Wenn Wissen geht: Wie KI die Übergabe übernimmt
Was passiert, wenn mit einer Kündigung auch wichtiges Wissen verschwindet? Im KEX Lab zeigen Laura Vogelsang und Nicolas Allebrodt von We Solve Problems AI, wie KI Wissen sichert und Übergaben neu denkt.
Ein:e Mitarbeiter:in kündigt. Ärgerlich. Richtig unangenehm wird es aber erst, wenn mit der Person auch all das verschwindet, was nie in einer Prozessbeschreibung, auf SharePoint oder in irgendeiner Confluence-Seite gelandet ist.
Kontakte, Routinen, kleine Abkürzungen, vertrauliches Wissen und Aufgaben, von denen die Führungskraft manchmal gar nicht so genau weiß, dass sie überhaupt erledigt werden.
Genau dieses Problem nehmen sich Laura Vogelsang und Nicolas Allebrodt von We Solve Problems AI im KEX Lab der KI Exchange 2026 vor. Ihre Frage: Wie lässt sich das Wissen ausscheidender Mitarbeitender mit KI sichern – und gleichzeitig herausfinden, ob die frei werdende Stelle überhaupt noch genauso besetzt werden sollte?
Erst einmal herausfinden, was jemand wirklich macht
Der Ansatz beginnt nicht mit einem riesigen Wissensmanagement-System, sondern mit Interviews.
Zunächst befragt die KI die Führungskraft: Welche Rolle hatte die Person? Welche Aufgaben hat sie übernommen? Welches Wissen steckt vermutlich bei ihr? Daraus entstehen sechs bis zehn sogenannte Wissens-Buckets, etwa für Prozesswissen, tägliche Aufgaben oder wichtige Kontakte.
Anschließend interviewt die KI die ausscheidende Person selbst. Denn zwischen dem, was laut Stellenbeschreibung passiert, dem, was die Führungskraft vermutet, und dem tatsächlichen Arbeitsalltag kann bekanntlich einiges liegen.
Aus den Informationen entsteht schließlich ein digitaler Mitarbeiter. Wobei Laura Vogelsang und Nicolas Allebrodt an dieser Stelle eine wichtige Grenze ziehen: Digitalisiert wird nicht die Person mit ihren persönlichen Eigenschaften, sondern ausschließlich ihr rollenbezogenes Wissen.