FinTechs setzen neue Maßstäbe: Wie die Digitalisierung das gewerbliche Kreditgeschäft noch effizienter machen kann

Ein Gastbeitrag von FinCompare

Kredite für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) versprechen den Banken gute Erträge. Allerdings stehen die Margen seit einigen Jahren unter Druck und sinken zum Teil deutlich*. Zusätzlich entsteht durch innovative FinTechs Wettbewerbsdruck auf die etablierten Institute. Sie setzen aktuell die Marktstandards, vor allem in Sachen Convenience, Schnelligkeit und Transparenz. Dies wird beispielsweise im B2B-Bereich bei der Digitalisierung von Kreditvergabeprozessen durch horizontale
Marktplätze deutlich.

Bei FinCompare zum Beispiel, der digitalen Plattform für Unter-nehmensfinanzierungen, besteht der Kreditvergabeprozess aus drei einfachen Schritten: Die Unternehmen laden die notwendigen Unterlagen hoch, FinCompare wertet sie aus und fragt bei den passenden Anbietern aus dem Pool von rund 250 Finanzierern an.

Innerhalb kürzester Zeit liegen drei bis fünf Angebote vor, aus denen der Kunde das Beste für sich auswählen kann. So entsteht aus der vollständigen End2End (E2E)-Digitalisierung des Kreditvergabeprozesses und dem Netzwerk aus leistungsfähigen und reaktionsschnellen Finanzierungs-partnern die klassische Win-Win-Situation: Die Kunden profitieren von den kurzen, transparenten und nahezu vollständig digitalisierten Prozessen und sparen wertvolle Zeit. Die Finanzierer erweitern ihre Reichweite und können einen zusätzlichen, höchst effektiven Vertriebskanal aufbauen.

Geschwindigkeit und Effizienz als wichtigste Erfolgsfaktoren

Der Kreditmarkt für KMU-Finanzierungen gibt heute ein eher wider-sprüchliches Bild ab. Obwohl der Kreditbestand im letzten Jahr um fast 7 Prozent auf rund 220 Mrd. Euro angewachsen ist und für die Banken rund 5 Mrd. Euro an Zinsen abwirft, decken die KMU-Kredite nur rund 75 Prozent der Eigenkapitalkosten der Banken*. Der Optimierungsbedarf bei den gewerblichen Finanzierungen der Banken ist somit hoch: Die Vergabe-Geschwindigkeit und Effizienz sind heute die Erfolgsfaktoren, auf die es
ankommt.

FinTechs setzen neue Maßstäbe: Wie die Digitalisierung das gewerbliche Kreditgeschäft noch effizienter machen kann

Die Institute sollten daher schnellst-möglich aktiv werden und vor allem in die Gestaltung der Kreditvergabe-prozesse und deren Digitalisierung investieren. Denn noch immer sorgt der geringe Digitalisierungsgrad der Banken für lange Durchlaufzeiten, vom Eingang der vollständigen Kundenunterlagen bis zur Auszahlung.

Während diese Zeitspanne bei vielen Ratenkrediten im B2C-Bereich bei
weniger als einer halben Stunde liegt, dauert es bei gewerblichen Krediten oft mehrere Tage, bis die gewünschte und dringend benötigte Summe ausbezahlt wird**. Die meisten Banken, Sparkassen und Finanz-dienstleister, die an der Studie teilgenommen haben, arbeiten im B2C-Bereich mit Ratenkreditspezialisten zusammen, die einen E2E-digitalen Kreditprozess anbieten.

Die mangelnde Effizienz bei der Kreditvergabe zeigt sich auch darin, dass im gewerblichen Kreditgeschäft nur wenige Banken auf Automatisierungs-Lösungen (Robotic Process Automation/RPA) setzen, obwohl diese die Bearbeitungsgeschwindigkeit deutlich erhöhen können. Bislang werden sie vor allem im Backoffice für die Dateneingabe und die Vertragserstellung genutzt. Potenziale in anderen Teilen der Wertschöpfungskette bleiben dagegen meist ungenutzt. So könnte der kombinierte Einsatz einer Online-Antragsstrecke im Front-End und einer RPA-Lösung im Backend die Prozesseffizienz deutlich erhöhen und qualitativ höherwertige Daten liefern.

