wir unterhalten uns mit Chris Pirkner über sein Verfahren, die Erfahrungen aus Österreich und von den ersten Pilotprojekten in Deutschland wie Kantinen in Universitäten und  der Nutzung auf dem Oktoberfest in München.

 

Aufgrund der Länge des Podcast haben wir diese Woche auf die News verzichtet.

 

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Transkript

FinTech Podcast #121 Paymentandbanking

mit Blue Code

 

 

JS: Hallo zur 121. Ausgabe des FinTech Podcasts von paymentandbanking.com heute zum Thema Blue Code mit unserem Gast Christian Pirkner. Von unserer Seite also vom paymentandbanking Team sind dabei der Jochen und der Maik. Maik, Hallo wie gehts Dir? Wo bist Du?

 

MK: Ich bin im Home Office. Hallo alle zusammen. Ich bin im wunderschönen Siegerland. Was ist schöner als verlieren, Siegen. Und, es regnet 🙂

 

JS: Gute Stimmung heute bei Dir?

 

MK: Ich war eben beim Staples und hatte eben Probleme mit dem Karten Terminal was eben komplett ausgefallen war. 2017 und immer kann ich noch nicht überall mit Karte bezahlen. Deswegen freue ich mich heute besonders über das Thema.

 

JS: Ja, und hier in Frankfurt ist übrigens schönes Wetter. Und wir möchten uns wie immer bei unseren Sponsoren bedanken. SHC Consulting und dem Bankverlag. Die kennt Ihr ja schon daher keine weitere Erklärung. Vielen Dank Euch für die Unterstützung. Und dann gehen schon in medias res. Wir haben heute mit Blue Code einen Gast der auch ein ehemaliger Sponsor war – der hier lange auch dieses Jahr im Frühjahr und im Sommer uns begleitet hat und wir haben mit Chris Pirkner den CEO von Blue Code im Podcast. Chris, stell Du dich doch bitte mal vor und auch Blue Code – für diejenigen die von der Sponsorship nichts mitbekommen haben – dass die verstehen was Blue Code eigentlich macht.

 

CP: Gerne! Ein schönes Hallo und Guten Tag. Ich sitze gerade in Wien, das heisst wir haben hier drei schöne Städte am Laufen mit Siegen, Frankfurt und Wien. Ich selber, Christian Pirkner, bin Geschäftsführer der Blue Code International AG. Wir bei Blue Code haben uns als Ziel gesetzt ein Europäisches Zahlverfahren in die Welt zu setzen in Zusammenarbeit mit unseren Partnern also Banken und Handel. Wir wollen hierbei genau die Dynamik nutzen die jetzt im Gange ist mit PSD2 mit Access to Account also mit all den spannenden Buzz Words die immer lauter werden. Und das haben wir uns als eines der Hauptmotivationen gesetzt, nämlich in dem Rahmen Mobile Payment neu und auch Europäisch zu definieren.

 

JS: Und was macht Blue Code genau? Wie funktioniert das?

 

CP: Wir haben in den letzten 2-3 Jahren an hauptsächliche zwei Dingen gearbeitet: Die eine ist die Technologie, der Blue Code ist eine 20 stellige einmal gültige Zahl, ein sog Token. Und diese blaue, und blau ist sie eben mit Hinblick auf Europa – die grosse Vision, diese Zahl berechtigt zu einer Transaktion direkt am Girokonto des Kunden. Und dieser Blue Code kann nun auf mehrere Arten und Weisen im Handel und im Omni Channel übertragen werden. In Österreich haben wir das gestartet hier kennt man uns meist via den Strichcode / den Barcode den wir am Display des Zahlers darstellen und dann der Kassierer diesen abscannt und damit die Zahlung einleitet. Wir haben das Blue Code Verfahren jedoch auf all möglichen Übertragungstechnologien und in jedem möglichen Kanal umgesetzt – vielleicht kommen wir später noch darauf zu sprechen. Das war einer der zwei grossen Aufgaben in den letzten Jahren hier die Verknüpfung der Girokonten herzustellen und dieses token basierte Verfahren umzusetzen. Das zweite ist das rechtliche Grundkonstrukt das dahinter liegt. Das ist vielleicht sogar die grössere Disruption – denn Technologie ist stets etwas sehr replizierbares – aber das Rechtskonstrukt das wir dahinter haben entspricht wirklich dem eines Schemes. Also wenn wir das mit VISA, Mastercard, Diners, Amex, UnionPay oder JCB vergleichen ist es wirklich ein 50 Seitiges Rulebook welches wir zusammen mit Zahlungsverkehrs Experten aus Deutschland (Kanzlei Osborne Clarke, Dr. Terlau) ausgearbeitet haben. Das um in dieser neuen dynamischen PSD2 Welt ein Regelwerk sein soll wie man direkt vom Girokonto (mit APIs) mit Zahlungsgarantie im Omni-Channel bezahlt.

 

MK: Jetzt gibt es Euch ja schon ein klitzekleines Stück länger. Ich kenne Euch ja schon ein wenig – ich war vor drei / vier Jahren bei Michael in Tirol. Ihr seid gestartet als VeroPay mit der Tiroler Landesbank.

 

CP: Das ist richtig. Die Anfänge waren im Tirol mit der Hypo Tirol Bank.

 

MK: Wenn Du so zurück schaust wo das Thema steht. Es ist ja eine gewisse Zeit vergangen und Mobile Payment oder Mobiles Bezahlen steht ja jedes Jahr vor dem Durchbruch. Auch dieses Jahr wieder. Wie schaust Du auf diesen kompletten Markt, vielleicht mal Fernab jetzt von Eurer Lösung. Gibt es da Bewegung? Weil so der Eindruck ist dass inzwischen etwas Resignation. Man wartet, aber irgendwie passiert nichts.

 

CP: Ja, das ist in der Tat wirklich spannend. Denn das Mobiltelefon ist ja in unserem Alltag, zumindest in West Europa nicht wegzudenken. Wir nutzen es von Maps über Social Media, Musik, Video etc. Beim Zahlen jedoch gewaltige Unterschiede vor allem in der DACH Region ist hier etwas weniger zu merken. Bei den Schweden mit Swish ist sehr viel zu merken. Also sehr durchwachsen wie hier die Traktion in den verschiedenen Regionen ist. Deswegen würde ich auch sagen dass mit dem durchschlagenden Erfolg wird wohl bei uns noch ein Weilchen dauern aber wir sehen schon dass das Tempo und das Interesse sowohl von Bank und Handel zunimmt aber so richtig den magischen Schlüssel den die drei Anbieter die es richtig machen gefunden haben – wie Du sagst von 10.000 Fuss auf das Thema schauend – gibt es nur drei Anbieter im Mobile Payment die es erfolgreich machen und diese drei machen auch über 99% aller Mobile Payment Transaktionen aus – nämlich die Firma Starbucks, die WeChat Lösung und natürlich auch AliPay. Die drei haben ein Rezept gefunden und wir können dann darauf eingehen was das ist – kurzum es ist die User Journey, die Experience und die Mehrwerte – dass es sich nämlich für Kunden lohnt diese Verfahren einzusetzen. Und das haben wir in West Europa in vielen Fällen einfach noch nicht hinbekommen. Das ist eindeutig richtig.

 

JS: Ihr seid ja schon etwas länger in Österreich unterwegs und habt dort schon eindrucksvolle Liste an Händlern die Blue Code akzeptieren im stationären Handel. Kannst du da ein wenig sagen zu den Händlern die Blue Code akzeptieren und zu Zahlen wie Transaktionen, Nutzer, Payment Volumen die über Österreich schon abgewickelt wurden?

