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Bei diesen Bank-Jobs kann man richtig abkassieren

Eine neue Studie zeigt eindrucksvoll, wo Fachkräfte in Banken richtig viel Kohle verdienen können, wann Personaler mit sich reden lassen und welche Qualifikation das Gehalt so richtig steigen lässt. 

Mann im Anzug zeigt selbstbewusst auf einen Fächer aus 500-Euro-Scheinen – Symbolbild für hohe Gehälter im Bankenwesen
Symbolbild: In manchen Bank-Jobs winken Gehälter bis zu 252.500 Euro – laut Robert Half Gehaltsreport 2027.

Der Job von Bankern in Deutschland verändert sich rasant. Die Digitalisierung schafft immer mehr neue Geschäftszweige, in denen junge Aufsteiger:innen schnell Fuß fassen können. Gleichzeitig fragen sich viele Berufseinsteiger:innen, ob sich die heutigen Gehälter halten lassen, wenn eine Form der KI bald einen Teil des oder gleich gar den ganzen Job machen wird. Es kommt daher schnell zu einer Frage: Na, was verdiene ich denn wirklich im Bankenwesen und bei Finanzdienstleistern? Und, habe ich mich vielleicht unter Wert verkauft?  

Aufschluss darüber gibt die große Gehaltsübersicht der Personalvermittlung Robert Half für das Jahr 2027. Diese basiert auf der Analyse von tausenden Personalvermittlungen in den vergangenen zwölf Monaten in ganz Deutschland und bietet erstmals eine Orientierung dafür, was junge Einsteiger gerade an Geld kassieren können, wo Personaler mit sich reden lassen und welche Zusatzqualifikationen sich für junge Bankerinnen und Banker besonders lohnen. 

Besonders gefragt waren laut dem Report in den vergangenen Monaten insbesondere solche Fachkräfte, die als Chartered Financial Analyst, Certified Compliance Professional oder Certified Financial Planner unterwegs waren. Der Zweig mit der höchsten Nachfrage nach Fachkräften war das Private Banking, gefolgt von Retail Banking und dann der Compliance. Das größte Gehaltswachstum in der gleichen Zeit gab es für den oder die Information Security Officer (+3,5 Prozent) und den oder die Junior Financial Controller (+3,1 Prozent). 

Am besten bezahlt waren dem Report zufolge Managing Director im Bereich Debt Capital Market. Mitarbeiter:innen in diesem Bereich durften sich über ein Jahresgehalt von bis zu 252.500 Euro freuen. Wobei diese Zahl für überdurchschnittlich qualifizierte Mitarbeiter:innen mit raren Fähigkeiten galt. Als Berufseinsteiger oder in einer Juniorposition waren immer noch 200.500 drin. Das ist so viel wie kein anderer von Robert Half erfasster Job bei Banken oder Finanzdienstleistern. Ebenfalls gut bezahlt ist der Head of Legal and Compliance, der im besten Fall bis zu 210.000 Euro einsacken konnte – oder der Head of HR, der in besseren Fällen auf 205.000 Euro kommt. Eher spärlich bezahlt im Vergleich zu diesen Top-Jobs war der Junior Compliance Officer, dessen Gehalt im 25. Perzentil (also laut der Definition bei Robert Half bei Berufseinsteigern und Junior-Positionen) bei 60.000 Euro lag der Recruiter, dessen Gehalt im gleichen Bereich bei 50.000 Euro lag. Auch der klassische Privatkundenberater gehörte eher nicht zu den Top-Verdienern und lag laut der Auswertung in einer Gehaltsspanne von 60.000 Euro bis 75.000 Euro. 

Grundsätzlich gilt: Die Gehälter sind zunächst einmal nur Spannen. Wo man sich dort einordnen kann, hängt natürlich ein bisschen von der Erfahrung, durchaus aber auch von den eigenen Talenten ab und davon, wie gut man seinen eigenen Marktwert kennt. Gerade einmal ein bisschen mehr als ein Drittel kann den laut Report richtig einschätzen. Dabei würden mehr als 80 Prozent der Manager bereit sein, über das Grundgehalt zu verhandeln. 57 Prozent der Hiring Manager im Bereich Banken und Finanzdienstleistungen zahlen höhere Gehälter als eigentlich geplant, wenn sie ein Top-Talent für den eigenen Konzern gewinnen wollen. 

Ebenfalls erfasst hat der Report von Robert Half die Top-Skills, für die höhere Gehälter gezahlt werden. Ganz oben steht dort eine gewisse KI-Kompetenz, gefolgt von Analyse und Recherchefähigkeiten und Mehrsprachigkeit. Allein 45 Prozent der Banken und Finanzdienstleister haben laut Robert Half ein höheres Gehalt gezahlt, wenn Kenntnisse im Bereich generativer KI vorhanden waren. Ebenfalls gehaltsfördernd waren zudem Kenntnisse im Bereich MaRisk, MiFID und wenn es um Geldwäscheprävention geht. Mehr Gehalt gibt es also immer dann, wenn eine Person in besonders komplizierten Bereichen gut ausgebildet ist oder sich gut mit Zukunftstechnologien auskennt. „Arbeitgeber schauen genauer darauf, wo sich zusätzliches Gehaltsbudget wirklich lohnt”, sagt Philipp Weingart, Managing Director Strategic Accounts bei Robert Half Deutschland. „Für Fachkräfte heißt das: Wer Fähigkeiten mitbringt, die knapp sind und für Transformation, Technologie oder Wachstum gebraucht werden, verbessert seine Position deutlich.” 

Autor

Nils Heck
Nils Heck

Nils Heck ist Gründer des Journalistenbüros dreimaldrei, Buchautor und seit März 2024 Redaktionsleiter bei Payment and Banking. In seiner Kolumne „Nils nörgelt“ kommentiert er kritisch die Branche. Nebenbei jongliert er professionell.