# Payment & Banking > Top-aktueller Branchenblog für Payment, Banking, FinTech und digitale Innovationen. News, Analysen, Podcasts und Events für Entscheider:innen und Macher:innen der Finanzwelt. Public Ghost content for AI and LLM tooling. This file includes a bounded export of public pages first, then recent public posts. Append `.md` to any post or page URL to get the content in Markdown (for example, `/example-post.md`). ## Pages ### Wer wir sind: Deutschlands unabhängige Stimme für Fintech, Payment & Banking URL: https://paymentandbanking.com/ueberuns/ Last updated: 2026-05-13T02:15:10.000Z Payment & Banking ist eines der führenden unabhängigen Medien für die Finanz- und Fintech-Branche im deutschsprachigen Raum. Wir berichten, analysieren und kommentieren die Themen, die die Branche wirklich bewegen: Payment, Banking, Fintech, digitale Assets und AI in Finance. Unser Team besteht aus Gründer:innen, Investor:innen, Berater:innen und Redakteur:innen, die selbst Teil dieser Branche sind. Keine Außenperspektive. Kein Journalismus von der Seitenlinie. Wir kennen die Akteure, die Zusammenhänge und die Mechanismen, über die wir schreiben. ### Zahlen, die für uns sprechen Seit unserer Gründung haben wir uns als feste Größe der deutschsprachigen Payment & Banking-Szene etabliert: - **600.000+** Seitenaufrufe jährlich - **350.000+** Podcast-Plays auf unseren Shows - Ausgezeichnet mit dem **comdirect finanzblog Award** als einer der besten Finanzblogs Deutschlands - Über **15 Jahre** unabhängige Berichterstattung zu Payment, Banking und Fintech - Gastgeber der **Leit-Events** Payment Exchange, Banking Exchange und KI Exchange - Verleiher des wichtigen "**Fintech des Jahres**" Awards ### Was uns antreibt Wir sind mehr als ein Fachmedium. paymentandbanking.com ist ein Raum für echten Dialog, für kritische Einordnung und für Ideen, die die Branche voranbringen. Klartext statt PR-Sprache. Meinung statt Mainstream. Dabei tragen wir aktiv zur Meinungs- und Medienvielfalt in der deutschen Kreditwirtschaft bei. Wir schaffen eine Plattform, auf der Pioniere der Branche diskutieren, lernen und neue Wege gehen können. ### Unsere Events Neben dem redaktionellen Angebot organisieren wir einige der relevantesten Fachveranstaltungen der deutschsprachigen Fintech-Szene: - [**Banking Exchange**](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com): Das Netzwerkevent für Banking-Entscheider - [**Payment Exchange**](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com): Die wichtigste Konferenz rund um Payment in Deutschland - [**KI Exchange**](https://paymentandbanking.com/wie-ich-mir-mit-ki-ein-family-office-gebaut-habe/): Die Konferenz rund um Künstliche Intelligenz in Deutschland - [**DigiFin**](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com): Bitkom und Payment & Banking bündeln ihre Kräfte und veranstalten gemeinsam die DigiFin. Unsere Events sind bekannt für ihre offene Atmosphäre, ungewöhnliche Formate und Diskussionen, die man so woanders nicht findet. ### Dabei sein Du willst die Fintech- und Banking-Branche verstehen, mitgestalten oder mit den richtigen Menschen in Kontakt kommen? Dann bist du hier richtig. Schreib uns gern eine E-Mail! ### Du willst Entscheider erreichen. Wir kennen sie alle. URL: https://paymentandbanking.com/sponsoring/ Last updated: 2026-05-14T08:32:53.000Z Payment & Banking ist seit über zehn Jahren eine der ersten Adressen der deutschen Fintech- und Banking-Branche. Kein Massenmedium. Keine Streuverluste. Sondern eine Community aus genau den Menschen, die du erreichen willst: CTOs, Gründer:innen, Investoren, Produktverantwortliche, Regulierer. Über **600.000+** Seitenaufrufe jährlich. **350.000+** Podcast-Plays. Ausverkaufte Events. Und eine Community, die Entscheidungen trifft. ### Was ein Sponsoring bei uns bedeutet Kein Logo auf einer Banner-Wand. Kein generischer Werbeplatz. Wer bei bei uns sponsort, wird Teil des Gesprächs. Sichtbar dort, wo die Branche wirklich hinguckt. ### Sponsoring-Formate #### Events Banking Exchange, Payment Exchange, KI Exchange, DigiFin: Unsere Events sind bekannt für ihre Qualität und ihre Besucher:innen. Kein Messepublikum, sondern eine handverlesene Gruppe von Branchenprofis. Als Sponsor kommst du nicht nur aufs Programm. Du kommst ins Gespräch. #### ****Website & Newsletter** Täglich lesen tausende Fachleute unsere Artikel und unseren Newsletter. Sichtbarkeit genau dort, wo aktuelle Entscheidungen geformt werden. #### Podcasts 350.000+ Plays sprechen für sich. Unsere Podcasts erreichen Entscheider:innen nicht am Schreibtisch, sondern im Auto, beim Sport, auf Reisen. Präsenz im Ohr ist Präsenz im Kopf. #### ****Individuelle Pakete** Whitepapers, Sponsored Posts, eigene Events, Webinare: Wenn keines der Standardformate passt, entwickeln wir gemeinsam etwas, das passt. Kein Paket von der Stange. #### ****Speaker & Content-Formate** Ein Logo reicht dir nicht? Gut. Als Speaker auf der Bühne, Gast im Podcast oder Autor eines exklusiven Beitrags bekommst du nicht Sichtbarkeit, sondern Glaubwürdigkeit. **Langfristige Reichweite** Unsere Events werden aufgezeichnet. Artikel ranken dauerhaft. Die Podcasts immer wieder gehört. Was heute gesponsert wird, wirkt noch in sechs Monaten. ### Interesse? Ja, wir sagen es direkt: Wir wollen dein Geld. Aber du bekommst dafür Zugang zu einer Community, die kein Media-Budget der Welt kaufen kann. Nur aufbauen. Wir haben zehn Jahre dafür gebraucht. **Schreib uns.** Wir schicken kein Standardangebot, sondern fragen zuerst, was du brauchst. ****Schreib uns.** Wir schicken kein Standardangebot, sondern fragen zuerst, was du brauchst. [Sponsoring-Anfrage stellen ](mailto:sponsoring@paymentandbanking.com?subject=Sponsoring) ### Impressum URL: https://paymentandbanking.com/impressum/ Last updated: 2025-08-07T08:21:00.000Z ## Angaben gemäß § 5 TMG: **PBA Experts GmbH** Geschäftsführung: Nicole Nitsche Albanistr. 6 81541 München Deutschland Email: nicole@paymentandbanking.com Telefon: 0271-22295699 Gesellschafter: Andrè M. Bajorat, Maik Klotz, Jochen Siegert, Kilian Thalhammer, Rafael Otero, Miriam Wohlfarth Registergericht & Registernummer: München HBR 227625 Umsatzsteuer-Identifikationsnummer: DE307 760 819 **Verantwortlicher für Inhalt:** Maik Klotz Plattform der Europäischen Kommission zur Online-Streitbeilegung (OS) für Verbraucher: [https://ec.europa.eu/consumers/odr/](https://ec.europa.eu/consumers/odr/?ref=paymentandbanking.com). 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Quelle: [*https://www.e-recht24.de*](https://www.e-recht24.de/impressum-generator.html?ref=paymentandbanking.com) ### Eventkalender URL: https://paymentandbanking.com/eventkalender/ Last updated: 2026-04-16T08:05:36.000Z _No content available._ ### Alle Beiträge URL: https://paymentandbanking.com/alle-beitraege/ Last updated: 2025-04-09T12:33:56.000Z - [![Der (fast) geheime Chefwechsel bei Computop ](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/kenneth-overgaard-nielsen-computop-nexi.jpg)](https://paymentandbanking.com/der-fast-geheime-chefwechsel-bei-computop/) [16.3.2026](https://paymentandbanking.com/der-fast-geheime-chefwechsel-bei-computop/) | [Nils Heck](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/ "Nils Heck") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)3 Min ## [Der (fast) geheime Chefwechsel bei Computop ](https://paymentandbanking.com/der-fast-geheime-chefwechsel-bei-computop/) Der italienische Konzern Nexi hatte den Bamberger Zahlungsdienstleister im vergangenen Jahr geschluckt. Jetzt geht der CEO. Doch warum will niemand darüber sprechen? Und, was bedeutet die Wahl des Nachfolgers? [Payment](https://paymentandbanking.com/tag/payments/) - [![Payment für eine Generation ohne Geduld: Warum Technologie allein nicht reicht](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/max-schwarz-ruuky-youth-banking-podcast-2.jpg)](https://paymentandbanking.com/payment-fuer-eine-generation-ohne-geduld-warum-technologie-allein-nicht-reicht/) [16.3.2026](https://paymentandbanking.com/payment-fuer-eine-generation-ohne-geduld-warum-technologie-allein-nicht-reicht/) | [Marvin & Julian](https://paymentandbanking.com/author/marvin-julian/ "Marvin & Julian") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)2 Min ## [Payment für eine Generation ohne Geduld: Warum Technologie allein nicht reicht](https://paymentandbanking.com/payment-fuer-eine-generation-ohne-geduld-warum-technologie-allein-nicht-reicht/) Live von der PEX sprechen wir im Podcast „3×3=10“ mit Max Schwarz, Ex Founder & CMO bei Ruuky, über eine Frage, die viele Banken noch unterschätzen: Wie erklärt und vermarktet… [Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [![KI im Inkasso: Wie Fintechs das Forderungsmanagement digital verändern](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/stephan-stricker-pair-finance-podcast.jpg)](https://paymentandbanking.com/ki-im-inkasso-wie-fintechs-das-forderungsmanagement-digital-veraendern/) [13.3.2026](https://paymentandbanking.com/ki-im-inkasso-wie-fintechs-das-forderungsmanagement-digital-veraendern/) | [Nicole Nitsche](https://paymentandbanking.com/author/nicole/ "Nicole Nitsche") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)2 Min ## [KI im Inkasso: Wie Fintechs das Forderungsmanagement digital verändern](https://paymentandbanking.com/ki-im-inkasso-wie-fintechs-das-forderungsmanagement-digital-veraendern/) Inkasso steht vor einem technologischen Wandel. PAIR-Finance-Gründer Stephan Stricker erklärt im Podcast, warum KI dabei eine Schlüsselrolle spielt. Offene Rechnungen, Mahnungen, Inkasso – für viele Menschen sind das Themen, die… [Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [![Warum Zahlungen zum neuen Wettbewerbsfeld der Versicherungsbranche werden](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/c4de5b48-df30-4f1a-9ee8-040c37b40251.png)](https://paymentandbanking.com/warum-zahlungen-zum-neuen-wettbewerbsfeld-der-versicherungsbranche-werden/) [12.3.2026](https://paymentandbanking.com/warum-zahlungen-zum-neuen-wettbewerbsfeld-der-versicherungsbranche-werden/) | [Ainsley Merchant](https://paymentandbanking.com/author/ainsley-merchant/ "Ainsley Merchant") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)3 Min ## [Warum Zahlungen zum neuen Wettbewerbsfeld der Versicherungsbranche werden](https://paymentandbanking.com/warum-zahlungen-zum-neuen-wettbewerbsfeld-der-versicherungsbranche-werden/) Einst als reine Backoffice‑Aufgabe betrachtet, rücken Zahlungen in der Versicherungswirtschaft heute ins Zentrum der Aufmerksamkeit, schreibt Ainsley Merchant, Senior Director für Finanzdienstleistungen bei Worldpay.Wie Kunden ihre Prämien bezahlen und wie… [Payment](https://paymentandbanking.com/tag/payments/) - [![Sanktionen und AML: Wie sich Compliance im Finanzsektor verändert](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/alles-legal-podcastcover-16-zu-9-1.jpg)](https://paymentandbanking.com/sanktionen-und-aml-wie-sich-compliance-im-finanzsektor-veraendert/) [11.3.2026](https://paymentandbanking.com/sanktionen-und-aml-wie-sich-compliance-im-finanzsektor-veraendert/) | [Dana Wondra](https://paymentandbanking.com/author/dana/ "Dana Wondra") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)1 Min ## [Sanktionen und AML: Wie sich Compliance im Finanzsektor verändert](https://paymentandbanking.com/sanktionen-und-aml-wie-sich-compliance-im-finanzsektor-veraendert/) Annerton-Partner Sebastian Glaab erklärt im „Alles Legal“-Podcast, warum Finanzsanktionen heute weit mehr sind als ein technischer Listenabgleich und welche Rolle sie im neuen europäischen AML-Regime spielen. Finanzsanktionen sind für Banken… [Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [![Tag 2: Darüber diskutieren die Panelist*innen auf der PEX26](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex26_hh260657-e1773219509519.jpg)](https://paymentandbanking.com/tag-2-darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) [11.3.2026](https://paymentandbanking.com/tag-2-darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) | [Team](https://paymentandbanking.com/author/team/ "Team") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)6 Min ## [Tag 2: Darüber diskutieren die Panelist\*innen auf der PEX26](https://paymentandbanking.com/tag-2-darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) EUDI-Wallet, Loyalty Payments und Stablecoins: Am zweiten Tag der PEX gehen unseren Speaker\*innen die Themen nicht aus. Hier sind ihre Aussagen zum nachlesen. [Events](https://paymentandbanking.com/tag/alle-beitraege-events/) [Payment Exchange](https://paymentandbanking.com/tag/payment-exchange/) - [![Das waren die besten Aussagen auf der PEX26](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt4-56pm1.jpg)](https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-des-ersten-pex-tages-2/) [10.3.2026](https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-des-ersten-pex-tages-2/) | [Team](https://paymentandbanking.com/author/team/ "Team") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)2 Min ## [Das waren die besten Aussagen auf der PEX26](https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-des-ersten-pex-tages-2/) Unsere Speaker:innen haben in den ersten Stunden ein paar Kracher rausgehauen. Das waren unsere Favourites. [Events](https://paymentandbanking.com/tag/alle-beitraege-events/) [Payment Exchange](https://paymentandbanking.com/tag/payment-exchange/) - [![PEX26: Der erste Tag zum nachlesen](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt10-55am-e1773135237359.jpg)](https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) [10.3.2026](https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) | [Team](https://paymentandbanking.com/author/team/ "Team") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)11 Min ## [PEX26: Der erste Tag zum nachlesen](https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) Die Branche diskutiert unter anderem über Agentic Commerce, dem Digitalen Euro und Wero. Wir fassen die einzelnen Diskussionsrunden und Beiträge des ersten Tages zusammen. Dran bleiben lohnt sich. [Events](https://paymentandbanking.com/tag/alle-beitraege-events/) [Payment Exchange](https://paymentandbanking.com/tag/payment-exchange/) - [![Mit KI-Agenten Meilen sammeln?](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/silke-finken-kolumnistin-ki-kommentar-unternehmen.jpg)](https://paymentandbanking.com/mit-ki-agenten-meilen-sammeln/) [10.3.2026](https://paymentandbanking.com/mit-ki-agenten-meilen-sammeln/) | [Silke Finken](https://paymentandbanking.com/author/silke-finken/ "Silke Finken") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)4 Min ## [Mit KI-Agenten Meilen sammeln?](https://paymentandbanking.com/mit-ki-agenten-meilen-sammeln/) Karten, Wallets, A2A oder Stablecoins: Anbieter stellen etablierte aber auch neuartige Zahlungslösungen auf Agenten ein. Doch welche setzen sich durch? [Kolumne](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) - [![AI in Finance: Anthropic vs. OpenAI, Pentagon-Drama und Agentic Commerce](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/02/ai-in-finance-16-zu-9-2.jpg)](https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-anthropic-vs-openai-pentagon-drama-und-agentic-commerce/) [9.3.2026](https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-anthropic-vs-openai-pentagon-drama-und-agentic-commerce/) | [Maik Klotz](https://paymentandbanking.com/author/klotzbrocken/ "Maik Klotz") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)2 Min ## [AI in Finance: Anthropic vs. OpenAI, Pentagon-Drama und Agentic Commerce](https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-anthropic-vs-openai-pentagon-drama-und-agentic-commerce/) In Folge 5 von AI in Finance sprechen Sascha und Maik über eine besonders aufgeladene KI-Woche. [Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [![Stripe, PayPal, Gini: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im Februar ](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/02/fintech-news-februar-jochen-siegert-und-andre-bajorat.jpg)](https://paymentandbanking.com/stripe-paypal-gini-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-februar/) [6.3.2026](https://paymentandbanking.com/stripe-paypal-gini-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-februar/) | [André M. Bajorat](https://paymentandbanking.com/author/ambajorat/ "André M. Bajorat"), [Jochen Siegert](https://paymentandbanking.com/author/jochen/ "Jochen Siegert") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)5 Min ## [Stripe, PayPal, Gini: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im Februar ](https://paymentandbanking.com/stripe-paypal-gini-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-februar/) Jochen Siegert und André Bajorat liefern die wichtigsten News des Monats. Es geht um Übernahmekandidat PayPal, den ersten Exit seit langem und Massenentlassungen wegen KI. [Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [![Stripe: Stablecoins, KI-Agenten und die Zukunft des digitalen Handels](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/02/bilder-titelstory-blog.jpg)](https://paymentandbanking.com/stripe-stablecoins-ki-agenten-und-die-zukunft-des-digitalen-handels/) [6.3.2026](https://paymentandbanking.com/stripe-stablecoins-ki-agenten-und-die-zukunft-des-digitalen-handels/) | [Nicole Nitsche](https://paymentandbanking.com/author/nicole/ "Nicole Nitsche") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)6 Min ## [Stripe: Stablecoins, KI-Agenten und die Zukunft des digitalen Handels](https://paymentandbanking.com/stripe-stablecoins-ki-agenten-und-die-zukunft-des-digitalen-handels/) Der Stripe Annual Letter zeichnet das Bild einer neuen Commerce-Ära mit Agentic Commerce, Stablecoins und globalen Geschäftsmodellen. Im Interview erklärt Deutschlandchef Thomas Cser, was diese Entwicklungen konkret für Unternehmen und… [Payment](https://paymentandbanking.com/tag/payments/) - [![PEX26: Kleiner Payment-Guide gefällig? ](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/03/pex25_dhh250394sml.jpg)](https://paymentandbanking.com/pex26-kleiner-payment-guide-gefaellig/) [5.3.2026](https://paymentandbanking.com/pex26-kleiner-payment-guide-gefaellig/) | [Jan Schulte](https://paymentandbanking.com/author/jan-schulte/ "Jan Schulte") | ![Reading Time](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/plugins/sv_pba_custom/lib/modules/reading_time/lib/img/reading_time.xml)4 Min ## [PEX26: Kleiner Payment-Guide gefällig? ](https://paymentandbanking.com/pex26-kleiner-payment-guide-gefaellig/) Kommende Woche startet die zehnte Auflage der PEX, der großen deutschen Konferenz rund ums Payment. Ein Blick auf die Themen zeigt: Der Payment-Dschungel wird eher dichter als lichter. Hier kommt… [Events](https://paymentandbanking.com/tag/alle-beitraege-events/) --- 1[2](?query-0-page=2&%5Fembed=true&context=edit&page=1&per%5Fpage=100)[3](?query-0-page=3&%5Fembed=true&context=edit&page=1&per%5Fpage=100)…[511](?query-0-page=511&%5Fembed=true&context=edit&page=1&per%5Fpage=100) [Nächste Seite](https://paymentandbanking.com/wp-json/wp/v2/pages?%5Fembed=true&context=edit&page=1&per%5Fpage=100&query-0-page=2) --- ### Trending - [PEX26: Der erste Tag zum nachlesen](https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) veröffentlicht am 10\. März 2026 - [Der (fast) geheime Chefwechsel bei Computop ](https://paymentandbanking.com/der-fast-geheime-chefwechsel-bei-computop/) veröffentlicht am 16\. März 2026 - [Tag 2: Darüber diskutieren die Panelist\*innen auf der PEX26](https://paymentandbanking.com/tag-2-darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/) veröffentlicht am 11\. März 2026 - [Was die Bafin-Klatsche für C24 bedeutet](https://paymentandbanking.com/was-die-bafin-klatsche-fuer-c24-bedeutet/) veröffentlicht am 26\. November 2025 - [So schlägt sich die Paypal-Wallet an der Kasse](https://paymentandbanking.com/so-schlaegt-sich-die-paypal-wallet-an-der-kasse/) veröffentlicht am 21\. Mai 2025 ### Sponsoren und Partner ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2023/09/mastercard-1536-864.jpg) --- ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/06/sponsoren-logo-finapi.jpg) --- ### Schleichwerbung ![](https://paymentandbanking.com/content/files/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/newsletter-icon-red.xml) ## Der beste Newsletter ever Mit dem Payment & Banking-Newsletter versorgen wir dich täglich mit News, ausgewählten Artikeln und Kommentaren zu aktuellen Themen, die die Finanz-Branche bewegen. Meld Dich an! - LinkedIn Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden. - E-Mail\* - \* - Bitte akzeptieren Sie unsere [Datenschutzerklärung](https://paymentandbanking.com/datenschutzerklaerung/). ### Payment & Banking App URL: https://paymentandbanking.com/payment-banking-app/ Last updated: 2026-05-13T01:58:57.000Z Viele Wege führen nach Rom und viele Wege führen zu Payment & Banking. Mit der **P&B App** bieten wir einen schnellen Zugang zu allen Payment & Banking Themen. Egal, ob Podcasts, News, Events oder Community, mit der P&B App bekommt man die ganze Payment & Banking Welt in der Hosentasche. ## News, Events, Podcasts. Alles in einer App. Mit der P&B App bieten wir einen Zugriff auf alle Inhalte von Payment & Banking. News, Podcasts oder Events, die P&B App gibt eine schnelle Übersicht über die wichtigsten News der Branche. Jede:r kann Artikel bewerten, sich via Push-Nachricht über wichtige Themen informieren lassen oder sich mit anderen austauschen. Jedes Event hat einen eigenen Bereich, sodass Interessierte einen schnellen Zugriff auf Speaker:innen, Agenda oder Hintergrund-Artikel bekommen. ## Der Navigator für unsere Events Agenda, Teilnehmerlisten oder Austausch mit Event-Teilnehmer:innen, die Payment & Banking App ist der digitale Assistent unserer Events und bietet Zugriff auf alle wichtigen Informationen! ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2022/09/53e58e7f-f135-c8a0-17a2-b824969e5190.png) Die Payment & Banking App! ## Payment & Banking App im Appstore laden und loslegen Die P&B App gibt es für [iOS](https://apps.apple.com/de/app/payment-banking/id1629420818?ref=paymentandbanking.com) und für [Android](https://play.google.com/store/apps/details?id=io.tchop.paymentandbanking&ref=paymentandbanking.com), sowohl fürs Smartphone als auch fürs Tablet. Und das Beste, **natürlich völlig kostenlos**. Einfach die App aus dem jeweiligen Store laden und loslegen 😎. Wer die Community-Funktionen nutzen, kann sich leich ein Benutzerkonto anlegen. **Wichtig**: Das Konto ist optional. Wer kein Benutzerkonto möchte, kann die App auch ohne Konto nutzen. Eine nachträgliche Registrierung ist natürlich auch jederzeit möglich! [Apple Appstore](https://apps.apple.com/de/app/payment-banking/id1629420818?ref=paymentandbanking.com) [Google Play Store](https://play.google.com/store/apps/details?id=io.tchop.paymentandbanking&ref=paymentandbanking.com) ## 💡 Push-Nachrichten in der Payment & Banking App Pro-Tip: Push aktivieren 🤓. Wir möchten kein Spam verschicken, aber gern informieren, wenn es „Breaking News“ gibt, oder wir exklusive Rabatte für unsere Events haben. ### Sponsoring URL: https://paymentandbanking.com/sponsoring-2/ Last updated: 2024-11-05T11:20:21.000Z Willkommen in der Welt von Payment & Banking – dem Herzstück der deutschen Fintech- und Banking-Branche. Unsere Plattform ist der Treffpunkt für innovative Köpfe, Branchenexperten und zukunftsorientierte Unternehmen. Als Sponsor hast Du die einzigartige Möglichkeit, Teil dieser Community zu werden und Deine Marke ins Rampenlicht zu rücken. ## Warum Payment & Banking Sponsoring? Unsere Formate – ob Podcasts, Artikel, Newsletter oder Events – machen uns seit Jahren zu einer der wichtigsten Anlaufstellen der Branche. Hier bieten wir nicht nur erstklassige Inhalte, sondern auch eine Plattform für einen offenen Austausch auf Augenhöhe. Deine Marke profitiert von maximaler Sichtbarkeit in einem exklusiven Umfeld. ## Unsere Sponsoring-Möglichkeiten ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/top.jpg) **Events** Erlebe unsere herausragenden Events wie die Payment Exchange und Banking Exchange hautnah! Ob exklusive Kaminabende oder Networking-Dinner – wir schaffen unvergessliche Erlebnisse, die Dein Unternehmen in den Mittelpunkt stellen. Unser Anspruch? Qualität, Exklusivität und eine Atmosphäre, die so einzigartig ist wie Deine Marke. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/blog.jpg) **Website & Newsletter** Täglich informieren wir unsere Community über die neuesten Entwicklungen der Branche. Mit einem Sponsoring auf unserer reichweitenstarken Plattform oder im Newsletter sicherst Du Dir erstklassige Sichtbarkeit, genau dort, wo es zählt. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/podcast.jpg) **Podcasts** Podcasts sind mehr als nur ein Trend – sie sind ein effektiver Kanal, um Deine Marke direkt ins Ohr Deiner Zielgruppe zu bringen. Mit dem Payment & Banking Podcast erreichst Du gezielt Entscheider, Fintech-Startups und Brancheninteressierte. Jetzt Deinen Werbeslot sichern! ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/09/ki-im-banking.jpg) **Individuelle Pakete** Ob Whitepapers, Sponsored Posts, oder eigene Events – wir bieten maßgeschneiderte Sponsoring-Konzepte, die perfekt auf Deine Bedürfnisse zugeschnitten sind. Lass uns gemeinsam das passende Paket für Dein Unternehmen entwickeln. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/speaker.jpg) **Mehr als nur ein Logo** Sichtbarkeit ist gut, aber Interaktion ist besser. Bei uns bekommt Dein Unternehmen nicht nur einen Platz auf der Logo-Wand, sondern eine Stimme in der Community. Ob als Speaker auf der Bühne, Gast im Podcast oder in Form von exklusivem Content – wir geben Deiner Marke ein Gesicht. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2024/11/digital.jpg) **Digital und vor Ort** Unsere Events sind flexibel und bieten Reichweite – sowohl vor Ort als auch digital. Jedes Event wird professionell aufgezeichnet und den Teilnehmer online zur Verfügung gestellt. So bleibt Deine Botschaft auch nach dem Event präsent und erreichbar. ## Interessiert? Ja, wir sagen es ganz offen: Wir wollen Dein Geld. Aber nicht für ein bisschen Konfetti – wir streben nach Exzellenz. Mit Deinem Sponsoring unterstützen wir die Schaffung von hochwertigem Content, besseren Podcasts und außergewöhnlichen Events, die wirklich im Gedächtnis bleiben. Du möchtest Dein Unternehmen bei Payment & Banking ins Rampenlicht rücken? Dann melde Dich bei uns! Wir stehen bereit, Deine Fragen zu beantworten und ein individuelles Sponsoring-Angebot für Dich zu erstellen. Gemeinsam machen wir Payment & Banking noch besser – sei dabei und lass uns zusammen Großes erreichen! Interesse am Sponsoring? [Dann schreibt oder sprecht uns an](mailto:sponsoring@paymentandbanking.com?subject=Ich%20interessiere%20mich%20f%C3%BCr%20ein%20Sponsoring&body=Hallo!%0D%0A%0D%0A), wir erstellen gerne ein Angebot! ### Appsupport URL: https://paymentandbanking.com/appsupport/ Last updated: 2022-06-05T09:51:22.000Z _No content available._ ### Nutzungsbedingungen URL: https://paymentandbanking.com/nutzungsbedingungen/ Last updated: 2022-06-01T11:07:30.000Z _No content available._ ### Live-Stream PEX22 URL: https://paymentandbanking.com/stream/ Last updated: 2022-03-24T13:14:58.000Z **Herzlich willkommen zum Online-Stream der PEX22.** Schön, dass Du da bist. Du findest hier alle wichtigen Möglichkeiten zur Interaktion. Weiter unten findest Du Umfragen (slido) und eine Chat-Funktion. Wenn Du möchtest, kannst Du sogar via Slack mit uns in Kontakt treten. Wir freuen uns, wenn Du über das Event in den sozialen Medien berichten magst! Nutze gern den Hashtag #PEX22 ### test darstellung bilder URL: https://paymentandbanking.com/test-darstellung-bilder/ Last updated: 2026-05-12T11:21:17.000Z ![New Work und Fintech - FinTech Podcast #252](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2020/03/fhnnjk1yj7y.jpg) ### Jobs bei Payment & Banking URL: https://paymentandbanking.com/jobs-bei-payment-banking/ Last updated: 2021-01-08T15:24:18.000Z ## Keine Eierlegendewollmilchsau ### Digital Marketeer (m/w) Du bist heiß wie Frittenfett und willst Themen nicht vor Dir herschieben sondern vorantreiben? Du bist ein/e Macher\*in? Du sprudelst vor neuen Ideen und bringst mit Sicherheit frischen Wind in unser Unternehmen? Dann bist Du bei uns genau richtig. Wir suchen einen Digital Marketeer (m/w) der bzw. die uns im Marketing massiv nach vorne bringen möchte. Sky is the limit! Wir möchten unser Portal unter [www.paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//www.paymentandbanking.com/), unseren Newsletter und unsere Events nicht nur in der Vermarktung ausbauen sondern wirklich eine Schippe drauf legen. Du fühlst Dich angesprochen, dann melde Dich. Jetzt. ### Dein Profil - 2 Jahre Berufserfahrung im Bereich Marketing oder Content-Erstellung - kreative Formulierungsstärke - Kommunikationsstärke, Hands-on Mentalität und Eigeninitiative - Erfahren im Umgang mit Mailchimp (oder vergleichbar), Pipedrive, WordPress - Erfahren im Umgang mit Adword-Kampagnen (Google, LinkedIN, Facebook..) - Kenntnisse im Bereich SEO, SMO - Deutsch (primär), Englisch (sekundär) - Optional: Erfahren im Umgang mit Design-Tools ### Wir bieten - Spannende Themenfelder (Wirtschaft & Finanzen) - Teamspirit: Dich erwartet ein professionelles, hochmotiviertes, engagiertes und diverses Team - Hands-On Mentalität: Freude und Motivation am Mitgestalten - Handlungsfähigkeit: Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege - Work-Life Balance: Flexible Arbeitszeiten im Home-Office mit regelmäßigen Treffen virtuell und auch vor Ort - Keinen Kaffee ## Pixelschubser ### ScreendesignerIn (m/w) Wir suchen eine(n) echte(n) Designliebhaber\*in. Wenn dein Herz bei guten UXDesigns höher schlägt und du Lust hast, dich kreativ auszutoben, bist du bei uns genau richtig! Unter [www.paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//www.paymentandbanking.com/) veröffentlichen wir regelmäßig Infografiken und auch im Social Media, Webseite und nicht zuletzt für unsere Events und Konferenzen brauchen wir immer wieder Design-Kapazitäten. Das ganze als Minijob oder im Teilzeitmodel (20 Stunden-Woche) ### Dein Profil - 2 Jahre Berufserfahrung im Screendesign, Schwerpunkt Online-Marketing - Kommunikationsstärke, Hands-on Mentalität und Eigeninitiative - Optional: Erfahren im Umgang mit WordPress ### Wir bieten - Spannende Themenfelder (Wirtschaft & Finanzen) - Teamspirit: Dich erwartet ein professionelles, hochmotiviertes, engagiertes und diverses Team - Hands-On Mentalität: Freude und Motivation am Mitgestalten - Handlungsfähigkeit: Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege - Work-Life Balance: Flexible Arbeitszeiten im Home-Office mit regelmäßigen Treffen virtuell und auch vor Ort - Keinen Kaffee ## Red-Action! ### Online-Redakteur (m/w) Content is King und Du der oder die Kaiser\*in? Du hast Lust zu schreiben, zu recherchieren und findest Buchstaben und Wörter alles andere als langweilig? Dann erfüllst Du schon die wichtigsten Vorraussetzungen. Wenn Du Dich jetzt noch ein wenig im E-Commerce oder in der Payment- und Banking-Branche auskennst und Fintech für dich kein Fremdwort ist: Perfekt. Wenn nicht, Du aber Lust darauf hast Deinen Wissenshorizont zu erweitern und dich auf neue Themen einzulassen: Auch nicht schlecht. Wir suchen zur Stärkung unseres Teams eine(n) Online-Redakteur(In) im Teilzeit-Modell (20-Stunden-Woche). Melde Dich! ### Dein Profil - Volontariat und/oder journalistisch- oder medienwissenschaftliches Studium mit Schwerpunkt Journalismus / digitale Medien oder einschlägige Berufserfahrung im Online-Journalismus bzw. abgeschlossene Ausbildung im journalistischen Bereich - Analysefähigkeit und Spaß an wirtschaftlichen Themen mit hohem Informationsgehalt - Sehr gutes Sprachgefühl, sicherer Schreibstil sowie einwandfreie Rechtschreibung und Grammatik - Besonders selbständige, eigenverantwortliche und gründliche Arbeitsweise - Überzeugungskraft, Organisationsstärke und Engagement ### Wir bieten - Spannende Themenfelder (Wirtschaft & Finanzen) - Teamspirit: Dich erwartet ein professionelles, hochmotiviertes, engagiertes und diverses Team - Hands-On Mentalität: Freude und Motivation am Mitgestalten - Handlungsfähigkeit: Flache Hierarchien und kurze Entscheidungswege - Work-Life Balance: Flexible Arbeitszeiten im Home-Office mit regelmäßigen Treffen virtuell und auch vor Ort Schicke uns gerne deine **kreative** [Bewerbung per E-Mail](mailto:nicole@paymentandbanking.com) – es muss kein klassischer Lebenslauf sein. Bitte schicke uns **kein** extra Anschreiben. Stattdessen lieber Arbeitsproben. Du entscheidest selbst, wie deine Bewerbung aussehen soll! Schreib uns bitte aber kurz, warum du geeignet für die Stelle bist. Wir freuen uns auf dich. ### deep test URL: https://paymentandbanking.com/deep-test/ Last updated: 2019-11-25T15:08:17.000Z **Why it doesn’t matter which bank you’re at** To have ethical principles is a good thing and not for nothing one of the most important tasks one surely has to perform in education. Ethical or moral action has partly been anchored in us since childhood and can, of course, cover quite different aspects in everyday life. The topic of sustainability, which has become an essential topic for younger generations, also plays an important role. In everyday life you can act quite well in the sense of sustainability, use returnable bottles, less plastic, try to pay attention to production, origin and packaging material when shopping, compensate for CO2 emissions, etc. These are all extremely important decisions you have to make in everyday life. Let’s take the subject of banking and the decision you have made at some point, or make when you choose a particular bank. Because actually everyone who has something to do with this industry knows: with the choice of your bank you may support the very best branches of business and industries with less ethical backgrounds, and this even unintentionally. But from the beginning: Why are some banks ethical and some not? Conventional retail banks not only store and manage your money, they also take it and invest it in various industries. ![The choice of the bank, with sense and reason!](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2019/09/pxb7yem5lvs.jpg) So your money works while it’s just lying around in the bank, how it works, it’s not up to you, it’s up to your bank and in most cases it passes us all by. There are many things in the portfolio of one or the other bank that one would probably not find so great due to ethical principles and general consensus. From the arms industry to animal testing, genetic engineering or the gambling industry to nuclear or coal power, the food industry or business relations with corrupt regimes, all these are areas that can benefit from the money of the respective banks. In return, an alternative or ethical bank has certain exclusion criteria in its statutes that only allow transactions and investments with ethical and environmentally sound companies. The lending process is also based on ecological, social and ethical criteria, i.e. only companies that comply with these ethical principles receive a loan from the bank. Investments are also subject to qualitative and ethical controls. ## **How do I know a bank is ethical?** ![The choice of the bank, with sense and reason!](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2019/09/fid3uzp8t5u.jpg) There are of course various reasons why banks act as alternatives. There are some banks that base their business model on purely Christian values. Especially many alternative banks in Austria are of Christian origin. Whether this is the better approach remains to be seen. Some banks focus on anthroposophical approaches. German „ethics banks“ focus above all on the environmental aspect. How do I know a bank is ethical? The answer is unfortunately [not as easy as it should be.](https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/geld-versicherungen/nachhaltige-geldanlage/marktcheck-wie-sozial-und-oekologisch-sind-nachhaltige-banken-wirklich-13578?ref=paymentandbanking.com). Here it behaves similarly as with the not protected and very inflationarily used term: bio! Especially when it comes to the fact that ethical banks based in Germany pursue a sustainability aspect, but this concept is not protected and can be used as a label by anyone without adhering to actual standards, qualitative security is difficult to prove. Also, many financial products or Fintech/Start-ups now advertise or flirt with the label „Sustainable“, but on closer inspection they or they are not at all. In Germany alone, these are not inconsiderably few. As a consumer you are stuck, because even if you think to have made a good and right decision with the choice of the bank or the product in order to have your own money managed or invested ethically and sustainably, you first have to be aware of a number of criteria to check. But what criteria does a bank or a financial institution have as clearly sustainable or ethical? If there is something to hide, then it will be done in the bottom corner or in the really small print. Your own sustainability report is then usually hidden somewhere at the bottom or only via the search function. After all, every bank regularly prepares a sustainability report, also known as a „non-financial report“. The Sustainability Report is a further development of the Environmental Report published in the 1990s by companies, but also by public institutions, and presents the activities and achievements of organisations with regard to sustainable development. It deals with the most important areas of sustainability: economy, ecology and social issues (Triple Bottom Line). ![The choice of the bank, with sense and reason!](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2019/09/hxpomxrpup0.jpg) ### Part of information policy With *economy* This is, for example, the orientation of the company towards the future. At the *ecology* – mainly in the manufacturing and processing industries – emphasises the sustainable focus on resource efficiency and environmental protection. With the *social* Topics are, for example, the company’s focus on a family-friendly business, the support of employees in difficult personal situations and social criteria in procurement (e.g. fair trade, measures against child labour in the upstream chain). In addition to the annual report, the sustainability report is an important component of the company’s information policy. In the meantime, large companies in all sectors, in particular, are publishing annual reports – some of which are based on the guidelines of the [Global Reporting Initiative (GRI)](https://de.wikipedia.org/wiki/Global%5FReporting%5FInitiative?ref=paymentandbanking.com) – such reports. In addition to the guidelines of the GRI, there are now numerous other standards, such as the ten principles of the [UN Global Compacts](https://de.wikipedia.org/wiki/UN%5FGlobal%5FCompact?ref=paymentandbanking.com). These standards partly overlap in content, but have different focuses on the different aspects of sustainability. Of course, it is the company’s own definition that they describe as sustainable. And that can be a lot at first and does not have to have a particularly strict award. One should look as a consumer whether the bank or the enterprise has a ?negative catalog?, which shows which industries fall out clearly in the support, which however not only the bad things sorts out but actively endeavors to direct your money actively into positive contexts. > „The consumer should check whether the company is actively trying to steer the money into positive contexts.“ If a company communicates this with an open visor, then this is a plus point per se. Ethical or clearly sustainable banks are better at this and naturally make it their goal to disclose the process, according to which criteria sustainable banking is defined for them and in which industries it is invested. In the best case there is even an external committee or advisory board which helps the bank to comply with all defined standards. #### Paradigm shift underway Why then do not all banks act equally? Because no bank wants to write itself nevertheless on the flag to finance wars with your money. Here it becomes a little more complicated and here we must certainly speak of a transition from the old to the new world – a paradigm shift that is taking place in generation X,Y,Z and which demands a new ecological, social and more responsible consciousness. But a few years ago it was simply not important for the majority of customers or consumers to take a close look or no necessity was seen in it. Also, sustainable alternatives are often still represented in the minority. And from an economic point of view, it was also easier for the respective bank to siphon off the value chain more profitably and certainly much more efficiently than to redirect it to a sustainable aspect and at the same time meet all the important criteria, since it was easy to externalise the costs. Negative footprints could and still can be pushed away from you, whether you redirect the contaminated waste water somewhere or employees get a starvation wage through subcontractors, as long as nobody looks closely, you can earn good money without it falling back on you and although your own value chain looks rather creepy. ![The choice of the bank, with sense and reason!](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2019/09/kajlrqwt5yy.jpg) If you leave the ethos aside, you can still make a lot of money. The best example is the Cum-Ex affair, which cost the tax authorities over 30 billion euros and where major European banks stole these billions from the German taxpayer. One or the other has earned quite a lot with it. In this example you can see very well that the financial sector is sitting on very big levers, you can transfer billions from A to B in seconds and if you don’t question where some money is being directed or what values are the engine, others can really make a lot of money with it. These mechanisms still drive this whole industry too far and there are few exceptions in this system that see finance as an opportunity to embrace positive change and see money as part of the solution. In recent decades, however, some companies have decided to go down this road, but they are still the exception and are attempting to use this great lever in the right direction. ##### Challenge for the customer The problem is that many large banks, for example, allow such empty purchases as were the case with Cum-Ex, i.e. conventional banks not only invest in often questionable businesses and industries, they also allow such tax tricks that move in a more or less legal grey area. So if conventional banks draw some of their returns from this, what do ethical banks live on and how do they finance themselves? Partially, of course, through account management fees and, of course, through investments, but they use their ethical principle as a filter to exclude certain industries and channel money into good and sustainable industries and investments. Clients of an ethical bank can invest their money in sustainable funds, for example, which in turn also invest according to certain ethical criteria and often have a certified label. It is not always easy for the layman and the average consumer to recognise such investments. In Germany, for example, there is the FNG label, the EcoReporter seal or the Climatmatrix climate rating, all of which are so-called ESG labels that stand for Environmental Social Governance and describe the extent to which ethical, social and economic criteria are observed. These ESG standards, however, provide only a rough orientation so far. In Germany, investments in nuclear power are considered unsustainable; in France, on the other hand, they are considered unsustainable because they produce very little CO2 technically. This means that each country has established its own labels and standards and there is no uniform certification for sustainable capital investments to date. However, the EU Commission already has this in mind and wants to introduce a European standard for „green bonds“. ###### **Is there any money in it?** Yes, you can. Consumers can also earn money with sustainable and strict ethical criteria and do not even have to fear for lower interest rates. Because it is not about either or: either to do something good or to earn money, meanwhile both are possible. Moreover, it does not even have to be more expensive to go to a sustainable or alternative bank. Ethical banks also have a cost burden that is usually even greater than that of conventional banks. ![The choice of the bank, with sense and reason!](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2019/09/ritgz4vquwk.jpg) Processes such as the exclusion of negative industries (weapons, mass animal husbandry, coal and nuclear power) or the review of the STC alignment, i.e. whether a company or a financial product really makes a positive contribution to the Sustainable Development Goals of the United Nations, the initiation of an ESG screening to see what ethical, ecological and social balance a company has plus the review of externals are all processes that are time-consuming and costly. This effort, however, does not necessarily have to be reflected in the costs passed on to the customer, only shows that the people who sit at an ethical bank may be 2-3 more worried about your money. Studies also show that investing in sustainable funds does not necessarily yield less return. On the contrary, in most cases it is even better with certainty but equally good. The past has made it clear that listed companies such as Bayer, VW or RWE in particular have a clear lack of ethics and values. You have thus clearly driven many business units up against the wall. Because it is the consumer, the public and ultimately the financial market who punish Bayer for taking on someone like Monsanto. Or if VW cheats on its customers for years, it is not ethical and harms the company. ###### Leaner branch network Trust, good values, open and positive sustainable goals with foresight pay off in a positive return. In addition, alternative and sustainable banks have a much leaner branch network up to no branch, no bank advisors and only online advice to save costs. Opening an account is also easy online. And of course there are them, the exceptions and the banks that this may not be exemplary but have already [to do really, really well.](https://www.wertewelt.dzbank.de/?ref=paymentandbanking.com) > „Trust, good values and sustainable goals with foresight pay off in a positive return.“ And the moral of the story: You can indeed do something good with your money without really having to do anything for it, you can even improve the common good with your money. Money has now become a means and an end, we take money into our hands to earn even more money, but if my money is the means and the common good the end, then my money can work for me and I even have a good feeling about it. Money is not a bad thing, no matter how much of it you have, we just have to learn how to deal with it – and invest in good, sustainable and meaningful projects. You can find more information here: [https://www.fairfinanceguide.de/](https://www.fairfinanceguide.de/?ref=paymentandbanking.com) ### Veranstaltungen der Branche URL: https://paymentandbanking.com/veranstaltungen/ Last updated: 2019-10-02T10:40:19.000Z _No content available._ ### Podigee Shortcode URL: https://paymentandbanking.com/podigee-shortcode/ Last updated: 2026-05-12T11:21:18.000Z _No content available._ ### Data Output URL: https://paymentandbanking.com/data-output/ Last updated: 2019-02-13T10:24:27.000Z \[sar\_form\] ### Code of Conduct URL: https://paymentandbanking.com/code-of-conduct/ Last updated: 2020-01-13T10:35:45.000Z ## Who are we? We are banking enthusiasts and payment experts. We are founders, investors, consultants and editors, as well as important initiators of the German payment and banking industry. We are enthusiastic about what we do and have the ambition to understand and explain the developments in the industry, to research and present it. Whether on our website paymentandbanking.com, in our podcast or at or exchange events: we always maintain our entitlement to explain and enlighten the developments in the industry. Our expertise in various subject areas helps us to classify what we see and to maintain a critical distance. ## Who do we write for? Payment & Banking () was created as a link list for a friend and has been one of the most important contact points for the German payment and banking industry since August 2012\. We address like-minded people and new discoverers, theme professionals and those who want to become one. ## What distinguishes us? At Payment & banking, we follow happenings in the industry, but also focus on our own topics. Just like the field we report on, we are constantly developing ourselves and our topics. We report on trends and regulations, on current happenings and relevant occurrences. From acquirer to payment procedures, we have the most important topics and terms in payment and banking at a glance. We give impulses and are always up to date. We recognize potential and report on cases that will become relevant tomorrow. The foundation of our services are news and research: we filter out the most important events, check and prepare them. We analyze, draw conclusions and summarize. We prepare complex facts clearly and graphically without falsifying them. We create excess value through interviews, insights and glimpses outside the box. ## What are our principles? Factual accuracy, independence, strength of opinion as well as comprehensibility and quality of the texts are a matter of course for us. Our language is clear and understandable. We work according to the four-eyes principle: No message should go online uncorrected. We do not adopt press releases and other PR texts 1-to-1\. Diversity is an essential principle and our culture. We always respect the dignity, privacy and personal rights of every person. We take up the challenge to reflect and live the diversity of our society in us and our events. We show respect and appreciation for each other. Andrè, Julia, Jochen, Kilian, Miriam, Maik, Nicole, Rafael **January 2020** ### Unsere Grundsätze URL: https://paymentandbanking.com/unsere-grundsaetze/ Last updated: 2020-01-13T10:35:09.000Z ## **Wer sind wir?** Wir sind Banking-EnthusiastenInnen und Payment-ExpertenInnen. Wir sind Gründer, Investoren, Berater und Redakteure, sondern auch wichtige Impulsgeber der deutschen Payment- und Banking-Branche. Wir begeistern uns für das was wir tun und haben den Anspruch die Entwicklungen in der Branche zu verstehen und zu erklären, zu recherchieren und darzustellen. Ob auf unserer Webseite paymentandbanking.com, in unserem Podcast oder auf unseren Exchange Veranstaltungen: wir wahren stets unseren Anspruch die Entwicklungen der Branche zu erklären und aufzuklären. Unser Fachwissen auf den unterschiedlichen Themengebieten hilft uns einzuordnen, was wir sehen und eine kritische Distanz zu wahren. ## **Für wen schreiben wir?** Mitte Mai 2011 ist [paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//paymentandbanking.com/) als Linkliste für einen Freund entstanden und seit August 2012 eine der wichtigsten Anlaufstellen der Payment- und Banking-Branche Deutschland. Wir richten uns an Gleichgesinnte und Neuentdecker, an Themenprofis und solche die es werden wollen. ## **Was zeichnet uns aus?** Wir von Payment & Banking verfolgen das Geschehen der Branche, aber setzen auch eigene Themen in den Fokus. Wie das Umfeld über das wir berichten, entwickeln auch wir uns und unsere Themen ständig weiter. Wir berichten über Trends und Regularien, über aktuelle Geschehnisse und relevante Vorkommnisse. Von A wie Acquirer bis Z wie Zahlverfahren gibt’s bei uns die wichtigsten Themen und Begriffe im Payment und Banking auf einen Blick. Wir geben Impulse und sind immer am Puls der Zeit. Wir erkennen Potenzial und berichten über Causa, die morgen relevant werden. Die Grundlage unserer Angebots sind Nachrichten und Recherche: Wir filtern die wichtigsten Ereignisse heraus, prüfen sie und bereiten sie auf. Wir analysieren, ziehen Rückschlüsse und fassen zusammen. Wir bereiten komplexe Sachverhalte übersichtlich und graphisch auf, ohne zu verfälschen. Wir schaffen Mehrwert durch Interviews, Insidereinblicke und Blicke über den Tellerrand. ## Was sind unsere Prinzipien? Faktentreue, Unabhängigkeit, Meinungsstärke sowie Verständlichkeit und Qualität der Texte sind für uns selbstverständlich. Unsere Sprache ist klar und verständlich. Wir arbeiten nach dem Vieraugenprinzip: Keine Nachricht soll unkorrigiert online gehen. Pressemitteilungen und andere PR-Texte übernehmen wir nicht 1zu1\. Vielfalt ist ein wesentliches Prinzip und unserer Kultur. Wir respektieren jederzeit die Würde, die Privatsphäre und die Persönlichkeitsrechte jedes Menschen. Wir stellen uns der Herausforderung, die Diversität unserer Gesellschaft bei uns und unseren Events abzubilden und zu leben. Wir zeigen einander Respekt und Wertschätzung. ## Wo wollen wir hin? Wir wollen informieren. Sei es auf der Webseite, im Podcast, Newsletter oder auf unseren Veranstaltungen. Wir wollen berichten und Impulse setzen. Wir wollen die ersten Anlaufstelle im deutschsprachigen Raum für fintechinteressierte Menschen sein und die Auszeichnung mit dem comdirect finanzblog Award 2016 als bester Finanzblog in Deutschland bestätigten. Andrè, Julia, Jochen, Kilian, Miriam, Maik, Nicole, Rafael **Januar 2020** ### Fintech des Jahres 2020 URL: https://paymentandbanking.com/fintech-des-jahres-2020/ Last updated: 2020-09-30T15:13:11.000Z Herzlichen Glückwunsch zur Nominierung des Fintech des Jahres 2020\. Damit unsere Jury eine Entscheidung fällen und ein finales „**Fintech des Jahres 2020**“ bestimmen kann, brauchen wir noch einige Daten von euch. Nutzt das unten angezeigte Kontaktformular und nehmt Kontakt mit uns auf. Wir melden uns schnell zurück. ### Delete Request URL: https://paymentandbanking.com/delete-request/ Last updated: 2019-02-09T19:49:43.000Z \[unsubscribe\_form\] ## Posts ### „Payment funktioniert am besten, wenn niemand darüber nachdenken muss“ URL: https://paymentandbanking.com/payment-funktioniert-am-besten-wenn-niemand-daruber-nachdenken-muss/ Last updated: 2026-07-21T06:30:35.000Z Payment liegt ihr im wahrsten Sinne des Wortes im Blut: Schon ihr Vater verkaufte die ersten Eurocard-Akzeptanzen im Außendienst, heute gestaltet Kristina Kierner selbst die Zukunft des digitalen Bezahlens. Im Interview spricht sie über ihre ungewöhnliche Familiengeschichte, warum Netzwerken für sie ein echter Wachstumstreiber ist, weshalb Händler ihren Kund:innen die Wahl der Bezahlmethode lassen sollten und warum zwei kleine Söhne die wohl beste Managementschule der Welt sind. ***Wer bist Du und was machst Du?*** Ich bin Kristina Kierner, seit 15 Jahren in der Payment-&-Fintech-Branche beruflich aktiv, ein Payment-Kind von Geburt an und verantworte als Country Managerin das Umsatzwachstum in Deutschland, Österreich und der Schweiz für Worldpay (bald Global Payments). Wir liefern performante Lösungen rund um das Be- und Ausbezahlen mit digitalen Bezahllösungen für die größten Händler und Dienstleister der Welt. ***Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?*** Was ist ein Portemonnaie? Kleiner Spaß – aber ich habe mein Portemonnaie seit mindestens acht Jahren nicht mehr genutzt und genieße es, nahezu alles (und bald sogar den Personalausweis) in digitaler Form auf dem Handy immer zur Hand zu haben. ***Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?*** Das ist eine meiner Lieblingsgeschichten. Mein Papa startete 1987 bei der Euro Kartensysteme und hat dort im Händlervertrieb die Eurocard Akzeptanz im Außendienst verkauft, damals gab es ja noch das Monopol zwischen den beiden großen amerikanischen Schemes. In den 90ern wechselte natürlich alles vom Imprinter zu den Zahlungsverkehrsterminals, den ZVTs, was meiner Begeisterung über die Tätigkeit meines Papas keinen Abbruch getan hat. Mein Papa ist tatsächlich bis zu seinem Rentenantritt 2018 niemals gewechselt, wenngleich er eine Vielzahl von Übernahmen und Mergern miterlebt hat, dazu gehören zum Beispiel GZS, easycash und Ingenico. Fun Fact: Meine Zwillingsschwester arbeitet auch in der Payment-Industrie. ***Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?*** Ich möchte gern einen Teil dazu beitragen, den Austausch innerhalb der Branche noch mehr zu fördern. Ich denke, wir können sicher an den ein oder anderen bestehenden Formaten arbeiten, ohne den Wissensaustausch zu verlieren, aber gleichzeitig den Fokus für das Wesentliche zu behalten. Das Netzwerken ist eine meiner großen Leidenschaften, weil dadurch jeder voneinander profitieren kann. Ich freue mich außerdem sehr darüber, dass es mittlerweile so tolle Formate gibt, in welchen gerade weibliche Expertinnen und Führungspersonen eine Bühne bekommen und in den Austausch kommen. ***Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?*** Ich verstehe unter Fintechs Unternehmen, die verstanden haben, dass Payment als reine Stand-Alone-Lösung keine Vorteile für den Händler bietet und wiederum keine Vergleichbarkeit unter den vielen Payment-Anbietern in einem sehr fragmentierten Markt liefert. Eine „große Revolution“ wäre zu weit gegriffen, aber bestimmt doch eine notwendige Innovation, welche glücklicherweise nicht mehr aufzuhalten ist! ***Wenn Du Finanzministerin wärst, was würdest Du sofort ändern?*** Definitiv sollte jeder Konsument wählen können, wie er bezahlen möchte – egal ob Bar oder mit Karte. Eine Verweigerung dieser Zahlart mit teilweise fadenscheinigen Ausreden wie „die Gebühren sind zu hoch“ ist mittlerweile auch für Laien einfach zu durchschauen und führt außerdem zum gegenteiligen Effekt – nämlich Umsatzrückgang und fehlendes Upselling. Zusätzlich würde ich eine Kassenpflicht verbindlich für alle Betriebe ab einem Umsatz von 5.000 Euro pro Monateinführen. Es ist sowieso verrückt, dass wir zuerst eine Pflicht für eine technische Sicherheitseinrichtung, oder einfach TSE-Pflicht, eingeführt haben, aber das ist ein anderes Thema. ***Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.*** Meine Hobbies sind tatsächlich nicht unbedingt Lesen, ich lese alle drei Monate ein Buch, das zählt also definitiv nicht. Durch Sport und körperliche Betätigung kann ich super abschalten und das mache ich entweder auf dem Tennisplatz, im Cycling-Kurs oder an der Langhantel. Außerdem habe ich zwei wilde Söhne im Alter von Vier und Sieben, und wenn ich nicht gerade einen erbitterten Kampf um ein monatelang unbeachtetes Spielzeug schlichten muss, fahre ich mit den beiden viel Fahrrad oder verbringe die heißeren Tage am Pool. Gutes Essen liebe ich total, wenngleich ich nicht unbedingt die beste Köchin bin, mein Mann hat alles aber bisher gut vertragen! ***Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?*** Nahezu immer mit meiner Sparkassen-Debitkarte über die Apple Watch ***Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?*** Hilfe, ich habe nur die Sparkassen-App!!!! ### So ist der Genossenschaftssektor organisiert URL: https://paymentandbanking.com/so-ist-der-genossenschaftssektor-organisiert/ Last updated: 2026-07-20T07:38:52.000Z Wer sich mit der Bankenlandschaft in Deutschland beschäftigt, dem sind die drei Säulen ein Begriff: Privatbanken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken teilen sich den Markt. Von letzteren gab es Ende Dezember 2025 genau 646 Institute. Zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehören nicht nur Volks- und Raiffeisenbanken, sondern auch große Finanzkonzerne und Dienstleister. In unserer Grafik geben wir einen Überblick darüber, wie der Genossenschaftssektor in Deutschland funktioniert, wie er organisiert ist und wem hier eigentlich was gehört. Die Recherche basiert dabei auf öffentlichen Daten aus dem Unternehmensregister. Außerdem haben wir Selbstauskünfte der Unternehmen von Webseiten und aus Geschäftsberichten herangezogen. [Infografik-Genossenschaftsbanken-2026Infogarfik Genossenschaftsbanken 2026Infografik-Genossenschaftsbanken-2026.pdf689 KBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/07/Infografik-Genossenschaftsbanken-2026.pdf "Download") **Genossenschaftsbanken gehören ihren Mitgliedern** Genossenschaftsbanken unterscheiden sich von anderen Kreditinstituten fundamental durch ihre Organisation: Alle Kund:innen können Geschäftsanteile kaufen und so zu Teilhaber:innen mit eigenem Stimmrecht werden. Und von den rund 30 Millionen Kund:innen der Genossenschaftsbanken in Deutschland sind derzeit auch über die Hälfe, nämlich 17,5 Millionen, Mitglieder. Die meisten der 646 deutschen Genossenschaftsbanken sind Volks- und Raiffeisenbanken. Dazu kommen einige andere genossenschaftlich organisierte Kreditinstitute wie die PSD-Banken, die Sparda-Banken, die kirchlichen Kreditgenossenschaften, die Deutsche Apotheker- und Ärztebank und die BBBank. Die Zahl der Genossenschaftsbanken fällt seit Jahren, vor allem durch Zusammenschlüsse. Auch in diesem Jahr wurden wieder einige Fusionen angekündigt, unter anderem zwischen der Volksbank Düsseldorf Neuss und der Volksbank Krefeld. Die Zahl wird sich also weiter verringern. **Prüfungsverbände und BVR als zentrale Verbände** Eingetragene Genossenschaften (e.G.) müssen Mitglied in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband sein und sich dort regelmäßig überprüfen lassen. Die Prüfungsverbände sind auch für Genossenschaften aus anderen Branchen zuständig. Für die Genossenschaftsbanken ist der Genoverband zentral: Dort sind derzeit 302 Genossenschaftsbanken Mitglied. Ebenfalls wichtig für die Organisation ist der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken, kurz BVR. Als Spitzenverband des Sektors vertritt er die Interessen aller Genossenschaftsbanken auf politischer Ebene und legt eine gemeinsame Strategie fest. Außerdem betreibt der BVR eine zentrale Sicherungseinrichtung: Sollte eine der Mitgliedsbanken in wirtschaftliche Schwierigkeit geraten, schützt die Institutssicherung solidarisch die Einlagen der Anleger und hilft bei der Sanierung. **Die Partner der Genossenschaftsbanken mit der DZ Bank als Dreh- und Angelpunkt** Die Genossenschaftsbanken bilden gemeinsam mit zehn Partnerunternehmen das, was wir als genossenschaftliche Finanzgruppe kennen. Damit die vielen kleinen Kreditinstitute nicht jedes Finanzprodukt selbst entwickeln müssen, können sie auf die Versicherungs- und Finanzdienstleistungen der Partnerunternehmen zugreifen. Dreh- und Angelpunkt dieser Partnerunternehmen ist die DZ Bank. Sie ist die Zentralbank des Sektors und gehört mehrheitlich den Genossenschaftsbanken. Sie ist auch Haupteigentümerin weiterer Unternehmen der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Dazu gehören der Versicherer R+V, der Asset Manager Union Investment, die auf Konsumentenkredite spezialisierte Teambank, die auf Leasing und Mietkauf spezialisierte VR Smart Finanz, die DZ Privatbank und die im Pfandbriefgeschäft tätige DZ Hyp. Zu den Partnern der genossenschaftlichen Finanzgruppe gehören außerdem die Reisebank und die Münchener Hypothekenbank, kurz Münchener Hyp. Die Reisebank ist eine Wechselstube, die unter anderem auch den Edelmetallhandel für die Genossenschaftsbanken abwickelt. Sie gehört zu 100 Prozent der DZ Bank. Die Münchener Hyp ist als Pfandbriefbank in der Immobilienfinanzierung tätig. Sie hat keinen großen Mehrheitseigentümer. Die Sparda-Banken halten gemeinsam 69 Prozent der Anteile, die restlichen Anteile gehören Volks- und Raiffeisenbanken, Privatpersonen, Stiftungen und anderen Unternehmen der Finanzgruppe. **Atruvia als zentraler IT-Dienstleister** Es gibt weitere Dienstleister, die offiziell nicht der genossenschaftlichen Finanzgruppe angehören, aber mit ihr assoziiert sind. Dazu gehört zum Beispiel Atruvia, der IT-Dienstleister der genossenschaftlichen Banken. Sein Kernbankensystem Agree21 bietet Atruvia auch Banken außerhalb der Finanzgruppe an. Die Volks- und Raiffeisenbanken sind über drei regionale Beteiligungsgesellschaften mit 91 Prozent an dem Finanz-IT-Unternehmen beteiligt. Zu Atruvia gehören fünf weitere Unternehmen: Die Bms Corporate Solutions, ParcIT, Peras, Ratiodata und Servicscope. Darüber hinaus ist die Atruvia gemeinsam mit DZ Bank und Schwäbisch Hall am Start-up Truuco beteiligt, das eine KI für den Vertrieb entwickelt hat. **DG Nexolution: Der Beschaffungsspezialist für Genobanken** Ein weiterer großer Dienstleister ist die DG Nexolution. Sie deckt über zahlreiche Tochterunternehmen und Beteiligungen Dienstleistungen rund um Geldkarten, digitales Banking und die Beschaffung ab und betreibt die Onlineshops Genobuy und Genostore. Darüber hinaus ist DG Nexolution an anderen Unternehmen beteiligt, die im Bereich KI, IT-Sicherheit und Cashback tätig sind. Außerdem gibt es eine Beteiligung an Swiss Wood Solutions, einem Unternehmen, das unter anderem Bezahlkarten aus Holz herstellt. Gemeinsam mit dem BVR, der DZ Bank Gruppe und Atruvia zählt DG Nexolution auch zu den Geldgebern des genossenschaftlichen Start-up-Fonds Amberra. *Nicht bei jedem Unternehmen sind die Eigentumsverhältnisse öffentlich einsehbar. Dies kann in der Grafik zu Unschärfen führen. Wir freuen uns über weitere Hinweise zur Grafik aus der Community an* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com)*.* ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/07/download--4-.jpeg) Übersicht über den deutschen Genosschaftsbanksektor ### Zahl der gesprengten Geldautomaten bricht ein URL: https://paymentandbanking.com/zahl-der-gesprengten-geldautomaten-bricht-ein/ Last updated: 2026-07-17T11:04:51.000Z In den vergangenen zwei Jahren ist die Zahl der gesprengten Geldautomaten um fast 70 Prozent gesunken. Dies zeigt eine Statistik der R+V Versicherung. Das liegt vor allem an neuen Sicherheitsmaßnahmen, die die bevorzugte Masche der Automatensprengung erschweren. Seit 2019 setzen Kriminelle bei Angriffen auf Automaten vor allem auf feste Explosionsstoffe, eine besonders gefährliche Variante, da die Wucht einer solchen Explosion auch nahestehende Gebäude zerstört und Menschen schwer verletzen kann. Diese Entwicklung hat den Druck auf Automatenbetreiber erhöht, ihre Geräte ausreichend abzusichern. „Auf das veränderte Vorgehen der Bankräuber haben wir reagiert“, erklärt Friedrich Schneider, Risikoberater der R+V Versicherung. Das Unternehmen versichert in Deutschland aktuell jeden vierten Geldautomaten. Neben Alarmanlagen und besser gesicherten Automatenstandorten hätten sich vor allem Geldfärbesysteme bewährt, so Schneider. Das Geldfärbesystem ist ein ausgeklügelter Mechanismus, um Geldautomaten vor Sprengungen durch Kriminelle zu schützen. Bei einer erfolgreichen Sprengung wird ein Färbemittel ausgestoßen, welches die Geldscheine verfärbt und somit wertlos macht. Die Kosten für solche Geldfärbesysteme belaufen sich auf 1.000 bis 5.000 Euro pro System. Auch Vernebelungsanlagen sowie Stahlbetonpavillons hätten sich als wirksam erwiesen. Ein Stahlbetonpavillon ist ein massives, freistehendes Gebäude aus Stahlbeton, das also abseits von beispielsweise umliegenden Wohnhäusern oder Geschäfte liegt. So gelang es laut der R+V, die Zahl der Sprengungen innerhalb von zwei Jahren um 70 Prozent zu drücken. Auch im ersten Quartal des laufenden Jahres beobachtet die Versicherung einen deutlichen Abfall. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind es nochmal 60 Prozent weniger Angriffe. **Autorin : Hannah Heck** ### Steffen Jentsch über die Transformation der Solarisbank URL: https://paymentandbanking.com/steffen-jentsch-uber-die-transformation-der-solarisbank/ Last updated: 2026-07-20T07:39:01.000Z Im Zentrum steht ein Umbau, der die Bank bereit für zukünftiges Wachstum machen soll – Künstliche Intelligenz, neue Zielkunden und die japanische SBI-Group (SoftBank Investment), welche die Solarisbank als Eintrittstor nach Europa begreifen, spielen dabei zentrale Rollen. Solaris hat in den letzten Jahren mehrere Leben gelebt: Als Company-Builder-Projekt aus dem FinLeap-Ökosystem gestartet, dann zur Partnerbank für eine Vielzahl deutscher Fintechs gewachsen, durch die ADAC-Kooperation in eine finanzielle Schieflage geraten und seit Ende 2024 mehrheitlich im Besitz der japanischen SBI Group. Wer diese Geschichte kennt, stellt sich zwangsläufig die Frage, wohin die Reise jetzt geht. Seit rund einem halben Jahr liefert Steffen Jentsch als CEO die Antwort – und die fällt deutlich konkreter aus, als es der oft strapazierte Begriff "AI-Native Bank" vermuten lässt. Jentsch bringt für diese Aufgabe einen Erfahrungsschatz mit, der zur Herausforderung passt: Nach Jahren bei Atruvia (vormals Fiducia & GAD IT AG), wo er die Gründung der Solarisbank bereits euphorisch von der Seitenlinie beäugt hat, führte er als Vorstand von Flatex DeGiro das Unternehmen vom kleinen Fintech zu einem Europas wichtigsten Online-Broker. Genau diese Transformationserfahrung – inklusive der eigenen regulatorischen Talsohle bei Flatex – war offenbar der Reiz, den Job bei Solaris anzunehmen. ## Von der Partnerbank zur Plattform Die frühe Solaris-Strategie war im Kern simpel: Jedem Fintech, das eine Banklizenz brauchte, wurde eine geliehen. Das Problem an diesem Modell zeigt sich immer dann, wenn ein Kunde groß genug wird – Vivid & Co kamen irgendwann den Punkt, an dem sie Produkte unter eigener Lizenz lieber selbst angeboten hatten, um an der Wertschöpfung stärker zu partizipieren. Die Idee der FinTech-Partnerbank und Banking-as-a-Service gibt es zwar noch immer, wie man beispielsweise im Trading bei der Baader Bank erkennen kann, die Solarisbank soll jedoch nach Steffen Jentsch einen anderen Weg einschlagen. Man will große Kundengruppen und vor allem nicht-finanzspezifische Ökosysteme nach dem Vorbild des ADAC-Deals bedienen und sukzessive mit neuen Produkten weiterentwickeln. Wenn man hierfür Schlagwort nutzen will, so soll Banking-as-a-Service der Idee Banking-as-a-Platform weichen. Solaris will nicht mehr nur Lizenz und Abwicklung bereitstellen, sondern als Orchestrator für modulare, API-basierte Finanzdienstleistungen fungieren – auch für Drittbanken, die längst eine eigene Lizenz besitzen, aber einzelne Solaris-Module in ihre Prozesse integrieren. Die SBI Group und ihre Konzern- und Portfoliogesellschaften sollen dabei auch genutzt werden, um das Angebot der Solarisbank zu erweitern. Im Zentrum sollen dann Konto, Payments, Tages- und Festgeld, Lending sowie Kreditkarten, integriert in bestehende Plattformen statt als eigenständiges Bank-Produkt – Embedded Finance lässt grüßen. Als Blaupause dient dabei implizit der ADAC-Case: ein Player, der keine Finanzbranche ist, aber einen riesigen Kundenstamm hat und diesen im eigenen Ökosystem halten will, statt ihn an Dritte zu verlieren. ## SBI als strategischer Anker, nicht nur Kapitalgeber Die Übernahme durch SBI wird bei Solaris nicht als reine Finanzierungsrunde erzählt, sondern als strategische Weichenstellung mit Substanz: SBI sucht einen lizenzierten Eintrittspunkt nach Europa, und Solaris soll diese Rolle ausfüllen – als dritter großer Wachstumsstrang neben dem eigenständigen Embedded-Finance-Geschäft mit Großkunden und den SBI-eigenen Banking-as-a-Service-Aktivitäten. Praktisch äußert sich das in einer engen Partnerschaft, die den weiteren Weg der Solaris ausgestaltet: Steffen reist regelmäßig nach Japan, SBI-Venture-Capital-Kollegen sind vor Ort im Solaris-Gebäude und packen mit an. Auch ein Auftritt von Jentsch im August auf dem SBI-Strategiemeeting in Singapur soll die Nähe der SBI und der Solaris unterstreichen. Ein Vorteil, den Jentsch dabei explizit hervorhebt: Als lizenzierte europäische Bank operiert Solaris unter einem einzigen Regelwerk für 27-plus-drei Länder – eine Position, die weder asiatische noch amerikanische Anbieter in dieser Form kennen. ## AI-Native heißt Prozessumbau, nicht Chatbot Der Begriff "AI-Native Bank" ist der Teil der Strategie, der den meisten Erklärungsbedarf hat – und bei dem Jentsch am deutlichsten wird. Sein Punkt: KI in bestehende Bankprozesse einfach "hineinzuwerfen" funktioniert nicht. Notwendig ist stattdessen, dass jeder einzelne Prozess geöffnet und neu zusammengesetzt wird – von der klassischen Abteilungs-zu-Abteilungs-Logik hin zu einer End-to-End-Sicht, in der mehrere spezialisierte Agenten zusammenarbeiten: ein Prozessagent, ein Orchestrierungsagent, der die Zusammenarbeit der Agenten kontrolliert und Halluzinationen reduziert, dazu Agenten für Compliance-Prüfung und IT-Security. Mitarbeitende verschieben sich dabei in Richtung Überwachung, Exception Handling und Eskalation, statt operative Einzelfallbearbeitung zu leisten. Operative Aufgaben können automatisiert werden, aber Entscheidungen, Kontrolle und Governance bleiben klar in den Händen von Menschen. Dass die Aufsicht hier nicht als Bremse auftritt, betont Jentsch mehrfach: Die BaFin hat bereits ein eigenes Referat für KI eingerichtet und begleitet den Umbau nach seiner Darstellung mit Interesse statt Skepsis – wobei die Verantwortung für Agenten-Entscheidungen unverändert beim Bankvorstand liegt, nicht bei der Technologie selbst. Finanziell ist die Hausnummer nicht klein: rund 50 Millionen Euro fließen allein in die KI-Transformation, getragen von der SBI Group. 2026 gilt intern als Transformationsjahr, 2027 als Einschwingphase, mit dem Ziel, Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 EBITDA-positiv zu sein. ## Was der Umbau in den Büchern bedeutet Für Solaris selbst soll die Transformation eine Doppelwirkung erzeugen: Effizienzgewinne bei gleichbleibendem oder kleinerem Workflow-Volumen bedeuten sowohl Kostenersparnis als auch potenziell höhere Margen. Wie viel davon an Partner weitergegeben wird und wie viel die eigene Profitabilität stärkt, bleibt laut Jentsch eine Balance, die sich erst in der Praxis austariert – nicht zuletzt, weil zunächst die finanziellen Nachwirkungen der schwierigen Vorjahre verarbeitet werden müssen. Was diese Episode besonders hörenswert macht, ist weniger die grobe Marschrichtung – Banking-as-a-Platform, SBI-Anbindung, KI-Transformation lassen sich in einem Artikel skizzieren – sondern die Details dazwischen: wie Jentsch seine ersten sechs Wochen bei Solaris strukturiert hat, was er bei den Kunden vor der eigenen Belegschaft vorgefunden hat, und wie konkret die bestehende Technologiebank für das K-Zeitalter und Großkunden weiterentwickelt werden muss. Wer wissen will, wie sich eine deutsche Bank mit japanischem Mehrheitseigner und europäischem Lizenzanspruch tatsächlich neu erfindet, findet die ausführlichen und sehr persönlichen Antworten in voller Länge bei dieser Ausgabe des Payment & Banking Podcasts. ### So haben Interessensgruppen beim digitalen Euro lobbyiert URL: https://paymentandbanking.com/so-haben-interessensgruppen-beim-digitalen-euro-lobbyiert/ Last updated: 2026-07-16T19:04:28.000Z Dass der digitale Euro nicht bei jedem Unternehmen auf der Liste der Lieblingsprojekte steht, dürfte wohl kaum überraschen. Zu groß erscheint die Überschneidung und mögliche Konkurrenz mit den Zahlungsdienstleistern aus der Privatwirtschaft. Der Lobbyeinsatz gegen den digitalen Euro ist daher ziemlich hoch, wie nun eine Veröffentlichung zeigt. Im Dezember 2025 legte der Europäische Rat seinen [Standpunkt](https://www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2025/12/19/single-currency-council-agrees-position-on-the-digital-euro-and-on-strengthening-the-role-of-cash/?ref=paymentandbanking.com) zum digitalen Euro vor. Er spricht sich für eine verpflichtende Annahme der digitalen Währung für Händler:innen aus. Die Gebühren für Händler:innen sollen für fünf Jahre auf der Höhe für andere vergleichbare Zahlungsmittel liegen. Eine Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz (IFG) durch die NGO Finanzwende förderte nun einen Ausschnitt aus dem Austausch zwischen den Stakeholdern wie Banken, Zahlungsdienstleistern und Händler:innen mit dem [Bundesfinanzministerium](https://fragdenstaat.de/anfrage/austausch-zum-digitalen-euro-1/1124613/anhang/antwort-bmf-ifg-anfrage-lobbying-digitaler-euro.pdf?ref=paymentandbanking.com) und der [Ständigen Vertretung](https://fragdenstaat.de/anfrage/staendigen-vertretung-der-brd-bei-der-eu-austausch-zum-digitalen-euro/1124621/anhang/antwort-aa-standige-vertretung-brussel-ifg-anfrage-lobbying-digitaler-euro.pdf?ref=paymentandbanking.com) in Brüssel im Vorlauf dieses Vorschlags zutage. Das Finanzministerium hat zwar keinen direkten Einfluss, doch die gesetzliche Grundlage für den digitalen Euro wird im sogenannten Trilogverfahren zwischen der EU-Kommission, dem Europaparlament und dem Rat der Europäischen Union verhandelt. In letzterem sitzt die Bundesregierung vertreten beim digitalen Euro durch den Finanzminister. Laut Finanzwende, könnte dabei womöglich gegen das Lobbyregistergesetz verstoßen worden sein. Die fast 400 Seiten mit E-Mails und Dokumente datieren zwischen Frühjahr und Winter 2025\. Sie fallen damit genau in die Zeit, bevor der Rat der EU sein Verhandlungsmandat übernahm und damit die Gesetzgebung beeinflussen konnte. Viele Dokumente sind als Positionspapiere bereits von den Unternehmen und Verbänden öffentlich gemacht worden. In den Dokumenten sind jedoch auch einige interessante Details zu finden: ## **Auf der einen Seite stehen die Banken mit ihren Verbänden**. Die äußerten Bedenken zu Überschneidungen des digitalen Euros mit Initiativen der Privatwirtschaft. So solle die EZB lediglich die Infrastruktur der digitalen Währung zur Verfügung stellen und nicht als Zahlungsverkehrsanbieter auftreten. Außerdem müsse es ein faires Gebührenmodell geben. Vom Finanzministerium ist in den Dokumenten ein Briefing zu finden, das Finanzminister Klingbeil auf einen Auftritt bei der Bankwirtschaftlichen Tagung des BVR am 3\. Juli 2025 vorbereiten soll. Das meiste davon ist leider geschwärzt. Interessant ist, dass sich in den wenigen lesbaren Passagen ausgerechnet eine [PwC-Studie](https://www.handelsblatt.com/finanzen/geldpolitik/digitaler-euro-banken-und-sparkassen-streiten-mit-der-ezb-ueber-die-kosten/100133418.html?ref=paymentandbanking.com) zu den Kosten des digitalen Euro für den Bankensektor (18 bis 30 Milliarden Euro) wiederfindet, die für einen Konflikt mit der EZB sorgte. Die hält diese Berechnungen für überzogen und fehlerhaft, während Banken sie gerne aufführen. Dass diese sich ausgerechnet im Briefing eines Ministers wiederfindet, zeigt, dass die Banken mit der Kommunikation der Studie Erfolg hatten, wobei das Briefing die niedrigere Zahl nennt. Die Deutsche Bank schickte im August 2025 gleich 44 Seiten an Vorschlägen für Änderungen am digitalen Euro. Das Gebührenmodell mit festen Preisen lehnt die Bank ab: „Strenge Gebührenobergrenzen oder zusätzliche Risiken, wie beispielsweise die Haftung bei Betrugsfällen, könnten Zahlungsdienstleister davon abhalten, Zahlungsdienste anzubieten.” In einem Schreiben im Namen des DSGV, der DZ Bank und der Deutschen Bank Anfang November forderte man, den privaten Sektor „aktiv in den Prozess einzubeziehen”. Man sei bereit, einen Termin für ein persönliches Gespräch zu vereinbaren, um „Details unseres Anliegens ausführlicher darzulegen und Ihre Fragen zu beantworten”. Die Antwort des Ministeriums wiegelt eher ab: „Es ist deshalb unsere Hoffnung, dass Banken und Zahlungsdienstleister den digitalen Euro nicht nur als Herausforderung, sondern auch als Chance wahrnehmen.” Ob es im Anschluss an den Austausch ein Treffen gab, geht aus den Dokumenten nicht hervor. ## **Ähnliche Positionen vertreten die Zahlungsdienstleister:** DieEuropean Payments Initiative (EPI), die hinter dem Zahlungsdienst Wero steht, befürchtet, dass der digitale Euro als Konkurrenzprodukt auftritt. Chefin Martina Weimert äußerte sich öffentlich mehrfach sehr kritisch gegenüber dem Projekt. Anfang November sendete sie eine Stellungnahme an die ständige Vertretung und gleichzeitig an einige Medien, in der sie gegen den digitalen Euro als Alternative zu Zahlungsdiensten wie dem eigenen argumentierte. Mit Bleistift ist neben ihre E-Mail-Adresse geschrieben, dass sie nicht im deutschen Lobbyregister registriert sei. Die Initiative Deutsche Zahlungssysteme (IDZ) vertritt Zahlungsdienstleister wie Payone, S-Payment (den Zahlungsdienstleister der Sparkassen), VR Payment (den Zahlungsdienstleister der VR-Banken) aber auch Terminalhersteller wie Verifone oder Ingenico. Aus den Dokumenten geht aber nur hervor, dass sich Vertreter:innen des IDZ und von EURO Kartensysteme, die die Girocard betreiben, ein Konkurrenzprodukt des digitalen Euro im November 2025 wohl mit dem Parlamentarischen Staatssekretär des Finanzministeriums Michael Schrodi trafen. Worum es in dem Gespräch im einzelnen ging, wird aus den Dokumenten nicht klar. Jedoch sprach sich die IDZ in einem Vorbereitungsdokument für eine digitale Zahlungsmethode „made in Europe” aus: „Dabei stellen wir uns ein Nebeneinander von Zentralbankgeld und privatwirtschafltichen Zahlungsdiensten vor.” Weitere Passagen, die möglicherweise die Verhandlungen im Europäischen Rat betreffen, waren geschwärzt. ## Auf der anderen Seite stehen die Händler:innen: Der Euro Commerce vertritt auf europäischer Ebene Einzel- und Großhändler:innen und tritt als Dachverband des HDE auf. Im April 2025 lehnte er in einem Positionspapier ein Gebührenmodell für Händler:innen ab. Wenn es eines bräuchte, dann seien es gedeckelte Transaktionsgebühren. Bei den Kosten solle man sich an SEPA-Überweisungen und nicht an Debitkarten orientieren. Im Dezember schickte der Verband ein weiteres Papier. Darin forderte er außerdem die Systemgebühren für den digitalen Euro, die die Händler:innen zahlen müssten, ganz zu streichen und stattdessen eine Pauschalgebühr von vier Cent pro Transaktion einzuführen. Euro Commerce machte sogar konkrete Vorschläge für Änderungen. Der Handelsverband Deutschland (HDE) erkundigt sich in seinen E-Mails nach dem Stand der Verhandlungen im Rat bezüglich des Vergütungsmodells. Man erwarte durch die neue Infrastruktur deutliche Effizienzsteigerungen, betonte er darin. Der HDE befürchtete, dass die Einsparungen durch fehlende Gebühren nicht an die Händler:innen weitergegeben werden könnten. Man sei „tief besorgt” von dem, was man über die Verhandlungen höre. In dem aktuellen [Regelbuch](https://www.ecb.europa.eu/euro/digital%5Feuro/timeline/profuse/shared/pdf/ecb.derdgpr260702%5FDigital%5Feuro%5Fscheme%5Frulebook%5Fv0.91.de.pdf?c396e4c5d218341b1bd1d7eae1acda8a&ref=paymentandbanking.com) des digitalen Euro klafft bei der Frage der Gebühren noch eine Lücke. Doch wenn sich die Position des Rates durchsetzt, hätten die Bankenverbände ihre Interessen durchgesetzt: Denn statt starrer Gebühren forderte zumindest der Europäische Rat ähnlich hohe Gebühren wie bei „vergleichbaren” Zahlungssystemen, also mindestens die Gebühren von beispielsweise einer Girocard. Als Verlier könnten sich nun besonders die Händler:innen herausstellen – zumindest wenn man die Entwicklungen an ihren Standpunkten misst. Die Finanzinstitute reagieren dagegen mittlerweile nicht mehr so allergisch auf das Projekt. Mit der DZ Bank und der Helaba haben sich zwei Institute aus dem Kreis der Sparkassen und Geno-Banken für die Pilotphase angemeldet. Zusammen mit der Deutschen Bank [wurden sie nun von der EZB dafür zugelasse](https://www.ecb.europa.eu/euro/digital%5Feuro/pilot/html/index.en.html?ref=paymentandbanking.com)n. ### Warum der deutsche Mittelstand Kredite meidet und Wachstum ausbremst URL: https://paymentandbanking.com/warum-der-deutsche-mittelstand-kredite-meidet-und-wachstum-ausbremst/ Last updated: 2026-07-16T04:00:25.000Z Eine neue Studie von Qonto bringt einen deutschen Reflex auf den Punkt: Fast die Hälfte der kleinen Unternehmen hierzulande hat noch nie eine externe Finanzierung genutzt. 46 Prozent kürzen lieber das eigene Gehalt, als sich Kapital von außen zu holen. Stolz auf Unabhängigkeit? Unbedingt. Aber Unabhängigkeit ist kein Geschäftsmodell. Wenn wir über die Zukunft des deutschen Mittelstands sprechen, landen wir schnell bei den üblichen Verdächtigen: Fachkräftemangel, Bürokratie, Regulierung. Alles wichtig, keine Frage. Aber ein Punkt geht in diesen Debatten regelmäßig unter und er entscheidet leider, aber genauso hart über Wachstum: der Umgang mit Finanzierung. Anlass für diesen Beitrag ist eine aktuelle Studie von Qonto, bei der 1.659 Soloselbstständige und kleine Unternehmen in Deutschland, Frankreich, Italien und Spanien befragt wurden. Die deutschen Zahlen daraus habe ich mir mit Malte Dous, Managing Director Central Europe bei Qonto, genauer angesehen und ehrlich gesagt sind ein paar davon ein Weckruf. ## **Lieber das eigene Gehalt streichen als finanzieren** Fangen wir mit der Zahl an, die uns am meisten beschäftigt: 46 Prozent der befragten Unternehmer:innen haben in den vergangenen zwölf Monaten ihr eigenes Gehalt gekürzt oder ganz ausgesetzt, um den Betrieb am Laufen zu halten. Gleichzeitig nennen 46 Prozent das Liquiditätsmanagement als eine ihrer größten Herausforderungen. Und trotzdem haben 50 Prozent noch nie eine externe Finanzierung in Anspruch genommen. Damit liegt Deutschland, gemeinsam mit Spanien, beim Verzicht auf Finanzierung an der Spitze aller untersuchten Länder. Warum? Ein Drittel aller Befragten fürchtet den Kontrollverlust. Sie haben Angst, dass ein Kredit ihre Entscheidungsfreiheit im Unternehmen einschränkt. Diese Reihenfolge sagt viel. Das eigene Gehalt kommt zuletzt, die Unabhängigkeit zuerst. Dahinter steckt eine tiefsitzende Haltung. Und diese Haltung hat viel Gutes. Unsere Kultur der finanziellen Vorsicht hat den Mittelstand krisenfest gemacht, im Ausland ist der deutsche Mittelstand nicht umsonst ein Qualitätssiegel. Die Studie zeigt das deutlich: 77 Prozent sind stolz darauf, ihr Unternehmen ohne externe Finanzierung zu führen. 62 Prozent der Firmen ohne Finanzierung sehen schlicht keinen Bedarf, der höchste Wert aller untersuchten Länder. Interessant ist das Gegenstück: Dass ein Kredit ein Zeichen schlechter Unternehmensführung sei, finden in Deutschland nur 27 Prozent, der niedrigste Wert aller Länder. Das alte Stigma bröckelt also längst. Die Zurückhaltung speist sich weniger aus echter Ablehnung als aus Gewohnheit und einem „brauchen wir nicht". ## **Die Zurückhaltung hat einen Preis** Problematisch wird diese Zurückhaltung erst dort, wo sie Wachstum verhindert, und das tut sie messbar. 24 Prozent der Befragten haben bereits konkrete Geschäftschancen verpasst, weil ihnen die Finanzierung fehlte. 34 Prozent wollen wachsen, haben dafür aber nicht genug Kapital. Das ist die eigentliche Pointe der Studie. Es geht nicht um insolvenzgefährdete Unternehmen, deren Geschäftsmodell nicht funktioniert. Vielmehr geht es um gesunde Firmen mit Wachstumsambitionen, die ausgebremst werden. Wer eine Großbestellung nicht annehmen kann, weil das Working Capital fehlt, verliert den Auftrag und damit Tempo, das sich später nur schwer wieder einholen lässt. Das ist kein Einzelbefund einer einzigen Umfrage. Auch die KfW beschreibt in ihrem Mittelstandspanel seit Jahren einen schleichenden Rückzug des Mittelstands aus der Kreditfinanzierung. \[Mittelstandspanel der KfW\] In einer wirtschaftlich angespannten Situation, wie wir sie in Deutschland aktuell erleben, reicht es für Unternehmen längst nicht mehr aus, lediglich gut aufgestellt zu sein. Entscheidend ist vielmehr die Fähigkeit, Chancen schnell zu nutzen und auf Veränderungen unmittelbar reagieren zu können. Wer das Mittel der Finanzierung erst dann nutzt, wenn sie unmittelbar gebraucht wird, reagiert oft zu spät. ## **Was der Mittelstand jetzt braucht** Spannend ist außerdem, wonach die Befragten ihren Finanzierungspartner:in auswählen: Man ist bereits Kund:in beim Anbieter (48 Prozent), man vertraut dem Anbieter (25 Prozent), und man bekommt eine schnelle Zusage sowie schnellen Zugang zu Kapital (24 Prozent). Übersetzt heißt das, dass Finanzierung am liebsten dort abgeschlossen wird, wo schon eine Beziehung besteht. Daraus lässt sich einiges ableiten. Über die Nutzung von Finanzierung entscheidet offenbar weniger der Preis als die Frage, wie vertraut und wie unkompliziert sie verfügbar ist. Ein gutes Angebot allein genügt nicht, solange der Weg dorthin mit Aufwand und Misstrauen verbunden ist. Am ehesten wird Finanzierung dort genutzt, wo Unternehmer:innen ohnehin arbeiten und ihre Zahlen sehen. „Die Zahlen zeigen, dass die Zurückhaltung gegenüber externer Finanzierung selten an fehlendem Bedarf oder fehlendem Mut liegt, sondern daran, dass Finanzierungsoptionen schlicht nicht bekannt oder nicht vertrauenswürdig genug erscheinen. Wer noch nie einen unkomplizierten Zugang zu Kapital erlebt hat, greift im Zweifel lieber auf das zurück, was er kennt: das eigene Polster, das eigene Gehalt. Das Problem daran ist nicht die Vorsicht an sich, sondern dass sie Wachstum kostet, das sich später nur schwer wieder aufholen lässt. Hier braucht es keine Revolution, sondern bessere Zugänge an den richtigen Stellen." - Dr. Malte Dous, Managing Director Central Europe, Qonto Dass dieser Weg ankommt, zeigen zwei weitere Zahlen. 68 Prozent der deutschen Befragten planen ihren Finanzierungsbedarf vorausschauend, auch hier der höchste Wert aller Länder. Der Mittelstand ist also alles andere als naiv. Und während sich 37 Prozent mit Finanzapps noch unwohl fühlen, würden bereits 45 Prozent einem Fintech oder einer digitalen Bank ihre Finanzierung anvertrauen. Das ist fast die Hälfte - vor wenigen Jahren undenkbar. Der Bedarf bleibt: Rund ein Viertel der deutschen Unternehmer:innen rechnet damit, im kommenden Jahr Finanzierung zu benötigen. Aus all dem leiten wir drei Empfehlungen ab: 1\. Finanzierung neu denken. Ein sinnvoll eingesetzter Kredit ist kein Eingeständnis von Schwäche, sondern ein Wachstumshebel. Wer das eigene Gehalt streicht, statt zu finanzieren, optimiert das eigene Durchhalten, nicht das Unternehmen. 2\. Vertrauen und Geschwindigkeit nutzen. Finanzierung funktioniert dort am besten, wo Vertrauen schon vorhanden ist. Integrierte Lösungen senken Hürden und beschleunigen den Zugang zu Kapital. 3\. Bank und Fintech sind kein Entweder-oder. Für langfristige Investitionen bleibt die Hausbank ein unverzichtbarer Partner. Für schnelles, flexibles Kapital sind digitale Anbieter oft die bessere Wahl. Die Kunst liegt in der Kombination. ## **Fazit** Mit der Partnerschaft von Banxware und Qonto tragen wir einen kleinen Teil dazu bei, genau diesen Bedürfnissen entgegenzukommen: Finanzierung einfacher, schneller und vertrauter zu machen, damit der Grund zur Zurückhaltung schrumpft. Das löst nicht alles, und es braucht viele, die in dieselbe Richtung arbeiten. Aber je öfter der Zugang an der richtigen Stelle sitzt, desto eher wird aus einem zögerlichen ein handlungsfähiger Mittelstand. Die Studie zeigt einen Mittelstand, der vorsichtig, vorausschauend und stolz ist und der genau aus diesen Tugenden heraus zögert, wenn Mut gefragt wäre. Wer lieber das eigene Gehalt streicht, als sich Kapital von außen zu holen, gewinnt Unabhängigkeit auf dem Papier und gibt sie genau dort auf, wo sie zählt. Denn vielleicht müssen wir den Begriff neu denken: Unabhängig ist nicht, wer ohne fremdes Geld auskommt, sondern wer im entscheidenden Moment handeln kann. Die eigentliche Frage, die diese Studie hinterlässt, dreht sich am Ende nicht um Kredite. Sie lautet: Welchen Mittelstand wollen wir in zehn Jahren haben, einen, der stolz verwaltet, was er hat - oder einen, der gestaltet, was möglich wäre? ### Fernabsatzrecht 2026: Diese Änderungen müssen Banken und Fintechs jetzt umsetzen URL: https://paymentandbanking.com/fernabsatzrecht-2026-diese-anderungen-mussen-banken-und-fintechs-jetzt-umsetzen/ Last updated: 2026-07-15T05:50:13.000Z ## **Fernabsatzrecht: Neue Vorgaben für digitale Vertragsabschlüsse** Seit dem 19\. Juni 2026 gelten in Deutschland neue Regeln für den Fernabsatz von Finanzdienstleistungen. Grundlage ist die Umsetzung einer europäischen Richtlinie, die Verbraucher:innenrechte an die digitale Vertragswelt anpassen soll. Für Banken, Fintechs und andere Anbieter von Finanzdienstleistungen bedeutet das vor allem eines: Digitale Vertragsstrecken müssen überprüft und an mehreren Stellen angepasst werden. In der aktuellen Folge von „Alles Legal – FinTech Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Kemal Ahmedi, Rechtsanwalt bei Annerton, über die wichtigsten Neuerungen und erklärt, welche Maßnahmen Unternehmen jetzt umsetzen müssen. ## **Widerrufsfunktion und kein ewiges Widerrufsrecht** Eine der sichtbarsten Änderungen betrifft den Widerruf von online abgeschlossenen Verträgen. Unternehmen müssen künftig eine leicht auffindbare Widerrufsfunktion bereitstellen. Zwar schreibt das Gesetz keinen klassischen Button vor, praktisch dürfte die Anforderung jedoch häufig genau so umgesetzt werden. Die Funktion muss Verbraucher:innen in die Lage versetzen, den betroffenen Vertrag auszuwählen, den Widerruf abzugeben, diesen zu bestätigen und anschließend eine Eingangsbestätigung auf einem dauerhaften Datenträger zu erhalten. Eine vorherige Registrierung darf grundsätzlich nicht erforderlich sein – es sei denn, der Vertrag konnte ausschließlich über ein Kundenkonto abgeschlossen werden. Gleichzeitig schafft der Gesetzgeber mehr Rechtssicherheit: Das bislang mögliche „ewige Widerrufsrecht“ entfällt. Wurde der/ die Verbraucher:in über das Widerrufsrecht informiert, erlischt dieses spätestens zwölf Monate und 14 Tage nach Vertragsschluss, auch wenn die Belehrung fehlerhaft war. Für Unternehmen steigt allerdings der Aufwand an anderer Stelle, da die bisherigen Muster-Widerrufsbelehrungen für Finanzdienstleistungen entfallen. ## **Neue Informationspflichten, Chatbots und Schutz vor Dark Patterns** Neben dem Widerruf erweitert die Reform auch die vorvertraglichen Informationspflichten. Anbieter müssen Verbraucher:innen künftig so informieren, dass diese beurteilen können, ob ein Vertrag ihren persönlichen Bedürfnissen und ihrer finanziellen Situation entspricht. Dazu gehören Erläuterungen zu den wesentlichen Vertragsmerkmalen sowie Hinweise auf mögliche wirtschaftliche Folgen, etwa bei Zahlungsverzug. Dieses Konzept war bislang vor allem aus dem Verbraucher:innendarlehensrecht bekannt und wird nun auf Finanzdienstleistungen im Fernabsatz ausgeweitet. Auch der Einsatz digitaler Beratungssysteme wird neu geregelt. Werden ausschließlich Chatbots oder andere automatisierte Beratungslösungen eingesetzt, muss Verbraucher:innen auf Wunsch vor Vertragsabschluss ein:e menschliche:r Ansprechpartner:in zur Verfügung stehen. In bestimmten Fällen gilt diese Verpflichtung sogar über den Vertragsabschluss hinaus. Zudem nimmt der Gesetzgeber sogenannte Dark Patterns ins Visier. Online-Oberflächen dürfen Verbraucher:innen nicht mehr durch manipulative Gestaltung zu bestimmten Entscheidungen drängen. Übermäßig hervorgehobene Auswahlmöglichkeiten, wiederkehrende Pop-up-Fenster oder unnötig komplizierte Kündigungs- und Widerrufsprozesse sollen künftig der Vergangenheit angehören. Verstöße gegen die neuen Vorgaben können zudem als Ordnungswidrigkeit geahndet werden. Das Fazit des Podcasts fällt eindeutig aus: Banken und Fintechs sollten ihre digitalen Vertragsprozesse zeitnah überprüfen. Neben der technischen Umsetzung der neuen Widerrufsfunktion stehen insbesondere vorvertragliche Informationen, Online-Beratungssysteme und die Gestaltung der Customer Journey auf dem Prüfstand. Wer diese Anforderungen frühzeitig umsetzt, reduziert regulatorische Risiken und schafft gleichzeitig mehr Transparenz für Verbraucher:innen. ### Wo Vibe Coding an seine Grenzen stößt URL: https://paymentandbanking.com/wo-vibe-coding-an-seine-grenzen-stosst/ Last updated: 2026-07-16T06:13:13.000Z Ich habe in den letzten Monaten vier sehr unterschiedliche Arten von Software gebaut. Sie markieren, wie ich finde, ziemlich genau die Grenze zwischen Vibe Coding und KI-Software-Engineering. ## **Software ist nicht gleich Software** Was ich damit meine veranschaulichen vier Projekte. Das einfachste: Eine Webseite für ein Sommerfest. Eine dynamische einseitige HTML-Seite, gebaut mit Claude, ausgespielt über Netlify. Aufwand: rund 20 Minuten. Es brauchte nichts außer einem klar strukturierten Prompt. Das ist Vibe Coding in Reinform – und es funktioniert hervorragend. Die zweite Software: AngelDesk.vc, ein Screening-Tool, das aus einer Start-up-URL in 45 Sekunden eine strukturierte Analyse erstellt, inklusive Marktposition, Wettbewerb und Bewertungsindikatoren. Eine einfache Web-App mit Anbindung an ein Large-Language-Modell, Benutzer:innen-Verwaltung (User Management) und eigener Datenbank. Aufwand: etwa eine Woche, nebenbei, gemeinsam mit dem Asset Manager inVenture Capital. Knapp 1.000 Mini-Due-Dilligences mehrerer hundert Investitionen liefen in den ersten Wochen bereits über das Tool. Das dritte: Sembla, eine Multi-Tenant-Web-App mit komplexen Discovery-Queries, eigener Datenhaltung und Nutzer:innenverwaltung. Ich habe diese zunächst für mich selbst gebaut, aber bewusst als Multi Tenant. Auch um zu prüfen, wie gut ich bereits Unternehmenssoftware mit KI bauen kann. Das vierte: mein eigenes Betriebssystem bei Apoera – ein Verbund aus Apps, Projekten und Agenten, lose integriert, mit eigenen Datenbanken. Projekt Drei und Vier entwickle ich bereits seit rund drei Monaten weiter, zugegeben mit sehr wenig Zeiteinsatz pro Tag. Die erste Erkenntnis: Zwischen der Party-Website und der Enterprise-Architektur liegen Welten. 1. Meine These: Vibe Coding endet dort, wo die Kosten eines Fehlers größer als die Kosten eines Neustarts sind. 2. Wartbarkeit und laufender Betrieb tiefe Einblicke in die Architektur erfordern ## **Das richtige Setup für die richtige Software** Bei der Party-Website ist der schlimmste Fall: Ich werfe sie weg und baue sie neu. Zwanzig Minuten verloren. Datenverlust gleich null. Das benötigte Kontextfenster: überschaubar. Bei einer Unternehmenssoftware: viel komplizierter. Es gibt viele Funktionalitäten. Das Kontextfenster wird schnell sehr groß. Fehler in der Architektur haben Folgefehler zur Folge. Irgendwann wird das Aufräumen sehr aufwändig. Das Neustarten aber auch. Wenn ich eine App schnell und für mich baue, ist das Risiko von „Einstürzen und Neubauen“ überschaubar. Das gilt aber nicht, wenn ich eine Software raus bringe und die an Kund:innen verkaufen möchte. Diese Kund:innen möchten sich bei jeder zukünftigen Entwicklung darauf verlassen, dass 1. ihre Applikation sicher und stabil läuft und online bleibt 2. ihre Daten auch nach einem Versionswechsel bleiben 3. der/die Anbieter:in Fragen zu Fehlern beantworten kann Viele Applikationen, die vibe coded wurden, erfüllen diese Kriterien nicht. Ihre „Schöpfer“ verstehen das Innere der Software nicht mehr. Die Software, die schnell mal „geshipped“ wurde, wird zu einer Black-Box für ihren Herausgeber. Bei einer Multi-Tenant-Anwendung mit echten Nutzerdaten ist der schlimmste Fall ein Datenleck, ein Compliance-Verstoß, ein Vertrauensbruch. Ab diesem Punkt reicht es nicht mehr, dass die KI Code \*schreiben\* kann. Jetzt braucht es das, was Software Engineering immer ausgemacht hat: Anforderungsmanagement, Architektur, Sicherheit, Reichweiten-Kontrolle. ## **Das Zeitalter des AI-enabled Requirement Engineering** Nachdem die Iterationsgeschwindigkeit in der letzten Dekade für agile Projektmethoden gesprochen hat, sorgt KI jetzt auch dafür, dass die Planung selbst viel schneller iterieren kann. Ein gutes Fachkonzept zu schreiben, wird viel einfacher. Vieles, was früher nicht getestet werden konnte ohne eine fertige Software, wird heute früher testbar. Das Requirements Engineering – die Kunst der Anforderungserfassung, ist vielleicht fast genauso stark durch KI befähigt wie das eigentliche Coding selbst. Also kurz: KI befähigt die Projektplanung und das Projektmanagement. Und das ist die überraschende Erkenntnis: Diese Disziplinen verschwinden mit KI nicht. Sie werden selbst zu Agenten. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/07/image.png) ## **Mein persönliches Builder-System** Für alles, was über den Prototyp hinausgeht, habe ich mir ein Setup gebaut, das ich das „Builder-System" nenne. Es bildet die klassischen Rollen eines KI-Projektes oder Agenten mit eigenem Briefing, eigenen Standards und eigenen Zugriffsrechten. Wer je ein IT-Projekt in einer Bank verantwortet hat, wird die Besetzungsliste wiedererkennen: **Der Requirements Engineer und Scope-Manager** schreibt und iteriert saubere Spezifikationen nach Best Practices. Er arbeitet mit Blueprints, einer festen Fragemethodik und definiert „Definition of Done" sowie Testkriterien. Was ist neu daran? Der automatisierte Zugriff auf die Code-Basis erlaubt eine laufende, technisch versierte Prüfung: Ist der Code noch in Einklang mit den Anforderungen? In meiner persönlichen Erfahrung ist Scope Drift eine der größten Projektrisiken. Und auch bei KI ist das ein übliches Phänomen: Agenten bauen gern mehr, als bestellt wurde. Scope Creep gibt es auch bei Maschinen – nur noch schneller. Und oft bleibt „ungenutzer Code“ zurück, weil refactoring nicht gefragt ist. Das klingt banal, ist aber der größte Hebel: Die meisten fehlgeschlagenen Vibe-Coding-Projekte scheiterten nicht am Code, sondern daran, dass niemand präzise aufgeschrieben hat, was eigentlich gebaut werden sollte. **Der Complexity Challenger** ist eine neue Rolle, die es in klassischen Projekten viel zu selten gibt: Er greift die Spezifikation an, bevor gebaut wird. Welche Anforderung treibt die Komplexität? Was kostet dieses Feature wirklich und braucht es das? Ein Agent, dessen einziger Job es ist, Komplexität zu reduzieren, wo sie den Nutzen nicht dezimiert. Dieses Projekt hat neun Din-A4-Seiten an Text mit möglichen Komplexitätstreibern wie zum Beispiel im Rollen- und Rechtemanagement, der Speicherung von Daten, Schnittstellen und vielem mehr. **Der Architekt** entscheidet über Performance, Kosten und Sicherheit der Architektur – mit direktem Zugriff auf die Datenbankebene. Er kennt die sogenannten nicht-funktionalen Anforderungen an Ladegeschwindigkeit, Wirtschaftlichkeit von Rechenzeit und so weiter. Architekturentscheidungen sind die teuersten Entscheidungen im Projekt. So zum Beispiel macht ein Zwischenspeichern bereits beantworteter Abfragen einen hohen Unterschied für Nutzerzufriedenheit (bereits angelegte Start-ups laden 60 Mal schneller vs. neue Start-ups) und Token-Konsum (Einsparung einiger Cents pro Abfrage). **UX & Frontend Design** baut das Designsystem auf Basis definierter Standards: UX Best Practices, Corporate Design, Referenzbeispiele. Hier hat zum Beispiel Claude.ai/design mittlerweile tolle Fähigkeiten vorgefertigt, aus denen man wählen kann. Ein riesiger Lerneffekt war: Lieber früh ein sehr standardisiertes Briefing zum Design abgeben. Neben Farbschema auch Themen wie Abstände, genutzte Objekte, grafischer Stil und so weiter so eng wie möglich definieren. KI hat sonst ein Konsistenzproblem zwischen den einzelnen Seiten einer Applikation. Und selbst kleinere Inkonsistenzen in der Optik kosten bei dem Endnutzer Vertrauen. **Der Developer** verwandelt Spezifikation und Design in echten, auslieferbaren Code – mit definierter Sprache, geregelten Datenbank- und Schnittstellenzugriffen und Repository-Zugang. Da diese Rolle schon von vielen guten Leuten detailliert beschrieben wird, gehe ich hier nicht tiefer ein. Ich nutze hier persönlich Claude Code im Terminal. **Der CISO** prüft die Anwendung aus Sicherheitsperspektive. Als eigenständige Rolle, nicht als Nebensatz im Entwickler-Prompt. Gerade für die Payment- und Banking-Welt dürfte das der entscheidende Punkt sein: Security als separate, unabhängige Instanz im Prozess, nicht als nachgelagerter Check. Ob mein Ansatz, dafür bewusst ein anderes Modell zu nutzen (bei mir kontrolliert ChatGPT Claude), wirklich notwendig ist, weiß ich nicht. **Ship** übernimmt finale Prüfroutinen und das „Verpacken der Applikation“ abhängig von dem Ausspielungsprozess. Da ich bis dato keine Software an Kund:innen verkaufe, möchte ich die nächsten zwei Rollen nur schon mal als notwendig anmerken, ohne sie, Stand heute, selber gebaut zu haben. **Operator**: Das System und sein Verhalten zu verstehen und zu überwachen, ist das, was Verfechter des Vibe Codings ausblenden. Als seriöser Anbieter von Software, muss es der Anspruch sein, Fehler zu erkennen, bevor der Kunde/die Kundin es tut. Wenn Dich Dein(e) Kund:in anruft und Dir sagen muss, dass Deine Applikation nicht verfügbar ist oder starke Fehler hat, dann hat Dein Operations-Prozess versagt. Ungewöhnliches Verhalten, Nichtverfügbarkeiten der eigenen Applikation oder relevanter Schnittstellen, fehlerhafte Daten und so weiter . muss ein gut geschultes System erkennen. **Support**: Die Aufnahme von Vorfällen bei Kund:innen und Partner:innen und der automatisierte Check up des Fehlers ist eines der großen, noch zu wenig diskutierten, Potentiale von KI. Ich glaube, dass es es hier noch ein massives Potential gibt, Anwender:innensupport durch applikationskundige KI massiv zu verbessern und dadurch Antwort- und Fehlerbehebungszeiten massiv zu reduzieren. ## **Vibe Coding ist kein Allheilmittel** Erstens: Die Frage ‚Können wir das nicht einfach vibe-coden?" ist legitim - aber sie braucht eine ehrliche Antwort entlang der Komplexität. Interne Tools, Prototypen, Analysen: Vermutlich ja. Alles mit echten Kund:innendaten, Mandantenfähigkeit oder regulatorischer Relevanz: nur mit Engineering-Disziplin. Zweitens: Diese Disziplin sollte man nicht mehr ausschließlich mit Menschen besetzen. Requirements, Architektur-Review, Security-Prüfung, Scope-Kontrolle – all das lässt sich als agentische Rollen aufsetzen, mit klaren Briefings und begrenzten Rechten. Das Projektmanagement der Zukunft ist weniger die Koordination von Menschen und mehr das Design eines Rollensystems. Meine Überzeugung aus den letzten vier Monaten: Wer komplexe Software für Dritte baut, sollte vor seiner ersten Live-Version von Vibe Coding auf ein AI-enabled Software Engineering and Operations Prozess umstellen. ### AI in Finance: Der Chat ist tot, es lebe der Agent URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-der-chat-ist-tot-es-lebe-der-agent/ Last updated: 2026-07-15T05:42:07.000Z In dieser Folge von AI in Finance, dem Podcast von Payment & Banking, sprechen Sascha und Maik über einen Umbruch, der weit über ein Software-Update hinausgeht: ChatGPT verabschiedet sich vom klassischen Chat, KI-Modelle werden zu ausführenden Agenten – und Europa ringt zwischen Abhängigkeit und Aufbruch um seine Rolle. ### Von der Chat-Oberfläche zur Arbeitsplattform OpenAI hat ChatGPT grundlegend umgebaut. Die neue Desktop-App bündelt zwei Modi: „GPT Work" als agentische Arbeitsumgebung und „Codex" für die Entwicklung per natürlicher Sprache. Der vertraute Chat rückt in ein kleines Fenster, Verläufe, GPTs und Projekte sind nur noch schwer auffindbar. Entscheidend ist das ausgebaute Plugin-Verzeichnis: Google Workspace, SharePoint, Outlook, GitHub, Canva oder Salesforce lassen sich anbinden. Damit entsteht eine Orchestrierungsebene, über die sich komplette Workflows delegieren lassen – recherchieren, Ergebnisse in eine Tabelle überführen, eine Mail formulieren und den Anhang verschicken, alles in einem Durchlauf. Parallel wird der Browser Atlas zum 9\. August eingestellt; stattdessen zieht ein serverbasierter Cloud-Browser in die Desktop-App ein. Der Kurs dahinter: Plattformstrategie statt Produktstrategie. Der Wettbewerb verlagert sich weg vom Browser hin zu der einen Oberfläche, über die Recherche, Coding und Automatisierung orchestriert werden**.** ### Agentische Ausführung schlägt Benchmark-Prozente Mit GPT-5.6 sind Sol, Terra und Luna allgemein verfügbar, Anthropic hat Claude Sonnet 5 nachgelegt, die US-Exportbeschränkungen für Fable und Mythos sind aufgehoben. Die Benchmark-Unterschiede bewegen sich im Promillebereich – der Sprung liegt woanders: Modelle planen Aufgaben selbstständig, greifen auf Browser, Werkzeuge und Systeme zu und prüfen ihre Ergebnisse selbst. Bezeichnend ist, dass Sonnet 5 bei agentischen Aufgaben das größere Opus übertrifft. Nicht das größte Modell gewinnt, sondern das, was am besten handelt – Unternehmen zahlen nicht für Intelligenz, sondern für erledigte Arbeit. Ein zweiter Sprung betrifft die Sprache. GPT Live bringt eine Full-Duplex-Architektur: Zuhören und Sprechen laufen gleichzeitig, mit Bestätigungen, Unterbrechungen und Denkpausen. Das Gespräch wirkt natürlich statt abgehackt und setzt damit einen Maßstab für jeden Kundendialog – BBVA testet die Technologie bereits als Ersatz klassischer IVR-Systeme. Wer eigene Assistenten baut und diesen Standard unterschreitet, produziert vor allem Frustration. Umgekehrt braucht nicht jeder Use Case das größte Modell: Fixkosten im Banking berechnet eine simple Regel zuverlässiger und günstiger als ein Sprachmodell. ### Europa: viele Briefe, wenig Rechenzentren Österreich hat vorgeschlagen, Anthropic nach Europa zu holen – mit Verweis auf Werte, Rechtssicherheit und Binnenmarkt. Der Vorschlag geht am Problem vorbei: Entscheidend sind Kapital, Talente, Energie und vor allem Compute. Ohne Rechenleistung nützen weder Moral noch Regulierung. Auch Deutschland bewegt sich, mit einer KI-Taskforce aus fünf Arbeitsgruppen und einer „Deutschland-App", die Behördengänge per Chatbot und Avatar vereinfachen soll. Die Frage bleibt, ob daraus Umsetzung statt der nächsten Strategie-Präsentation wird. Konkreter wird es an zwei Stellen. Estland will KI-Agenten eine eigene Identität geben, mit definierten Rechten, Mandatierung und Betragsgrenzen – die Voraussetzung dafür, dass Agenten nicht länger mit den Zugangsdaten ihrer Besitzer operieren. Und Visa hat in Europa erstmals echte Online-Käufe durch KI-Agenten abgewickelt: Der Agent recherchiert und bereitet vor, die Autorisierung bleibt beim Karteninhaber, abgesichert per Passkey und SCA. Für Banken öffnet das die Rolle als vertrauenswürdige Infrastruktur für agentisches Bezahlen – Trust wird zum eigentlichen Wettbewerbsfaktor. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! Feedback, Kritik und Ideen an: hello@unpluggedpodcast.de ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Warum die Bafin 2025 zwei Rekord-Geldstrafen verhängte URL: https://paymentandbanking.com/warum-die-bafin-2025-zwei-rekord-geldstrafen-verhangte/ Last updated: 2026-07-14T07:43:48.000Z Im vergangenen Jahr hat die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) Geldstrafen in Höhe von rund 74,1 Millionen Euro gegen Banken und Finanzdienstleister verhängt. Das ist innerhalb eines Jahres fast vier Mal so viel wie in den Jahren 2016 bis 2024\. Grund dafür sind zwei Rekordstrafen in zweistelliger Millionenhöhe gegen den europäischen Zweig der US-amerikanischen Großbank J.P. Morgan und gegen die Deutsche Bank. Denn: 13 der insgesamt 16 Geldstrafen liegen unter eine Million Euro. Die J.P. Morgan SE musste Ende Oktober 45 Millionen Euro zahlen. Grund dafür waren Mängel in der Geldwäscheprävention. Das Institut hatte seine Aufsichtspflicht bei internen Prozessen zur Abgabe von Geldwäsche-Verdachtsmeldungen verletzt. Dadurch gab die J.P. Morgan SE Verdachtsmeldungen verspätet ab. Mit dieser Strafe katapultiert sich die in Frankfurt am Main ansässige Bank an die Spitze der zehn höchsten seit 2016 durch die Bafin verhängten Geldstrafen. [PAB-Geldbußen-Banken-2026-02PAB-Geldbußen-Banken-2026-02.pdf3 MBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/07/PAB-Geldbu--en-Banken-2026-02.pdf "Download") Die Deutsche Bank musste Anfang Februar 2025 aufgrund mehrerer Verstöße eine Rekordstrafe in Höhe von 23,05 Millionen Euro blechen – die zweithöchste Strafe in unserem Analysezeitraum. Zum einen hat die größte Bank Deutschlands im Vertrieb von Währungsderivaten in Spanien gegen organisatorische Pflichten des Wertpapierhandelsgesetzes verstoßen. Trotz eines Sanktionsverfahrens der spanischen Wertpapieraufsichtsbehörde hat sie die Verstöße nicht angemessen aufgeklärt und Gegenmaßnahmen ergriffen. Zum anderen hat die zu ihr gehörende Postbank sich nicht an die Telefonaufzeichnungspflicht in der Anlageberatung gehalten und 53 Anträge zur Kontowechselhilfe nicht oder verzögert bearbeitet. Neu auf Platz sechs ist die Ascory Bank, die im vergangenen Jahr noch Varengold Bank hieß: Auch sie hatte Geldwäscheverdachtsmeldungen systematisch verspätet abgegeben und damit gegen das Geldwäschegesetz verstoßen. Dafür bat die Bafin sie im August 2025 mit 3,3 Millionen Euro zur Kasse. Das war jedoch nicht die einzige Strafe gegen die Ascory Bank im vergangenen Jahr: Im Februar musste die Bank schon einmal 500.000 Euro Zwangsgeld blechen, weil sie gegen einen Bescheid der Bafin aus dem Jahr 2023 verstoßen hatte. Dieser verbot Ascory wegen hoher Geldwäscherisiken und Mängeln in der Geldwäscheprävention, Transaktionen mit Payment Agents mit Iran-Bezug abzuwickeln. Die vierthöchste Strafe im vergangenen Jahr und die neunthöchste seit 2016 erhielt die Warburg-Bank. Die Bafin verhängte eine Strafe in Höhe von 750.000 Euro gegen die Privatbank aus Hamburg, weil sie gegen die Europäische Eigenmittelverordnung verstoßen hatte. Sie schüttete im März 2023 Zinserträge auf AT1-Anleihen (als hochriskant geltende Wandelanleihen) für das Geschäftsjahr 2022 aus, obwohl das Geschäftsergebnis in diesem Jahr negativ war. ## **Diese weiteren Maßnahmen ergriff die Bafin** Neben Geldstrafen kann die Bafin auch andere Maßnahmen gegen Institute ergreifen. Seit 2021 zählen wir in der Bankenaufsicht insgesamt 213 Maßnahmen gegen 132 Banken, Finanzdienstleister und andere Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren es 58 Maßnahmen bei 33 Unternehmen. In 21 Fällen ordnete die Bafin an, dass Banken zusätzliche Eigenmittel vorhalten müssen. Fast alle diese Banken hatten gegen die Anforderungen an eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation verstoßen, zum Beispiel durch Mängel im Risikomanagement, im Kreditgeschäft oder bei der IT. Bei den PSD Banken München und Koblenz war dagegen eine „besondere Geschäftssituation“ ausschlaggebend für die Forderung nach höheren Eigenmitteln. In 17 Fällen ordnete die Bafin an, dass Institute eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sicherstellen müssen. Außerdem entsandte die Bafin im vergangenen Jahr Sonderbeauftragte in sieben Unternehmen, die die Umsetzung von Maßnahmen beaufsichtigen sollten. Darunter waren der Zahlungsdienstleister Payone, die Akbank, das Fintech Finoa, die FIL Fondsbank, die C24 Bank, die N26 Bank und die Western Union Retail Services Germany. Der N26 wurde in diesem Zuge auch verboten, in der Niederlande Neugeschäft mit Hypothekenkrediten zu betreiben. Die Western Union Retail Services Germany wurde außerdem dazu verdonnert, ein EDV-Monitoring-System einzurichten, Mängel in der Geldwäscheprävention zu beseitigen und erweiterte Sorgfaltspflichten auf Transaktionen im Sortengeschäft anzuwenden. Außerdem darf das Unternehmen weitere Zweigstellen nur mit Zustimmung der Bafin einrichten. **Ihr habt einen Fehler gefunden oder habt weitere Anregungen für die Grafik? Meldet euch gerne bei infografiken@paymentandbanking.com** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/07/PAB-Geldbu--en-Banken-2026-1.jpg) ![](https://vg06.met.vgwort.de/na/89a1bd18c7e648d0bcf46d78813bcd40) ### Plattform oder Produkt? Tom Sellin über PayPal-Jahre und die nächste Welle im Payment URL: https://paymentandbanking.com/plattform-oder-produkt-tom-sellin-uber-paypal-jahre-und-die-nachste-welle-im-payment/ Last updated: 2026-07-13T05:40:51.000Z ### **Plattform oder Produkt? Tom Sellin über PayPal-Jahre und die nächste Welle im Payment** **In der neuen Podcastfolge blickt Tom Sellin auf PayPal, den deutschen Payment-Markt und die Herausforderungen internationaler Anbieter.** Plattform gehört zu den am häufigsten verwendeten und am seltensten definierten Wörtern im Payment. Das Wort steht in jedem Pitch-Deck, in jeder Markteintrittsstrategie, in fast jeder Vorstandspräsentation. Die meisten Unternehmen, die sich als Plattform bezeichnen, betreiben in Wahrheit ein Portfolio aus Produkten, und diese Unterscheidung hat strategische Konsequenzen, weil sie darüber entscheidet, wer die nächsten Jahre im Payment gestalten wird und wer dabei nur mitspielt, ohne den eigenen Spielraum noch beeinflussen zu können. Tom Sellin verantwortet seit Anfang 2026 das Wachstum von Airwallex in der DACH-Region. Sein Werdegang liest sich wie ein Querschnitt durch die letzten 15 Jahre Payment, mit Stationen bei Rocket Internet, PayPal, Afterpay und Mondu. Diese vier Unternehmen stehen für sehr unterschiedliche Modelle, vom E-Commerce-Builder über den globalen Wallet-Player bis zu zwei Generationen von Buy-Now-Pay-Later. Aus dieser Mehrperspektivität argumentiert Sellin als Praktiker, der gesehen hat, was passiert, wenn ein Produktportfolio sich Plattform nennt, und der erlebt hat, was sich verändert, wenn jemand tatsächlich an Infrastruktur arbeitet. #### **Bekannte Plattformlogiken** PayPal hat seit dem Höchststand 2021 mehr als 80 Prozent seines Marktwerts verloren, und hinter dem Kursverlauf verbirgt sich eine strukturelle Entwicklung, die auf eine Reihe von Entscheidungen des letzten Jahrzehnts verweist. Das Unternehmen hat wichtige Akquisitionen getätigt, unter ihnen Braintree, Venmo, Xoom und iZettle, die jeweils in ihren Segmenten führend waren und aus denen in der Summe eine der größten Payment-Plattformen der Welt hätte entstehen können. Stattdessen wurden die Einheiten weitgehend als Silos betrieben, mit eigenen Customer Profiles, eigenem Risk-Layer und eigener Compliance, sodass die theoretischen Skaleneffekte einer Plattform nie zustande kamen. In der Branchendiskussion fällt dazu immer wieder der Satz „The failure was not in the buying but in the building". Das Muster reicht über PayPal hinaus und betrifft im Grunde jedes etablierte Payment-Unternehmen, das seine Erfolgsgeschichte als Produktorganisation geschrieben hat. Eine Plattform skaliert über Dritte, die auf ihr aufbauen, während ein Produkt über Endkunden skaliert, die es selbst nutzen, und diese unterschiedliche Logik verändert die technische Architektur ebenso wie jedes Entscheidungsgremium des Unternehmens, von der Roadmap-Priorisierung bis zur Vergütungsstruktur. Wer als Wallet in einer Marktstruktur überleben muss, in der Apple das Device-Layer kontrolliert, die Banken die Primary Accounts halten und Stripe tief in SaaS-Stacks eingebettet ist, sieht sich mit einer Strukturfrage konfrontiert, die sich durch operative Optimierung allein kaum mehr auflösen lässt. #### **Lokalisierung 2026 — was das operativ heißt** Lokalisierung steht in jedem Markteintritts-Deck und wird in der Praxis häufig auf eine deutsche Landingpage und ein deutsches Vertriebsteam reduziert, was für die Anforderungen des deutschen Marktes im Jahr 2026 längst nicht mehr ausreicht. Airwallex hat zum Deutschland-Start drei sehr konkrete Entscheidungen getroffen, die zusammen das Lokalisierungs-Setup bilden. Deutsche IBANs mit Euro-Konten gehören dazu, ebenso eine native DATEV-Integration sowie die Anbindung an Wero über die Mitgliedschaft in der European Payments Initiative. Jede dieser drei Komponenten geht über das Feature-Niveau hinaus und funktioniert als operative Eintrittsschwelle in den deutschen Markt, ohne die ein internationaler Anbieter den Mittelstand kaum ernsthaft adressieren kann. Wer den deutschen Mittelstand erreichen will, kommt an DATEV nicht vorbei. Der Grund dafür liegt in der Tatsache, dass die gesamte Buchhaltungs- und Steuerberatungs-Infrastruktur des Landes auf DATEV aufgesetzt ist, was eine rein technologische Bewertung der Plattform für diese Frage zweitrangig macht. Wer SEPA, Lastschrift und Rechnungskauf nicht bedient, wird in deutschen Unternehmen aus pragmatischen Gründen kaum eingesetzt, weil diese Zahlungswege in den meisten Buchhaltungs- und Bezahlprozessen vorausgesetzt werden und ein Anbieter ohne sie schlicht nicht in den bestehenden Workflow passt. Sellin hat es zum Markteintritt im Handelsblatt so formuliert, dass deutsche Unternehmen zwar stark exportieren, sich ihr Geld dabei aber oft im Schneckentempo bewege. Dieses Schneckentempo entsteht aus einer Kombination zweier Faktoren, die einander verstärken. Zum einen handelt es sich um eine Infrastruktur, in der vieles noch aus den 1990er Jahren stammt und an deren Modernisierung sich Generationen von Marktteilnehmern bereits abgearbeitet haben, zum anderen um eine Bankenlandschaft, die sich auf Modernisierung in dem Tempo einlässt, das sie selbst vorgibt. Wero verdient eine eigene Betrachtung. Die europäische Wallet der European Payments Initiative ist der zweite Versuch, eine eigenständige Antwort auf Apple Pay, Google Pay und PayPal zu liefern, nachdem Giropay und Paydirekt an genau diesem Anspruch gescheitert sind. Ob Wero diesmal trägt, entscheidet sich weniger über die technologische Leistungsfähigkeit der Lösung und sehr viel mehr über die Frage, ob Sparkassen, Genossenschaftsbanken, Deutsche Bank und ING tatsächlich bereit sind, ihre Kundenbeziehungen über eine gemeinsame Wallet laufen zu lassen. Sollten sie das nicht tun, wird auch Wero in der Erinnerung der Branche eine Fußnote bleiben. #### **Payment wird Infrastruktur** Wenn Lokalisierung im Kern eine Infrastruktur-Frage ist, dann verschiebt sich auch die Verortung von Payment selbst, weg vom eigenständigen Produkt und hinein in die Schicht, die unter den Produkten anderer liegt. Der Ort, an dem Zahlungen ausgelöst werden, verschiebt sich kontinuierlich, sodass aus dem eigenständigen Tool eine Funktion in einer anderen Software wird, häufig im ERP-System, in der Buchhaltungssoftware oder in einer vertikalen SaaS-Anwendung. Wer noch auf der Ebene des einzelnen Tools denkt, übersieht die strategische Bewegung des Marktes und verspielt die Position, von der aus sich die nächste Welle gestalten lässt. Zwei aktuelle Spannungsfelder verschärfen diese Bewegung. Das erste betrifft Stablecoins, deren mögliche Rolle in B2B-Zahlungen Airwallex-Mitgründer Jack Zhang mehrfach öffentlich mit dem Satz „99 Prozent skeptisch, 1 Prozent Wahrscheinlichkeit" auf den Punkt gebracht hat, während sich Stripe genau in die entgegengesetzte Richtung positioniert und Stablecoin-Accounts für Geschäftskunden aktiv ausbaut. Welche dieser beiden Lesarten in den kommenden 24 Monaten regulatorisch trägt, wird sich an Marktdaten, am Aufsichtsregime und an der Akzeptanz auf Corporate-Treasurer-Ebene entscheiden. Das zweite Spannungsfeld umfasst den Bereich des Agentic Commerce. Airwallex baut hier explizit eine regulierte Wallet-Infrastruktur für Zahlungen auf, die durch KI-Agenten autonom ausgelöst werden, und sollte sich diese Architektur durchsetzen, wandelt sich die Rolle der CFO-Funktion grundlegend, indem sich der Schwerpunkt von der Freigabe einzelner Zahlungen hin zur Architektur von Regeln verlagert, innerhalb derer Agenten überhaupt operieren dürfen. Mit dieser Verschiebung verlagert sich der regulatorische Fokus zunehmend auf die Rahmenbedingungen für Plattformen, auf denen autonome Agenten künftig agieren können. Der Aufbau dieser Infrastruktur für Agentic Commerce bringt neue Haftungs- und Verantwortlichkeitsfragen mit sich, die regulatorisch bislang weitgehend ungeklärt sind und in den kommenden Jahren zu einem zentralen Aufsichtsthema werden dürften. Die Banken stehen in dieser Bewegung in einer eigentümlich doppelten Position, die sie selbst noch nicht in dieser Schärfe wahrnehmen. Wer mit dem deutschen Mittelstand arbeitet, kommt an der Hausbank nicht vorbei, weil dort weiterhin die Kontenstruktur, die Lieferanten- und Kundenbeziehungen sowie ein Großteil des Vertrauens verankert sind. Sobald jedoch die Welt der Embedded Finance ins Spiel kommt, wird sichtbar, dass die Banken dort vorwiegend in der Rolle des Lizenz-Providers operieren und die eigentliche Kundenbeziehung in einer Software-Schicht verläuft, die ihrer Kontrolle weitgehend entzogen ist. Wo diese Linie in zehn Jahren genau verläuft, gehört zu den ehrlichsten offenen Fragen der gesamten Branche. #### **Airwallex in Deutschland und der eigene Anspruch** Airwallex investiert über einen Zeitraum von fünf Jahren 31 Millionen Euro in den deutschen Markteintritt und hat erste Kunden in Deutschland gewonnen, darunter Navan, Moss, WorkMotion und Debtist. Woran sich in drei Jahren ablesen lässt, ob der Markteintritt strukturell geglückt ist, hängt vor allem an der Frage der Verankerung. Die entscheidenden Indikatoren liegen in der Tiefe der Integration in deutsche ERP-Systeme, in den Workflows der Steuerberatung und in der Selbstverständlichkeit, mit der Airwallex in der Hausbank-Logik des Mittelstands mitgedacht wird, während Kundenzahlen und Umsatz wichtige, aber nachgelagerte Größen bleiben. Die scheinbar einfachste Frage stellt sich Airwallex selbst auch, nämlich die nach Plattform oder Produkt. Jack Zhang argumentiert öffentlich mit dem Konzept eines „Path of Maximum Resistance", der auf eigenen Lizenzen, eigenen Regulator-Beziehungen und einem eigenen Tech-Stack basiert, statt auf den Infrastrukturen anderer aufzubauen. Wenn die Unterscheidung zwischen Plattform und Produkt trägt, dann ist genau dieser bewusst gewählte Widerstand die Antwort, mit der sich Airwallex selbst auf der Plattform-Seite verortet. #### **Was bleibt** Plattformbildung gehört zu den strukturellen Entscheidungen, die im Maschinenraum eines Unternehmens getroffen werden oder eben nicht, und die sich durch keine Marketing-Anstrengung nachträglich ersetzen lassen. Lokalisierung im Jahr 2026 reicht weit über eine deutsche Landingpage hinaus und umfasst Buchhaltungs-Anbindung, Compliance, Vertragsmuster und ein belastbares Verständnis der lokalen Bankenlandschaft. Der deutsche Markt, in dem internationale Player so oft straucheln, lässt sich operativ nur dann erschließen, wenn deutsche IBANs, DATEV-Anbindung und ein realistisches Bild der Hausbank-Verhältnisse zusammenkommen und in den ersten Produktentscheidungen verankert sind. **Die vollständige Folge mit Tom Sellin steht ab sofort überall zur Verfügung, wo es den Payment & Banking Podcast gibt.** ### Gib auf, Commerzbank URL: https://paymentandbanking.com/gib-auf-commerzbank/ Last updated: 2026-07-10T05:51:17.000Z *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Die Nachricht kam am Mittwoch schon am Mittag: Die bisherigen Aktionär:innen der Commerzbank haben der italienischen Unicredit mehr Aktien angedient als zu erwarten gewesen sei. Zusammen mit allerlei Finanzinstrumenten kam die Unicredit am Mittwoch auf fast 50 Prozent der Anteile. Die Übernahme der Commerzbank steht damit kurz bevor, Andrea Orcel ist so gut wie am Ziel. Und Gott, ja, der Aufschrei dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Der Kampf der Commerzbank gegen die Übernahme durch die Unicredit ist schließlich längst ein politischer und einer, in dem es um alles zu gehen scheint. Um die Unabhängigkeit der deutschen Bankenlandschaft. Um den Zugang zu Krediten für Mittelständler:innen. Um generell die Zukunft oder eben den Ausverkauf Deutschlands. Doch wer genauer hinschaut, sieht: All diese Argumente sind zu entkräften, während die Argumente für eine Übernahme durchaus valide sind. Denn ja, Europa braucht große Banken, um im internationalen Wettbewerb bestehen zu können und auch weiterhin eine Finanzierung der europäischen Wirtschaft gewährleisten zu können. Bettina Orlopp und ihre Führungsmannschaft sollten dafür endlich den Weg frei machen und einer Übernahme durch die italienische Bank zustimmen. Auch, wenn das im ersten Moment wie eine Niederlage aussieht, könnte es der Beginn einer Erfolgsgeschichte werden. ## **Bankenlandschaft ist fragmentiert** Schon ein Blick auf die Zahlen zeigt deutlich, was viele Banker:innen gerne ausblenden: Die europäische und erst recht die deutsche Bankenlandschaft ist schlicht zu fragmentiert, um eine große internationale Schlagkraft entwickeln zu können. Allein in Deutschland gibt es mehr als 1.400 eigenständige Banken, in der gesamten EU sind es mehr als 5.000 und viele davon sind kleine, regionale oder mittelgroße Banken, die sich gegenseitig Geschäft wegnehmen. Auf kleinerer Ebene sehen wir aus genau diesem Grund seit Jahren Fusionen bei Volksbanken und auch im Sparkassensektor. Das ist durchaus vernünftig, denn es braucht oft nicht die gleiche Infrastruktur zwei- oder dreimal in ein paar Kilometern Entfernung. Darauf können sich eigentlich alle Bankerinnen und Banker einigen und sehen in dem Trend durchaus eine positive Entwicklung. Warum aber sollten die gleichen Argumente nicht auch auf einer deutlich größeren Skala gelten, warum nicht auch bei nationalen oder eben grenzüberschreitenden Instituten? ## **Der Mittelstand ist nicht in Gefahr** Oft erwähnt wird, dass die Commerzbank maßgeblich dafür ist, dass Mittelständler:innen in Deutschland an Geld kommen. Und, so las man zwischen den Zeilen, wenn die Commerzbank nicht mehr existieren würde, dann sähe es ja durchaus schlecht aus um den Mittelstand. Immerhin, das muss man sagen, ist die Commerzbank wirklich ein Schwergewicht in der Mittelstandsfinanzierung, hat tausende Kund:innen. Doch das Argument, all das würde sofort zusammenbrechen, ist mehr als dünn. Denn wo ein Bedarf ist, wird es immer auch ein Angebot geben. Wenn die Unicredit die Commerzbank schlucken würde, würde sie sicherlich nicht einen der profitabelsten Zweige des Instituts dicht machen oder stark verkleinern. Immerhin lässt sich die Bank die Übernahme Milliarden kosten. Warum dann ausgerechnet das Kerngeschäft zerschießen? Das wäre nicht im Interesse der italienischen Großbank, die ja am Ende auch nur eines will: Geld verdienen. Auch wird gerne betont, dass durch die Übernahme zusätzliche Arbeitsplätze wegfallen. Tatsächlich ist das ein valides Argument, die Hypovereinsbank (HVB) ist schließlich nur noch der Schatten einer Bank, auch dort hatte die Unicredit die Mehrheit übernommen. Doch auf der anderen Seite stellt sich die Frage: Ist das Commerzbank-Personal-Tableau vielleicht wirklich etwas voll? Bereits im Mai diesen Jahres überraschte die Bank mit einem weiteren Stellenabbau von mehr als 3.000 Mitarbeiter:innen, zusätzlich zum bereits beschlossenen Stellenabbau [von ebenfalls mehr als 3.000 Stellen](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/finanzen/commerzbank-stellenabbau-114.html?ref=paymentandbanking.com). Das zeigt: Auch eine Nicht-Übernahme führt also offenbar zu herben Jobverlusten. Und noch etwas sticht ins Auge: Bei der Commerzbank gab es offenbar durchaus Potenzial für Kürzungen, genau wie Andrea Orcel von Anfang an gesagt hat. ## **Unabhängig? Ja, aber bitte europäisch!