 

CP: Klar, wir haben in Tirol damals begonnen schon damals war der erste Kunde die Bank im Vordergrund. Die Bank hat Ihren grossen Händler, den M-Preis mit 220 Filialen der Platzhirsch im LEH in Tirol mitgenommen und hatten wir ein Jahr lang Echtbetrieb mit dem Zahlverfahren. Nach diesem Jahr das doch erfolgreich abgelaufen ist in Wien aufgeschlagen und es waren dann 18 Monate wo es doch gelungen ist die REWE International mit all Ihren Handelsmarken als BILLA, BIPA, Merkur, Sutterlütty aufzuschalten. Dann noch die SPAR Gruppe mit Interspar, Eurospar, Maximarkt etc. und dann noch andere Lebensmittel Konzerne wie Unimarkt und Co. Wir sind jetzt mittlerweile bei 85% aller Filialen im Lebensmittel Händler – bei denen man der Kassiererin den blauen Code hinhalten kann und er / sie wird da auch intuitiv das richtige tun und diesen Barcode abschiessen und Zahlung wird durchgehen. Das heisst in dem Segment konnte doch recht schnell eine sehr gute Penetration erreicht werden. Andere Branchen waren dann Park Garagen, Kinos fast 90%, Tankstellen und jetzt Bäckereien wo gerade einige Ketten dazugestossen sind. Wir gehen mit Fokus auf die Branchen bei denen täglicher Gebrauch stattfindet – wir haben schon festgestellt dann funktioniert wenn sich Kunden an das neue Verhalten auch gewöhnen. Es ist ja ein klassischer Change of Habit/ Change of Behavior und das muss man da versuchen wo es am häufigsten passiert nämlich in der daily consumption und daher sind das auch die Branchen auf die wir uns in Österreich konzentrieren. Es sind mittlerweile glaube ich 18,000 oder bis 20,000 Kassen mit vielerlei Kassen Software Produkten, mit mehreren tausend Filialen natürlich und von User Seite – wir wachsen seit VeroPay Zeiten ca 15% pro Monat. Das ist die relative Grösse. Wir wachsen gut. Aber es schon noch nicht so dass jeder Österreicher Blue Code kennt oder benutzt. Wir haben auch in Österreich also noch viel zu tun um hier die Akzeptanz weiter zu steigern. Was wir aber sehen und das sieht man auch bei kontaktlosen Karten: Wenn Kunden einmal so bezahlen haben wir eine sehr hohe Retentionrate. Wir sind bei knapp 70% nach 6 Monaten wenn die User einmal bezahlt haben. Es geht also darum mehr und mehr Kunden vom mobile payment Thema zu begeistern. Was bei uns anders ist: Wir machen selber keine Werbung. Das liegt am Konstrukt das wir haben und ist vielleicht einer der spannenderen Punkte die wir noch besprechen werden – dass wir eigentlich keine Brand oder App sein wollen. Wir mussten Blue Code hochziehen mit der Scheme Idee als Vision und sehr viel im Handel / Acquiring mit unseren Partnern, sehr viel im Issuing mit unseren Partner, und dann noch die App selber rund um unsere SDKs. Aber die Vision des Ganzen ist eigentlich dass der Blue Code dort leben soll wo er gebraucht wird also der Banking App oder der App des Handels. Dort also wo der Kunde das Erlebnis braucht sollte der Code eigentlich sein.

 

MK: Lass uns da mal einhaken. Du hast jetzt ganz viele Punkte genannt und ich habe mir tatsächlich Notizen gemacht was selten vorkommt 🙂 Also zuerst mal die Frage zu den Beweggründen der Händler. Ich kann mich daran erinnern zum Beispiel M-Preis. Ich war ja selber auch 1-2 Jahre im LEH Bereich unterwegs und die Händler sind ja nicht unbedingt immer einfach. Zudem ja in den vergangen zwei Jahren der eine oder andere Händler so bisschen gebranntes Kind ist. Wir erinnern uns um die Geschichte von Yapital und da hatte REWE zum Beispiel eine zeitlang keine Lust mehr etwas mit mobile payment zu machen. Was ist denn der Beweggrund von so einen M-Preis oder sagen wir mal für irgendeinen Händler – ja find ich cool ich biete meinen Kunden jetzt Blue Code an vs ich warte jetzt einfach auf Apple Pay.

 

CP: Es ist gemischt aber zusammenfassen kann man es wahrscheinlich in drei Grundsätze. Der erste ist dass viele Händler natürlich merken, dass die Mobile First Kundschaft wächst stetig. Das heisst die Kunden die das Mobiltelefon im Zentrum des Lebens haben die wird nicht kleiner, die wird grösser.  Man möchte dieser mobil affinen Zielgruppe etwas bieten dass Sie anspricht. Das ist eine Grundphilosophie die kann glaube ich jeder unterschreiben. Das zweite ist schon seltener aber wird mehr ist der strategische Aspekt. Was passiert wenn der Händler einfach wartet. Und da gibt es schon und wir merken es eindeutig in den letzten drei / vier Jahren. Da gibt es in den Vorstandsetagen der grossen Händler schon die Frage: Was passiert wenn wir nichts tun? Und wenn der Handel nichts tut dann ist sehr wahrscheinlich – siehe die Deals mit PayPal Visa und andere Innovationen wie Amazon Pay die vielleicht teuerste Zahlart Kreditkarte mit Spielern dazwischen kommen die man vielleicht unbedingt in der User Journey haben will. Und da kommen die Amazons dieser Welt oder Apples dieser Welt – die machen ja doch einiges sehr gut. Sie übernehmen die User Journey aus Eigeninteresse auch zu Recht – machen es auch sehr gut weil Sie dem Kunden ein gutes Erlebnis bieten wollen. Und da muss man sich als Händler schon die Frage stellen: Was passiert wenn ich nichts tue?

 

MK: Ja, das ist eine gute Frage! Was passiert denn? Also ich meine der Handel akzeptiert heute schon Kreditkarte, die Girocard also nicht alle aber immer wieder mehr wie ich heute erleben musste. Aber was passiert denn? Im schlimmsten Fall bezahlt der Konsument mit Android/ Apple oder irgendeinem Pay über NFC. Hat der Handel dadurch wirklich einen Nachteil.

 

CP: Also wenn ich Händler bin und ich sehe die Deals die rein rauschen auch jetzt mit Amazon Pay. Also zB als ganz konkretes Beispiel – Amazon ist nun nur als Beispiel auch Issuer eine Visa Karte oder sei es PayPal oder andere. Dies ist ja in der heutigen Welt keine grosse Übung. Nun, Amazon hat viele Kunden. Es gehen diese mit Amazon Visa oder Amazon Mastercard zum LIDL oder Kaufhof oder wo auch immer und zahlen dort Ihren Einkauf weil Sie dann eben vielleicht Ihre Kosten für Amazon Prime vergütet bekommen. Ja das nächste was passiert ist ein Echo landet im Wohnzimmer und ich sage nur noch “ich brauche sechs Eier und eine Packung Milch” und dann kommt vom Amazon Drop Ship das Paket, bezahlt ist auch im Hintergrund und der traditionelle Händler ist weg vom Fenster. Und ich darf das sagen vielleicht kurz mein eigener Background. Ich habe 12 Jahre in den USA gelebt und dort Internet Startups gemacht. Meine erste Firma war eine digital Musik Firma, die zweite im Feld digitales Video. Und für mich ist diese Entwicklung nun ein Deja Vue was hier nun in Europa in der Finanzwelt erlebe. Nur kurz damals zur Musik: Innerhalb von vier Jahren haben sich zwischen den Musik Hörer und den Plattenfirmen genau diese Spieler gestellt. YouTube von Google ist mit Abstand Nummer 1 in Musik Experience und Distribution weltweit weil der Kunde die Lieder gratis, on demand hört und noch das Video erhält. Bei Amazon mit Prime oder Apple mit dem iTunes Store haben direkt mit mobile first Ansätzen den Kunden und die Wertschöpfungskette übernommen. Das hat alles verändert! Apple wurde gerade Plattenfirma und Netflix gewinnt mehr Emmys in der Filmproduktion als die ursprünglichen Studios.

 

MK: Ja genau, aber lag es am Payment?

