„Mehr Diversität, mehr Finanzbildung – für eine Branche mit Zukunft“

Jasmin Ehlert spricht über Diversität und Finanzbildung in der Bankenwelt.

Jasmin Ehlert ist sowas wie die Chefin der Daten bei Raisin. Im Interview erklärt die Head of Bank Analytics, warum Diversität im Banking kein Nice-to-have sein sollte.

Jasmin Ehlert jongliert als Head of Bank Analytics bei Raisin täglich mit Daten, Marktentwicklungen und strategischen Entscheidungen. Sie will  komplexe Finanzthemen greifbarer machen – für Banken genauso wie für Endkund:innen. Aufgewachsen in Spanien, mit Stationen in Deutschland und den Niederlanden, hat sie schließlich in Berlin ihre berufliche Heimat gefunden. 

Wer bist du – und was machst du?

Ich bin Jasmin Ehlert, Head of Bank Analytics beim Berliner Fintech Raisin. Dort bringe ich eine solide Datenanalyse mit dem Verständnis von Markttrends so zusammen, dass darauf basierend fundierte, strategische Entscheidungen getroffen werden können. Nach meiner Jugend in Spanien hat mich mein Weg durch mehrere deutsche und niederländische Städte geführt – am Ende bin ich immer wieder in Berlin gelandet. Ein glücklicher Zufall, dass meine Wahlheimat auch der wichtigste Fintech-Standort landesweit ist.

Wie viel Kohle hast du gerade im Portemonnaie?

Jetzt gerade sind es 55 Euro. Mittlerweile zahle ich, wo es möglich ist, mit dem Handy oder Karte, allerdings geht das in Berlin bei weitem nicht überall – genug Bargeld für einen Restaurant- oder Barbesuch versuche ich deshalb immer dabei zu haben.

Was reizt dich an deiner Tätigkeit?

Ich war schon immer sehr neugierig und habe sehr viel Spaß daran, Sachen auf den Grund zu gehen und Zusammenhänge zu verstehen. Das darf ich jeden Tag tun, wenn ich mich analytisch mit dem Geschäft und dem Markt auseinandersetze, um daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Langweilig wird es nie: Es gibt ständig neue Entwicklungen – sei es im makroökonomischen Umfeld, in spezifischen Marktgeschehnissen oder auf unternehmerischer Ebene  – die spannende Abwechslung in meinen Arbeitsalltag bringen. Abgerundet wird das Ganze durch die super Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb des Teams, die mich trotz der Möglichkeit, im Homeoffice zu arbeiten, immer wieder gerne ins Büro zieht.

Wie bist du im Payment-&-Banking-Sektor gelandet?

Im Studium hat mich das Thema Altersvorsorge und Personal Finance auf einmal gepackt und nicht so richtig losgelassen. Als sich später mit Raisin die Gelegenheit geboten hat, den Investment- und Altersvorsorge-Bereich mitzugestalten, habe ich nicht lange gezögert. Mittlerweile bin ich mit dem Einlagengeschäft zwar in einem anderen Bereich tätig, doch das Ziel, eine einfache und transparente Geldanlage zu ermöglichen, steht weiterhin im Mittelpunkt und motiviert mich nach wie vor.

Wie möchtest du den Payment-&-Banking-Bereich verändern?

Mehr Diversität in unserem Bereich liegt mir sehr am Herzen! Viele Räume in der Branche sind auch heute noch überwiegend männlich und wenig divers geprägt – umso mehr schätze ich es, bei Raisin von so vielen inspirierenden Frauen umgeben zu sein, die sich gegenseitig fördern und unterstützen. Wichtig ist mir außerdem, dass die breite Bevölkerung ein solides finanzielles Grundverständnis entwickelt, um selbstbewusst Finanzentscheidungen zu treffen. Ich organisiere und nehme regelmäßig an Webinaren teil, in denen wir aktuelle Marktentwicklungen beleuchten und kommentieren.

Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?

Fintechs kann man auf jeden Fall nicht mehr wegdenken. Sie stehen mit innovativen Ideen und Lösungen genau dort, wo traditionelle Finanzunternehmen noch nicht vorgedrungen sind – und diese Lücken entstehen immer wieder mit zunehmender Digitalisierung und Änderung der Marktbedürfnisse. Eine Revolution würde ich es aber nicht nennen, schließlich basiert der Erfolg oft auf der Zusammenarbeit mit den traditionellen Banken. Eher sehe ich sie als einen Katalysator für den Wandel in der Branche.

Was kann man von dir besonders gut lernen?

Gelassenheit und Optimismus. Schiefgehen kann und wird immer etwas, aber meistens findet sich auch stets eine passende Lösung – mit einer entspannten Grundeinstellung ist vieles einfacher.

Wenn du Finanzministerin wärst, was würdest du sofort ändern?

Altersvorsorge reformieren. Es sollte wie in anderen Ländern möglich sein, Kapitalmärkte für den gesetzlichen Rentenaufbau zu nutzen. Und die Steuererklärung einfacher und zugänglicher gestalten. Mir kommen ja fast die Tränen, wenn ich sehe, wie einfach und unbürokratisch das in Ländern wie Schweden gehandhabt wird.

Werden wir persönlich: Was machst du in deiner Freizeit – und sag jetzt nicht “Lesen und Freunde treffen”.

Dann das dritte Klischee: Reisen. Das macht mich unfassbar glücklich. Ich versuche jedes Jahr mindestens ein Wunschziel zu bereisen, in guten Jahren schaffe ich zwei. 2023 war ich in Südkorea und Taiwan, das wird erst mal schwierig zu toppen, glaube ich. In Berlin verbringe ich meine Freizeit gerne mit Sport, Fußball spielen zum Beispiel. Und seit neuestem lerne ich E-Bass, für den musikalischen und kreativen Ausgleich.

Wie bezahlst du an der Supermarktkasse?

Apple Pay. Ich versuche meine Zeit an der Kasse aufs Mindeste zu reduzieren und das Handy habe ich am schnellsten in der Hand.
Welche Finanz-Apps sind deine drei beliebtesten? Am häufigsten nutze ich wahrscheinlich Paypal, Trade Republic und Tricount.

Autor

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