Update: Die größten deutschen Fintech-Startup-Exits 2021

Update 3.2.2022: Wir haben die Liste um Viafintech erweitert.

Verkäufe von Fintechs sind genauso spannend wie ihre Gründungen. Schaffen es die Schöpfer ihre Ideen für teures Geld zu verkaufen, darf man das in der Regel durchaus als Wertschätzung für Innovation und beständige harte Arbeit werten. Auch 2021 gab es in der deutschsprachigen Fintech-Bubble einige bemerkenswerte Deals zu vermelden. Wir widmen uns in dieser Woche deshalb der Frage: Was waren die größten deutschen Fintech-Startup-Exits 2021.

Die 8 größten deutschen Fintech-Startup-Exits 2021 als Infografik

Scrollt euch in der großen Payment & Banking Infografik durch die sieben größten Exits aus dem vergangenen Jahr oder ladet sie euch in hoher Auflösung, indem ihr auf den Button unter der Vorschau klickt.


Die Top 8 in aufsteigender Reihenfolge

8. Viafintech (??.000.000,- EUR)

Der Finanzierungsdienstleister Grenke veräußerte im August 2021 seine Anteile in Höhe von 25,01 Prozent am Berliner Fintech Viafintech. Der Preis liegt im „unteren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“, heißt es. Käufer war Paysafecard mit Sitz in Österreich. 

Neben der Grenke Bank veräußerten auch der Mehrheitseigner Glory mit Sitz in Himeji (Japan) sowie die drei Gründer von Viafintech ihre Anteile.

7. Fintus (??.000.000,- EUR)

Der britische Private-Equity-Fonds AnaCap Financial Partners übernahm 2021 mit Fintus einen Anbieter von Finanz-Software. Die Kaufsumme, die die Briten für die Frankfurter auf den Tisch gelegt hatten, soll nach Schätzungen im mittleren zweistelligen Millionenbereich liegen. Fintus wurde 2016 von Benjamin Hermanns gegründet und positioniert sich als Low-Code-Banking-Plattform.

6. Fincompare (15.000.000,- EUR)

Nachdem Geldgeber wie Speedinvest, ING Ventures, UNIQA Ventures und Elevator Ventures in den vergangenen Jahren mehr als 25 Millionen in das Unternehmen investiert hatten, kaufte im vergangenen Jahr eine Gruppe genossenschaftlicher Banken (u. a. DZ Bank, Atruvia und diverse Volksbanken) Fincompare.

Die Berliner positionieren sich als digitale Plattform für die Unternehmensfinanzierung. Der Exit erfolgt damit vier Jahre nach der Gründung 2017 von Watchmaster-Mitgründer Stephan Heller.

5. FastBill (17.000.000,- EUR)

Das kanadische Unternehmen FreshBooks, ein Anbieter cloudbasierter Finanzsoftware, übernahm 2021 FastBill aus Frankfurt. Der geschätzte Gesamtpreis dafür: 17 Millionen Euro. 30 Mitarbeiter wurden im Anschluss in das weltweite Team von FreshBooks übernommen.

FastBill wurde 2011 von Christian Häfner und Rene Maudrich gegründet und ist Anbieter für Cloudlösungen für das Finanzmanagement kleiner Unternehmen und Selbständiger. Ein großes Interview zum Deal mit Gründer René Maudrich gibt es im FinTech Podcast #344 nachzuhören.

4. Ariadnext (50.000.000,- EUR)

Digitale Identitätslösungen werden immer relevanter. Ein Spezialist auf diesem Feld ist das Fintech IDnow aus München. Es investierte wiederholt in Zukäufe aus dem Bereich Identity Verification as a Service. So schluckte IDnow nach vorangegangenen Akquisitionen (identity Trust Management, Wirecard Communication Services) auch das französische Unternehmen Ariadnext.

3. Stocard (???.000.000,- EUR)

Wo Klarna mitspielt, sind große Geldbeträge nicht weit. Das Mega-Unicorn investierte nach Schätzungen dementsprechend einen dreistelligen Millionenbetrag in Stocard. Während bei der genauen Summe des Exit-Deals Unsicherheit herrscht, besteht zumindest was die Nutzerzahlen angeht Klarheit: Das 2011 von David Handlos, Björn Goß und Florian Barth gegründete Stocard zählte nach offizieller Kommunikation zuletzt 60 Millionen User. Mit der gleichnamigen App verwalten sie Kundenkarten und Coupons auf dem Smartphone.

2. Crypto Finance (???.000.000,- CHF)

Der genaue Betrag ist nicht bekannt, doch er dürfte sich in ähnlichen Dimensionen bewegt haben wie der FinTechSystems-Deal. Ein moderater dreistelliger Millionenbetrag soll geflossen sein, als sich die Deutsche Börse mit einer Zweidrittelmehrheit bei Crypto Finance einkaufte. Die Crypto Finance Gruppe mit einem lizenzierten Wertpapierunternehmen umfasst Handel, Brokerage und die sichere Verwahrung von digitalen Assets.

1. FinTecSystems (120.000.000,- EUR)

Als das schwedische Open-Banking-Unternehmen Tink im Mai 2021 FinTechSystems übernahm, war es nach dem Finanzcheck-Exit 2018 (285 Mio. Euro) der zweitgrößte Verkauf eines deutschen Fintechs in zehn Jahren. FinTechSystems wurde 2014 von Stefan Krautkrämer und Dirk Rudolf aus der Taufe gehoben und ist als Schnittstellen-Fintech ein Spezialist für APIs.

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Autor
Sebastian Zelada Ocampo ist studierter Wirtschafts- und Politikjournalist und nach Jahren der redaktionellen Arbeit seit 2018 in der FinTech-Szene unterwegs. In der PR und im Marketing des Payment Service Providers Computop lernte er die Payment-Welt kennen und lieben. Seit Mai... mehr
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