** Gerade die Argumente zur Unabhängigkeit klingen alle sehr vernünftig auf den ersten Blick. Doch die Commerzbank ist weit davon entfernt, das Powerhouse zu sein, das sie gerne wäre. Nach der Finanzkrise musste der Staat eingreifen, später dümpelte das Institut unter seiner alten Führung lange herum, ehe die mögliche Übernahme tatsächlich für Betriebsamkeit in den Büros der Commerzbank sorgte. Die Bewahrung der Unabhängigkeit ist sicherlich ein großes und wichtiges Thema, seit Donald Trump wieder an der Macht ist und diese, wo es nur geht, missbraucht. Doch Andrea Orcel liegt vollkommen richtig, wenn er argumentiert, dass es viel sinnvoller wäre, diese Unabhängigkeit auf europäischer und nicht auf nationaler Ebene zu verteidigen. Auch könnten Synergien durchaus viel Geld und auch Arbeitsplätze einsparen. Das ist für den einzelnen Banker und die einzelne Bankerin schmerzhaft, für ein stabiles System aber womöglich genau das, was es braucht. Gerade wer sich die Größe von US-Banken oder japanischen Geldinstituten anschaut, merkt schnell: Europa kann dem oft wenig entgegensetzen. Zumindest nicht mit seinem bisherigen Bankensystem. Angesichts der Tatsache, dass die Unicredit nun bereits fast 50 Prozent hat und viele Argumente für eine Übernahme sprechen, sollten Bettina Orlopp und ihre Führungsmannschaft den Widerstand unbedingt aufgeben und sich gütig mit der Unicredit auf eine Fusion oder Übernahme einige. Alles andere wäre unvernünftig. ### BRUBEG: Was sich für ESG, M&A und Kapitalanforderungen ändert URL: https://paymentandbanking.com/brubeg-was-sich-fur-esg-m-a-und-kapitalanforderungen-andert/ Last updated: 2026-07-09T05:33:21.000Z ## BRUBEG: ESG, M&A und Kapitalanforderungen verändern das Bankenaufsichtsrecht Mit der vierten und letzten Folge der BRUBEG-Serie richtet sich der Blick auf drei Themen, die auf den ersten Blick wenig miteinander zu tun haben: ESG-Risiken, M&A-Transaktionen und Kapitalanforderungen. Tatsächlich verfolgen alle drei Regelungsbereiche dasselbe Ziel: Die Bankenaufsicht soll künftig früher eingreifen können und Risiken bereits vor ihrer Entstehung erkennen. Im Podcast spricht Dana Wondra mit Renate Prinz, Rechtsanwältin und Partnerin bei Annerton, darüber, warum ESG inzwischen zum festen Bestandteil des Risikomananagements wird, welche neuen Hürden bei Unternehmenskäufen entstehen und weshalb Banken ihre strategische Planung künftig noch enger mit aufsichtsrechtlichen Vorgaben verzahnen müssen. ## ESG wird vom Nachhaltigkeitsthema zum harten Risikofaktor Während ESG bislang vor allem aus Nachhaltigkeitsberichten bekannt war, entwickelt sich das Thema zunehmend zu einem festen Bestandteil des bankaufsichtlichen Risikomanagements. Banken müssen künftig bewerten, welche finanziellen Auswirkungen Klimarisiken, regulatorische Veränderungen oder Reputationsrisiken auf ihre Kreditportfolios und Investitionen haben können. Die Herausforderung liegt dabei vor allem in der Datenbasis. Gerade im Mittelstand fehlen häufig belastbare ESG-Daten, die für eine fundierte Risikobewertung notwendig wären. Trotzdem erwartet die Aufsicht, dass Institute diese Risiken künftig systematisch identifizieren, bewerten und in ihre Kreditvergabe sowie Portfolioentscheidungen einbeziehen. Werden ESG-Risiken nicht ausreichend berücksichtigt, kann die Aufsicht sogar zusätzliche Eigenmittelanforderungen oder andere aufsichtsrechtliche Maßnahmen anordnen. ## Neue Hürden bei Unternehmenskäufen und Beteiligungen Auch bei M&A-Transaktionen erweitert das BRUBEG die Eingriffsmöglichkeiten der Aufsicht. Bislang standen vor allem Beteiligungserwerbe an regulierten Instituten im Fokus. Künftig werden jedoch auch bestimmte Asset Deals sowie größere Beteiligungserwerbe durch Kreditinstitute an nicht regulierten Einheiten einer vorherigen aufsichtsrechtlichen Kontrolle unterworfen. Für die Praxis bedeutet das vor allem eines: mehr Planungsaufwand. Transaktionen müssen künftig deutlich früher vorbereitet werden, da zusätzliche Meldepflichten und behördliche Freigaben den Zeitplan erheblich beeinflussen können. Gerade bei komplexen Umstrukturierungen oder Unternehmensverkäufen wird die Abstimmung mit der Aufsicht damit zu einem wesentlichen Bestandteil jeder Transaktion. Zum Abschluss der BRUBEG-Serie zieht Renate Prinz ein klares Fazit: Bankenaufsichtsrecht lässt sich heute nicht mehr isoliert betrachten. ESG, Governance, Transaktionen und Kapitalplanung greifen immer stärker ineinander. Institute sollten deshalb ihre Prozesse frühzeitig überprüfen, regulatorische Lücken identifizieren und bereichsübergreifend zusammenarbeiten – bevor die nächste Prüfung der Aufsicht diese Schwachstellen offenlegt. ### PFOF-Verbot: Ziel erreicht – alles wie vorher URL: https://paymentandbanking.com/pfof-verbot-ziel-erreicht-alles-wie-vorher/ Last updated: 2026-07-08T05:14:09.000Z Es ist der Tag, der seit Jahren wie ein Damoklesschwert über den Neobrokern hing. Mit dem Verbot des Payment for Order Flow (PFOF), das nach einer Pbergangsfrist für deutsche Anbieter am 1\. Juli in Kraft trat, dürfen sie von Handelsplätzen nicht mehr bezahlt werden, wenn sie Aufträge von ihren Kunden an sie weiterleiten. Die Vergütung galt lange als die wichtigste Einnahmequelle und ermöglichte niedrige Ordergebühren, mit denen die Neobroker Kund:innen zu sich lockten. Doch anders als viele Banken, die für das Verbot lobbyiert damals hofften, ist das Armageddon unter den Brokern nicht eingetreten. Stattdessen nutzen die Neobroker das Verbot und haben in der Zwischenzeit ein neues Geschäftsmodell entwickelt. Teilweise könnte ihnen dieses sogar in die Karten spielen. Dafür lohnt es sich einmal anzuschauen, was die Anbieter genau damit machen. ## **Respekt, wers selber macht** Da wäre zunächst der große Platzhirsch am deutschen Markt. Trade Republic hat in den vergangenen Monaten eine eigene Handelsplattform aufgebaut. Schon vor ein paar Monaten war auf den Kaufverträgen immer häufiger die Trade Republic Bank als Kontrahent angegeben. Damit tritt der Neobroker nun selbst als Market Maker auf und übernimmt damit die Rolle des Düsseldorfer Unternehmens Lang & Schwarz. Auch Scalable Capital reagierte und baute in Zusammenarbeit mit der Börse Hannover ebenfalls eine eigene Handelsplattform, die European Investor Exchange (EIX), auf. Für Neobroker könnte der Verlust durch PFOF nun über die Handelsspannen aufgefangen werden. Daneben können sich Kund:innen von Trade Republic wie bei Profi-Brokern nun alternativ auch für einen von 30 anderen Handelsplätzen wie Xetra entscheiden – das kostet aber eine Gebühr von zwei Euro (statt einem). Einer der Gründe für das PFOF-Verbot waren mögliche Interessenskonflikte der Broker. Die könnte nicht den für den Kund:in günstigsten Handelsplatz mit den besten Spreads auswählen (Best Execution), sondern den, mit den besten Konditionen für die Broker selbst. Das Broker, die selbst den Markt machen, nun selbst die Spreads beeinflussen und ein möglicher Interessenkonflikt damit einfach die Seiten wechseln, hatten die Regulatoren anscheinend nicht bedacht. Ob Kund:innen nun gute oder schlechte Konditionen erhalten, wird weiterhin schwer zu prüfen sein. Manche fordern deshalb Transparenzpflichten für Brokereigene Market Maker. ## **Einnahmequellen diversifiziert** Einen ganz anderen Weg geht Smartbroker: Das Unternehmen hat schlicht so an den eigenen Kosten gedreht, dass die wegfallenden Einnahmen laut eigener Aussage kompensiert werden. Daneben haben die Broker ihre Umsatzmodelle diversifiziert und damit ihr Geschäft insgesamt auf breitere Beine gestellt. Neben neuen Anlageklassen wie Private Equity oder Kryptowährungen führten viele bereits vor ein paar Jahren Abomodelle oder die Ausgabe eigener Zahlungskarten ein. Beides sorgt für gleichmäßigere Umsätze. Trade Republic und Scalable Capital streben außerdem Vollbank-Geschäfte an. Wenn Banken also dachten, dass sie mit dem PFOF-Verbot der jungen Konkurrenz möglicherweise eins auswischen konnten, ist das mächtig nach hinten losgegangen und hat sie im Gegenteil eher zu Höchstleistungen angestachelt. Das Ziel der meisten Broker war dabei, die Handelsgebühren nicht zu erhöhen und ihren Kund:innen keine schlechteren Handelsspannen zuzumuten. Seit einigen Tagen ist das Verbot nun in Kraft. Wer sich unter den Kund:innen der Broker umhört, bekommt den Eindruck, dass alles wie vorher ist. Für die Neobroker heißt das: Ziel erreicht. ### Warum streiten, wenn man sich auch einigen kann? URL: https://paymentandbanking.com/warum-streiten-wenn-man-sich-auch-einigen-kann/ Last updated: 2026-07-07T05:41:30.000Z Wer einen Rechtsstreit erlebt, denkt oft an lange Verfahren, hohe Kosten und nervenaufreibende Auseinandersetzungen. Doch was wäre, wenn sich viele Konflikte lösen ließen, bevor sie überhaupt eskalieren? In der neuen Folge von „3x3=10“ spricht Tim Kniepkamp, Gründer von Suitcase, über einen neuen Ansatz im Legal Tech. Statt monatelang zu klären, wer recht hat, geht es darum, frühzeitig herauszufinden, ob beide Parteien grundsätzlich zu einer Einigung bereit wären. So rückt nicht der Streit, sondern die Lösung in den Mittelpunkt. Und plötzlich wird aus Legal Tech nicht nur ein Effizienzthema, sondern auch ein psychologisches und gesellschaftliches Thema. ## Wir sprechen unter anderem darüber: - Warum viele Rechtsstreitigkeiten eigentlich Koordinationsprobleme sind - Weshalb klassische Verfahren oft unnötig eskalieren - Wie blinde Vergleichsangebote funktionieren - Warum Mietkautionen, Phishing-Fälle und Arbeitsrecht perfekt zeigen, wo heute Reibung entsteht - und weshalb Banken durch neue Regulatorik künftig deutlich häufiger unter Druck geraten könnten Eine spannende Diskussion über die Zukunft von Legal Tech, bessere Customer Experience und die Erkenntnis, dass viele Menschen gar nicht unbedingt „Recht haben“ wollen, sondern vor allem eine faire und schnelle Lösung suchen. Hinweis: Die in dieser Episode besprochenen Rechtsfragen und Fallbeispiele dienen ausschließlich der allgemeinen Information und Unterhaltung. Sie stellen keine Rechtsberatung i.S.v. § 2 RDG dar und können eine individuelle, auf den Einzelfall abgestimmte Beratung durch einen Rechtsanwalt nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger Recherche übernehmen wir keine Haftung für die Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Inhalte. ### Das waren die wichtigsten Fintech-News im Juni URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-wichtigsten-fintech-news-im-juni/ Last updated: 2026-07-05T19:13:12.000Z Im Juni war bei Fintechs und Payment-Anbeitern trotz Hitze viel los. Während der digitale Euro politisch weiter Fahrt aufnimmt, expandiert Wero nach Europa, Trade Republic liefert Rekordzahlen und KI hält zunehmend Einzug in den Zahlungsverkehr. Im aktuellen Monatsrückblick diskutieren André Bajorat und Jochen Siegert die wichtigsten Themen. ## KEX: KI wird konkreter Zum Auftakt blicken beide auf die KI Exchange (KEX) zurück. Besonders positiv bewerten sie die Kombination aus großen Bühnenvorträgen und kleineren Deep-Dive-Sessions. Gleichzeitig bleibt der Eindruck: Viele Unternehmen experimentieren zwar mit KI, echte produktive Anwendungen im Banking sind jedoch noch selten. ## Rekord für Kartenzahlungen – Schutz für Bargeld Erstmals werden in Deutschland mehr Einkäufe bargeldlos als mit Bargeld bezahlt. Gleichzeitig plant die EU mit ihrer Bargeldverordnung und auch [Schweden](https://www.giga.de/tech/mitten-in-der-eu-ganzes-land-setzt-jetzt-auf-bargeld-pflicht--01KWF37T9NPY9C4DFWEADKK2NC?utm%5Fsource=Paymentandbanking+FinTech+Newsletter+Abonennten&utm%5Fcampaign=7d4cadaaca-Mittagshappen%5FDienstag%5F12%5FMai%5F2026%5Fcopy%5F5%5F19%5F2026%5F&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5F9b54dd24a0-7d4cadaaca-683037181) mit der Wiedereinführung einer Bargeldpflicht, dass Bargeld unter Schutz zu stellen. Die Verordnungen sollen die Bargeldversorgung in ländlichen Gebieten garantieren und angesichts geopolitischer Risiken als Krisenfeste alternative zu Zahlungssystemen erhalten bleiben. ## Digitaler Euro nimmt Fahrt auf Mit der Zustimmung des Europaparlaments und der Beteiligung mehrerer deutscher Banken an der Pilotphase kommt der digitale Euro einen entscheidenden Schritt voran. André und Jochen sehen darin vor allem einen Strategiewechsel vieler Institute: Statt abzuwarten, wollen sie die zukünftige Infrastruktur aktiv mitgestalten. ## EUDI Wallet kämpft mit Verzögerungen Weniger erfreulich verläuft die Einführung der europäischen digitalen Identität. Zeitplan und Umsetzung geraten zunehmend unter Druck. Gleichzeitig zeigt der angekündigte digitale Altersnachweis der Sparkassen gemeinsam mit Google, dass digitale Identitäten auch unabhängig von der EUDI Wallet an Bedeutung gewinnen. ## Wero wächst weiter Die European Payments Initiative gewinnt mit der Erste Bank und der Raiffeisen-Gruppe wichtige neue Gesellschafter. Gleichzeitig laufen Gespräche über einen Markteintritt in Großbritannien. Für André und Jochen ist klar: Wero entwickelt sich zunehmend zu einer europäischen Zahlungslösung und nicht mehr nur zu einem Projekt für einzelne Länder. ## Agentic Payments werden Realität Für Aufsehen sorgte im Juni die erste agentenbasierte Zahlung Europas von Worldline und ING. Ergänzt durch Eindrücke von den Stripe Sessions wird deutlich: KI-Agenten könnten den Zahlungsverkehr ähnlich verändern wie einst Mobile Payment. Noch steht die Entwicklung am Anfang, doch die Richtung ist klar. ## Trade Republic setzt den Maßstab Mit 232 Millionen Euro Gewinn, dem eigenen Handelssystem „Best Price" und neuen Handelsmöglichkeiten baut Trade Republic seinen Vorsprung weiter aus. Für André und Jochen zeigt sich einmal mehr, wie wichtig eine eigene technische Infrastruktur geworden ist, um Innovationen schnell umzusetzen. ## N26 meldet den ersten Gewinn Auch N26 schreibt erstmals schwarze Zahlen. Nach schwierigen Jahren ist das ein wichtiges Signal. Gleichzeitig zeigt der Vergleich mit Trade Republic, wie unterschiedlich sich beide Unternehmen entwickelt haben und wie stark das Wertpapiergeschäft aktuell Wachstum antreibt. ## Neue Erkenntnisse im Fall Operation Chargeback Im Fall des mutmaßlichen Betrugs mit Rückbuchungen von Kreditkarten hat das [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/geld-so-soll-ein-globales-betrugsnetzwerk-unzer-unterwandert-haben-01/100234951.html?ref=paymentandbanking.com) eine neue Recherche veröffentlicht. Darin werden neue Verflechtungen zwischen Mirko Hüllemann, Ex-Chef und Gründer des Zahlungsdienstleisters Heidelpay (heute Unzer) und einem mutmaßlichen Netzwerk von Scheinfirmen offengelegt, die die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz offengelegt haben soll. Auch Concardis, Payone und Wirecard sollen von Betrügern unterwandert worden sein. Hüllemann weist die Vorwürfe zurück. ## Mollie investiert kräftig in Europa Zum Abschluss geht es um Mollie. Mit einer Investition von 350 Millionen Euro will der Zahlungsdienstleister seine Expansion im europäischen Wirtschaftsraum beschleunigen. Für André und Jochen unterstreicht das erneut, wie wichtig moderne Entwicklerplattformen und APIs inzwischen für den Wettbewerb im Payment-Markt geworden sind. ### Enteilt Stripe mit Agentic Commerce der deutschen Konkurrenz? URL: https://paymentandbanking.com/enteilt-stripe-mit-agentic-commerce-der-deutschen-konkurrenz/ Last updated: 2026-07-02T06:23:48.000Z Es war abzusehen, dass Stripe den offiziellen Stopp seiner „Stripe Tour“ in Berlin nicht nur dazu nutzen würde, der deutschen Wirtschaft Altbekanntes zu präsentieren. Der Stripe-DACH-Chef Thomas Cser nutzte stattdessen die Gelegenheit, Stripes gewachsene Rolle im deutschen Onlinehandel zu präsentieren. “Heute verkauft mehr als jedes zweite deutsche Unternehmen auf Stripe international, mit einem Wachstum der grenzüberschreitenden Einnahmen von fast 50 % allein im letzten Jahr”, sagt er auf der Bühne. Und der amerikanische Finanzdienstleister hat bereits das nächste Wachstumsfeld im UAge und präsentierte seine Ideen, wie denn nun Agentic Commerce funktionieren soll – und welche Dienstleistungen (deutsche) Stripe-Kunden zukünftig zubuchen können, um im Agentenhandel nicht unterzugehen. Das Grundgerüst dieser Agentic Commerce Suite (ACS) ist schon länger bekannt, in den USA ist sie bereits verfügbar, Ende des Jahres soll sie aber auch deutschen Kunden zur Verfügung stellen. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um eine Art Brücke zwischen Agenten und Händlern. Auf der einen Seite können Händler zukünftig ihren Produktkatalog einmalig hochladen, womit er für die verbundenen KI-Agenten durchsuchbar ist (zu denen zählen bisher die von OpenAI, Meta, Microsoft Copilot, Gemini und ByteDance). Auf der anderen Seite will Stripe auch die Transaktionen für die KI-Agenten selbst erleichtern, die bei den Händlern aus dem Netzwerk einkaufen – inklusive integriertem Bezahlvorgang, so dass die Agenten nicht direkt sensible Daten verwalten müssen. Ob es bereits erste Pilotkunden für Deutschland gibt und was das Ganze am Ende kosten soll, dazu wollte sich Stripe auf Nachfrage von Payment & Banking nicht äußern. Allerdings hat sich die Firma in Deutschland mittlerweile eine sehr solide Kundenbasis aufgebaut. „Wir arbeiten in Deutschland mit der Hälfte der DAX-40-Unternehmen zusammen, darunter BMW, Eon, Allianz und SAP, sowie mit mehr als 300.000 weiteren Unternehmen“, sagt ein Sprecher: „Dazu zählen unter anderem Viessmann, DeepL, N26 und Black Forest Labs.“ Klar ist also: Diese Firmen sollen nach Wunsch von Stripe agentische Käufe und Verkäufe bald über die ACS abwickeln. Mit dieser scheint Stripe sehr präzise identifiziert zu haben, welche Lücken in der Agentic-Commerce-Welt für das Unternehmen noch bleiben. Denn andere Felder scheinen bereits gut abgedeckt. Die großen KI-Firmen wie OpenAI, Meta und Google bauen die Agenten. Die Karten-Schemes setzen unterdessen die Bezahl-Frameworks, bauen also die „Regeln“, damit ein KI-Agent offiziell wie ein neuer Zahlungsteilnehmer behandelt werden kann. Bleibt im Wesentlichen noch die Händlerintegration, der Checkout und die Zahlungsorchestrierung. Dieses Stück vom Kuchen wollen sich die Plattform-Zahlungsdienstleister wie Adyen ([wir berichteten](https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-welche-rolle-bleibt-den-zahlungsdienstleistern/)) oder eben Stripe sichern. Gerade mittelständische Händler, denen ansonsten der Untergang in der agentischen Einkaufswelt droht, dürften solche Angebote begeistert nutzen. Komplett außen vor bei dem ganzen Thema sind übrigens – mal wieder – die deutschen Unternehmen. Viel hat man bisher nicht von den hiesigen Zahlungsdienstleistern gehört, seien es innovative Unternehmen wie Unzer oder die Dienstleister der klassischen Bankenwelt wie VR Payment und Payone. Auch Wero, die große europäische Payment-Hoffnung, versucht aktuell eher, am analogen POS präsent zu sein. Zu Agentic Commerce hat man von dem europäischen Payment-Konglomerat bisher wenig gehört. ### BRUBEG & Fit-and-Proper: Warum Banken ihre Governance jetzt neu denken müssen URL: https://paymentandbanking.com/brubeg-fit-and-proper-warum-banken-ihre-governance-jetzt-neu-denken-mussen/ Last updated: 2026-07-03T07:29:21.000Z ## BRUBEG & Fit-and-Proper: Mehr Aufsicht für Schlüsselpositionen in Banken Mit der BRUBEG-Reform wird die Governance innerhalb von Instituten deutlich verschärft. Ein zentrales Element ist die Ausweitung der sogenannten Fit-and-Proper-Prüfung. Während bislang vor allem Geschäftsleiter und Aufsichtsräte im Fokus der Aufsicht standen, rücken künftig auch Inhaber von Schlüsselfunktionen stärker in den Blick. In der neuen Folge von “Alles Legal – FinTech-Recht kompakt” spricht Dana Wondra mit Renate Prinz, Rechtsanwältin und Partnerin bei Annerton, darüber, welche Personen künftig von der BaFin geprüft werden, welche neuen Pflichten Institute treffen und warum sich insbesondere Recruiting- und Governance-Prozesse grundlegend verändern werden. ## Fit-and-Proper gilt künftig auch für Schlüsselfunktionen Die fachliche Eignung ("Fit") und persönliche Zuverlässigkeit ("Proper") gehören bereits heute zu den Voraussetzungen für Geschäftsleiter und Aufsichtsräte regulierter Institute. Mit dem BRUBEG werden diese Anforderungen nun deutlich ausgeweitet. Künftig geraten insbesondere Leiter von Bereichen wie Compliance, Risikomanagement oder interner Revision in den Fokus der Aufsicht. Hintergrund ist die Überlegung, dass wichtige operative Entscheidungen häufig auf der zweiten Führungsebene vorbereitet und gesteuert werden. Genau dort möchte die Aufsicht künftig stärker ansetzen. Für Institute bedeutet das: Die Auswahl geeigneter Führungskräfte wird regulatorisch anspruchsvoller und muss deutlich intensiver dokumentiert werden. ## Vorabanzeige und laufende Überwachung erhöhen den Aufwand Besonders praxisrelevant ist die neue Vorab-Anzeigepflicht. Bedeutende Institute müssen die Bestellung bestimmter Schlüsselfunktionsträger künftig 30 Arbeitstage vor Wirksamkeit bei der Aufsicht anzeigen. Kommen Rückfragen der BaFin hinzu, kann sich dieser Zeitraum weiter verlängern. Hinzu kommt eine zweite wesentliche Neuerung: Fit-and-Proper wird nicht mehr nur einmalig bei der Bestellung geprüft. Institute müssen künftig regelmäßig überprüfen und dokumentieren, ob Geschäftsleiter:innen und Schlüsselfunktionsträger weiterhin die fachlichen und persönlichen Voraussetzungen erfüllen. Dieses sogenannte Ongoing Assessment umfasst unter anderem Fortbildungsnachweise, mögliche Interessenkonflikte oder andere relevante Veränderungen. Damit entstehen neue Anforderungen an Personalabteilungen, Compliance- und Rechtsabteilungen sowie an die Governance-Strukturen insgesamt. Gleichzeitig müssen Institute Prozesse etablieren, mit denen sich die Eignung der betroffenen Personen dauerhaft nachvollziehbar dokumentieren lässt. Am Ende empfiehlt Renate Prinz einen pragmatischen Einstieg: Institute sollten zunächst ihre Governance-Struktur analysieren, Schlüsselfunktionen eindeutig identifizieren und frühzeitig standardisierte Prozesse für Bestellung, Dokumentation und laufende Überwachung entwickeln. Denn auch wenn viele Anforderungen zunächst nach Bürokratie klingen, werden sie künftig ein fester Bestandteil der Bankenaufsicht sein. ### KI als Immunsystem, Europas blinder Fleck und der Sprint Richtung Superintelligenz URL: https://paymentandbanking.com/ki-als-immunsystem-europas-blinder-fleck-und-der-sprint-richtung-superintelligenz/ Last updated: 2026-07-01T06:21:02.000Z In der Sommerhitze-Edition von AI in Finance, dem Podcast von Payment & Banking, sprechen Sascha und Maik über eine Woche, die für Banken, Versicherer und Finanzdienstleister gleich mehrere Weichen stellt: neue KI-Modelle, eine sich verschärfende Sicherheitslage und Europas wachsende Abhängigkeit von Infrastruktur aus den USA. ### KI wird zum Immunsystem der digitalen Infrastruktur **Cybersecurity rückt ins Zentrum.** OpenAI hat mit GPT-5.5-Cyber ein Modell vorgestellt, das nicht nur Schwachstellen findet, sondern den gesamten Lebenszyklus einer Sicherheitslücke begleitet: analysieren, Patch entwickeln, in einer Sandbox testen und das Review für den Menschen vorbereiten. Im Programm „Patch the Planet” wurden mit der Firma Trail of Bits Open-Source-Projekte wie Python, Rust und Curl untersucht – mit tausenden bislang unentdeckten Fehlern. **Anthropic geht denselben Weg.** Über Project Glasswing erhielten rund 150 Organisationen kritischer Infrastruktur – Energie, Wasser, Gesundheit – kontrollierten Zugriff auf das Modell Mythos und fanden in sechs Wochen über 10.000 schwerwiegende Lücken. Die IT-Sicherheit verschiebt sich damit von punktuellen Penetrationstests hin zu kontinuierlicher, KI-getriebener Absicherung. Mit „Close Security” verkauft Anthropic künftig nicht mehr nur das Modell, sondern die komplette Sicherheitslösung. Die Logik dahinter: Nicht wer eine Lücke zuerst findet gewinnt, sondern wer sie zuerst schließt. KI wird so zum Immunsystem digitaler Systeme. ### Neue Modelle, alter Abstand: Europas Souveränitätsproblem Mit GPT-5.6 erscheinen drei Modelle: Sol für anspruchsvolle Forschung, Terra als Standard, Luna für kostensensitive Anwendungen. Sol orchestriert selbstständig Subagenten und arbeitet über Stunden autonom. Der Haken: Das Modell kommt zunächst nicht nach Deutschland und Europa. Damit wächst ein doppeltes Problem. Harte Abhängigkeit bei gleichzeitig größer werdendem Abstand. Beim Zahlungsverkehr ist Europa mit SEPA, lokalen Schemes und Initiativen wie Wero noch hinreichend autonom. Bei KI fehlt dagegen die industrielle Grundlage komplett: keine eigenen Frontier-Modelle, kaum Compute-Power, kaum Rechenzentren. Hinzu kommt die Abwanderung von Talenten zu den großen Laboren in den USA, China und Indien, weil sie unter europäischen Rahmenbedingungen nicht im selben Tempo bauen können. Während Europa reguliert, investieren andere in Modelle, Chips und Köpfe. Digitale Souveränität wird damit von der Idee zur Notwendigkeit. ### Wenn KI sich selbst verbessert Anthropic beschreibt unter dem Stichwort „Recursive Self Improvement” einen Kipppunkt: KI, die nicht mehr nur Software schreibt, sondern ihren eigenen Nachfolger entwirft. Bereits 80 Prozent des Produktionscodes entstehen Ende-zu-Ende durch Claude; ein interner Benchmark verbesserte sich binnen eines Jahres um das 52-Fache. Anthropic spricht von „superhuman” und fordert (wenig realistisch) eine Rüstungskontrolle für Frontier-Modelle. Ein ehemaliger OpenAI-Forscher prognostiziert Superintelligenz gar schon für 2027. Parallel verlässt KI zunehmend den Bildschirm. Videogeneratoren wie Seedance erreichen nahezu produktionsreife Qualität, neue OCR-Modelle von Mistral und Baidu automatisieren die Dokumentenerkennung in Buchhaltung, Steuer und Kreditprüfung. Auch im militärischen Bereich verschieben sich Grenzen: Der Rheinmetall-Chef fordert einen „Atomwaffenvertrag” für KI in Waffensystemen, Amnesty International einen Stopp autonomer Tötungsketten. Zwischen Fortschritt und Kontrollverlust liegt damit vor allem eine Frage der Geschwindigkeit. Und der Verantwortung. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Es geht um: - Neuste KI-Modelle und ihre Anwendungen - Cybersecurity und KI: Neue Bedrohungen und Abwehrstrategien - Globale KI-Entwicklungen und geopolitische Auswirkungen - Erfahrungen und Einblicke aus San Francisco - Europäische Strategien für digitale Souveränität Die Bedeutung von KI als Betriebssystem der Zukunft - Europas Abhängigkeit von externen Technologien und Talenten - Szenarien für eine Superintelligenz bis 2027 - Internationale Regulierungsforderungen für KI in der Rüstung - Die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung und ihre Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Die stille Revolution der Unternehmensfinanzen URL: https://paymentandbanking.com/die-stille-revolution-der-unternehmensfinanzen/ Last updated: 2026-06-30T06:56:34.000Z Wer verstehen will, wie weit die Digitalisierung im Finanzsektor tatsächlich fortgeschritten ist, sollte nicht nur auf Banken schauen. Er sollte auf die Finanzabteilungen kleiner und mittlerer Unternehmen blicken. Dort zeigt sich ein bemerkenswerter Widerspruch. Während Privatkunden heute innerhalb weniger Minuten ein Konto eröffnen, internationale Zahlungen ausführen oder Kredite beantragen können, arbeiten viele Unternehmen noch immer mit einer Finanzinfrastruktur, die aus zahlreichen voneinander getrennten Systemen besteht. Das Geschäftskonto befindet sich bei einer Bank, die Rechnungsstellung übernimmt eine Software, die Buchhaltung eine dritte Anwendung und die finanzielle Auswertung geschieht häufig noch in Excel. Dazwischen verlaufen Schnittstellen, Exporte, Importe und manuelle Abstimmungsprozesse. Die eigentliche Herausforderung vieler Unternehmen ist deshalb längst nicht mehr die Digitalisierung einzelner Prozesse. Sie besteht vielmehr darin, dass die Digitalisierung an den Grenzen einzelner Systeme endet. Genau an dieser Stelle zeigt sich ein grundlegender Wandel im Finanzsektor. Der entscheidende Wettbewerb findet zunehmend nicht mehr auf Ebene einzelner Bankprodukte statt, sondern auf Ebene der Infrastruktur, die Daten, Prozesse und Entscheidungen miteinander verbindet. Wer diese Infrastruktur kontrolliert, bestimmt künftig auch, wie Finanzdienstleistungen genutzt werden. Das mag zunächst wie ein technisches Problem erscheinen. Tatsächlich handelt es sich jedoch um eine wirtschaftliche Fragestellung von erheblicher Tragweite. In einer Zeit, in der Unternehmen auf Marktveränderungen immer schneller reagieren müssen, entscheidet die Qualität verfügbarer Finanzdaten zunehmend über die Qualität unternehmerischer Entscheidungen. Viele Unternehmen steuern noch immer mit einem zeitlichen Versatz von mehreren Wochen. Buchhaltungsdaten bilden die Vergangenheit ab, während operative Entscheidungen in der Gegenwart getroffen werden müssen. Wer Liquidität, Margen oder offene Forderungen erst rückblickend analysieren kann, bewegt sich zwangsläufig mit eingeschränkter Sicht durch ein zunehmend komplexes wirtschaftliches Umfeld. Das betrifft auch den Zugang zu Finanzierungen. Gerade kleine und mittlere Unternehmen benötigen Kapital häufig nicht abstrakt, sondern sehr konkret: für Wareneinkauf, saisonale Schwankungen, Wachstum, Investitionen oder kurzfristige Liquidität. Wenn Finanzdaten verstreut und verzögert verfügbar sind, wird auch die Finanzierung langsamer, ungenauer und stärker vom Rückblick geprägt, als es für die Realität vieler Unternehmen sinnvoll ist. ## **Vom digitalen Flickenteppich zur Finanzplattform** An diesem Punkt zeichnet sich nun eine Entwicklung ab, die in ihrer Bedeutung häufig unterschätzt wird. Während die vergangenen Jahre von der Digitalisierung bestehender Prozesse geprägt waren, beginnt derzeit durch die Integration dieser Prozesse in gemeinsame Plattformen eine neue Phase. Die Entwicklung erinnert an das, was wir bereits im Consumer-Bereich erlebt haben. Nutzer akzeptieren heute kaum noch digitale Produkte, die aus isolierten Funktionen bestehen. Erwartet wird ein nahtloses Zusammenspiel verschiedener Leistungen innerhalb einer konsistenten Nutzererfahrung. Im Unternehmensumfeld galt lange Zeit eine andere Logik, da für jede Aufgabe ein eigenes System existierte. Diese Trennung verliert zunehmend ihre Berechtigung. Denn Finanzdaten entfalten ihren eigentlichen Wert erst dann, wenn sie in Beziehung zueinander gesetzt werden können. Eine Kontobewegung ist für sich genommen wenig aussagekräftig. Erst im Zusammenspiel mit Rechnungen, offenen Forderungen, Zahlungszielen oder Liquiditätsprognosen entsteht ein belastbares Bild der wirtschaftlichen Situation eines Unternehmens. Diese Transparenz verändert nicht nur die Qualität unternehmerischer Entscheidungen. Sie schafft auch die Grundlage für neue Finanzdienstleistungen. Je besser die tatsächliche wirtschaftliche Situation eines Unternehmens verstanden werden kann, desto präziser lassen sich Finanzierung, Liquiditätssteuerung und Risikobewertung an den realen Bedarf anpassen. Im Mittelpunkt steht damit zunehmend die Infrastruktur, auf der finanzielle Informationen zusammenlaufen. Dort entscheidet sich, welche Erkenntnisse verfügbar sind, wie schnell Entscheidungen getroffen und welche Finanzdienstleistungen überhaupt sinnvoll angeboten werden können. Damit verändert sich auch die Rolle von Finanzsoftware grundlegend. Sie entwickelt sich von einem Werkzeug zur Dokumentation vergangener Geschäftsvorfälle zu einer Infrastruktur für laufende Unternehmenssteuerung. Finanzsysteme werden zum Ort, an dem Informationen nicht nur gesammelt, sondern interpretiert und in Entscheidungen übersetzt werden. Für Pennylane bedeutet das, Buchhaltung, Rechnungsstellung, Geschäftskonto, Reporting und die Zusammenarbeit mit Steuerberatungen in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zu verbinden. Für Unternehmen entsteht dadurch eine konsistente Sicht auf ihre Finanzen. Für Finanzdienstleister entsteht ein besserer Kontext, um Produkte näher am tatsächlichen Bedarf bereitzustellen**.** ## **Die Zukunft wird nicht im Banking, sondern in der Infrastruktur entschieden** Diese Entwicklung hat auch unmittelbare Auswirkungen auf Banken und Finanzdienstleister. Viele Diskussionen rund um Open Banking und Embedded Finance konzentrieren sich auf technische Schnittstellen oder regulatorische Rahmenbedingungen. Die spannendere Frage lautet jedoch, wo Finanzdienstleistungen künftig überhaupt wahrgenommen werden. Mit der Integration von Finanzprozessen in gemeinsame Plattformen verliert die klassische Trennung zwischen Banking und Finanzmanagement an Bedeutung. Finanzierung, Zahlungsverkehr oder Liquiditätssteuerung werden nicht mehr als eigenständige Prozesse erlebt, sondern als Bestandteil operativer Arbeitsabläufe. Die Schnittstelle zum Kunden verschiebt sich damit vom einzelnen Finanzprodukt hin zur Plattform, auf der finanzielle Entscheidungen getroffen werden. Das betrifft nicht nur Zahlungsverkehr oder Kontoführung. Auch Finanzierung wird zunehmend Teil dieser integrierten Prozesse. Unternehmen beschäftigen sich selten isoliert mit einem Kreditprodukt. Sie wollen verstehen, wie sich Wachstum, Investitionen oder saisonale Schwankungen auf ihre Liquidität auswirken und welche Finanzierungsmöglichkeiten sich daraus ergeben. Je stärker diese Informationen in einer gemeinsamen Finanzinfrastruktur zusammenlaufen, desto stärker verschmelzen Finanzmanagement und Finanzierung. Genau hier setzt eine Embedded Lending Lösung an: Finanzierung kann dann näher an der tatsächlichen Geschäftsentwicklung stattfinden, schneller eingebettet werden und auf aktuelleren Daten basieren als in klassischen Prozessen. Für Unternehmen macht das einen spürbaren Unterschied. Kapital wird nicht mehr nur über lange Antragsstrecken, historische Jahresabschlüsse und manuelle Prüfungen gedacht, sondern stärker aus dem laufenden Geschäft heraus. Das heißt nicht, dass Risikoprüfung unwichtiger wird. Im Gegenteil: Sie kann präziser werden, wenn bessere und aktuellere Informationen verfügbar sind. KI beschleunigt diese Entwicklung zusätzlich. Ihr größtes Potenzial liegt nicht darin, einzelne Arbeitsschritte zu automatisieren. Entscheidender ist die Fähigkeit, Zusammenhänge in großen Datenmengen zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten. Voraussetzung dafür ist jedoch eine konsistente Datenbasis. KI kann nur so gut sein wie die Informationen, auf die sie zugreift. Das gilt gleichermaßen für Finanzierungsentscheidungen. Die Verfügbarkeit aktueller und strukturierter Unternehmensdaten eröffnet die Möglichkeit, Finanzierungen stärker auf die tatsächliche Geschäftsentwicklung auszurichten und Entscheidungen deutlich schneller zu treffen als es mit traditionellen Verfahren möglich ist. Die Zukunft intelligenter Finanzsysteme beginnt deshalb nicht mit Algorithmen, sondern mit integrierten Datenstrukturen. Für Europa eröffnet sich daraus eine besondere Chance. Viele bestehende Lösungen stammen aus einer Zeit, in der Finanzprozesse isoliert betrachtet wurden. Gleichzeitig sorgen neue regulatorische Anforderungen wie im Bereich der elektronischen Rechnungsstellung oder digitaler Meldeverfahren dafür, dass Unternehmen ihre Systeme ohnehin neu bewerten müssen. Selten gab es einen günstigeren Zeitpunkt, um Finanzinfrastruktur grundlegend neu zu denken. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, wie einzelne Finanzprozesse digitalisiert werden können. Diese Diskussion ist weitgehend entschieden. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, aus vielen digitalen Einzellösungen ein zusammenhängendes System entstehen zu lassen. Denn die nächste Innovationsstufe im Finanzsektor wird nicht durch ein weiteres Tool erreicht. Sie entsteht dort, wo Banking, Buchhaltung, Reporting, Finanzierung und Unternehmenssteuerung zu einer gemeinsamen Infrastruktur verschmelzen. **Über Pennylane*Pennylane ist eine moderne KI-gestützte All-in-one-Plattform für Buchhaltung und Finanzmanagement. Das 2020 in Paris gegründete Unternehmen bringt KMU und ihre Steuerberatungen in einem gemeinsamen Arbeitsbereich zusammen. Fachkompetenz, Automatisierung, Echtzeitdaten und offene APIs unterstützen Kunden bei Buchhaltung, Rechnungsstellung, Geschäftskonto und Reporting. Pennylane beschäftigt über 900 Mitarbeiter:innen, davon mehr als 400 in den Bereichen Tech und Produkt, und betreut über 1 Million KMU sowie 7.000 Steuerberatungen in ganz Europa.* **Über Banxware*Banxware ist einer der führenden Embedded-Lending-Anbieter Europas. Das 2020 in Berlin gegründete Unternehmen ermöglicht es Plattformen, Softwareanbietern und Zahlungsdienstleistern, ihren Geschäftskunden Finanzierung direkt dort anzubieten, wo unternehmerische Entscheidungen getroffen werden. Durch die Nutzung aktueller Unternehmens- und Transaktionsdaten wird Finanzierung schneller, relevanter und näher am tatsächlichen Bedarf von KMU.* ### Wie Banxware B2B Sales im Embedded Lending meistert URL: https://paymentandbanking.com/wie-banxware-b2b-sales-im-embedded-lending-meistert/ Last updated: 2026-06-30T06:56:23.000Z In der neuen Folge von Payment & Banking spricht Host Kevin Hackl mit Mandya Aziz, Chief Commercial Officer bei Banxware – dem Berliner SME Lending Enabler, der seit 2020 Plattformen mit eingebetteten Kreditlösungen für Kleinunternehmen versorgt. Beide sprechen über die Realität von B2B Partnerschaften im Embedded Finance: lange Sales-Cycles, zähe Entscheidungsprozesse und die Herausforderung, neue Lösungen bei Plattformpartnern wirklich zum Fliegen zu bringen. Mandya teilt seine konkreten Learnings daraus, was er und sein Team heute anders machen als am Anfang, wie man die richtigen Entscheider:innen findet und wie man ein „sprecht uns in 18 Monaten an" doch noch in eine Partnerschaft verwandelt. Mit über 40 Partnern, darunter Lieferando, Qonto, Urban Sports Club und zuletzt Amazon, hat Banxware dabei einiges ausprobiert. Warum Mandya als einer der ersten Mitarbeiter ins C-Level aufgestiegen ist, was die Amazon-Partnerschaft mit HypoVereinsbank konkret bedeutet und wie sich Banxware im wachsenden europäischen Private-Credit-Markt positioniert, erfahrt ihr im Podcast. Hört rein und macht euch ein Bild davon, wie B2B Sales in Embedded Finance in der Praxis funktioniert. Viel Spaß! ### Nach Parlamentsbeschluss: So geht es beim Digitalen Euro weiter URL: https://paymentandbanking.com/nach-parlamentsbeschluss-so-geht-es-beim-digitalen-euro-weiter/ Last updated: 2026-06-25T05:24:51.000Z Gesetzgebungsprozesse können in der Europäischen Union ganz schön lange dauern. Schon bevor die EU-Kommission einen Entwurf vorlegt, konsultiert sie häufig Experten, Verbände und NGOs. Erst danach macht sie ihren formellen Vorschlag für eine Verordnung (muss von Mitgliedsstaaten so umgesetzt werden) oder Richtlinie (müssen Mitgliedstaaten in ihr nationales Recht integrieren und haben dabei ein bisschen Spielraum). Vorbei ist es damit aber noch lange nicht, denn erst jetzt beginnen intensive Verhandlungen um jeden Passus. Sowohl das EU-Parlament als auch die Mitgliedstaaten im Rat der Europäischen Union müssen ihre Position dazu festlegen, schon das kann Monate dauern. Und dann verhandeln nochmal alle gemeinsam die finale Fassung. Wie also ist bei all dem der Stand beim Digitalen Euro? Um den Überblick zu behalten, gibt es hier die Antworten auf die wichtigsten Fragen. ## **Wie ist der Gesetzgebungsstand beim Digitalen Euro?** Nachdem sich am Dienstag die EU-Parlamentarier des Wirtschafts- und Währungsausschusses (Econ) über ihre Variante der Verordnung über den digitalen Euro geeinigt haben, biegt das ganze politische Prozedere nun auf die Zielgerade ein. Selbst für EU-Maßstäbe dauerte das Vorhaben recht lange. Ihren ersten Gesetzesvorschlag legte die EU-Kommission bereits Ende Juni 2023 vor. Die Mitgliedsstaaten legten ihre Position dazu im Dezember vergangenen Jahres fest und nun, also fast drei Jahre später, sind auch die Parlamentarier soweit. Dafür könnte es nun recht schnell gehen. Das große EU-Parlament wird noch einmal über die im Ausschuss beschlossene Position abstimmen, doch das gilt als Formsache. Noch im Juli sollen die Verhandlungen über die finale Fassung beginnen. Bis Ende des Jahres wollen alle Seiten damit fertig sein. Damit könnte es das Eurosystem schaffen, den Digitalen Euro 2029 herauszugeben. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte schließlich angekündigt, noch gut zweieinhalb Jahre zu brauchen, wenn sie das finale Go der Politik bekommt. ## **Worauf haben sich die Parlamentarier beim Digitalen Euro geeinigt?** Tatsächlich war lange Zeit unklar, ob sich die Abgeordneten für einen Digitalen Euro aussprechen, der sich offline und auch online nutzen lässt. In der zentralen Frage waren offenbar vor allem die europäischen Konservativen (EVP) zerstritten. Dabei hängt daran ziemlich viel. Im Grunde wird nicht nur das Bezahlen im Internet, sondern auch jede Zahlung am Kartenterminal „online“ abgewickelt, zumindest wenn es um die Autorisierung einer Transaktion geht. „Offline“ meint im Vergleich dazu eine Zahlung mit dem Digitalen Euro, für die es keine Internetverbindung braucht. Das kann zum Beispiel via NFC-Schnittstelle funktionieren, sei es, um Freund\*innen Geld zu überweisen oder unter Umständen ebenfalls an der Ladenkasse. Zumindest einige in der EVP waren der Ansicht, dass eine Offline-Version des Digitalen Euro ausreichen würde, wenn die Privatwirtschaft (Hallo, EPI/Wero) ihr eigenes europaweites Verfahren entwickelt. Diese Idee ist allerdings vom Tisch. EU-Parlament, Mitgliedsstaaten und auch die EU-Kommission selbst sprechen sich für eine Online- und eine Offline-Variante aus. ## **Wie steht es um den Datenschutz beim Digitalen Euro?** Kommen wir zur Lieblingsdiskussion der Deutschen, dem Datenschutz. Der Digitale Euro soll zwar keine Datenkrake werden, aber „wann immer mit dem Digitalen Euro online gezahlt wird, läuft die Abwicklung über die EZB“, erklärt Martin Henke von der Unternehmensberatung Capco. „Im Grunde wird Geld von einem Digitalen Euro-Konto zum nächsten übertragen.“ Laut Parlamentariern soll die Zentralbank nicht mitlesen können, wer hier wofür bezahlt hat. „Die Notenbank bekommt sogar weniger Informationen als das, was heute Banken und Zahlungsdienstleister sehen“, betont etwa der einflussreiche EVP-Politiker Markus Ferber. Bei der Offline-Variante stellt sich die Frage ohnehin nicht. Hier muss die EZB ja keine Zahlung abwickeln. ## **Wie hoch wird das Haltelimit beim Digitalen Euro?** 5.000 Euro, 500 Euro – oder irgendwas in der Mitte? Das Haltelimit gibt an, wie viele Digitale Euro jeder einzelne besitzen darf. Benötigt wird das für die Offline-Zahlungen. Banken haben ein großes Interesse daran, das Haltelimit gering zu halten. Denn das Geld ist dann nicht mehr auf ihrem Girokonto und kann von ihnen nicht für Investitionen genutzt werden. Benötigt wird das Digitale Euro-Token nur für die Offline-Zahlungen. Zuletzt war häufig von 3.000 Euro Rede, da das dem Maximum entspricht, was so mancher an physischen Geld in seinem Portemonnaie mit sich rumträgt. Das Parlament hat sich nicht auf eine Summe festlegen wollen, macht aber klar, dass es mitsprechen will. Es dürfe nicht allein die EU-Kommission oder die EZB festlegen, wie hoch das Haltelimit nun sein soll. Für die Bankenlobby ist das sicherlich eine gute Sache: Sie hat damit eine weitere Einflussmöglichkeit, auf ein niedriges Haltelimit zu drängen. ## **Welche Details sind beim Digitalen Euro noch unklar?** Die technischen Details muss ohnehin die EZB ausarbeiten, wenn sie einmal dafür ordentlich mandatiert ist. Deshalb wird es auch noch mindestens bis 2029 dauern, bis man sich den Digitalen Euro in seine wie auch immer gestaltete Wallet ziehen kann. Die Politik wird vor allem die Leitplanken setzen. Eine grundlegende Frage müssen Rat, Kommission und Parlament aber in jedem Fall noch lösen: Sollen Nutzer\*innen mehrere Wallets mit Digitalen Euro-Token besitzen können? Der Gedanke hinter der Frage lautet wie folgt: So manche\*r hat mehrere Girokonten. Warum sollte man dann nicht auch mehrere Wallets haben? Dann wäre jede Wallet mit einem Girokonto verknüpft. Denn die Idee ist ohnehin, dass man sich Geld vom Girokonto in die Wallet zieht. Das klingt zwar logisch, entscheiden sich aber die Politiker dafür, wäre es bei mehreren Wallets schwerer zu überwachen, ob das Haltelimit eingehalten wurde oder nicht. Mal angenommen, das Haltelimit liegt bei 3.000 Euro und eine Person hat zwei Wallets mit je 1.500 Digitalen Euro-Token darauf. Dann würde sie von einem Freund 10 Digitale Euro auf eine der Wallets übersendet bekommen: Wer stellt dann fest, dass das nicht geht? „Die EZB hat vorgeschlagen, dass jeder nur eine Wallet für den Digitalen Euro haben darf“, sagt Capco-Experte Henke. Das würde es nämlich deutlich erleichtern, das Limit zu steuern. Wenn mehrere Wallets möglich sind und Banken die Verantwortung haben sollen, dass ein Gesamtlimit nicht überschritten werden darf, dann haben sie ein Problem. „Technisch müsste man es dann so lösen, dass je Wallet ein Limit gesetzt werden muss oder das Geld direkt wieder auf ein Referenzkonto übertragen wird.“ Es sind genau solche Details, mit denen sich je nach Beschluss bald erst die EZB und dann die Banken beschäftigen dürfen. ### Drittstaatenbanken in der EU: Was das BRUBEG für internationale Institute verändert URL: https://paymentandbanking.com/drittstaatenbanken-in-der-eu-was-das-brubeg-fur-internationale-institute-verandert/ Last updated: 2026-06-24T10:06:03.000Z Mit dem Bankenrichtlinien-Umsetzungs- und Bürokratieentlastungsgesetz (BRUBEG) setzt Deutschland die europäische Bankenrichtlinie CRD VI um. Ein besonders praxisrelevanter Baustein betrifft dabei sogenannte Drittstaatenbanken. Also Kreditinstitute, deren Hauptverwaltung und Aufsicht außerhalb der Europäischen Union beziehungsweise des Europäischen Wirtschaftsraums liegen. Dazu zählen unter anderem Banken aus den USA, dem Vereinigten Königreich, der Schweiz oder asiatischen Staaten. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Renate Prinz, Rechtsanwältin und Partnerin bei Annerton, über die neuen Regeln für Drittstaatenbanken und die Auswirkungen auf grenzüberschreitende Bankgeschäfte innerhalb der EU. ## **Brubeg und Drittstaatenbanken: Warum die EU neue Regeln einführt** Aus Sicht der europäischen Aufsicht geht es vor allem um zwei Ziele: mehr Transparenz und gleiche Wettbewerbsbedingungen. Bisher konnten viele Drittstaatenbanken bestimmte Bankgeschäfte direkt aus dem Ausland heraus anbieten. Die Aufsicht hatte dabei jedoch nur eingeschränkte Möglichkeiten, diese Aktivitäten zu überwachen. Gleichzeitig galten für europäische Banken oft strengere Anforderungen als für Wettbewerber aus Drittstaaten. Mit den neuen Vorgaben soll deshalb ein einheitlicher europäischer Rahmen entstehen. Banken aus Drittstaaten sollen künftig stärker in die europäische Aufsicht eingebunden werden und unter vergleichbarere Bedingungen agieren wie Institute innerhalb der EU. ## **Wann eine EU-Tochtergesellschaft oder Zweigstelle erforderlich wird** Kern der Neuregelung ist die Einführung klarer Anforderungen für grenzüberschreitende Bankgeschäfte. Je nach Umfang und Bedeutung der Aktivitäten innerhalb der EU müssen Drittstaatenbanken künftig entweder eine eigene EU-Tochtergesellschaft gründen oder zumindest eine beaufsichtigte Zweigstelle einrichten. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle – etwa das Geschäftsvolumen, die Art der angebotenen Dienstleistungen und die Bedeutung des Instituts für den europäischen Markt. Mit steigender Größe wachsen auch die regulatorischen Anforderungen an Kapitalausstattung, Liquidität, Governance und lokale Verantwortlichkeiten. Gleichzeitig bleibt grenzüberschreitendes Geschäft nicht grundsätzlich verboten. Über die sogenannte Reverse Solicitation können Kundinnen und Kunden weiterhin eigeninitiativ Dienstleistungen von Banken außerhalb der EU nachfragen. Die Aufsicht schaut jedoch deutlich genauer hin, ob tatsächlich eine Kundenanfrage vorliegt oder ob das Institut aktiv Marketing im europäischen Markt betreibt. Bereits eine deutschsprachige Website kann dabei ein relevantes Indiz sein. ## **Gleichwertigkeitsprüfung und Fristen bis 2027** Eine wichtige Rolle spielt künftig auch die sogenannte Gleichwertigkeitsprüfung. Dabei bewertet die Aufsicht, ob das Aufsichtsregime eines Drittstaats mit den europäischen Standards vergleichbar ist. Länder wie die Schweiz oder das Vereinigte Königreich profitieren dabei häufig von einer hohen regulatorischen Nähe zur EU. Bei anderen Märkten können die Prüfungen deutlich komplexer ausfallen. Für betroffene Institute wird die Zeit knapp. Die neuen Anforderungen greifen bereits ab Januar 2027\. Wer künftig eine Tochtergesellschaft oder Zweigstelle benötigt, sollte frühzeitig analysieren, welche regulatorischen Schwellenwerte erreicht werden und welche organisatorischen Anpassungen erforderlich sind. Gerade bei Lizenzverfahren und der Abstimmung mit Aufsichtsbehörden sind die Vorlaufzeiten erheblich. Das Fazit der Folge: Das BRUBEG verändert die Rahmenbedingungen für Drittstaatenbanken in Europa deutlich. Für internationale Institute wird es wichtiger denn je, ihre EU-Strategie frühzeitig zu überprüfen und die regulatorischen Anforderungen rechtzeitig in die Planung einzubeziehen. ### Die besten Zitate der KEX 2026 URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-des-ersten-pex-tages-4/ Last updated: 2026-06-26T06:36:09.000Z > **„Man stellt sich quasi den Sternekoch ein und stellt ihn dann vor einen leeren Kühlschrank“** Susanne Krehl, Chief Growth Officer bei wealthAPI, ist im Herzen Gastronomin. > **„Claude sagt mir das jeden Morgen, dass ich noch zu arm bin“** Nicola Breyer, Open-Banking-Expertin und Payment & Banking-Kolumnistin hat KI-Finanzberatung anscheinend bitter nötig. > **„Wir haben Schnittstellen zu über 3.500 Banken, Broker, Finanzinstituten, können in die Verträge reinschauen und auch in das Kryptoportfolio, das ihr vor sieben Jahren vergessen habt”** Susanne Krehl, Chief Growth Officer, wealthAPI verspricht ungeahnte Reichtümer. > **Ich habe neulich mit KI-Hilfe ein Auto gekauft. Das hat auch zu 90 Prozent geklappt. Allerdings hat die KI mir einen Kia vorgeschlagen.** Victor Bergmann, Google Pay, hat dann doch lieber einen BMW genommen. > **Was wird der Deniz-Undav-Moment des Agentic Commerce?** Vincent Haupert, CEO von Yaxi, ist vollständig im WM-Fieber. > **Der KI-Agent geht am Ende nie ins Gefängnis.** Max Schwarz, Devctrl, beklagt die großen Ungerechtigkeiten der Welt. > **Wir haben eine hohe Komplexität im Steuerrecht und wenig Leute, die den Durchblick haben. Das ist gut für uns.** Agnieszka Walorska, Mika-Gründerin, sieht Licht, wo andere sich ärgern. ### Das war die KEX 2026: Alles Wichtige zum Nachlesen URL: https://paymentandbanking.com/kex-2026-das-event-zum-mitlesen/ Last updated: 2026-06-26T06:35:34.000Z Wir begleiten die Panels an diesem Tag. Das Wichtigste gibt es hier (das Neueste von oben). ## **Keine KI, kein Bock, kein Job** Was machen, wenn die Mitarbeiter den Umgang mit KI nicht lernen wollen? Dann kann man einfach KI-Mitarbeiter einstellen. Genau solche bietet Niclas Barthélemy, Gründer von Scoreprise.ai, an. Wobei er auf dem finalen Panel der KI Exchange, „KI als integraler Teil moderner Unternehmenskultur“, direkt betont, dass es nicht darum geht, mit dem Menschen in Konkurrenz zu treten. „Es gibt Dinge, die KI gut kann, Datenanalyse etwa“, sagt er. Managementaufgaben würden diese aber eher nicht übernehmen. „Die Idee ist, KI zu normalisieren, etwa wenn die jetzt im Mittelstand adaptiert wird“, sagt er. Entspannt sollten KI-resistente Mitarbeiter aber eher nicht sein, wie die anderen Panel-Teilnehmer, die Moderator Max Schwarz (heute mit Dreifachschicht als Diskutant, Moderator und Lab-Leiter) zusammengetrommelt hat. Julia Kruslin, Beatvest-CEO, lobt die eigene KI-Transformation und betont, dass sie eigentlich niemanden mehr anstellt, der mit Claude nicht umgehen kann. „Es gab noch nie einen solchen Gap zwischen Mitarbeitern“, sagt sie: „Und gerade die Top-Talente, die mit KI gut umgehen können, wollen auch zu Firmen, wo sie schnell zum Arbeiten kommen.“ Jan Henri Kalinowski, Gründer des Cheftreff-Netzwerks, ist nicht ganz so drastisch unterwegs. „Es ist wichtig, wissbegierig zu sein und zu versuchen, die KI zu verstehen“, erklärt er. Aber nach wie vor gebe es natürlich über die KI hinausgehende Skills, die nicht verschwinden. Was bei der Transformation zu KI im Fokus stehen sollte? „Spaß“, sagt Barthélemy. Er plädiert dafür, deutlich zu machen, dass die KI für noch mehr Spaß bei der Arbeit sorgen könne – und eben keine Bedrohung ist. Spaß wollen wir jetzt auch haben, denn das war es für heute. Die erste Ausgabe der KEX ist vorbei. Danke fürs Lesen, bis zum nächsten Jahr! ## KI als Betrugsjäger – ohne Mensch wird das nichts Fast haben wir es geschafft: Kurz bevor die Teilnehmer:innen zum Socializing entlassen werden, erzählt Carmen Honacker von Risk Ident aus ihrem Alltag als Betrugsjägerin. Wie identifiziert man Betrug, wenn der Handel von KI-Agenten übernommen wird? „KI ist in der Lage, Menschen sehr gut nachzuahmen”, sagt Honacker. Das wird immer schwerer, wenn KI mittlerweile sogar Personen in Telefonaten nachahmen kann. Häufig versuchen Betrüger, mit KI-Agenten CEOs darzustellen, um so hohe Überweisungen zu erreichen. Das klappt leider häufiger, als viele denken. Auf der anderen Seite bräuchten Betrugs-Experten eine Mischung aus technischer Hilfe mit KI aber auch Erfahrung. in Beispiel ist ein Anruf des angeblichen CEOs eines Sportwagenherstellers, dessen Betrugsversuch scheiterte, weil die KI seinen spezifischen norditalienischen Akzent nicht nachahmen konnte. Es gehe darum, den Menschen gegen die KI auszuspielen, sondern ihn mit den Fähigkeiten eines Modells zu ergänzen. „Für mich ist die KI mittlerweile der beste Assistent der Welt”, sagt sie. Während die KI Schnelligkeit bringe, habe der Mensch die nötige Empathie, das ethische Engagement und die jahrzehntelange Erfahrung ein, die sich nicht einfach als Datensatz einspeichern lasse. ## **The (Drop-Down-)Menu: KI vs. Software wird zum Küchenthriller** Das Abendessen rückt näher, aber erstmal gibt es nur Software zu essen. Und das auch nur für die KI. „Is AI eating Software?“ fragt Maik Klotz sein Panel. Die Antwort? Kommt drauf an, wenn man fragt. Michael G. Müller, Industry Advisor bei Microsoft Deutschland, ist von Dienstwegen schon skeptisch, dass Enterprise Software durch KI verdrängt. „Ich bin mir sicher, dass der UI-Layer verschwinden wird, aber der Business-Layer ist glaube ich nicht so einfach zu ersetzen“, sagt er. Richard Würl, Principal beim Wagniskapitalgeber Redstone und als solcher mit Early-Stage-Firmen befasst, weist aber auch auf die Schwäche der großen Softwarefirmen hin. „Die sind schon lange da, das ist oft der Hauptgrund.“ Die User Experience sei aber oft schlecht, wenn jetzt neue Unternehmen das gleiche Niveau an Ausdifferenzierung ermöglichen mit besserem Design – ja dann könnte es gefährlich werden. Relativ sicher sind wiederum wohl bis auf Weiteres Kernbanksysteme. Alteingesessen, kompliziert, oft nur von wenigen Experten unterhalten – aber auch kaum ersetzbar. „Ich bin im Bezug auf Kernbanksysteme unsicher, stehe bei 50-50, ob wir sie ersetzt bekommen“, meint Fincite-Gründer Ralf Heim. Am Ende sind sich dann doch alle in dieser Sache einig: Einiges wird sich ändern, vermutlich auch recht bald. Aber ob die KI nun die Software frisst oder sich die großen Enterprise-Riesen als unverdaulich erweisen? Wer SAPs Systeme kennt, der würde wohl instinktiv auf letzteres setzen. ## **Live Demo: So lässt man die KI für sich einkaufen** Hypothetisches Szenario: Die fiktive Kundin Robin Lee braucht eine Smartwatch für einen Schnorcheltrip für ihren nächsten Urlaub. Außerdem hat ihr Sohn bald Geburtstag und wünscht sich einen Gaming-PC. Das bedeutet eigentlich viel Arbeit, um die Geräte zu finden, die ihre Vorstellungen erfüllen. Mastercard und der Acquirer Elavon zeigen in einer Live-Demo eines Online-Electronic-Shops, was ein Agent ihr nun abnehmen kann. Auf der Bühne zeigen Lena Bergunde (Mastercard) und ein Checkout-Entwickler (Elavon), wie es geht: Auf der Website öffnet sich ein Eingabefenster. Die Kundin erklärt, nach was sie sucht: Budget (800 Euro), Handgelenksgröße (110 mm), bissfest (weil Hunde-Haushalt). Durch Erinnerungen, die bei der KI hinterlegt sind, weiß der Agent auch, dass die Kundin auffälliges Design mag. Der Agent durchsucht daraufhin die Produktbeschreibungen und schlägt passende Modelle vor. Dann noch Rückgabebedingungen (30 Tage) und Lieferzeiten (1–3 Werktage) geklärt und die Kundin legt das Produkt per Chat-Befehl in den Warenkorb. Der Agent leitet den Checkout ein, bleibt aber aus Sicherheitsgründen von den eigentlichen Zahlungsdaten getrennt. Die Kundin bestätigt die Zahlung biometrisch über das „Click to Pay“-Verfahren von Mastercard. Voila – Bestellung aufgegeben. Auch die Auswahl des Gaming-PCs klappt im Handumdrehen, obwohl sie sich mit Computern nicht auskennt. Die Rückgabe funktioniert auch bequem über den Shop-Agenten. In manchen Fällen fungiert der Agent als technischer Support. Statt sofort eine Retoure einzuleiten, bietet er Schritt-für-Schritt-Anleitungen für technische Probleme und kann damit Rückgaben verhindern. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_16-14_ZT269435-1.jpg) Lena Bergunde von Mastercard nimmt uns mit auf eine Shopping-Tour. Es bleibt die Kernfrage: Kann das die Konversion am Checkout im Vergleich zum normalen Einkauf erhöhen? Das ist leider noch nicht klar. Bis jetzt ist das Projekt im Testmodus. Wir freuen uns auf die ersten Ergebnisse. ## **Praxisbeispiele und Tiefenphilosophie** Nach viel Theorie jetzt ein wenig Praxis, oder – wie man auf Neudeutsch sagt – „Use Cases“. Dazu hat sich Moderatorin Sophie Osen Akhibi ein hochkarätiges Team zusammengestellt. Besonders griffig ist das Beispiel, dass ING-Transformationschefin Johanna Biedinger mitbringt: Instant Baufinanzierung. Mithilfe von KI bekommen ING-Kunden in kurzer Zeit eine Objektdatenvalidierung und einen Bonitätscheck – und dann in 30 Minuten eine Rückmeldung. Toll! (Zumindest für diejenigen, die dann auch eine Baufinanzierung bekommen) André Heyden von cAI, der KI-Tochter der Inkasso-Firma Coeo, präsentiert stolz das Dokumentenverarbeitungsprogramm seiner Firma, die selbst im wilden Wust von Schuldnerunterlagen den Durchblick behält. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_14-58_ZT269406-1.jpg) Eva Marie Hildebrand (Helaba) berichtet, wie sie KI in operative Prozesse überführt. Und Eva Marie Hildebrand von der Helaba berichtet von Shark-Tank-artigen Pitchrunden in der Landesbank, bei denen entschieden wird, welche KI-Projekte denn nun umgesetzt werden. „Es muss einige feste Kriterien erfüllen, unter anderem muss es skalierbar und bank-weit einsetzbar sein“, berichtet sie. Da bricht doch glatt der KI-Optimismus in einem aus. Den bremst dann aber der letzte Panel-Gast, Karim Mustaghni, Gründer von The Creativs, noch mal etwas aus. Mustaghni ist einer der wenigen Bühnenredner ohne Finanzhintergrund. Vielleicht hat er gerade deshalb die große philosophische Perspektive. „Ich glaube, es ist wichtig, dass KI kein Denkersatz wird“, sagt er. Zu oft würden wir uns Informationen durch schnelle KI-Antworten ins Unterbewusstsein holen, davon aber langfristig nicht profitieren. „Die Kunst ist, sich von den KI-Programmen zum Beispiel über Umwege, etwa weiterführende Fragen, zur Information führen zu lassen“, rät er. Da klang die 30-Minuten-Baufinanzierung doch irgendwie verlockender… ## **So kommen wir an die Daten für die KI-Beratung** Wie das mit der Datengrundlage funktionieren könnte, erklärt nun Susanne Krehl, Wachstumschefin beim Dienstleisters für Finanzdaten wealthAPI. Kund:innen nutzten KI schon längst als Finanzberater. Berater bei Finanzunternehmen profitierten davon aber noch nicht: „Die KI in der Bank, weiß eigentlich nix über mich.” Der Grund: Sie ist auf die eigenen Bankdaten beschränkt. Viele nutzen aber mehrere Finanzapps: Banken, Broker, Versicherungen. Kurz: Ohne die umfassenden Daten klappt KI-Beratung nicht. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_14-30_ZT269364-2.jpg) Ein kulinarisch angehauchter Vortrag von Susanne Krehl. Die Datengrundlage stellt wealthAPI zur Verfügung. „Die KI schlägt den Menschen an dieser Stelle nicht mit Intelligenz, sondern mit Vollständigkeit”, sagt Krehl. Finanzdaten geben ein umfassendes Bild über Lebensumstände, erklärt sie. „Die Daten für die Kund:innen gibt es vor dem ersten Händedruck.” Damit können Berater:innen Empfehlungen geben und sogar simulieren, wie sich das Weltgeschehen auf das eigene Portfolio auswirkt. Gleichzeitig kann man Anlagen, Steuern, Ausschüttungen und andere Stellschrauben optimieren. ## **KI kann Steuerberater killen - darf aber nicht** Wäre irgendwer böse, wenn die KI uns bald die Steuererklärung abnehmen würde? Eigentlich nicht, aber trotzdem berichten unsere Gäste beim Steuer-KI-Panel davon, dass das gar nicht so einfach ist. Denn es gibt Beharrungskräfte, die sich gegen Neuerungen sperren. „Steuerberater ist nun einmal ein geschützter Beruf, damit müssen wir umgehen“, sagt Markus Berger-de-Léon, COO von Taxfix. Aber er betont: Taxfix und andere Firmen schließen eine Lücke, denn es gibt in Deutschland zu wenig Steuerberater. „Uns hilft diese Situation, denn die Materie bleibt ja hochkomplex“, sagt Agnieszka Walorska, Gründerin des Steuer-Fintechs Mika. Gerade Kleinunternehmer kämen bisher oft nicht um einen Steuerberater rum, sagt Walorska. Deswegen gehe es bei Angeboten wie ihrem gar nicht in erster Linie um die „Demokratisierung“ der Steuer – „sondern um die Demokratisierung des Unternehmertums“, sagt sie. Denn ohne die Last der Steuerthemen könne der Unternehmer sich wieder seinem eigentlichen Zweck widmen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_14-05_ZT269339.jpg) Agnieszka Walorska (Mika) und Moritz Kuder (Anytax) diskutieren die Zukunft der Steuerberatung. Noch allerdings stößt die KI im Steuerbereich an ihre Grenzen, wie auch Walorska berichtet. „Am Anfang hat unsere KI 70 Prozent der Fälle richtig gelöst“, sagt sie. Entsprechend sei der Human-in-the-Loop wichtig. Aber von abnehmender Bedeutung: „Mittlerweile sind wir bei etwa 97 Prozent der Fälle, die gelöst werden.“ Da bekommt man doch direkt Lust auf die KI-Steuererklärung ## **Warum tut sich Europa mit Finanzdaten so schwer?** Damit tauchen wir aus der sonnigen Mittagspause wieder ein in den dunklen Kontrollraum der Finanzmaschinerie. In dem geht es gerade hoch her. Das Fintech Plaid krempelt gerade den US-Markt für Finanzinformationen um. Die Plattform verknüpft Apps wie Venmo oder Robinhood und stellt so weitreichende Finanzdaten für Beratung zur Verfügung. Auf einer Jahreskonferenz hat das Unternehmen gerade ein Modell vorgestellt, das speziell für die Analyse von Finanztransaktionsdaten gebaut wurde. Das Unternehmen möchte jetzt auch in der EU groß werden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_13-18_HH260123-1.jpg) Nicola Breyer (Board Advisor) und Friedhelm Schmitt (Fincite) machen sich Sorgen um die europäische Datenstruktur. Dort ist noch niemand soweit, beobachtet Nicola Breyer. Für die Open-Finance-Expertin und Payment & Banking-Kolumnistin ist eine solche Datengrundlage und ein europäisches Modell aber unverzichtbar: „Jede Beratung muss letztlich KI nutzen und dafür müssen Daten verfügbar sein.” Ihr Gesprächspartner Friedhelm Schmitt hat mit Fincite einen großen Player für Finanzanalyse-Software für wohlhabenden Kund:innen gegründet. Und er ist sauer – sauer über die fehlende Datenverfügbarkeit in Europa. Dieser Markt sei sehr fragmentiert. „Da sind die amerikanischen Kollegen deutlich weiter.” Viele europäische Fintechs könnten nur ein oder zwei Märkte abdecken und seien zu klein, um eine europaweite Expansion zu ermöglichen. Wie gelingt also eine souveräne, europäische Antwort auf Plaid? Es geht vor allem um mehr Investitionen: „Da ist zwar ein Wille, aber das Geld fehlt oft, um die Strukturen aufzubauen”, sagt Breyer. Die seien in Europa noch nicht in dem Maße vorhanden. Sie brauche es, findet auch Schmitt. Denn organisches Wachstum sei im europäischen Markt durch die Fragmentierung begrenzt. Aber auch bei der Einstellung der Unternehmen sieht er Probleme: Finanzunternehmen dürften nicht stolz darauf sein, nicht den kompletten Überblick über die Finanzdaten ihrer Kund:innen zu haben, sagt Schmitt. Die Chancen für Plaid in Europa scheinen also gut zu sein. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_12-44_ZT269235-1.jpg) Bei der Geschwindigkeit der Entwicklungen kann einem schnell mal schwindelig werden. ## **Wie Compliance versucht, die KI (wieder) einzufangen** So begeistert manche in den Banken und anderen Finanzinstituten KI adaptieren, so besorgt sind oft die Compliance-Verantwortlichen. Es ist ja toll, wenn Transaktionen viel unkomplizierter überwacht und die KYC-Analysen schneller abgeschlossen werden. Nur: Wenn dann der Prüfer ins Haus kommt, muss man dem auch erklären können, was der eigene Agent da genau entschieden hat. „Hat man dann keine gute Antwort, ist das ein Problem“, sagt Julia Quittek, Mitgründerin von Consalty. Angeleitet von Barbara Klingelhöfer diskutiert sie mit Frank Passing (Fairfield & Archer) und Max Schwarz (Devctrl) über die Probleme, die Compliance-Abteilungen angesichts der KI-Revolution drohen. „Ein großes Problem ist, dass die Tech- und Compliance-Verantwortlichen nicht dieselbe Sprache sprechen“, sagt Schwarz. Und die KI-Agenten würden oft auf der Suche nach Lösungen für die ihnen vorgelegten Probleme Regeln schnell brechen. „Deswegen ist es wichtig, einen Policy-Layer einzuziehen, der die KI ausbremst“, sagt er. Frank Passing betont die Bedeutung vernünftiger KPIs, damit die Compliance-Kompatibilität der KI überprüfbar bleibe. „Es muss nachvollziehbar sein, dass die KI wirklich das liefert, was sie liefern soll“, sagt er. Gerade, weil die Agenten oft Ergebnisse liefern, die auf den ersten Blick plausibel scheinen – aber einer genaueren Prüfung nicht standhalten. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_11-53_HH269974.jpg) Barbara Klingelhöfer, Julia Quittek und Max Schwarz (v.l.n.r.) erläutern Compliance im KI-Zeitalter. ## **Der Buhmann im KI-Maschinenraum?** Wie gehen Banker:innen in Zukunft mit ihren KI-Kollegen um? Diese Frage behandelt das nächste Panel. KI sorge auch dafür, dass Kund:innen Angebote besser hinterfragen und schneller an rechtliche Einschätzungen kommen können, meint Bastian Bahnemann (Microsoft): „Mit der KI werden komplexe AGBs vergleichbar.” So würden Anfragen komplexer und die Erwartungen von Kund:innen an Banken größer. Auch intern ändert der KI-Kollege einiges. „Software Teams arbeiten fast ausschließlich im Homeoffice und lassen Agenten arbeiten”, sagt Dominik Schütz (LBBW). Laut Karsten Traum (DKB) erwarteten noch zu viele Führungskräfte , dass KI von anderen eingeführt werde: „Da muss jeder bei sich selbst anfangen”, sagt er. Man müsse Mitarbeiterinnen geschützte Räume zum ausprobieren geben. Paradox sei dabei, wie wichtig es werden, dass sich Mitarbeiter:innen physisch zusammensetzen. Und natürlich gebe es auch Skepsis, wirft Silke Finken ein. Die sei oft im Betriebsrat besonders groß. Man müsse den früh einbinden, glaubt Dominik Schütz. „Das Schlimmste, was man tun kann, ist ihn zu überraschen.” Laut Bahnemann könne der Betriebsrat auch helfen. „Die Mitarbeiter haben ein Interesse daran, die besten Tools zu nutzen”, sagt er. Die gehörten auch zur Wettbewerbsfähigkeit. Eine gute KI-Nutzung sichere so auch Arbeitsplätze. Aber denkt dabei jemand an die Kinder? „Noch haben wir eine extrem lange Ausbildung”, sagt Schütz. Am Ende könne KI die Lernkurve in Schule, Studium und Berufsbeginn beschleunigen. Junge Menschen kommen mit neuen Tools besser klar als ältere, beobachtet Bahnemann. „Das ist auch ein Wettbewerbsvorteil”, sagt er. Schütz widerspricht. Es sei gerade noch zu einfach, wichtige Einstiegsjobs zu ersetzen. Das könne sich aber langfristig rächen. Vielleicht ein Thema für ein anderes Panel. ## **Scheitern die Shopping-Agenten an der Farbenlehre?** Seit Monaten sprechen wir über Agentic Commerce. Aber bisher muss man immer noch selbst einkaufen wie ein Steinzeitmensch. Vielleicht können uns ja die Diskutanten des ersten Panels aufzeigen, wann wir endlich den persönlichen KI-Shopping-Agenten kriegen. Tatsächlich geht es aber erst mal wieder um die Probleme und die Hürden, die dem Agentic Commerce im Weg stehen. Verständlich, aber trotzdem schade. Wer etwa übernimmt am Ende die Verantwortung für Entscheidungen – und vor allem Fehlentscheidungen – die Agenten treffen? Und wann ist ein Fehler überhaupt ein Fehler? „Wenn ich blaue Schuhe haben möchte, aber am Ende türkise bekomme, ist das noch in Ordnung“, fragt Silke Finken, Professorin für Innovationsmanagement an der International School of Management. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_10-24_HH269810.jpg) Tom Braegelmann (Annerton, l.) und Jakob Bouchetob (EY Consulting) im Austausch. Um solche Fragen zu klären, wird es eine Art ehrlichen Makler brauchen. Wer das wird, das ist aber noch unklar. Finken sieht tatsächlich die Hausbanken der Konsumenten in einer guten Position, das hätten erste Umfragen ergeben. Worüber sich natürlich Florian Zenk, Produkt- und Innovationsmanagementleiter bei der Sparkassentochter S-Payment, sehr freut. „Das Thema Vertrauen und Schutz des Kontos, darum kümmern wir uns ja heute schon“, sagt er. Aber er sieht auch Limits: „Ob die Leute zukünftig wirklich Schuhe über die Sparkassen-App kaufen, das weiß ich nicht.“ Auch die Frage, ob der Agent unbedingt im Interesse des Nutzers handelt, wird noch heiß diskutiert. „Ich erwarte, dass da auch die Verbraucherverbände alle Agenten intensiv testen und schauen, nach welchen Kriterien die tatsächlich entscheiden“, sagt Tom Braegelmann, Rechtsanwalt bei Annerton. Hochrelevant wird dieses Thema dann vor allem im B2B-Handel. Moderator Vincent Haupert (CEO von Yaxi) hätte hier gerne ein paar Use Cases. Top-Beispiel: Agentic Procurement. „Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass hier per KI Angebote eingeholt und verglichen werden“, sagt Silke Finken. Zumindest (Vor-)Verhandlungen könnten zukünftig auch Bots führen, vermutet Braegelmann. So bleibt am Ende leider noch vieles im Ungefähren. Aber: „Anders als bei E-Commerce und Mobile-Commerce sehe ich wenig Zweifel, dass sich das durchsetzt“, sagt Google-Pay-Manager Victor Bergmann: „Der Mehrwert des Agentic Commerce ist für viele Leute intuitiv greifbar.“ ## **So werden Händler Agent-Ready** Agentic Commerce wäre eigentlich schon Anlass für eine eigene Konferenz. Till Dietrich ist der oberste Verkäufer für den Zahlungsdienstleister Stripe im DACH-Raum und hat ein Produkt für Händler dafür mitgebracht. Die Zahl der Nutzer:innen, die über KI-Agenten auf Strip-Händler stoßen, habe sich im Jahresverlauf verdoppelt, so Dietrich. Bisher bleibt suchen die Agenten jedoch meistens nur nach Produkten. Doch wie beim autonomen Fahren mit einem Auto geht das eigentliche Ziel weiter. Level 4: Der KI-Agent erkennt und bezahlt Produkte eigenständig. Um das zu ermöglichen, hat Stripe eine eigene Suite gebaut. Händler können damit strukturierte Produktdaten bereitstellen, den Checkout einrichten und damit Agenten ermöglichen, eigenständig zu bezahlen. In den USA ist die Zahlung schon heute möglich. Mehr darüber wie es hierzulande weitergeht, erfahren wir nächste Woche bei einer eigenen Konferenz von Stripe in Berlin. Wir sind gespannt… ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_ZT_10-08-1.jpg) Till Dietrich, Head of Sales Enterprise (DACH) bereitet Händler auf die Agenten vor. ## **Ist die Bank nun Straße oder Auto?** In jedem Fall lässt sich der Exchange-Dauergast Stephan A. Paxmann von der Umgebung inspirieren. Der Chief Innovation Officer der LBBW warnt vor Disruption: Als Bank wolle man eben nicht nur das Logo auf dem Lenkrad sein, sondern auch die dahinterliegende Technologie bauen und kontrollieren. „Alles nur von außen zu kaufen, ist keine gute Idee“, warnt Paxmann. Allerdings dürfe man den Agenten nicht einfach loslassen. Wichtig seien „Guide Rails und Quality Rails“, um die KI auf den richtigen Weg zu schicken. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/KEX26_ZT_09-111.jpg) Stephan A. Paxmann (LBBW) übernimmt den Programmauftakt. ## **Es geht los** Im Automuseum Prototyp in der Hamburger Hafencity werden Maschinen aus dem vergangenen Jahrhundert ausgestellt. Mit Künstlicher Intelligenz sprechen Panelist:innen heute über die wichtigsten Maschinen des 21\. Jahrhunderts. Mit im Maschinenraum ist unser KI-Agent CLYDE (Kurz für – Luft holen: Cybernetic Logical Yield & Discussion Entity), der ganz genau mithört. Er sitzt mit auf der Bühne auf einem „Empty Chair" und wird sich immer wieder mit der ein oder anderen spitzen Frage melden. Wie das so läuft, lest ihr hier. ### Agentic AI im Banking: Warum KI-Agenten die Finanzbranche verändern URL: https://paymentandbanking.com/agentic-ai-im-banking-warum-ki-agenten-die-finanzbranche-verandern/ Last updated: 2026-06-23T11:07:58.000Z **Stephan, ich freue mich sehr, dass du als Speaker auf unserer KEX-Premiere dabei bist. Du drehst in deinem geplanten Vortrag eine Grundannahme um: KI sitzt nicht mehr als Schicht über den Prozessen, sondern Agenten werden selbst zur Infrastruktur, über die Zahlungen ausgelöst und abgewickelt werden. Wann war für dich der Moment, an dem klar wurde, dass die Assistenten-Logik der letzten Jahre nicht mehr trägt – und was hat ihn ausgelöst?** Für mich ist der entscheidende Punkt: KI bleibt nicht im Dialogfenster. Solange sie Texte formuliert, Informationen sucht oder Analysen vorbereitet, sprechen wir im Kern über Assistenz. In dem Moment, in dem ein System ein Ziel versteht, Handlungsoptionen bewertet, Berechtigungen berücksichtigt und eine Transaktion vorbereitet oder ausführt, verändert sich die Logik. Dann geht es nicht mehr nur um Produktivität. Dann geht es um Ausführung. Und im Finanzsektor ist Ausführung immer mit Vertrauen, Verantwortung, Nachvollziehbarkeit und Risiko verbunden. Deshalb ist Agentic AI aus meiner Sicht mehr als die nächste technische Entwicklungsstufe. Sie zwingt uns, grundsätzlicher über Finanzdienstleistungen nachzudenken: Wer handelt? Auf welcher Grundlage? Mit welchem Mandat? Und wer trägt Verantwortung, wenn aus einer Empfehlung eine wirtschaftliche Handlung wird? **Du sagst, wir müssten künftig „in Agenten und weniger in Apps denken“. Für die meisten Banken ist die App heute aber das einzige sichtbare Produkt. Was heißt diese Verschiebung für das, was eine Bank überhaupt nach außen ist, wenn Kunden nicht mehr klicken, sondern delegieren?** Die App bleibt ein wichtiger Zugangspunkt. Sie ist heute für viele Kundinnen und Kunden der Ort, an dem Bankbeziehung sichtbar und erlebbar wird. Aber digitale Bankbeziehung wird nicht dauerhaft nur über App-Oberflächen definiert. Es wird klar vielschichtiger und verteilter! Wenn Aufgaben stärker vom Kunden an einen Agenten delegiert werden, verschiebt sich die entscheidende Frage. Dann geht es nicht mehr nur darum, welche App besonders einfach zu bedienen ist. Es geht darum, an welcher Stelle eine Auswahl und Entscheidung benötigt wird, sichtbar und nicht sichtbar. Wem ich dafür ein Mandat erteile, wer in meinem Interesse handelt, wer Risiken begrenzt und wer eine Handlung nachvollziehbar ausführt. Das ist eine sehr grundsätzliche Verschiebung. Denn Vertrauen, Identität, Berechtigung, Risiko und Abwicklung sind keine Randthemen des Bankgeschäfts. Sie gehören zum Kern. In einer agentischen Welt wird dieser Kern nicht weniger relevant, sondern anders sichtbar. **Du formulierst eine Schlüsselfrage gerne so: Nicht „Wie nutzen wir Agenten in unserem Workflow?“, sondern „Wie sieht die Organisation aus, wenn nur Agenten den Workflow durchführen?“ Die meisten Unternehmen beantworten noch die erste Frage. Was ändert sich strukturell, wenn man ehrlich von der zweiten ausgeht?** Die zweite Frage ist bewusst radikal formuliert. Sie ist kein Zielbild im Sinne von: Morgen arbeiten nur noch Agenten. Aber sie ist ein gutes Gedankenexperiment, weil sie sichtbar macht, welche Voraussetzungen wirklich tragend sind. Wenn man Prozesse aus dieser Perspektive betrachtet, rücken andere Fragen in den Vordergrund: Welche Entscheidungen dürfen vorbereitet werden? Welche Handlungen dürfen ausgeführt werden? Welche Daten und Systeme dürfen genutzt werden? Wo braucht es menschliches Urteil? Und wie lässt sich jederzeit nachvollziehen, was passiert ist? Für ein reguliertes Institut ist dabei weniger die einzelne Automatisierung entscheidend als die Fähigkeit, solche Systeme kontrolliert in bestehende Verantwortungsstrukturen einzubetten. > Agentic AI wird erst dann relevant für den produktiven Einsatz, wenn neben der fachlichen Exzellenz auch Mandate, Berechtigungen, Kontrollpunkte und Nachweise sauber zusammenspielen. **Eine deiner Thesen: Banken werden ihre Prozessketten in einzelne Schritte zerlegen, an Agenten übergeben und diese neu miteinander verknüpfen. Was bleibt bei diesem Umbau überhaupt noch als zusammenhängender „Prozess“ erkennbar und was wird dann nur noch Orchestrierungsaufgabe?** Der Prozess verschwindet nicht. Aber seine Form verändert sich. Heute denken wir Prozesse oft als lineare Ketten: ein Schritt nach dem anderen, mit klaren Übergaben. Agentische Systeme können daraus eher einzelne Fähigkeiten machen, die je nach Ziel und Kontext neu kombiniert werden können. Wir müssen vielmehr vom erwarteten Ziel und Ergebnis agentische Aufgaben aufsetzen. Orchestrierung bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, Dinge einfach laufen zu lassen. Orchestrierung heißt, Agenten, Daten, Systeme, Kontrollpunkte und menschliche Entscheidungen so zusammenzuführen, dass ein Ergebnis fachlich, regulatorisch und operativ belastbar ist. **Wenn die Abwicklung selbst intelligent wird und Agenten Prozessschritte autonom übernehmen: Was ist der unverzichtbare menschliche Restbestand im Operating Model einer Bank? Und wie groß ist der in, sagen wir mal, fünf Jahren noch?** Ich würde nicht vom menschlichen Restbestand sprechen, sondern vom menschlichen Kern. Der bleibt entscheidend! Systeme können analysieren, vorbereiten, ausführen und dokumentieren. Aber Risikoappetit, Kundeninteresse, ethische Abwägung, strategische Priorität und finale Verantwortung bleiben menschliche Aufgaben. Die Rolle des Menschen verschiebt sich. Weniger manuelle Übergabe, weniger repetitive Koordination, mehr Urteil, Gestaltung, Kontrolle und vor allem Beziehung zum Kunden oder internen Counterparts. Gute Organisationen werden künftig nicht daran erkennbar sein, dass Menschen jeden einzelnen Prozessschritt berühren. Sie werden daran erkennbar sein, dass menschliche Verantwortung an den richtigen Stellen wirksam eingebaut ist. **Wenn man den Prognosen glaubt und Agenten nicht mehr nur Zahlungen auslösen, sondern selbst zur Abwicklungsinfrastruktur werden, auf welchen Rails läuft das aus deiner Sicht: Karte mit agentischen Tokens, Stablecoins, Instant Payments oder eine Schicht darüber?** Ich wäre vorsichtig damit, einen einzelnen Rail zur künftigen Zielarchitektur zu erklären. Finanzinfrastruktur ist stark vom jeweiligen Anwendungsfall geprägt. Zahlungen im Handel, Kapitalmarkttransaktionen, Treasury-Prozesse oder digitale Assets folgen unterschiedlichen Anforderungen, etwa mit Blick auf Geschwindigkeit, Verbindlichkeit, Regulierung und Integration in bestehende Systeme. Aus Innovationssicht ist deshalb weniger die Frage entscheidend, welcher Rail sich pauschal durchsetzt. Spannender ist, welche Schichten künftig zusammenspielen: bestehende Zahlungsinfrastrukturen, neue digitale Abwicklungsformen, Identitäts- und Berechtigungslogiken sowie Mechanismen, die nachvollziehbar machen, unter welchem Mandat ein Agent handelt. Für Banken ist genau diese Entwicklung relevant, weil sie verstehen müssen, wo neue Produktmöglichkeiten, beispielsweise durch Tokenisierung, sowie Vertrauen, Regulierung, Kundenzugang und verlässliche Abwicklung in einer solchen Architektur zusammenkommen. **Mastercard, Visa, Google AP2 und Anthropic MCP bauen parallel an Standards für Agent Commerce. Welche dieser Schichten ist für eine deutsche Universalbank systemrelevant und an welcher Stelle sollten Banken bewusst nicht mitmachen, um nicht zum reinen Settlement-Layer für die Standards anderer zu werden?** Aus Sicht einer Bank sind vor allem die Schichten relevant, in denen Identität, Mandat, Berechtigung, Zahlungsauslösung, Auditierbarkeit und Haftung definiert werden. Dort entscheidet sich, ob Agent Commerce nicht nur bequem, sondern auch vertrauenswürdig ist. Standards sind wichtig, weil sie Anschlussfähigkeit schaffen, damit unterschiedliche Systeme und Standards technisch und organisatorisch sauber zusammenspiele können. Gleichzeitig ist entscheidend, an welcher Stelle Wertschöpfung entsteht. Wenn Kundenzugang, Mandatslogik und Orchestrierung vollständig außerhalb des Bankensystems liegen, verändert sich die Rolle von Banken erheblich. Deshalb ist die strategische Frage weniger, ob Banken neue Standards nutzen. Die Frage ist, wo sie in einer solchen Wertschöpfungskette Verantwortung tragen, Vertrauen schaffen und wirtschaftliche Handlungen verlässlich absichern können. **Wenn die Abwicklung selbst intelligent wird, verschiebt sich Wertschöpfung. Wo entsteht in einem AI-native Banking-Stack der Profit künftig wirklich — im Modell, in der Orchestrierung, im Mandat, im Risiko? Und wer in der heutigen Bankwertschöpfungskette verliert dabei am meisten?** Das Modell allein wird aus meiner Sicht nicht die dauerhaft knappste Ressource sein. Modelle werden leistungsfähiger, breiter verfügbar und in Teilen austauschbarer. Wert entsteht dort, wo Technologie mit Vertrauen, Kontext und Verantwortung verbunden wird. Im AI-native Banking-Stack liegen die relevanten Wertschöpfungsschichten vor allem im Mandat, in der Orchestrierung, im Risiko und in der regulierten Ausführung. Wer das Mandat hält, versteht den Kontext. Wer orchestriert, gestaltet die Wertschöpfung. Und letzten Endes auch weiterhin bei einer attraktiven Produktgestaltung, um echten Kundenbedarf zu adressieren. **Lass uns mal auf die Accountability-Lücke schauen: Nicht das Modell und nicht der Anbieter haften, sondern die Institution, die das Mandat erteilt hat. Was heißt das konkret für die Aufbauorganisation einer Bank? Braucht es eine neue Rolle in der Governance oder ist das von vornherein Vorstandsthema?** Accountability ist eine der zentralen Managementfragen in der agentischen Welt. Ein Agent kann handeln, ein Modell kann empfehlen, ein Anbieter kann Infrastruktur bereitstellen – aber verantwortlich bleibt am Ende die Institution, die den Einsatz ermöglicht und das Mandat verwaltet. Daraus folgt: Agentic AI ist nicht nur ein Technologiethema. Es betrifft Fachverantwortung, technische Verantwortung, Risikomanagement, Compliance und Managemententscheidungen zum zulässigen Kontrollniveau. Ich würde deshalb weniger von einer einzelnen neuen Rolle sprechen, sondern von einer Agentic Governance-Fähigkeit. Organisationen brauchen klare Verantwortlichkeiten, Limits, Laufzeitkontrollen und belastbare Nachweise. Erst dann kann agentisches Handeln in einem regulierten Umfeld verantwortbar eingebettet werden. **EU AI Act, DORA, MaRisk, BAIT – das Regulierungspaket ist auf Modelle und Anwendungen ausgelegt, nicht auf autonom handelnde Agentennetze. Wo siehst du die größte regulatorische Lücke, in der Banken heute mit einer Hand gebunden arbeiten – und an welcher Stelle würdest du als Erstes ansetzen?** Das zentrale Lernfeld liegt bei dynamischen Handlungsketten. Regulierung kann heute gut mit Anwendungen, Modellen und Dienstleistern umgehen. Anspruchsvoller wird es, wenn mehrere Agenten, Tools, Datenquellen und Systeme in Echtzeit zusammenwirken und daraus eine wirtschaftlich relevante Handlung entsteht. Dann reicht die Frage „Ist dieses Modell zulässig?“ nicht mehr aus. Entscheidend wird: War diese Handlung mandatiert? Wurden Berechtigungen eingehalten? Waren Risiken begrenzt? Wurde richtig eskaliert? Und kann die Institution das im Zweifel nachweisen? Aus meiner Sicht braucht es hier vor allem belastbare Konzepte für Agenten-Identität, Mandate, Laufzeitkontrollen und Audit-Trails. Das ist keine Innovationsbremse. Es ist die Voraussetzung dafür, dass agentische Systeme im Finanzsektor produktiv und verantwortbar eingesetzt werden können. **Du hast gesagt: „Wer braucht noch Fintechs, wenn es heute doch KI gibt?“ Wenn Geschwindigkeit und Agilität als Fintech-USP wegfallen, was ist dann der überlebensfähige Kern eines deutschen Fintech-Geschäftsmodells in einer agentischen Welt? Und umgekehrt: Wo macht das deutsche Banken erstmals wieder strukturell wettbewerbsfähig?** Die Frage ist bewusst zugespitzt. Natürlich wird der Markt weiterhin Fintechs brauchen. Aber der USP verschiebt sich. Geschwindigkeit, gute Frontends und digitale Convenience allein werden weniger differenzierend, wenn KI diese Fähigkeiten breiter verfügbar macht. Stark bleiben Fintechs, die echte Infrastruktur, besondere Daten, tiefe Prozesskompetenz, regulatorische Anschlussfähigkeit oder spezifische Kundenzugänge mitbringen. Also Unternehmen, die mehr liefern als eine Oberfläche. Für Banken entsteht dadurch eine interessante Ausgangslage. Wenn die nächste Phase stärker über Vertrauen, Risiko, Mandat und verlässliche Abwicklung entschieden wird, dann liegen dort strukturelle Stärken des Bankensektors. Entscheidend ist, wie gut diese Stärken mit technologischer Leistungsfähigkeit verbunden werden. **Wenn du dir von unserem KEX-Publikum eine einzige Sache wünschen dürftest, die nach deinem Vortrag hängenbleibt: Was ist das? Und was muss bis zur nächsten KEX 2027 passiert sein, damit „AI-native Finance“ hierzulande kein Folienvortrag mehr ist, sondern Realität?** Wenn eine Sache hängenbleiben soll, dann diese: Agentic AI ist nicht einfach das nächste Tool. Es ist der Beginn einer neuen Ausführungslogik im Finanzsystem. Ein Paradigmenwechsel, wie wir zukünftig gemeinsam mit KI arbeiten werden. ### So sind die Vorstände deutscher Banken aufgebaut URL: https://paymentandbanking.com/so-sind-die-vorstande-deutscher-banken-aufgebaut/ Last updated: 2026-06-19T07:53:15.000Z Vorstandsriegen deutscher Unternehmen haben den Ruf, nicht gerade divers zu sein. Wie eine Auswertung der [Schufa](https://www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/schufa-analyse-weltfrauentag/?ref=paymentandbanking.com) beispielhaft zeigt, haben nur 28,5 Prozent der Unternehmen in Deutschland mindestens eine Frau im oberen Management. Doch wie sieht es eigentlich bei den Vorständen deutscher Banken aus? Wir haben die Vorstände von 15 großen deutschen Banken unter die Lupe genommen. Darunter sind die Deutsche Bank, die genossenschaftliche DZ Bank, die Commerzbank, die KfW, der europäische Ableger der US-Großbank J.P. Morgan, die LBBW, die zur Unicredit gehörende Hypovereinsbank, die BayernLB, die Helaba, die ING Deutschland, die NRW.Bank, Volkswagen Financial Services, die DKB, die NordLB und die DekaBank. Auf Basis öffentlich verfügbarer Daten haben wir die Geschlechts- und Altersstruktur der Vorstände sowie den Bildungshintergrund von insgesamt 93 Vorstandsmitgliedern ausgewertet. Außerdem haben wir analysiert, wie groß die Vorstandsriege ist und wie lange die Vorstandsmitglieder schon im Vorstand sind. [Infografik-VorständeWie divers ist die Finanzbranche eigentlich? Wir haben die Geschlechts- und Altersstruktur der VorstInfografik-Vorstände.pdf4 MBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/06/Infografik-Vorsta--nde.pdf "Download") ## **Die Deutsche Bank hat den größten Vorstand** Die Deutsche Bank ist nicht nur die Bank mit der größten Bilanzsumme in Deutschland, sondern hat auch den mit Abstand größten Vorstand: Er umfasst zwölf Personen. Die Vorstandsriegen der anderen Banken sind deutlich kleiner: Die DZ Bank, die J.P. Morgan SE und die Hypovereinsbank kommen auf jeweils acht, Commerzbank und LBBW auf jeweils sieben, die ING Deutschland auf jeweils sechs und KfW, Helaba, DKB, NordLB und DekaBank auf jeweils fünf Vorstandsmitglieder. Die kleinsten Vorstände haben die BayernLB, die NRW.Bank und Volkswagen Financial Services mit je vier Vorstandsmitgliedern. Seit 2020 wurden 66 neue Vorstandsmitglieder berufen, davon fünf in 2020, 13 in 2021, acht in 2022, sechs in 2023, 18 in 2024, neun in 2025 und sieben in diesem Jahr. 23 Personen waren schon vor 2020 Vorstandsmitglieder, davon acht sogar schon länger als zehn Jahre. Am längsten ist Matthias Danne im Amt: Er ist bereits seit 2006 im Vorstand der Dekabank. ## **Geschlechterverhältnis: Über ein Viertel der Vorstandsmitglieder sind weiblich** In der Gesamtschau ist mit einem Anteil von 71 Prozent die große Mehrheit der Mandate bei den betrachteten Vorständen mit Männern besetzt. Der Frauenanteil liegt damit bei 29 Prozent. Bei den Vorstandsvorsitzenden ist das Geschlechterverhältnis noch unausgewogener: Auf zwölf Männer an der Spitze der Banken kommen drei Frauen. In unserer Auswertung sind das Bettina Orlopp von der Commerzbank, Gabriela Pantring von der NRW.Bank und Marion Höllinger, die Sprecherin der Geschäftsführung der Hypovereinsbank. Betrachtet man das Geschlechterverhältnis in einzelnen Vorständen, so zeigen sich teils große Unterschiede. Der Vorstand von Volkswagen Financial Services ist als einziger paritätisch besetzt. Während die BayernLB keine einzige Frau im Vorstand hat, ist die NRW.Bank die einzige hier betrachtete Bank mit mehr weiblichen Vorstandsmitgliedern. Im zwölfköpfigen Vorstand der Deutschen Bank sitzen dagegen drei Mal so viele Männer wie Frauen. ## **Altersstruktur: Vorstandsmitglieder sind durchschnittlich 55 Jahre alt** Im Durchschnitt sind die hier untersuchten Vorstandsmitglieder 55 Jahre alt. Der älteste Vorstand ist Matthias Danne, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DekaBank. Er wurde 1959 geboren. Die jüngste Person ist Imke Jacob, die ab dem 1\. Juli 2026 General Executive Manager bei der DZ Bank sein wird. Sie ist derzeit 40 Jahre alt. Vorstandsvorsitzende sind im Durchschnitt 57 Jahre alt. Aber auch hier gibt es eine größere Spanne: Der älteste Vorstandsvorsitzende ist der 1964 geborene Georg Stocker von der DekaBank. Am jüngsten ist Jörg Frischholz von der NordLB. Er wurde 1976 geboren. ## **Ausbildung und Studium: Bankkauflehre und BWL** Insgesamt 28 der hier betrachteten 93 Vorstände haben eine Ausbildung als Bankkaufmann oder Bankkauffrau abgeschlossen. Häufigster Ausbildungsbetrieb waren dabei Filialen der Deutschen Bank. Jeweils drei Personen waren für ihre Ausbildung bei der Commerzbank oder bei einer Sparkasse. Andreas Götz und Joachim Erdle aus dem Vorstand der LBBW haben ein duales Studium bei der Baden-Württembergischen Bank (BW-Bank) und der Dualen Hochschule Baden-Württemberg absolviert. Die große Mehrheit der Vorstände hat Betriebswirtschaftslehre (BWL) oder Business Administration studiert, häufig mit Bankfokus. Darauf folgen Volkswirtschaftslehre (VWL) und andere Wirtschaftswissenschaften sowie Jura und Rechtswissenschaften. Vereinzelte Vorstandsmitglieder haben Informatik, Wirtschaftsingenieurswesen, Finanz- und Rechnungswesen, Physik, Philosophie und Mathematik studiert. Häufigste Hochschule ist die private Frankfurt School of Finance & Management, die früher noch Bankakademie hieß. 14 Vorstände haben einen Doktortitel, davon die meisten in Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Es gibt jedoch auch zwei ungewöhnlichere Promotionsfächer: Peter Stemper von der NRW.Bank hat in Mathematik promoviert, während Marcus Chromik von der Deutschen Bank einen Doktortitel in Kernphysik hat. **Ihr habt einen Fehler gefunden oder habt Anregungen für die Grafik? Schickt uns gerne eine Nachricht an** [**infografiken@paymentandbanking.com**](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ### First-Party Fraud: Müssen Unternehmen mit Betrug leben? URL: https://paymentandbanking.com/first-party-fraud-mussen-unternehmen-mit-betrug-leben/ Last updated: 2026-06-22T05:09:03.000Z Im August 2025 freute sich ein globaler Sportartikelhändler über Rekordumsätze. Doch merkte das Unternehmen schnell, dass dafür eine ganz bestimmte Funktion verantwortlich war: Denn in diesem Monat aktivierten Kund:innen zehnmal so viele Geschenkkarten wie zuvor. Als das Unternehmen bemerkte, dass es sich um einen systematischen Angriff handelte, waren bereits Käufe im Wert von über 750.000 US-Dollar damit bezahlt worden. Das Beispiel stammt aus einem aktuellen [Report](https://brand.adyen.com/share/54S8JLHJrd78GatsK4so/assets/126956?ref=paymentandbanking.com) des Zahlungsdienstleisters Adyen. Für die Untersuchung hat das niederländische Unternehmen Transaktionsdaten der eigenen Plattform ausgewertet, die im vergangenen Jahr Zahlungen in Höhe von 1,6 Billionen Dollar von unzähligen Online-Händlern verarbeitete. Zudem hat das Unternehmen 1.000 Entscheidungsträger in US-amerikanischen Großunternehmen befragt. ## **So funktioniert die Fraud-Rate-Optimization** Betrüger gehen laut dem Report in einem Test-and-Learn-Verfahren vor, die wie das Gegenstück zur Betrugserkennung funktioniert: Dabei bombardieren sie Händler mit automatisierten Angriffen und passten die Ansatzpunkte wie Identitätsdaten, Zahlungsmethoden, Produkte und Preiskategorien immer wieder an. Die Reaktionen der Händler werden als Feedback wieder ins System eingespeist und weisen auf Schwachstellen hin und das in einer nie dagewesenen Geschwindigkeit. Um die Erträge zu maximieren, werden die Methoden mit der höchsten Erfolgswahrscheinlichkeit ausgeweitet. Im Fall des Sportartikelhändlers gaben autonome Bots selbstständig unzählige Nummern für Geschenkgutscheine ein und konnten so Guthaben abgreifen. Wie erfolgreich solche Betrugsmuster sind, macht sich in den Daten bemerkbar: So verursachten fünf Prozent der Käuferidentitäten 58 Prozent des Betrugsvolumens auf der Adyen-Plattform. Das betraf sowohl große als auch kleine Händler. Den Unternehmen falle es immer schwerer, diese Form des Betrugs zu erkennen. Weil die Täter riesige Operationen betreiben, ziehen Fehler große Schadenssummen nach sich. ## **Gute Kund:innen, schlechtes Verhalten** Doch längst nicht jeder Betrug geht von kriminellen Netzwerken aus: Laut dem Report sind die gefährlichsten Betrüger heute scheinbar legitime Kund:innen. Der [Trend](https://www.it-finanzmagazin.de/cybercrime-report-2025-first-party-fraud-ueberholt-scams-als-haeufigste-betrugsform-weltweit-226965/?ref=paymentandbanking.com) drehe sich rasant von anonymen Cyberattacken oder Scams hin zum sogenannten First-Party Fraud, dem systematischen Missbrauch durch echte Kund:innen mit einer langen Kaufhistorie: Die Person sitzt dann gemütlich auf dem Sofa, ist vollständig verifiziert, loggt sich mit dem eigenen, jahrelang genutzten Kundenkonto ein, um beispielsweise ein völlig intaktes Produkt zu reklamieren. Damit haben laut Umfrage mehr als 44 Prozent der befragten Unternehmen zu kämpfen. Besonders auch im stationären Handel nimmt Betrug mit Rückerstattungen auf unbekannte digitale Brieftaschen zu, weil Mitarbeiter:innen hier leichter nachgeben und oft selbst entscheiden können. Insgesamt hatten laut Auswertung fünf Prozent der Rückerstattungen einen betrügerischen Hintergrund. Ein anderer Ansatz, der häufig funktioniert, ist der Missbrauch von Angeboten, Aktionen oder kostenlosen Testphasen: Anfang 2025 meldeten sich tausende Nutzer:innen bei einem „weltweit führenden Softwareunternehmen” für eine kostenlose Testphase an. Dabei hinterlegten sie jedoch falsche oder risikoreiche Zahlungsdaten, die sich nach bei der ersten Abrechnung als fehlerhaft herausstellten. Bei Friendly Fraud ist der Wert einzelner Transaktionen zwar meistens eher gering, sodass interne Kontrollen unwahrscheinlicher sind. Denn Händler versuchen, das Verhältnis von Kosten für Prävention und möglichen Schäden klein zu halten, indem sie Einzelfallentscheidungen möglichst vermeiden. Friendly Fraud rutscht so oft durch das System. Doch je mehr auch kleine Transaktionen zum Risiko werden, desto teurer wird die Betrugsprävention. ## **Dilemma zwischen Konversion und Prävention** Damit rückt für Händler ein Dilemma in den Fokus: Der zunehmende Widerspruch zwischen Wachstum und Betrugsprävention. Laut dem Report erwarten fast 70 Prozent der befragten Unternehmen, dass Betrug ihr Umsatzwachstum bremst. Mehr Kontrollen etwa durch Authentifizierungen verringern Konversionsraten, also den Anteil von Kund:innen, die einen Kaufvorgang tatsächlich abschließen. Dabei treffen abgelehnte Vorgänge wie Rückerstattungen auch immer häufiger Unschuldige. Die Hälfte der befragten Unternehmen verzeichnen eine steigende Zahl von falschen Ablehnungen, wobei teilweise jede:r zehnte Kund:in, der blockiert wird, eigentlich legitim handelt. Das birgt auch ein Reputationsrisiko. Unternehmen versuchen, die richtige Balance zwischen Prävention und Konversion zu finden. Mit einem gewissen Teil an Betrug müssen sie leben. Das ist aber nicht ideal. Die Frage ist für viele deshalb, wie sie möglichst günstig dagegen vorgehen können. Laut einer Umfrage des [Merchant Risk Council](https://info.merchantriskcouncil.org/hubfs/Documents/Report%20PDFs/Global%20Fraud%20and%20Payments%20%28Reports%29/2026-global-ecommerce-payments-fraud-report.pdf?ref=paymentandbanking.com), einer Organisation für Fachleute aus dem Zahlungsverkehr und der Betrugsbekämpfung, hat sich der Anteil der Unternehmen, die bei der Betrugsprävention zuerst auf die Kosten achten, seit 2024 fast verdreifacht. ## **Neue Methoden müssen her** Daher müssen zunehmend neue Ansätze her: Es käme längst nicht mehr nur darauf an, durch Identitätsprüfungen festzustellen, ob ein:e Kund:in echt sei, sagt Andrea Ferrari, Betrugsexpertin bei Adyen. Sie empfiehlt Kund:innen anhand einer dynamischen Identität zu prüfen: „Gemeint sind Systeme, die kontinuierlich bewerten, ob Verhalten über den gesamten Customer Lifecycle hinweg der erwarteten Nutzung entspricht.” Viele Betrugsexpert:innen raten Händler dazu, sich zunehmend zu vernetzen. Absprache ist auch deshalb wichtig, weil Betrüger Erkenntnisse bei einem Händler auf andere übertragen. Sie nutzen Identitäten, die einmal erfolgreich angenommen wurden, gleich mehrmals und geben ihnen damit mehr Legitimität. Wenn sich Unternehmen also über Muster austauschen, könnten sie dies frühzeitig erkennen. Die EU-Regulierung unter PSD3 setzt auf verpflichtende Empfängerprüfung und schafft erstmals eine klare rechtliche Grundlage für den Austausch von Betrugssignalen zwischen Zahlungsdienstleistern. Doch zunächst müssen sich Unternehmen selbst helfen: Der Sportartikelhersteller bekam die Probleme durch ein Autorisierungsmodell wieder in den Griff. Später stellte sich heraus, dass die Gutscheinanfragen von vielen ähnlichen alten iPhones gestellt wurden. Durch einen Eingriff konnten diese Angriffe nach einer Woche ganz gestoppt werden. Und auch der Software-Konzern fand eine Lösung: Nun werden die Zahlungsdaten von Nutzer:innen bereits vor Ablauf der Testphase geprüft. ### BRUBEG erklärt: Was das neue Bankenpaket für Institute verändert URL: https://paymentandbanking.com/brubeg-erklart-was-das-neue-bankenpaket-fur-institute-verandert/ Last updated: 2026-06-18T19:32:15.000Z Mit dem BRUBEG ging die Bankenregulierung in die nächste große Runde. Hinter dem sperrigen Namen „Bankenrichtlinien-Umsetzung- und Bürokratieentlastungsgesetz“ verbirgt sich die nationale Umsetzung der CRD VI und damit ein zentraler Baustein des europäischen Bankenpakets rund um Basel III. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Renate Prinz, Rechtsanwältin und Partnerin bei Annerton, über die praktischen Auswirkungen des Gesetzes und darüber, warum viele Institute die Tragweite der neuen Regeln noch unterschätzen. Im Mittelpunkt stehen dabei mehrere große Themenfelder: strengere Anforderungen für Drittstaatenbanken, neue ESG-Vorgaben, ausgeweitete Governance-Regeln und deutlich umfassendere Fit-and-Proper-Anforderungen für Führungskräfte und Schlüsselfunktionen in Banken. Gleichzeitig soll das Gesetz eigentlich auch Bürokratie abbauen – zumindest theoretisch. Renate Prinz ordnet im Podcast ein, warum das BRUBEG vor allem als Teil der finalen Basel-III-Umsetzung verstanden werden muss. Ziel sei es, europaweit einheitlichere Standards bei Kapitalanforderungen und Risikomodellen zu schaffen. Besonders die bisher sehr unterschiedlich ausgestalteten internen Risikobewertungsmodelle der Banken sollen künftig stärker vereinheitlicht werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge sind die neuen ESG-Anforderungen. Banken müssen Nachhaltigkeitsrisiken künftig wesentlich stärker in ihre Risikoanalysen integrieren. Das Problem dabei: Vielen Instituten fehlen dafür bislang schlicht die notwendigen Daten – insbesondere im Mittelstand. Außerdem geht es um die Frage, welche Institute besonders betroffen sind. Vor allem internationale Banken und Drittstaateninstitute müssen prüfen, ob ihre bisherigen Geschäftsmodelle in der EU künftig überhaupt noch zulässig sind oder zusätzliche Strukturen und Erlaubnisse erforderlich werden. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Governance, Meldepflichten und interne Prozesse deutlich an. Die Folge macht damit deutlich: Auch wenn das BRUBEG offiziell Bürokratie abbauen soll, bedeutet es für viele Institute zunächst einmal vor allem eines: neue Prozesse, neue Prüfpflichten und umfangreiche Umsetzungsarbeit. ### KI Exchange 2026: Wie KI Banking, Payment und Compliance verändert URL: https://paymentandbanking.com/ki-exchange-2026-wie-ki-banking-payment-und-compliance-verandert/ Last updated: 2026-06-17T04:38:50.000Z KI trifft heute Entscheidungen, erkennt Betrug, analysiert Risiken und unterstützt regulatorische Prozesse. Auf der KI Exchange 2026 diskutieren führende Köpfe aus Banking, Payment, Fintech, Insurtech und Tax, was davon bereits produktiv im Einsatz ist und was noch nicht. ## **KI im Finanzsektor** Die Diskussion darüber, ob Künstliche Intelligenz die Finanzbranche verändern wird, ist längst vorbei. Die spannendere Frage lautet inzwischen: Wie wird sie eingesetzt? Von der Betrugserkennung über Compliance-Prozesse bis hin zu autonomen Agenten, die Zahlungen auslösen oder Kund:innen beraten: KI entwickelt sich zunehmend von einem Werkzeug zu einem festen Bestandteil moderner Finanzinfrastrukturen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Mit dem EU AI Act, DORA und weiteren regulatorischen Vorgaben müssen Unternehmen nicht nur innovativ sein, sondern auch nachvollziehbar, sicher und regelkonform handeln. Genau hier setzt die KI Exchange (KEX) an. Die KI Exchange versteht sich nicht als klassische Technologiekonferenz. Statt theoretischer Zukunftsbilder stehen konkrete Erfahrungen, produktive Anwendungen und ehrliche Diskussionen im Mittelpunkt. ## **Von Agentic Banking bis Fraud Prevention** Inhaltlich spannt die KI Exchange den Bogen von strategischen Fragen bis hin zu konkreten Anwendungsfällen. So diskutieren Expert beispielsweise im Panel „Agentic Banking: Vom Frontend-Feature zum autonomen Finanz-OS“, wie sich Banken, PSPs und Fintechs auf eine Welt vorbereiten, in der KI-Agenten Entscheidungen treffen, Zahlungen auslösen und Risiken aktiv managen. Im Panel „Agentic Commerce: Wer kontrolliert den Checkout, wenn AI einkauft?“ geht es um die Frage, wie sich Machtverhältnisse verändern, wenn digitale Agenten Preise vergleichen, Loyalty-Programme nutzen und eigenständig Zahlarten auswählen. Mit „Risk, Fraud & Compliance in Echtzeit“ steht zudem ein Thema auf der Agenda, das viele Unternehmen bereits heute beschäftigt: Wie können KI-Systeme Betrug erkennen, AML-Prozesse unterstützen und gleichzeitig regulatorischen Anforderungen gerecht werden? Wer sich mit den organisatorischen Herausforderungen beschäftigt, findet bei „AI Governance in Payment & Banking“ Antworten auf Fragen rund um Modellüberwachung, Data Governance, Audit-Trails und die Zusammenarbeit mit Aufsichtsbehörden. Und mit „OpenClaw & Co.: Wenn AI-Agenten echte Finanzaktionen ausführen“ wagt die KEX einen Blick auf eine Zukunft, die näher sein könnte als viele denken: autonome Systeme, die eigenständig handeln, investieren oder Zahlungen auslösen, inklusive aller Fragen zu Haftung, Sicherheit und Kontrolle. Dabei steht nie die Technologie allein im Mittelpunkt, sondern die Frage, wie Unternehmen sie sinnvoll, sicher und wirtschaftlich einsetzen können. [***Hier findest du das Programm im Überblick***](https://www.ki.exchange/programm?utm%5Fsource=Blog&utm%5Fmedium=artikel&utm%5Fcampaign=KEX&utm%5Fcontent=artikel-link) ## **Der Maschinenraum der KI** Neben Panels und Vorträgen setzt die KEX bewusst auf interaktive Formate. In den sogenannten Labs arbeiten Expert:innen gemeinsam mit den Teilnehmenden an konkreten Fragestellungen. Im Guardrail Lab geht es um AI Governance, EU AI Act und Model Risk Management. Das Agent Lab beschäftigt sich mit autonomen Finanzagenten, Wallet-Mandaten und Transaktionssicherheit. Im Business Impact Lab steht die Frage im Mittelpunkt, wann KI tatsächlich Mehrwert schafft – und wann nicht. Ziel ist es, nicht nur Inspiration mitzunehmen, sondern konkrete Ansätze, neue Kontakte und Ideen, die sich auch nach dem Event noch nutzen lassen. [***Zu den Labs***](https://www.ki.exchange/programm?utm%5Fsource=Blog&utm%5Fmedium=artikel&utm%5Fcampaign=KEX&utm%5Fcontent=artikel-link) ## **Hochkarätige Stimmen aus Finanzbranche, Technologie und Wissenschaft** Die KI Exchange bringt nicht die üblichen KI-Kommentator:innen auf die Bühne, sondern Menschen, die KI-Projekte verantworten, finanzieren, regulieren oder selbst entwickeln. Mit dabei sind Expert:innen aus Banken, Fintechs, Payment-Unternehmen, Versicherungen, Technologieunternehmen und der Wissenschaft, die täglich an den Fragen arbeiten, über die auf der KEX diskutiert wird. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-ef069f91-63a4-4bee-aa62-046b02a92d0b.jpeg) [***Das sind unsere Speaker***](https://www.ki.exchange/speaker?utm%5Fsource=Blog&utm%5Fmedium=artikel&utm%5Fcampaign=KEX&utm%5Fcontent=artikel-link) ## **KI Exchange 2026: Für alle, die Entscheidungen treffen** Die KI Exchange richtet sich an Menschen, die sich nicht mehr fragen, ob KI relevant wird, sondern wie sie sinnvoll eingesetzt werden kann. An Entscheider:innen, Produktverantwortliche, Compliance- und Risikoteams, Innovationsmanager:innen sowie Technologieverantwortliche, die Orientierung in einem Umfeld suchen, das sich derzeit schneller verändert als jede andere Entwicklung der vergangenen Jahre. Wer verstehen möchte, wie KI den Finanzsektor tatsächlich verändert, findet auf der KI Exchange 2026 nicht die nächste Vision, sondern die Menschen, die bereits daran arbeiten. ### **Wenn die Bühne schließt, wird es meistens interessant** Die meisten Konferenzen enden mit dem letzten Panel. Die KI Exchange legt dann noch mal richtig los. Denn die Gespräche, an die man sich später erinnert, finden selten auf der Bühne statt. Sondern beim ersten Getränk danach. Wenn Banker:innen, Gründer:innen, Produktmenschen, Investor:innen und Regulatorik-Expert:innen ohne Mikrofon miteinander diskutieren. Über das, was wirklich funktioniert. Was überschätzt wird. Und wer das Ganze am Montag eigentlich umsetzen soll. Genau deshalb gehört der Abend genauso zur KEX wie jedes Panel davor. **KI Exchange 2026** 📅 23\. Juni 2026📍 Hamburg [***Jetzt Ticket sichern*** ](https://pba-experts-gmbh-apio.vivenushop.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Blog&utm%5Fmedium=artikel&utm%5Fcampaign=KEX&utm%5Fcontent=artikel-link) ### Warum es in Europa noch keine umfassende KI-Finanzberatung gibt URL: https://paymentandbanking.com/warum-es-in-europa-noch-keine-umfassende-ki-finanzberatung-gibt/ Last updated: 2026-06-17T05:52:13.000Z Wer sagt, dass Menschen einer KI nicht mit ihren Finanzen trauen, liegt falsch: nicht nur, dass der Großteil der Deutschen bereits KI nutzt (Solaris/Civey Studie), 68 Prozent können sich Ki-gesteuerte Finanzberatung grundsätzlich vorstellen (ING/YouGov) und 56 Prozent sehen in KI Finanzberatung eher eine Chance als ein Risiko (Bitkom). Schon heute kreiert der Zugang zu KI informiertere Kund:innen, die besser vorbereitet zu Gesprächen kommen: 28 Prozent aller Deutschen befragen heute schon ChatGPT, Claude oder Gemini zu Umsätzen und Sparpotentialen. In den USA ist für Kund:innen von OpenAI dieser Finanzblick durch die Kooperation von OpenAI und Plaid bereits möglich. Darüber hinaus können sich Kund:innen dort auch bereits mit ihren Finanzen “unterhalten”, dank des Foundation Transaction Models, das Plaid aus ihrem Datenschatz gebaut haben, denn Transaktionsdaten sind die Sprache der Finanzindustrie. Hier ist ChatGPT das Interface, aber der Wert entsteht auf den Ebenen darunter, in der Interpretation der Daten. Mit Revolut bietet erstmals eine Bank ähnliches an. Sonst ist mir in der EU keine andere Bank bekannt, die eine entsprechende Funktion gelauncht hat. ## **Wann kommt endlich das Financial Home für Europa?** Dabei ist die Nachfrage groß. In jeder Umfrage wünschen sich Kund:innen vor allem einen umfassenden Blick auf ihre finanzielle Situation, und darauf basierend darauf, mehr Unterstützung, ihre finanzielle Position zu verbessern. Sie suchen das Financial Home, über das wir schon seit Ewigkeiten sprechen. Abgesehen davon, Kontoauszüge per CSV und Dokumente per PDF in das Chat-Interface der Wahl hochzuladen (aber meistens nur in den kostenpflichtigen Versionen und mit deaktivierter Datennutzung zu Trainingszwecken), gibt es in jedem Land einige Anbieter, die die Datenaggregation für die meisten Retailkund:innen übernehmen könnten – einen wirklich pan-europäischen Player, der die finanzielle Situation umfassend abbildet, gibt es aber nicht. Tink hat zwar auch Nicht-PSD2-Connectivity, der Zugang zu Investments beschränkt sich aber vor allem auf die skandinavischen Märkte; überall sonst geht das Angebot kaum über Angebote hinaus, die Finanzen bloß überwachen. ## **Europa ist noch nicht so weit** Entscheidend für die Vermögensberatung ist eine andere Kategorie: spezialisierte Anbieter, die Depot-, Vorsorge- und Versicherungsdaten zusammenführen und vergleichbar machen – also genau jene Daten, die ein Beratungsmodell braucht. Wie weit diese heute reichen, habe ich in der [letzten Kolumne ](https://paymentandbanking.com/hat-revolut-gerade-den-nokia-moment-fur-banken-geschaffen/)beschrieben: starke nationale Champions, aber kein europäischer Anbieter mit vergleichbarer Tiefe; ihre DNA kommt meist aus PSD2, und der Zugang zu Premium-Bank- oder staatlichen APIs (Rente, steuerliche Parameter) ist von Land zu Land sehr verschieden. Sie können zwar noch nicht auf Open Finance APIs zugreifen, wohl aber auf immer mehr von großen Banken exponierte Premium APIs, und natürlich kann man Scraper für weitere Daten heute mit KI viel einfacher bauen, und zwar auch so, dass Agenten sie auch eigenständig reparieren. Vor allem aber sind diese Firmen durchweg B2B-Anbieter: Als Retailkund:in komme ich an sie (mit wenigen Ausnahmen) gar nicht heran, um meine eigenen Finanzdaten zusammenzuführen. Genau hier klafft die Lücke zwischen dem, was Kund:innen wollen, und dem, was sie selbst erreichen können. ## **Claude, hilf’ mir, mir ein Bild über meine finanzielle Position zu machen** Konkret gesprochen: Wenn sich Lisa (48) heute darüber informieren möchte, wie es um ihre Altersvorsorge da steht, und wann sie aufhören kann, zu arbeiten, dann kann sie heute selbst alle Informationen mühevoll heraussuchen und in eine KI hochladen. Und wenn sie dies tut, dann sieht sie keine Freibeträge, keine steuerlichen Implikationen. Die Daten sind auch nicht kontextualisiert, sodass das “so what” oft fehlt. Und die KI darf sie auch nicht beraten, ihr nur Informationen zur Verfügung stellen. Die Folge: Lisa wäre zwar viel besser für ein Beratergespräch vorbereitet als früher, aber das ist auch alles. Oder sie geht zu einem tradierten Berater, evtl. bei ihrer Bank, der aber auch längst nicht alle ihre Anlagen und Ansprüche kennen kann, weil Lisa ihm nicht automatisch den Zugang dazu ermöglichen kann. Weder in den USA, noch in Europa, darf eine KI wie Claude Finanzberatung anbieten. Diese ist natürlich überall reguliert, und das kontextualisierte Darstellen der Finanzinformation in KI wie ChatGPT stellt heute eine Grauzone dar. Man könnte sich nun vorstellen, dass Banken und Berater-Pools genau das entwickeln, was fehlt: KI-gestützte Finanzberatung für das Mass Affluent Segment, mit Menschen, die das Geschäft überwachen und die ansprechbar sind. Vielleicht, aber auf welcher Basis? ## **Wer investiert in die nötige Infrastruktur?** Die nötigen Investitionen in das Fundament hierzu sind derzeit aber nur bei einer Bank offen festzustellen: Revolut, die mit Pragma und Air ein Foundational Model für Transaktionsdaten, sowie die KI Interface erstellt haben, die aber derzeit von ihrem Produktangebot im Bereich der umfassenden Finanzberatung noch nicht angekommen sind, aber verstärkt in der Private Banking Industrie rekrutieren (auch hierzulande). Mastercard hat als ein weiterer globaler Player ein Foundation Model angekündigt, basierend natürlich auf Händler- und Transaktionsdaten. Das ist wichtig, weil Dateninfrastruktur gepaart mit einem Foundation Model über ein universelles Interface den Wert der Information bestimmt. Noch dazu werden globale Unternehmen wie Anthropic und OpenAI nur ungerne eine zersplitterte Daten-Partnerschaftsstruktur aufbauen und pflegen. ## **Der Weg: Zersplitterte Datenstruktur überwinden** Die europäische Industrie muss sich nun als überlegen, was sie möchte: eine weiterhin zersplitterte Dateninfrastruktur, die aus vielen kleineren Unternehmen besteht, die weder über signifikantes Growth Capital verfügen, noch schnell genug agieren können, den Markt entsprechend zu besetzen. Investoren, die auf den Exit hinarbeiten und während es keinen derzeit sichtbaren Player gibt, der diesen Markt vereinen könnte. Oder wir bauen einen gemeinsamen signifikanten Burgraben (MOAT) auf: eine pan-europäische Vermögensdaten-Infrastruktur, die mit einem eigenen Foundation Model der kompetente Partner für die gesamte Wertschöpfungskette in der Bereitstellung von Finanz- und Vermögensdaten KI. Ich sehe ein Zeitfenster von 12 bis 18 Monaten. ### Diese KI-Regelwerke sollten Fintechs und Banken kennen URL: https://paymentandbanking.com/how-to-survive-ai-compliance/ Last updated: 2026-06-15T10:03:34.000Z ## Die Lage in drei Sätzen Vier Regelwerke fallen 2026 zusammen und betreffen jeden, der KI in Banking, Payment oder Versicherung einsetzt. Bis zum 2\. August 2026 muss jedes System, das über Kreditwürdigkeit, Versicherungsprämien oder Kund\*innen-Zugang entscheidet, alle Compliance-Fragen technisch gelöst haben: Doku, Logging, menschliche Kontrolle und Erklärbarkeit. Wer das verschläft, riskiert nicht nur Bußgelder, sondern Prüfungsfeststellungen und einen Kapitalaufschlag der Bafin. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/ai-compliance-2026-banken-fintechs-ueberlebenshandbuch-1.jpg) [Ai-Compliance-Savetycard-02 (1)Ai-Compliance-Savetycard-02 (1).pdf2 MBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/06/Ai-Compliance-Savetycard-02--1-.pdf "Download") ## Was sich konkret ändert **Ein abgelehnter Kreditantrag, August 2026** Bisher: Ein\*e Kund\*in bekommt eine Standardabsage. Der Score sei zu niedrig, mehr Infos erhält er beziehungsweise sie nicht. Künftig: Der oder die Kund\*in kann eine Erklärung verlangen, warum genau der Antrag abgelehnt wurde. Als Antwort reicht dann nicht, dass der Algorithmus so entschieden hat. Sondern: welche Faktoren wie stark beigetragen haben. Wer das nachlesen möchte, muss Artikel 26, Absatz 11 im AI Act der europäischen Union aufschlagen und auch auf Artikel 22 der DSGVO schauen. Wer keine SHAP- oder LIME-Werte zur Hand hat, kann die Frage nicht beantworten. **Ein GenAI-Chatbot im Online-Banking** Bisher: Der Bot läuft, das Marketing freut sich, niemand schaut genau hin. Künftig: Jeder Bot-Dialog muss geloggt sein, nachvollziehbar, mit Zeitstempel und Modellversion. Wenn der Bot eine falsche Auskunft gibt und d\*ie Kund\*in daraufhin Geld verliert, fragt die Bafin: Welches Modell, welche Version, welcher Prompt, welcher Output? Wer das nicht beantworten kann, hat ein Problem. **Ein Score von Schufa oder Creditreform** Bisher: Score reinholen, Entscheidung treffen, fertig. Künftig: Banken, Fintechs und Co. sind Betreiber im Sinne des AI Act. Auch wenn sie das Modell nicht selbst bauen, verantworten sie die Nutzung. Das heißt: Sie brauchen eine Folgenabschätzung, eine Dokumentation, ein Verfahren für den Fall, dass der Score falsch ist. „Die Schufa macht das schon" reicht nicht. **Ein Betrugserkennungssystem eines US-Anbieters** Bisher: Vertrag, Integration, Go-Live. Künftig: Der Vertrag muss Audit-Rechte enthalten, Model-Change-Notification und Incident-Reporting innerhalb von Stunden. Ohne diese Klauseln verstoßt ihr gegen die EU-Richtlinie Dora. Die meisten Standardverträge enthalten genau das nicht. ## Die vier Regelwerke, was sie wirklich verlangen ### 1\. EU AI Act **Stichtag:** 2\. August 2026 **Was es ist:** Die Verordnung 2024/1689\. Sie unterscheidet KI nach Risiko. Credit Scoring und Versicherungs-Pricing sind automatisch Hochrisiko, egal wie simpel das Modell ist. Auch eine logistische Regression auf drei Variablen zählt. **Was Banken und Fintechs konkret tun müssen:** • Alle Kreditentscheidungen, Bonitätsprüfungen, Preisberechnungen für Versicherungen identifizieren. Die müssen alle dieselbe Compliance-Hürde nehmen. • Eine technische Dokumentation pro System schreiben. Was macht das Modell, mit welchen Daten wurde es trainiert, wie wird es überwacht. • Menschliche Überprüfung sicherstellen. Ein\*e Mitarbeiter\*in muss eine Modellentscheidung übersteuern können. Ohne dass dafür ein Ticket über drei Abteilungen läuft. • Auf Anfrage einer betroffenen Person erklären können, warum die Entscheidung so ausgefallen ist,iIn Klartext, nicht in Mathematik. • Das System in der EU-Datenbank registrieren, bevor es live geht. **Was es kostet, wenn nicht:** Bis 15 Millionen Euro oder drei Prozent vom Konzernumsatz. Bei großen Häusern ist das die zweite Zahl. ### 2\. Dora **Status:** Gilt seit dem 17\. Januar 2025\. **Was es ist:** Die Digital Operational Resilience Act, Dora, behandelt KI-Modelle wie jedes andere Informations- und Kommunikationssystem (ICT). Was zählt: Was passiert, wenn es ausfällt, falsche Werte liefert oder kompromittiert wird? **Was Banken und Fintechs konkret tun müssen:** • Jeden KI-Anbieter ins ICT-Drittparteienregister eintragen. OpenAI, Anthropic, Mistral, die SaaS-Fraud-Plattform, alle. • Die kritischen identifizieren. Was passiert, wenn der Anbieter morgen den Stecker zieht? Gibt es eine Exit-Strategie? • Vertragsklauseln nach Art. 30 nachverhandeln. Audit-Recht, Subunternehmer-Kontrolle, Incident-Meldung. Das mögen die Anbieter nicht. Aber Dora verlangt es. • Modelldrift als ICT-Vorfall behandeln. Wenn das Scoring-Modell plötzlich anders entscheidet, ist das meldepflichtig. **Was es kostet, wenn nicht:** Bis zu einen Prozent des Tagesumsatzes pro Tag. Das summiert sich schnell zu sechsstelligen Beträgen. ### 3\. MaRisk, 9\. Novelle **Stand:** Bafin-Konsultation 02/2026 läuft. Finalfassung Ende 2026, Übergangsfrist zwei Jahre. **Was es ist:** Die deutsche Bankenaufsicht zieht nach. Das neue Modul AT 4.3.4 regelt KI-Modelle erstmals explizit. Bisher hat die Bafin KI über die Hintertür „Modellrisiko" geprüft. Jetzt steht es ausdrücklich drin. **Was Banken und Fintechs konkret tun müssen:** • Ein Modellinventar pflegen. Nicht nur die klassischen Risikomodelle, sondern auch GenAI im Kund\*innen-Service, KI-gestützte Kategorisierungen, automatische Klassifizierer. • Modelle validieren. Auch Drittanbieter-Modelle. „Die haben das schon getestet" reicht der Bafin nicht. • Modelle überwachen. Drift, Performance, Fairness. Mit dokumentiertem Verfahren. • Die Verbindung zu BAIT und bestehender MRM-Doku herstellen. Wer beides getrennt aufbaut, doppelt die Arbeit. **Was es kostet, wenn nicht:** Keine direkten Bußgelder. Aber Prüfungsfeststellungen, in schweren Fällen ein aufsichtlicher Kapitalaufschlag. Das ist teurer als jede Strafe. ### 4\. DSGVO Art. 22 und Datenschutz **Status:** Gilt seit 2018, wird durch den AI Act schärfer interpretiert. **Was es ist:** Artikel 22 verbietet vollautomatisierte Entscheidungen mit erheblicher Wirkung auf Personen, sofern keine Ausnahme greift. Genau hier sitzen Kreditentscheidungen und Versicherungstarife. **Was Banken und Fintechs konkret tun müssen:** • Bei jeder automatisierten Entscheidung eine Rechtsgrundlage benennen können. Vertrag, Einwilligung oder gesetzliche Grundlage. • Eine echte menschliche Überprüfung anbieten. Nicht: „Mitarbeiter\*in klickt OK". Sondern: jemand mit Befugnis schaut sich den Fall an. • Eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) machen. Die läuft parallel zur Grundrechte-Folgenabschätzung (Fria) aus dem AI Act. Beide in einem Prozess zusammenzuführen spart Arbeit. • Auftragsverarbeitungsverträge mit KI-Anbietern abschließen. Auch mit OpenAI und Co. **Was es kostet, wenn nicht:** Bis 20 Millionen Euro oder vier Prozent Konzernumsatz. Höher als der AI Act. ## Was bis wann passieren muss **Mai 2026**: MaRisk-Konsultation endet am 8\. Mai. Wer sich beteiligen will, jetzt. **Sommer 2026**: Letzte Vorbereitungen für den 2\. August. Inventar steht, Logging läuft, Verträge sind nachverhandelt. **2\. August 2026**: Stichtag AI Act für Hochrisikosysteme. Ab hier können Aufsicht und betroffene Personen Pflichten einklagen. **Herbst 2026**: MaRisk-Finalfassung wird erwartet. Mit ihr starten Prüfungen unter den neuen Regeln. **2027 und 2028**: Übergangsfrist MaRisk läuft. Volle AI-Act-Durchsetzung greift. Erste Bußgelder im Markt. ## KI Exchange Das alles besprechen wir auf der KI Exchange. Ein Tag, ein Raum, die wichtigsten Stimmen zu KI in Banking, Payment und Versicherung. Praxis statt Slideware. Diskussion statt Monolog. Keynotes, ehrliche Panels, Hands-on-Sessions zu genau diesen Themen. **Hol dir dein Ticket:**[ **ki.exchange**](https://ki.exchange/?ref=paymentandbanking.com) ### KI für bessere Entscheidungen: Wie Unternehmen Ursachen statt Symptome erkennen URL: https://paymentandbanking.com/ki-fur-bessere-entscheidungen-wie-unternehmen-ursachen-statt-symptome-erkennen/ Last updated: 2026-06-18T08:13:00.000Z Meetings, Statusrunden, Ursachenanalysen. Und trotzdem bleibt oft die gleiche Frage: Arbeiten wir eigentlich am richtigen Problem?In dieser Folge von 3x3=10 sprechen wir mit Christian Beyler und Patrick Sieradzon von aidaptik über ein Thema, das in fast jedem Unternehmen vorkommt, aber selten systematisch gelöst wird: fehlende Klarheit. Ausgangspunkt war eine Beobachtung, die viele Führungskräfte kennen dürften: Teams verbringen viel Zeit damit, Symptome zu bekämpfen, statt die eigentlichen Ursachen zu verstehen. Gleichzeitig werden Kalender voller Meetings, Informationen gehen verloren und unterschiedliche Perspektiven treffen aufeinander, ohne wirklich zusammengeführt zu werden. Genau hier setzt Clarity an. Die Idee: KI nicht als Antwortmaschine nutzen, sondern als Moderator eines strukturierten Analyseprozesses. Hypothesen werden aufgestellt, Stakeholder asynchron eingebunden und unterschiedliche Sichtweisen zusammengeführt. Das Ziel ist nicht mehr Information, sondern bessere Entscheidungen. **Wir sprechen darüber:** - Warum viele Probleme eigentlich Kommunikationsprobleme sind - Weshalb unterschiedliche Menschen dieselbe Situation völlig unterschiedlich bewerten - dass „mehr Meetings“ selten die richtige Antwort ist - wie KI als eine Art Taschen-Unternehmensberater eingesetzt werden kann - und weshalb die eigentliche Herausforderung oft nicht die Lösung, sondern die richtige Diagnose ist Außerdem erzählen Christian und Patrick offen von ihrer Gründerreise, ihrem Pivot, den ersten Erfahrungen aus der Beta-Phase und der Frage, wie aus einer Idee ein Produkt wird, das echte Führungsarbeit unterstützen soll. Eine Folge über Ursachen statt Symptome. Über Klarheit statt Bauchgefühl. Und über die spannende Frage, ob Führungskräfte künftig einen KI-gestützten „Problemdiagnostiker“ in der Hosentasche haben werden? ### Office of the CFO: Wenn der Finanzbereich zum strategischen Betriebssystem wird URL: https://paymentandbanking.com/office-of-the-cfo-wenn-der-finanzbereich-zum-strategischen-betriebssystem-wird/ Last updated: 2026-06-17T05:52:57.000Z Der Markt für CFO-Software erlebt gerade eine Verschiebung, die lange überfällig war. Was jahrelang als Backoffice-Thema galt, Buchhaltungssoftware, Jahresabschluss, Rechnungsverarbeitung, wird gerade zum strategisch wichtigsten Software-Stack eines Unternehmens umgebaut. Regulierung, künstliche Intelligenz und eine außergewöhnliche Welle von Investitionen und Übernahmen treiben diesen Wandel gleichzeitig an. Wer das noch nicht auf dem Radar hat, wird es bald. In dieser Podcast-Folge spricht Nicole Nitsche mit Julian Ostertag, Managing Partner bei Drake Star Partners, über einen Markt, den viele unterschätzen und der gerade neu definiert wird. Grundlage des Gesprächs ist der „Office of the CFO Sector Report H2-2025", den Drake Star kürzlich veröffentlicht hat: C-Level-Interviews mit acht europäischen Gründern und CEOs, eine vollständige Marktlandkarte mit hunderten von Anbietern und die Auswertung von über 120 Transaktionen allein im zweiten Halbjahr 2025. ### **Was braucht heute ein CFO eigentlich?** Der moderne CFO ist längst kein reiner Zahlenverwalter mehr. Er ist strategischer Co-Pilot der Geschäftsführung, zuständig für Planung, Liquidität, Compliance, Reporting und zunehmend auch für ESG-Berichterstattung. Der Software-Stack, mit dem er das tun soll, ist in vielen Unternehmen noch ein Flickenteppich: ein Tool für Rechnungen, ein anderes für Budgets, ein drittes für Treasury, dazwischen Excel. Das funktionierte, bis es nicht mehr funktionierte. Neue regulatorische Anforderungen machen diesen Zustand unhaltbar. Internationale Steuerreformen, EU-Mehrwertsteuerpflichten, verpflichtende Nachhaltigkeitsberichterstattung, all das landet auf dem Schreibtisch des CFOs und erzwingt Modernisierungen, die viele Unternehmen ohne diesen Druck noch jahrelang aufgeschoben hätten. Der Report beschreibt das als einen der stärksten Kaufbeschleuniger im gesamten B2B-Softwaremarkt. ### **120 Deals in einem Halbjahr** Dass Private-Equity-Investoren das ähnlich sehen, zeigt die Transaktionsdichte: Über 120 Übernahmen und Finanzierungsrunden im zweiten Halbjahr 2025, mehr als 80 davon Sponsor getrieben. Investoren bauen hier systematisch Plattformen durch gezielte Zukäufe und zahlen dafür im Schnitt fast das Zehnfache des Jahresumsatzes. Zum Vergleich: Börsennotierte Vergleichsunternehmen werden aktuell mit etwa dem Viereinhalbfachen bewertet. Die Prämie auf gut positionierte, tief in Kundenprozesse eingebettete CFO-Software ist real und wird von Investoren bewusst gezahlt. ### **Acht europäische Gründer – und eine unbequeme Beobachtung** Für den Report hat Drake Star acht europäische CFO-Software-Unternehmen porträtiert: Candis, Embat, EMAsphere, Everest Systems, iplicit, Moss, TIS und xSuite. Alle haben große Ambitionen: Candis will das autonome Finanzbetriebssystem für den Mittelstand werden, Moss die zentrale Ausgabenplattform für SMEs in Europa, TIS der globale Orchestrierungs-Layer für Zahlungen und Liquidität. Alle kämpfen um den gleichen Platz im Stack des CFOs. Was dabei auffällt: Europäische Kunden fragen AI-Lösungen in diesem Bereich deutlich seltener aktiv nach als nordamerikanische. Die Nachfrage ist moderat, nicht hoch. Was das über den Stand der Digitalisierung in europäischen Finanzabteilungen aussagt und wie schnell sich das ändert, ist einer der pointiertesten Gesprächsmomente. ### **AI frisst Enterprise Software und der CFO-Stack ist das erste Opfer** Der Kontext dieses Gesprächs ist größer als ein einzelner Report. Julian Ostertag spricht auf der KEX 2026 über eine Frage, die den gesamten Enterprise-Software-Markt gerade destabilisiert: Is AI eating Enterprise Software? Was passiert mit der IT-Landschaft von Unternehmen und mit den Geschäftsmodellen etablierter SaaS-Anbieter, wenn künstliche Intelligenz die Geschwindigkeit der Softwareentwicklung und -anpassung dramatisch erhöht und gleichzeitig die Kosten massiv senkt? Wer setzt sich durch in den nächsten „Architecture Wars" der Enterprise IT, die großen Plattformen, die AI einbauen, oder neue AI-native Angreifer, die ohne Legacy-Ballast starten? Welche Unternehmenstypen entstehen neu, welche alten Modelle verschwinden? Der CFO-Stack ist dabei kein Randbereich, sondern Frontlinie. Genau hier treffen etablierte ERP-Riesen wie SAP und Oracle auf eine neue Generation AI-nativer Anbieter und genau hier entscheidet sich, ob die Plattform-Logik der letzten zwanzig Jahre noch gilt. Julian Ostertag sitzt seit Jahren in den Räumen, in denen über diese Deals entschieden wird, auf der Seite der Gründer, der Käufer und der Investoren. Im Gespräch erklärt er, welcher der fünf großen Markttreiber aus seiner Sicht der nachhaltigste ist, warum europäische Anbieter ihren regulatorischen Heimvorteil zu selten nutzen, und was einen CFO-Software-Anbieter heute wirklich wertvoll macht, jenseits der Wachstumszahlen. Und er gibt eine klare Einschätzung zu einer Frage, die den gesamten Markt beschäftigt: Gibt es in diesem Segment Platz für mehrere große Plattformen oder läuft es auf eine Handvoll Gewinner hinaus, die alles andere verdrängen? *Der vollständige „Office of the CFO Sector Report H2-2025" von Drake Star Partners ist findet ihr hier:* [Drake Star OCFO Sector Insights H2-25Drake Star OCFO Sector Insights H2-25.pdf7 MBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/06/Drake-Star-OCFO-Sector-Insights-H2-25.pdf "Download") *Julian Ostertag spricht auf der KEX 2026 am 23\. Juni in Hamburg. Tickets und Programm unter* [*ki.exchange.