Ich frage mich in der Diskussion immer auch wenn wir um Mehrwerte sprechen. Einkaufen für den Konsumenten fängt nach nicht an wenn ich an der Kasse stehe und bezahle also dann ist der ganze Hassle ja gelaufen. Ich glaube das momentan so gefühlt das kleinste Problem das Kunden haben ist der Bezahlvorgang. Klar, das nervt. Karte und PIN, aber bis ich den ganzen Mist im Einkaufswagen habe, Kinder an der Kasse an den Süssigkeiten vorbei das ist ja alles Leben am Limit. Die Frage die ich mir stelle – ist der Vorteil oder besser – wird die Schlacht beim Payment geschlagen oder an einer ganz anderen Stelle?

 

CP: Ja für mich ist es klar dass Payment ist nunmal der zwingend letzte Abschluss des Kaufvorgangs. Und wenn ich, jetzt wieder als Beispiel, hypothetisch mit meiner Amazon Karte meine monatlichen Amazon Prime Kosten vergütet bekomme dann zahle ich so. Es funktioniert nämlich genau so gut wie mit der Girokarte oder der Visa und dann ist dieser wichtige Geschäftsvorfall der auch noch mein Konsumverhalten abbildet in genau den Händen derer die in am liebsten sehen. Ich denke schon – der beste Einfallsmoment für einen Konkurrenten des Handels ist genau das Payment. Weil als Konkurrent kann ich nicht verhindern, dass die Kunden zB zum LIDL gehen – das ist auch Gewohnheit aber wenn ich Sie beim zahlen abhole dann komme ich nicht nur an die wichtigsten aller Daten sondern auch an die User Experience genau wie es in anderen Produkten auch der Fall war. Ich finde Payment die beste Einfallstüre und die ist eindeutig besser als irgendwelche Promotoren vor jeder Filiale stehen zu haben.

 

JS: Ich bin a bei Maik – ich sehe den Druck beim Handel über das Payment jetzt auch nicht so stark. Ich sehe einen viel stärkeren Druck beim Handel zB Amazon dass die die Ware innerhalb von einer Stunde nach Hause liefere, dass ich die vorbestellen kann, und nach 15 Min wie in den USA in den Kofferraum gepackt bekomme im Lebensmittelbereich von Amazon. Ich sehe da viel mehr Bereich und Services die die eigentlichen Probleme wie Maik schon ausgeführt hat also Schlange stehen das komplett zu skippen also ich sitze zu Hause und ich sage ich bestells mir zu Hause. Und das kann ich so bei Amazon eigentlich nur im Pilot in München und Berlin und bei REWE Lieferservice und der Rest hat das noch gar nicht auf der Agenda. Ich glaube auch wenn man sich den Anteil der Amazon Kreditkarte ansieht, das ist ja verschwindend gering – wenn man die nimmt im Vergleich zu den Kreditkarten oder auch Debit Karten im Umlauf. Da den Ansatz das Bedrohungspotential nur über Payment zu machen wenn ich auf der Händler Seite sitzen würde dann würde ich sagen “so what” das ist Rundungsfehler.

 

CP: Interessant. Ich bin anderer Ansicht. Firmen wie Google leben von Daten und Werbung. Und das höchste Gut das ich erreichen kann über Dich ist Dein Kontostand, Dein Gehalt, Dein Konsumverhalten. Das sind im Vergleich Dein Musikgeschmack und Deine Browser History gänzlich uninteressant. Die echte Wahrheit ist da wo Du das Geld liegen lässt. Und wenn ich mich als Mobile Payment Anbieter positionieren kann dann – insbesondere weil der Mensch ein Gewohnheitstier ist (deswegen sind Österreicher, Deutsche und Schweizer noch nicht beim mobilen bezahlen angelangt) und deswegen gehen auch nicht so einfach von den LIDLs, Aldis, Edekas nicht so einfach zu Amazon. Wir machen das was wir immer schon gemacht haben. Aber wenn ich als Einfallstüre das Mobiltelefon nehme und dort den Kunden von meiner Lösung überzeuge dann übernehme ich somit die Customer Journey mit allem was hinten dran hängt. Ich denke schon das ist der einfachste und beste Einfallsweg in dieser standardisierten Payment Welt via das Mobiltelefon eine Verbindung zum Kunden aufzubauen und zwar jeden Tag und multiple Male bei jedem Einkauf.

 

JS: Also aus Bank Sicht bin ich vollkommen bei Dir. Wenn ich mich in eine Bank versetze die Karten ausgibt und wenn Amazon versucht die Daten so zu bekommen bin ich vollkommen bei Dir. Aus Händler Sicht sehe ich es noch nicht. Aber Händler sind ja relativ einfach gestrickt – mit dem Preis. Und Du hattest ja vorher gesagt Kreditkarte ist eine relativ teure Methode was stimmte vor der Interchange Regulierung aber mittlerweile wenn ich nicht saudumm verhandle mit meinem Acquirer kostet mich die Kreditkarte 0.4% / 0.5% maximal wegen der Interchange Reduktion. Heisst dass das Ihr vom Pricing her deutlich darunter liegt also sprich ich mit Blue Code auf Niveau der garantierten Lastschrift oder wo spielt Ihr Euch im Pricing ab so dass es für den Händler durchaus lohnt das eine oder andere Zahlverfahren zu pushen.

 

CP: Wir haben bis jetzt mit unseren Österreichischen Kunden die ja die grössten LEH Ketten des Landes sind und auch durchaus preis sensitiv sind – wir haben in beiden Fälle also auch hier jetzt in Deutschland nicht mit dem Preis die Schlacht gewonnen. Das ist auch sehr schwer in Deutschland. Die Girokarte ist ein ausgezeichnetes Zahlmittel zu einem sehr guten Preis. Wir haben beim Handel und das war der Dritte Pfeiler (neben der Mobile First Kundschaft, den strategischen Überlegungen) die Mehrwert Services. Wir haben bei einigen unserer Händler durch den mobilen Zahlvorgang mit einem Scan die Kundenkarte abgewickelt, die Coupons und Vouchers eingelöst – zum Beispiel jetzt am Oktoberfest war der Grossteil der Schausteller mit digitalen Stempelkarten von uns ausgestattet. Das heisst wir haben beim Preismodell einerseits die Transaktion aber unser Anspruch an uns selber ist, dass der Händler ein wenig mehr als die Girokarten Transaktion bezahlt aber durchaus unter den Kreditkarten – wir bewegen uns also meist zwischen Debit und Credit Kosten. Weil wir eben dem Händler Mehrwerte liefern wollen die ihm etwas bringen, sei es eben Schnelligkeit an der Kasse oder generell eine bessere User Experience für Ihre Mobilen Kunden.

 

MK: Jetzt hast du gesagt “bessere user experience” – das finde ich auch immer recht interessant wenn wir das mal beleuchten. Yapital ist nachweislich daran gescheitert dass es relativ kompliziert war mit seinem Smartphone irgendwie den QR Code zu fotografieren. Bei Euch ist es genau umgekehrt – da wird der QR Code letztendlich am Display des Zahlers erzeugt aber nichtsdestotrotz muss der halt erzeugt werden, ich habe eine gewisse Interaktion, wenn ich das jetzt auch wieder vergleiche mit zum Beispiel kontaktlosen Bezahlverfahren wie sie es ja auch zugegebener Massen noch nicht in Deutschland aber in vielen anderen Ländern gibt wie zB Apple oder Android Pay oder auch Samsung Pay wo ich ja das Smartphone nur an das Terminal halte und der Prozess automatisiert start ist doch die Experience beim Nutzer tendenziell ich will gar nicht von gut oder schlecht sprechen am zumindest mal schon aufwendiger ….

