Frankfurter Notizen – Eine Kolumne über die große kleine Stadt am Main
In den FIDA Data Studios arbeiten Akteure aus allen Bereichen gemeinsam an Projekten, die FIDA aus der Theorie in die Praxis heben sollen. Was dabei bisher herausgekommen ist – und wie der Standort Frankfurt davon profitieren kann.
In den FIDA Data Studios arbeiten Akteure aus allen Bereichen gemeinsam an Projekten, die FIDA aus der Theorie in die Praxis heben sollen. Was dabei bisher herausgekommen ist – und wie der Standort Frankfurt davon profitieren kann.
Wer im Frankfurter Alltag ein bisschen genauer hinschaut, merkt schnell: Die Stadt lebt von Vernetzung – manchmal zwischen Galerien und Apfelweingläsern, immer öfter aber auch in Ideenräumen. Vergangene Woche ging es um jene leisen Rhythmen, die die Stadt prägen – heute nehmen wir den Takt der Veränderung auf: Innovation im Herzen des Finanzplatzes.
Wenn wir über Fortschritt im Finanzsektor sprechen, fällt uns Frankfurt selten als Erstes ein. Zu fest haftet der Stadt noch das Etikett des soliden, traditionsbewussten Bankwesens an – mehr Tresor als Thinktank. Doch wer in den vergangenen Monaten bei einem der FIDA-Roundtables oder in den FIDA Data Studios war, spürt: Hier verändert sich etwas. Und zwar nicht auf Hochglanzfolien, sondern mitten in der Substanz.
Da sitzen Banker, FinTechs, Versicherer, Consultants, Tech-Unternehmer und KI-Expertinnen an einem Tisch. Sie reden – ja, auch ein bisschen über Regulierung – aber vor allem darüber, was sich mit all den Daten anfangen lässt. Das Format hat dabei etwas angenehm Frankfurterisches: direkt, laut, lebendig. Kein PowerPoint-Ballett, kein PR-Geschnörkel – eher ein Marktplatz des Denkens. Oder, man darf’s ruhig so sagen: eine Apfelweinkneipe für Ideen.
An diesem Abend geht es darum, wie einfach der Versicherungswechsel gelingen kann oder wie Daten im Onboarding genutzt werden können. Ein Banker hebt die Augenbraue, nicht, weil er zweifelt, sondern weil er merkt, welche Wirkung Daten haben können, wenn sie einmal aus den viel gescholtenen Datensilos befreit sind. Man spürt: Es entsteht eine Idee, was FIDA alles für die Endkundinnen und -kunden heißen kann. FIDA wird anfassbar.
Die Einsichten sind erstaunlich greifbar: Wer auf Regulierung wartet, verliert Zeit. Die spannendsten Anwendungsfälle entstehen an den Rändern der Industrien – zwischen Banken, Versicherungen und Technologie. FIDA und KI sind dabei das perfekte Dream-Team: nicht nur als GenAI-Variante eines künftigen Multibankings, sondern auch für Beratung, Kundenkommunikation und Produktentwicklung. Jetzt braucht es vor allem eines – Beispiele, die zeigen, dass es funktioniert.
Das könnte es sein, das neue Geheimnis Frankfurts: Hier entstehen Räume, in denen Institution und Innovation sich nicht mehr misstrauisch gegenüberstehen, sondern gemeinsam etwas bauen. Das FIDA Data Studio ist so ein Ort. Dort treffen Menschen, die früher an unterschiedlichen Enden der Stadt oder gar in unterschiedlichen Welten gearbeitet haben und arbeiten gemeinsam an einer Zukunftsvision.
Während in Brüssel noch an den FIDA-Paragrafen gefeilt wird, entstehen am Main schon Prototypen. Der Finanzplatz begreift sich neu – nicht mehr nur als Empfänger, sondern als Gestalter eines europäischen Datenraums. Der Spirit hat plötzlich etwas zutiefst Europäisches: Wettbewerb, ja – aber auch Zusammenarbeit. Man denkt nicht mehr in Mauern, sondern in Schnittstellen.
Frankfurt setzt dabei auf eine Tugend, die schon in den Apfelweinkneipen Tradition hat: Skepsis, Pragmatismus, und die Bereitschaft, auch einmal querzudenken. Mit einem Augenzwinkern und einem Glas Äppler in der Hand zeigt sich die Zukunft oft gerade da, wo man sie nicht erwartet – zwischen Serverraum und Schreibtisch, im Gespräch, in der Begegnung.
Und vielleicht wird man eines Tages sagen: Hier, zwischen Messe und Hauptbahnhof, begann etwas, das die europäische Datenökonomie neu geprägt hat, nicht laut, nicht pathetisch, sondern mit viel Substanz im alltäglichen Rhythmus der Frankfurter Community.