Dürfen wir vorstellen: Christopher Plantener von Kontist

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Die Gesichter der FinTech-Branche

Das Arbeiten in der FinTech Branche gleicht einem Kommen und Gehen, setzt ein hohes Maß an Professionalität in einem durchaus lockeren Arbeitsumfeld voraus und ist vor allem geprägt von Innovationen sowie guten, klugen und zukunftsorientierten Ideen, so der weitverbreitete Konsens. Doch wer sind eigentlich die Köpfe und Macher hinter diesen kreativen Denkprozessen, an der Schnittstelle zwischen Finanzen, digitalen Technologien und Gründertum? In unserer Reihe “Die Gesichter der FinTech-Branche…” beantwortet jeden Monat eine Person aus der Payment- und Banking-Industrie die gleichen zehn Fragen.

Dürfen wir vorstellen...Chris Plantener von kontist
Photo credit: duncan via Visual hunt

Während unseres Arbeitsalltags begegenen uns immer wieder spannende Menschen, die im gleichen Umfeld tätig sind, die uns nur einmal oder immer mal wieder begegnen oder uns sogar schon privat sehr ans Herz gewachsen sind – jeder von Ihnen hat eine eigene Geschichte. Wir haben ein paar dieser Menschen aus unserem nächsten FinTech-Umfeld interviewt, um ihnen ein Gesicht zu geben. Um zu teilen, warum diese Branche für sie viel mehr ist als eine weitere Art, seine Miete zu bezahlen. Diese Menschen und deren Vita möchten wir ab heute in einer ganz eigenen Kategorie kurz portraitieren und vorstellen und haben dazu einen immergleichen Fragenkatalog entworfen. Diesmal beantwortet Christopher Plantener von Kontist unsere Fragen.

Wer bist Du, was macht Du?

  • Mein Name ist Christopher Plantener ich bin CEO & Co-Founder von Kontist.

Was waren Deine ersten Berührungen mit der Payment- und Banking-Industrie?

  • Das erste Mal bin ich 2010 bei einem Hackathon mit der Industrie in Berührung gekommen. Da haben wir an einer Bankintegration in unsere Buchhaltungssoftware gearbeitet.
Dürfen wir vorstellen...Chris Plantener von kontist
Christopher Plantener – kontist

Wann hast Du das Wort FinTech das erste Mal wahrgenommen?

  • Das kam mit Figo, genauer gesagt mit der ersten Integration von Figo in Debitoor. Das war vor vier oder fünf Jahren. Arbeiten tue ich allerdings schon seit zehn Jahren in FinTech – lange bevor es die Bezeichnung gab.

Wie definierst Du FinTech?

  • Bestehende Finanzprobleme, bzw. Probleme im Umgang mit Geld neu denken und sich nicht mit “so haben wir es schon immer gemacht” zufrieden geben.

Was glaubst Du, machen etablierte Unternehmen besser als FinTechs?

  • Sie haben einen langen Atem. Sie können langfristige strategische Ziele anstreben statt Innovationen, die schnelle Erfolge liefern. Wenn sie sich zusammentäten, könnten etablierte Unternehmen neue Technologien und Standards flächendeckend in den Markt pushen. Das werden die Kleinen nie hinkriegen.
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Photo credit: CarbonNYC [in SF!] via VisualHunt
Was kann man von FinTechs lernen?

  • In etablierten Unternehmen werden gewisse Dinge als gegeben hingenommen und nicht mehr hinterfragt. Traditionsbezogene Faktoren, wie etwa die Filialstruktur, werden stark gewichtet. Aber was findet der Kunde eigentlich wichtig?

FinTechs hingegen sind gut darin, den Status quo täglich bedingungslos herauszufordern. Damit sind nicht nur die großen Dinge gemeint. Oft sind es die kleinen Dinge, von denen jedes an sich okay ist, die zusammengenommen aber einen Anwendungsfall – beispielsweise eine Konto-Antragsstellung – unerträglich machen. FinTechs sind gut darin, sich diese vielen kleinen Dinge aus Kundensicht anzuschauen und gegebenenfalls zu erneuern. Durch die Summe kleiner Veränderungen passieren dann große Dinge.

Ganz früher waren Banken mal Berater und Partner und haben ihre Kunden gut verstanden. Aufgrund der Trends seit den 70ern zu Investmentbanking, Fusionen und Profitorientierung haben Banken heute aber eine viel größere Distanz zu ihren Kunden. Sie können ihren ursprünglichen umfassenderen Auftrag nicht mehr erfüllen. Das ist im B2B-Banking besonders relevant. Diese Rolle übernehmen jetzt die FinTechs.

Wieso tun sich etablierte (große) Unternehmen bei der Digitalisierung eigentlich so schwer?

  • Es ist leicht, Prozesse digital zu gestalten, wenn Du bei 0 anfängst. Es ist viel schwieriger, eine riesige Organisation, die auf einer nicht-digitalen Wertschöpfungskette gewachsen ist, umzustellen.
Dürfen wir vorstellen...Christoph Plantener von kontist
Photo credit: Rosmarie Voegtli via VisualHunt.com

Was würdest Du beruflich machen, wenn Du nicht in der Payment- und Banking-Industrie arbeiten würdest?

  • Ich würde eine Steuerberatungskette gründen. Das ist meines Erachtens ein weiteres Segment, das seit Jahrzehnten im Argen liegt. Selbständige und Unternehmer haben keinen Servicepunkt. Hier werden massive Veränderungen benötigt. Wir brauchen Player, die einen Customer-First-Ansatz verfolgen, die die heute gebotenen Dienstleistungen automatisieren und Kundenberatung als Service anbieten

Bei welchem Unternehmen würdest Du gerne mal einen Tag arbeiten?

  • Im Weißen Haus. Ich wüsste gern, wie dort die Arbeit abläuft.

Mit wem würdest Du gerne ein Bier trinken?

  • Sicherlich nicht mit Donald Trump. Lieber mit Emmanuel Macron.

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