Peter Robejsek: „sehen starke Veränderung des Bezahlverhaltens“

Peter Robejsek im #BEX21 Speakerinterview – Bex to the future

Als Marty McFly mithilfe von Doc Brown in die Zukunft reist, erwarten in dort Hoverboards, fliegende Autos, Videotelefon und selbstschließende Schuhe, allerlei technische Geräte und die komplette Digitalisierung. Doch was erwartet uns jenseits von Science-Fiction wirklich in der Zukunft, wo können wir jetzt Weichen stellen?

Am 17. & 18. Juni 2021 ist es so weit: Wir nehmen euch mit zurück in die Zukunft und versuchen das gesamte Raum-Zeit-Kontinuum auf den Kopf zu stellen. Steigt mit ein in den DeLorean DMC-12 und kommt mit uns auf die fünfte Banking Exchange zurück in die Zukunft. Dazu steht unser Fluxkompensator ☢️ schon bereit! Gemeinsam mit euch und 1.21 GIGAWATT wollen wir in die Zukunft blicken und zusammen mit handverlesenen Speaker:innen unter Strom diskutieren, wohin die Reise unserer Branche nach der Pandemie geht. Wir wollen wie immer gemeinsam mit euch über die Zukunft der Fintech- und Banken-Branche sprechen. Wir schauen nach vorne und gleichzeitig zurück auf das Jahr.

Das geht natürlich nur mit den besten und großartigsten Sprecher:innen, welche die Branche zu bieten hat. Klugen Köpfen, Enthusiast:innen und Macher:innen, die gestalten und was zu sagen haben. Auch in diesem Jahr möchten wir euch nicht vorenthalten diese wunderbaren Menschen im Vorfeld kennenzulernen.

Dr. Peter Robejsek ist Vice President Product Management bei Mastercard. In dieser Rolle verantwortet er das Produktmanagement für Deutschland und die Schweiz. Dies umfasst neben klassischen Mastercard-Bezahllösungen auch innovative Ansätze rund um Instant Payment und Open Banking. Zuvor war Robejsek unter anderem als Berater bei Strategy& tätig und beriet Finanzdienstleister sowie deren IT-Serviceprovider zu Themen rund um Strategie, Technologie und Payment. Der Diplom-Kaufmann und Finanzökonom promovierte an der britischen Durham University.

Peter, wir freuen uns über deine erneute Zusage zur BEX im Juni: Wie können wir uns deinen Arbeitsalltag bei Mastercard denn so vorstellen und wo setzt du Schwerpunkte?

Ich freue mich auch sehr bei der BEX als Gast bei dem Panel „Open Banking: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft“ mit dabei zu sein! Ich bin Vice President im Bereich Product Management bei Mastercard Deutschland & Schweiz. Mit meinem Team verantworte ich das Produktmanagement der beiden Märkte. Das umfasst neben klassischen Mastercard Bezahllösungen auch viele Innovationsthemen.

Banking Exchange 21: Etabliertes und bedeutendes Branchenevent

Mastercard ist schon lange kein reines Karten-Scheme. Wir bieten Partnern sichere und schnelle Zahlungen und Informationsaustausch über viele Kanäle an. Dazu zählen auch Echtzeitzahlungen und Open Banking.

Seit wann beschäftigst du dich mit diesem Thema? Und was sind die wesentlichsten Veränderungen, Entwicklungen sowie gleichzeitig größten Überraschungen innerhalb dieser Zeit?

Open Banking ist momentan ein Trendthema in der Branche. Es gibt eine starke Dynamik – ausgelöst durch die PSD2-Richtlinie und die Zusammenarbeit von Banken und Drittanbietern. Das kommt auch bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an, denn sie zeigen starkes Interesse an kontoübergreifenden, bankenunabhängigen Apps. Mittlerweile werden solche Anwendungen von jedem sechsten Deutschen genutzt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Open Banking ermöglicht einen Überblick über die eigenen Finanzen und vereinfacht die Budget-Verwaltung.

Im Februar dieses Jahres verantwortete ich die Publikation des Whitepapers „Lässt sich mit Open Banking Geld verdienen?“. Mittlerweile haben Banken und Sparkassen Lösungen etabliert, die den Zugriff von Dritten auf Kontoinformationen mit Zustimmung der Kundinnen und Kunden zulassen. Auch die Qualität der Schnittstellen wird weiter sukzessiv verbessert. Nur betrachten zu viele Marktteilnehmer das Ökosystem noch aus der Compliance-Brille und denken zu wenig über Monetisierung nach.

