Cloud-Störung trifft Banken und neue Gehaltschancen im Sektor
Technische Ausfälle durch Google Cloud, Apple unter Druck sowie lukrative Bank-Jobs im Fokus: Die News vom Donnerstag. Außerdem: Wero-News.
Ein Stromausfall in einem Londoner Rechenzentrum von Google Cloud sorgte am Dienstag für massive technische Störungen. Während Dienste wie Revolut Einschränkungen im Zahlungsverkehr meldeten, verzeichnete die ING mehrstündige Ausfälle im Onlinebanking. Google bestätigte gestern, dass die Stromversorgung wiederhergestellt wurde.
Dazu passt ein aktueller Sicherheitshinweis des BSI zu kritischen Schwachstellen in PHP. Die als PHP2Shell bezeichneten Lücken CVE-2026-109618 sowie CVE-2026-109619 ermöglichen die Remote-Ausführung von Schadcode ohne Authentifizierung. Betreiber betroffener Systeme sollten verfügbare Sicherheitsupdates unverzüglich einspielen. Auch andere Webseiten können betroffen sein und ein Check ist dringend angeraten!
Apropos technische Barrieren: Die britische Kartellbehörde CMA plant neue Vorgaben zur Öffnung der NFC-Schnittstelle auf dem iPhone. Ziel ist die Stärkung des Wettbewerbs bei digitalen Geldbörsen durch niedrigere Entgelte. Die CMA fordert den Einsatz internationaler Standards für Drittanbieter zur Förderung von Innovationen.
Währenddessen tut sich auch auf dem deutschen Fintech-Markt einiges: Jessica Holzbach und Jessica Sparrfeldt wollen das Fintech Flow & Partners etablieren. Das Unternehmen aus dem 0to9-Portfolio nutzt eine CRR-Banklizenz für das EU-weite Kreditgeschäft. Neben klassischem Factoring wird eine Betriebsmittellinie für kurzfristige Kredite angeboten.

Ebenfalls auf Expansion gepolt ist die französische Genossenschaftsbank Bred, die Teile von Oddo BHF übernimmt. Laut CEO Jean-Paul Julia gewinnt das Institut durch die Transaktion über 400 neue Partnerbanken im Korrespondenzbankgeschäft hinzu. Damit baut die französische Bank ihre Präsenz auf dem deutschen Markt deutlich aus.
In Belgien integriert die Bank Nagelmackers unterdessen Wero-Zahlungsanfragen direkt in ihre mobile Applikation. Damit treibt das Institut die European Payments Initiative voran, um eine einheitliche europäische Lösung für digitale Transaktionen zu schaffen. Kunden senden und empfangen Zahlungsaufforderungen nun unmittelbar über die bankeigene Schnittstelle.
Auch bei der Geldwäscheprävention kommt KI zunehmend zum Einsatz: Die britische Starling Bank setzt ab sofort einen KI-Agenten zur Geldwäscheprävention ein. Das System analysiert AML-Alerts automatisiert und unterstützt menschliche Ermittler bei der Risikobewertung. Die Technologie soll Prüfprozesse beschleunigen und die Mitarbeitenden bei der Untersuchung verdächtiger Transaktionen entlasten.
Passend zum KI-Trend präsentiert Mastercard mit Mastercard Max einen Assistenten für Karteninhaber. Das Tool auf Basis generativer KI wird bereits von der brasilianischen C6 Bank genutzt. Es erkennt automatisch relevante Benefits wie Lounge-Zugänge oder Versicherungen, damit Nutzer ungenutzte Prämien ihrer Kreditkarten besser identifizieren.
Noch einen Schritt weiter geht Anthropic mit Claude Duet, einem Agenten für geschäftliche Einkäufe. Das System basiert auf Claude Opus 5.5 und nutzt virtuelle Karten für Zahlungen über Stripe Link. Der Bot kann selbstständig Bestellungen für Büromaterial vorbereiten und holt vor jeder Transaktion eine ausdrückliche Freigabe ein. Aktuell ist Claude Duet nur als Testversion für Nutzer in den USA zugänglich.
Dann eine Meldung vom Inkasso-Fintech Pair Finance, der mit einem Büro in Oslo nach Norwegen expandiert. Dies markiert den 13. Markt der Gruppe unter der Leitung von Fredrik Green. Das Unternehmen setzt auf verhaltenspsychologische Ansätze und KI-basierte Kommunikation zur Forderungsrealisierung. Nach Schweden und Italien wird damit die Präsenz in Nordeuropa konsequent weiter ausgebaut.
Ein Blick auf die Sparkassen: Dort stieg der Verwaltungsaufwand im vergangenen Jahr um 5,6 Prozent auf 23,5 Milliarden Euro. Investiert wird massiv in IT, KI und neues Personal. Parallel läuft der bundesweite Roll-out des Krypto-Angebots. Bis Ende des zweiten Quartals 2027 soll ein großer Teil der interessierten Sparkassen technisch angebunden sein.
Und damit zu unseren heutigen Artikeln: Beim Agentic Commerce entwickelt sich KI vom Einkaufsberater zum eigenständigen Käufer. Doch wer darf die Zahlung auslösen, und wie behalten Verbraucher die Kontrolle? In seinem Gastbeitrag bei uns erklärt Anel Spahovic von Nuvei, warum Identität, Berechtigung und Vertrauen für Händler und Zahlungsdienstleister immer wichtiger werden.

Auch beim Thema Gehalt lohnt sich heute ein Blick auf unser Portal. Eine neue Studie von Robert Half beleuchtet die Gehaltsstrukturen im Finanzsektor. Nils Heck zeigt auf, bei welchen Bank-Jobs Fachkräfte besonders profitieren. Spitzengehälter von bis zu 252.500 Euro, gefragte KI-Kenntnisse und überraschend viel Verhandlungsspielraum: Der Artikel zeigt, wo sich zusätzliche Qualifikationen besonders auszahlen.