*](https://www.ki.exchange/?ref=paymentandbanking.com) Jetzt reinhören. ### SpaceX-IPO: Ist Trade Republic nur ein Teil der Marketing-Maschinerie? URL: https://paymentandbanking.com/spacex-ipo-ist-trade-republic-nur-ein-teil-der-marketing-maschinerie/ Last updated: 2026-06-12T09:00:01.000Z Wer Depots bei den einschlägigen deutschen Neobrokern hält, wird dem Thema in den letzten Wochen wohl kaum entkommen sein. Der monumentale Börsengang von Elon Musks Weltraumunternehmen SpaceX wird von ihnen als Gelegenheit verstanden, so richtig die Werbetrommel zu schlagen. In Newslettern, Pop-Up-Fenstern und Videos befeuern sie die sowieso schon großen Erwartungen an den Börsengang. Wenn nicht mit ihnen jetzt in Aktien investieren, wann dann? Ganz vorne mit dabei ist Trade Republic. In der App findet sich sogar ein Countdown bis zu dem Zeitpunkt, an dem die Wertpapiere nicht mehr gezeichnet werden können. Anders als die Konkurrenz hat es der Neobroker aus Berlin nämlich geschafft, seinen Kunden anzubieten, die Aktie schon vor dem Börsengang zu zeichnen. Unter den Neos bietet dies sonst nur die britische Bank Revolut an. Der zweitgrößte Neobroker Scalable Capital bietet nur den Handel nach dem Börsengang an, macht aber auch Werbung damit und [nennt](https://www.instagram.com/p/DZFpLJ3Eb4p/?utm%5Fsource=ig%5Fweb%5Fcopy%5Flink&igsh=MzRlODBiNWFlZA==) es die „2-Billionen-Dollar Rakete”. Das Ziel ist, am Handel mit der Aktie bereits am Tag des Börsengangs ebenfalls vom Hype zu profitieren. Das Interesse an US-Technologie-Titeln sei unverändert hoch, teilt man auf Anfrage von *Payment & Banking* mit. ## **Hoher Anteil an Privatinvestoren** Das Kalkül scheint offensichtlich. Denn irgendein US-Technologie-Titel ist SpaceX schließlich nicht. Durch den Medien-Hype könnte sich der ein oder andere Neukund:innen zu diesem Anlass ein Depot eröffnen. Wer loslegen will muss sich so kurz vor dem Börsengang beeilen und da haben Neobroker den Vorteil, dass bei ihnen ein Depot in kurzer Zeit eingerichtet ist. Damit wäre dann alles bereit, mit dem heißesten Titel des Jahres zu handeln. Aber kann der Börsengang den Neobrokern tatsächlich echten Schub verleihen? Dagegen spricht ein Risiko: Es ist zumindest ein Börsengang, der aus den üblichen IPOs heraussticht. Bis zu 30 Prozent der Aktien werden Privatinvestor\*innen bereits vorab unter anderem über Plattformen wie Trade Republic zum Zeichnen angeboten. Paul Maares, Referent für Kapitalmarktrecht bei der Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) sieht das kritisch – er spricht von einer potentiellen „Red Flag”. Laut ihm möchte man so sichergehen, die von vielen als überhöht bezeichnete Bewertung, auch tatsächlich zu erreichen. „Man setzt hier auf die Retail-Anleger und hofft, dass sie auf den Hype aufsteigen”, sagt er. Neobroker seien dafür die perfekte Plattform. Als Anleger könnte man das Angebot kaum übersehen. „Es wird einem schon mit einem aggressiven Vertriebsmodell richtiggehend reingehämmert”, sagt Maares. Das gehe schon deutlich über eine eigentlich neutrale Demokratisierung des Investierens hinaus. „Früher stand man doch eher für die private Altersvorsorge und das passive Investieren in ETF-Sparpläne, heute geht es zunehmend um riskante Investments und hohe Bewertungen.” Neobroker seien damit praktisch auch ein Teil der Marketing-Maschinerie von SpaceX geworden. Die Angst, beim Börsengang des größten Privatunternehmens der Welt nicht dabei zu sein (FOMO), komme damit noch stärker zum Tragen. ## **Neue Profitquelle nach Wegfall von Payment-for-Order-Flow** Anders als Flatexdegiro, Interactive Brokers und Comdirect ist Trade Republic kein Broker, der sich an ernsthafte Amateur-Trader richtet. Das Angebot trifft damit vor allem auf eine Zielgruppe, die noch nicht viel Erfahrung im Aktienhandel hat oder gerade erst ihre ersten Schritte versucht. Trade Republic liefert in der App wie bei jeder großen Ankündigung Videomaterial, in dem erklärt wird, was überhaupt ein Börsengang ist. Immerhin weist der Broker in seinen Videos auch auf die Risiken hin. Und die scheinen nicht gerade klein zu sein. Kurse sind nach Börsengängen bekannterweise volatil. Das scheint insbesondere hier der Fall zu sein, weil die Meinungen zu den Bewertungen so stark polarisieren. Zudem geistern Vergleiche mit der Dotcom-Blase umher, bei der viele Klein- und Privatanleger an aufgeplusterten Aktienbewertungen viel Geld verloren. „Es ist zumindest ein realistisches Szenario, dass sich viele Neukunden hier die Finger verbrennen”, sagt Paul Maares. „Ich bezweifle, ob so eine hochriskante Einzelwette das richtige Produkt für diese Kunden ist.” Sollten Anleger:innen mit dem Börsengang tatsächlich schlechte Erfahrungen machen, könnte der Schuss nach hinten gehen. Nicht nur die Investor:innen setzen also auf einen Erfolg, sondern auch die Broker, allen voran Trade Republic. Doch hinter dem Börsengang scheint mehr als nur eine Möglichkeit zu stecken, Neukunden anzulocken. Es ist auch Teil einer Strategie, das eigene Einnahmenmodell weiterzuentwickeln. [Vor dem Wegfall des Payment-for-Order-Flow (PFOF) im Juli](https://paymentandbanking.com/pfof-verbot-warum-neobroker-ihr-geschaeftsmodell-aendern-muessen/), kann man weitere Profitquellen erschließen. Dadurch, dass der Broker Aktien auch zeichnet, verdient er nicht nur am Handel mit den Aktien, sondern streicht Provisionen von den Konsortialbanken ein. Nach Private-Equity-Angeboten könnten Börsengänge von Trade Republic nun also regelmäßiger gezeichnet und ihren Kunden angeboten werden. Trade Republic hält sich vor dem Börsengang bedeckt. Aus rechtlichen Gründen könne man sich nicht dazu äußern. ### MiCAR trifft PSD2: Warum E-Geld-Token plötzlich doppelt reguliert werden URL: https://paymentandbanking.com/micar-trifft-psd2-warum-e-geld-token-plotzlich-doppelt-reguliert-werden/ Last updated: 2026-06-11T09:38:38.000Z Im heutigen Podcast geht es darum, weshalb Kryptowerte-Dienstleister seit März 2026 prüfen müssen, ob sie zusätzlich zur MiCAR eine PSD2-Lizenz benötigen. Mit MiCAR hat die EU erstmals einen einheitlichen Rechtsrahmen für Kryptowerte geschaffen. Doch gerade bei sogenannten E-Geld-Token zeigt sich: Die neue Regulierung steht nicht allein. Denn sobald E-Geld-Token verwahrt und transferiert werden, kommt plötzlich auch die PSD2 ins Spiel und damit das klassische Zahlungsdiensterecht. Genau diese Überschneidung sorgt derzeit in der Praxis für Diskussionen. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Kemal Ahmedi, Rechtsanwalt und Partner bei Annerton, über die regulatorischen Folgen für Kryptowerte-Dienstleister. Ausgangspunkt ist Artikel 48 MiCAR. Dort wird geregelt, dass E-Geld-Token als E-Geld gelten. Und weil E-Geld gleichzeitig unter die PSD2 fällt, stellte sich schnell die Frage, ob Unternehmen für den Transfer solcher Token künftig zusätzlich eine Zahlungsdienstelizenz benötigen. Besonders relevant wurde das Thema durch den sogenannten No-Action-Letter der EBA vom Juni 2025\. Die europäische Bankenaufsicht hatte darin empfohlen, bestimmte PSD2-Pflichten während einer Übergangsphase zunächst nicht anzuwenden. Für viele Kryptowerte-Dienstleister bedeutete das eine regulatorische „Verschnaufpause“. Doch diese Übergangsphase endete am 2\. März 2026\. Seitdem gilt: Wer E-Geld-Token transferiert, benötigt grundsätzlich zusätzlich eine PSD2- beziehungsweise ZAG-Lizenz – oder muss als Agent eines Zahlungsinstituts tätig werden. Unternehmen ohne entsprechenden Antrag mussten ihre Modelle teilweise anpassen oder E-Geld-Transfers einstellen. Im Podcast geht es außerdem um die Frage, welche Voraussetzungen für laufende Lizenzverfahren gelten, warum einige Kryptowerte-Dienstleister überraschend schnell eine ZAG-Lizenz erhalten haben und weshalb auch PSD3 und PSR die Doppelregulierung voraussichtlich nicht vollständig auflösen werden. Die Folge zeigt damit sehr deutlich: MiCAR reguliert den Kryptomarkt nicht isoliert. Gerade bei E-Geld-Token verschmelzen Krypto- und Zahlungsdiensterecht zunehmend miteinander – mit direkten Auswirkungen auf Geschäftsmodelle, Lizenzen und operative Prozesse. ### 2026: So sehen Expert:innen den Fintech-Markt URL: https://paymentandbanking.com/2026-so-sehen-expert-innen-den-fintech-markt/ Last updated: 2026-06-10T06:00:57.000Z Für die deutsche Wirtschaft ist 2026 ein echtes Krisenjahr. Während die Gesamtwirtschaft mit knapp 24.000 Insolvenzen den höchsten Stand seit zehn Jahren erreichte, zeigt sich der deutsche Fintech-Markt erstaunlich widerstandsfähig. Investoren investierten laut Medienschätzungen deutsche Fintechs und Insurtechs mit rund 14,2 Milliarden Euro – ein deutliches Signal, dass mehr Substanz im Markt ist, als viele angenommen hatten. Damit hat sich auch die Erzählung verschoben: Der jahrelang beklagte „German Discount“ bei Bewertungen wandelt sich in einen Aufschlag, wie unser jährlicher [*Contextual Solutions Banking & Fintech Report*](https://www.contextualsolutions.de/fintech-publications-legaltech/the-german-fintech-and-banking-report-2026?ref=paymentandbanking.com) zeigt. Globales Kapital sucht nicht mehr Hyperwachstum um jeden Preis, sondern belohnt Geschäftsmodelle, die die Zinswende, den regulatorischen Druck sowie den operativen Stresstest überstanden haben. Sichtbar wird das an zwei Lagern: den „Super-Spezialisten“, wie Pliant, Upvest oder Raisin, die einzelne Segmente mit chirurgischer Präzision dominieren, sowie den „Platform Titans“, wie Trade Republic. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-c808bb68-fe5a-4ecb-bcae-6adbd1d91664.png) ## **Wachstum trotz Konsolidierung** Die größten Investitionsrunden 2025 unterstreichen, worin Investoren vertrauen. Scalable Capital aus München sicherte sich 155 Millionen Euro, dicht gefolgt von Solaris mit 140 Millionen Euro im Rahmen einer Mehrheitsübernahme durch das japanische Sbi Holdings. Auch Wefox (76 Millionen Euro), Hawk (56 Millionen US-Dollar) und Nelly (50 Millionen Euro) zeigten, dass [die Tickets wieder größer werden](https://techfundingnews.com/germanys-651m-fintech-ecosystem-maturing-unicorns-2025/?ref=paymentandbanking.com). ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-2d1cefc3-6c49-427e-832f-a72e1d6d825d.png) Im Early-Stage-Segment führte Berlin: Das Start-up Tapline sicherte sich 20 Millionen Euro für seine umsatzbasierte Finanzierung, das KI-Buchhaltungs-Start-up Integral folgte mit 6,3 Millionen Euro. Parallel dazu verschwanden Akteure wie Dock Financial oder Ride Capital aus dem Markt – ein Bereinigungseffekt, der eine Neuordnung zur Folge hat: Talente, Lizenzen und Technologie wandern zu stärkeren Spielern. ## **Künstliche Intelligenz wird Teil der Infrastruktur** Die spannendste Entwicklung im deutschen Fintech-Markt 2026 liegt in der agentische Künstlichen Intelligenz (KI). Während 2024 das Jahr der Pilotprojekte war und 2025 die Phase der internen Rollouts, schalten deutsche Banken nun auf den produktiven Betrieb um. Im Fintech-Lager geht es noch einen Schritt weiter: Statt Chatbots, die nur reden, entstehen Agenten, die handeln. Sie ermitteln Kreditkonditionen in Echtzeit, optimieren Sparpläne unter Einbeziehung von Plattformen wie Raisin und führen grenzüberschreitende Trades autonom aus. KI wird damit von der Frontend-Spielerei zum operativen Rückgrat und kann Compliance-Kosten laut Branchenschätzungen um bis zu 50 Prozent senken. Die Regulierung gibt dabei den Takt vor: Der [EU AI Act](https://banking.vision/en/banking-2026-regulation-digital-euro-payments-esg/?ref=paymentandbanking.com) greift ab August 2026 für Hochrisikosysteme, etwa bei Bonitätsprüfungen. Wer hier nicht früh in Governance investiert, droht zum Verlierer der nächsten Welle zu werden. Gleichzeitig öffnet die digitale Identität (Eidas 2.0) ab November 2026 ein riesiges Feld für KI-gestütztes Onboarding in Sekunden und ohne Videocalls. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-674ce377-fbfd-496f-a2d2-b376b0cd538b.png) ## **Das Jahr der Umbrüche** 2026 wird das Jahr, in dem mehrere Trends gleichzeitig zünden. Der digitale Euro tritt in seine nächste Vorbereitungsphase ein, Stablecoins finden den Weg in die Treasury-Abteilungen deutscher Konzerne und Embedded Finance verlagert sich vom Endkundengeschäft in den B2B-Bereich.Auch IPOs könnten wieder zunehmen. Die kommenden Notierungen werden „Quality Listings“ sein, mit Fokus auf Gewinn statt auf Umsatzmultiples. Wer den deutschen Fintech-Markt verstehen will, sollte sich zudem auf den Krypto-Mainstream einstellen: Mit dem Auslaufen der MiCa-Übergangsfrist im Juli 2026 wird sich zeigen, wer im EU-Raum weiter operieren darf. Auch die Sparkassen-Finanzgruppe plant, ihren rund 50 Millionen Kund:innen Krypto-Handel anzubieten – ein Moment, der die Anlageklasse endgültig aus der Nische holt. Die spannendste Phase des Jahrzehnts hat damit gerade erst begonnen. ## **Expert:innen erwarten Wachstum und Konsolidierung** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-d5fdee6b-e1f4-4447-b210-d271dd0ca009.png) Das dominierende Thema der Expertenstimmen: Der deutsche Fintech-Markt verlässt seine frühe Disruptionsphase und tritt laut Achim Oelgarth (Berlin Finance Initiative und House of Finance & Tech Berlin) in die „Scale-Up-Phase“ ein mit Berlin als führendem europäischen Hub. Kapital fließt selektiver, dafür gezielter in tragfähige Geschäftsmodelle. Oliver T. Bussmann (Bussmann Advisory) schlägt in dieselbe Kerbe und beschreibt 2026 als eine Phase „rigoroser Industrialisierung“, insbesondere im Wealth Management, in dem „die Ära des Wining and Dining durch die Forderung nach digitaler Reife abgelöst wird“. Die fortgesetzte Konsolidierung ist die zweite große Prognose:Constantin Fabricius von der Digital Lending Association verweist auf einen breiten Schrumpfungsprozess im Non-Bank Digital Lending in Europa seit 2025, der eher durch Insolvenzen als durch M&A geprägt ist, wobei die Überlebenden nun unter Basel IV und Open Lending in direkten Wettbewerb mit den Banken treten. Karolina Decker (finmarie) bringt das Ergebnis auf den Punkt: Bis Ende 2026 werde „Fintech in Europa nicht mehr unabhängig in Scale operieren, sondern auf Banken oder mit Banken aufsetzen“, wobei die Spitzenakteure lizenziert, von Grund auf compliance-nativ und tief in Enterprise-Workflows eingebettet sein werden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-0c561fe9-33e8-48ca-a91b-58ce3ca39439.png) ## **KI als Differenzierer** Wie im Vorjahr wird KI von allen Experten thematisiert, aber mit deutlich klarerem Fokus. Jochen Siegert (Payment & Banking – PBA Experts GmbH) erwartet, dass etablierte Institute KI nutzen, um ihre Cost-Income-Ratio zu verbessern, während Fintechs damit schlanker agieren. Decker prognostiziert, 2026 werde das Jahr, in dem KI „die echten Scale-Player klar vom Hype trennt“.Birgit Hass (Sopra Financial Technology, Finfluencer Circle) liefert das menschliche Gegengewicht und argumentiert, Technologie allein sei nicht länger das Differenzierungsmerkmal. Vertrauen, Transparenz und glaubwürdige Thought Leadership entschieden über die Gewinner. ## **Retail Investment und Rentenreform** Mehrere Experten sehen das Retail-Investment-Geschäft und die deutschen Rentenpläne als die nächste große Wachstumsfläche. Oelgarth verknüpft die Fintech-Dynamik unmittelbar mit dem Vorhaben der Bundesregierung, die Rentenlücke zu schließen. Tobias Auferoth von Upvest erwartet, dass die anstehende Reform des Altersvorsorgedepots Millionen neuer Privatanleger an die Kapitalmärkte bringt, mit entsprechender Nachfrage nach reibungslosen, instant verfügbaren App-Erlebnissen, dynamisch skalierbarer Infrastruktur und API-first-Investmentplattformen. ## **Stablecoins als Schlüssel** **Jochen Biedermann** (Fintech Consult Ltd.) hebt in ähnlicher Weise die „Frühstart-Rente“, CBDCs, Stablecoins, tokenisierte Wertpapiere und die EU-Spar- und Investitionsunion als Einfallstore für neue Fintech-Angebote hervor. Er warnt aber zugleich, dass das deutsche Ökosystem zwar reifer geworden sei, den Abstand zu den weltweit führenden Hubs jedoch nicht geschlossen habe und dass asiatische Fintechs verstärkt in den EU-Markt drängten. Stablecoins und digitales Geld erhalten besondere Aufmerksamkeit. Siegert sieht Stablecoin-Anwendungsfälle aus dem reinen Krypto-Umfeld in den Mainstream übergehen. Diese werden getragen von Pilotprojekten bei Verbrauchern, Unternehmen und Institutionen. Tobias Tenner vom Bundesverband deutscher Banken e.V. erwartet, dass KI, digitales Geld und Programmable Finance innerhalb der Banken „von Pilotinitiativen in den Regelbetrieb“ überführt werden, wobei Wettbewerbsfähigkeit von Execution, einer offenen Risikokultur und ökosystemorientierter Zusammenarbeit abhängt. Schließlich argumentiert Dr. Sebastian Schäfer (House of Finance & Tech Berlin), dass 2026 das Jahr werde, in dem Financial Wellbeing den Sprung vom CSR-Thema zur strategischen KPI und zum ernstzunehmenden Geschäftsmodell vollzieht. Karsten Wenzlaff (Bundesverband Digitale Geldanlage Deutschland) untermauert das Gesamtbild mit der zentralen Kennzahl, dass das Ökosystem in den vergangenen zehn Jahren mehr als 5 Milliarden Euro an Finanzierung mobilisiert habe. Dies sei ein klarer Beleg dafür, dass digitale Finanzdienstleistungen funktionieren. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/06/data-src-image-8b6d5365-c754-4e97-91e1-59a07adb8ba2.png) In der Summe zeichnen die Experten ein Bild von 2026, das von Skalierung statt Neuerung geprägt sein wird, von Konvergenz zwischen Banken und Fintechs statt Rivalität, von einer KI, die vom Buzzword zu sicheren Produktionsprozessen wird, von einem durch Privatanleger und Rentenreform getriebenen Nachfrageschub und von Financial Wellbeing als neuem Wettbewerbsfeld. *Wie sehen SIE die Entwicklung des deutschen Fintech-Marktes?* Downloaden Sie hier unseren Report „Deutscher Fintech- und Bankenmarktbericht (2026)“, um mehr zu erfahren: [https://www.contextualsolutions.de/fintech-publications-legaltech/the-german-fintech-and-banking-report-2026](https://www.contextualsolutions.de/fintech-publications-legaltech/the-german-fintech-and-banking-report-2026?ref=paymentandbanking.com) Sie arbeiten an einem innovativen KI-Projekt? Wir freuen uns auf den Austausch. [Kontaktieren Sie uns](https://www.linkedin.com/in/sebnemelifkocaoglu/?ref=paymentandbanking.com), um Feature-Platzierungen und Sponsoring-Möglichkeiten in unserem kommenden Germany AI Report zu besprechen. **Autorin** Elif Kocaoglu Ulbrich ist Gründerin und Geschäftsführerin der Contextual Solutions GmbH, einer in Berlin ansässigen Strategie-, Go-to-Market- und Product-Marketing-Beratung, die Banken, Fintechs und Technologieunternehmen in Deutschland und Europa unterstützt. Als LinkedIn Top Voice, Autorin, Speakerin und Beiratsmitglied treibt sie grenzüberschreitende Innovationen im Bereich Digital Finance voran. ### Frankfurter Notizen: FFM verändert sich. Und wir? URL: https://paymentandbanking.com/frankfurter-notizen-ffm-verandert-sich-und-wir/ Last updated: 2026-06-10T05:55:02.000Z Es gibt Städte, in denen die Zeit langsam läuft und der Wandel kaum sichtbar ist. Und es gibt Frankfurt. Wer hier lange genug lebt oder arbeitet, der merkt, wie sich diese Stadt ständig verändert. Nicht immer schön. Nicht immer geplant. Aber doch spürbar. Am deutlichsten sieht man den Wandel vermutlich in der Skyline. Wer nach Frankfurt fliegt, bekommt das Weltstädtische auf der großen Bühne aufgeführt. Auf den kleinen Bühnen der Stadt zeigt sich der Wandel dezenter. Früher war Frankfurt weniger lieblich, weniger zugänglich, weniger ein Ort, bei dem Fremde in Verzückung gerieten oder wenigstens sagten: „Was, so etwas habt ihr in Frankfurt? Ich bin mit einem gewissen Argwohn von Besuchern aufgewachsen, was die Schönheit und Lebenswertigkeit dieser Stadt angeht. Dieser Argwohn ist nicht ganz verschwunden. Aber er ist kleiner geworden. Man muss sich diese Stadt ein wenig erarbeiten. Über die Jahre scheint sich der Blick auf die Stadt aber zu verändern. ## **Systeme pflegen, statt Neues probieren** Frankfurt ist seit Jahrhunderten eng mit dem Banking verwoben. Der Römer war früher nicht zuerst ein Ort für Trauungen oder den Weihnachtsmarkt, sondern ein Ort der Messen, darunter auch der Buchmesse. Wo Händler, Waren und Zahlungsmittel aus verschiedenen Regionen zusammenkamen, entstanden Wechselstuben, Zahlungsverkehr und irgendwann auch der Bedarf, Erlöse sicher aufzubewahren. Lange bevor moderne Banktürme das Bild der Stadt prägten, war Frankfurt also schon ein Ort, an dem Geld, Vertrauen und Geschäft nah beieinander lagen. Wenn ich mich an meine ersten Jahre in der Finanzindustrie erinnere und daran, wie ich zum ersten Mal einen modernen Bankenturm betrat, sehe ich noch die langen Flure mit dickem Teppich vor mir. Stille auf den Gängen, geschlossene Bürotüren, Räume, in denen teilweise noch geraucht werden durfte. Technologie spielte sich längst nicht mehr nur auf Magnetbändern im Rechenzentrum ab, sondern auch auf Internetseiten, Servern und in ersten digitalen Anwendungen. Überall wurde technologischer Nachwuchs gesucht. Neue Produkte entstanden, manche aus Innovationssicht weit vor ihrer Zeit. Was damals sichtbar war und es in anderer Form bis heute ist: Auf der einen Seite erfanden die Jünger von Java und Webprodukten die Zukunft des Bankgeschäfts. Auf der anderen Seite war ein großer Teil der Organisation damit beschäftigt, bestehende Systeme zu pflegen, die Stabilität der laufenden Geschäfte sicherzustellen und in eingespielten Prozessen zu arbeiten. Zu dieser Zeit sprach man über Daten noch nicht als Rohstoff für KI oder neue Geschäftsmodelle. Daten waren große Listen, die der Druckerpool jeden Morgen zuverlässig ausspuckte, als Ergebnis nächtlicher Verarbeitungsläufe. ## **Frankfurt kann Innovation nicht outsourcen** Das war nicht schlecht. Es funktionierte. Und genau das machte die Sache kompliziert. Neue Produkte mussten nicht nur technisch überzeugen. Sie mussten sich gegen eine Gegenwart behaupten, die zuverlässig lief. Mit der Welle der Start-ups und Technologieunternehmen kamen dann neue Produkte, neue Begriffe, neue Versprechen. Dinge sollten nicht mehr nur im eigenen Haus entwickelt werden. Nun war da die Rede von Vernetzung, von Partnerschaften, von Schnittstellen. Wir fuhren nach Berlin oder München zu Hackathons und Meetups, weil man dort die Zukunft vermutete: die neue Arbeitskultur, die Innovation, den anderen Blick auf Technologie. Frankfurt stand damals eher für die zäh anmutende Gegenwart. Für den Betrieb. Für das, was schon da war. Doch irgendwann drehte sich der Wind wieder. Man merkte, dass man für viele neue Ideen und Partnerschaften doch die alten Systeme brauchte, die Anbindungen, die Daten, die Erfahrung mit Regulierung und Stabilität. Vielleicht merkte Frankfurt auch, dass man Innovation nicht einfach outsourcen kann. ## **Im TechQuartier entsteht Großes** Und die nächste Entwicklung? Im Frankfurt von morgen wird vermutlich nicht mehr nur mit Produkten gearbeitet, sondern vor allem mit Daten, Automatisierung und KI. Neue Themen prägen die Landschaft: DORA, AMLA, der digitale Euro. Das klingt nach Regulierung, nach Pflichtprogramm, nach großen Projekten. Aber dahinter steht wieder dieselbe Frage: Welche neuen Angebote entstehen daraus für Kundinnen und Kunden? Und welche Rolle kann Frankfurt dabei spielen? Ein Ort, an dem man diesen Wandel beobachten kann, ist das TechQuartier. Es steht seit Jahren für Austausch, Lernen und Ausprobieren. Als Raum, in dem Neues und Bekanntes aufeinandertreffen. Weniger bunte Post-its, mehr geduldige Arbeit an gemeinsamen Fragen. Mit der ersten Sandbox Deutschlands entsteht dort ein Spielfeld für Ideen und Prototypen. Ein Ort, an dem man testen kann, bevor aus einer Idee gleich ein großes Entwicklungsbudget wird. Das ist vielleicht wichtiger, als es auf den ersten Blick klingt. Denn die Veränderung der Finanzbranche passiert selten in einem großen Sprung. Sie passiert in kleinen Schritten. In Gesprächen. In Projekten. In der Art, wie Menschen aus Banken, Technologie, Regulierung und Beratung lernen, miteinander zu arbeiten. Genau darin liegt die Aufgabe. Systeme, die funktionieren, Prozesse, die man kennt, Zuständigkeiten, die Sicherheit geben: All das hat diese Branche lange getragen. Aber es darf nicht der Grund werden, stehen zu bleiben. Frankfurt zeigt, dass Veränderung nicht immer laut sein muss. Diese Stadt verändert sich nicht auf einmal. Sie bleibt manchmal spröde, manchmal praktisch, manchmal erstaunlich unsentimental. Aber sie bleibt nicht stehen. Wer hier arbeitet, sollte es ihr gleichtun: nicht die alte Welt verwalten, bis sie zu eng wird, sondern rechtzeitig anfangen, die nächste mitzubauen. ### Doppelgänger-Podcaster Philipp Klöckner über die Zukunft von Banken und KI-Agenten URL: https://paymentandbanking.com/doppelganger-podcaster-philipp-klockner-uber-die-zukunft-von-banken-und-ki-agenten/ Last updated: 2026-06-09T06:10:51.000Z Was passiert, wenn Kunden ihre Finanzentscheidungen nicht mehr selbst treffen, sondern von KI-Agenten treffen lassen? Von Tagesgeld über Kreditkarten bis hin zu Investments könnte sich die Macht an der Kundenschnittstelle grundlegend verschieben. ### Der Kampf um den Kundenzugang beginnt neu Wer heute ein Finanzprodukt sucht, vergleicht Anbieter, liest Bewertungen und trifft anschließend eine Entscheidung. Genau dieser Prozess könnte sich durch KI-Agenten verändern. Statt selbst zu recherchieren, formulieren Nutzer künftig ihre Ziele – und der Agent übernimmt Auswahl, Vergleich und Abschluss. Besonders standardisierte Produkte wie Tagesgeld, Kreditkarten oder Steuerlösungen gelten als erste Kandidaten für diese Entwicklung. Die spannende Frage lautet dabei nicht mehr, welche Bank der Kunde bevorzugt, sondern nach welchen Kriterien ein Agent künftig Finanzprodukte auswählt. Damit entsteht eine neue Form des Wettbewerbs: Banken konkurrieren nicht nur um Menschen, sondern zunehmend auch um Algorithmen. ### Vertrauen, Identität und Haftung werden zum entscheidenden Faktor Je autonomer KI-Agenten handeln, desto wichtiger wird die Frage nach Verantwortung und Legitimation. Banken kennen heute ihre Kunden über etablierte KYC-Prozesse. In einer agentischen Welt reicht das nicht mehr aus. Künftig könnte es darum gehen, nicht nur die Identität eines Kunden, sondern auch die Identität eines Agenten nachzuweisen. Wer hat den Agenten beauftragt? Welche Befugnisse besitzt er? Und wer haftet, wenn eine falsche Entscheidung getroffen wird? Gerade hier könnten Banken einen strategischen Vorteil besitzen. Identitätsmanagement, Betrugsprävention und regulatorische Compliance gehören seit Jahrzehnten zu ihren Kernkompetenzen. Während viele KI-Anbieter erst lernen müssen, Vertrauen technisch abzubilden, verfügen Banken bereits über die notwendige Infrastruktur. ### KI wird zur Infrastrukturfrage Neben Agenten und Automatisierung rückt ein weiteres Thema in den Fokus: die Finanzierung der KI-Infrastruktur. Moderne KI-Modelle benötigen enorme Investitionen in Rechenzentren, Chips, Energie und Netzwerke. Die Kapitalbedarfe gehen längst weit über klassische Software hinaus. Für Europa entsteht dadurch ein strategisches Dilemma. Die führenden Modelle entstehen überwiegend in den USA, ebenso die dominante Cloud- und Chip-Infrastruktur. Gleichzeitig versucht Europa mit Initiativen wie dem digitalen Euro, Vero oder der European Digital Identity Wallet zumindest zentrale Bausteine digitaler Souveränität zu sichern. Die entscheidende Frage bleibt: Reicht Regulierung aus, wenn die eigentliche Wertschöpfung an anderer Stelle entsteht? Fest steht: KI verändert nicht nur Produkte und Prozesse. Sie verschiebt den Zugang zum Kunden, schafft neue Abhängigkeiten und macht Infrastruktur zu einem strategischen Wettbewerbsfaktor. Für Banken beginnt damit möglicherweise die größte Transformation seit dem Aufkommen des Online-Bankings. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Es geht um: - AI-Agenten im Banking - Veränderung der Kundenbindung durch AI - Regulatorische Herausforderungen bei Agenten - Markenbildung im digitalen Zeitalter - Digitale Identität und Sicherheit KI-Infrastruktur und Finanzierung - Regulatorische Herausforderungen in Europa - Börsengänge von KI-Unternehmen und deren Auswirkungen - Europa als Standort für KI-Entwicklung und Innovation - Open Source Modelle und deren Einfluss auf die Technologiebranche ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Das waren die wichtigsten Fintech-News im Mai URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-wichtigsten-fintech-news-im-mai/ Last updated: 2026-06-08T07:49:20.000Z ## PayPal setzt auf Konzernumbau nach durchwachsen aufgenommenen Quartalszahlen [PayPal will seine Konzernstruktur verschlanken und Kosten senken](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=1785c7c3f9&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), nachdem die aktuellen Quartalszahlen trotz übertroffener Erwartungen an Gewinn und Umsatz an der Börse enttäuscht aufgenommen wurden. Der neue CEO Enrique Lores plant, verstärkt auf künstliche Intelligenz zu setzen, Arbeitsplätze abzubauen und Bereiche wie das Geschäft rund um Venmo neu zu ordnen und so Effizienzgewinne zu erzielen. ## **Sparkassen treiben mobiles Bezahlen mit 15 Millionen digitalisierten Karten voran** Bei den Sparkassen wächst gleichzeitig die Bedeutung des mobilen Bezahlens über andere Wege: [Über 15 Millionen Karten wurden in Smartphone-Wallets hinterlegt](https://www.linkedin.com/posts/andreas-schelling%5Fsparkassenkunden-haben-%C3%BCber-15-mio-karten-activity-7462057485454077953-W6YQ?utm%5Fsource=share&utm%5Fmedium=member%5Fdesktop&rcm=ACoAADWaeSYBQY0V3Lhz9z6SDvW7nmOUJ1IonBw)[,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=eb5afeef75&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) während rund 95 Prozent der Kartenzahlungen kontaktlos erfolgen und bereits 27 Prozent davon über mobile Endgeräte laufen. Die Sparkassen-App zählt etwa 20 Millionen aktive Nutzer, die sie regelmäßig für Bankgeschäfte einsetzen. ## **So viele Sparkassen-Kund:innen nutzen Wero wirklich** Laut internen Papieren der Sparkassen, [die den Kolleg:innen von Finanz-Szene vorliegen](https://finanz-szene.de/payments/so-hoch-bzw-niedrig-ist-die-nutzungsquote-von-wero-bei-den-sparkassen/?ref=paymentandbanking.com), nutzen lediglich 7,6 Prozent der Sparkassen-Kund:innen Wero wirklich. Von dem dort ebenfalls ausgemachten Zielwert von 36 Prozent ist das meilenweit entfernt. Auf welche Grundgesamtheit sich dieser Wert bezieht, ist nicht ganz klar, aber wenn man die 5,24 Millionen registrierten Nutzer:innen zugrunde legt, kommt man auf knapp 400.000 Kund:innen, die Wero aktiv nutzen. Die Sparkassen-Finanzgruppe bestreitet die Korrektheit der Zahlen gegenüber Finanz-Szene. Nur so viel: Man läge bereits über dem Plan – nur eben im Rollout. Und dann gab es noch eine kommunikative Panne bei der European Payments Initiative (EPI): Für ein paar Stunden war im Netz die Webseite [https://europeanpaymentsnetwork.com/](https://europeanpaymentsnetwork.com/?ref=paymentandbanking.com) aufgetaucht, berichtet der [Platow](https://brief.platow.de/banken/europaweite-allianz-der-epi-geheime-webseite-aufgetaucht/?ref=paymentandbanking.com) Brief. Die Webseite sollte anscheinend neue Ziele in der Zusammenarbeit zwischen der EPI und der European Payments Alliance (EuroPA) ankündigen – nur wurde sie offenbar zu früh öffentlich abrufbar. Was genau hier angekündigt werden sollte, bleibt unklar. Geplant ist jedenfalls, 2027 kommerzielle Transaktionen zu ermöglichen. ## **Technische Hiccups: Kartenzahlungen liegen zeitweise lahm** Bei Kartenzahlungen kam es in diesem Monat zu Ausfällen: Terminals des Anbieters Nexi waren[ am 21\. Mai 2026 von einer technischen Störung](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e7005ca263&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) betroffen, durch die Kartenzahlungen mit Mastercard, Visa, Maestro, VPAY und Diners an im stationären Geschäft aber auch im E-Commerce vorübergehend nicht möglich waren. Der Dienstleister konnte die Störung wieder beheben. Girocard-Transaktionen sowie Zahlungen mit American Express liefen nach Angaben aus dem Umfeld der Händler weiter. Auch in Denmark kam es zeitweise zu [weitreichenden Ausfällen im Zahlungsnetz](https://easy-status.developers.nets.eu/incidents/rxjpmyck4jxq?ref=paymentandbanking.com). Bei Nets, einem Unternehmen, das Zahlungsprozesse steuert, sorgte eine Störung dafür, dass sowohl stationäre Kassensysteme als auch Onlinehändler Kartenzahlungen über Visa, Mastercard und das nationale Debitkartensystem Dankort ablehnten. Nach einem Tag waren die Probleme behoben. ## **Girocard verknüpft Bezahlen mit Bonuspunkten in einem Schritt** Die G[irocard integriert Kundenbindungsprogramme direkt in den Bezahlvorgang und ermöglicht es, mit nur einem Kartenkontakt sowohl zu zahlen als auch automatisch Bonuspunkte zu sammeln](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9c41262b27&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) oder einzulösen. Erste Umsetzungen gibt es mit Payback und der Sparkassen-Finanzgruppe, weitere Programme aus dem Handel können über eine offene Plattform angebunden werden. ## **Krypto-Test der Zentralbanken erfolgreich** Der Test eines auf einer Blockchain basierenden Systems für grenzüberschreitende Zahlungsabwicklung [lief erfolgreich ab](https://www.ft.com/content/c667ae01-718d-4f1e-a3bd-b2477d74c33e?ref=paymentandbanking.com). An dem Projekt mit dem Namen Agora sind sieben Zentralbanken (unter anderem die EZB) und mehr als 40 Unternehmen beteiligt. Zwar wurde kein echtes Geld bewegt, zeige aber, dass sich tokenisierte Bankeinlagen und währungsübergreifend bewegen ließen, ohne Geldwäscheprüfungen zu reißen und ohne einen neuen rechtlichen Rahmen zu schaffen. ## **Datenschützer fordern Anonymität beim digitalen Euro** Deutsche und französische Datenschutzbehörden lehnen programmierbare Funktionen beim digitalen Euro ab [und fordern Anonymität wie beim Bargeld](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=cffd382d45&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Die CNIL und der BfDI verlangen, Identitäten im Online-Modus zu verfremden. Verfallsdaten oder Verwendungsbeschränkungen müssten ebenso ausgeschlossen bleiben. ## **Digitale Brieftasche: Bundesregierung macht Weg für EUDI-Wallet frei** Mit dem neuen [Digitale-Identitäten-Gesetz schafft die Bundesregierung die Grundlage für die EUDI-Wallet](https://bmds.bund.de/aktuelles/pressemitteilungen/detail/kabinett-beschliesst-gesetz-fuer-digitale-identitaeten?ref=paymentandbanking.com), über die Bürger ihren Personalausweis zunächst als digitalen Zwilling und später weitere Dokumente nutzen können. Die App soll freiwillig und kostenlos sein, europaweit für Behördengänge, Kontoeröffnungen oder Vertragsabschlüsse nutzbar werden und Funktionen wie digitale Signaturen sowie pseudonyme Logins ermöglichen. ## **Der Zinsbieterwettbewerb der Digitalbanken** Die US-Bank J.P. Morgan [steigt mit der Smartphone-Bank Chase in den deutschen Privatkundenmarkt ein und bietet zum Start vier Prozent Zins ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=dcb918bea4&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)auf täglich verfügbares Tagesgeld, allerdings nur für vier Monate, danach gelten zwei Prozent. Das sorgte für Reaktionen: Die Norisbank zog mit einem Angebot von ebenfalls vier Prozent jedoch für sechs Monate nach. Neben Chase bringen sich weitere Auslandsbanken in Stellung: Die spanische BBVA bietet bereits drei Prozent für Neukunden, die schwedische Nordnet bereitet ebenfalls ihren Markteintritt vor. ## **Trade Republic wächst auf 300.000 neue Kunden pro Monat** Der [Berliner Neobroker Trade Republic verzeichnet monatlich 300.000 neue Kunden ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=a219db0836&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und setzt auf eine als „radikal" beschriebene Marketingkampagne, um das Wachstum vor allem im Ausland zu beschleunigen. Gründer Christian Hecker rückt aber von einem bisherigen zentralen Versprechen des Unternehmens ab, allen Kund:innen die besten Konditionen anzubieten: Neukund:innen im europäischen Ausland bekommen nun drei Prozent Zinsen. Lockangebote scheinen das Gebot der Stunde zu sein. ## **Revolut plant Privat-Banking-Geschäft** Bereits im Sommer könnte Revolut [ein Private-Banking-Angebot an den Start bringen](https://www.ft.com/content/4cb8fd3d-b981-4323-b1ab-a75f7542b305?syn-25a6b1a6=1&ref=paymentandbanking.com), das sich an vermögende Privatkunden in Großbritannien mit mehr als 500.000 Pfund an Einlagen richtet. Die Lizenz, komplexe finanzielle Produkte zu veräußern, hat die Bank gerade erhalten. Außerdem hat die Neobank gerade den ehemaligen Chef der JP Morgan Digitalbank in Großbritannien [abwerben können](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/fintech-nach-aufbau-von-chase-in-berlin-revolut-wirbt-banker-fast-ab/100224106.html?ref=paymentandbanking.com), der außerdem den Aufbau der Marke in Berlin verantwortet hatte. ## **Riverty etabliert eigene Bank in Luxemburg für Embedded-Finance-Offensive** Riverty, das zum Bertelsmann-Konzern gehörende Fintech, hat in Luxemburg [eine Banklizenz erhalten und plant ab Juli 2026](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=35c98c0050&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) den operativen Start, um Händler europaweit mit eingebetteten Zahlungs-, Kredit- und Liquiditätslösungen zu unterstützen. Mit der neuen Bank sollen Customer Journeys durch nahtlos integrierte Finanzprodukte optimiert, Conversion und Cashflow der Händler gesteigert und ein europäisches Gateway für Embedded Finance geschaffen werden. Die vollständige Risiko- und Compliance-Verantwortung liegt künftig bei Riverty, das bereits über 1.800 Händler und 25 Millionen Endkunden betreut und jährlich mehr als 235 Millionen Transaktionen abwickelt. ## **Mollie steigert Umsatz kräftig und erreicht erstmals wieder positives EBITDA** [Mollie meldet für 2024 ein Umsatzplus von 28 Prozent auf 214 Millionen Euro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=617fa0db1b&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und einen Anstieg des Bruttogewinns um 30 Prozent auf 115 Millionen Euro, begünstigt durch neue Produkte wie Tap to Pay und die Expansion in weitere europäische Märkte. Gleichzeitig blieben die operativen Kosten stabil, sodass der Payment-Dienstleister erstmals seit 2018 wieder ein positives EBITDA ausweisen kann und seine internationale Wachstumsstrategie fortsetzt. ## **Berliner Fintech bunch sichert sich 35 Millionen US-Dollar für KI-Fondsplattform** Das Berliner [Fintech Bunch hat in einer Series-B-Runde 35 Millionen ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=872172392b&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)US-Dollar für seine KI-gestützte Infrastruktur zur Automatisierung von Fondsoperationen eingesammelt, angeführt vom Investor Portage mit Beteiligung von Illuminate Financial, Motive Partners, Cherry Ventures und Fintech Collective. Mit der Plattform adressiert Bunch das Wachstum der Private Markets und die zunehmende regulatorische Komplexität, indem Prozesse von Capital Calls bis Reporting digitalisiert und für europäische Märkte skaliert werden. ## **Deutsche Fintechs mit mehr als 3 Milliarden Euro an Erträgen im Jahr 2024** Die Kolleg:innen von [Finanz-Szene](https://finanz-szene.de/fintech/deutsche-fintechs-haben-ertraege-im-jahr-2024-auf-mehr-als-3-mrd-euro-gepusht/?ref=paymentandbanking.com) haben die gesamten Erträge der deutschen Fintechs berechnet, die Zahlen veröffentlichen und kommen auf 3.376 Milliarden Euro. Jedoch hat sich die Wachstumsrate verlangsamt. Die tatsächlichen Erträge dürften darüber liegen, jedoch handelt es sich bei den ausgelassenen Fintechs um kleinere Firmen. Am meisten dazugewonnen hatten Trade Republic, Auxmoney und Raisin. Zu den Verlierern gehörten Solaris und Mambu. ## **N26 erweitert Aufsichtsrat um zwei Finanzexperten** Die Digitalbank N26 will ihren Aufsichtsrat von sechs auf acht Mitglieder ausbauen und der Hauptversammlung Ende Juni [Marieke Flament und Andreas Tuczka zur Wahl vorschlagen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=fecd553dae&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Flament bringt Erfahrung aus Fintechs wie der Stablecoin-Initiative Qivalis und der Plattform Circle mit, während Tuczka auf eine Karriere bei Citigroup, ABN Amro und im Private-Equity-Umfeld zurückblickt. Parallel reagiert N26 auf Kritik der Bafin und hat eine interne Untersuchung angestoßen. ## **Bundesbank-Vorstand Balz geht zu Swift** Ende August wird der langjährige [Vorstand der Bundesbank Burkhard Balz](https://brief.platow.de/geldpolitik/bundesbank-vorstand-balz-wechselt-in-swift-aufsichtsrat/?ref=paymentandbanking.com) gehen. Auf eine zweite Amtszeit verzichtet er damit. Das Vorschlagsrecht für seinen Nachfolger liegt beim Land Baden-Württemberg. Die Nachfolge soll Danyal Bayaz regeln, der dort Finanzminister für die Grünen ist. Einer der heißesten Kandidaten soll der Chefvolkswirt der LBBW, Moritz Kraemer sein. ### Digitaler Euro: Genos und Sparkassen glauben ihre eigene Geschichte nicht mehr URL: https://paymentandbanking.com/digitaler-euro-genos-und-sparkassen-glauben-ihre-eigene-geschichte-nicht-mehr/ Last updated: 2026-06-10T06:07:28.000Z Lange haben sich die Banken mit Händen und Füßen gegen den digitalen Euro gewehrt. DSGV-Präsident Ulrich Reuter äußerte sich häufig kritisch gegenüber dem EZB-Projekt. Die Zentralbank sei als Marktteilnehmer unerfahren und würde dem Geldkreislauf die Bankeinlagen entziehen. Mit seiner Kritik ging er noch weiter: Der digitale Euro sei ein Türöffner für Tech-Riesen: „So wird das Ziel europäischer Souveränität ins Gegenteil verkehrt”, schrieb er in einem Gastbeitrag für [Table Media](https://table.media/ceo/tablestandpunkt/warum-der-digitale-euro-in-seiner-jetzigen-form-europa-schwaecht?ref=paymentandbanking.com). Auch Tanja Müller-Ziegler, die Vorständin des Bundesverbands der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) [äußerte sich kritisch](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/ezb-banken-verschaerfen-im-streit-ueber-den-digitalen-euro-den-ton/100175381.html?ref=paymentandbanking.com). Zudem ging eine [Studie des Beratungshauses Pricewaterhouse Coopers (PwC)](https://www.bvr.de/Presse/Pressemitteilung/PwC%5FStudie%5Foffenbart%5FMilliardenkosten%5Fdurch%5Fdigitalen%5FEuro%5FSparkassen%5Fund%5FGenossenschaftsbanken%5Ffordern%5Fengere%5FZusammenarbeit?ref=paymentandbanking.com) durch die Medien, die von europäischen Bankenverbänden in Auftrag gegeben wurde und dem digitalen Euro Kosten von bis zu 30 Milliarden Euro attestierte. Dass sich nun mehrere Banken, darunter die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) und die DZ Bank, laut einem Bericht des [Handelsblatts](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/digitaler-euro-diese-deutschen-banken-wollen-sich-am-pilotprojekt-beteiligen/100227363.html?ref=paymentandbanking.com) für eine Teilnahme an dem Pilotprojekt des digitalen Euro beworben haben, wirkt widersprüchlich. „Nach dem vielen Widerstand scheinen die Verbände nun doch operativ klein beizugeben", sagt Jochen Siegert, Gesellschafter von Payment & Banking und Experte für Zahlungsverkehr. Immerhin waren es ausgerechnet der DSGV und der BVR, also die Verbände für die Helaba und DZ Bank den Zahlungsverkehr regeln, die am meisten Stimmung gegen den digitalen Euro machten. Wie lässt sich das erklären? ## **Bewerbung mit Verbänden abgesprochen** Wenn man den DSGV fragt, gibt es da keinen Widerspruch: Die Bewerbung der Helaba sei in Absprache mit der Sparkassen-Finanzgruppe erfolgt, teilt der Verband auf Anfrage mit. Sie sei es gewesen, die über die Helaba und Payone ihr Interesse an einer Teilnahme an der Pilotphase mitgeteilt habe. Man sei bisher immer „konstruktiv kritisch” gegenüber dem digitalen Euro gewesen. „Daher ist es aus unserer Sicht nur folgerichtig, sich am Piloten zu beteiligen.” Laut Plan werde die Teilnahmevereinbarung mit der EZB und der Bundesbank im Juli unterzeichnet – sofern diese ihre Bewerbung annehmen, versteht sich. Die Helaba antwortet mit demselben Statement. Auch der BVR, dessen Zentralinstitut, die DZ Bank sich nun ebenfalls beworben hat, sieht keinerlei Widerspruch zu seiner bisherigen Haltung und antwortet für die DZ Bank gleich mit. „Wir haben uns von Beginn an intensiv in die Überlegungen zu einem digitalen Euro eingebracht und immer dafür geworben, die Kreditwirtschaft in die Konzeption und Umsetzung einzubeziehen”, heißt es. „Daher ist es für uns nur konsequent, dass sich die Genossenschaftliche FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisenbanken auch im EZB-Pilotprojekt einbringt.” Also alles eigentlich nicht so schlimm? Die Verbände können nach den Maßstäben ihrer vergangenen Forderungen mit der derzeitigen Ausgestaltung des digitalen Euro eigentlich nicht zufrieden sein. So [forderte](https://www.bvr.de/p.nsf/0/68869EA0525FA6EBC125894100601587/$file/EN%5F2023-02-08%5FBVR-Position%5FDigitalisation%5Fof%5Fthe%5Feuro%5FSeizing%5Fopportunities%5Flimiting%5Frisks.pdf?ref=paymentandbanking.com) der BVR beispielsweise, dass der digitale Euro sich am physischen Bargeld orientiere und ein reines Inhaberinstrument sei. Im Gegensatz dazu, soll der digitale Euro nun doch mit einem Zentralbankkonto verbunden werden. Tatsächlich dürften sie mit ihren Vorstellungen aber nicht wirklich weiterkommen. Denn in der jetzigen Phase geht es darum, die Technik zu bauen, nicht Grundsatzfragen zu diskutieren. Die Banken könnten nun bestenfalls Erfahrungen mit dem System sammeln, glaubt Experte Siegert. ## **Der Pragmatismus zieht ein** Für viele Banken scheint also klar zu werden, dass der digitale Euro kommen wird. „Die Zeit, den digitalen Euro verhindern zu können, ist eigentlich schon vorbei”, sagt auch Jochen Siegert. Nun könnten die Banken an der Ausgestaltung nur noch wenig beeinflussen. Dass sich die Helaba für die Pilotphase bewirbt, sei ein pragmatischer Schritt, der bedeute, die technische Implementierung vorzuziehen. Als Zentralinstitute könnten sich die Banken es nicht leisten, unvorbereitet zu sein. Auch in der restlichen Branche sickere diese Erkenntnis nun ein. Die Bewerbungen für die Pilotphase sei ein endgültiges Zeichen dafür, dass der Widerstand gegen den digitalen Euro nun zusammenbreche. Für manche sei das ein Weckruf. „Einige Banken haben sich noch zu wenig darauf vorbereitet”, sagt Siegert. Für viele beginne jetzt die echte Vorbereitung. ## **Weros Position ist geschwächt** Für andere Initiativen ist das ein schlechtes Vorzeichen: EPI, das Unternehmen hinter Wero, an dem auch der BVR und der DSGV beteiligt sind, würde davon profitieren, wenn der digitale Euro nicht kommt. Deren Chefin Martina Weimert war stets kritisch gegenüber dem Konkurrenzprodukt eingestellt und versuchte zuletzt mit einer Art Rollenteilung zu argumentieren. In der Süddeutschen Zeitung sagte sie, der digitale Euro solle als digitales Bargeld ruhig kommen, aber doch bitte auf Lösungen wie Wero, Bizum oder Vipps zurückgreifen. Man selbst könne den digitalen Euro anbieten, sagte Weimert. Doch ihr Problem ist klar: Wenn der digitale Euro kommt, wird es für Händler eine Pflicht zur Akzeptanz geben. Warum sollten sie zusätzlich Wero und gegebenenfalls mit höheren Gebühren integrieren? Um beides in Einklang zu bringen, wird EPI mit der EZB diskutieren müssen, analysiert Jochen Siegert, der allerdings schwierige Gespräche voraussieht: „Anders als bei den Verbänden müssten dieselben Leute dann darüber verhandeln, die den digitalen Euro vorher scharf angegangen haben.” Das sei nicht gerade vorteilhaft. ### 288 Launches und ein neuer Country Manager: Stripes Plan für DACH URL: https://paymentandbanking.com/288-launches-und-ein-neuer-country-manager-stripes-plan-fur-dach/ Last updated: 2026-06-05T05:42:12.000Z 288 Produkt-Launches an einem Tag. So viele Neuerungen hat Stripe Ende April auf seiner Hausmesse Sessions in San Francisco angekündigt, mehr, als die Konkurrenz in einem ganzen Jahr in den Markt bringt. Die Botschaft drumherum: Stripe baut die ökonomische Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Was dabei oft untergeht: Während die globale Bühne Schlagzeilen produziert, läuft in Deutschland eine eigene Aufbau-Story. Ein neues Berlin-Office mit über 100 Mitarbeitenden, Stripe Capital für Plattformen seit Sessions live in DACH, die Stripe Tour Berlin am 30\. Juni im Estrel und mit Thomas Cser seit November ein neuer Country Manager, der aus 20 Jahren Enterprise-Software bei SAP und Salesforce kommt. In dieser Folge sprechen wir mit Thomas Cser, Head of DACH und Country Manager bei Stripe, über die Frage, was die Sessions-Welle für deutsche Unternehmen konkret bedeutet. Im Zentrum stehen die Agent-Payments: Link Wallets für KI-Agenten und die Erweiterung der Agentic Commerce Suite mit Google, womit Stripe als einziges Infrastruktur-Unternehmen alle vier großen KI-Lager bedient: OpenAI, Microsoft, Meta und jetzt auch Google. Dazu Streaming Payments auf Stripes eigener Tempo-Blockchain, mit denen Stablecoin-Mikrozahlungen pro Token in Echtzeit möglich werden, ein Modell, das deutsche KI-Anbieter wie DeepL oder Black Forest Labs grundlegend verändern könnte. Und eine Zahl, die mich besonders interessiert hat: Im KI-Bereich ist auf Stripe inzwischen jeder sechste Sign-up ein Bot oder Betrugsversuch. Wir erleben gerade das Aufkommen einer neuen Betrugsökonomie, nicht mehr Geld klauen, sondern Compute klauen. Thema ist außerdem der für DACH wahrscheinlich relevanteste Sessions-Launch: Stripe Capital für Plattformen. Das Modell verschiebt eine Logik im deutschen Finanzierungsökosystem. Nicht mehr die Bank, nicht Stripe direkt, sondern eine Plattform, etwa ein Vertikal-SaaS für Handwerker oder Friseure, wird zur Kreditvermittlerin für ihre KMU-Kunden. Stripe trägt das Risiko, die Plattform bekommt eine Umsatzbeteiligung, der KMU bekommt schneller Geld als bei seiner Hausbank. Relevant ist das vor dem Hintergrund einer KfW-Zahl: 33,9 Prozent der deutschen KMU bewerten das Verhalten ihrer Bank in Kreditverhandlungen als restriktiv. Der dritte große Block gehört der Frage nach europäischer Souveränität. Stripe ist als US-Player in einem Markt aktiv, der gerade mit Wero, EuroPA und EPI eine eigene Payment-Infrastruktur aufbaut. Wero ist im Stripe-Stack, ja. Aber gleichzeitig drängt Stripe mit eigener Tempo-Blockchain, eigener Stablecoin-Infrastruktur, der Link-Wallet und jetzt Privy in genau die Räume, die die europäische Initiative besetzen will. Wie ehrlich ist die Aussage „wir sind Infrastruktur für alle", wenn man gleichzeitig vertikal in Wallet, Bezahlmethode und Settlement integriert? ## **Stripe in Deutschland – die Spannweite hinter den Zahlen** Stripe bedient in Deutschland zwei sehr unterschiedliche Realitäten. Auf der einen Seite ist die Hälfte des DAX40 längst Stripe-Kunde, von BMW über Allianz bis SAP, dazu DeepL, N26 und Celonis. Auf der anderen melden sich jedes Jahr 100.000 deutsche Unternehmen aus Mittelstand und Gründerszene neu an. Das neue Office am Halleschen Uferin Berlin mit 3.000 Quadratmetern für über 100 Mitarbeitende ist das sichtbarste Signal, dass Stripe diese Spannweite in DACH ernst meint. Thomas Cser kennt diese Spannweite aus den ersten 100 Tagen im Amt und ist mit dem klaren Mandat geholt worden, das Enterprise-Segment in DACH zu vertiefen, ohne den Long-Tail aus der Aufmerksamkeit zu verlieren. Wer Stripes Aufbau in Deutschland verstehen will, kommt an diesem Gespräch nicht vorbei. Wer Cser danach in Berlin live erleben will: Die Stripe Tour Berlin am 30\. Juni im Estrel ist die nächste Bühne. Mehr Informationen: [stripetour.com/berlin](https://stripetour.com/berlin?ref=paymentandbanking.com) ### So gut läuft mein KI-Family-Office wirklich URL: https://paymentandbanking.com/so-gut-lauft-mein-ki-family-office-wirklich/ Last updated: 2026-06-03T04:00:18.000Z Nach dem Verkauf meines Unternehmens und dem Ausstieg aus meiner operativen Rolle bei Fincite hatte ich plötzlich drei Dinge: Geld, Zeit und mit KI ein ganz neues Werkzeug zur Hand. Also habe ich mir mein eigenes Family-Office mit KI-Agenten gebaut. Wie das genau strukturiert ist und warum ich dort welche Entscheidung getroffen habe, erfahrt ihr in [Teil 1 der Serie](https://paymentandbanking.com/wie-ich-mir-mit-ki-ein-family-office-gebaut-habe/). Hier geht es nun darum, was wirklich geklappt hat – und was nicht. Mit KI kann ich heute Teile meines Vermögens nahe an der Arbeitsweise eines Family Offices organisieren. Ohne feste Angestellte, mit überschaubarem Budget und mit den richtigen Spezialisten im Hintergrund. Aber mein Setup musste einige Probleme erst überwinden und ist teilweise noch dabei. ## **Welche Fehler Travis macht** Ein Beispiel: **Aktualität**. Travis.Stock habe ich gebaut, weil ChatGPT und Claude Coworker vorher Kurse halluziniert haben. Mal war ein Kurs ein Jahr alt, mal in der falschen Währung. Erst ein klarer Prozess mit Finanzmarktdaten und integrierten Plausibilitätsprüfungen löste das Problem nur halbwegs. Denn bis heute habe ich regelmäßig Fehler in Aktienbewertungen und nutze weiterhin die externen Tools, mit denen ich seit Jahren arbeite, bevor ich eine Aktie kaufe oder verkaufe. Ganz besonders hoch war die Fehlerquote bei tagesaktuellen Ereignissen. Statt zu prüfen, was den Absturz einer Aktie am Kapitalmarkt verursacht hat, wurde die Antwort zunächst gut geraten. Plausibel, aber es verpasste den eigentlichen Kern. Hier war der Schlüssel die Anweisung zu geben, nur tagesaktuelle Quellen in einem kurzen Research zu nutzen. Da ich das Problem der Qualität von Finanzmarktdaten als Gründer des Softwareanbieters fincite leider nur zu gut kannte, weiß ich auch, dass ich dort sehr viel Zeit auf die Problemlösung verschwenden kann, ohne ein perfektes Ergebnis zu erzielen. ## **Traue keinem Agenten, den du nicht selbst gefälscht hast** Ich habe die Schwäche daher akzeptiert. Bevor ich eine Position eröffne, beobachte ich oft ohnehin mehrere Quellen und Tools, die ich seit vielen Jahren nutze. Von daher ist dieses Problem für mich “gut genug gelöst”: Wer also einfach ChatGPT fragt: „Soll ich die Microsoft-Aktie heute kaufen?“, sollte sehr genau prüfen, ob die Begründung der Antwort auf den richtigen Daten beruht. Nicht selten sind die Einschätzungen, etwa der Verhältnisse von Marktwert zu Gewinn, um 30 bis 50 Prozent von den tagesaktuellen Werten entfernt. Aktualität ist aber auch bei Änderungen im Steuerrecht manchmal ein Problem. So liegt mein “Steuer-Projekt” oft dann daneben, wenn sich Bereiche häufiger ändern (wie z.B. Firmenwagenbesteuerungsregelung von Elektroautos). Dieses Problem ließ sich aber lösen, durch den Hinweis nur ausgewählte Quellen mit hinreichender Aktualität bei der Antwort zu berücksichtigen. ## **Gleiches Problem, andere Lösung** Ein weiteres Problem: **Konsistenz**. Ohne die richtige Struktur löst jeder Prompt jedes Problem neu. Und oft anders. Mal wurden Kennzahlen mit Formel A, mal mit Formel B berechnet. Mal wurde Start-up A kritisch betrachtet und Start-up B dann sehr wohlwollend. Ich musste die KI mit Projektprompts, eng definierten Skills und Konfigurationen zwingen, nach festen Formeln und Reihenfolgen zu arbeiten und sich bei einigen Themen wie bei Aktienbewertungen oder aktuellem Steuerrecht nur auf wenige, vertrauenswürdige Quellen zu fokussieren. Wichtig ist auch, der Hinweis, dass sich das Projekt bei jeder Antwort frühere Antworten mit betrachtet und noch einmal verifiziert oder falsifiziert. Irgendwann kannte ich die meisten Stärken und Schwächen der Modelle und wusste, wann welcher Weg und Arbeitsmodus (statisches Projekt in GPT, eigene Software, Agenten in Claude) Sinn macht und mit welchen Strukturen, Prompts und Skills ich Aktualität, Standardisierung und Sorgfalt sicher stelle. Auch sind mehr Daten nicht immer besser. Aus Gründen der Datensparsamkeit, aber auch aus Gründen des Fokus. Da ist viel Kontext für KI manchmal auch ein verzerrender Faktor. Manchmal verknüpft die KI sonst Themen miteinander, die inhaltlich keinen Bezug haben. Daher habe ich mich an vielen Stellen bewusst gegen eine weitreichende Integration entschieden. ## **Mit unperfekten Systemen lassen sich Kosten sparen** Mein Setup ist nicht perfekt. Es ist nicht stark integriert, hat Medienbrüche und bedarf manuellen Aufwand. Es ist nicht einfach an Dritte übertragbar. Ich könnte also niemanden einstellen, ohne die Person lange einzuarbeiten. Aber es funktioniert für mich. In einigen Bereichen hat es bis zu 60 Prozent der Kosten für Spezialisten gespart. Nicht, weil ich Spezialisten ersetzt habe, sondern weil ich sie besser vorbereitet habe. Und es war schnell gebaut: in circa sechs Wochen, mit maximal zwei Stunden Aufwand pro Tag. Ich denke, das ist der Effekt, den wir auch bei Unternehmen, Softwareindustrie und KI sehen werden. Starke Einsparungen durch schnell gebaute, nicht perfekte Systeme. Und das kann KI besser als Software. Software musste perfekt für einen Anwendungsfall skalieren. Das muss ein KI-Setup nicht. Das System muss nur für den eigenen Fall gut funktionieren. Weil jedes finanzielle Leben anders aussieht, wird jedes Setup, das wir bauen, anders aussehen. Mal wird der Schwerpunkt auf Immobilien größer sein, mal der auf betriebliche Altersvorsorge oder auf die Wegzugsbesteuerung. **Was also kann jeder mitnehmen? Zwei Dinge:** - Das Erste: Prüft eure bestehende Struktur, von Testament, Ehevertrag, Kostenstruktur der aktuellen Geldanlage, Struktur für anstehende Erbschaften bis hin zu Wertentwicklung von Immobilien. Schafft dafür Kontext. KI kann helfen, die Fragen zu identifizieren, die für euch persönlich den größten Hebel darstellen. - Das Zweite ist: Ihr braucht einen Plan. Die richtige Anlagestrategie mag für viele von uns nur ein breit gestreuter ETF sein. Aber wie viel zahle ich ein, wann kann ich damit in Rente gehen, sollte ich mir eine Immobilie kaufen, was passiert, wenn ich meinen Job verliere? Diese Szenarien durchzuspielen, bietet wertvolle Erkenntnisse. Probiert es mal aus. ### Chase: Vier Prozent reichen nicht URL: https://paymentandbanking.com/chase-vier-prozent-reichen-nicht/ Last updated: 2026-06-02T04:00:44.000Z *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Zu wenig, zu spät: Mit diesen vier sehr einfachen Worten lässt sich der Start von „Chase” in Deutschland beschreiben. Lange Zeit hatte die Banken-Community auf den Start von JPMorgan in Deutschland hingefiebert, nicht zuletzt weil das Schwergewicht unter Jamie Dimon eine echte Marktmacht in den USA und auch weltweit ist. Doch der mit großen Erwartungen aufgeladene Start war vor allem eins: wahnsinnig enttäuschend. Statt einem vollumfänglichen Produkt gab es nur ein absolut mageres Zinsangebot von vier Prozent pro Jahr und das begrenzt auf vier Monate. Danach fällt der Zins auf den EZB-Standardzins von zwei Prozent und ist damit so austauschbar wie ein Regentropfen im Gewitter. Der Start von Chase bietet dem interessierten Beobachter allerdings neben der reinen Enttäuschung gleich drei äußerst interessante Erkenntnisse, die wir im weiteren Verlauf der Kolumne einmal näher betrachten wollen. Die Erste: Banking ist heute viel mehr als nur ein nettes Zinsangebot und eine hübsche App. Die Zweite: Kund:innen sind illoyal. Und Nummer drei: Solange deutsche Sparkassen, Volksbanken und Privatbanken ihre Kund:innen mit ihren Niedrigzinsen gnadenlos über den Tisch ziehen, werden immer wieder Konkurrenten in den Markt strömen und ihnen ein paar Kund:innen abnehmen. Also, was lässt sich aus so einem mittelmäßigen Start für alle lernen? Schauen wir uns zunächst einmal das Angebot von Chase an, das noch vor ein paar Jahren als wirklicher Gamechanger durchgegangen wäre. Denn immerhin geht das Onboarding vergleichsweise schnell, die App ist relativ übersichtlich und vier Prozent Zinsen klingen auch erst einmal gut. Im Jahr 2026 ist all das aber allenfalls noch mittelmäßig. Denn die Kund:innen sind längst an eine hübsche App gewöhnt. Die ING und die DKB haben es vorgemacht, N26 und andere haben es perfektioniert und Trade Republic kann ja noch ein bisschen üben, bis sie endlich eine App haben, die übersichtlicher ist als der durchschnittliche Backpacking-Rucksack eines 18-Jährigen auf Interrail. Was ich sagen will: Die App von Chase ist gut, solide. Aber sie haut einen eben nicht aus den Socken. Auch die Freunde ruft man nicht an, weil man da jetzt was total geiles, neues, überragend tolles gefunden hat. Warum so wenig Mut, liebe Chase? Das Gleiche gilt für das maue Zinsangebot. Natürlich hat man gesehen, dass Lockangebote in dieser Größenordnung erst einmal ein paar Millionen oder auch Milliarden Euro verschieben können. Aber Kund:innen sind eben, womit wir bei Erkenntnis zwei angekommen sind, mittlerweile so illoyal wie Serkan Yavuz\*: Gibt es irgendwo etwas halbwegs verlockendes, sind sie weg. Meistens, ohne es einem zu sagen. Das bedeutet im Kontext von Chase: Sobald es am Markt ein auch nur leicht besseres Angebot geben wird, sind die Kund:innen eben wieder weg. Was also soll ein kurzfristiges Zinsangebot bringen? Der Start der BBVA vor einigen Monaten hat das gleiche Problem offenbart: Ein schneller (und gar nicht mal so enormer Run) auf das neue Zinsangebot, gefolgt von: gar nicht mal so viel. Die BBVA und ihr Angebot sind nahezu gänzlich aus den Medien verschwunden, offizielle Zahlen gibt es nicht. Und die Kollegen von Finanz-Szene[ fassen es trefflich zusammen,](https://finanz-szene.de/digital-banking/deutsche-bbva-liefert-weiterhin-keine-indizien-fuer-gesteigerte-traktion/?ref=paymentandbanking.com) wenn sie im Februar 2026 schreiben: „Deutsche BBVA liefert weiterhin keine Indizien für übermäßige Traktion”. Wenn Chase nicht in die BBVA-Falle tappen will, muss JPMorgan nun in kürzester Zeit ein paar echte Knaller raushauen. Wie wäre es mal mit einer neuartigen, KI-nativen App? Wie wäre es mit einer Karte, die Girocard, Debitkarte und Paypal bündelt und immer von dort bucht, wo es für mich und den Händler am günstigsten ist? Wie wäre es mit einem Zinsangebot, das tatsächlich über dem EZB-Zins liegt? Mögliche Ausgestaltungen gibt es hierzu sicherlich sehr, sehr viele. Man müsste sie aber halt einmal umsetzen. Und wenn nun Sparkassen-Vorstände (brauche nicht gendern, weil sind ja doch meistens Dudes) sich jetzt nickend mit einem Warsteiner zuprosten und sagen „GENAU!”, dann muss ich auch sie enttäuschen: Denn Euer Versagen ist überhaupt erst der Grund, warum eine Chase oder eine BBVA in Deutschland tatsächlich Medienberichterstattung und (ein bisschen) Traktion bekommen. Denn mal ehrlich: Warum gibt es bei den meisten Genossen und Sparkassen (und leider auch Privatbanken) immer noch Zinsen unterhalb des EZB-Niveaus? Warum gibt es Kontoführungsgebühren in einer Welt, in der längst alles umsonst ist? Warum sollte ich weiterhin euer viel zu teures Depot nutzen, wenn es die umsonst und übersichtlicher woanders gibt? Die deutsche Bankenlandschaft hat viele Warnsignale verschlafen. Dass ihnen trotzdem niemand gefährlich wurde, liegt aber nur an der Einfallslosigkeit der Konkurrenten. Eines Tages wird das einmal anders kommen. Dann kommt eine neue Bank mit einem echt, echt geilen Angebot um die Ecke. Und dann war es das. Dann wechseln die Kund:innen und bleiben dort. Damit das nicht geschieht, gilt für hiesige Bankvorständ:innen bitte das gleiche wie für Jamie Dimon: Jetzt macht doch mal was cooles, etwas, das uns begeistert. Das ist ja nicht auszuhalten so. \*Solltet Sie diesen Namen nicht kennen: Bildungslücke. Bitte das Dschungelcamp 2026 nachschauen. ### Anthropic überholt OpenAI, Google und Apple im KI-Wettlauf URL: https://paymentandbanking.com/anthropic-uberholt-openai-google-und-apple-im-ki-wettlauf/ Last updated: 2026-06-03T06:17:43.000Z Anthropic steigt zur wertvollsten AI-Firma auf, Google zeigt neue Commerce-Features und Apple versucht, mit iOS 27 endlich mehr KI ins eigene Ökosystem zu bringen. Über eine Stunde sanfte Klänge.. ## **Anthropic wird zur Billionen-Wette** Anthropic sammelt neues Kapital ein und kommt auf eine Bewertung von fast einer Billion Dollar. Damit zieht das Unternehmen erstmals an OpenAI vorbei. Bemerkenswert ist vor allem, wie anders Anthropic wächst: weniger über Consumer-Hype, mehr über Enterprise, Coding, Agenten und produktive Workflows. Gerade Cloud Code wird zum zentralen Wachstumstreiber. Unternehmen integrieren KI nicht mehr nur als Chatbot, sondern als Infrastruktur für Softwareentwicklung, Datenanalyse und interne Prozesse. Gleichzeitig steigt der Druck: Token werden teurer, KI-Nutzung muss messbaren Wert liefern und nicht nur Verbrauch erzeugen. Die Frage verschiebt sich von „Wer nutzt KI?“ zu „Welche KI-Nutzung rechnet sich wirklich?“ ## **Apple, Vatikan und OpenAI: KI wird zur Grundsatzfrage** Apple will mit iOS 27 endlich stärker in Richtung KI gehen. Große Sprünge sind noch nicht sichtbar, aber die Strategie bleibt typisch Apple: weniger lauter Hype, mehr tiefe Integration in Tastatur, Siri, Shortcuts und Gerätefunktionen. Entscheidend könnte der Privacy-Ansatz werden, wenn sensible Daten lokal bleiben. Parallel wird die Debatte grundsätzlicher. Der Vatikan veröffentlicht Leitlinien zum Umgang mit KI, und Anthropic-Mitgründer Chris Olah spricht dort über Verantwortung, Kontrolle und die Frage, was KI-Modelle eigentlich sind. Auch OpenAI bewegt sich in sensiblen Feldern: Mit Rosalind entsteht ein Modell zur Analyse biologischer Risiken. KI wird damit nicht nur produktiver, sondern auch politischer, ethischer und gesellschaftlich relevanter. ## **Google greift Shopping, Wallet und Payments an** Die Google I/O zeigt, wie stark Google KI in bestehende Produkte einbauen will. Mit Gemini Spark entsteht ein Cloud-Agent, der Aufgaben autonom ausführen kann. Mit Gemini Omni wird Videogenerierung noch mächtiger. Besonders spannend für Banking und Payments ist aber der Universal Cart. Google Shopping soll künftig Produkte aus verschiedenen Shops in einem gemeinsamen Warenkorb bündeln. Der Warenkorb erkennt Inkompatibilitäten, empfiehlt passende Produkte und kann über die Google Wallet sogar vorschlagen, welche Karte für den Kauf am sinnvollsten ist. Damit wird Top-of-Wallet neu gedacht: Nicht mehr nur die Bank entscheidet über Sichtbarkeit, sondern der konkrete Vorteil für Nutzerinnen und Nutzer. Für Banken, Payment-Anbieter und Händler ist das ein deutliches Signal. Wenn KI die Produktauswahl, den Warenkorb und die Bezahlentscheidung beeinflusst, verschiebt sich die Kundenschnittstelle erneut. Wer relevant bleiben will, braucht starke Produkte, gute Schnittstellen und echte Mehrwerte im Moment der Entscheidung. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Mehr als nur Payments: lynck und BNPL made in DACH URL: https://paymentandbanking.com/mehr-als-nur-payments-lynck-und-bnpl-made-in-dach/ Last updated: 2026-06-01T09:00:54.000Z Der Begriff Payment Service Provider klingt nach Standardware. Jeder bietet ihn an, jeder verspricht das Gleiche: schnell, sicher, günstig. Was dabei meist verschwiegen wird: Die meisten dieser Anbieter stehen mitten im Geldfluss, zwischen Händler, Acquirer und Bank. lynck nicht. Die lynck Solution GmbH bezeichnet sich bewusst als TSP, als Technischen Service Partner. Das ist keine Marketingentscheidung, sondern eine strukturelle: lynck wickelt den Zahlungsprozess technisch ab, steht aber zu keinem Zeitpunkt im Geldfluss. Für Merchants bedeutet das maximale Transparenz über jeden Schritt der Transaktion und ein Anbieter, dessen Interessen nicht dort liegen, wo das Geld fließt. In dieser Folge sprechen wir mit Britta Wehner, Director Sales & Partnerships und Prokuristin bei lynck, über das Geschäftsmodell hinter dieser Positionierung: eine selbst entwickelte Technologieplattform mit inhouse-Entwickler:innen, ein konsequenter DACH-Fokus und eine Betreuungsphilosophie, die individuelle Merchant-Begleitung unabhängig vom Transaktionsvolumen verspricht, jenseits der unausgesprochenen 15-Millionen-Euro-Schwelle, ab der viele Anbieter erst wirklich aktiv werden. Thema sind außerdem die Nischen, in denen lynck sich etabliert hat: Online-Apotheken mit ihrer spezifischen Kombination aus Datenschutzanforderungen, sensiblen Produktkategorien und Bonitätsprüfung und der ÖPNV, wo Payment im Massengeschäft auf Echtzeit, Anonymität und komplexe Systemintegration trifft. Der dritte große Block gehört BNPL. lynck hat eigene Zahlarten entwickelt, die Rechnungskauf und Lastschrift ohne klassisches Factoring ermöglichen, abgesichert durch eine selbst entwickelte Risikomatrix, die in Kooperation mit der Creditreform-Gruppe betrieben und stetig weiterentwickelt wird. Was das für die Risikoverteilung zwischen Merchant und TSP bedeutet und wie dynamische Zahlungsartensteuerung in der Praxis funktioniert, ist eines der Themen, bei denen wir nicht lockerlassen. ## **lynck – Teil der Gestalterbank-Payment-Group** lynck ist seit 2023 ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Volksbank eG – Die Gestalterbank und Teil einer Payment-Group, die alle bargeldlosen Zahlungswege abdeckt: vom Terminal über Vending-Automaten bis zum E-Commerce-Plugin. Als offizieller Integrationspartner von Mastercard OpenBanking für Pay by Bank in Deutschland steht lynck außerdem an einer Schnittstelle, die in den nächsten Jahren deutlich größer werden dürfte. Britta Wehner kennt das Thema nicht aus der Vogelperspektive, sondern aus dem täglichen Merchant-Gespräch: aus den Projekten, in denen Händler entscheiden müssen, welcher Payment-Stack wirklich zu ihrem Geschäftsmodell passt und nicht nur auf dem Papier überzeugt. Mehr Informationen: lynck.de ### Service-Offensive: Warum es Trade Republic in Wahrheit um Vertrieb geht URL: https://paymentandbanking.com/service-offensive-warum-es-trade-republic-in-wahrheit-um-vertrieb-geht/ Last updated: 2026-05-28T05:54:57.000Z Viel wurde in den vergangenen Monaten über die Service-Offensive von Trade Republic diskutiert. Der CEO räumt öffentlich Fehler ein, die viel beschworene Künstliche Intelligenz im Kundenservice wird teilweise zurückgefahren und durch 1.000 menschliche Servicemitarbeiter sowie eine 24/7-Hotline ersetzt. Die Lesart in Markt und Medien ist erstaunlich einheitlich: Der Neobroker reagiert auf den Kundenfrust, beugt sich dem Druck der Aufsicht und versucht reumütig, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen. Das klingt nachvollziehbar, doch diese Perspektive kratzt nur an der Oberfläche. ## **Service ist ein Kostenblock, außer er hat einen anderen Zweck** Einem Geldgeber wie Thrive Capital verkauft man keine "Wir reparieren unseren Service"-Story als neue Wachstumsfantasie. Service ist im digitalen Banking primär ein Kostenblock, der die Marge drückt. Wäre telefonische Erreichbarkeit der entscheidende Wachstumstreiber, müssten Filialbanken und etablierte Alt-Broker mit ihren riesigen Callcentern von Neukunden überrannt werden. Sie sind es offensichtlich nicht. Die Antwort liegt nicht in der Vergangenheit, sondern im kommenden Jahr. Der eigentliche Treiber ist das staatlich Altersvorsorgedepot. Hier liegt die Wachstumsstory für die nächste Dekade. ## **Ist die digitalaffine Kernzielgruppe abgegrast?** Das strategische Problem der Neobroker ist ein perspektivisches. Die digitalaffine Kernzielgruppe, Menschen, die ein Depot in drei Minuten auf dem Smartphone eröffnen, selbstständig ETFs besparen und bei Problemen in Reddit-Foren nach Lösungen suchen, ist zu einem Teil erschlossen. Dieses Wachstum kommt nicht zum Erliegen, aber es verlangsamt sich. Die nächsten großen Bewertungssprünge wird Trade Republic nicht aus dieser Kohorte holen, sondern nur aus einer völlig neuen Zielgruppe müssen: Millionen normaler Sparer, für die ein Wertpapierdepot Neuland ist. ## **Robinhood hat den Schritt bereits versucht und nur halb geschafft** Trade Republics Pivot ist kein origineller Strategiewechsel. Robinhood versucht ihn seit Jahren und liefert ein lehrreiches Bild davon, wie schwer er tatsächlich ist. Seit 2022 baute Robinhood Service- und Beratungsstrukturen auf: 24/7-Telefonsupport, die Premium-Stufe *Gold*, der Launch von *Robinhood Retirement* Anfang 2023 mit aggressivem IRA-Match und zuletzt die Übernahme von *TradePMR*, einer Custody-Plattform für unabhängige Finanzberater. Auf dem Papier liest sich das wie ein Lehrbuch-Pivot vom Trading-Tool zur Vermögensplattform. Auf den ersten Blick sprechen die Zahlen dafür: 2025 stieg der Jahresumsatz um 52 Prozent auf 4,5 Milliarden Dollar, zugleich verdoppelten sich die in Retirement-Konten verwalteten Vermögen auf 26,5 Milliarden Dollar. ## **Von Trading zur Altersvorsorge: Kein leichter Schritt** Der zweite Blick relativiert den Pivot. Im vierten Quartal 2025 kamen Robinhoods transaktionsbasierte Erlöse vor allem aus Optionen (314 Millionen Dollar) und Krypto (221 Millionen), nicht aus dem klassischen Aktienhandel (94 Millionen). Auch im Gesamtjahr zeigt sich ein ähnliches Bild: Robinhood kam 2025 auf 7,5 Prozent Marktanteil im US-Optionshandel, aber nur auf 1,1 Prozent im Aktienhandel. Selbst die Kundschaft hat sich bislang nur begrenzt verschoben. Zwischen April 2024 und März 2025 stieg das Durchschnittsalter zwar von 31 auf 35 Jahre, dennoch waren drei Viertel der Nutzer weiterhin 43 oder jünger. Die Lehre, die nicht nur für Trade Republic gilt: Eine Trading-Plattform lässt sich nicht einfach in eine Altersvorsorge-Plattform umbauen, indem man Retirement-Konten ergänzt und Service-Personal einstellt. Robinhoods Pivot ist in der Außenkommunikation gelungen, in der Erlösrealität jedoch ein Hybrid geblieben. Eine junge, zocker-affine Kundenbasis liefert schneller und höhere Erträge als langfristige Sparer; die Anreize einer börsennotierten Plattform laufen gegen den Pivot, nicht mit ihm. ## **Service als Conversion-Infrastruktur** Vor diesem Hintergrund ist die Ankündigung von 1.000 neuen Mitarbeitern bei Trade Republic eineOnboarding- und Conversion-Infrastruktur. Wer den Markt für das Altersvorsorgedepot gewinnen will, muss erwartbare Engpässe, komplexere KYC-Prozesse, Beratungsfragen, Warteschlangen im Vorfeld lösen. Die neuen Mitarbeiter sind eine personelle Funnel-Vorbereitung auf den nächsten Produktzyklus. ## **Das Depot ist die neue Hausbank** Ein Teil der aktuellen Debatte irrt zudem im Betrachtungswinkel. Oft wird argumentiert, exzellenter Service sei nötig, um zur Hauptkontoverbindung aufzusteigen, also zum Girokonto. Doch das Girokonto ist längst der falsche Anker. Der Kampf der Zukunft wird nicht um das Zahlungsverkehrskonto geführt, sondern um das Depot. Das Depot ist die neue Hausbank. Wer Vermögensbildung kontrolliert, kontrolliert die wertvollste Kundenschnittstelle. Die Service-Offensive wirkt deshalb weniger wie ein Akt der Reue als wie die personelle Vorfinanzierung für den kommenden Altersvorsorge-Vertrieb. Dass Trade Republic parallel Brad Pitt als Markenbotschafter verpflichtet und erstmals Trikotsponsoring für Sportvereine anbietet, bestätigt die Richtung: Die neuen Zielgruppen heißen nicht mehr Gen Z, sondern Millennials, Gen X und die regional verankerten Sparermilieus, in denen bislang Sparkassen und Volksbanken das Vertrauen hielten**.** Autor: Joshua Olbrich ### MiCAR erklärt: Was die neue Krypto-Regulierung für Unternehmen verändert URL: https://paymentandbanking.com/micar-erklart-was-die-neue-krypto-regulierung-fur-unternehmen-verandert/ Last updated: 2026-05-29T06:33:22.000Z Mit MiCAR („Markets in Crypto Assets Regulation“) schafft die EU erstmals einen einheitlichen regulatorischen Rahmen für Kryptowerte in Europa. Für Kryptodienstleister wird es jetzt ernst: Der regulatorische Übergangszeitraum der MiCAR läuft aus und ab dem 1\. Juli 2026 dürfen Unternehmen ihre Kryptowerte-Dienstleistungen im EWR nur noch mit vollständiger MiCAR-Lizenz anbieten. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Kemal Ahmedi, Rechtsanwalt und Partner bei Annerton, über die wichtigsten Grundlagen der MiCAR und darüber, warum der europäische Kryptomarkt damit deutlich stärker reguliert wird. Im Mittelpunkt steht zunächst die Frage, welche Kryptowerte MiCAR überhaupt erfasst. Die Verordnung unterscheidet dabei zwischen Asset-Referenced-Token, E-Geld-Token und sonstigen Kryptowerten wie beispielsweise Bitcoin. Während Bitcoin als „sonstiger Kryptowert“ gilt, stehen insbesondere Stablecoins regulatorisch stark im Fokus. Außerdem erklärt Kemal Ahmedi, welche Unternehmen künftig eine MiCAR-Zulassung benötigen. Betroffen sind vor allem Kryptobörsen, Verwahrer und Anbieter von Kryptodienstleistungen wie Handel, Tausch oder Verwahrung von Kryptowerten. Für viele Unternehmen bedeutet das künftig deutlich strengere Anforderungen an Governance, Compliance, IT-Sicherheit und Risikomanagement. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist der sogenannte EU-Passport. Unternehmen mit einer MiCAR-Lizenz können ihre Dienstleistungen künftig europaweit anbieten, ohne in jedem Land eine neue Zulassung beantragen zu müssen. Gerade für international aufgestellte Plattformen wird das zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil. Auch Stablecoins (E-Geld-Token und ART) spielen in der Folge eine zentrale Rolle. Hier sieht der europäische Gesetzgeber besondere Risiken für den Finanzmarkt und hat deshalb strengere Anforderungen eingeführt – etwa bei Eigenmitteln, Reservevermögen, Liquidität oder Rücktauschrechten für Nutzer:innen. Darüber hinaus geht es um Verbraucherschutz, Marktmissbrauch und neue Transparenzpflichten. MiCAR verpflichtet Anbieter unter anderem dazu, Risiken offenzulegen, Interessenkonflikte transparent zu machen und Insiderhandel sowie Marktmanipulation zu verhindern. Die Folge macht damit deutlich: MiCAR bedeutet für den Kryptomarkt einen grundlegenden Wandel. Weniger „Wild West“, mehr Finanzmarktregulierung – aber gleichzeitig auch mehr Rechtssicherheit und neue Chancen für skalierbare Geschäftsmodelle innerhalb Europas. ### Marko Wenthin: Wer Banktechnologie nicht erneuert, bleibt zurück URL: https://paymentandbanking.com/marko-wenthin-wer-banktechnologie-nicht-erneuert-bleibt-zuruck/ Last updated: 2026-05-28T05:41:15.000Z Marko Wenthin ist ein bekanntes Gesicht in der Bankingszene. Nach Stationen bei der Deutschen Bank, Solaris und Penta ist er nun bei SAP Fioneer damit betraut, Banksysteme fit für den Einsatz von KI und digitalen Assets zu machen. Warum das spannend ist? ## Das verrät Marko Wenthin hier im Interview. ### ***Wer bist Du und was machst Du?*** Ich bin zwar gelernter Banker, habe aber früh gemerkt, dass ich am liebsten unternehmerisch arbeite. 2005 habe ich deshalb meinenJob bei der Deutschen Bank aufgegeben, um zu gründen. Trotz schlafloser Nächte und einiger Misserfolge würde ich das wieder so tun, weil mir ein enges Corporate-Korsett nicht die „künstlerische Freiheit“ gibt, die ich mir einbilde zu brauchen. Inhaltlich zieht sich bei mir ein roter Faden durch: Meine Diplomarbeit drehte sich um Change-Management in Banken. Dazu kommt das notwendige tiefe Verständnis des Bankgeschäfts von Aktiv- und Passivseite über Transaktion, Risiko, Compliance, Kunden und Markt bis hin zur Technologie. Genau diese Kombination treibt mich an.Seit Ende 2025 arbeite ich bei SAP Fioneer genau an diesen Themen: Finanzinstitute dabei zu unterstützen, ihre Systeme und Prozesse zu modernisieren – mit einer Plattform für Skalierung, Regulierung und den Einsatz von KI. ### ***Du hast 60 Sekunden im Aufzug mit dem wichtigsten Menschen Deiner Karriere. Was sagst Du und wer ist das?*** Das ist zweifelsohne mein guter Freund, Mentor und „Superhirn“ Friedhelm.Ich würde zu ihm sagen: „Lieber Friedhelm, ohne pathetisch zu sein, danke ich Dir für Deine Unterstützung, bewundere das, was Du in mir gesehen hast, als Du mich in Argentinien unter deine Fittiche genommen hast und bis heute tust. Du hast mir beigebracht, schnell einen Überblick zu gewinnen, aber dann auch die Details zu kennen und immer einen Schritt voraus zu sein.“ ### ***Die wenigsten träumen als Kind davon, im Payment oder Banking zu landen. Erzähl uns Deinen Weg – inklusive der Umwege.*** Als Kind wollte ich wie viele andere Tierarzt werden, habe mich später aber auf Architektur fokussiert und sogar einen begehrten Studienplatz an der Bauhaus-Uni Weimar bekommen. Dann fiel die Mauer – und mit ihr viele Pläne. Wenige Wochen vor der Wiedervereinigung sind in kurzer Zeit mein Vater und drei weitere mir sehr nahestehende Personen gestorben. Meine Mutter verlor ihren Job, und ich war plötzlich derjenige, auf den sich die Familie stützte. Ich habe mich daraufhin bei Volksbank, Sparkasse und Deutscher Bank um eine Ausbildung beworben. Mein Leben bekam dadurch eine Richtung, die ich vorher nie gedacht hätte. Nach der Ausbildung ging es erst direkt zum Bund und anschließend für die Deutsche Bank nach Argentinien und Polen. Dort habe ich mich um alles gekümmert, was nach Maschinenraum aussah: IT, Operations, Cash Management, außerdem der Aufbau von Compliance und Operational Risk Management, bevor ich Vorstand wurde. Irgendwann stand erneut die Rückkehrfrage im Raum. Mit Frankfurt konnte ich mich nicht anfreunden, so endete meine Zeit bei der Deutschen Bank.Mit Mitte 30 hab ich das erste Mal selbst gegründet. Nach Ausflügen in Logistik-Tech und PropTech, hat es mich zurück zu Banking und Fintech verschlagen. So kam ich trotz mehrerer „Ausbruchsversuche“ immer wieder zurück. ### ***Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?*** Mit der Fintech-Welle hat die technologiebasierte, am Kundennutzen ausgerichtete Erneuerung deutlich an Geschwindigkeit gewonnen. Mit Machine Learning und KI werden die Innovationszyklen noch kürzer. Genau hier kommt das zum Tragen, was ich seit vielen Jahren verfolge: eine durchgehende Architektur, die vor allem auf Echtzeitdaten basiert. Wer jetzt nicht die Basis schafft, Banktechnologie grundsätzlich zu erneuern und damit das Geschäftsmodell der Zukunft zu unterstützen, wird zurückbleiben. Die Schere bei Entwicklungsgeschwindigkeit und Cost-Income-Ratio wird weiter aufgehen, weil die Kosten des Nicht- oder Nicht-ausreichend-Tuns überproportional steigen. Hinzu kommt: Mit „always on“-Clearing, digitalem Zentralbankgeld (CBDC), Stablecoins und Digital Assets wird auch die Bankbilanz und die 24/7/365-Verarbeitung ganz andere Anforderungen stellen. Das betrifft nicht nur die Kundeninteraktion. Banksteuerung wird nicht mehr an Arbeitszeiten gekoppelt sein, wenn rund um die Uhr Transaktionen rein- und rauslaufen. Risiko- und Compliance-Modelle müssen neu gedacht und umgesetzt werden. KI wird Bankprozesse und Entscheidungen nicht ersetzen, aber anreichern und beschleunigen. All das setzt eine End-to-End-Prozesssicht voraus und die funktioniert nicht, wenn hunderte Systeme und Instanzen nicht in Echtzeit miteinander kommunizieren können. ### ***Fintechs haben viel versprochen. Was hat die Welt wirklich verändert und wo haben wir uns alle etwas vorgemacht?*** Fintech war und ist ein Katalysator. Gründungen „auf der grünen Wiese“ und das Infragestellen bestehender Prozesse haben eine Entwicklung angestoßen, die der Trägheit vieler Banken entgegenlief. Natürlich wurden dabei Themen wie Regulatorik, Compliance, Risiko und technische Resilienz nicht immer ernst genug genommen. Das ist aber nicht ausschließlich negativ, denn es hat gezeigt, dass viele Hürden selbstgemacht waren. Vor allem aber hat sich der Kundennutzen auf vielen Ebenen dramatisch verbessert: mehr Transparenz im Versicherungs- und Kontenumfeld, schnellere Transaktionen, Wertpapierhandel, Kreditvergleich und beschleunigte Abschlüsse. Ohne Ident- und digitale Signaturverfahren müssten wir für vieles noch immer in eine Filiale oder zur Post. Kurz: Ja, die Welt hat sich deutlich verändert, weil Fintech-Konkurrenz und die Umsetzung von Ideen die Modernisierung beschleunigt haben.Und in dieser Zeit ist auch SAP Fioneer entstanden. Die Kombination der Skalierungsfähigkeit und Resilienz einer SAP gepaart mit dem Wissen und der Agilität eines Spezialanbieters für Finanzdienstleister, kurz: das Beste aus zwei Welten. ### ***Welche Regulierung würdest Du sofort abschaffen und warum?*** Eine pauschale Antwort maße ich mir nicht an, denn Regulatorik ist gut und wichtig. Sie ist allerdings oft „hintendran“, selten wirklich vorwärtsgerichtet und häufig nicht praktikabel. Die Finanzkrise 2008 hat Schwächen im System klar aufgezeigt, nur wurden diese nicht mit wirksamen Maßnahmen bekämpft. Deshalb gehört aus meiner Sicht jede einzelne Regulierung und vor allem ihre Umsetzung auf den Prüfstand. ### ***Welches Unternehmen in Payment oder Banking beobachtest Du gerade am meisten und warum?*** Mehrere sogar, die Namen unten sind ganz sicher keine abschließende Liste:um Beispiel Upvest, die geschafft haben, was wir damals mit der Solaris begonnen hatten: Sie haben den „aaS“-Gedanken in Richtung Banking weitergeführt und damit einen Weg eingeschlagen, der in puncto Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells anders trägt, als sich „nur“ auf Fintechs zu konzentrieren. Auch Revolut hat gezeigt, dass man in der traditionellen Bankenwelt ankommen kann, ohne träge zu werden. Dann gibt es noch Akteure wie Bridge im Bereich der Stablecoin-Infrastruktur, die den Sprung von der reinen Krypto-Story hin zu echter Infrastruktur geschafft haben. Und schließlich ist da Pliant, die es geschafft haben, vom Produktanbieter zur Karteninfrastruktur zu werden. Mein Hang zur Infrastruktur ist vermutlich nicht zu übersehen. ### ***Hinkt Europa im Payment wirklich hinterher oder haben wir einfach andere Prioritäten?*** Ja – und das hat neben Regulierung auch viel mit Mindset zu tun.Während in den USA und China größer und schneller gedacht und umgesetzt wird, verlieren wir uns oft in Detaildiskussionen und stehen uns selbst im Weg. Das bremst Innovation und Skalierung*.* ### ***Welche Entscheidung in Deiner Karriere würdest Du heute anders treffen und was hat sie Dich gelehrt?*** Diese Frage stellt sich wahrscheinlich jeder irgendwann. Vielleicht hätte ich die sichere Karriere in der Deutschen Bank früher beenden sollen, um schon in meinen Zwanzigern zu gründen. Oder ich hätte bleiben sollen, aus mir hätte vielleicht sogar „was werden können“. Am Ende ist der Weg, wie ich ihn gegangen bin, für mich stimmig. ### ***Was machst Du in deiner Freizeit, das so gar nicht zu Deinem Berufsbild passt?*** Ich spiele weder Golf noch Tennis, stehe dafür aber gerne am Grill oder in der Küche. Ich gehe immer noch sehr gerne auf das Eis und bin natürlich Eisbären-Fan, auch wenn ich es leider viel zu selten in die Arena schaffe. ### ***Auf der KI Exchange in Hamburg diskutiert die Branche die Zukunft der KI. Welches Problem möchtest Du dort ansprechen?*** In unserer Branche beschäftigt sich inzwischen jedes Unternehmen mit KI. Die entscheidende Frage ist dabei: Wird das Thema ernsthaft betrieben oder passiert gerade etwas Ähnliches wie zu Beginn der Fintech-Phase, als viele Banken Labs aufgebaut, die Krawatte abgelegt und Sneaker angezogen haben, in der Annahme, damit sei der Wandel geschafft? Ich glaube, wir müssen deutlich kritischer hinterfragen, ob wir wirklich verstanden haben, wie tiefgreifend KI nicht nur Prozesse, sondern auch Geschäftsmodelle verändern wird. Anders als bei der Fintech-Welle geht es nicht nur um Kundenschnittstellen oder Infrastruktur, sondern um die grundlegende Frage: Wie sieht die Bank der Zukunft aus? ### Financial Education: Vom Wissensproblem zum Umsetzungsproblem URL: https://paymentandbanking.com/financial-education-vom-wissensproblem-zum-umsetzungsproblem/ Last updated: 2026-05-27T05:30:54.000Z Informationen zu Finanzthemen gibt es inzwischen überall: TikTok, YouTube, Finfluencer, Podcasts, ETF-Erklärvideos, „3 Konten Modelle", Budget-Hacks und Anlage-Tipps in Dauerschleife. Trotzdem fühlen sich viele junge Menschen finanziell unsicher. Warum eigentlich? Genau darüber sprechen wir in der neuen Folge von „3x3=10" mit Alexandru Tapelea, Gründer von BeAFox. Der spannende Perspektivwechsel dabei: Vielleicht brauchen junge Menschen gar nicht noch mehr Finanzwissen. Sondern Hilfe dabei, finanzielle Entscheidungen überhaupt in die eigene Lebensrealität zu übersetzen. Denn zwischen „Ich weiß, was ein ETF ist" und „Ich fühle mich sicher genug, wirklich anzufangen" liegt ein ziemlich großer Unterschied. ## **Vom Informationsüberfluss zur Überforderung** Klassische Financial Education setzt voraus, dass mehr Wissen automatisch zu besseren finanziellen Entscheidungen führt. Doch in der Realität funktioniert das nur bedingt. Viele junge Menschen werden von Finanzcontent eher überfordert als abgeholt. Die schiere Menge an widersprüchlichen Tipps, Strategien und Produktempfehlungen erzeugt Unsicherheit statt Orientierung. Wer soll entscheiden, welcher Ratschlag zur eigenen Situation passt, wenn die Lebensrealität in keinem Erklärvideo vorkommt? Im Gespräch geht es deshalb nicht nur um klassische Financial Education, sondern um eine deutlich größere Frage: Wie entsteht eigentlich Vertrauen in einer Finanzwelt, die gleichzeitig komplexer, digitaler und lauter wird? Lebenssituationen werden wichtiger als generische Finanz-Tipps. Wer gerade den ersten Job antritt, eine Familie gründet oder über Selbstständigkeit nachdenkt, braucht andere Antworten als ein One-size-fits-all-Content-Format. ## **Vertrauen als entscheidender Hebel** Alexandru Tapelea erklärt im Podcast, warum BeAFox bewusst nicht den klassischen Weg über Banken geht. Stattdessen setzt das Start-up auf Community, Timing und persönliche Relevanz – Faktoren, die für Financial Wellbeing möglicherweise wichtiger sind als das nächste Feature oder Produkt. Vertrauen wird zur entscheidenden Währung in einer Finanzwelt, in der Information allein längst nicht mehr reicht. Je länger wir gesprochen haben, desto stärker entstand bei uns ein Gedanke: Die erfolgreichsten Finanzplattformen der Zukunft gewinnen vielleicht nicht über Produkte. Sondern über Vertrauen, Orientierung und die Fähigkeit, Menschen wirklich ins Handeln zu bringen. Zwischen Wissen und Umsetzung. Zwischen Finanzprodukt und Lebensrealität. Zwischen Information und echter Orientierung. ### KI: Erst Kundenschnittstelle, dann Betriebssystem? URL: https://paymentandbanking.com/ki-erst-kundenschnittstelle-dann-betriebssystem/ Last updated: 2026-05-26T06:30:55.000Z Dass KI die Kundeninteraktion und die entsprechenden Schnittstellen immer stärker verändert, ist inzwischen unstrittig: Laut einer aktuellen Bitkom-Umfrage nutzen 44 Prozent der Menschen, die KI verwenden, diese als Ratgeber für persönliche Fragen, [34 Prozent für gesundheitliche Fragen und bereits 21 Prozent für Finanzfragen](https://www.bitkom.org/sites/main/files/2026-04/bitkom-praesentation-kuenstliche-intelligenz-2026-der-blick-der-deutschen-auf-die-neue-technologie.pdf?ref=paymentandbanking.com). Rund ein Drittel der Deutschen nutzt KI mindestens wöchentlich, und bei den unter 50-Jährigen ist es ungefähr die Hälfte. ## Banking über ChatGPT und Perplexity Kein Wunder also, dass sich Fintechs und Banken immer stärker überlegen, wie sie sich an dieser neuen Schnittstelle positionieren können und sollen. So stellt BBVA beispielsweise eine BBVA-App innerhalb von ChatGPT zur Verfügung, die Fragen zu Produktkonditionen beantwortet und [weiterführende Links zu BBVA in den Chat integriert](https://www.bbva.de/content/experience-fragments/public-web-new/alemania/privat/chatgpt-module/master.html?ref=paymentandbanking.com). Auch die Sparkassen haben ein eigenes GPT gebaut, das direkt in ChatGPT Finanzfragen beantwortet und sich dabei primär auf sparkasseneigene Informationen und Webseiten bezieht und mit der Frage abschließt, ob der Nutzer im Anschluss auf eine Sparkasse weitergeleitet werden möchte. Die nächste Entwicklungsstufe der Integration zeigen die Beispiele von Perplexity und OpenAI gemeinsam mit Plaid. [Seit dem 9\. April können über Plaid Bankkonten, Kreditkarten und Darlehen von mehr als 12.000 Finanzinstituten mit Perplexity verknüpft werden, was zuvor bereits mit Brokerage-Konten möglich war](https://www.perplexity.ai/de/hub/blog/plaid-integration-provides-full-view-of-personal-finances?ref=paymentandbanking.com). Laut Perplexity stellten zum Zeitpunkt der Integration mehr als 75 Prozent der Nutzer auch finanzbezogene Fragen, sodass die kritische Masse und das grundlegende Vertrauen vorhanden waren. Analysen, Mustererkennung und Überwachung von Ausgaben, Salden und Zahlungshistorie über alle Konten sowie die Erstellung personalisierter Tracker gehören zu den derzeit bereitgestellten Aktivitäten. Mit Perplexity Computer lassen sich personalisierte Tools erstellen, von interaktiven Dashboards über Excel-Modelle bis hin zu vollständigen Finanz-Apps, und Perplexity stellt dafür eine umfangreiche Prompt-Bibliothek zur Verfügung. Am 15\. Mai zog OpenAI mit der Plaid-Integration nach und bietet zunächst amerikanischen Pro-Nutzern „A new personal finance experience in ChatGPT“. [Vision ist nach eigener Aussage die Unterstützung von Nutzern durch konkrete Schritte zur Verbesserung ihrer finanziellen Situation, u.a. in Kooperation mit anderen Partnern aus dem OpenAI-Ökosystem wie dem Anbieter von Unternehmens- und Buchhaltungssoftware Intuit ](https://openai.com/index/personal-finance-chatgpt/?ref=paymentandbanking.com). Die interessante Frage in dieser Konstellation ist, wer in der Wahrnehmung der Nutzer eigentlich die Kundenbeziehung innehat: Die Bank, deren Konten verknüpft und deren Daten bereitgestellt werden, oder die KI-Plattform, an die sich die Kunden mit ihren Fragen zuerst wenden. ## Von der Kundenschnittstelle zum Betriebssystem? Dass KI perspektivisch nicht nur zur Kundenschnittstelle werden kann, sondern schon eine Ebene vorher zum Betriebssystem, lässt sich aufgrund Anthropics neuester Veröffentlichung vom 13\. Mai erahnen: „Claude for Small Business“ ist ein Paket aus rund 15 agentischen Workflows in Bereichen wie Finanzen, Vertrieb, Kampagnen, Marketing und Payroll sowie entsprechenden Schnittstellen und Integrationen in [andere Tools wie Intuit QuickBooks, PayPal, Canva, Docusign, Google Workspace und Microsoft 365](https://www.anthropic.com/news/claude-for-small-business?ref=paymentandbanking.com). Finanzdienstleister stehen vor zwei großen Herausforderungen. Erstens müssen Sie selbst die Herausforderungen des Agentic Banking in den eigenen Häusern meistern und die Mitarbeitenden auf ein Miteinander von menschlicher und künstlicher Intelligenz im Sinne eines Co-Working und einer Co-Intelligenz vorbereiten. Zweitens gefährdet diese Entwicklung hin zu einem KI-Betriebssystem mit nahtloser Integration zwischen Konten, Unternehmenssoftware und KI-Systemen sowie Anbietern bei ihren Kunden die Relevanz und Visibilität der Banken – nicht nur an der Kundenschnittstelle, sondern in der gesamten Wertschöpfungskette. Wenn die Kunden nicht nur an der Schnittstelle zu Finanzfragen und -produkten statt einer Bank zunächst einen KI-Chatbot fragen, sondern dieser bereits die Vorarbeit im Sinne der internen Prozesse und des Betriebssystems übernimmt, werden die Möglichkeiten einer strategischen Positionierung der eigenen Marke und damit der eigenen Lösungen noch weiter in den Hintergrund gedrängt. ## Die eigene „Value Proposition“ schärfen Für Banken ist es wichtig, ihren eigenen Wertbeitrag in einem Ökosystem aus Kunden, Software, KI und anderen Finanzdienstleistern zu schärfen. Dieser Wertbeitrag (die „Value Proposition“ als Kernstück des Business Model Canvas von Alex Osterwalder) besteht nicht nur aus den Produkten und Dienstleistungen, sondern dem Mehrwert, den ein Unternehmen wirklich für seine Kundinnen und Kunden liefert. Walt Disney produziert nicht nur Filme, sondern steht für Glücksgefühle und Träume, Happy Endings und glückliche Kindheitserinnerungen. Noch stehen Banken neben den reinen Finanzlösungen für Vertrauen, Partnerschaften und langjährige Beziehungen. Diese Werte und Kundenbeziehungen gilt es jetzt in die Welt der KI-Schnittstellen und Betriebssysteme zu übertragen. Dazu gehört neben diesen Werten jedoch auch, sich derselben Technologien zielgerichtet und effizient zu bedienen, um personalisierte, kontextualisierte und automatisierte Lösungen anzubieten und sie in die KI-Schnittstellen und -Plattformen zu integrieren, um nicht nur die letzte Schicht in einer langen Kette zu bilden. ## Hybride Systeme als “best of both worlds”? Interessanterweise gibt es von Seiten der Fintechs und Neobanken gerade die Tendenz zu eigenen KI-Lösungen und hybriden Systemen: So verkündete Revolut am gleichen Tag wie die Perplexity-Plaid-Integration den Roll-Out ihres eigenen KI-Agenten AIR (AI by Revolut) in der App. AIR soll eine intelligente Finanzverwaltung ermöglichen, mit dialogbasierter Analyse und Übersichten über Ausgaben und Investitionen, Abonnementverwaltung sowie dem Erledigen verschiedener administrativer Aufgaben. Darüber hinaus soll es ein Beyond-Banking-Angebot beispielsweise in den Bereichen Reise und Mobilfunk geben. Und Trade Republic setzt seit Mitte April mehr als 1.000 Serviceagenten mit einer 24/7-Verfügbarkeit über Telefon oder Live-Chat in acht Sprachen ein, um das Kundenerlebnis zu optimieren. Diese Entwicklungen machen Hoffnung, dass der Weg vorwärts eine intelligente Mischung aus hybriden Angeboten, fachlicher Stärke und dem zielgerichteten Einsatz neuster Technologie für personalisierte, kontextualisierte und automatisierte Lösungen ist, in dem Vertrauen und Kundenbeziehungen dennoch eine Rolle spielen. Es wäre jedoch sehr gefährlich, sich in falscher Sicherheit zu wiegen, denn im Kampf um die Kundenschnittstelle und die unterliegenden Betriebssysteme entwickeln sich KI-Plattformen mit einer deutlich höheren Geschwindigkeit. „Complacency“ ist keine Option. ### Fraud Benchmark 2026: Warum falsche Ablehnungen Banken dreimal teurer kommen als Betrug URL: https://paymentandbanking.com/fraud-benchmark-2026-warum-falsche-ablehnungen-banken-dreimal-teurer-kommen-als-betrug/ Last updated: 2026-05-26T06:31:26.000Z Die Branche misst Betrugsverluste seit Jahren. Nur misst jede Bank sie anders, mit eigenen Definitionen, eigenen Schwellen, eigenen Erfolgsgeschichten. Wer wirklich gut ist und wer sich das nur einredet, lässt sich von außen kaum sagen. Genau in diese Lücke stößt der „State of Fraud Performance"-Report, den Feedzai Ende April vorgestellt hat: der erste Versuch, Banken in einem echten Like-for-Like-Vergleich einzuordnen, auf Basis von neun Billionen US-Dollar bewertetem Zahlungsvolumen pro Jahr. Ein Befund aus dem Report brennt sich ein: Falsche Ablehnungen kosten Banken bis zu dreimal mehr als der eigentliche Betrug. Entgangene Umsätze, Beschwerden, abwandernde Kundinnen und Kunden. Trotzdem messen viele Häuser intern noch fast ausschließlich Erkennungsraten und feiern eine Zahl, die nur die halbe Wahrheit erzählt. Was das strukturell bedeutet, besprechen wir in der Abschlussfolge unserer Themenwoche Cybersecurity mit jemandem, der das Thema nicht aus der Vogelperspektive kennt, sondern aus dem Maschinenraum: aus den Projekten, in denen Banken ihre Fraud-Systeme tatsächlich umbauen. ## **Vom Beratungstisch auf die Anbieterseite** Marius Trotz hat Compliance-Transformationsprojekte und regulatorische Audits begleitet, bevor er auf die Anbieterseite gewechselt ist. Heute verantwortet er als European Payments Lead bei Feedzai genau die Schnittstelle, an der Banken, Technologie und Finanzkriminalität aufeinandertreffen. Feedzai selbst wurde 2011 in Portugal gegründet – von Menschen, die zuvor im Umfeld der europäischen Raumfahrt gearbeitet haben, einer Welt, in der Echtzeit, Skalierung und Zuverlässigkeit existenziell sind. In der Folge nehmen wir uns die zwei Kennzahlen vor, auf denen der Report aufbaut: die **Value Detection Rate**, also wie viel des versuchten Betrugsvolumens eine Bank überhaupt erkennt, und die **False Positive Rate**, also wie viele legitime Transaktionen sie dabei fälschlich blockiert. Beide werden bei einer fixen Interventionsrate von 0,1 Prozent verglichen und sortieren Banken in vier Stufen von „Best-in-Class" bis „Developing". ## **KI-Wettrüsten, Echtzeit und ein neuer Haftungsrahmen** Der vielleicht wichtigste Block der Folge schaut auf die Gegenseite. Generative KI hat das Betrugsproblem in den letzten 18 Monaten massiv beschleunigt: Stimm-Klone aus wenigen Sekunden Audio, synthetische Identitäten aus KI-generierten Ausweisbildern, Echtzeit-Phishing, das Einmalpasswörter parallel zur Bank-Sitzung des Opfers abgreift. Der Täter von 2026 ist nicht mehr der einsame Hacker, sondern eine ganze Wertschöpfungskette: „Fraud-as-a-Service", von gestohlenen Identitäten über Phishing-Kits bis zur Money-Mule-Rekrutierung. Allein die globalen Scam-Verluste lagen 2024 bei über einer Billion US-Dollar. Auf der Verteidigungsseite steht mit dem Risk Foundation Model RiskFM nach Feedzais Aussage das erste Tabular Foundation Model für Risikoentscheidungen. Was das konkret an der Arbeit von Risk- und Compliance-Teams ändert und wo der Konflikt zwischen Modellqualität und Erklärbarkeit liegt, ist eines der Themen, bei denen wir nicht lockerlassen. Dazu kommt der regulatorische Umbruch: PSD3 und die PSR verschieben die Bankenhaftung deutlich, künftig auch für autorisierte Zahlungen bei Impersonation Fraud. Mit dem verpflichtenden IBAN-Namensabgleich, der Verification of Payee, kommt ein Mechanismus, der simpel klingt und im EU-weiten Rollout alles andere als das ist. Und während SEPA-Echtzeitüberweisungen das Reaktionsfenster der Banken seit 2025 von Stunden auf Sekunden verkürzt haben, werden Money-Mule-Konten zum eigentlichen Nadelöhr der Betrugsbekämpfung. ## **Worum es wirklich geht** Am Ende läuft vieles auf eine unbequeme Frage hinaus: Wenn ein Kunde durch Social Engineering dazu gebracht wird, eine Überweisung selbst auszulösen, ist das ein Versagen der Bank-Systeme, der Kundenaufklärung, oder beides? Und sehen die Banken das plötzlich anders, seit PSD3 ihnen mehr Haftung aufbürdet? Marius Trotz gibt darauf eine ehrliche Antwort aus dem Maschinenraum und eine klare Empfehlung an Risk- und Compliance-Verantwortliche der Häuser. *Diese Folge ist der Abschluss unserer Themenwoche Cybersecurity. Alle Beiträge, Interviews und Analysen der Woche findet ihr hier auf paymentandbanking.com. Ein großer Dank geht an Feedzai, die diese Themenwoche als Partner unterstützt haben. Der vollständige „State of Fraud Performance"-Report ist frei zugänglich unter* [*feedzai.com*](https://www.feedzai.com/?ref=paymentandbanking.com)*.* **Jetzt reinhören – und vor allem: die richtigen Dinge messen.** ### „Payment muss sicher sein – und trotzdem unsichtbar funktionieren“ URL: https://paymentandbanking.com/payment-muss-sicher-sein-und-trotzdem-unsichtbar-funktionieren/ Last updated: 2026-05-26T06:32:29.000Z Marius Trotz arbeitet bei Feedzai an der Schnittstelle von KI, Finanzkriminalität und Payment-Infrastruktur. Im Interview spricht Marius Trotz darüber, wie er eher zufällig in die Branche geraten ist, warum Fintechs für ihn Teil einer größeren Revolution sind und weshalb finanzielle Bildung aus seiner Sicht viel früher beginnen sollte. ### **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Marius und bin European Payment Ecosystem Lead bei Feedzai. Ich arbeite mit unseren strategischen Kunden und Initiativen zusammen; mein Fokus liegt dabei auf Europa. Feedzai ist ein europäisches KI-Unternehmen und bietet eine Plattform zur Bekämpfung von Finanzkriminalität wie Zahlungsbetrug und Geldwäsche. Alles fing im Jahr 2011 in Portugal an. Heute bedient unsere Plattform weltweit über 100 Finanzinstitute, verarbeitet jährlich über 120 Milliarden Events sowie ein Zahlungsvolumen von 9 Billionen US-Dollar und hat allein im Jahr 2025 Betrug in Höhe von mehr als 1 Milliarde US-Dollar verhindert. ### **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Einen 20-Euro-Schein. ### **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Durch Zufall! Auch wenn ich mal ein Praktikum in einer Bankfiliale gemacht habe, war es nicht der Plan, später in der Branche zu landen. Mein erstes Projekt als Berufseinsteiger in der Unternehmensberatung war bei einer Bank, und danach war ich in der Branche fest verankert. ### **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich würde mich freuen, wenn ich mal sagen könnte: Ich habe einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass der Finanzsektor für alle Teilnehmer ein Stück sicherer und zugleich effizienter geworden ist. ### **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich würde sagen, sie sind Teil einer Revolution im gesamten Sektor und haben diese sicherlich angestoßen. ### **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Alles dafür tun, dass Menschen so viel Zugang wie möglich zu Weiterbildungen in den Bereichen Finanzen, Wirtschaft und Bankwesen erhalten. Nicht jeder kann Experte sein; die Wenigsten sind es ohnehin, aber jeder sollte Zugang zum wichtigsten Basiswissen haben. ### **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich mache gerne lange Fahrradtouren. ### **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Mit meinem Handy. ### **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Tatsächlich nur die der drei Banken, bei denen ich Kunde bin. Zwei FinTechs und die meiner VR-Bank aus der Kindheit. ### „Leider wird mir nicht immer geglaubt, wenn ich vor Betrug warne” URL: https://paymentandbanking.com/leider-wird-mir-nicht-immer-geglaubt-wenn-ich-vor-betrug-warne/ Last updated: 2026-05-22T09:53:26.000Z *Carmen Honacker ist eine Veteranin im Kampf gegen Betrug. Die gebürtige US-Amerikanerin begann ihre Karriere auf dem Gebiet vor 20 Jahren bei Yahoo, als ihr die Aufgabe von ihrem Vorgesetzten einfach so auferlegt wurde. Sie baute anschließend ein Team aus Betrugsjägern auf und arbeitete sich in das Thema ein. Nachdem sie beim Gaming-Studio Sqare Enix gearbeitet hatte, wurde sie Beraterin für Betrugsprävention. Nach Station bei Ebay leitete sie die Globale Betrugsstrategie bei Playstation. Ein Job bei Booking.com führte sie nach Europa, bevor sie zum Hamburger Softwareanbieter Risk Ident kam.* **Frau Honacker, die Bafin warnt gerade immer wieder vor neuen Betrugsmaschen. Sind Unternehmen im Finanzsektor besonders anfällig?** Banken und Finanzdienstleistern sind gefährdeter, weil sie mehr zu verlieren haben als andere Unternehmen. Da muss schon eine gewisse Sorgfalt walten. Die Regulierung zwingt sie außerdem dazu. Die ganzen Regeln zu Geldwäschebekämpfung, Underwriting und Know-Your-Customer (KYC) schützen sie aber nicht vor Betrug. **Gerade Fintechs wollen schnell skalieren. Bedeutet das zwangsläufig immer, dass Betrugsprävention darunter leidet?** Die neuen Identifikationsmethoden ermöglichen, dass viele Menschen in kurzer Zeit Konten eröffnen können. Im Finanzbereich ist eine gewisse Friktion bei der Kontozulassung durchaus angebracht. Ich finde es deshalb nicht schlimm, wenn es länger als fünf Minuten dauert, ein Konto zu eröffnen. Aber festzustellen, ob eine Person die ist, für die sie sich ausgibt, ist erst der Anfang. **Wie kann man dem schneller auf die Schliche kommen?** Schlau ist es, ein komplettes Profil aller „guten” Konten zu erstellen. Wie verhalten sie sich im Normalfall? Wie eröffnen sie ihr Konto? Wie lange dauert das? Wenn die ersten Daten anfallen, also wenn das Konto anfängt zu arbeiten, dann müssen Unternehmen sich die Muster anschauen. Aufgrund dessen können sie Anomalien erkennen. Etwa wenn jeden Monat die Miete abgeht, aber keine Stromrechnung. Das ist nicht leicht zu erkennen, weil Betrüger:innen besonders in dieser Branche sehr schlau vorgehen. **Haben Sie ein Beispiel?** In einem Fall, den ich erlebt habe, täuschten Betrüger:innen über Social Media Frauen eine Beziehung vor. Die Betrüger:innen haben sie dazu überredet, ihre Daten herzugeben. Dann haben sie in ihrem Namen Geschäftskonten eröffnet, um damit Geld zu waschen. In solchen Fällen ist es besonders schwierig, den Betrug zu erkennen, schließlich handeln hier anscheinend echte Personen. In solchen Fällen müssen wir also nur anhand des Verhaltens, aufgrund der Website des angeblichen Geschäfts, den Mustern der Geldflüsse oder der angeblichen Person hinter dem Konto erkennen, dass es sich um einen Identitätsmissbrauch handelt. **Um die Konten dann zu sperren.** Richtig. Nur ist es sehr traurig, weil wir den Opfern mitteilen mussten, dass ihre vermeintlichen Partner Betrüger:innen waren und nicht existieren. Wir mussten ihnen also nahelegen, mit ihnen Schluss zu machen. Das war nicht immer ganz einfach, weil viele noch daran glaubten, dass diese Personen sie liebten und heiraten wollten. Sie haben sich auch sehr oft geweigert. Das Konto haben wir dann trotzdem geschlossen. Das sind menschliche Dramen, die sich da abspielen. Dass so etwas erkannt wird, ist aber längst nicht garantiert, denn es gibt auch erhebliche Defizite. **Die Bafin moniert regelmäßig die Betrugs- und Geldwäscheprävention.** Die Regeln der Bafin haben mit der tatsächlichen Wehrhaftigkeit wenig zu tun, weil sie sich vor allem auf KYC konzentrieren. Und auch Antragsbetrug fällt komplett durchs Raster: Wenn jemand mit falschen Angaben oder einer fremden Identität einen Kredit oder ein Darlehen beantragt, ist das kein Geldwäsche-Problem, das ist Betrug. Bei den Vorschriften kratze ich mir teilweise am Kopf, denn sie bedeuten nicht, dass tatsächliche Muster von Betrug häufiger gefunden werden. Echte Betrugsmuster, wie Velocity-Auffälligkeiten, Geräte-Fingerprints oder Verhaltensanomalien stehen in keiner BaFin-Vorschrift. Da müssen die Banken schon selbst drauf kommen, haben aber teilweise noch nicht den Ernst der Lage erkannt. Es wird sich einfach zu wenig darum gekümmert, was hinterher passiert. Das merke ich auch daran, dass mir nicht immer geglaubt wird, wenn ich vor Betrug warne. **Warum?** Es kommt auf die Firma an. Wenn sich die Verluste, die durch den Betrug für das Unternehmen entstehen, noch nicht verwirklicht haben, scheuen viele davor, einzugreifen – sie sehen dann häufig nur die Umsätze. Tausende Konten aufgrund eines Verdachts zu schließen, wird als größeres Geschäftsrisiko gesehen als der Betrug. Viele Betrüger:innen wissen, wie Unternehmen in solchen Situationen denken. Sie wissen oft genau, wie weit sie gehen können. **Wie überzeugen Sie Banken davon, mehr Wert auf Prävention zu legen?** Ich muss die Kosten klar aufzeigen. Oft klagen einzelne Abteilungen darüber, dass sie Budgets für die Prävention nicht durchbekommen. Ich halte dann eine Präsentation vor den Entscheider:innen. Danach sitzt das Geld für Prävention lockerer. Ein Problem ist, dass die Betrugspräventionsteams in ein Silo gesteckt werden. Sie müssen aber überall im Unternehmen integriert sein, im Marketing, Vertrieb, Finanzen. Dort müssen sie erklären, was und warum sie es tun und warum es für die Abteilungen einen konkreten Vorteil hat. **Was können speziell Banken tun?** Wie in den oben beschriebenen Fällen mit der „freundlichen” Kontoübernahme glauben Banken, dass sie nicht das Recht haben, einzugreifen und fürchten sich vor Konsequenzen. Sie klären außerdem zu wenig über Investment- und Romance-Scams auf. Das haben viele vernachlässigt. Wenn es dann passiert, kriegt es kein Mensch mit, auch nicht die Betroffenen. **Einige Banken warnen mittlerweile vor solchen Betrügereien – auch die Bafin setzt mehr auf Aufklärung.** Im Moment erreicht diese Aufklärung aber keine große Öffentlichkeit. Ältere Personen, eine der anfälligsten Gruppen für Betrug, sehen die Warnungen nicht unbedingt auf Instagram und Facebook. Man müsste über Fernsehen oder Radio gehen. Im Vereinigten Königreich gab es eine super Kampagne gegen Phishing, die den Betrug um über 60 Prozent gesenkt hat. Das kostet aber mehr als ein Newsletter oder ein Post. Es müssten sich mehrere Finanzinstitute zusammenschließen, um das zu finanzieren. Das probieren wir jetzt gerade. **Wie wichtig wird KI?** KI ist schon lange im Spiel bei der Betrugserkennung. Der Großteil unserer Betrugsprävention läuft bereits über Machine-Learning-Modelle. Sie kann Anomalien schneller über große Datenmengen erkennen. Ob Transaktionen mit demselben Gerät, der gleichen Adresse oder der gleichen E-Mail ausgeführt werden. Die KI steuert dann verdächtige Transaktionen oder Konten aus, wenn sie nicht sicher ist. Sie hat dann aber schon genug Hinweise gesammelt, damit ein Mensch entscheiden kann, ob es sich um Betrug handelt – die KI wird dadurch wiederum schlauer. **Sehen Sie hier in Zukunft die größten Gefahren durch Betrug für Fintechs?** Im Gegensatz zu den meisten Leuten habe ich keine Riesenangst. Der Grund dafür ist, dass KI so eine Art sechster Sinn fehlt. Selbst wenn alles normal aussieht und eine KI anders entscheiden würde, haben erfahrene Betrugsjäger:innen so ein Bauchgefühl, wenn sie ein Muster erkennen. KI kann noch nicht das Verhalten von Verdächtigen im Ganzen interpretieren. Andererseits werden Betrüger:innen durch KI immer besser. Aber ich bin mir sicher, das können wir auch. **Vielen Dank für das Gespräch.** ### CCD2 bei Dispo und Überziehung: Diese neuen Pflichten kommen auf Banken zu URL: https://paymentandbanking.com/ccd2-bei-dispo-und-uberziehung-diese-neuen-pflichten-kommen-auf-banken-zu/ Last updated: 2026-05-20T07:28:31.000Z Im Podcast mit Rechtsanwalt Dr. Florian Lörsch geht es um strengere Kreditwürdigkeitsprüfungen, neue Kündigungsregeln und zusätzliche Informationspflichten. Die neue Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) verändert nicht nur BNPL-Modelle und klassische Verbraucherkredite, sondern greift auch tief in etablierte Bankprodukte wie den Dispositionskredit ein. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Florian Lörsch von Annerton darüber, warum der Dispo künftig deutlich stärker wie ein regulärer Verbraucherkredit behandelt wird. Besonders relevant: Banken müssen ihre Informationspflichten anpassen. Statt wie bisher quartalsweise müssen Kund:innen künftig mindestens monatlich über ihren Dispo informiert werden – inklusive Saldo, Zinsen und Rückzahlungen. Gleichzeitig entstehen neue Anforderungen bei Kündigungen. Die Kündigungsfrist beträgt jetzt zwei Monate. Wird ein Dispo gekündigt oder gekürzt, müssen Verbraucher:innen zusätzlich mindestens 30 Tage vorher informiert werden. Außerdem muss die Bank ermöglichen, offene Beträge in zwölf gleichen Monatsraten zurückzuführen. Auch bei der Kreditwürdigkeitsprüfung steigen die Anforderungen deutlich. Nach der Regierungsbegründung zur CCD2 muss künftig geprüft werden, ob Verbraucher:innen einen gekündigten Dispo innerhalb von zwölf Monaten zurückzahlen könnten. Dadurch verschiebt sich die Dispo-Prüfung weg von einfachen Gehaltsmodellen hin zu einer stärkeren Bewertung von Einnahmen und Ausgaben. Zusätzlich betrifft die Reform auch geduldete Überziehungen. Banken müssen künftig früher prüfen, ob Kund:innen regelmäßig oder dauerhaft ins Minus rutschen – und ihre Prozesse entsprechend anpassen. Die Folge zeigt, wie stark die CCD2 selbst lang etablierte Standardprodukte verändert und warum Banken und Fintechs ihre Kredit- und Kontoprozesse jetzt neu strukturieren müssen. ### So schützt sich die Finanzbranche vor Cyberangriffen URL: https://paymentandbanking.com/so-schutzt-sich-die-finanzbranche-vor-cyberangriffen/ Last updated: 2026-05-22T09:53:33.000Z Cyberangriffe auf Banken und Finanzdienstleister sind keine Seltenheit: In den ersten drei Quartalen 2025 meldeten Unternehmen aus der Finanzbranche insgesamt 525 schwerwiegende Vorfälle durch den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie. Davon waren rund zehn Prozent Cyber-Angriffe. Durch geopolitische Spannungen und den Einsatz künstlicher Intelligenz wird die Zahl der Angriffe vermutlich noch steigen. Seit Inkrafttreten des Digital Operational Resilience Act (DORA) im Januar 2025 müssen Banken auch höhere Standards an die Cybersicherheit erfüllen. Dabei können ihnen auch Dienstleister helfen. Wir haben Anbieter von Cybersicherheits-Software gesammelt, die auf die Finanzbranche spezialisiert sind. Sie beschäftigten sich mit Systemsicherheit, Prävention, Tests und Reaktionen auf Cyberangriffe. Unser Fokus liegt hier vor allem auf deutschen und europäischen Anbietern. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/05/P-B-Cyber-Security-Infografik.jpg) > ***Du möchtest die Grafik hochauflösend? Scrolle nach unten!*** ## **Identity und Access Management** Durch Identity und Access Management können Finanzunternehmen verwalten, wer auf welche Daten Zugriff hat. Es gibt viele Software-Anbieter in diesem Bereich. Die Investitionsbank Berlin, die Thüringer Aufbaubank und die IFB Hamburg nutzen zum Beispiel das Produkt „Garancy“ von Beta Systems. C-IAM Consulting hat unter anderem die Deutsche Bank als Kunden. ## **Privileged Access Management** Beim Privileged Access Management geht es darum, dass sensible Daten nicht in die falschen Händen landen. Personen mit Zugang zu sensiblen Daten, zum Beispiel Geschäftsführer oder Systemadministratoren, werden strenger überwacht als andere Nutzer. Lösungen für die Finanzbranche bieten C-IAM Consulting, Cyberark, Delinea, PPI, Twinsoft, Visulex und Wallix an. ## **Dokumenten- und E-Mail-Sicherheit** Unternehmen wie M&H Novedia und Comcrypto kümmern sich um die Sicherheit von sensiblen Dokumenten und E-Mails. S-Factoring, der Factoring-Anbieter der Sparkassen-Finanzgruppe, nutzt zum Beispiel die E-Mail-Lösung von Comcrypto. ## **Schwachstellenanalyse und -management** Der Digital Operational Resilience Act (DORA) schreibt vor, dass Finanzunternehmen jährlich ihre IT-Systeme mit verschiedenen Methoden testen müssen. Eine dieser Methoden ist die Schwachstellenanalyse. Wie der Name schon sagt, geht es darum, Schwachstellen in den Systemen zu finden, Risiken abzuschätzen und mögliche Lücken zu schließen. Solche Analysen für Finanzinstitute bieten zum Beispiel Innowise, Vendorica, Axians Secure, Bureau Veritas Cybersecurity, Convoits, Integrity 360, PPI, Twinfsoft und WBS IT-Service an. ## **Penetrationstests** Laut DORA müssen regulierte Finanzunternehmen alle drei Jahre Penetrationstests durchführen. Dabei untersuchen externe Dienstleister die komplette IT-Infrastruktur systematisch und detailliert auf technische Schwachstellen, durch die Hacker sich Zugriff zum System verschaffen könnten. In diesem Bereich ist zum Beispiel der TÜV Rheinland tätig. ## **Red Teaming** Beim Red Teaming wird ein Cyberangriff auf ein Unternehmen simuliert. Die damit beauftragten Dienstleister identifizieren also nicht nur Lücken im System, sondern nutzen sie aus, um sich Zugang zu verschaffen, so wie es auch echte Hacker tun würden. Alle bisher in unserer Liste aufgeführten Dienstleister – 8 Com, Antago, Bureau Veritas Cybersecurity, Integrity 360 und Turingpoint – bieten auch Penetrationstests an. ## **Schulungen** Auch Mitarbeiter können zum Einfallstor für Angreifer werden: 31,1 Prozent der gemeldeten Sicherheitsvorfälle im Finanzsektor in den ersten drei Quartalen 2025 gehen auf Phishing zurück. Dabei verschicken Angreifer zum Beispiel betrügerische E-Mails. Sie sollen die Empfänger dazu verleiten, Zugangsdaten oder andere sensible Daten preiszugeben, indem sich Angreifer zum Beispiel als leitende Angestellte ausgeben. Damit Mitarbeiter nicht auf solche Methoden reinfallen, sind regelmäßige Schulungen wichtig. Anbieter in diesem Bereich sind zum Beispiel 8Com, Bureau Veritas Cybersecurity, M&H Novedia, Turingpoint und WBS IT-Service. ## **Betrugserkennung und -prävention** Laut einer [PwC-Studie](https://www.pwc.de/de/finanzdienstleistungen/payment-fraud-studie.html?ref=paymentandbanking.com) wurde ein Drittel der Deutschen bei Onlinezahlungen bereits Opfer von Betrug oder einem Betrugsversuch. Fast alle Befragten erwarten von Finanzdienstleistern, dass sie Betrugsfälle in Echtzeit erkennen und sofort eingreifen können. Ein schnelles Eingreifen ist wichtig, weil Finanzdienstleister oft für Schäden durch Betrug haften müssen. Ein Anbieter, der bei der Erkennung und Prävention von betrügerischen Transaktionen hilft, ist unser Sponsor Feedzai. Zu seinen Kunden gehört unter anderem der Zahlungsanbieter Unzer. Weitere in diesem Bereich tätige Unternehmen sind Hawk AI, HID, Keba Digital, PPI, Risk Ident und Mangopay mit ihrer Lösung Nethone. ## **Security Operations Center** Wer die Cybersicherheit an einen externen Dienstleister auslagern möchte, sollte nach einem Anbieter für Security Operations Center (SOC) suchen. Diese überwachen die gesamte IT-Infrastruktur eines Unternehmens rund um die Uhr. Dafür nutzen sie Security Information & Event Management (SIEM) Software. Dadurch erkennen sie Cyberangriffe und können eingreifen. Nach einem Angriff stellen sie die Systeme wieder her und beheben die Schwachstelle, über die die Hacker Zugriff bekommen haben. Zu ihren Aufgaben gehört aber auch Prävention. Sie halten die Sicherheitssysteme auf dem neusten Stand und führen Schwachstellenanalysen und Penetrationstests durch. Auf den Finanzbereich spezialisierte Anbieter sind 8Com, Agilimo, Axians Secure, Convotis, Integrity 360, Twinsoft und WBS IT-Service. ## **Darknet Monitoring** Gestohlene Zahlungsdaten tauchen oft im Darknet auf, wo Hacker sie verkaufen. Nach einem Datenleck bei [Paypal](https://www1.wdr.de/wirtschaft/ratgeber/paypal-datenleak-darknet-nutzerdaten-100.html?ref=paymentandbanking.com#Bin%5Fich%5Fbetroffen) im Mai 2025 bot ein Hacker beispielsweise 15,8 Millionen Paypal-Zugangsdaten im Darknet zum Kauf an. Die Dienstleister Agilimo und Twinsoft haben sich darauf spezialisiert, das Darknet systematisch nach sensiblen Daten ihrer Kunden abzusuchen. Sie melden Treffer bei ihren Kunden und geben ihnen konkrete Handlungsempfehlungen. ## **Incident Response** Wenn Angreifer einmal im Netzwerk eingefallen sind, braucht es häufig lange, um sie wieder loszuwerden: Laut einer Analyse des Virenschutzsoftware-Anbieters [Kaspersky](https://www.kaspersky.de/about/press-releases/35-prozent-der-angriffe-dauerten-langer-als-einen-monat-im-jahr-2024?ref=paymentandbanking.com) aus dem Jahr 2024 dauern 35 Prozent der Cyberangriffe länger als einen Monat an. Dabei verschlüsseln Hacker die Daten oft. Werden die Daten geleaked, kann auch der Ruf des Unternehmens leiden. Dienstleister wie Agilimo, Axians Secure, Bureau Veritas Cybersecurity, Innowise, Integrity 360, Twinsoft und Vendorica beraten Finanzunternehmen dabei, wie sie auf Cyberangriffe reagieren müssen. Sie sichern Beweise für Versicherung und Behörden, helfen bei der Wiederherstellung der Systeme und in der Kommunikation nach außen. *Ihr kennt noch weitere Anbieter von Cybersecurity oder habt einen Fehler entdeckt? Meldet euch gerne per E-Mail bei* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) [P&B-Cyber-Security-InfografikHier kannst du die Infografik hochauflösend laden! P&B-Cyber-Security-Infografik.pdf361 KBdownload-circle](https://paymentandbanking.com/content/files/2026/05/P-B-Cyber-Security-Infografik-1.pdf "Download") ### Cyberkriminalität: So krass sind Banken und Fintechs betroffen URL: https://paymentandbanking.com/cyberkriminalitat-so-krass-sind-banken-und-fintechs-betroffen/ Last updated: 2026-05-20T05:23:15.000Z Die Zahlen lesen sich mehr als beunruhigend: Jeder vierte Deutsche wurde schon einmal Opfer einer Straftat im digitalen Raum, jeder neunte Befragte allein in diesem Jahr. Das jedenfalls geht aus Zahlen des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) hervor, die beide Institutionen gerade erst veröffentlicht haben. Befragt wurden für die Studie mehr als 3.000 Menschen in ganz Deutschland – und deren Antworten lassen aufschrecken. Vergleicht man die Zahl der Online-Straftaten mit der Offline-Welt, übersteigen die Delikte im Web alles andere um ein Vielfaches. 1,3 Millionen Opfer von Kriminalität beispielsweise zählte die polizeiliche Kriminalstatistik für das gesamte [Jahr 2024 ](https://de.statista.com/themen/94/kriminalitaet/?ref=paymentandbanking.com)und damit einen Bruchteil der deutschen Bevölkerung von mehr als 80 Millionen Menschen. Doch wo schlagen die Gangster zu, was haben Online-Shops und Banken damit zu tun und wird das nun alles immer schlimmer? Ein Blick in das Zahlenwerk offenbart zunächst einen naheliegenden Befund: Die meisten Opfer finden Kriminelle beim Online-Shopping. Der Betrug beim Online-Kauf nämlich ist mit 22 Prozent das am weitesten verbreitete Delikt unter den Befragten. Stefanie Hintz, Vorsitzende des ProPK), sagte auch deshalb bei der Vorstellung des Berichts, „Cyberkriminalität ist längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen – sei es durch gefälschte E-Mails oder Betrug beim Einkauf im Internet.” Schon seit einigen Jahren schießen Fake-Webseiten nur so aus dem Boden, kassieren Opfer ab und verschwinden dann wieder. Ermittler sind in vielen Fällen machtlos, weil dahinter ganze Netzwerke von Cyberkriminellen stehen, die teilweise auf Plattformen, teilweise auf eigenen Webseiten agieren und oftmals so schnell Geld verschieben, dass die deutsche Polizei schlicht [nicht hinterherkommt.](https://www.sueddeutsche.de/projekte/artikel/wirtschaft/fake-shops-im-netz-so-ticken-die-internetbetrueger-e524230/?ref=paymentandbanking.com) Wobei sich immerhin eine Verbesserung einstellt: Vor drei Jahren gaben noch 27 Prozent der Befragten an, in den vergangenen zwölf Monaten Opfer von Betrug beim Online-Shopping gewesen zu sein. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/05/data-src-image-63e80201-0ccf-4765-9c54-0650052fd853.jpeg) In Zeiten, in denen Künstliche Intelligenz vermeintlich täuschend echte Bilder von Ware erstellen kann, die es nie gegeben hat, dürfte diese Bedrohung aber weiter zunehmen und gerade für Payment-Firmen und Banken zu einer echten Herausforderung werden, Stichwort Chargebacks bei Kreditkarten oder Käuferschutz bei Paypal. Laut der Studie vermelden neun von zehn Opfern einen Schaden, den sie versuchen, an anderer Stelle wieder reinzuholen. Langfristig könnten dadurch auch die Gebühren für Payment-Arten und damit langfristig die Kosten für den Handel steigen. Auf dem zweiten und dritten Rang folgen dann mit größerem Abstand der unberechtigte Fremdzugriff auf Online-Accounts und der Betrug beim Online-Banking als weitere Delikte. Besonders letzterer ist seit einigen Jahren schon hoch im Kurs bei Cyberkriminellen. Über immer besser aussehende Phishing-Mails und Phishing-Nachrichten ist es mit einer großen Welle relativ einfach, zumindest ein paar Menschen davon zu überzeugen, ihre Bankdaten herauszugeben oder im Namen von fremden Bankkonten zu eröffnen. Oftmals greifen dabei die verschiedenen Tatbestände ineinander und ein Bankkonto, das ein Opfer erstellt hat, wird beispielsweise auch für Online-Shopping-Betrug missbraucht. Einen zusätzlichen Fokus hat das BSI im Jahr 2026 zudem auf das Thema „Betrügerische Geldanlage” gelegt. Danach gefragt, ob man beim Cybertrading schon einmal in eine Anlage investiert habe, die sich anschließend als Betrug herausstellte, antworteten mehr als 30 Prozent der Befragten mit ja. Besonders die Gruppe derjenigen, die älter als 49 Jahre alt war, fiel offenbar besonders oft auf Betrügereien im Bereich Trading rein. Dort gaben 35 Prozent an, schon einmal Opfer gewesen zu sein, sechs weitere Prozent vermuteten es, sind sich aber nicht sicher. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/05/data-src-image-ea9471e1-e919-4c9d-86d4-aea0e33ad629.png) Besondere Sorge dürfte den Banken, Fintechs und Payment-Anbietern aber die Sorglosigkeit der Menschen machen. Mehr als 40 Prozent suchen nicht einmal nach aktuellen Informationen zur Bedrohungslage oder dazu, ob beispielsweise Phishing-Mails unterwegs sind, viele Sicherheitsmaßnahmen sind den Meschen unbekannt. Claudia Plattner, Präsidentin des BSI, sieht aber nicht nur die Nutzerinnen und Nutzer in der Verantwortung, sondern sagt ganz klar: „Hersteller und Anbieter digitaler Geräte und Anwendungen müssen sichere Produkte und Dienste zum Standard machen.“ Gemeint sind damit natürlich Anbieter von Laptops, Smartphones und weiteren Geräten, aber eben auch Banken, Payment-Anbieter und Fintechs. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/05/data-src-image-508e85d6-0521-483b-af60-0871bd00b071.jpeg) ### Wenn Code zur Commodity wird: Die wahre Schlacht um KI heißt Distribution URL: https://paymentandbanking.com/wenn-code-zur-commodity-wird-die-wahre-schlacht-um-ki-heisst-distribution/ Last updated: 2026-05-18T17:37:25.000Z Eine Folge, aufgenommen um sechs Uhr morgens, mit klarem Blick auf eine Branche, die alle Spielregeln neu schreibt. ## **Wenn der Burggraben plötzlich Code heißt: Anthropics Kontrollverlust** Bei Anthropic ist Code geleakt, und zwar nicht das Sprachmodell selbst, sondern die agentische Architektur dahinter. Genau das ist das eigentliche Asset, der Bauplan dafür, wie Claude Aufgaben orchestriert, Kontext baut und über mehrere Schritte Entscheidungen trifft. Der eigentliche Skandal ist dabei nicht der Leak, sondern die Geschwindigkeit. Innerhalb von Stunden wurde der Code tausendfach geforkt, 8.000 Löschanträge liefen ins Leere, und die Community baute aus dem Material kurzerhand eine eigene, vollständig KI-generierte Version ohne Originaldateien. Aus dem Schaden wird so ein Technologiebeschleuniger. Dazu kommt eine bittere Doppelmoral: Ausgerechnet ein Unternehmen, dessen Modelle auf frei zugänglichen Daten trainiert wurden, kämpft nun um Urheberrechte, die es bei rein KI-generiertem Code in der US-Rechtsprechung womöglich gar nicht besitzt. Parallelen zur Spielebranche und zu den notorischen Nintendo-Leaks liegen nahe: Einmal draußen, ist nichts mehr einzufangen, jeder gelöschte Eintrag bringt zwei neue hervor. Die unbequeme Erkenntnis, in der sich beide einig sind: Geheimhaltung funktioniert nicht mehr als Schutzstrategie. Wenn der Wettbewerbsvorteil nur im Code liegt, ist er nichts mehr wert. Der echte Moat verschiebt sich zu Daten, Distribution, Marke und Vertrauen. ## **Geopolitik im Maschinentakt: Wer regiert die KI-Welt 2028?