 

CP: Bei Yapital, das war wahrscheinlich auch ein bisschen zu früh für seine Zeit, war vieles an sich gut gemacht nur ist es halt schon so dass das abfotografieren vom Terminal der Weg war. Und da muss der Zahler wirklich etwas tun und er braucht online Verbindung. Diese Online Verbindung sehen wir in unserem Betrieb in ca 10-15% der Fälle ist die nicht gegeben. Das heisst hier ist von der User Experience doch einiges gescheitert. Das heisst in der Experience ist die online/ offline Fähigkeit schon eine wichtige Frage. Aber wichtiger ist ein anderen Beispiel – bei einem unserer Kunden in der SPAR Gruppe – der Sportartikel Kette Hervis – sehen wir eine sehr gute UX – man öffnet während man in der Schlange wartet während die Kassiererin also noch die Produkte scannt – mit TouchID die jeweilige App – ich zeige der Kassiererin den Blue Code und in 300 Millisekunden habe ich die Kundenkarte übergeben, die Coupons eingelöst und dann noch vom Konto bezahlt. Das ist schon schwer mit Karten, mit kontaktlos, auch mit Apple Pay so schnell geht es dort eben nicht. Es ist nämlich die Sequenz auch anders: Ich muss zuerst den Warenkorb schliessen, dann tappen und dann eventuell doch noch den PIN eingeben. Davor müsste ich auch noch die Kundenkarte übergeben eventuell auch noch mit einem anderen Medium zum Beispiel Plastik hier die Kundenkarte übergeben. Es ist also schon so, dass die Händler die unser System wirklich nutzen die haben eindeutig einen schnelleren Checkout und das bestätigt uns eigentlich jeder Händler den wir im Netzwerk haben dass die Geschwindigkeit parallellos ist im Vergleich zu allem anderen.

 

MK: Siehst Du also die Geschwindigkeit als einen der Haupt Vorteile gegenüber anderen mobilen Zahlverfahren?

 

CP: Für den Händler ist Einfachheit und Geschwindigkeit wichtig und auch das Thema der Verknüpfung des Zahlvorgangs mit seiner Welt – auch das Thema PCI Compliance ist bei uns keines denn da wir bei Blue Code ja nie die persönlichen Daten den Kunden haben, das ist eben auch eine spezielle Sache bei uns, wenn wir mit unseren Bankpartnern arbeiten und diese die Blue Codes gegen das Konto ausgeben dann hat nur die Bank den Namen und die Kontonummer des eigentlichen Zahlers. Wir von Blue Code haben im gesamten System keine Namen und keine IBANs. Daher haben auch unsere Händler mit der Datenschutz Thematik zu dealen …

 

MK: Heisst aber auch der Händler hat keine Referenz auf den Warenkorb, richtig?

 

CP: Wir sind in der Kasse. Es sind alle Warenkorb Informationen da. Das heisst der Händler kann mit unserem Produkt alles tun, doch?

 

MK: Wenn ich aber Blue Code nutze und bezahle damit dann weiss der Händler Maik hat Euro 23.40 und hat Möhren, Erbsen und Kartoffeln bezahlt. Teure Möhren.

 

CP: Vom Zahlvorgang weiss der Händler NICHT wer mit Blue Code bezahlt hat. Weil wir ja selber die Daten auch nicht haben. Wir wissen ja auch nicht ob oder dass Du, Maik, Kunde bist.

 

MK: Also kann er mich gar nicht mehr identifizieren?

 

CP: Es kann es nur bei den Stammkunden wo er die Kundenkarte verknüpft. Das heisst wenn der Kunde das Zahlverfahren mit der Stammkunden Karte verknüpfen möchte kann der Händler basierend auf diesen Daten alles machen. Wenn der Kunde anonym bleiben will dann ist das bei Blue Code inhärent so weil Blue Code ein anonymes Zahlverfahren ist. Das heisst dann erfährt das alles niemand (nur die Hausbank).

 

MK: Das heisst wenn der Kunde zB Edeka oder Netto eine eigene App haben, zB M-Preis hat eine, dann wäre es so, dass über das Thema Loyalty der Warenkorb erfasst wird aber in dem Moment wo der Kunde nur bezahlt und keine Kundenkarte einsetzt ist er für den Händler blind.

 

CP: Genau richtig. Das ist wie wir denken auch einer der wichtigen Punkte, vor allem im deutschsprachigen Europa, dass immer auf die Sicherheit und den Datenschutz Wert gelegt wird. Wir haben zwar überall Sicherheitszertifikate und wir verschlüsseln und wir haben SSL-Pinning also machen wir alles weil unsere Bankpartner natürlich unsere Systeme genau durchleuchtet haben aber in Wirklichkeit ist das Sicherheitskonzept dass wir selber nie etwas von der Bank bekommen. Also in der Tat, ja, bei uns gibt es im System keine persönlich relevanten Daten.

 

MK: Verglichen mit anderen fahrt Ihr da einen klar auch anderen Weg. Also wie Du es ja sagst alles anonym und nicht bekannt. Wenn wir das vergleichen mit Payback oder Payback Pay – da sieht die Welt klitzekleines bisschen anders aus. Die Frage ist natürlich – was ist für den Händler am Ende des Tages interessanter also ich denke mal konkret an die REWE Gruppe die Payback und Payback Pay einsetzt, oder DM, was ist der Vorteil für einen solchen Händler auf Blue Code zu setzen. Denn der Händler will ja genau die Daten haben.

 

CP: Der Vorteil ist nehmen wir Payback als Beispiel, dass er mit dem Payback System, wo der Kunde Punkte erhält und auch seine Daten damit preisgibt weiterhin alles sammeln kann was er sammeln möchte, aber mit dem Bezahlvorgang keine Risiken hat – Blue Code könnte also für Payback Pay die Zahlung anonym erledigen weil diese letzte Meile bereitet dem Händler eigentlich nur Kopfschmerzen – weil bei Blue Code gibt es Zahlungsgarantie und bei Blue Code gibt es auch keine Gefahr dass er an IBANs oder Bankdaten kommen kann – er hat also keinerlei Hacking Risiko oder Downside. Aber er hat sein ganzes Loyalty System wo der Kunde all seine Daten preisgeben kann / möchte. Also unserer Ansicht nach hätte der Händler aber auch Payback das beste von beiden Welten.  Den Zahlvorgang überlässt man der Bank und bekommt die Zahlung garantiert. Und bei Thema Loyalty kann man sich alles ausdenken was man möchte oder weiterfahren denn da gelten die Regeln des Händlers.

 

JS: Jetzt habe Ihr ja die ganze Sache beim Oktoberfest gemacht als Pilot in München mit Bezahlen von Bier im Zelt als auch bei Schaustellern. Wenn ich mich jetzt mal dumm stelle – kann ich denn am Oktoberfest im Zelt wo schlechte Funkverbindung ist eine Mobile Payment Transaktion machen und wo auch sagen wir mal die hygienischen Bedingungen etwas schwierig sind, sehr viel Feuchtigkeit, Bier was da rumspritzt, hat denn da alles funktioniert. Das Oktoberfest is jetzt ja mehr oder weniger durch. Was sind die Learnings daraus, seid Ihr offline fähig, was habt Ihr da aus dem ganzen Oktoberfest rausgezogen an Erfahrungen?