Aus unserer Sicht gibt es Monetisierungschancen, aber diese sind eben nicht pauschal mit dem „goldenen Use Case“ umsetzbar. Vielmehr bedürfen sie einer gezielten, strategischen Auseinandersetzung mit den Chancen, die Open Banking bietet. Für einige liegen diese auf der Erlösseite, für andere auch in Kostenersparnissen.

Wie nimmst du die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen wahr?

Wir befinden uns durch die COVID-19-Pandemie gerade in einer schwierigen Zeit und die Krise beeinflusst natürlich auch unser Geschäft.

Die Veränderungsgeschwindigkeit nimmt weiterhin rasant zu und wir nehmen einen immensen digitalen Wandel und ein nachhaltiges Wachstum neuer Technologien wahr. Die Bereiche E-Commerce, Echtzeitzahlungen, Mobile Payments und Open Banking haben sich stark entwickelt. Mitte April haben wir eine Studie (Mastercard Recovery Insights) veröffentlicht, die aufzeigt, dass COVID-19 die Digitalisierung des Einzelhandels weiter beschleunigt und mittlerweile 755 Milliarden Euro zusätzlich durch den weltweiten E-Commerce generiert werden.

Laut der Studie werden etwa 20-30 Prozent des durch COVID-19 bedingten weltweiten Wandels zum digitalen Handel dauerhaft sein. Das ist eine immense Verschiebung! Auch in Deutschland merken wir eine Verschiebung – hier liegt der Anteil des E-Commerce am Einzelhandel aktuell bei knapp 10 Prozent.

Gleichzeitig nehmen wir eine starke Veränderung des Bezahlverhaltens von Verbraucherinnen und Verbrauchern in Deutschland wahr. Kontaktloses und mobiles Bezahlen geht schneller und ist vor allem sicher und hygienisch.

Banking Exchange 21: Etabliertes und bedeutendes Branchenevent

Als Partner der Banken beschäftigt uns die Digitalisierung der Banken sehr. Auch hier sehen wir durch COVID-19 eine starke Veränderung des Nutzerverhaltens von Bankkunden: Mittlerweile wickelt fast jeder dritte Deutsche seit Ausbruch der Pandemie mehr Zahlungen online oder per App ab und ist offen für Open Banking-Lösungen.

Dieser Wandel hin zu digitalen Kanälen hat sich durch die Corona-Pandemie nochmals beschleunigt. Auch die Nutzung von Bargeld nimmt stetig ab – ebenfalls ein Trend, der nachhaltig zu sein scheint.

Welche Erwartungen hast du als Speaker an die kommende BEX?

Die BEX ist ein etabliertes und bedeutendes Branchenevent. Es ermöglicht den Austausch mit erstklassigen Speakern, Expertinnen und Experten sowie Teilnehmenden zu Trendthemen und Innovationen auf fachlich hohem Niveau. Die BEX liefert immer wieder neue Impulse zu Entwicklungen, Trends und Herausforderungen auch über den Zahlungsverkehr hinaus. Für uns als Technologieunternehmen sind Kooperationen und Partnerschaften entscheidend, um digitale Lösungen voranzutreiben.

Besonders in Zeiten wie diesen ist so ein Format enorm wichtig und ich freue mich sehr darauf, gemeinsam über neue Lösungen, Potentiale und Konzepte von Open Banking zu sprechen.

Du bist Gast auf dem Panel zum Thema ‚Open Banking: Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft‘: Welche Fragen würdest du deinen Mitpanelist:innen selbst stellen?

Ich freue mich auf das Panel und Fragen aufzuwerfen und gemeinsam Antworten und Lösungen zu diskutieren, wie zum Beispiel: Wie können wir das Innovationstempo im Bereich Open Banking erhöhen? Wie können wir neue Ertragsquellen erschließen?

Zwei Drittel der Deutschen sind grundsätzlich bereit, für Open Banking-Services zu bezahlen. Das heißt, wer Pioniergewinne realisieren und neue Kundinnen und Kunden gewinnen möchte, sollte neue Features entwickeln und diese geschickt bündeln. Ich bin gespannt, welche Angebote Finanzinstitute Verbraucherinnen und Verbrauchern anbieten und das Potential von Open Banking nutzen.