** Dieselbe These trägt das Anthropic-Paper zur globalen KI-Führung. Die Welt wird darin grob in zwei Lager geteilt: US-Plattformen samt Verbündeten auf der einen, China auf der anderen Seite. Es geht offen um Machtpolitik, um Überwachung, Militär und Cyberangriffe, am Ende auch um Meinungsfreiheit. Zwei Szenarien für 2028 stehen im Raum. Entweder halten die USA ihren Vorsprung über Exportkontrollen und globale Standards, oder sie verzetteln sich, während China konsequent an Chips, Rechenzentren und Modellwissen aufschließt. Letzteres wird mit mindestens fünfzig Prozent Wahrscheinlichkeit beziffert, das gefährlichere Szenario, weil KI Repression in autoritären Staaten skalieren könnte, Überwachung ohne Menschen, nur mit Maschinen. Der Konsens fällt nüchtern aus: China ist längst kein reiner Copycat mehr, sondern innoviert hocheffizient. Modelle wie DeepSeek oder die chinesische Video- und Bild-KI gehören zur Spitze, teils sogar an deren vorderster Stelle. Aus der Not, nicht an die besten Chips zu kommen, ist eine Tugend geworden: extrem performante Modelle auf bescheidener Hardware. Genau das wird zur realen Gefahr, sobald billige, starke Modelle in die Hände kleinerer totalitärer Staaten geraten und einen ohnehin repressiven Apparat noch militärisch aufrüsten. Eine gute Antwort darauf existiert bislang nicht, und auch die europäische Souveränitätsdebatte bleibt dünn, zumal die hiesige Antwort gerade aus einer Partnerschaft mit Kanada zu bestehen scheint. ## **Banking aus dem Chatfenster: Der Angriff auf die Kundenschnittstelle** OpenAI lässt US-Pro-Nutzer ihr Bankkonto über Plaid verbinden. Daraus entsteht ein Finanzcockpit direkt im Chat, Analyse auf den eigenen Bankdaten, vorerst ohne Transaktionen, betont im Konjunktiv. Das europäische Szenario wird konsequent weitergedacht: Mit PSD2 und PSD3 ist hierzulande nicht nur Kontoanalyse, sondern echtes transaktionales Handeln regulatorisch sauber möglich, von der Überweisung bis zum Dauerauftrag. Ein Bild bleibt hängen: Wenn am Ende nur noch ein kleines Sparkassenlogo danebensteht, das Banking aber im Chat passiert, hat die Bank die Schnittstelle verloren. Die übliche Trust-Debatte bekommt eine Generationenfrage entgegengehalten. Erst war die Kreditkartenzahlung im Netz spooky, dann kam PayPal, und am Ende schlug Convenience jedes Datenschutzbedenken. Die nachwachsende Generation versteht solche Sorgen schlicht nicht mehr. Genau deshalb ist Deutschland mit FinTS und HBCI gefährlich gut vernetzt: Sobald die großen Plattformen das entdecken und regulatorisch sauber agieren, wird es „sehr schnell schmutzig“. Dazwischen viel Markteinordnung: Anthropic hat OpenAI im KMU-Segment des Ramp AI Index überholt, von neun auf rund 34 Prozent in zwölf Monaten, gewinnt dort wo Verlässlichkeit, Coding und Governance zählen, scheitert in Europa aber noch an EU-Residency und Datenschutz. Knackt Anthropic das in diesem Jahr, könnte der Markt kippen. ## **Hundert Agenten, ein Ziel: Microsofts überraschender Coup** Microsoft zieht mit MDash an Anthropics geheimnisumwobenem Mythos vorbei, nicht mit einem Supermodell, sondern mit einem Netzwerk aus rund hundert spezialisierten Agenten: einer sucht Schwachstellen, einer widerspricht, einer prüft, einer bewertet. So finden sich kritische Remote-Code-Execution-Lücken tief im Windows-Kernel, Bugs, die seit Jahren oder Jahrzehnten unentdeckt blieben. Der Vorteil liegt nicht im Modell, sondern in der Orchestrierung, und das Modell selbst wird austauschbar. Daraus folgt die zugespitzte These: Agenten werden noch falsch gedacht, nämlich eins zu eins. Statt eines Agenten brauche es ein orchestriertes Team, der Mensch als CEO einer Maschinenmannschaft. Dem steht ein pragmatischer Einwand gegenüber, mit Verweis auf Praktiker, die genau daran noch scheitern, weil freilaufende Agenten Unsinn produzieren wie nervige Junior-Mitarbeiter. Erst mit klaren Regeln und Architektur funktioniert es reibungslos, dann aber ohne Grenzen. Das Fazit bündelt die ganze Folge: KI verschiebt die Machtverhältnisse in Big Tech im Wochentakt, Distribution schlägt das Modell, und am Ende entscheidet nicht die beste KI, sondern wer die Kundenschnittstelle kontrolliert. Inklusive Apple, das OpenAI gerade spüren lässt, wer auf der Plattform Gast und wer Partner ist. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Commercial URL: https://paymentandbanking.com/commercial/ Last updated: 2026-07-03T07:42:00.000Z _No content available._ ### Open Banking zwischen Hype und Realität: Was aus den großen Versprechen geworden ist URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-zwischen-hype-und-realitat-was-aus-den-grossen-versprechen-geworden-ist/ Last updated: 2026-05-15T18:46:51.000Z Im Podcast sprechen André Bajorat und Lars Markull über die Anfänge von Open Banking, die Zeit bei Figo und die Frage, was aus den großen Hoffnungen rund um PSD2, APIs und neue Finanz-Use-Cases eigentlich geworden ist. Kennengelernt haben sich beide bereits 2013 – damals noch mit der Idee, über offene Bankdaten völlig neue Finanzprodukte zu bauen. Kurz darauf entstand rund um Figo eines der bekanntesten deutschen Open-Banking-Unternehmen. Die Vision: Bankdaten über APIs zugänglich machen und Entwickler:innen ermöglichen, darauf neue Services aufzubauen. > Rückblickend sagen beide heute aber auch: "Die Erwartungen waren damals teilweise größer als die Realität." Denn vieles, was auf frühen Hackathons und Bankathons diskutiert wurde, hat sich nie wirklich durchgesetzt. Andere Themen dagegen wurden still und leise zu echter Infrastruktur. Besonders im Bereich Kreditantragsstrecken, Buchhaltungstools oder Business Banking spielt Open Banking heute eine wichtige Rolle – oft ohne, dass Endkund:innen den Begriff überhaupt wahrnehmen. Lars Markull beschreibt dabei auch einen zentralen Lernprozess der vergangenen Jahre: Nicht jede regulatorische Veränderung wird automatisch zum Milliardenmarkt. Gerade bei PSD2 habe sich gezeigt, wie abhängig Start-ups von politischen Entscheidungen, technischen Standards und der Geschwindigkeit der Banken gewesen seien. Gleichzeitig sehen beide aber auch: Open Banking ist längst nicht verschwunden. Viele heutige Embedded-Finance-Modelle bauen indirekt darauf auf. Gerade Softwareanbieter integrieren Finanzfunktionen inzwischen selbstverständlich in ihre Produkte – von Zahlungsverkehr über Buchhaltung bis hin zu Lending- und Banking-Lösungen. Spannend bleibt nun der Blick auf die nächste Phase: PSD3 und FIDA sollen Open Finance deutlich erweitern. Neben klassischen Zahlungskonten könnten künftig auch Depots, Versicherungen oder weitere Finanzdaten stärker eingebunden werden. Ob daraus allerdings der nächste große Innovationsschub entsteht, sehen beide eher pragmatisch. Die technische Grundlage werde besser, einige Use Cases könnten profitieren – aber der große „Big Bang“ sei keineswegs garantiert. Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus der gemeinsamen Figo-Zeit formuliert Lars Markull deshalb sehr klar: Nicht alles gleichzeitig bauen wollen. Sondern fokussiert Produkte entwickeln, die einen echten Nutzen schaffen – und für die Kund:innen auch bereit sind zu bezahlen. Denn genau darin liegt am Ende oft der Unterschied zwischen technischer Möglichkeit und nachhaltigem Geschäftsmodell. ### Was KMU von Zahlungsdienstleistern erwarten URL: https://paymentandbanking.com/was-kmu-von-zahlungsdienstleistern-erwarten/ Last updated: 2026-05-18T17:32:37.000Z Mit der Digitalisierung von Bezahlverfahren geht es voran. Der Anteil der Barzahlungen am Umsatz im deutschen Einzelhandel sinkt langsam aber stetig auf nun unter einem Drittel, wie die neue Zahlungsstudie des EHI Retail Institutes zeigt. Nun legt S-Payment, die Zahlungstochter der Sparkassen-Finanzgruppe, mit eine [Umfrage](https://www.s-payment.com/content/dam/www-spa/mandant-s-payment/spa-newsroom/pressemitteilungen-2026/haendlerstudie-2026/05.05.2026%5FStudienbericht%20Zahlungsakzeptanz%20von%20KMU.pdf??ref=paymentandbanking.com) zur Zahlungsakzeptanz nach: Demnach bieten 45 Prozent der über 500 befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) inzwischen eine Kartenzahlung an. In der Studie hört sich das gut an: Denn die Autor:innen gehen kurzerhand davon aus, dass jedes befragte Unternehmen, das noch keine Kartenzahlung akzeptiert, darüber nachdenkt. Diese nennt das Unternehmen „Einsteiger”: Wenn über die Hälfte der kleinen und mittleren Betriebe sich in der Planung befindet, könnten bald auch die meisten Kioske, Cafes und Handwerker Zahlungen per Terminal anbieten. Doch so einfach ist das nicht. ## **KMUs haben Angst vor „Knebelverträgen”** Denn die Umfrage zeigt auch, dass die Anzahl der Firmen, die Kartenzahlungen nur langsam wächst. Lediglich acht Prozent der befragten Unternehmen haben in den vergangenen 24 Monaten ein Terminal angeschafft. Die Rückmeldung aus den Branchen fiel dabei sehr unterschiedlich aus: Während bereits 71 Prozent der stationären Gastronomen und 55 Prozent der Einzelhändler seit mehr als zwei Jahren Kartenzahlungen anbieten, sind es unter mobilen Gastronomen 35 Prozent und mobilen Händlern 45 Prozent. Mit jeweils acht und sieben Prozent bieten zudem nur sehr wenige Handwerker:innen und mobile Dienstleister Kartenzahlung an – hier überlegt auch fast niemand, diese einzuführen. Nur wenige finden den Einstieg in die Kartenzahlung also wirklich. Warum? Die Studie weist dabei auf die „großen Vorbehalte” hin, die viele immer noch haben. Sie empfinden Kartenzahlungen als “Black-Box” und trauen sich nicht. Viele dieser als „Einsteiger“ bezeichneten Unternehmer:innen befürchten neben technische Störungen, die zu Ausfällen führen, dass sie in „Knebelverträge“ getrieben werden, die sie langfristig binden oder dass ihnen undurchsichtige Preismodelle angeboten werden, die sie finanziell übervorteilen könnten. Der Ruf der Zahlungsindustrie ist bei KMU also schlecht. Er ist sogar so schlecht, dass die Unternehmen befürchten, von Zahlungsanbietern über den Tisch gezogen zu werden und deswegen auch kein Terminal anschaffen wollen. Wenn sie es dann doch tun, geschehe das meist durch den Druck der Kund:innen oder auf persönliche Empfehlung von Branchenkolleg:innen, so die Studie. ## **Was ist an den Befürchtungen dran?** Für die Vorbehalte spielen sicher die tatsächlichen Kosten. Wie teuer einzelnen Zahlungsmittel tatsächlich sind, hat die [Bundesbank](https://www.bundesbank.de/resource/blob/972294/9e152152c7d2e95d6a1ac9aa7e248aa4/472B63F073F071307366337C94F8C870/kosten-von-zahlungsmittel-im-einzelhandel-data.pdf?ref=paymentandbanking.com) in einer Studie im November untersucht. Demnach sanken die relativen und absoluten Kosten der Girocard mit der Größe der Unternehmen. Während Firmen mit weniger als zehn Mitarbeiter:innen für eine Zahlung mit der Girocard 1,33 Euro durch Gebühren in Kauf nehmen mussten, waren es bei Unternehmen mit mehr als 50 Mitarbeiter:innen nur 29 Cent. Dabei macht der Zeitaufwand für das Abkassieren und die Verwaltung bei kleinen Unternehmen einen größeren Teil dieser Kosten aus. Nimmt man ihn weg, wird der Abstand kleiner. Doch auch dann sind Kartenzahlungen für kleine Unternehmen deutlich teurer. ## **Der Gebührendschungel bleibt** Kleine Unternehmen trügen höhere relative Kosten, resümieren die Studienautoren der Bundesbank. Größere Händler profitierten von Skaleneffekten und hätten eine größere Verhandlungsmacht. Dazu ist die Zahlungsbranche dafür bekannt, dass versteckte Gebühren für die Händler entstehen können. Zu den herkömmlichen Transaktiongebühren können etwa Bereitstellungentgelte, Compliance-und Mindestumsatzgebühren kommen. Die Befürchtungen der KMUs sind also nicht ganz aus der Luft gegriffen. Aber auch Vorurteile können besonders kleine Unternehmen dazu bringen, Kartenzahlung abzulehnen. Die Einstellung zu Zahlungsmethoden bildet sich eher wie bei Endverbraucher:innen als wie bei größeren Unternehmen. Viele Zahlungsanbieter versuchen, kleinere Unternehmen gezielt anzusprechen. Adyen, Stripe und Revolut sowie Payone haben günstige Tarife speziell für KMU eingeführt. Wie sich das genau zueinander verhält, lässt sich aber nicht so leicht herausfinden. Zahlungsanbieter sind mit ihren Gebühren immer noch wenig transparent, was die Vergleichbarkeit für kleine Unternehmen erschwert – ein Kostendschungel. Einer der wenigen Anbieter mit einer übersichtlichen Preisstruktur ist Sumup. Doch liegen die Gebühren auch hier immer noch bei 1,39 Prozent. Das ist für eine Zahlungen mit der Girocard doppelt so teuer wie die durchschnittlichen Kosten für Unternehmen mit weniger als zehn Mitarbeiter:innen (ohne den Zeitaufwand) in der Studie der Bundesbank. Andere Anbieter verhandeln die Gebühren nur einzeln mit jedem Unternehmen, was den Nachteil der KMUs verstärkt, da ihre Verhandlungsmacht geringer ist. Dadurch, dass die Kosten meist unklar sind, gehen viele Kleinunternehmer:innen vermutlich davon aus, dass es sich für sie nicht lohnt. Das Imageproblem betrifft also die gesamte Branche. Nur gemeinsam kann sie das ändern. Vielleicht kommt ihnen die Politik zuvor. Wenn die Bundesregierung das Angebot von Kartenzahlungen verpflichtend machen würde, müssten die meisten kleinen Unternehmen sich sowieso Terminals anschaffen. Der schlechte Ruf könnte aber trotzdem bleiben. ### Kreditwürdigkeitsprüfung unter der CCD2: Was sich jetzt konkret ändert URL: https://paymentandbanking.com/kreditwurdigkeitsprufung-unter-der-ccd2-was-sich-jetzt-konkret-andert/ Last updated: 2026-05-18T14:18:58.000Z Die neue Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) verändert nicht nur den [Checkout](https://paymentandbanking.com/ccd2-im-checkout-was-sich-fuer-bnpl-und-rechnungskauf-aendert/), sondern greift tief in die Prozesse rund um die Kreditwürdigkeitsprüfung ein. Im aktuellen Podcast “Alles Legal - Fintech Recht kompakt” geht es um Scoring, automatisierte Entscheidungen, Ablehnungsprozesse und warum gerade BNPL-Anbieter jetzt genau hinschauen müssen. Im Fokus steht die Frage, wie Banken, Fintechs und BNPL-Anbieter künftig prüfen müssen, ob Verbraucher:innen einen Kredit überhaupt erhalten dürfen. Denn der bisherige Maßstab wird verschärft: Künftig darf ein Kredit nur noch vergeben werden, wenn es wahrscheinlich ist, dass die Rückzahlung vertragsgemäß erfolgen kann. Damit wird der Standard für klassische Konsumentenkredite deutlich näher an den bisherigen Maßstab bei Immobilienfinanzierungen herangerückt. Besonders spannend wird es bei der praktischen Umsetzung. Welche Daten müssen künftig erhoben werden? Reicht bei kleinen Beträgen weiterhin ein Score oder müssen Anbieter tatsächlich Einkommen und Ausgaben detailliert abfragen? Genau hier zeigt sich, wie wichtig der Proportionalitätsgrundsatz der CCD2 wird und warum die konkrete Auslegung in der Praxis noch für Diskussionen sorgen dürfte. Ein weiterer Schwerpunkt der Folge ist die automatisierte Verarbeitung personenbezogener Daten. Sobald Algorithmen, Scoring-Modelle oder KI-Systeme Einfluss auf die Kreditentscheidung haben, entstehen neue Informations- und Überprüfungsrechte für Verbraucher:innen. Unternehmen müssen künftig transparenter erklären, wie Entscheidungen zustande kommen und gleichzeitig Prozesse schaffen, damit Kund:innen eine menschliche Überprüfung verlangen können. Außerdem geht es um neue Pflichten bei Ablehnungen, Hinweise auf Schuldnerberatungen sowie die Frage, wann ein Scoring-Modell bereits als automatisierte Verarbeitung gilt. Die Folge zeigt: Die CCD2 ist weit mehr als eine Anpassung einzelner Pflichttexte. Sie verändert zentrale Prozesse im digitalen Kreditgeschäft – besonders dort, wo Entscheidungen schnell, automatisiert und direkt im Checkout getroffen werden. ### Wie ich mir mit KI ein Family-Office gebaut habe URL: https://paymentandbanking.com/wie-ich-mir-mit-ki-ein-family-office-gebaut-habe/ Last updated: 2026-05-14T18:01:28.000Z Nach dem Verkauf meines Unternehmens und dem Ausstieg aus meiner operativen Rolle hatte ich plötzlich drei Dinge: Geld, Zeit und mit KI ein ganz neues Werkzeug zur Hand. Es war das perfekte Timing. Als ich ein Jahr nach dem Verkauf der Fincite im Februar aus meiner operativen Rolle als Co-CEO ausschied, machte KI mit Claude Code und Cowork riesige Sprünge. Mehr als ein Jahrzehnt lang habe ich Software für Privatbanken und Vermögensverwalter gebaut. Ich kenne die Branche, ihre Prozesse und ihre blinden Flecken. Also suchte ich mir meinen ersten großen privaten KI-Anwendungsfall: Ich wollte mir ein eigenes Mini-Family-Office bauen. *Was ich gelernt habe, berichte ich hier.* ## **KI im Wealth Management: Wo stehen wir heute?** Als Kunden nutzen wir KI heute fast überall im Alltag. Sie plant Reisen, schreibt Texte, erklärt Krankheiten, analysiert Dokumente und hilft uns als persönlicher Assistent. Aber wo steht KI in der Finanzberatung? Um das zu verstehen, müssen wir den Markt in zwei Bereiche aufteilen: Finanzdienstleister und Selbstentscheider. Bei **Finanzdienstleistern** sehen wir KI vor allem im Backoffice und als Assistenzsystem für Berater. Sie hilft im Research, in der Finanzplanung, in Compliance-Prozessen, bei Portfolio-Kommentaren oder in administrativen Supportanfragen. Das ist durchaus verantwortlich. Denn wer Anlageberatung, Anlagevermittlung oder Vermögensverwaltung anbietet, bleibt verantwortlich. Deshalb lässt heute kaum ein Institut eine KI direkt in die Nähe des Endkunde Bei **Selbstentscheidern** passiert deutlich mehr. Viele tech-affine Investoren aus meinem Netzwerk nutzen KI bereits intensiv. Portfolio-Tracker wie Parqet experimentieren mit KI-Integrationen, bei denen Nutzer ihre Asset-Allocation, Performance und Investments per Dialog analysieren können. Claude und ChatGPT rücken näher an echte Investment-Workflows heran und integrieren zunehmend Finanzmarktdaten. Perplexity geht noch direkter in Richtung persönlicher Finanzanalyse, etwa durch Verknüpfung von Finanzdaten über Plaid. Ich wollte aber einen Schritt weiter gehen. ## **Warum direkt ein KI-basiertes Family Office** Nach elf Jahren als Softwareunternehmer in der Investmentindustrie, dem Aufbau und Verkauf eines WealthTech-Unternehmens und dem Aufbau eines Startup-Portfolios war mein finanzielles Leben bereits vor dem Exit komplex. Neben privaten Anlagen in verschiedenen Assetklassen findet ein großer Teil meines finanziellen Lebens in meiner Holding statt. Diese hält Beteiligungen an einem Venture Capital Investor namens [FSR Capital](https://fsr-capital.com/?ref=paymentandbanking.com) und an Private Equity, teilweise über Landesgrenzen hinweg.Diese Komplexität erfordert Spezialisten, etwa Anwälte für Gesellschaftsrecht, Steuerberater und Partnerbanken. Dazu kommen Finanzplaner, Spezialisten für Assetklassen oder sogar noch Investmentcontroller. Die Schnittstellen dieser Berufe bergen Risiken. Der Steuerberater sieht die steuerliche Struktur, aber nicht jedes Investmentrisiko. Die Bank sieht das Depot, aber nicht unbedingt die Holdinglogik. Deshalb setzten Vermögende gern auf ein Family Office. Auch ich mache das. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Mein Experiment – Travis, mein KI-mini-Family-Office** Mein Family Office ist die Apoera und die will ich mit KI einmal neu aufstellen. Mein Software-Setup habe ich „Travis“ getauft. Das steht für Trusted Advisor. Travis ist keine einzelne Software, sondern ein System aus Projekten, Agenten und Applikationen, an dem mein finanzieller Kontext zusammenläuft. Travis kann unter anderem Spezialisten briefen, Dokumente strukturieren und Risiken sichtbar machen. Meine Landkarte sieht aktuell so aus: ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/05/Bildschirmfoto-2026-05-12-um-14.15.59.png) Was fällt bei einem Blick auf die Tabelle auf? Die meisten Systeme übernehmen die Rolle eines Spezialisten, ersetzen diesen aber nicht. Es geht mir mehr um die Vorbereitung, nicht darum, den Steuerberater aus der Gleichung zu eliminieren. Im Folgenden möchte ich die wichtigsten KI-Agenten einmal vorstellen. Für alle Leser:innen, für die das zu detailliert ist, wartet einfach auf den zweiten Teil der Kolumne. In diesem erkläre ich, was wirklich geklappt hat – und was nicht. **Travis.Struktur** beispielsweisewäre als Mensch eine Mischung aus Rechtsanwalt mit breitem Wissen zu Gesellschaftsrecht, Familienrecht, Erbrecht und Steuerrecht sowie Steuerberater. Er kennt meine Lebenssituation, viele meiner Verträge, Ziele und Struktur und klärt für mich Fragen zu Verträgen, Firmenwagen oder Reisen. Auch kann er Liquidität planen und entscheiden, ob eine Ausschüttung oder ein Kredit sinnvoller sind. **Travis.Plan** ist mein Finanzplaner und Investmentstratege. Das ChatGPT Projekt basiert auf drei wesentlichen Inputs. Das ist zum einen eine strategische Finanzplanung, zum zweiten ein jährliches Budget und zum dritten noch Kapitalmarkterwartungen von Finanzhäusern. Daraus erstellt der Agent eine strategische Asset-Allocation und fand konkrete Produkte, die auch bei meiner Depotbank handelbar waren. Das fand ich sehr beeindruckend. **Travis.Stock** ist mein Aktienanalyst und die erste selbst gebaute Software. Das Tool kennt mein aktives Aktienportfolio und versorgt es über einen Marktdatenanbieter mit Kursen. Täglich berechnet ein GPT-Prompt die für mich wichtigsten Fundamentalkennzahlen: Multiples auf Gewinn und Umsatz, Margen sowie quartalsbezogenes Momentum. Für jede Aktie habe ich Schwellenwerte hinterlegt. Wenn ein Titel interessant oder kritisch wird, kann ich mit einem Klick einen vollständigen Research-Prozess starten. Dies ist ein circa 30 Zeilen labger Prompt, mit dem ein ChatGPT-Deep Research losläuf. Auch hier habe ich mich bewusst gegen eine Depotintegration entschieden.Nicht nur aus Datensparsamkeit. Sondern auch, weil ich es für meinen Zweck nicht brauche. Mir geht es nicht um Reporting, sondern um Entscheidungsunterstützung. **Travis.VC** ist meine zweite eigens mit Claude Code gebaute Software. Auf Basis nur der Webseite der Firma analysiert ein Prompt mit 30 Kriterien das Start-up. Hier verzichte ich bewusst darauf, das Pitchdeck einzugeben, um vertrauliche Daten zu schützen. Viele Modelle, die bei unserem Venture Capital Arm FSR eingereicht werden, können entlang der Webseite bereits mit KI besser analysiert werden, als ich vorher geglaubt hatte. Ist der Markt groß genug? Löst das Produkt ein großes Problem schnell und nachhaltig? Sind sich Kunden des Problems bewusst und verspüren Handlungsdruck (Compelling Event)? Gibt es einen guten Exit-Markt? All die Fragen klärt das Modell, auch ohne sensible Informationen. **Travis.Immo**: Mit Immobilien kenne ich mich weniger aus als mit Start-ups. Also habe ich mit der ImmoScout-Integration in ChatGPT ein Projekt gebaut. Ich nutze es, um ImmoScout-Angebote und Exposés anhand meiner Kriterien zu analysieren: Lage, Zustand, Preislogik, Erbpacht, Renovierungskosten, Energieklasse und Wiedervermarktung. Ich habe dadurch schneller verstanden, wie stark Erbpacht, Sanierungsbedarf, Mikrolage und geringe Nachfrage auf faire Preise wirken können. Trotzdem ist es für mich eher ein betreutes Lernen. Einen aktiven Bestand habe ich nicht. **Travis.News** als Agent hat Zugriff auf meine Investmentstrategie und prüft täglich, ob es relevante Themen gibt, etwa Veränderungen in Wirtschaft und Märkten, auffällige Bewegungen in Aktien oder Sektoren, regionale Ereignisse, neue Investmentideen oder offene Aufgaben. Er ist der einzige Agent, der auch Zugriff auf die anderen Travis-Bausteine hat, um diesen Relevanzfilter zu setzen. ### money:care bringt Investmentdaten in die Broker-App URL: https://paymentandbanking.com/money-care-bringt-investmentdaten-in-die-broker-app/ Last updated: 2026-05-14T17:37:32.000Z Im Podcast sprechen sie über die nächste Entwicklungsstufe im Investieren: Bessere Daten, mehr Orientierung und personalisierte Investment-Erlebnisse.Denn eines ist klar: Der Zugang zum Kapitalmarkt ist heute kein Problem mehr. Die Frage ist, was danach passiert. ## **Vom Zugang zur Entscheidung** Neobroker haben den Markt geöffnet. Ein Depot lässt sich in wenigen Minuten eröffnen, Investieren ist günstig geworden und für viele erstmals überhaupt möglich. Diese erste Phase der Demokratisierung ist weitgehend abgeschlossen. Doch genau daraus entsteht ein neues Problem. Wer heute investiert, hat zwar Zugriff auf Produkte – aber nicht automatisch auf die richtigen Informationen, um fundierte Entscheidungen zu treffen. Viele Anleger:innen informieren sich deshalb außerhalb der Apps: über Podcasts, Social Media oder externe Tools. money:care setzt genau hier an. Das Fintech bereitet Daten aus Geschäfts- und Nachhaltigkeitsberichten so auf, dass sie für Privatanleger:innen nutzbar werden. Ziel ist es, komplexe Informationen verständlich zu machen und direkt in die Investment-Journey zu integrieren. Also genau dort, wo Entscheidungen getroffen werden. Dabei geht es längst nicht mehr nur um Nachhaltigkeit. Im Kern steht die Frage, wie Anleger:innen besser verstehen, in was sie eigentlich investieren. Denn hinter jeder Aktie und jedem ETF stehen Unternehmen, Geschäftsmodelle und strategische Entscheidungen, die oft verborgen bleiben. ## **Von der Information zur Inspiration** Mit dem wachsenden Angebot an Daten verschiebt sich auch die Rolle der Broker. Es reicht nicht mehr, Transaktionen möglichst einfach zu machen. Die eigentliche Herausforderung ist, Nutzer:innen Orientierung zu geben, ohne sie zu überfordern. Ein Ansatz, den money:care verfolgt, sind kuratierte Investment-Themen. Statt nur nach konkreten Wertpapieren zu suchen, können Nutzer:innen sich inspirieren lassen. Zum Beispiel über thematische Listen oder Zusammenhänge zwischen Unternehmen. Die Logik erinnert eher an Streaming-Plattformen als an klassische Finanzportale. Gleichzeitig gewinnt Personalisierung an Bedeutung. Unterschiedliche Anleger:innen haben unterschiedliche Bedürfnisse, Erfahrungslevel und Interessen. Künftig wird sich das Investment-Erlebnis stärker daran anpassen. KI spielt dabei eine zentrale Rolle. Nicht als Selbstzweck, sondern als Infrastruktur, um Inhalte relevanter und individueller auszuspielen. Die Herausforderung bleibt dabei dieselbe: mehr Information zugänglich machen, ohne die Einfachheit zu verlieren, die den Erfolg der Neobroker überhaupt erst ermöglicht hat. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Fazit und Ausblick** Die Demokratisierung des Investierens geht in die nächste Phase. Nach Zugang und Kosten rückt nun die Qualität von Entscheidungen in den Fokus. Investmentdaten werden dabei zum entscheidenden Baustein. Nicht in Form von mehr Komplexität, sondern durch bessere Aufbereitung, klare Einordnung und sinnvolle Integration in bestehende Produkte. Die Frage ist also nicht mehr nur, wie einfach Investieren ist. Sondern wie gut Anleger:innen verstehen, was sie tun. Die ganze Folge mit Katharina Herzog von money:care hört ihr im Podcast „3×3=10“. ### SumUp, Wero und Revoluts Paris-Pläne: Das waren die wichtigsten Fintech-News im April URL: https://paymentandbanking.com/sumup-wero-und-revoluts-paris-plane-das-waren-die-wichtigsten-fintech-news-im-april/ Last updated: 2026-05-14T17:38:48.000Z ## **Ein Jahr „Deutschland zahlt digital“: Initiative wird zum Verein** [„Deutschland zahlt digital“ feiert seinen ersten Geburtstag und macht den nächsten Schritt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=7c74580a4e&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com): Aus der Initiative wird ein eingetragener Verein. Der Grund ist schlicht politischer Natur – wer in Berlin ernst genommen werden will, braucht eine Entität. Inhaltlich ändert sich wenig: Kleine Gewerbetreibende, Freiberufler und Vereine können weiterhin ein Jahr lang kostenlos ins digitale Bezahlen einsteigen – ohne Terminal-Miete, ohne Installationskosten, ohne Transaktionsgebühren, bis zu einem Umsatz von 50.000 Euro. Alle namhaften Acquirer machen mit, von SumUp bis Payone, und differenzieren sich danach. Das Ziel bleibt dasselbe: Akzeptanzlücken schließen und Verbrauchern echte Wahlfreiheit beim Bezahlen ermöglichen. ## **Berlin plant Kartenzahlungspflicht gegen Steuertricks** [Das Land Berlin treibt eine Bundesratsinitiative voran](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=94769a247d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), die Händler, Gastronomen und Imbisse dazu verpflichten soll, neben Bargeld mindestens eine digitale Zahlungsart anzubieten. Das erklärte Ziel: Steuerhinterziehung und Schattenwirtschaft eindämmen, die sich hinter „Cash-only“-Modellen verstecken. Bargeld soll ausdrücklich erhalten bleiben. Wirtschaftsverbände sehen das kritisch und warnen vor höheren Kosten und Eingriffen in unternehmerische Freiheiten. Die politische Debatte dürfte noch eine Weile laufen. ## **EHI-Studie: Jede fünfte unbare Zahlung kommt vom Smartphone** Laut der aktuellen EHI-Studie „Zahlungssysteme im Einzelhandel 2026″, vorgestellt beim EHI Payment Kongress in Bonn, [erfolgt inzwischen rund jede fünfte unbare Zahlung per Smartphone oder Smartwatch](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e10647e926&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) – das entspricht 19,3 Prozent aller unbaren Transaktionen. Gleichzeitig bauen die sogenannten „New Debits“ von Visa und Mastercard ihren Umsatzanteil auf 9,4 Prozent aus. [Eine Entwicklung, die für europäische Zahlungsprojekte wie Wero und den Digitalen Euro zunehmend bedrohlich wird](https://paymentandbanking.com/wero-girocard-digitaler-euro-europaeische-zahlungen-gefaehrdet/). ## **Wero: Kritik am digitalen Euro, AWS-Debatte und erster Händlerfortschritt** Wero-Chefin Martina Weimert hat [gegenüber der Süddeutschen Zeitung](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=79f13c5824&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) erneut den digitalen Euro kritisiert: Die von der EZB vorangetriebene parallele Infrastruktur erhöhe die Kosten für Banken und Händler, ohne echten Mehrwert zu schaffen. Beim EHI Payment Kongress sorgte außerdem eine Aussage von Weimert für Verstimmung im Handel: „Wir haben den Händlern und Dienstleistern bezüglich ihrer Planung vertraut – das war teilweise ein Fehler.“ Eine Ansage, die im Saal nicht gut ankam. Auf der anderen Seite gibt es auch Fortschritte: [Nexi hat die Wero-Integration abgeschlossen und will BAUR, Quelle und Bünting als erste Händler anbinden](https://www.nexi.de/de/insights/presse/2026/nexi-implementiert-Wero-im-deutschen-e-commerce?ref=paymentandbanking.com). Und in einem [Proof of Concept](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=57bb223054&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haben EPI, das italienische Bancomat und das portugiesische SIBS-MB WAY gezeigt, dass ihre mobilen Zahlungslösungen grenzüberschreitend interoperabel funktionieren genauso wie QR-Code-basierte Zahlungen von Person zu Merchant über Ländergrenzen hinweg. Dann noch der AWS-Moment: Laut einer [Anfrage von netzpolitik.org ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9a5c986e7a&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)läuft Wero auf Amazon Web Services. Eine unangenehme Enthüllung für ein Projekt, das europäische Zahlungssouveränität verkörpern soll, auch wenn EPI auf Verschlüsselung, europäische Rechenzentren und Notfallpläne verweist. ## **SumUp prüft milliardenschweren Börsengang in London** Das Londoner Zahlungs-Fintech SumUp [sondiert mit Unterstützung führender Investmentbanken einen möglichen Börsengang an der London Stock Exchange](https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-15/sumup-erwagt-borsengang-in-london-mit-bewertung-von-uber-10-milliarden?ref=paymentandbanking.com). Die angestrebte Bewertung liegt je nach Marktumfeld zwischen 10 und 15 Milliarden US-Dollar, was SumUp zu einem der wertvollsten europäischen Fintechs machen würde. Alternativ stehen auch andere europäische Handelsplätze im Gespräch. ## **PayPal rudert zurück: Google-Wallet-Anbindung bleibt** Im März hatte PayPal noch kommuniziert, die Verknüpfung mit Google Wallet zu beenden. [Jetzt die Kehrtwende](https://stadt-bremerhaven.de/paypal-bei-den-google-wallet-verknuepfungen-aendert-sich-nun-angeblich-doch-nichts/?mc%5Fcid=7b76490f48&mc%5Feid=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com): Bestehende Integrationen bleiben aktiv, neue Verbindungen sollen auch künftig eingerichtet werden können. Der Hintergrund der Verwirrung waren missverständliche FAQ-Texte und E-Mails an Kunden – eine kommunikative Panne, die unnötig Vertrauen gekostet hat. ## **PayPal und Brasiliens Pix: Signal für den digitalen Euro?** [PayPal integriert das brasilianische Echtzeit-Zahlungssystem Pix](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=64fe36f457&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) für kleine und mittlere Unternehmen, um lokalen Händlern den Zugang zum internationalen Online-Handel zu erleichtern. Pix, seit 2020 von der brasilianischen Zentralbank betrieben, soll 2026 rund 40 Prozent der Online-Zahlungen in Brasilien abwickeln. Für Europa stellt sich die Frage: Ist das ein Fingerzeig, wie sich auch der digitale Euro als lokale Instant-Payment-Infrastruktur positionieren könnte? ## **Trade Republic startet 24/7-Kundenservice** Der Neobroker reagiert auf anhaltende Kritik an seinem Support und [bietet Anlegern ab sofort einen persönlichen Kundenservice rund um die Uhr – per Telefon, Live-Chat oder Rückruf über die App.](https://assets.traderepublic.com/assets/files/Press%5FRelease%5Fde%5Fde%5FCS.pdf?ref=paymentandbanking.com) Mehr als 1.000 Serviceagenten stehen in acht Sprachen zur Verfügung. Das Investment: ein zweistelliger Millionenbetrag. Das Ziel: nicht mehr nur Neobroker sein, sondern Hausbank. ## **Deutsche Börse investiert 200 Millionen Dollar in Kraken** [Die Deutsche Börse Group erwirbt für 200 Millionen US-Dollar eine 1,5-Prozent-Beteiligung an Payward](https://www.deutsche-boerse.com/dbg-de/media/news-stories/media-releases/Deutsche-B-rse-Group-erwirbt-Beteiligung-an-Kraken-f-r-200-Millionen-US--5077738?ref=paymentandbanking.com), der Muttergesellschaft der Krypto-Börse Kraken. Die Bewertung liegt damit bei rund 13,3 Milliarden US-Dollar deutlich unter den 20 Milliarden, die im November 2025 beim Einstieg von Citadel Securities aufgerufen wurden. Die Kooperation zielt auf gemeinsame Angebote in Handel, Verwahrung, Abwicklung und tokenisierten Assets, während Kraken parallel einen US-Börsengang vorbereitet. ## **Revolut: Paris, Bußgeld und kein Börsengang vor 2028** [Revolut baut im historischen Börsenviertel von Paris eine neue Europa-Zentrale auf](https://www.revolut.com/de-DE/news/revolut%5Flocks%5Fin%5Fparis%5Fheadquarters%5Ffor%5Fwestern%5Feurope/?ref=paymentandbanking.com). Ein operatives Hub für Westeuropa, das Frankreich, Deutschland, Spanien, Italien, Portugal und Irland abdecken soll. [Den eigenen Börsengang verschiebt CEO Nik Storonsky derweil auf frühestens 2028](https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-20/revolut-ceo-storonsky-says-digital-bank-s-ipo-is-two-years-out?ref=paymentandbanking.com). Zuvor sollen weitere Kapitalerhöhungen die Bewertung über die zuletzt geschätzten 75 Milliarden US-Dollar treiben. Gleichzeitig gibt es regulatorischen Gegenwind aus Italien: Die dortige Wettbewerbsbehörde AGCM [verhängt ein Bußgeld von rund 11 Millionen Euro](https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/italy-regulator-fines-revolut-13-million-alleged-unfair-commercial-practices-2026-04-02/?ref=paymentandbanking.com) wegen irreführender Angaben zu angeblich provisionsfreiem Handel und aggressiver Kontosperrungspraxis. Revolut kündigt an, rechtlich vorzugehen. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Solaris schließt Auslandsstandorte und zieht sich auf Deutschland zurück** Das Berliner Fintech beendet laut [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/solaris-fintech-will-standorte-in-frankreich-italien-und-spanien-schliessen/100218676.html?ref=paymentandbanking.com) seine Aktivitäten in Frankreich, Italien und Spanien. Künftig gibt es nur noch Büros in Berlin und Frankfurt. Der Schritt passt zum Umbaukurs unter dem neuen Chef Steffen Jentsch: weniger Bank, mehr fokussierter Tech-Dienstleister und das konzentriert auf den Heimatmarkt. Für Fintechs, die mit Solaris ins Ausland expandieren wollten, ist das eine schlechte Nachricht. ## **Betrug mit Konten und Karten nimmt weiter zu** [Das Bundeskriminalamt zählt für 2025 rund 96.400 erfasste Betrugsfälle rund um Konto und Zahlungskarte ](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-betrug-rund-um-konto-und-zahlungskarte-nimmt-deutlich-zu/100218448.html?mc%5Fcid=b0cfed8c6c&mc%5Feid=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)– fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Dazu kommen über 118.000 mutmaßlich aus dem Ausland begangene Taten. Die Aufklärungsquote verharrt bei gut einem Fünftel. Phishing, Identitätsdiebstahl und gefälschte Paketdienst-SMS bleiben die häufigsten Maschen und durch KI werden die gefälschten Seiten und Mails immer schwerer zu erkennen. ## **Plus1 bringt Umschuldungsmodell für BNPL-Schulden nach Deutschland** [Das schwedische Fintech Plus1 startet unter der Leitung von Nicolas Knecht in Deutschland](https://www.plus1.com/?utm%5Fsource=Paymentandbanking+FinTech+Newsletter+Abonennten&utm%5Fcampaign=9521678401-Mittagshappen%5FDonnerstag%5F30%5FApril%5F20264%5F30%5F2026%5F7%5F&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5F9b54dd24a0-9521678401-683037181&mc%5Fcid=9521678401&mc%5Feid=cfc5f9390d) und will Konsumenten helfen, die in die Buy-now-pay-later-Schuldenfalle getappt sind. Mehrere Kleinkredite und Rechnungszyklen sollen in strukturierte Rückzahlungspläne überführt werden. Ob das als eigenständiges Geschäftsmodell trägt, ist allerdings fraglich – zumal KI-Assistenten ähnliche Hilfestellung zunehmend kostenlos leisten können. ### Altersvorsorgedepot-as-a-Service: Wie Finanzdienstleister die Chancen nutzen können URL: https://paymentandbanking.com/altersvorsorgedepot-as-a-service-wie-finanzdienstleister-die-chancen-nutzen-konnen/ Last updated: 2026-05-14T17:39:37.000Z Für Fintechs, Neobroker und Vertriebsplattformen ist das eine der größten Retail-Produktchancen im deutschen Markt seit Jahren. Zum einen, weil das AVD durch seine Einfachheit und Renditechancen neue Kunden für ein gefördertes Anlageprodukt ansprechen wird, zum anderen, weil 15 Millionen Riester-Verträge darauf warten, förderunschädlich in AVDs umgewandelt zu werden. Um die Chance zu nutzen, benötigen Finanzdienstleister kompetente Partner, die bei der Entwicklung und dem Management eines AVD-Produktangebots unterstützen. Ein AVD anzubieten ist technisch und regulatorisch deutlich anspruchsvoller als ein klassisches Fondsdepot. Für die meisten Anbieter ist es weder zeitlich noch ökonomisch möglich, die komplette personelle und technische Infrastruktur aufzubauen, um das staatlich geförderte Altersvorsorgeprodukt rechtzeitig und langfristig anzubieten. Darüber hinaus dürfen nur Banken mit Erlaubnis zum Einlagengeschäft, Bausparkassen und Lebensversicherungen AVD anbieten, unter bestimmten Voraussetzungen ist dies auch für Wertpapierinstitute und Vermögensverwalter möglich. Deshalb benötigen die allermeisten Finanzdienstleister und Embedded-Investing-Anbieter einen Infrastruktur-Partner mit einer entsprechenden Erlaubnis, um die Chance zu nutzen. Das reformierte Altersvorsorge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) verlangt für jedes AVD eine eigene Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern. Pflicht ist zudem die automatisierte Anbindung an die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) – inklusive Zulagenbeantragung, Verwaltung und Korrekturläufen. Hinzu kommen steuerliche Melde- und Dokumentationspflichten in der Anspar- sowie in der Auszahlungsphase. Wer ein AVD auf den Markt bringen will, baut also nicht einfach ein Produkt, sondern ein reguliertes Verwaltungssystem mit langem Lebenszyklus. ## **Drei Kompetenzen, die über Erfolg und Scheitern entscheiden** – Bis zum Marktstart des AVD sind es nur noch wenige Monate – eine Umsetzung in Eigenregie wird damit immer herausfordernder. Die logische Alternative sind Partnerschaften mit Instituten, die drei Kompetenzen nachweisbar beherrschen: **1\. Administrierung staatlich geförderter Altersvorsorgeprodukte.** Die Arbeit mit geförderten Produkten unterscheidet sich fundamental von gewöhnlicher Depotverwaltung. Riester- und Rürup-Verträge laufen seit über zwei Jahrzehnten im deutschen Markt, und die Erfahrung zeigt: Die Komplexität steckt in den Details der Sachbearbeitung, die von ZfA-Meldungen über Zulagenberechnungen bis hin zu Sonderfällen bei Wohnsitzwechsel oder Elternzeit reichen, um nur einige Beispiele zu nennen. Wer diese Prozesse erst jetzt für einen Produktstart 2027 aufbaut, startet mit einer steilen Lernkurve zur Unzeit. Partner, die solche Verträge im Tagesgeschäft administrieren, bringen die Erfahrung als Startkapital mit. **2\. Abwicklung von Wertpapiertransaktionen.** Ein AVD ist am Ende ein Wertpapierdepot mit regulatorischem Überbau. Die Kerntechnik – Orderrouting, Depotführung, Corporate Actions, Steuerbescheinigungen, Reporting – muss industriell skalieren. Das ist die Domäne etablierter Depotbanken. Wer hier auf eingespielten Systemen und Abwicklungsprozessen aufsetzt, vermeidet das häufigste Risiko bei Markteintritt: dass operative Probleme ein regulatorisch sauberes Produkt im Echtbetrieb unterlaufen. **3\. Digitales Onboarding im großen Maßstab.** Der Gesetzgeber hat digitales Onboarding für das Standard-AVD ausdrücklich vorgeschrieben und die Zielgruppe erwartet es ohnehin. In der Praxis heißt das: Video-Ident oder elektronische Identifikation, vollständig digitale Vertragsstrecken, automatisierte KYC-Prüfungen und nahtlose Überleitung in die Zulagenverwaltung sind ein Muss. Anbieter, die bereits heute tausende Kunden pro Monat digital eröffnen, haben auch dafür die notwendige Infrastruktur am Start. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **API-First als Voraussetzung** Damit diese drei Kompetenzen für Partner überhaupt nutzbar werden, müssen sie sich über APIs integrieren lassen. Ein AVD-Provider, der seine Funktionen nur über Legacy-Schnittstellen oder File-Transfer bereitstellt, stört die Endkunden-Experience, für die Fintechs und Neobroker stehen. Saubere REST-APIs für Depoteröffnung, Transaktionen, Zulagenstatus, steuerliche Reports und Korrespondenz sind 2026 kein Differenzierungsmerkmal mehr, sondern Grundvoraussetzung für jede ernsthafte Partnerschaft. ## **Standarddepot – und darüber hinaus** Jeder AVD-Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, ein Standarddepot anzubieten. Dieses Produkt unterliegt einem Kostendeckel von einem Prozent pro Jahr, muss digital abschließbar sein und bildet für viele Kundinnen und Kunden die Einstiegsvariante in die geförderte Altersvorsorge. Das ist ein Preispunkt, der nur mit hocheffizienten, weitgehend automatisierten Prozessen wirtschaftlich zu betreiben ist. Manuelle Bearbeitung oder aufwendiger Vertrieb belasten schnell die Marge. Für Anbieter empfiehlt sich deshalb eine zweigleisige Produktstrategie: Das regulatorisch vorgeschriebene Standarddepot als volldigitales Basisangebot – und zusätzlich AVD-Varianten, die klare Mehrwerte liefern, und damit einen höheren Preis rechtfertigen. Das naheliegende Beispiel ist eine Vermögensverwaltung, die bewährte Anlagestrategien systematisch umsetzt, mit Rebalancing, Risikosteuerung und individuellem Ablaufmanagement. Kundinnen und Kunden, die über 30 Jahre für das Alter sparen, sind bereit, für spürbar bessere Verwaltung zu zahlen – sofern der Mehrwert im Produkt erlebbar ist. ## **Schneller Time-to-Market wird mit Langzeitkunden belohnt** Es ist damit zu rechnen, dass spätestens im dritten Quartal 2026 das Marketing für das AVD hochgefahren wird, und damit der Wettbewerb um Kunden mit dem längsten Lebenszyklus beginnt. Potenzielle Anbieter müssen deshalb jetzt damit beginnen, mögliche Infrastrukturpartner zu selektieren, um rechtzeitig mit einem AVD-Angebot präsent zu sein. Es wird damit gerechnet, dass es schon in den ersten Monaten eine hohe Nachfrage nach den staatlich geförderten Sparplänen gibt. Und die früh gewonnenen Kunden bleiben oft für Jahrzehnte. --- Die Sutor Bank administriert seit über 15 Jahren staatlich geförderte Altersvorsorgeverträge für verschiedene Partner wie Fintechs, Vertriebe oder Makler-Pools. Für das Altersvorsorgedepot hat das Institut ein modulares Service-Angebot entwickelt, mit dem sich die potenziellen Partner die Elemente zusammenstellen können, die sie für den Marktstart eines AVD benötigen. Falls der Partner das AVD selbst anbieten darf und möchte, benötigt er eventuell nur das Zulagenmanagement und die Depotdienstleistungen. Falls die Erlaubnis fehlt, kann auch die Sutor Bank als Produktanbieter fungieren. Der Partner kann sich im Branding und in der Kundenkommunikation so weit wie aufsichtsrechtlich möglich in den Vordergrund stellen. Das AVD ist dann ein „Partner-AVD powered by Sutor“. Die Infrastruktur der Sutor Bank für Wertpapierabwicklung, ZfA-Anbindung und digitales Onboarding ist im produktiven Einsatz und über REST-APIs integrierbar. Ergänzend bietet das mehrfach ausgezeichnete Private Banking der Sutor Bank bewährte Vermögensverwaltungen; zahlreiche Anlageprodukte der Bank sind bereits in einen VV-Wrapper eingebettet. Partner können auf dieser Basis aufsetzen, statt bei null zu beginnen. ### Die gefährlichen Anreize der Banken URL: https://paymentandbanking.com/die-gefahrlichen-anreize-der-banken/ Last updated: 2026-05-14T17:39:54.000Z *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Die Kunden der ING dürften sich bei diesem Programm erst einmal nichts Böses gedacht haben. Zwei schick gekleidete Männer sind auf der Startseite des „Investing-Programms” abgebildet, mutmaßlich auf einer Hochzeit oder Party. Daneben mit ING-Orange hinterlegt die Werbebotschaft: „Investieren mit Belohnung: mit dem Investing-Programm.” Dieses neu aufgelegte Programm nämlich belohnt es, wenn die Kundinnen und Kunden der größten deutschen Direktbank möglichst häufig ihre Wertpapiere kaufen oder eben verkaufen. Jede Aktion wird belohnt und wer wirklich oft Aktien, Anleihen oder andere Wertpapiere hin- und herschiebt, der kann neue „Level” und damit zusätzliche Vorteile wie beispielsweise niedrigere Handelsgebühren oder ein kostenloses Parqet-Abo freischalten. Was auf den ersten Blick nach einer Belohnung für diejenigen aussieht, die sowieso viel traden, ist auf den zweiten Blick der Schritt in eine völlig falsche Richtung. Denn das Programm, das allen zehn Millionen Kundinnen und Kunden angeboten wird, setzt einen enormen Anreiz dafür, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher immer häufiger traden. Das ist genau das, wovor der Verbraucherschützerinnen und Verbraucherschützer mit Blick auf den langfristigen Vermögensaufbau warnen. ‘Hin und her macht Taschen leer’ lautet der alte Spruch. Denn mehr Trades bringen der Bank teils hohe Provisionen, kosten die Anlegerinnen und Anleger aber oft Rendite. Genau deshalb geht diese Anreizstruktur in die falsche Richtung – und das bei immer mehr Banken. Neben der ING setzt auch die HVB laut [dem Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-kunden-die-haeufiger-handeln-bekommen-bessere-konditionen/100220246.html?ref=paymentandbanking.com) auf eine Anreizstruktur, die die Kunden zu immer häufigeren Trades verführen soll. Weitere Großbanken dürften dem Bericht zufolge bald ebenfalls ähnliche Programme anbieten. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Amateuer-Anleger sollten nicht die ganze Zeit traden** Für durchschnittliche Anleger und die durchschnittliche Anlegerin sind das schlechte Nachrichten. Denn auch wenn die Quote an Aktionären in Deutschland zuletzt stieg, sind noch immer viele unsicher, wie sie ihr Geld anlegen und was die wirklich großen Fehler an der Börse sind. Auch fehlt es vielen an der nötigen Finanzbildung, selbst wenn sie nun ein oder zwei ETF gekauft haben. Wenn nun genau dieses Klientel Werbung angezeigt bekommt, die sie dazu verführen soll, möglichst oft zu handeln, Wertpapiere ständig zu kaufen und zu verkaufen, dann ist die Gefahr groß, dass genau diese Leute plötzlich viel häufiger handeln als sie eigentlich müssten, sollten – und tatsächlich klug wäre. Das schlägt sich dann wiederum negativ in deren Rendite und damit ja langfristig in der Altersvorsorge wider. Schlecht ist das nicht nur für den oder die Einzelne, sondern auch für das Image „der Börse” an sich. Denn wenn Millionen von Menschen schlechte Erfahrung – über beispielsweise hohe Kosten für viele Trades – machen, dürfte das auch die weitere Lust auf den Kapitalmarkt dämpfen. Banken wie die ING oder die HVB erweisen dem deutschen Kapitalmarkt im Austausch gegen kurzfristige Provisionen einen Bärendienst. Langfristig könnten solche Anreizstrukturen zudem nur der Anfang für das sein, was man in den vergangenen Jahren im Gaming-Bereich gesehen haben: den Einzug von immer mehr Glücksspielelementen. Bei der ersten Welle der Neobroker waren diese schon über explodierende Konfetti-Kanonen vertreten, wurden dann aber Stück für Stück zurückgedreht. Wenn nun erste Anreizstrukturen kommen, dürfte es nicht mehr lange dauern, bis auch jemand auf die Idee kommt, dort mal Dark Pattern oder den ein oder anderen glücksspielähnlichen Überraschungseffekt einzubauen. Das wäre vermutlich für die Einnahmen der Banken und Broker klasse, für die Anleger aber nicht. Denn sie zahlen am Ende die Kosten für häufiges Trading – auch wenn die Banken sie dazu verführen. ### Banking as a Service: Wie die Sutor Bank Fintech-Infrastruktur weiterdenkt URL: https://paymentandbanking.com/banking-as-a-service-wie-die-sutor-bank-fintech-infrastruktur-weiterdenkt/ Last updated: 2026-05-14T17:40:14.000Z Die Sutor Bank gehört zu den Häusern, die viele in der Fintech-Szene kennen – auch wenn sie selbst nie laut als „Fintech-Bank“ auftreten wollte. Im Gespräch mit André erzählt Hartmut Giesen, Geschäftsführer der Sutor Bank, wie sich das Hamburger Institut von einer klassischen Privatbank zu einer Banking-as-a-Service-Plattform entwickelt hat. Gegründet wurde die Bank bereits 1921\. Lange war sie eine regionale Privatbank, später arbeitete sie stark mit Finanzvertrieben zusammen. Genau daraus entstand die Grundlage für das heutige Modell: Infrastruktur bereitstellen, auf der andere ihre Geschäftsmodelle aufbauen können. Ab 2012/2013 rückte dann die Fintech-Welt stärker in den Fokus. Die Idee: Junge digitale Anbieter brauchen eine Bank, die erlaubnispflichtige Services übernimmt – von Konten über Wertpapierabwicklung bis hin zu regulatorischen Prozessen. Zu den frühen Partnern gehörten unter anderem Zinspilot, fairr.de und später auch Krypto-Anbieter. Heute verändert sich das Geschäft erneut. Viele frühe Fintech-Partner sind gewachsen, haben eigene Lizenzen oder Bankstrukturen aufgebaut. Die Sutor Bank liefert deshalb zunehmend einzelne Bausteine statt kompletter Plattformlösungen – etwa Geldkonten, Zahlungsverkehr, Settlement, Wertpapierabwicklung oder Infrastruktur für Krypto- und Trading-Modelle. Ein aktueller Fokus liegt auf dem kommenden Altersvorsorgedepot. Hier sieht Giesen für die Sutor Bank einen klaren Vorteil: Die Bank kennt Fondsparpläne, Depotführung und Zulagenprozesse bereits aus früheren Riester- und Rürup-Produkten. Damit kann sie Partnern schneller Infrastruktur anbieten – egal ob klassische Finanzvertriebe oder neue digitale Anbieter. Spannend wird auch der Blick nach vorne: Tokenisierte Wertpapiere, Stablecoins und neue Formen digitaler Assets könnten die nächste Entwicklungsstufe werden. Die Sutor Bank will dabei nicht als reine Fintech- oder Kryptobank verstanden werden, sondern als Bank, die früh an neuen Infrastrukturthemen arbeitet. Oder wie es Hartmut Giesen zusammenfasst: Es geht nicht darum, einem Trendlabel zu folgen – sondern darum, Banking für die nächste Zukunft mitzubauen. ### Wero, Girocard, Digitaler Euro: Darum sind europäische Zahlungen so gefährdet wie nie URL: https://paymentandbanking.com/wero-girocard-digitaler-euro-darum-sind-europaische-zahlungen-so-gefahrdet-wie-nie/ Last updated: 2026-05-14T17:40:33.000Z Auf den ersten Blick sind die neuen Zahlen, die das [EHI-Retail Institute](https://www.ehi.org/presse/smartphone-statt-portemonnaie-mobile-payment-boomt/?ref=paymentandbanking.com) in dieser Woche auf seinem Payment Kongress vorgestellt hat, nicht so erstaunlich. Zunächst geht der Trend langsam aber sicher von Barzahlungen zu Kartenzahlungen. Hier hat sich der Anteil von Transaktionen, die mit Bargeld beglichen wurden, von fast 55 Prozent im Jahr 2024 auf knapp die Hälfte reduziert, während der Umsatz auf ein Drittel schrumpfte. Im Vordergrund steht ebenso der Trend zu mobilen Zahlungen. Während 2024 knapp 12 Prozent des Umsatzes der unbaren Zahlungen mit Handy oder Smartwatch erledigt wurden, sind es jetzt schon fast 20 Prozent. In der Zahlungsbranche ist dieser Wandel in einem Jahr schon fast schwindelerregend, aber angesichts der Entwicklungen erwartbar. Für die europäischen Zahlungsalternativen wie Wero, den geplanten Digitalen Euro und das althergebrachte Girocard-System ist das nicht schlecht. Denn je weniger Menschen mit Bargeld zahlen, desto eher haben die Karten- und digital-basierten Lösungen eine Chance auf Verbreitung. Darauf zahlt auch ein, dass sich Menschen anscheinend daran gewöhnen, mit Handy und Uhr zu bezahlen. Weniger gut ist, dass PayPal im Online Handel weiter seine Vormachtstellung verteidigt. Mit einem Anteil von 28,7 Prozent gewann der Zahlungsdienst minimal. Das macht es im E-Commerce für Wero gewiss nicht leichter. ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/05/2026_PM_Payment_tech_Abwickl_unbare_Bezahlprozesse_900x700px_CMYK-1300x1011.jpg) ## **Die Gefahr: „New Debits” legen weiter zu** Doch es gibt eine Entwicklung, die in den Zahlen leicht zu übersehen ist und vielleicht besorgniserregender für alle Europa-Projekte sein dürfte. Die Debitkarten von Visa und Mastercard haben deutlich zugelegt. Den Zahlen des EHI zufolge hat sich der Anteil dieser Internationalen Debitkarten auf 9,4 Prozent und damit innerhalb eines Jahres um 2,5 Prozentpunkte erhöht. Für eine einzelne Lösung ist das ein deutliches Wachstum, zumindest das deutlichste in den diesjährigen Zahlen. Besonders Direktbanken wie ING, DKB und Neobanken wie N26 und Revolut geben die Karten meist in digitaler Form an Kund:innen heraus. Das zeigt sich in den Zahlen von Visa: Seit dem Start des Produkts 2019 hat das Netzwerk in Deutschland mehr als 21 Millionen Karten verteilt. Der Sprung ist auf die leicht besseren Konditionen für die Banken, den internationalen Einsetzbarkeit und den Wegfall von Kosten für mehrere Systeme zurückzuführen. Die Ausgabe von New Debits scheine „zumindest für Direktbanken finanziell attraktiver zu sein als die der eigenentwickelten Girocard“, sagt Experte Rüter. Für die Händler würden Zahlungen es dadurch eher teurer. Rüter kommt zu einem klaren Urteil: Die Ansprüche der kartenausgebenden Banken und der Kund:innen hätte sich von den Wünschen des Handels entfernt. Dabei verzichten diese Debitkarten ganz auf das System der Girocard, die zudem im Online-Handel bisher keinen Durchbruch macht. „Im E-Commerce hat die Girocard nur eine Statistenrolle“, sagt EHI-Payment Experte Horst Rüter in einem [Beitrag](https://www.stores-shops.de/technology/payment/interview-mit-horst-rueter-ehi-new-debits-treiben-kosten/?utm%5Fsource=Paymentandbanking+FinTech+Newsletter+Abonennten&utm%5Fcampaign=0e25501076-Mittagshappen%5FMittwoch%5F29%5FApril%5F20264%5F29%5F2026%5F11%5F2&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5F9b54dd24a0-0e25501076-683037181&mc%5Fcid=0e25501076&mc%5Feid=cfc5f9390d). An den „New Debits” von Visa und Mastercard ist also kein europäischer Marktteilnehmer beteiligt. Banken brauchen hier einen neuen Partner, damit ihre Kund:innen über die Girocard im Ausland und im Internet bezahlen können – oder sie setzen gleich auf die internationalen Debitkarten. Das französische nationale Kartennetzwerk Cartes Bancaires (CB), dessen Probleme mit dem des Girocard-Systems in Deutschland vergleichbar sind, möchte nun ausgerechnet mit dem Co-Badging wieder attraktiver werden. ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/05/2026_PM_Zahlung_Umsatzanteile_2026_900x720px_CMYK-1300x1040.jpg) ## **Wenn zwei sich streiten…** Während die Kartennetzwerke ihren Vorsprung ausbauen, eskaliert der Streit zwischen Wero und den Planern des Digitalen Euros zunehmend. „Wir können den digitalen Euro den Verbrauchern anbieten, dafür brauchen wir keine neue EZB-App in unseren Märkten“, sagte Wero-Chefin Martina Weimert der [Süddeutschen Zeitung](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/wero-angriff-digitaler-euro-weimert-li.3473328?reduced=true&ref=paymentandbanking.com) gerade. Jedoch halten Bundesbankchef Joachim Nagel und die Bundesregierung weiter an den Plänen für den Digitalen Euro fest. Ob solche Sticheleien dem „Europäischen Projekt” angesichts des Erfolgs der Kartennetzwerke zweckdienlich sind, ist fraglich. Denn im Windschatten des Zahlungs-Zoffs können Visa und Mastercard mit ihren Debitkarten weiter Marktanteile gewinnen. Wenn zwei Zahlungssysteme sich streiten, freuen sich also im Regelfall die Karten-Riesen. ### Wie ich meinen eigenen Banking Agenten baute URL: https://paymentandbanking.com/wie-ich-meinen-eigenen-banking-agenten-baute/ Last updated: 2026-05-11T07:34:57.000Z Ich habe einen Banking-Agenten gebaut. Keinen Enterprise-Piloten mit 18-monatigem Projektzyklus, keinen PoC mit Beratern im Dreierschritt. Einen echten, laufenden Agenten, der jeden Tag meinen Kontostand kennt, ihn analysiert und mir ein Bild im Simpsons-Stil via WhatsApp schickt. Klingt albern und das ist es auch. Genau das ist der Punkt. ## **Wie es geht** simplebanking, so heißt der Agent, läuft unscheinbar in der Menüleiste meines Macs. Kontostand, Umsätze, ein schneller Blick auf die finanzielle Gesundheit. Jeder mit einem deutschen Girokonto kann es kostenlos nutzen. So weit, so überschaubar. Dann habe ich [simplebanking](http://www.simplebanking.de/?ref=paymentandbanking.com) zwei Schnittstellen spendiert: MCP und CLI. Das klingt technischer als es ist. Der Effekt ist simpel: Ein Agent wie OpenClaw kann damit autonom Kontostand abrufen, Umsätze analysieren und diese Daten mit allem verknüpfen, was er sonst noch kann. Das Erste, was ich damit gebaut habe, war langweilig: ein PDF-Report im fancy Design. Kontoauszug, neu verpackt. Nützlich, aber im Grunde das, was Banken seit Jahren anbieten. Dann wurde es interessanter. Der Agent verknüpft jetzt die Kontodaten mit der Gemini API, erstellt daraus ein „Kontoklima-Bild“ im Simpsons-Stil und schickt es mir jeden Morgen via Whats App. Mein Kontostand als Wettervorhersage. Sonnig, bewölkt, Gewitter. Ich weiß sofort, wie meine finanzielle Lage ist, ohne eine Zahl gelesen zu haben. Und dann gibt es noch Seedance 2.0\. Damit wird aus demselben Kontostand ein kurzes, personalisiertes Video. Dreißig Sekunden, jeden Tag anders, je nach Cashflow. Brauche ich das? Ja. Nicht weil es funktional ist. Weil es das erste Mal ist, dass Banking sich nicht wie Verwaltung anfühlt. ## **Weniger in Use Cases denken** Dabei hat mich nicht die Frage beschäftigt, was Agenten alles können. Sondern warum wir Banking so lange so gedacht haben, wie wir es gedacht haben? Wenn der zentrale Zugang zu KI eine dialogbasierte Oberfläche ist, was interessiert dann noch der Use Case? Google ist kein Use Case. „Relevante Informationen finden“ ist kein Use Case, den Google je definiert hat. Google ist eine Oberfläche, und alles andere folgt daraus. Genauso ist es mit KI-Agenten: Der Agent ist die Oberfläche. Was er tut, ergibt sich aus dem, was gefragt wird. Das Hamburger-Menü der 2000er war die beste Antwort auf eine schlechte Frage. Die Frage hieß: Wie verstecken wir 200 Funktionen so, dass Nutzer sie theoretisch finden könnten? Die Antwort war Architektur. Kategorien, Untermenüs, Einstellungsseiten. Und trotzdem war es schwer, die IBAN zu finden. Mit einem Agenten stellt sich diese Frage nicht mehr. „Wo ist meine IBAN?“ ist kein Navigationsproblem. Es ist eine Frage. Und die wird beantwortet. Konkret bedeutet es, dass Banking-Produkte nicht mehr für jeden denkbaren Use Case eine eigene UI-Lösung bauen müssen. Die Oberfläche ist der Agent. Darunter braucht es vier, fünf klare Kern-Funktionen. Im Fall von simplebanking: Kontostand, Umsatzliste, Ausgabenverteilung, finanzielle Gesundheit. Das ist die Basis. Was der Agent daraus macht, ist offen. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Ein Agent für jede:n** Jetzt stell man sich vor, was das für Banken bedeutet, die ihre Kund:innen wirklich kennen. Banken wissen, wie alt sie sind. Welche Produkte sie nutzen. Ob sie regelmäßig Dividenden bekommen oder jeden Monat knapp über null liegen. Sie wissen, wann die Steuerrückzahlung kommt. Ein Agent kann das verknüpfen. Nicht mit einer Push-Notification: „Ihre Erstattung ist eingegangen“, sondern mit einem personalisierten Video: Golf-Manfred, der Bank-Avatar für die Boomer-Zielgruppe, schaut in die Kamera und sagt: „Hey Kalle, deine Steuerrückzahlung ist da. Sollen wir einen Teil davon in deinen Sparplan stecken, bevor er auf dem Konto verdunstet?“ Das ist kein Science-Fiction. Die Technologie existiert heute. Seedance, Gemini, ein vernünftiger MCP-Endpunkt, eine Kundendatenbank, die seit Jahren gefüllt wird. Was fehlt, ist nicht die Technik. Es ist die Bereitschaft, Banking nicht mehr als Verwaltung zu denken, sondern als Kommunikation. ## **Banking muss dort stattfinden, wo Nutzer:innen sind** simplebanking sitzt in der Menüleiste. Nicht in einer Banking-App, nicht hinter einem Login, nicht auf Seite drei einer Navigationsstruktur. Es ist da, wo ich arbeite. Es ist Teil meines Workflows. Dasselbe Prinzip gilt für Agenten. Banking wird in Zukunft in Claude stattfinden, in ChatGPT, in OpenClaw, in Hermes, in welchem Agenten auch immer der Nutzer seinen Alltag organisiert. Nicht weil Banken das so entschieden haben, sondern weil Nutzer dort sind. Das bedeutet: APIs und Schnittstellen sind nicht mehr nette Ergänzungen zum Kernprodukt. Sie sind das Kernprodukt. Wer keinen MCP-Endpunkt hat, ist für Agenten unsichtbar. Wer keine offene, dokumentierte API hat, existiert für diesen Layer nicht. Das klingt dramatisch. Es ist dramatisch. Und es passiert gerade. ## **Was das konkret bedeutet** Ich bin kein Bankvorstand und kein Berater, der jetzt eine 5-Punkte-Roadmap verkaufen möchte. Aber ein paar Dinge sind aus meiner eigenen Erfahrung mit simplebanking klar: **Use Cases vereinfachen, nicht erweitern.** Der Reflex bei neuen Technologien ist immer: Mehr Features, mehr Möglichkeiten, mehr Use Cases. Mit Agenten ist es umgekehrt. Die Oberfläche ist offen, also muss das Fundament klar sein. Vier, fünf Kernfunktionen, solide, gut dokumentiert, agent-lesbar. Der Rest folgt. **Personalisierung ernst nehmen.** Nicht als Marketing-Begriff, sondern als technische Anforderung. Ein Agent, der eine Rentnerin anders anspricht als den 28-jährigen Erstkäufer, ist keine Spielerei. Es ist der Unterschied zwischen einem Produkt, das genutzt wird, und einem, das toleriert wird. **Schnittstellen priorisieren.** MCP, CLI, offene APIs: das sind keine IT-Projekte. Das sind strategische Entscheidungen darüber, ob die eigene Bank in der Agenten-Welt vorkommt oder nicht. **Erlauben, dass es seltsam wird.** Das Simpsons-Kontoklima-Bild ist objektiv albern. Es ist auch das erste Mal, dass ich jeden Morgen gern auf mein Banking geschaut habe. Banken, die nur in regulierten, compliance-sicheren Kommunikationsformaten denken, werden in dieser Welt nicht konkurrenzfähig sein. **Was noch kommt** simplebanking ist in dieser Form ein persönliches Experiment. Aber die Schnittstellen, die es ermöglichen, sind dieselben, die jede Bank nutzen kann. MCP ist kein Nischen-Protokoll mehr. Claude, GPT, Gemini, alle großen Modelle sprechen es. Das Fenster, in dem Banken die Agentic-Banking-Schicht selbst gestalten können, ist offen. Aber es schließt sich. Wenn die Schnittstellen von Drittanbietern gebaut werden, von Fintechs, von Plattformen, von Entwicklern mit einem Sideprojekt, dann sind Banken nicht mehr der Autor dieser Kommunikation. Sie sind nur noch der Datenprovider im Hintergrund. Sky is the limit. Aber nur für die, die jetzt anfangen, die Leiter zu bauen. ### OpenAI unter Druck, China greift durch und Stripe baut eine Wallet für KI-Agenten URL: https://paymentandbanking.com/openai-unter-druck-china-greift-durch-und-stripe-baut-eine-wallet-fur-ki-agenten/ Last updated: 2026-05-12T18:56:07.000Z In Folge 9 von AI in Finance sprechen Maik und Sascha über einen Nachrichtenstrom, der in den letzten zwei Wochen kaum eine Pause gelassen hat: OpenAIs strategischer Schwenk und verfehlte Quartalsziele, das explosive Wachstum von Anthropic, die geopolitischen Verwerfungen rund um die Manus-Übernahme durch Meta, den Zustand der europäischen KI-Souveränität und eine Produktneuheit von Stripe, die den Agentic-Commerce-Hype in echte Infrastruktur verwandelt. 58 Minuten. Viel Kaffee. Kein Appletini. ## **OpenAI: Missionswechsel, Kostendruck und verfehlte Ziele** OpenAI überarbeitet gerade sein Mission Statement. Nicht mehr nur AGI als Nordstern, sondern eine konkrete Machtfrage im Hier und Jetzt: Wer baut es, wer kontrolliert es, wer profitiert davon? Demokratisierung, gesellschaftliche Kontrolle, Machtverteilung, das sind die neuen Begriffe. Gleichzeitig investiert das Unternehmen 600 Milliarden Dollar in Rechenzentren, Chips und Energie, allein in diesem Jahr. Sascha bringt es auf den Punkt: Das ist eine ambivalente Botschaft. Dezentralisierung als Rhetorik, zentralisierte Infrastruktur als Realität. Maik ergänzt den strategischen Subtext: Je größer die Machtkonzentration, desto lauter der Ruf nach Regulierung. Wer sich frühzeitig als „die Guten“ positioniert, dämpft die Kritik. Dazu kommt ein ernüchterndes Zahlenwerk aus Q1 2026, reportiert im Wall Street Journal: Umsatz und Nutzerwachstum verfehlt, die angestrebte Milliarde Weekly User noch nicht erreicht (Stand: 850 Millionen). OpenAI hat sich gegenüber Microsoft für 250 Milliarden Dollar an Serviceleistungen committet, Microsoft hält fast 30 Prozent an OpenAI. Eine Abhängigkeitsstruktur, die bei ausbleibenden Wachstumszahlen gefährlich wird. Ein letzter interessanter Datenpunkt zum Thema Marktbewertung: Auf dem Sekundärmarkt werden OpenAI-Anteile aktuell mit Abschlag zur letzten Finanzierungsrunde gehandelt. Anthropic-Anteile hingegen sind stark nachgefragt. Der Markt fängt an, neu zu bewerten. ## **Spezialisierte KI-Modelle und Cybersecurity: AI gegen AI** OpenAI bringt mit ChatGPT 5.4 Cyber ein dediziertes Sicherheitsmodell auf den Markt. Zugang ist eingeschränkt, nur verifizierte Forscher und ausgewählte Teams dürfen testen. Anthropic hat mit Mythos einen ähnlichen Weg eingeschlagen. Der gemeinsame Trend: weg von horizontalen Modellen, die alles ein bisschen können, hin zu vertikalen Systemen, die einzelne Domänen tief abdecken. Für Banking ist das hochrelevant. Spezialisierte Sicherheitsmodelle finden Schwachstellen, ohne Quellcode zu sehen. Sie können verteidigen, aber eben auch angreifen. Regierungen, Zentralbanken und große Tech-Konzerne führen bereits Gespräche mit den Modellanbietern. Wenn Security-Modelle zum proaktiven Akteur im Cyberraum werden, verändert sich die Bedrohungslage exponentiell. Und damit, wie Sascha es formuliert, müsste sich auch die Sicherheitsarchitektur von Banken verändern. ## **Anthropic: 9 auf 30 Milliarden Dollar Jahresumsatz** Anthropic hat seinen Umsatz offengelegt. Das Wachstum von 9 auf 30 Milliarden Dollar in wenigen Monaten ist bemerkenswert, auch wenn es in Deutschland noch kaum angekommen ist (laut Bitkom-Studie nutzen nur 5 Prozent der befragten Unternehmen Anthropic). In den USA sieht das Bild anders aus: Ein großer Anteil der Fortune-500-Unternehmen setzt auf Claude, getrieben durch Coding-Anwendungen und Enterprise-Nachfrage. Saschas Lesart: Der entscheidende Kampf wird nicht beim Consumer, sondern im Enterprise entschieden. Coding und echte Produktivität bringen Traktion und Zahlungsbereitschaft. Anthropic hat das gezeigt, OpenAI muss es noch beweisen, vor allem im Hinblick auf das Börsengangprospekt. Das Webinar, das Anthropic für dienstags angekündigt hatte, soll zeigen, wie das Unternehmen die Zukunft seiner Modelle für Banken und Financial Institutions sieht. Philipp Klöckner hat schon vorgewarnt: Wenn Anthropic öffentlich über Software-as-a-Service-Auswirkungen spricht, tendieren SaaS-Aktien dazu, nach unten zu marschieren. ## **Meta, Manus und die geopolitische Logik Chinas** Meta hat Manus übernommen, das agentic-AI-Startup, das in China gegründet und später nach Singapur verlagert wurde. Jetzt greift Peking durch: Ausreiseverbote für die Gründer, Pässe eingezogen, klare Forderungen, die Technologie und die Daten aus Singapur und den USA zurückzuführen. Das Problem: Die Technologie ist bereits in Meta-Systeme integriert. Investoren wurden ausgezahlt. Eine Rückabwicklung ist juristisch komplex und operativ fast unmöglich. Software lässt sich nicht einfach zurückgeben, wenn sie Teil eines integrierten Systems ist. Was steckt dahinter? Sascha sieht ein Signal an chinesische Gründer: Bleibt regiebetreu. Wenn ihr zu weit ausbüxt, können wir euch abschalten. Die klassischen M&A-Logiken greifen nicht, wenn ein Staat eingreift und Grenzen zieht, die vorher niemand auf dem Radar hatte. ## **Europäische KI-Souveränität: Ehrliche Bestandsaufnahme** Maik und Sascha haben sich in diesem Punkt vor der Aufnahme schon gestritten, freundschaftlich. Die Bilanz fällt ernüchternd aus: Search verloren. Cloud nicht auf die Kette gekriegt. Zahlungsverkehr schwierig. KI: keine belastbare Antwort. Das übliche Argument, Europa habe schlicht nicht das Geld, zieht nicht mehr, wenn man auf DeepSeek schaut. Das chinesische Modell ist hocheffizient gebaut, ohne amerikanische Chips, teilweise mit Hardware, die auf eBay ersteigert wurde. Der Mitteleinsatz war ein Bruchteil dessen, was US-Modelle verschlungen haben. In Deutschland läuft die Debatte über Regulierung, während alle anderen auf den Markt setzen. Mistral ist das einzige europäische Modell mit nennenswerter Aufmerksamkeit, schneidet in Benchmarks aber schlecht ab. Alef Alva, als große deutsche Hoffnung beworben, hat bei näherer Betrachtung wenig substanzielles Kapital bekommen. Sascha fasst es zusammen: USA geben das Tempo vor, China industrialisiert, Europa reguliert. Chinas Geschwindigkeit zeigt sich auch im Robotics-Bereich: Beim Halbmarathon für humanoide Roboter war der schnellste Teilnehmer dieses Jahr schneller als ein Mensch, 24 bis 25 km/h, komplett autonom, auf schwierigem Untergrund. Vor einem Jahr hatte kein einziger Roboter die Strecke beendet. ## **KI-Nutzung in Deutschland: Was die Bitkom-Zahlen sagen** Aktuelle Bitkom-Umfrage vom 28\. April 2026: 34 Prozent der Befragten nutzen KI mindestens einmal pro Woche, 15 Prozent täglich. 22 Prozent sind komplette Verweigerer, 18 Prozent nutzen es nicht, weil sie es nicht verstehen. Insgesamt haben also über die Hälfte der Befragten schon mindestens gelegentlich KI eingesetzt. Marktanteile bei den Tools: ChatGPT führt mit 71 Prozent, Google Gemini folgt mit 50 Prozent, Microsoft Copilot mit 43 Prozent. Anthropic liegt bei 5 Prozent, Grok bei 6 Prozent. Randbemerkung am Rande: In Microsofts Lizenzbedingungen für Copilot steht explizit, das Produkt sei „nur zu Unterhaltungszwecken“ gedacht. Better safe than sorry. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Stripe Link: Eine Wallet für KI-Agenten** Das konkreteste Produkt dieser Folge kommt von Stripe. Stripe Link ist eine Wallet, in die beliebige Zahlungsverfahren integriert werden können, die man dann einem KI-Agenten hinterlegt, damit dieser autonom einkaufen oder bezahlen kann. Beide, Maik und Sascha, haben es bereits ausprobiert. Setup: ein Klick. Ergebnis: eine virtuelle Visa-Kreditkarte, hinterlegt im Agenten. Was Stripe damit macht, ist das, worüber Agentic Commerce bisher viel gesprochen wurde: einfach machbar und direkt nutzbar. Maximal niedrige Hürde, sofort integrierbar. Für Banken und PSPs ist das ein weiteres Signal, dass die Infrastruktur für autonome Zahlungen nicht auf eine große Branchenentscheidung wartet, sondern von einzelnen Playern Stück für Stück gebaut wird. ## **Peter Steinberger und der OpenClaw-TED-Talk** Sascha empfiehlt den TED-Talk von Peter Steinberger, dem österreichischen Gründer von OpenClaw. Steinberger hat gezeigt, wie er einen vollständig eigenständigen Agenten gebaut hat, ohne Theorie, ohne Demo, mit echtem Ergebnis, und wie man strategisch über Use Cases, Governance und Architektur sprechen kann. Mittlerweile ist er bei OpenAI und hat OpenClaw dort eingebracht. Der Talk hat mehrere Millionen Aufrufe. 18 Minuten, empfohlen besonders für Banker und Finanzer, die sehen wollen, wie das in der Praxis aussieht. ## **Customers Bank und der CEO-Klon** Eine kuriose Note zum Schluss: Sam Sidhu, CEO der amerikanischen Customers Bank, hat beim letzten Conference Call die ersten 15 Minuten von einem KI-Klon von sich selbst bestreiten lassen. Anlass war eine Zusammenarbeit mit OpenAI. Die Pointe liegt auf der Hand, ohne weitere Kommentierung. ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Fintech 2026: Zwischen Sinnkrise, Wachstum und neuen Chancen URL: https://paymentandbanking.com/fintech-2026-zwischen-sinnkrise-wachstum-und-neuen-chancen/ Last updated: 2026-05-12T18:56:56.000Z Die Fintech-Welt wirkt 2026 auf den ersten Blick widersprüchlich: Während einige Themen überraschend an Dynamik verlieren, gewinnen andere massiv an Bedeutung. Im Gespräch mit [Caspar Tobias Schlenk ](https://www.linkedin.com/in/caspar-tobias-schlenk-55a71868/?ref=paymentandbanking.com)wird schnell klar: die Branche steht an einem Punkt, an dem sich vieles neu sortiert. Eine der größten Überraschungen: Krypto. Eigentlich hätte der politische Rückenwind aus den USA – inklusive gelockerter Regulierung und prominenter Unterstützung – einen neuen Boom auslösen müssen. Stattdessen steckt die Branche eher in einer Findungsphase. Einzelne Themen wie Stablecoins oder Prediction Markets bleiben relevant, aber das große Narrativ fehlt aktuell. Parallel dazu zeigt sich ein klarer Trend: Die großen Fintechs werden größer. Player wie Trade Republic oder Scalable Capital bauen ihre Angebote weiter aus – weg vom reinen Trading, hin zu Zinsen, Vermögensaufbau und neuen Assetklassen wie Private Markets. Strategisch nachvollziehbar, aber mit einer offenen Frage: Verliert man dabei die Nutzer, die ursprünglich wegen des „Spieltriebs“ gekommen sind? Auch im Hintergrund verschieben sich die Kräfte. Klassische Venture-Capital-Erfolge sind rar geworden. Statt großer Exits dominieren Secondaries – wie bei Trade Republic – das Bild. Gleichzeitig hängt der Erfolg vieler Fonds stark an einzelnen großen Beteiligungen wie Revolut. Neue Finanzierungsrunden? Selten. Wirklich prägende Deals? Kaum. Ein Thema, das weiterhin unterschätzt wird: Infrastruktur. Projekte wie Wero zeigen, wie schwer es ist, echte Alternativen zu bestehenden Systemen aufzubauen. Der Wille zur europäischen Unabhängigkeit ist da, aber Verhalten, Gewohnheiten und fehlende Akzeptanzstellen bremsen die Entwicklung. Der Aufbau eines neuen Zahlungssystems bleibt ein Marathon, kein Sprint. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) Spannend wird auch der Blick nach vorn. Die geplante Reform der Altersvorsorge könnte ein echter Gamechanger werden. Steuerlich geförderte Produkte haben in Deutschland enormes Potenzial – vor allem für digitale Anbieter. Die entscheidende Frage: Schaffen sie es, neue Anleger zu gewinnen, oder profitieren nur bestehende Kunden? Und noch etwas verändert sich grundlegend: Wie Start-ups entstehen. Dank besserer Infrastruktur und KI lassen sich Produkte heute schneller und mit weniger Ressourcen bauen. Das eröffnet Chancen für eine neue Generation von Fintechs , stellt aber auch die Frage, welche Geschäftsmodelle langfristig tragfähig sind. Unterm Strich bleibt: Fintech ist weit davon entfernt, vorbei zu sein. Die Branche wirkt vielleicht weniger laut als noch vor ein paar Jahren , aber genau darin liegt ihre aktuelle Stärke. Die nächste Welle entsteht leiser, strukturierter und möglicherweise nachhaltiger. Ein Gespräch über Fintech zwischen Ernüchterung und neuer Energie – mit vielen offenen Fragen, klaren Einschätzungen und einem Blick auf das, was 2026 spannend werden könnte. Viel Spaß beim Reinhören. ### Was hinter dem Adyen-Deal steckt URL: https://paymentandbanking.com/was-hinter-dem-adyen-deal-steckt/ Last updated: 2026-05-11T05:28:08.000Z Es ist vielleicht der beachtlichste Deal der Payment-Branche in diesem Jahr. Der niederländische Zahlungsanbieter Adyen kauft das Berliner Start-up Talon.One für sage und schreibe 750 Millionen Euro. Wenn die niederländische Zentralbank zustimmt, wolle man den Deal voraussichtlich im zweiten Halbjahr dieses Jahres abschließen, so Adyen. Den Gründern von Talon.One, Christoph Gerber und Sebastian Haas, beschert das einen Geldsegen – einer der wenigen großen Exits in der Szene in jüngster Zeit. Gleichzeitig wollen die beiden einen „bedeutenden Teil” ihres Erlöses in Adyen investieren. Die Aktie von Adyen stieg am Tag der Verkündung des Deals um fast sieben Prozent. Auch sonst läuft es bei den Niederländern gut: Der Zahlungsabwickler kann auf ein starkes Wachstum zurückblicken. 2025 machte Adyen einen Gewinn vor Steuern von 1,4 Milliarden Euro. Allein für das erste Quartal 2026 erwartet man einen Umsatz von über 620 Millionen Euro. Bisher setzten die Niederländer vor allem auf organisches Wachstum. Talon.One erwartet wiederum jährlich wiederkehrende Umsätze von 60 Millionen Euro in diesem Jahr. Doch den Zukauf begründet Adyen mit der Infrastruktur, die das Start-up liefert und die man selbst so nicht bauen könne. Aber was genau macht die Partnerschaft so interessant? ## **Identifikation in Echtzeit** Die Kanäle, über die Loyalty-Systeme ausgespielt werden, seien bei vielen Händlern noch stark fragmentiert, erklärt der selbstständige Loyalty-Berater Alexander Süßel. „Kundendaten und Payment-Daten sind häufig nicht direkt miteinander verknüpft“, sagt er. Damit sei die Identifikation häufig nur über einen Login im Online-Shopping möglich – oder eben gar nicht. Die Entscheidung, Kund\*innen Rabatte, Gutscheine oder Cashback auszuspielen, erfolge meist zeitversetzt, also vor oder nach dem Kauf, aber kaum währenddessen. Da trifft es sich gut, dass Adyen gerade eine [dynamische Identifikation](https://www.adyen.com/knowledge-hub/dynamic-identification-next-layer-of-trust?ref=paymentandbanking.com) eingerichtet hat. Damit kann der Zahlungsabwickler die Identität seiner Kund\*innen in Echtzeit erkennen – und damit auch persönliche Daten. Gerade erst hat Adyen das KI-gestützte Produkt „[Personalize](https://www.adyen.com/knowledge-hub/personalize?ref=paymentandbanking.com)” vorgestellt, mit dem Checkout-Optionen anhand dieser Daten automatisch angepasst werden können. Viele Händler versuchten selbst, diese Funktionen aufzubauen, hätten jedoch Schwierigkeiten, Daten aus fragmentierten Systemen in Echtzeit zu verknüpfen und darauf zu reagieren, teilt Adyen mit. Zu viele komplizierte Schnittstellen gebe es und eine zu langsame Übertragung. „Einzelhändler können nun eine Preispositionierung in Echtzeit in jedem Kanal umsetzen”, sagte Adyens Co-CEO Ingo Uytdehaage in einem Investoren-Call. Adyen liefere damit nicht bloß Erkenntnisse über Kaufverhalten, sondern könne den Händlern ermöglichen, direkt entsprechend zu handeln. Das gehe übergreifend für verschiedene Zahlungsweisen, online und an der Kasse. Damit kann der Händler während des Einkaufs über Anreize das Kaufverhalten beeinflussen oder im Nachgang weitere Angebote machen. So könne man beispielsweise Kund:innen auf Grundlage vergangener Einkäufe überschüssige Ware anbieten, erklärte Uytdehaage. Zudem sollen die Rabatte bereits beim Bezahlvorgang abgebucht werden. Bisher mussten die meistens nachträglich abgerechnet werden. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Wo die Synergien liegen** Für Händler bietet das neue strategische Möglichkeiten. Hier kommt die Technologie von Talon.One ins Spiel. Das 2015 gegründete Start-up stellt die Loyalty- und Aktions-Infrastruktur für über 300 Händler bereit – viele davon weltweit aktiv, wie Nordstrom und H&M. Das System macht Vorschläge für Kaufanreize: Damit können Händler neue Kund:innen anlocken, diese zum Kauf bewegen, diese binden oder reaktivieren, so das Versprechen. Talon.One liefere die „Entscheidungslogik“, um Angebote, Incentives und Promotions in Echtzeit auszusteuern, erklärt Süßel. Konkret heißt das, dass Händler nun gezielter Gruppen wie Erstkäufer oder Bestandskund:innen, die länger nicht beim Händler eingekauft haben, mit Loyalty-Aktionen bespielen können. Was besonders praktisch ist: Laut Adyen haben die beiden Unternehmen zudem 60 gemeinsame Unternehmenskunden. Die Konstellation der beiden Systeme in der Software von Adyen könnte die Kosten von Loyalty-Programmen für Händler dabei senken, meint Loyalty-Experte Süßel. Demnach gebe es dort bisher viele Reibungspunkte, zum einen weil Kund:innen ihre Vorteilskarten scannen oder Rabattcodes im Checkout eingeben müssen, um die Vorteile einzulösen, was die Conversion senke. Zweitens funktioniere Loyalty aktuell nach dem Gießkannenprinzip. „Derzeit gibt es noch viel Streuverlust, weil viele Kunden Vorteile zugeschickt bekommen, die sie nicht brauchen.” Loyalty werde in vielen Unternehmen noch primär als Kostenblock betrachtet. Durch bessere Datenintegration könnten Incentives deutlich effizienter und messbarer eingesetzt werden, so Süßel. Laut Adyen fokussiere man sich in Zukunft nicht mehr lediglich auf Zahlungen, sondern biete nun ein Komplettpaket für Ertragsmanagement und Kund:innenwert. Die Ansprechpartner seien in Zukunft nicht nur die Finanzabteilung von Unternehmen, sondern auch die Marketingabteilung. So viel ist klar: Für einen Zahlungsabwickler ist das eine starke Ansage. ## **So will Adyen agenten-fähig werden** Das schätzt Adyen auch deswegen geringer ein, weil man sich mit dem Schritt Agenten-fähig machen will. Denn selbst ohne die Interaktion der Nutzer:innen, können ihre Daten und Loyalty-Vorteile automatisch weitergegeben werden. Nur eben an einen KI-Agenten, der nach den besten Angebote sucht. Wenn Händler individuelle Vorteile an Agenten weiterreichen, könnte das die Conversion verbessern, so Süßel. Andererseits verbessere das die Verhandlungsposition der Kund:innen, für die die KI die besten Konditionen herausholen soll. Es bietet aber auch Möglichkeiten für genauere Preisdiskriminierung. „Ähnlich wie in anderen Branchen könnten Incentives und Angebote künftig stärker kontextbezogen ausgespielt werden, etwa abhängig von Zeitpunkt, Kanal oder Kundensituation”, sagt Süßel. Echtzeitdaten ermöglichten dabei eine deutlich dynamischere Angebotssteuerung. Händler könnten also anhand dessen also unterschiedliche Preise für dasselbe Produkt verlangen, um die Zahlungsbereitschaft der Konsument:innen abzuschöpfen. Das dürfte wohl nicht jedem gefallen. ### CCD2 im Checkout: Was sich für BNPL und Rechnungskauf ändert URL: https://paymentandbanking.com/ccd2-im-checkout-was-sich-fur-bnpl-und-rechnungskauf-andert/ Last updated: 2026-05-12T18:58:02.000Z Mit der neuen Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 rücken Buy Now Pay Later, Rechnungskauf und Ratenzahlung noch stärker in den Fokus des Verbraucherkreditrechts. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech Recht kompakt“ spricht Florian Lörsch darüber, was die Umsetzung ins deutsche Recht ganz konkret für den Checkout bedeutet. Denn viele Schritte, die heute im Onlinehandel selbstverständlich wirken, müssen künftig rechtlich sauberer gedacht werden: von der Darstellung der Zahlungsoption über die Kreditwürdigkeitsprüfung bis hin zu vorvertraglichen Informationen, Widerrufsbelehrung und Vertragsabschluss. Schon bei der Werbung wird es anspruchsvoller. Sobald ein Rechnungskauf oder eine Ratenzahlung im Checkout angezeigt wird, kann das als Werbung für einen Verbraucherkredit gelten. Dann greifen Vorgaben aus der Preisangabenverordnung – etwa zur Darstellung von Kosten, Zinsen oder Beispielsrechnungen. Zusätzlich kommen neue UWG-Vorgaben hinzu: Kreditwerbung darf künftig bestimmte Aussagen nicht mehr enthalten und muss bei entgeltlichen Krediten klar auf Kosten hinweisen. Auch die vorvertraglichen Informationen werden wichtiger. Das sogenannte SECCI – also das europäische Standardformular für Verbraucherdarlehensinformationen – muss künftig auch bei bestimmten BNPL- und Rechnungskaufmodellen berücksichtigt werden. Zwar gibt es Muster und Erleichterungen für bestimmte Konstellationen, etwa bei sehr kurzen Laufzeiten oder geringen Beträgen. Trotzdem wird die praktische Einbindung in den Checkout anspruchsvoll. Ein weiterer Punkt: die Kreditwürdigkeitsprüfung. Wenn ein Kunde abgelehnt wird, müssen Anbieter nicht nur technisch sauber reagieren, sondern auch bestimmte Informationen bereitstellen – etwa warum die Entscheidung gefallen ist und welche Rechte der Kunde hat. Beim Widerruf entfällt künftig das gesetzliche Muster für die Widerrufsbelehrung. Anbieter müssen also eigene Texte entwickeln und tragen damit auch mehr Verantwortung für deren rechtliche Qualität. Gleichzeitig wird das Risiko eines „ewigen Widerrufsrechts“ begrenzt. Fazit: Die CCD2 verändert den Checkout nicht nur an einer Stelle, sondern entlang der gesamten Customer Journey. Anbieter müssen ihre Prozesse frühzeitig überprüfen – von der Produktkommunikation bis zur Vertragsdokumentation. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Agentic Commerce wird überschätzt. Agentic Banking nicht. URL: https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-wird-uberschatzt-agentic-banking-nicht/ Last updated: 2026-05-14T17:41:17.000Z ## **Das Grundproblem mit Agentic Commerce** Niemand wechselt gern die Reifen. Kaum jemand räumt gern die Spülmaschine aus. Niemand sagt: „Ich gönne mir einen schönen Abend mit meiner Steuererklärung.“ Es gibt einen Grund, warum Menschen unangenehme Aufgaben delegieren: sie sind unangenehm. Banking ist wie ein Reifenwechsel. Rechnungen bezahlen. IBANs abtippen. Prüfen, welche Abos man längst hätte kündigen sollen. Niemand macht das gern. Shopping hingegen ist Belohnung. „Ich kaufe mir was Schönes“ ist ein Gefühl, und das will man selbst erleben. Genau deshalb ist die entscheidende Frage, ob Konsumenten eher sagen: „Kümmere dich, dass meine Finanzen laufen“: oder: „Kauf mir Sneaker.“ Die Antwort fällt eindeutig aus. ## **Was die Daten sagen** Laut Bain & Company sind nur **24 Prozent der Konsumenten** bereit, KI autonom für sich einkaufen zu lassen. Laut JD Power sind es beim autonomen Bezahlen sogar nur **19 Prozent**. Das sind im Moment vier von fünf Menschen, die dem Thema kritisch gegenüberstehen. Bei Verwaltungsaufgaben sieht es anders aus. Wer Rechnungsklärung, Abo-Management oder Ausgabenanalyse an eine KI abgibt, gibt etwas ab, das sowieso lästig war. Kein Kontrollverlust, keine verpasste Belohnung. Nur weniger Ärger. Agentic Commerce ist eine Wette auf veränderte Konsumpsychologie. Agentic Banking ist eine Wette auf etwas, das bereits existiert: den Wunsch, Finanzaufgaben loszuwerden. ## **Was Agentic Banking bedeutet** Der Begriff ist weniger geläufig als Agentic Commerce: zu Unrecht. **Agentic Banking** bezeichnet KI-Agenten, die Finanzaufgaben eigenständig übernehmen: Cashflow-Optimierung, automatische Umschichtung in bessere Zinsprodukte, Erkennung und Kündigung ungenutzter Abos, Vorbereitung von Steuerdaten, Betrugserkennung in Echtzeit, proaktive Warnungen bei ungewöhnlichen Ausgaben. Das sind keine spekulativen Use Cases. Einiges davon passiert bereits: in Ansätzen, unverbunden, zu wenig integriert. Der strukturelle Vorteil von Banken ist dabei entscheidend: **Vertrauen ist bereits da.** Konsumenten geben Banken seit Jahrzehnten Zugriff auf ihre sensibelsten Daten. Den nächsten Schritt: aktiv handeln lassen statt nur informieren: ist kleiner als der Schritt, einer KI die Kreditkarte für autonome Einkäufe zu übergeben. Agentic Banking hat zwei Vorteile gegenüber Agentic Commerce: Vertrauen und die Natur der Aufgabe. Beides zusammen macht es zur robusteren Wette. ## **Was das für Banken bedeuten kann** Die falsche Reaktion wäre, Agentic Commerce zu ignorieren. Protokolle wie Visa TAP und Mastercard Agent Pay werden kommen, Infrastruktur muss bereitstehen. Wer heute keine agent-lesbaren APIs hat, hat morgen ein strukturelles Problem. Die richtige Priorität ist aber eine andere: **Wer die Agentic-Banking-Schicht baut, besitzt eine der wichtigen Kundenschnittstellen der Zukunft.** Wenn eine Bank oder ein Drittanbieter: dem/der Nutzer:in sagt: „Ich übernehme Deine Finanzverwaltung, Du merkst kaum noch, dass Du eine Bank hast“, dann ist das ein Produkt, das Menschen wollen. Nicht weil KI es kann, sondern weil die Aufgabe lästig ist. Banken, die das verstehen, positionieren sich als unsichtbare Infrastruktur für das, was sowieso anfällt. Unternehmen, die auf den Agentic Commerce setzen, kämpfen um einen Markt, bei dem vier von fünf Konsumenten noch nicht mitmachen wollen. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Die Protokolle: Was trotzdem aufgebaut werden muss** Auch wenn Agentic Commerce vielleicht überschätzt wird: die technische Infrastruktur dafür ist nicht optional. Wer sie nicht hat, wenn die Akzeptanzkurve kippt, hat das Rennen verloren. **Google Agent Payments Protocol (AP2)** Gemeinsam mit Accenture und PayPal entwickelt Google eine offene Spezifikation für sichere, regulierungskonforme Transaktionen zwischen Agenten und Händlern. Ziel: ein fragmentiertes Ökosystem verhindern. **Visa Intelligent Commerce & Trusted Agent Protocol** Visa hat bereits Hunderte KI-initiierter Zahlungen über seine Intelligent-Commerce-Plattform abgewickelt. KI-Agenten bekommen tokenisierte, verifizierte Zugangsdaten: analog zu heute tokenisierten Karten. Partner sind unter anderem Adyen, Stripe und Cloudflare. **Mastercard Agent Pay** Im Januar 2026 wickelte Mastercard mit der Santander Bank die erste reguläre Agentic-Payment-Transaktion in einem Bankenumfeld ab. Im April folgte die Expansion nach Hongkong. Agent Pay führt KYA: Know Your Agent als neuen Compliance-Standard ein, analog zu KYC. **Model Context Protocol (MCP) als Bindeglied** Die Mutter aller Protokolle im Agentic AI. Das MCP von Anthropic hat sich als De-facto-Standard für die Verbindung von KI-Agenten mit externen Systemen etabliert: über 6.400 registrierte Server bis Februar 2026\. Wer keinen MCP-Endpunkt anbietet, ist für KI-Agenten schlicht unsichtbar. Kompatibilität zu mindestens zwei der großen Protokolle ist eine strategische Minimalanforderung: nicht für heute, sondern für den Zeitpunkt, an dem die Akzeptanzkurve kippt. ## **Die richtige Reihenfolge** Die Frage ist also nicht: Agentic Commerce oder Agentic Banking? Beides wird kommen. Die Frage ist, womit man anfängt und wo der schnellere Return liegt. Agentic Banking hat heute eine reale Nutzernachfrage. Die Bereitschaft, Finanzaufgaben zu delegieren, ist strukturell höher als die Bereitschaft, Shopping zu delegieren. Wer Agentic Banking jetzt aufbaut, löst ein reales Problem für eine breite Mehrheit. Wer auf Agentic Commerce wartet, bis die Konsumakzeptanz gestiegen ist, hat Zeit. Was Banken jetzt tun können: **Agent-Banking-Features priorisieren:** Cashflow-Coaching, automatische Optimierung, proaktive Anomalieerkennung: Produkte, die Nutzer heute wollen. **API-Infrastruktur agent-ready machen:** MCP-Endpunkte, granulare Consent-Layer, delegierte Autorisierung. Das ist die Grundlage für beides. **Fraud-Modelle für autonome Transaktionen anpassen:** Agentic-Zahlungen haben andere Muster: keine Hesitation-Momente, hohe Frequenz, ungewöhnliche Tageszeiten. Bestehende Modelle müssen mit synthetischen Agent-Transaktionsdaten nachtrainiert werden. Unternehmen, die das verstehen, werden nicht die mit der besten Agentic-Commerce-Integration sein. Sie werden die mit dem besten unsichtbaren Assistenten sein: dem, den Konsumenten gern nutzen, weil er die Arbeit übernimmt, die sie sowieso nicht machen wollten. *Verwandte Artikel auf paymentandbanking.com:* [Was Wero leisten kann – und was nicht](https://paymentandbanking.com/was-wero-leisten-kann-und-was-nicht/) [AI in Finance: Wandert die Kundenschnittstelle im Banking in den Chatbot?](https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-wandert-2026-die-kundenschnittstelle-im-banking-in-den-chatbot/) [FiDA als Gamechanger: Warum Open Finance jetzt ernst wird](https://paymentandbanking.com/fida-als-gamechanger-warum-open-finance-jetzt-ernst-wird/) [EUDI & Payment: Wie Identity zum neuen Vertrauenslayer der digitalen Wirtschaft wird](https://paymentandbanking.com/eudi-payment-wie-identity-zum-neuen-vertrauenslayer-der-digitalen-wirtschaft-wird/) ### Open Banking neu gedacht: Wie Yaxi Bankdaten wieder in Nutzerhand legt URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-neu-gedacht-wie-yaxi-bankdaten-wieder-in-nutzerhand-legt/ Last updated: 2026-05-14T17:41:43.000Z Open Banking ist eigentlich kein neues Thema. In Deutschland reicht die Geschichte von HBCI über FinTS bis zur PSD2\. Trotzdem ist der Zugang zu Bankdaten für viele Entwickler:innen, Unternehmen und Nutzer:innen bis heute alles andere als „open“. Genau darüber sprechen André Bajorat und Maik Klotz in dieser Folge mit Vincent Haupert, Gründer und Geschäftsführer von [Yaxi.](https://yaxi.tech/de/?ref=paymentandbanking.com) Vincent ist vielen in der Branche aus der Sicherheitsforschung bekannt. Schon früh hat er sich mit Mobile Banking, starker Kundenauthentifizierung und Sicherheitsfragen rund um Banking-Apps beschäftigt. Mit Yaxi ist er nun auf die unternehmerische Seite gewechselt und adressiert eine Schwachstelle, die ihn schon länger beschäftigt: Open Banking ist häufig zu kompliziert, zu stark von Drittanbietern geprägt und zu wenig aus Sicht der Nutzer:innen gedacht. Yaxi geht deshalb einen anderen Weg als klassische Open-Banking-Provider. Im Mittelpunkt stehen nicht die Drittanbieter, sondern die Nutzer:innen selbst. Sie rufen ihre Kontodaten ab und entscheiden, welche Informationen sie teilen. Technisch setzt Yaxi dafür auf Confidential Computing. So können Daten authentisch nachgewiesen werden, ohne dass Yaxi selbst Einblick in die Inhalte bekommt. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) Das ist vor allem für Use Cases interessant, bei denen nicht die komplette Transaktionshistorie geteilt werden muss, sondern nur bestimmte Aussagen relevant sind: Gibt es einen regelmäßigen Gehaltseingang? Ist der Kontostand über einem bestimmten Betrag? Stimmt der Name des Kontoinhabers? Gerade für Risk, Identifizierung, Buchhaltung oder neue Banking-Anwendungen entstehen dadurch neue Möglichkeiten. Im Gespräch geht es auch um die regulatorische Einordnung, den Austausch mit der BaFin und die Frage, warum der Zugang zu Open Banking bisher oft so schwer war. Vincent erklärt, warum Yaxi bewusst niedrigschwellig starten will: Entwickler:innen sollen nicht erst Sales-Gespräche führen müssen, sondern direkt loslegen können. Finanziert wurde Yaxi zunächst durch Eigenmittel, Förderung und Business Angels. Inzwischen ist die REINER-Grupppe als strategischer Investor an Bord – ein Partner, der viel Erfahrung in Sicherheit, Banking und Authentifizierung mitbringt. Am Ende bleibt eine zentrale Botschaft: Open Banking ist nicht erledigt. Es fängt gerade erst an, wenn der Zugang einfacher, sicherer und stärker an den Nutzer:innen ausgerichtet wird. ### Open Finance zum Anfassen: Was aus Diskussionen wirklich entsteht URL: https://paymentandbanking.com/open-finance-zum-anfassen-was-aus-diskussionen-wirklich-entsteht/ Last updated: 2026-05-12T18:59:38.000Z Open Finance wird oft diskutiert.Selten wird es konkret. In unserer neuen Folge von „3×3=10“ sprechen wir mit Florian (TechQuartier) und Joris (Deutsche Bank) genau darüber: - Was passiert, wenn man das Thema nicht nur denkt, sondern gemeinsam weiterentwickelt? - Die Antwort: Roundtables, echte Diskussionen und vor allem greifbare Ergebnisse aus echter Zusammenarbeit. - Eine Community, die nicht nur redet, sondern gemeinsam baut ## **Was du aus der Folge mitnimmst** • Warum Open Finance mehr ist als FiDA-Regulatorik • Warum es nicht mehr um einzelne Produkte geht, sondern um das Zusammenspiel von Daten • Welche konkreten Use Cases heute schon denkbar sind • Warum Kooperation zur Voraussetzung wird, nicht zur Option • Und warum das Ganze kein IT-Projekt, sondern ein echter Transformationshebel ist Die Folge bringt das Thema raus aus der Theorie, rein in den aktuellen Stand und die ersten konkreten Umsetzungen. ## **Vom Austausch zum Ergebnis: Die Whitepaper** Aus den gemeinsamen Sessions, Roundtables und Events ist etwas entstanden, das man in der Branche viel zu selten sieht: Strukturierte, gemeinsam erarbeitete Ergebnisse. Die Whitepaper bündeln genau das: • zentrale Erkenntnisse aus den Diskussionen • konkrete Use Cases • strategische Einordnungen für Banken, Versicherungen und Techs Nicht als Theoriepapier. Sondern als Arbeitsgrundlage für das, was jetzt kommt. Die Whitepaper findest du hier: [https://techquartier.com/programs/fida](https://techquartier.com/programs/fida?ref=paymentandbanking.com) ### Wie real ist die Mythos-Gefahr? URL: https://paymentandbanking.com/wie-real-ist-die-mythos-gefahr/ Last updated: 2026-05-11T05:19:58.000Z So richtig grün dürften sich der US-Finanzminister Scott Bessent und der Notenbankchef Jerome Powell nicht sein. Ersterer ist immerhin treuer Trump-Vasall, letzterer liegt mit dem Präsidenten seit Jahren über Kreuz. Aber in diesen Tagen gibt es doch ein Thema, was die beiden Männer zur Kooperation motiviert: Mythos, das neue KI-Modell von Anthropic. Dieses Modell sorgte Anfang des Monats erstmals für Schlagzeilen, als Anthropic verkündete, es erst einmal zurückzuhalten, weil es zu mächtig sei. Das könnte man als branchenübliche Übertreibung abtun, aber anscheinend sehen das unter anderem auch Bessent und Powell so, die einige der wichtigsten Vertreter großer Wall-Street-Banken zusammentrommelten, um über die Gefahr zu sprechen, die für sie von Mythos ausgeht. Aber was ist diese Gefahr eigentlich? Bisher muss man sich dabei auf die Informationen verlassen, die Anthropic herausgibt und die sind spärlich. Die Firma hat berichtet, dass Mythos mit sehr hoher Zuverlässigkeit Sicherheitslücken in Software finde. „Was vielen Leuten Bauchschmerzen bereitet, ist, dass Mythos Sicherheitslücken miteinander in Verbindung setzen kann, um einen sogenannten Exploit zu entwickeln“, sagt Tim Berghoff, Security Evangelist beim Bochumer Cybersicherheitsunternehmen G Data. Über einen Exploit können sich zum Beispiel Kriminelle Zugang zu Systemen von Unternehmen oder Behörden verschaffen. Mythos ist dabei wohl nicht nur besser als menschliche Hacker. Es würde auch Laien ermöglichen, ohne viel Aufwand Sicherheitslücken zu finden. Zusammengefasst: Gerät Mythos in die falschen Hände, wird es vermutlich mehr Cyberkriminelle geben, die auch noch effizienter arbeiten können. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) Stand jetzt will Anthropic das noch verhindern. Im Rahmen des selbst lancierten Projekts „Glasswing“ sollen große Firmen – unter anderem Apple, Google, Palo Alto Networks und Cisco – die Gelegenheit bekommen, Mythos zu nutzen und so Schwachstellen in ihren Systemen zu schließen. So fand Mozilla, die Firma hinter dem Webbrowser Firefox, ganze 271 Lücken in der Software. Nur ausschließen, dass Mythos oder ein vergleichbares Modell irgendwann in die freie Wildbahn gerät, kann niemand. Das dürfte auch Banken vor große Probleme stellen. „Banken-IT ist meist groß, komplex und nicht unbedingt von Schnelligkeit geprägt“, sagt Sabine Weiner, die sich bei der Unternehmensberatung Magpie Projects mit Risiken im Finanzmarkt befasst. Hinzu kommt: Die Institute kaufen in der Regel auch Software von außen, deren Sicherheitslücken sie noch schwerer überblicken können. Diese Einfallstore sind nicht neu, aber sie erscheinen mit einem Mal deutlich problematischer als noch vor wenigen Wochen. Weiner weist noch auf ein weiteres Problem hin, das sich durch Mythos und vergleichbare Produkte für Banken ergeben könnte: „Unternehmen, die zu den Kunden zählen, können ebenfalls Opfer von Angriffen werden, das verändert die Berechnung von Kreditrisiken.“ Was also können Banken tun? Das Ärgerliche für die Institute ist, dass sie in der ganzen Entwicklung nur Zuschauer sind. Ihre Handlungsmöglichkeiten sind begrenzt. Aber ein paar Dinge liegen doch in ihrer Hand. „Sie müssen sich darauf einstellen, in den kommenden Monaten ganz viele Patches einzuspielen“, sagt Weiner. Teilnehmer des Projekts Glasswing werden vermutlich zeitnah viele, teilweise jahrzehntealte Lücken entdecken und dann beheben wollen. Wichtig sei, dass die Banken diese Fix-Zyklen dann beschleunigen und nicht Tage dafür brauchen, wie es heute oft der Fall sei, so Weiner. *PaymentandBanking* hat einige große deutsche Banken angefragt, welche Maßnahmen sie konkret ergreifen. Im Detail äußern wollte sich allerdings niemand. Die Branche ist offensichtlich stark verunsichert. Panik sei aber noch nicht nötig, meint G-Data-Experte Tim Berghoff. „Die Sorgen sind sicher berechtigt, aber der Weltuntergang ist seit dem Aufkommen von KI schon oft herbeigeschrieben worden und noch sind wir hier“, sagt er. Jemand mit schlechten Absichten sollte Mythos natürlich nicht die Hände bekommen. „Aber Anthropic scheint sich dieser Gefahr auch bewusst zu sein.“ Fraglich ist aber, wie lange die US-Firma die Büchse der Pandora geschlossen halten kann. Diese Woche berichtete[ *Bloomberg*](https://www.bloomberg.com/news/articles/2026-04-21/anthropic-s-mythos-model-is-being-accessed-by-unauthorized-users?srnd=homepage-europe&ref=paymentandbanking.com), dass unautorisierte Nutzer Zugriff auf Mythos hatten. Anthropic beschwichtigte zwar, aber die Sorgen der Bankenbranche dürften nicht kleiner werden. --- ## Mythos & Agentic Security: Real-Talk auf der KI Exchange Die Verunsicherung um Anthropics „Mythos“ zeigt: KI ist 2026 kein reines Effizienztool mehr, sondern ein operatives Risiko. Wie reagiert die Banken-IT auf Modelle, die Exploits in Echtzeit schreiben? Auf der **KEX 2026** am 23\. Juni in Hamburg lassen wir die Panikmache hinter uns. Wir diskutieren nicht über Mythen, sondern über die operative Realität: Wie müssen sich Patch-Management und Risiko-Reporting verändern, wenn Modelle potenziell schneller finden als Menschen reparieren können? Tausch dich mit Experten und Fachkollegen darüber aus, wie dein Haus auf diese neue Dynamik reagiert – ohne Panik, aber mit dem nötigen Plan. **Bite into the future of AI.** [**Jetzt Ticket sichern & Sicherheit neu denken**](https://www.ki.exchange/?ref=paymentandbanking.com) ### Brauchen wir mehr britischen Pragmatismus? URL: https://paymentandbanking.com/brauchen-wir-mehr-britischen-pragmatismus/ Last updated: 2026-05-11T05:17:50.000Z Es gibt Konferenzen, zu denen man fährt, weil der Kalender es verlangt. Und es gibt solche, zu denen man fährt, weil man hören will, wie die Zukunft klingt – und was andere Banken so machen. Die MoneyLIVE UK gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Und so stand ich eines frühen Märzmorgens am Frankfurter Flughafen, der Schleuse zwischen Hessen und der Welt, und dachte: Vielleicht brauche ich London, um Frankfurt besser zu verstehen. London empfängt einen nicht mit Zurückhaltung. Die Stadt wirkt wie ein permanenter Entwurf – größer, schneller, lauter als Frankfurt. Und doch, je länger ich dort war, desto klarer wurde mir: London ist Frankfurt gar nicht unähnlich – nur in Groß. Beide Finanzplätze teilen Präzision, Struktur und Pragmatismus. Aber London hat mehr Masse. Mehr Start-ups, mehr Teams, mehr Menschen, die Dinge ausprobieren, bevor sie zu Ende gedacht sind. Frankfurt ist dieselbe Branche – nur dichter gepackt, leiser, fokussierter. Nicht weniger fähig, nur weniger laut. ## **Die MoneyLIVE UK ist ein Brennglas** Die MoneyLIVE UK war dafür ein gutes Brennglas, aber am Ende nur Kulisse: eine große Halle im Business Design Centre in Islington – ein Ort, an dem sich die Branche selbst beim Nachdenken zusieht. Spannender war, was unter der Oberfläche gleich klang – in London wie am Main. Was mir als Erstes auffiel: die Art, wie über Tempo gesprochen wird. In London sitzt in vielen Sätzen ein „now“ oder „asap“, fast wie ein zusätzliches Satzzeichen. „We don’t have time. Like with Agile, where it took years. Now we need prototypes“, sagte jemand, und niemand widersprach. In Frankfurt würde man vermutlich noch zwei Folien zu Risiken und Abhängigkeiten dazwischenschieben. Nicht aus Trägheit, eher aus Gewohnheit. London rennt gerne los, Frankfurt schaut beim Laufen öfter auf die Schuhe. Beide Haltungen haben ihre Berechtigung. Aber sie treffen gerade auf dasselbe Thema: KI. Früher war das eine Folie im „Trends“-Teil, heute ist es eine Zeile in der Roadmap. Banken diskutieren KI nicht mehr als schöne Zukunft, sondern als sehr gegenwärtige Verpflichtung. ## **Auch die britische Finanzwelt steht am Anfang** Und doch stehen viele noch erstaunlich am Anfang. Der Engpass liegt nicht im Modell, sondern in der Wahrhaftigkeit der eigenen Daten: fragmentierte Landschaften, inkonsistente Bestände, die simple Frage, ob ein Kunde an zwei Touchpoints tatsächlich dieselbe Bank erlebt. „Der Engpass bei KI ist nicht das Modell. Der Engpass ist die Wahrheit der Daten darunter“, sagte jemand. Es war einer dieser Sätze, nach denen es kurz still wird. Für Frankfurt ist das eine fast tröstliche Erkenntnis. Denn in dieser stilleren Stadt liegt viel von dem, was KI braucht: Struktur, Governance, Ordentlichkeit. Dinge, über die man selten Keynotes hält, die aber darüber entscheiden, ob aus einem Prototyp jemals ein Produkt wird. Die wirklich interessanten Ideen drehten sich weniger um noch mehr Automatisierung, sondern um Relevanz: Kund\*innen entlang von Lebensereignissen zu begleiten, nicht entlang von Produktkatalogen. Studienabschluss, erster Job, Umzug, Familiengründung, Ruhestand – all das hinterlässt heute Datenspuren. KI, oder AI, wie die Briten sagen, kann daraus Angebote bauen, die sich im besten Fall anfühlen wie ein guter Instinkt, nur eben digital. Mehr Nähe, nicht nur mehr Output. ## **Deutsche Governance kann hilfreich sein** In einem Kaffeegespräch mit einem Produktmanager aus London wurde das plötzlich sehr konkret. Es war kein Schlagabtausch, eher ein neugieriger Abgleich: Wer arbeitet wie, mit welchen Teams, mit welchen Altlasten. Wir stellten fest, dass unsere transformativen Projekte sich erstaunlich ähneln – überall Kernbanken, Datenthemen, Governance, knappe Ressourcen. „Ihr Frankfurter habt vermutlich für alles einen Prozess“, sagte er irgendwann. „Stimmt“, antwortete ich. „Und ihr vermutlich für alles einen Prototypen.“ Er lachte, aber blieb ernst genug, um nachzufragen, wie wir mit Unsicherheit umgehen. Er erzählte, wie seine Bank sich mit viel Tempo durch Unklarheiten hindurcharbeitet. Ich schilderte, wie wir versuchen, erst Struktur in die Dinge zu bringen und dann zu beschleunigen. Am Ende war da weniger die Frage, wer „weiter“ ist, sondern eher die Einsicht: Die Herausforderungen sind dieselben – aber der Blick darauf ist kulturell anders gefärbt. Und genau darin liegt der eigentliche Lernwert solcher Reisen. Als ich wieder am Main ausstieg, fühlte sich Frankfurt vertraut und neu zugleich an. Die große kleine Stadt. Eine Stadt, die nicht alles ins Schaufenster stellt, aber vieles im Lager hat – und das genau richtig macht. Während der Wind vom Fluss kam, dachte ich: Man muss manchmal wegfahren, um zu merken, was hier wirklich vor sich geht. Wenn man bereit ist, genauer hinzusehen. Bisherige Artikel von Joris: [Frankfurter Notizen – Eine Kolumne über die große kleine Stadt am Main](https://paymentandbanking.com/frankfurter-notizen-eine-kolumne-ueber-die-grosse-kleine-stadt-am-main-2/) [Frankfurter Notizen – Eine Kolumne über die große kleine Stadt am Main](https://paymentandbanking.com/frankfurter-notizen-eine-kolumne-ueber-die-grosse-kleine-stadt-am-main/) ### CCD2-Umsetzung fix: Die neuen Spielregeln für die Kreditbranche URL: https://paymentandbanking.com/ccd2-umsetzung-fix-die-neuen-spielregeln-fur-die-kreditbranche/ Last updated: 2026-05-12T19:00:42.000Z Deutschland hat die Kurve gekriegt: Am 17\. April 2026 wurde das Gesetz zur Umsetzung der EU-Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) final verabschiedet. Obwohl Deutschland die ursprüngliche Frist knapp verpasst hat, steht der Stichtag für die Praxis nun felsenfest: Ab dem 20\. November 2026 müssen alle neuen Vorgaben in den IT-Systemen und Prozessen implementiert sein. Im Podcast „Alles Legal“ erklärt Florian Lörsch von Annerton, warum die finale Fassung einige handfeste Überraschungen bereithält. ## **Rechtssicherheit für Kreditkarten** Eine der wichtigsten Klärungen betrifft die sogenannten Chargekarten. Bisher herrschte oft Unsicherheit, ob eine Kreditkarte mit monatlicher Abrechnung bereits als regulierter Verbraucherkredit gilt. Das neue Gesetz schafft hier eine klare Ausnahme: Wenn die Karte von einem Kredit- oder Zahlungsinstitut stammt, das Zahlungsziel 40 Tage nicht überschreitet und keine (oder nur minimale) Zinsen anfallen, greift das strenge Kreditrecht nicht. ## **Die Kehrtwende bei „Buy Now, Pay Later“** Beim Thema Rechnungskauf hat der Gesetzgeber im Vergleich zum ersten Entwurf einen „radikalen Schwenk“ vollzogen. Ursprünglich sollte die bloße Abtretung der Forderung an einen Drittanbieter (wie Klarna oder PayPal) ausreichen, um das volle Kreditrecht auszulösen. Im finalen Text wurde dies entschärft: Die Regulierung greift nun nur noch dann, wenn der Dritte nicht nur die einzelne Forderung kauft, sondern das gesamte Schuldverhältnis übernimmt. Da dies bei klassischen BNPL-Modellen fast nie der Fall ist, bleiben viele Angebote privilegiert. Konkret dürfen große Unternehmen nun Zahlungsziele von bis zu 14 Tagen und KMUs sogar bis zu 50 Tagen anbieten, ohne unter die CCD2 zu fallen. ## **Neue Regelung beim Scoring** Völlig neu ist der § 37a BDSG, der den Datenschutz beim Scoring ändert. Dies ist keine direkte Folge der CCD2, sondern eine Reaktion auf aktuelle EuGH-Urteile. ## **Der Dispo wird genauer geprüft** Auch beim Dispositionskredit gibt es eine subtile, aber folgenreiche Klarstellung in der Regierungsbegründung. Da Kunden künftig das Recht haben, einen gekündigten Dispo in zwölf Monatsraten zurückzuzahlen , muss die Bank bereits bei der Einräumung prüfen, ob der Kunde dies aus seinen „freien Mitteln“ leisten könnte. In der Praxis bedeutet das: Die reine Betrachtung des Einkommens reicht nicht mehr aus; Banken müssen künftig auch die Ausgabenseite der Kunden systematischer erfassen. Fazit: Die Zeit der „frommen Wünsche“ nach Fristverlängerungen ist vorbei. Unternehmen müssen jetzt ihre IT-Strecken und Clickstrecken anpassen, da die Zeit bis November 2026 für komplexe Projekte äußerst knapp ist. ### DeFi muss endlich die Haftungsfrage klären URL: https://paymentandbanking.com/defi-muss-endlich-die-haftungsfrage-klaren/ Last updated: 2026-05-11T05:14:38.000Z Bevor wir über Aave reden, eine kurze Einordnung. DeFi steht für **Decentralized Finance (DeFi)**, also dezentrale Finanzgeschäfte. Gemeint sind damit Dienstleistungen wie Sparen, Kreditvergabe oder Geldtausch, die ohne Bank auskommen. An die Stelle der Bank tritt eine Software, die auf einer Blockchain läuft, öffentlich einsehbar ist und sich weitgehend selbstständig ausführt. Wer einzahlen oder sich etwas leihen möchte, interagiert nicht mit einem Kundenberater, sondern mit einem Programm. Das Versprechen ist groß: Finanzdienstleistungen auf Basis einer vollständig neuartigen Infrastruktur. Kein Schalter, keine Öffnungszeiten, keine geografische Beschränkung, in der Theorie effizienter, transparenter und globaler als das klassische Bankensystem. Wer ein Smartphone und Internet hat, kann überall auf der Welt teilnehmen und das rund um die Uhr. So weit die Theorie. In der Praxis lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Und Aave V4, vorgestellt Ende März auf der Ethereum-Entwicklerkonferenz EthCC\[9\] in Cannes, ist dafür ein ausgezeichnetes Beispiel. ## **Was ist Aave V4?** Aave ist eines der größten DeFi-Projekte überhaupt. Man kann es sich als Software-Version einer Bank vorstellen, die nur eines macht: Kredite vermitteln. Nutzer zahlen Kryptowährungen oder andere digitale Werte in einen Topf ein, andere Nutzer leihen sich daraus etwas, wenn sie ausreichend Sicherheiten hinterlegen. Die Zinsen der Entleiher fließen an die Einzahler. Über 24 Milliarden Dollar an Nutzergeldern liegen aktuell in dem System – das entspricht etwa der Bilanzsumme einer mittelgroßen deutschen Privatbank. Version 4 ist, rein technisch gesehen, ein bemerkenswertes Stück Software. Das Protokoll wurde umgebaut, damit es auch für institutionelle Investoren und neue Produktarten geeignet ist. Die Partner, die zum Start mit an Bord sind, lesen sich wie ein Who-is-Who der Branche. Das ist kein Hobbyprojekt mehr, das ist Finanzinfrastruktur in einer ernstzunehmenden Größenordnung.Und genau deshalb ist es so wichtig, die Frage zu stellen, die in der Launch-Euphorie oft untergeht: Was passiert, wenn etwas schiefläuft – und wer haftet dann? [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Die eigentliche Geschichte spielte sich hinter den Kulissen ab** Das Spannendste rund um Aave V4 fand nicht auf der Bühne in Cannes statt, sondern in den Wochen davor, in den Diskussionsforen des Projekts. Im Februar kündigte das Entwicklerteam, das Aave technisch maßgeblich betreut hatte, seinen Rückzug an. Grund: Meinungsverschiedenheiten über die strategische Ausrichtung des Projekts. Wenige Wochen später zog sich eine der einflussreichsten Stimmen in der Selbstverwaltung des Protokolls zurück. Und kurz nach dem Launch folgte dann noch das Team, das drei Jahre lang das Risikomanagement verantwortet hatte – also ausgerechnet die Funktion, die in einer Bank die Kreditrisikosteuerung übernimmt. Drei zentrale Mitwirkende in zwei Monaten weg und trotzdem ging der Launch von V4 planmäßig über die Bühne. Inin Cannes wurde gefeiert. In jeder traditionellen Bank wäre ein solcher Vorgang ein Erdbeben. Wenn der Technikchef mit seinem gesamten Team kündigt, weil er die Produktstrategie nicht mehr mittragen kann, tagt der Aufsichtsrat, die Wirtschaftsprüfer fragen nach, und beim nächsten Gespräch mit der BaFin steht das Thema ganz oben auf der Agenda. Im DeFi-Bereich? Ein Tweet, ein Forum-Beitrag, weiter geht’s. Das ist nicht automatisch falsch. Aber es wirft Fragen auf. ## **DeFi ist technisch faszinierend – das war nie der Punkt** Versteht mich nicht falsch: Was Aave und andere DeFi-Projekte technisch hinbekommen, ist beeindruckend. Kreditvergabe ohne Bankschalter. Sicherheiten, die in Sekundenbruchteilen automatisch verwertet werden, wenn ein Kredit notleidend wird – ein Vorgang, der in der traditionellen Welt Wochen dauern kann. Eine Architektur, bei der Menschen weltweit direkt miteinander Geschäfte machen, ohne dass eine Bank dazwischengeschaltet sein muss. Das ist echte ökonomische Innovation, keine bloß digitalisierte Version des Bestehenden. Wer das anders sieht, hat sich nicht intensiv genug damit beschäftigt. Das Problem ist nur: Technische Eleganz löst keine juristischen Fragen. Und je mehr Kapital in diese Systeme fließt, desto dringender werden diese Fragen. ## **Ein konkretes Beispiel und seine Probleme** Stellen wir uns vor: Der Finanzchef eines mittelständischen deutschen Unternehmens legt fünf Millionen Euro bei Aave an, um eine ordentliche Rendite zu erwirtschaften. Sechs Monate später kommt es zu einem Softwarefehler. Die Position wird falsch verwertet, das Geld ist weg.Wen verklagt dieser Finanzchef? Aave selbst ist keine greifbare Rechtsperson, jedenfalls nicht in einer Form, die in Frankfurt vor das Landgericht gebracht werden könnte. Das Entwicklerteam? Hat sich vor dem Launch zurückgezogen. Die Partner, deren Produkte in Aave integriert sind? Nur vielleicht, und nur wenn sie überhaupt eine identifizierbare juristische Person haben. Den externen Preisdatendienst, der dem Protokoll die Marktpreise liefert? Der schließt in seinen AGB jede Haftung aus. Das ist kein theoretisches Problem. Es ist die Realität, mit der jeder Unternehmens-Treasurer, jeder Vermögensverwalter und jeder institutionelle Investor konfrontiert ist, sobald er sich DeFi ernsthaft anschaut. ## **Was DeFi wirklich braucht – und was nicht** In der aktuellen Debatte wird oft so getan, als bräuchte DeFi die volle Wucht der Finanzmarktregulierung: MiCAR, MiFID, BaFin-Lizenz, das ganze Programm. Das halte ich für den falschen Weg. DeFi ist kein Kreditinstitut im klassischen Sinne. Es nimmt keine Einlagen im aufsichtsrechtlichen Sinne entgegen, es hat keine Bilanz, die nach internationalen Standards geprüft werden müsste. Die Versuche, solche Protokolle in das Korsett der Bankenregulierung zu zwängen, sind in meinen Augen nicht zielführend. Was DeFi dringend braucht, ist etwas viel Grundlegenderes: zivilrechtliche Klarheit. Die Frage ist im Kern ganz einfach:*Wer haftet, wenn etwas schiefgeht?* Welche juristische Person trägt die Verantwortung für den Code, für die Grundsatzentscheidungen, für die Auswahl der Partner, deren Produkte eingebunden werden? Wer kann verklagt werden, wenn die Software anders funktioniert, als die Dokumentation vermuten ließ? Welche Sorgfaltspflichten gelten für diejenigen, die in den dezentralen Abstimmungen über Hunderte Millionen an Nutzergeldern entscheiden? Diese Fragen sind beantwortbar. Sie sind nicht einmal besonders schwer. Eine Stiftung oder eine GmbH als juristischer Träger des Protokolls. Klare vertragliche Regeln zwischen den einzelnen Bausteinen. Eine Haftpflichtversicherung für besonders einflussreiche Stimmen in der Selbstverwaltung. All das lässt sich mit dem bestehenden Zivilrecht abbilden, ohne dass man eine einzige neue Sondernorm für Krypto-Geschäfte schaffen müsste. ## **Der Lackmustest** Aave V4 ist deshalb so ein interessanter Testfall. Das Protokoll ist technisch auf dem neuesten Stand. Die Partner sind erstklassig. Die Summe des investierten Kapitals spricht für sich. Aber die Governance-Krise, die den Launch begleitet hat, zeigt eine offene Wunde: Wenn sich das Team zerstreitet, wenn zentrale Mitwirkende aussteigen, wenn Vertrauen verloren geht, dann steht ein Anleger, der dort Geld liegen hat, ohne klaren Ansprechpartner da. Er kann den Token-Preis verfolgen, der in den letzten zwölf Monaten um rund 40 Prozent gefallen ist. Er kann hoffen, dass die nächsten Entscheidungen die richtigen sein werden. Aber er kann niemanden in Haftung nehmen. ## **Der Weg nach vorne** Das ist kein Argument gegen DeFi. Im Gegenteil: Es ist ein Argument dafür, dass DeFi seinen nächsten Reifegrad erreichen muss, wenn es sein Versprechen einlösen will, eine echte Alternative zu Banken zu sein. Banken haben nicht nur Bilanzen und Eigenkapital. Sie haben auch Adressen, an denen man Klagen zustellen kann. Das ist nicht das spannendste Feature einer Bank – aber eines der wichtigsten. Es ist der Grund, warum überhaupt jemand bereit ist, ihr sein Geld anzuvertrauen. DeFi kann sehr groß werden. Es kann substanzielle Teile des Kreditgeschäfts von den Banken übernehmen. Es kann effizienter, transparenter und globaler sein als alles, was wir in den letzten hundert Jahren an Finanzinfrastruktur gebaut haben. Aber dafür muss eine Frage beantwortet sein: *Wenn alles schiefgeht – wen verklage ich, und vor welchem Gericht?* Solange diese Frage offen ist, bleiben Aave V4 und die anderen spannenden DeFi-Projekte ein faszinierendes Experiment für Menschen, die das Risiko verstehen und bewusst eingehen wollen. Sobald sie beantwortet ist, kann daraus ernsthafte Konkurrenz für die Sparkasse um die Ecke werden. Der Weg dorthin führt nicht über mehr MiCAR. Er führt über etwas viel Älteres und viel Unspektakuläreres: das gute alte BGB. ### Mythos, Revolut AIR und die neue KI-Weltordnung im Banking URL: https://paymentandbanking.com/mythos-revolut-air-und-die-neue-ki-weltordnung-im-banking/ Last updated: 2026-05-12T19:01:41.000Z ## **Mythos von Anthropic: Wenn KI plötzlich selbst angreift** Mythos von Anthropic ist ein Thema, das selbst erfahrene Tech-Insider nervös macht: Ein Modell, das nicht nur analysiert, sondern eigenständig komplexe Cyberangriffe simulieren kann. Was daran wirklich hängen bleibt: Es geht nicht mehr um einzelne Sicherheitslücken. Mythos kombiniert Schwachstellen, priorisiert sie und arbeitet sich Schritt für Schritt durch Systeme, wie ein Top-Hacker, nur schneller. In Tests erreicht das Modell Erfolgsraten auf Expertenniveau und kann komplette Angriffsketten autonom durchführen . Die eigentliche Diskussion dreht sich aber nicht um die Technik, sondern um die Konsequenzen. Wenn jede Schwachstelle gefunden werden kann, verschiebt sich das Spiel. Nicht mehr das Finden ist entscheidend, sondern wie schnell Unternehmen reagieren. Cybersecurity wird damit zur Echtzeit-Disziplin. Gleichzeitig zeigt sich der klassische Dual-Use-Effekt: Was Angriffe perfektioniert, kann auch Verteidigung revolutionieren. Dauerhafte, KI-gestützte Penetrationstests könnten zum neuen Standard werden. Vorausgesetzt, Unternehmen nutzen diese Möglichkeiten auch. ## **Banking wird zum Gespräch: Revolut und der AI-CFO** Während im Hintergrund über Sicherheit diskutiert wird, verändert sich im Vordergrund die Nutzererfahrung radikal. Revolut bringt mit AIR einen KI-Assistenten an den Start, der Banking neu denkt. Die Idee ist simpel, aber mächtig: Statt Apps zu bedienen, spricht man mit seiner Bank. Ob Karte sperren, Ausgaben analysieren oder finanzielle Entscheidungen treffen – alles läuft über natürliche Sprache. Banking wird zum Dialog. Parallel zeigt die Übernahme des Startups Hiro durch OpenAI, wohin die Reise geht: der persönliche KI-CFO. Systeme, die Einnahmen, Ausgaben und Ziele verstehen und daraus konkrete Handlungsempfehlungen ableiten. Das Spannende: Die Schnittstelle verschiebt sich. Nicht mehr die Bank-App ist der zentrale Ort, sondern der Chat. Für Banken bedeutet das eine strategische Zäsur. Wer nicht in diesen neuen Interfaces stattfindet, verliert den direkten Zugang zum Kunden. ## **KI, Macht und Energie: Die größere Debatte dahinter** Neben Produktfeatures wird die Diskussion plötzlich grundsätzlicher. Sam Altman skizziert eine Zukunft, in der KI nicht nur Arbeit verändert, sondern ganze Gesellschaftsmodelle. Vier-Tage-Woche, Grundeinkommen, neue Verteilung von Wertschöpfung – das ist keine Sci-Fi mehr, sondern wird ernsthaft durchdacht. Gleichzeitig entstehen Gegenbewegungen wie Pause AI, die vor Kontrollverlust warnen und eine Verlangsamung fordern. Die Spannbreite reicht von Euphorie bis Existenzangst. Und dann ist da noch ein oft unterschätztes Thema: Energie. Der steigende Token-Verbrauch (intern bereits ein KPI bei Tech-Unternehmen) zeigt, wie massiv der Ressourcenbedarf wächst. KI ist nicht nur Software, sondern Infrastruktur, mit realen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Tools** - Alibaba Page Agent: https://alibaba.github.io/page-agent/ ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Kooperationen 2025: Trading und Krypto kommen bei den Banken an URL: https://paymentandbanking.com/kooperationen-2025-trading-und-krypto-kommen-bei-den-banken-an/ Last updated: 2026-04-23T12:44:28.000Z Seit 2020 tracken wir, wie die Zusammenarbeit zwischen in Deutschland tätigen Banken und Fintechs aussieht und welche neuen Trends sich dabei abzeichnen. Für das Jahr 2025 konnten wir 26 neue Kooperationen zwischen 22 Banken und 21 Fintechs identifizieren. Die Auswertung zeigt, dass das Thema Trading, Investment und Krypto sowie Digital Assets eine zunehmende Rolle für die Banken spielt: Rund ein Viertel der Fintechs, mit denen Banken im vergangenen Jahr Kooperationen angekündigt haben, sind in diesen Bereichen tätig. Auch Wealthtechs sind als Partner beliebt. Hier gab es insgesamt fünf Kooperationen mit vier verschiedenen Fintechs. Im Payment-Bereich stechen vor allem die vier neuen Partner für Wero hervor. Vereinzelte Kooperationen gab es auch im Bereich Kredit, Finanzbildung, Portfolio Tracking sowie Risk und Rating. 14 der Start-ups haben ihren Hauptsitz in Deutschland, mit Mondu und Investify Tech sind auch ein deutsch-niederländisches und ein deutsch-luxemburgerisches Unternehmen dabei. Die weiteren Fintech, mit denen 2025 kooperiert wurde, kommen aus Österreich, Belgien, der Schweiz, Singapur und Slowenien. ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/04/Kooperationen-Banken-Fintechs-2020-2025.jpg) ### [Die Datei kannst du hier hochauflösend downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfhQ%5FX0m6TPLazSs9dqaSC1nki0D9QTMlxUwNyL5KdfGCykRQ/viewform?usp=publish-editor&ref=paymentandbanking.com) ## **Trading, Investment, Krypto und Digital Assets: Der neue heiße Scheiß** Upvest, ein Infrastrukturanbieter für Investmentdienstleistungen, hat im vergangenen Jahr gleich zwei neue Partner gewonnen: Die DKB und die Santander-Tochter Openbank haben die Investment-API des Fintechs in ihre Wertpapierhandelsplattformen integriert. Das deutsch-luxemburgische Start-up Investify Tech hat derweil die App „BW Vermögen“ für die Vermögensverwaltungsangebot der LBBW-Tochter BW-Bank entwickelt. Im Jahr 2023 gab es schon einmal eine Zusammenarbeit bei der App „BW-Bank ON“. Im Kryptobereich gab es gleich mehrere neue Kooperationen. Die Commerzbank hat sich strategisch an Nxt Assets beteiligt. Die zweitgrößte deutsche Privatbank ist nun der zweite Verwahrpartner für das Joint-Venture der Deutschen Börse-Tochter 360T, Vontobel, Bergos, Interactive Brokers, der Börsenmedien AG und Flatex Degiro. Außerdem kündigten sie eine Zusammenarbeit im Bereich der institutionellen Verwahrung von Kryptowerten an. Bison, die Krypto-Plattform der Börse Stuttgart Digital, hat mit der Deutschen Bank ebenfalls einen zweiten Verwahrpartner für sich gewonnen. Außerdem macht die Börse Stuttgart Digital gemeinsame Sache mit dem slowenischen Broker Ilirika. Die Kunden des Brokers haben nun Zugang zu Kryptowährungen, Handel und Verwahrung durch die Börse Stuttgart Digital. Ziel der Kooperation ist es, den Zugang zu Krypto-Dienstleistungen in ganz Europa auszuweiten. Cashlink, ein Infrastruktur-Anbieter für tokenisierte Wertpapiere, hat die NRW.Bank im Juli des vergangenen Jahres als Kryptowertpapierregisterführer bei ihrer ersten blockchain-basierten Emission einer Anleihe begleitet. Nicht ganz neu dagegen ist die Kooperation zwischen der Baader Bank und Tangany: Schon seit 2022 ist Tangany der Kryptoverwahrdienstleister der Bank. Im vergangenen Jahr hat sich die Baader Bank jedoch an dem Fintech beteiligt und kündigte an, den gemeinsamen Kryptohandel auszubauen. ## **Savings und Wealthtech: Zinsplattform Raisin mit zwei neuen Partnern** Raisin hat mit Morgan Stanley und Standard Chartered seit vergangenem Jahr zwei neue Partner, die beide Festgeldprodukte auf der Zinsplattform anbieten. Die Crowdinvesting-Plattform Wiwin und Sachwert Invest, eine Tochter der Sparkasse Bremen, machen ebenfalls gemeinsame Sache: Während Sachwert Invest ausgewählte Crowdinvestings von Wiwin auf ihrer Plattform einbindet, präsentiert Wiwin künftig auch Projekte von Sachwert Invest bei sich. Die Sparkassen-Tochter hat Wiwin unter anderem wegen ihres Fokus auf Nachhaltigkeit ausgewählt. Ihr eigenes Portfolio an Sachwerten entspricht ebenfalls vorrangig ESG-Kriterien. Eine etwas ungewöhnliche Kooperation gab es im Bereich Private Markets: Seit Mai 2025 ermöglicht die Volksbank Lahr ihren Kunden Zugang zu den Private Market Angeboten des Wealthtech Nao. Sie ist damit nach eigenen Angaben die erste Genossenschaftsbank, die solche Angebote integriert hat. ## **Payment: Wero startet durch** Im vergangenen Jahr konnte die Bezahllösung Wero hierzulande vier neue Bankpartner gewinnen, darunter die GLS Bank, die ING Deutschland und Revolut. Auch die Deutsche Bank bietet seit Ende 2025 alle Wero-Funktionen an, wobei die Tochtergesellschaft Postbank schon seit 2024 dabei ist. Die Deutsche Bank hat im vergangenen Jahr außerdem eine seit 2019 bestehende Kooperation mit Ant International aus Singapur vertieft. Zum einen nutzt die Deutsche Bank die blockchain-basierte Plattform des Fintechs, um Geldtransfers innerhalb des eigenen Konzerns in Echtzeit abzuwickeln. Zum anderen entwickeln die Unternehmen gemeinsam Lösungen für tokenisierte Einlagen und Stablecoins, um internationale Zahlungen zu vereinfachen. Die Deutsche Bank hilft außerdem der Ant International-Tochter WorldFirst bei Lastschrift, Auslandszahlungen und Währungsumtausch. Die im vergangenen Jahr neu gestartete Digitalbank BBVA Deutschland ermöglicht ihren Kunden seit Oktober, an Einzelhandelskassen Bargeld auf ihr Konto einzuzahlen. Der Partner hierfür ist Paysafe mit ihrer Lösung „Bargeld via App“. Der BNPL-Anbieter Mondu konnte sich im vergangenen Jahr nicht nur über eine Finanzspritze von JP Morgan Payments freuen, sondern ist auch dem Partnernetzwerk der Amerikaner beigetreten. Das ermöglicht dem Fintech Zugang zu rund 80 Unternehmen. ## **Kredit: Ärzte als Zielgruppe** Im Kreditbereich gab es im vergangenen Jahr drei neue Kooperationen. Zwei davon haben Ärzte als Zielgruppe. Das Schweizer Kredit-Fintech Teylor hat gemeinsam mit der LBBW ein digitales Finanzierungsportal für niedergelassene Ärzte und andere Heilberufe aufgebaut. Das Portal ist Teil des Internetauftritts der zur LBBW gehörenden BW-Bank. Die genossenschaftliche VVRB finanziert die Praxis-Direktkredite des Start-ups Fleming, das sich auf Banken- und Finanzdienstleistungen für das Gesundheitswesen spezialisiert hat. Pro Jahr soll ein Kreditvolumen von bis zu 40 Millionen Euro ausgereicht werden. Banxware und die Unicredit-Tochter Hypovereinsbank haben im vergangenen Jahr ein gemeinsames Kreditangebot für kleine und mittlere Unternehmen eingeführt. Mithilfe der Unicredit konnte das Start-up außerdem ihr Geschäftsmodell umstellen: Vorher hat das Start-up für die Kredite selbst Eigenkapital hinterlegt, nun übernimmt die italienische Bank 100 Prozent des Kreditbuchs, das durch die Plattformpartnerschaften des Lending-as-a-Service-Anbieters entstanden ist. Darüber hinaus hat sich die Unicredit auch mit 10 Millionen Euro an Banxware beteiligt. ## **Weitere Kooperationen: Finanzbildung, Portfolio Tracking und Risk** Die Berliner Volksbank arbeitet seit September mit Beatvest zusammen, einem Start-up für digitale Finanzbildung zu Geldanlage und Vorsorge. In einem einjährigen Pilotprojekt erhalten die Kunden der Berliner Volksbank einen Monat lang kostenlosen Zugang zur Beatvest-App. Die ersten 100 Nutzer mit 100 Lernpunkten erhalten einen dauerhaften Zugang. Die PSD Bank Braunschweig nutzte die White-Label-Lösung von Finstep, um eine Finanzbildungsplattform für junge Menschen in der Region aufzubauen. Finstep wurde mittlerweile von Bling übernommen. Seit Juli 2025 können Teilnehmer am Investing-Programm der ING Deutschland den Portfolio Tracker Parqet kostenlos nutzen. Sie müssen mindestens 6 Trades innerhalb von drei Monaten tätigen, um drei Gratismonate freizuschalten. Sie können den Gratis-Zugang verlängern, wenn sie die Bedingungen erneut erfüllen. Die Westend Bank hat sich strategisch an Risiq beteiligt, einem Anbieter einer KI-basierten Risiko- und ESG-Analyseplattform. Gemeinsam bieten sie anderen Finanzinstituten ein System zur Risikoidentifikation und -steuerung an. *Wir haben eine Kooperation vergessen? Wir freuen uns auf Hinweise aus der Community per Mail an* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ![](https://vg01.met.vgwort.de/na/3338e93c3d6a413dba16b65490449a08) ### SAP Fioneer: Wie aus dem „Favela-Banking“ eine moderne Plattform wird URL: https://paymentandbanking.com/sap-fioneer-wie-aus-dem-favela-banking-eine-moderne-plattform-wird/ Last updated: 2026-05-12T19:02:39.000Z Der Fintech-Markt ist in Bewegung, doch während sich viele Startups auf das Frontend konzentrieren, brodelt es im Maschinenraum der Banken. Marko Wenthin, ein Urgestein der Branche und Mitgründer der Solarisbank, hat eine neue Mission: Er ist nun bei SAP Fioneer an Bord, um etablierten Finanzinstituten den Weg aus veralteten IT-Strukturen zu weisen. Auch wenn Wenthin insbesondere im Banken-Umfeld unterwegs ist, ist SAP Fioneer deutlich breiter aufgestellt: Das Unternehmen unterstützt Finanzinstitute mit einer durchgängigen End-to-End-Plattform für Banking, Lending, Insurance und Finance. Zentraler Gedanke dabei ist eine modulare, aber konsistente Architektur mit einem einheitlichen Datenmodell, die technologische Modernisierung, regulatorische Sicherheit und den Einsatz von KI gleichermaßen ermöglicht. ## Was ist SAP Fioneer eigentlich? Entstanden im Jahr 2021 als Joint Venture zwischen der SAP und einem Private-Equity-Partner, bündelt SAP Fioneer die Branchenexpertise in Banking, Lending, Insurance und Finance. Das Ziel: Die speziellen Anforderungen der Finanzwelt – die eine branchenunabhängige Standard-Software oft überfordern – in einer dedizierten Einheit zu lösen. Heute vertrauen weltweit bereits über 1.200 Finanzinstitute auf diese Technologie, um hochregulierte Finanzprozesse zu modernisieren, Systemlandschaften zu vereinfachen und zukunftsfähige Geschäftsmodelle umzusetzen. ## **Das Ende der „Favela-Architektur“** Marko Wenthin nutzt im Podcast ein treffendes Bild: Viele gewachsene Banken-IT-Strukturen gleichen eher einer Favela als einer geplanten Stadtlandschaft. Über Jahrzehnte wurden Systeme übereinander geschichtet, weil sich niemand an den harten Kern (oft noch in COBOL programmiert) herantraute. „Die Architektur sieht oft aus wie eine Favela. Warum? Weil sich über viele Jahre niemand getraut hat, an den Kern heranzugehen.