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Digitale Wallets, strengeres Kreditrecht und KI-Transformation bei Solaris

Deutschlands d-you Wallet kommt 2027, Ratenkäufe werden strenger reguliert und Solaris setzt auf KI. Plus: Empathie im Inkasso-Prozess.

Digitale Wallets, strengeres Kreditrecht und KI-Transformation bei Solaris
Photo by Mika Baumeister / Unsplash

Endlich Wochenende! Und zum Wochenschluss am Freitag zeigt eine Bitkom-Umfrage, dass 53 Prozent der Deutschen die digitale Brieftasche d-you nutzen möchten. Das neue Digitale-Identitäten-Gesetz bildet die Basis für den Start am 2. Januar 2027. Trotz der Akzeptanz hat die Hälfte der Bürger noch nie von d-you gehört, weshalb ein Online-Dienst die Aktivierung vereinfachen soll.

Passend zum Verbraucherschutz greift ab dem 20. November 2026 ein verschärftes Kreditrecht für Ratenkäufe und zinsfreie Kleinkredite. Anbieter müssen künftig eine Kreditwürdigkeitsprüfung für bisher kaum regulierte Finanzierungsvarianten durchführen. Während das 14-tägige Widerrufsrecht gestärkt wird, bleibt der klassische Rechnungskauf von den neuen EU-Vorgaben explizit ausgenommen.

Themenwechsel zum Berliner Fintech Solaris, das unter CEO Steffen Jentsch zur KI-nativen Bank wird. Im Zuge dieser Transformation entlässt das Unternehmen 80 der insgesamt 400 Mitarbeiter zugunsten automatisierter KI-Agenten. Trotz einer vorangegangenen BaFin-Geldstrafe in Höhe von 6,5 Millionen Euro zeigt die Unternehmensbewertung mit fast 500 Millionen Euro wieder nach oben. 🤖

Apropos staatliche Digitalprojekte: Die schwedische Riksbank fordert eine Neubewertung der digitalen Krone. Da Dollar-Stablecoins aktuell 99,5 Prozent des Marktes dominieren, sieht die Zentralbank Handlungsbedarf für den heimischen Zahlungsverkehr. Eine Umsetzung der E-Krona würde nach einer parlamentarischen Zustimmung allerdings mindestens fünf Jahre in Anspruch nehmen.

Ergänzend dazu konkretisiert die EU die Pläne für den digitalen Euro, der ab 2029 als Bargeld-Pendant fungieren könnte. Das Konzept setzt auf eine Nutzung per Smartphone oder Karte ohne Internetverbindung und Girokonto. Während Offlinezahlungen hohe Privatsphäre versprechen, entscheiden politische Verhandlungen über Haltegrenzen und die endgültige Annahmepflicht.

Dazu passt die technische Vorbereitung der Mitgliedstaaten durch den EUDI-Wallet Adapter. Diese Schnittstelle ermöglicht der öffentlichen Verwaltung die gesetzeskonforme Integration digitaler Identitäten in bestehende IT-Systeme. Das Ziel ist eine reibungslose Interoperabilität zwischen nationalen Diensten, was als zentraler Baustein für den Erfolg des digitalen Binnenmarkts gilt.

Einen praktischen Fortschritt gibt es zudem im Verkehrssektor: Der Bundesverband Taxi und Mietwagen nutzt künftig S-POS. Diese Lösung verwandelt Smartphones in mobile Lesegeräte für girocards und Wallets, was klassische Terminals überflüssig macht. Durch ein Förderprogramm können Betriebe die App bis Ende 2026 gebührenfrei einsetzen, um bargeldlose Zahlungen zu forcieren.

Zum Schluss noch ein Blick auf die Altersvorsorge: Der Bundestag entscheidet über eine Frühstartrente für Kinder ab Frühjahr 2027. Dabei zahlt der Staat für Sechs- bis 18-Jährige monatlich zehn Euro in breit diversifizierte Aktienfonds ein. Die Verträge unterliegen einem Kostendeckel von einem Prozent, während Eltern private Zuzahlungen von jährlich bis zu 6.840 Euro leisten können.

Außerdem heute im Angebot: Ein neuer Beitrag bei uns auf dem Portal von Nicole Nitsche beleuchtet den Einsatz von KI im Inkasso. André Heyden von cAI erläutert darin, wie empathische KI automatisierte Entscheidungen trifft und wo die Grenzen zur Manipulation liegen. Der Text bietet tiefe Einblicke in die moderne Forderungsverwaltung. Lohnt einen Blick.

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