Payment & Banking Banner

Der News Rückblick März – FinTech Podcast #256

Der News Rückblick März - FinTech Podcast #256

Im März war viel los. Nicht nur Mediziner sprechen angesichts der Corona-Pandemie von einer „historischen Zeit“, auch die Wirtschaft steht vor Herausforderungen von bislang unbekanntem Ausmaß. Es wird die traditionelle Wirtschaft ebenso treffen, wie Digitalunternehmen und auch die Fintechs. Die aktuelle Lage fordert uns allen viel ab.

Zumindest gab es viele News rund um das allgegenwärtige Thema. Jochen und André haben sich demnach wieder zum Kommentieren verabredet und sind die News des letzten Monats durchgegangen. Und darüber haben sie gesprochen:

Bundesregierung beschließt historisches Hilfspaket für Firmenrettungen

Die Bundesregierung hat in den letzten Tagen ein beispielloses Paket an Hilfsmaßnahmen für die Wirtschaft beschlossen. So soll es verschiedene Hilfspakete geben, gestaffelt nach Großunternehmen, Mittelstand und Kleinunternehmen. Während größere Unternehmen v.a. über Kredite unterstützt werden sollen, sollen Solo-Selbständige und kleine Firmen bis zehn Mitarbeiter zwischen 9.000 und 15.000 Euro erhalten, soweit sie durch die Maßnahmen rund um das Coronavirus in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sind. Vielen jungen Unternehmen, Start-ups und Fintechs werden diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen, sodass Verbände (z.B. der Bundesverband Deutsche Start-ups, https://deutschestartups.org/wp-content/uploads/2020/03/20200319_SchutzschirmfuerStartups_StartupVerband.pdf), Finanzindustrie und junge Unternehmen weitere Maßnahmen fordern. Etliche Fintechs sind bereits selbst aktiv geworden.

Kontist entwickelt Tool zur schnellen Hilfe

Im Zuge der Coronakrise hat das Fintech Kontist ein Online-Tool entwickelt, mit dem alle Selbstständigen sofortige Steuererleichterungen beantragen können. Mit wenigen Klicks können Selbständige damit beim zuständigen Finanzamt beantragen, fällige Steuerzahlungen für vergangene Jahre zu stunden. Außerdem kann die Höhe der Steuervorauszahlungen beliebig angepasst und bei Bedarf ausgesetzt werden.

Penta startet Petition für Selbständige und Unternehmer

Penta will mit Petition „Selbständige, Start-ups und KMUs“ retten. Das  Berliner Fintech Penta hat eine Petition gestartet, um Unternehmen, die  stark unter der derzeitigen Marktlage leiden, aktiv zu helfen. Unter  dem Hashtag #SeiteAnSeite hat das Unternehmen konkrete Forderungen  aufgestellt, sowie eine Petition gestartet, die innerhalb weniger  Minuten von Hunderten Unternehmern unterzeichnet wurde. Zu den ersten  Unterzeichner gehörten auch andere Fintechs wie Modifi und SumUp.

Monatsrückblick März

Leaf und Stripe rufen Gutscheinportal ins Leben

Die Fintechs Leaf und Stripe engagieren sich gemeinsam in der Coronakrise und haben das Portal stammi.de eingerichtet. Corona-bedingt geschlossene Geschäfte, Restaurants und andere Betriebe können dort ihrer (Stamm-)Kundschaft ab sofort digitale Gutscheine zum Kauf anbieten. Die Nutzung ist für betroffene Unternehmen komplett kostenlos.

Mastercard erhöht Limit für PIN-loses Zahlen

Mastercard  ermöglicht in 29 Ländern Europas eine Erhöhung des Limits für  kontaktlose Zahlungen ohne die Eingabe einer PIN. Darunter ist auch  Deutschland, wo die Begrenzung von 25 auf 50 Euro angehoben wird.  Offiziell nimmt Mastercard zwar keinen Bezug zur Coronakrise, aber die  Maßnahme bedeutet natürlich auch, dass die PIN bei Einkäufen deutlich  seltener eingegeben werden muss und so die (wissenschaftlich  umstrittenen) Infektionsrisiken am PIN-Pad minimiert werden.

SumUp bietet Distanzzahlungen an

Das  vor allem für kontaktlose Zahlungen via NFC bekannte FinTech SumUp  ermöglicht seinen Kunden bis zum 30. April, kostenlos Distanzzahlungen  anzunehmen, die gar keinen persönlichen Kontakt verlangen. Das soll z.B.  geschlossenen Läden helfen, stattdessen online zu verkaufen. Über die  SumUp-App können Händler ihren Kunden so einen Zahlungslink per E-Mail,  WhatsApp, SMS oder soziale Netzwerke schicken.