“ — *Marko Wenthin* Doch diese Ära geht zu Ende. Der Druck durch Neobanken wie Revolut oder N26 und neue regulatorische Anforderungen (DORA) zwingen Banken zum Handeln. SAP Fioneer setzt hier auf Modularisierung statt „Big Bang“. Anstatt das gesamte System über Nacht abzuschalten, können Banken einzelne Salami-Taktiken anwenden und Module sukzessive in die Cloud oder auf moderne On-Premise-Strukturen umziehen. ## **KI und die Macht der Daten** Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Künstliche Intelligenz. Wenthin stellt klar: KI ist kein Zaubermittel, das auf schlechten Daten funktioniert. Der Erfolg von KI-Anwendungen im Banking hängt direkt von der Datenqualität im Kern ab. Nur wer Echtzeit-Verarbeitung und saubere Strukturen im Core hat, kann Funktionen wie *Behavioral Banking* oder automatisierte Regulatorik-Reportings sinnvoll nutzen. ## **Die Zukunft: Digitaler Euro und EU-Souveränität** Neben der Cloud-Transformation rücken Themen wie die europäische Datensouveränität in den Fokus. In einer Welt, die von US-amerikanischen Hyperscalern dominiert wird, bietet SAP Fioneer technologische Agnostik. Ob On-Premise im eigenen Keller oder in der Cloud – die Bank behält die Kontrolle. Besonders spannend wird es beim digitalen Euro. Hier entstehen völlig neue Infrastrukturen, die tief in die horizontalen Prozesse einer Bank eingreifen. SAP Fioneer positioniert sich hier als Partner, der diese „dicke Bestie“ der Implementierung gemeinsam mit den Instituten bändigt. **Fazit:** Der Wechsel von Marko Wenthin zu SAP Fioneer markiert einen Trend: Es geht nicht mehr nur um den Verkauf von Software-Lizenzen, sondern um die langfristige Begleitung der Transformation. In einem Markt, der zu zwei Dritteln von geschlossenen Systemen (Sparkassen/Volksbanken) dominiert wird, bietet sich für den Rest des Marktes nun eine Chance auf echte technologische Augenhöhe mit den Fintechs. ### Was Bling mit seinem P2P-Vorstoß bezweckt URL: https://paymentandbanking.com/was-bling-mit-seinem-p2p-vorstoss-bezweckt/ Last updated: 2026-04-19T17:33:22.000Z Das selbsterklärte „Familien-Fintech“ Bling bastelt weiter daran, zu einer All-in-One-Plattform für alle Finanzfragen zu werden, die sich Kinder und Jugendliche so stellen. Taschengeld, Kartenzahlung, Handytarife, Finanzbildung: Das Unternehmen von Gründer Nils Feigenwinter hat die Produktpalette zuletzt stark erweitert. Gerade erst kamen P2P-Zahlungen hinzu, ein Angebot, das Feigenwinter selbst im Gespräch mit *Payment & Banking* als „strategisch relevant“ beschreibt. Und tatsächlich ist es etwas absurd, dass es ein solches Angebot bis dato nicht gab. Kinder und Jugendliche zahlen sich gerade untereinander zumeist nur Kleckerbeträge, hier mal für ein Eis, da mal für den gemeinsamen Kinobesuch. Jedes Mal eine IBAN einzugeben, das ist aufwendig. Aber bequeme P2P-Zahlungsdienste wie PayPal oder Wero stehen Minderjährigen meist nicht offen. Bling will genau diese Lücke nun füllen „Wir schaffen hier einen sicheren Rahmen, der beides vereint: Die Selbstständigkeit von Jugendlichen durch intuitive, moderne Zahlungslösungen zu fördern und gleichzeitig den nötigen Schutz durch die Eltern zu gewährleisten”, sagt Feigenwinter. ## **Rechtssicherheit statt riskanter PayPal-Trick** In Deutschland gibt es keine spezielle Regulierung für P2P-Überweisungen unter Minderjährigen, maßgeblich sind vielmehr allgemeine Regeln des Zivilrechts. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch sind Jugendliche nur beschränkt geschäftsfähig; Transaktionen benötigen daher meist die Zustimmung der Eltern. Eine Ausnahme bildet der sogenannte Taschengeldparagraph, der kleinere Zahlungen erlaubt. Das klingt eigentlich wie gemacht für P2P-Zahlungen. In der Praxis setzen Banken und Anbieter aber oft zusätzliche Altersgrenzen (meist 18 Jahre) und Kontrollen durch, wodurch rechtliche Möglichkeiten oft eingeschränkt werden. Hier will das Berliner Start-up mit einer rechtssicheren Variante die Lücke schließen. Denn in der Dienstwelt der Firma haben die Eltern grundsätzlich den Durchgriff auf die Finanzaktivitäten ihrer Kinder, zukünftig auch auf die P2P-Zahlungen. Ein solches Angebot gab es bisher schlicht und einfach nicht, stattdessen nutzten Jugendliche Lücken bei etablierten Anbietern aus, wie auch David Riechmann, Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht bei der Verbraucherzentrale NRW, betont. „Wir haben immer wieder Fälle von Minderjährigen, die sich bei PayPal ein Konto mit falschem Geburtsdatum zulegen“, sagt er. Dabei nutzen sie eine Lücke aus: Der US-Anbieter ging in diesen Fällen davon aus, dass die laut eigener AGB notwendige Volljährigkeit bereits durch die Eröffnung des verknüpften Girokontos gewährleistet ist. Allerdings bieten viele deutsche Banken Kinder- und Jugendkonten an. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Wird Bling zum Whitelabel-Anbieter?** Abseits dessen hält Riechmann die Einführung von P2P-Zahlungen für Jugendliche gar nicht für die große Revolution. „Grundsätzlich ist das nicht so anders als eine Überweisung“, sagt er. Die können viele Kinder bereits heute tätigen. Ob das Kind dafür bereit ist? Dass festzustellen, sei letztendlich Aufgabe der Eltern. „Ein Siebenjähriger in der ersten Klasse braucht das eher nicht, aber ein 15-Jähriger, der mit seinen Freunden mal zum Fast-Food-Restaurant geht, vielleicht schon.“ Für Bling-Chef Feigenwinter ist das P2P-Angebot in jedem Fall ein weiterer Baustein, um Kinder langfristig an sich zu binden. Erste Zahlen würden auch zeigen, dass das Angebot angenommen werde. „Eine hohe zweistellige Prozentzahl unserer Kunden haben es schon einmal genutzt“, sagt er. Und Feigenwinter denkt schon weiter: Da andere P2P-Anbieter das Segment der Minderjährigen bisher nicht abdecken, könnte man mit ihnen kooperieren. „Ich könnte mir zum Beispiel sehr gut vorstellen, mit Wero zusammenzuarbeiten“, sagt er. ### Vibecoding: Wie ein Prompt die Softwareentwicklung verändert URL: https://paymentandbanking.com/vibecoding-wie-ein-prompt-die-softwareentwicklung-verandert/ Last updated: 2026-04-19T17:30:10.000Z Einen nicht unerheblichen Teil meiner Arbeit verbringe ich damit, Produktstrategie zu denken und in Folien zu kleben. So funktioniert ein großer Teil von Realität in unserer Branche: Idee, Storyline, Oberfläche, Kundenschnittstelle. Erst einmal als Folie, viele Folien. Mit KI habe ich jetzt aber plötzlich den Infinity-Stein gefunden. Denn ich muss Produktideen nicht mehr nur visualisieren, sondern kann sie mit Vibecoding in kürzester Zeit auf die Straße bringen. Genau darin liegt die eigentliche Wucht: Zwischen strategischem Denken und funktionierender App liegt auf einmal fast keine Übersetzung mehr. Kurz: Softwareentwicklung, wie wir sie kennen, ist nicht tot. Aber sie hat sich radikal gewandelt. Und mit ihr die Frage, wem in Zukunft eigentlich die Kundenschnittstelle gehört. ## **Was ist Vibecoding?** Der Begriff stammt von Andrej Karpathy, einem der bekanntesten KI-Forscher und Mitgründer von OpenAI. Im Februar 2025 beschrieb er in einem Tweet eine neue Art des Programmierens: Er gebe der KI vor, was entstehen soll, akzeptiere den generierten Code, ohne ihn vollständig zu lesen, und bewerte nur das Ergebnis. „You fully give in to the vibes, embrace exponentials, and forget that the code even exists.“ Was damals nach einer Provokation klang, wird immer mehr zum Mainstream. Collins Dictionary kürte Vibe Coding zum Wort des Jahres 2025\. 25 Prozent der Y-Combinator-Startups des Winters 2025 haben Codebasen, die zu 95 Prozent von KI generiert wurden. Google gibt an, dass mehr als ein Viertel seines neuen Codes von KI stammt. Cursor, das führende Vibecoding-Tool, wurde im Juni 2025 mit 9,9 Milliarden Dollar bewertet. Vibecoding bedeutet im Kern: Statt Zeile für Zeile Code zu schreiben, beschreibt man in natürlicher Sprache (also dem Prompt), was die Software tun soll, wie sie aussehen soll, und welche Logik dahintersteckt. Die KI, Claude Code, OpenAI Codex, Cursor, Windsurf und viele andere, generieren den Code. Kurzum, man wird vom Handwerker zum Architekten. Auch wenn man zwei linke Hände hat. Vibe Coding ist so was wie der Thermomix der Softwareentwicklung. Man gibt die Zutaten hinein, die Maschine übernimmt die Ausführung. Flexibel, oft gut genug für den Alltag. Und trotzdem gibt es den Thermomix auch in Sterne-Restaurants. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Vibecoding in der Praxis: simplebanking.de** Banking beschäftigt mich nicht nur von Berufs wegen, und „Überblick“ zu halten, ist nicht so meins. Das Problem der meisten Apps: Sie helfen nicht und sind für mich als Joe-Sixpack-User am Ende so etwas wie Excel in anders. Die verfügbaren PFM (Personal Finance Management) hören sich nicht nur nach BWL an, sondern sehen auch so aus. Da ich den ganzen Tag am Mac sitze, fehlte mir eine Lösung. Auch war ich in den letzten Jahren bei einigen User-Interviews dabei und kann sagen: Alleine bin ich nicht damit. Das war die Geburtsstunde von simplebanking. Vor einigen Wochen war [simplebanking.de](https://simplebanking.de/?ref=paymentandbanking.com) nur eine Idee auf einem Blatt Papier. Heute ist es eine native macOS-Menüleisten-App, die genau ein Problem löst: Sie zeigt dir deinen Kontostand direkt in der Menüleiste deines Macs an, ohne dass du eine Banking-App öffnen musst. Die App nutzt die Open-Banking-Technologie von [YAXI](https://yaxi.tech/?ref=paymentandbanking.com), um lesend auf nahezu alle deutschen Banken zuzugreifen. Und sie wurde fast vollständig durch Vibecoding entwickelt. Mit Claude Code und OpenAI entstand eine vollwertige, in reinem Swift geschriebene Anwendung. Die KI half dabei, komplexe APIs anzubinden und sensible Nutzerdaten sicher zu machen. Dinge, für die ich früher Monate und ein Entwicklungsteam gebraucht hätte. Und viel Geld. Heute verzeichnet die App rund 1.000 Nutzer:innen täglich und gibt nicht nur Auskunft über den Kontostand, sondern auch wichtige Informationen über die eigene persönliche finanzielle Situation. Das ist kein Selbstlob. Das ist ein Datenpunkt. Denn was dabei passiert, ist strategisch relevant, auch und gerade für die Finanzindustrie. ## **Der eigentliche Paradigmenwechsel: Wer besitzt die Kundenschnittstelle?** Die meisten Unternehmen haben in den letzten Jahren viel in ihre Apps investiert. Und das war richtig und wichtig. Aber die Prämisse hinter dieser Investition, nämlich „*der Kunde kommt zu meiner App, weil er muss”*, ist brüchig. Bisher war es aufwändig und teuer, ein eigenes Frontend zu bauen. Entwicklerteams, lange Zyklen, hohe Kosten. Das schützte die Unternehmens-App als Standard-Touchpoint.Mit Vibecoding entfällt dieser Schutzwall. Wenn jede:r auch ohne klassischen Entwickler:innen-Background in wenigen Wochen eine maßgeschneiderte, hochgradig personalisierte Anwendung bauen kann, verliert die Standard-App an Relevanz. Nutzer:innen interagieren nicht mehr zwingend mit dem Unternehmen, sondern mit der Plattform oder der Nischen-App, die spezifische Probleme am besten löst. Simplebanking ist ein sehr kleines Beispiel. Aber es zeigt das Muster: Die Bank liefert Daten im Hintergrund, das Erlebnis und die tägliche Interaktion finden woanders statt. ## **Was das für die Finanzindustrie bedeutet. Und was nicht** An dieser Stelle wäre es einfach, auf die große Panikspirale umzuschalten. Das ist zu kurz gedacht und am Ende auch nicht richtig. Vibecoding demokratisiert die Produktentwicklung, aber es löst keine Regulierungsfragen. Es ersetzt keine Banklizenz, keine Compliance-Infrastruktur, keine Haftung. Es macht keine Transaktionen sicherer oder vertrauenswürdiger. Was es aber tut: Es senkt die Schwelle, um an die Kundenschnittstelle zu kommen. Die strategische Antwort kann also nicht lauten, die eigene Lösungen noch mehr zu schützen. Sie muss lauten: **Weg vom Kampf um Kund:innen-Schnittstellen, hin zur Vertrauensplattform.** Das Stichwort ist [Embedded Finance](https://paymentandbanking.com/embedded-finance/). Die Finanzindustrie muss zu unsichtbaren, aber unverzichtbaren Infrastrukturanbietern werden: über APIs wie PSD2/PSD3 oder in Zukunft Dora. Es geht dabei darum, Sichtbarkeit zu schaffen, egal in welchem Interface Nutzer:innen gerade sind. Egal ob in einer selbstgebauten Menüleisten-App, in einer Neobroker-Oberfläche, oder bald in einem [Agentic-Commerce-System](https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-banking/), das autonom bezahlt. Unternehmen, die in den nächsten zehn Jahren gewinnen, sind nicht die mit der schönsten App allein. Es sind die, die alels bieten: Schnittstellen und eigene Apps und Frontends. ## **Die Kehrseite: Was Vibecoding nicht kann** Fairness gebietet es, das zu sagen: Vibecoding hat echte Grenzen. Studien zeigen, dass rund 45 Prozent von KI-generiertem Code Sicherheitslücken enthalten. 2025 wurden in Hunderten von Apps, die mit dem Vibecoding-Tool Lovable gebaut wurden, Schwachstellen gefunden, die persönliche Daten exponierten. Wer Vibecoding für Produktionssoftware nutzt, ohne menschliche Review, spielt Russisch Roulette mit Nutzer:innendaten. Das sogenannte „Vibe Coding Hangover“ ist real: Teams bauen etwas, es funktioniert, alle feiern, und drei Monate später kann niemand erklären, wie der Code funktioniert. Die ursprünglichen Prompts sind weg, die Architektur ein Rätsel, jede Änderung bricht etwas anderes. Das bedeutet nicht, dass Vibecoding nicht funktioniert. Es bedeutet, dass es in der Softwareentwicklung weiterhin Sterne-Restaurants gibt und der Thermomix kein Koch-Diplom ersetzt. Für finanzrelevante Software gilt das noch stärker: DSGVO, DORA, Einlagensicherung, AML-Anforderungen, das alles sind keine Prompts, das sind komplexe Systeme. Wer ernsthaft Open-Banking-APIs anbindet, braucht mehr als Vibecoding. ## **Das eigentliche Signal** Wenn ich heute mit einem Prompt in wenigen Wochen eine App baue, die täglich 1.000 Nutzer:innen hat, dann sagt das etwas aus, das jeder Vorstand verstehen sollte: Die Kundenschnittstelle ist nicht mehr zu verteidigen. Sie ist jetzt offen. Die Frage ist nicht mehr, ob jemand kommt und eine alternative Oberfläche für deine Bankdaten baut. Die Frage ist, ob deine APIs bereit sind, wenn er es tut.Und ob du als Unternehmen lieber die unsichtbare Infrastruktur bist, das Frontend oder beides. Wen das Thema interessiert: Am [23\. Juni 2026 findet in Hamburg die KI Exchange](https://www.ki.exchange/?ref=paymentandbanking.com) statt. ### MaRisk-Novelle: Echter Bürokratieabbau oder nur kosmetische Korrektur? URL: https://paymentandbanking.com/marisk-novelle-echter-burokratieabbau-oder-nur-kosmetische-korrektur/ Last updated: 2026-05-12T19:03:29.000Z In der neuesten Folge von *Alles Legal* spricht Dana Wondra mit Jörg Streißle, Partner bei der Kanzlei Annerton, über ein Thema, das die deutsche Bankenlandschaft aufhorchen lässt: Die Konsultation der 9\. MA-Risk-Novelle. Während das Wort „Entbürokratisierung“ oft als leere Phrase abgetan wird, liefert die Aufsicht hier handfeste Zahlen. Das Regelwerk schrumpft massiv. Aber bedeutet weniger Text auch weniger Aufwand? ## **Der Kern: Die Stärkung der Proportionalität** Das Zauberwort der neuen Novelle lautet **Proportionalität**. Das Prinzip ist simpel: Je riskanter das Geschäftsmodell und je größer die Bilanzsumme, desto strenger die Regeln. Neu ist jedoch die klare Kategorisierung der Banken in vier Gruppen: 1. **Significant Institutions (SI):** Die Schwergewichte unter direkter EZB-Aufsicht. 2. **Übrige Institute (LSI):** Weniger bedeutende Institute. 3. **Kleine Institute.** 4. **Sehr kleine Institute:** Bilanzsumme bis zu 1 Mrd. Euro. Besonders spannend: Drei Viertel aller deutschen Banken fallen in die Kategorien der „kleinen“ oder „sehr kleinen“ Institute. Sehr kleine und kleine Institute profitieren dabei von spürbaren Erleichterungen, etwa bei Governance-Strukturen oder organisatorischen Anforderungen. Funktionen können gebündelt werden, Prozesse werden flexibler gestaltbar. ## **Der „Haken“: Eigenverantwortung statt Abhaken** Gleichzeitig verschiebt sich der Fokus: Weg von starren Vorgaben, hin zu mehr individueller Ausgestaltung. Institute erhalten mehr Spielräume, müssen diese aber auch aktiv nutzen und vor allem begründen. Denn jede Abweichung, jede Vereinfachung und jede individuelle Lösung erfordert eine saubere Herleitung und Dokumentation. Das bedeutet in der Praxis: Weniger Detailvorgaben auf dem Papier, aber mehr Verantwortung im eigenen Haus. Risikomanagement wird damit stärker zur eigenen Steuerungsaufgabe und weniger zum Abarbeiten regulatorischer Checklisten. Auch größere Institute bleiben von diesem Wandel nicht unberührt, profitieren aber weniger stark von den Erleichterungen. Für sie bleibt der regulatorische Rahmen weitgehend bestehen, ergänzt um punktuelle Flexibilität, etwa bei der Bewertung und Behandlung einzelner Risiken. Fazit: Die MA-Risk-Novelle reduziert nicht einfach Regulierung – sie verändert ihren Charakter. Wer die neuen Spielräume sinnvoll nutzen will, muss zunächst investieren: in Analyse, Struktur und Begründung. Langfristig liegt aber genau darin auch die Chance. Du möchtest tiefer in die Details der 9\. MaRisk-Novelle eintauchen? Höre jetzt die vollständige Folge von „Alles Legal“ mit Jörg Streißle! ### Hat Revolut gerade den Nokia-Moment für Banken geschaffen? URL: https://paymentandbanking.com/hat-revolut-gerade-den-nokia-moment-fur-banken-geschaffen/ Last updated: 2026-04-19T17:26:29.000Z Die Ertragslage europäischer Banken ist derzeit bemerkenswert stark. Insbesondere steigende Zinsen beflügeln die Ergebnisse, dies betrifft Digitalbanken, sowie auch die komplexen Verbunde der Sparkassen und Volksbanken. Die derzeitigen Quartalsberichte weisen eine starke Position aus. Es wird von erfolgten Effizienzgewinnen durch Digitalisierung und Investitionen in KI gesprochen. Man sieht aktuell wenig Anlass zur Sorge. Das ist ein Problem. Denn während die harten Zahlen aktuell stimmen, erodiert still und langsam etwas Grundlegendes: die Beziehung zum Kunden. Filialen wurden geschlossen, weil das tägliche Bankgeschäft über die App läuft. Persönliche Berater wurden durch Callcenter ersetzt. Gespräche wurden zu Text in Chatbots. Die persönliche Betreuung, die es noch gibt, wurde in den meisten Instituten konsequent auf besonders vermögende Kunden konzentriert — die App wurde der Kern der Kundenbeziehung für über 95 Prozent der Bankkunden. Banken haben letztendlich im Namen der Effizienz genau das abgebaut, was sie von jedem digitalen Herausforderer unterschied: die emotionale Nähe zum Menschen hinter dem Konto. Man hat digitale Angebote aufgebaut, ohne die DNA der etablierten Banken in den digitalen Raum zu bringen. So hat nur das kostenlose Girokonto jahrzehntelang als Bindungselement zwischen Kunde und Bank funktioniert. Kunden wechselten nicht, weil der Aufwand zu hoch war, hinterfragten aber auch nicht die Qualität. Banken finanzierten die Beziehung über Kreditzinsen, Produktmargen und Gebühren quer. Leider wurde so eine Zweckgemeinschaft etabliert, keine echte Beziehung, der Kunde evaluiert die Beziehung über die Kostenlosigkeit, die Bank hat keinen Anreiz, wirklich in ihn zu investieren. Die Chance, im digitalen Raum über eigene und Drittdaten echte, personalisierte Angebote zu schaffen und eine Beziehung aufzubauen, wurde in den allermeisten Fällen nicht genutzt. ## **Die Abwanderung ist bereits im Gang** Tradierte Banken verlieren Kunden, aber insbesondere Anlagevermögen, reelles und potentielles. Das ist der Branche durchaus bekannt. Ende 2025 gab es 37,2 Millionen Wertpapierdepots in Deutschland, ein Plus von acht Prozent gegenüber dem Vorjahr. Digitale Anbieter wuchsen um 15,2 Prozent, Sparkassen um 0,7 Prozent. Trade Republic verdoppelte seine Depotzahl allein 2024 auf 5,3 Millionen. Das Vermögen, das bisher oft ungenutzt auf Girokonten oder traditionellen Sparkonten lag, wandert ab. Parallel dazu verläuft seit Jahren ebenso ein weiterer Prozess. Neobanken haben Kunden zunächst über ihre Kartenangebote akquiriert. Präzises Performance-Marketing zieht Kunden allerdings in einen Funnel, der von Anfang an auf die vollständige Finanzbeziehung ausgelegt ist. Wer die Karte täglich nutzt, überweist letztendlich mehr Geld auf das Konto. Wer das Geld einbringt, bekommt das Tagesgeldangebot, den Sparplan, den Kredit,alles im gleichen App-Kontext und mit passender Kommunikation. Das Girokonto bei der Hausbank bleibt, aber es wird zur Durchlaufstation. Die Bank sieht eine Transaktion, aber nicht mehr die wertvollen Details des Lebens der Kunden. Banken reagieren mit vermehrten Angeboten für Selbstanlegern, statt das Finanzmanagement für ihre Kunden neu zu denken. Und zusätzlich folgen nun KI-Entwicklungen Schlag auf Schlag, und Kunden nehmen sie gerne an. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Durch KI wird der Vorsprung strukturell** Revolut hat kürzlich zwei Entwicklungen vorgestellt, die in ihrer Konsequenz die meisten traditionellen Institute unvorbereitet treffen. PRAGMA ist ein proprietäres KI-Modell, trainiert auf Milliarden von Verhaltensdaten. Dazu gehören Transaktionen, App-Interaktionen, Handelsverhalten von 65 Millionen Nutzern. AIR ist eine konversationelle Oberfläche, die für 13 Millionen (derzeit nur britischer Nutzer) die bisherige App-Navigation ersetzt. Die Leute müssen fragen statt klicken, die App erledigt den Rest. Je mehr Daten fließen, desto präziser wird der nächste Schritt im Funnel, desto relevanter das nächste Angebot, desto tiefer die Bindung. Durch den vermeintlich menschlichen Dialog in der KI-gestützten App-Oberfläche vertiefen Menschen die Beziehung zum Unternehmen, etwas, das aus Claude, ChatGPT und weiteren Antwortmaschinen bekannt ist. Denn Finanzberatung zählt zu den meistgenutzten Anwendungsfällen von KI. Passen dazu gab es auch die vor Kurzem angekündigte Integration von Plaid in Perplexity. Traditionelle Banken investieren in KI-Initiativen. Aber sie stoßen auf ein grundlegendes Problem, das sich mit Budgets allein nicht lösen lässt: KI ohne strukturierte, tiefe Kundendaten, mit denen auch gearbeitet werden darf, ist ein Formel-1-Auto ohne Treibstoff. Und die Daten, die wirklich zählen – das vollständige Bild der finanziellen Situation eines Kunden, über alle Institute hinweg – haben sie nicht. ## **Was jetzt zählt** Die Antwort ist kein weiteres Digitalisierungsprogramm, sondern eine Rückkehr zur Menschlichkeit. Daraus folgt ein Bruch mit der bisherigen Geschäftslogik: weg vom geschlossenen Produktuniversum, hin zur ehrlichen Beratungsplattform. Die Bank, die auch künftig relevant ist, empfiehlt auch das Produkt der Konkurrenz, wenn es das bessere für den Kunden ist. Sie managt die Finanzen der Kunden aktiv, wenn zu viel Geld auf dem Girokonto liegt, oder wenn eine Finanzierungslücke antizipiert wird. Nicht nur für High-Net-Wealth-Individuals, sondern für alle. Das erfordert ein neues Ertragsmodell: Beratungsqualität als Differenzierungsmerkmal. Abonnementmodelle, wie Revolut sie bereits erfolgreich betreibt, zeigen dass Kunden für echten Mehrwert zahlen, wenn sie ihn spüren. ### DigiFin26: Rebuilding Resilience – Europas Finanzsystem im Umbruch URL: https://paymentandbanking.com/digifin26-rebuilding-resilience-europas-finanzsystem-im-umbruch/ Last updated: 2026-04-29T12:17:21.000Z Am 10\. November 2026 laden Bitkom und Payment & Banking zur DigiFin26 ins Kosmos Berlin ein. Unter dem Leitmotiv „Rebuilding Resilience“ wird hier die Brücke zwischen strategischer Theorie und praktischem Impact geschlagen. ## **Ein neuer Rahmen für Europa: Innovation, Wachstum, Entschlossenheit** Die aktuelle Storyline der DigiFin26 ist eindeutig: Deutschland und Europa müssen ihr Finanzökosystem wieder in eine belastbare, zukunftsfähige Position bringen. Dafür setzt die Konferenz auf drei zentrale Säulen: 1. Innovation als Produktivitätssprung: KI, offene Datenräume und Open Finance müssen vom Pilotstadium in die Fläche. 2. Wachstum als Schutzschild: Skalierbare Marktinfrastrukturen und verlässlicher Kapitalzugang finanzieren die Transformation. 3. Entschlossenheit als Beschleuniger: Schlanke Verfahren und klare Verantwortlichkeiten müssen das Tempo erhöhen. Es geht um robuste Leitplanken, nicht um Mauern; um Interoperabilität statt Insellösungen. Dieser Anspruch definiert den Kern der diesjährigen Agenda. ## **Strategie trifft Substanz: Die ersten Top-Speaker:innen** Ein belastbares Ökosystem braucht den Dialog zwischen allen Akteuren. Wir freuen uns, die ersten Branchengrößen an Bord zu haben, die diesen Wandel aktiv gestalten: Aus der Regulierung und Zentralbankwelt: - Mark Branson (Präsident, BaFin): Er gibt die Richtung für eine Aufsicht vor, die Risiken bändigt, ohne Innovationen zu ersticken. - Prof. Dr. Fritzi Köhler-Geib (Vorständin, Deutsche Bundesbank): Expertin für die stabilitätspolitischen Leitplanken in volatilen Zeiten. Aus der Politik und dem Ministerium: - Dr. Friederike Lange (Referatsleiterin Digitale Finanztechnologien, BMF): Sie besetzt die entscheidende Schnittstelle zwischen Gesetzgebung und technologischer Praxis. - Anja Karliczek (MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion): Als Berichterstatterin für Zahlungsdienste blickt sie auf die Zukunftsfähigkeit des europäischen Zahlungsverkehrs. - Dr. Moritz Heuberger (MdB, Bündnis 90/Die Grünen): Er bringt die Perspektive für einen nachhaltigen und digitalen Finanzplatz ein. - Dr. Jens Behrens (MdB, SPD-Bundestagsfraktion): Als Berichterstatter für Zahlungsdienste vereint er Regulierung, Souveränität und Wahlfreiheit beim Bezahlen mit dem Blick auf einen resilienten europäischen Zahlungsverkehr. - Dr. Carsten Brodesser (MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion): Er treibt die Reform der privaten Altersvorsorge voran und verbindet Stabilität mit zukunftsfester kapitalgedeckter Vorsorge. - Lukas Krieger (MdB, CDU/CSU-Bundestagsfraktion): Als Berichterstatter für FinTechs und Krypto steht er für Wettbewerbsfähigkeit, einen starken FinTech-Standort Deutschland und eine moderne, innovationsfreundliche Aufsicht. Aus der Wirtschaft und dem Verband: - Dr. Ralf Wintergerst (Präsident, Bitkom): Der Impulsgeber für die digitale Souveränität Deutschlands. - Martina Weimert (CEO, EPI Company): Sie steht für den Aufbau einer souveränen europäischen Bezahllösung – ein Paradebeispiel für „Rebuilding Resilience“. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Das Arbeitsforum für den „Proof of Impact“** Die DigiFin26 ist kein klassischer Debattierclub, sondern ein Arbeitsforum. Auf der Horizons Stage, Impulse Stage und in der Network-Area treffen diese Entscheider:innen auf rund 600 Teilnehmende, um konkrete Hürden in Lizenzprozessen, KI-Governance und Datenräumen abzubauen. Nicht mehr nur „Proof of Concept“, sondern der echte „Proof of Impact“. Dabei geht es vor allem um die menschliche Komponente der Transformation, wie **Nicole Nitsche**, Geschäftsführerin von Payment & Banking, betont: > *„Wir reden oft über Transformation, aber viel zu selten darüber, was sie wirklich braucht: Vertrauen, Mut und gemeinsame Ziele. Die DigiFin ist für mich kein weiterer Konferenzslot, sondern ein Ort, an dem genau das passieren kann.“* ## **Highlight: Der „Fintech des Jahres“-Award** Ein besonderer Moment des Tages ist die Verleihung des renommierten „Fintech des Jahres“-Awards. Seit 2014 zeichnet dieser Preis visionäre Geschäftsmodelle und mutige Unternehmer:innen aus, die das Finanzsystem nachhaltig bewegen. ## ### Wie Europa auf den digitalen Zahlungsverkehr der Zukunft blickt URL: https://paymentandbanking.com/wie-europa-auf-den-digitalen-zahlungsverkehr-der-zukunft-blickt/ Last updated: 2026-04-19T17:24:44.000Z Auf 18 Seiten [legt das Eurosystem,](https://www.ecb.europa.eu/press/pubbydate/2026/html/ecb.eurosystemcomprehensivepaymentsstrategy202603.en.html?ref=paymentandbanking.com) die von nationalen Zentralbanken und EZB gebildete Organisation, dar, wie die Zahlungslandschaft im Euroraum gestaltet werden soll. Das mag im ersten Moment sehr abstrakt wirken, doch müssen die Zentralbanken sicherstellen, dass sie angesichts von Stablecoins und neuen Bezahlmethoden überhaupt noch die Geldpolitik beeinflussen können. Im Sprech des Eurosystems klingt das dann so: „Die Wahrung der Rolle von Zentralbankgeld – sowohl im Privatkunden- als auch im Großkundenmarkt – in einer wachsenden digitalen Wirtschaft ist entscheidend für die Sicherung der Währungshoheit, der Finanzstabilität, der Abwicklungsendgültigkeit, der Paritätskonvertibilität und der Einheitlichkeit des Geldes im gesamten Euro-Währungsgebiet.“ Kürzer formuliert: Es geht in Sachen Strategie ans Eingemachte. Tatsächlich ist die Geldpolitik nur eines von vier übergeordneten Zielen, das die Zentralbanker\*innen in ihrer Payment-Strategie betonen. Die EU müsse ihre strategische Autonomie und ihre operative Widerstandsfähigkeit im Zahlungsverkehr stärken, heißt es. Die übermäßige Abhängigkeit von einer kleinen Anzahl außereuropäischer Zahlungsanbieter und habe Schwachstellen offenbart, „die durch erhöhte geopolitische Unsicherheiten und das Risiko, dass Zahlungslösungen als wirtschaftliches oder politisches Druckmittel eingesetzt werden, noch verschärft werden könnten“. Gemeint sein dürften vor allem US-amerikanische Anbieter wie Mastercard, Visa und Paypal. Schon einmal wurden die mutmaßlich zum Spielball der US-Politik: Nicolas Guillou, Richter am Internationalen Strafgerichtshof, kann laut [Medienberichten](https://www.tagesspiegel.de/internationales/ich-bin-in-die-90er-jahre-zuruckkatapultiert-an-diesem-mann-zeigt-sich-wie-abhangig-europa-im-digitalen-von-den-usa-ist-15239313.html?ref=paymentandbanking.com) keine Kreditkarten mehr benutzen, seitdem er von den USA aufgrund der seiner Ermittlungen gegen hochrangige israelische Politiker mit Sanktionen belegt wurde. Payment, das musst Europa im vergangenen Jahr lernen, ist mehr, als nur seine Karte an ein Terminal zu halten. Als drittes Ziel strebe das Eurosystem einen integrierten, wettbewerbsfähigen und innovativen Zahlungsmarkt an, der Verbraucher\*innen und Unternehmen auf paneuropäischer Ebene gleichermaßen zugutekommen soll. Es ist von „paneuropäischen Zahlungslösungen“ die Rede, die im Euroraum breit akzeptiert werden sollten. Das vierte strategische Ziel lautet, die internationale Rolle des Euro zu stärken. Mit diesen Zielen dürfte wohl auch die Finanzbranche mitgehen. Die Frage ist nur: Wie wollen die Zentralbanken sie erreichen? Das Eurosystem will Innovationen wohl nicht ausbremsen, macht aber immer wieder deutlich, dass das Vertrauen in sicheres Zentralbankgeld auch im digitalen Zeitalter nicht zur Diskussion stehe. Das dürfte in der Praxis ein ziemlicher Spagat werden. Ein Blick auf zwei Aspekte macht deutlich, in welche Richtung die Zentralbanken da denken. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **DLT und Stablecoins im Fokus** Zunächst will das Eurosystem einen „integrierten europäischen Markt für tokenisierte Abwicklungsaktiva“ entwickeln. Insbesondere geht es um tokenisiertes Zentralbankgeld. Zwar seien tokenisierte Einlagen noch nicht weit verbreitet, sie hätten aber das Potenzial, im Laufe der Zeit eine bedeutendere Rolle zu spielen. Nach Ansicht des Eurosystems sind tokenisierte Einlagen gut geeignet, um viele der funktionalen Vorteile zu bieten, die derzeit mit Stablecoins verbunden sind. Das Ganze muss man aber nicht zwingend als einen Angriff auf Stablecoins verstehen, zumindest nicht auf in Euro denominierte. Das Eurosystem will nämlich private Modelle unterstützen. Denn diese könnten auch die internationale Rolle des Euro stärken. Die Distributed Ledger Technology (DLT) bildet dazu laut dem Eurosystem die Grundlage. Die Zentralbanken beziehen das auch auf die Abwicklung von Großkundenzahlungen und wollen sicherstellen, dass die Interbankabwicklung weiterhin in Zentralbankgeld verankert bleibt. „Das Eurosystem baut nun seine bestehenden Infrastrukturen aus und entwickelt gleichzeitig im Rahmen eines speziellen Arbeitsprogramms DLT-kompatibles Zentralbankgeld für den Großhandelsbereich“, heißt es in dem Strategiepapier. Stablecoins also sind gut, wenn sie die Rolle des Euro stärken, greifen sie aber die Rolle des Zentralbankgeldes an, sehen die Zentralbanker\*innen diese als Gefahr. Um die Zahlungen zwischen Unternehmen zu fördern, will das Eurosystem sich für stärkere Standardisierung einsetzen – und macht vor allem Werbung für seine eigene Lösung. Eine erhöhte Transparenz, so heißt es in dem Papier, könnte die Abstimmung von Zahlungen und Rechnungen erleichtern. Das Sofortzahlungsabwicklungssystem des Eurosystems, TIPS, eigne sich auch gut für die Abwicklung von B2B-Transaktionen. TIPS, das natürlich auf der Abwicklung in Zentralbankgeld basiert, ermöglicht es Unternehmen bereits, Zahlungen in Euro und auch in einigen anderen Währungen innerhalb von Sekunden zu tätigen. Das Eurosystem wolle weiterhin in diese Technologie investieren. ## **Der digitale Euro bleibt eine Herzensangelegenheit** Es dauert zehn Seiten, bis es um den digitalen Euro geht und damit um jenes Projekt, von dem Banken und Payment-Dienstleister eher wenig halten. „Da der Zahlungsverkehr im Privatkundenbereich zunehmend digitalisiert wird, würde der digitale Euro sicherstellen, dass Zentralbankgeld für die alltäglichen Transaktionen der Europäer weiterhin universell zugänglich ist, und zwar nicht nur in physischer, sondern auch in digitaler Form“, lautet die Begründung für den digitalen Euro in dem Strategiepapier. Darüber hinaus würde er es den Bürgern ermöglichen, unter allen Umständen und überall im Euro-Währungsgebiet zu bezahlen, ohne auf außereuropäische Anbieter aus dem privaten Sektor angewiesen zu sein – auf Wero geht das Eurosystem hier gar nicht erst ein. Die Zentralbanker\*innen gehen davon aus, dass diese digitale Form des Bargelds „allgemein akzeptiert“ wäre. Zahlungen mit dem digitalen Euro sollten unter allen Umständen möglich bleiben, auch ohne Internetverbindung. Die Rede ist von kosteneffizienten, sicheren und benutzerfreundlichen digitalen Zahlungen, auch aus Sicht von Händlern. Laut dem Papier würde der digitale Euro gar „ Chancen für das Zahlungsgeschäft der Banken eröffnen“ und würde es „europäischen Zahlungsdienstleistern ermöglichen, ihre Reichweite und Funktionen zu geringeren Kosten zu vergrößern und auszubauen“. Zumindest groß denken können sie im Eurosystem. ### AML-VO: Was sich ändert – und warum 2027 näher ist, als es klingt URL: https://paymentandbanking.com/aml-vo-was-sich-andert-und-warum-2027-naher-ist-als-es-klingt/ Last updated: 2026-05-12T19:04:25.000Z Ab Juli 2027 gelten in allen EU-Staaten erstmals dieselben Regeln zur Geldwäscheprävention. Die EU-Geldwäscheverordnung, kurz AML-VO – beendet einen Flickenteppich aus 27 verschiedenen nationalen Umsetzungen und schafft ein einheitliches Regelwerk für alle Verpflichteten in Europa. Was das konkret bedeutet, hat Hannah Keutmann im Payment & Banking Podcast erklärt. Sie ist Co-Founderin von consalty, einer Boutique-Beratung für AML-Compliance und Prozessdesign, und berät FinTechs, Zahlungsinstitute und Marktplätze bei der Umsetzung regulatorischer Anforderungen. ## **Warum die AML-VO mehr ist als ein neues Gesetz** Bisherige EU-Geldwäscherichtlinien wurden von jedem Mitgliedsstaat unterschiedlich umgesetzt – mit dem Ergebnis, dass Geldwäscher diese Unterschiede systematisch ausnutzen konnten. Die AML-VO schließt diese Lücken: Sie gilt unmittelbar in allen EU-Staaten, ohne nationalen Umsetzungsspielraum. Für Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, bedeutet das erstmals die Möglichkeit, mit einem einheitlichen KYC-Prozess und einem konsistenten Datenmodell in mehreren Märkten zu arbeiten. Der eigentliche Paradigmenwechsel liegt aber woanders. Bisher reichte es, Policies und Prozesse vorzuhalten. Die AML-VO verlangt künftig, dass sie nachweislich funktionieren. Keutmann nennt das den Sprung von „Papier-Compliance“ zu „operativer Wirksamkeit“: Prozesse müssen nicht nur existieren, sondern mit messbaren Kennzahlen belegt werden – von Vollständigkeitsraten bei der Kundendatenerhebung bis hin zu Erkennungsraten im Screening-System. ## **Was sich konkret ändert** Drei Bereiche stechen besonders heraus. Erstens die Ermittlung wirtschaftlich Berechtigter: Die AML-VO vereinheitlicht die Berechnungsmethode EU-weit und verlangt eine konsequentere Durchrechnung aller Beteiligungsebenen. Wer hinter einem Unternehmen steckt, lässt sich künftig in keinem EU-Land mehr so leicht verschleiern wie bisher. Zweitens weitet die Verordnung den Kreis der Verpflichteten aus. Neu dabei sind unter anderem bestimmte Krypto-Anbieter gemäß MiCAR, Hypothekenvermittler und Händler, die Ratenkredite anbieten. Für diese Unternehmen beginnt eine regulatorische Reise, die etablierte Institute bereits hinter sich haben. Drittens wird die Geschäftsführung explizit in die Pflicht genommen. Das Leitungsorgan trägt künftig die Gesamtverantwortung für wirksame AML-Systeme und muss wesentliche Entscheidungen selbst treffen und überwachen. Für Compliance-Abteilungen ist das eine Chance: weg vom reaktiven Feuerlöschen, hin zur strategischen Steuerung mit direktem Zugang zur Führungsebene. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Warum 2027 näher ist, als es klingt** Der häufigste Fehler, den Keutmann in der Beratungspraxis beobachtet: Unternehmen unterschätzen den Umsetzungsaufwand massiv. Eine strukturierte Bestandsaufnahme, die Anpassung von Prozessen, Systemen und Dienstleisterverträgen, dazu die notwendigen Tests, das braucht Zeit. Wer erst 2026 anfängt, wird 2027 unter Druck stehen. Der erste Schritt ist laut Keutmann eine ehrliche Gap-Analyse: Was haben wir heute, was verlangt die AML-VO, und wo liegen die größten Lücken? Dabei zeigt sich in der Praxis regelmäßig, dass besonders die Datenqualität und die Governance-Strukturen unterschätzt werden – also genau die Bereiche, in denen die neue Verordnung am stärksten ansetzt. ## **Eine Chance, nicht nur eine Last** Was in der Debatte oft untergeht: Die Harmonisierung schafft auch echte Effizienzpotenziale. Wer heute in mehreren EU-Märkten tätig ist und länderspezifische Compliance-Prozesse betreibt, kann diese künftig konsolidieren. Einheitliche Datenmodelle, skalierbare Prozesse, weniger manuelle Ausnahmen – für Unternehmen, die jetzt strategisch denken, ist die AML-VO nicht nur Aufwand, sondern auch ein Anlass, die eigene Compliance-Organisation grundlegend zu modernisieren. ### Was dich auf der KI Exchange in Hamburg erwartet URL: https://paymentandbanking.com/was-dich-auf-der-ki-exchange-in-hamburg-erwartet/ Last updated: 2026-04-19T16:04:27.000Z KI im Finanzsystem ist 2026 kein „Projekt“ mehr, sondern operative Realität. Während der Hype draußen weitergeht, stellt sich für Entscheider in Hamburg eine ganz andere Frage: Wer übernimmt die Verantwortung, wenn der Algorithmus die Entscheidung trifft? Am 23\. Juni 2026 wird die KEX zum exklusiven Entscheidungsraum für die Architektur von morgen. Die Finanzwelt steht an einem Wendepunkt. Wir haben Jahre damit verbracht, über das Potenzial von Large Language Models zu staunen. Wir haben Piloten gebaut, Chatbots integriert und Effizienzgewinne gefeiert. Doch 2026 hat sich das Spielfeld verschoben. Heute initiiert KI autonom Zahlungen, bewertet Kreditrisiken in Millisekunden und steuert komplexe Compliance-Prozesse. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr: *„Was kann die Technik?“* Die Frage lautet: „Was davon wollen wir wirklich zulassen und wer haftet dafür?“ ## **„Wir verlassen den Showroom“** Genau hier setzt die KEX – KI Exchange 2026 an. Wir haben keine Lust auf die nächste Tool-Demo oder polierte Marketing-Vorträge. Wir werden konkret. Dass Schwergewichte wie **Mastercard**, die **DKB** und die **LBBW** die KEX unterstützen, unterstreicht die Bedeutung: Hier geht es nicht um Konzepte, sondern um konkrete Use Cases: was funktioniert, was nicht und was lässt sich wirklich skalieren. > „Die KEX ist entstanden, weil wir merken: Die entscheidenden Fragen zu KI werden nicht in Demos beantwortet, sondern im Zusammenspiel von Produkt, Regulierung und Verantwortung. Im Fokus steht, wie KI im operativen Alltag funktioniert – stabil, nachvollziehbar und verantwortbar eingesetzt.“ — Nicole Nitsche, Geschäftsführerin Payment & Banking ## **Warum Du am 23\. Juni in Hamburg sein musst** Die KEX ist kein Massenevent. Sie ist ein kuratierter Raum für den „Inner Circle“: 300 C-Level-Entscheider, Risikomanager, Technologiechefs und Regulatoren. Wer hier fehlt, verpasst den Austausch, der viele operative Entscheidungen der nächsten Monate prägt. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) **Die drei radikalen Säulen der KEX:** 1. Umsetzung vor Vision: Wir diskutieren nicht, was KI theoretisch leisten könnte, sondern was im harten Alltag stabil und sicher funktioniert. Jede Session liefert einen konkreten Bauplan für die Implementierung in die eigene Organisation. 2. Praktiker vor Repräsentanten: Keine Marketing-Vorstände auf der Bühne. Es sprechen Produktverantwortliche, Risikomanager:innen und Technologiechefs — Menschen, die täglich Entscheidungen treffen und persönlich für die Ergebnisse geradestehen. 3. Die KEX ist eine Arbeitsplattform, keine Konsumveranstaltung. Frontalbeschallung wird ersetzt durch thematische Vertiefungen und moderierte Expertenrunden, in denen reale Probleme seziert werden. ## **Die Agenda: Wo Agenten zur Infrastruktur werden** Das Programm spiegelt die knallharte Realität von 2026 wider. Wir sprechen über Agentic Banking, den Weg vom Frontend-Gimmick zum autonomen Finanz-Betriebssystem. Wir analysieren den Agentic Commerce und die Frage, wer den Checkout kontrolliert, wenn KI-Agenten eigenständig Preise vergleichen und Zahlungen auslösen. Wir beleuchten die EUDI Wallet und eIDAS 2.0 als unverzichtbare Vertrauensanker. Denn eines ist klar: Ohne eine rechtssichere Identität ist jede KI-Zahlungsidee auf Sand gebaut. ## **Das KEX-Versprechen** Niemand verlässt die KEX nur mit „Inspiration“. Du gehst mit mindestens 2–3 validierten Ansätzen nach Hause, die Du am nächsten Morgen in Deinem Unternehmen implementieren kannst. Du triffst ein Netzwerk aus Praktikern, die vor exakt denselben Hürden stehen wie Du. Und ja, es gibt auch Kekse 🍪 Denn wir glauben, dass man die härtesten Nüsse der KI-Finanzwelt am besten mit einer Prise Nervennahrung und einer großen Portion Biss knackt. Wer Teil des Inner Circles sein und die Finanzinfrastruktur von morgen mitgestalten will, sollte jetzt handeln. 👉 Sichere dir deinen Platz auf der KI Exchange! ### Robinhood Social: Wenn das Casino eine eigene Timeline bekommt URL: https://paymentandbanking.com/robinhood-social-wenn-das-casino-eine-eigene-timeline-bekommt/ Last updated: 2026-04-19T16:01:01.000Z Auf den ersten Blick klingt die Nachricht nach einem reinen Gimmick: Der Onlinebroker Robinhood baut mit „Robinhood Social“ eine soziale Oberfläche für seine Plattform. Doch dahinter steckt viel mehr, das Unternehmen verschiebt grundsätzlich die Logik seines Geschäftsmodells. Robinhood Social ist keine reine Ergänzung zum Trading, es macht den Broker zur Bühne und jeden einzelnen Trade zum Content. Die Beta startet mit 1.000 ausgewählten Nutzern eher klein, soll aber schnell auf 10.000 wachsen. Nutzer können verifizierte Trader-Profile anlegen, Live-Trades teilen und direkt aus dem Feed handeln, in Aktien, Single-Leg-Optionen, Krypto und Prediction Markets.​ ## **Aufmerksamkeit als Umsatztreiber** Robinhood begründet den Schritt damit, dass aktive Trader soziale Medien ohnehin zur Orientierung nutzen. Genau deshalb passt das Produkt in die These vom Attention Layer: Die Plattform, die Aufmerksamkeit, Identität und Interaktion kontrolliert, sitzt zunehmend an der profitabelsten Stelle der Wertschöpfungskette. Statt sich Reichweite von X, Reddit oder Finfluencern indirekt zuliefern zu lassen, zieht Robinhood diese Ebene nun in die eigene App. Die problematische Seite ist strukturell angelegt: Wenn Social Media, Gambling-Mechaniken und Finanzprodukte verschmelzen, wird Aktivität zum Selbstzweck. Sichtbarkeit ersetzt Analyse, Frequenz ersetzt Strategie, Emotionalität ersetzt Disziplin. Dass die Beta neben Aktien auch Optionen, Krypto und Prediction Markets umfasst, ist der eigentliche Kern des Produkts.​ Diese Instrumente erzeugen mehr Bewegung, mehr Story, mehr Interaktion. Der Feed wird zum Marktplatz. Und der Marktplatz belohnt das, was Aufmerksamkeit bindet, nicht das, was Vermögen aufbaut. Warum diese Logik ökonomisch attraktiv ist, zeigen die Zahlen: Im vierten Quartal 2025 erzielte Robinhood 776 Millionen Dollar transaktionsbasierte Erlöse, davon 314 Millionen Dollar mit Optionen, rund 40 Prozent. Gleichzeitig ist die Plattform im Optionshandel mit 7,5 Prozent Marktanteil deutlich stärker als im Aktienhandel mit 1,11 Prozent. Das Geschäft lebt von Aktivität und Risiko nicht von Geduld. In Abwärtsphasen verlieren Nutzer durch Hebel und Volatilität deutlich stärker, in Aufwärtsphasen gewinnen sie meist nicht genug, um das Risiko zu kompensieren. Für die Plattform ist genau diese Dynamik zumindest kurz- bis mittelfristig profitabel. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Verifiziert heißt nicht sinnvoll** Trotz aller Zuspitzung löst Robinhood damit ein echtes Grundproblem klassischer Finanz-Communities: Vertrauen. Verifizierte Trader-Profile und live bestätigte Trades sollen Authentizität herstellen, wo sonst „Trust me bro“ dominiert. Doch dieses Vertrauen ist technisch, nicht inhaltlich. Es bestätigt, dass etwas passiert ist und nicht, dass es sinnvoll war. Sichtbarkeit und Verifikation erhöhen die Glaubwürdigkeit, ohne die Qualität der Entscheidung zu verbessern.​ Genau hier beginnt die eigentliche Plattformkomplexität. Viele Märkte funktionieren nicht einfach über den Preis, sondern müssen aktiv gestaltet werden, damit Anbieter und Nachfrager sinnvoll zueinanderfinden. Plattformen organisieren Sichtbarkeit, Auswahl, und Interaktion und damit Verhalten.​ Wer sich damit tiefer beschäftigen will, dem sei Nobelpreisträger Alvin Roths *Who Gets What — and Why* empfohlen Robinhood Social ist damit weniger ein Produkt-Feature als der Versuch, einen Matching-Markt innerhalb des Brokers zu bauen: Gute Trader müssen sichtbar genug sein, um Follower anzuziehen, und Follower müssen in ausreichender Zahl vorhanden sein, damit Inhalte, Trades und Signale überhaupt lohnen. Das Henne-Ei-Problem ist damit nicht nur technisch, sondern marktdesignerisch: Robinhood wird es kaum ohne algorithmische Sichtbarkeit, gezielte Anreize und ökonomische oder statusbezogene Incentives für frühe Creator lösen können.​ ## **Netzwerkeffekte – oder Eskalationsdynamik** Investment-Communities sind bisher meist deduktiv entstanden: Aus einer großen Nutzermasse filterte sich eine interessierte Subgruppe. Robinhood dreht diesen Prozess um: Aus einer kleinen Menge verifizierter, aktiver Trader soll ein Netzwerk wachsen.​ Neu ist die Idee nicht. eToro oder Wikifolio haben Social Trading früh etabliert. StockRepublic versucht sich aktuell gar an einem eigenständigen Social Layer als B2B-Angebot. Doch entweder bleibt der Social Layer vom Broker getrennt oder die Netzwerkeffekte waren bisher zu schwach. Genau darin liegt Robinhoods Chance und sein Risiko: Die Infrastruktur, die Identitätsschicht und der Distributionskanal liegen in einer Hand. Genau das macht den Ansatz potenziell mächtiger. Denn jede Interaktion kann direkt in eine Transaktion übersetzt werden. ## **Community oder Kasino?** Robinhood Social zeigt, wie Broker versuchen, sich von austauschbarer Infrastruktur zur kontrollierenden von Aufmerksamkeit, Identität und Community zu entwickeln. Wer diese Schicht nicht besitzt, wird zum unsichtbaren Maschinenraum für andere Plattformen. Robinhood treibt diese Logik auf die Spitze. Der Feed wird zur Handelsoberfläche, Aufmerksamkeit zur Währung und Aktivität zum Geschäftsmodell. Die offene Frage ist nicht, ob das funktioniert, sondern was dabei entsteht: ein neuer, eigener Markt für Investment-Communities oder die bislang effizienteste Form des Zockens. ## ### Fuck. Merz hat Recht. URL: https://paymentandbanking.com/fuck-merz-hat-recht/ Last updated: 2026-04-19T15:59:06.000Z *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Es ist nur ein Satz, den Friedrich Merz bei einem Event in Frankfurt gesagt haben soll. Und doch sagt genau dieser mehr aus als viele, viele Whitepaper, Reden und großen Interviews von Bankmanagern in den vergangenen fünf oder zehn Jahren. Der Satz, um den es hier geht ist nicht nur prägnant, er ist auch kurz, bündig, zutreffend und lautet: „Jetzt gucken wir hinterher und andere machen den Deal.” Gemeint ist mit diesem Deal der Angriff der Unicredit auf die Commerzbank und die feindliche Übernahme, die der Bund kaum noch abwehren kann. Merz selbst [liefert dazu laut Finanz-Szene](https://finanz-szene.de/banking/jetzt-machen-andere-den-deal-kanzler-merz-zu-moeglicher-commerzbank-uebernahme/?ref=paymentandbanking.com) auch die passende Erklärung: In Deutschland seien Banken vor 20 Jahren einfach bereit gewesen, eine breitere Konsolidierung voranzutreiben und damit einen tatsächlich nationalen Champion zu schaffen. Deshalb sei man eben jetzt in dieser Lage und müsse sich fragen: Woran liegt das denn, dass so etwas nicht stattfindet? Ich hätte es nach all den Entgleisungen und Fehltritten von Friedrich Merz zum Stadtbild, zum Fall Fernandes, zur Frage, was die Mittelschicht ist oder zum Sozialtourismus nicht für möglich gehalten, aber ich muss es anerkennen: Friedrich Merz hat in diesem Fall absolut Recht. Auch, wenn das den Bankerinnen und Bankern in Frankfurt nicht gefallen wird. Und auch, wenn das in den Berliner Ministerien niemand so gern verlauten lässt. Friedrich Merz hat Recht, wenn er sagt, dass diesen Deal auch eine deutsche Bank hätte abschließen können, gäbe es ein ähnlich starkes und großes Geldhaus hierzulande. Er hat aber noch viel mehr Recht, wenn man schaut, was er zwischen den Zeilen sagt: Im deutschen Banken- wie auch Fintech- und Payment-Markt fehlt schlicht und ergreifend der Mut. Der Mut, daran zu glauben, dass sich die Dinge verändern können. Der Mut zu glauben, dass nicht alles beim Gleichen bleibt. Und noch schlimmer: Es fehlt der Mut zu hinterfragen, ob der Status Quo wirklich für immer so bleiben wird oder ob nicht andere Angreifer kommen, um deutschen Banken das Leben schwer zu machen. Wozu das führt, lässt sich aktuell im Fall der Commerzbank, aber eben auch im Payment-Markt und beim digitalen Banking oder beim Wertpapiersparen erkennen. Nehmen wir zunächst einmal den Trend hin zum Investieren für die Altersvorsorge. Lange Zeit konnten Banken und Versicherer sich mit heftig überhöhten Gebühren eine goldene Nase verdienen. Doch sie hatten nicht damit gerechnet, dass junge Techunternehmen wie Scalable Capital oder Trade Republic mit einfachen und fairen Angeboten ihre Kunden abfischen könnten. Deshalb haben eben die Fintechs und Direktbanken vom Run aufs Depot in Coronazeiten profitiert. Deshalb wächst die Anzahl der Depots bei digitalen Anbietern noch immer doppelt so schnell wie der Markt und deshalb stagniert bis heute das Wachstum bei den klassischen Banken und Sparkassen. Weil es dort schon vor Jahren an Mut gefehlt hat, die bestehenden Strukturen zu hinterfragen und selbstständig neue Lösungen anzubieten, bevor es andere Unternehmen tun. Ganz besonders deutlich zeigt sich dieser fehlende Mut nun auch bei der Neugestaltung der Altersvorsorge. Die hatten Versicherungen und Banken mit teuren Lobbyisten lange Zeit als sichere Bank für sich gesehen und mit Riester-Verträgen ein Vermögen verdient. Die neuen Pläne nun sehen aber eine Deckelung ihrer Kosten und – oh Schreck – tatsächliche Konkurrenz vor. Dass die Anbieter nun nicht mit innovativen Lösungen, sondern mit Krisensitzungen und letzten Lobby-Versuchen um die Ecke kommen, sagt eigentlich alles. Anderes Jahrzehnt, anderes Beispiel: Payment. Vor knapp 20 Jahren gab es in Deutschland mehrere ernst zunehmende Zahlungsdienstleister, die zusammen einen wahren nationalen oder vielleicht sogar pan-europäischen Champion hätten aufbauen können. Keiner kann das besser beurteilen als Marcus Mosen, der bei Linkedin aus der damaligen Zeit berichtet, dass es durchaus Gespräche zwischen Concardis sowie B+S Card Service oder CardProcess oder First Data gegeben habe. Doch am Ende passiert, so schreibt der ehemalige Kolumnisten-Kollege, mal wieder nichts. Stattdessen haben sich andere Großkonzerne wie Nexi (Italien) oder Worldpay (Frankreich) getraut und große Payment-Anbieter aufgebaut. Dass diese wiederum zurzeit eher mau laufen, hängt mit der Trägheit alter Institutionen zusammen. Aber sagen wir so: Die Chance wäre da gewesen – man hätte halt nur mutig sein müssen. So wie bei der Commerzbank. Auch dort zeigt sich, dass Deutschland eben keine Bank in der Größe der Unicredit hat, weil es in den Jahren zuvor am Mut gefehlt hat, so eine aufzubauen. Stattdessen ist das Muster das immer Gleiche: Langsame Institutionen mit Sonnenkönigen in den Vorständen und Aufsichtsräten glauben, ganz so wie es sei, werde es immer bleiben und deshalb brauche man sich eben auch keine Gedanken über Kunden, die Zukunft oder allerlei unnützen Kram machen. Bis es dann zu spät ist. Bis andere dann den Deal machen – und Friedrich Merz um die Ecke kommt und Sachen sagen darf wie: „Die Unicredit ist entstanden aus Fusionen von großen Sparkassen in Italien, die wir alle verweigert haben. Jetzt gucken wir hinterher.” ### Anthropic-Leak, OpenAI zieht Sora den Stecker und Agentic AI nimmt Fahrt auf URL: https://paymentandbanking.com/anthropic-leak-openai-zieht-sora-den-stecker-und-agentic-ai-nimmt-fahrt-auf/ Last updated: 2026-05-12T19:06:36.000Z ## **Anthropic unter Druck: Code-Leak, neue Features und offene Vertrauensfragen** Bei Anthropic wurde versehentlich Sourcecode von Claude öffentlich. Kein Hack, sondern ein interner Fehler beim Upload – aber genau das macht den Fall so heikel. Denn veröffentlicht wurde nicht irgendein kleines Paket, sondern Material, das Einblicke in kommende Funktionen, Modellarchitektur und die strategische Richtung von Claude gibt. Besonders brisant ist das, weil Anthropic lange als der Anbieter galt, der Sicherheit und verantwortungsvollen KI-Einsatz besonders stark betont. Wenn ausgerechnet dort interne Prozesse so sichtbar versagen, beschädigt das vor allem eines: Vertrauen. Für Unternehmen, die KI in sensible Prozesse oder kritische Infrastruktur integrieren wollen, ist das kein Nebenthema. Es geht nicht nur um gute Modelle, sondern um belastbare Governance, saubere Release-Prozesse und Stabilität auf Unternehmensebene. Gleichzeitig zeigt der Leak, wie konsequent Anthropic an Claude als Agenten-Plattform arbeitet. Sub-Agenten, Self-Improvement, neue Modellgenerationen und automatisierte Arbeitsabläufe deuten darauf hin, dass Claude längst nicht mehr nur als Chatbot gedacht ist. Die Entwicklung geht klar in Richtung produktives Betriebssystem für Wissensarbeit. ## **OpenAI räumt auf und setzt auf das, was wirklich Geld bringen soll** Während Anthropic mit einem Vertrauensproblem kämpft, zieht OpenAI die Strategie enger. Sora, das noch vor wenigen Monaten als spektakulärer KI-Durchbruch im Videobereich galt, wird eingestellt beziehungsweise konsequent zurückgebaut. Damit endet ein Projekt, das viel Aufmerksamkeit erzeugte, aber offenbar nicht zu den Prioritäten passt, die OpenAI jetzt setzen muss. Die Richtung ist klarer als zuvor: Coding und Enterprise. Dort sitzt das Geld, dort sitzt die langfristige Nutzung, dort sitzt auch die IPO-Story. Statt sich in zu vielen Nebenprojekten zu verlieren, konzentriert sich OpenAI stärker auf Produktivität, Entwickler-Workflows und Unternehmensanwendungen. Das wirkt nicht visionär im klassischen Hype-Sinn, aber strategisch sehr nachvollziehbar. Parallel wird ChatGPT immer stärker in Richtung Produktsuche und Shopping erweitert. Das wirkt auf den ersten Blick wie ein kleines Feature, ist aber ein ziemlich großer Schritt. Denn wer Produktauswahl, Vergleich und Empfehlung direkt im Chat bündelt, rückt näher an die eigentliche Transaktion heran. ChatGPT wird damit weniger Wissensmaschine und mehr Entscheidungsoberfläche. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Agentic Commerce verändert das Shopping und hat Auswirkungen auf die Finanzindustrie** Gerade beim Einkaufen zeigt sich, wohin die Reise gehen kann. KI-Agenten suchen Produkte, vergleichen Preise, priorisieren Optionen und können Entscheidungen vorbereiten. Nicht jeder Kauf wird komplett autonom laufen. Aber schon assistierte Kaufprozesse verändern das Nutzerverhalten deutlich. Genau hier beginnt auch die eigentliche Frage. Wenn Agenten nicht nur beraten, sondern perspektivisch auch Zahlungen auslösen, verschiebt sich die Bedeutung der Kundenschnittstelle. Für Banken und Finanzdienstleister reicht es dann nicht mehr, nur eine gute App oder ein gutes Frontend zu haben. Entscheidend wird, ob sie in den neuen Ökosystemen überhaupt noch stattfinden: über APIs, sichere Zahlungslogiken, Autorisierung und verlässliche Infrastruktur. Die eigentliche Chance liegt deshalb nicht nur im eigenen Interface, sondern auch in der Tiefe. Wer stabile Produkte, gute Schnittstellen und sichere Zahlungsprozesse liefert, kann relevant bleiben, selbst wenn die direkte Interaktion immer häufiger über KI-Systeme läuft. Agentic Banking wirkt damit weniger wie ein Zukunftsbegriff, sondern mehr wie die nächste strategische Richtungsentscheidung. **Hört rein und sagt uns, was ihr denkt!** Es geht um: - Anthropic: Claude-Code versehentlich veröffentlicht - Neue Claude-Funktionen: Sub-Agenten, Self-Improvement, Auto-Modus - Rechtliche Lage von Anthropic im Pentagon-Kontext - OpenAI beendet Sora und fokussiert sich auf Coding und Enterprise - Produkt-Suche und Monetarisierung in ChatGPT - Agentic Commerce und neue Kaufprozesse - Agentic Banking, Schnittstellen und Zahlungsinfrastruktur - KI und Musik: Missbrauch, Plattformlogik und rechtliche Folgen - KI Exchange in Hamburg als Praxisformat für Unternehmen ## Shownotes OpenAI killt Sora – und setzt alles auf die nächste Wette: [https://the-decoder.de/openais-fahrplan-fuer-das-sora-aus-web-version-endet-im-april-api-folgt-im-september/](https://the-decoder.de/openais-fahrplan-fuer-das-sora-aus-web-version-endet-im-april-api-folgt-im-september/?ref=paymentandbanking.com) Claude bekommt Auto-Modus: [https://claude.com/blog/auto-mode](https://claude.com/blog/auto-mode?ref=paymentandbanking.com) Claude Mythos: [https://fortune.com/2026/03/26/anthropic-says-testing-mythos-powerful-new-ai-model-after-data-leak-reveals-its-existence-step-change-in-capabilities/](https://fortune.com/2026/03/26/anthropic-says-testing-mythos-powerful-new-ai-model-after-data-leak-reveals-its-existence-step-change-in-capabilities/?ref=paymentandbanking.com) ChatGPT wird zur Shopping-Plattform: [https://openai.com/de-DE/index/powering-product-discovery-in-chatgpt/](https://openai.com/de-DE/index/powering-product-discovery-in-chatgpt/?ref=paymentandbanking.com) Claude Team ist im Hochbetrieb: 74 Releases in 52 Tagen: [https://www.productcompass.pm/p/claude-shipping-calendar](https://www.productcompass.pm/p/claude-shipping-calendar?ref=paymentandbanking.com) Claude Dispatch: [https://claude.com/blog/dispatch-and-computer-use](https://claude.com/blog/dispatch-and-computer-use?ref=paymentandbanking.com) Powering Product Discovery in ChatGPT: [https://openai.com/index/powering-product-discovery-in-chatgpt/](https://openai.com/index/powering-product-discovery-in-chatgpt/?ref=paymentandbanking.com) OpenAI’s First Advertisers Can’t Prove ChatGPT Ads Work: [https://www.theinformation.com/articles/openais-first-advertisers-prove-chatgpt-ads-work](https://www.theinformation.com/articles/openais-first-advertisers-prove-chatgpt-ads-work?ref=paymentandbanking.com) Anthropic stoppt das Pentagon vor Gericht. Ein US-Bundesgericht blockiert per einstweiliger Verfügung die Pläne der Trump-Regierung: [https://www.wired.com/story/pentagons-attempt-to-cripple-anthropic-is-troublesome-judge-says/](https://www.wired.com/story/pentagons-attempt-to-cripple-anthropic-is-troublesome-judge-says/?ref=paymentandbanking.com) OpenAI: 122 Milliarden Dollar für die neue Superapp: [https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-rekordfinanzierungsrunde-openai-mit-852-milliarden-dollar-bewertet/100213652.html/100213652.html](https://www.handelsblatt.com/technik/ki/ki-rekordfinanzierungsrunde-openai-mit-852-milliarden-dollar-bewertet/100213652.html/100213652.html?ref=paymentandbanking.com) Claude-Code-Leak: Anthropic legt versehentlich 500.000 Zeilen offen: [https://t3n.de/news/claude-code-leak-anthropic-legt-versehentlich-500-000-zeilen-offen-1736802/](https://t3n.de/news/claude-code-leak-anthropic-legt-versehentlich-500-000-zeilen-offen-1736802/?ref=paymentandbanking.com) Apple plans to open Siri to rival AI services, Bloomberg News reports: [https://www.reuters.com/business/apple-plans-open-siri-rival-ai-services-bloomberg-news-reports-2026-03-26/](https://www.reuters.com/business/apple-plans-open-siri-rival-ai-services-bloomberg-news-reports-2026-03-26/?ref=paymentandbanking.com) Anthropics Claude wächst rasant bei zahlenden Nutzern: [https://techcrunch.com/2026/03/28/anthropics-claude-popularity-with-paying-consumers-is-skyrocketing/](https://techcrunch.com/2026/03/28/anthropics-claude-popularity-with-paying-consumers-is-skyrocketing/?ref=paymentandbanking.com) Next Level Shit. Meta-Harness optimiert Agenten-Harnesses mit vollständigen Ausführungslogs: [https://yoonholee.com/meta-harness/](https://yoonholee.com/meta-harness/?ref=paymentandbanking.com) ChatGPT jetzt mit CarPlay-App: [https://stadt-bremerhaven.de/chatgpt-jetzt-mit-carplay-app/](https://stadt-bremerhaven.de/chatgpt-jetzt-mit-carplay-app/?ref=paymentandbanking.com) Haftstrafe nach KI-Streaming-Betrug: [https://www.heise.de/news/KI-Streaming-Betrug-Einem-US-Amerikaner-drohen-nach-Gestaendnis-fuenf-Jahre-Haft-11219496.html](https://www.heise.de/news/KI-Streaming-Betrug-Einem-US-Amerikaner-drohen-nach-Gestaendnis-fuenf-Jahre-Haft-11219496.html?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Revolut, Vorsorgedepot und New Debits: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im März URL: https://paymentandbanking.com/revolut-vorsorgedepot-und-new-debits-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-marz/ Last updated: 2026-05-12T19:08:21.000Z ## **Mastercard kauft BVNK und plant Verkauf der skandinavischen Instant Payment Bankenplattform** Nach einer längeren Verhandlung hat sich Mastercard mit der Stablecoin-Plattform [BVNK über eine Übernahme geeinigt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/devisen-rohstoffe/krypto-mastercard-erwirbt-londoner-stablecoin-start-up-bvnk/100209318.html?ref=paymentandbanking.com). Der Kaufpreis beträgt 1,8 Milliarden Dollar. Zuvor war auch die Kryptobörse Coinbase mit BVNK in Gesprächen. Nun kann Mastercard BVNK vor allem in der Verarbeitung grenzüberschreitender Kartenzahlungen anschließen, ist aber bei weitem nicht der einzige Kunde der Plattform. Zu den Kunden gehören auch das andere große Kartennetzwerk Visa und Zahlungsdienstleister wie Worldpay oder Nexi. Gleichzeitig scheint sich Mastercard laut einem Bericht der [Financial Times](https://www.ft.com/content/60b838a2-02ff-49ed-b722-2749d68ec57d?syn-25a6b1a6=1&ref=paymentandbanking.com) wieder von der Skandinavischen Banken-Instant Payment Plattform zu trennen, die sie 2019 für 3,2 Mrd von der dänischen Nets Group übernommen hatte – vermutlich zu einem deutlich geringeren Preis, munkelt man. ## **EZB fürchtet Kontrollverlust durch US-Stablecoins** [Die Europäische Zentralbank warnt in einem Arbeitspapier, dass weit verbreitete US-Stablecoins die Wirksamkeit der Geldpolitik im Euroraum schwächen könnten](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=143a43bf36&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), indem sie Kreditvergabe, Liquiditätssteuerung und die Rolle des Euro im Zahlungsverkehr untergraben und so langfristig Einfluss und Stabilität des europäischen Währungssystems gefährden. ## **DZ BANK und KfW pilotieren voll digitalen Krypto-Bond auf Public Blockchain** DZ BANK und KfW haben erstmals eine digitale Anleihe nach [eWpG vollständig über eine Public-Blockchain-Infrastruktur](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0506a129b6&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) mit Smart Bond Contracts abgewickelt, von der Liquiditätsanfrage über die Emission bis zur Zahlungsabwicklung, wodurch Prozesse beschleunigt und ein Zentralverwahrer überflüssig werden. Die Transaktion auf Polygon nutzt DLT für transparente, unveränderliche Vertragsbedingungen und demonstriert den Anspruch beider Institute, skalierbare digitale Wertpapierstandards im deutschen und europäischen Finanzmarkt voranzutreiben. ## **Volksbanken starten mit „meinKrypto“ vorsichtigen Einstieg ins Kryptogeschäft** Bayerns [Volks- und Raiffeisenbanken integrieren mit „meinKrypto“ ein Angebot](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e216c6c5a1&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) für den Handel mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano direkt in die VR Banking App, richten sich dabei aber explizit an Selbstentscheider:innen ohne aktive Vertriebsoffensive. Die von Atruvia und DZ BANK entwickelte Lösung setzt auf MiCAR-Regulierung, Verwahrung über Boerse Stuttgart Digital und Ausführung via EUWAX, während der Genossenschaftsverband Bayern keinen Massenandrang, aber wachsendes Anlageinteresse seiner Kundschaft sieht. ## **Revolut meldet Rekordgewinn** Die [britische Neobank Revolut weist erneut einen Milliardengewinn aus ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b2f41ffc23&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und gilt damit als eine der profitabelsten Digitalbanken Europas. Gerade hat die Bank eine britische Banklizenz erhalten und bewirbt sich nun auf eine Banklizenz in den Vereinigten Staaten. Während das Wachstum in vielen Ländern durch die Decke geht, hängt das Geschäft in Deutschland für Revolut gerade hinterher. Zudem fällt auf, dass Geschäftskunden für die Briten immer wichtiger werden. Auch wenn die Bank im deutschen Markt zulegt, ist das Wachstum vergleichsweise zäh. In Deutschland hat die Bank mittlerweile laut eigenen Angaben drei Millionen Kund:innen, wovon 800.000 im vergangenen Jahr dazu kamen. Dabei ist Deutschland noch ein Land mit eher langsamem Wachstum ## **DKB verkündet Rekordergebnis 2025 und startet Marktoffensive mit Strategie „DKB 2030“** Die Deutsche Kreditbank AG (DKB) [hat für das Geschäftsjahr 2025 ein Ergebnis vor Steuern von 1,1 M](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5936b10aff&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)illiarden Euro erzielt, was das Vorjahr übertrifft. Mit der neuen Strategie „DKB 2030“ investiert die DKB 500 Mio. Euro in IT, Cloud und KI, um Wertpapiergeschäft auf über zwei Mio. Depots auszubauen und Business Banking für Kleinunternehmer zu etablieren. Im Geschäftskundengeschäft wuchs das Forderungsvolumen auf 83 Milliarden Euro, getrieben von Energiewende-Finanzierungen. CFO Jan Walther setzt den Fokus auf Provisionserträge. Ziel bis 2030: 1,6 Milliarden Euro Ergebnis. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Solaris startet radikalen Umbau unter neuem Chef** Der neue [Solaris-Chef Steffen Jentsch treibt einen tiefgreifenden Umbau ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=27c8019d9d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)voran, bei dem rund jede fünfte Stelle wegfällt und das Berliner Fintech seine Rolle als vollwertige Bank zugunsten eines fokussierten technischen Dienstleisters für andere Institute neu definiert. Parallel stellt Großaktionär SBI dem Unternehmen erneut einen dreistelligen Millionenbetrag zur Verfügung, um die Restrukturierung und einen ambitionierten KI-Plan zu finanzieren, dessen Erfolg angesichts hoher Investitionen und regulatorischer Anforderungen noch offen ist. ## **Bafin-Schelte gegen Billie** Das Berliner Fintech Billie hat sich eine [Bekanntmachung](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b%5FKWG%5F84%5FWpIG%5Fund%5F57%5FGwG/meldung%5F2026%5F03%5F19%5Fbillie%5Fgmbh.html?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com) seitens der Bafin eingehandelt. Bei einer Sonderprüfung seien Mängel im Risikomanagement und in der Interne Revision festgestellt worden. Das Institut verstieß damit laut Bafin gegen die Vorgaben des Kreditwesengesetzes.Nun muss es eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation sicherstellen. ## **N26 ordnet Machtverhältnisse mit neuer Gesellschaftervereinbarung neu** Die Berliner [Neobank N26 hat nach monatelangen Verhandlungen eine neue Gesellschaftervereinbarung zwischen Gründern und Investoren geschlossen](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/n26-neobank-verabschiedet-neue-investorenvereinbarung/100208324.html?ref=connectingthedotsinfin.tech). Die Gründer verzichten dabei auf besondere Governance- und Vetorechte, um den Einfluss institutioneller Anteilseigner zu stärken und die Unternehmensführung neu auszubalancieren. Im Gegenzug wollen die Investoren der Series-E-Finanzierungsrunde auf eine garantierte annualisierte Rendite von 25 Prozent auf ihr eingesetztes Kapital verzichten, was finanziellen Druck von N26 nehmen und künftige Finanzierungs- und Wachstumsschritte erleichtern soll. Außerdem hat Italiens Finanzaufsicht die 2022 verhängte [Wachstumsbremse gegen die Berliner Bank aufgehoben](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=ed9e57998e&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), womit das Institut in Italien wieder unbegrenzt Neukund:innen gewinnen darf. ## **Trade Republic lässt die Konkurrenz bei Depotwachstum hinter sich** Die Depotsstatistik der Bundesbank zeigt, dass sich das Wachstum im Markt verlangsamt. Während im Jahr 2024 noch 3,1 Millionen Depots eröffnet wurden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 2,8 Millionen. Dabei lässt Trade Republic die Konkurrenz alt aussehen und nähert sich Zielstrebig den Genossenschaftsbanken und Sparkassen an, die sich mit eigenen Broker-Projekte gerade versuchen, zur Wehr zu setzen, wie die Fintech-Beratung [Finwyz](https://www.linkedin.com/posts/tobias-ehret%5Fingdeutschland-comdirect-sparkassen-share-7444373528692412416-lqmc?utm%5Fsource=share&utm%5Fmedium=member%5Fdesktop&rcm=ACoAADWaeSYBQY0V3Lhz9z6SDvW7nmOUJ1IonBw) in einer Grafik zeigt. Doch das Rennen könnte gerade erst angefangen haben, da mit dem Starter- und Altersvorsorgedepot im Jahr 2027 voraussichtlich viele neue Kund:innen auf den Markt kommen werden. ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/04/image.jpeg) ## **Bundestag beschließt Altersvorsorgedepot** Der Bundestag hat die Reform der privaten Altersvorsorge am 27\. März 2026 offiziell verabschiedet. Das Altersvorsorgedepot ist zentraler Bestandteil der großen Riester-Reform wurde beschlossen. Hier sind die wichtigsten Fakten zum neuen Altersvorsorgedepot (Stand 2026): - Ablösung von Riester: Das Altersvorsorgedepot ersetzt die bisherige klassische Riester-Rente. - Starttermin: Die neuen Regelungen und Produkte sollen am 1\. Januar 2027 in Kraft treten. - Selbständige sind in letzter Minute doch wieder reingerutscht, die im ersten Entwurf des FDP-geführten Finanzministeriums drin, im revidierten Entwurf des dann SPD-geführten Finanzministeriums wieder rausgeflogen waren. - Flexibilität & Anlage: Anleger können ihr Geld in einem Depot flexibler anlegen, insbesondere in Aktien-ETFs oder Fonds, was höhere Renditechancen ermöglichen soll. - Staatliche Förderung: Die Förderung wird gestaffelt: Es gibt einen 50 Prozent Zuschuss auf Beiträge bis 360 Euro und 25 Prozent auf Einzahlungen bis 1.800 Euro. Insgesamt sind bis zu 540 Euro Förderung pro Jahr möglich. Hinzu kommt eine Kinderzulage von bis zu 300 Euro pro Kind und Jahr. - Gebühren: 1 Prozent Max p.a. und die Versicherungen und Fondsgesellschaften jammern öffentlichwirksam, dass sie nicht 1,5 Prozent kassieren können. - Garantie-Option: Anders als früher ist eine volle Beitragsgarantie nicht mehr zwingend vorgeschrieben, was Chancen, aber auch Risiken durch Marktschwankungen birgt. ## **Google Wallet: Paypal zieht sich auch in Deutschland zurück** *Ein Hinweis zum News-Podcast: Angeblich beendet PayPal nun doch nicht die Google-Wallet-Anbindung. Diese Infomartion haben wir erst nach der Aufnahme bekommen.* [Paypal beendet nach USA nun auch in Deutschland die Möglichkeit, neue Verknüpfungen mit Google Wallet einzurichten;](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f8de030711&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) ab dem 31\. März 2026 sind nur bestehende Verbindungen nutzbar, bis Nutzer ihr Gerät wechseln oder das Setup ändern. Danach bleibt für kontaktloses Bezahlen im Handel nur die PayPal-App mit eigener Wallet-Lösung, was insbesondere Nutzer trifft, die Google Wallet als zentrale Drehscheibe für ihre Zahlungsmittel verwenden. ## **Volksbanken melden 500.000 iPhone-Girocard-Aktivierungen** Die Volksbanken verzeichnen bei ihrer eigenen Girocard-Lösung fürs iPhone [inzwischen 500.000 Aktivierungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8ac696cbcb&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und schaffen damit eine relevante Alternative zur direkten Einbindung der Girocard in Apple Pay, die sie seit Jahren ablehnen. Die Zahl unterstreicht die Nachfrage nach mobilen Bezahloptionen im genossenschaftlichen Sektor. ## **Visa steigert Zahl seiner Debitkarten und Terminals in Deutschland deutlich** Der Kartendienstleister baut seine Präsenz im deutschen Zahlungsverkehr weiter aus und verzeichnet [inzwischen über 21 Millionen Debitkarten im Markt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0f9ee0f329&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), die vor allem von Direktbanken und Neobanken ausgegeben werden. Parallel steigen sowohl Transaktionszahlen als auch Zahlungsvolumen zweistellig, unterstützt durch mehr als 1,9 Millionen Akzeptanzstellen sowie das Wachstum von Neobrokern, die verstärkt auf digitale Kartenzahlungen setzen. Gleichzeitig stieg die Anzahl der Terminals nochmals stark. So gibt es 350.000 zusätzliche Terminals im Vergleich zum Vorjahr, womit von den 1,9 Millionen Terminals im Land “nur” 1,3 Millionen die nationale Girocard unterstützen. ## **Berlin-Fintech Upvest sammelt 125 Millionen Dollar ein** Das Berliner Investment-API-Fintech Upvest sichert sich in einer neuen [Finanzierungsrunde 125 Millionen Dolla](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=50a65f64b8&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)r, davon 90 Millionen Dollar Eigenkapital von Investoren wie Sapphire Ventures, Tencent, Bessemer Venture Partners und BlackRock, ergänzt um eine geplante Kreditlinie über 35 Millionen Dollar, um Wachstum und Produktentwicklung im europäischen Markt weiter zu beschleunigen. ## **Führungswechsel bei Computop: CEO Stephan Kück geht, Kenneth M. Overgaard Nielsen übernimmt** Nach mehr als 16 Jahren in der Geschäftsführung [verlässt Stephan Kück den Zahlungsdienstleister Computop](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=846f42f6c6&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), zuletzt in der Rolle des CEO. Die Leitung übernimmt Kenneth M. Overgaard Nielsen, der 2024 von der Nexi Group kam und bisher als COO tätig war. Vor dem Hintergrund der vollständigen Übernahme durch Nexi wird eine stärkere Integration von Computop in die Konzernstrategie erwartet, inklusive möglicher Effizienzprogramme und engerer Abstimmung in Produktentwicklung, Vertrieb und Betrieb. ### So können Institute die neue Geldwäscheverordnung in die Praxis umsetzen URL: https://paymentandbanking.com/so-konnen-institute-die-neue-geldwascheverordnung-in-die-praxis-umsetzen/ Last updated: 2026-04-19T15:50:13.000Z Der erste Schritt ist eine fachliche Standortbestimmung, die vielen Verpflichteten momentan noch schwer fallen dürfte: nicht alle Details der AML-VO sind bisher final geregelt. In den nächsten Monaten werden weitere sogenannte technische Regulierungsstandards (RTS) veröffentlicht. Hinzu kommt, dass Verpflichtete auch unter der neuen Verordnung gewisse Auslegungsspielräume behalten. Das betrifft zum Beispiel die „person purporting to act on behalf“, also Personen, die vorgeben, im Namen eines Kunden zu handeln: Institute müssen festlegen, wie weit sie den Begriff operativ fassen und im Prozess abbilden. ## **Erst Zielbild festlegen, dann Lücken schließen** Damit Verpflichtete sich nicht von Unklarheiten oder Kontroversen im Markt lähmen lassen und dann zu spät mit der Implementierung anfangen oder am Ende alle Entscheidungen per Einzelfall treffen, sollten sie zunächst ein strategisches Zielbild entwickeln. Dafür ist es wichtig, ein grundlegendes Verständnis für die Prozesse unter der AML-VO zu entwickeln und sich anschließend mit folgenden Fragen auseinander zu setzen: - Wie gehen wir mit Auslegungsspielräumen und Unklarheiten um? - Welches Maß an Auslagerung streben wir an? - Welches Maß an Automatisierung ist mit Blick auf die Ressourcen-Auslastung unvermeidbar? Auf Basis dieses Zielbilds sollte eine Gap-Analyse erfolgen, die offenlegt, welche Lücken bis 2027 geschlossen werden müssen, sowohl organisatorisch, prozessual als auch technisch. ## **Nicht alles gleichzeitig umstellen** Ab Mitte 2027 müssen Neukunden nach den neuen Vorgaben geprüft werden, für Bestandskunden räumt die AML-VO Übergangsfristen ein, sodass diese über die vorgeschriebenen Review-Zyklen aktualisiert werden können. Institute müssen also nicht alles auf einmal umstellen. Die Entscheidung, ob zunächst die Strecke für High-Risk oder für Medium/Low Risk gebaut wird, liegt beim Verpflichteten und sollte sorgfältig abgewogen werden: Für eine Priorisierung des Low-/Medium-Risk-Segments spricht die schnellere Entlastung im Tagesgeschäft, da dieses Segment in der Regel den Großteil des Portfolios ausmacht. Für High Risk spricht ein größerer Effekt auf die Risikoexponierung und es kann gegenüber Prüfern argumentiert werden, dass risikobasiert priorisiert wurde. ## **Datenqualität von Anfang an mitdenken** Mit der AML-VO steigt nicht nur der Umfang der Daten, sondern auch die Anforderungen an deren Nachweisbarkeit. Künftig muss dokumentiert werden: - woher Daten stammen, - wann sie erhoben wurden, - wie aktuell sie sind, - wie ihre Verlässlichkeit bewertet wurde. Fachlich sind unter der AML-VO mehr Attribute als unter dem Geldwäschegesetz (GwG) abzubilden, sowohl zu juristischen als auch natürlichen Personen. Zugleich müssen Metadaten erhoben und gespeichert werden, zum Beispiel Quelle, Abrufdatum, Prüfstatus und Bewertungslogik. Das betrifft auch Daten, die von Dienstleistern kommen. Dienstleister müssen transparent darlegen, woher Informationen stammen und wie aktuell sie sind; auch diese Angaben müssen sie selbst nachvollziehbar speichern. Für Institute mit Kund\*innen-Schaft in mehreren EU-Ländern stellt sich die Architekturfrage: ein einheitliches, länderübergreifendes Datenmodell mit Mapping-Logik oder mehrere nationale Modelle? Ein zentrales Modell erleichtert die Skalierung, erfordert jedoch saubere fachliche Zuordnungen von Rollen, die je nach Land unterschiedlich benannt sein können. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Verantwortung liegt beim Verpflichteten** Viele AML-Funktionen sind häufig bereits ausgelagert, etwa die UBO-Ermittlung (Ermittlung des wirtschaftlich Berechtigten beziehungsweise wirtschaftlichen Eigentümers), das Screening oder die Videoidentifikation. Auch unter der AML-VO dürfen Verpflichtete einen Großteil der internen Strategien und Verfahren auslagern, allerdings verbleibt – wie schon unter dem GwG – die Verantwortung, Steuerung, Risikobewertung und Kontrolle immer beim Verpflichteten. Dazu zählt zum Beispiel die Risikoanalyse als zentrales Steuerungsinstrument. Für Onboarding-Strecken lassen sich zwar KYB-Dienstleister nutzen und dort auf Standard-Workflow-Templates zurückgreifen; es liegt aber allein beim Verpflichteten, sicherzustellen, dass diese Strecke die regulatorischen Anforderungen erfüllt. Damit der Verpflichtete seiner Steuerungs- und Nachweispflicht nachkommen kann, ist, unabhängig vom Auslagerungsgrad, das interne Verständnis der AML-VO erfolgskritisch: Alle Beteiligten – von der Geschäftsführung über Compliance bis zu den operativen Mitarbeiter\*innen – müssen verstehen, was sie warum machen. Das erfordert Schulungen, Informationsaustausch und eine klare Ressourcenplanung. Insgesamt ist es also nicht entscheidend, was genau ausgelagert wird – sondern dass Verpflichtete ihre Verantwortlichkeiten kennen und jederzeit nachweisen können, dass ihre Prozesse wirksam funktionieren. ## **Ein Schritt nach dem anderen** Die AML-VO verlangt keine punktuellen Anpassungen, sondern eine strukturierte Weiterentwicklung des bestehenden Operating Models. Wer mit einem klaren Zielbild startet, Lücken identifiziert und priorisiert schließt, das Datenmodell frühzeitig erweitert und interne Verantwortlichkeiten klar definiert und befähigt, kann die Anforderungen bis zum Stichtag umsetzen. ### AML & KYB in Europa: Der Wendepunkt ist erreicht URL: https://paymentandbanking.com/aml-kyb-in-europa-der-wendepunkt-ist-erreicht/ Last updated: 2026-04-19T15:47:48.000Z Die europäische AML-Landschaft befindet sich in der größten Transformation seit Einführung der vierten Geldwäscherichtlinie. Zentrale Teile des EU-AML-Pakets 2024, bestehend aus der EU-AML-Verordnung (Regulation (EU) 2024/1624), der AMLA-Verordnung (Regulation (EU) 2024/1620) und der sechsten Geldwäscherichtlinie (Directive (EU) 2024/1640), werden ab Juli 2027 anwendbar. Während die Verordnungen dann unmittelbar gelten, muss die Richtlinie noch in nationales Recht umgesetzt werden. Damit wird die Geldwäschebekämpfung zur strategischen Kernfrage für Banken, Zahlungsdienstleister und andere regulierte Institute. Was lange als regulatorische Pflichtübung betrachtet wurde, entwickelt sich zu einem zentralen Wettbewerbsfaktor. Die Anforderungen steigen, die Komplexität nimmt zu und der Spielraum für nationale Sonderwege endet. Herzstück des Pakets ist die neue Anti-Money Laundering Authority (AMLA) mit Sitz in Frankfurt: Ab 2028 beaufsichtigt sie rund 40 grenzüberschreitend tätige Hochrisikoinstitute direkt und setzt über eigene RTS und Guidelines verbindliche Mindeststandards für alle verpflichteten Institute europaweit. ## **KYC / KYB rückt ins Zentrum der Aufsicht** Der Fokus innerhalb der Geldwäscheprävention verschiebt sich deutlich in Richtung KYC / KYB, also die Identifikation und Prüfung von Unternehmensstrukturen. Hintergrund sind komplexe Beteiligungsketten, internationale Holdings und verschachtelte Eigentümerstrukturen, die häufig in mehreren Jurisdiktionen angesiedelt sind. Gerade bei [wirtschaftlich Berechtigten (UBOs)](https://www.sinpex.de/de/resources/von-stunden-auf-minuten-so-automatisieren-sie-die-ubo-identifizierung-im-kyc-onboarding?ref=paymentandbanking.com) steht ein grundlegender Umbruch bevor. Die EU-AML-Verordnung (Regulation (EU) 2024/1624) ersetzt das bisher stark national geprägte System durch direkt anwendbares EU-Recht. Definition, Ermittlung und Überprüfung wirtschaftlicher Eigentümer werden europaweit vereinheitlicht und deutlich präziser gefasst. Die dazugehörigen RTS, die AMLA auf Basis der Verordnung erarbeiten wird, konkretisieren: - welche Daten verpflichtend zu erheben sind - wie Ownership-Strukturen darzustellen sind - in welcher Tiefe Kontroll- und Beteiligungsketten nachvollzogen werden müssen AMLA hat seit Februar 2026 erste Konsultationsentwürfe für RTS veröffentlicht, darunter die RTS zur Customer Due Diligence. Bis Anfang 2027 sind 26 weitere RTS, ITS und Guidelines angekündigt. Wer diese nicht aktiv verfolgt, riskiert operative Überraschungen kurz vor Inkrafttreten. Wer die Entwicklungen rund um AMLA und die EU-AML-Reform laufend im Blick behalten möchte, findet [hier regelmäßige Einschätzungen direkt aus der Praxis](https://www.sinpex.de/de/newsletter?ref=paymentandbanking.com). Konkret bedeutet das für die Umsetzung: Komplexe Mehr-Ebenen-Strukturen, Treuhandkonstellationen und faktische Kontrolle jenseits formaler Beteiligungsschwellen müssen vollständig erfasst, dokumentiert und regelmäßig aktualisiert werden. Die RTS werden klare Anforderungen an Datenaktualität und Überwachungspflichten definieren. KYC-Reviews, Ereignis-getriggerte Prüfungen und verkürzte Aktualisierungszyklen bei erhöhtem Risiko werden zur regulatorischen Pflicht, nicht zur Option. Für Institute bedeutet das: KYC / KYB wird substanziell anspruchsvoller. Die bloße Registerabfrage oder Standarddokumentation genügt künftig nicht mehr. Erwartet werden konsistente Ownership-Modelle, nachvollziehbare Risikoeinschätzungen und revisionssichere Evidenz entlang der gesamten Beteiligungskette. ## **Ein Datensatz allein reicht nicht** Viele Institute haben in den vergangenen Jahren erheblich in die Automatisierung von KYC- / KYB- und Onboarding-Prozessen investiert. Doch entscheidend ist nicht, wie schnell ein Datensatz bereitgestellt wird, sondern ob die zugrunde liegende UBO-Ermittlung belastbar ist, die KYB-Logik konsistent greift und die Dokumentation einer aufsichtlichen Prüfung standhält. Aufsichtliche Prüfungen werden sich künftig auf vier konkrete Fragen konzentrieren: - Sind Ownership-Strukturen vollständig und logisch modelliert, auch über mehrere Beteiligungsebenen hinaus? - Ist die Risikoeinstufung konsistent mit den tatsächlich erhobenen Informationen? - Lassen sich Entscheidungen aus belastbaren Quellen heraus reproduzieren? - Sind Aktualisierungen bei strukturellen Änderungen zeitnah und systematisch erfolgt? Ohne belastbare Evidenz ist die erhobene Information regulatorisch nahezu wertlos. Was das in der Praxis bedeutet: Die UBO-Ermittlung muss über alle Ebenen hinweg automatisch rekursiv erfolgen. Jeder Schritt muss maschinell oder menschlich bestätigt und rückverfolgbar sein. Am Ende jeder KYB-Prüfung muss automatisch ein Audit-Report vorliegen, der Zeitpunkt, Quelle und Entscheidung nachvollziehbar dokumentiert. Risikoeinstufungen müssen institutsspezifisch konfigurierbar sein und Re-KYC-Zyklen automatisch auslösen, statt über Kalender oder Erinnerungsmail koordiniert zu werden. Aufsichtsbehörden werden ab 2027 prüfen, ob sie umgesetzt sind, und sie werden zum Gegenstand regulatorischer Bewertungen. ## **Handlungsempfehlung: Drei KYB-Prioritäten bis 2027** Die Reform ist kein fernes Zukunftsszenario mehr. Wer jetzt zögert, riskiert, kurz vor Inkrafttreten der neuen Vorschriften in ernsthafte Bedrängnis zu geraten. Drei Aspekte sind dabei entscheidend: ### **1\. Gap-Analyse** Der erste Schritt ist eine ehrliche Bestandsaufnahme entlang der künftigen Anforderungen. Das bedeutet: nicht nur Policies prüfen, sondern operative Realität. Eine Checkliste für eine solche Gap-Analyse gibt es [hier](https://discover.sinpex.de/kyb-compliance-checkliste-wo-stehen-sie-wirklich?ref=paymentandbanking.com). Im Fokus sollten vier Kernbereiche stehen: - **Datenqualität:** Sind UBO-, KYC- / KYB- und Risikodaten vollständig, konsistent und systematisch gepflegt? - **Primärdokumentation:** Ist die Herleitung wirtschaftlicher Eigentümer nachvollziehbar dokumentiert, oder basiert sie faktisch nur auf Registerabfragen? - **UBO-Analyse:** Können komplexe Beteiligungsketten transparent modelliert und erklärt werden, auch bei indirekten Beteiligungen? - **Risikoberechnung:** Ist das Risikomodell logisch aufgebaut, validiert und konsistent mit den erhobenen Informationen? Auf dieser Basis lässt sich priorisieren: Wo besteht regulatorischer Handlungsdruck, wo operatives Risiko, wo strukturelle Schwäche? Eine solche Gap-Analyse ist kein Compliance-Papier, sondern der Startpunkt für ein belastbares Umsetzungsprogramm. ### **2\. KYB-Vendor-Auswahl strategisch denken** Nicht jede Lösung, die Prozesse beschleunigt, erfüllt automatisch die künftigen Anforderungen. Bei der Auswahl von Technologiepartnern sollten Institute gezielt prüfen: - Arbeitet das System mit **belastbaren Primärdaten** oder lediglich mit aggregierten Sekundärquellen wie Datenbanken oder Auskunfteien? - Ist die Evidenz **revisionssicher dokumentiert** und exportierbar? - Lassen sich **UBO-Strukturen transparent darstellen** und regulatorisch erklären? - Ist die Lösung **international einsetzbar** und **skalierbar**? - Unterstützt sie den Prozess **ohne Medienbrüche**, von Onboarding über Review bis zur laufenden Überwachung? Im Zentrum stehen Nachweisbarkeit und Auditierbarkeit. Technologie muss Ownership-Strukturen nicht nur abbilden, sondern audit-sicher dokumentieren. ## **3\. Die Timeline realistisch bewerten** Juli 2027 klingt weit entfernt. Faktisch sind es nur noch wenige Planungszyklen. Transformationsprogramme dauern in regulierten Instituten erfahrungsgemäß 18 bis 24 Monate, einschließlich Analyse, Tool-Auswahl, Implementierung, Migration und Schulung. Zudem konkretisieren sich die Anforderungen bereits, bevor das Gesetz gilt. AMLA hat die Konsultation begonnen: Seit Februar 2026 liegen erste RTS-Entwürfe vor, allein 2026 sind 24 weitere Mandate geplant. Institute, die auf finale Standards warten, laufen einem beweglichen Ziel hinterher. Die AML-Reform ist kein IT-Projekt, sondern ein Daten- und Governance-Projekt. Die entscheidende Frage ist nicht, welches Tool beschafft wird, sondern ob Ownership-Daten, Risikomodell und Dokumentationslogik tragfähig sind, wenn die Prüfer kommen. Wer wartet, wird später nur noch reagieren und Findings hinterherlaufen. *Metabeschreibung: AML und KYC / KYB in Europa: Wie die EU-AML-Verordnung (2024/1624), AMLA und neue Aufsichtsstandards die Geldwäschebekämpfung ab 2027 grundlegend verändern.* ### EU-AML-Verordnung 2027: Wie Unternehmen jetzt AML-Readiness schaffen URL: https://paymentandbanking.com/eu-aml-verordnung-2027-wie-unternehmen-jetzt-aml-readiness-schaffen/ Last updated: 2026-05-12T19:09:27.000Z Am 10\. Juli 2027 endet die Ära des europäischen „Flickenteppichs“. Ab diesem Tag gilt die neue EU-Geldwäscheverordnung (AML-VO) unmittelbar in allen Mitgliedstaaten. Für Banken, Fintechs und Krypto-Dienstleister bedeutet das: Die Zeit der nationalen Sonderwege ist vorbei. Das neue Single Rulebook schafft einheitliche Standards, bringt aber auch massiven Umsetzungsdruck mit sich. ## **Wo anfangen? Der strategische Soll-Ist-Vergleich** Laut Rechtsanwalt Sebastian Glaab ist der erste Schritt eine umfassende Gap-Analyse. Unternehmen müssen ihre bestehenden Prozesse schonungslos gegen die neuen Anforderungen prüfen. - **KYC-Prozesse neu denken:** Die Art der Identifizierung ändert sich, insbesondere durch die neue Berechnungsmethode für den wirtschaftlichen Eigentümer (UBO). - **Bestandskunden-Check:** Bis Sommer 2028 müssen Hochrisikokunden nach dem neuen Standard aktualisiert sein. Angesichts fehlender Datenpunkte (z. B. Nationalitäten) ist dies eine Herkulesaufgabe für den Datenhaushalt. - **Aufbauorganisation:** AML-Compliance ist kein „Nebenbei-Projekt“. Es braucht klare Ressourcen, Budgets und die direkte Einbindung der Geschäftsführung („Tone from the Top“). ## **Operative Wirksamkeit statt Papier-Compliance** Ein zentraler Punkt der Reform ist der Shift hin zur operativen Wirksamkeit. Es reicht nicht mehr aus, Handbücher im Schrank zu haben; die Aufsicht will sehen, dass Systeme – etwa beim Transaction Monitoring – tatsächlich funktionieren. - **Technologie als Muss:** Wer 2027 noch mit Excel-Listen arbeitet, wird bei Prüfungen scheitern. Echtzeit-Screening und automatisierte Monitoring-Lösungen werden zum regulatorischen Standard. - **Neue Fokus-Themen:** Die Verzahnung von Geldwäscheprävention und Finanzsanktionen (inklusive Umgehungsschutz) erfordert tiefgreifendes Know-how und angepasste Screening-Logiken. ## **Die neue Aufsicht: Die AMLA in Frankfurt** Mit der neuen EU-Behörde AMLA bekommt Europa einen zentralen Standardsetter. Auch wenn viele technische Details (RTS) noch finalisiert werden, müssen Institute ihre Systeme heute so flexibel gestalten, dass sie künftige Leitplanken schnell adaptieren können. ## **Fazit: Die goldene Regel für 2027** „Nicht in Panik verfallen, aber jetzt den Projektplan schreiben“, rät Sebastian Glaab. Wer heute identifiziert, wo die eigenen Gaps liegen, kann den Umbau gestalten, statt später nur noch auf Prüfungsfeststellungen zu reagieren. AML-Compliance wird so vom notwendigen Übel zum digitalen Wettbewerbsvorteil. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Wie KI die Karten in der Softwarewelt neu verteilt URL: https://paymentandbanking.com/wie-ki-die-karten-in-der-softwarewelt-neu-verteilt/ Last updated: 2026-04-19T15:42:11.000Z In unserer ersten Kolumne haben wir gefragt: Steht Software auf der Speisekarte der künstlichen Intelligenz? Aber ist das überhaupt der Fall?Oder sind Softwareunternehmen vielmehr der Gast und etwas ganz anderes steht auf dem Menü? Während das Narrativ vom „SaaSmageddon“ noch die Finanzmärkte prägt, entsteht in der Softwareindustrie gerade ein anderer, deutlich größerer Gedanke: 👉 „Services are the new Software.“ Und das könnte wirklich viel verändern. ## **Das Ende der SaaS-Euphorie** Aber von vorn. Bald eine Dekade lang war Software-as-a-Service (SaaS) das liebste Geschäftsmodell der Investoren: Hohe Margen mit wiederkehrenden Umsätzen (den Annual Recurring Revenues – ARR), die zudem noch nutzungsbasiert skalieren. Also hohe Profitabilität gepaart mit starker Skalierbarkeit. Doch seit wenigen Monaten stellen die Finanzmärkte dieses Modell in Frage: Die Gründe für den Abverkauf von SaaS-Unternehmen sind dreigeteilt. Zum ersten wird Software günstiger, wodurch Eintrittsbarrieren sinken. Dann treten zweitens die LLM-Anbieter Konkurrenz zu den klassischen Software-Firmen. Mal direkt,wie Claude es mit einigen Angeboten tut, mal indirekt durch das Befähigen neuer Anbieter und der Inhouse-IT in Unternehmen. Es beginnen also schon bald die Architekturkriege. Und Drittens benötigen Unternehmen weniger Menschen, wodurch der Lizenzumsatz sinken könnte, Die Konsequenz: Viele Softwareanbieter haben 40 bis 60 Prozent ihres Marktwertes in den vergangenen Monaten eingebüßt. Der Totengesang auf die Softwarebranche gipfelt darin, dass auf einer Webseite ([https://deathbyclawd.com/](https://deathbyclawd.com/?ref=paymentandbanking.com)) jeder ein beliebiges Modell durch die KI auf ihre Überlebensfähigkeit bewerten kann. Spoiler: Laut der Webseite sind fast alle Softwaremodelle, die keine Hardware haben, in wenigen Monaten tot. Auch wenn diese Einschätzung viele Faktoren auslässt ist sie Produkt des Zeitgeist: Die goldenen Zeiten der Softwareindustrie sind vorbei. Doch parallel tritt in der Softwareindustrie selbst eine Gegenthese in Erscheinung: Ist vielleicht die KI gar nicht das Ende der Softwareunternehmen, sondern ihre größte Chance seit der Cloud? Die Logik hinter dieser Idee ist simpel. In der heutigen Welt unterstützt Software nur die Arbeit, die Menschen erledigen. Morgen erledigt die Software die Arbeit selbst. Nicht vollständig. Aber zunehmend. Und das in der „mitarbeiter-ähnlichen“ Gestalt von Agenten. Softwareanbieter liefern in diesem Bild gesprochen nicht nur code aus, sondern gleich auch die digitale Workforce, die den Job erledigt. Oder wie Julian Bek von Sequoia es formuliert: *„Die nächste legendäre Firma unterstützt nicht Deinen Buchhalter. Sie übernimmt Deine Buchhaltung.“ Und weiter:* Julian Bek erklärt das im Kontext der US-amerikanischen Buchhaltungssoftware QuickBooks. Auf 10.000 US-Dollar Softwarelizenz kommen etwa 120.000 US-Dollar Kosten für den Nutzer.. Wird aus dem Markt der 10.000 US-Dollar-Lizenz nun ein Markt ein 120.000 US-Dollar Potential pro kleinem Unternehmen? Frisst AI vielleicht gar nicht Software und den Softwareanbieter? Ist vielleicht der Softwareanbieter der Gast, der bestellt? [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Vom Effizienztool zum Teammitglied** Dass wir Effizienzgewinne über Software heben, ist nicht neu. Neu ist die Perspektive: Software wird nicht mehr nur bewertet danach, was sie spart, sondern danach, was sie selbst erledigt. Agenten werden wie Mitarbeiter betrachtet.Aus einem vierköpfigen Team wird so ein Team mit zwei Menschen und sechs Agenten. Das ist günstiger, schafft aber mehr. In den 2000er Jahren gab es den Spruch: There is an app for that. In 2026 gilt: There is an agent for that. Die Frage ist nur: Welcher Job wird konkret übernommen – und wer stellt den Agenten? Werden in ein paar Jahren Salesforce und Hubspot die größten Vertriebsdienstleister werden? Wird ein Maschinenbauer in 2030 Salesforce pro qualifiziertem Lead oder gar gewonnenen Vertrag bezahlen, nachdem der Agent aus der Agentforce die Bestellung angelegt hat? Oder wird ein IT-Service Desk komplett aus von Atlassian mit Jira ausgeliefert und pro Anfrage und abhängig von der Kundenzufriedenheit bewertet? Oder wird eine Intuit oder Lexware Deine Buchhaltung komplett übernehmen, einen Steuerberatungsagenten integrieren und Deine Buchhaltung per Beleg abrechnen? Ist das die Zukunft? Wollen Kunden diese Zukunft von Softwareanbietern kaufen? Und sind die bestehenden Anbieter bereit auf ihre lukrativen ARR zu Teilen zu verzichten, um diese Transformation zu schaffen? Eine These, die ich dabei habe, fängt mit der Frage an: Welcher Job wird denn überhaupt zuerst „agentifiziert“? ## **Der Endnutzer macht den Unterschied** Hier hat die Szene ihren eigenen Humor: Auf die Frage, welchen Job KI wegnehmen wird, heißt es: Es ist nie dein eigener. Oder als Softwareanbieter: Es ist nie der deines „User Buyers“ (der Zielnutzer der Applikation).Warum ist das mehr als ein Witz? In meiner letzten Kolumne hatten wir als Beispiel Product Owner, User Experience Manager und Softwareentwickler. Die These: KI befähigt jede der drei Rollen, den anderen beiden ihren Job weg zu nehmen. Durchsetzen wird sich, wer das beste Gesamtverständnis der Arbeit hat und die beste Software beziehungsweise die Fähigkeit, Technologie einzusetzen.Also der Endnutzen, wenn Du als Softwareanbieter Deinen Job gut machst. Zur Illustration zwei Beispiele aus meinem privaten Portfolio: Fincite bietet Software für die Finanzberatung. Die Kunden sind die Berater, die ihre Kunden betreuen. Als SaaS-Anbieter kann ich diese Berater jetzt befähigen, mehr Aufgaben selbst wahrzunehmen, für die er vorher auf andere Mitarbeiter angewiesen war. Ich biete Ihnen Zugang zu Fähigkeiten an, die sie selbst nicht haben, aber häufig benötigen. Im Kontext der Finanzberater sind dies zum BeispielAgenten für das Research von Aktien, für die Vermögensstrukturierung mit steuerlich oder rechtlichen Aspekten oder für die Back-Office-Dokumentation und vieles mehr. Wie Fincite in seiner Keynote gezeigt hat, geht es also nicht um den User Buyer (hier: Berater) als Agenten. Sondern die Rollen, die die Arbeit User Buyer aufwerten.1 Ein anderes Beispiel ist Companyon, eine Controlling-Software für SaaS. Hier ist der User Buyer der Geschäftsführer, der in der Regel noch keine Finanzabteilung hat. Die Agenten sind auch hier nicht der Geschäftsführer. Es sind die Rollen, die er in einer Finanzabteilung sonst einstellen würde: der Finanzcontroller, der Vertriebscontroller, der Agent für Planung und Forecasting oder die Buchhaltung. Was haben beide Beispiele gemeinsam? Die Agenten, die ausgeliefert werden, machen nicht den Job des eigentlichen Nutzers, sondern bieten dem Endnutzer Zugang zu den Fähigkeiten der Profile um den Nutzer herum. # **Übernehmen KI Agenten die Softwareimplementierung?** Neben diesem vergrößerten Markt bietet KI Softwareunternehmen Zugang eine weitere margenträchtige Dienstleistung zu übernehmen: Die Implementierung der Software. Der Markt für Softwareimplementierung durch Systemdienstleister wird je nach Umfang der Definition von Implementierungsleistungen auf 60% bis 120% des Softwaremarkts geschätzt. In großen Unternehmen kostet die Anpassung, datentechnische Integration, Konfiguration, Erweiterung und begleitende Einführung einer Software oft deutlich mehr als die Jahreslizenz der jeweiligen Software. Einige dieser Leistungen, wie Anpassung, Integration, Konfiguration und Erweiterung sind potentiell durch Agenten abbildbar. In der Vergangenheit hatten Softwareanbieter oft nicht die menschlichen Kapazitäten, um viele Implementierungen parallel zu stemmen. Daher, und wegen der geringeren Margen, haben viele Softwareanbieter Implementierungsleistungen gerne den Systemdienstleistern überlassen. Sind im Zeitalter von Agenten die begrenzten Kapazitäten und geringeren Margen ein Problem der Vergangenheit? Wird die Softwareimplementierung damit eine weitere Chance für die Softwareanbieter ihren Markt zu vergrößern? # **Das Wettrennen um die Agentifizierung hat begonnen** Die Softwarewelt ist also in Bewegung und die Architekturen der Unternehmen sind es auch. Meine Thesen sind zusammengefasst: Gute Softwareanbieter werden ihre Rolle und die ihrer User Buyer stark ausweiten. Mitarbeiter, mit Zugang zu guter Technologie werden verwandte Rollen selbst ablösen. Und der Verdrängungswettbewerb wird durch die Mitarbeiter (als User Buyer) und ihre Softwarepartner entschieden. Geringere Entwicklungs- und Implementierungskosten befähigen Anbieter neue Software schnell zu entwickeln und auch zu implementieren. In den nächsten fünf Jahren wird sich bei Enterprise Software – wie bei Mitarbeitern auch – die Spreu vom Weizen trennen. Der Gap zwischen leistungsstarker und führender Software und den zu langsamen Anbietern wird rasant wachsen. Die Gewinner werden die Verlierer in den Architekturen der Unternehmen zunehmend verdrängen und über agentische Dienstleister ihren Markt vergrößern. Für die Verlierer des Rennens, war das SaaSpokalypse ein Vorgeschmack. Sie landen auf der Speisekarte. ### Die stille Revolution des Handels – Willkommen im Zeitalter des Agentic Commerce URL: https://paymentandbanking.com/die-stille-revolution-des-handels-willkommen-im-zeitalter-des-agentic-commerce/ Last updated: 2026-04-19T15:43:09.000Z Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen Ära des digitalen Handels, einer Ära, die so subtil wie tiefgreifend ist: dem**Agentic Commerce**. Während wir uns noch an die Bequemlichkeit des E-Commerce und die Geschwindigkeit von Instant Payments gewöhnen, reift im Hintergrund bereits die nächste Stufe der Evolution heran. Autonome KI-Agenten, ausgestattet mit Gedächtnis, Lernfähigkeit und Handlungsbefugnis, beginnen, die Rolle des aktiven Käufers zu übernehmen. Sie agieren als unsere persönlichen Einkaufsassistenten, die nicht nur Produkte suchen und vergleichen, sondern eigenständig Entscheidungen treffen und Transaktionen auslösen – informiert vom Menschen, ausgeführt von der Maschine. Diese Entwicklung, angetrieben durch die rasante Weiterentwicklung von künstlicher Intelligenz, verspricht eine Zukunft von beispielloser Effizienz und Hyper-Personalisierung. Stelle Dir einen Agenten vor, der Deine Präferenzen so gut kennt, dass er den Wocheneinkauf erledigt, die besten Flugangebote für den nächsten Urlaub bucht und proaktiv nachfüllt, was zur Neige geht – alles, ohne dass ein einziger Klick getätigt werden muss. Prognosen zufolge könnten bis 2030 bereits bis zu 12 Billionen US-Dollar des globalen E-Commerce-Volumens über solche Agenten abgewickelt werden. Doch diese stille Revolution wirft eine entscheidende Frage auf, die im Zentrum unseres Whitepapers steht: Ist Agentic Commerce ein **Segen oder ein Fluch** für die Payment- und Handelsbranche? Für die einen ist es ein Segen: die ultimative Form der Kundenorientierung, die Reibungsverluste minimiert und völlig neue Geschäftsmodelle ermöglicht. Für die anderen birgt es einen Fluch: die Gefahr der Disintermediation, bei der Banken und Händler:innen die direkte Beziehung zum Kunden:innen verlieren. Hinzu kommen tiefgreifende Herausforderungen in den Bereichen Sicherheit, Datenschutz und Haftung. Wenn ein Agent einen Kauf tätigt, wer ist dann verantwortlich, wenn etwas schiefgeht? Wie schützen wir uns vor Betrug, der von anderen, bösartigen KI-Agenten in noch nie dagewesenem Ausmaß orchestriert wird? Im Rahmen der [Payment Exchange 26](https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/), dem Gipfeltreffen der Payment- und Banking-Industrie, wollen wir diese Fragen nicht unbeantwortet lassen. Wir haben die führenden Köpfe und Sponsoren der Veranstaltung gebeten, ihre Visionen, Strategien und Bedenken zu teilen. In diesem Whitepaper findest Du Deine Antworten auf die drängendsten Fragen rund um die Zukunft des Agentic Commerce. Tauche mit uns ein in eine Debatte, die die Weichen für die nächste Dekade des Handels und der Zahlungsabwicklung stellen wird. [Jetzt Whitepaper runterladen!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfoi%5F-6H71q7ZM8-57pvDBipd8CAfGJnt8VaSfpZLcq582EAQ/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com) ### „Konsumenten wollen die Kontrolle nicht komplett abgeben“ URL: https://paymentandbanking.com/konsumenten-wollen-die-kontrolle-nicht-komplett-abgeben/ Last updated: 2026-04-19T15:42:53.000Z Pascal Beij schaltet sich aus München in den Videocall zu. Der Chief Commercial Officer des Zahlungsdienstleisters Unzer ist viel unterwegs. Gerade erst war er einer der Top-Speaker auf der Payment Exchange in Berlin, morgen muss er schon wieder nach Frankfurt. Doch für sein Lieblingsthema Agentic Commerce hat er immer Zeit. **Herr Beij, es gibt einen großen Hype um Agentic Commerce. Erhellen Sie uns: Was müssen wir darunter verstehen?** Bisher läuft Online–Shopping von Person zu Person beziehungsweise Firma. Ein Konsument sucht auf einer Webseite nach einem Produkt und bezahlt das selbst. Im Zeitalter von „Agentic Commerce” werden wir nur noch einen KI-Agenten losschicken, der dann für uns im Internet unsere Produkte sucht, auswählt und eigenständig bezahlt. So ein KI-Agent kann beispielsweise ChatGPT von OpenAI oder Claude von Anthropic sein. Es könnte aber auch sein, dass Firmen wie [Booking.com](http://booking.com/?ref=paymentandbanking.com) einen Agenten entwickeln, der dann spezialisiert nach Urlauben sucht. **Wie sähe das aus?** Sie würden in das Chatfenster beispielsweise eingeben, dass Sie zwei Wochen auf die Malediven fliegen wollen und wie ihr Budget aussieht und der KI-Agent würde dann drei Optionen auswählen, die besonders gut zu Ihnen passen. [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) **Und das ist schon Realität?** Nein, da sind wir noch nicht. Solche Szenarien werden vielleicht vereinzelt erprobt und ich bin überzeugt, dass im Laufe des Jahres die erste Agent-zu-Agent-Transaktion auch im deutschsprachigen Raum stattfinden wird, aber das Thema wird noch ein bisschen dauern. So ist das meistens bei Disruptionen: Sie brauchen Zeit, bis sie im Massenmarkt angekommen sind. Ich glaube aber schon, dass in den kommenden fünf Jahren Agenten etwa 20 Prozent aller Online-Umsätze machen. **Das würde auch für Payment-Dienstleister wie Unzer einen massiven Umbruch bedeuten.** Das ist richtig. Wir müssen jetzt viel investieren, um die neuen Protokolle zu integrieren und auch, um neue Technologien zu entwickeln. Bisher galt beim Online-Bezahlen beispielsweise KYC, also Know your Customer, als sehr wichtig. Jetzt kommt KYA, also Know your Agent. Auch braucht es eine Tokenisierung von Kartendetails, da spielen Firmen wie wir ebenfalls eine große Rolle. Und dann werden wir auch immer mehr zum Berater. **Wie meinen Sie das?** Das Zeitalter der Agenten ist gerade für kleine Händler kompliziert. Es gibt verschiedene Agenten, die alle mit unterschiedlichen Protokollen arbeiten. Dazu kommen verschiedene technische Lösungen bei Shopsystemen. All das zu überblicken, ist kompliziert und da sehe ich auch einen Markt für Beratung durch beispielsweise Unzer. **Den Großteil des Geldes werden Sie aber über Transaktionen verdienen. Wie schätzen Sie die Umsatzentwicklung ein?** Der Einkauf über Agenten wird den Markt, glaube ich, vergrößern. Das heißt, es wird mehr Transaktionen geben und damit gibt es mehr Umsatz und das heißt, auch unser Geschäftsvolumen wächst. Inwieweit wir je Transaktion mehr oder weniger verdienen, lässt sich jetzt aber noch nicht sagen. **Firmen wie OpenAI wollen auch Ihren Anteil haben. Zuletzt wurde spekuliert, dass je Transaktion rund vier Prozent fällig werden sollen. Lohnt sich das überhaupt noch für Händler?** Ich halte die vier Prozent sogar für sehr geringe Kosten. Überlegen Sie mal, was Händler sonst für Marketing, Webseiten und so weiter ausgeben mussten. Bei vielen Marktplätzen werden sogar 15 oder 20 Prozent fällig, wenn sie dort verkaufen. Im Vergleich dazu sind vier Prozent sehr fair. **Natürlich nur, wenn die Kunden mitspielen. In den USA hat OpenAI seinen Checkout zuletzt wieder eingestampft. Finden Kunden das einfach nicht so spannend?** Soweit man gehört hat, ging es bei ChatGPT und Shopify vor allen Dingen darum, dass die Händler nicht hinter der Lösung standen, unter anderem, weil es Probleme mit der Besteuerung im System gab. Ich glaube aber schon, dass Konsumenten ein großes Interesse daran haben, mit KI-Systemen einzukaufen. **Warum?** Wir haben Anfang des Jahres eine Umfrage gemacht und dabei kam heraus, dass sich 40 Prozent der Menschen schon vorstellen können, dass eine AI-Agent für sie einkauft. Wichtig ist aber zu verstehen: 60 Prozent der Befürworter wollten immer auch noch einmal checken, was die KI ausgesucht hat und die Zahlung selbst freigeben. Konsumenten wollen die Kontrolle also nicht komplett abgeben. Ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Datenpunkt, wenn wir uns anschauen, wohin die Reise in der näheren Zukunft geht. **Vielen Dank für das Gespräch.** ### EUDI & Payment: Wie Identity zum neuen Vertrauenslayer der digitalen Wirtschaft wird URL: https://paymentandbanking.com/eudi-payment-wie-identity-zum-neuen-vertrauenslayer-der-digitalen-wirtschaft-wird/ Last updated: 2026-04-19T15:42:31.000Z Die digitale Wirtschaft steht an einem entscheidenden Punkt: Identitätssysteme wie die EUDI-Wallet können bestätigen, wer wir sind – Zahlungssysteme übertragen Werte. Doch bislang laufen beide Welten getrennt voneinander. Genau diese Lücke wird zunehmend zum Problem, vor allem mit Blick auf Agentic AI, bei der KI-Agenten im Namen von Menschen handeln und bezahlen. Auf der Payment Exchange diskutierten Norbert Sagstetter (EU-Kommission), Hagen Saxowski (Digitalministerium) und Oliver Lauer (DSGV) gemeinsam mit Moderatorin Esther Menhard, wie genau dieser neue „Vertrauenslayer“ entstehen kann. ## **EUDI als Ermöglichungsraum – nicht als Regulierungshürde** Lange galt Regulierung in der Fintech-Welt als Innovationsbremse. Im Kontext der digitalen Identität dreht sich dieses Bild. Die EUDI wird zunehmend als Plattform verstanden, die neue Geschäftsmodelle erst möglich macht. Der Staat sieht sich dabei nicht als Produktbauer, sondern als Orchestrator. Ziel ist es, eine Infrastruktur zu schaffen, auf der private Anbieter aufsetzen können. Gerade dieser Schulterschluss zwischen Staat und Wirtschaft wurde im Panel mehrfach betont – nicht als Pflichtübung, sondern als Voraussetzung für ein funktionierendes Ökosystem. ## **Vom Wallet zur Infrastruktur – ein neuer Branchenstandard** Die EUDI ist dabei kein einzelnes Produkt und auch keine zentrale Plattform. Vielmehr entsteht ein offener Branchenstandard, an dem unterschiedliche Akteure teilnehmen können. Wer die Infrastruktur konkret betreibt, ist noch offen – klar ist aber, dass es kein zentrales Monopol geben soll. Besonders spannend: Die Entwicklung erfolgt iterativ und transparent. Große Teile der technischen Grundlagen werden offen bereitgestellt und können von der Community eingesehen und kommentiert werden. Ein Ansatz, der in dieser Form neu für regulatorische Projekte ist. ## **Vertrauen als zentrale Währung** Am Ende geht es um Vertrauen und genau hier setzt die Kombination aus Identity und Payment an. Wenn staatlich verankerte Identität auf moderne Zahlungsinfrastruktur trifft, entsteht ein neuer Rahmen, der sowohl Sicherheit als auch Innovation ermöglicht. Gleichzeitig steht Europa vor einer strategischen Aufgabe: Es geht nicht nur darum, eigene Lösungen zu entwickeln, sondern auch darum, Bürger:innen vor einer zu starken Abhängigkeit von großen Tech-Konzernen zu schützen. Die EUDI könnte damit mehr sein als nur ein weiteres Digitalprojekt. Sie hat das Potenzial, zum Fundament einer souveränen digitalen Wirtschaft in Europa zu werden – vorausgesetzt, Staat und Privatwirtschaft schaffen es, diesen Vertrauenslayer gemeinsam aufzubauen. ### Agentic Payments: Wenn KI-Agenten zahlen – Bedeutung für Regulierung und Haftung URL: https://paymentandbanking.com/agentic-payments-wenn-ki-agenten-zahlen-bedeutung-fur-regulierung-und-haftung/ Last updated: 2026-05-11T05:47:36.000Z In dieser Folge spricht Kevin Hackl mit Virginie Dangel, VP BD Enterprise EMEA bei Worldpay, über Agentic Payments und warum das vor allem ein Infrastruktur- und Regulierungsproblem ist, bevor es ein UX-Thema wird. KI-Agenten, die eigenständig Transaktionen auslösen, sprengen das bestehende Rahmenwerk: PSD2, SCA und Haftungsregeln wurden schlicht nicht für autonome Agenten gebaut. Vieles auf der Zahlungsinfrastruktur-Ebene ist dabei bereits vorhanden – Tokenisierung etwa funktioniert. Was sich fundamental verändert, ist die Frage wo und wie gekauft wird: Der klassische eCommerce-Checkout wird zum Auslaufmodell, wenn Agenten den Kaufprozess übernehmen. Wir schauen uns an, was das konkret bedeutet – für Autorisierung, Identitätsprüfung und den viel zitierten „Human in the Loop“. Dazu Worldpays eigene Marktdaten aus sieben Ländern: Warum liegt China vorne, Frankreich abgeschlagen? Und was ist diesmal wirklich anders als beim großen Conversational-Banking-Versprechen rund um Alexa? Die Worldpay-Studie zur regionalen Adaption gibt’s hier:[ https://www.worldpay.com/en/agentic-commerce-report](https://www.worldpay.com/en/agentic-commerce-report?ref=paymentandbanking.com) Jetzt reinhören! [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ### Inkasso im KI-Zeitalter URL: https://paymentandbanking.com/inkasso-im-ki-zeitalter/ Last updated: 2026-03-27T10:47:32.000Z ## **Datenmanagement als Grundlage für innovative KI-Anwendung** Spätestens jetzt steht fest: an KI führt kein Weg vorbei. Die erste Hürde dabei ist aber oft nicht die Bereitschaft, existierende Prozesse anzupassen oder gar neu zu gestalten, sondern wie KI-tauglich die Datengrundlage des Unternehmens ist. Hier zahlt es sich aus, wenn Unternehmen seit Jahren eine KI-orientierte Datenstrategie verfolgt haben. Das bedeutet einerseits, dass die Daten sauber und zentralisiert einer KI zur Verfügung gestellt werden können. Entscheidend sind dabei mehrere Aspekte: Normalisierte Formate trotz Vielfalt der geschäftlichen Tätigkeitsbereiche. Zentralisierte Zusammenlegung der Daten trotz geographischer Expansion. All dies beeinflusst den späteren Erfolg einer KI-Entwicklung maßgeblich. Andererseits ist es wichtig, dass die Daten das Trainieren und die Auswertung von KI-Modellen erlauben, was eine enge abteilungsübergreifende Zusammenarbeit erfordert. Dabei stellen sich zentrale Fragen: Ist es möglich, historische Daten retroaktiv zu kalkulieren, wenn eine neue Datenquelle implementiert wird, die somit die Verwertung älterer Fälle ermöglicht? Ist man in der Lage, die Daten so zu anonymisieren, dass man den DSGVO Pflichten des Unternehmens nachkommt und trotzdem den Modellen historische Daten zur Verfügung stellen kann? Besteht die Möglichkeit, anhand der Daten die Genauigkeit entwickelter Modelle auszuwerten? Letzteres ist beispielsweise durch die stark zunehmende Implementierung von Large Language Models (LLMs) und KI-Agenten in unstrukturierten Prozessen zu einer zentralen Fragestellung für viele Unternehmen geworden. ## **Die Entwicklung von KI-Systemen** Nachdem man eine solche Datenstruktur aufgesetzt hat, muss das gesamte Produkt zu einem datengetriebenen KI-System umgewandelt werden. Das bedeutet in der Praxis, dass das Produkt modulare Möglichkeiten bieten muss, die je nach KI-Entscheidung andere Parameter einsetzen würden. Diese Systeme müssen also verschiedene Aktionspunkte umsetzen können, die von einer KI im Hintergrund entschieden und gesteuert werden. Ein Beispiel: Ein Kommunikationssystem kann vor jeder Sendung einer Nachricht ein Modell abfragen, welche Tonalität verwendet werden muss, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erhalten. Nachdem das Modell anhand von Daten eine Entscheidung getroffen hat, setzt das System diese entsprechend um. Nach Ausführung dieser Aktion muss das System den KI-Output in die Datenablage speichern, um Transparenz sowie spätere Verbesserungsmöglichkeiten zu schaffen. ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/03/image-1300x681.png) Damit ein Produkt tatsächlich zum KI-System wird, muss dieses Muster für möglichst viele Anwendungen wiederholt werden, bis die KI zum Kern der Applikation wird und das Produkt die verschiedenen KI-Entscheidungen konkret ausführt. Die Fortschritte im Bereich von Agentic AI machen diese Zusammenknüpfung von Produkt und KI noch wichtiger. Jetzt können KI-Systeme eine größere Vielfalt von Aktionen steuern, wie z.B. Rechnungen herunterladen, auslesen und die Buchungsanweisungen bestimmen, oder im Kundenservice eine Nachricht auslesen und im System die nötigen Informationen zur Lösung eines Tickets aussuchen. ## **Umsetzung für Inkasso-KI** PAIR Finance wurde 2016 mit der Vision gegründet, dass Inkasso durch den Einsatz von KI komplett anders aussehen kann. Da Inkasso zum großen Teil auf Kommunikation mit Verbraucher\*innen basiert, die verschiedene Eigenschaften besitzen und sich in stark unterschiedlichen finanziellen Situationen befinden, besteht hohes Personalisierungspotenzial, um den Inkassoprozess ähnlich wie das digitale Marketing zu optimieren. Kommunikationsstrategien, die auf die Person zugeschnitten sind, führen zu größerer Kundenzufriedenheit und stärkerer Rückführungsquote. Dieser Ansatz hat sich in der Praxis bewährt: PAIR Finance betreut heute über 600 Geschäftskunden in ganz Europa, darunter namhafte Unternehmen wie Klarna, Zalando und HelloFresh. Allein 2025 kamen 3,1 Millionen neuen Verbraucher\*innen auf der Plattform hinzu. PAIR Finance wendet im Kern zwei Typen von KI-Algorithmen an: Reinforcement Learning Modelle für die Bestimmung von Outbound Kommunikation und KI-Agenten auf Basis von LLMs für die Bearbeitung und automatische Lösung von Inbound Tickets. Beides wurde dadurch möglich, dass das gesamte Produkt von PAIR Finance um KI gebaut ist: Vor der Sendung jeder Kommunikation ruft das System mehrere Modelle ab, die basierend auf die Merkmale der Verbraucher\*innen verschiedene Aspekte der Kommunikation anpassen. Bei Kontaktaufnahme der Verbraucher\*innen werden ebenfalls mehrere KI-Agenten abgerufen, die bestimmen, wie auf die Kommunikation reagiert werden muss. Die Datenbasis für diese KI-Entscheidungen umfasst 10 Milliarden von Verbraucher\*innen generierte Datenpunkte und 30.000 Kommunikationspfade, die eine personalisierte Ansprache ermöglichen. Die KI von PAIR Finance wählt Kommunikationsstrategien (Tonalität, Uhrzeit, Kanal), passt Zahlungsmethoden an, bucht Zahlungen, fragt zusätzliche Informationen ab und schließt autonom Zahlungslösungen ab. All diese Aktionen werden systematisch im Daten-Warehouse gespeichert, was die Verbesserung dieser Entscheidungen im Laufe der Zeit erlaubt. Zusätzlich dazu können jederzeit einzelne Modelle mit neuen Ansätzen herausgefordert werden, die im Rahmen A/B Tests gemessen werden. Das Ergebnis: Mehr als 70 % der Fälle werden heute vollständig von der KI-Technologie gelöst. Dank der Implementierung von LLMs konnten menschliche Agents in 2025 zudem 60 % mehr Fälle bearbeiten als zuvor. Diese Herangehensweise führt dazu, dass die Rückführungsquote für Gläubiger deutlich höher ausfällt und Kundinnen trotz Zahlungsstörung loyal der Marke gegenüber bleiben. Konkret liegt die Rückführungsquote 10-15 % höher als bei traditionellen Inkassoanbietern. Gleichzeitig gehen nur 5-10 % der Fälle vor Gericht, ein klarer Beweis für den deeskalierenden Ansatz.In randomisierten A/B Tests hat PAIR Finance außerdem herausgefunden, dass Verbraucher\*innen die Inkasso-Erfahrung besser bewerten, wenn ihr Anliegen von der KI bearbeitet wurde. Das hängt nicht nur mit der Beschleunigung und der geringeren Fehlerquote zusammen, sondern auch mit dem Stigma, den viele im Umgang mit Inkasso empfinden. Eine europäische Studie, die PAIR Finance zusammen mit der Hochschule Fresenius durchgeführt hat, hat z.B. herausgefunden, dass Verbraucher\*innen den Umgang mit der KI bevorzugen, da sie sich anders als mit einem menschlichen Berater nicht wegen ihrer Schulden stigmatisiert fühlen. Daraus lässt sich deutlich schließen: im Inkasso erwarten heute beide Parteien, die Gläubiger\*innen und die Schuldner\*innen, dass der Prozess anhand von KI-Systemen optimiert und vereinfacht wird. ### Revolut: Auf dem Weg zur Weltbank URL: https://paymentandbanking.com/revolut-auf-dem-weg-zur-weltbank/ Last updated: 2026-03-27T10:46:00.000Z Erfolg dürfte man auf den oberen Etagen des Glasturms in der Londoner Canary Wharf gewöhnt sein, wo Revolut hinter den markanten Wabensäulen seit einem halben Jahr seinen Hauptsitz hat. Das vergangene Jahr war nicht nur in dieser Hinsicht ein echter Gamechanger. Die Neobank konnte ihr internationales Geschäft stark ausbauen, ist mittlerweile nicht nur in Großbritannien, sondern in Europa, aber auch in Schwellenländern wie Mexiko oder Brasilien stark unterwegs. Um das alles abzurunden, erhielt das Geldhaus vor nicht einmal zwei Wochen die lang ersehnte Banklizenz von der britischen Aufsicht. Und nun veröffentlicht das Institut in seinem Jahresbericht Zahlen, die es in sich haben. „Gemeinsam haben wir die Messlatte im Banking erneut höher gelegt”, schreibt Revolut in einer Nachricht an ihre Kund:innen. ## **Wachstum auf allen Ebenen** Im Marketing-Sprech bedeutet das soviel wie: „Wir haben verdammt viel Geld verdient.“ Denn der Nettogewinn der Neobank stieg 2025 auf 1,5 Milliarden Euro, ein Plus von über 60 Prozent zum Vorjahr. Revolut ist damit im fünften Jahr in folge profitabel. Der Umsatz stieg fast ebenso stark von 3,7 auf 5,3 Milliarden Euro. Die Gewinnmarge erhöhte sich leicht auf 38 Prozent. Möglich war das auch, weil viele der nach eigenen Angaben mittlerweile über 68 Millionen Kunden Einlagen bei der Bank hinterlegten. Ihr Gesamtvolumen wuchs auf fast 58 Milliarden Euro an. Revolut wird derzeit mit 75 Milliarden Dollar bewertet. [](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?utm%5Fsource=paymentandbanking&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fcampaign=aml%5Fstudy%5F2025&utm%5Fcontent=article) ## **Wachstum in Deutschland vergleichsweise gering** Auch wenn die Bank im deutschen Markt zulegt, ist das Wachstum vergleichsweise zäh. In Deutschland hat die Bank mittlerweile laut eigenen Angaben drei Millionen Kunden, wovon 800.000 im vergangenen Jahr dazu kamen. Dabei ist Deutschland noch ein Land mit eher langsamem Wachstum. Denn Weltweit kamen laut Revolut 16 Millionen Kund:innen dazu. Während in Ländern wie Spanien, Frankreich, Polen und Italien fast oder mehr als ein Drittel der Erwachsenen, die ein neues Bankkonto eröffnet haben, das laut eigenen Angaben bei Revolut machten, liegt der Wert in Deutschland lediglich bei 18 Prozent. Nur hier liegt Trade Republic im Wachstum vor den Briten. Das dürfte Revolut aber gerade verschmerzen: Zwar ist Deutschland der größte, aber eben auch ein sehr komplizierter Markt – und am Ende auch nur einer von vielen. Besonders im Heimatmarkt Großbritannien hat das Institut mit der neuen Banklizenz nun die Möglichkeit, Einlagen über 50.000 Pfund für seine Kund:innen zu halten. ## **Erträge kommen überwiegend aus Gebühren** Was Revolut ebenfalls optimistisch stimmt, betonen die Briten sehr häufig im Geschäftsbericht: Die Ertragsquellen sind angeblich überwiegend gebührenbasiert also weniger abhängig von Zinsumfeld und Konjunktur. Neben Zinsen sind das Abonnements, Einnahme aus dem Währungstausch und das Geschäft mit Anlagen und Investments (Wealth). ## **Kartengeschäft ist wichtiger Treiber** Dabei tun sich besonders Erträge aus dem Kartengeschäft hervor. Sie machen weiterhin etwa 22 Prozent, und damit die größte Quelle der Umsätze aus. Die Zahlungsterminals von Revolut gibt es mittlerweile in 19 Ländern und die Debitkarte von Mastercard ist eigenen Angaben zufolge ein Erfolg. Die New-Debits sind im Vergleich zu nationalen Kartenlösungen wie der Girocard mit höheren Interchange-Gebühren verbunden – ein Ertragstreiber für Banken wie Revolut. Für die Beliebtheit dürfte auch das Punktesystem (RevPoints) sorgen, das Kund:innen sonst nur bei Kreditkarten gewöhnt ist und das laut Revolut in Europa mittlerweile 17 Millionen Teilnehmer:innen hat. Die Loyalty-Punkte können sie in Flugmeilen, Hotelübernachtungen und andere Vorteile umtauschen. ## **Die Geschäftsbank von Morgen?