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# „Partnerschaft ist kein Buzzword“ – Was Open Finance wirklich braucht
- URL: https://paymentandbanking.com/partnerschaft-ist-kein-buzzword-was-open-finance-wirklich-braucht/
- Published: 2025-08-11T07:30:00.000Z
- Updated: 2025-08-11T08:06:39.000Z
- Description: In dieser Folge 3×3=10 sprechen wir mit Caroline Jenke von i Tink über eine zentrale Herausforderung unserer Branche: Warum reden alle über Open Finance, aber so wenige machen es wirklich?
- Author: Marvin & Julian
- Tags: Podcast, Fintech

***In dieser Folge 3×3=10 sprechen wir mit [Caroline Jenke](https://www.linkedin.com/in/caroline-jenke-46522615a/?locale=de%5FDE&ref=paymentandbanking.com) von Tink über eine zentrale Herausforderung unserer Branche: Warum reden alle über Open Finance, aber so wenige machen es wirklich?***

Jenke ist Geschäftsführerin der Open-Banking-Plattform von Visa und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Banken- und Fintech-Umfeld mit. Sie kennt die regulatorischen und kulturellen Hürden aus erster Hand.

## **Von der Konfrontation zur Kooperation**

Was heute oft wie ein Buzzword klingt, war vor einigen Jahren noch echtes Neuland. Jenke beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen Banken und Fintechs verändert hat: „Anfangs war das stark konfrontativ. Fintechs gegen Banken. Aber über gemeinsame Runden bei der BaFin, in API-Workshops oder Branchengremien ist ein neues Verständnis entstanden.“

## **Open Banking funktioniert – wenn man es will**

Dass Open Banking gescheitert sei, wie manche Kritiker:innen behaupten, kann Jenke nicht nachvollziehen. Sie nennt konkrete Beispiele: etwa den **vollautomatisierten Kreditantragsprozess der DKB** auf Basis von Echtzeitdaten via Tink. Hier werden Lohnabrechnungen und Haushaltsrechnungen nicht mehr manuell eingereicht, sondern intelligent und DSGVO-konform abgerufen. Ein Mehrwert, auch in puncto Geschwindigkeit, Fehlervermeidung und UX.

Die Debatte um fehlende Use Cases sieht sie daher kritisch: „Wer behauptet, es gäbe keine Kundennachfrage, hat den Markt nicht genau angeschaut oder Angst vor dem Verlust der Datenhoheit.“

## **Was Finanzdatenhalter jetzt brauchen**

Laut Jenke braucht es für eine erfolgreiche Open-Finance-Strategie **drei zentrale Schritte**:

1. **Strategie:** Banken und Versicherer müssen verstehen, welche Daten sie haben und welchen Mehrwert sie daraus für ihre Kund:innen schaffen können.
2. **Infrastruktur:** Es reicht nicht, nur regulatorische Mindestanforderungen zu erfüllen. APIs müssen leistungsfähig, sicher und skalierbar sein.
3. **Marktzugang:** Wer sich nicht als aktiver Teil eines Ökosystems sieht, wird im Wettbewerb um die Kundenschnittstelle verlieren.

## **FIDA als neue Chance – aber auch als Risiko**

Mit FIDA (Financial Data Access) geht Open Finance in Europa in die nächste Runde. Jenke begrüßt den klaren Regulierungsrahmen, mahnt aber zur Balance: „Die EU sollte Leitplanken setzen, aber nicht so eng, dass Innovation von vornherein ausgebremst wird.“

Ein umstrittener Punkt ist die **Monetarisierung von Schnittstellen**: Während PSD2 den kostenlosen Datenzugang vorschreibt, soll FIDA hier mehr Spielraum lassen. Sie plädiert für Augenmaß: „Der Zugang zu Kundendaten sollte nicht kommerzialisiert werden – wohl aber die Qualität, Frequenz und Services drumherum.“

## **Kooperation statt Datenmauern**

Eine der zentralen Erkenntnisse der Folge: **Daten sollten nicht nur ausgetauscht, sondern gemeinsam genutzt werden.** Jenke nennt als positives Beispiel die automatisierte Haushaltsrechnung, aber auch neue Anwendungsfälle wie KI-basierte Finanzassistenten, die auf angereicherten Datenquellen basieren – unter Wahrung der Kund:innen-Souveränität.

Gerade im B2B2C-Modell sieht sie enormes Potenzial: „Wer Daten teilt, kann sie veredeln – und daraus Produkte schaffen, die ohne Partnerschaft nicht möglich wären.“

## **Tink, Visa und der Anspruch, Brücken zu bauen**

Zum Schluss gibt Jenke einen Einblick, wie Tink sich im Markt positioniert: „Wir verstehen uns als Technologiepartner und Brückenbauer zwischen Banken, Fintechs, Startups und Versicherern.“

🔗 **Hört rein in die ganze Folge – überall, wo es Podcasts gibt.**