> ## Content Index
> Fetch the complete content index at: https://paymentandbanking.com/llms.txt
> Use this file to discover other available public pages before exploring further.

# Wir machen das mit der Serie
- URL: https://paymentandbanking.com/wir-machen-das-mit-der-serie/
- Published: 2026-08-20T05:36:06.000Z
- Updated: 2026-08-20T05:36:06.000Z
- Description: Für ihren neu integrierten Broker S-Neo haben die Sparkassen die ganz große Werbetrommel gerührt und mit „Die Neusparer“ eine eigene Miniserie gedreht. Fragt sich nur: Bringt das irgendwas?
- Author: Jan Schulte
- Tags: Banking

Animationen, fröhliche Hintergrundmusik, lustige Sprüche und irgendwann taucht auch noch Mark Forster vor der Kamera auf. Die Sparkassen versuchen vieles, um im Kampf gegen Neobroker, Direktbanken und Co. auch noch was von den Kund\*innen abzubekommen, die gerne auf dem Smartphone investieren. Selbst eine Miniserie, die unter anderem auf [Youtube](https://www.youtube.com/watch?v=WH-wwQWu8GQ&list=PLJVUMiBuA%5FRw&index=1&ref=paymentandbanking.com) läuft, muss da herhalten. Das ist sicherlich aller Ehren wert, nur ist es auch abseits des Konkurrenzkampfes über die beste UX, die günstigsten Ordergebühren und die größte Auswahl für die Roten schwer, da Boden gut zu machen. Tatsächlich lässt sich aus der Serie einiges in den Zustand des Sparkassen-Universums hineininterpretieren. Also: Auf geht’s, oder wie man neuerdings wohl sagt: „Let’s gooooooooooo“. 

## **Gute Aufrufzahlen – aber unklare Botschaft**

S-Neo soll also den Zugang zum Wertpapiersparen vereinfachen. Und die neue Serie soll laut DSGV Menschen dazu motivieren, endlich loszulegen und das Thema nicht als zu trocken und zu kompliziert abzutun. „Wir wollten den Start von S-Neo deshalb nicht nur klassisch kommunikativ begleiten, sondern das Thema Vermögensaufbau so erzählen, dass es Aufmerksamkeit bekommt und verständlich bleibt“, erklärt ein Sprecher. 

Aufmerksamkeit haben die Sparkassen damit sicherlich bekommen. Zumindest auf Youtube wurde allein die erste Folge fast 700.000 Mal aufgerufen. Die fünfte und damit letzte der um die fünf Minuten gehenden Folgen immerhin noch knapp über 340.000 Mal. Doch vielleicht ist Aufmerksamkeit gar nicht das große Problem der Sparkassen. „Auch die jungen Leute kennen Sparkassen“, gibt Sebastian Schäfer von der Unternehmensberatung für Marken Brand Trust zu bedenken. „Es müsste eigentlich darum gehen, die Begehrlichkeit für die Sparkassen und ihre Dienstleistungen zu erhöhen”, so der Experte. Doch das könne die Serie nicht schaffen.

Damit solch eine Serie funktioniert, muss sie laut Schäfer drei Bedingungen erfüllen: „Es muss etwas Neues zu erzählen geben, es muss einen gewissen Gesprächswert haben und es muss unterhaltsam aufbereitet werden.“ Die Sparkassen erfüllten diese Bedingungen nur bedingt. „S-Neo ist zwar ein neues Produkt, doch darum geht es in der Serie dann gar nicht so stark. Einen großen Gesprächswert bietet eine neue Broker-Funktion ohnehin nicht“, sagt er. Über die Unterhaltsamkeit der Serie kann man freilich diskutieren. „Sie ist es aber auf jeden Fall dann, wenn sie für die Zielgruppe relevant ist. Das wird zumindest in einigen Szenen erfüllt.”

## **„Die Serie spiegelt ein wenig die Ratlosigkeit der etablierten Banken wieder”**

Tatsächlich hat die Serie den ein oder anderen Gag parat, sie ist teilweise schnell geschnitten. Für Rentner\*innen dürfte sie eher nichts sein, eher etwas für die jüngeren Generationen. Laut DSGV sollte die Serie aber gar keine besonders eng definierte Kund\*innen-Gruppe erreichen. Sie solle sich eben an alle Menschen richten, die sich bisher eher zurückhaltend mit Wertpapieren und Vermögensaufbau beschäftigt haben. „Das können jüngere Kundinnen und Kunden sein, die erstmals über einen Sparplan nachdenken. Das können aber genauso Menschen sein, die bislang vor allem klassisch gespart haben und sich fragen, ob das für die eigenen Ziele noch ausreicht“, so ein Sprecher.

Angesichts des Stils der Videos wirkt das anders. Der DSGV gibt selbst an, dass man eine Tonalität setzen wollte, „die niedrigschwellig, nahbar und mit einem gewissen Augenzwinkern funktioniert“. Auch die Protagonistin der Serie, die neue Filialleiterin, sowie einige andere Charaktere vertreten wohl eher eine jüngere Generation. 

„Die Serie spiegelt ein wenig die Ratlosigkeit der etablierten Banken wieder: Wie erreicht man die junge Zielgruppe im Konkurrenzkampf mit all den Neobanken – und das ohne die älteren Kunden zu verlieren?”, befindet Schäfer von Brand Trust. Gerade die Generation Z abzuholen, sei schwierig. „Ein Teil dieser Generation fordert Realismus, ein anderer Ironie und Humor.“ Zudem ist die Welt für etablierte Banken wie den Sparkassen herausfordernder geworden. Die eine Neobank wirbt mit Brad Pitt, der andere Neo-Broker mit Mario Götze. Den Fintech gelingt dabei zwar auch nicht jede Werbemaßnahme, sie haben aber ein klarer umrissene Kund\*innen-Gruppe. 

„Die Sparkassen-Serie ist ein kleines Botschaften-Buffet. Ich spüre eine Form von Orientierungslosigkeit“, so Schäfer. Das sei angesichts der sich stark verändernden Banking-Welt auch verständlich. „Die Videos wirken ein wenig wie ein Baustein in einem teuren Selbstfindungsprozess.“ So findet man in der zweiten Folge etwa ein Sparkassen-Fähnchen mit dem Aufdruck „Weil’s um mehr als Geld geht“. Nur um was genau geht es denn bei den Sparkassen? Früher hieß der Slogan „Wenn ums Geld geht, Sparkasse”. Damit war allen klar, warum sie zu den Roten gehen sollten. „Die Videos wirken ein wenig wie Bausteine in einem teuren Selbstfindungsprozess“, urteilt Schäfer. Eigentlich lasse es sich auf eine Formel herunterbrechen: „Eine solche Serie sollte eine Spitzenleistung bewerben. Was kann ich besser als alle anderen? Gelingt mir das, ist sie auch erfolgreich.”