** Mit Abonnements verdiente Revolut über 15 Prozent der Erträge – bei einem eher geringen Wachstum. Welcher Anteil der privaten Kund:innen zahlende Abonnent:innen sind, verrät die Bank nicht. Ausgehend von den Erträgen sollte der aber nicht gestiegen, sondern eher geschrumpft sein. Denn bei den Geschäftskund:innen wächst Revolut. Um 33 Prozent auf 767.000 konnte die Bank hier zulegen, während das Transaktionsvolumen dieser Konten um mehr als 50 Prozent stieg. Der Erfolg von Revolut ruft die traditionellen Banken auf den Plan. Die sehen die Entwicklung des Fintechs offenbar als Warnung und versuchen ihrerseits ein breites digitales Angebot aufzubauen. JP Morgan Chase hat beispielsweise im Heimatmarkt von Revolut das Warten auf deren Lizenz genutzt und dort mit über zwei Millionen Kunden beträchtlichen Erfolg als Digitalbank. Sollten Banken Ländern dem gleichtun, wird das eine Herausforderung für das glänzende Geschäft. Der Wettbewerb könnte sich verstärken und die Margen verringern, schreibt Revolut auch deshalb in seinem Geschäftsbericht 2025\. ### Liquiditätsmanagement in mehreren Währungen: Warum Vivid mehr ist als eine Neobank URL: https://paymentandbanking.com/liquiditatsmanagement-in-mehreren-wahrungen-warum-vivid-mehr-ist-als-eine-neobank/ Last updated: 2026-05-12T19:11:09.000Z Unser Anlass für das Gespräch ist ein konkreter Produktmoment der letzten Wochen. Vivid hat ein neues Feature gelauncht, das Liquiditätsmanagement für Dollar und Pfund. Im Podcast wird schnell klar, warum das mehr ist als „nur eine weitere Funktion“. Viele KMUs arbeiten heute nicht mehr nur in Euro, sondern regelmäßig auch mit USD und GBP (Kunden, Rechnungen, internationale Partner). Werden diese Währungen laufend konvertiert, sind die einzelnen FX-Kosten vielleicht klein, aber über das Jahr eben spürbar. Genau hier setzt Vivid an: USD/GBP-Zinskonten, die es Unternehmen ermöglichen, vorhandene Guthaben in verschiedenen Währungen direkt im Geschäftskonto zu verzinsen und flexibel zu nutzen. Warum es sich lohnt reinzuhören: Weil man in unserem Gespräch merkt, dass wir hier nicht über „noch eine Neobank“ sprechen. Der Aha-Moment ist der Perspektivwechsel: Zinskonten für währungsübergreifende Liquiditätssteuerung zeigen , wie Vivid vom Konto zur Plattform denkt. Nicht für Buzzwords, sondern für Entscheidungen im Alltag: Geld halten, verzinsen, bewegen, planen und das über Währungen hinweg. [](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) Und das ist nur der Anfang. Wir gehen in der Folge auch noch tiefer: - Warum das Thema Treasury gerade im Mittelstand plötzlich relevant wird und wie Vivid den Einstieg dafür baut - Warum Automatisierung und Integrationen der Hebel sind, um Themen wie Tax/Legal endlich „mitzuziehen“ - Und wie Vertrauen entsteht, wenn eine Plattform mehr Verantwortung übernimmt als nur Kontoführung Eine Folge und Gespräch: Zwischen Konto und Betriebssystem. Zwischen Zins und Liquidität. Zwischen Plattform-Versprechen und konkretem Nutzerproblem. ### AML-VO: Was die Aufsicht wirklich sehen will URL: https://paymentandbanking.com/aml-vo-was-die-aufsicht-wirklich-sehen-will/ Last updated: 2026-03-27T10:35:11.000Z Bislang verlangte das Geldwäschegesetz (GWG) in erster Linie, dass Policies, Prozesse und Dokumentation vorhanden sind. Die AML-VO will sehen, dass sie funktionieren. Dieser Paradigmenwechsel hin zu „operativer Wirksamkeit” zieht sich durch die gesamte EU-Geldwäscheverordnung. ## **Was „operative Wirksamkeit“ in der Praxis bedeutet** Die AML-VO ist kein bloßes Regelwerk, sondern ein methodischer Umbau des AML-Systems. Unter der Verordnung basiert das Design des AML Operating Models auf neuen Grundprinzipien: **Harmonisierung, Prüfbarkeit und Nachweisbarkeit.** Es geht dabei nicht mehr primär um die juristische Auslegung von Normen, sondern um deren technische und organisatorische Operationalisierung. Diese neuen Grundprinzipien machen „operative Wirksamkeit” zu einer ganzheitlichen Aufgabe: Alle Dimensionen des Operating Models – z.B. Prozesse, Daten und Governance – müssen so aufgebaut werden, dass sie messbar funktionieren und kontinuierlich verbessert werden können. ## **Der Weg zur Wirksamkeit: Systematisches Vorgehen** Der Übergang zu operativer Wirksamkeit umfasst vier wesentliche Dimensionen: **Wirksamkeit messbar machen:** Alle Dimensionen des AML Operating Models benötigen quantifizierbare Kennzahlen. Bei Prozessen sind das zum Beispiel Vollständigkeitsraten oder Durchlaufzeiten bei der UBO-Ermittlung, bei Governance Effektivitätstests von Kontrollen, bei Daten Qualitätsmetriken. Ohne messbare Kennzahlen bleibt Wirksamkeit eine Behauptung. **Ursachenanalysen systematisieren:** Bei festgestellten Problemen erfolgt eine strukturierte Analyse in allen Dimensionen. Beispiel Prozesse: Liegt der Mangel auf Policy-Ebene, im prozessualen Verfahren oder in der Arbeitsanweisung? Diese Differenzierung bestimmt, wie später nachgebessert werden muss. **Verbesserungsmaßnahmen implementieren:** Nach der Ursachenanalyse folgt das systematische Beheben von Mängeln – sei es durch Anpassungen von Prozessen und Governance-Strukturen oder der Verbesserung der Datenqualität beziehungsweise -herkunft. Die neuen Verfahren müssen entwickelt, genehmigt und getestet werden. Durch neue Wirksamkeitsmessungen startet der Kreislauf von vorne. **Kontrollen überprüfen:** DieGovernance-Anforderungen verschärfen sich erheblich. Das GwG forderte eine unabhängige Prüfung der internen Strategien und Verfahren nur „soweit angemessen“; die AML-VO macht eine Überprüfung der internen Strategien, Verfahren und Kontrollen verbindlich. Beispiel Berechtigungsprinzip: Getrennte Rollen für die Änderung und Freigabe von bestimmten Datenänderungen muss künftig stichprobenweise überprüft werden. Parallel etabliert die AML-VO klare Hierarchien: Interne Strategien müssen vom Leitungsorgan genehmigt werden; Verfahren und Kontrollen sind künftig mindestens auf Ebene der Compliance Manager zu verantworten. [](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?utm%5Fsource=paymentandbanking&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fcampaign=aml%5Fstudy%5F2025&utm%5Fcontent=article) ## **Konkrete Beispiele: Der Unterschied in der Praxis** **Screening-System** **Früher (GwG):** „Wir haben ein PEP- und Sanktions-Screening implementiert und die Regeln für die Thresholds und Treffer-Bearbeitung dokumentiert. Alle Kunden werden geprüft.“ **Heute (AML-VO):** „Unser Backtesting mit bekannten Treffern hat eine 99,5-prozentige korrekte Erkennungsrate ergeben. True-Positive PEP-Treffer führen laut System bei 100 Prozent der Kunden zu einer High Risk Klassifizierung.“ **Datenqualität** **Früher (GwG):** „Kundendaten im KYC-Stammdatensatz sind dokumentiert, Pflichtfelder sind ausgefüllt, Identifizierungsverfahren entspricht § 10 GwG“ **Heute (AML-VO):** „In 95 Prozent unserer KYC-Stammdatensätze sind die Angaben zum wirtschaftlichen Eigentümer widerspruchsfrei, die verbleibenden fünf Prozent liegen zur Überprüfung aktuell bei Compliance.“ ## **Fazit: Von der Last zum Steuerungsinstrument** Die AML-VO verschiebt den Fokus von der Regel zur Wirkung. Prozesse müssen nicht nur existieren, sondern nachweislich funktionieren – mit Kennzahlen, Tests und Optimierungsloops. „Operative Wirksamkeit“ darf daher nicht als Projekt mit Enddatum definiert werden, sondern als belastbarer, kontinuierlicher Steuerungskreislauf aus Messen, Analysieren und Nachjustieren. Die AML-VO zwingt Verpflichtete, genau diesen Kreislauf nachzuweisen. Das erhöht kurzfristig den Aufwand, schafft aber langfristig mehr Klarheit über Risiken, Prozessqualität und Verantwortlichkeiten. Im nächsten Artikel zeigen wir, wie Sie die AML-VO-Anforderungen in die Praxis umsetzen. ### KI-Agenten außer Kontrolle? Sicherheitslücken, Regulierung und neue Player URL: https://paymentandbanking.com/ki-agenten-ausser-kontrolle-sicherheitslucken-regulierung-und-neue-player/ Last updated: 2026-05-12T19:12:11.000Z ## **KI-Agenten und Sicherheitslücken: Wenn Automatisierung neue Risiken schafft** Ein Hack der internen KI-Plattform „Lily“ von McKinsey sorgt für Aufmerksamkeit. Besonders brisant: Der Angriff erfolgte offenbar durch einen KI-Agenten – ohne klassische Zugangsdaten und mit einer vergleichsweise simplen SQL-Injection. Die Folge war Zugriff auf Millionen Chatverläufe, sensible Dateien und interne Informationen. Dabei zeigt sich eine neue Qualität von Angriffen. KI-Agenten können automatisiert, skaliert und mit deutlich geringeren Einstiegshürden eingesetzt werden als klassische Methoden. Für Banken, Zahlungsanbieter und andere kritische Infrastrukturen entsteht dadurch ein deutlich erweitertes Risikoprofil. ## **Agentic AI in der Praxis: Neue Tools, neue Interfaces, neue Arbeitsweisen** Parallel dazu entwickeln sich konkrete Anwendungen rasant weiter. Tools wie Claude Copilot, Perplexity oder neue Agenten-Funktionen ermöglichen es, Aufgaben automatisiert zu übernehmen – von Präsentationen über Preisüberwachung bis hin zur Terminorganisation. Auffällig ist die Verschiebung der Nutzung: weg von klassischen Interfaces, hin zu kontextbasierten, automatisierten Abläufen. Software wird weniger bedient, sondern zunehmend gesteuert. Agenten übernehmen dabei operative Aufgaben eigenständig oder teilautonom. ## **Regulierung, Militär und Big Tech: KI wird strategisch und politisch** Auch die politische Dimension nimmt deutlich zu. In den USA verschärfen sich Konflikte rund um KI-Anbieter wie Anthropic, während gleichzeitig die Integration von KI in militärische Prozesse voranschreitet. Besonders sensibel ist die Diskussion um das Training von Modellen mit nicht-öffentlichen, sicherheitsrelevanten Daten. In Europa zeigt sich ein anderes Bild: Teile des EU AI Act werden verschoben, insbesondere im Bereich Hochrisiko-KI. Gleichzeitig werden zusätzliche regulatorische Anforderungen vorbereitet. Es entsteht ein Spannungsfeld zwischen Innovationsdruck und Regulierungsanspruch. ## **AI in Finance: Payments, Kartenmodelle und neue Infrastruktur** Im Finanzbereich zeichnen sich konkrete Entwicklungen ab. Dazu gehören virtuelle, temporäre Kreditkarten für KI-Agenten sowie erste Ansätze im Bereich Agentic Payments. Ziel ist es, Automatisierung zu ermöglichen, ohne Sicherheits- und Autorisierungsmechanismen aufzugeben. Ergänzt wird das durch neue Plattform- und Infrastrukturthemen, etwa AI-Rechenzentren oder spezialisierte Anwendungen im Finanzkontext. Insgesamt wird deutlich: Die technologische Entwicklung schreitet schnell voran, während Governance, Sicherheit und Regulierung Schritt halten müssen. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! [](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Deutsche Banken finanzierten 2025 hauptsächlich KI und Krypto URL: https://paymentandbanking.com/deutsche-banken-finanzierten-2025-hauptsachlich-ki-und-krypto/ Last updated: 2026-03-27T10:41:30.000Z Seit 2020 tracken wir regelmäßig, in welche Fintechs in Deutschland tätige Banken so ihr Geld stecken. Für das vergangene Jahr haben wir zwanzig neue Investitionen identifiziert. Sie verteilen sich auf sechzehn Banken und Venture Capital-Töchter, die insgesamt in vierzehn verschiedene Fintechs investiert haben. Elf der Fintechs haben ihren Sitz in Deutschland, zwei weitere kommen aus Frankreich und der Schweiz. Mit Mondu ist auch ein niederländisch-deutsches Unternehmen vertreten. Somit umfasst unser Gesamtüberblick nun 135 Investitionen von 25 Banken in 101 verschiedene Fintech und Insurtech in einem Zeitraum von fünf Jahren. Eine Zusammenfassung für den Zeitraum 2020 bis 2024 gibt es [hier](https://paymentandbanking.com/in-diese-fintechs-haben-deutsche-banken-seit-2020-investiert-die-ultimative-infografik/). Im Vergleich zu 2024 hat die Zahl der Beteiligungen 2025 wieder zugenommen. Die Bank mit den meisten Beteiligungen bleibt die Commerzbank: Sie hat im Jahr 2025 weitere drei Investitionen getätigt. Innerhalb von fünf Jahren hat sie damit 23 Fintechs und sechs Insurtechs Geld zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr gab es außerdem drei Beteiligungen an Fintechs aus dem im Mai aufgelegten Redstone Fintech & Beyonds Fonds III, dem Nachfolger-Fonds von VR Ventures. Die Berliner Volksbank ist weiterhin Ankerinvestor, auch einige der ehemaligen Genossenschaftsbanken sind weiterhin beteiligt. Jedoch ist der Fonds nun auch für externe Investoren geöffnet. Die restlichen vierzehn Investitionen verteilen sich auf die Baader Bank, die Börse Stuttgart, HSBC, J.P Morgan, die Hamburger Sparkasse, die Sparkasse Ludwigsburg, die Sparkasse Hannover, die Sparkasse KölnBonn, die Unicredit, die Westendbank, die genossenschaftliche Handels- und Gewerbebank, die Hannoversche Volksbank und die VR-Bank Donau-Mindel. [**Hier in hoher Auflösung downloaden**](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSeWjfNREa2UC2zaHBHRayFzOX74XfAqCxyvM4Gc6ldoQ-T59A/viewform?usp=publish-editor&ref=paymentandbanking.com) ![](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/03/Bank-Investments-in-Fintech-2020-2025.jpg) ## **Trendthemen KI und Krypto** An den unterstützten Fintechs zeigt sich deutlich, welche Trends Banken gerade umtreiben: Ein Großteil des Geldes floss in Start-ups, die sich mit KI-Anwendungen für die Finanzbranche beschäftigten oder mit dem Thema Investieren beschäftigen, wobei ein Schwerpunkt auf dem Bereich Krypto liegt. Im Bereich KI beteiligte sich die Commerzbank an einer 30 Millionen Euro-Finanzierungsrunde für das schweizerische Start-up Unique, das KI-Lösungen für das Asset Management, das Wealth Management und das Banking entwickelt und nun in die USA expandieren will. Redstone finanzierte Kertos, ein Unternehmen, das Compliance-Lösungen für verschiedene Branchen anbietet, darunter die Umsetzung der DORA. Mehrere Genossenschaftsbanken und Sparkassen steckten Kapital in Neoshare, eine KI-gestützte unabhängige Plattform für gewerbliche Immobilienfinanzierung. Die Westend Bank tätigte eine strategische Investition in Risiq und bietet nun ihren Kunden deren System zur Risikoidentifikation und -steuerung an. Die White-Label Steuerlösung für Banken AnyTax schloss eine Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro ab. Zu den Investoren gehört IBB Ventures, die eigenständige Venture Capital-Einheit der IBB. Auch bei Krypto-Lösungen gibt es zwei Beteiligungen, die mit strategischen Kooperationen einhergehen: Die Commerzbank ist seit vergangenem Jahr Gesellschafter beim Krypto-Emittenten Nxt Assets, einem Joint Venture von 360T, Vontobel, Bergos, Interactive Brokers, der Börsenmedien AG und Flatex Degiro. Die Privatbank ist nun der zweite Verwahrpartner des Unternehmens und erweitert dabei sein eigenes Digital-Assets Geschäft. Die Baader Bank kooperiert schon seit 2022 mit dem Kryptoverwahrdienstleister Tangany. Mit der neuerlichen Beteiligung will sie ihr Angebot im Kryptohandel weiter ausbauen. Weiterhin erhielt Deblock Geld von Commerz Ventures. Das französische Fintech bietet über einen Zugang sowohl ein traditionelles Bankkonto als auch eine Krypto-Wallet und nutzt das Geld aus der Finanzierungsrunde, um in Europa zu expandieren. NaroIQ bietet die Auflage von ETFs an und bekam Geld von Redstone. [](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) ## **Auch Kredit und BNPL ist weiterhin ein Thema** Auch für Fintechs im Bereich Kredit und BNPL gab es 2025 erneut Geld und Finanzierungszusagen. Re:cap erhielt 125 Millionen Euro für die Kreditvergabe von HSBC Innovation Banking, der Venture Capital-Tochter von HSBC. J.P Morgan Payments unterstützte den BNPL-Anbieter Mondu mit einer Kreditlinie in Höhe von 100 Millionen Euro bei der europäischen Expansion. Unicredit steckte derweil zehn Millionen Euro in Banxware. Darüber hinaus arbeitet der KMU-Finanzierer nun mit den zu Unicredit gehörenden Plattformen Aion und Vodeno zusammen. Das 2024 gestartete Fintech Credibur sammelte für die Markteinführung seiner Kreditplattform 2,2 Millionen Euro ein, unter anderem von Redstone. Nicht ganz in den Trend passt dagegen die Investition der Börse Stuttgart in Solaris. Gemeinsam mit der japanischen Bank SBI sicherte die Börse Stuttgart das Fortbestehen des API-Banking-Anbieters. *Wir haben eine Finanzierung vergessen? Wir freuen uns auf Hinweise aus der Community per Mail an* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ### Exklusiv: CEO von IDnow spricht über digitale Identität URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-ceo-von-idnow-spricht-uber-digitale-identitat/ Last updated: 2026-05-12T19:12:53.000Z IDnow hat sich in den letzten zehn Jahren von der reinen Video-Identifikation wegentwickelt. Heute entfallen über 60 Prozent der Transaktionen auf automatisierte Verfahren. Rund 40 Prozent des Umsatzes werden mittlerweile außerhalb des deutschen Heimatmarktes generiert, wobei Frankreich nach einer Akquisition ein Kernmarkt ist. ## Die regulatorische Welle 2027 Mit der Umsetzung von EIDAS 2.0 und der Einführung der EUDI-Wallets ab 2027 erwartet Bodczek eine Zunahme der Komplexität. - Wallet-Vielfalt: Schätzungen gehen von bis zu 100 verschiedenen privaten und staatlichen Wallets aus, die Institute akzeptieren müssen. - Orchestrierung: Der Fokus von IDnow verschiebt sich darauf, diese Vielzahl an Schnittstellen für Unternehmen in einer Plattform zu bündeln. - Harmonisierung: Die EU-weiten Standards werden lokale Insellösungen ablösen und den Wettbewerb durch außereuropäische Player verschärfen. ## Conversion und Betrugsprävention Die Wahl des Ident-Verfahrens beeinflusst die Abbruchraten massiv. Während Video-Ident bei ca. 85 Prozent liegt, ermöglichen automatisierte Verfahren (z. B. eID via NFC) Quoten von über 90 Prozent. Im Bereich Sicherheit setzt das Unternehmen verstärkt auf Score-basierte Risikoanalysen. Dabei werden neben dem Ausweisdokument auch Gerätesignale und Verhaltensmuster geprüft, um Deepfakes und professionelle Betrugsversuche zu erkennen. ## Marktprognose Bodczek erwartet eine deutliche Konsolidierung: In drei bis fünf Jahren werden voraussichtlich nur noch zwei bis drei große Anbieter den europäischen Markt für Identität und Betrugsprävention maßgeblich bestimmen. Das gesamte Gespräch über die Zukunft der digitalen Identität und die Herausforderungen für den europäischen Finanzmarkt hört ihr in der aktuellen Folge unseres FinTech Podcasts. ### Die Agenten werden uns nicht retten URL: https://paymentandbanking.com/die-agenten-werden-uns-nicht-retten/ Last updated: 2026-03-27T10:41:05.000Z Die Begeisterung für Agentic Commerce ist groß. Händler wie Otto und Amazon, große KI-Firmen wie OpenAI und Google, Zahlungsdienstleister wie Adyen und Visa: Sie alle glauben, hier die nächste Revolution des Einkaufens entdeckt zu haben. Und es klingt ja auch gut: Jeder Mensch bekommt seinen eigenen Personal Shopper, der selbstständig nach klaren Vorgaben recherchiert, das beste Produkt auswählt und den Kauf abwickelt. Wer auch nur am Rande mit einer der betroffenen Branchen befasst ist, kann sich aktuell vor Mails und Infos kaum retten, die neue Projekte vorstellen und erklären, warum der Absender den nächsten großen Schritt auf dem Weg zum Agenteneinkauf gemacht hat. Allein: Bisher ist in all diesen Ankündigungen noch das Prinzip Hoffnung vorherrschend.[ Bloomberg](https://www.bloomberg.com/opinion/articles/2026-02-18/retail-could-be-the-next-industry-disrupted-by-ai?ref=paymentandbanking.com) kam in dieser Woche in einer Analyse zum Schluss, dass Agentic Commerce bisher „barely a blip“ in der milliardenschweren Welt des E-Commerce sei. Selbst die Strategieberater von PwC, von Dienstwegen eher Optimisten, wenn es um Innovation geht, prognostizieren Agentic Commerce bis 2030[ einen Anteil von 15 Prozent am europäischen Onlinehandel](https://retail-news.de/agentic-ai-ecommerce-2030-potential-studie/?ref=paymentandbanking.com). Und der Onlinehandel selbst macht nicht einmal[ 20 Prozent des Gesamthandels](https://einzelhandel.de/images/Konjunktur/Online%5FMonitor%5F2025%5FHDE.pdf?ref=paymentandbanking.com) aus. Gedämpfte Erwartungen wären also durchaus angemessen. Auch, weil selbst die großen KI-Firmen, die gerade noch großspurig den Handel revolutionieren wollten, zurückgerudert sind. Erst Anfang des Monats gab Open AI bis auf Weiteres den Versuch auf, Kunden direkt über den hauseigenen KI-Chatbot ChatGPT Transaktionen zu tätigen. Stattdessen werden die Kunden auf externe Seiten weitergeleitet. Nun könnte man das sicher auch einfach als Zeichen werten, dass sich Open AI hier mit dem x-ten Nebenprojekt abseits der Entwicklung eigener KI-Modelle einfach übernommen hat. Oder man wertet es als Zeichen, dass Handel und Zahlungsabwicklungen vielleicht doch nicht so einfach zu revolutionieren sind, wie sich das mancher KI-Vordenker dachte. Gerade Zahlungsabwicklungen sind schließlich ein hochreguliertes Umfeld. Betrugs- und Geldwäscheprävention, Rückerstattungen, Stornierungen, dezidierter Kundenservice: Alles notwendig, aber alles auch kompliziert. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2026/03/Ad-Article-Final.png)](https://www.sinpex.de/de?ref=paymentandbanking.com) Nun müssen ja nicht die KI-Firmen selbst den Agentic Commerce vorantreiben. Aber auf Hindernisse treffen auch andere Akteure. Große Händler wie Amazon oder Otto sind eigentlich gut aufgestellt: Sie sind bekannte Marken, denen Kunden vertrauen, eine essenzielle Währung im Handel. „Gerade Amazons Rufus-Bot ist der aktuell reifste Ansatz in dem Bereich“, sagt Sebastian Brecht, Senior Manager und KI-Experte bei der Bankenberatung zeb Consulting. Aber Brecht weist auch darauf hin, dass die Kunden den Bot bisher vor allem als Informationsquelle nutzen und noch nicht, um tatsächlich Transaktionen zu tätigen. KI-Agenten dürften zudem auf eine andere Grenze stoßen: Händler. Diese haben die Hoheit über ihr Portfolio und eigentlich keinen Grund, dieses anderen zugänglich zu machen. Könnte bedeuten: Der Amazon-Agent durchsucht Amazon, der Otto-Agent durchsucht Otto, den Google-Agenten lassen beide nicht rein. Das schränkt die disruptive Wirkung solcher Agenten dann doch ziemlich ein. Den Zahlungsdienstleistern kann das erst einmal egal sein. Sie basteln allesamt nicht an eigenen Agenten, sondern an der dahinterliegenden Infrastruktur. Visa will beispielsweise mit seiner Intelligent-Commerce-Plattform eine API-Suite für die Agenten sein. Das Trusted Agent Protocol der Amerikaner soll Standard für vertrauenswürdige Agenten werden. Ob nun Open AI, Microsoft oder Amazon am Ende den Agenten stellen, ist da zweitrangig. Auch Stripe will mit seinem Agent Commerce Protocol einen offenen Standard für Agentenkäufe schaffen, unabhängig vom Anbieter. Allerdings ist auch der Erfolg all dieser Projekte abhängig vom Erfolg des Agentic Commerce an sich. Wo keiner shoppt, ist halt kein Geld zu verdienen. Egal, wie schön das eigene Protokoll geschrieben ist. Vermutlich wird es noch Jahre dauern, bis sich Standards für Agenten-Transaktionen herausgebildet haben und die Kunden genug Vertrauen in das Prinzip gefasst haben, um dann auch wirklich darüber einzukaufen. Natürlich will niemand am Ende der Geschichte wie Kaiser Wilhelm dastehen, der einst das Auto als temporäre Erscheinung verunglimpfte und die Vorteile des Pferdes lobte. Und vermutlich wird Agentic Commerce in der einen oder anderen Form kommen und eine Rolle spielen. Aber bis dahin würde es nicht schaden, die allseits geäußerte Begeisterung etwas zu regulieren. ### „Wir machen KYB so, wie es 2026 sein sollte“ URL: https://paymentandbanking.com/wir-machen-kyb-so-wie-es-2026-sein-sollte/ Last updated: 2026-03-27T10:40:48.000Z ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Camillo Werdich, CEO und Gründer von Sinpex. Wir sorgen dafür, dass Banken und Fintechs ihre Geschäftskunden in Minuten statt in Wochen onboarden können. Dies geschieht hoch automatisiert, vollständig compliant mit dem Geldwäschegesetz, und ohne dass jemand ein PDF ausdrucken und wieder einscannen muss. Kurz: Wir machen Know-your-Business (KYB) so, wie es 2026 sein sollte. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Wahrscheinlich zwischen 50 und 200 Euro. Ich zahle fast alles digital. Bargeld ist für mich eher Backup als Standard. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Über Umwege: Ich war zuvor bei einer Beratung und konnte nicht glauben, wie viel manueller Aufwand in einer der am stärksten digitalisierten Branchen der Welt noch steckt. Wir diskutieren über Instant Payments und Embedded Finance, aber beim Firmenkunden-Onboarding werden oft noch Handelsregisterauszüge und Gesellschafterlisten per PDF abgelegt und manuell geprüft. Das war für mich nicht akzeptabel und ehrlich gesagt witterte ich schon auch die Chance, die Branche ein Stück besser zu machen und eine SaaS-Firma in diese Lücke zu bauen. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Kein Firmenkunde will wochenlang auf eine Kontoeröffnung warten und kein Vertriebsteam will Deals verlieren, weil die Compliance noch Dokumente jagt. Aber die Gegenseite ist genauso wichtig: Unternehmen müssen zweifelsfrei wissen, mit wem sie Geschäfte machen, wer hinter der Firma steckt, wer sie kontrolliert und wer zeichnet. Sinpex liefert diese Unternehmensidentität in Echtzeit, mit lückenloser Evidenz direkt aus Primärquellen. [](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?utm%5Fsource=paymentandbanking&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fcampaign=aml%5Fstudy%5F2025&utm%5Fcontent=article) ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Beides. Viele Fintechs sind eher eine Revolte gegen schlechte User Experience. Die echte Revolution passiert dort, wo Infrastruktur neu gedacht wird: bei Daten, Risikomodellen und regulatorischer Technologie. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde die Mitarbeiterbeteiligung deutlich attraktiver machen und idealerweise steuerlich privilegieren. In Deutschland ist das seit Jahren eine politische Dauerbaustelle. Im internationalen Vergleich, insbesondere mit den USA, sind die Rahmenbedingungen hier deutlich weniger wettbewerbsfähig. Gerade für Technologie- und Wachstumsunternehmen sind Beteiligungsprogramme ein zentraler Hebel, um Top-Talente zu gewinnen und langfristig zu binden. Wenn Anteile bereits bei Zuteilung oder ohne realisierten Gewinn steuerlich belasten, entsteht ein erhebliches Risiko für Mitarbeitende. Das hemmt Unternehmertum und Innovationskraft. Wer möchte, dass in Europa globale Champions entstehen, muss Beteiligung als strategisches Instrument begreifen. Attraktive, klare und international wettbewerbsfähige Regeln für Mitarbeiterbeteiligung wären aus meiner Sicht eine der wirkungsvollsten wirtschaftspolitischen Maßnahmen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Kurz: Familie. Ein Unternehmen in der Scale-Up-Phase zu führen bedeutet permanente Geschwindigkeit: höher, schneller, weiter. Deshalb gehört meine Freizeit, wann immer es geht, meiner Familie. Frau, Sohn und Hund erden mich auf eine Weise, die ich nirgendwo sonst finde. Aber Erholung bedeutet für mich auch Bewegung: Im Sommer auf die Eisbachwelle zum Surfen oder Segeln im Münchner Umland, im Winter in die Berge zum Skitourengehen. Wichtig für mich dann: Keine Benachrichtigungen und kein Noise, um den Kopf richtig freizubekommen. Dort bekomme ich die besten Ideen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Meistens mit dem Smartphone. Schnell, kontaktlos. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? (Info für Interviewpartner\*in: Bitte nicht nur die eigene Firma vorschieben.)** Revolut. Ich finde die App super, weil sie einfach funktioniert. Dort habe ich alles, was ich brauche. ### Third-Party-Provider im AML: Auslagerung, Verantwortung & neue EU-Vorgaben URL: https://paymentandbanking.com/third-party-provider-im-aml-auslagerung-verantwortung-neue-eu-vorgaben/ Last updated: 2026-05-12T19:13:32.000Z Externe Dienstleister sind aus der Geldwäscheprävention kaum noch wegzudenken. Ob Identitätsprüfung per Videoident oder digitale Lösungen rund um eIDAS – viele Prozesse laufen heute über Third-Party-Provider. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Sebastian Glaab darüber, was das regulatorisch bedeutet und warum sich genau hier gerade viel verändert. Im Zentrum steht die Frage, wie weit Auslagerung künftig noch gehen darf. Während externe Anbieter bisher eine zentrale Rolle bei KYC-Prozessen gespielt haben, zeigt sich im neuen EU-AML-Regime eine klare Tendenz: Mehr Verantwortung soll zurück in die Institute. Strategische Entscheidungen, Risikoanalysen und zentrale Steuerungsfunktionen sollen nicht mehr vollständig ausgelagert werden können. Das bedeutet allerdings nicht, dass Third-Party-Provider verschwinden. Vielmehr verändert sich ihre Rolle. Sie bleiben wichtig, etwa bei Identifizierungsverfahren oder technischen Lösungen, müssen sich aber stärker an regulatorischen Anforderungen ausrichten. Für Institute heißt das: Die Verantwortung bleibt immer im eigenen Haus, auch wenn Prozesse extern unterstützt werden. Besonders sichtbar wird dieser Wandel bei der Identitätsprüfung. Verfahren wie Videoident stehen zunehmend zur Diskussion, während europaweit standardisierte Lösungen – etwa auf Basis der eIDAS-Verordnung – an Bedeutung gewinnen. Ziel ist eine einheitlichere, sicherere und stärker harmonisierte Identifizierung innerhalb der EU. [](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?utm%5Fsource=paymentandbanking&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fcampaign=aml%5Fstudy%5F2025&utm%5Fcontent=article) Gleichzeitig entstehen neue Herausforderungen in der Praxis. Nicht alle bisherigen Auslagerungsmodelle lassen sich eins zu eins in das neue System übertragen. Gerade beim Monitoring oder bei bestimmten Prüfprozessen bleibt vieles künftig beim verpflichteten Unternehmen selbst. Das sorgt für Unsicherheit und erhöht den Bedarf an klaren internen Strukturen. Der Podcast macht damit deutlich: Third-Party-Provider bleiben ein wichtiger Bestandteil der Geldwäscheprävention – aber unter neuen Vorzeichen. Entscheidend wird sein, wie gut sich externe Lösungen und interne Verantwortung miteinander verbinden lassen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Diese Änderungen bringt die AML-Verordnung URL: https://paymentandbanking.com/diese-anderungen-bringt-die-aml-verordnung/ Last updated: 2026-03-27T10:37:21.000Z Bisher beruhte europäische Anti-Geldwäsche-Compliance auf Richtlinien, die jedes Land etwas anders umsetzte. Das Ergebnis: ein Flickenteppich aus 27 verschiedenen Ansätzen. Was in einem Land streng geregelt war, wurde in anderen Ländern lockerer gehandhabt. Genau diese Unterschiede konnten Geldwäscher systematisch ausnutzen, indem sie ihre Aktivitäten in Länder mit geringeren Kontrollen verlagert haben. Die neue „Anti-Money-Laundering-Verordnung” (AML-VO) wird dieses Spiel beenden. Vom 10\. Juli 2027 an gelten die Vorgaben unmittelbar in allen EU-Staaten und reduzieren den nationalen Umsetzungsspielraum erheblich. Der Gesetzgeber schafft damit ein „Single Rulebook“, also einheitliche Standards für alle Verpflichteten in Europa. Das zwingt Banken und Fintechs kurzfristig zu weitreichenden Anpassungen. ## **Die drei wichtigsten Änderungen im Überblick** 1. **EU-weite Harmonisierung der UBO-Ermittlung** Der wirtschaftlich Berechtigte (künftig: wirtschaftlicher Eigentümer) ist die Person, die am Ende einer Geschäftsbeziehung wirtschaftlich profitiert. Stark vereinfacht: die Person, die „hinter“ einer Firma oder Struktur steht (kurz: UBO). Genau hier setzen Geldwäscher an. Sie bauen komplexe Beteiligungsketten und zwischengeschaltete Gesellschaften in verschiedenen Ländern auf, um diese Person zu verstecken. Bisher spielte ihnen der europäische Regelungsflickenteppich in die Karten, denn viele EU-Länder haben UBOs unterschiedlich ermittelt. Die AML-VO schließt diese Lücken: Die Berechnungsmethode zur Ermittlung der wirtschaftlichen Eigentümer wird weitgehend vereinheitlicht und führt zu einer konsequenten Berechnung aller relevanten Beteiligungsebenen, was die UBO-Listen – je nach Land – deutlich erweitern kann. Das bedeutet einen Mehraufwand für die Betroffenen, der aber endlich länderübergreifende Transparenz über tatsächliche Eigentumsverhältnisse und damit bessere Risikoeinschätzungen schafft. [](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?utm%5Fsource=paymentandbanking&utm%5Fmedium=referral&utm%5Fcampaign=aml%5Fstudy%5F2025&utm%5Fcontent=article) 1. **Harmonisierung der Datenerhebung und -bewertung** Heute unterscheiden sich KYC-Anforderungen von Land zu Land massiv. Institute mit europäischen Kunden kennen das Problem: Ausländische Kunden sind oft irritiert über deutsche Dokumentationsanforderungen oder verstehen nicht, warum der Upload einer einfachen Ausweiskopie als Legitimationsnachweis nicht ausreicht. Die AML-VO führt EU-weit harmonisierte Mindestdatensätze ein, sowohl für natürliche als auch juristische Personen. Hinzu kommt eine systematische Bewertung aller Datenquellen: Verpflichtete müssen dokumentiert prüfen, woher ihre Informationen stammen, wie aktuell und wie zuverlässig sie sind. Um der AML-VO gerecht zu werden, müssen Prozesse, Systeme und Dienstleisterverträge überdacht und angepasst werden. Langfristig erleichtert ein einheitlicher Datengrundstock aber die Automatisierung und ermöglicht es, grenzüberschreitende Geschäfte einfacher und konsistenter zu gestalten. 1. **Das Management wird zur Verantwortung gezogen** Die AML-VO macht unmissverständlich klar: AML-Compliance ist Chefsache. Das Leitungsorgan trägt die Gesamtverantwortung für wirksame Systeme, muss angemessene Ressourcen bereitstellen und wesentliche Entscheidungen selbst treffen und überwachen. Diese Verschärfung ist eine Chance für Compliance-Abteilungen: weg vom reaktiven „Feuerlöschen“, hin zur strategischen Steuerung. **All diese Anforderungen klingen erst einmal nach Mehrarbeit und danach, dass sie viele Nerven und vielleicht einige Nachtschichten kosten. Doch es gibt auch Chancen für die betroffenen Institute.** **Einheitliche Standards = Skalierungseffekte:** Erstmals können Verpflichtete europaweit mit weitgehend einheitlichen KYC-Prozessen arbeiten. Ein System, ein konsistentes Datenmodell, eine weitgehend harmonisierte Compliance-Logik für 27 Märkte. Das senkt nicht nur die Betriebskosten, sondern macht auch die Expansion in andere EU-Länder deutlich einfacher. **Digitalisierung wird zum Muss:** Die neuen Datenmengen und Verifizierungsanforderungen lassen sich in vielen Fällen nur noch automatisiert bewältigen. Institute, die auf moderne, Schnittstellen-basierte Compliance-Systeme setzen, schaffen sich einen Effizienzvorsprung gegenüber manuell arbeitenden Wettbewerbern. **Datenqualität als neuer Wettbewerbsfaktor:** Die systematische Bewertung aller Datenquellen zwingt zu einer Qualitätsoffensive. Wer sich hier gut aufstellt, ist nicht nur fürs Tagesgeschäft, sondern auch für künftige Regulierung besser gerüstet. ### Payment für eine Generation ohne Geduld: Warum Technologie allein nicht reicht URL: https://paymentandbanking.com/payment-fuer-eine-generation-ohne-geduld-warum-technologie-allein-nicht-reicht/ Last updated: 2026-03-19T08:33:27.000Z Live von der PEX sprechen wir im Podcast „3×3=10“ mit Max Schwarz, Ex Founder & CMO bei Ruuky, über eine Frage, die viele Banken noch unterschätzen: Wie erklärt und vermarktet man Banking- und Payment-Produkte für „die junge Zielgruppe“? _This post is for subscribers only._ ### Der (fast) geheime Chefwechsel bei Computop URL: https://paymentandbanking.com/der-fast-geheime-chefwechsel-bei-computop/ Last updated: 2026-03-19T08:35:11.000Z Der italienische Konzern Nexi hatte den Bamberger Zahlungsdienstleister im vergangenen Jahr geschluckt. Jetzt geht der CEO. Doch warum will niemand darüber sprechen? Und, was bedeutet die Wahl des Nachfolgers? Die meisten Firmen hängen Personalwechsel an eine ziemlich große Glocke. Bei Computop in Bamberg hingegen haben sie den Wechsel auf dem vielleicht wichtigsten Posten der Firma in der vergangenen Woche ziemlich versteckt. Zwar gab es am Donnerstag eine Pressemitteilung, die an die hiesigen Payment-Spezialisten ging, doch deren Headline war so nichtssagend wie oberflächlich: “Nexi und Computop starten die nächste Phase ihrer Zusammenarbeit für beschleunigtes Wachstum”. Auch in der E-Mail ging es dann um so belanglose Dinge wie engere Zusammenarbeit, um ein „breiteres Lösungsportfolio” und „verlässliche Performance.” Alles an dieser Mail schrie: Weitergehen, hier gibt es nichts zu sehen. Doch wer sich die Mühe machte, tatsächlich mal einen Blick in das angehängte PDF zu werfen, dem fiel dann doch auf, dass sich daran im dritten (!) von drei Bulletpoints eine kleine Knaller-News verbirgt: Computop tauscht den CEO aus. Wie es am Ende der Mitteilung heißt, scheidet der bisherige CEO Stephan Kück aus der Geschäftsführung aus und wird durch Kenneth M. Overgaard Nielsen ersetzt. Der war bisher als CCO in der Geschäftsführung unterwegs. Für Kück gab es einige wenige nette Worte von Nexi, etwa für sein „langjähriges Engagement und seinen Beitrag zum Auf- und Ausbau des E-Commerce- und Omnichannel-Geschäfts” und für die intensive „Zusammenarbeit mit Nexi in den vergangenen Monaten.” Das sind alle Infos, die zu dem durchaus wichtigen Wechsel zu finden sind. Nicht einmal ein Zitat von Kück oder dem Nexi-DACH-Chef gibt es, was sonst in solchen Mitteilungen durchaus üblich ist. Sowohl Kück als auch sein Nachfolger Nielsen hatten zudem am Freitagabend in ihren Linkedin-Profilen noch ihre alten Rollen angegeben. Will denn hier niemand an die große Glocke hängen, dass es einen CEO-Wechsel im Unternehmen gegeben hat? Und falls ja, warum nicht? [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/ad-article-final.png)](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?ref=paymentandbanking.com) ## **Nexi kaufte Computop und Kück wurde Chef** Computop ist ein Pionier der deutschen Zahlungsindustrie. Bereits vor 25 Jahren gründete Ralf Gladis das Unternehmen in Bamberg und machte es zu einem der führenden Dienstleister im deutschen E-Commerce. Eigenen Angaben zufolge gehören Firmen wie Fossil, Otto oder Sixt zu den Kunden des Unternehmens, das jährlich Transaktionen im Wert von mehr als 36 Milliarden US-Dollar abwickelt. Der italienische Payment-Konzern Nexi hatte darin offenbar Potenzial für sein darbendes Online-Geschäft gesehen [und war 2023 ](https://finanz-szene.de/payments/nexi-steigt-bei-computop-ein-dz-bank-im-letzten-moment-ausgebootet/?ref=paymentandbanking.com)eingestiegen, zwei Jahre später übernahmen die Italiener die Franken komplett. Die Eigentümer übergaben alle Anteile, Gründer Ralf Gladis zog sich aus der Unternehmensführung zurück. Ihm folgte der damalige Geschäftsführer und CSO nach: Stephan Kück. Der gelernte Bankkaufmann startete seine Karriere einst bei der Sparkasse und stieg dort zum Bereichsleiter mit mehr als 100 Mitarbeitern auf, bevor er 2010 zu Computop wechselte und lange glücklich war. Bis jetzt. Denn nach Angaben von Nexi schied Kück auf eigenen Wunsch aus. Doch was waren die Gründe dahinter? Per Linkedin versuchte *Payment & Banking* ihn zu kontaktieren, bekam aber keine Antwort. Nexi antwortete auf eine kurzfristige Presseanfrage ebenfalls nicht.Dass Personalmeldungen für Nexi durchaus wichtig sind, erfuhr man dann lustigerweise am Freitag. Da kam über den Verteiler die Nachricht, dass Dirk Schmidt jetzt Chef beim kleineren Tochterunternehmen Orderbird geworden ist. ## **Computop geht immer mehr in Nexi auf** Tatsächlich könnte das Ausscheiden von Kück auch damit zusammenhängen, dass Nexi seine Strategie, Computop vollständig und bald in Nexi zu integrieren, nun in die Tat umsetzen will. Immerhin sagte schon Ralf Gladis bei der Übernahme: „„Eine erfolgreiche Integration in das europäische PayTech-Unternehmen Nexi Group, verbunden mit einer wichtigen Rolle für Computop, ist genau das, was wir als Gründer bei der Vorbereitung des Exits angestrebt haben.” Dass nun in der neuen Mitteilung von der „nächsten Phase” der Zusammenarbeit gesprochen und eine engere Zusammenarbeit in eigentlich allen Bereichen angestrebt wird, passt da genauso gut ins Bild wie der neue CEO Overgaard Nielsen. Der kam nämlich 2024 ausgerechnet von Nexi zu Computop. Der Wechsel von Stephan Kück könnte also final das einleiten, was eigentlich schon im vergangenen Jahre begonnen hat: Das Ende von Computop als möglichst eigenständige Firma. Und der Beginn von Computop als eine von vielen Tochtergesellschaften der Italiener. ### KI im Inkasso: Wie Fintechs das Forderungsmanagement digital verändern URL: https://paymentandbanking.com/ki-im-inkasso-wie-fintechs-das-forderungsmanagement-digital-veraendern/ Last updated: 2026-05-12T19:14:19.000Z **Inkasso steht vor einem technologischen Wandel. PAIR-Finance-Gründer Stephan Stricker erklärt im Podcast, warum KI dabei eine Schlüsselrolle spielt.** Offene Rechnungen, Mahnungen, Inkasso – für viele Menschen sind das Themen, die mit Druck und Stress verbunden sind. Im neuen Payment & Banking Podcast schauen wir genau dorthin, wo es wehtut – und fragen, wie Künstliche Intelligenz diese Branche gerade grundlegend verändert. Unser Gast: Stephan Stricker, CEO und Gründer von PAIR Finance. 2016 hat er ein Fintech gestartet, das von Anfang an auf KI, Daten und Verhaltensökonomie gesetzt hat – lange bevor ChatGPT und große Sprachmodelle in aller Munde waren. Heute ist PAIR Finance in mehreren europäischen Ländern aktiv, steuert sein Wachstum aus dem neuen Headquarter in Berlin und gilt als einer der innovativsten Player im digitalen Inkasso. Im Gespräch geht es um drei große Linien: - Die Gründerstory: Warum brauchte es aus Stephans Sicht ein „Inkasso neu gedacht“ – digital, datengetrieben und fairer? Wie fühlt es sich an, auf KI zu setzen, wenn der große Hype erst Jahre später einsetzt? - Der „ChatGPT-Moment“: Wie hat PAIR Finance intern den Aufstieg von LLMs erlebt? Was hat sich an Produkten und Prozessen verändert – bis hin zu AI Agents, die im Kundenservice eigenständig Anfragen verstehen, strukturieren und beantworten können? - Expansion und Kultur: Wie baut man aus einem Berliner Start-up einen europäischen Player, ohne die ursprüngliche Gründungsphilosophie zu verlieren? Welche kulturellen und regulatorischen Überraschungen warten, wenn man Inkasso in ganz Europa neu denkt? Besonders spannend: Wir sprechen über den Mythos des KI‑Misstrauens und darüber, warum KI im Inkasso nicht automatisch als Bedrohung wahrgenommen wird – sondern laut aktueller Studien sogar dazu beitragen kann, emotionalen Stress zu reduzieren und Konflikte schneller konstruktiv zu lösen. Stephan erklärt, wie PAIR Finance Kundenzufriedenheit im Spannungsfeld von Gläubigerinteressen, Regulierung und Verbraucherperspektive misst – und wo ganz bewusst immer noch Menschen im Zentrum der Entscheidungen stehen. Zum Abschluss wird es persönlich: Wie hat sich Stephans Rolle vom Gründer, der alles selbst in die Hand nimmt, zum CEO eines europäischen KI‑Fintechs verändert? Welche Eigenschaften brauchte es, um die letzten Jahre zu überstehen – und welche drei Learnings würde er heute allen mitgeben, die ein eigenes KI‑Fintech gründen wollen? Jetzt reinhören – und erfahren, wie KI‑getriebenes Forderungsmanagement in Europa neu gedacht wird. ### Warum Zahlungen zum neuen Wettbewerbsfeld der Versicherungsbranche werden URL: https://paymentandbanking.com/warum-zahlungen-zum-neuen-wettbewerbsfeld-der-versicherungsbranche-werden/ Last updated: 2026-03-12T05:58:56.000Z Einst als reine Backoffice‑Aufgabe betrachtet, rücken Zahlungen in der Versicherungswirtschaft heute ins Zentrum der Aufmerksamkeit, schreibt Ainsley Merchant, Senior Director für Finanzdienstleistungen bei Worldpay. Wie Kunden ihre Prämien bezahlen und wie Versicherer Leistungen auszahlen – die Art, wie Geld bewegt wird, ist zu einem entscheidenden Faktor für das Kundenerlebnis geworden. Dieser Wandel geht über Technologie hinaus: Es geht um Timing, Vertrauen und Transparenz. Heutige Versicherungskunden erwarten Interaktionen, die genauso schnell, nahtlos und sicher sind wie jede andere Online‑App. Sie wollen einfache und flexible Prämienzahlungen sowie sofortige Auszahlungen nach einem Schadenfall – und ihre Erwartungen steigen rasant. Gleichzeitig stehen Versicherer unter Druck, veraltete Systeme zu modernisieren, die Kundenbindung zu verbessern und steigende Anforderungen von Kunden und Regulierungsbehörden zu erfüllen. Zahlungen sind dabei zu einem strategischen Hebel geworden, um diese Herausforderungen zu meistern. Während Versicherer ihre Strategien neu ausrichten, prägen vier zentrale Zahlungstrends die Branche. ## **Kartenzahlungen sorgen für Geschwindigkeit und Einfachheit** Während Lastschriften und Banküberweisungen weiterhin beliebt sind, bevorzugt die Mehrheit der Versicherungsnehmer Debit- und Kreditkarten. Über 60 % der Kunden wählen diese Optionen¹. Kartenzahlungen bleiben für Versicherer ein stark wachsender Kanal, um einmalige und wiederkehrende Prämien einzuziehen. Kredit- und Debitkarten bieten das, was Versicherer am meisten brauchen: einfache Implementierung, breite Verbraucherakzeptanz und schnellere Abwicklungszeiten als klassische Überweisungen oder Schecks. Für Kunden sind automatisierte Zahlungen mit gespeicherten Karten bequem und vertraut. Für Versicherer reduzieren sie Zahlungsausfälle und verbessern Cashflow und Planbarkeit. Darüber hinaus eröffnen Kartenzahlungen weitere operative Vorteile. Mit dem richtigen Zahlungsdienstleister können Versicherer Kunden durch automatische Verlängerungen und Kartenaktualisierungen besser halten und Policen durch intelligente Wiederholungsversuche bei abgelehnten Zahlungen stabilisieren. Dank globaler Kartenakzeptanz können Versicherer zudem leichter in neue Märkte expandieren, ohne ihre Zahlungsinfrastruktur neu aufbauen zu müssen. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/wm-6760-1.png)](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) ## **Der Aufstieg digitaler Wallets** Mit der zunehmenden Nutzung mobiler Lösungen muss sich auch die Versicherungsbranche anpassen. Ob Tier‑, Kfz‑ oder Hausratversicherung – digitale Wallets gewinnen in allen Versicherungssparten an Bedeutung. Da Apple Pay, Google Wallet und andere mobile Optionen im Alltag zur Norm werden, erwarten Kunden, diese auch für Versicherungszahlungen nutzen zu können. Etwa jeder zehnte Versicherungsnehmer weltweit bevorzugt digitale Wallets – in Märkten wie Singapur oder den VAE ist der Anteil noch höher¹. Digitale Wallets bieten nicht nur Geschwindigkeit und Komfort, sondern auch zusätzliche Sicherheit. Biometrische Authentifizierung, tokenisierte Transaktionen und Echtzeit‑Betrugserkennung schaffen ein Vertrauensniveau, das traditionelle Zahlungsmethoden nicht immer bieten. Für Versicherer sollte die Frage nicht „ob“, sondern „wie schnell“ sie digitale Wallets unterstützen. Wer früh handelt, positioniert sich als digital fortschrittlich und kundennah. ## **Flexibilität wird zum entscheidenden Unterscheidungsmerkmal** Bezahlbarkeit bedeutet heute mehr als nur den Preis – es geht auch darum, *wie* Menschen zahlen. „Buy now, pay later“-Modelle und andere Ratenlösungen werden für Versicherungskunden immer attraktiver, insbesondere bei hohen Jahresprämien. Angesichts steigender Inflation und wirtschaftlicher Belastungen suchen Kunden finanzielle Flexibilität, ohne ihren Versicherungsschutz zu gefährden. 80 % der Gen‑Z‑Kunden und 77 % der Millennials wünschen sich digitale Zahlungsoptionen, die Flexibilität bieten². Diese Angebote können ihre Wahl des Versicherers maßgeblich beeinflussen. Mit Flexibilität kommt jedoch Verantwortung. Regulierungsbehörden achten genau darauf, wie Ratenmodelle und Prämienfinanzierungen angeboten werden, um Fairness und Transparenz sicherzustellen. Das ist für Versicherer Herausforderung und Chance zugleich. Mit dem richtigen Zahlungsanbieter lassen sich intelligente Zahlungspläne entwickeln, die Kundenbedürfnisse erfüllen und gleichzeitig regulatorische Anforderungen einhalten. ## **Embedded Insurance wird zum Standard** Embedded Insurance gewinnt schnell an Bedeutung: Kunden können Versicherungsschutz direkt beim Kauf eines Produkts oder einer Dienstleistung abschließen. Ob Reisebuchung, Mietwagen oder Elektronik – Versicherungen lassen sich heute nahtlos in den Checkout integrieren. Dieser Trend eröffnet Versicherern neue Möglichkeiten, Kunden auf innovative Weise zu erreichen und Prämien effizienter einzuziehen. Statt sich ausschließlich auf traditionelle Vertriebskanäle zu verlassen, können Versicherer neue Ökosysteme erschließen, die zuvor schwer zugänglich waren – und so die Kosten der Kundengewinnung senken. Um erfolgreich zu sein, müssen Versicherer jedoch reibungslose Prozesse sicherstellen: Split‑Payments, Echtzeit‑Autorisierung, Zahlungsabgleich, Unterstützung verschiedener Zahlungsmethoden und schnelle Abwicklung zwischen mehreren Beteiligten. Embedded Payments sind nicht nur eine operative Notwendigkeit, sondern entscheidend für langfristige Relevanz in einer zunehmend vernetzten Wirtschaft. ## **Die Rolle von Worldpay** Worldpay unterstützt Versicherer dabei, die heutigen Zahlungsherausforderungen zu meistern – mit den notwendigen Tools, Technologien und der Expertise für eine sichere und skalierbare Transformation. Wir ermöglichen nahezu Echtzeit‑Zahlungen, digitale Wallets und flexible Zahlungsmethoden und stellen gleichzeitig die Einhaltung regulatorischer Vorgaben sicher. Worldpay bietet Versicherern eine leistungsstarke, zukunftssichere Zahlungsinfrastruktur. Die Integration in zentrale Versicherungsplattformen wie Duck Creek erleichtert die Einführung, während erstklassige Betrugsprävention und Verlustvermeidung zusätzliche Sicherheit bieten. In einem erlebnisorientierten Markt sind moderne Zahlungslösungen unverzichtbar für Versicherer, die erfolgreich sein wollen. Erfahren Sie mehr darüber, wie wir Finanzdienstleister unterstützen. ### Sanktionen und AML: Wie sich Compliance im Finanzsektor verändert URL: https://paymentandbanking.com/sanktionen-und-aml-wie-sich-compliance-im-finanzsektor-veraendert/ Last updated: 2026-03-11T10:32:12.000Z **Annerton-Partner Sebastian Glaab erklärt im „Alles Legal“-Podcast, warum Finanzsanktionen heute weit mehr sind als ein technischer Listenabgleich und welche Rolle sie im neuen europäischen AML-Regime spielen.** Finanzsanktionen sind für Banken und Zahlungsdienstleister längst Teil des täglichen Compliance-Geschäfts. Spätestens seit den Sanktionen gegen Russland und den zunehmenden geopolitischen Spannungen hat das Thema deutlich an Bedeutung gewonnen. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Sebastian Glaab darüber, warum Sanktionen heute stärker in das Risikomanagement der Institute integriert werden müssen. Rein rechtlich ist das Thema nicht neu: Sanktionen existieren seit vielen Jahren, etwa im Außenwirtschaftsgesetz oder in europäischen Verordnungen. Neu ist jedoch ihre politische Dynamik und die Konsequenz, mit der sie durchgesetzt werden. Verstöße können nicht nur zu Bußgeldern, sondern auch zu strafrechtlichen Konsequenzen und erheblichen Reputationsschäden führen. In der Praxis zeigt sich, dass viele Unternehmen Sanktionen noch immer vor allem als Listenabgleich verstehen. Doch dieser Ansatz greift zu kurz. Entscheidend ist vielmehr ein risikobasierter Blick auf die gesamte Geschäftsbeziehung: Wer ist der Vertragspartner? Wer steht wirtschaftlich dahinter? Und welche weiteren Personen oder Unternehmen sind in die Struktur eingebunden? Gerade bei komplexen Beteiligungsketten oder Geschäften über Drittstaaten besteht die Gefahr von Umgehungsstrukturen. Deshalb wird es für Institute immer wichtiger, ihre Geschäftsbeziehungen ganzheitlich zu analysieren und Risiken systematisch zu bewerten. Am Ende bleibt eine zentrale Erkenntnis: Sanktionen lassen sich nicht mehr isoliert betrachten. Sie müssen Teil eines integrierten Compliance- und Risikomanagements sein. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/ad-article-final.png)](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?ref=paymentandbanking.com) ### Tag 2: Darüber diskutieren die Panelist*innen auf der PEX26 URL: https://paymentandbanking.com/tag-2-darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/ Last updated: 2026-05-06T10:23:42.000Z ***EUDI-Wallet, Loyalty Payments und Stablecoins: Am zweiten Tag der PEX gehen unseren Speaker\*innen die Themen nicht aus. Hier sind ihre Aussagen zum nachlesen.*** Die letzte Nacht mag für einige lang gewesen sein. Trotzdem ist das Tipi am Kanzleramt schon früh morgens gut gefüllt. Ein paar fleißige sind heute früh schon den Payment & Banking Run mitgelaufen oder haben den Tag beim Yoga auf dem Sonnendeck des Tipis begrüßt. Nun geht es wieder zur Sache. **Erschaffen wir durch die EUDI-Wallet die Super-App?** Die EUDI-Wallet, da waren sich beim ersten Panel des Tages Peter Frey von der Kanzlei Annerton, Oliver Lauer vom DSGV, Eva-Maria Lindig von Paypal und Mauritz Wilkes vom Softwareentwickler Authada einig, birgt großes Potenzial. Die Runde diskutierte, ganz anders als noch auf der PEX25, über die Vorteile der Infrastruktur, welche die EU schaffen möchte. Die EUDI-Wallet soll im Grunde so etwas werden, wie eine digitale Brieftasche für Ausweise, Führerscheine, Zeugnisse und andere Dokumente. Gelingt das, müsste man zum Beispiel seinen Führerschein oder Personalausweis nicht mehr mitnehmen. Die Payment- und Banking-Branche überlegt bereits eifrig, wie sich das mit ihrem Angebot verknüpfen lässt. Beispiel Sparkassen: „Wir versuchen Identity mit dem, was wir unserer App haben, zu verbinden“, sagte Oliver Lauer für den Sparkassenverband. Gelingt das, hätten Kund\*innen womöglich eine App, über die sie ihr Banking und Identifizierungen vornehmen könnten. Die theoretischen Anwendungsfälle erscheinen grenzenlos: Wer eine Reise für mehrere Personen bucht, muss aktuell bei jedem Anbieter, von der Fluggesellschaft bis hin zum Hotel, die persönlichen Daten erneut eingeben. Mit der EUDI-Wallet könnte das mit nur einem Klick gehen, hofft Lindig von Paypal. Das ganze hat allerdings ein paar Hürden. Europa gehe zwar voran, betone Lindig und auch das rechtliche Rahmenwerk sei gut. Entscheidend wird laut Frey von Annerton aber das Kund\*innen-Erlebnis, oder noch besser: die Akzeptanz der Nutzer\*innen. Auch die Akzeptanzstellen, also zum Beispiel Händler müssten dem System vertrauen und es als leicht handhabbar empfinden. Die konkreten Lösungen müssen also so gut sein, dass alle von den Vorteilen überzeugt sind. Und hoffentlich schaffen es Anbieter und EU auch, die EUDI-Wallet so sicher zu gestalten, dass Nutzer\*innen bereitwillig ihre Dokumente dort hochladen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt11-04am.jpg) **EUDI: Der neue Branchenstandard?** Die Fintech-Welt nahm die staatlichen Regulatoren lange Zeit, eher als Verhinderer war. Das soll sich bei der digitalen Identität ändern: „Die EUDI ist ein ermöglichungsraum für europäische Geschäftsmodelle”, sagt Hagen Saxowski vom Digitalministerium. Andere Länder wie Indien hätten gezeigt, welche wirtschaftlichen Hebel damit einhergehen können. Wir sind darauf angewiesen mit der Finanz- und Techbranche daran zu arbeiten. „Wir wollen die Diskussion mit euch führen”, sagt Norbert Sagstetter von der Europäischen Kommission und spricht zu den Teilnehmer\*innen im Saal. Seine Institution ist für die Regulatorik der Digitalen Identität zuständig. „Der Staat muss schon der Orchestrator sein”, pflichtet ihm Saxowski bei. Er sei nicht der beste Produktdesigner, aber könne am Aufbau eines Layers mitwirken. „Wir brauchen eine starken Schulterschluss zwischen Staat und Privatwirtschaft. Wir möchten nicht nur neue Compliance-Projekte für die Wirtschaft schaffen”, sagt er. So sieht das auch Oliver Lauer, Entwickler beim Sparkassenverband. Mit der EUDI könne auch die Privatwirtschaft verschiedene Anwendungen zusammenlegen und damit Investitionen vereinfachen, sagt Lauer. Wer die Infrastruktur betreiben wird? Das sei noch nicht klar, sagt er. „Es wird nicht die zentrale Stelle geben.” Es handele sich vielmehr um einen Branchenstandard, an dem unterschiedliche Akteure mit Zertifizierungen teilhaben könnten. Die EU mache eine iterative Entwicklung in Zusammenarbeit mit den Playern: „Alles was wir machen, kan man auf GitHub prüfen und uns Feedback geben”, sagt Sagstetter. Es sei ein echtes Open-Source-Projekt. Diese Feedback-Loops seien eine völlig neue Erfahrung: “Das Volk schreibt das Gesetz“, sagt Lauer. Die Entscheidung über die Wallet liege bei den Mitgliedstaaten, meint auch Sagstetter. „Wir müssen den Bürger\*innen klarmachen, dass wir sie auch irgendwo vor möglichen Grenzüberschreitungen von Tech-Konzernen schützen”, sagt Sagstetter. „Wir müssen dieses Vertrauen nun auch selbst schaffen.” **Seien wir ehrlich: Ein Lounge-Zugang ist doch was tolles** Seit Oktober gibt die Deutsche Bank der Lufthansa-Kreditkarte Miles & More heraus. Vorher hatte die DKB die Karten betreut. Das ist Grund genug, mal wieder zu hinterfragen, ob Loyalty und Payments endlich zusammenfinden, ein Klassiker der Diskussionen in der Payment-Welt. Zu 100 Prozent passten beide Welten nicht zusammen, sagte Kilian Thalhammer von der Deutschen Bank dazu. Zwar habe Loyalty einen transaktionellen Charakter, doch die Welten seien immer noch unterschiedlich. Den einen Durchbruch könne es also gar nicht geben. Der Vorteil aber, wenn beide Welten verschmelzen: Loyalty hat Emotionalität zu tun. Und genau das kann laut Panajiota Papas von Miles & More bestenfalls dazu führen, dass Kunden wiederkommen. Mit klassischen Cashback-Systemen sei das nicht zu schaffen. „Das schaffe ich eher mit Meilen“, sagte sie. Denn auch wenn so mancher Händler auf Cashback setzt, für emotionale relevant halten das beide nicht. Damit bleibe man immer in der Welt der Transaktionen, sagte Thalhammer, der auch Teil von Payment & Banking ist. „Der richtige Wert entsteht nicht beim Sammeln von Punkten, sondern beim Einlösen“, ergänzte Papas. Es ist also die Belohnung, die Menschen anzieht. Das kann zum Beispiel bedeuten, endlich mal das Upgrade in die erste Klasse zu bekommen, weil man vorher tapfer eingekauft hat. Und für die Deutsche Bank wäre es sicherlich nicht nur emotional gut, wenn viele Miles-&-More-Karten-Inhaber\*innen nun auch Kund\*innen des Instituts würden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex26_hh260829.jpg) **Stablecoin: Wann holt die Realität das Buzzword ein?** Sie sind das Hot Topic der Stunde: Die Volumen der Stablcoins sind gewaltig, werden aber noch selten für Payments eingesetzt. Was ist also der Use-Case? Für Luis Schaubhut von Allunity liegt der beispielsweise bei B2B2C-Zahlungen, die über die Blockchain direkt von Händlern an Produzenten weitergeleitet werden können. „Es ist gleichzeitig eine Chance für europäische Souveränität.” Das Interesse von Banken an den an Währungen gekoppelten Kryptotoken sei groß, meint Jan-Oliver Sell, CEO vom Stablecoin-Konsortium qivalis, an dem mehrere große europäische Banken beteiligt sind: Sie wollen den ersten Token im zweiten Halbjahr in den Niederlanden lunchen. „Stablecoins ermöglichen die schnellere und sichere Abwicklung von komplizierten Zahlungsabläufen”, sagt er. Auch grenzüberschreitende Zahlungen erleichterten die Stablecoins. Laut Maximilian Baum von der Deutschen Bank arbeite man gerade ein Stablecoin-Custody-System auf und die Möglichkeit die Währungen in Fiat-Geld zu tauschen. Das alles ist für den etablierten Krypto-Emittenten Circle weit weg. „Ich bin der Überzeugung, dass man nicht den dritten Schritt vor dem ersten gehen kann”, sagt Patrick Hansen, der sich für Circle um die EU-Strategie kümmert. Man selbst baue trotzdem gerade an anderen Anwendungen für den Währungsumtausch und grenzüberschreitende Zahlungen auf. Der Markt werde sich konsolidieren: „Es wird keine 20 erfolgreiche Euro-Stablecoins geben.” Die Nachfrage sei gerade vor allem im B2B-Bereich, der Konsumentenseite fehle gerade die Nachfrage, außerdem fehle es an Liquidität im Markt. Aber ist das Zahlungsverkehrssystem nicht schon effizient genug? Es geht immer noch mehr, findet Luis Schaubhut von Allunity. „Blockchains können das Vier-Parteien-System ausmerzen”, sagt Schaubhut. „Ich glaube, wir können mit Stablecoins ein europäisches Settlementsystem alternativ zu Visa und Mastercard aufbauen.” Die Währung trete wahrscheinlich in den Hintergrund, glauben die Panelisten. Und der Digitale Euro? Sei keine Konkurrenz für Stablecoin-Systeme. Die Gegenüberstellung sei komplett schief, sagt Patrick Hansen von Circle. Die Anwendungsfälle seien komplett verschieden, sagen die Panelisten. Also: Bahn frei für europäische Stablecoin-Systeme. **Personalisierung ist für Anfänger\*innen, Hyperpersonalisierung ist für Profis** Was könnte man doch für tolle Angebote an seine Kund\*innen machen, wenn man die Daten über sie vernünftig verknüpft. Doch oft klappt das noch gar nicht. Zwei Beispiele brachte dazu Moderator Nicolas Allebrodt von Wesolveproblems direkt mit. Das erste: In dem einen schickte Eurowings ihm eine Pushnachricht, ob er sich schon freue in zwei Tagen nach Düsseldorf zu fliegen. Allebrodt tat das so gar nicht, er war schließlich noch mitten im Urlaub auf Mallorca. Das zweite: In einer Stadt passierte ein Unfall und die Ergo-Versicherung verschickte dann die Pressemitteilung der Polizei an Kund\*innen in der Region – gepaart ganz unten mit dem Hinweis, jetzt schnell eine Versicherung abzuschließen. In beiden Fällen ist also so einiges schief gelaufen. Gemeinsam mit seinen Panelist\*innen Sandra Krah-Schymetzki von der DeutschlandCard, Ella Mueller-Baum von Digital Online Media und Jonas Barre von Alphacomm diskutierte er, was da hätte besser laufen können. Lösungen gibt es viele: „Sobald klar ist, dass man nach Hause fliegt, könnte die Fluggesellschaft eine Nachricht schreiben und sagen: Hey, dein Kühlschrank ist leer, hier ist ein 5-Euro-Wolt-Gutschein“, sagte Krah-Schymetzki. Auf eine abstraktere Ebene gezogen müsste das alles laut Mueller-Baum folgendermaßen laufen. Unternehmen müssten herausfinden, welche Daten sie über ihre Kund\*innen haben, sie vernünftig miteinander verknüpfen, Regeln bestimmen, wie man damit umgehen soll und dann passende Angebot ausspielen. So in etwa funktioniert eine gute Hyperpersonalisierung. Und die lässt sich natürlich auch mit Payment verbinden. Welche Bezahlmöglichkeit etwa passt zu einem Produkt und zu einzelnen Kund\*innen am besten? Es ist also, das machte das letzte Panel der PEX26 deutlich, vieles möglich. Schauen wir doch mal, welche Beispiele die Teilnehmer\*innen dazu nächstes Jahr mitbringen werden. ### Das waren die besten Aussagen auf der PEX26 URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-des-ersten-pex-tages-2/ Last updated: 2026-03-12T11:37:03.000Z ***Unsere Speaker:innen haben in den ersten Stunden ein paar Kracher rausgehauen. Das waren unsere Favourites.*** > **„Man hätte die Präsentation auch den ‚KI-Jungle‘ nennen können.“** > *Impulsgeber Stephan Stricker von Pair Finance hat erst sehr spät erkannt, worum es in diesem Jahr bei der „PEX in the Jungle” wirklich geht.* > **„Wer füttert die Tiere, wer räumt den Mist weg und wer bezahlt am Ende die Rechnung?“** > *Moderator Andre Moeller von Elli glaubt, er wäre Zoodirektor.* > **„Soll ich DHL-Aktien kaufen?”** > *Maik Klotz plant, die PEX im nächsten Jahr zu einem Börsentreff zu machen.* > **„In den USA läuft das schon, und sorry, Europa kackt da wieder ab“** > *Pascal Beij von Unzer. Worum es genau ging, wissen wir nicht mehr. Aber passt das nicht irgendwie zu allen Payment-Themen?* > **„Als Schalke-Fan tust du alles, um nicht abzusteigen”** > > Für Oliver Lauer vom DSGV war die PEX eine innerliche Jahresmitgliederversammlung. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt9-49pm1.jpg) > **„Was hat uns das gebracht? Nichts? Gut, dann machen wir weiter“** > *Maik Klotz ist selbst der schärfste Kritiker seines Panels über Agentic Commerce.* > **„Ich habe heute einen dunklen Anzug an – ich darf gemein sein”** > *Uli Loof von der DZ Bank fühlt sich wie ein Schurke aus einem James Bond Film.* > **„Wir haben noch 7 Minuten, wir werden noch optimistisch“** > *Christian Pirkner von Bluecode versucht dem Publikum kurz vor der Mittagspause nochmal Mut zu machen.* > **„Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Und der sitzt neben mir”** > *Christian von Hammel-Bonten von Commerz Globalpay ist einfach nur neidisch.* > **„Die Wallet ist das Öl, was die Maschine schmiert”** > *Victor Bergmann von Google Pay ist würde wohl am liebsten in der Schmierölindustrie arbeiten.* > **„Standards sind euer Standardgeschäft”** > *Solche Sprüche sind für Moritz Königsbüscher der Standard.* > **„Vor zehn Jahren im Payment haben wir eine Sau nach der anderen durchs Dorf getrieben.“** > *Moritz Bauch von Starfish wird hier auf einmal ganz nostalgisch.* > **„18 Monate sind im Bankensektor noch immer häufig ein ‚Von-heute-auf-Morgen‘.“** > *Matthias Rübo von Senacor legt ausgerechnet im letzten Panel nochmal den Finger in die Wunde.* > **„Alle, die über 70 sind, werden sich an Boris Becker erinnern: ‘Ich bin wieder drin’“** > *Peter Frey von Annerton denkt bei seinen Beispielen zum Potenzial der EUDI Wallet auch an die älteren Teilnehmer\*innen der PEX.* ### PEX26: Der erste Tag zum nachlesen URL: https://paymentandbanking.com/darueber-diskutieren-die-panelistinnen-auf-der-pex26/ Last updated: 2026-03-12T05:59:51.000Z **Zum zehnten Mal läuft die große Payment Exchange. Die Branche diskutiert unter anderem über Agentic Commerce, dem Digitalen Euro und Wero. Wir fassen die einzelnen Diskussionsrunden und Beiträge des ersten Tages zusammen. Dran bleiben lohnt sich.** „Welcome to the jungle!” Mit diesen Worten aus dem gleichnamigen Song der Band Guns’n Roses starten wir in die 10\. PEX an diesem wunderschönen Frühlingstag im Tipi am Kanzleramt. Erstmal blickt das Team von Payment & Banking auf der Bühne auf die letzten zehn Jahre zurück: Von den ersten Mottos bis zu einem Panelgast, der von der Bühne plumpste. Doch Jochen Siegert verweist auf die etwas ernsteren Entwicklung: Der Skandal um Wirecard, einen der ersten Teilnehmer der PEX und einer der ersten Förderer vieler Start-ups, erschütterte in dieser Zeit die Branche. „Es war existenzbedrohend für viele“, sagt Maik Klotz. Viele der Teilnehmer\*Innen hatten ein komisches Gefühl bei dem Unternehmen aus München. **Unternehmen gingen, die Trends blieben** Anders als Wirecard überlebten zumindest die Payment-Trends aus dieser Zeit. Zum Thema Mobiles Payment und Banking sprossen die Neugründungen nur so aus dem Boden. „Ich habe gedacht, wir wären in zehn Jahren viel weiter“, sagt Miriam Wohlfahrth. Auch Jochen Siegert sieht rückblickend viel Wunschdenken. N26-Chef Marcus Mosen sieht, dass das Henne-Ei-Problem nationale Lösungen in letzter Zeit verhindern. „Wir waren ganz oft in unserer Bubble und haben zu wenig darauf geachtet, was die breite Masse wirklich bereit ist, zu akzeptieren“, sagt André Bajorat. Man sei oft in die eigenen Lösungen verliebt gewesen. Bei Agentic Commerce sei es das gleiche, nur ein anderes Buzzword, meint Jochen Siegert. Über die wird heute zu reden sein. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt11-36am1.jpg) **Die KI, dein Freund und Helfer** Man wird ja auch mal ein bisschen träumen dürfen. Schon in wenigen Jahren, da ist sich Stephan Stricker, CEO und Gründer der Inkasso-Firma Pair Finance sicher, werden wir in der Welt der Artificial General Intelligence (AGI) landen. Dann also wird es KIs geben, die jede intellektuelle Aufgabe verstehen, lernen und ausführen können. Klingt abenteuerlich? Nun ja, ein kleiner Blick auf die vergangenen Entwicklungen der Technologie lassen das doch einigermaßen wahrscheinlich erscheinen. Bereits heute nutzen 50 Prozent aller Privatpersonen KI, weltweit. Die Anzahl der Menschen habe sich laut Stricker im vergangenen Jahr verdoppelt. Die Gesamtausgaben für KI stiegen um 44 Prozent auf 2,5 Billionen US-Dollar, wie Stricker aufzeigte. War in den vergangenen Jahren noch kontextbezogene KI das große Ding, so sind es nun bereits KI-Agenten. Stricker selbst nutzt in seiner Inkasso-Firma übrigens eine KI, die in Kontakt mit Schuldner\*Innen tritt und ihre Bedürfnisse erkennt. Will jemand eine Ratenzahlung, ab wann könnte die Person anfangen, zu zahlen? Dahinter stecke bereits ein großes System. Die KI könne Buchungen vornehmen, Konten auslesen und Co. Schon jetzt entstehe über 75 Prozent des Umsatzes bei Pair Finance durch die KI. Das zeigt: Die konkreten Anwendungsfälle sind auch in der Payment-Welt längst da. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt12-21pm1.jpg) **Ist der Checkout-Zoo überbevölkert?** Noch nie gab es so viele Lösungen am Checkout. Vielleicht zu viele? Ob im E-Commerce oder am Point-of-Sale (POS), die Auswahl sei oft zu groß, sagt Sabrina Flunkert, CEO von Ratepay. Sollten Händler ihren Checkout-Zoo also ausmisten? Bei Netflix setzt man auf einen reduzierten Checkout, berichtet Julia Körffer-Höhne, Head of Payments beim Streaming-Anbieter: Im Vergleich zu anderen Ländern biete man in Deutschland jedoch die meisten Checkout-Möglichkeiten. Es gebe keine Evidenz, dass es zu viele Bezahlarten im Online-Shop geben könne und dass Konsument\*Innen den Checkout deshalb abbrechen würden, sagt Dr. Lea Maria Siering, Geschäftsführerin von Zalando Payment. Warum also der Aufwand für eine zusätzliche Zahlart, fragt Sabrina Flunkert und beantwortet die Frage gleich selbst. Weil laut Studien 43 Prozent der Kund\*Innen den Kauf abbrechen würden, wenn sie nicht ihre bevorzugte Zahlart fänden. Wechseln Kund\*Innen dann zu diesem neuen Checkout oder kommen sogar neue dazu? Generell sei das schwierig zu sagen, finden die Panelist\*Innen. Zumindest im stationären Handel würden die Kund\*Innen deswegen nicht die Produkte in die Regale zurücklegen, sagt Nils Plohmann vom Duty-Free-Händler Heinemann. Über Amex seien nach Einführung viele Transaktionen gelaufen. Was ist also in fünf Jahren die Bezahloption der Wahl? Apple Pay und Google Pay seien gerade dabei, zum Standard zu werden, sind sich die Panelist\*Innen einig. Die Girocard sei dagegen auf dem Rückzug. Trotzdem hoffen alle auf Wero. Doch wer wird in den nächsten zwölf Monaten Wero einsetzen? So wirklich möchte das niemand verraten. Wero sei spannend und man wünscht viel Erfolg und habe auch sonst gerade viel zu tun. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt12-41pm1.jpg) **Ist die Goldgräberstimmung bei Agentic Commerce angebracht?** Dass bald KI-Agenten für uns im großen Stil das Einkaufen übernehmen werden, bezweifelten die Panelist\*innen auf der PEX26 stark. Es dürfte wohl erstmal ein Anwendungsfall für B2B werden, sagte David Klemm von Mastercard. Dem pflichteten Professorin Silke Finken von der International School of Management und Pascal Beij von Unzer bei. Im B2B-Bereich ließen sich schließlich klare Prozesse definieren, die Anzahl der Lieferanten vorher begrenzen. Für die Käufe im Auftrag von Konsument\*innen gebe es vor allem noch viel zu viele Haftungsfragen. Wer haftet, wenn die KI doch etwas Falsches bestellt oder zu viel Geld ausgibt? Was passiert, wenn die KI halluziniert? Was, wenn der Händler Angaben gemacht hat, die die KI nicht richtig eingeordnet hat? Oder, wie Silke Finken es ausdrückte: „Puuuuuuh“. Christian Zingel von Pair Finacne geht davon aus, dass durch Agentic Commerce langfristig mehr Leute shoppen dürften. Damit würde auch die Zahl der Zahlungsausfälle zeigen. Für Inkasso-Unternehmen wie Pair Finance dürfte es also in der Welt des Agentic Commerce viel zu tun geben. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt1-33pm1-1.jpg) **Warum Open Banking Payments nicht richtig abhebt** Ist Open Banking Payments ein echter Gamechanger oder nur ein Hype? Vor zehn Jahren habe man viel erwartet, sagt Stefan Hölscher, Experte bei Otto Payments. Nun sei Vorkasse immer noch beliebter: „Das ist eine vertane Chance der Banken.” Warum sollte der Kunde eine Open Banking Zahlung machen, fragt Hölscher. Die Frage sei bei anderen Zahlungslösungen wie Lastschrift oder BNPL einfacher zu beantworten. Die Regulatorik mache Open Banking sehr aufwendig und langwierig, sagt Dr. Vincent Haupert, Mitgründer und CEO von Yaxi. Deswegen verlagere sich viel zu Drittanbieter. Solche Systeme gebe es bereits, grätscht Vincent Haupert rein. Dass sie aber noch selten sind, sei besonders die Schuld der Banken. Denn es gebe noch sehr viele Hürden für solche Zahlungen. Oft müssten Nutzer\*Innen sich mit Passwort in ihrem Online-Banking anmelden, statt zu ihren Banking-Apps weitergeleitet zu werden und sich mit Face-ID anzumelden – nicht gerade einfach. Die Banken müssten also die Best Practices umsetzen. Die ING mache das vor. Darauf entgegnet Uli Loof, Senior Experte Zahlungsverkehr DZ Bank, dass die Regulierung diese Flows für Banken verhindere. „Die Zahlungen sind oft einfach schlecht gemacht”, sagt Uli Loof über seine persönlichen Erfahrungen mit Open Banking Zahlungen. Ein großes Problem sei das Branding, sagt Hölscher. Etwa die Sofortüberweisung einzustellen, mit der viele Nutzer\*Innen vertraut gewesen seien, sei ein Fehler gewesen. Man habe aus der Brand der EC-Karte nichts gemacht, fügt Loof hinzu. Was bringt FIDA und die Pflicht, die Tür für Daten aufzumachen? Oft machten Banken es gezielt schwer, die Schnittstellen zu nutzen, sagt Haupert, der die Verordnung ganz gelesen hat. Deshalb sei der Ansatz richtig, die Banken daran mitverdienen zu lassen. „Eigentlich ist Open Banking aus Handelssicht total toll, weil man eine garantierte Zahlung hat”, sagt Hölscher. Den großen Gamechanger brauche es eigentlich nicht mehr. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt2-06pm1-e1773150150571.jpg) **Alles redet über Wero, aber was ist denn mit Euro PA?** Na klar, Wero gilt gerade in der deutschen Öffentlichkeit als die große Hoffnung, ein eigenes, europäisches Zahlungssystem aufzubauen. Dabei hätten sich schon vor Jahren zwölf nationale Zahlungssysteme zur European Mobil Payment System Association (EMSA) zusammengeschlossen, berichtet Christian Pirkner von Bluecode. Die Idee dahinter: Interoperabilität zu erreichen. Um das auf die Spitze zu treiben, haben drei Mitglieder dieses Bündnisses die European Payments Alliance ins Leben gerufen (ja, es ist leider so kompliziert mit den beiden Assoziationen) und ein neues System entwickelt. Der Plan: Wer etwa über Bancomat Pay in Italien Geld an einen Freund in Spanien überweisen möchte, der Bizum nutzt, könne das inzwischen tun. Das System ist laut Pirkner inzwischen live. Ist Europa in Sachen Zahlungssouveränität also schon weiter als das viele denken? Wenn sich die national erfolgreichen Systeme auf diese Art und Weise zusammenschließen würden, so Pirkners These, könnte man einen Mehrwert schaffen. „Wenn wir Europäer als Digitalisierungsblinde Hühner ein Korn finden, dann ist die These der Interoperabilität, dieses Korn nicht zu zertrampeln.“ Gerade in Deutschland werde alle drei Jahre ein neues Projekt gestartet, von Giropay über Paydirekt bis hin zu Wero. Als normale Bürger\*in werde man da ja wahnsinnig. Und das gilt offenbar auch für den Gesetzgeber, der, auch weil er der Branche nicht mehr vertraut, mit dem digitalen Euro eine eigene Lösung schaffen möchte. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt3-46pm1-e1773157797693.jpg) **Welche Marke strahlt heller?** Das Bezahlen im Online-Handel muss vor allem eines sein: einfach. Aber können Payment-Anbieter, die das Leisten, mit gutem Marketing noch einen größeren Mehrwert schaffen? Klarna habe sich schon vor Jahren entschieden, eine klare Marke zu schaffen, sagte Nico Schenck in einer Podiumsdiskussion. Die Firma hatte damit Erfolg, wird als europäischer Zahlungsanbieter wahrgenommen. Sie stehe für Sicherheit, Transparenz und Flexibilität. Doch was bei Kund\*innen offenbar zieht, klappt nicht unbedingt beim Händler. Laura Vogelsang, Mitgründerin von Wesolveproblems.ai tauchte nochmal in ihre alte Rolle als Händlerin ein. Bei Händlern sei Klarna weniger beliebt, da das System relativ starr sei. Auch wolle man ja selbst mit den Daten seiner Kund\*innen arbeiten. Der Fall Klarna zeigt: Gutes Marketing kann für Payment-Anbieter ein großes Plus sein – und zwar dann, wenn die Marke so groß ist, das Kund\*innen über sie bezahlen wollen. Bei Mercedes haben sie, direkt ihre eigene Bezahllösung geschaffen, um die Strahlkraft der eigene Marke nutzen zu können, berichtete Norina Plank. Als Händler, das erzählte Dario Beffa vom Schweizer Unternehmen On, kann den Spiez auch ein wenig umdrehen. Die Firma wollte Buy Now Pay Later als Bezahlmöglichkeit mit einführen und setzte dazu bewusst auf eine extern, sichtbare Lösung. Denn BNPL hätte für manche immer einen etwas negativen Beiklang. Es ist also ein Geben und Nehmen in der Marketing-Welt zwischen Händler und Paymentanbietern. **Das Rennen um die digitale Brieftasche** Die Geschichte im europäischen Payment ist eigentlich ganz einfach: Die bösen US-Konzerne nutzen ihre Macht, um uns ihre Produkte aufzuzwingen. Mit diesem Narrativ möchte sich Dr. Carlos Nasher, Managing Partner von Thede Consulting, nicht abfinden. Und er hat Zahlen mitgebracht: Mit den Zahlungsmitteln über Wallets erwirtschafteten Banken ungefähr 1,3 Milliarden Euro pro Jahr – Geld, das über 4.000 Issuer verteilt werde und ein Modell, das reguliert sei. Die Wallet-Anbieter verdienten damit ein bisschen weniger als die Hälfte alleine mit Gebühren – dahinter stünden aber lediglich Apple und Google. Das sei eine grobe Schätzung. Die Stärke der US-Techs läge in der Verbindung von Identitätsnachweis, Benutzeroberfläche und Settlement, sagt Nasher. Gegen alle Aspekte gibt es europäische Alternativen, die mehr oder weniger weit sind. Mit EPI wollen die europäischen Banken die Wertschöpfung im Zahlungssystem wieder internalisieren. Der Digitale Euro will das Henne-Ei-Problem per Dekret lösen, sagt er. „Es wird bei den Gebühren ein Race to the bottom geben.” Und die EUDI soll die Identitätsverifizierung europäisch lösen. Nun öffne sich ein Fenster für die Herausforderer: „Wenn man sich jetzt nicht entscheidet, kann man 2030 nur noch auf andere reagieren”, warnt Nasher. „Es ist eine Spezialität der Kreditwirtschaft, dieses Fenster konsequent zu ignorieren.” Damit meint er vermutlich, dass die Europäer das EC-System einfach so aufgaben. Man könnte also sagen, Schließt sich ein Fenster, schließt sich ein weiteres. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt4-37pm-e1773163349899.jpg) **Wie nutzen die Europäer die Chancen?** Und damit zur Diskussion: Die Zeit sei noch nicht abgelaufen und man habe dazugelernt, findet Christian von Hammel-Bonten, Head of Products bei Commerz Globalpay. „Wir sind fragmentiert, haben aber lokale Heroes.” Man brauche nun Druck, um Einigkeit herzustellen. Den dürfte Martina Weimert, CEO von der EPI Company und die Frau hinter Wero deutlich spüren. Gerade sei man fleißig dabei, die 240.000 Händler zu integrieren. „P2P war dazu da, die Marke bekannt zu machen.” Bereits in diesem Jahr werde es mehr E-Commerce Anschlüsse und erste POS-Versuche geben. Was aber sei das Verkaufsargument gegenüber Händlern? Für einige sei das europäische Souveränität. Aber reicht das? Google setzt derweil auf seiner Wallet. Ob man Angst vor Wero habe? Nein, meint Victor Bergmann, Head of Partnerships Domestic Schemes & DACH von Google Pay – im Gegenteil. „Wir sind bereit, Wero zu integrieren”, sagt er. Die 52 Millionen potentiellen Kund\*Innen von Wero würden für ihn locker reichen.Man sehe sich vielmehr als Matchmaker und offenes Ökosystem. Die Wallet sei nur ein Teil des Systems, meint er. So viel verdiene man dabei nicht mit. Die Wallet sei vielmehr ein Informationsbecken für verschiedene Identifikationsprozesse. Bleibt noch der Digitale Euro. Den mag auf diesen Panel wirklich niemand. Das Projekt solle die EZB sofort stoppen, wenn es nach Christian von Hammel-Bonten geht. „Viele Ansätze helfen nicht”, sagt er. Statt in die Privatwirtschaft einzugreifen, sollten staatliche Akteure sich raushalten. Man brauche eine klare Linie und Einigkeit. Victor Bergmann setzt sogar einen drauf und nennt den Digitalen Euro aus logischer Sicht „Schwachsinn“. „Als Visa und Mastercard würde ich mich kaputtlachen”, sagt Martina Weimert. Der Digitale Euro sollte nicht an die Ladenkasse, sondern in den Wholesale kommen. Auch Timm Caporale von Chief Innovation Officer und Vorstandsmitglied der cognitivo AG befürchtet, dass der Digitale Euro zu eine schlechten Nutzer\*Innenerfahrung führe. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt5-41pm-e1773163455662.jpg) **Willst du mein Acquirer sein?** Die Welt der Acquirer sah lange Zeit vergleichsweise einfach aus. Einfach den Händler ans Kartennetzwerk von zum Beispiel Visa oder Mastercard anschließen und fertig. Klar hatte das seine technischen Feinheiten, und die musste man erstmal meistern, doch so sah lange die Mission aus. Heute aber hat sich die Welt geändert, waren sich Julia Grass von der Deutschen Bank, Arne Reotzeimer von Visa und Moritz Bauch von Starfish einig. Ein moderner Acquirer müsse mehr leisten können. Nur was genau? Die Anbieter wollen heute bestenfalls das Wachstum der Händler unterstützen, sie werden immer mehr zum Partner. Zusätzliche Services sind das Mittel der Wahl. Das könnten Tokenisierung sein oder Betrugsprävention und es ist wohl auch eine modulare Denkweise: Händler sollten die Leistungen nutzen können, die sie brauchen – und dann wohl auch nur für diese bezahlen. Zahlreiche Anbieter haben das bereits verstanden, ob Adyen, Stripe oder Nexi. Sie bündeln gleich mehrere Zahlungsfunktionen. Auch die Deutsche Bank mischt mit, bietet Händlern zahlreiche Leistungen. Für die Handelsbranche dürfte die Weiterentwicklung der Acquirer-Branche ein Segen sein. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/pex_26_zt6-16pm-e1773163582922.jpg) **So holt man mit Embedded Finance die Kleineren ab** KMUs sind das Rückgrat unserer Wirtschaft – so weit sind sich alle einig. Aber wie erreicht man sie über Embedded Finance Angebote? Mittelständler seien sehr digitalisiert, aber im Backoffice nutze noch das „Disaster-Dreieck” von Excel, E-Mail und Unterschriftenmappen – ein No-Go für Christian Ritosek von Candis. Aber: „Es dauert nicht mehr lange, bis die Akzeptanz auch für KI steigt”, glaubt er. Kleine Kunden waren schwer abzuwickeln und teuer zu akquirieren, als Miriam Wohlfarth von Banxware bei Ratepay anfing, erzählt sie. Die Plattform-Ökonomie habe das geändert. „Unternehmen müssen jetzt digital werden”, sagt sie. Bei seinen Kunden sehe er eine große Bereitschaft, Prozesse zu digitalisieren, beobachtet Tom Sellin von Airwallex. Wo ist nun das Problem? Fragmentierte Lösungen in den verschiedenen Bereichen, sagt Sellin. „Die Themen greifen nicht ineinander für sie.” Auf diese komplizierten Systeme habe man sich mit Candis konzentriert. „Durch die Erfahrung, die wir mit den Großen gemacht haben, können wir zunehmend auch kleine Kunden onboarden”, sagt er. Der Business Owner unterscheide sich nicht mehr von Privatpersonen. Besonders in den Erwartungen an die User Experience gleiche man sich an, sagt Miriam Wohlfarth. Ist Embedded Finance hier die Lösung? Da gehen alle Panelist\*Innen aus. Die Frage sei, wo der Ort sein wird, wo alle Informationen zusammenlaufen: Buchhaltungssoftware, ein Payment-Anbieter oder ein komplett neues System, sagt Miriam Wohlfarth. Man versuche die Reibung zwischen den Systemen zu verringern, meint Tom Sellin von Airwallex. **Wie man Betrüger\*innen in den Knast bringt (hoffentlich)** Der Kampf gegen Betrug könnte so einfach sein. Denn eigentlich sei es recht leicht entsprechende Fälle zu erkennen, sagte Carmen Honacker, die zu diesem Thema berät. Eine Bank etwa müsste erkennen können, wann etwas aus dem gängigen Muster ausbricht. Kleines Problem bei der Sache: Dafür braucht sie eine ganze Reihe an Daten über das Verhalten ihrer Kontoinhaber\*innen, warf Berater Matthias Rübo auf einem Panel zu Betrugsmaschen auf der PEX26 ein. Es wird also in der praktischen Umsetzung doch ein wenig komplexer. Denn tendenziell werden Betrüger\*innen immer klüger. Sie hätten sich weiterentwickelt, sagte Dina Alagic vom Händler Breuninger. Sei es früher noch die Zahlartenaussteuerung gewesen, passiere der Betrug jetzt beim Kund\*innen-Service oder sogar in der Logistik. So behaupteten Betrüger\*innen zum Beispiel gerne glaubhaft, dass sie eine Ware nicht bekommen hätten – die sie aber eigentlich auch gar nicht bestellt hatten. Das zu erkennen und darauf schnell zu reagieren, sei nun die Herausforderung. Für Banken ändert die EU gerade die Spielregeln und das ganz schön gewaltig. Die PSR kommt, die Payment Service Regulation steht vor der Türe. Und die entlasse laut aktuell diskutiertem Entwurf Konsument\*innen aus ihrer Verantwortung, berichtete Carsten Muerl von Mastercard. Würde ein\*e Betrüger\*in sich als Bankmitarbeiter\*in ausgeben und damit im ersten Moment durchkommen, trage bald die Bank die Haftung für den Betrug. Für Verbraucher\*innen eine tolle Nachricht, für Banken definitiv eine Herausforderung. An die relevanten Informationen von Bankkund\*innen zu kommen, ist laut Berater Matthias Rübo ohnehin oftmals noch viel zu leicht. Das SMS-Tan-Verfahren etwa, auf das noch immer das ein oder andere Bankhaus setze, sei sehr angreifbar. Und das war’s für den ersten Tag der PEX26\. Hier gibt’s jetzt Kuchen. Morgen geht es dann inhaltlich weiter! ### Mit KI-Agenten Meilen sammeln? URL: https://paymentandbanking.com/mit-ki-agenten-meilen-sammeln/ Last updated: 2026-03-10T06:24:31.000Z *Karten, Wallets, A2A oder Stablecoins: Anbieter stellen etablierte aber auch neuartige Zahlungslösungen auf Agenten ein. Doch welche setzen sich durch?* Wenn KI-Agenten autonom einkaufen sollen, müssen sie selbst bezahlen können. Klingt zunächst einfach, zieht jedoch einen Rattenschwanz an strategischen, operativen und regulatorischen Fragen nach sich: Bleibt der traditionelle E-Commerce-Payment-Mix weitgehend stabil oder kristallisieren sich dominante Instrumente heraus? Und wie gehen wir mit regulatorischen Anforderungen wie der Starken Kundenauthentifizierung (SCA) oder Fragen nach der Haftung um, wenn der Agent etwas anderes kauft, als wir eigentlich wollten? ## **Etablierte Instrumente mit regulatorischen Herausforderungen** Grundsätzlich sind die meisten Zahlungsinstrumente und Anbieter aus dem E-Commerce-Payment-Bereich gut positioniert. Allerdings müssen sie ihre Lösungen an die besonderen Anforderungen agentenbasierter Transaktionen anpassen. Dafür braucht es technische Lösungen wie die Protokollkompatibilität oder die Identifizierung von Agenten – KYC wird zu KYA (Know-Your-Agent). Daneben stellen sich Fragen rund um Starke Kundenauthentifizierung (SCA), Transaktionsautorisierung und Haftung. KI-Agenten können beispielsweise keine SCA mit zwei Faktoren gemäß der PSD2 durchführen. Hier sind kreative Lösungen gefragt, wie etwa analog zu A2A Variable Recurring Payments, bei denen Nutzer:innen einmalig eine SCA durchführen, um ein definiertes Mandat mit Betragsobergrenzen, Häufigkeiten und Begünstigten festzulegen. Die Menge an Fragen zeigt: Für europäische Banken und Zahlungsdienstleister gibt es einiges zu tun. Noch sind europäische Kund:innen bei der vollständigen Delegation ihrer Einkäufe an Agenten zwar zögerlich, wie eine neue McKinsey-Studie für Europa zeigt: Es gibt zwar eine hohe Bereitschaft zur KI-Unterstützung am Anfang der Shopping-Reise, doch sinkt diese mit Blick auf das Bezahlen. So fühlten sich 56 Prozent wohl mit KI-generierten Vorschlägen, aber nur gut 30 Prozent mit dem autonomen Bezahlen selbst bei einfachen, wiederholten und Abo-basierten Käufen.\[1\] Doch je präziser Agenten werden, desto stärker wird mutmaßlich auch die Bereitschaft zum KI-basierten Bezahlen. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/ad-article-final.png)](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?ref=paymentandbanking.com) ## **Mastercard und VISA sind bereit** Kartenorganisationen wie Mastercard und Visa haben sich bereits mit Protokollen und strategischen Allianzen auf die Ära des Agentic Shopping vorbereitet: Im April 2025 lancierte Mastercard Agent Pay mit der Identifizierung von Agenten über Netzwerk-Token. Der Ansatz ähnelt dem, den Visa fast zeitgleich veröffentlichte. Visa Intelligent Commerce sieht vordefinierte Budgets, Zahlungsvoraussetzungen und tokenisierte digitale Anmeldedaten vor, die sicherstellen, dass ein Agent tatsächlich befugt ist, im Namen des Kunden zu handeln. Den Karten steht technisch der Sprung ins Agentic Commerce soweit offen und sie sind zugleich bei Kund:innen bereits etabliert. Allerdings stehen sie laut EHI mit 12,3 Prozent Marktanteil nur auf Nummer vier der Hitliste der meistgenutzten Zahlungsinstrumente im E-Commerce.\[2\] ## **PayPal und Stripe positionieren sich mit Allianzen** Auch andere Player bringen sich in Stellung: Digitale Wallets wie PayPal oder Anbieter wie Stripe kooperieren ebenfalls mit KI-Anbietern wie Google, OpenAI oder Microsoft und entwickeln Zahlungslösungen für deren integrierte Checkouts. PayPal ist im E-Commerce auch stark etabliert und liegt in Deutschland laut EHI mit 25,8 Prozent Marktanteil auf Platz eins.\[2\] Mit den neuen Agentic Commerce Services \[3\] sowie der Übernahme des auf Agentic Commerce spezialisierten Start-Ups Cymbio festigt PayPal außerdem seine Ambitionen auf eine starke Präsenz im Agentic Commerce. Stripe lancierte im September 2025 das Agentic Commerce Protocol mit OpenAI und stellte eine Woche später die Shared Payment Tokens (SPT) vor, die auf ein bestimmtes Unternehmen beschränkt und zeitlich oder mengenmäßig begrenzt sind und jederzeit widerrufen werden können.\[4\] Anfang März 2026 erweiterte Stripe nun die SPT-Unterstützung um Agent Pay und Visa Intelligent Commerce sowie um BNPL-Lösungen wie Klarna.\[5\] Die global agierenden PSPs steigen somit stark ins Agentic Commerce ein. Sollten sich die Gerüchte über eine potenzielle Übernahme von PayPal durch Stripe bewahrheiten, könnte hier ein sehr dominanter Player entstehen. ## **Stablecoins und x402 als potenzielle Zukunft?** Stablecoins haben in den letzten Monaten vor allem im Kontext grenzüberschreitender Zahlungen von sich reden gemacht. Allerdings wurden Stablecoins und Kryptowährungen bereits von Anfang an in Googles Agent Payments Protocol explizit als Zahlungsinstrumente integriert, unter anderem in Form des von Coinbase entwickelten x402-Protokolls als Basis für agentenbasierte Instant-Krypto-Zahlungen. Stablecoins bieten eine Reihe von Vorteilen für den Einsatz im Agentic Commerce: Real-time Settlement, Programmierbarkeit, Transparenz und Micro-Payments. Ähnlich wie 2025, als die Bausteine für die Agentic-Commerce-Infrastruktur entstanden sind, entstehen jetzt die Puzzlestücke für Stablecoin-Rails im Agentic Commerce. Außerdem ermöglicht Stripe Unternehmen mit Open Issuance, eigene Stablecoins auf den Markt zu bringen und zu verwalten. Und für diejenigen, die keine Liquidität in Stablecoins halten wollen, bietet Revolut eine Lösung an: Für den Umtausch zwischen Fiat-Geld und Stablecoins fällt keine Gebühr an. ## **Prompt-Engineering für die Einkaufsliste?** Bei allen Lösungen stellt sich jedoch immer noch die Haftungsfrage: Statt drei Parteien (Endkund:innen, Zahlungsdienstleistern und Händlern) sind nun mindestens vier involviert und die Frage nach dem Auslöser für falsche Käufe wird nicht leicht zu beantworten sein: Lag es an missverständlichen Prompts des Users, fehlerhaften oder unklaren Informationen des Händlers oder einfach daran, dass der Agent bzw. das darunterliegende LLM munter vor sich hin halluzinierte? Derzeit ist das Thema der Haftung noch weit offen, und wer auch immer es sinnvoll löst, kann sich damit sehr prominent platzieren. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Optionenraum noch offen** Perspektivisch ergeben sich für mich derzeit **drei mögliche Hauptszenarien** (mit diversen Varianten): 1\. Der bestehende **Payment-Mix bleibt weitgehend erhalten**: Voraussetzung dafür ist, dass regulatorische Herausforderungen gelöst und die Instrumente möglichst effizient an agentenspezifische Anforderungen angepasst werden. Loyalität und zusätzliche Benefits wie Kartenmeilen können die Präferenzen der Kunden und damit die Rangfolge der bevorzugten Zahlungsinstrumente weiterhin signifikant beeinflussen. 2\. Dynamische **First-Mover und digitale Wallets weiten ihre Position aus** und beeinflussen den Payment-Mix: Angesichts der langsameren Entwicklung des Agentic Commerce in Europa haben globale Spieler den Vorteil, früh Erfahrungen in den USA zu sammeln und dann entsprechend zu skalieren. 3\. **Stablecoins werden die dominante Zahlungsmethode im Hintergrund** des Agentic Commerce mit nahtloser Umwandlung in Fiat-Geld für Endkund:innen: Player wie Google, Stripe, Revolut & Co. haben die wesentlichen technischen Puzzlestücke bereits platziert – die Frage ist allerdings, wie stark Kundenpräferenzen noch den traditionellen Payment-Mix stärken. --- Dieses Thema werden wir auch heute auf dem Panel besprechen. Silke ist heute auch bei der [**Payment Exchange (PEX)** ](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com)auf der Bühne – um **10:30 Uhr** beim Panel *„Agentic Commerce: Das Ende des eCommerce wie wir ihn kennen?“*. Karten, Wallets, A2A oder doch Stablecoins? Die Bezahllösungen für Agenten sind theoretisch vielfältig, doch welche setzen sich durch? Bleibt alles beim Alten? Oder bekommen wir einen neuen Payment-Mix im Agentic Commerce? ### AI in Finance: Anthropic vs. OpenAI, Pentagon-Drama und Agentic Commerce URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-anthropic-vs-openai-pentagon-drama-und-agentic-commerce/ Last updated: 2026-03-08T20:38:53.000Z *In Folge 5 von AI in Finance sprechen Sascha und Maik über eine besonders aufgeladene KI-Woche. Es geht um den Machtkampf zwischen Anthropic und OpenAI, militärische KI-Nutzung, neue Agentic-Commerce-Ansätze und die Frage, wie sich Interfaces, Datenzugriffe und Zahlungsprozesse gerade verändern.* ## **Pentagon, OpenAI und Anthropic: KI wird geopolitisch** Im Zentrum der Episode steht der eskalierende Konflikt zwischen Anthropic, OpenAI und dem US-Verteidigungsministerium. Anthropic hatte sich lange als sicherheitsorientierter KI-Anbieter positioniert, zog bei militärischen Anwendungen nun aber eine rote Linie – zumindest teilweise. Genau daraus entstand ein politischer Konflikt, der schnell größer wurde als ein normaler Branchenstreit. Sascha und Maik diskutieren, was passiert, wenn Sprachmodelle nicht mehr nur Produktivitäts-Tools sind, sondern Teil staatlicher Sicherheitsarchitektur werden. Besonders brisant: OpenAI sprang offenbar sehr schnell in die Lücke, die Anthropic offenließ. Die Folge macht deutlich, dass es längst nicht mehr nur um Technologie geht, sondern um Macht, Kontrolle und die Frage, wer künftig über den Einsatz von KI in hochkritischen Bereichen entscheidet. ## **Agenten, Interfaces und neue Tools: Die nächste KI-Stufe** Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf neuen Werkzeugen und der nächsten Evolutionsstufe von KI. Es geht um OpenClaw, Peter Steinbergers Wechsel zu OpenAI und um die Idee, dass KI nicht mehr nur antwortet, sondern Aufgaben ausführt. Genau darin sehen beide einen grundlegenden Shift: weg vom Chatbot, hin zum Agenten. Dazu passen Tools wie **Glaze** von Raycast, das aus einer Beschreibung direkt nutzbare Mac-Apps baut. Auch Benchmarks wie der „Bullshit Benchmark“ zeigen, wie stark sich Modelle inzwischen unterscheiden – vor allem dann, wenn es um Verlässlichkeit statt reines Marketing geht. Die Diskussion zeigt: Die Zukunft von KI liegt nicht nur im besseren Modell, sondern in der besseren Nutzerinteraktion, im passenderen Interface und in der Fähigkeit, echte Arbeitsprozesse zu übernehmen. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/wm-6760-1.png)](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) ## **AI in Finance: Zahlungen, Commerce und neue Infrastruktur** Natürlich geht es auch um konkrete Entwicklungen im Finanzbereich. Thema ist unter anderem die erste Agentic-Commerce-Transaktion von Santander und Mastercard. Spannend daran ist weniger der einzelne Test, sondern die große Frage dahinter: Wie können KI-Agenten künftig Zahlungen auslösen, ohne dass Sicherheit, Autorisierung und Haftung zum Problem werden? Dazu kommen neue Infrastrukturen wie das KI-Rechenzentrum der Deutschen Telekom in München und Metas Einstieg in KI-gestützte Shopping-Funktionen. Maik und Sascha ordnen ein, warum gerade im Finance-Umfeld nicht nur Technologie, sondern auch Regulatorik, Fraud-Fragen und Nutzervertrauen entscheiden werden. Die Folge zeigt damit sehr klar: AI in Finance wird nicht an einem Modell entschieden, sondern an der Verbindung aus Technik, Governance und echter Alltagstauglichkeit. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Stripe, PayPal, Gini: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im Februar URL: https://paymentandbanking.com/stripe-paypal-gini-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-februar/ Last updated: 2026-05-12T00:01:10.000Z *Jochen Siegert und André Bajorat liefern die wichtigsten News des Monats. Es geht um Übernahmekandidat PayPal, den ersten Exit seit langem und Massenentlassungen wegen KI.* Die ganze Welt schaut gerade mit Schrecken auf die Geschehnisse im Nahen Osten. Für einen Moment wechseln wir trotzdem in unsere kleine Fintech-Bubble: Jochen Siegert und Andre Bajorat haben die wichtigsten Fintech-News des Monats besprochen: **Stripe zeigt Interesse an Übernahme von PayPal** Zu den Interessenten an einer möglichen [Übernahme von PayPal zählt der Zahlungsabwickler Stripe](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=061fbed052&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), der den gesamten Konzern erwerben könnte, wobei die Gespräche laut informierten Kreisen noch in einem frühen Stadium ohne Abschlussgarantie sind. Allein die Aussicht auf einen Deal hat den PayPal-Kurs deutlich steigen lassen, die Aktie liegt rund 14 Prozent über dem Stand der Vorwoche. Stripe wird mit etwa 159 Milliarden US‑Dollar bewertet, während ein Mitgründer in einem Interview die angespannte Lage bei PayPal eingeräumt hat. **Paypal erfolg mit NFC App/Ladenkasse in Deutschland** [Der US-Bezahldienst Paypal weitet seine Rolle im deutschen Zahlungsverkehr aus](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0921240da9&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und kommt neben dem dominierenden Onlinegeschäft zunehmend auch an der Supermarktkasse zum Einsatz. Rund 7,6 Millionen Menschen haben sich binnen weniger Monate für das mobile Bezahlen mit virtueller Debitkarte registriert, während parallel der europäische Dienst Wero sowie der digitale Euro der Europäischen Zentralbank die Abhängigkeit von US-Anbietern verringern sollen. **Mastercard zeigt Offenheit für Zusammenarbeit beim digitalen Euro** Mastercard-CEO Michael Miebach sieht [sein Unternehmen als potenziellen Partner für einen digitalen Euro ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=57e2fb1b78&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und verweist auf vorhandene Expertise mit digitalen Währungen in anderen Ländern. Er unterstützt das Ziel stärkerer europäischer Zahlungslösungen und betont Investitionen in lokalisierte Technik und Datenspeicherung. Gleichzeitig bleibt er gelassen gegenüber einem von US-Präsident Donald Trump geforderten Zinsdeckel für Kreditkarten, da Mastercard Transaktionen verschiedenster Zahlungsarten abwickelt und nicht allein vom klassischen Kreditkartengeschäft abhängt. **Handel warnt vor Kosten- und Komplexitätsfalle beim Digitalen Euro** Der Handelsverband Deutschland sieht im digitalen Euro grundsätzlich eine Chance für ein staatlich garantiertes, bargeldähnliches Zahlungsmittel, [kritisiert aber die geplante Ausgestaltung ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8a19d428cc&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)als zu komplex und teuer. Besonders das an Kreditkarten angelehnte Kompensationsmodell lehnt der Verband ab, weil Händler die Kosten der Wallet-Anbieter tragen sollen. Statt prozentualer Entgelte fordert der HDE niedrige, transaktionsbasierte Gebühren und praxisgerechte Haltelimits, bevor an eine breite Akzeptanzpflicht gedacht werden könne. **EU-Parlament ebnet Weg für digitalen Euro mit Online- und Offline-Funktion** Das Europäische Parlament unterstützte einen Antrag, nachdem der digitale Euro sowohl[ online als auch offline funktionieren sol](https://us.list-manage.com/S-5vJlRouZW?e=cfc5f9390d&c2id=c98a05abcd16911e1c3d4c93371a0c0c&ref=paymentandbanking.com)l. Die Abgeordneten lehnten den Vorschlag ab, die Einführung auf eine reine Offline-Lösung zu beschränken, und forderten ein einheitliches Konzept mit beiden Nutzungsformen. **Klarna rutscht trotz starkem Wachstum ins Quartalsminus** [Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna verzeichnet im Schlussquartal 2025 trotz deutlich gestiegener Umsätze einen Nettoverlust von 26 Mio. US‑Dollar,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=873513668a&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) ausgelöst vor allem durch höhere Risikovorsorgen für ausfallgefährdete Kredite, die im Jahresvergleich um 59 Prozent auf 250 Mio. US‑Dollar zunahmen. Das börsennotierte Fintech mit einer Bewertung von 15 Mrd. US‑Dollar steht damit vor der Aufgabe, weiteres Wachstum und ein strengeres Risikomanagement in Einklang zu bringen. **Sparkassen melden Rekord bei Girocard-Zahlungen** Die Sparkassen verzeichnen [2025 einen deutlichen Anstieg der Girocard-Nutzung](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c985c6b652&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com): Die Kundschaft zahlte 4,6 Milliarden Mal mit der Sparkassen-Card, ein Plus von 8,8 Prozent im Vergleich zu 2024\. Der Umsatz legte auf 161 Milliarden Euro zu, während der durchschnittliche Bon auf 34,98 Euro sank, was auf häufiger bargeldlose Kleinbetragszahlungen hindeutet. Rund 94 Prozent der Transaktionen erfolgten kontaktlos, knapp ein Viertel bereits mit digitaler Karte über Smartphone-Lösungen wie Mobiles Bezahlen oder Apple Pay. Parallel arbeitet die Sparkassen-Finanzgruppe mit Euro Kartensysteme an neuen Funktionen, etwa vorabgenehmigten Zahlungen und der Integration der Girocard in Händler-Apps. **Über acht Milliarden Zahlungen: Girocard weiterhin beliebt** Die Girocard bleibt eine feste Größe im deutschen Bezahlkartengeschäft mit rund 8,3 Milliarden Zahlungen im vergangenen Jahr, was einem Plus von 4,8 Prozent entspricht, zeigen die J[ahreszahlen von Euro Kartensysteme](https://www.girocard.eu/medien/newsroom/pressemitteilungen/jahreszahlen-2025/?ref=paymentandbanking.com) für 2025\. Dem Plus steht aber auch ein Minus bei den durchschnittlichen Umsätzen pro Bezahlvorgang entgegen (von 38,85 Euro im Vorjahr auf 37,25 Euro). Kritiker weisen darauf hin, dass beim Jahresumsatz seit mehreren Jahren entsprechend kaum Wachstum zu sehen ist. Die Akzeptanz im Handel dagegen wuchs auf bis zu 1.344.000 aktive Terminals, ein Anstieg von 11,3 Prozent. Kontaktlose Transaktionen dominieren mit 88,5 Prozent aller Girocard-Zahlungen im Dezember 2025, während die digitale Girocard auf Smartphones und Smartwatches an Bedeutung gewinnt. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/wm-6760-1.png)](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) **Commerzbank steigt bei Wero ein** [Die Commerzbank erweitert ihr Angebot um den europäischen Bezahldienst Wero,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=aedffce564&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) nachdem der Vorstand um Bettina Orlopp nun doch grünes Licht gegeben hat. Gründe sind eine verbesserte Finanzlage, Lerneffekte aus dem gescheiterten Vorgänger Paydirekt und die neue Kooperation von Wero mit Banken und Zahlungsanbietern in weiteren EU-Ländern, die Reichweite und Akzeptanz im Alltag und E-Commerce erhöhen sollen. **Green Banana und VR Payment bündeln Kräfte für BNPL-Orchestrierung** [Green Banana und VR Payment geben eine Partnerschaft bekannt,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=1dce697570&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) um Buy-Now-Pay-Later-Lösungen im europäischen Zahlungsverkehr effizienter zu orchestrieren und für Händler skalierbarer zu machen. Ziel ist es, unterschiedliche BNPL-Angebote zu bündeln, Integration und Steuerung zu vereinfachen und so sowohl Akzeptanzstellen als auch Endkundinnen und Endkunden mehr Flexibilität bei der Zahlungswahl zu bieten. Die Zusammenarbeit soll Innovation im Online- und stationären Handel fördern und Banken wie Handelspartner bei der Umsetzung moderner Payment-Strategien unterstützen. **Börse Stuttgart Digital und Tradias schmieden europäischen Krypto-Champion** Die [geplante Fusion von Börse Stuttgart Digital und Tradias soll einen vollregulierten Anbieter schaffen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e0e877fd06&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), der die gesamte Krypto-Wertschöpfungskette von Handel und Brokerage über Verwahrung bis zu Staking und tokenisierten Assets abdeckt. Mit rund 300 Beschäftigten und Standorten in Frankfurt und Stuttgart zielt das gemeinsame Managementteam auf eine führende Rolle im europäischen Kryptomarkt und die weitere Konsolidierung unter Einbindung großer Finanzinstitute wie Intesa Sanpaolo, DZ Bank, Dekabank sowie mehrerer Online-Broker und staatlicher Institutionen. Der Zusammenschluss steht unter dem Vorbehalt erfolgreicher Verhandlungen und aufsichtsrechtlicher Zustimmung und ist für die zweite Jahreshälfte 2026 vorgesehen. **EU-Fintechs geraten wegen APP-Betrug stärker ins Visier der Geldwäscheaufsicht** [Autorised-Push-Payment-Betrug](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=7058a53caa&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) entwickelt sich zur teuersten Form des Zahlungsbetrugs in Europa und überholt Kartentricksereien, da manipulierte Verbraucher hohe Beträge per Echtzeitüberweisung freigeben. Regulierer werten diese APP-Scams zunehmend als Geldwäsche, weil Gelder über Muli-Konten grenzüberschreitend verschleiert werden. Mit PSD3, der neuen Payment Services Regulation und AMLD6 steigen Haftung und Pflichten für Zahlungsdienstleister, die Betrugs- und AML-Daten stärker verzahnen und Muli-Netzwerke früh erkennen müssen. **EU verschärft Haftung für Banken bei Trickbetrug mit PSD3 und PSR** Die Europäische Union bringt mit PSD3 und der Payment Services Regulation ein umfassendes Gesetzespaket auf den Weg, das ab 2027 oder Anfang 2028 gelten soll. Kernpunkt ist die verschärfte Haftung von Finanzinstituten bei autorisiertem Betrug wie Impersonation Fraud, bei dem sich Kriminelle als Bankmitarbeiter ausgeben. Zusätzlich wird ein verpflichtender IBAN-Namensabgleich eingeführt, der vor jeder Überweisung prüft, ob Empfängername und Kontonummer übereinstimmen. [Erstmals werden auch große Online-Plattformen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=696b51f712&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haftbar gemacht, wenn sie betrügerische Inhalte nicht löschen. **Deutschland schafft Schecks bis 2027 vollständig ab** Deutschland plant die [vollständige Abschaffung von Schecks](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=ec97cf7ba8&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) bis Ende 2027\. Schecks machen nur noch 0,01 Prozent aller bargeldlosen Zahlungen aus, während 2007 noch 75 Millionen Schecks jährlich verarbeitet wurden, waren es 2024 nur noch zwei Millionen. Die Bundesbank schaltet die technische Infrastruktur für automatisierte Scheckverarbeitung ab. Hauptgrund ist die Zunahme von SEPA-Echtzeit-Überweisungen, von denen 2024 rund 335 Millionen in Deutschland getätigt wurden. Die USA folgen einem ähnlichen Trend mit sinkenden Scheckzahlungen. **Comdirect, Sparkassen und Genos starten Angriff auf Trade Republic** Der Erfolg der Neobroker war in den letzten Jahren beeindruckend. Lange interessierte das die traditionellen Banken nicht wirklich. Doch vor einiger Zeit hat man auch hier gemerkt, dass die Newcomer so schnell nicht verschwinden und dabei Kund:innen rüberziehen. Mit S-Neo bringen die Sparkassen ein eigenes Angebot an den Start, das den App-basierten Konkurrenten von Trade Republic und Co. ähnelt. Auch Comdirect greift mit einem neuen Depot-Modell an. Sogar die Geno-Banken planen derzeit einen eigenen Broker, wie jetzt rauskam. **Gini gelingt der Exit** Das Münchner Fintech wird [vom US-Unternehmen Banyan Software übernommen](https://finanz-szene.de/fintech/fotoueberweisungs-fintech-gini-gelingt-der-exit-auch-commerzbank-profitiert/?ref=paymentandbanking.com). Der Kaufpreis bleibt aber geheim. Neben den Gründern verdient auch die Commerzbank daran mit, die knapp 14 Prozent an dem Start-up hält. Zu den Kunden des Fintechs gehören unter anderem die Deutsche Bank, die Commerzbank und die großen Bankenverbände. **Massenentlassungen bei Block (ehemals Square)** Das von Jack Dorsey gegründete Zahlungsunternehmen, zu dem Square und Cash App gehören, [gab letzte Woche bekannt](https://apnews.com/article/block-dorsey-layoffs-ai-jobs-18e00a0b278977b0a87893f55e3db7bb?ref=paymentandbanking.com), dass es plant, 40 Prozent seiner Belegschaft, also mehr als 4.000 Mitarbeiter, zu entlassen. Die Aktien stiegen im nachbörslichen Handel um mehr als 20 Prozent. Als Grund würde dafür die KI-Strategie des Unternehmens genannt – sie soll die scheidenden Mitarbeiter ersetzen. ### Stripe: Stablecoins, KI-Agenten und die Zukunft des digitalen Handels URL: https://paymentandbanking.com/stripe-stablecoins-ki-agenten-und-die-zukunft-des-digitalen-handels/ Last updated: 2026-03-06T09:10:10.000Z **Der [Stripe Annual Letter ](https://stripe.com/de/annual-updates/2025?ref=paymentandbanking.com)** **zeichnet das Bild einer neuen Commerce-Ära mit Agentic Commerce, Stablecoins und globalen Geschäftsmodellen.** **Im Interview erklärt Deutschlandchef Thomas Cser, was diese Entwicklungen konkret für Unternehmen und den Mittelstand bedeuten.** Loyalty-Programme, Stablecoins, Agenten-Commerce: Stripe will nicht nur Zahlungsabwickler sein, sondern die Infrastruktur für eine neue Ära des digitalen Handels bauen. Im aktuellen Annual Letter zeichnen Patrick und John Collison das Bild einer „sorting machine“-Ökonomie, in der Gewinner und Verlierer schneller denn je sortiert werden und in der KI‑Agenten schon bald eigenständig einkaufen, Rechnungen bezahlen und Kapital allokieren. Gleichzeitig betont Stripe, wie wichtig offene Protokolle und Interoperabilität sind, damit diese Entwicklung nicht in neue Walled Gardens führt.​ Thomas Cser übernimmt die Verantwortung für einen der spannendsten Payment‑Märkte Europas, hochreguliert, bankendominiert, gleichzeitig mit enormem E‑Commerce‑ und Mittelstands­potenzial. Anlass genug für ein schriftliches Interview zur Frage, was der Stripe‑Letter 2025 konkret für Deutschland bedeutet. ## **Herr Cser, wenn Sie den aktuellen Stripe Annual Letter in einem Satz aus deutscher Perspektive zusammenfassen müssten: Welche Botschaft ist für Unternehmen hierzulande die wichtigste?** Ich finde mehrere der Kapitel relevant für deutsche Unternehmen. Dass junge Unternehmen heute sehr viel schneller internationalisieren als früher, ist für die deutsche Wirtschaft zum Beispiel eine wichtige Information, die gleichzeitig Fluch und Segen darstellt. Technische Neuerungen bieten die Möglichkeit, die eigene internationale Expansion schneller voranzutreiben; gleichzeitig wächst aber auch der Wettbewerbsdruck. Auch die Kapitel zu Stablecoins und Agentic Commerce sind hoch relevant – ich halte es für wichtig, sich frühzeitig mit diesen Zukunftsthemen auseinanderzusetzen. ## **Stripe berichtet von 1,9 Billionen Dollar Zahlungsvolumen und einer 34‑prozentigen Steigerung gegenüber 2024 – aber was heißt das konkret für Händler, Mittelstand und Plattformen in Deutschland?​** Man sieht an diesen Zahlen, dass die Online-Wirtschaft weiter wächst und dass sich mehr und mehr wirtschaftliche Aktivität sich ins Internet verschiebt. Digitale Geschäftsmodelle lassen sich heute extrem schnell global ausrollen. Gewinner sind Unternehmen, die das Internet als ihren globalen Heimatmarkt behandeln und konsequent globale Tools nutzen. Das gilt nicht nur für reine Online-Player: Auch etablierte Unternehmen und mittelständische Unternehmen brauchen heute eine konsequente Digitalstrategie. ## Im Letter beschreiben Patrick und John Collison die globale Wirtschaft als „sorting machine“, in der sich erfolgreiche Unternehmen viel schneller durchsetzen als früher. Wo sehen Sie diese Entwicklung im deutschen Markt und wer sind hier die Gewinner und Verlierer dieser Beschleunigung?​ Am deutlichsten sieht man die Beschleunigung aktuell bei KI‑Unternehmen: Deren Geschäftsmodelle skalieren schneller als nahezu alle bisher existierenden. Stripe-Kunden wie Black Forest Labs oder Peec AI zum Beispiel sind in kürzester Zeit stark gewachsen und sind global tätig. Wer Geschwindigkeit, Produkt und Distribution zusammenbringt, gewinnt; wer zu lange nur an seinen Heimatmarkt oder nur an die EU denkt, verliert Zeit und Marktanteile. ## Die 2025er‑Kohorte auf Stripe wächst laut Letter rund 50 Prozent schneller als der Jahrgang 2024, und mehr als die Hälfte der neuen Unternehmen kommt von außerhalb der USA. Spüren Sie diese Dynamik auch bei deutschen und europäischen Gründungen oder ist die „sorting machine“ hier noch gedämpfter unterwegs?​ Ja, diese Dynamik sehen wir auch in Deutschland und Europa – Deutschland gehört zu unseren schnellstwachsenden Märkten. Das liegt nicht nur am Wachstum unserer existierenden Kunden, sondern auch an vielen neu hinzukommenden Unternehmen: Jedes Jahr starten mehr als 100.000 Unternehmen in Deutschland mit Stripe. ## Ein zentrales Motiv des Letters ist „global by default“: Für viele Firmen ist das Internet ihr Heimatmarkt. 30 Prozent der Erlöse stark internationaler Stripe‑Businesses stammen aus Ländern jenseits des Heimatlandes und der Top‑10‑Volkswirtschaften. Wie realistisch ist dieses Narrativ für deutsche Unternehmen, die mit Regulierung, Bürokratie und einer sehr bankenzentrierten Payment‑Infrastruktur zu tun haben?​ Natürlich gibt es Reibungspunkte und Herausforderungen bei der Internationalisierung. Und Unternehmen mit physischen Produkten haben natürlich auch noch einmal ganz andere Herausforderungen als Software-Anbieter – aber moderne Zahlungs- und Commerce-Infrastruktur kann einen großen Teil der Komplexität reduzieren und damit Expansion planbarer machen, das gilt für alle Unternehmen. ## Stripe spricht von einem „stablecoin summer“, während der Rest des Kryptomarktes eher im Winter steckt. Mit Tempo, Bridge und Partnerschaften mit Visa oder Klarna positioniert ihr Stablecoins als ganz reguläre Zahlungsinfrastruktur. Welche konkreten Anwendungsfälle sehen Sie für deutsche Unternehmen, jenseits von spekulativen Krypto‑Narrativen?​ Die Vorteile von Stablecoins liegen gerade bei grenzüberschreitenden Zahlungen auf der Hand: Transaktionen in Echtzeit und weniger Reibung durch fehlende Cross‑Border‑Gebühren und Währungsumrechnung. Zusätzlich sind Stablecoins spannend fürs Treasury und Money Management internationaler Unternehmen, weil sich Geld über Grenzen hinweg mit ihnen so einfach bewegen lässt wie Daten in der Cloud. Und selbst ein eher konservativer Markt wie Deutschland – in dem wir weiterhin zu 50 Prozent bar zahlen – ist nicht untätig in diesem Bereich: All Unity testet zum Beispiel bereits seinen Euro‑Stablecoin EURAU auf der für Zahlungsabwicklung optimierten Blockchain Tempo, die wir gemeinsam mit Paradigm gelauncht haben. ## Im Bereich Agentic Commerce arbeiten Stripe und OpenAI am Agentic Commerce Protocol, Google treibt das Universal Commerce Protocol voran, und ihr bietet eine Agentic Commerce Suite an. Wie verhindern Sie aus deutscher Sicht, dass genau das passiert, was der Letter eigentlich vermeiden will: eine Zersplitterung in mehrere proprietäre Agenten‑Ökosysteme, in denen Commerce wieder in Silos stattfindet?​ Stripe ist ein Infrastrukturanbieter: Wir sind da erst einmal agnostisch und sehen kein Problem darin, mehrere Protokolle zu unterstützen. Was sich am Ende durchsetzt, wird die Zeit zeigen. Unser Ziel ist Interoperabilität: Wir wollen Händler nicht in Ökosysteme zwingen, sondern Komplexität reduzieren. Das Agentic Commerce Protocol haben wir gemeinsam mit OpenAI als Open-Source-Software entwickelt. Gleichzeitig unterstützen wir aber auch Googles UCP, das ist kein Widerspruch, sondern Koexistenz. ## Sie zeigen im Letter Beispiele wie Microsoft, Gatwick, FICO oder Ro, die durch Payment‑Optimierung signifikante Uplifts bei Conversion, Auth‑Rates und Disputes erreichen. Wenn Sie auf den deutschen Markt schauen: Wo liegt hier typischerweise noch „Low Revenue Mode“ und welche einfachen Hebel ignorieren Unternehmen aus Ihrer Sicht zu oft?​ In der Tat liegt der größte Umsatzhebel derzeit nicht in Innovationsthemen wie Stablecoins und Agentic Commerce, sondern in sauberer Payment Execution. Viele Unternehmen vernachlässigen die Grundlagen: Autorisierungsraten, Checkout-Conversion, unnötige Kaufabbrüche. Oft reicht schon die gezielte Ergänzung lokaler Zahlarten und eine optimierte Zahlungslogik, um mit überschaubarem Aufwand spürbare Umsatzpotenziale zu heben, ohne das Geschäftsmodell zu ändern. ## Stripe Capital soll laut Letter ein Gegengewicht zum dünner gewordenen Kreditangebot der Banken sein: Unternehmen mit Capital‑Finanzierung wuchsen im Schnitt 27 Prozentpunkte schneller als vergleichbare Firmen ohne. Wie passt dieses Modell in ein Land mit traditionell starker Bankenlandschaft und wo sehen Sie Chancen, aber auch Grenzen in Deutschland?​ Auch mit einer starken Bankenlandschaft gibt es Finanzierungslücken – besonders für KMU. Eine Studie von KfW Research zeigt, dass der Kreditzugang in Deutschland für kleine und mittlere Unternehmen weiterhin schwierig ist: 33,9 Prozent der KMU bewerten das Verhalten ihrer Bank in Kreditverhandlungen als eher restriktiv. Da setzt Stripe Capital an und sorgt für mehr Liquidität, so dass Investitionen und damit neues Wachstum möglich werden. ## Im Kapitel „Republic of Permissions“ kritisiert Stripe, dass gut gemeinte Regulierungen wie der EU AI Act Innovation ausbremsen können, wenn sie zu schwerfällig sind. Wie offen können Sie als Deutschlandchef so eine Position vertreten und was wäre aus Ihrer Sicht ein konstruktiver Weg, wie Politik und Aufsicht in Europa KI‑ und Payment‑Innovation ermöglichen, statt sie zu behindern? Der AI Act wird ja derzeit angepasst; wir beobachten die Entwicklung mit Spannung. Grundsätzlich ist Regulierung vor allem dann sinnvoll, wenn sie Risiken adressiert, ohne Innovationen von vornherein abzuwürgen. Das ist gerade Technologien wichtig, die sich so schnell weiterentwickeln wie künstliche Intelligenz. Ein tolles Beispiel für EU-Regulierung, die Innovation erst ermöglicht hat, war PSD2: Die klugen Vorgaben zu Open Banking haben ganz neue Geschäftsmodelle und Unternehmen möglich gemacht, und nicht zuletzt deswegen steht die europäische Tech-Welt heute im Fintech-Bereich ziemlich gut da und hat viele starke Unternehmen. ## Zum Schluss ein Blick nach vorn: Wenn wir 2030 wieder sprechen, woran würden Sie persönlich erkennen, dass sich die im Annual Letter beschriebene „Singularität“ im Commerce wirklich vollzogen hat? Was wäre dann in Deutschland konkret anders, an der Ladenkasse, im Online‑Checkout oder in der Finanzierung von Unternehmen? Es geschieht gerade sehr viel in der Online-Welt – vielleicht stecken wir schon längst mitten in der Singularität. Das Internet der Zukunft sieht anders aus als heute. KI-Agenten werden einen großen Teil des Traffics ausmachen, daher muss auch jedes Unternehmen jetzt darüber nachdenken, wie es seine Website für Agenten nutzbar macht. Und die Finanzinfrastruktur des Netzes stammt heute im Wesentlichen noch immer aus einer Zeit lange vor dem Internet. Hier werden wir in den nächsten Jahren einen Umbruch sehen. Die Themen Agentic Commerce und Stablecoins werden sich dabei zunehmend verschränken. ## Und last but not least, weil es in der Bubble rumort und es unter Journalist:innen-Kolleg:innen gerade viel Spekulation zu dem möglichen Stripe‑/PayPal‑Deal gibt: Aktuell kursieren Berichte, dass Stripe laut Bloomberg und anderen Medien ein mögliches Angebot für PayPal oder Teile des Unternehmens prüft. Die PayPal‑Aktie ist daraufhin deutlich angesprungen, offiziell kommentiert hat bislang niemand. Wie kommentieren Sie persönlich diese Übernahme‑Spekulationen: Ist so ein Schritt strategisch konsistent mit der Vision, die im Annual Letter beschrieben wird und was würde eine mögliche Stripe‑/PayPal‑Transaktion aus Ihrer Sicht für Wettbewerb und Regulierung im globalen und im deutschen Payment‑Markt bedeuten? Solche Gerüchte zu möglichen Transaktionen kommentieren wir grundsätzlich nicht. **Herzlichen Dank für das Interview, Herr Cser.** ### PEX26: Kleiner Payment-Guide gefällig? URL: https://paymentandbanking.com/pex26-kleiner-payment-guide-gefaellig/ Last updated: 2026-05-12T00:01:11.000Z **Kommende Woche startet die zehnte Auflage der PEX, der großen deutschen Konferenz rund ums Payment. Ein Blick auf die Themen zeigt: Der Payment-Dschungel wird eher dichter als lichter. Hier kommt ein Guide für die Abenteuerlustigen, die sich reinwagen.** Wer sich mit einer Machete durch den dichten Amazonas kämpfen möchte, der schafft an manchen Tagen gerade mal fünf Kilometer, so undurchdringlich ist das Pflanzenwerk, so schwierig und rutschig der Untergrund. Die Gefahr, sich zu verlaufen, ist groß und sich zu verletzen, sowieso. Doch, um sich zu verrennen oder sich ins eigene Bein zu hacken, braucht man gar nicht den weiten Weg bis nach Südamerika auf sich nehmen. Es reicht wohl auch, sich durch den Payment-Dschungel zu schlagen. Agentic Commerce, Digitaler Euro, Wero, Open Banking Payments, oder der Kampf der Wallets: Wer blickt da noch durch? „PEX in the Jungle” heißt daher das Motto der nächste Woche startenden Konferenz von Payment & Banking. Erfahrene Branchen-Expert\*innen können mit all den Begriffen sicherlich noch was anfangen, damit aber auch alle normalsterblichen Dschungel-Abenteuer\*innen, ähm, PEX-Besucher\*innen verstehen, was hier eigentlich wichtig ist, kommt hier zumindest eine kleine Einordnung. ## **Agentic AI – juhu, wir haben ein neues Hype-Thema** Klar, KI finden gerade alle ziemlich toll. Das gilt für Anleger\*innen, Unternehmen und auch Nutzer\*innen, die sich im Internet von der KI einfach etwas einordnen lassen, ohne noch auf irgendwelche Links zu klicken. Solch ein Riesenthema darf natürlich auch nicht an der Welt des Bezahlens vorbei gehen. Im Kern geht es um folgendes Szenario: Konsument\*innen lassen die KI für sie einkaufen. Idealerweise läuft das dann so: Man fragt den Assistenten zuerst, was denn das beste Spülmittel wäre und lässt es im Anschluss dann auch von der KI besorgen. Klingt doch ganz charmant, oder? Die Idee dürfte allerdings noch zu zahlreichen Diskussionen führen: Bei welchen Händlern kann die KI bestellen, wie ist die Schnittstelle zum Konto, verlieren große Onlinehändler dann an Bedeutung – oder sind es genau diese, die profitieren? Und – wir sind schließlich in Deutschland – wie steht es um den Datenschutz? Was darf die KI mit den Informationen machen, die sie über meine Kaufwünsche sammelt? Auf der PEX sitzt dazu unter anderem Pascal Beji, COO von Unzer auf dem Panel. Das Unternehmen betonte zuletzt immer wieder, viel Potenzial bei dem Thema zu sehen. Dass das theoretisch alles funktionieren kann, zeigt übrigens ein Blick in die USA, wo Agentic Commerce schon möglich ist. Es könnte aber auch so laufen, wie mit der Idee, aus dem Auto heraus per Sprachbefehl neues Waschpulver zu kaufen: Auf dem Papier klingt das gut, in der tatsächlichen Umsetzung dann aber doch wieder nicht. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/wm-6760-1.png)](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) ## **Digitaler Euro, Wero – oder einfach beides?** Über viele Jahre hat es die Branche in Deutschland (und eigentlich auch in großen Teilen Europas) verschlafen, eine robuste, zukunftsfähige, eigene Bezahlmethode zu entwickeln. Lösungen gab und gibt es meist nur je Land. Das führte dazu, dass sich in dem einen Land Paypal stark ausbreiten konnte – und einem anderen alle auf Visa schwören. Mit Wero soll sich das nun ändern. Der Dienst könnte das europäische Pendant zu Paypal werden. Geld können Nutzer\*innen sich damit bequem hin und her schicken und bald lässt sich – so hoffen es zumindest viele – auch bei zahlreichen Händlern damit bezahlen. All das könnte helfen, die Unabhängigkeit von US-Diensten zu verringern. Damit das klappt, muss aber einiges zusammenkommen. Wero braucht eine große Akzeptanz, bei Nutzer\*innen sowie Händlern. Für letztere müsste es bestenfalls auch genauso günstig oder noch günstiger sein als andere Zahlmethoden. Das europaweit hinzubekommen, ist schwierig und könnte auch an den Interessen der lokalen Finanz-Player scheitern. Denn in einigen Ländern gibt es bereits eigene Bezahlmöglichkeiten, warum also einen weiteren, großen Konkurrenten zulassen, auf den man nur wenig Einfluss hat? Wero-Chefin Martina Weimert wird auf diese Fragen auf der PEX ein paar gute Antworten finden müssen. Vielleicht geht es ja nur mit Druck. Der könnte tatsächlich indirekt durch die EU kommen. Denn die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet intensiv am digitalen Euro. Der könnte je nach Auslegung eine Antwort auf die Nachfrage nach Kryptowährungen sein – er könnte aber auch genauso ein Zahlungsmittel an der Ladenkasse werden. Wie das aussehen soll? Tja, das fragen sich in der Branche viele. Vielleicht sind nach der PEX26 alle ja etwas schlauer. ## **Was bringt eine EUDI-Wallet?** Die EUDI-Wallet, das steht für European Digital Identity Wallet, soll eine EU-weite einheitliche App für Smartphones werden, die als digitale Brieftasche für offizielle Dokumente dient. Das hat übrigens schon im vergangenen Jahr zu einer heftigen Datenschutzdiskussion auf der PEX geführt. Dieses Mal dürfte es auf der Bühne dazu weniger hitzig zugehen. Denn die Branche will unter anderem diskutieren, wie sich diese Wallet für den Kaufprozess im Onlinehandel nutzen lässt. Wie für so viele Payment-Themen gilt auch hier: Theoretisch ist vieles möglich, den kompletten Markt umschmeißen wird die EUDI-Wallet aber sicherlich nicht – oder vielleicht doch? Mal schauen, was die Digital-Enthusiast\*innen auf der PEX26 kommende Woche dazu sagen werden, oder ob Rechtsanwalt Peter Frey im Panel ein Großteil der Hoffnungen gleich wieder aus juristischen Gründen (der Datenschutz lässt mal wieder grüßen) zunichtemachen muss. ### „Für eine Fintech-Revolution ist das Umfeld zu komplex“ URL: https://paymentandbanking.com/fuer-eine-fintech-revolution-ist-das-umfeld-zu-komplex/ Last updated: 2026-03-05T06:12:45.000Z *Sabrina Flunkert, CEO von Ratepay, und bewegt sich seit Jahren an der Schnittstelle von Retail, Payment und Technologie. Im Interview spricht sie darüber, warum sie Fintechs eher als Evolution denn als Revolution sieht, weshalb Kooperation im Ökosystem entscheidend ist und warum sie sich für mehr Wertpapier-Sparpläne für Kinder einsetzen würde.* ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Sabrina Flunkert, CEO von Ratepay, einem der führenden BNPL-Anbieter am deutschen Markt. Unsere Reise begann 2009 in Berlin. Stand heute haben wir 200 Mitarbeiter, hauptsächlich am Standort Berlin, und gehören zum italienischen Pay-Tech Nexi. Wir arbeiten sowohl mit führenden Omni-Channel-Retailern als auch Finanzdienstleistern wie zum Beispiel Adyen zusammen. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Wenn das auf Bargeld anspielt: 56 Cent und einen Fünf-Pfund-Schein. Also quasi gar keines mehr. Dafür habe ich ja mein iPhone dabei! ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Dorthin geführt hat mich meine Neugierde und mein Interesse an der Tech-Branche, Know-how im Finanzen- und Bankenbereich und wie so oft auch ein bisschen der Zufall. Ich liebe es, mich mit komplexen Themen auseinanderzusetzen und diese „more accessible“ zu machen; da fühle ich mich im Payment-Bereich gut aufgehoben ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Durch das Bauen von Brücken zwischen Partnern im Ökosystem. Fintechs und Banken können viel voneinander lernen, um am Ende gemeinsam eine bessere User Experience zu kreieren. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/wm-6760-1.png)](https://worldpay.com/de-DE/future-of-insurance-payments?ref=paymentandbanking.com) ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich sehe Fintechs als einen wichtigen Bestandteil des Ökosystems an; für eine Revolution ist das regulatorische Umfeld zu komplex. Ich würde es daher eher als eine Evolution bezeichnen. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Aktiendepots und ETF-Sparpläne für Kinder forcieren – damit kann man nicht früh genug anfangen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Zeit mit meiner Familie verbringen – und ja, auch Freunde treffen. Für mich sind das wichtige Bestandteile meines Lebens, die Stabilität und viel Freude bringen. Ansonsten reise ich sehr gerne. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Mit meinem Wallet. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Für mich ist eine gute Online-Banking-App wichtig, in der ich sowohl mein Aktiendepot als auch andere Finanzprodukte bequem verwalten kann und einen guten Gesamtüberblick habe. Aber unabhängig davon, wie gut die App ist – eine/n guten Ansprechpartner/in bei der Bank kann sie nicht ersetzen. ## **Worauf freust du dich in Bezug auf die PEX?** Auf den Austausch, mein Panel mit tollen Panelist/innen und das Neueste aus dem Payment Jungle zu lernen. Es ist übrigens meine erste PEX – daher ist die Vorfreude besonders groß. **Live erleben auf der PEX:** Sabrina Flunkert diskutiert am 10\. März um 11:10 Uhr im Panel „Der Checkout-Zoo: Was Händler:innen wirklich interessiert“, welche Zahlarten wirklich zählen und wo Payment-Vielfalt für Händler:innen zum Problem wird. 