Wer hat bei Innovation eigentlich Bereitschaft?
Innovation zeigt sich nicht im Lab, sondern im Betrieb. Warum DKB, Wero, STACKIT und Co. zeigen, worauf es am Ende wirklich ankommt: Verantwortung, Budget und messbare Ergebnisse.
Die Commerzbank hat ihre Innovationseinheit im Juni geschlossen, Gaia-X ist bei Zertifikaten und Rahmenwerken angekommen, und die DKB lässt ihren Digital Agent inzwischen Karten sperren. Wo in der Finanzbranche tatsächlich etwas entsteht, arbeitet jemand im Betrieb, mit Budget, Termin und einer Zahl, die sich überprüfen lässt.
Zwölf Zukunftstechnologien an einer Wand
Es gibt ein Bild, das die vergangenen zehn Jahre Innovationsarbeit in der deutschen Finanzbranche ziemlich präzise zusammenfasst. Im Empfangsbereich des Main Incubator in Frankfurt hing eine Wand mit zwölf Zukunftstechnologien, von Big Data über Blockchain und Open API bis zum Quantencomputer, jede davon mit einer starken Transformationskraft für die kommenden fünf Jahre. So hat es der Commerzbank-Blog 2018 beschrieben, und so haben es Besucher:innen damals gesehen. Die Einheit, 2013 als Tochter der Commerzbank gestartet und 2022 in Neosfer umbenannt, verstand sich als Forschungs- und Entwicklungseinheit der Gruppe, betrieb themenspezifische Labs, investierte in junge Technologieunternehmen und veranstaltete monatlich die Reihe „Between the Towers".
Im Juni 2026 war Schluss. Die Commerzbank hat ihren Frühphaseninvestor vollständig geschlossen, rund 13 Jahre nach dem Start. Nach Angaben von Neosfer gehört die Schließung zur Commerzbank-Strategie „Momentum 2030“, und die bestehenden Start-up-Beteiligungen werden laut Mitgründer Matthias Lais in der Bank fortgeführt. Ein Einzelfall ist die Schließung keineswegs. Von den Bank-Labs, die zwischen 2015 und 2018 mit erheblichem Aufwand eröffnet wurden, existiert nur noch ein kleiner Teil, und selbst die DZ Bank hat schon 2021 in ihrer eigenen Rückschau festgehalten, dass sich viele der damals entstandenen Einheiten inzwischen in Luft aufgelöst haben.