Open Finance ist mehr als FIDA | Was Banken jetzt wirklich tun können
In unserer aktuellen 3×3=10-Folge sprechen wir mit Andreas Reuß und Daniel Streit von Deloitte darüber, was sich rund um FIDA und Open Finance getan hat.
In unserer aktuellen 3×3=10-Folge sprechen wir mit Andreas Reuß und Daniel Streit von Deloitte darüber, was sich rund um FIDA und Open Finance getan hat und warum FIDA am Ende „nur“ ein Baustein in einer viel größeren Daten- und Transformationsstory ist. Statt Paragrafenreiterei geht es darum, wie Institute die nächste Zeit nutzen können, um sich strategisch gut zu positionieren.
FIDA im Kontext: Teil einer größeren Datenstrategie
Regulatorisch bleibt FIDA zäh: Der Trilog kommt langsamer voran als erhofft, eine finale Fassung wird frühestens 2026 erwartet. Parallel schiebt die EU weitere Digitalpakete an. Für Häuser heißt das: FIDA wird kommen, aber als Teil eines größeren Mosaiks aus Datenregulierung, digitaler Souveränität und europäischen Datenräumen, nicht als isoliertes Einzelprojekt.
In vielen Gesprächen wird FIDA inzwischen weniger als Pflichtübung und stärker als Katalysator verstanden, um Datenstrategie, IT-Architektur und Geschäftsmodell zusammenzubringen.
Vom Projekt zur Transformation: Open Finance als Chance
Im Markt sehen wir eine Verschiebung:
- FIDA wird weniger als „ein Projekt mit Start und Enddatum“ betrachtet,
- sondern als Auslöser für eine breitere Open-Finance-Transformation.
Viele Häuser erkennen:
- Es geht nicht nur darum, Daten herauszugeben,
- sondern auch darum, externe Daten sinnvoll hereinzuholen, zu kombinieren und in neue Produkte, Services und Zielgruppenansprachen zu übersetzen.
Damit wird FIDA vom Störfaktor zur Chance, vorausgesetzt, man denkt über die reine Compliance-Perspektive hinaus.
Warum Prototypen mehr bringen als abstrakte Use-Case-Listen
Ein Punkt aus dem Gespräch, der sich durchzieht: Reine Use-Case-Listen bleiben oft abstrakt. Greifbar wird Open Finance erst, wenn Prototypen im Raum stehen:
- ein klickbarer Vertriebsarbeitsplatz,
- echte Datenpunkte (inkl. externer Open-Finance-Daten),
- konkrete Handlungsempfehlungen für Beraterinnen und Berater.
Sobald man sieht, wie eigene Produkte, Partnerangebote und externe Daten in einer Oberfläche zusammenspielen, kippt die Diskussion: weg von „ob wir das brauchen“, hin zu „wie wir es sauber aufsetzen“.
Lektionen aus anderen Märkten
Internationale Beispiele (u. a. Brasilien, Naher Osten, UK) zeigen:
- starker regulatorischer Rückenwind plus klare Governance-Strukturen helfen,
- spitze Zielgruppenfokussierung beschleunigt die Lernkurve,
- Ökosysteme entstehen oft zuerst in Nischen, bevor sie sich verbreitern.
Die Botschaft: Man muss nicht gleich den gesamten Markt neu erfinden. Ein klar definierter Kundenausschnitt mit konkretem Problem ist oft der bessere Startpunkt.
Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören
Die Folge ist kein klassisches Regulierungs-Update, das man nach fünf Minuten wieder vergisst. Sie lohnt sich bis zum Schluss, weil:
- am Ende klare, praxistaugliche Schritte stehen, mit denen man im eigenen Institut sofort einsteigen kann.
- Andreas und Daniel sehr offen schildern, wie sich die Stimmung in der Branche von „Verhinderung“ zu „Lernkurve“ verschoben hat.
- wir konkrete Beispiele aus Projekten diskutieren, in denen Open Finance plötzlich „klick“ gemacht hat – gerade durch Prototypen.
- internationale Einblicke helfen, den eigenen Blick zu weiten und die europäische Diskussion besser einzuordnen.
- es nicht nur um Technik geht, sondern genauso um Governance, Kultur, Organisation und die Frage, wer im Haus eigentlich den Hut aufhat.