🌴 ### KYC/KYB unter AMLR & RTS: Was sich für Banken und PSPs wirklich ändert URL: https://paymentandbanking.com/kyc-kyb-unter-amlr-rts-was-sich-fuer-banken-und-psps-wirklich-aendert/ Last updated: 2026-05-12T19:14:52.000Z **Sebastian Glaab und Camillo Werdich über die neuen KYC-Anforderungen im EU-AML-Paket**. Im EU-AML-Paket wird ein Bereich plötzlich zum Dreh- und Angelpunkt: KYC – Know your Customer bzw. KYB – Know Your Business. In der neuen Folge von „Alles Legal – FinTech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra erneut mit Sebastian Glaab (Annerton) und Dr. Camillo Werdich (Sinpex) darüber, warum sich das Verständnis von KYC/KYB grundlegend verschiebt: weg vom einmaligen Onboarding-Schritt, hin zu einem laufenden, risikobasierten Prozess. Denn auch wenn es banal klingt: Geldwäscheprävention steht und fällt damit, ob Unternehmen wirklich wissen, mit wem sie Geschäfte machen. Und genau hier setzt das neue Regelwerk an: mehr Datenpunkte, strengere Erwartungen an Nachvollziehbarkeit und ein deutlich höherer Anspruch an Steuerung und Verantwortlichkeit. Sebastian Glaab räumt gleich zu Beginn mit einem verbreiteten Missverständnis auf: KYC war eigentlich schon immer als fortlaufender Prozess gedacht. Wer sich nur alle paar Jahre im Rahmen fester Review-Zyklen den Kunden anschaut und ansonsten „die Augen verschließt“, handelt weder zeitgemäß noch risikogerecht. Neu ist aber, wie stark die AML-Verordnung und die Regulatory Technical Standards (RTS) dieses Verständnis konkretisieren und wie sehr sie das Thema in die Breite ziehen. Identität, wirtschaftliche Eigentümerstrukturen, auftretende Personen, Sanktionsbezug, Datenpflege, Aktualisierung, Dokumentation – das sind nicht mehr nur Punkte in der Compliance-Checkliste, das wird Prozesslogik. ## **Mehr Daten, mehr Tiefe – und weniger Spielraum** Camillo Werdich bringt den Praxisblick mit ein: Viele Systeme sind schlicht nicht dafür gebaut, KYC/KYB als Dauerprozess sauber abzubilden. Noch immer laufen Datenflüsse teilweise manuell, im schlimmsten Fall per Excel, SharePoint und „irgendwo liegt der Handelsregisterauszug“. Genau das wird unter dem neuen Regime zum Risiko – nicht nur, weil Daten fehlen, sondern weil nicht mehr nachvollziehbar ist, wo sie herkommen, wie aktuell sie sind und wie Entscheidungen daraus abgeleitet wurden. Besonders anspruchsvoll werden laut beiden Gästen die Themen Datenqualität und „Defensibility“, also die Fähigkeit, bei einer Prüfung nicht nur ein Ergebnis zu liefern, sondern auch belegen zu können, wie man zu diesem Ergebnis gekommen ist, inklusive der Dokumentenbasis, der Prozessschritte und des Audit-Trails. Ein konkreter Punkt, der im Gespräch hängen bleibt: Künftig müssen Nationalitäten umfassender erhoben werden. Das klingt nach einem kleinen Detail, löst aber in der Praxis große Fragen aus, vor allem bei Bestandskunden. Viele Unternehmen werden nicht drumherumkommen, ihre Stammdaten aktiv nachzuziehen und Kunden erneut anzusprechen. Und genau solche „kleinen“ neuen Datenfelder summieren sich zu einem großen Transformationsprojekt. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/ad-article-final.png)](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?ref=paymentandbanking.com) ## **Technologie hilft – Verantwortung bleibt trotzdem im Haus** Ein weiteres zentrales Thema der Folge: externe Dienstleister. Denn viele Unternehmen arbeiten bei Identifizierungs- und Prüfprozessen mit Third Parties. Das neue Regime schränkt diese Welt teilweise ein und macht vor allem eines klar: Verantwortung lässt sich nicht outsourcen. Camillo Werdich beschreibt das sehr deutlich aus Anbieterperspektive: Technologie kann Prozesse massiv beschleunigen und Teams entlasten, aber sie nimmt keine Entscheidung ab. Der Mensch bleibt Entscheider und das ist auch regulatorisch gewollt. Wer glaubt, man könne „Risiko einkaufen und Verantwortung abgeben“, hat das Einmaleins nicht verstanden – da sind sich beide Gäste einig. ## **Was jetzt zu tun ist: ehrliche Gap-Analyse statt Flickenteppich** Zum Abschluss wird es praktisch: Beide empfehlen als ersten realistischen Schritt eine ehrliche Gap-Analyse. Wo stehen die KYC-Prozesse heute? Welche Daten werden erhoben? Wo gibt es Medienbrüche? Was läuft manuell? Welche Nachweise fehlen? Wie weit ist man davon entfernt, unter AMLR/RTS auditierbar, nachvollziehbar und risikogerecht aufgestellt zu sein? Denn klar ist: Wer KYC weiterhin als einmaliges Onboarding versteht, wird im neuen EU-AML-Regime nicht einfach „ein bisschen nachjustieren“ können. Es geht um Prozessarchitektur, Datenhaushalt und um Governance. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Finanzbildung für Kinder: Infografik zu den wichtigsten Angeboten URL: https://paymentandbanking.com/finanzbildung-fuer-kinder-infografik-zu-den-wichtigsten-angeboten/ Last updated: 2026-03-04T05:56:44.000Z **Kinder und Jugendliche sollten schon früh lernen, wie das mit den Finanzen eigentlich funktioniert. Wir haben Angebote dafür zusammengetragen.** Trotz jahrelanger Debatten gibt es kein allgemeines Schulfach zur Finanzbildung. Immerhin nimmt sich die Politik mit der Initiative Finanzielle Bildung dem Thema an und auch Vereine und Finanzdienstleister mischen bei der Finanzbildung mit. Wir haben Bildungsangebote für Kinder und Jugendliche gesammelt. ## **[Hier in hoher Auflösung downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSd2VMRsp3UwrCfM7w0xMgb-CughXpWC%5FW51FXWzJCbGySbpvw/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/infografik-finanzbildungsangebote-fuer-kinder-2026.jpg) ## **Zahlreiche Finanzbildungsangebote für die Schulen** Sehr aktiv ist auch die Deutsche Bundesbank. Die Themen für die Unterrichtsmaterialien unterscheiden sich hier nach dem Alter. Für Grundschüler wird zum Beispiel Spiel- und Rechengeld angeboten. Für Schüler von der 5\. bis zur 10\. Klasse gibt es ein Schulbuch und Unterrichtsmaterialien rund um den Umgang mit Geld. In der Oberstufe ist Geldpolitik ein zentrales Thema. Für alle Altersstufen gibt es außerdem Vorträge sowie Angebote im Geldmuseum in Frankfurt am Main. Anbieter wie Kids Go Finance, Funny Money, die Stiftung Deutschland im Plus und die Schülerakademie Finanzkompetenz kommen für Projekttage und Vorträge in die Schulen. Die gemeinnützige Initiative für wirtschaftliche Jugendbildung bietet im DACH-Raum den Zukunftstag an, bei dem Wissen über Finanzen,zu Finanzen, Steuern, Miete und Krankenkassen vermittelt wird. ## **Finanzbildung: Heroes, Bling und Cashless-München mit dabei** Heroes Finanzbildung vermittelt Finanzwissen mithilfe von Spiele-Apps. Sie sind sowohl für die Verwendung im Unterricht als auch zu Hause konzipiert. Derzeit gibt es vier verschiedene Programme für jeweils verschiedene Altersgruppen. Dabei werden die Kinder und Jugendlichen vor allem darin geschult, wie sie mit Geld umgehen. Für Schülerinnen und Schüler ab der 10\. Klasse gibt es auch eine Spiele-App, um das Investieren an der Börse kennenzulernen. Die Apps kosten 99 Euro pro Schulklasse. In vielen Gebieten kooperiert Heroes Finanzbildung auch mit Sparkassen. Hier ist die Nutzung der App kostenlos. Werbung für die Angebote der Sparkasse gibt es hierbei jedoch nicht. Cashless-München setzt bei der Finanzbildung dagegen eher auf traditionelle Medien. So möchte das Projekt, das sich der Schuldenprävention verschrieben hat, Jugendliche ab 14 Jahren mit seinem Spiel „Geld und Glück“ zum Thema Glücksspiel sensibilisieren. Die Prepaid-Taschengeldkarte von Bling ermöglicht Kindern ab sieben Jahren finanzielle Autonomität und führt sie früh an das Bezahlen mit der Karte heran. Außerdem hat Bling im Jahr 2025 das Finanzbildungs-Start-up Finstep übernommen und dessen Lernmodule in seine App integriert. Die Knax-Taschengeld-App der Sparkassen bietet Spiele und Erklärfilme zum Thema Geld und hilft Familien dabei, den Überblick über das Taschengeld zu behalten. Unser Mitgründer André M. Bajorat stellt seit Mai 2025 mehrere kostenlose Präsentationen zu Themen wie Geldanlage, Versicherungen, Buchhaltung, Steuern und Rente auf der Webseite [Finanzeneasy.org](http://finanzeneasy.org/?ref=paymentandbanking.com) zur Verfügung. *Ihr kennt noch mehr Finanzbildungsangebote für Kinder und Jugendliche? Schreibt uns gerne eine E-Mail an [infografiken@paymentandbanking.com](mailto:infografiken@paymentandbanking.com).* ![](https://vg08.met.vgwort.de/na/a857e588aa5446e9b5eaf9be5092cabd) ### Is AI eating Software? Ein neuer Krieg um Unternehmenssoftware hat begonnen URL: https://paymentandbanking.com/is-ai-eating-software-ein-neuer-krieg-um-unternehmenssoftware-hat-begonnen/ Last updated: 2026-03-02T19:05:43.000Z *Dank KI wird es immer einfacher, Programme selbst zu entwickeln. Das verändert das Verhältnis zwischen Softwareunternehmen und ihren Kunden rapide – birgt aber auch Chancen.* 2011 schrieb Marc Andreessen den Satz, der eine ganze Generation von Gründer:Innen geprägt hat: “Software is eating the world.” Fünfzehn Jahre später stellt sich eine neue Frage: Is AI now eating software? Die Kapitalmärkte scheinen genau das zu glauben. Unternehmens-Software wie Salesforce, Workday, Hubspot, Service Now, SAP, Atlassian und viele andere notieren teilweise über 60 Prozent unter ihrem Allzeithoch. Bewertungen werden korrigiert, Wachstumserwartungen relativiert, Investoren stellen das nutzerbasierte Preismodell der Firmen oder sogar das ganze Geschäftsmodell Software-as-a-Service (SaaS) offen infrage. Und über allem steht die Frage: „Triggert Künstliche Intelligenz (KI) die SaaS-Apocalypse?*“* Wird es bald so einfach und günstig, mit Hilfe von KI neue Software mal eben so, ohne große Vorbereitung zu bauen, sodass Standardlösungen überflüssig werden? Es wirkt fast, als würden einige Analysten an den Kapitalmärkten diese These vertreten. Oder sehen wir die sukzessive Transition, wie bei früheren Transformationen? So wie bei dem Wechsel auf das Betriebssystem Unix oder von IT-Diensten, die lokal auf dem Computer installiert sind, in Richtung Cloud-basierte SaaS? Sind die Muster und Regeln bei KI dieselben wie bei früheren Transitionen? Wie findet dieser Wechsel statt? Was bedeutet er für die IT in Unternehmen und für die Softwareanbieter? Kaum ein Thema hat mich so beschäftigt. In Gesprächen mit meinen Beteiligungen, mit Gründer:Innen und Investor:Innen. Mit CTOs auf der McKinsey CTO-Konferenz in Kitzbühel (danke für die Einladung). Und ganz praktisch in eigenen Experimenten – erst mit den KI-Tools Lovable, dann mit Claude Cowork oder mit OpenClaw. Aus all diesen Eindrucken sind die sieben Thesen entstanden: ## **1.** **These: Die Zukunft ist (vorerst) kein Large-Language-Model–Monolith (LLM), sondern kleine Sprachmodell-basierte Agenten (SLM)** In den letzten zwölf Monaten hat sich das Angebot von KI-Herstellern zunehmend “Unternehmenstauglich” entwickelt. Viele CTOs sehen vor allem in Anthropics Claude und spezialisierten Agenten einen Weg, bestehende Jobs oder Aufgaben durch Agenten unterstützt umzusetzen. Dabei scheinen zumindest aktuell kleinere, spezialisierte Agenten gut konfiguriert zu sein und sich durchzusetzen gegen allgemeine LLM-Monolithen. Sie funktionieren weniger als allwissendes System, sondern mehr wie Teammitglieder mit Jobprofil. Und ähnlich werden sie auch koordiniert, was uns zu These Zwei bringt. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **2.** **These: Koordination von Agenten wird Kernkompetenz im CTO Office** Der Umgang mit Agenten ähnelt eher dem Management von Menschen als einer Software-Implementierung. Wir versorgen diese mit Fähigkeiten und Basisinformationen, trainieren sie im Onboarding und koordinieren und verbessern sie während ihrer Arbeitszeit. Ertappt habe ich mich zum Beispiel dabei, wie ich auf einer längeren Autofahrt eine Art Mitarbeitergespräch via Gesprächsfunktion geführt habe, in der ich Feedback zu der Performance einzelner Projekte und Agenten gegeben habe. Ähnlich wie menschliche Rollen und Rechte ermöglicht das SLM-basierte Aufsetzen von Agenten das „Permissioning“ – also die Zugriffsrechte von KI stärker zu steuern. All die oben genannten Prozesse muss das CTO Office beherrschen: Es ist eine Art Mischung aus Enterprise Architektur (eine IT Disziplin) und Personalwesen: ## **3.** **These: Das richtige SDLC-Tooling befähigt 10x Builder** Ein guter Software Development Lifecycle (SDLC) war schon immer entscheidend. Aber KI verändert ihn grundlegend. Das beginnt bei den Anforderungen. Gefühlte 90 Prozent der Probleme in der Softwareentwicklung entstehen aus einer Lücke zwischen Erwartung und sauber formulierten Anforderungen. Um den Wert von KI hier zu verstehen, habe ich ein Feature in einem Dialogprozess via Sprachbefehle auf einem 10-minütigen Spaziergang mit einem vorkonfigurierten Claude-basierten Agenten spezialisiert auf die Anforderungsaufnahme – das so genannte Requirement Engineering – besprochen. Daraus habe ich ein so genanntes Product Requirement Document (PRD) erstellen und eine Aufwandsindikation anhand weniger als zehn Rückfragen durch die KI herleiten lassen. Das Ergebnis hat viele fertige PRDs/Estimations geschlagen, die ich in den Jiras vieler Unternehmen gesehen haben. Und das ist nur der Anforderungsprozess. Dazu kommen spezialisierte Agenten für etwa die Begleitung des Coding selber durch die KI (analog zu früher, wenn ein erfahrener Entwickler mit einem jüngeren Entwickler bei der Code Entwicklung am laufenden Programmcode trainiert), Testautomatisierungen, die Verbesserung von bestehendem Code (auch als Refactoring bekannt) sowie die Dokumentation der Software und der Entwicklung selbst. Entwickler:Innen, die diese Werkzeuge gut orchestrieren können, werden deutlich produktiver sein als andere. Ob diese Entwickler dann sogar die 20x produktiver werden, wie McKinsey es schätzt, muss sich zeigen ## **4.** **These: Ag(ent)ile Programmierung: 3 Menschen + x Agenten** In den drei, an der Softwareentwicklung beteiligten Berufsgruppen, setzt sich gerade eine spannende Erkenntnis durch: Die Grenzen zwischen den Berufen verschwinden. Der Product Owner erhält durch KI die Möglichkeit selber mehr Design und Code zu erstellen. Designer:Innen und Entwickler:Innen wiederum erhalten mehr Einblicke zu den Softwareanforderungen. Erstere kommen schneller ins Coding, für letztere ist es einfacher Designs zu erstellen. Die Grenzen, die alle drei Rollen früher in einem guten Sprint Team erforderlich gemacht haben, verschwimmen. Da jede einzelne Rolle, abhängig von ihren Fähigkeiten und dem Verständnis, nun mehr Verantwortung übernehmen kann, können Teams deutlich kleiner werden. Sprint Planungen werden dadurch einfacher, Wartezeiten und Schleifen durch fehlende oder unzureichende Spezifikationen werden reduziert. Die Entwicklungsgeschwindigkeit nimmt zu. Und während agile Entwicklung mit zweiwöchigen Releases für viele Unternehmen bereits ein Novum ist, werden wir evtl. bald schon auf nahezu tägliche Releases wechseln. Dass es in diese Richtung gehen kann, zeigen am eindrucksvollsten die KI-Unternehmen wie Antropic und OpenAI gerade selber. In einfach: kleine Teams werden schnell und effizient. Ein mögliches Setup im eingeschwungenen Zustand: ein Product Owner, ein Lead Builder (kann UX/PO/Entwickler sein), ein Entwickler und eine handvoll gut-konfigurierter Agenten (mit den Fähigkeiten aus These 3) mit dem jeweiligen Kontext der Software und der Guidelines des Projekts und/oder Unternemens. Also drei Menschen und eine gewisse Anzahl Agenten. Zu der Zahl kursieren unterschiedliche Thesen. Persönlich glaube ich, es wird von dem jeweiligen Team abhängen. Die besten Software-Teams haben ihre Methoden immer etwas an ihren eigenen, besten Arbeitsmodus angepasst. Was machen nun diese ersten vier Thesen mit der Softwarewelt in großen Unternehmen wie zum Beispiel Banken sowie den dazugehörigen Strategien der Software-Anbieter. Die folgenden drei Thesen sehen sich hier die möglichen Folgen näher an. ## **5.** **These: Die IT-Architekturkriege werden intensiver** Die Softwarearchitektur eines Unternehmens ähnelt einem Schlachtfeld. Viele miteinander vernetzte Applikationen kooperieren über Anbindungen und ersetzen sich manchmal über Zeit. Funktionalität wandert von einer Software zur anderen. Mal wird eine selbst entwickelte Applikation zu Gunsten einer Cloud-SaaS abgeschaltet, mal wird eine Cloud-SaaS durch interne Entwicklung umgesetzt oder durch eine neue bessere Cloud-Alternative. Perfekt ist es nie. Was macht der oben geschilderte Produktivitätssprung mit dieser Umgebung? Wenn Software 10 Mal günstiger wird (und die Schätzungen gehen hier weit auseinander), dann verändert dies die Fähigkeit, neue Software zu bauen, aber auch zu personalisieren, anzubinden und damit auch abzulösen. Von CTOs höre ich immer öfter, dass sie beginnen, SaaS-Funktionalitäten systematisch einzugliedern. Ein Beispiel, das ich die Tage öfter höre, ist Salesforce. Salesforce ist längst kein reines Customer-Relationship-Management- (CRM)-System mehr. Es deckt in den Architekturen großer Kunden viele verschiedene verwandte Bereiche ab – wie zum Beispiel das Onboarding von Kunden, die Integration von Webfunnels, Reporting und Datenintegration. Durch jüngste Preiserhöhungen verstärkt, berichteten mir CTOs, dass sie anfangen, erste Funktionalitäten auf Salesforce auf einer neuen Architektur nachzubauen – und dabei unter anderem mit Hilfe von KI. Die These: Wenn KI, eigene IT-Abteilungen und Softwareunternehmen ermöglichen, neue Systeme schneller zu bauen, zu integrieren und zu migrieren, wird die Drehgeschwindigkeit (die heute oft gering ist) von Software stark beschleunigt. Die Folge: IT-Architekturkriege: Der sukzessive Umbau einzelner Funktionen in den Unternehmenssoftware-Architekturen. Nicht in einem Big Bang, aber Feature um Feature, das auf proprietären Systemen nachgebaut wird. Auslöser ist dabei der Wunsch nach Kontrolle. Dazu mehr in These Sechs. ## **6.** **These Kontrolle zurückgewinnen! Das Hinterfragen des US-Cloud-Patchwork** Das Beispiel oben mit Salesforce ist nur eines von diversen Baustellen. Nahezu alle CTOs äußern eine ähnliche Frustration: In den letzten Jahren wurden zahlreiche SaaS-Lösungen gekauft – jede für sich sinnvoll, aber oft ohne ein tiefes Verständnis in der eigenen IT, wie die Software funktioniert und wie man die Softwaresysteme in einer konsistenten Zielarchitektur verknüpfen will. Für die IT entstand so ein so genanntes „SaaS-Patchwork“. Damit verbunden ist eine hohe Abhängigkeit von den Softwareanbietern und damit auch zu US-Infrastruktur. Während letztere aus Risikogesichtspunkten (Stichwort: Souveränität) in der aktuellen geopolitischen Lage hinterfragt werden muss, hat das SaaS-Patchwork auch ein Kostenproblem. Ursprünglich lautete das Versprechen von SaaS: Kosten atmen mit. In der Praxis steigen sie oft mit dem Umsatz – sinken aber kaum, wenn das Geschäft schwächelt. Viele Unternehmen sind jetzt, drei bis fünf Jahre nach den ersten Cloud-Einführungen, und sehen die jährlichen Kosten der Applikationslandschaft in den späteren Jahren oft bedeutend höher als geplant. Der Wunsch nach mehr Kontrolle wächst. Gerade in Europa. Aber zwischen dem Wunsch und der Wirklichkeit besteht eine große Lücke: Auf der Anbieterseite im Bereich Software und vor allem im Bereich der Infrastruktur fehlt es oft an guten Alternativen. Aber der Unternehmensseite fehlen oft die kapazitiven und intellektuellen Fähigkeiten, mehr Kontrolle und Transparenz auf Anwendungs- und Infrastrukturebene zu erreichen. Hier haben alle Seiten ihre Hausaufgaben zu machen. Dabei kann KI massiv helfen. Auf die Chancen und Risiken für die Softwareanbieter-Seite gehe ich in These Sieben ein. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/03/ad-article-final.png)](https://discover.sinpex.de/eu-aml-umfrageergebnisse-2025-reifegrad-herausforderungen-perspektiven?ref=paymentandbanking.com) ## **7.** **These: Auch SaaS-Anbieter haben ihren 10x Moment – in beide Richtungen** Haben wir also SaaS-mageddon? Die Frage stelle ich mir als Unternehmer, Gesellschafter diverser Beteiligungen aber auch als Aktieninvestor und neugieriger Beobachter. Je mehr ich darüber nachdenke, komme ich zu dem Schluss: Was für den einzelnen Entwickler in These Drei galt, gilt auch für Softwareanbieter. Die Lücke wird größer. Im Folgenden ein erster Versuch die Erfolgsfaktoren für die Richtung zu strukturieren. 1\. **Angriffspotential Funktionserweiterung:** Wo kann ich in den Architecture Wars angreifen? Welche Funktionen kann ich übernehmen, die vorher von meinem Wettbewerber oder meinen Kunden nicht gut gelöst waren? Wo kann ich Tasks, die bisher Menschen erfüllt haben, unterstützend mit Agenten umsetzen und das gegebenenfalls sogar auf Basis von Einsparungen oder Ergebnissen bepreisen? 2\. **Angriffspotential Implementierung und Anpassung**: Hier erwarte ich sehr spannende Entwicklungen. Werden Systemhäusern zu Agent(ur)en? Wird eine Implementierung, die früher eine Million Euro kostete, mit Agenten auf 100.000 Euro oder sogar 10.000 Euro reduziert werden? Erste Start-ups greifen zum Beispiel den Markt für SAP-Implementierungen an. Kann eine günstigere Softwareanpassung und -einführung neue Marktsegmente erschließen? Daran glaubt zum Beispiel meine Beteiligung Companyon – eine Controlling-Software, die über das KMU-Segment Agenten einsetzen möchte, um auch größere Kunden auf die Software zu bringen. 3\. **Kundenbeziehung**: Dies wird gerade bei den anstehenden Architekturkriegen ein großer Punkt sein. Einzelkämpfe werden dabei durch die Entscheidungen von Fachbereichen bestimmt. Hier wird die Entscheidung oft anhand der besseren Beziehung fallen – und unliebsame, aber früher wegen einer hohen Integration oder fehlendem Verständnis als nicht austauschbar geltende, Anbieter müssen mehr fürchten. 4\. **System of Records:** Ein Konsens bei CTOs scheint, dass die meisten CTOs KI nur außerhalb der so genannten “System of Records” anwenden. Sprich: Buchführende Systeme beziehungsweise Kernsysteme werden erstmal außen vor gelassen. Die Frage: Was gilt alles als System of Record ist dabei sicher eine spannende für CRM, Personalverwaltung oder Billingsysteme (um nur ein paar zu nennen). 5\. **Wechsel- und Migrationskosten** Wie einfach kann die Software nachgebaut werden? Hier trifft es einige Softwareanbieter härter, die eher einfache Workflows hatten. Tiefe Intellectual Property ist ein Burggraben. 6\. **KI-Affinität der Kunden**: Anbieter, die selbst technologiestarke Unternehmen bedienen, müssen mehr fürchten als zum Beispiel. Anbieter von Krankenhaussoftware. 7\. **Ökoystem-Angreifer**: Gibt es um die Firma herum zum Beispiel fähige Implementierungspartner, die schon immer gerne ein eigenes Produkt gebaut hätten? Dies ist z.B. im Bereich CRM oder Business Intelligence der Fall: In diesen Sektoren erwarte ich mehr Angreifer aus den Reihen des “eigenen Ökosystems”. Und das ist nur ein erster Auszug der Erfolgsfaktoren. „Is AI eating Software“? Aus einer technischen Perspektive glaube ich, kann ich mir ein „Ja – zu großen Teilen“ vorstellen. Und das ist die Chance. Die Chance für Unternehmen und Softwareanbieter ihren Anspruch in der Softwarearchitektur zu erweitern, die Produktivität massiv zu steigern und neue Anwendungsfälle zu erschließen. Und das ist die vielleicht größte Chance, die ich in 20 Jahren als Softwareunternehmer gesehen habe. ### Zwischen Regulierung und Kundenerlebnis: Wie Otto Payments denkt URL: https://paymentandbanking.com/zwischen-regulierung-und-kundenerlebnis-wie-otto-payments-denkt/ Last updated: 2026-03-17T14:31:46.000Z Live im Podcast „3×3=10“ sprechen wir mit **Leon Merx**, Geschäftsführer von Otto Payments, über ein Thema, das selten Hype produziert, aber Milliarden bewegt: Payment. Leon verantwortet die Marktfolge bei Otto Payments, war zuvor viele Jahre im Payment-Umfeld aktiv und bringt genau diese Mischung aus Regulierung, Risiko und Marktverständnis mit. Und ziemlich schnell wird im Gespräch klar: Payment ist hier kein Backend-Thema. Es ist ein strategischer Kern. Denn wenn mehrere Millionen aktive Kund:innen regelmäßig auf Otto.de einkaufen und mehrere Milliarden Euro pro Jahr bewegt werden, dann entscheidet der Checkout nicht nur über Umsatz, sondern über Vertrauen. ## **Warum Otto Payment nicht einfach auslagert** Eine der zentralen Fragen im Podcast: Warum baut ein Händler einen eigenen Payment-Arm auf? Otto Payments ist als eigenes ZAG-Institut organisiert, mit rund 250 Mitarbeitende. Die Logik dahinter ist simpel und strategisch: Wer die Kundenschnittstelle kontrollieren will, darf Payment nicht komplett aus der Hand geben. Checkout ist der letzte Schritt im Kaufprozess. Hier entscheidet sich, ob Emotion in Friktion kippt oder in Loyalität. Und jede Störung fällt auf Otto zurück, nicht auf die Zahlart. Payment wird damit Teil der Markenverantwortung. Und das ist nur der Anfang. Wir gehen in der Folge auch noch tiefer: - Wie Otto die Internationalisierung des Marktplatzes angeht - Warum Payment bei einem Händler anders gedacht wird als bei einer Bank - Welche Rolle Branchenverbände für Zahlungsinstitute spielen - Und warum Leon positiv überrascht war, wie nah Außen- und Innenwirkung bei Otto beieinanderliegen Wer verstehen will, wie ein großer Händler Payment strategisch denkt, jenseits von Buzzwords, bekommt hier ehrliche Einblicke. Zwischen Regulierung und Kundenerlebnis. Zwischen Risiko und Vertrauen. Zwischen Kontrolle und Kooperation. 🎪 **Und wer die Diskussion weiterführen möchte:** Auf der PEX sprechen wir darüber, wie sich Payment strategisch weiterentwickelt – zwischen Regulierung, Kundenerlebnis und technologischer Souveränität. Die Themen aus dem Podcast nehmen wir mit auf die Bühne. [Letzte Tickets sichern!](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com) ### Agentic Commerce & Zukunft des Checkouts URL: https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-zukunft-des-checkouts/ Last updated: 2026-02-27T06:08:27.000Z Nicole Nitsche spricht mit Mirko Krauel von Otto Payments über KI-Agenten, Verantwortung und Payment als strategische Orchestrierungsschicht Der Handel steht an der Schwelle zu einer neuen Phase: Statt selbst zu klicken, delegieren Kund:innen Entscheidungen zunehmend an KI‑Systeme. Agentic Commerce, also eine Handelswelt, in der digitale Assistenten Produkte finden, vergleichen und Käufe anstoßen, verändert damit auch das, was wir heute unter Checkout verstehen. Für Otto ist Payment längst kein nachgelagerter Abwicklungsschritt mehr, sondern ein strategischer Hebel für Conversion, Risiko und Kundenerlebnis. Die Auslagerung der Zahlungsaktivitäten in die Konzerntochter Otto Payments schafft die Grundlage, Zahlarten, Fraud‑Management, UX und Profitabilität aus einer Einheit heraus zu steuern und sie fit zu machen für kontextbezogene, KI‑gestützte Journeys. Darüber habe ich mit Mirko Krauel gesprochen, dem Geschäftsführer von Otto Payments, der mit seinem Team genau an dieser Schnittstelle arbeitet. Agentische Systeme markieren den nächsten Schritt nach Mobile und Social Commerce: Sie verstehen Präferenzen, Budgets und Rahmenbedingungen und bereiten eigenständig Kaufentscheidungen vor. Der Sprung vom Chatbot zum Agenten entsteht dort, wo das System nicht nur antwortet, sondern im Auftrag der Nutzer:innen handelt, etwa indem es Warenkörbe optimiert, Angebote vergleicht oder Zahlungsoptionen auswählt und Kund:innen am Ende nur noch zustimmen. Damit rückt eine zentrale Frage in den Vordergrund: Wem gehört künftig die Kundenschnittstelle: Händler, Plattform, Zahlungsanbieter oder dem Betreiber des Agenten? Im Gespräch wurde deutlich, dass Datenzugang, Markenpräsenz und klare Governance‑Regeln entscheidend sein werden. Ohne Transparenz darüber, wie Empfehlungen zustande kommen und welche Daten dafür genutzt werden, droht ein Vertrauensverlust, sowohl bei Kund:innen als auch in der Branche. Besonders spürbar wird dieser Wandel im Checkout. Was heute oft noch eine eigene Seite mit Formularen und Auswahlfeldern ist, könnte morgen ein unsichtbarer Prozess sein: Der Bedarf wird erkannt, der passende Händler gewählt, Zahlart und Risiko in Echtzeit entschieden und Kund:innen greifen nur ein, wenn definierte Schwellen überschritten werden. Checkout wird vom Frontend‑Screen zur verteilten Orchestrierungsschicht. Zahlarten sind dann weniger Buttons, sondern Bausteine in einem dynamischen Entscheidungssystem. Mit zunehmender Automatisierung verschärft sich die Haftungsfrage: Wer trägt die Verantwortung, wenn ein Agent „falsch“ einkauft? Zukünftige Modelle werden Rollen, Haftung und Sicherheitsmechanismen neu justieren müssen, vom Agentenbetreiber über Händler bis hin zum Payment‑Provider. Gleichzeitig braucht es neue Fraud‑Signale, die nicht nur Karten oder Geräte bewerten, sondern das Verhalten von Agenten verstehen und Missbrauch erkennen. In diesem Spannungsfeld positioniert sich Otto Payments zwischen robuster Infrastruktur und intelligenter Orchestrierung: stabil genug für klassische Zahlungsabwicklung und Risikosteuerung, gleichzeitig flexibel genug, um KI‑basierte Journeys, Echtzeitdaten und neue Partnerschaften zu integrieren. Der Anspruch, den Mirko Krauel formuliert: den Übergang in den Agentic Commerce nicht nur zu beobachten, sondern aktiv mitzugestalten. Die Themenwoche „THE NEW CHECKOUT“ und die bevorstehende Payment Exchange geben diesem Diskurs den passenden Rahmen: Es geht nicht mehr nur darum, Checkout schneller oder hübscher zu machen, sondern darum, seine Rolle in einer Handelswelt neu zu definieren, in der Convenience, Vertrauen und Kontrolle von Menschen und Maschinen gemeinsam ausgehandelt werden. Viel Spaß beim Nachhören. ### Loyalty & Payments: Warum Händler jetzt neu denken müssen URL: https://paymentandbanking.com/loyalty-payments-warum-haendler-jetzt-neu-denken-muessen/ Last updated: 2026-02-25T18:42:30.000Z Loyalty und Payment sind längst untrennbar verbunden und werden in Zeiten von Rewe Pay, Lidl Plus & Co. sogar zum strategischen Überlebensfaktor. Wer heute nicht lernt, Bezahlvorgang, Bonusprogramm und Daten intelligent zu verzahnen, läuft Gefahr, morgen in den Empfehlungslogiken von Shopping-Agents keine Rolle mehr zu spielen. Loyalty und Payments wachsen im Handel immer stärker zusammen: Kund:innen erwarten heute, dass Bezahlvorgang, Bonusprogramm und individuelle Angebote nahtlos ineinandergreifen, idealerweise mit einem einzigen Scan oder Klick. Händler wie Rewe und Lidl zeigen, wie mächtig es ist, wenn eigene Apps, integriertes Payment und datenbasierte Loyalty-Mechaniken zusammenspielen, um Kundenzugang, Marge und Datenhoheit zu sichern. In den nächsten Jahren kommt mit Shopping-Agents und Agentic Commerce eine neue Dimension dazu: Nicht mehr nur der Mensch, sondern zunehmend intelligente Assistenten entscheiden, welcher Händler den Zuschlag bekommt und dafür werden Signale aus Payment und Loyalty zum strategischen Hebel. Vor diesem Hintergrund sprechen wir mit Stefan Hölscher (Lead Expert Payments) von Otto Payments darüber, warum die Verzahnung von Loyalty und Payment heute wichtiger ist als je zuvor und was Händler tun müssen, um in einer zunehmend von Agents geprägten Ökonomie relevant zu bleiben. ## **Wenn Du in 1-2 Sätzen beschreiben müsstest, welche Rolle Payments heute für die Kundenloyalität bei OTTO spielt, wie würde das lauten und warum gerade so**? Kund\*innen lieben auch heute den Rechnungskauf genauso wie vor über 70 Jahren, weil der Rechnungskauf im Checkout die einfachste Zahlart ist. Dies erhöht schon per se die Kund\*innenloyalität. Darüber hinaus vereint der Checkout die einfache Einlösung von Gutscheinen, Sammlung von Loyalty-Punkten über unser Kundenbindungsprogramm „OTTO UP“ sowie flexible Zahlungsangebote, die von uns selbst angeboten werden (insbesondere den genannten Rechnungskauf). Durch das Angebot „aus einer Hand“ ist kein Absprung zu dritten Loyalty- und Payment-Anbietern notwendig, wodurch die Customer Journey vereinfacht wird und Kund\*innen nur eine Anlaufstelle haben. Das steigert die Zufriedenheit der Kund\*innen und für uns den Customer Lifetime Value. ## **Was hat sich in den letzten Jahren so verändert, dass Loyalty über Payment eher wichtiger als unwichtiger geworden ist, technologisch, kundenseitig, aber auch aus Business-Sicht?** Früher waren Loyalty- und Payment-Angebote eher getrennt – z.B. Payback/Deutschlandcard als Kundenbindungsprogramme und Paypal/Klarna für die Zahlungsabwicklung. Mittlerweile haben Loyalty-Anbieter Payment-Funktionen ergänzt und Payment-Anbieter versuchen die Marketing-Welt über Cashbacks, Preisvergleiche, etc. zu erobern. Letztlich geht es um die Schnittstelle zu den Kund\*innen sowie ein möglichst umfangreiches Angebot – von der Product Discovery über den Bezahlvorgang bis zu After Sales Prozessen. Hier ist aus Business Sicht zu bewerten, an welchen Stellen Partnerschaften sinnvoll sein können und wo sich der Aufbau eigener Lösungen lohnt. ## **Rewe steigt aus Payback aus und baut ein eigenes Bonusprogramm auf, Lidl integriert Payment direkt in Lidl Plus: Was sind für Dich die wichtigsten Learnings aus diesen Strategien für Händler generell? Plant ihr etwas ähnliches?** Stationär-Geschäfte haben – anders als der Online-Handel – größere Herausforderungen, ihre Kund\*innen kennenzulernen. Ohne Bonusprogramme sind diese weitestgehend anonym und können nicht direkt angesprochen werden, denn gerade Bargeld ist anonym. Neben der Möglichkeit Shopper-Profile aufzubauen, individuelle Angebote auszuspielen und Marketing-Erlöse (von Produkt-Herstellern) zu verdienen, können außerdem Payment-Kosten reduziert werden. In der Regel werden im Vergleich zu internationalen Karten, Wallets und Bargeld günstige Lastschriften genutzt. Kostenvorteile können an die Kund\*innen weitergegeben werden. OTTO ist als „Online Pure Player“ hier im Vorteil – wie schon beschrieben versuchen wir unsere Loyalty- und Payment-Angebot bestmöglich zu verzahnen. ## **Wo siehst Du die größten Chancen und Risiken, wenn Händler Loyalty und Payment so eng an die eigene App koppeln, etwa mit Blick auf Daten, Marge, Kundenzugang und Abhängigkeiten von Partnern?** Ein besseres Verständnis über die eigenen Kund\*innen hilft, die „Shopping Experience“ zu verbessern (z.B. durch individuelle Shop-Gestaltung online oder personalisierte Angebote) – da gibt es grundsätzlich keine Nachteile. Loyalty Programme helfen, Kund\*innen an die eigene Plattform zu binden und das auf eine positive Art- und Weise, indem Kund\*innen personalisierte Angebote auszuspielen. Händler sollten bewusste „make“ or „buy“ Entscheidungen treffen und möglichst Datenhoheit und Kundenzugang im eigenen Haus behalten. Das erfordert jedoch Investitionen, die in der Regel nur durch große Händler gestemmt werden können. Generell kann auch die Zusammenarbeit mit etablierten Partnern sinnvoll sein, da diese durch Händler-übergreifende Ansätze noch bessere Einblicke in verschiedene Shopping-Segmente erreichen können. Dadurch können auch kleinere Händler sowohl ihre eigenen als auch potenzielle neue Kund\*innen erreichen. ## **Wie verbindet ihr bei Otto Payments Loyalty, Payment und Kundenerlebnis konkret, was macht ihr anders als klassische Loyalty-Programme oder reine Payment-Dienstleister?** Der entscheidende Unterschied ist, dass unsere Kund\*innen alle Loyalty-Angebote und Zahlungsarten direkt bei OTTO nutzen können. Das erfolgt von der Ausspielung von Angeboten über die Anwendung im Checkout bis zu Folgekontakten nach dem Einkauf. Auch bei der Zahlung ist i.d.R. kein „Absprung“ zu einem Dienstleister notwendig. OTTO bleibt zu jeder Zeit in direktem Kontakt zur Kund\*in und wird daher durchgehend wahrgenommen. Wir arbeiten aber gerade noch intensiv an der Verbindung zwischen Payment-Angeboten und Loyalty Programm. Wir können uns z.B. vorstellen, dass im Loyalty-Programm gewisse Payment-Funktionalitäten exklusiv vorhanden sind. ## **Welche Kennzahlen oder Beobachtungen zeigen Dir, dass Loyalty „via Payment“ wirklich wirkt und nicht nur ein “nice-to-have” Feature im Checkout ist?** Wir sehen den Erfolg in Kennzahlen wie der Wiederkehrrate von Kund\*innen, der Nutzung von personalisierten Angeboten, der Steigerung des durchschnittlichen Warenkorbwerts und der Conversion Rate bestimmter Kampagnen. Auch qualitative Erhebungen, etwa das Feedback unserer Kund\*innen zur Einfachheit und Relevanz der Angebote, sind entscheidend. ## **Wohin entwickelt sich aus Deiner Sicht das Spannungsfeld zwischen externen Loyalty-Netzwerken und proprietären Händlerprogrammen, die eng an Payment und Apps gekoppelt sind?** Aus unserer Sicht sind beide Ansätze sinnvoll und haben eine Berechtigung. Wir werden auch in Zukunft beide Modelle im Markt sehen. Sofern ein Händler groß genug ist, wird er versuchen, eigene Lösungen zu etablieren. Das ist jedoch im Wettbewerb gar nicht so leicht, da die meisten Kund\*innen nicht gleichzeitig viele einzelne Loyalty-Programme nutzen möchten und die notwendigen Investitionen hoch sein. Für kleinere Händler können externe Loyalty-Netzwerke daher ein guter Weg sein – und auch OTTO kooperiert an manchen Stellen, z.B. um neue Kund\*innen zu erreichen. ## **An welchen Stellen setzt ihr bewusst auf Partner im Ökosystem und wo ist es für euch strategisch entscheidend, eigene Lösungen zu bauen, um Kundenzugang und Datenhoheit langfristig zu sichern?** Partner werden insbesondere dann genutzt, wenn dadurch Wünsche unserer Kund\*innen erfüllt werden können. Gute Beispiel sind im Payment-Bereich die Akzeptanz von Paypal oder Karten wie VISA, Mastercard & Amex. Wie beschrieben versuchen wir unsere eigenen Loyalty- und Payment-Angebot jedoch so gut auszugestalten, dass unsere Kund\*innen nicht auf die Nutzung von Partnern angewiesen sind. ## **In einer Welt mit Shopping-Agents: Welche Rolle spielt Loyalty noch, wenn nicht mehr nur der Mensch, sondern auch ein Agent den Händler auswählt?** Agenten werden insbesondere in der Produktsuche eine gute Hilfe sein. Das sehen wir schon heute durch Traffic von externen Agenten, aber auch in der Nutzung unseres eigenen KI-Assistenten in der OTTO App. Hinter einem Agenten wird in der Regel auch weiterhin ein Mensch die Transaktionen autorisieren und die gesamte Shopping-Erfahrung erleben, bis hin zu Retouren und Reklamationen. Ggf. wird es mehr automatisierte Transaktionen bei Low Involvement-Produkten geben, wo Kund\*innen weniger in Interaktion mit der Plattform-Brand treten. Im Grunde gehen wir deshalb davon aus, dass die Verkäufer-Marke auch in der „Agentic Commerce-Welt“ relevant bleiben wird. Gegebenenfalls müssen Loyalty- und Payment-Aspekte aber zukünftig neu gedacht werden, z.B. dass auch bei einer automatisierten Transaktion Kund\*innen die Nachricht bekommen wie „Beim Kauf deines Produktes hast du eben Punkte gesammelt“ so dass das Loyalty Programm weiterhin Aufmerksamkeit bekommt. ## **Welche Signale aus Payment und Loyalty werden für solche Agents aus Deiner Sicht entscheidend sein, damit sie „im Sinne des Kunden“ entscheiden und wie können Händler sich heute konkret darauf vorbereiten?** Agenten werden (hoffentlich) nicht nur auf Basis von Produkt und Preis Empfehlungen geben, sondern Aspekte wie Vorteile aus Kundenbindungs-Programmen oder präferierten Zahlarten berücksichtigen. Daher sollten Händler prüfen, inwieweit aus diesen Informationen (nach Zustimmung des Kunden!) weitergegeben werden können. Die ersten Pilot-Cases werden hier sicher noch keine umfangreiche Verbindung ermöglichen, wir gehen aber von einer schnellen Weiterentwicklung aus, so dass die Agenten immer besser „im Sinne des Kunden“ handeln können. ## **Wie organisiern ihr intern das Zusammenspiel von Loyalty, Payment, App-Produktentwicklung und KI und welche Skills braucht ein Team, das all diese Themen sinnvoll zusammenbringen soll?** Das ist in einer großen Organisation wie bei OTTO mit getrennten Gesellschaften (Marktplatz und Payments) durchaus eine Herausforderung. Unsere Product-Teams sind jedoch eng vernetzt und strategische Themen wie „Agentic Commerce“ werden in übergreifenden Teams bearbeitet. „Marketing“ und „Payment“ sind zwar verschiedene „Disziplinen“ – durch eine offene Arbeitsweise und gegenseitiges Verständnis können aber gute, integrierte Lösungen aufgebaut werden. ## **Kannst Du ein konkretes Beispiel nennen, bei dem eine Änderung im Payment-Prozess direkt einen messbaren Effekt auf Loyalität hatte?** Wir messen regelmäßig den „Net Promotor Score“ in Bezug auf Payments und konnten über die letzten Jahre einen deutlichen Anstieg feststellen, da wir Zahlarten und Features sukzessive ergänzt haben. Konkrete Beispiele sind die Konsolidierung mehrerer offenen Rechnungen oder die einfache Bezahlung von Forderungen per Lastschrift. ## **Wenn wir 2028 auf heute zurückschauen: Woran würdest Du persönlich festmachen, dass Otto Payments beim Thema Loyalty & Payments in der Agenten-Welt wirklich einen Unterschied gemacht hat, für Kund:innen, für den OTTO Marktplatz und für den generellen Markt?** Wir werden in den nächsten Jahren weiter daran arbeiten, sinnvolle und hilfreiche Features für unsere Kund\*innen zu ergänzen. Das kann von verbesserten, AI-gestützten Support-Prozessen über individuelle Payment-Angebote reichen. ### EU-AML-Paket: Was die AMLA bringt und warum viele noch nicht bereit sind URL: https://paymentandbanking.com/eu-aml-paket-was-die-amla-bringt-und-warum-viele-noch-nicht-bereit-sind/ Last updated: 2026-02-25T06:48:43.000Z **Mit dem EU-AML-Paket reformiert die EU ihr Geldwäscherecht strukturell und institutionell grundlegend. Im „Alles Legal“-Podcast ordnen Sebastian Glaab (Annerton) und Dr. Camillo Werdich (Sinpex) ein, warum viele Verpflichtete operativ noch nicht auf den kommenden Rechtsrahmen ausgerichtet sind.** Mit dieser Folge startet unsere neue Reihe zur Geldwäscheprävention (AML). Dana Wondra spricht mit Sebastian Glaab, Rechtsanwalt und Partner bei Annerton, und Camillo Werdich, Gründer und CEO von Sinpex, über den Systemwechsel im EU-Geldwäscherecht und über die unbequeme Frage, wie gut der Markt wirklich vorbereitet ist. Zentraler Punkt: Die EU löst das bislang primär richtlinienbasierte System mit erheblichen nationalen Umsetzungsspielräumen ab. Künftig setzt die AML-Verordnung einen einheitlichen Rahmen, der in allen Mitgliedstaaten direkt gilt. Zum EU-AML-Paket gehören mehrere Bausteine: die neue AML-Verordnung als Kern, flankierende Regeln zur Zusammenarbeit der Behörden, die bereits geltende Geldtransferverordnung und vor allem die neue europäische Aufsichtsbehörde AMLA mit Sitz in Frankfurt. AMLA wird ausgewählte, besonders risikobehaftete und grenzüberschreitend tätige Verpflichtete im Finanzsektor direkt beaufsichtigen. Dadurch werden die neuen Erwartungen auch bei national beaufsichtigten Instituten in der Praxis ankommen. Beim Zeitplan wird klar: Das Thema ist nicht „später“, sondern jetzt. Auch wenn die Verordnung ab Juli 2027 gilt, werden bis dahin zahlreiche technische Standards und Leitlinien erlassen, die zentrale operative Details festlegen. Gleichzeitig müssen Unternehmen bereits heute prüfen, was das für Prozesse, Datenanforderungen und Bestandskunden bedeutet. In der Praxis heißt das: Gap-Analyse, Priorisierung und ein strukturiertes Umsetzungsprogramm, idealerweise mit klarer Governance und Ressourcenplanung und Budget. Besonders spannend: Camillo Werdich bringt Ergebnisse einer europaweiten Umfrage zur EU AML Paket Readiness mit. Das Bild ist ernüchternd. Nur ein kleiner Teil fühlt sich wirklich gut vorbereitet, viele sind noch in der Orientierungsphase und handeln noch nicht konsequent. Als Treiber werden unter anderem neue Datenanforderungen, kürzere Review-Zyklen und zusätzliche Komplexität bei Ownership-Strukturen und die zentrale Rolle von audit sicheren Daten genannt. Ein weiterer Punkt aus dem Gespräch: „Der Markt“ ist nicht gleich Markt. Banken und größere Institute haben meist Erfahrung mit regulatorischen Transformationsprogrammen. Gleichzeitig kommen neue Gruppen in den Verpflichtetenkreis, die bislang kaum Berührungspunkte mit AML-Strukturen hatten – etwa bestimmte Profifußballclubs und -agenturen. Für sie ist die Umstellung eine massive Last, aber auch eine Chance: Wer jetzt sauber und digital aufsetzt, kann alte Umwege überspringen und direkt auf moderne Standards gehen. Fazit: Die Reform bedeutet nicht nur neue materielle Pflichten, sondern auch eine deutlich europäisierte und schärfere Aufsicht. Wer sich nur auf Stichtage vorbereitet, wird später in Remediation-Schleifen hängen. Wer früh strukturiert denkt, kann Compliance stabiler machen und nebenbei sogar Effizienz und Transparenz im Kundenannahmeprozess erhöhen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Agentic Commerce: Welche Rolle bleibt den Zahlungsdienstleistern? URL: https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-welche-rolle-bleibt-den-zahlungsdienstleistern/ Last updated: 2026-02-24T16:30:06.000Z **Die Sorge, dass KI die Handelswelt mal wieder auf den Kopf stellt, ist groß. Auch Zahlungsanbieter jedweder Couleur müssen sich überlegen, wie sie sich behaupten können.** Eigentlich haben sich viele Händler nach wie vor nicht von der Disruption durch den Onlinehandel erholt. Trotzdem rollt jetzt schon die nächste Welle an, wenn man denn den Technologie-Auguren glauben darf. Agentic Commerce heißt sie. Im Wesentlichen geht es dabei um selbst einkaufende KI-Helferlein, Personal Shopper aus der neuronalen Netzwelt, die im Auftrag der Konsument\*innen Produkte vergleichen, auswählen und dann auch kaufen. Das bringt nicht nur für die Händler Herausforderungen mit sich, denn all die eingeübten Mechanismen, um Kund\*innen im Onlinehandel anzulocken und zu überzeugen, greifen jetzt plötzlich nicht mehr. Die Suchmaschinenoptimierung (SEO) zum Beispiel dürfte als Taktik bald hinfällig sein, stattdessen geht es nun um die Optimierung für die KI, GEO (Generative Engine Optimization) lässt grüßen. Auch Zahlungsdienstleister haben Sorgen. Die direkte Kund\*innenschnittstelle könnte wegfallen, neue Identitäts- und Authentifizierungsprobleme auftreten. Neue Haftungsfragen müssen sie aufklären. Dass das alles keine reine Zukunftsmusik ist, zeigten Daten anlässlich des Black Friday im vergangenen Jahr. Der Software-Anbieter Salesforce schätzte in einer Prognose, dass KI bereits bei 22 Prozent der Käufe an diesem Großshoppingtag eine Rolle spielen werde. Wie es tatsächlich ausging, ist nicht überliefert. Ohnehin muss das nicht immer gleich Agentic Commerce bedeuten, auch eine simple Frage an ChatGPT, welcher Laptop denn nun der Beste ist, nutzt schließlich KI. Aber bedenkenswert ist es dennoch, vor allem, weil der Anteil eher steigen als sinken wird. ## **In Deutschland herrscht noch Skepsis vor** Wie also können sich Zahlungsdienstleister auf diese neue Welt einstellen? Diese Frage haben sich unter anderem die beiden Anbieter Adyen und Riverty gestellt. Adyen bastelt unter anderem schon an Lösungen, mit denen Händler sich auf Agentic Commerce vorbereiten können. Sie beschlossen, erstmal die Gefühlswelt der Kund\*innen zu beleuchten, konkret die der Deutschen. Die trauen – in diesem technologieskeptischen Land keine Überraschung – den Kaufagenten nur begrenzt über den Weg. Zwar zeigt sich jeder Dritte neugierig auf die Innovation, aber es überwiegt doch die Skepsis (46 Prozent der Befragten). Für den Einsatz von Agentic Commerce wünschen sich die Meisten die Möglichkeit, den KI-Einkauf jederzeit einsehen und stoppen zu können. Und wenn sie mit KI shoppen, so das Ergebnis der Umfrage, dann doch bitte per Rechnungskauf oder BNPL. Natürlich klingeln da bei Alexander Scheibel die Ohren. Er ist bei Riverty verantwortlich für BNPL. „Jetzt könnte man natürlich sagen: Kein Wunder, dass das bei der Umfrage rauskommt, schließlich hat Riverty sie in Auftrag gegeben“, sagt er: „Aber das deckt sich doch mit dem, was wir seit vielen Jahren im E-Commerce sehen.“ Tatsächlich ist hier der Anteil von Käufen auf Rechnung traditionell höher als im stationären Handel. Die dahinterliegende Logik ist ja auch nicht von der Hand zu weisen. Beim Onlinehandel und auch beim KI-Shopping ist die Distanz zum Verkäufer größer, Vertrauenswürdigkeit noch schwieriger einzustufen. Wer erst nach Wareneingang bezahlt, sichert sich ab. Können sich Anbieter wie Riverty also zurücklehnen und abwarten, dass die Kunden durch die KI-Welle nun zu ihnen migrieren? Ganz so einfach ist es natürlich nicht. Denn wenn Kunden einmal den Agenten beauftragen, entscheidet im Zweifel der – im Rahmen von Voreinstellungen – über die Zahlungsart. Der Checkout-Prozess würde wegfallen, die eigene Markenbekanntheit sinken, im schlimmsten Falle wird man zum unsichtbaren Infrastrukturprovider, ohne Verhandlungsmasse den großen KI-Firmen gegenüber. ## **Geborgtes Vertrauen für die Amerikaner** Um sich da zu behaupten, könnte aber eine andere Erkenntnis aus der Umfrage helfen: Dass die Kunden eben noch skeptisch sind und der KI nicht vertrauen. Das hängt nämlich auch daran, wer diese aktuell bereitstellt. Die Deutschen trauen Open AI, Google und Co. einfach nicht. Hochtrabend könnte man jetzt sagen, dass es hier eine Chance für einen europäischen Anbieter geben würde, in Anbetracht der hier vorherrschenden Verzagtheit bei jedweder Innovation wäre das aber wohl zu viel verlangt. Stattdessen könnten aber europäische Zahlungsanbieter als Vertrauensintermediäre agieren, die den argwöhnisch beäugten amerikanischen Anbietern die notwendige Kredibilität verleihen. „Wir können für den Kunden Transparenz herstellen, er kann dann über Riverty zum Beispiel Limits setzen, bis zu denen der Agent autonom agieren kann, alles darüber hinaus wird abgesegnet“, meint Scheibel. Es wird am Ende ein Hauen und Stechen darum geben, wer im Agentic Commerce welche Rolle einnimmt. Neben den Zahlungsdienstleistern und KI-Anbietern wollen schließlich auch Händler nicht untergebuttert werden. Große Plattformanbieter wie Amazon oder Otto könnten versuchen, mit eigenen Agenten Marktanteile abzugreifen. Und was die ganz dicken Fische der Zahlungsabwicklung tun, die Paypals, Mastercards und Visas dieser Welt, ist auch noch nicht ganz klar. Sicher ist nur: Die Handelsdisruption 2.0 ist in vollem Gange. Dieser Beitrag ist Teil unserer **Themenwoche zum Handel**, in der wir aktuelle Umbrüche im Retail – von Agentic Commerce bis Payment-Strategien – einordnen. Und natürlich diskutieren wir auch die Frage, welche Rolle Zahlungsdienstleister in einer Welt selbst handelnder KI-Agenten spielen, auf der **Payment Exchange 2026** am 10\. und 11\. März in Berlin. [Das ganze Programm jetzt entdecken.](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com) ### Wie das Bargeld in den Handel kommt URL: https://paymentandbanking.com/wie-das-bargeld-in-den-handel-kommt/ Last updated: 2026-05-12T00:01:13.000Z **Bargeld ist weiterhin das beliebteste Zahlungsmittel in Deutschland. Doch wer stellt es bereit? Wir haben die ultimative Infografik für Euch.** Bargeld ist nach wie vor ein beliebtes Zahlungsmittel in Deutschland: Laut den aktuellsten Zahlen der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2023 wird bei rund der Hälfte aller Transaktionen mit Banknoten und Münzen bezahlt. Doch wer stellt sicher, dass immer genug Geld im Umlauf ist? Wir haben den deutschen Bargeldkreislauf unter die Lupe genommen und uns angesehen, welche Unternehmen und Institutionen an der Bereitstellung von Bargeld beteiligt sind. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/02/infografik-bargeldkreislauf.jpg) ## Europäische Zentralbank und nationale Zentralbanken: Strategie und Prognosen Der Rat der Europäischen Zentralbank, in dem die sechs Mitglieder des Direktoriums und die Präsidenten der nationalen Zentralbanken sitzen, legt die Geldmenge fest. Dabei stützen sie sich auf Prognosen der nationalen Zentralbanken darüber, wie viel Bargeld im kommenden Jahr im jeweiligen Land benötigt wird. Die EZB stellt dann eine zentrale Prognose und verteilt das Bargeld zwischen den Ländern um. ## Deutsche Bundesbank: Hier laufen alle Fäden zusammen Der Bargeldkreislauf ist in jedem Land unterschiedlich, sodass der hier gezeigte Kreislauf nur für Deutschland gilt. Hier nimmt die Deutsche Bundesbank als nationale Zentralbank eine wichtige Rolle ein. Sie schreibt die Aufträge für die Herstellung der Banknoten an die Druckereien aus und kontrolliert die Prägequalität von Münzen. Die Geschäftsbanken können über das System CashEDI bei der Bundesbank Bargeld bestellen. Dieses wird dann von ihrem Konto bei der Bundesbank abgehoben. Den Transport können die Geschäftsbanken dann entweder selbst übernehmen oder von einem Wertdienstleister übernehmen lassen. Außerdem erhalten die Bundesbank-Filialen überschüssiges Geld aus dem Handel und von den Geschäftsbanken durch die Wertdienstleister zurück. Das erhaltene Geld wird dann auf seine Echtheit und Umlauffähigkeit überprüft. Dabei geht es darum, ob der Zustand noch gut genug ist, um das Bargeld wieder auszugeben. Beschädigte Banknoten und Münzen werden recycelt und ersetzt. Überschüssiges Geld wird in den Filialen der Bundesbank eingelagert, bis es wieder gebraucht wird. Für Krisenfälle und für Nachfrageschwankungen halten die Filialen auch immer eine strategische Reserve bereit. So stellen sie sicher, dass jederzeit ausreichend Bargeld zur Verfügung steht. ### [Hier die Infografik hochauflösend downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSe%5FauAIPVZ42Kb9MI5gg4l5j1ofRaRkAvxAAbVQpEP9W4sCuw/viewform?usp=publish-editor&ref=paymentandbanking.com) ## Münzprägeanstalten und Banknotendruckereien: Die Bargeldhersteller Münzen und Banknoten werden von unterschiedlichen Dienstleistern hergestellt. Die Banknotendruckereien bewerben sich auf die Ausschreibungen der Deutschen Bundesbank. Mit welchen Druckereien genau die Bundesbank zusammenarbeitet, wird nicht veröffentlicht – auch ausländische Druckereien können den Zuschlag erhalten. Banknotendruckereien mit Sitz in Deutschland sind die Bundesdruckerei, an der der Bund zu 100 Prozent beteiligt ist, sowie Giesecke + Devrient. Außerdem gibt es in Deutschland fünf staatliche Münzprägeanstalten, die ihre Aufträge von der Bundesregierung erhalten. Auf der Rückseite von in Deutschland geprägten Münzen ist sogar erkennbar, wo sie hergestellt wurden: Ein kleines A verweist auf die staatliche Münze Berlin, ein D auf das Bayerische Hauptmünzamt München, ein F auf die staatliche Münze Stuttgart, ein G auf die staatliche Münze Karlsruhe und ein J auf die Hamburgische Münze. ## Wertdienstleister: Geldtransport und teilweise Geldbearbeitung Die Wertdienstleister sind hauptsächlich für den sicheren Transport von Bargeld zuständig. Dabei gibt es große, international tätige Unternehmen wie Prosegur, aber auch regionale Anbieter wie Gewetra in Nordrhein-Westfalen. Im Rhein-Ruhr-Gebiet sind die Sparkassen Mülheim an der Ruhr und Oberhausen sogar gemeinsam mit dem Sicherheitsdienstleister Vollmer Security am Dienstleister S Bargeldlogistik beteiligt. Der Transport findet vor allem zwischen den Geschäftsbanken und den Filialen der Deutschen Bundesbank statt. Während kleine Händler ihre Einnahmen oft selbst bei den Geschäftsbanken einzahlen, beauftragen große Händler wie Supermärkte auch Wertdienstleister für diese Aufgabe. Die Wertdienstleister holen das Geld ab und transportieren es direkt zu den Filialen der Bundesbank. Diese schreiben dem Konto der Geschäftsbank, bei der der Händler sein Konto führt, das Guthaben zu. Die Geschäftsbank teilt die Einnahmen dem Händler zu. Hinter jedem Geldtransport stecken noch viele weitere Dienstleister. Das Bargeld muss sicher verpackt werden, zum Beispiel in Bargeldkassetten. Anbieter von speziellen Verpackungen für den Bargeldtransport sind Debatin, Gehrer, Orfix, SP Sicherheitsprodukte und CST. Die sicheren Fahrzeuge werden von Unternehmen wie Apprich Secur und Hartmann Alsfeld hergestellt. Außerdem braucht es spezielle Versicherungen für Geldtransporter. Die Wertdienstleister können außerdem als Subunternehmer von den Geschäftsbanken mit der Bargeldbearbeitung beauftragt werden. Rechtlich verantwortlich bleibt jedoch die beauftragende Geschäftsbank. Die Maschinen, die zur Geldbearbeitung verwendet werden, werden von der EZB geprüft und stammen von Unternehmen wie Diebold Nixdorf, Radiodata, South Automation und JCM Europe. ## Geschäftsbanken: Versorgung der Wirtschaft mit Bargeld und Betrieb von Geldautomaten Die Geschäftsbanken versorgen Endkunden und den Handel mit Bargeld. Außerdem prüfen sie Bargeld, das Kunden bei ihnen einzahlen und geben es danach wieder aus. Die Ausgabe von Geld läuft hauptsächlich über Geldautomaten. Im Jahr 2024 gab es rund 49.750 Geldautomaten in Deutschland. Die Deutsche Kreditwirtschaft ist für die Zulassung der Geräte zuständig. Zugelassene Hersteller mit Sitz in Deutschland sind Diebold Nixdorf und Keba. Die Wartung übernehmen vor allem Wertdienstleister. Den Betrieb der Geldautomaten können die Geschäftsbanken auch an Dienstleister wie Euronet und ICCash Services auslagern. ## Handel und Verbraucher: Angebot und Nutzung als Zahlungsmittel Die Verbraucher nutzen Bargeld als Zahlungsmittel im täglichen Leben, zum Beispiel beim Einkaufen. Denn fast jeder Händler hierzulande akzeptiert Bargeld. Laut einer Studie der Deutschen Bundesbank aus dem Jahr 2025 ist Barzahlung sogar die günstigste Zahlungsmethode für den Handel: Sie kostet den Händler durchschnittlich 43 Cent pro Transaktion. Hier sind Gebühren, Entgelte, Geräte- und Transportkosten und der Zeitaufwand beim Bezahlen bereits eingerechnet. Der Handel gibt auch Bargeld an die Verbraucher aus, zum Beispiel in Form von Wechselgeld. Außerdem ermöglichen zahlreiche Händler mittlerweile Bargeldabhebungen an der Kasse. *Wir haben einen Dienstleister in der Bargeldversorgung vergessen? Wir freuen uns auf Hinweise aus der Community per Mail an* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) Dieser Beitrag ist Teil unserer Themenwoche **„Handelswoche“**, in der wir zentrale Fragen rund um Zahlungsverkehr, Infrastruktur und Zukunft des Bezahlens im Handel beleuchten. Und natürlich endet die Diskussion nicht hier: Auch auf der **[Payment Exchange 2026](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com)** am 10\. und 11\. März in Berlin greifen wir das Thema Bargeldkreislauf und -versorgung wieder auf, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Handel, Banken und Dienstleistern. Wer mitdiskutieren möchte, findet [hier das Programm](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com) und sichert sich am besten direkt ein Ticket. [Jetzt PEX-Ticket sichern!](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com) ![](https://vg01.met.vgwort.de/na/d78647bb5baa46d282cedbd122fa4425) ### „Payment ist ein echter Business-Enabler“ URL: https://paymentandbanking.com/payment-ein-echter-business-enabler/ Last updated: 2026-02-24T12:23:31.000Z Nach verschiedenen Jobs in großen Unternehmen, startet Laura Vogelsang nun ihr eigenes Start-up. Im Interview spricht sie über ihre Idee und worauf sie sich bei der PEX26 am meisten freut. Seit mehr als zehn Jahren Erfahrung ist Laura Vogelsang in der Welt des Risikomanagements bei Handelskonzernen zu Hause. Ihre berufliche Laufbahn umfasst Stationen bei der Vodafone, Fashionette und The Platform Group, wo sie in verschiedenen Positionen, bis hin zum Vorstandsmitglied, tätig war. Gemeinsam mit Nicolas Allebrodt baut sie aktuell Wesolveproblems.ai auf – ein Beratungs-Angebot, das Unternehmen helfen soll, operative Probleme schnell und sauber zu strukturieren sowie einen klaren Fahrplan für die nächsten Schritte abzuleiten. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Laura und mittlerweile selbständig als Beraterin mit Leidenschaft für die Themen Risikomanagement und HR tätig, obwohl ich mir das vor weniger als einem halben Jahr noch gar nicht vorstellen konnte. Nun gehe ich sogar noch einen Schritt weiter und gründe gemeinsam mit Nicolas Allebrodt mein erstes eigenes Beratungsunternehmen, in dem wir uns auf konkrete Problemstellungen in Unternehmen konzentrieren, die wir innerhalb von zwei Wochen analysieren, aufbereiten und denen wir Handlungsempfehlungen aussprechen. Und das zu vorher kalkulierbaren Fixkosten. Gleichzeitig verfolgen wir das Ziel, ein Expertennetzwerk aufzubauen, um für jede Problemstellung den richtigen „Problemlöser“ ins Rennen schicken zu können. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Nix. Noch nicht einmal einen „Notgroschen“, was sich leider noch viel zu häufig rächt. Mittlerweile auch wieder beim Einkaufswagen. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Wie es häufig im Leben ist, hat auch hier das Schicksal zugeschlagen. Ursprünglich wollte ich ins Personalmanagement, so wie es mein Studium hätte erwarten lassen. Doch alles kam anders als geplant und Risikomanagement wurde mein Thema. Ich würde sogar sagen, dass es zu meiner Leidenschaft wurde. Über Betrugsprävention und Identitätsmanagement konnte ich schlussendlich auch vor dem Payment keinen Halt machen. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Für den Kunden muss Payment einfach, intuitiv und unkompliziert sein, egal für welche Zahlart er sich entscheidet. Daher ist es wichtig, dass sowohl die Unternehmen/Händler, als auch die Dienstleister – am besten gemeinsam – die Anforderungen, Herausforderungen und Wünsche der Kunden erfragen, analysieren und daraus Angebote entwickeln. Bei Unternehmen muss auf Entscheider-Ebene die Wahrnehmung verstärkt werden, dass Payment ein Enabler für Business und Revenue ist und nicht nur als Kostenfaktor gesehen wird. Beides versuche ich bei meiner täglichen Arbeit immer im Blick zu behalten und zu unterstützen. „Miteinander reden“ – ist hier mein Schlüssel zum Erfolg. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich würde sagen, dass die Antwort irgendwo dazwischen liegt, aber mit einer starken Tendenz zur stillen Revolution. Fintechs sind dabei die Architekten einer Revolution, deren Erfolge oft von den etablierten Playern geerntet werden. Es ist keine Revolte, die das System stürzt, aber es ist eine Revolution der Erwartungshaltung. Kunden akzeptieren einfach keinen schlechten Service mehr. Die „Revolte“ hat vielleicht nicht alle Banken gestürzt, aber sie hat das Banking in die richtige Richtung verändert. ## **Wenn Du Finanzministerin wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde noch mehr Input aus der Wirtschaft in mein Handeln und die Entscheidungen einfließen lassen. Vor allem von KMU und Start-ups, die häufig an Bürokratiegrenzen stoßen, die Innovation oder Investitionen einschränken oder sogar verhindern. Pragmatismus und „Einfach mal machen“ sollten mehr im Vordergrund stehen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich liebe es, spazieren zu gehen, vor allem, um den Kopf frei zu bekommen und neue Energie zu tanken. Bis vor 1,5 Jahren auch allein in der Mittagspause oder nach Feierabend. Seitdem Käthe meine ständige Begleiterin ist, sehr gern mit vierbeiniger Begleitung. Dazu gesellt sich dann auch manchmal mein Mann, mit dem ich sonst in meiner Freizeit sehr gerne koche oder verreise. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Eigentlich nur noch mit dem Handy. Und wenn das nicht funktioniert, obwohl mehrere unterschiedliche Karten hinterlegt (Debit, Credit und Co.) sind, bin ich meist aufgeschmissen. Denn in der Regel trage ich sonst so gut wie nichts mehr bei mir. Es ist auch schon vorgekommen, dass ich nochmal nach Hause musste, um meinen Einkauf an der Kasse auszulösen. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? (Info für Interviewpartner\*in: Bitte nicht nur die eigene Firma vorschieben.)** *Paypal, VR-Banking und Amex* ## W**orauf freust du dich in Bezug auf die PEX?** Viele Wegbegleiter wiederzusehen, über deren Herausforderungen und Erfolge der letzten Monate zu quatschen und Inspirationen für meine weitere Reise zu sammeln. --- Dieses Interview ist Teil unserer Themenwoche zum Handel. Wie Laura es formuliert: Payment ist kein reiner Kostenblock, sondern ein echter Business-Enabler. Genau darüber – wie Payment Umsatz treibt, Kundenerlebnisse verbessert und strategisch Mehrwert schafft – diskutieren wir auch auf der **Payment Exchange 2026** am 10\. und 11\. März in Berlin. [Mehr Themen der PEX entdecken](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com) ### „Das wäre in Deutschland der erste wirkliche Eingriff in die Zahlungslandschaft” URL: https://paymentandbanking.com/das-waere-in-deutschland-der-erste-wirkliche-eingriff-in-die-zahlungslandschaft/ Last updated: 2026-02-23T09:37:54.000Z *Horst Rüter ist Payment-Experte des EHI Retail Institutes. Im Interview spricht er über die Abhängigkeit der Händler von US-Systemen, wie Händler auf Wero blicken und ob der Digitale Euro Vorteile für sie bringen wird.* An einem regnerischen Mittwoch vor Karneval sitzt Horst Rüter in seinem Büro, schräg gegenüber vom Kölner Stadtgarten. Rüter fing hier, beim EHI Retail Institute, vor 35 Jahren an, zu Bezahltrends im Handel zu forschen. Seitdem hat sich viel getan: Das Bargeld verliert an Bedeutung, immer mehr verlagert sich in die Welt des Onlinehandels, Paypal hat sich in kurzer Zeit einen fetten Marktanteil erobert, genauso wie vorher schon Visa und Mastercard. Und mitten in diesem Kosmos gibt es ja auch noch die Girokarte. Bevor Rüter in diesem Jahr in den Ruhestand geht, spricht er anlässlich unserer Handelswoche über Trends, Machtverschiebungen und die offenen Baustellen im Zahlungsverkehr. ## **Herr Rüter, die neuen Zahlen der Girocard zeigen, dass die Umsätze mit diesem Zahlungsmittel kaum noch wachsen. Machen sich die Händler Sorgen?** Zunächst kann man feststellen, dass die Girocard nach wie vor die mit Abstand beliebteste und meistgenutzte Bezahlart im Handel ist. Das hat sich auch im vergangenen Jahr nicht geändert – und ja, die Sorge besteht, denn Händlern ist aus verschiedenen Gründen die Girocard am liebsten. Wir befragen sie Jahr für Jahr nach den für sie wichtigsten Bausteinen für erfolgreiche Zahlungssysteme. Die entscheidenden Kriterien sind Schutz vor Betrug, Datensicherheit, Geschwindigkeit und Investitionssicherheit. Das bedeutet, dass sich die Anschaffungskosten für Geräte, Systeme und Infrastruktur auch rechnen. Und dann gibt es natürlich die Frage der Kosten. In allen Kategorien schneidet die Girocard gut oder am besten ab. ## **Trotzdem nehmen Mastercard und Visa dem System weiter Marktanteile ab. Warum?** Das liegt zum Großteil an den Debitkarten von Visa und Mastercard. Banken haben nach deren Einführung ihr Ausgabeverhalten geändert. Vor allem die Direktbanken haben sie ihren Kund\*innen schon fast aufgezwungen. Wer ein Konto bei ihnen eröffnete, bekam häufig erst eine Debitkarte angeboten und dann nur mit Glück und in den meisten Fällen gegen Aufpreis noch eine Girokarte. Jetzt wollen diese Bankkund\*innen ihre neuen Karten auch einsetzen. Aber: Die Akzeptanz dieser „New Debits“ ist für die Händler deutlicher teurer. ## **Was stört die Händler neben den höheren Kosten noch?** Die Abhängigkeit von US-Konzernen und die damit verbundene Frage der Datensicherheit: Wenn eine Zahlung über ein mobiles System von Apple, Pay Pal und Google abgewickelt wird, besteht immer die Gefahr, dass die Daten von Tech-Konzernen in den USA auf die Person zurückzuführen sind. Die große Befürchtung vieler Händler ist, dass die Tech-Konzerne in ein paar Jahren versuchen, diese Daten an sie zurück zu verkaufen, ihnen auf dieser Grundlage Angebote zu machen oder sich jedenfalls dadurch einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Der Girocard dagegen vertraut man. ## **Könnten die deutschen Banken, die hinter der Girocard stehen, nicht dasselbe machen?** Zahlungen mit der Girocard sind immer anonym. Die Händler können im besten Fall die IBAN und BIC einem Kaufbetrag und Warenkorb zuordnen. Eine Personalisierung und gezielte Kundenansprache ist hingegen nur über eigene Kundenbindungssysteme möglich. In diesem Fall haben die Kunden zudem ihr Einverständnis gegeben, da sie an Benefits interessiert sind. Die technische Infrastruktur wie Netzwerke und Terminals für die Akzeptanz der Girocard ist in den letzten Jahren aber immer internationaler geprägt. Möchte eine deutsche Bankengruppe bei Apple Pay mitmachen, muss auch sie eine Lizenzgebühr an Apple zahlen. Das schränkt die Möglichkeiten zur Kreativität erheblich ein. ## **Ist die Girocard damit noch konkurrenzfähig?** Die Girocard hat aufgrund der extrem großen Beliebtheit und Akzeptanz einen großen Vorsprung im Markt. Allerdings liegen auch die Schwächen auf der Hand: „New Debits“ sind absolut Omnichannel-fähig, können also problemlos und direkt auch im E-Commerce eingesetzt werden. Darüber hinaus sind sie fast so gut international einsetzbar wie echte Kreditkarten. Hier kommt die Girocard nur schwer oder gar nicht in die Gänge. Dazu kommt das Thema, wie die Girocard künftig im Verhältnis zu eigenentwickelten europäischen Lösungen als nationales Produkt einzuordnen ist. ## **Sie meinen Wero. Wie blicken Händler auf den Dienst?** Ich glaube, man sieht, dass die deutschen Händler mitmachen möchten. Das Problem ist, dass sie hauptsächlich stationäres Geschäft haben, während Wero zuerst als P-to-P-Lösung und dann im E-Commerce gestartet ist. Die European Payment Initiative (EPI), das Unternehmen hinter Wero, hat das erkannt und wird die Einführung im stationären Handel durchaus selbstbewusst vorziehen. Dass Wero an die Kassen kommt, ist der große Schritt für die deutschen Händler. Doch ein Risiko bleibt: Wenn Händler das Gefühl bekommen, dass das System nicht richtig ins Fliegen kommt, lassen sie die Finger davon – gerade, wenn sie die Implementierung etwas kostet. Dann treten die nötigen Netzwerkeffekte nicht auf, die das Henne-Ei-Problem lösen: Einerseits müssen es genug Händler akzeptieren, damit die Kund\*innen es nutzen. Andererseits müssen sich genug Kund\*innen bei Wero registriert haben und auch nutzen, damit es sich für Händler lohnt. ## **Was muss Wero dafür leisten?** Sich zunächst im E-Commerce beweisen. Dort läuft Wero in Deutschland langsamer an als in Frankreich, Belgien und in den Niederlanden, wo EPI sich mit dem bestehende Dienst Ideal, der bis 2027 in Wero überführt wird, eine Kund\*innen- und Händlerbasis verschaffen wird. Heutzutage ist der E-Commerce-Markt sehr gesättigt. Online-Kund\*innen haben eigentlich alles, was sie brauchen. Entscheidend wird sein, ob sie freiwillig von Pay Pal oder anderen beliebten Systemen zu Wero wechseln. Zunächst haben Händler wie Eventim Wero schon eingeführt, auch Decathlon, Lidl oder Rossmann haben signalisiert, dass sie mitmachen möchten. Ich rechne damit, dass noch einige Händler im ersten Halbjahr dazukommen werden. Vielleicht kann EPI sie mit guten Konditionen locken. ## **Kann Wero die Konditionen im Online-Handel für Händler insgesamt verbessern?** Universell einsetzbare Zahlungsarten sind natürlich ein Verhandlungsvorteil für Händler, vor allem gegen die Dominanz von Pay Pal, das hohe Kosten aufruft. Das Problem: Wero bringt nur dann Wettbewerb ins Online-Geschäft, wenn Händler diese Option nicht nur als Drohung nutzen, um bei anderen Anbietern niedrigere Kosten zu verhandeln, sondern sie auch nutzen. Was dagegen spricht, ist, dass die Konditionen von Wero deutlich über denen der Girocard liegen könnten. ## **Über allem steht noch der Digitale Euro. Die EZB betont immer wieder in Verlautbarungen, dass der viele Vorteile für die Händler haben würde. Kaufen Sie das ab?** Für den Händler ist jedes System vorteilhaft, was Kund:innen gegenüber einem für den Händler teureren System bevorzugt. Wir sind gespannt, ob der Digitale Euro das leisten kann. Allzu viel wissen wir darüber noch nicht. Neben der Frage, was die Händler die technische Umsetzung kostet, ist bei dem Projekt vor allem eine Frage offen: Wie kriegt man die Leute dazu, es zu nutzen? Eine mögliche Antwort: Man könnte die Händler dazu verpflichten, den digitalen Euro zu akzeptieren. ## **Ein Problem für die Händler?** Das wäre in Deutschland der erste wirkliche Eingriff in die freie Zahlungslandschaft, seit ich vor 35 Jahren im EHI angefangen habe. Bisher haben sich die Zahlungsarten hierzulande immer demokratisch und marktwirtschaftlich entwickelt. Privatwirtschaftliche und öffentliche Projekte treten jetzt möglicherweise in den Wettbewerb – sie haben den gleichen Gedanken und das gleiche Anliegen. Wir werden sehen, ob und gegebenenfalls mit welchem Druck der Markt zwei europäische Bezahlsysteme verträgt. **Vielen Dank für das Gespräch!** *Wie blickt der Handel auf das Thema Payment, wird Agentic Commerce der neue Heilsbringer und wie steht es um den Digitalen Euro, Wero und die EUDI Wallet? Darüber – und über viele weitere Themen – wollen wir nicht nur in dieser Handelswoche sondern auch auf der PEX26 am 10\. und 11\. März in Berlin diskutieren. Sichert Euch jetzt noch Tickets. [Hier geht’s zum Programm](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com).* ### AI in Finance: Kapital, Kontrolle und KI auf Steroide URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-kapital-kontrolle-und-ki-auf-steroide/ Last updated: 2026-02-23T05:47:26.000Z *In Folge 4 von AI in Finance geben Sascha und Maik mal wieder ein News-Update. Kein Gast, dafür ein dichter Überblick über Marktbewegungen, neue Interfaces, Sicherheitsfragen und Regulierung. Der rote Faden: KI verschiebt sich vom Experimentierfeld zum strategischen Fundament. Technologisch, wirtschaftlich und politisch.* ## **OpenClaw: Agent statt Chatbot** Eine zentrale Personalie: Peter Steinberger, Entwickler von OpenClaw, wechselt zu OpenAI und soll dort an persönlichen KI-Agenten arbeiten. Das unterstreicht die strategische Ausrichtung weg vom reinen Modellanbieter hin zu agentischen Systemen, die aktiv handeln können. Parallel sorgt eine mögliche Finanzierungsrunde von bis zu 100 Milliarden US-Dollar für Aufmerksamkeit. Eine Bewertung im Bereich von 850 Milliarden US-Dollar würde OpenAI in eine neue Dimension heben – noch vor einem möglichen Börsengang. Der Kapitalbedarf speist sich vor allem aus Infrastruktur: Rechenzentren, Chips, laufender Betrieb. Im Enterprise-Segment zeigt sich Differenzierung. OpenAI dominiert weiterhin klassische Chatbot- und Support-Anwendungen. Anthropic gewinnt an Bedeutung bei Softwareentwicklung und komplexen Datenanalysen – also dort, wo Qualität und Verlässlichkeit besonders entscheidend sind. KI-Budgets großer Unternehmen steigen deutlich schneller als erwartet. Gleichzeitig wird KI immer stärker sicherheitspolitisch relevant. Anthropic positioniert sich restriktiv gegenüber militärischen Anwendungen. Berichte über indirekte Nutzung über Integratoren wie Palantir verdeutlichen jedoch, wie sich Verantwortung zwischen Modellanbieter und Systemintegrator verschiebt. ## **Interfaces im Umbruch: Silent Speech, soziale Netzwerke und Video-KI** Apple sorgt mit dem Kauf eines Unternehmens im Bereich „Silent Speech“ für Aufmerksamkeit. Die Idee: Sprache oder Intention über minimale Gesichts- und Lippenbewegungen zu erkennen – ohne hörbare Stimme. Das deutet auf neue Interaktionsformen jenseits von Touch und klassischer Spracheingabe hin. OpenAI prüft laut Berichten den Aufbau eines eigenen sozialen Netzwerks mit „Proof of Personhood“. Zugang gäbe es nur für verifizierte Menschen, potenziell über biometrische Verfahren. Neben Bot-Abwehr steht dabei auch die Frage nach exklusiven Trainingsdaten im Raum. Auch bei der Medienproduktion verschiebt sich die Grenze. Ein chinesisches Modell sorgt mit realistisch wirkenden, längeren Video-Generierungen für Aufmerksamkeit. Perspektivisch könnten damit Werbe-, Film- und Content-Industrien unter erheblichen Veränderungsdruck geraten. ## **Sicherheit, Manipulation und Regulierung** Sicherheitsaspekte nehmen breiten Raum ein. Bei Microsoft 365 Copilot wurde ein Konfigurationsproblem bekannt, durch das auch vertraulich gekennzeichnete Inhalte in bestimmten Ordnern zugänglich waren. Der Vorfall zeigt, wie sensibel die Integration von KI in Unternehmensumgebungen ist. Forschungen zu autonomen Systemen verdeutlichen zudem, dass visuelle Hinweise – etwa manipulierte Schilder – KI-Modelle in Fahrzeugen oder Drohnen fehlleiten können. Vision-Language-Modelle reagieren auf sprachliche Signale im Bild teils stärker als auf Kontext. Im regulatorischen Kontext wird die deutsche Umsetzung des EU AI Act konkret. Die Bundesnetzagentur soll zentrale KI-Aufsichtsbehörde werden. Für Unternehmen bedeutet das klarere Zuständigkeiten – und steigende Anforderungen an KI-Governance. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ### itemary: Warum ein digitales Inventar plötzlich nach Impact, Community und Kooperation riecht URL: https://paymentandbanking.com/itemary-warum-ein-digitales-inventar-ploetzlich-nach-impact-community-und-kooperation-riecht/ Last updated: 2026-02-20T05:49:29.000Z Heute mal andersrum: Co-Host [Marvin Vortkamp ](https://www.linkedin.com/in/marvin-vortkamp-689aab196/?ref=paymentandbanking.com)wechselt in die Gastrolle als Co-Founder von [itemary](https://www.itemary.com/?ref=paymentandbanking.com). Transparenz-Hinweis: kein PR-Talk, sondern eine ehrliche Diskussion. „Inventar-App“ klingt erstmal nach Aufräumen. Nach der Folge klingt es eher nach: Wir besitzen zu viel, verlieren den Überblick und handeln zu selten, weil der Prozess nervt. itemary setzt genau da an: Gegenstände scannen, Inventar aufbauen, Struktur reinbringen. Nicht als Selbstzweck, sondern als Startpunkt, um Dinge weiterzugeben, zu verwerten, zu versichern oder im Ernstfall nachzuweisen. Und perspektivisch: gemeinsam mit Partnern echte Services daraus zu bauen. ## **Ein paar Thesen aus dem Gespräch und was das praktisch heißt** Inventar ist das „unsichtbare Vermögen“, über das kaum jemand spricht. Wir tracken Konten, Depots, Budgets. Aber was im Haushalt steckt, ist oft ein blinder Fleck. Bis es relevant wird: wenn etwas kaputt geht, wenn man umzieht, wenn man ausmistet, wenn man spenden will. Praktisch heißt das: Sobald das Inventar sichtbar wird, wird es handlungsfähig. Aus „ich hab irgendwo noch…“ wird „ich kann jetzt entscheiden“. Viele hätten Lust, Dinge zu verkaufen oder zu spenden. Sie tun’s nur nicht, weil der Weg dahin zu zäh ist: Fotos, Texte, Preise schätzen, Plattformen bedienen und Nachrichten beantworten. Und am Ende ist die To-do-Liste länger als der erzielte Erlös. Genau deshalb ist der „Scan first“-Ansatz so stark: Erst Klarheit schaffen, dann entscheiden. Praktisch heißt das: Wer Reibung entfernt, verändert Verhalten. Nachhaltigkeit wird erst groß, wenn sie alltagstauglich wird. Das war für mich einer der wichtigsten Punkte: Kreislaufwirtschaft scheitert selten am Willen, sondern daran, dass sie sich im Alltag wie Zusatzarbeit anfühlt. itemary übersetzt das in einen simplen Schritt: scannen → Überblick → nächste Aktion. Praktisch heißt das: Wenn der Aufwand sinkt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Dinge wirklich weiter genutzt werden, statt im Keller zu altern. Community ist hier kein schmückendes Beiwerk – sondern der eigentliche Motor. Secondhand ist eigentlich sozial: Tipps, lokale Kreise, Empfehlungen, Vertrauen. Viele Plattformen sind aber reine Transaktionsmaschinen. Die Idee, Community stärker mitzudenken, ist deshalb nicht romantisch, sondern strategisch. Praktisch heißt das: Wenn Menschen nicht nur „verkaufen“, sondern Teil einer Bewegung werden, steigt Wiederkehr. Und plötzlich wird aus „einmal ausmisten“ ein regelmäßiger Rhythmus. Spannend wird es, sobald Partner andocken, weil Inventar ein Knotenpunkt ist. Und hier fängt es an, nach Banking und Insurance zu riechen: Ein digitales Inventar ist eine Grundlage, die in vielen Prozessen fehlt. Im Schadenfall etwa ist nicht die Police das Problem, sondern der Nachweis: Was war da eigentlich, und welchen Wert hatte es? Beim Umzug fehlt oft der Überblick über Menge und Wert. Beim Spenden fehlt die Verbindung zwischen Bedarf und Bestand. Und bei Nachlass/Haushaltsauflösung fehlt Struktur, wodurch Prozesse teuer und zäh werden. Das heißt, Inventar-Daten sind nicht „nice to have“, sondern ein Startpunkt für Services. Vor allem, wenn man sie nicht alleine, sondern über Kooperationen nutzbar macht. ## **Was jetzt zu tun ist (ganz konkret)** Als Privatperson: Lad’s runter und scan 10 Dinge. Nicht 200\. Nicht „ich mach das am Wochenende“. Zehn Dinge. Heute. Einmal anfangen, Gefühl bekommen, Struktur sehen. Und dann stell dir eine Frage: Was würdest du sofort anders machen, wenn dein Haushalt „sortierbar“ wird? Verkaufen? Spenden? Besser versichern? Wenn du beruflich Journeys baust: denk klein, aber starte. Wenn du beim Hören gedacht hast: „Das ist für unsere Kunden eigentlich total relevant“, dann ist das der Moment, nicht das Konzeptpapier zu schreiben, sondern einen Test zu definieren. Ein Pilot muss nicht groß sein. Er muss konkret sein. Zum Beispiel: ein schlanker Einstieg in einer Journey (Schaden / Nachweis / Umzug) oder ein Kooperationspfad, der Nutzer:innen echten Mehrwert gibt. Kurz: Lass testen. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/02/download_on_the_app_store_badge_de_rgb_blk_092917.png)](https://apps.apple.com/de/app/itemary/id6756851939?l=en-GB&ref=paymentandbanking.com) [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/02/getitongoogleplay_badge_web_color_german.png)](https://play.google.com/store/apps/details?id=com.itemary.mobile&ref=paymentandbanking.com) ## **Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören** Marvin gibt Einblicke in die Gründergeschichte und dieses Mal eben aus der Gastrolle heraus. Du hörst, wie man überhaupt auf die Idee kommt, das Haushaltsinventar zu digitalisieren, was die Zwei daran wirklich antreibt und wie sich daraus Schritt für Schritt eine ### E-commerce Germany Awards 2026: Das sind die Gewinner im Payment-, Commerce- und Tech-Bereich URL: https://paymentandbanking.com/e-commerce-germany-awards-2026-das-sind-die-gewinner-im-payment-commerce-und-tech-bereich/ Last updated: 2026-02-19T08:44:32.000Z **Rund 300 Unternehmen, 12 Kategorien, eine Bühne in Berlin:** **Die E-commerce Germany Awards 2026 zeichnen die innovativsten Dienstleister im DACH-E-Commerce aus.** Am 17\. Februar 2026 wurden im Rahmen der E-commerce Berlin Expo die Gewinner der diesjährigen E-commerce Germany Awards (EGA) bekanntgegeben. Der Wettbewerb, der seit 2018 jährlich stattfindet, gilt als einer der wichtigsten Branchencases für E-Commerce-Serviceanbieter im DACH-Raum. Auch in diesem Jahr konkurrierten rund 300 Unternehmen in 12 Kategorien um die Auszeichnung. Im Fokus stehen Lösungen, die den E-Commerce-Markt nachhaltig prägen, Prozesse effizienter machen und neue Standards setzen – von Payment & Fintech über Logistik bis hin zu Analytics und Customer Experience. ## Die Gewinner 2026 im Überblick Die 1.-Platzierungen der E-commerce Germany Awards 2026: 1. **Platforms & Commerce Tools** – DynamicWeb 2. **Payment & Fintech** – NOVALNET AG 3. **Analytics & BI** – minubo GmbH 4. **Agency Showcase** – Smarketer Group 5. **Global Commerce & Expansion** – Kaufland Global Marketplace 6. **Logistics & Delivery** – Sendcloud 7. **Fulfillment & Optimization** – everstox 8. **Personalization & CX** – Luigi’s Box 9. **Communication & Engagement** – Brevo 10. **Multichannel & Marketplace Tools** – PlentyONE GmbH 11. **Sales & Marketing** – Productsup 12. **Omnichannel & Integration** – Workato Unter den Gewinnern finden sich sowohl etablierte internationale Player als auch spezialisierte Technologieanbieter. Besonders im Payment- und Fintech-Bereich konnte sich NOVALNET AG durchsetzen. ## Jury mit Branchenexpertise Die Auswahl der Sieger erfolgte durch eine Jury aus erfahrenen E-Commerce-Expert:innen. 2026 waren unter anderem Vertreter:innen von Fielmann, C&A, flaconi und MediaMarkt beteiligt. Bewertet wurden Innovationsgrad, Marktrelevanz und konkrete Mehrwerte für Händler und Marken. ## Plattform für Sichtbarkeit und Networking Die E-commerce Germany Awards bieten nicht nur eine Auszeichnung, sondern auch hohe Sichtbarkeit in der Branche. Die Verleihung findet traditionell im Rahmen der E-commerce Berlin Expo statt – einem der führenden Branchenevents in Europa. Mit der neunten Ausgabe unterstreicht der Wettbewerb seine Rolle als feste Größe im DACH-E-Commerce-Ökosystem. Die Einreichungsphase für die Awards 2027 startet im Dezember 2026. ### „Wenn alle abwarten, ob Wero erfolgreich wird, kann es nicht klappen” URL: https://paymentandbanking.com/wenn-alle-abwarten-ob-wero-erfolgreich-wird-kann-es-nicht-klappen/ Last updated: 2026-05-12T00:01:15.000Z *Fabian Mansfeld ist bei Wero dafür verantwortlich, neue Händler für die Bezahllösung zu begeistern. Im Interview spricht er erstmals über das bisherige Transaktionsvolumen des Projekts und skizziert, wie viel Marktanteil realistisch sind für Wero.* Fabian Mansfeld sitzt in der realen Welt vor einem Fenster, die Jalousie verdeckt es halb. In der virtuellen Welt aber sitzt er in einem bunten Raum, einem Hintergrund gespickt mit viel Gelb, der Farbe seines Arbeitgebers: Wero. Seit 2021 ist der ehemalige Deutsche-Bank-Manager bei der dahinter stehenden EPI beschäftigt und ist dort dafür zuständig, neue Händler für Wero zu gewinnen. Für ihn ist der Job eine „Once in a lifetime”-Chance. Immerhin ist er Payment-Nerd, hat den Zahlungsverkehr bei Zalando auf und den bei Sixt entscheidend ausgebaut. Bei Wero nun will der 46-Jährige das Kunststück vollbringen, das Henne-Ei-Problem zu lösen und Händler vom Angebot zu überzeugen, ohne dass schon 80 Millionen Deutsche die App gerne und häufig nutzen. ## **Herr Mansfeld, Sie sind für die Akzeptanz von Wero im Handel zuständig. Wie viele haben Sie mittlerweile begeistert?** Das Interesse seitens des Handels ist sehr gut. In nur knapp zwei Monaten sind mittlerweile über 200 Händler mit Wero bereits live gegangen, zum Beispiel Eventim, VeePee, der Shop des 1\. FC Kaiserslautern und tedox. Darunter sind auch viele große Händler und viele andere haben angekündigt, auch mit Wero live zu gehen, beispielsweise dm, Decathlon, CeWe, Lidl und Zooplus. ## **200 sind aber nicht so viele. In Deutschland gibt es hunderttausende E-Commerce-Händler. Auch viele große wie Amazon fehlen. Woran hakt es?** Wir sind mit unglaublich vielen Händlern im Gespräch, aber es braucht seine Zeit. Meistens reden wir mit dem Payment-Manager, der muss das bei internationalen Firmen wiederum mit dem DACH-Manager besprechen, dann braucht es ein Budget und schließlich muss das ganze Projekt auch noch umgesetzt werden. Viele, die auf Wero schauen, vergessen, dass die Einführung eines neuen Bezahlverfahrens lange dauert. Die Implementierung von Zahlungsmethoden ist ein Prozess, der nicht über Nacht vonstatten geht – und Wero gibt es erst seit zwei Monaten im Online-Handel. Vor diesem Hintergrund verläuft die Markteinführung bislang genau nach unseren Erwartungen, und die bisherigen Fortschritte sind für einen so kurzen Zeitraum durchaus beachtlich. ## **Wenn Sie auf Händler zugehen: Was sagen die dann zu Ihnen?** Erst einmal ist das Interesse sehr groß. Wir sind viel günstiger als US-Unternehmen wie PayPal oder Kreditkartenfirmen wie Visa oder Mastercard. Außerdem sind wir unabhängiger von Big Tech. Das finden viele erst einmal interessant. Aber wir sehen auch das Problem, das einige sagen: Wir warten erst einmal ab, ob Wero wirklich erfolgreich wird und dann implementieren wir das auch. Diese Händler werden dann erst 2027 implementieren. ## **Für sie dürfte das frustrierend sein.** Es ist einfach ein Henne-Ei-Problem: Wenn alle abwarten, ob Wero erfolgreich wird, kann es nicht klappen. Hier ist es essenziell, dass Händler nicht passiv bleiben, denn wer aktiv mitgestaltet, gewinnt auch. Es braucht immer ein paar Pioniere. Das haben wir bei anderen Verfahren früher auch gesehen. Wir bieten Händlern jetzt schon ein attraktive Basis: wir haben jetzt mehr als 50 Millionen Kunden – über sechs Millionen davon in Deutschland – und dieses Jahr starten wir auch in Frankreich und Belgien im E-Commerce. Darüber hinaus beginnt in den Niederlanden bald die Migration von iDeal zu Wero – inklusive der damit 240.000 verbundenen Händler und Nutzer. Das wird uns einen enormen Schub geben. ## **Irgendwann brauchen Sie eine kritische Masse an Händlern. Was ist Ihr Ziel?** Mein persönliches Ziel ist es, dass wir bis Ende 2026 ungefähr 50 der Top-100-Händler aus der EHI-Liste implementiert haben. Dann wären wir sehr relevant. Hinzu kommen natürlich tausende kleine Händler, die live gehen, sobald die jeweiligen Acquirer mit Ihren Massenprodukten an den Start gehen. Das wird noch dieses Jahr passieren. ## **In der Top-100-Liste sind auch viele amerikanische Firmen wie Apple oder Amazon. Wissen die überhaupt, was Wero ist?** Es gibt irre großes Interesse von US-Unternehmen, schon allein, weil wir ja nicht nur in Deutschland, sondern bald ganz Europa aktiv sind. Die schauen natürlich auch stark auf die Preise und da sind wir im Mix sehr günstig. Außerdem haben wir viele Zusatzfunktionen früh mitgedacht. Die wissen, dass wir das ernst meinen und reden auch gern mit uns. Dort sind die Abstimmungsprozesse aber natürlich auch lang. ## **Händler anschließen ist das eine, Transaktionsvolumen das andere. Wie viel läuft heute über Wero im E-Commerce?** Offizielle Zahlen dazu geben wir noch nicht raus. Wenn wir aber sehen, dass wir bisher insgesamt 14 Milliarden Euro prozessiert haben, ist der Anteil von P2P-Zahlungen, also Geld versenden an Freunde, der Hauptanteil. E-Commerce geht noch unter. Aber wie gesagt: Wir dürfen nicht vergessen, dass wir erst 200 Händler freigeschaltet haben und wir erst seit zwei Monaten am Markt sind. ## **In Deutschland laufen fast 30 Prozent aller Online-Transaktionen über PayPal. Wie viel Anteil wollen Sie Ende des Jahres erkämpft haben?** Als ich im Handel tätig war, galt eine Bezahlmethode als signifikant wichtig, wenn fünf bis 10 Prozent aller Einkäufe darüber getätigt wurden. Ich denke, wir können das bis 2030 auf jeden Fall erreichen. ## **Viele Menschen bemängeln, dass es keinen Käuferschutz gibt. Stimmt das?** Natürlich bieten wir unseren Kunden einen umfassenden Käuferschutz. Wer heute keinen Käuferschutz hat, geht unter im Markt. Jede Zahlung, die jetzt über Wero abgewickelt wird, ist also schon geschützt. Allerdings müssen wir das im Design noch einführen, sowohl in der Wallet als auch bei einigen Banken. Das kommt aber zeitnah. ## **In diesem Jahr soll es auch an die Ladenkasse gehen. Was versprechen Sie sich davon?** Für mich ist der Einstieg am POS deutlich spannender als der E-Commerce. Wir sehen, dass das Interesse der Händler an unseren In-Store Lösungen wie zum Beispiel QR-Codes und NFC sehr groß ist. Auch das Volumen im Offline-Handel ist viel größer als online und wenn wir dort Fuß fassen, werden wir auch nochmal einen Schwung bekommen. Die ersten Händler werden das noch im ersten Halbjahr pilotieren. ### KI-Regulierung in der Praxis: Was die Aufsicht zu KI im Finanzsektor wirklich sehen will URL: https://paymentandbanking.com/ki-regulierung-in-der-praxis-was-die-aufsicht-zu-ki-im-finanzsektor-wirklich-sehen-will/ Last updated: 2026-02-18T06:56:29.000Z Annerton-Rechtsanwältin Josefine Spengler erklärt im „Alles Legal“-Podcast, wie Aufsichtsbehörden heute auf KI-Systeme im Finanzsektor schauen und warum Governance zur zentralen Managementfrage wird. In Teil 2 unserer Reihe zu „AI in Finance“ geht es um die Praxis: Wie prüft die Aufsicht KI konkret? Und worauf müssen sich Banken und Zahlungsdienstleister einstellen? Dana Wondra und Josefine Spengler beleuchten, warum KI regulatorisch keine Sonderwelt bildet, sondern konsequent in bestehende Aufsichtsstrukturen eingeordnet wird. Zentraler Punkt: Für die Aufsicht ist KI kein Innovationsprojekt, sondern zunächst ein IT- bzw. IKT-System mit besonderen Risiken. Entsprechend wird sie unter bestehenden Rahmenwerken geprüft – insbesondere unter DORA. Entscheidend ist nicht, *ob* KI eingesetzt wird, sondern *wie* sie organisatorisch eingebettet, überwacht und gesteuert wird. In Prüfungen stehen deshalb sehr grundlegende Fragen im Fokus: Wer trägt Verantwortung für KI-gestützte Entscheidungen? Wie wird das Modell entwickelt und validiert? Wie wird es überwacht? Und wie lassen sich Entscheidungen erklären? Governance, Nachvollziehbarkeit und Kontrollierbarkeit rücken damit stärker in den Mittelpunkt als technische Leistungskennzahlen. Besonders komplex wird es dort, wo DORA und der EU AI Act gleichzeitig wirken. Während DORA operative Resilienz, Risikomanagement und Drittparteiensteuerung adressiert, verfolgt der AI Act einen risikobasierten Ansatz mit Anforderungen an Transparenz, Dokumentation und menschliche Aufsicht. Für Institute bedeutet das: KI-Governance darf nicht in Silos organisiert werden. Wer regulatorische Anforderungen getrennt behandelt, riskiert Parallelstrukturen statt eines integrierten Steuerungsmodells. Internationale Diskussionen – unter anderem auf OECD-Ebene – zeigen zudem, dass weniger neue Regeln das Problem sind, sondern deren Anwendung auf dynamische, komplexe Systeme. Die Aufsicht entwickelt sich daher weiter: weg von reinen Momentaufnahmen, hin zu laufender Überwachung und stärker dialogorientierten Prüfungen. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) Fazit: Die Zukunft der KI-Regulierung entscheidet sich nicht im Gesetzbuch, sondern in der praktischen Steuerbarkeit. KI ist kein reines IT-Thema mehr, sondern eine Managementfrage. Wer sie einsetzt, muss erklären können, wie Entscheidungen zustande kommen, wie Risiken überwacht werden und wie im Zweifel eingegriffen wird. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### „Die beste Technologie nützt nichts, wenn man sie nicht intern verkaufen kann“ URL: https://paymentandbanking.com/die-beste-technologie-nuetzt-nichts-wenn-man-sie-nicht-intern-verkaufen-kann/ Last updated: 2026-02-17T08:32:03.000Z Carmen Honacker ist Betrugsberaterin bei Risk Ident. Im Interview spricht sie über digitale Identitäten, Bürokratie als Innovationsbremse und warum Fraud Prevention viel Überzeugungsarbeit braucht. ## ***Wer bist Du und was machst Du?*** Ich bin eine Brückenbauerin zwischen Kontinenten, Kulturen und komplexen Herausforderungen. Als US-Amerikanerin in Europa habe ich gelernt, unterschiedliche Perspektiven zu verbinden. Menschen kommen zu mir, wenn sie nicht weiterwissen. Wenn Standard-Antworten nicht reichen. Wenn sie jemanden brauchen, der zuhört, mitdenkt und die richtigen Lösungen – oder die richtigen Leute – findet. Mit fast 20 Jahren Erfahrung in der Betrugsprävention bei internationalen Großkonzernen habe ich gelernt: Die beste Technologie nützt nichts, wenn man sie nicht intern verkaufen kann. Sales sieht Fraud Prevention oft als Umsatzbremse, Marketing fürchtet um die Conversion Rate, und Executives wollen nicht investieren. Hier braucht man nicht nur technisches Know-how, sondern vor allem Diplomatie und Kontakte zu Menschen, die ähnliche Kämpfe bereits gewonnen haben. ## ***Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?*** 55 Euro! Aber auch nur, weil ich Bargeld für meinen Friseur gebraucht habe. Sonst ist die Antwort für diese Frage eigentlich immer Null. ## ***Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?*** Durch Zufall und einen verzweifelten VP bei Yahoo. Ich war Managing Editor für die „unbeliebten“ Kategorien wie Adult und Gambling, als wir 2007 plötzlich auf Visas Excessive Chargeback Program landeten. Nach den Weihnachtsferien sagte mein Chef: „Carmen, you’re doing fraud prevention now.“ Ich: „But I know nothing about fraud!“ Er: „You’ll learn.“Und das tat ich. Ich baute Yahoos erste Fraud-Abteilung auf, vernetzte mich bei meiner ersten Merchant Risk Council Conference und als Yahoo 2009 unterging, vermittelte mich ein Kontakt aus der Gaming-Branche direkt weiter. ## ***Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?*** Weg von „das haben wir schon immer so gemacht” hin zu datengetriebenen, intelligenten Entscheidungen. Ich erlebe oft, dass Bürokratie und festgefahrene Prozesse Innovation im Keim ersticken. Dabei haben wir heute Technologien und Daten, die es uns ermöglichen, viel präziser und effizienter zu arbeiten, wenn wir den Mut haben, alte Zöpfe abzuschneiden. ## ***Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?*** Definitiv Revolution, aber vielleicht nicht immer dort, wo man es vermutet. Die echte Revolution liegt weniger in der Technologie selbst, als darin, wie Fintechs User Experience radikal neu gedacht haben. Sie haben gezeigt, dass Banking und Payments einfach, intuitiv und sogar angenehm sein können. ## ***Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?*** Zwei Dinge: Erstens würde ich endlich eine funktionierende digitale Identitätslösung durchsetzen,sicher und benutzerfreundlich.Zweitens: radikaler Bürokratieabbau. Die regulatorischen Hürden für neue Lösungen sind oft so komplex und zeitaufwendig, dass Innovation im Keim erstickt wird. Wir brauchen klare, praktikable Standards statt endloser Formulare und Prozesse. Sicherheit ja, aber nicht um den Preis, dass wir uns selbst lahmlegen. ## ***Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.*** Privat bin ich Autorin, die über Neurodivergenz und persönliche Transformation schreibt und Hundemama von zwei vierbeinigen Begleitern, mit denen ich jeden Morgen fünf Kilometer spazieren gehe. Meditation und Achtsamkeit sind auch Dinge, die ich jeden Tag praktiziere. ## ***Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?*** Mit der Debitkarte oder dem iPhone. ## ***Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?*** N26, Fidelity Investment, T. Rowe Price ## ***Worauf freust du dich in Bezug auf die PEX?*** Ich freue mich darauf, die neuesten Innovationen aus dem DACH-Gebiet zu hören und den Austausch mit Payment- und Finance-Experten zu erweitern. Als jemand, der sonst primär in der Fraud Prevention Community unterwegs ist, schätze ich die Gelegenheit, über den Tellerrand zu schauen und neue Perspektiven kennenzulernen. Und natürlich bin ich gespannt, welche neuen Payment-Trends sich abzeichnen. Denn diese bringen oft auch neue Herausforderungen in der Betrugsprävention mit sich. Je früher wir verstehen, wohin sich die Branche entwickelt, desto besser können wir uns vorbereiten. ### KI im Banking-Backoffice: Effizientere Prozesse bei Pfändung und Insolvenz URL: https://paymentandbanking.com/ki-im-banking-backoffice-effizientere-prozesse-bei-pfaendung-und-insolvenz/ Last updated: 2026-02-16T07:57:27.000Z **Frontends sind digital – doch im Backoffice herrscht oft noch manuelle Schwerstarbeit. Kevin Hackl spricht im Podcast mit Porters-Gründer Konstantin Kotulla über KI-native Prozessauslagerung im regulierten Banking.** Mit seinem frisch gegründeten Venture Porters adressiert Konstantin Kotulla (früher verantwortlich für Growth bei Upvest) einen zentralen Engpass im modernen Banking. Während die Benutzeroberflächen vieler Finanzdienstleister heute nahtlos funktionieren, hinkt die Effizienz im Backoffice oft hinterher – insbesondere bei regulatorisch komplexen und arbeitsintensiven Prozessen wie Kontopfändungen oder dem Insolvenzmanagement. Wir schauen mit Konstantin hinter die Kulissen eines AI-native Outsourcing Partners, der diese operativen Hürden durch den Einsatz von KI systematisiert und Banken dabei unterstützt, regulatorische Risiken in skalierbare Prozesse zu überführen. Wir beleuchten wir, warum klassische Auslagerungsprozesse und bisherige Automatisierungsansätze heute oft an ihre Grenzen stoßen, wenn Dokumente unstrukturiert und rechtliche Anforderungen komplex sind. Wie das technische Setup von Porters konkret aussieht, welche Wachstumschancen jenseits des Themas Pfändungen bestehen und wie Konstantin grundsätzlich auf das Potenzial und Marktumfeld von „AI in Finance“ blickt, erfahrt ihr in diesem Gespräch mit dem frisch gebackenen Gründer. Viel Spaß beim Hören! ### Warum der ETF-Boom viele Fondsanbieter unter Druck setzt URL: https://paymentandbanking.com/warum-der-etf-boom-viele-fondsanbieter-unter-druck-setzt/ Last updated: 2026-02-13T06:05:55.000Z **ETFs wachsen. Klassische Publikumsfonds verlieren an Relevanz. Im Podcast mit André Bajorat erklärt NaroIQ-Co-Founder Chris Puellen, warum viele Asset Manager strukturell im Nachteil sind und was sich im Markt gerade verschiebt.** Der ETF ist längst kein Nischenprodukt mehr. Während klassische Publikumsfonds nur einmal täglich bepreist werden, sind ETFs kontinuierlich über die Börse handelbar. In einer Welt, die Echtzeit gewohnt ist, wirkt das alte Modell zunehmend aus der Zeit gefallen. Das zeigt sich auch in den Zahlen: Immer mehr Depots entstehen bei Neobrokern und Direktbanken und dort dominieren ETFs. Wer als Fondsanbieter keinen ETF anbieten kann, ist in diesen Vertriebskanälen faktisch ausgeschlossen. Das Problem ist weniger die Idee eines ETFs als die Umsetzung. Zwischen Kapitalverwaltungsgesellschaft, Market Maker, Börse und Verwahrstelle entsteht ein technisches und regulatorisches Geflecht, das viele Häuser nicht selbst aufbauen wollen oder können. Hier setzt NaroIQ an: Das Unternehmen stellt die notwendige Infrastruktur bereit, damit Kapitalverwaltungsgesellschaften ETFs anbieten können, ohne ihre gesamte Wertschöpfungskette auszulagern. Reguliert durch die BaFin, agiert das Team als technologische Schnittstelle im Hintergrund, ohne selbst Fondsanbieter zu sein. Im Gespräch wird deutlich: Der ETF-Boom ist kein kurzfristiger Trend. Vielmehr steht der Markt vor einer strukturellen Verschiebung. Weniger Produkte insgesamt, aber deutlich mehr ETFs. Gerade mit Blick auf die geplante Reform der privaten Altersvorsorge könnte sich diese Entwicklung weiter beschleunigen. Banken, Asset Manager und Plattformen müssen sich daher fragen, welche Rolle ETFs künftig in ihrer eigenen Strategie spielen sollen. Oder anders gesagt: Der Wandel findet statt – die Frage ist nur, wer ihn aktiv mitgestaltet. ### Ohrfeige für Western Union Retail Services: Was die Maßnahmen der Bafin wirklich bedeuten URL: https://paymentandbanking.com/ohrfeige-fuer-western-union-retail-services-was-die-massnahmen-der-bafin-wirklich-bedeuten/ Last updated: 2026-05-12T00:01:16.000Z Die Finanzaufsicht greift bei einem Zukauf des US-Unternehmens hart durch. Das wirft eine entscheidende Frage auf: Wusste Western Union beim Kauf der Firma um die Probleme mit der Bafin? Es war eine Nachricht, die mal wieder nur die Spezialisten aufgegriffen haben. Dabei hat das von der Bafin angekündigte Maßnahmenpaket gegen die „Western Union Retail Services Germany GmbH” ordentlich Wumms. Denn was wie ein routinemäßiger Compliance-Check begann, endete mit einem vernichtenden Urteil: Gravierende Mängel bei der Geldwäsche-Prävention, katastrophale Defizite in der Geschäftsorganisation und ein System, das Kriminellen Tür und Tor öffnet. Die Western Union Retail Services Germany GmbH – ehemals unter dem Namen Ucambio Exchange & Money Transfer bekannt – muss deshalb nun ein ganzes Maßnahmenpaket über sich ergehen lassen. So eine Hiobsbotschaft dürfte für Western Union auch gerade deshalb nervig sein, weil sie die Ucambio Exchange laut deren Jahresbericht erst im Frühjahr 2025 gekauft hat. Bis dahin hatte die Firma, die bis dahin zur Unicâmbio Instituição de Pagamentos S.A. mit Sitz in Portugal gehörte, in Deutschland mehr als 30 Standorte in größeren deutschen Städten und vor allem zwei Kerngeschäftsfelder: Geldtransfer und [Währungsumtausch](https://www.northdata.de/?id=6013937145085952&ref=paymentandbanking.com). Doch schon 2024 kämpfte Ucambio mit „stagnierenden Einnahmen aus dem Money Transfer Geschäft”, wie es im Jahresabschluss von 2024 heißt und wie sich auch aus den Zahlen ablesen lässt. So stand am Ende des Jahres ein Jahresfehlbetrag von 74.000 Euro zu Buche, im Vorjahr war es noch ein kleiner Überschuss von 161.000 Euro. Aufgrund dieser Entwicklung sei das Mutterhaus Ende des Jahres 2024 in Verhandlung mit Western Union hinsichtlich eines Verkaufs getreten. „Am 02\. April 2025 wurde der Kaufvertrag unterzeichnet, für den finalen Übergang ist noch die Zustimmung der Bafin notwendig, die gegen Mitte des Jahres erfolgen wird”, hieß es damals. Der Verkauf ging am Ende über die Bühne, [Eigentümer ist](https://www.northdata.de/?id=6674235453603840&ref=paymentandbanking.com) nun die [Western Union Holding mit Sitz in ](https://www.northdata.de/?id=6682784843956224&ref=paymentandbanking.com)Irland. [Anfang Dezember 2025](https://www.northdata.de/?id=5566063642935296&ref=paymentandbanking.com) wurde die Firma dann in die „Western Union Retail Services Germany GmbH” umbenannt. Nur wenige Tage später wurde die Anordnungen der BaFin bestandskräftig, mit dem nonchalanten Hinweis: Diese Maßnahmen gelten [ungeachtet der Umbenennung](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b%5FKWG%5F84%5FWpIG%5Fund%5F57%5FGwG/neu/meldung%5F2026%5F02%5F05%5Fwestern%5Funion%5Fretail%5Fservices%5Fgermany.html?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com). Was derweil offen bleibt an dieser Stelle: Wusste Western Union von der Sonderprüfung und womöglich auch den Ergebnissen schon beim Kauf? Und falls ja: Warum hat man das Unternehmen dann trotzdem gekauft? Und falls nein: Warum ist so etwas nicht in der Due Diligence aufgefallen? Das beantwortete Western Union auf Anfrage von *Payment & Banking* nicht im Detail. Ein ausführliches Statement schickte ein Sprecher erst am späten Abend. Wir haben das nachträglich unten eingefügt. ## **Die Ergebnisse der Sonderprüfung sind hart** Zu den nun umzusetzenden Maßnahmen gehört beispielsweise, dass die Firma in Deutschland keine neuen Zweigstellen mehr eröffnen darf, jedenfalls nicht ohne die vorherige Zustimmung der Bafin. Hinzu kommt das, was alle Finanzfirmen fürchten wie hassen: Die Western-Union-Tochter bekommt einen Sonderbeauftragten an die Seite gestellt. Dieser Finanzaufpasser wird kontinuierlich Bericht erstatten, kontrollieren und die Verantwortlichen im besten Fall so lange nerven, bis diese ihre Hausaufgaben gemacht haben. Gerade weil so ein Sonderbeauftragter sehr genau hinschaut und sein Mandat sich gerne auch mal verlängert, wird er in der Szene arg gefürchtet. Auch bei der Western Union Retail Services dürfte das zu Dauerbeobachtung führen. Hervorgegangen sind die heftigen Maßnahmen aus einer Sonderprüfung, deren Ergebnis sich liest wie ein Horrortrip eines Compliance-Officers: Das Institut verfügt demnach weder über ein vollständig funktionierendes Risikomanagement, noch über ein angemessenes System zur Überwachung verdächtiger Transaktionen und auch nicht über eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation. Viele der Mängel betreffen zudem die internen Sicherungsmaßnahmen oder die Sorgfaltspflicht bei der Überprüfung der Kunden, also genau die Bereiche, die eigentlich Geldwäsche und andere Delikte dieser Art verhindern sollen. ## **Die Bafin greift bei Geldwäsche-Problematiken immer härter durch** Western Union ist mit seinen Geldwäsche-Problematiken natürlich kein Einzelfall. Im Gegenteil: Die BaFin intensiviert ihre Kontrollen in dem Bereich zuletzt massiv. Das haben diverse Banken, aber auch Fintechs und Payment-Anbieter gespürt, darunter Solaris oder N26\. Und auch 2026 dürfte es in diese Richtung weitergehen. Denn die Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist eines von sechs Fokusfeldern, auf das sich die Bafin dieses Jahr stürzen will. Besonders im Bereich Krypto sieht die Aufsicht eine große Baustelle, daneben will sie verstärkt auf Präventionsmaßnahmen zur Terorrismusfinanzierungen schauen und urteilt insgesamt: „Um Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung noch besser zu verhindern, müssen die Kontrollen wirksamer und die Präventionssysteme der Unternehmen besser werden.” Western Union darf sich genau daran versuchen und offenbar ist man da bester Dinge. Immerhin prognostiziert die Firma über den Verkauf selbst, dass „Ucambio” vom umfassenden Know-How-Transfer profitieren werde und schreibt in den Geschäftsbericht:[ „Dies führt](https://www.northdata.de/?id=6013937145085952&ref=paymentandbanking.com) in der Regel zu einer Professionalisierung in Bereichen wie Compliance, IT, Human Ressource oder Reporting.” Zumindest in einem von vier Feldern wäre Western Union über baldige Besserung wohl glücklich. Wohingegen eine andere Prognose schon einmal nicht zutrifft. Denn ebenfalls im Jahresabschluss heißt es, dass sich die Konzernangehörigkeit positiv auswirke. „Die internationale Bekanntheit von Western Union verleiht Ucambio zusätzliche Glaubwürdigkeit – bei Kunden ebenso wie bei Geschäftspartnern und Aufsichtsbehörden.“ In die eine Richtung mag das vielleicht noch stimmen. Aber ob Western Union wirklich glücklich darüber ist, nun mit solchen Problemen assoziiert zu werden? Western Union teilte auf Anfrage mit: „Western Union setzt sich uneingeschränkt dafür ein, den Missbrauch seiner Dienste für Geldwäsche oder andere illegale Aktivitäten zu verhindern. Compliance ist ein Grundpfeiler unserer Geschäftstätigkeit und eine Verantwortung, die wir in allen Märkten, in denen wir tätig sind, äußerst ernst nehmen. Im Rahmen dieser Verpflichtung arbeiten wir bereits an der Umsetzung der von der BaFin angeordneten Maßnahmen. Wir werden eng mit dem Sonderbeauftragten zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass die Compliance-Maßnahmen ordnungsgemäß umgesetzt und überwacht werden.“ ### KI im Finanzsektor: Warum Aufsicht und Governance jetzt entscheidend werden URL: https://paymentandbanking.com/ki-im-finanzsektor-warum-aufsicht-und-governance-jetzt-entscheidend-werden/ Last updated: 2026-02-11T06:34:13.000Z Künstliche Intelligenz ist im Finanzsektor längst kein Experiment mehr, sondern wandert in zentrale Prozesse wie Kreditentscheidungen, Fraud Detection und Compliance. Im Podcast „Alles Legal“ erklärt Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-Recht Josefine Spengler, warum damit auch Regulierung und Aufsicht immer stärker in den Mittelpunkt rücken. Künstliche Intelligenz ist gerade überall – doch im Finanzsektor bekommt die Debatte eine besondere Schärfe. In der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Josefine Spengler (Annerton) darüber, warum KI für Banken und Zahlungsdienstleister inzwischen unverzichtbar geworden ist und weshalb ihr Einsatz gleichzeitig sofort eine Governance- und Aufsichtsfrage aufwirft. Josefine Spengler macht deutlich: Der entscheidende Punkt ist weniger, dass KI technologisch neu wäre, sondern dass sie inzwischen in Bereichen ankommt, die das Herzstück regulierter Finanzunternehmen bilden. Dort, wo Entscheidungen getroffen werden, die Risiken steuern, Kunden betreffen und letztlich Vertrauen in das Finanzsystem sichern müssen, verändert KI nicht nur einzelne Abläufe, sondern ganze Entscheidungslogiken. ## **Von Effizienztool zu Kerninfrastruktur** Dass KI im Finanzsektor gerade jetzt strukturell wird, hat mehrere Gründe. Zum einen ist die Technologie deutlich stabiler und produktiv einsetzbar geworden. Zum anderen stehen Institute unter massivem Druck: steigende Kosten, zunehmende regulatorische Anforderungen und ein Wettbewerb, der längst nicht mehr nur von klassischen Banken ausgeht, sondern auch von datengetriebenen FinTechs und BigTechs. Gerade in einem Umfeld, in dem Prozesse hoch standardisiert und datenintensiv sind, entfaltet KI ihren Mehrwert besonders stark. Sie wird heute bereits in der Kreditprüfung eingesetzt, im Risikomanagement, im Transaktionsmonitoring oder bei der Betrugsprävention. Auch generative KI spielt zunehmend eine Rolle – vor allem unterstützend, etwa bei der Aufbereitung komplexer Compliance-Themen oder im Kundenservice. ## **Warum Regulierung so sensibel reagiert** Genau hier liegt auch der Grund, warum Aufsichtsbehörden beim Thema KI besonders aufmerksam sind. Denn KI bringt nicht nur Effizienzgewinne, sondern auch neue Risikodimensionen. Modelle arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten, Entscheidungen werden komplexer und häufig schwerer erklärbar. Fragen nach Transparenz, Verantwortlichkeit und Kontrollierbarkeit stehen plötzlich im Zentrum. Hinzu kommen Abhängigkeiten von Drittanbietern, die Nutzung sensibler Daten und die Herausforderung, dass Modelle sich über Zeit verändern können. Für regulierte Institute reicht es deshalb nicht, KI einmal einzuführen – sie muss dauerhaft überwacht, nachvollziehbar dokumentiert und organisatorisch sauber eingebettet werden. Der Podcast zeigt damit sehr klar: Regulierung ist in diesem Kontext nicht nur Begrenzung, sondern auch Voraussetzung dafür, dass KI im Finanzsektor überhaupt nachhaltig eingesetzt werden kann. Am Ende bleibt die zentrale Erkenntnis: Entscheidend wird sein, wie gut es gelingt, Innovation und Kontrolle so auszubalancieren, dass Effizienzgewinne möglich werden, ohne Stabilität und Vertrauen zu gefährden. **Jetzt Podcast hören – überall, wo es Podcasts gibt.** ### WealthAPI beruft Nicola Breyer in den Beirat URL: https://paymentandbanking.com/wealthapi-beruft-nicola-breyer-in-den-beirat/ Last updated: 2026-02-09T19:38:30.000Z Die Payment & Banking-Kolumnistin soll dem Open-Finance-Fintech als Expertin zur Seite stehen. Mit dem Schritt möchte sich WealthAPI für FIDA in Stellung bringen. Kurz vor der erwarteten Verabschiedung der Open-Finance-Verordnung FIDA durch die EU beruft der Anbieter von Daten- und API-Lösungen WealthAPI Nicola Breyer in seinen Beirat. Das Unternehmen hat das strategische Ziel, die eigene Marktposition im sich entwickelnden Open-Finance-Umfeld weiter auszubauen. Breyer soll das Unternehmen in der strategischen Ausrichtung auf FiDA unterstützen: „Mit der bevorstehenden FIDA-Regulierung steht unsere Branche vor einer tiefgreifenden und umfassenden Öffnung in Europa”, teilt André Rabenstein, CEO WealthAPI mit. Breyer werde die strategische Entwicklung von WealthAPI durch ihr Netzwerk und Wissen, auch im Bereich KI, weiter vorantreiben. FIDA zielt auf den Kernbereich des Unternehmens ab, den Datenaustausch über das reine Open Banking hinaus auf das breitere Spektrum des Wealth Managements auszuweiten. „WealthAPI nimmt in der deutschen und europäischen Wealth-Management-Landschaft eine Schlüsselrolle ein”, kommentiert Nicola Breyer ihre neue Aufgabe. Nicola Breyer arbeitete in Führungsrollen bei verschiedenen Finanzunternehmen, unter anderem bei OptioPay und PayPal. Bis 2024 war sie CEO und Managing Director beim Open-Finance-Unternehmen Qwist. Heute berät und investiert sie in Fintechs. WealthAPI ging aus dem Unternehmen Rentablo hervor, das 2014 von den Geschäftsführern André Rabenstein und Wolfram Stacklies gegründet wurde. Heute stellt das Unternehmen Finanztechnologie für Kunden wie ExtraETF, Finanzfluss, Fincite oder Onvista bereit, die Finanzdaten von etwa 3.500 angebundenen Banken und Brokern zusammenfasst und verfügbar macht. ### AI in Finance: OpenClaw: Wenn KI nicht nur denkt, sondern macht URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-openclaw-wenn-ki-nicht-nur-denkt-sondern-macht/ Last updated: 2026-02-09T09:24:59.000Z *Folge 3 startet mit einem kleinen Meilenstein: Mit* André Bajorat gibt es den *ersten Gast im Podcast. Und direkt ein Thema, das nach „Agentic“ riecht. OpenClaw (ehemals Clawbot/Moldbot) ist kein eigenes KI-Modell, sondern ein Agent, der beliebige LLMs anbindet, von OpenAI über Anthropic bis Gemini, sogar lokal. Der Clou: OpenClaw läuft als Prozess im Hintergrund, hat „Heartbeat“ (arbeitet proaktiv) und ein nahezu unbegrenztes Memory.* ## **OpenClaw: Agent statt Chatbot** In der Episode dreht sich vieles um OpenClaw (zuvor kursierten Namen wie Clawbot oder Moldbot). Wichtig dabei: OpenClaw ist kein eigenes KI-Modell, sondern ein Agent, der unterschiedliche Sprachmodelle (LLMs) anbinden kann – von Cloud-Anbietern bis hin zu lokalen Modellen. Er lässt sich lokal auf einem Rechner betreiben oder auf einem Server installieren. Der Unterschied zu klassischen Chatbots liegt im Zugriff: OpenClaw kann – sofern erlaubt – wie ein „digitaler Assistent“ am Gerät handeln. Er kann Dateien suchen, sortieren, zusammenführen, versenden und im Browser Aufgaben übernehmen. Zusätzlich bringt er zwei Funktionen mit, die in der Diskussion mehrfach als relevant auftauchen: - **Heartbeat**: der Agent läuft im Hintergrund und kann proaktiv erinnern oder reagieren. - **Memory**: er merkt sich Kontexte über längere Zeit und kann darauf später wieder zurückgreifen. Kommunikation funktioniert nicht nur über ein Web-Interface, sondern auch über Messenger (z. B. WhatsApp, Telegram, Slack). Damit wird der Agent „mobil erreichbar“ – vom Handy aus lassen sich Aufgaben am Rechner anstoßen. ## **Chancen und Risiken: Sicherheit als zentrales Thema** Ein Schwerpunkt der Folge sind die Risiken, die mit einem Agenten mit Systemrechten einhergehen. Die drei diskutieren, dass OpenClaw mit falscher Konfiguration schnell zur IT-Sicherheitsbaustelle werden kann – etwa durch zu weit gefasste Berechtigungen oder Angriffe über Prompt Injection, wenn der Agent über Messenger oder Gruppen erreichbar ist. André bringt einen weiteren Punkt ein: Der Agent ist auf die angebundenen Modelle angewiesen und damit auf deren Preis- und Nutzungsregeln. Wenn ein Modell teurer wird, den Zugriff einschränkt oder Policies verschärft, kann das den Nutzen des Agenten massiv beeinflussen. Als Vergleich fällt sinngemäß der Plattform-Effekt früherer APIs: Wird der Zugang gedrosselt, kann ein ganzes Ökosystem ausgebremst werden. Neben Kosten geht es auch um Abhängigkeiten: Wer nutzt wessen Infrastruktur? Und was bedeutet das für Daten, Kontrolle und langfristige Stabilität? **Banking & Open Banking: KI als neues Betriebssystem der Bank** Die Diskussion zeigt zwei Linien: 1. **KI innerhalb der Bank-App**: KI als Feature, das Prozesse verbessert, Beratung unterstützt und Service automatisiert – ohne dass Kund:innen die gewohnte Umgebung verlassen. 2. **KI als Zugang zur Bank**: KI-Tools oder Agenten, die sich per Schnittstelle (z. B. Open Banking) Daten ziehen und perspektivisch auch Aktionen auslösen. Gerade bei Finanzthemen wird jedoch deutlich: Der kritische Punkt ist der Schritt vom **lesenden Zugriff** (Daten abfragen) zum **schreibenden Zugriff** (Transaktionen ausführen). Hier werden Themen wie Haftung, Autorisierung, Sicherheit und Transparenz besonders relevant. Unterm Strich: Für Banken wird KI weniger „der neue Chatbot“ sein, sondern eher ein strategisches Fundament – als Infrastruktur, die Prozesse, Datenqualität und Integration verbessert. Gleichzeitig entstehen mit Agenten neue Touchpoints, auf die Banken reagieren müssen. ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### PayPal, Finanzguru, Banxware: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im Januar URL: https://paymentandbanking.com/paypal-finanzguru-banxware-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-januar/ Last updated: 2026-05-12T00:01:17.000Z *Jochen Siegert und André Bajorat starten mit einem wahren News-Feuerwerk ins neue Jahr. Es geht um neue Kooperationen, Erfolgszahlen und die Krise von PayPal.* Während weite Teile Deutschlands durch Eis und Schnee zwangsweise in den Winterschlaf versetzt wurden, bleiben Jochen Siegert und Andre Bajorat hellwach, um uns die neuesten Geschehnisse der Fintech-Welt zu erklären. Trotz Winterchaos war hier einiges los. Das waren die wichtigsten Fintech-News in diesem Monat: ## **Globaler FinTech-Markt legt 2025 um 21 Prozent auf 53 Milliarden Dollar zu – Großbritannien verteidigt zweiten Platz weltweit** Die weltweiten Investitionen in FinTechs [steigen 2025 auf 53 Milliarden Dollar ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=bd8bae7424&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und verteilen sich auf 5.918 Deals, was auf eine Erholung nach mehreren Rückgangsjahren hinweist. Großbritannien sichert sich mit 3,6 Milliarden Dollar erneut Rang zwei hinter den USA und bleibt führender Standort in Europa, während Indien, die VAE und Singapur die globale Spitzengruppe komplettieren. Deutschland landet mit 1 Milliarde an Investitionen in fast 150 Deals in diesem Ranking auf Rang drei hinter Frankreich (1,1 Mrd.). In einem anderen Ranking des Venture Capital Unternehmens [Blackfin](https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/revolut-treibt-investitionen-in-deutsche-fintech-szene-auch-hawk-nelly-taktile-profitieren-a-a01e00d1-f478-4526-b370-f3e10f20bae0?ref=paymentandbanking.com) in diesem Monat, war ist umgekehrt. Demnach flossen aus Deutschland 800 Millionen in die Branche – 100 Millionen mehr als in Frankreich. ## **Solaris schreibt 2024 erneut hohen Verlust – Restrukturierung und Bafin-Auflagen drücken Ergebnis** Im Dezember machte Solaris das letzte Mal Schlagzeilen, als herauskam, dass CEO Höltkemeyer die Bank Anfang des Jahres vorzeitig verlässt – auch Risikochef Ansgar Finken tritt ab. Auch im neuen Jahr brechen die Neuigkeiten nicht ab: Wie sich herausstellt, [hat 2024 einen Jahresverlust von 103 Millionen Euro verbuch](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/fintech-solaris-macht-103-millionen-euro-verlust-im-jahr-2024/100189481.html?mc%5Fcid=d43d7260d5&mc%5Feid=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)t, nachdem bereits 2023 ein dreistelliger Millionenfehlbetrag angefallen war. Belastend wirkten vor allem weitere Abschreibungen auf die britische Tochter Contis, höhere Verwaltungsaufwendungen sowie Kosten für die Migration des ADAC-Kreditkartenportfolios und die Abarbeitung von Bafin-Auflagen. Zwar stiegen die Erträge auf 150 Millionen Euro, blieben jedoch hinter den eigenen Prognosen zurück, während parallel eine vorgezogene Finanzierungsrunde mit deutlicher Abwertung die Eigenkapitalbasis stabilisieren sollte. ## **Pennylane sammelt 175 Millionen Euro ein** Das Pariser Fintech Pennylane bietet eine Plattform für Buchhaltung und Finanzmanagement für KMU. Auch in den deutschen Markt will das Unternehmen sein aufgenommenes Kapital investieren. Aus dem Umfeld des Unternehmens sei zu vernehmen, dass sich die Bewertung dabei etwa verdoppelt habe, berichtet das [Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/unternehmen/start-ups/banken-pennylane-sammelt-175-millionen-euro-ein/100192771.html?ref=paymentandbanking.com). ## **Trump kündigt Deckelung für Kreditkartenzinsen an** Für die Zahlungsgiganten und Banken wie JPMorgan ist es eine Hiobsbotschaft: US-Präsident Donald Trump [schlug im Januar vor, die Zinsen auf Kreditkartenkäufe in den USA auf zehn Prozent zu begrenzen](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/usa-was-der-kreditkarten-zinsdeckel-fuer-banken-und-kunden-bedeuten-wuerde/100191464.html?ref=paymentandbanking.com). Gerade liegen die Zinsen für Kreditkartenschulden, die mit in den nächsten Monat genommen werden, häufig weit darüber – Verbraucherabzocke, wie der Präsident findet. Sein Eingreifen würde damit eines der lukrativsten Geschäfte der Finanzindustrie gefährden. Ob es sich auch hierbei um einen Fall von “Taco” handelt – also “Trump always chickens out” (zu Deutsch: Trump kneift immer) – bleibt abzuwarten. ## **Goldman Sachs steigt aus – JPMorgan übernimmt Apple-Card-Geschäft** [Die ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=67bb158926&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)[Apple Card](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f4a36fd9a7&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)[ wechselt den Bankpartner:](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=eabef82e11&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) Nach hohen Verlusten zieht sich Goldman Sachs aus dem Co-Branding-Programm zurück, JPMorgan Chase übernimmt ein Kreditkartenportfolio von rund 20 Milliarden US‑Dollar und will das Angebot stärker in sein bestehendes Karten- und Sparkontengeschäft integrieren. Strategisch rückt damit erneut die Frage in den Fokus, ob Apple den bislang auf die USA beschränkten Kartenservice langfristig nach Europa ausweitet oder das Produkt primär als Baustein seines Service-Geschäfts im Heimatmarkt positioniert. ## **Volksbanken Raiffeisenbanken starten final digitale Girocard ohne Apple-Pay-Zwang** [Die Volksbanken Raiffeisenbanken integrieren ihre Girocard direkt in die VR Banking App ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=a0e4766bf0&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und ermöglichen damit kontaktloses Bezahlen per Smartphone, ohne auf Apple Pay oder zusätzliche Pay-Apps angewiesen zu sein. Kundinnen und Kunden können die digitale Karte in wenigen Schritten im Kartenmenü der App aktivieren und Zahlungen an der Kasse per NFC ausführen. Strategisch will man damit die Unabhängigkeit von US-Techkonzernen stärken und die Sichtbarkeit der nationalen Debitkarte fördern. ## **DKB-Analyse: Bargeldversorgung verlagert sich von Geldautomaten in den Einzelhandel** [Eine Analyse der Deutschen Kreditbank zeigt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=db8d51b36c&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), dass in deutschen Großstädten Supermärkte, Discounter, Drogerien und Baumärkte klassische Geldautomaten als wichtigste Bargeldquelle zunehmend ablösen. Im Durchschnitt stehen 3,4 Einzelhandelsfilialen mit Bargeldservice nur 3,0 Bankfilialen und ATMs je 10.000 Einwohner gegenüber, wobei Städte wie Chemnitz und Aachen besonders gut versorgt sind. Insgesamt bleibt die Bargeldverfügbarkeit mit 6,4 Abhebemöglichkeiten pro 10.000 Einwohner stabil, verlagert sich aber deutlich an Orte des täglichen Bedarfs. ## **So viel Geld ist in die Private-Equity-Produkte von Trade Republic geflossen** Den Recherchen von [Finanz-Szene](https://finanz-szene.de/fintech/so-viel-geld-ist-in-die-private-equity-produkte-von-trade-republic-geflossen/?ref=paymentandbanking.com) und [WirtschaftsWoche](https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/trade-republic-so-erfolgreich-ist-die-private-equity-offensive-wirklich/100192845.html?ref=paymentandbanking.com) (Paywall) zufolge sind seit der Auflage der Private-Equity Produkte des Neobrokers etwa 160 Millionen in die Fonds von Apollo und EQT geflossen. Die Nachfrage der semi-liquiden Produkte läuft demnach, wie zu erwarten war. Belastbare Zahlen zur Rendite gibt es noch nicht. ## **Bitpanda startet direkten Handel mit Aktien und ETFs** Die Kryptoplattform[ Bitpanda ermöglicht Kundinnen und Kunden ab 29\. Januar den direkten Handel mit rund 8000 Aktien und 2500 ETFs ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=2ff1e3a29f&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)und erweitert damit ihr bisher derivatives Angebot. Pro Transaktion fällt eine Gebühr von einem Euro an, während das Fintech zugleich seine Position als Multi-Asset-Plattform mit bereits mehr als sieben Millionen Privatkunden und einem starken B2B-Geschäft ausbaut. Marktbeobachter sehen in dem Schritt eine strategische Antwort auf etablierte Anbieter wie Trade Republic und Scalable Capital sowie eine Vorbereitung auf einen möglichen Börsengang in Frankfurt im ersten Halbjahr. Außerdem arbeitet der Neobroker nun eng mit der Deutschen Börse zusammen, wie er nun [ankündigte](https://blog.bitpanda.com/de/bitpanda-und-360t-starken-den-zugang-zu-digitalen-assets-europa?ref=paymentandbanking.com). Genauer geht es um das Unternehmen 360T, das eine Tochter der Deutschen Börse ist und über das Bitpanda künftig den Handel mit digitalen Assets abwickeln will. ## **Offener Brief von Ökonomen fordert zügige Einführung des digitalen Euro** In einem [offenen Brief](https://paymentandbanking.com/content/files/sustainablefinancelab-nl/wp-content/uploads/sites/506/2026/01/the-digital-euro-let-te-public-interest-prevail.pdf) warnen 68 Ökonomen, die EU könne ohne einen funktionsfähigen digitalen Euro die Kontrolle über ihr Geld und ihre wirtschaftliche Souveränität verlieren. Der digitale Euro solle als öffentliches, sicheres Zahlungsmittel eine Antwort auf die wachsende Dominanz privater US-Zahlungsdienste und Stablecoins bieten und Europas Unabhängigkeit im digitalen Zahlungsverkehr langfristig absichern. ## **N26 startet Debitkarte für Unter-18-Jährige** [N26 erweitert sein Retail-Banking](https://n26.com/de-de/blog/leitfaden-um-kindern-den-umgang-mit-geld-beizubringen?ref=paymentandbanking.com) um „N26 for under 18s“, ein eigenes Debitkartenangebot für 7- bis 17-Jährige in Deutschland und Österreich. Das Konto läuft als separater Space mit eigener IBAN im bestehenden Account der Eltern, während Kinder eine Mastercard auf ihren Namen erhalten und nur über von den Eltern bereitgestellte Gelder verfügen. In der App lassen sich Limits setzen, Transaktionen in Echtzeit verfolgen sowie Karten einfrieren, um digitale Bezahlkompetenz unter sicheren Rahmenbedingungen zu fördern. ## **Fincite – Ralf Heim zieht sich zurück** Seit über zehn Jahren ist Ralf Heim eine feste Größe in der deutschen Fintech- und Wealtech-Szene. Jetzt [kündigte er an](https://finanz-szene.de/fintech/fincite-chef-ralf-heim-zieht-sich-aus-operativem-geschaeft-zurueck/?ref=paymentandbanking.com), sich aus dem operativen Geschäft zurückzuziehen. Künftig wird er vor allem in beratender Rolle für die Harvest Group tätig sein. Mit seinen Mitgründern von Fincite machte er das Unternehmen ohne Kapitalspritzen hoch und krönte diese Arbeit zuletzt mit dem Zusammenschluss mit dem französischen Wealthtech Harvest. Zuletzt wurde Heim von Payment & Banking und Bitkom zum Unternehmer des Jahres gekürt. Wir haben seiner Person erst kürzlich [einen längeren Blick gewidmet](https://paymentandbanking.com/der-marathon-laeufer/). ## **Finanzguru fährt Umsatz massiv nach oben** Die hinter dem Konten-Aggregator „Finanzguru“ stehende Dwins GmbH verkündet via [„Manager Magazin“ (Paywall)](https://www.manager-magazin.de/unternehmen/tech/finanzguru-der-stille-aufstieg-des-hoehle-der-loewen-start-ups-a-7891ce8f-6a8f-4ed0-aa8a-cdb61a991785?ref=paymentandbanking.com) ein fulminantes Ertragswachstum im just abgelaufenen Geschäftsjahr: Demnach beliefen sich die Gesamterträge des Frankfurter Fintechs auf rund 40 Mio. Euro – was grob einer Verdreifachung binnen zwei Jahren gleichkommt ## **Nutzung von Open-Banking geht zurück** Wie die Kollegen von [Finanz-Szene](https://finanz-szene.de/digital-banking/naechster-rueckschlag-fuer-open-banking-nutzung-von-konto-apis-ruecklaeufig/?ref=paymentandbanking.com) nun herausgefunden haben, ist die Nutzung von Konto-APIs, also den Informationsschnittstellen zwischen Bankkonten und Dritten, rückläufig. Angesichts der Hoffnungen, die die Branche in die Nutzung von frei verfügbaren Kontoinformationen gesetzt hatte, ist das ein Rückschlag. Auch vor dem Hintergrund der Diskussionen um FIDA, die Open-Banking Verordnung der EU, verwundert das. Trotzdem bleiben Fragen offen, wie diese Entwicklung zustande kommt. Wir freuen uns über Hinweise! ## **Banxware und HVB bringen KMU-Kredite in Amazon Seller Central** Die HypoVereinsbank arbeitet mit Banxware zusammen, [um kleinen und mittleren Unternehmen vollständig digitale Kredite von 1.000 bis 5 Mio. Euro direkt in Marktplatz-Umgebungen wie Amazon Seller Central anzubieten](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=39d6e99c70&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Händler können Finanzierungen über einen schlanken, integrierten Antragsprozess mit schneller Entscheidung und flexiblen Konditionen abrufen, ohne ihre gewohnte Plattform zu verlassen. Das Modell verbindet Fintech-UX mit Banklizenz und soll Wachstumschancen im stark wachsenden B2B-Plattformsegment erschließen. ## **CEO geht – PayPal-Kurs bricht um 20 Prozent ein** Nachdem das Zahlungsunternehmen am Mittwoch enttäuschende Quartalszahlen bekannt gab, musste PayPal-CEO Alex Chriss gehen, der seit 2023 in dieser Position war. Infolge der Ereignisse rutschte der Kurs um 20 Prozent ab. Aus Sicht vieler Beobachter ist PayPal ein Sanierungsfall und hat in den vergangenen Jahren Anteile in seinem Kernsegment eingebüßt. Nun soll es der ehemalige CEO von HP Enrique Lores richten. ### „Stablecoins haben großes Potenzial” URL: https://paymentandbanking.com/stablecoins-haben-grosses-potenzial/ Last updated: 2026-02-05T09:57:26.000Z ***Seit Anfang Dezember hat Stripe mit Thomas Cser einen neuen Verantwortlichen für die DACH-Region. Was aber hat er mit der Zahlungsplattform in Deutschland vor? Ein Interview.