Deutsche zahlen zunehmend kontaktlos

Durch  die Coronakrise erlebt das kontaktlose Bezahlen in Deutschland derzeit  einen Push: In den vergangenen Tagen sei mehr als die Hälfte aller  Girocard-Zahlungen kontaktlos durchgeführt wurden, sagte eine Sprecherin  der Deutschen Kreditwirtschaft (DK) der Deutschen Presse-Agentur. Im  Dezember habe dieser Anteil noch bei 35 Prozent gelegen.

Modularbank startet in Deutschland

Das  estnische Fintech um Gründerin Vilve Vene will auch in Deutschland  Finanzprodukte für andere Unternehmen entwickeln und damit Mambu und der  Solarisbank Konkurrenz machen.

Ant Financial führt Klarna wieder an die Spitz

Monatsrückblick März 2020

Die Payment-Spezialisten Wirecard und Klarna machen gemeinsame Sache: Alle drei Klarna-Shopping-Methoden (Sofort bezahlen, Kauf auf Rechnung und Ratenkauf) können jetzt von Händlern mit einer einzigen Integration über die digitale Plattform von Wirecard in den Checkout eingebettet werden.

Auf dem Weg zur Super-App

Alipay, der mobile  Zahlungsdienst von Alibaba-Tochter Ant Financial Services, will sich für  40 Millionen chinesische Dienstleister öffnen. Ziel ist es, ein  One-Stop-Shop für verschiedene digitale Dienste werden. Der Vorstoß darf  als Angriff auf WeChat gewertet werden, wo Firmen u.a. auch  Markenkanäle und Mini-Programme anbieten können.

Transferwise ermöglicht künftig Überweisung an Alipay-Nutzer

Transferwise  will künftig mit der chinesischen Bezahl-App Alipay bei internationalen  Überweisungen nach China zusammenarbeiten. Ab sofort könnten die Kunden  Geld an mehr als 1,2 Milliarden Alipay-Nutzer senden, hieß es in einer  Mitteilung. Benötigt werde dafür nur der Name des Empfängers und die  Alipay-ID. Der Versand funktioniert allerdings nur nach China.  Alipay-Nutzer selbst können kein Geld verschicken.

Funding Circle schließt Berliner Büro

Funding  Circle trennt sich von 125 Mitarbeitern und schließt sowohl das Büro in  Berlin als auch in Amsterdam. Die Geschäfte sollen künftig aus London  getätigt werden. Grund für diesen Schritt seien Verluste im vergangenen  Jahr, diese sollen insbesondere in Deutschland und den Niederlanden  entstanden sein.

Deutsche Börse startet Nachhaltigkeits-DAX

Die  Deutsche Börse startete den Dax 50 ESG. Er soll den  Transformationsprozess zu einer nachhaltigen Finanzindustrie  beschleunigen. Künftig werden darin nur solche Unternehmen aufgenommen,  die sich Themen wie Umwelt- und Arbeitnehmerschutz sowie eine gute  Unternehmensführung auf die Fahnen geschrieben haben.

Hohe Geldspritze für Fincompare

Speedinvest, ING Ventures und UNIQA Ventures sowie weitere „internationale Finanz- und Privatinvestoren” – darunter Elevator Ventures investieren weitere 12 Millionen Euro in FinCompare. Das Berliner FinTech positioniert sich als „digitale Plattform für die Unternehmensfinanzierung”. ING Ventures, Speedinvest und UNIQA Ventures investierten im Sommer 2018 bereits 10 Millionen Euro in FinCompare. Insgesamt flossen nun schon rund 26 Millionen in die Jungfirma, die erst seit 2017 unterwegs ist. 75 Mitarbeiter wirken bereits für FinCompare.

Monatsrückblick März 2020

Business-Angel investieren in Trade Republic

Die  Zalando-Aufsichtsrätin Cristina Stenbeck, der Hellofresh-Chef Dominik  Richter und weitere Angel-Investoren beteiligen sich mit einer  Millionensumme an Trade Republic. Das Berliner FinTech ist ein  Mobile-only-Broker, der in seiner App einen besonders kostengünstigen  Echtzeit-Handel an der Börse anbietet. Zudem hat Trade Republic auch  kostenfreie ETF-Sparpläne mit nur 25 Euro Mindestsumme pro Monat im  Programm.

Neuer Kooperationspartner für Raisin

Hauck  & Aufhäuser kooperiert künftig mit dem Weltsparen-Betreiber Raisin  und wird dessen Vertriebspartner. Die Kunden der renommierten  Privatbanken sollen durch die Kooperation Zugriff auf Tages- und  Festgelder von Drittanbietern bekommen. Viele Anleger seien im aktuellen  Marktumfeld auf der Suche nach rentablen Alternativen zur liquiden  Anlage, um langfristig mehr Rendite zu erzielen.

Wirecard bietet Integration von WeChat Pay an

Der  deutsche Online-Payment Anbieter Wirecard bietet Händlern in Europa für  ihre Online-Shops nun auch die Integration der Payment-Lösung WeChat  Pay an. Europäische Händler erhalten mit dieser Option somit einen  zusätzlichen Zugang zum chinesischen Markt.