 

CP: Das Oktoberfest war für uns ein enorm grosses Projekt, das könnt Ihr Euch vorstellen. Es gab mehrere Monate technische Vorbereitung, rechtliche Vorbereitung und dann konnten wir erst zur offiziellen Pressekonferenz des Bürgermeisters also 35 Arbeitstage vor Wiesn Start die Acquise beginnen. Das war auch da ein großer Challenge. Wir haben dann aber pro Tag 1.5-2 Schausteller boarden können mit unserem Acquiring Partner BS Payone und haben diese Händler ins Acquiring System gebracht. Wir hatten also die top 50 Schausteller im Netz, also Olympia Looping, oder Power Tower oder Autoscooter – da war sehr viel vom Schausteller Gewerbe mit Mobiltelefonen ausgerüstet und in der Lage den Blue Code vom Telefon abzuscannen. Gleichzeitig haben wir in der Gastro unsere ersten Versuche gemacht mit dem Ammer Bierzelt oder dem Weissbiergarten Radlinger. Wir hatten also auch da sehr viele Erfahrungen gemacht. Und ich muss sagen ich bin da natürlich am Podcast und es ist alles offiziell, aber es war auch für uns eine ausgesprochen positive Überraschung. Wir hatten technisch viel vorbereitet und es hat alles gut geklappt und auch bei den Schaustellern und Wirten grossen Zuspruch gefunden. Wir haben positives Feedback erhalten weil alles sehr schnell funktioniert hat und ja die Offline Fähigkeit ist wichtig – der Zahler kann offline sein – wir speichern stets eine gewisse Anzahl Blue Codes im offline Speicher also der Keychain des Telefons. Das heisst ein Blue Code kommt immer sofort auch wenn gerade keine gute Funkverbindung herrscht aber der Schausteller oder Wirt braucht mit seiner App online Verbindung und das war auch gewährleistet. Wir hatten schon bei der letzten Wiesn in Vorbereitung auf allen drei Mobilfunk Netzen PINGs abgesetzt um die Abdeckung zu prüfen ob das möglich sein wird und auch das hat am Fest wirklich klaglos funktioniert. Von daher war es eine wirklich gelungene Sache. Wir haben ja eine 4 Jahres Lizenz mit MeinFest und im nächsten Jahr ist der Anspruch wenn das Interesse aller Schausteller und Wirte da ist auch alle zu boarden weil dann ist es wirklich eine bargeldlose Wiesn. Jetzt war es schon so, so ehrlich muss man sein, die Leute die es machen wollten, waren genau die Mobile First interessierten – die mussten nämlich auf der Map schauen wo es geht und wo nicht – und die haben auch richtig Freude daran gehabt aber es war noch nicht das Zahlverfahren das jeder Besucher benutzt hätte. Den Schritt erhoffen wir und dann beim nächsten Mal 🙂

 

JS: Und wie ist es mit offline usage – kann ich da tatsächlich im Bierzelt bezahlen wenn ich offline bin. Weil erfahrungsgemäss wann immer ich im Zelt war war es suboptimal der Empfang.

 

CP: Ja, wir haben in den Blue Code Scheme Regeln und auch im technischen System die Möglichkeit die Anzahl der Blue Codes die in der Keychain gespeichert werden dem Issuer zu überlassen. Der Issuer ist ja die Bank die den Blue Code eigentlich herausgibt. Und das wird also bei unseren Issuing Banken eingestellt und das war auch dort möglich. Aber wir waren überrascht weil wir nicht so viel offline Nutzen gehabt wir gedacht. Wir haben in Österreich einmal das letzte Jahr analysiert und im LEH liegen wir bei 6-8% Offline Fällen, in Parkgaragen bei 20%, 30% und bis zu 50%. Daher ist es schon sehr wichtig diese Offline Fähigkeit anzubieten. Aber auf der Wiesn hat es auch so funktioniert wie im Design vorgesehen und wir haben kein Feedback bekommen dass die Anzahl der Offline Blue Codes, wie zum Beispiel von unserem Issuer Stadtsparkasse München, zu wenig waren. Vielleicht wenn man wirklich viel trinkt und immer offline ist dann kann es zu Problemen kommen. Das war aber hier wohl nicht der Fall.

 

JS: Stell Dir vor ich Jochen bin ein Freibier Gesicht. Ich bin im Bierzelt. Ich bin offline. Ich generiere einen Offline Blue Code. Und der Maik ist auch ein Freibier Gesicht und kopiert meinen Blue Code via Foto ab und ein paar Kumpels auch. Der Kellner scannt diesen Blue Code und wir haben alle Bier und viel Spass. Ist das ein Use Case der geht oder ein Risk System das da dazwischen geht.

 

CP: Ihr habt viel Spass aber nur ein einiges Mal. Wenn der Blue Code eingescannt wird – der Händler ist ja online – und wir machen eine online Autorisierung – damit ist der Dein Blue Code dann verfallen. Der Maik würde ihn nochmals zeigen aber ein Decline erhalten dass dieser Blue Code nicht mehr möglich ist. Eine Mass, Jochen, könntet Ihr trinken. Die anderen nicht.

 

JS: OK. Das heisst der ich muss online sein auf der Akzeptanzstellen Seite.

 

CP: Genau.

 

MK: Und es braucht eine Kassen Integration. Das heisst es ist ja fernab des Terminal. Der Händler braucht ein Stück Software das integriert werden muss. Ihr habt wahrscheinlich Schnittstellen zu allen gängigen Kassen, also zB Wincor, GK, etc. und ihr braucht auch einen entsprechenden Barcode Reader. Das heisst diese Laser Scanner die man oft an Tankstellen vorfindet die funktionieren nicht.

 

CP: Im stationären Handel ist das richtig. Es braucht die Kassen Integration. Aber weil es ein Barcode ist und kein QR Code geht das mit dem Euro 15 CCD Scanner. Einen QR Code kann man nur mit einem Imager Lesen und da ist man dann schon bei Euro 150.

 

MK: Aber Du kannst ja nicht mit einem Laser Scanner einen Barcode vom Telefon lesen. Das reflektiert doch.

 

CP: Mit dem Rotlicht Laser kannst Du es nicht aber mit einem herkömmlichen CCD Scanner für Euro 15 kannst Du auch Barcodes lesen.

 

MK: Stimmt.

 

CP: Aber auf der Wiesn haben wir eine mobile Akzeptanz App zur Verfügung gestellt. Da musste der Schausteller nur in den App Store. Die MeinFest App wurde speziell entwickelt für Events und das Schausteller Gewerbe – weil da tingeln wir jetzt mit denen durch die Weihnachtsmärkte und Feste … sonst gibt es für den “normalen” Handel die Blue Scan App – die kann der Händler runterladen, fotografiert einen blauen QR Code und ist sogleich im Acquiring System geboardet und kann in der nächsten Sekunde schon Zahlungen entgegen nahmen ohne grosse Integrationskosten.

 

MK: Wenn du den normalen stationären Handel anschaust hast Du ja genau diese Integration. Da musst Du in das Herz des Händlers ran, das ist der Dreh- und Angelpunkt. Wenn wir uns anschauen zB Regiemärkte von Edeka was ja quasi wie Franchising ist wo Du keine zentrale Steuerung hast musst Du vor Ort das Stück Software installieren. Schreckt das nicht ab? Und Du musst ja auch jeden Händler überzeugen – Du kannst ja nicht sagen Edeka ihr macht jetzt mal alle mit. Das funktioniert ja nicht bei Franchise Märkten.

 

CP: Das ist richtig. In Österreich haben wir beim SPAR ein ähnliches Konstrukt wo viele Einzelhändler tätig sind. In den meisten Fällen ist aber die Kassensoftware auch remote update fähig und weil wir für die meisten gängigen Kassen Software Produkte ein PlugIn haben – Blue Code ist nämlich was das betrifft ein sehr triviales Verfahren: es wird nämlich lediglich via eine REST Schnittstelle der Blue Code, der Tag/ die Uhrzeit, der Betrag und die Händler Kennung an den Akzeptanzserver geschickt und es kommt ein OK oder nicht OK zurück. Das heisst die Integration in ein Kassen System wenn der Händler interessiert ist beträgt zwischen 3 und 5 Manntagen im Maximalfall. Das komplizierte kann dann eintreten, und da hast Du Recht, wenn das Rechtskonstrukt sehr Franchising mässig aufgebaut ist, dann muss man auch wie bei anderen Händlern von uns den Rahmenvertrag abschliessen aber dann doch jeder Franchise Nehmer noch eine Beitrittserklärung von einer Seite zeichnen damit er als eigenständiges rechtliches Konstrukt gemäss der geltenden Zahlungsverkehrsgesetze in die Datenbank des Acquirers eingepflegt werden kann.