Die meisten Banken scheinen sich im gewerblichen Kreditgeschäft noch immer auf die Rezepte der Vergangenheit zu verlassen. So überrascht es nicht, dass nur rund jedes vierte Kreditinstitut Plattformen und Marktplätze wie FinCompare zur Generierung weiterer Gewerbe-kreditgeschäfte nutzen. Deren enorme Reichweite bleibt für den Vertrieb der Produkte gänzlich ungenutzt und damit auch die Möglichkeit, die Kundengruppe für die Kredite zu erweitern und zusätzliches Umsatzpotenzial zu erschließen.

„Die meisten Banken scheinen sich im gewerblichen Kreditgeschäft noch immer auf die Rezepte der Vergangenheit zu verlassen.“

Dabei sind die Unternehmen längst aufgewacht. Sie wissen, dass es neben der Hausbank interessante Alternativen für ihre Finanzierungs-wünsche gibt – und dass diese problemlos im Internet zu finden sind.

Erfolgsrezept: Einzelne Prozesse richtig gut machen

Wie die Zukunft des Bankings aussehen könnte, zeigen FinTechs, die bewusst nur einen kleinen Teil der Wertschöpfungskette der Banken abdecken und sich darauf konzentrieren, Einzelnes richtig gut zu machen.

Sie haben sich von Anfang an auf die Digitalisierung des Finanzierungs-prozesses fokussiert. Doch FinTechs können noch mehr: Anbieter wie FinCompare stellen auch die Infrastruktur für modulares bzw. Open Banking zur Verfügung und helfen Banken und Finanzdienstleistern bei der Reduzierung ihrer Kosten (z.B. bei den Kunden-akquisitionskosten / CAC) und beim Bemühen, in Zukunft zum digital vernetzten Partner der Unternehmen zu werden. Diese Institute und Unternehmen verabschieden sich Schritt für Schritt vom bewährten Prinzip, die komplette Wert- schöpfungskette abzubilden. Stattdessen werden sie sich mit Hilfe modernster Technologie und der Einbindung durch APIs auf bestimmte Teile oder Stufen der Kette spezialisieren und sich auf der Plattform miteinander verbinden.

So entsteht ein modulares, intelligentes Marktnetzwerk, auf dem nicht nur alle Informationen wie Daten, Scoring-Ergebnisse, Dokumente etc. zusammenlaufen, sondern das auch viele unter-schiedliche Aufgaben und Bereiche abdecken und den Kunden unter einem Dach die unter-schiedlichsten Lösungen anbieten muss.

FinTechs setzen neue Maßstäbe: Wie die Digitalisierung das gewerbliche Kreditgeschäft noch effizienter machen kann

Die Kooperationsbereitschaft der Banken ist noch immer gering

Die Kreditvergabe und das Banking im B2B-Bereich stecken mitten drin im größten Umbruch der Geschichte. Die Digitalisierung hat den Markt gehörig
durcheinander-gewirbelt und den Banken starke Wettbewerber beschert, die ihr volles Potenzial noch gar nicht ausgeschöpft haben. Immer mehr Banken erkennen, dass sie von der Kooperation mit FinTechs mehr profitieren können, als wenn sie diese immer nur als Konkurrenten behandeln, die ihnen Kunden und Geschäft abnehmen wollen. Auch wenn aktuell nur 7 Prozent der befragten Banken mit einem FinTech kooperieren. Hier gibt es noch viel Potenzial.

Gerade bei der Datenanalyse im Kreditgeschäft und dementsprechende Ableiten von Informationen für die Kreditvergabe ist eine der größten Stärken von FinTechs überhaupt. Es wird höchste Zeit, dass weitere Institute die Synergieeffekte erkennen, die die Zusammenarbeit mit den jungen Unternehmen bieten, und entschlossener als bisher die Digitalisierung des Kreditvergabeprozesses angehen.

Autor
Nicole Nitsche
Nicole Nitsche ist studierte Theaterwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre als Regieassistentin beim Thalia Theater Hamburg gearbeitet. Danach war Nicole Leiterin der Presse-und Marketingabteilung eines Hamburger Musiklabels. Zu ihren täglichen Aufgaben zählten dort, neben dem Verfassen von Pressetexten, die Umsetzung und... mehr

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