Revolut startet Finanz-App eigens für Kinder

Revolut  startet App für Kinder: Eltern oder Erziehungsberechtigte mit einem  Revolut-Konto, können nun einen eigenen Junior-Account für ihre Kinder  zwischen 7 und 17 Jahren eröffnen. Die Anwendung ist in ihren Funktionen  begrenzt und in zwei Hälften unterteilt – Konto und Profil. Mit der App  können junge Leute Geld erhalten, Geld sparen, budgetieren lernen und  natürlich auch Geld ausgeben. So haben Kinder einen Überblick über ihre  Transaktionen während Eltern diese jederzeit überwachen und im Notfall  einzelne Features abschalten können.

Digital Identity: Finleap investiert in „The Ego Company“

Das  Unternehmen The Ego Company mit der ID-App- und Plattform myEGO2GO wird  Teil von Finleap, Europas führendem FinTech-Ökosystem. myEGO2GO soll  integraler Teil eines neuen und sicheren Datenspeichers werden, den  Finleap-Partner in ihre jeweiligen Geschäftsmodelle integrieren können.  Endkunden müssen sich über die Plattform nur einmal identifizieren und  bekommen danach eine digitale ID für spätere Transaktionen und  Bonitätsprüfungen.

Finata stellt Deutschlandgeschäft ein

Monatsrückblick März 2020

Das 2016 von Sebastian Diemer gegründete Fintech verabschiedet sich vom Deutschlandgeschäft und will sich künftig auf andere Märkte konzentrieren. Wie das „Handelsblatt“ von dem Berliner Start-up erfuhr, ist damit zugleich die Abkehr von seinem ursprünglichen Geschäftsmodell verbunden. Im Fokus soll nun die Vergabe flexibler Kreditlinien stehen.

A propos Sebastian Diemer … Monedo erhält 3,2 Millionen Euro


Das  Hamburger Unternehmen Monedo, formerly known as Kreditech, das  ebenfalls von Sebastian Diemer gegründet wurde, erhält von seinen  Bestandsinvestoren insgesamt 3,2 Millionen Euro. Das Unternehmen  bestätigte den Deal als letzten Teil der Finanzierungsrunde aus dem  vergangenen Jahr. Damit will das Kredit-Startup nach einer Krisenphase  neu starten.

A propos Penta …

RTP Global, Holtzbrinck  Ventures, ABN AMRO Ventures, VR-Ventures und finleap investieren 18,5  Millionen Euro in Penta. Neu mit an Bord ist der russische Tech-Investor  RTP Global, der unter anderem Beteiligungen an Delivery Hero, Tier und  Sumup hält. Das frische Kapital soll in „Technologie, Produkt,  Kundenservice und Marketing” fließen. Außerdem plant das FinTech “die  Expansion in andere europäische Märkte”. Penta positioniert sich als  “digitale Plattform für das Business Banking”. Unternehmen können über  Penta ein Geschäftskonto beantragen.

Check24 stellt Finanzmanager ein

Vor  reichlich einem Jahr euphorisch gestartet, wollte das Vergleichsportal  Check24 mit der App „Finanzmanager“ Fintechs wie Aboalarm und Finanzguru  angreifen. Doch der Durchbruch blieb aus. Das Münchner Unternehmen  integriert nun die Funktionen in seine Haupt-App und stampft die  eigenständige App wieder ein.

Bunq bringt grüne Kreditkarte in 30 europäische Länder

Mastercard  und Bunq intensivieren ihre Partnerschaft: Die niederländische Neobank  bringt ihre „Green Card“ in 30 europäische Länder. Statt  Rückvergütungsprogramm für Kunden anzubieten, setzt diese  Mastercard-Kreditkarte aus Metall auf Nachhaltigkeit: Pro 100 Euro, die  mit der Green Card ausgegeben werden, soll ein Baum gepflanzt werden.

Revolut startet in den USA

Das britische  FinTech Revolut macht’s seinem deutschen Rivalen N26 gleich und  expandiert in die USA: Mit den Worten: „The UK’s fastest growing tech  company has arrived in the U.S.“, begrüßt die Challenger-Bank Revolut  auf der USA-Webseite ihre amerikanischen Besucher. Der US-Markt ist  stark umkämpft, das frische Investorenkapital von 500 Millionen Dollar  dürfte aber helfen, dort einen langen Atem zu bewahren.

Wir danken unseren großartigen Sponsoren

&

&

Wenn es Euch gefällt, abonniert den Podcast doch bei Soundcloud, Spotify und iTunes und bewertet diesen mit 5 Sternen

⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

Autor

Nicole Nitsche
Nicole Nitsche

Nicole Nitsche, studierte Theaterwissenschaftlerin, leitete Presse und Marketing eines Hamburger Musiklabels, bevor sie bei Payment & Banking die Kommunikation und Redaktion aufbaute. Seit August 2021 ist sie Geschäftsführerin.