 

MK: Lass uns das mal durchspielen. Was viele nicht wissen. Ich habe ja einen Edeka Markt den ich betreibe – Jochen, ja – ich scherze nur – ich sage jetzt, Christian, dieses Blue Code Ding, das würde ich gerne machen. Ja, ich habe hier meinen Laden, meine Kasse, Software ist jetzt mal egal von wem die kommt, ist ein etablierter Kassen Software Hersteller. Ich habe nur gelesen ist eine coole Geschichte und ich will das meinen Kunden anbieten. Jetzt rufe ich Dich an. Was jetzt?

 

CP: Jetzt frage ich Dich zunächst: Welches Kassensystem hast Du? Jetzt kannst Du zB eines haben wo wir schon ein PlugIn haben …

 

MK: Habe ich! Wincor

 

CP: OK. Da haben wir schon etliche Integrationen. Dann kannst Du bei Deinem Kassensoftware Anbieter die Blue Code Funktionalität anfragen und je nachdem welchen Release oder welche Version Du hast bekommst Du den Update eingespielt und bist ready to go, von der technischen Seite. Jetzt musst Du bei Acquirer einen Blue Code Akzeptanzvertrag zeichnen. Wir als Blue Code sind ja kein Acquirer. Dafür haben wir unsere Acquiring Partner. Du bist jetzt in Deutschland, da ist unsere erster Acquiring Partner die BS Payone. Die würden mit einem drei seitigen Akzeptanzvertrag antreten, Deine Stammdaten aufnehmen mit Deiner Bereitschaft Blue Code Zahlungen entgegen zu nehmen. Im Vertrag stehen Gebühren die Du mit dem Acquirer verhandelst. Den unterschreibst Du und nach 1-2 Tagen bist Du im System des Acquirers und Du erhälst eine Merchant ID und einen API Secret Key. Den pflegst Du in der Kassen Software ein und bist ready to go.

 

MK: Hört sich bisschen komplex an.

 

CP: Ich muss sagen wenn ich es vergleiche – in Österreich haben wir mit drei Leuten fast den gesamten Lebensmittel Handel aufgeschalten. Ich sage Dir, wenn der Händler eine Analyse macht und findet Gefallen am System, wir haben noch nie im Handel Schwierigkeiten gehabt.  Wir haben ja noch die andere Seite bei uns im Blue Code Scheme.  Blue Code ist ein Verfahren das in Echtzeit, anonymisiert, von den Konten der Kunden bucht. Da hat es viel mehr strategische und technische Diskussion. Wenn ich vergleichen muss – nehmen wir den grössten Händler Deutschlands im Workshop oder beispielsweise die grösste Bankengruppe Deutschlands – dann bin ich mit dem Händler in 1-2 Wochen live und mit der Bank in 6-12 Monaten. Wir sehen eher die Integration unseres Verfahrens – des anonymen Buchens am Konto – ohne SMS TAN – das ist braucht Buy In von der Bankengruppe das sie erkennt wo die PSD2 hingeht und dass Sie eher ein Verfahren möchte wo Sie die Datenhoheit behält, wo Sie Einnahmen generiert, das ist doch der grössere Schritt mit den Bankpartnern das Blue Code System durchbringen. Nicht so sehr beim Handel – das war bis jetzt wirklich nie der Blocker.

 

JS: Ja, der Handel ist ja vielleicht auch einfach zu handeln. Du musst Mehrwert stiften, mehr Umsatz, schnelleren Kassen Durchsatz, oder günstigeren Preis oder einfach ein bisschen Innovation im mobile Bereich. Dann hast Du die relativ schnell. Bei den Banken, ja bin ich bei Dir, ist es immer gleiche eine strategische Sache. Dann ist die Sache – denken Sie strategisch langfristig oder nur strategisch kurzfristig in nächste oder übernächste Quartal. Man sieht das beide Sachen bei verschiedenen Banken und das kann dann relativ lange gehen. Aber lass mich auf dem Punkt einhaken. Bei PSD2 / Access to Account – die Schnittstelle die Ihr nutzt in die Bankensysteme ist ja nicht eine öffentliche Access to Account oder Payment Initiation Schnittstelle die im Rahmen von PSD2 kommt sondern ist ja eine proprietäre Schnittstelle als Premium Anwendung. Ist das richtig oder nutzt ihr die ganz normalen Standard Features was auch jeder andere nutzen kann.

 

CP: Nein, das ist richtig. Ein Issuer im Blue Code Scheme hat eine spezielle Rolle bei uns. Da buchen wir als trusted third party mit Schnittstellen die es so sonst nicht gibt. Und als Learning aus den letzten Jahren – die Standard Schnittstellen die Online Banking Credentials erfordern oder SMS TANs voraussetzen die werden im stationären Handel nicht funktionierten. Und der stationäre Handel ist da wo die grosse Schlacht entschieden wird. Da ginge keine Offline Fähigkeit. Da wird es einige Experimente geben die nicht wirklich tragfähig sind. Das heisst wenn wir bei einer Bank Blue Code vorstellen dann stellen wir eigentlich vor dass Sie in den letzten Jahrzehnten eine Karte ans Konto gelassen hat. Und dass dies ein guten und richtiger Schritt war. Es funktioniert ja sehr gut, braucht keine Batterie und funktioniert im Regen … so auch die Girokarte in Deutschland ist ja ein gutes Verfahren und wird die nächsten Jahrzehnte noch erfolgreich funktionieren. Unser Pitch ist – jetzt kommt die mobile Welt und da hat man als Bank den Luxus und sollte bzw muss man sich die Zeit nehmen die Regeln neu zu schreiben indem man eben omni-channel, international, und mit Mehrwerten bestückt Lösungen auf den Markt bringt aber trotzdem nicht die Kundendaten in die Welt hinaus spielt und sich ein Business Modell bewahrt. Das ist unsere Ansage an die Bank. Die Zeit tickt und in drei / vier Jahren werden die Regel woanders geschrieben. Das ist die grosse strategische Diskussion mit den Bankhäusern jetzt wirklich in ganz Europa. Wir haben in Italien, Spanien, Frankreich, Irland, Griechenland haben wir bereits Workshops mit vielen Grossbanken die unsere Schnittstellen für die Direktbuchung am Konto integrieren um eben Antworten zu haben in der Mobilen Welt.

 

MK: Darf ich da auch nochmals einhaken. Wie ich verstehe sprecht Ihr mit Banken genau über das Thema und Du hast ja eingangs gesagt das wäre ja eine schöne Geschichte wenn jetzt Blue Code im Prinzip ja als Bezahlverfahren in die Banking App integriert wird. Schauen wir uns das mal an. Es gibt ja bereits Vorstösse, die Deutsche Bank und die Postbank die ja bereits ein mobiles Verfahren basierend auf NFC bzw HCE Host Card Emulation integriert haben. Die Sparkassen haben auch diese Woche angekündigt. Die wollen ja schlussendlich auch die Girokarte neben der Kreditkarte mit rein nehmen. Die Infrastruktur beim Handel ist ja da. Ich muss “nur” das Thema in der App implementieren. Ich muss darauf verzichten dass ich es auf iOS machen kann, weil ja die NFC Schnittstelle zumindest für Payment nicht freigegeben ist auch mit iOS 11 nicht. Aber es hört sich für mich, aus Bankensicht, oder korrigier mich, oder ich habe das immer noch nicht verstanden interessanter an. Weil ich muss eben nicht den Handel draussen überzeugen. Bei Dir ist es ja Henne/ Ei Problem. Ich verstehe Blue Code ist universell. Ich kann es überall einsetzen. Auf der anderen Seite. Ich muss es halt auch im Handel haben. Und auf der anderen Seite NFC / kontaktloses bezahlen ist bereits da. Was ist das Argument.