Das Motto der #BEX21 lautet in diesem Jahr: BEX to the future – angelehnt an Robert Zemeckis Science-Fiction-Filmkomödie – “Back to the Future”. Wenn du in die Zukunft blickst, was erwartet die Branche da? Warum könnte die Payment- und Banking Branche mehr vom innovationsgetriebenen Glauben eines Doc Brown lernen?

Mastercard betreibt ein globales Netzwerk, das jährlich über 85 Milliarden Transaktionen zwischen mehr als 40 Millionen Unternehmen und 25.000 Banken abwickelt. Jeden Tag werden über 16 Milliarden Euro in mehr als 150 Währungen bewegt, was 10.000 Transaktionen pro Sekunde entspricht. Das klingt für mich schon jetzt wie eine Zukunftsvision, die Wirklichkeit geworden ist.

In unserer Branche ist es essentiell kontinuierlich neue Lösungen zu entwickeln und auch die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verstehen und auf diese einzugehen. Zu Recht verlangen sie Komfort, eine gute User Experience, Sicherheit und Datenschutz. In unseren Mastercard Labs, die wir weltweit unterhalten, forschen Spezialistinnen und Spezialisten wie Doc Brown fortlaufend an neuen Ideen.

„In unserer Branche ist es essentiell, die Bedürfnisse der Verbraucherinnen und Verbraucher zu verstehen und auf diese einzugehen.“

Auch zukünftig wird uns der digitale Wandel und das rasante Wachstum der neuen Technologien nachhaltig beschäftigen. Mobile Payments, E-Commerce, Kryptowährungen, Echtzeitzahlungen usw. sind nur ein Ausschnitt aus der spannenden Zukunft und überall ist Mastercard als Technologieunternehmen dabei. Wir wollen weiter der Innovationstreiber der Branche sein und mit unseren Partnern – vom Fintech-Startup bis zur klassischen Bank – den digitalen Wandel in der Payment-Branche gestalten, sodass wir die Krise gut überstehen und uns gemeinsam auf eine Phase der wirtschaftlichen Erholung konzentrieren können.

Marty McFly gründet letztlich mit Jennifer eine Familie: Welche Investmenttipps würdet ihr ihm geben? 

Grundsätzlich ist die Aktie von Mastercard immer eine gute Investment-Idee ;-)

Ist der Charakter des Biff das “Wirecard” der Filme?

Ich bin kein großer Kenner der Trilogie und erlaube mir daher keine Einschätzung. Ich halte aber generell Vergleiche von Unternehmen und Menschen – echt oder fiktiv – für schwierig. Menschen sind um einiges vielschichtiger als das komplexeste Unternehmen.

Wenn du mit dem DeLorean eine Zeitreise machen dürftest: Amerika der 50er, die Zukunft, der Wilde Westen oder ganz woanders hin? Und warum?

Privat würde ich die 20er Jahre des 20. Jahrhunderts wählen – eine dynamische Zeit in der Geschichte und die beste Mode, die der Planet bisher gesehen hat 😉

Geschäftlich interessiert mich natürlich die Zukunft. Im Jahr 2069 – 100 Jahre nach Firmierung als Master Charge – die Bezahlverfahren von heute im Prisma der Technologie von morgen zu betrachten wäre faszinierend.

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Sei mit dabei und sicher dir dein Ticket

Auch in diesem Jahr können nicht-geladenen Gäste am Event teilnehmen, denn das Internet ist groß genug und hat keine Platzreglementierung, anders gesagt, machen wir aus unserem DeLorean Zweisitzer, einfach einen Bus. Tickets starten ab 99 Euro. Die E-Tickets berechtigen die Banking Exchange 2021 im Stream live zu verfolgen.

Viel mehr Speaker:innen und alles rund um die #BEX21 findest Du unter www.banking-exchange.com. Und wie immer erwarten euch ein einzigartiges Ambiente und viele weitere Überraschungen. Du möchtest dabei sein? Hol dir jetzt dein Streaming-Ticket.

„Wie ich immer gesagt habe. Wenn man sich nur ordentlich bemüht, kann man alles auf die Beine stellen!“
(George McFly zu seinem Sohn Marty)

Autor
Nicole Nitsche ist studierte Theaterwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre als Regieassistentin beim Thalia Theater Hamburg gearbeitet. Danach war Nicole Leiterin der Presse-und Marketingabteilung eines Hamburger Musiklabels. Zu ihren täglichen Aufgaben zählten dort, neben dem Verfassen von Pressetexten, die Umsetzung und... mehr
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