Die Gesichter der FinTech Branche

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Dürfen wir vorstellen: Markus Rupprecht von der Traxpay AG

Das Arbeiten in der FinTech Branche gleicht einem Kommen und Gehen, setzt ein hohes Maß an Professionalität in einem durchaus lockeren Arbeitsumfeld voraus und ist vor allem geprägt von Innovationen sowie guten, klugen und zukunftsorientierten Ideen, so der weitverbreitete Konsens. Doch wer sind eigentlich die Köpfe und Macher hinter diesen kreativen Denkprozessen, an der Schnittstelle zwischen Finanzen, digitalen Technologien und Gründertum? In unserer Reihe “Die Gesichter der FinTech-Branche…” beantwortet jeden Monat eine Person aus der Payment- und Banking-Industrie die gleichen zehn Fragen.

Die Gesichter der FinTech Branche...Dürfen wir vorstellen...Markus Rupprecht von der Traxpay AG
Photo credit: fractal42 via Visualhunt / CC BY-NC-SA

Dürfen wir vorstellen…

Während unseres Arbeitsalltags begegenen uns immer wieder spannende Menschen, die im gleichen Umfeld tätig sind, die uns nur einmal oder immer mal wieder begegnen oder uns sogar schon privat sehr ans Herz gewachsen sind – jeder von Ihnen hat eine eigene Geschichte. Wir haben ein paar dieser Menschen aus unserem nächsten FinTech-Umfeld interviewt, um ihnen ein Gesicht zu geben. Um zu teilen, warum diese Branche für sie viel mehr ist als eine weitere Art, seine Miete zu bezahlen. Diese Menschen und deren Vita möchten wir ab heute in einer ganz eigenen Kategorie kurz portraitieren und vorstellen und haben dazu einen immergleichen Fragenkatalog entworfen. Diesmal beantwortet Markus Rupprecht von der Traxpay AG unsere Fragen.

Wer bist Du, was macht Du?

  • Mein Name ist Markus Rupprecht und ich bin Gründer und CEO der Traxpay AG, einem etablierten Startup mit Sitz in Frankfurt am Main und Mountain View (USA). Was gibt es sonst noch zu sagen? Ich bin gebürtiger Münchner, aber ich lebe in Köln und arbeite sehr gerne in Frankfurt……also richtig weltoffen ;-).

Was waren Deine ersten Berührungen mit der Payment- und Banking-Industrie?

  • Ich durfte über ein Jahrzehnt lang bei der Deutschen Bank arbeiten und wurde als einer der jüngsten Assistant Vice Presidents des Unternehmens ausgezeichnet. Mich zeichnet vor allen Dingen viel Engagement und Herzblut für disruptive Technologien aus. Auch damals während meiner Tätigkeit bei der Deutschen Bank habe ich bereits die Kunden der Deutschen Bank bei Digitalisierungsthemen im Bereich B2B beraten – damals hieß das eBusiness Initiative. Zuletzt war ich als Direktor bei Hitachi Consulting Deutschland, als Sales Direktor bei der Software AG und als Direktor Business Development bei der GFT tätig und verantwortlich für die Entwicklung digitaler Strategien.
Die Gesichter der FinTech Branche...Dürfen wir vorstellen...Markus Rupprecht von der Traxpay AG
Photo Credit: Traxpay

Wann hast Du das Wort FinTech das erste Mal wahrgenommen?

  • Ich habe Traxpay gegründet, da gab es dieses Wort noch nicht. Das Fundraising war dementsprechend härter. Meines Wissens kam das Wort so Ende 2012 auf; da habe ich das auch das erste Mal gehört. Ich dachte mir nur: Endlich haben es die Investoren auch auf dem Plan!

Wie definierst Du FinTech?

  • FinTech bedeutet für mich Digitalisierung von Finanzdienstleistungen, Schaffung und Einsatz neuer, fortschrittlicher Technologien, die einen erheblichen Mehrwert für die Kunden und die Finanzwelt gleichermaßen bieten. Sehr oft wird die Kundenperspektive bei Fintechs stark in den Vordergrund gehoben…daraus entsteht die Innovation.
    Auch sind Fintechs immer Startups… und diese definieren sich über den Spirit in der Company. Es gibt gewisse Spielregeln, bei denen sich große und kleine Unternehmen stark unterscheiden.