 

CP: Hierzu zwei Argumente: Wenn man die HCE Lösung ansieht und das ist auch durchaus ein richtiger Schritt. Wenn Du das Problem dreidimensional ansiehst hast Du auf einer Achse Point of Sale, E-Commerce, InApp Zahlung, am Automaten und P2P Zahlung.In der zweiten Dimension hast Du eben Android und iOS. Und in der dritten Dimension hast Du die für mobile payment wichtigste Dimension nämlich welche Mehrwerte Du liefern kannst – weil wir glaube ich alle gesehen haben – die die es richtig machen liefern eben mehr als zahlen. Wenn wir uns die HCE Lösungen ansehen und wie gesagt unterstützen wir das sogar – denn dann haben die EINE dieser Boxen gecheckt. Nämlich den Point of Sale mit Android ohne Mehrwerte. Diese Box ist voll. Die anderen Boxen sind leer. Also wenn wir uns jetzt die Girokarten Integration ansehen. Das ganze ist jetzt nicht international, hat keine Mehrwert Services, geht eben nicht auf iOS, geht nicht im Omni-Channel, etc. Da ist unsere Ansage an die Bank – wir sind nur eine blaue Zahl – wenn in einer HCE Wallet Blue Code auch integriert ist haben wir plötzlich ALLE Checkboxen gesetzt. Wir haben die Datensicherheit im System, wir haben ein Geschäftsmodell wo die Bank verdient und jetzt ist es eine runde Geschichte die auch auf iOS dem Händler Mehrwerte bringt, dem Kunden Mehrwerte bringt und dann auch noch zB in Österreich überall funktioniert. Wir sehen hier nur win-win’s. Weil HCE Girokarte und Blue Code – wir buchen ja beide am Girokonto. Wir haben ja den gleichen Ansatz! Unsere Antwort an die Kreditwirtschaft ist einfach – wir helfen gerne diese fehlenden Checkboxen zu füllen bevor es die anderen tun. Und wir haben auch mit Blue Code eine NFC Variante. Wenn man also den Blue Code via NFC funken möchte, nur so gerne. Aber dann kann man natürlich auch die jetzige HCE Implementation nutzen – da haben wir gar nichts dagegen. Und wenn man als HCE Nutzer das Telefon Richtung Kassiererin schwenkt – dann merkt das der Gyro Sensor am Telefon/ in der App und es erscheint ein Barcode – die Kassiererin scannt Ihn ab und nun sind Kundenkarten und Vouchers auch noch übergeben. Wir sehen hier nur win-win Potential. Genommen wird hier niemandem etwas ausser denen die man eben nicht in der User Journey haben möchte, den amerikanischen Kollegen oder der Lastschrift. Da geht auch die Richtung hin. Also wir sehen eine auch eine Strategie von Banken die NFC/HCE mit Karte und Mobiltelefon fahren überhaupt nicht als Konkurrenz – fast das Gegenteil – die Bank denkt mobil, sie weiss Sie muss etwas tun aber häufig brauchen wir dann Gespräch mit den Verantwortlichen und wie gesagt in Italien, Spanien, Frankreich war ich in den letzten Wochen in Workshops mit genau diesen Themen. Es sind hier nur win-win’s den HCE is ja nur Übertragungstechnologie auf dem Weg zum Konto und füllt eine Checkbox – die anderen 20 sind mit dem Ansatz noch leer.

 

MK: Gibt es eigentlich einen Blue Code Account dann? Oder wie stelle ich mir das konkrete vor. Ihr habt eine Bank überzeugt Blue Code einzusetzen oder ganz viele Banken unter Umständen, da habe ich Blue Code in der Banking App. Aber dann habe ich ja unter Umständen auch noch eine Händler App die könnten ja Blue Code auch integrieren? Habe dann später drei Blue Code Accounts? Gibt es gar keinen Blue Code Account? Wie steuere ich das jetzt, aus Konsumenten Sicht?

 

CP: Wir bekommen von unseren Bank Partnern (den Issuern) eine unique ID für die Konto Verknüpfung – wir nennen diese die Contract ID. Denn die Bank macht ja mit dem Endkunden AGBs bzw einen Zusatzvertrag über ein neues Features des Kontos nämlich die Zahlung via Blue Code. Und wir können in der Plattform daraus eine 1-many relationship machen also hinter einer Contract ID können mehrere Apps stehen, wenn die Bank das möchte. Also als Beispiel geht in Kürze ein Bundesligist im Fußball Stadion live und da kam das Interesse Blue Code in die Fan App zu integrieren. Ich war am Anfang auch etwas verwundert aber die beiden Bank Partner haben dies befürwortet und wie ich meine eben eine sehr durchdachte Strategie: “Wir folgen als Bank dem Kunden wo auch immer er hingeht und ermöglichen das Zahlen am Girokonto mit Datenhoheit und einem Business Modell. Weil in den 90 Minuten ist nun einmal die Fan App genau die im Fokus des Kunden steht und nachdem das Spiel vorbei ist wird er wohl nicht diese App zum Zahlen im LEH benutzen (er könnte!). Und so kann man sowohl dem Händler bzw dem Verein in diesem Fall, als auch der Bank als auch dem Endkunden Mehrwerte liefern. Wir sind somit schneller in der Abwicklung in der 15 Minuten Pause damit der Kunde zufrieden ist und der Umsatz im Stadion stimmt. Gleichzeitig kann es in der App noch Stempelkarten geben und und und. Das heisst die Bank hat bei uns die Möglichkeit entweder in Handels-Apps von befreundeten Händlern, in Grosskunden Apps zu integrieren ohne Daten des Zahlers preiszugeben und trotzdem bekommt der Händler eine Zahlungsgarantie, es gibt keine Forderungsausfälle und keine Probleme mit dem Datenschutz. So kann man mit einem HCE SDK (in skalier- und bezahlbarer Art und Weise) nicht erreichen. Bis eine App ein HCE SDK Integration und Kunden Boarding macht – das geht von Datenschutzgründen schon gar nicht. Und im Blue Code Fall war das Ganze und ich untertreibe oder übertreibe jetzt wirklich nicht in 10 Manntagen waren beide Operating Systeme (Android und iOS) fertig, wir haben mehrere Testspiele hinter uns und im Oktober geht das Stadion live. Und das Ganze war ein Aufwand der für den Verein sehr machbar war und er verdient als App Provider auch noch bei jeder Transaktion mit. Das freut uns riesig denn es ist quasi die Bestätigung der Strategie dass eine Bank in dieser digitalen und mobile Welt wirklich Strategien hat nämlich Datenhoheit und Einnahmen und dabei den Endkunden und Handelspartnern Vorteile bringen kann.

 

JS: Und ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen nämlich die Möglichkeit an etablierter Infrastruktur die zeitaufwendig ist wo eine Integration aufwändig ist vorbei eine schnelle Händler Integration herbei zu führen wenn ich das richtig verstanden habe.

 

CP: Genau so ist es. Mit der Kombination der Ansätze hat die Bank nun optische Verfahren und NFC Verfahren – die hängen alle am Ankerprodukt Girokonto und kann sich in jedem Kanal mit dem jeweiligen Verfahren optimal positionieren. Und dabei niemanden der die Daten absaugt dazwischen lassen. Und noch bei jeder Transaktion ein Entgelt verdienen. Wege der Daten ist es im Blue Code System ja inhärent so weil wir ja auch nie Daten den Bank oder des Zahlers erhalten.

 

JS: Jetzt haben wir die ganze Zeit – und wir müssen langsam zum Ende kommen – jetzt haben wir die ganze Zeit über den stationären Handel gesprochen. Der Handel geht multi-Kanal und muss so aufgestellt sein also auch den Online Handel adressieren. Wie funktioniert dass Ihr sowohl E-Commerce als auch InApp / mobile Commerce mit unterstützt oder seid ihr ausschliesslich fokussiert auf den stationären Handel?

