Request-to-Pay ist eines der heißesten Themen im Payment-Bereich. Aber wie viel Mehrwert bietet es für Banken und Kunden? Auf der Payment Exchange diskutierte ein hochkarätiges Panel.

Was bringt Request-to-Pay (R2P) tatsächlich? Das war auch auf der Payment Exchange 2024 ein wichtiger Punkt. Nicola Bause, Holger Teske, Iven Engert und Oliver Schmidt sprachen unter der Leitung von Kilian Thalhammer im Rahmen eines der Panels ausführlich zu der Frage – und konnten ein wenig Licht ins Dunkel bringen.

R2P kann viele Vorteile haben, erklärte Schmidt gleich zu Anfang, weil man beispielsweise die eigenen Umsätze besser überschauen kann. Und warum baut man so etwas nicht einfach in bestehenden Formaten ein? “Weil es für die Kunden so viel klarer ist, anstatt noch mal Punkt B, C und D in anderen Modellen einzufügen”, sagt er: “Am Ende ist es genau dieser Aufwand, denn man so reduzieren kann.” Bause fügte hinzu, dass vor allem der Bezahl-Vorgang für die Kunden damit verschwimmt: “Request-to-Pay ist dann eine einfache Art, die Überweisung zu tätigen”. 

„Aus Konsumenten-Sicht war das vielleicht kein klarer Wunsch, aber für E-Commerce ist das eine super Story – auch wenn de Kunde vielleicht kein neues Bezahlverfahren braucht“, betonte auch Holger Teske. Einen klaren Mehrwert gibt es aber auch für ihn: Das Geld kann so schneller beim Händler sein.

Vorteile der Banken

Schmidt sieht R2P weniger als Mittel für die Banken, Geld zu verdienen, als damit bessere und vielseitige Möglichkeiten für die Kunden zu entwickeln. Dem stimmte auch Teske zu, denn so entstünden neue Touch Points, vor allem in den Banking Apps. Engert hoffte darauf, dass damit sowohl Lastschrift-Verweigerer endlich abgeholt werden können – und die leidigen Papierrechnungen wegfallen.

Wichtig laut allen Diskussionsteilnehmern: Die Kunden müssen mitgenommen werden und das Produkt wirklich verstehen. Die IBAN beispielsweise ist bis heute nicht wirklich beliebt, Kunden wollen sie einfach nicht abtippen – und nutzen dann Umwege wie Screenshots, um das zu vermeiden. Also müssen die Banken bei neuen Produkten so etwas immer mitdenken – denn ein Produkt, das keiner annimmt, bringt am Ende nichts. 

Mehr Freiheit und Flexibilität

All das wird nur funktionieren, wenn Banken, Versicherungen und andere Player. zusammenarbeiten und es dem Kunden so leicht wie möglich machen. Vor allem Ausdauer ist hier wichtig, betonte Teske – aber es wird politisch stark gepusht. Das Gute ist: Bei Tests werde klar, dass die User das Konzept sofort verstehen. Damit müsse man nicht viel Aufklärung betreiben, sondern könne gleich durchstarten. Am Ende hängt es auch am jeweiligen Use Case – aber R2P kann mehr Flexibilität und Freiheit schenken: Weil man sich genau dann um seine Rechnungen kümmern kann, wenn man das will. 

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