KfW- So navigierte eine Bank durch die Coronakrise

FinTech Podcast #276

Die Corona-Pandemie lässt die deutsche Wirtschaft straucheln wie selten zuvor. Nicht nur Mediziner sprechen angesichts der Corona-Pandemie von einer „historischen Zeit“, auch die Wirtschaft steht vor Herausforderungen von bislang unbekanntem Ausmaß. Es hat die traditionelle Wirtschaft ebenso getroffen, wie Digitalunternehmen und auch die Fintechs. Die aktuelle Lage führte bei vielen großen und kleinen sowie Start-up – Unternehmen bereits zu massiven Geldnöten. Auch Freiberufler und Solo-Selbstständige leiden stark.

Das Bundeswirtschaftsministerium unter Federführung von Thomas Jarzombek und die staatliche KfW-Bankengruppe haben die letzten Monate gemeinsam mit dem Start-up-Verband an einem Entwurf für einen „Schutzschirm“ für Start-ups gearbeitet. Es geht um eine Größenordnung von mehreren Milliarden Euro.

Zwei Drittel der Start-ups fürchten wegen der Maßnahmen gegen Covid-19 um ihre Existenz“, heißt es in einem Zitat gegenüber dem Tagesspiegel aus Berlin.

Eine Umfrage des Start-up-Beirats beim niedersächsischen Wirtschaftsministerium ergab, dass zwei Drittel der Start-ups schon zu Beginn der Pandemie um ihre Existenz fürchteten. Eile war also geboten: Hilfsmaßnahmen seien innerhalb von sieben Wochen notwendig, um dem Überleben der Unternehmen eine größere Chance einzuräumen, wird im Tagesspiegel weiter zitiert.

Jetzt schnell aktiv werden

„Wenn wir jetzt nicht aktiv werden, verlieren wir die halbe Tech-Welt“, warnte Christian Miele, Vorsitzender des Bundesverbands Deutscher Start-ups, der bereits vor Wochen im Eilverfahren einen 4-Stufen-Plan (PDF) zum Schutz deutscher Start-ups in der Corona-Krise vorlegte. Start-ups seien von der aktuellen Situation besonders betroffen, da durch Umsatzausfälle, den Rückzug von Neuinvestoren uvm. gravierende Liquiditätsengpässe zu befürchten seien. Schnelle, effiziente, umfassende und zielgenaue finanzielle Unterstützungsmaßnahmen waren und sind daher dringend erforderlich”, heißt es aus dem Verband-

Auch das Business Angels Netzwerk Deutschland (BAND) hat unter Einbeziehung seiner Mitglieder einen Vorschlag erarbeitet, der für Angel finanzierte Start-ups und auch darüber hinaus geeignet erscheint, bei den Start-ups die größten Belastungen durch die Krise abzufedern. Zu den zentralen Eckpunkten zählen die Haftungsfreistellung bei Wandeldarlehen im Rahmen des Erwerbszuschusses von INVEST – Zuschuss für Wagniskapital, sowie Darlehen der KfW.

Diese Corona-Hilfsmaßnahmen für Start-ups laufen schon

Weitere Vorschläge im BAND-Maßnahmenkatalog beziehen sich auf: Personalkostenzuschüsse und Stundung von Sozialversicherungsbeträgen, eine zeitliche begrenzte Modifizierung des Insolvenzrechtes und eine flexible Anpassung der Umsatzsteuer.

Auch die Bundesregierung hat schnell gehandelt und der staatlichen Förderbank KfW Finanzmittel in Milliardenhöhe zur Verfügung gestellt. Mit verschiedenen Krediten unterstützt die KfW Freiberufler, Solo-Selbstständige und Unternehmen, die unverschuldet in Liquiditätsschwierigkeiten geraten sind. Beantragt werden die Kredite bei der zuständigen Hausbank.

Die KfW in der Corona Zeit

Der Run auf die Kredite der KfW ist riesig. Die KfW hat in den letzten Wochen eine Antragsflutwelle überrannt und war maßgeblicher Knotenpunkt zwischen Antragsstellern und den Hausbanken. Tausende von Anträgen sind bei der Staatsbank KfW schon für die Corona-Hilfskredite eingegangen. Das angefragte Volumen beläuft sich auf über 11 Milliarden Euro – die allermeisten Anträge werden für Kredite mit einem Umfang von bis zu 3 Millionen Euro gestellt. Daraus lässt sich schließen, dass gerade kleinere und mittlere Unternehmen von dem Angebot Gebrauch machen wollen und müssen.

Kilian und Jochen sprechen mit Michael Strauß – CDO der KfW über die Programme, welche die Förderbank aufgelegt hat, welche unterschiedlichen Fördermaßnahmen es gibt und wie sie mit dem Ansturm zu Recht kamen? Außerdem was sich intern für sie und die MitarbeiterInnen geändert hat? Welche Rolle das Prinzip Förderbank spielt und wie das Zusammenspiel mit den Hausbanken und den Fintechs funktioniert?

Ein interessanter und tiefer Einblick in die Rolle und den Wirkungsspielraum der Bank in der jetzigen wirtschaftlich herausfordernden Zeit.

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Autor
Nicole Nitsche
Geboren 1982 im damals noch „sozialistischen” Rumänien, früh gereift unter der Höhensonne der bundesrepublikanischen Mittelschicht, lebt Nicole nach Umwegen über Marburg und Hamburg und jede Menge Abstechern im Ausland wieder in ihrer ursprünglichen Heimat Siegen. Nach diversen beruflichen Umwegen im... mehr

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