Finanzspritze: Weitere acht Millionen für FinTech-App Finanzguru

Mit mehr Geld in der Tasche startet nach einer erweiterten Serie-A Finanzierung in Höhe von acht Millionen Euro das Frankfurter FinTech Finanzguru. Die Investoren VR Venture, Coparion und Venture Stars gemeinsam mit HDI, der Deutschen Bank sowie Business Angel Frank Strauß stellen dem Unternehmen 8 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Mit dem frischen Kapital will Finanzguru das bestehende Angebot durch Hinzunahme des Finanz- & Versicherungsgeschäfts deutlich erweitern.

Mit der Finanzspritze will die dwins GmbH und damit Betreiber von Finanzguru rund um die Zwillinge Alexander und Benjamin Michel die App technologisch weiterentwickeln, um künftig Überweisungen aus ihr heraus auszuführen. Die dwins GmbH wurde 2015 von den Brüdern Alexander und Benjamin Michel gemeinsam mit Florian Hirsch und Sandro Sonntag gegründet. Finanzguru startete als App, die mit dem Bankkonto verknüpft und mithilfe künstlicher Intelligenz (KI) beim Verwalten der Verträge helfen soll – und damit als ein klassischer Finanzmanager.

2021 stieg Finanzguru in das Bancassurance-Geschäft ein

Mit dem Kauf des Versicherungsmaklers Volders stieg Finanzguru 2021 in das Bancassurance-Geschäft ein. Seither bauen die Frankfurter eine persönliche Beratung für Finanz- und Versicherungsthemen auf. Eigenen Angaben nach betreut das Unternehmen in diesem Geschäftsfeld mittlerweile mehr als 20.000 Kunden und soll weiter ausgebaut werden. Mitte Dezember wurde auch die Zusammenarbeit mit der Deutsche-Bank-Tochter DWS den „Finanzguru ETF Invest“-Robo verkündet. Weitere Ertragsquellen sind neben den Versicherungen bislang die Vermittlung von Strom- und Gastarifen sowie das zahlungspflichtige Premium-Angebot. Finanzguru bietet zusätzlich eine eigene Debit-Karte an.

Notwendiges Ziel: Umsatz deutlich zum Vorjahr steigern

Über den Erfolg von Finanzguru lässt sich dennoch diskutieren und die Interpretation der Zahlen überlässt Spielraum. Finanzguru machte im Jahr 2020 knapp 1 Million Euro Umsatz, steigerte diesen auf 2 Millionen Euro im Jahr 2021. Diese wolle man nun deutlich steigern. Nach vier Jahren am Markt klingt das nach einem guten Plan zur weiteren Skalierung.

„Wir sind 2021 zur echten Zentrale für alle Geldthemen und Versicherungen unserer Kunden geworden. Die Zahl unserer Versicherungskunden steigt rasch, Finanzguru trifft hier den Nerv. Und das Vertrauen unserer Investoren gibt uns jetzt den notwendigen Rückenwind für die nächste Phase unseres Wachstums“, gibt sich Gründer Benjamin Michel selbstbewusst.

Downloadzahlen stagnieren

Seit Jahren verfolgen unterschiedliche FinTechs des Multi-Banking Ansatz und mit der PSD2 standen die Vorzeichen eigentlich gut. Doch unter allen Angeboten und Wettbewerbern scheint Finanzguru noch die größten Chancen auf Erfolg zu haben. Die Downloadzahlen stagnierten zuletzt bei rund 500.000 Nutzern. Dennoch waren die Michel-Zwillinge aber im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern seither in der komfortablen Situation, viel Energie in das Positionieren ihrer App durch geschickte Marketingkampagne zu stecken. Ihre Teilnahme in der TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“ verschaffte Finanguru hohe Aufmerksamkeit. Zudem stieg zeitgleich Investor Carsten Maschmeyer in das Unternehmen ein.

Mit dem Zukauf und der Erweiterung des Produktangebotes stehen die Chancen im Vergleich zu Mitbewerbern am Markt deutlich besser, als für andere. Dennoch: Multi-Banking Apps scheinen auch in 2022 noch nicht den ganz großen Erfolg zu versprechen.

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Die studierte Soziologin und Medienwissenschaftlerin beobachtet, analysiert und schreibt als Journalistin seit vielen Jahren über die Startup- und Fintechszene. In der Vergangenheit arbeitete sie für führende on- und offline für Gründer- und Wirtschaftsmedien im In- und Ausland, moderiert, schrieb mit... mehr
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