Sinn und Unsinn von nationalen Payment-Schemes

FinTech Podcast #307

Diese Woche wurden die neuen Girocard Transaktionszahlen veröffentlicht. Auf den ersten Blick scheinen diese herausragend. Spielverderber die Party war die Frankfurter Unternehmensberatung Paysys, die jenseits von Twitter-Jubelgrafiken mal nachgerechnet hat und feststellte, dass die Girocard eigentlich im Gesamtmarkt sogar Marktanteile verliert. Huch, was ist denn jetzt aktueller Wasserstand: Es heißt, dass das girocard-Verfahren der Kreditwirtschaft zu einem großen Teil nur durch die Substitution von ELV so stark zulegen konnte – und dennoch verliert die Girocard (inkl. ELV) gegenüber Mastercard, Mastercard Debit, Maestro, Visa, Visa Debit und VPay seit Jahren kontinuierlich Marktanteile verliert. Laut PaySys ist der Marktanteil der Girocard (inkl. ELV) innerhalb der letzten zehn Jahre – gemessen am Umsatz – von 69,1 Prozent auf 65,4 Prozent aller Kartenzahlungen in Deutschland gefallen.

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Mastercard und VISA gewinnen also mehr und mehr Banken für ihre jeweiligen Debitprodukte. Direktbanken wie die Comdirect, angeblich auch die DKB, folgen offensichtlich den Neobanken und verzichten gänzlich auf die Herausgabe einer Girocard.


Nun hat die Girocard die PSD1 überlebt und sich dem klaren politischen Wunsch „any card at any terminal“ in Europa widersetzt. Deutschland mit seinem nationalen Payment Scheme scheint eines der letzten gallischen Dörfer zu sein. Die britischen Banken haben sich vor Jahren erst von ihren nationalem Debitkarten-Scheme Switch/Solo verabschiedet und dann Vocalink, das nationale Realtime-Bankenscheme an Mastercard verkauft. Ähnliches passierte in Skandinavien dort wurde das nordische Pendant von Vocalink, einer Business-Unit von Nets, durch Mastercard übernommen. 

Nun sprechen die Unit-Economics im Payment-Business ganz klar gegen nationale Payment-Schemes. Payments ist ein klassisches Business mit sehr starken Skaleneffekten. Dies zeigt sich seit Jahren bei der starken Konsolidierung der Anbieter. Big is beautiful! Was ist dann aber der Sinn von nationalen Payment Schemes? Diese Frage des Sinns oder Unsinns von nationalen Payment-Schemes diskutiert Jochen mit Peter Robejsek.

Sinn und Unsinn von nationalen Payment-Schemes

Peter Robejsek verantwortet als VP Product bei Mastercard das Produktmanagement für Deutschland und die Schweiz. Dies umfasst neben klassischen Mastercard Bezahllösungen auch innovative Lösungen rund um Instant Payments und Open Banking.
Er blickt auf eine langjährige Erfahrung im Financial Services Sektor zurück, insbesondere im Wealth Management und in die Strategieberatung. Dort hat er bei Strategy& sowie bei Mastercard Advisors Finanzdienstleister und deren IT Serviceprovider zu Themen rund um Strategie, Technologie und Payments beraten.

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Autor
Nicole Nitsche ist studierte Theaterwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre als Regieassistentin beim Thalia Theater Hamburg gearbeitet. Danach war Nicole Leiterin der Presse-und Marketingabteilung eines Hamburger Musiklabels. Zu ihren täglichen Aufgaben zählten dort, neben dem Verfassen von Pressetexten, die Umsetzung und... mehr
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