Was glaubst Du machen etablierte Unternehmen besser als FinTechs?

  • Ich denke, dass sie oft strukturierter sind und mehr die 100 Prozent Lösung anstreben… Das ist aber oft ein Nachteil bei der Flexibilität, die man braucht sich an Kundenwünschen anzupassen. Auch haben sie natürlich viel mehr Macht und Mittel, gewisse Standards durchzusetzen…umso verblüffender, wie erfolgreich dann manche Fintechs sind…
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Photo credit: alias URBAN ARTefakte via Visual Hunt / CC BY-NC-ND

Was kann man von FinTechs lernen?

  • In erster Linie haben FinTechs schlanke Strukturen und kurze Entscheidungswege, was große Vorteile und vor allen Dingen zügige Resultate mit sich bringt.

Man arbeitet sehr oft in kleinen, überschaubaren Teams, in denen praktisch jeder alles macht. Dadurch können die Ziele oft schneller erreicht werden, als es innerhalb eines Großkonzerns möglich ist. Entwicklungen von FinTechs finden also oft in einem rasanten Tempo statt. Außerdem punkten sie durch ein sehr kunden – und produktorientiertes Denken, sowie durch schlanke und überschaubare Kostenstrukturen. Ich möchte noch eins loswerden, was FinTechs auszeichnet. Es ist auch die FinTech-Kultur, die eine ganz besondere ist. Man kann sie nicht beschreiben, man muss sie einfach erleben.

Wieso tun sich etablierte (große) Unternehmen bei der Digitalisierung eigentlich so schwer?

  • Die alteingesessenen, teilweise auch in die Jahre gekommenen Strukturen in großen Unternehmen machen diesen zu schaffen. Besonders Mitarbeiter der älteren Generationen halten lieber an den bereits über Jahrzehnten etablierten, aber leider veralteten Abläufen fest. Das macht die Digitalisierung und das Öffnen dafür so schwer. Die Schnelligkeit der Digitalisierungsprozesse löst aber bestimmt auch Ängste aus, was den Fortschritt bremst. Diese Angst muss aus dem Weg geräumt werden, denn Digitalisierung ist etwas ganz Tolles, Besonderes. Das sollte schnell erkannt werden. Auch ist es so, dass die Denkprozesse nicht immer auf die Kunden ausgerichtet waren, sondern auch ganz stark auf Regulation…das ist sich gerade dabei zu verändern, aber solche Prozesse dauern… Hier haben sich aber Banken in den letzten 4 Jahren seit es Fintech gibt stark verbessert!
Die Gesichter der FinTech Branche...Dürfen wir vorstellen...Markus Rupprecht von der Traxpay AG
Photo credit: Graham C99 via Visual hunt / CC BY

Was würdest Du beruflich machen, wenn Du nicht in der Payment- und Banking-Industrie arbeiten würdest?

  • Ich würde ein schönes, großes Hotel leiten. Niemand ist mehr kundenorientiert als die Kollegen aus dieser Branche und das fasziniert mich…. und man lernt verschiedene Teile der Welt gut kennen. Das würde mich ebenso reizen.

Bei welchem Unternehmen würdest Du gerne mal einen Tag arbeiten?

  • Apple in der R&D Abteilung…es würde mich interessieren, wie Apple es schafft Konsumentennachfrage zu kreieren…..

Viele schaffen es nicht mal zu wissen was Kunden heute wollen; Apple weiß schon was Kunden morgen wollen werden… oder bringt sie dazu es zu wollen.

Mit wem würdest Du gerne ein Bier trinken?

  • Mit Ben Horowitz; sein Buch „The Hard Thing About Hard Things: Building a Business When There Are No Easy Answers“ hat mich sehr stark berührt und ist für mich eine Basisliteratur für jeden Gründer. Hier stehen Dinge drin, von denen sonst niemand schreibt oder redet.

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