 

CP: Nein, nein. Wir machen schon im Live Betrieb zB die InApp Zahlung mit etlichen Kunden hier in Österreich d.h. Man kann von der Händler App bzw im Blue Code SDK selber Zahlungen durchführen. Also konkret InApp Zahlungen gibt es schon länger zB mit einem Parking Ticket Anbieter. Oder auch in Automaten ist dies für uns ein stark wachsender Markt: Wir habe ein Bluetooth Modul fertigen lassen welches im Vergleich zu NFC einen Bruchteil kostet. Jetzt kann man in jeden Automaten der einen Münzeinwurf hat dieses Modul anstecken und dann mit Blue Code aus der App bezahlen.

 

JS: Wobei das ist ja wieder stationärer Handel ist.

 

CP: Im E-Commerce das gleiche – was sich durchgesetzt hat ist dass der Kunde im online Fall einen blauen QR Code abfotografiert und damit ist die Zahlung am Konto getätigt. Wir sehen uns da als Token Provider und der Token kann mit jeder sicheren Technologie auf jedem Kanal übertragen werden.

 

MK: Ja, wie ich Euch verstehe seid Ihr so eine Art Europäische Mastercard und VISA das ist das Geschäftsmodell als Scheme wo Ihr Eure Infrastruktur interessierten Dritten, sprich Banken und Händlern oder vielleicht auch anderen Payment Schemes die ja nur online sind und immer wieder behaupten sie wollen auch offline gehen, also stationären Handel, und da was selbst bauen – da könnte man ja eventuell auch selbst was bauen. In seid insofern ein Anbieter als Scheme der für interessierte Dritte die Funktionalität anbietet mit einer einfachen Integration in die Kassen Systeme und zum wettbewerbsfähigem Pricing was Kreditkarten Niveau plus/ minus ist. So ist das in einem Satz zusammengefasst …

 

CP: Debitkarten plus/ minus denn wir sind meist günstiger als Kreditkarten aber Du hast es richtig formuliert – unser System braucht ist ein Regelwerk und wir brauchen dafür und seit Beginn arbeiten wir nur in Partnerschaft mit Banken und Händlern. Bei uns können Issuer- oder Issuer Aggregatoren also Institute die irgendwo Konten haben andocken – Du hast es angesprochen – wir haben mit existierenden Schnittstellen der Paydirekt die Konten der Deutschen Kreditwirtschaft auf Staging um es auszuprobieren ins System genommen, wir haben Lunch Check Provider angebunden, etc. Wir arbeiten mit jedem Institut oder Scheme zusammen dass mit uns kooperieren möchte und damit können diese Konten im ganzen System da bezahlen wo die Acquirer Blue Code als Europäische Mobile First Lösung vertreiben. Weder Händler noch Acquirer müssen von den Issuern etwas wissen – dafür gibt es ja das Regelwerk mit der Zahlungsgarantie. Und alle Issuer die dazu kommen sorgen dafür dass das System zu wachsen beginnt. Und hoffentlich hat jeder etwas davon: der Issuer hat mehr Einsätze seines Kontos, egal welcher Art und erzielt Einnahmen ohne Daten herzugeben. Der Acquirer hat eine mobile first System im Portfolio,  made in Europe, und die App Provider – das ist eben die dritte Rolle – da hat gerade vor Kurzem Vodafone Deutschland diese Lizenz im Blue Code System und kann nun ohne viel vom Zahlungsverkehr selber integrieren zu müssen (dafür ist das SDK integriert) und jetzt kann jeder Nutzer zB seine PrePaid Karten aufladen, oder im Handel zahlen, oder im Fussball Stadion, etc und als App Provider verdient man da sogar noch mit. Wir denken also hier gibt es nur win-win’s für alle Beteiligten weil wir das Ganze als Scheme aufgesetzt haben in einem partnerschaftlichen Approach.

 

JS: Gut, Maik, hast Du noch ne Frage?

 

MK: Nein, ich glaube wir haben viele Fragen gestellt haben auch beantwortet bekommen, von der Seite bin ich recht glücklich. Ich bin gespannt wie es bei Blue Code weitergeht. Ich drücke die Daumen zudem muss ich ja vorweg schicken, Siegen, ist ja eine der Pilotprojekte von Blue Code. Also, Metropole! Universitätsstadt Siegen sag ich da nur.

 

JS: Ja, da hake ich als Frankfurter Resident nach, denn Blue Code ist auch hier an der Uni im Pilotbetrieb so dass die Studenten in der Kantine mit Blue Code bezahlen können. Kannst Du da was sagen? Haben die Studenten das angenommen?

 

CP: Ja, da ist insbesondere Siegen ein guter Fall! In einigen anderen Uni’s gibt es bereits PrePay Karten die mit der Uni ID verknüpft sind die schon gute Use Cases liefern. In Siegen war doch noch viel Bargeld und wir sind da sehr happy und auch der Kantinen Betreiber und die Studenten sind da sehr zufrieden. Siegen haben wir gerne, auch wegen der Sparkasse Siegen mit Wilfried Groos die ja auch auch einer der Leuchttürme von Blue Code sind. Ja, wir hier bei Blue Code sind Siegen Fans.

 

JS: Ja, dann vielen, vielen Dank für Deine Zeit dass Du uns so Rede und Antwort gestanden hast. Wir drücken die Daumen für die weitere Entwicklung. Lass uns so nochmals in einem Jahr einen Review machen. Ich würde dann gerne mal mit Dir sprechen wenn Du in Deutschland aus dem Pilotstatus raus bist und das Grösser ausrollst wie da die Erfahrungen sind. Weil die erste Erfahrung QR und Scanning war ja ne Katastrophe, die zweite Erfahrung jetzt mit Payback Pay und Euch ist ja von der User Experience deutlich angenehmer und besser und von insofern sind wir gespannt wie sich das entwickelt. Auch im Kontext ob vielleicht irgendwann mit Apple Pay kommt wie man sich hier im Wettbewerb mit Apple Pay schlägt und dem NFC/ HCE Piloten der Banken darstellt. Ich habe da relativ klare Meinung aber wir werden dann ja sehen wenn wir einen Review machen.

 

CP: Ja, Danke Euch auch für das Interview. Wir sind auch gespannt auf das nächste Jahr. Bei uns wird die Internationalisierung im Fokus stehen. Wir haben ja kürzlich den Jury Preis der grössten Kernbanken Software der Welt gewonnen, der Firma Temenos. Da waren 150 FinTechs am Start und wir haben die Europäische Ausscheidung und nun auch die Weltausscheidung gewonnen und sind mittlerweile im Kernbanksystem integriert. Jetzt können über 800 Banken sehr einfach Blue Code Issuer werden (und auch Acquirer) innerhalb von Wochen. Für uns ist die Internationalisierung der Hauptfokus und da freuen wir uns schon auf den Podcast im nächsten Jahr. Ich weiss auch noch nicht genau wo die Reise hingeht aber wir haben sicher irgendetwas zu berichten.

 

JS: Ja, super. Dann vielen Dank Dir und schönes Wochenende! Und ja bis zum nächsten Mal wenn wir uns auf irgendeiner Konferenz wieder sehen.

 

CP: Alles klar! Danke Jochen. Danke Maik.

 

MK: Danke Christian.

 

JS: Machts gut und wir bedanken uns noch kurz bei unseren Sponsoren SHC Stolle Consulting und Bankverlag für die Unterstützung und ja, viel Spass bis zum nächsten Podcast!

 

 

 

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Jochen Siegert ist Unternehmer, Speaker, Podcaster und Mentor im FinTech- und Payment-Umfeld. Er schaut zurück auf 17 Jahre Erfahrung und Führungspositionen im Zahlungsverkehr (MasterCard, PayPal, Bigpoint und KarstadtQuelleBank). Aktuell ist der Vorstand/COO der traxpay AG sowie im Advisoryboard bei Figo, FinLeap und Savedroid aktiv.
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2 Comments

    • leider nein – es liegt leider an der schlechten Tonspur v Chris, sorry. Habe noch rausgeholt was ging aber es lag wohl ein lokales Problem mit dem Ton/Mikro vor.

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