*** *Wenn Stallgeruch etwas Wichtiges wäre bei Stripe, dann wäre Thomas Cser als neuer „Head of DACH“, wie sie seinen Job offiziell nennen, wohl die falsche Wahl. Cser bringt zwar viel Erfahrung mit, allerdings kommt die vor allem von Stationen bei Softwareentwicklern wie zuletzt Qualiwise, Pricefx und Applied Intuition. Doch Stripe wolle wohl ohnehin mehr sein als ein Zahlungsdienstleister, sagt Cser. Das US-amerikanische-irische Unternehmen sieht sich als Technologieanbieter. So lassen sich über Stripe unter anderem Zahlungen online und vor Ort abwickeln und Abonnements verwalten, es gibt einen Radar zur Betrugsprävention und es gibt eine Lösung, mit der Unternehmen weltweit die richtigen Steuerbeträge erheben könnte. So gesehen könnte es mit dem Technologieexperten Cser und Stripe ganz gut passen.* ## **Herr Cser, Sie sind seit Anfang November 2025 bei Stripe. Wie fühlt sich der Wechsel aus der Technologiewelt ins Payment-Universum an?** Thomas Cser: Ich war mit dem Team Anfang des Jahres in San Francisco, um das Jahr einzuläuten. Bereits da fühlte sich alles super intensiv und inspirierend an. Stripe ist ja nicht nur ein Payment-, sondern gerade auch ein Technologie-Unternehmen. Ich selbst bin seit 25 Jahren in Tech zu Hause und verfolge Stripe daher schon lange. Viele meiner Kollegen aus der Technologiebranche sind bereits dorthin gewechselt und haben von ihren Erfahrungen berichtet. ## **Warum setzt Stripe eigentlich nicht stärker auf Talente, die aus der Fintech- oder Payment-Welt kommen?** Das spiegelt ein bisschen das wider, was Stripe künftig machen möchte. Die Vision geht weit über Payment und Fintech hinaus. Stripe hat ja zum Beispiel zahlreiche Software-as-a-Service-Produkte, zum Beispiel Connect für Marktplätze und Plattformen oder Billing für Unternehmen mit Abomodellen. Wir wollen nicht die Payment-Struktur der Zukunft bauen, sondern die Finanzinfrastruktur der Zukunft. ## **Das sind große Worte.** Ich bin mir sicher, dass wir das schaffen können. Die Firma ist in den vergangenen Jahren stark gewachsen. Wir haben viele neue Funktionen etabliert. Selbst jetzt noch beschleunigen wir unser Wachstum und das trotz unserer schon erreichten Größe. ## **Woran machen Sie das fest?** 2024 hat Stripe ein Zahlungsvolumen von 1,4 Billionen US-Dollar verarbeitet, ein Wachstum von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zahlen für 2025 veröffentlichen wir erst Ende Februar, da will ich nicht vorweggreifen. Aber schon mal so viel: Wir sind sehr zufrieden. ## **Sie sind als DACH-Chef sowas wie der oberste Vertriebler für Stripe in der Region. Womit wollen Sie Firmen überzeugen?** Zum einen sind wir der innovativste Paymentanbieter; 60 Prozent unseres Umsatzes fließen in Forschung und Entwicklung. Wir treiben Zukunftsthemen wie Agentic Commerce und Stablecoins voran und beraten unsere Kunden dazu. Und zum anderen haben wir auch schon jetzt so ziemlich das breiteste Angebot im Payment-Bereich. Unternehmen mit globalen Ambitionen entscheiden sich häufig für Stripe aufgrund der internationalen Reichweite und der nahtlosen Verbindung weltweiter Zahlungssysteme. Mehr als die Hälfte der deutschen Stripe-Kunden verkauft international, wobei die USA der wichtigste Exportmarkt sind. ## **Ein vielfältiges Angebot haben auch andere Plattformen, Adyen zum Beispiel, auch Sumup in Deutschland bietet mehr an als nur die bekannten Zahlungsterminals. Haben Sie noch andere Argumente?** Viele Unternehmen stellen fest, dass sie durch unsere Ausfallsicherheit und unseren Technologiefokus schneller wachsen können. Nicht ohne Grund wählen die allermeisten AI-Start-ups Stripe. In Deutschland zum Beispiel Peec AI, N8N und Black Forest Labs. ## **Wie sieht es bei großen Kunden in Deutschland aus?** Bereits die Hälfte der Dax-Firmen zählt zu unseren Kunden, darunter[ E.on](http://e.on/?ref=paymentandbanking.com) und BMW. Jetzt wollen wir auch die andere Hälfte des DAX für uns gewinnen. Dafür schaffen wir gerade die Grundlagen: In Berlin ziehen wir bald in ein neues Büro rum, in dem wir Platz für weit mehr als 100 Mitarbeiter haben werden. ## **Sie konzentrieren sich nun also auf die dicken Fische?** Nicht nur. Stripe zählt in Deutschland 200.000 Kunden. Da ist der Mittelstand dabei, genau so wie kleine Einzelhändler. Gerade den Mittelstand, der Schwierigkeiten hat, an Kredite zu kommen, wollen wir unterstützen. Mit Stripe Capital geben wir ihm sogar zusätzliche Liquidität. Das wirkt sich messbar positiv aus. Mittelständler, die das Angebot nutzen, verzeichnen einen Umsatzwachstum von durchschnittlich 27 Prozent. ## **Mit Kreditfinanzierungen für Mittelständler dringen Sie aber in einen Markt ein, auf dem sich schon viele andere Anbieter tummeln. Warum tun Sie sich das an?** Für uns ist das ein wichtiger Bestandteil, weil wir uns als Komplettanbieter sehen. Wir blicken aber vor allem auf kleinere Unternehmen. Unsere Finanzierungen sind in der Regel unter 100.000 Euro. ## **Letztes Jahr kündigte Stripe in Berlin**[ **eine große Stablecoin-Offensive an**](https://paymentandbanking.com/xxl-angriff-von-stripe/)**. So sollen Firmen nun ihr Guthaben in Stablecoins halten können, um es unter anderem einfacher verschicken zu können. Aber macht das überhaupt jemand hierzulande?** Die Verschiebung Richtung Stablecoins wird über viele Jahre geschehen und steht noch ganz am Anfang, gerade in Deutschland. In anderen Worten: In Deutschland gehen Stablecoins noch nicht durch die Decke. In den USA sieht das anders aus. Da nutzt unter anderem SpaceX diese Möglichkeit. ## **Das klingt angesichts der großen Show des vergangenen Jahres etwas ernüchternd. Was macht Sie denn so sicher, dass in Stablecoins ein so großes Potenzial steckt?** Weil sie sich für alles nutzen lassen, was Unternehmen mit Geld machen wollen. Sei es zum Speichern oder Bezahlen oder allgemein für das Finanzmanagement: All das lässt sich mit Stabelcoins deutlich schneller und besser bewerkstelligen. Im Vergleich zum gesamten Zahlungsvolumen, das über Stripe läuft, machen Stablecoins zwar noch einen Bruchteil aus, aber das wird zunehmen. Besonders für Firmen, die in Ländern mit hoher Inflation tätig sind, wie zum Beispiel Nigeria, Türkei oder Argentinien, ist das jetzt schon interessant. **Vielen Dank für das Gespräch.** ### Wie Wero und Co. mit Interoperabilität eine Lücke im europäischen Kartensystem füllen könnten URL: https://paymentandbanking.com/wie-wero-und-co-mit-interoperabilitaet-eine-luecke-im-europaeischen-kartensystem-zu-fuellen-koennten/ Last updated: 2026-02-04T08:03:18.000Z *EPI und EuroPA schließen sich zu einem europäischen Zahlungsnetzwerk zusammen. Die Kooperation könnte die größte Schwäche der europäischen Kartensysteme lösen – wenn Wero nicht scheitert.* Noch vor einem Jahr teilte die European Payment Initiative (EPI), die hinter dem Bezahlnetzwerk Wero steckt, gegen die vermeintlichen Konkurrenten von der European Payment Alliance (EuroPA) aus. Es wirkte fast so, als sei man in Brüssel fest entschlossen, den anderen Zahlungsnetzwerken den Platz streitig zu machen, statt mit ihnen zusammenzuarbeiten. „Interoperabilität macht für mich keinen Sinn, weil sie keine Synergien schafft”, sagte EPI-Chefin Martina Weimert damals im [Interview](https://paymentandbanking.com/wero-gewinnt-jetzt-so-richtig-an-tragweite/) mit Payment & Banking. An solche Aussagen wird man sich in Brüssel heute nicht gerne erinnern. Schließlich haben sich die Beteiligten inzwischen darauf verständigt, statt gegeneinander miteinander zu arbeiten. Ein paar Wochen nach dem Interview lud EPI in einem Brief andere europäische Zahlungslösungsanbieter dazu ein, sich zusammenzuschließen. Ein Liebesbrief, der etwas plump über die bisher eher ablehnende Haltung hinwegtäuschte. Ob externer Druck von den teilhabenden Banken oder eine interne Strategierevision vor dem Hintergrund des eskalierenden Handelskrieges mit den USA und den politischen Ansagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde und EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen zu dem Sinneswandel führte, lässt sich im Nachhinein nicht nachvollziehen – vielleicht war es beides. ## **Die Chance auf eine europäische Girocard?** Die Allianz geht nun in die nächste Phase: Am Montag verkündeten dann fünf Zahlungsdienste die Unterzeichnung einer Absichtserklärung, um bis 2027 grenzüberschreitende Zahlungslösungen zu ermöglichen. Der Prozess, dem eine Machbarkeitsstudie vorausgegangen war, hatte kurz nach dem Friedensangebot von EPI begonnen. Mit der Kooperation möchte der Verbund die europäische Zahlungssouveränität vorantreiben. Und das ist für viele Beobachter\*innen bitter nötig: Denn in Europa fehlt es seit Jahren an einem grenzüberschreitenden Zahlungsnetzwerk. Lediglich in einzelnen Ländern sind Angebote wie das Girocard-System, Cartes Bancaires in Frankreich oder Bancomat in Italien geblieben. Sie funktionieren aber nur in den jeweiligen Staaten. Bei Zahlungen im europäischen Ausland müssen die Netzwerke auf Co-Badges der amerikanischen Kartengiganten Visa und Mastercard ausweichen. Allein zwischen 2009 und 2016 verschwanden ein Drittel aller nationalen Systeme in Europa. [Laut der Europäischen Zentralbank ](https://paymentandbanking.com/content/files/www-ecb-europa-eu/pub/other/ecb-reportcardschemes202502-1614226b0a-en.pdf)(EZB) wickelten nicht-europäische Anbieter 2022 etwa 61 Prozent der Kartenzahlungen in Europa ab. Gleichzeitig drängen auch Zahlungsdienste wie PayPal mit Kartenlösungen auf den Markt. Kurz: Zahlungssouveränität sieht anders aus. Hier könnte die Zusammenarbeit der europäischen Zahlungslösungen in Zukunft die Rolle des fehlenden europäischen Kartensystems übernehmen. Mit den Diensten der European Payment Alliance – Bizum in Spanien, Sibs in Portugal, Bancomat in Italien und Vipps/Mobile Pay in den nordischen Ländern – sowie EPI, das mit Wero in Deutschland, Frankreich und den Benelux-Staaten unterwegs ist, würde man 72 Prozent der europäischen Bevölkerung in 13 Ländern abdecken. Die Lösungen vereinten bereits insgesamt 130 Millionen Nutzer\*innen in ganz Europa. Weitere Eintritte sind laut der Allianz möglich – beispielsweise aus der Schweiz. Das könnte man als explizite Einladung an den dortigen Anbieter Twint verstehen. ## **Wenig Zeit, viel Druck und ein kleiner Track-Record** Die Kooperative muss nun innerhalb eines Jahres die technische Umsetzung angehen. Dafür möchte man im ersten Halbjahr 2026 einen sogenannten „Interoperability Hub” aufbauen, der von einer eigenen Entität gesteuert werden soll. Gleichzeitig wird ein Proof-of-concepts (POCs) der technischen Abwicklung durchgeführt. Noch in diesem Jahr plant der Verbund den Start der P2P-Funktion – im nächsten Jahr dann im online- und stationären Handel. Ein straffer Zeitplan – vor allem für Wero. Denn der Aufwand wird eine zusätzliche Belastung für die Dienste sein. Und das in einer Phase, in der sich Wero noch beweisen muss. Anders als die anderen Anbieter hat man im eigenen Markt noch keine große Präsenz aufgebaut. Zwar ging das Angebot Ende 2025 im Online-Handel an den Start, doch laut einem [Online-Tracker,](https://werotracker.eu/?ref=paymentandbanking.com) der durch Pressemitteilungen und Nutzer\*innen-Hinweise gespeist wird, haben bisher nicht einmal vier der 22 Händler, die angekündigt hatten, den Zahlungsdienst einzusetzen, das bereits getan. Aber die EuroPA braucht EPI: Seit März 2025 hat ersteres lediglich sechs Millionen Euro an grenzüberschreitenden Zahlungen abgewickelt. Das zwar laut eigener Aussage ohne die Funktion vermarktet zu haben, aber das Zahlungssystem kann erst dann von einem europäischen Netzwerkeffekt profitieren, wenn vor allem Deutschland und Frankreich angebunden sind. Damit das System zu einer echten Alternative zu Mastercard und Co. wird, müssen Händler es flächendeckend akzeptieren. Die nächsten zwei Jahre werden darüber entscheiden, ob die neue Allianz eine Chance haben wird. ### Buzzword-Check: FIDA URL: https://paymentandbanking.com/buzzword-check-fida/ Last updated: 2026-02-03T09:57:28.000Z In unserer neuen Serie „Buzzword-Check” schauen wir auf aktuelle Hypethemen der Branche, erklären sie und ordnen sie ein. Damit ihr wisst, was wirklich wichtig ist – und was nur aufgebläht. Diesmal unter der Lupe: FIDA. Die Serie „Buzzword-Check” nimmt in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten Buzzwords unter die Lupe, die gerade in der Payment & Banking-Szene herumschwirren. Von Customer Centricity bis zu Financial Inclusion: Wir schauen, hinter welchem Hype sich wirklich ein großer und wichtiger Trend verbirgt und welchen Ihr geflissentlich ignorieren könnt. In der ersten Folge geht es um die Financial-Data-Access-Verordnung (FIDA). Unter **FIDA** (Financial Data Access) versteht man einen Verordnungsentwurf der EU-Kommission, der den Rahmen für das sogenannte **Open Finance** schafft. Während die bisherige Richtlinie PSD2 (Open Banking) lediglich den Zugriff auf Zahlungskontodaten regelte, weitet FIDA diesen Ansatz auf fast den gesamten Finanzsektor aus. Ziel ist es, Kund\*innen die Hoheit über ihre Finanzdaten zurückzugeben und Innovationen durch einen sichereren, standardisierten Datenaustausch zu fördern. ## **Was genau umfasst FIDA?** FIDA verpflichtet Finanzinstitute (**Dateninhaber**), Kund\*innen-Daten auf Anfrage de\*r Kund\*innen in Echtzeit und maschinenlesbar an andere Dienstleister (**Datennutzer**) zu übermitteln. **Betroffene Datenbereiche:** - **Investitionen:** Wertpapierdepots, Krypto-Assets und Vermögensverwaltung. - **Versicherungen:** Verträge (außer Lebens- und Krankenversicherungen in sensiblen Bereichen) und Schadenshistorien. - **Kredite:** Darlehensverträge und Kreditwürdigkeitsprüfungen. - **Vorsorge:** Private Renten- und Pensionsansprüche. ## **Die zentralen Erwartungen und Neuerungen** Die Verordnung verfolgt klare strategische Ziele für Kunden, Unternehmen und den Markt: **1\. Volle Kontrolle durch „Permission Dashboards“** Finanzinstitute müssen ihren Kunden Dashboards zur Verfügung stellen. Dort können Nutzer jederzeit sehen, wem sie Zugriff auf welche Daten gewährt haben, und diese Berechtigungen mit einem Klick widerrufen. **2\. Entstehung von „Open Finance“** Man erwartet den Übergang von reinem Banking zu einem umfassenden Ökosystem. - **Hyper-Personalisierung:** Apps können alle Finanz- und Versicherungswerte bündeln und maßgeschneiderte Optimierungsvorschläge machen (zum Beispiel „Du bist bei Versicherung X überversichert, hier ist ein besseres Angebot basierend auf deinem Depotwert“. - **Automatisierung:** Kreditprüfungen oder Versicherungswechsel könnten innerhalb von Sekunden digital abgewickelt werden, da die Daten direkt fließen. **3\. Standardisierung durch „Schemes“** Anders als bei PSD2 müssen sich Marktteilnehmer in sogenannten *Financial Data Sharing Schemes* zusammenschließen. Diese legen gemeinsame technische Standards (APIs) und Regeln fest. Neu ist hierbei, dass Dateninhaber für die Bereitstellung der Infrastruktur eine **angemessene Vergütung** von den Datennutzern verlangen dürfen. **4\. Wettbewerb und Markteintritt (FISPs)** Es wird eine neue Kategorie von zugelassenen Unternehmen geben: die **Financial Information Service Providers (FISPs)**. Diese dürfen – ähnlich wie die heutigen Kontoinformationsdienste – professionell mit diesen Daten arbeiten, unterliegen aber einer strengen Aufsicht. ## **Zeitplan und Status (Stand 2026)** Das Gesetzgebungsverfahren befindet sich in der finalen Phase (Trilog). Es wird erwartet, dass die Verpflichtungen **stufenweise ab 2027 bis 2029** greifen. Die erste Phase betrifft meist Standardprodukte wie Sparkonten und einfache Kredite, gefolgt von komplexeren Versicherungs- und Anlageprodukten. ## Einschätzung des Teams [**André M. Bajorat**](mailto:b@jorat.de) FIDA wird in Teilen als „Erweiterung“ zur PSD2 gesehen. Neben den Zahlungsverkehrskonten, stehen bei FIDA die weiteren Finanzprodukte wie Depots, Kredite oder Versicherungen im Fokus. Das sind eigentlich spannende Daten und Informationen, vor allem auch vor dem Hintergrund des anstehenden Themas private Altersvorsorge. Allerdings haben die Daten einen entscheidenden Nachteil: Sie haben keine Alltagsrelevanz. Was meine ich damit? Auf Zahlungskonten wie dem Girokonto passiert nahezu täglich etwas, während die meisten der unter FIDA fallenden Daten eher statisch als dynamisch sind. Zudem bin ich sehr gespannt, ob sich der Markt schnell und effizient auf einen Datenstandard als Basis der APIs einigen kann. Auch hier war es bei den PSD2 betreffenden Daten einfacher, da vieles seit Jahrzehnten normiert und standardisiert war und ist. Ich bin gespannt, welche relevanten Anwendungsfälle auf Basis von FIDA entstehen – PSD2 hat sich ja auch eher auf der Prozessebene für Kreditanalysten oder Buchhaltungsfälle durchgesetzt und weniger in am Anfang gedachten Aggregations-Diensten wie Multibanking-Apps. Vorstellen kann ich mir, dass FIDA vor allem im Umfeld von Vermögensberatungsfällen zum Einsatz kommt. Versicherungsdaten werden beispielsweise so selten genutzt wie der elektronische Personalausweis. Ähnlich wird bei solchen APIs eine spannende Frage sein, ob die Nutzer\*innen ihre Zugangsdaten haben oder kennen, da sie nur die wenigsten im Alltag nutzen. [Marvin Vortkamp:](https://www.linkedin.com/in/marvin-vortkamp-689aab196/?ref=paymentandbanking.com) FIDA ist aus meiner Sicht eines der relevantesten regulatorischen Vorhaben im europäischen Finanzmarkt seit PSD2\. Und zwar nicht, weil es einzelne neue Produkte oder Services verspricht, sondern weil es an einer viel grundsätzlicheren Stelle ansetzt: bei der Frage, wie Daten in einer digitalen Wirtschaft bewegt, genutzt und kontrolliert werden können. Der Kern von FIDA ist Datenportabilität. Standardisiert, sicher und kontrolliert durch Nutzer\*innen. Das ist kein reines Finanzthema, sondern eine infrastrukturelle Voraussetzung für funktionierende digitale Märkte. Insofern ist es konsequent, FIDA im Kontext von Data Act, Data Governance Act und PSD3 zu sehen. Es geht um ein europäisches Zielbild: Daten sollen dort genutzt werden können, wo sie Mehrwert stiften, ohne dass Kontrolle, Sicherheit oder Transparenz verloren gehen. Deshalb halte ich es grundsätzlich für richtig, dass FIDA aktuell so viel Aufmerksamkeit bekommt. Gleichzeitig sehe ich aber kaum ein anderes Projekt mit einem ähnlich hohen Risiko, politisch und strukturell ausgehöhlt zu werden, bevor es überhaupt Wirkung entfalten kann. Ein häufiger Kritikpunkt ist, dass FIDA zu wenig konkrete Anwendungsfälle liefere und dass Regulierung nicht automatisch Innovation hervorbringt. Diese Argumentation ist nicht neu, sie begleitet Open Banking seit der PSD2\. Und ja, auch PSD2 hat viele Erwartungen nicht erfüllt. Aber nicht, weil die Datenöffnung grundsätzlich falsch war, sondern weil sie halbherzig umgesetzt wurde, technisch ausgebremst war und strategisch oft nie wirklich gewollt wurde. Regulierung schafft keine Innovation. Sie schafft Rahmenbedingungen. Ob daraus Innovation entsteht, hängt von den Marktteilnehmern ab. Wenn heute argumentiert wird, es gebe zu wenig überzeugende Anwendungsfälle, dann sollte man ehrlicherweise auch fragen, wie ernsthaft der Datenzugang bislang tatsächlich ermöglicht und genutzt wurde. Ohne sauberen, verlässlichen Datenzugang entstehen keine guten Produkte. So einfach ist das. Was mir in der aktuellen Debatte besonders auffällt, ist der massive Widerstand etablierter Akteure gegen echte Datenöffnung. Rhetorisch bekennt sich fast jeder zu Open Finance, Ökosystemen und Beyond Banking. In der Praxis wird aber jede konkrete Verpflichtung zum Datenteilen als zu teuer, zu komplex oder zu gefährlich dargestellt. Das ist widersprüchlich. Die häufig vorgebrachte Sorge, FIDA öffne vor allem Big-Tech-Unternehmen Tür und Tor, halte ich für vorgeschoben. Big Tech ist nicht erfolgreich, weil es Daten bekommt, sondern weil es Plattformen bauen kann, Produkte radikal aus Nutzer\*innen-Sicht denkt und technologische Exzellenz beherrscht. Datenabschottung schützt in der Realität vor allem veraltete IT-Strukturen und fehlende eigene Innovationsfähigkeit. Dass viele Institute erst unter regulatorischen Druck beginnen, ihre Daten sauber zu strukturieren und schnittstellenfähig zu machen, ist kein Argument gegen FIDA, sondern eher ein Beleg dafür, warum FIDA notwendig ist. Ein tieferliegendes Problem ist aus meiner Sicht ein grundlegendes Missverständnis darüber, wem Daten gehören und wofür Banken und Versicherungen eigentlich da sind. Kund\*innen brauchen keine Banken oder Versicherungen als Selbstzweck. Sie brauchen funktionierende Leistungen: Zahlungsfähigkeit, Absicherung, Sicherheit, Übersicht, einfache Prozesse. Wer diese Leistungen erbringt, wird zunehmend austauschbar. Die Annahme, Kund\*innen wollten zwingend „ihre“ Bank oder „ihren“ Versicherer, verliert gerade bei jüngeren, digital geprägten Zielgruppen rapide an Bedeutung. FIDA zwingt die Branche, sich dieser Realität zu stellen. Meine größte Sorge ist deshalb nicht das Konzept von FIDA, sondern der politische Prozess. Der starke Lobbydruck birgt die Gefahr, dass am Ende eine Verordnung entsteht, die durch Ausnahmen, Kompromisse und lange Übergangsfristen so verwässert ist, dass sie kaum Wirkung entfaltet. Dann hätten wir eine Regulierung, die hohe Kosten verursacht, wenig Nutzen bringt und Jahre später als Beleg dafür herangezogen wird, dass Open Finance „nicht funktioniert hat“. Das wäre aus meiner Sicht die falsche Lehre. Wenn FIDA scheitert, dann nicht an der Idee der Datenportabilität, sondern an mangelndem Mut, fehlender Kooperationsbereitschaft und politischer Halbherzigkeit. FIDA ist konzeptionell richtig. Standardisierte Datenportabilität ist notwendig. Nutzer\*innen-Kontrolle ist unverzichtbar. Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir Open Finance brauchen. Die entscheidende Frage ist, ob wir bereit sind, es wirklich zuzulassen. **[Jochen Si](https://www.linkedin.com/in/jsiegert/?ref=paymentandbanking.com)[egert:](https://www.linkedin.com/in/jsiegert/?ref=paymentandbanking.com)** Zuerst finde ich es äußerst lustig, dass Vertreter\*innen von Banken und Bankenverbänden im Lobbying gegen FIDA die uralten Argumente gegen die PSD2 aus der völlig verstaubten Mottenkiste herausholten. Angeblich nutze FIDA nur die datengierigen BigTechs und die armen, darbenden Kreditinstitute müssen Daten teilen, ohne etwas davon zu haben. Auch scheinen manche Lobbying-Vertreter\*innen an Demenz zu leiden, angesichts der Tatsache, dass sie schon wieder vergessen haben, dass die Daten nicht der Bank, sondern den Kund\*innen gehören. Erschreckend, dass die alten Märchen unreflektiert weitererzählt werden. PSD2 hat Fintechs mit vielen Arbeitsplätzen hervorgebracht und tolle externe Anwendungsfälle ermöglicht. Fast alle Banken selbst bieten PSD2-enabled bequeme Kontowechselservices und einfache Kreditantragsprozesse an. Ich kenne aber irgendwie kein Big-Tech, das via PSD2 auf mein Konto wollte. Aber egal, Fakten zählen beim Lobbying wohl nicht und jede\*r Banker\*in ist selbst freigestellt, sich mit seinen beziehungsweise ihren Argumenten bis auf die Knochen zu blamieren. Nun gibt es also FIDA… Wird sich jetzt all das einstellen, was man alles an Open-Banking-Anwendungsfällen vergeblich erhofft hatte? Bestimmt nicht, denn auch mit FIDA wird alles lange nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wurde. Aber FIDA ist eine logische und notwendige Weiterentwicklung dessen, was bei PSD2 gestartet wurde. Es bricht endlich weitere Silos im Sinne der Kund\*innen auf, die bisher von der Kreditwirtschaft protektionistisch bis aufs Messer verteidigt wurden. Parallelen zum Digital Market Act und dem Aufbrechen von Schnittstellen und Marktplätzen von Big-Techs für mehr Wettbewerb und Angebote sind vermutlich rein zufällig und nicht beabsichtigt ;) ### Kinderkontos sind egal URL: https://paymentandbanking.com/kinderkontos-sind-egal/ Last updated: 2026-05-12T00:01:19.000Z **Alle großen Fintechs wollen jetzt mit Kinderkonten punkten. Der Hype darum aber ist völlig unnötig. Die neue Folge von „Nils nörgelt”.** *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Die deutsche Fintech-Szene hat es mal wieder geschafft: Sie hat ein völlig neues, bahnbrechendes Produkt erfunden, das noch keine Bank vor ihr auch nur ansatzweise erdenken konnte. Zu komplex, zu großartig, zu gut durchdacht – mindestens einmal der neue Heilsbringer ist es zweifelsohne und wer sich so in der Fintech-Szene umhört, der hört schon Gerüchte von mehr. Vielleicht, ja vielleicht kann dieses neue Produkt wirklich die Welt verändern, nein: revolutionieren. Ja, schon Archimedes soll einst gesagt haben: Gebt mir ein Kinderkonto und ich hebe die Bankenwelt auseinander. Wer an dieser Stelle noch nicht begriffen hat, dass der gesamte erste Absatz ironisch gemeint ist, hier ein vielleicht nötiger Einschub: Achtung, Ironie. Denn ja, die Fintechs von Revolut bis N26 prahlen zurzeit überall mit ihren Kinderkonten und was die nicht alles können. Gleichzeitig sehen sich Wirtschaftsmedien [von Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/vergleich/kinderkonto-vergleich/?ref=paymentandbanking.com) bis[ Wirtschaftswoche offenbar ](https://www.wiwo.de/vergleich/kinderkonto-eroffnen-anbieter-vergleich/?ref=paymentandbanking.com)genötigt, die ganz große Vergleichstabelle für das beste Kinderkonto rauszuholen und bei manch junger Bank wird das gar[ als Meilenstein](https://n26.com/de-at/presse/pressemitteilung/n26-baut-mit-n26-fuer-unter-18-jaehrige-sein-familienangebot-weiter-aus?ref=paymentandbanking.com) verkauft. Ich wiederhole das nochmal für Euch, damit Ihr es Euch auf der Zunge zergehen lassen könnt: Der Meilenstein im Banking der Zukunft ist jetzt ein Kinderkonto. Da muss ich doch fragen: ernsthaft? ## **Wenn Kinderkonten die beste Idee sind, dann Gute Nacht** Mir als kinderlosem Großstadt-Yuppie erschließt sich das gesamte Thema bisher absolut gar nicht, der Hype darum könnte mir fremder nicht sein. Denn mal ehrlich, liebe Fintecherinnen und Fintecher: Glaubt Ihr wirklich, dass Euch ein Kinderkonto irgendwie nach vorne bringt? Wenn ich mich recht entsinne, hatte schon die Kölner Volksbank ein solches Angebot in meiner Jugend und auch die Sparkassen haben eine lange Tradition an Angeboten, die sich an die sechs- bis sechzehnjährigen richten. Warum also glauben Fintechs, dass sie die Welt neu erfunden haben, wenn sie eines der ältesten Angebote im Banking jetzt auch endlich im Angebot haben? Natürlich klingen die Kinderkonten besser, weil sie zur Hälfte aus englischen Wörtern bestehen. Natürlich soll alles viel einfacher sein, weil ist ja digital und toll und ohooooo. Aber DAS soll Euer großer Wurf für 2026? Ich bitte Euch. Das wäre, als würde ich als Angriff auf die Zeitung jetzt auch einfach eine Zeitung machen – aber sie halt Newspaper nennen. Das ist nicht innovativ. Das ist nicht neu. Das ist bocklangweilig und vor allem eines: egal. Fintechs versprechen sich von den Kids-Konten sicherlich allerlei Vorteile. Der vielleicht wichtigste: Es soll eine Bindung der Kinder und Jugendlichen entstehen, damit diese mit dem 18\. Lebensjahr auch zu braven Kund\*innen werden. Doch da muss ich die Damen und Herren in den schicken Berliner und Londoner Büros einmal bremsen: Euer Kinderangebot ist jede\*r 18-Jährigen egal. Denn wer zum Studium in die Großstadt zieht, sich eine Lehre beim örtlichen Schreinerbetrieb sucht und endlich, endlich seine Finanzen selbst in die Hand nehmen darf, wird das Konto auswählen, was ihm dann am bequemsten ist. Hat Revolut zu der Zeit das Angebot, wird es die britische Neobank. Kann die DKB durch eine schöne App punkten, dann wird es eben jene. Die Loyalität junger Menschen gegenüber ihrer Bank war vermutlich noch nie so gering wie heute, der Trend geht schließlich nicht mehr zum Zweit- sondern eher Dritt- oder Viertkonto und dazu noch ein Depot. Denn, dass haben Fintechs nicht verstanden: Jungen Leuten ist euer Branding egal. Sie wollen einfach das beste Angebot und zwar in diesem Moment, nicht, als sie 12, 15 oder 17 waren. Es ist also vollkommen egal, wie gut euer Kids-Angebot jetzt ist. Loyale Kund\*innen werdet ihr dadurch kaum gewinnen. ## Kinderkonten: Die Angebote sind austauschbar Bleibt noch der zweite, vermutlich gewichtige Grund: Fintechs wollen gerne die Bank einer ganzen Familie werden. Durch das Kids-Angebot wird es natürlich für Väter und Mütter attraktiver, dort ein Konto zu eröffnen, wo die Jugendlichen auch eine Karte oder ein eigenes Konto bekommen. Doch dieses Argument zieht nur so lange, wie man sich mit diesem Angebot vom Markt unterscheidet. Genau diese Unterscheidung aber findet bisher gar nicht oder nur unzureichend statt. Ob DKB, Sparkasse, Comdirect oder irgendein Fintech: Für mich sehen alle Kinderkonten und die Angebote dazu mindestens einmal ähnlich, vielleicht sogar gleich aus. Denn sie sind eigentlich immer kostenlos, mit Prämien versehen und der Möglichkeit, sie von den Eltern überwachen zu lassen. Wir wollen den Helikopter-Millenials ja gefallen. Was also bringt die Einführung eines solchen Kontos konkret für Fintechs? Schlussendlich nicht viel. Denn sie ziehen mit ihrem Angebot so maximal gleich mit etablierten Banken und Sparkassen. Was sie bisher jedoch nicht schaffen, aber wofür man sich so eine Neobank ja aufs eigene Smartphone holt, ist, besser zu sein. Innovativer. Moderner. Einfacher. Oder anders: Keine Bank ist bisher führend beim Kinderkonto. Alle sind gleich. Alle sind austauschbar. Deshalb bleibt am Ende ein ernüchterndes Fazit für die Banken und Fintechs: Kinderkonto kann jeder. Wenn man es nicht schafft, sich von „jeder” zu unterscheiden, dann hat man gerade vielleicht einen Meilenstein erreicht. Aber eben 15 Jahre nach den meisten anderen Banken in Deutschland. Und genau deshalb ist auch der Hype um die Kinderkonten und Kinderkarten nicht nur übertrieben. Nein, ich würde sogar soweit gehen und sagen: Der Hype um Kinderkonten und Kindergarten ist völlig unberechtigt. ### Deutsche Fintechs und Insurtechs: Das Jahr 2025 im Rückblick URL: https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-das-jahr-2025-im-rueckblick/ Last updated: 2026-02-02T09:41:09.000Z **Im Jahr 2025 sammelten deutsche Start-ups im Finanzbereich rund 14,2 Milliarden Euro von Investoren ein. Außerdem gab es auffällig viele Exits. Unsere Grafik gibt einen Einblick, wie das vergangene Jahr für Fintech und Insurtechs lief.** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2026/01/german-fintechs-2025-final-full-scaled.jpg) ## [Hier die Infografik hochauflösend downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfZnQnQK2s2zsyHHhMsrPqVTqX2DxhrNLsGwhno78Xfi3VVZA/viewform?usp=sharing&ouid=114466117631201219610&ref=paymentandbanking.com) Deutsche Fintechs und Insurtechs erhielten im vergangenen Jahr Finanzierung in Höhe von rund 14,2 Milliarden Euro. Die Summe verteilt sich auf insgesamt 37 Finanzierungsrunden von 34 Start-ups. Im Mittel erhielten die Start-ups 16 Millionen Euro, das niedrigste Investment lag bei 1 Millionen Euro. Bei vier Start-ups ist die Höhe der Finanzierung unbekannt. In der ersten Jahreshälfte gab es insgesamt 25 Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von 1,4 Milliarden Euro. Das Gesamtfunding für den Zeitraum Juli bis Dezember ist zwar mit 12,8 Milliarden Euro deutlich höher, verteilt sich dafür aber nur auf zwölf Finanzierungsrunden und wird getrieben von einer Mega-Finanzierung für Trade Republic in Höhe von 12,5 Milliarden Euro. Der stärkste Monat war der Juni mit sieben Investments. Im August und November konnten wir keine Finanzierungsrunden verzeichnen. Mit 12,7 Milliarden Euro floss das meiste Geld in sechs Fintechs mit Geschäftsmodellen im Bereich Trading, Investment und Krypto: Dealcircle, NaroIQ, Scalable Capital, Tangany, nxtAssets und Trade Republic. Wird Trade Republic außen vorgelassen, sinkt die Summe in diesem Geschäftsbereich auf 176 Millionen Euro. Sieben Kredit-Fintech erhielten insgesamt 717,2 Millionen Euro, während drei API Banking-Start-ups über 174,7 Millionen Euro erhielten, wobei die genaue Summe für Yaxi unbekannt ist. Das höchste Funding hinter Trade Republic erhielt das Berliner Start-up Bees & Bears mit 500 Millionen Euro. Das Geld dient zur Finanzierung von Krediten für Wärmepumpen, Energiespeicher und Wallboxen. Darauf folgt der Neobroker Scalable Capital, der sich 155 Millionen Euro sichern konnte. ## **Exits** Für das Jahr 2025 haben wir insgesamt 22 Exits verzeichnet, davon zwölf in der zweiten Jahreshälfte. Einen Börsengang eines Fintechs gab es nicht, es handelt sich ausschließlich um Übernahmen. Genauere Informationen zu den zehn Exits im ersten Halbjahr gibt es [hier](https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-so-lief-das-erste-halbjahr/). Im Juli gab es zwei Exits. Bling übernahm das Finanzbildungs-Start-up Finstep. Die Lerninhalte des Hamburger Unternehmens wurden in die App von Bling integriert. Nect, ein Anbieter für digitale Identitätslösungen, kaufte Acadias aus Hamburg. Acadias hat sich auf Geldwäscheprävention spezialisiert. Im August hat die [Übernahme von Lemon Markets](https://paymentandbanking.com/linden-lemon-markets-exit/) durch die Deutsche Wertpapierservice Bank (dwpbank) viel Aufsehen erregt. Das Fintech, das über eine Schnittstelle ihren Kunden den Handel mit Wertpapieren ermöglicht, blieb dabei eigenständig innerhalb der Unternehmensgruppe. Das Berliner Start-up Topi wurde von der Blackrocks-Tochter Peac Solutions geschluckt, während Orca Capital das Münchner KI-Fintech Sub Capitals aus der Insolvenz rettete. Das Schweizer Kredit-Fintech Teylor, das hierzulande schon häufiger auf Einkaufstour gegangen ist, hat sich im September die Mehrheit an CapeTec gesichert. Das Düsseldorfer Unternehmen wurde im Jahr 2024 von Stephan van Heerden und Dirk Dievernich gegründet, die nach dem Verkauf von Compeon das IT-Team in ihre neue Firma übernommen hatten. Ebenfalls im August übernahm Nexi die restlichen Anteile an Computop. Der Zahlungsdienstleister blieb dabei ein eigenständiges Unternehmen innerhalb der Nexi Group. Reiner, ein mittelständischer Hersteller von Scannern und Kennzeichnungsgeräten, investierte im Oktober einen siebenstelligen Betrag in den Open-Banking-Anbieter Nexi und übernahm dabei 55 Prozent der Anteile. Zebra Technologies kündigte ebenfalls im Oktober an, Elo Touch Solutions akquiert zu haben. Das Unternehmen bietet unter anderem Bezahlterminals für den Handel an. Im November schluckte die französische Kreditplattform Karmen ihren deutschen Konkurrenten Silvr und rettete den Anbieter für KMU-Kredite somit aus der Insolvenz.. Das 2021 gegründete Buchhaltungs-Start-up Cleverlohn ging an das jüngere Fintech Integral. Das Jahr endete mit der Übernahme von Wealthpilot durch die Finaplus-Gruppe. ## **Fusionen** Insgesamt gab es fünf Fusionen im Jahr 2025\. Sie verteilen sich auf März und April. Das deutsche Fincite und das französische Harvest haben sich zur Harvest Group zusammengeschlossen, wobei auf dem deutschen Markt die Marke Fincite erhalten bleibt. Aus Billwerk+, Plenigo und Sofacto entstand die neue Plattform Frisbii, die Lösungen rund um das Management von wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements anbietet. Die beiden Wealthtechs Etops Group und niio finance group, zwei Mehrheitsbeteiligungen von Pollen Street Capital, verkündeten im März ihren Zusammenschluss unter der neuen Marke Etops. Wiwin und Zinsbaustein.de verkündeten im April, langfristig eine gemeinsame Plattform für Investments in Immobilien, erneuerbare Energien und Start-ups anzubieten. Stand Januar 2026 soll es Neugeschäft nur noch unter der Marke Wiwin geben. Unter dem Namen OneCrowd entstand eine neue Plattform für alternative Investments im DACH-Raum aus Seedmatch, Econeers und Mezzany. ## **Insolvenzen** Fünf Start-ups mussten im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden. Dazu gehören auch Sub Capitals und Silvr, die mittlerweile aufgekauft wurden. Das Insurtech Element ist dagegen entgültig insolvent. Nachdem die Hannover Rück im Dezember 2024 die Rückversicherungsverträge gekündigt hatte, verhängte die BaFin ein Verbot für die Aufnahme von Neukunden, worauf sich Element überschuldete. Auch Finance, baby, ein Finanzwissens-Start-up speziell für Frauen scheiterte. Die Crowdinvesting-Plattform Engel & Völkers Digital Invest wurde zahlungsunfähig, nachdem die Mehrheitsaktionärin, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin, die Auszahlung aus einem Darlehensvertrag verweigerte. Damit wollte das Fintech eine außerordentliche Einmalverbindlichkeit bezahlen. Im November wurde die Plattform abgeschalten. Der Konkurrent Bergfürst hat die bestehenden Investments übernommen. **Wir haben ein Unternehmen vergessen? Wir freuen uns über Ihre Nachricht an** [**infografiken@paymentandbanking.com**](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ![](https://vg01.met.vgwort.de/na/d1aed15cc0c14c49989d32ef6d026ec2) ### Der Marathon-Läufer URL: https://paymentandbanking.com/der-marathon-laeufer/ Last updated: 2026-02-05T15:53:02.000Z *Ralf Heim ist Payment & Bankings Unternehmer des Jahres, aber längst kein neues Gesicht. Nun zieht sich der Fincite-Mitgründer aus dem operativen Geschäft zurück. Das ist seine neue Aufgabe.* Wer Fintech-Gründer und Business-Angel Ralf Heim fragt, was aus seiner Sicht die bestechenden Argumente für seine Auszeichnung als Fintech-Unternehmer des Jahres sind, bekommt schnell ein paar Vermutungen geliefert: Vielleicht war es der nachhaltige Aufbau des Fintechs, das Heim mitgründete, oder einer der wenigen erfolgreichen Exits durch den Zusammenschluss mit einem französischen Wettbewerber im vergangenen Jahr. Vielleicht war es auch sein Engagement als fleißiger Netzwerker, der versucht, die Branche zu verzahnen und junge Talente mit einer Beteiligungsfirma zu unterstützen. Fest steht: Ralf Heim ist längst kein neues Gesicht in der Branche. „Im FinTech Softwaremarkt werden Medaillen für den Marathon vergeben, nicht für den Sprint.” Ein Marathon ist in seinem Fall nicht das schlechteste Bild, um seine bisherige Karriere zu beschreiben. Schon alleine, weil sie länger ist als die der meisten. Vor elf Jahren gründete er mit Friedhelm Schmitt und Stefan Post das Unternehmen Fincite, das Software für die Vermögensverwaltung baut. Von seiner damaligen Arbeit als Programmierer hat sich Heim mittlerweile zu einem Strategen entwickelt und verkündete in der vergangenen Woche seinen Rückzug aus dem operativen Geschäft. Als Gesellschafter bleibt er Fincite natürlich erhalten. Vielleicht ist es auch ein Zeichen, dass jemand wie Heim gerade jetzt mit diesem Preis ausgezeichnet wird. ## **Auf dem Teppich geblieben** Denn seine Qualitäten sind in der deutschen Fintech-Landschaft mehr gefragt denn je. Seit die ersten Fintechs anfingen, gab es viele Aufs und Abs im Markt. So richtig groß wurde das Thema in der Zeit von Heims Gründung ab 2015 mit großen Investitionen und noch größeren Hoffnungen. Ab 2020 setzte dann Ernüchterung ein: die überhitzten Bewertungen trafen oft auf die Realisierung, dass sich viele Geschäftsmodelle nicht wirklich trugen. 2022 war der Tiefpunkt: Wenig Investitionen, einige Zusammenbrüche und Sparprogramme dominierten die Nachrichten. Durch all diese Phasen glitt Ralf Heim mit Fincite geschmeidig durch. Vielleicht auch, weil er und seine Mitgründer sich meist zurückhielten: „Es war relativ einfach, Schlagzeilen zu produzieren mit großen Zahlen oder großen Funding-Runden”, erinnert er sich an die Zeit der großen Investments vor der Pandemie. „Diese Mega-Runden haben im B2C-Bereich auch oft gut funktioniert – im B2B-Bereich wächst das Gras dagegen selten schneller, wenn man mit Geld dran zieht.” Heim und seine Mitgründer bei Fincite gingen anders vor: Zunächst verzichtete das Fintech auf Kapitalspritzen von außen. Er wusste aber gleichzeitig, dass Fincite nicht in einem Bereich arbeitete, der exponentielles Wachstum versprach. Zunächst weil Fincite, das Beratungs- und Planungs-Tools für Vermögensverwalter baut, als B2B-Anbieter nur einen begrenzten Kundenstamm hat: „Neobroker und Banken können schneller wachsen als wir und haben das beeindruckend bewiesen”, sagt er. Bei Fincite war organisches Wachstum gefragt. ## **Ein europäischer Fintech-Stratege** Über die Zahlen des Berliner Fintechs ist nicht viel bekannt. Doch die Expansion von Fincite, das mittlerweile in sieben Ländern aktiv ist, spricht für sich. Die Zukunft sieht Heim in der europäischen Zusammenarbeit: Anfang 2025 fusionierte Fincite mit dem französischen Wealthtech Harvest. Die Marktgrößen im WealthTech sei in jedem einzelnen Land begrenzt. Ein Champion mit pan-europäischer Plattform und regionalem Zugang habe hingegen ein großes Potential: „Wir wollen einen europäischen Champion aufbauen”, sagt Heim. Heims Rolle hat sich verändert: Für die fusionierten Fintechs aus der Harvest Group reist der 40-Jährige gerade durch Europa, um potentielle Zukäufe auszuloten. Erst gerade gab Fincite die Übernahme des italienischen Unternehmens Firstance bekannt, das Zeichnungs- und Policenverwaltungsplattformen für Versicherungen und Vertriebe baut. Dabei beschäftigt er sich immer mit der Frage, wie die Finanzplattformen der Zukunft aussehen können: „Ich werde immer sehr nah an Technologie dran sein”, sagt er. „Das liebe ich einfach.” ## **Brückenbauer statt Einzelkämpfer** Heims Horizont erweiterte sich früh: Denn Deutschland bot für ihn nicht immer die besten Gegebenheiten. Weil Entwickler:innen in Deutschland schwer zu finden waren, schaute sich Heim in der Ukraine und Peru um. Dort arbeiten Entwickler:innen teilweise seit zehn Jahren mit Fincite zusammen. „Die Qualität der Codes hängt stark davon ab, dass Entwickler kontinuierlich dabei bleiben”, und das sei in Deutschland eher seltener der Fall. Man habe die Erfahrung gemacht, dass bei „Outsourcing“ eine höhere Mitarbeitertreue bei Entwickler:innen möglich war als in Deutschland. Andere Hürden seien dagegen niedriger geworden. Beispielsweise für die Gründung: Seine Arbeit als Programmierer begann Heim bereits mit 16 und sozusagen aus dem Elternhaus heraus. Über die Jahre beobachtete er, dass die Kosten für die Neugründung kontinuierlich sanken. KI-Tools und White-Label-Produkte bringen neue Möglichkeiten, Prototypen schneller zu bauen. Dass die Finanzierungen zurückgegangen sind, sieht er nicht als Problem: „Inkubation klappt ironischerweise dann besonders gut, wenn das Funding geringer ist”, meint er. „Gerade ist wieder eine super Zeit, um zu gründen.” Seine Rolle als Netzwerker nimmt er ganz bewusst wahr, besonders in seiner Nische, dem Wealth-Tech: „Wir haben in Deutschland im Markt für Asset und Wealth Management wenig Möglichkeiten zum Austausch gehabt”, sagt er. Mit Wealth Connect hat Fincite 2025 erstmals eine größere Veranstaltung zum Thema ins Leben gerufen. Das möchte er auch mit Fincite Ventures, das mittlerweile in FSR Capital umbenannt wurde und noch den drei Gründern von Fincite gehört. Nebenbei gibt er jungen Gründer:innen auch gerne Feedback – auch wenn er nicht in ihre Gründungen investiert. ### Wenn der Agent shoppen geht URL: https://paymentandbanking.com/wenn-der-agent-shoppen-geht/ Last updated: 2026-01-28T07:24:03.000Z *Die einzelnen Bausteine der Agentic-Commerce-Infrastruktur stehen – 2026 wird das Jahr der Piloten. Spätestens jetzt müssen sich Händler und Finanzdienstleister überlegen, wie sie sich strategisch positionieren wollen.* Agentic Commerce steht weit oben im Pflichtenheft von Händlern, Fintechs und Banken für das Jahr 2026\. Während 2025 noch wesentliche Bausteine der Infrastruktur entwickelt wurden, wird 2026 das Jahr der ersten Praxistests. In den USA ist der Instant Checkout in ChatGPT bereits live, und Kunden können beispielsweise Produkte von Walmart und Etsy sowie ab Ende Januar auch von einer Reihe von Shopify-Händlern direkt im Chat kaufen. In Europa gibt es noch einige Herausforderungen, unter anderem regulatorische. Aber die Puzzlestücke fügen sich allmählich zusammen und Unternehmen, die an der Customer Journey des Einkaufs beteiligt sind, müssen sich überlegen, was diese Entwicklung für sie strategisch bedeutet und wie sie sich positionieren wollen. ## **Das Tetris der Protokolle** In den letzten gut zwölf Monaten haben sich die ersten Unternehmen in Position gebracht. Die ersten Schritte waren die Öffnung des Model Context Protocols (MCP) durch Anthropic im November 2024 und der Start des Agent2Agent (A2A) Protokoll von Google im April 2025, an dessen Entwicklung rund 50 Unternehmen, darunter Intuit, Salesforce, SAP und Paypal, beteiligt waren. Damit wurden einerseits die Interaktion von Agenten mit externen Systemen und andererseits die Interaktion von Agenten untereinander adressiert. Die nächsten relevanten Puzzlestücke auf dem Weg zu einem funktionierenden Agentic Commerce Ecosystem waren Mastercards Agent Pay im April 2025, das Agent Payments Protocol (AP2), lanciert von Google im September 2025, das fast zeitgleich angekündigte Agentic Commerce Protocol (ACP) von OpenAI und Stripe, die Einführung von Visas Trusted Agent Protocol (TAP) im Oktober 2025 und schließlich Googles Universal Commerce Protocol (UCP) im Januar 2026 als einen offenen Standard für die gesamte Shopping Journey. Interoperabilität und das Abdecken aller notwendigen Funktionalitäten und Layer haben die Entwicklungen der letzten Monate geprägt – hin zu einem teilweise bunten, aber sauber ineinandergreifenden Tetris der Protokolle. ## **Kollaboration und Interoperabilität** Bemerkenswert ist der hohe Grad an Kollaboration und es gibt regelmäßig Ankündigungen von neuen Initiativen und Allianzen: So gab Paypal beispielsweise am 8\. Januar die Kooperation mit Microsoft bekannt, um die Einführung von Copilot Checkout zu unterstützen, am 10\. Januar folgte die Kooperation von Walmart und Google, einen Tag darauf verkündete Paypal die baldige Integration in die neue UCP-basierte Checkout-Funktion von Google und eine Woche später gab Revolut die Kompatibilität von Revolut Pay mit Googles AP2 bekannt. Da muss man erstmal die Übersicht behalten. ## **Hallo, ich komme von ChatGPT** Spätestens jetzt müssen sich Händler mit dem neuen Vertriebskanal auseinandersetzen. Auch wenn wir speziell in Europa noch am Anfang stehen, sind die langfristigen Potenziale hoch. JP Morgan beispielsweise [schätzt](https://www.morganstanley.com/insights/articles/agentic-commerce-market-impact-outlook?ref=paymentandbanking.com) den Anteil von Agentic Commerce im amerikanischen E-Commerce bis zum Jahr 2030 auf 10 bis 20 Prozent, Bain & Company [geht von](https://www.bain.com/insights/2030-forecast-how-agentic-ai-will-reshape-us-retail-snap-chart/?ref=paymentandbanking.com) 15 bis 25 Prozent. Schon heute kommt ein gewisser Anteil der Weiterleitungen auf Webseiten durch KI-Chatbots: Laut einer [Analyse](https://www.bain.com/insights/agentic-ai-in-retail-how-autonomous-shopping-redefining-customer-journey/?ref=paymentandbanking.com) von Bain sind die Weiterleitungen von ChatGPT von Oktober 2024 bis Oktober 2025 in Deutschland von 0,4 auf 4,4 Millionen gestiegen beziehungsweise von 9 auf 18 Prozent aller Referrals (grob übersetzt als „Weiterleitungen“). Für einzelne US-Seiten sind die Weiterleitungen von KI-Chats wie ChatGPT mittlerweile signifikant: Laut den [Daten von Similarweb](https://pro.similarweb.com/?ref=paymentandbanking.com#/digitalsuite/websiteanalysis/referrals/%2A/999/3m?webSource=Total&selectedTab=incomingTraffic) führte beispielsweise für Etsy.com und Ikea.com im Q4 2025 ChatGPT die Liste der Referral-Quellen an mit rund 25 und 17 Prozent. Für Kleinanzeigen.de lag ChatGPT auf Rang eins mit fast 14 Prozent, für Mediamarkt auf Rang drei mit fast neun Prozent und für Otto.de auf Rang sechs mit fast vier Prozent. Berücksichtigt man jedoch, dass die Weiterleitung von anderen Webseiten häufig nur zwischen drei und gut zehn Prozent des gesamten Traffics ausmacht, liegen die Weiterleitungen von KI-Chatbots noch auf einer geringen Basis, allerdings mit hohem Wachstum. ## **Wer vertraut dem Agenten – und für welche Produkte?** Wenn es um das tatsächliche Einkaufen über Agenten geht, sind die Deutschen allerdings noch zögerlich. Laut einer [Bitkom-Studie](https://paymentandbanking.com/content/files/www-bitkom-org/sites/main/files/2025-11/bitkom-praesentation-e-commerce-wie-digital-shoppt-deutschland-2025.pdf) aus November 2025 können sich rund elf Prozent der Befragten vorstellen, eine KI autonom Einkäufe erledigen zu lassen. Bei den unter 30-jährigen sind es dagegen rund 43 Prozent. Bei der reinen Unterstützung durch KI sieht es besser aus: 28 Prozent aller Befragten würden der KI ihre Bedürfnisse mitteilen und sich von ihr das beste Angebot raussuchen lassen. Große Unterschiede dürfte es auch hinsichtlich der Produktkategorien geben: Standardisierte Verbrauchsartikel haben definitiv ein höheres Potenzial für automatisierte Einkäufe als die Produkte, deren Einkauf mit einem schönen und positiven Kunden- und Einkaufserlebnis verbunden wird, wie beispielsweise Mode oder Luxusartikel, die im Zweifel sowieso im Rahmen eines Einkaufsbummels inklusive Mittagessen oder Cappuccino am physischen POS bezahlt werden. Und auch wenn die Einkaufsberatung und Unterstützung durch KI-Chats noch alles andere als perfekt ist – angesichts der steigenden Entwicklungsgeschwindigkeit in den letzten Jahren ist die nötige Akkuratesse nur eine Frage der Zeit. ## **Konsequenzen für Kundenschnittstellen und Marken** Die Konsequenzen für den Handel sind vielfältig. Ein derzeit viel diskutiertes Thema ist die zukünftige Bedeutung der Marke sowie die partielle Verlagerung der Kundenschnittstelle zu Chatbots und KI-Agenten. Wenn nur der Agent sucht und entscheidet, spielen Marken und emotionale Faktoren potenziell keine große Rolle mehr, sondern nur harte Faktoren wie Preise, Verfügbarkeiten und Lieferzeiten. Gerade für Händler mit einer starken Marke wird es wichtig, die Kundenbeziehung weiterhin an sich zu binden, ihre Sichtbarkeit sicherzustellen, und die relevanten Daten aus den Interaktionen nahtlos in ihre Systeme zu übertragen, um ein optimales Kundenerlebnis auch im Nachgang zum Kauf sicherzustellen. Dies reicht von der Abwicklung über Retouren und dem allgemeinen Kundenservice bis hin zu Loyalty-Programmen und der nachgelagerten personalisierten Ansprache zur Intensivierung der Kundenbeziehung. Eine interessante Frage wird sein, wie sich die Rolle von Marktplätzen, Plattformen und Vergleichsportalen verändern wird. Theoretisch können Agenten direkt auf die Angebote der individuellen Händler zugreifen – vorausgesetzt, dass diese maschinell verarbeitbar und für Agenten lesbar sind und die Händler die entsprechenden Schnittstellen und Protokolle unterstützen. Das könnte eine Fragmentierung des Handels nach sich ziehen. Andererseits positionieren sich gerade Plattformen wie Etsy und Unternehmen wie Shopify oder Klarna dadurch, dass sie die „Agent-Readiness“ und den nahtlosen Anschluss ihrer Händler in die Welt der KI-Plattformen und Agenten sicherstellen, beispielsweise durch strategische Kooperationen oder eigene Infrastrukturelemente wie das Klarna Agentic Product Protocol. Auch die ökonomischen Modelle in einer Welt des Agentic Commerce sind noch offen: Wie viel Gebühren werden die einzelnen Plattformen und Provider für die Nutzung der Infrastruktur und der Dienstleistungen verlangen, und wo werden sich die Gebühren- und Preisniveaus einpendeln? [Nach ersten Informationen](https://www.pymnts.com/news/ecommerce/2026/shopify-merchants-to-pay-4percent-fee-on-sales-made-through-chatgpt-checkout/?ref=paymentandbanking.com) scheint OpenAI eine Gebühr von vier Prozent von den Shopify-Händlern zu verlangen, die über ChatGPT ihre Produkte anbieten. Das wird noch interessant. ## **Und was bedeutet das für Payments?** Spannend werden auch die Konsequenzen für den Payment-Mix. Kartenorganisationen wie Mastercard und Visa haben schon früh das Potenzial von Agentic Commerce erkannt und durch ihre Protokolle beziehungsweise die strategische Zusammenarbeit mit den KI-Unternehmen das Thema der Interoperabilität adressiert. Eine offene Frage ist jedoch noch, welche Zahlungsinstrumente sich im Kontext von Agentic Commerce etablieren beziehungsweise ob sich dominante Instrumente herauskristallisieren. Werden neue Instrumente wie Stablecoins zukünftig eine signifikante Rolle spielen? In der Ankündigung von Googles Agent Payments Protokoll steht zumindest klar, dass neben einer Reihe von Zahlungsinstrumenten auch Stablecoins unterstützt werden. Unternehmen wie Stripe treiben Innovationen in beiden Bereichen voran, und die Kombination aus programmierbarem Geld und agentenbasiertem Kommerz könnte eine Reihe interessanter Anwendungsfälle voranbringen. Welche Rolle werden Wallets im Agentic Commerce spielen? Und was heißt das Ganze strategisch für Banken und Fintechs? Dazu mehr beim nächsten Mal und auf der PEX im März in Berlin. ### EUDI-Wallet: Chancen, offene Fragen und der Ausblick für Finanzunternehmen URL: https://paymentandbanking.com/eudi-wallet-chancen-offene-fragen-und-der-ausblick-fuer-finanzunternehmen/ Last updated: 2026-01-28T05:40:50.000Z ***Annerton-Experte Peter Frey zieht im „Alles Legal“-Podcast Bilanz zur EUDI-Wallet – mit einem Überblick zu offenen rechtlichen Fragen, technischen Hürden und dem aktuellen Zeitplan.*** In der fünften und letzten Folge unserer Podcastreihe zur EUDI-Wallet fassen Dana Wondra und Peter Frey die wichtigsten Erkenntnisse zusammen. Dabei geht es nicht nur um die Chancen für Banken und Zahlungsdienstleister, sondern auch um zentrale offene Fragen rund um Haftung, KYC, Interoperabilität und den politischen Willen, aus der EUDI-Wallet eine Erfolgsgeschichte zu machen. Die EUDI-Wallet soll mehr sein als ein technisches Tool. Sie ist der Versuch, eine europaweit einsetzbare und rechtlich anerkannte digitale Identitätsinfrastruktur zu etablieren. Bürger:innen behalten dabei die Kontrolle über ihre Daten (Stichwort *Self-Sovereign Identity*) und können sie selektiv teilen – etwa für KYC-Prozesse oder Vertragsabschlüsse. ## **Chancen für die Finanzbranche:** Laut Peter Frey könnten Banken und Fintechs mit der Wallet standardisierte, sichere und medienbruchfreie Prozesse aufbauen – sowohl bei der Identifikation als auch bei der Authentifizierung. Das spart Zeit, Kosten und schafft neue Möglichkeiten für digitale Onboarding-Strecken. Auch die europaweite Interoperabilität könnte grenzüberschreitenden Finanzplayern entgegenkommen. ## **Offene Fragen:** Trotz aller Vorteile gibt es rechtliche Unsicherheiten. Etwa: Müssen Zahlungsdienstleister mit jedem Wallet-Anbieter Auslagerungsverträge schließen? Und wie lässt sich die Wallet in KYC-Prozesse integrieren, wenn weder das aktuelle Geldwäschegesetz noch die kommende AML-Verordnung klare Vorgaben dazu machen? Auch bei der Haftung bleibt vieles unklar – besonders dann, wenn bei einer Wallet-Transaktion etwas schiefläuft. Hier fordert Peter Frey eine zügige gesetzliche Klärung, um das Vertrauen in das neue Ökosystem zu stärken. ## **Technische Baustellen und politische Dynamiken:** Neben der rechtlichen Komplexität betont Peter Frey die Notwendigkeit einer einheitlichen technischen Umsetzung. Nur wenn die Wallets wirklich interoperabel sind, nutzerfreundlich funktionieren und sicher vor Cyberangriffen sind, wird sich das System im Alltag durchsetzen. Ein weiterer entscheidender Faktor: die Akzeptanz bei großen Plattformen, Behörden und Unternehmen. Ohne Integration in zentrale Use Cases droht die Wallet ein Nischenprodukt zu bleiben. ## **Fazit und Empfehlung:** Für Unternehmen heißt es jetzt: frühzeitig Prozesse anpassen, rechtliche Einordnung prüfen und technische Schnittstellen vorbereiten. Die Wallet wird kommen und wer vorbereitet ist, kann nicht nur regulatorische Risiken minimieren, sondern auch das volle Potenzial für effiziente, digitale Produktstrecken ausschöpfen. Jetzt Podcast hören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Bank Austria: Next-Level Anlageberatung mit cleversoft URL: https://paymentandbanking.com/bank-austria-next-level-anlageberatung-mit-cleversoft/ Last updated: 2026-01-27T06:43:30.000Z Die UniCredit Bank Austria AG, eine der führenden Großbanken in Österreich und Teil der UniCredit Group, hebt ihre Anlageberatung mit [cleversoft](https://www.clever-soft.com/de/solutions/categories/pre-trade-compliance-de/?ref=paymentandbanking.com) auf ein neues Level. Die Plattform „BestInvest“ wurde entwickelt, um Berater:innen effiziente, personalisierte und regulatorisch konforme Kundenlösungen zu ermöglichen. Die Anforderungen an moderne Bankberatung steigen stetig. Kund:innen erwarten maßgeschneiderte Finanzlösungen und eine ganzheitliche Betreuung. Gleichzeitig sehen sich Finanzinstitute mit wachsenden regulatorischen Pflichten konfrontiert. MiFID-II-Konformität, umfassende Dokumentationspflichten und der Druck, Kosten zu senken, prägen den Alltag. Vor diesem Hintergrund wollte die [UniCredit Bank Austria AG](https://www.bankaustria.at/?ref=paymentandbanking.com) ihre Prozesse in der Anlageberatung grundlegend modernisieren. Um individuelle Anlagevorschläge für Retail-, Private Banking- und Firmenkunden gleichermaßen effizient zu erstellen, manuelle Arbeitsschritte drastisch zu reduzieren und die Qualität der Beratung durch intelligente Softwareunterstützung zu steigern. ## **Partnerschaft für digitale Exzellenz** Um diese Vision zu realisieren, holte sich das Finanzinstitut einen erfahrenen Partner an die Seite: tetralog systems, ein Pionier der Branche und führender Anbieter von MiFID-konformen Wealthtech- und Portfoliooptimierungs-Lösungen, der seit 2024 Teil der ebenfalls aus München stammenden [cleversoft group](https://www.clever-soft.com/de/solutions/categories/pre-trade-compliance-de/?ref=paymentandbanking.com) ist. Im Zentrum der Zusammenarbeit stand die Entwicklung der Plattform „BestInvest“. Sie basiert auf der bewährten Technologie von tetralog, die auch die spezifischen Bedürfnisse der Bank Austria erfüllt und jetzt von angeschlossenen Instituten auch cloudbasiert in ihre Prozesse eingebunden werden kann. Die Lösung dient dem Portfoliomonitoring zur täglichen Überwachung einer Vielzahl regulatorischer und performance-relevanter Parameter sämtlicher Kundenportfolios. Die Berater:innen sind mittels des Beratercockpits tagesaktuell über Analyseergebnisse und Handlungsbedarf informiert. Die Software integrierte sich nahtlos in die bestehende Systemlandschaft der Bank und beendete damit die Zeit der ineffizienten „Medienbrüche“. ## **Funktionalität trifft auf Compliance** Die Plattform deckt den gesamten Beratungsprozess ab. Es beginnt bei einem umfassenden „Client Profiling“, bei dem die finanzielle Situation, Risikotoleranz und Ziele der Kund:innen geprüft werden. Darauf aufbauend ermöglicht das System eine ganzheitliche Portfolioanalyse, um Schwachstellen aufzuzeigen. Ein Kernstück ist die automatisierte Überwachung von Portfolio KPIs und regulatorischen Vorgaben. Ob MiFID-konforme Beratung, Portfoliomonitoring oder die Erstellung der notwendigen Geeignetheitserklärungen – die Software stellt sicher, dass alle gesetzlichen und Kundenanforderungen im Hintergrund geprüft und eingehalten werden. Die Berater:innen können sich so voll und ganz auf das Gespräch mit den Kund:innen konzentrieren, statt sich in administrativen Details zu verlieren. Die Angebotspalette innerhalb der Plattform ist breit gefächert: Von Sparplänen über Einzelwertpapieren bis hin zu maßgeschneiderten Fondsstrategien und der Vermögensverwaltung kann alles direkt im System abgebildet werden. Auch weitere Kapitalanlagen wie Zertifikate, Derivate, Private Equity oder Krypto können zur Portfoliooptimierung verwendet werden. ## **Messbare Erfolge in der Praxis** Die Einführung von „BestInvest“ und der Beratungscockpits hat den Arbeitsalltag bei der Bank Austria spürbar verändert und sowohl die Zufriedenheit der Berater:innen als auch der Kund:innen nachhaltig erhöht. Die Ergebnisse der Implementierung sprechen für sich: Zeitersparnis: Durch automatisierte Routineaufgaben und gebündelte Informationen benötigen Berater:innen deutlich weniger Vorbereitungszeit. Qualitätssteigerung: Die systemgestützte Analyse identifiziert proaktiv Beratungsimpulse. Berater:innen können schneller auf veränderte Marktlagen oder Kundenbedürfnisse reagieren. Prozesssicherheit: Automatische Updates und ein lückenloser „Audit Trail“ sorgen für eine transparente Dokumentation, die auch strengen Prüfungen standhält. [Gabriele Groll](https://www.linkedin.com/in/gabriele-groll-944578111/?originalSubdomain=at&ref=paymentandbanking.com), PQA Produktverantwortliche bei der Bank Austria und Projektleiterin für das BestInvest Dashboard, sagt zur Zusammenarbeit: „Mit tetralog und cleversoft haben wir Partner gefunden, die genau verstehen, welche Anforderungen für ein Haus unserer Größe und Ausrichtung wirklich relevant sind. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, stets auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben und unseren Berater:innen die besten Werkzeuge an die Hand zu geben.“ ## **Blick in die Zukunft der Anlageberatung** Das Projekt zeigt exemplarisch, wohin sich die Branche entwickelt. Die hybride Anlageberatung – das Zusammenspiel aus persönlicher Expertise und leistungsstarker Software – wird zum neuen Standard. Reine Robo-Advisor-Modelle haben ihre Nische, doch im gehobenen Segment bleibt der Mensch als Vertrauensperson unverzichtbar. Technologie dient hier nicht als Ersatz, sondern als „Enabler“, der Komplexität reduziert und Freiräume für das Wesentliche schafft: die Kundenbeziehung. Für die Bank Austria und cleversoft ist der Weg hier noch nicht zu Ende. Gemeinsam entwickeln sie die Plattform kontinuierlich weiter, damit die Bank auch auf künftige regulatorische Änderungen und Markttrends flexibel reagieren kann. ### Wir feiern zehn Jahre Payment Exchange URL: https://paymentandbanking.com/wir-feiern-zehn-jahre-payment-exchange/ Last updated: 2026-01-26T07:11:17.000Z **Die PEX ist von eine frechen Idee zu einer festen Größe geworden. Wie es dazu kam und was nun ansteht.** Payment ist in den letzten zehn Jahren von einer eher technischen Nebenrolle zum Hauptakteur im Banking geworden. Die Payment Exchange war in dieser Zeit kein Zuschauer, sondern Entdecker\*in, Barcamp, Safarijeep und Beobachtungszelt zugleich. Oder wie André Bajorat sagt: „Die PEX war nie eine klassische Konferenz“, so der Mitgründer von Payment & Banking.. „Sie war von Anfang an ein Ort für Einordnung, Begegnungen, Widerspruch und Perspektiven – mitten im Dschungel, mit dem Anspruch, Pfade sichtbar zu machen.“ ## **2016: Als Payment noch überschaubar war** Als am 21\. Januar 2016 die erste Payment Exchange in Berlin stattfand, war die Welt im Payment noch erstaunlich klein: Karten, Terminals, Interchange, ein bisschen Regulierung und die Frage, ob Mobile Payment in Deutschland überhaupt mehr sein würde als ein Running Gag. Bargeld dominierte, Kartenzahlungen waren zwar verbreitet, kontaktlos aber noch ein Exotenthema. „Fragen wie ‚Card on Glass‘ oder die ‚Girocard im Internet‘ waren damals echte Streitpunkte“, erinnert sich André. „Die Zeit hat es geheilt.“ Maik Klotz lacht, wenn er an die damaligen Debatten denkt: „Paydirekt – das Projekt war für uns eine Anatomie des Schreckens. Gut gemeint war eben nicht gut umgesetzt.“ Deutschland war Karten- und Bargeldland, und Handel hieß: stationäre Kasse, Terminal, Schlange. E‑Commerce wurde eher als Parallelwelt verstanden, statt als integraler Teil derselben Customer Journey. Die PEX war deshalb genau dort positioniert: Zwischen Zahlungsdienstleistern, Banken und dem Handel,stationär wie online. ## **Mobile Payment: Vom Irrtum zur Selbstverständlichkeit** 2016 glaubten viele, Mobile Payment müsse „neu erfunden“ werden, mit Telkos, eigenen Wallets und komplett neuen Playern. Rückblickend sagt Bajorat: „Damals dachten wir noch, dass Mobile Payment neu erfunden und es neue Player geben kann. Apple und Google haben uns gezeigt, dass es viel einfacher ist. Die Tokenisierung der Karte und die Einbettung in die Devices haben Mobile Payment ermöglicht. Kein Telko oder neuer Player nötig. Danke, Apple.“ 2018 markierte den Wendepunkt: Google Pay startete im Juni in Deutschland, Apple Pay im Dezember. Die Nutzer:innen entschieden sich nicht mehr aktiv für ein Bezahlverfahren, sondern mit dem Smartphone für ein Ökosystem, die Wallet war einfach da. 2018 hatte ich ein Interview mit Gastrofix: Payment sei für Konsument:innen nur ein Hygienefaktor und erfolgreiche Mobile-Payment-Lösungen seien nicht als eigenständiges Produkt, sondern als Feature eines größeren Ökosystems denkbar, meine Antwort. Exakt dieses Modell hat sich durchgesetzt: Heute tragen Millionen Menschen ihre Karte in Apple Pay oder Google Pay, ohne sich selbst als „Mobile-Payment-Nutzer:innen“ zu bezeichnen. ## **Handel im Wandel: Vom Terminal zu Unified Commerce** In derselben Dekade hat sich der Handel selbst dramatisch verändert. 2016 war der POS ein fest verschraubtes Terminal am Tresen, E‑Commerce ein eigener Kosmos mit separatem Payment-Stack. Heute sprechen alle von „Unified Commerce”: Kund:innen kaufen online, im Store, per App, auf Plattformen und erwarten, dass Identität, Bezahlmethoden und Loyalty überall zusammenpassen. An der Schnittstelle haben sich Fintech-Champions etabliert: **Adyen, Stripe und Checkout.com** als Enterprise- und API‑Plattformen, die Online, In‑App und In‑Store in einem Setup bündeln und globalen Handelsmarken als Zahlungs-Herzschlag dient; **Mollie, SumUp, Zettle, myPOS** als Enabler für KMU und Long Tail und als demokratisierende Kraft, die Kartenzahlung in Cafés, Friseure, Pop-up-Stores und auf Märkte gebracht hat. Dazu **PayPal** als E‑Commerce‑Champion an der Kundenschnittstelle und **Klarna** mit Rechnungskauf und Buy-Now-Pay-Later (BNPL) als Treiber veränderter Kundenerwartungen im Online‑Handel. André Bajorat sagt dazu: „Wir haben unterschätzt, wie relevant der E‑ und M‑Commerce wird und wie wichtig der Long Tail im POS-Business ist.“ Maik Klotz ergänzt: „Das Kunden:innen nicht kanalagnostisch sind, sondern zwischen den Welten hüpfen: Stationär, E‑Commerce, M‑Commerce – das war die eigentliche Disruption.“ Eine Konstante in all dem Wandel ist die **Girocard** geblieben. Sie ist bis heute die wichtigste bargeldlose Zahlart im deutschen stationären Handel und steht 2023/24 für gut über 40 Prozent des Umsatzes am POS, mehr als alle internationalen Debit- und Kreditkarten zusammen. Das istin Zeichen dafür, dass Kund:innen und Handel die Plastikkarte irgendwie lieben. ## **SoftPOS & Tap-to-Phone: Die Kasse wandert ins Gerät** Ein besonders sichtbarer Wandel im Handel ist die SoftPOS-Revolution: Aus dem Smartphone wird das Terminal. SoftPOS- und Tap-to-Phone-Lösungen wachsen in Europa zweistellig, getrieben von hoher NFC-Durchdringung und dem Bedarf an flexibler Akzeptanz. Für KMU, Lieferdienste, Festivals oder Pop-up-Retail bedeutet das: Kartenzahlung ohne zusätzliche Hardware, direkt dort, wo Kund:innen sind. Mit „Tap to Pay on iPhone“ wird jedes iPhone zum potenziellen Akzeptanzpunkt, ein Paradigmenwechsel für Händler:innen, die bisher zwischen stationärer Kasse und mobilem Terminal wählen mussten. Auf PEX-Bühnen wurde früh über „Card on Glass“ gestritten, heute ist SoftPOS Standard-Thema auf Händler- und PSP-Panels. ## **PSD2, Open Banking und Instant: Infrastruktur im Hintergrund** Unter der Oberfläche hat Regulierung die Regeln neu geschrieben. PSD2 hat Banken gezwungen, Konten zu öffnen und Drittanbietern unter klaren Auflagen Zugang zu gewähren, der Startschuss für „Open Banking”. Was anfangs wie eine technische Pflichtübung wirkte, hat neue Player hervorgebracht: A2A-Payment-Anbieter, Aggregatoren, Open-Banking-PSPs. Parallel wuchsen „Instant Payments”: Erst als Option, dann als Differenzierungsmerkmal, inzwischen als Pflicht. Mit der ^EU Instant Payments Regulation” hat die Politik 2024 einen Schalter umgelegt: Euro-Überweisungen müssen in Zukunft innerhalb von zehn Sekunden, rund um die Uhr und zu denselben Kosten wie normale SEPA-Zahlungen ausgeführt werden. Dazu kommen zusätzliche Anforderungen wie die Verpflichtung zur „Verification of Payee“, um Fehlüberweisungen und Betrug zu reduzieren. Für den Handel öffnen sich damit mittelfristig neue Spielfelder: A2A-Zahlungen mit Echtzeitbestätigung am Checkout, schnellere Auszahlungen an Marktplatzhändler:innen und Lieferpartner, Liquiditätsmanagement in Echtzeit. Die PEX-Debatte verschiebt sich von „Kriegen Instant und Karten sich in die Quere?“ hin zu „Wie orchestrieren wir beides sinnvoll für Kund:innen und Geschäftsmodelle?“. Maik Klotz formuliert es zugespitzt: „Wir haben überschätzt, wie mächtig Telkos sein würden und unterschätzt, wie sehr Regulierung und Infrastruktur das Spielfeld langfristig verschieben.“ ## **Irrtümer & kollektive Fehleinschätzungen: Wirecard, Paydirekt & Co.** Die vergangenen zehn Jahre waren reich an Irrtümern, manche teuer, manche lehrreich, manche beides. Wirecard war wohl die sichtbarste kollektive Fehleinschätzung.Ein DAX-Fintech, gefeiert als deutscher Payment-Champion, brach 2020 zusammen, nachdem ein Loch von 1,9 Milliarden Euro in der Bilanz offenbar wurde. „Die Rolle von Wirecard haben wohl sehr viele falsch eingeschätzt“, sagt André Bajorat nüchtern. Der Skandal hat Vertrauen gekostet, in Fintech-Stories, Rating-Mechanismen und Aufsicht. „Paydirekt” war der strategische Irrtum der Banken: eine gut gemeinte, aber schwerfällige Antwort auf PayPal.: „Paydirekt war für uns eine Anatomie des Schreckens. Gut gemeint war eben nicht gut umgesetzt“, so Maik Klotz Die spätere Fusion von Paydirekt, Giropay und Kwitt unter der Marke Giropay war eine Einsicht, dass Fragmentierung im globalen Wettbewerb keine Option ist. Und es gab die kleinen Irrtümer: nationale Mobile-Wallets mit schlechtem Onboarding, komplizierten UX-Flows und wenig Kundennutzen. Maik Klotz erinnert sich: „Es mangelte nicht an schlechten Alternativen mit furchtbarem Onboarding, schrecklicher UX und kaum Kundennutzen. Am Ende waren es Apple und Google, die es getrieben haben.“ ## **Corona: Der ungewollte Beschleuniger** Die COVID-19-Pandemie war kein Payment-Projekt, aber ein Payment-Beschleuniger. Und wir nach der #PEX20 alle kollektiv krank. Weltweit führte die Pandemie zu einem sprunghaften Anstieg digitaler und kontaktloser Zahlungen. In Deutschland stellten Händler:innen auf „Kartenzahlung bevorzugt“ um, Mindestbeträge wurden gesenkt, und Kund:innen merkten: Kontaktlos geht schnell und ist weniger „übergriffig“ als gedacht. Besonders die Girocard hat in dieser Phase einen Sprung gemacht. Die Zahl der Transaktionen stieg von rund 4,5 Milliarden im Jahr 2019 auf etwa 5,5 Milliarden im Jahr 2020 und der Anteil kontaktloser Zahlungen kletterte im selben Zeitraum von etwa 36 auf rund 60 Prozent. ​Girocard und kontaktlose Lösungen gewannen also massiv: Kartengestützte Zahlungen überholten 2024 Bargeld an vielen Handels-Kassen, die Girocard wurde zur wichtigsten bargeldlosen Zahlart mit starkem Contactless-Anteil. E‑Commerce zog ebenfalls an; viele Händler:innen mussten zum ersten Mal in Payment-Integrationen denken, die über das stationäre Terminal hinausgingen. ## **Unsichtbares Bezahlen: Von der Vision zur Praxis** Schon im besagten Interview 2018 hatte ich beschrieben, was heute unter „Invisible Payments“ und „Embedded Commerce“ diskutiert wird: „Kunden wollen einkaufen, nicht bezahlen.“ Die Idee: Der Bezahlvorgang soll intuitiv und möglichst unsichtbar in die natürlichen Prozesse integriert sein.Heute zeigt sich das in vielen Bereichen: – Amazon-Go-ähnliche Konzepte, Scan-&-Go und In‑App-Ordering im Handel, bei denen der Checkout-Prozess verschwindet oder nahtlos in Apps verschmilzt. – Mobility: Parken, Laden, Tanken werden per App, OEM-Integration oder In-Car-Payment abgewickelt, ohne dass Kund:innen aktiv „bezahlen“ sagen müssen. – Gastronomie: Projekte wie Dine+Go zeigen, wie Check-in, Rechnung und Bezahlung in einem digitalen Flow verschmelzen, besonders spannend für Geschäftsessen und wiederkehrende Gäste. Mein Appell von damals: „Lasst das Bezahlen unsichtbar werden und zu etwas völlig Intuitivem, dann mögen es die Kunden;innen auch“ist zu einer inoffiziellen Leitlinie vieler Product-Teams geworden. Ich Orakel 😜 ## **Digitaler Euro & Wero – Europas Suche nach Souveränität** Während sich der Handel und Zahlungsdienstleister auf Unified Commerce und SoftPOS zu bewegen, läuft im Hintergrund ein zweiter, zutiefst europäischer Diskurs: die Frage nach digitaler und strategischer Souveränität im Zahlungsverkehr. Europa wickelt einen großen Teil seiner Alltagszahlungen über internationale Kartenschemes und US‑Big‑Tech‑Wallets ab, mit allen Abhängigkeiten, die das für Kosten, Datenhoheit und politischen Druck bedeutet. Mit Wero ist 2024 ein paneuropäisches Wallet gestartet, getragen von der European Payments Initiative (EPI) und großen Banken.Es ermöglicht Echtzeit‑Account‑to‑Account‑Zahlungen per Handynummer, E‑Mail oder QR‑Code, heute schon für P2P und E‑Commerce, perspektivisch auch am POS. Wero steht damit sinnbildlich für den Versuch, eine europäische Antwort auf PayPal und die großen US‑Tech-Plattformen zu finden, nicht als nostalgische Rückkehr zur „eigenen“ Zahlart, sondern als Infrastrukturbaustein in einem offenen Markt. Ziel ist eine einheitliche, europäisch gesteuerte Alternative zu internationalen Kartenschemes und Big‑Tech‑Wallets, also ein europäischer, souveräner Unified Payment Layer für Konsument:innen, Händler:innen und Banken. Parallel treibt die EZB den Digitalen Euro voran.Nach der Untersuchungsphase ist das Projekt 2025 in die Vorbereitungsphase gegangen, in der konkrete Pilotierungen und der rechtliche Rahmen für einen digitalen Zentralbank-Euro entwickelt werden. Ziel ist nicht die Abschaffung von Bargeld, sondern eine digitale Ergänzung, die Resilienz, finanzielle Inklusion und europäische Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr stärken soll. Nationale Kartensysteme wie die Girocard gelten aus Sicht der Politik und Notenbanken dabei als wichtiger Pfeiler für Souveränität und Wettbewerbsfähigkeit, nicht zuletzt, weil sie für Händler:innen häufig die kostengünstigste bargeldlose Zahlart sind. Für die PEX sind Wero und Digitaler Euro weniger Buzzword als Prüfstein: Wie viel Souveränität ist die Branche bereit mitzudenken, wenn es um Convenience und UX geht und welche Rolle wollen Banken, Fintechs und Handel in diesem neuen Layer tatsächlich übernehmen? ## **Sprache & Kultur: Was uns die Schlagworte verraten** Zehn Jahre PEX sind auch zehn Jahre Branchensprache. 2016 war vieles „spannend“; Buzzwords kamen und gingen. Begriffe wie Omnichannel, Agentic Commerce, Wero oder Digitaler Euro tauchten damals noch nicht mal auf , heute sind sie fester Bestandteil jeder Agenda. Anderes hingegen ändert sich kaum. André Bajorat etwa sagt: „Was sich erstaunlich wenig verändert hat? Das Meckern über die Rolle der deutschen Banken.“ Und auch Maik Klotz sieht Konstanten: „German Angst, Dinge radikal neu zu denken und umzusetzen. Und die Angst vorm Scheitern, was dazu führt, dass tote Pferde lange geritten werden.“ ## **Persönliche PEX-Momente: Ernsthaftigkeit mit Glitzer** Dass PEX mehr ist als Agenda und Panels, zeigen die Momente, über die heute noch gelacht und zitiert wird. Dazu gehört laut Bajorat der „ Sprung des nackten Felix in den Open-Air-Pool im Soho House.“ Oder eben das „Drag-Queen-Karaoke auf der Rooftop-Bar im Soho”, wie sich Maik Klotz erinnert. Auch inhaltlich gab es Momente, die nachwirkten: „Der Fireside Chat von Rafael Rotero mit dem Kollegen vom Chaos Computer Club, das hat meinen Blick auf Security und Privacy im Payment nachhaltig geschärft”, so André Bajorat. Und Maik Klotz hat derVortrag von Christoph Bornschein zum Status quo im E‑Commerce beeindruckt, sagt er: „Der hat die Lücken zwischen Anspruch und Realität schonungslos aufgezeigt.“ ## **Was bleibt und wohin es geht?** Trotz aller Dekadenbewegung bleiben einige Grundfragen erstaunlich stabil: – Lokal oder global? Nationale Verfahren vs. internationale Schemes. – Kundenfokus oder Geschäftsmodell? UX vs. Monetarisierung. – Tempo oder Orientierung? Feature-Output vs. nachhaltige Pfade. Bei all dem bleibt eine Konstante: Payment wird nicht einfacher, aber der Bedarf an Orientierung wächst. Vielleicht ist das der eigentliche Beitrag der Payment Exchange in diesen zehn Jahren. - Orientierung statt Tempo: Nicht jede neue Wallet, jede API oder jedes Buzzword verdient ein eigenes Projekt, aber einige wenige strukturelle Trends (Mobile Wallets, Unified Commerce, Instant, Embedded) ziehen sich wie ein roter Faden durch die Dekade. - Einzelhandel im Zentrum: Am Ende entscheidet der Handel – stationär wie online –, welche Lösungen Praxisrelevanz haben, weil sie Conversion, Prozesse und Kundenerlebnis verbessern. - PSP und Fintech als Übersetzer: Player wie Adyen, Mollie, SumUp und viele andere haben gezeigt, dass jemand die Komplexität zwischen Regulatorik, Schemes, Banken und Handel übersetzen muss. - Mut zur Korrektur: Von Wirecard bis Paydirekt, von nationalen Wallets bis zu überschätzten Telkos, die Branche liegt öfter daneben, als sie zugibt. Wichtig ist, Irrtümer zu erkennen, zu korrigieren und offen darüber zu sprechen. Genau das passiert seit zehn Jahren auf der PEX: Menschen aus Payment, Handel und Tech kommen zusammen, um zu sagen, was sie übersehen haben, was sie gelernt haben – und welche Pfade im Dschungel sie anderen heute empfehlen würden. Wenn man 2036 auf die Dekade 2016–2026 zurückblickt, wird man vielleicht über manche Gewissheit lachen, über nationale Wallets, proprietäre Standards, die späte Liebe zu Instant. Aber man wird sagen können: In diesen zehn Jahren hat Payment gelernt, dass Orientierung, Vertrauen und Einbettung in den Alltag wichtiger sind als die nächste Feature-Ankündigung. Oder, in einer letzten Klammerfrage: Was hat in zehn Jahren Payment wirklich Orientierung gegeben? Die ehrliche Antwort der Initiator:innen wäre wohl: Menschen, die bereit waren, Fehler zuzugeben, Perspektiven zu teilen und sich jedes Jahr in Berlin wieder in den Dschungel zu begeben. ### AI in Finance: ChatGPT mit Werbung, neue KI-Wearables und Jobdruck im Banking URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-chatgpt-mit-werbung-neue-ki-wearables-und-jobdruck-im-banking/ Last updated: 2026-05-12T00:39:43.000Z *In Folge 2 in diesem Jahr von AI in Finance sprechen Sascha und Maik über frische KI-News mit ordentlich Sprengkraft. Von Werbung in ChatGPT über neue Hardware-Gerüchte bis hin zu Job-Effekten im Banking zeigt sich: 2026 startet mit Tempo. Und vielen offenen Fragen* ## **Werbung in ChatGPT & das neue Geschäftsmodell** OpenAI führt Werbung in ChatGPT ein. Zunächst in der kostenlosen Version und im neuen Abo-Modell. Ein Schritt, den Sascha und Maik schon vor Monaten erwartet haben. KI ist teuer, Rechenleistung frisst Milliarden, Idealismus allein reicht nicht mehr. Pikant: Noch im Herbst hatte Sam Altman Werbung öffentlich abgelehnt. Die Anzeigen sollen klar gekennzeichnet sein, unterhalb der Antworten erscheinen und diese angeblich nicht beeinflussen. Spannend wird vor allem, was das für Marketing bedeutet. Wenn Kaufentscheidungen direkt im Chat stattfinden, verlieren klassische Websites und Shops an Bedeutung. Produktdaten müssen KI-lesbar werden, der Shop wird zum Fulfillment-Center. Search Shift in Reinform. ## **Apple, OpenAI & der Kampf um das nächste Device** Richtig Bewegung kommt ins Hardware-Rennen. Apple setzt bei Siri künftig offenbar auf Googles Gemini, ein strategischer Offenbarungseid für ein Unternehmen, das jahrelang auf eigene KI gesetzt hat. Mit iOS 26 und 27 soll Siri endlich kontextfähig und chatbasiert werden, teilweise sogar über Google-Server. Datenschutz-Debatte inklusive. Parallel arbeitet OpenAI an neuen Wearables. Nach dem belächelten „Gumdrop“-Stift nun das Gerücht um Sweetpea: ein KI-Ohrgerät als direkter Angriff auf AirPods. Always-on, sprachgesteuert, extrem leistungsfähig. Noch ist vieles Spekulation, aber klar ist: Der Kampf um das dominante KI-Interface hat längst begonnen. ## **Jobs, Banken & die unbequeme Wahrheit** Anthropic sorgt mit einer Studie für Stirnrunzeln: KI übernimmt nicht nur Routine, sondern gerade komplexe Aufgaben. Menschen behalten oft die langweilige Abarbeitung, während Denkarbeit ausgelagert wird. Im Banking wird das besonders spürbar. Studien rechnen mit bis zu 10 % weniger Jobs in Europas Banken bis 2030, vor allem in Backoffice, Risiko und Compliance. Gleichzeitig zeigen Beispiele wie Barclays, dass KI auch als Produktivitäts-Tool für Mitarbeitende ausgerollt wird. Entscheidend bleibt, ob Umschulung und neue Rollen wirklich greifen oder ob Effizienzgewinne am Ende doch vor allem Stellen kosten. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! Es geht um: - Werbung in ChatGPT & Search Shift - Apple setzt auf Gemini: Siri im Umbruch - OpenAI-Wearables & Hardware-Strategie - Deepfakes, Regulierung & Grok - KI, Jobs & Banking bis 2030 ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Buzzword-Check: Die EUDI-Wallet URL: https://paymentandbanking.com/buzzword-check-die-eudi-wallet/ Last updated: 2026-05-12T00:01:21.000Z *In unseren neuen Serie „Buzzword-Check” schauen wir auf aktuelle Hypethemen der Branche, erklären sie und ordnen sie ein. Damit ihr wisst, was wirklich wichtig ist – und was nur aufgebläht. Diesmal unter der Lupe: die EUDI Wallet.* Die Serie „Buzzword-Check” nimmt in unregelmäßigen Abständen die wichtigsten Buzzwords unter die Lupe, die gerade in der Payment & Banking-Szene herumschwirren. Von Customer Centricity bis zu Financial Inclusion: Wir schauen, hinter welchem Hype sich wirklich ein großer und wichtiger Trend verbirgt – und welchen Ihr geflissentlich ignorieren könnt. In der ersten Folge geht es um die EUDI Wallet. ## **Was ist die EUDI Wallet?** Es handelt sich um eine App, in der man offizielle Dokumente digital speichern und rechtssicher verwenden kann. Im Gegensatz zu privaten Lösungen (wie Apple oder Google Wallet) wird die EUDI Wallet von den Mitgliedstaaten ausgegeben oder anerkannt und unterliegt strengen Datenschutz- und Sicherheitsstandards. **Die Kernfunktionen:** - **Identitätsnachweis:** Digitaler Ersatz für den Personalausweis (online und offline). - **Dokumentenverwaltung:** Speicherung von Führerschein, Diplomen, ärztlichen Rezepten, Bankkarten und Tickets. - **Digitale Signatur:** Erstellung von rechtsverbindlichen elektronischen Unterschriften für Verträge oder Behördengänge. - **Datensouveränität:** Sie entscheiden bei jeder Anfrage selbst, welche Daten geteilt werden (z. B. „Ich bin über 18“, ohne das genaue Geburtsdatum zu verraten). ## **Was sind die Erwartungen und Zeitpläne?** Da wir uns aktuell im Jahr **2026** befinden, steht die Einführung unmittelbar bevor. Die Erwartungen der EU und der Bürger lassen sich in drei Bereiche unterteilen: #### **1\. Zeitplan für die Einführung** - **Bis Ende 2026:** Alle EU-Mitgliedstaaten sind verpflichtet, ihren Bürgern mindestens eine EUDI Wallet anzubieten. Die Nutzung ist für Bürger **freiwillig** und **kostenlos**. - **Ab 2027:** Bestimmte private Anbieter (z. B. Banken, Mobilfunkanbieter, Energieversorger) sowie sehr große Online-Plattformen müssen die Wallet als Identifikationsmittel akzeptieren. #### **2\. Erwarteter Nutzen im Alltag** - **Grenzüberschreitende Nutzung:** Sie können sich mit Ihrer deutschen Wallet problemlos bei einer Behörde in Spanien anmelden oder in Italien ein Auto mieten. - **Bürokratieabbau:** Behördengänge, Steuererklärungen oder die Eröffnung eines Bankkontos sollen in Minuten rein digital erledigt sein. - **Sicherheit:** Die Wallet nutzt modernste Verschlüsselung und ist „Open Source“ gestaltet, um Vertrauen durch Transparenz zu schaffen. #### **3\. Wirtschaftliche Erwartungen** - **Effizienzgewinne:** Unternehmen erhoffen sich durch die standardisierte Identifizierung massive Einsparungen (weniger manuelle Video-Ident-Verfahren oder Papierkram). - **Neuer Standard:** Es wird erwartet, dass die EUDI Wallet schnell zum Standard für das Onboarding bei Online-Diensten wird, ähnlich wie heute „Login mit Google“, nur sicherer und staatlich legitimiert. ## **Buzzword EUDI-Wallet: Einschätzungen des Teams** **André Bajorat, Payment & Banking:** „Wir reden seit Jahren über das Thema und haben eine Menge gescheiterte Konzepte gesehen – egal ob Yes oder Verimi. Alles mit großen Versprechungen und Erwartungen, aber mit wenig Relevanz. Die EUDI Wallet könnte in der Tat ein Game-Changer sein, da verschiedene Komponenten zusammenkommen: Politischer Willen, regulatorischer Rahmen sowie Unternehmen, die es wollen. Jetzt wird es entscheidend darauf ankommen, dass das Setup tagesrelevante Use-Cases ermöglicht und die Einsatzorte schnell zur Verfügung stehen. Dabei wird es wichtig sein, dass die Wirtschaft das Thema als Mehrwert versteht und aufnimmt. Der reine politische Wille und Sonntagsreden werden zum Erfolg nicht ausreichen. Ich würde es mir aber wünschen, da der selten mögliche Einsatz des e-Persos das Potential einer digitalen ID zeigt.” **Jochen Siegert, Payment & Banking:** „Wenn ich das Ident-Thema bei Konferenzen wieder einmal auf einem Panel oder per Keynote erleben darf, verlasse ich mittlerweile den Saal und präferiere das Networking an der Siebträgermaschine. Zu oft hör(t)e ich reines Wishful-Thinking. Fachnerds, die, entrückt von der Realität, bei ihren Ausführungen die Aufmerksamkeitsspanne des Auditoriums überstrapazieren und über die Köpfe hinweg mit sich selbst philosophieren. Das Thema verharrt im Konjunktiv. Natürlich müssen Dritte und nicht die Referenten selbst, die jeweiligen ach-so-wichtigen und weltbewegenden Ident-Use Cases erkennen. Dann würde alles besser: Prozesse, Kosten, Conversion…. Bis heute muss ich laut lachen über einen Verimi Geschäftsführer. Dieser erklärte einst in unserem Payment&Banking-Podcast, völlig ernst und überzeugt: Der Benchmark-Use Case und Raison d´Être für Verimi sei der starke Ident für den vereinfachten „Hauskauf als Deutscher auf Mallorca“. Wer kennt es nicht? Zwischen dem „Reservieren“ der besten Liege am Pool mit dem eigenen Badetuch und dem späteren all-inclusive Frühstücksbuffet ermöglicht Verimi schnell noch einen digitalen Ident zum Kauf des x-ten Ferienhauses. Zum Bezahlen nutzt man natürlich auch noch dieses toll integrierte Verimi-Pay. Sooo bequem!! Diese Posse zeigt doch stellvertretend das eigentliche Dilemma: Immer wildere Kopfgeburts-Lösungen suchen seit Jahren ein wirkliches Problem. Mit dem gar nicht mehr so „neuen“ Personalausweis und der NFC-Schnittstelle in Smartphones ist ein starkes, rechtssicheres Ident auf bequemste Weise längst möglich. Was trotzdem seit Jahren fehlt, sind dafür Anwendungen und Relevanz im Alltag. Wer wundert sich dann, dass die Nutzer, wenn es dann das eine Mal alle Jubeljahre drauf ankommt, dann natürlich längst die Perso-PIN vergessen haben und der eigentlich einfache Ident mittels NFC-Tap scheitert? Nun kommt dieses „Ident-Ding” jetzt also im neuem Gewand: Ganz neuer Name, bissl digitaler, angeblich noch ein bissl bequemer in einer Wallet, ist jetzt pan-europäisch und, ganz wichtig dem Zeitgeist entsprechend, souverän. Es füllt wieder überbordend viel Powerpoint-Folien, Excel-Tapeten und vor allem Konferenzsprechblasen. Ich wünsche mir, dass sich die Protagonisten dieses Mal nicht nur wieder auf eine technische Lösung konzentrieren, sondern vom Start an endlich genügend relevante Anwendungen integrieren und prozessual pragmatisch von Nutzern und deren wirklichen Problemen denken. Schau\` mer mal…” **Maik Klotz, Payment & Banking:** Der Geist ist willig. Ich hoffe nur, das Fleisch ist nicht schwach. Die gute Nachricht: Es wird passieren und die EUDI Wallet ist eine europäische Vorgabe, die es umzusetzen gilt. Die zweite gute Nachricht: Die drei Bereiche: Behörden, FInanzinstitute und „marktbeherreschende Unternehmen” müssen die EUDI Wallet als Schlüssel beziehungsweise weiteren Zugang unterstützen. Das bedeutet also nicht das Ende von Video-Ident, die EUDI-Wallet ist ein weiterer Weg. Im Grunde haben wir in Deutschland mit dem digitalen Personalausweis ja schon seit einigen Jahren eine digitale Identität. Neu ist nur dass die EUDI Wallet auf dem Smartphone läuft und das es eben eine gewisse Akzeptanzpflicht gibt. Die spannende Frage wird aber sein, schmeckt der Wurm dem Fisch und nicht nur dem Angler? Anders gesagt: wird es von den Menschen auch eingesetzt? Das Vertrauen in den Staat ist ja in den letzten Jahren nicht zwangsläufig gestiegen und auch UX spielt eine entscheidende Rolle. In Zeiten von KI, Deepfakes und Co. würde ein „blauer Haken” also mit zum Beispiel der EUDI Wallet zertifizierter Content mehr als hilfreich sein. Genau das kann die EUDI Wallet aber (noch) nicht. Meine Angst ist weniger, ob man eine europäische digitale Identität braucht, sondern wie wird sie umgesetzt und was kann man damit am Ende machen. Immerhin kommt sie im Januar 2027\. Im nächsten Jahr sind wir also schlauer. Hoffe ich. **Nicole Nitsche, Payment & Banking:** Die EUDI Wallet ist weder Hype noch Heilsbringer. Sie ist ein Infrastrukturprojekt mit offenem Ausgang. Was man der EUDI Wallet zugutehalten muss: Sie ist der erste ernsthafte Versuch, digitale Identität in Europa nicht als Produkt, sondern als öffentlich legitimierte Grundfunktion zu denken. Politischer Wille, regulatorischer Rahmen und eine kommende Akzeptanzpflicht treffen hier tatsächlich aufeinander. Das unterscheidet sie von früheren Anläufen wie Yes oder Verimi, die viel versprochen, aber kaum Alltag erreicht haben. Gleichzeitig zeigt genau diese Vergangenheit, warum Euphorie fehl am Platz ist. Identität ist kein Feature. Identität ist kein Komfortargument. Und Identität wird nicht genutzt, weil sie existiert, sondern weil sie gebraucht wird. Wir haben in Deutschland mit dem elektronischen Personalausweis seit Jahren eine technisch starke und rechtssichere digitale Identität. Sie scheitert nicht an der Technologie, sondern an fehlender Tagesrelevanz. Zu wenige Einsatzorte. Zu wenig Gewohnheit. Zu viel Friktion im entscheidenden Moment. Die vergessene PIN ist sinnbildlich für dieses Problem. Die EUDI Wallet wird dieses Grundproblem nicht automatisch lösen. Sie wird es höchstens sichtbarer machen. Bis Ende 2026 müssen die Mitgliedstaaten Wallets bereitstellen. Ab 2027 müssen bestimmte Unternehmen sie akzeptieren. Das ist wichtig. Aber Akzeptanzpflicht ist noch keine Nutzung. Und Regulierung ersetzt keine gute Nutzererfahrung. Der entscheidende Faktor wird sein, ob es gelingt, vom ersten Tag an reale Alltagsprobleme zu adressieren. Nicht theoretische Leuchtturm Use Cases, die auf Konferenzen gut klingen, sondern Situationen, in denen Identifikation heute wirklich weh tut. Ident funktioniert dann, wenn sie still ist. Wenn sie nicht erklärt werden muss. Wenn sie einfach da ist, wenn man sie braucht. Ein Punkt, der bisher zu wenig diskutiert wird: In Zeiten von KI, Deepfakes und synthetischem Content könnte digitale Identität eine neue Rolle bekommen. Nicht nur als Zugangsschlüssel, sondern als Vertrauensanker. Die Frage, ob etwas echt ist, wird uns noch lange begleiten. Hier liegt Potenzial, aber nur, wenn die Wallet über klassisches Onboarding hinaus gedacht wird. Meine Prognose: Ende 2026 wird die EUDI Wallet existieren, integriert sein und verpflichtend akzeptiert werden. Ob sie dann schon Alltag ist, bezweifle ich. Langfristig halte ich sie für relevant. Nicht als Revolution, sondern als stille Infrastruktur, über die man irgendwann nicht mehr spricht. Und vielleicht ist genau das ihr größter Erfolg. ### Private Credit 2.0: Wie neue Kreditmodelle den Finanzmarkt verändern URL: https://paymentandbanking.com/private-credit-2-0-wie-neue-kreditmodelle-den-finanzmarkt-veraendern/ Last updated: 2026-01-22T19:26:23.000Z Private Credit boomt – zwischen Wachstumstreiber und neuem Risikofaktor. Mit Credibur-Gründer Nicolas Kipp spricht Kevin Hackl über Mechaniken, Marktlogik und kritische Fragen. Private Credit für die einen Heilsbringer für underbanked Unternehmen, für die anderen Teufelszeug und Wegbereiter für neue Schieflagen am Finanzmarkt. Mit Nicolas Kipp, Gründer von Credibur, schauen wir mit einem absoluten Experten hinter die Kulissen eines boomenden Marktes. Mit der Gründung von Credibur, trägt er dazu bei, Kreditgeschäfte durch Daten und Automatisierung transparenter, einfacher und sicherer zu machen. In der Folge beleuchten wir Nicolas Weg über Ratepay und der Gründung von Banxware hin zu seinem neuesten Venture Credibur. Dabei gehen wir nicht nur auf seine Begeisterung für Risk im Kreditgeschäft ein, sondern lernen auch, wie die Gründung von Credibur verlaufen ist und worauf es in der Startphase beim Aufbau eines jungen Unternehmens ankommt.Danach beleuchten wir, wie das Private Credit Geschäft funktioniert, welche Player und Interessenlagen involviert sind und worauf es ankommt. Debt Facility, Orginator, Lender, Re-Financing, Borrower – hier lernst Du worauf es ankommt und warum Nicolas Credibur gegründet hat.Selbstverständlich gehen wir auch auf Kritikpunkte ein, insbesondere was die Sorge vor Schieflagen am Kapitalmarkt anbelangt. Wir diskutieren wie der Wunsch nach Wachstumsfinanzierung, finanzielle Stabilität und der Bedarf an Private Credit in Einklang gebracht werden können. Viel Spaß beim Reinhören. ### Quo vadis, Kundenbeziehung? URL: https://paymentandbanking.com/quo-vadis-kundenbeziehung/ Last updated: 2026-01-22T07:40:52.000Z Der Kampf um die Kundenbeziehung ist längst eröffnet. Schon bald wird es Gewinner und folglich auch Verlierer geben. Wer muss sich Sorgen machen? Heutzutage besteht die Kundenbeziehung im Retailgeschäft und auch im SME-Business oft zu verschiedenen Kanälen einer Bank: einer App, einem Chatbot, Menschen im Service-Center und für wenige zum persönlichen Kundenbetreuer oder dem Personal in den Filialen. Im Bargeldgeschäft sind die Touchpoints schon heute zum großen Teil an das freundliche Personal von Supermärkten oder Drogerieketten outgesourct, die Auszahlungen von Bargeld im Zahlungsvorgang an der Kasse erledigen. Und in der Zukunft? In einer KI-gesteuerten Welt ohne Apps wird es nicht einfacher werden, die Kundenschnittstelle zu besetzen, gleichzeitig werden neue Konkurrenten relevanter, Stichwort: Publisher. Wird das ein Game Changer oder im Omni-Channel Ansatz nur ein weiterer Kanal? ## **Ehemalige Challenger sind heute Mitbewerber** Ehemalige Challenger, die damals die neue, digital-affine Generation bedienten, sind längst Mainstream geworden und aufgrund ihrer Größe ernstzunehmende Mitbewerber um die Gunst und die finanziellen Assets der Kunden – aber weiterhin mit dem Vorteil besserer Prozesse und weniger Legacy-Systemen. Und eigentlich alles, was Boomer und darunter ist, „kann Bank heute digital“, wenn Kund:innen etablierter Institute auch oft noch an bestimmten Abläufen wie „neues Handy“ verzweifeln. Jugendliche gehen heute selbstverständlich zu Revolut und N26, haben als junge Erwachsene erste Depots bei Trade Republic und folgen eben nicht mehr dem ehemaligen Finanzverhalten ihrer Eltern, worauf tradierte Institute sich jahrelang verlassen konnten. ## **Digital ist normal – KI eigentlich auch schon** Die Generationen unter 40 Jahren sind nicht nur digital-, sondern KI-affin. Sie kennen Personalisierung aus dem E-Commerce, aus Social Media, sie erwarten heute auf sie zugeschnittene Dienstleistungen und – mehr und mehr – dass die Unternehmen, mit denen sie interagieren, für sie mitdenken. Menschen unter 50, und auch die 50+, die vermögender sind, teilen übrigens laut einer KPMG Studie mit immer größerer Bereitschaft auch ihre Finanzdaten. Kunden gehen davon aus, dass Finanzinstitute nach dem besten Interesse ihrer Kundinnen und Kunden agieren. Sie erwarten also, wie ich auch, dass ihre Bank sie anspricht, wenn zu viel Geld auf dem Girokonto liegt, dass man „rules“ setzen kann („wenn … dann überweise …“), dass ein automatisches Balancing zwischen Girokonto, Depot und Tagesgeld erfolgt. ## **Agentic Banking oder doch eher reine Prozess-Effizienzen?** Auf einschlägigen Portalen wie LinkedIn lesen wir immer wieder über die „Agentic Bank“, also den konsequenten Einsatz von KI-Möglichkeiten hin zur weitgehend automatisierten Bank mit minimalem menschlichen Overhead. Etablierte Banken und Versicherungen sind von diesem Zielbild noch weit entfernt, und es sei auch dahingestellt, ob dies mit einem Umbau der heutigen Organisation und der heutigen Systeme überhaupt gelingen kann. Möglicherweise muss konsequent neu gebaut werden, genau wie es Neobanken im Digitalbanking vor zehn Jahren getan haben. Nur:Kunden werden auf einen solchen Neubau nicht warten. Und es ist ja auch nicht so, als ob Banken im Feld von KI und auch mit agentischer KI nicht längst innovieren: im Bereich interner Prozesse und Wissensquellen (hallo Bank-X-GPT), im Onboarding, KYC, AML, in der Kreditvergabe oder im Kundendienst mit internen Service-Tools – und Avataren wie AVA der Commerzbank. In UK hat Revolut bereits einen KI-gestützten Finanzberater; auch genAI Lead Generation Angebote wie „quirion.ai“ zeigen, wohin erklärende Finanzinformation gehen kann. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Warum ist es so schwer, Kunden personalisierte, digitale Lösungen anzubieten?** Bei den etablierten Instituten bleibt die auf Daten beruhende, persönliche Kundenansprache – die Personalisierung von Angeboten und Produkten mit konkretem Mehrwert – mit Ausnahme des Kundendienstes, weiterhin die absolute Ausnahme. Warum? Haushaltsbuch, Ausgabenkategorien und Multibanking waren bisher reine Kostenzentren. Anzeigefunktionen ohne verknüpfte Handlungen. Sie beruhten auf Angeboten externer Dienstleister, nicht auf einem organisationsweiten Zugriff auf Daten und kundendatengetriebenen Prozessen über einzelne Unternehmensbereiche hinweg. Und darin liegt die Crux. Tradierte Banken haben über die letzten Jahre enorm große IT-Transformationen durchgeführt: Cloud-Migrationen, API-Programme, App-Plattform-Erneuerungen. Gleichzeitig neue Distributed-Finance-Angebote und Tokenisierungsprojekte, regulatorische Anforderungen rund um DORA und unzählige weitere Anpassungen. Datenlakes wurden kreiert, IT-Sicherheit erweitert, neue Identifizierungsverfahren eingeführt. Und das alles meist mit einer schrumpfenden Zahl von Mitarbeitenden, insbesondere aus den Fachbereichen. Es musste erst einmal die Grundlage dafür geschaffen werden, dass moderne, kundenfokussierte Digitalanwendungen überhaupt realistisch in den Markt gebracht werden konnten. Und nun, wenn man dies auf den Weg gebracht hat, steht der nächste technologische Sprung an: Generative KI, die mitarbeitet, die Kunden und Kundinnen betreut, aber auch berät und im Namen der Kund:innen Finanzgeschäfte führt. Oft geschieht das bereichsübergreifend, mit Anforderungen an Daten, die weit über personalisierte In-App-Kampagnen hinausgehen. Währenddessen sind Unternehmen mit weniger Legacy wie Revolut im Hyperwachstum. KI-Finanzberater? Im Heimmarkt getestet. Handel mit alternativen Assets wie PE-Fonds? Machen Start-ups. Personalisierte Einkaufsberater? BNPL? Smarte Wallet-Lösungen? Hallo Klarna, Shopify. Äh, Krypto? Hier holen etablierte Institute auf, aber mit Vorsicht. ## **Was ist die Lösung?** Banken müssen sich endlich konsequent mit ihren Kundendaten befassen – und sie KI-ready machen. Konkret heißt das: eineindeutige Kundensichten (Dubletten raus), ereignisbasierte Datenflüsse in (nahe) Echtzeit, sichtbarer Consent (Zweck, Dauer, Widerruf als Beleg), klare Berechtigungen/Entitlements (was darf automatisiert, was nur mit Freigabe geteilt werden) und Erklärbarkeit/Audit-Trail direkt im Frontend. PSD2/3 liefert dafür heute schon schnelle Ergänzungen (Affordability, Abos, Cash-Signale). FIDA wird die umfassende, personalisierte Finanzberatung ermöglichen und revolutionieren, Daten-Portabilität, Haftung und Vergütung formalisieren und beschleunigen. Aber warten müssen wir nicht auf FIDA, um Mehrwerte mit Daten zu kreieren. In Gesprächen mit Banken stelle ich sehr gerne viele Fragen zu Daten. Ich frage konkret nach demografischen Daten, nach Anteilen des Gesamtvermögens im Institut, nach welchen Portfolio-Anteilen im eigenen Institut und bei Fremdbanken liegen, nach Girokonten, die Kund:innen bei anderen Instituten führen. Bei SME-Unternehmen geht es um automatisierte Cash-Flow-Analysen, “MyCFO” Lösungen. In diese Richtung entwickeln sich Challenger wie Qonto immer weiter. Leider ist es immer noch nicht selbstverständlich für Finanzinstitute, sich ein transparentes Bild ihrer Kund:innen zu machen. Denn sie kommen kulturell aus einer Produkt-DNA. Ich baue ein Produkt, das Geld verdient, und das trägt der Vertrieb an eine vordefinierte Kundenbasis. Bumm. ## **Währenddessen wird die Kundenstelle disruptiert** Die großen KI-Unternehmen legen währenddessen Protokolle vor, wie das Payment-Geschäft im Retail funktioniert, ohne einen Touchpoint mit den Interfaces der Händler zu haben – eingebettet in Chat-Erlebnisse. Weitergedacht bedeutet dies: Neben dem heutigen Wettbewerb von Neobanken und Wealth-Start-ups kommt die nächste Disruptionswelle auf uns zu: Voice- und Chat-basierte Käufe von Finanzprodukten über große KI-Anbieter, mit einem regulierten Intermediär dazwischen. Es muss aber eben keine Bank sein, bei der die Person früher ihr Konto hatte. Für all das, was ich oben beschreibe, braucht Institute eben: Daten. Man muss seine Kunden extrem gut kennen. Und zwar nicht nur ihre finanzielle Position, sondern ihr gelebtes Verhalten.Es verändert den Dialog in einem Institut, es verlangt aber auch eine Neuorgansiation weg vom Produkt hin zur echten Kundenzentrierung. Nur wenn ich versuche, Kunden wirklich auf Basis ihrer Daten kennenzulernen und mit ihnen darauf basierend zu interagieren – und das institutionalisiere –, dann verändert sich auch die DNA des Unternehmens. Menschen sind zwar heute oft selbst nur Produkte in der Welt der Datenmonetarisierung. Aber Menschen können loyal sein und klar entscheiden, mit wem sie Geschäft machen möchten. Wer sich heute um seine Kund:innen nicht bemüht, wird (noch schneller) ausgetauscht. ## **In welchen Feldern kann heute gehandelt werden?** Beispiel Pensionsplanung: Aus internen Beständen (Policen/Beiträge, ETF-Sparpläne, Kredite) plus PSD2-Signalen (Einnahmen/Ausgaben) entsteht eine Gap Analyse („Rente −€x/Monat“, „BU-Lücke €y“) mit Begründung und Datenbezug. Kundinnen und Kunden vergleichen und simulieren Varianten, die Entscheidung darf später fallen. Wenn sie bereit sind, startet eine freigegebene Aktion (z. B. Angebotsprozess) mit Consent-Beleg und Audit-Trail. Kreditantragsstrecken, fairere Scoring-Modelle, bessere Kredite, beziehungsweise überhaupt Kreditvergabe an SMEs (wie Banxware, Teylor, PayPal es vorleben), Schuldenprävention, Conversational-AI gestützte Finanzberatung für den Mass Affluent Bereich, und vieles mehr. Hier müssen wir nicht auf FIDA warten! Diese Angebote benötigen klare KPIs, damit man den Mehrwert von personalisierten Angeboten auch finanziell klar messen kann. Wir brauchen das Commitment, die Interaktion mit Kunden zu modernisieren. Wir benötigen klare Datenstrategien und weiteres Invest in KI-lesbare Datenqualität. Wir benötigen die Governance, die einen Roll-Out an Kunden zu ermöglichen und das Skill-Set im Finanzsektor, diese neuen Lösungen zu verantworten und zu monetarisieren. Ich freue mich darauf, dass die Industrie mir zeigt, dass 2026 das Jahr ist, in dem wir hier wirklich sichtbare Fortschritte machen. Ich freue mich auf viele positive Beispiele, die über Prototypen hinausgehen. ### ISO 20022 – der 22 Jahre alte Standard, der Banken überfordert URL: https://paymentandbanking.com/iso-20022-der-22-jahre-alte-standard-der-banken-ueberfordert/ Last updated: 2026-01-22T06:59:59.000Z **Jahrzehnte sind in der Digitalisierung eine Ewigkeit. Doch viele Banken behandeln den globalen Standard ISO 20022 auch mehr als zwei Jahrzehnte später immer noch als reines IT-Projekt und schöpfen sein Innovationspotenzial nicht aus.** Das Thema ISO 20022 zeigt anschaulich, dass regulatorische Vorgaben nicht automatisch zu Innovation führen. Der schon 2004 eingeführte Standard sollte der Start einer einfacheren Ära im Zahlungsverkehr sein – mit strukturierten Zahlungsdaten, die grenzüberschreitende Transaktionen reibungsloser machen und neue Möglichkeiten im Zahlungsverkehr eröffnen. Doch viele Banken schöpfen das Potenzial von ISO 20022 bis heute nicht aus. Mit der Umstellung auf Instant Payment im vergangenen Herbst endete für Europas Banken jedoch endgültig die Übergangsfrist: Seither ist der Standard die verpflichtende Grundlage für grenzüberschreitende Zahlungen und Überweisungen im internationalen Interbankenverkehr. ## **Die technischen Herausforderungen** ISO 20022 war immer mehr als ein IT-Migrationsprojekt. Ja, dieser Teil ist herausfordernd, da jedes Zahlungsnetzwerk den Standard ein bisschen anders umsetzt. Und die Anforderungen rund um ISO 20022 verändern sich ständig. Banken müssen nicht nur mit den internationalen Unterschieden umgehen, sondern auch mit dem, was ihre lokale Marktinfrastruktur jeweils verlangt. In vielen Instituten fließen inzwischen [bis zu 60 Prozent des IT-Budgets](https://www.bcg.com/publications/2025/tech-banking-transformation-starts-with-smarter-tech-investment?ref=paymentandbanking.com) allein in regulatorisch bedingte Änderungen. Um ihre Ausgaben zu reduzieren, verfolgen viele Banken bereits einen zurückhaltenden Ansatz und setzen nur das Nötigste um. Für die Investitionen in die Innovation, die nötig wäre, um Standards wie ISO 20022 voll auszuschöpfen, bleibt kaum Spielraum. ## **Was ISO 20022 möglich macht** Dabei verzichten sie auf [die Verbesserungen, die ISO 20022 eigentlich für den Zahlungsverkehr verspricht](https://www.swift.com/standards/iso-20022/iso-20022-financial-institutions-focus-payments-instructions?ref=paymentandbanking.com#benefits). Der Standard erlaubt es, deutlich mehr Informationen in einer Zahlung mitzugeben, in klar strukturierter, maschinenlesbarer Form. Das ermöglicht mehr Transparenz, bessere Betrugsprävention und neue digitale Services, etwa automatische Benachrichtigungen, präzisere Statusabfragen oder Self-Service-Angebote. Statt wie bisher nur einzelne Abschnitte im Zahlungsprozess zu sehen, könnten Banken künftig den gesamten Ablauf – von der Überweisung bis zur Klärung möglicher Rückfragen – durchgängig abbilden. Auch Prozesse wie das Liquiditätsmanagement lassen sich dadurch effizienter gestalten. Und: ISO 20022 ist flexibel genug, um auch auf neue Technologien oder Anforderungen reagieren zu können. Voraussetzung ist, dass Institute mehr tun als nur das Nötigste. ## **Wie Banken dem Anpassungsdruck entkommen können** Dafür brauchen sie eine klar definierte Strategie zur Modernisierung der Zahlungsinfrastruktur entlang dreier Entwicklungsrichtungen: 1. **Technologische Modernisierung:** APIs, SaaS und Cloud-Technologien verstehen und gezielt einsetzen, um flexible, skalierbare IT-Systeme zu bauen. 2. **Anschlussfähigkeit an Marktinfrastrukturen:** Die Regeln und Vorgaben von Abwicklungssystemen und Zahlungsnetzwerken verändern sich ständig. Wer dauerhaft regelkonform bleiben will, muss auf ständige Weiterentwicklung vorbereitet sein – eine einmalige Umstellung reicht nicht. 3. **Neue Services erschließen:** Auf der Basis von detaillierteren und strukturierteren Zahlungsdaten können Banken Services mit Mehrwert entwickeln und anbieten, die mit älteren Formaten kaum möglich waren Das alles umzusetzen, ist unter Zeit- und Kostendruck allerdings eine Herausforderung. Gefragt sind Plattformen, die sich flexibel an neue Anforderungen anpassen, sich über APIs mit bestehenden Systemen verbinden lassen und genug Spielraum bieten, um neue Funktionen zu pilotieren, ohne die gesamte Infrastruktur umbauen zu müssen. ## **Ein Praxisbeispiel aus Großbritannien** Eine britische Retailbank hat mit einem solchen System ihre über Jahrzehnte gewachsene Zahlungslandschaft modernisiert. Deren Prozesse liefen auf einem Mainframe aus den 1980ern und mehreren veralteten Anwendungen. Besonders problematisch war die Abwicklung von Sammelzahlungen im Batch-Verfahren. Die Folgen: verspätete Auszahlungen, Ausfälle, Wissensverluste und steigende Kosten. Mit der neuen Infrastruktur konnte die Bank ihr Zahlungsvolumen von knapp drei Milliarden Transaktionen jährlich effizient abwickeln. Innerhalb von sechs Monaten wurde ein neuer Standardprozess für Sammelzahlungen umgesetzt – mit messbarem Erfolg: ● Zahlungen erreichen die Empfänger wieder zuverlässig und pünktlich. ● Kundenanfragen lassen sich durch die höhere Transparenz schneller beantworten. ● Die neue Infrastruktur ersetzt mehr als acht Altsysteme, was den Betrieb vereinfacht und Raum für weiteres Wachstum schafft. Das Beispiel zeigt, wie Institute durch gezielte Modernisierung ihre Zahlungsprozesse zukunftssicher aufstellen können, ohne ihre bestehende Architektur komplett über Bord werfen zu müssen. ## **ISO 20022 zwingt zur Veränderung und das ist gut so** Gerade darin liegt eine der größten Chancen von ISO 20022: Der Standard zwingt zur Veränderung und dazu, alte Strukturen zu hinterfragen. Wer mehr als das Nötigste tut, verbindet Compliance mit echter Innovation. ### EUDI-Wallet: Haftung, Regress & Risiken im Zahlungsverkehr URL: https://paymentandbanking.com/eudi-wallet-haftung-regress-risiken-im-zahlungsverkehr/ Last updated: 2026-01-20T19:19:44.000Z Annerton-Experte Peter Frey erklärt im „Alles Legal“-Podcast, welche Haftungsrisiken mit dem Einsatz der EUDI-Wallet verbunden sind und wo der Gesetzgeber dringend nachbessern sollte. In Folge 4 unserer Serie zur EUDI-Wallet geht es um eine der entscheidenden Fragen für die Praxis: Wer haftet, wenn etwas schiefläuft? [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) und [Peter Frey](https://www.linkedin.com/in/peter-frey-336397124/?ref=paymentandbanking.com) beleuchten die Risiken beim Einsatz der Wallet im Zahlungsverkehr – etwa wenn eine Zahlung fälschlicherweise autorisiert wurde, fehlerhafte Daten im Spiel sind oder technische Schwächen auftreten. Zentraler Punkt: Auch bei Einsatz der Wallet bleibt die Bank primäre Haftungsgegnerin des Kunden. Wenn ein Kunde eine Zahlung bestreitet, trägt die Bank die Beweislast für die Autorisierung – selbst wenn die Wallet genutzt wurde. Die Bank haftet gegenüber dem Zahler – unabhängig davon, wo der Fehler passiert ist. Problematisch wird es, wenn die Bank Regress nehmen will. Denn: Es fehlt an klaren Regeln. Weder eIDAS noch PSD2 oder die Entwürfe von PSD3/PSR regeln ausdrücklich, ob und wie Banken Schadensersatz vom Wallet-Anbieter verlangen können. Ein vertragliches Verhältnis zwischen der Bank und dem Wallet-Anbieter, aus dem sich Regressansprüche der Bank ergeben könnten, wird meist nicht bestehen. Hinzu kommen tatsächliche Hürden: Selbst wenn es einen Anspruch gäbe, wäre es für Banken schwer nachzuweisen, dass der Fehler beim Wallet-Anbieter lag, da sie keinen Einblick in dessen Systeme haben. Peter Frey plädiert daher für klare gesetzliche Regelungen – etwa nach dem Vorbild der Haftung bei Zahlungsauslösediensten: „Jede Partei sollte für Fehler haften, die in ihrer Sphäre entstehen und im Zweifel nachweisen müssen, dass sie keinen Fehler verursacht hat.“ Fazit: Die Wallet bringt viele Chancen, aber ohne eindeutige Haftungsregeln droht Zurückhaltung im Markt. In der nächsten Folge werfen wir einen Blick nach vorn: Wie ist der aktuelle Stand und was muss noch getan werden, damit die Wallet zum EU-Erfolgsprojekt wird? Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Deutschlands erste Einzelkämpferin URL: https://paymentandbanking.com/deutschlands-erste-einzelkaempferin/ Last updated: 2026-01-20T06:27:38.000Z *Mit Puzzle Ventures hat Gloria Bäuerlein einen der ersten Solo-VCs in Deutschland gestartet. Payment & Bankings Unternehmerin des Jahres verrät, welche Rolle sie für sich im Deutschen Wagniskapitalmarkt sieht.* Pionier zu sein, ist nicht immer dankbar. Das musste auch Gloria Bäuerlein lernen, als sie 2022 nach dem Ende ihrer COO-Aufgabe beim HR-Softwareunternehmen Back einen eigenen VC-Fonds gründen wollte – und zwar alleine, als sogenannter Solo-VC. „Ich war erst die zweite Person, die das in Deutschland versucht hat“, erinnert sie sich. Tatsächlich ist das Konzept des Wagniskapital-Einzelkämpfers in Deutschland und Europa nach wie vor recht unbekannt. Während in den USA Investoren wie Elad Gil und Lachy Groom schon lange auch bei großen Runden mitmischen (u.a. Airbnb & Stripe), sind es hierzulande immer noch vor allem mehrere Partner\*innen, die sich zusammenschließen und das Kapital für Start-up-Gründer\*innen zur Verfügung stellen. Es war also ein Wagnis, als sich Bäuerlein mit ihrem VC-Fund Puzzle Ventures selbständig machte. „Ich hatte zwar schon Erfahrung als Investorin bei Index Ventures und TCV und als Angel-Investorin, aber ein Solo-VC agiert noch einmal anders“, sagt sie. Der wesentliche Unterschied ist, dass ein Solo-VC nicht nur eigenes Geld investiert, sondern Kapital einsammelt. Sie investiert immer zusammen mit anderen Investoren und strebt einen Anteil von ein bis drei Prozent an den Startups an. Die großen Fonds streben wiederum oft höhere Anteile, mindestens zehn Prozent, an. Da die Gründer aber meist maximal 15-20 Prozent der Anteile in einer Runde abgeben möchten, können große Fonds selten zusammen investieren. Bisher gelingt ihr das laut eigenen Angaben gut. Ihr erster aufgelegter Fonds umfasste rund 21,5 Millionen Euro, etwa 60 Prozent des Geldes seien bereits investiert. Ende 2026 soll der zweite Fonds aufgelegt werden. „Ich schätze, dass ich mit mehr als 70 Prozent aller europäischen Gründer\*innen spreche, die bis zu fünf Millionen Euro von internationalen Top-Fonds einsammeln“, erklärt Bäuerlein. Wenn sie sich für ein Investment entscheide, sei sie bisher auch immer zum Zuge gekommen. Investiert ist sie mit ihren Geldgeber unter anderem bei Conlio, Gradient Labs und Tema. Und erste Auszeichnungen für ihre Arbeit gab es auch bereits, so etwa als „Unternehmerin des Jahres“, gekrönt durch *Payment & Banking* und den Bitkom auf der Digifin vor einigen Wochen. Das sagt aber erstmal wenig über den Erfolg der einzelnen Investments. Und diesen wird man – bei Wagniskapital nicht unüblich – wohl auch erst in einigen Jahren einschätzen können. „Wie im Venture-Capital üblich, rechne erst nach sieben bis zehn Jahren mit den ersten signifikanten Exits“, sagt Gloria Bäuerlein selbst. Sollte sich der entsprechende Erfolg einstellen, könnte man dann aber doch über eine Vergrößerung von Puzzle Ventures nachdenken, oder? Nicht, wenn es nach der Gründerin geht. „So wie Puzzle Ventures arbeitet, muss der Fonds klein bleiben“, sagt sie. Zu den Vorteilen gegenüber den großen Fonds gehöre, dass sie eben schnell agieren und Entscheidungen innerhalb von zwei bis drei Tagen treffen könne, anstatt sich mit mehreren Akteuren abstimmen zu müssen.. Außerdem biete man Gründer\*innen so eine sehr persönliche Betreuung. „Im Idealfall empfinden sie mich als eine späte Co-Founderin, zu der sie auch bereitwillig mit schwierigen Themen und Problemen kommen, bevor sie mit dem Lead Investor sprechen“, erklärt sie. ### Quellensteuer einfach digital erstatten lassen URL: https://paymentandbanking.com/quellensteuer-einfach-digital-erstatten-lassen/ Last updated: 2026-01-19T11:23:57.000Z ***Quellensteuer klingt nach Papierstapeln, Formularen und Aufschieben.*** ***Dabei geht es am Ende um dein Geld und um einen Prozess, der längst einfacher sein könnte.*** Erste Podcast-Folge in diesem Jahr, erstes Thema und ja: Quellensteuer wirkt auf den ersten Blick wenig sexy. Zu kompliziert, zu langsam, zu bürokratisch. Ein Thema, das man gern vertagt, weil schon der Gedanke daran nach Behördengängen und endlosen Formularen klingt. Fast so, als wäre es genau dafür gemacht, nicht angefasst zu werden. Doch im Gespräch wird schnell klar: Das Problem liegt nicht in der Logik der Quellensteuer, sondern im Prozess. Und genau dort wird es spannend. Denn was, wenn man diesen Prozess nicht selbst durchkämpfen muss? Was, wenn jemand ihn einfach übernimmt: digital, strukturiert und nachvollziehbar? ## **Von „mach ich später“ zu „das ist ja eigentlich mein Geld“** Quellensteuer hat ein Imageproblem. Schon das Wort klingt nach: „Bitte setzen Sie sich, wir verteilen jetzt Formulare.“ Dabei ist die Logik dahinter simpel: Wenn Dividenden über eine Ländergrenze fließen, behält das Quellenland Steuern ein. Im Heimatland fallen ebenfalls Steuern an. Um eine (zu hohe) Doppelbesteuerung zu vermeiden gibt es Doppelbesteuerungsabkommen, die es dir ermöglichen, dass du einen Teil zurückholen kannst. Sperrig wird es nicht in der Theorie, sondern im Ablauf. Nicolas Oldag beschreibt im Podcast sehr klar, was viele kennen (oder verdrängen): Dokumente zusammensuchen, Ansässigkeitsbescheinigung ans Finanzamt ausdrucken und postalisch versenden, warten, Unterlagen zurückbekommen und danach beginnen erst die eigentlichen Auslandsformulare inkl. Versand und Kommunikation mit ausländischen Finanzbehörden. ## **Das eigentliche Problem: Fragmentierung + Papier-Realität** Im Gespräch wird schnell deutlich: Quellensteuer-Erstattung ist selten *ein* Prozess. Es sind viele kleine Prozesse, die alle in sich bürokratischen Aufwand bedeuten: - mehrere Depots, mehrere Banken/Broker - Belege, die unterschiedlich bereitgestellt werden - länderspezifische Regeln und Formulare - Rückfragen, Wartezeiten, Status-Blackbox Dazu kommt, dass viele Anleger mehr als ein Depot haben. Praktisch heißt das: Wer sich das zurückholen will, muss erstmal „zusammensuchen“. Und dann sind wir bei der unangenehmen Wahrheit: Dokumente sind der Flaschenhals. Daten lassen sich teilweise anbinden, aber Belege, Bescheinigungen, Unterschriftenlogik und Versand sind in der Praxis oft der Engpass. ## **Was Plattformen wie DivTax hier eigentlich verkaufen: Konsequenz** Selbst wenn der Antrag schnell erstellt ist, dauert die Bearbeitung durch Auslandsbehörden oft Monate. Das klingt erstmal nach „nicht skalierbar“. In Wahrheit ist es genau der Punkt, der skalierbar wird, wenn man ihn als Produkt und Plattform baut: - klare Dokumentenanforderungen - standardisierte Abläufe pro Land - Tracking und Statuskommunikation - definierte Regelungen bei Misserfolg ## **Banken-Perspektive: Support vermeiden oder Service gestalten?** Ein bemerkenswerter Punkt aus dem Gespräch ist, dass Hinweise auf erstattungsfähige Quellensteuer auf Belegen und Briefen teils seltener auftauchen, weil das sonst Support-Anfragen auslöst, die Banken nicht gut bedienen können. Das ist nachvollziehbar, aber gefährlich. Denn Kund:innen merken zwei Dinge sehr schnell: 1. Da ist etwas, das sie nicht verstehen. 2. Und es hilft ihnen niemand wirklich dabei. Die pragmatische Konsequenz ist nicht zwangsläufig „Alles selbst bauen“. Quellensteuer ist relevant, aber selten Priorität 1 im Backlog. Im Podcast wird daher auch Partnerschaft/Kooperation als naheliegender Weg sichtbar: Orchestrieren statt ignorieren. ## **Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören** Weil Nicolas das Thema Quellensteuer im Gespräch sauber einsortiert, wo sie hingehört: nicht in die Steuer-Ecke, sondern in Produkt und ein Kundenerlebnis. Du bekommst: - ein konkretes Beispiel, das sofort verständlich macht, wo Geld liegen bleibt. - einen ehrlichen Blick darauf, warum Menschen den Prozess nicht machen: nicht aus Unwissen, sondern wegen Reibung. - die Perspektive auf Banken & Support: Was passiert, wenn Transparenz eher vermieden als gestaltet wird? - die Mechanik hinter „Prozess abnehmen“: Vollmacht, Dokumente, Einreichung, Nachhalten, Status u.v.m.Für Banken ist die wichtigste Entscheidung nicht „Bauen wir das?“, sondern: Lassen wir Kund:innen damit allein oder geben wir ihnen einen sauberen Weg? ### Wie KI, BNPL und smarte Zahlungen das Kundenerlebnis neu definieren URL: https://paymentandbanking.com/wie-ki-bnpl-und-smarte-zahlungen-das-kundenerlebnis-neu-definieren/ Last updated: 2026-01-15T20:33:52.000Z Wir stecken mitten in der Programmplanung für die kommende Payment Exchange und selten war so klar, wie stark Payment vom vermeintlichen Kostenfaktor zum Wachstumstreiber geworden ist. Gerade im “Golden Quarter” entscheidet sich, ob ein Shop nur ordentliche Zahlen schreibt oder die Conversion-Kurve wirklich nach oben zieht. In unserer neuen Podcast-Folge sprechen wir mit **Vanda Astfäller (Mollie)** und **Alexander Scheibel (Riverty)** darüber, wie sich Checkout, Abwicklung und Nachbetreuung zu einem durchgängigen Erlebnis verbinden: reibungslos im Moment des Kaufs, transparent und wertschätzend danach. Die beiden zeigen, wie ihre Kooperation entlang der gesamten Journey greift: Mollie bringt Geschwindigkeit und Klarheit in Checkout und Auszahlungen, Riverty übernimmt Risikoprüfung, Rechnungsprozesse und Service, immer mit dem Blick auf Loyalität statt kurzfristiger Effekte. Anhand eines konkreten BNPL-Praxisfalls wird messbar, wie sich der Nutzen nach Zahlungskosten und Chargebacks rechnet und welche Segmente und Warenkorbgrößen besonders profitieren. Wir diskutieren, wo KI heute spürbar wirkt, etwa bei der sinnvollen Reihenfolge von Zahlarten, bei fairen Freigabeentscheidungen oder beim Feintuning jenseits der „out-of-the-box“-Defaults und warum Service-Design mit Self-Service, flexiblen Raten und klarer Tonalität Streit vermeidet und Wiederkauf fördert. Der Blick nach vorn gilt Agentic Commerce: Chat-basierte Käufe mit Apple Pay, Multi-Protokoll-Strategien als Sicherheitsnetz für Händler:innen und sauber eingebettete Einwilligungen und KYC, ohne den Dialogfluss zu brechen. Einordnen hilft der Regulierungsrahmen, von neuen BNPL-Vorgaben über PSD3/PSR bis zu Instant Payments, sowie die operativen Stellschrauben bei Onboarding, Disputes und Reporting, die Skalierung im Alltag ermöglichen. Zum Schluss liefern wir einen KPI-Kompass: die fünf Kennzahlen, die wöchentlich aufs Dashboard gehören, und die eine Leitgröße, die nach vier bis sechs Wochen zeigen sollte, dass sich die Umstellung gelohnt hat. **Jetzt reinhören** und mitnehmen, welche Maßnahmen sofort Wirkung entfalten und welche Weichen wir auf der Payment Exchange gemeinsam weiterstellen. ### Exklusiv: Commerzbank-Tochter stellt grenzüberschreitendes Zahlungssystem per Stablecoin vor URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-commerzbank-tochter-stellt-grenzueberschreitendes-zahlungssystem-per-stablecoin-vor/ Last updated: 2026-01-20T15:33:28.000Z *Neosfer hat einen Prototypen für Cross-Border-Payments entwickelt und setzt dabei auf Stablecoins. Das Geld soll innerhalb von fünf Minuten bei Empfänger:innen sein und weniger kosten. Dabei nimmt man eine bestimmte Nutzer:innengruppe ins Visier.* Von Stablecoins verspricht sich die Fintech-Szene großes. Doch bisher werden sie vor allem als Verrechnungsgeld im Kryptobereich eingesetzt. Expert:innen sehen aber einen weiteren Anwendungsfall: Stablecoins können Überweisungen in andere Länder erleichtern, die bisher über herkömmliche Zahlungswege oft teuer und langwierig sind. Der Startup-Inkubator der Commerzbank Neosfer stellt nun einen funktionsfähigen Prototyp für grenzüberschreitende Konto-zu-Konto Zahlungen mit Stablecoins vor, die im Online-Banking eingesetzt werden können. Nutzer:innen können damit Geld von Deutschland in einige asiatische Länder in beliebigen Währungen und in weniger als fünf Minuten schicken. Die Zahlungen über Stablecoins sind nicht auf Korrespondenzbanken oder andere Vermittler angewiesen, sondern laufen direkt über das System: „Damit kann Geld günstiger und schneller in Länder verschickt werden, insbesondere in die, die bisher aus Deutschland schlecht angebunden sind”, sagt Lukas Kunert, Senior Manager bei Neosfer. Zusammen mit seinem Kollegen Bala Nagaraj hat er das System innerhalb von sechs Monaten entwickelt. Die erste erfolgreiche Testzahlung des Prototypen mit dem Namen „deed“ erfolgte im August. Nun ist das System vollumfänglich Compliance-geprüft und entspricht laut den Entwicklern den EU-Regulierungsstandards für KYC, AML und Travel Rule. Das Zahlungssystem kann potentiell in die Oberfläche von Internet-Banking-Systemen integriert werden. Die Transaktionen werden über die in der EU regulierten Stablecoins von Circle je nach vorteiligem Wechselkurs für Euro (EURC) und Dollar (USDC) abgewickelt. An dem Projekt sind außerdem zwei Payment-Fintechs beteiligt: DLT Finance betreut die Einzahlung und Tazapay die Auszahlung vor Ort. Der Prototyp läuft aktuell nur in Ländern, in denen Tazapay aktiv ist. ## **Günstige Alternative zu Banküberweisungen** Grenzüberschreitende Banküberweisungen insbesondere außerhalb des Sepa-Raums sind bisher noch teuer und langsam. Üblicherweise dauert es zwei bis fünf Werktage, bis das Geld auf dem Konto des Empfänger ankommt. Zunächst muss die Bank der Sender:in eine Zahlungsanweisung über das Swift-Netzwerk schicken. Hat die Bank keine direkte Geschäftsbeziehung, was in asiatischen Ländern häufig vorkommt, übernimmt eine oder gleich mehrere sogenannte Korrespondenzbanken den Auftrag und prüfen Compliance-Fragen, beispielsweise ob Sanktionen gegen Sender:in oder Empfänger:in vorliegen. Weil die Korrespondenzbanken das nicht zum Nulltarif machen, fallen sowohl für Sender:innen als auch für Empfänger:innen Kosten an. Laut der [Weltbank](https://paymentandbanking.com/content/files/remittanceprices-worldbank-org/sites/default/files/rpw%5Fmain%5Freport%5Fand%5Fannex%5Fq125%5F1%5F0.pdf) lagen die durchschnittlichen Kosten für solche Überweisungen Ende 2024 weltweit bei fast 6,5 Prozent. Das liegt auch daran, dass die Korrespondenzbanken in den Zielländern eigene Wechselkurse und Aufschläge berechnen, was die Kosten erhöht. Während der Überweisung können Sender:innen zudem meist nicht nachverfolgen, wo sich das Geld befindet und zu welchen Kursen es gewechselt wird. Die Kosten von Stablecoin-basierten Systemen wie dem von Neosfer sind laut den Entwicklern erheblich niedriger, weil keine Vermittler notwendig sind und der Umtausch zu den tatsächlichen Wechselkursen stattfindet. „Unser Prototyp beweist, dass sich Blockchain-Technologie nahtlos in bestehende Banking-Prozesse integrieren lässt“, erklärt Kai Werner, Managing Director von Neosfer. Anders als bei herkömmlichen Kryptotransaktionen müssen Sender:innen und Empfänger:innen im System von Neosfer keine eigene Krypto-Wallet eröffnen. Trotzdem soll das System für Nutzer:innen keine Blackbox sein. Sie können die Wechselkurse vor der Zahlung einsehen und den Status der Transaktion genau nachverfolgen: „Wir wollen nicht verheimlichen, dass die Transaktion per Stablecoin ausgeführt wird”, sagt Bala Nagaraj. ## **Topverdiener:innen aus dem Ausland im Visier** Als Entwickler, der ursprünglich aus Indien nach Deutschland kam, war Nagaraj selbst von den schwierigen Überweisungen frustriert. Vielen gehe es ähnlich: Besonders für Zahlungen nach Indien sehen die Entwickler deshalb großes Potential. In Deutschland arbeiteten laut [Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung](https://paymentandbanking.com/content/files/doku-iab-de/arbeitsmarktdaten/indische%5Farbeitskraefte.pdf) 2022 etwa 120.000 Beschäftigte aus Indien, davon viele als Spezialkräfte im IT-Bereich. Angestellte aus Indien sind laut einer aktuellen [Auswertung](https://www.iwkoeln.de/studien/axel-pluennecke-indische-beschaeftigte-verdienen-am-meisten.html?ref=paymentandbanking.com) des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) mit einem Bruttomedianlohn von fast 5.400 Euro die Topverdiener unter den ausländischen Fachkräften. Laut Nagaraj liegen die Überweisungen ins Ausland hier bei 6.000 bis 10.000 Euro pro Jahr. ## **Konkurrenz für Wise und Co.?** Zwar gibt es neben den klassischen Banküberweisungen auch die Möglichkeit, Geld direkt über Kryptobörsen zu wechseln. Das ist aber mit technischem Wissen und im Fall von Coinbase mit einer Gebühr von mindestens 0,5 Prozent plus einer Transaktionsgebühr verbunden. Daneben gibt es alternative Anbieter wie Remitly, Currencyfair oder Wise. Bei letzterem kostet eine Überweisung über 3.000 Euro eine Gebühr von 1,43 Prozent, bei Revolut inklusive Wechselkursverlusten fast 0,71 Prozent (Stand: 08.01.2026). In Großbritannien verlangt Wise laut der [Financial Times](https://www.ft.com/content/a7472a61-0ad5-4207-aece-796a01f4b74b?ref=paymentandbanking.com) gerade eine Gebühr von 0,5 Prozent. Jedoch ist man bei Wise bisher nicht von der Technologie überzeugt. Man sei aber bereit, sie zu nutzen, sofern sie Überweisungen günstiger mache, teilte Wise der Financial Times mit. Doch bisher sind besonders die Kosten für AML, KYC und andere Compliance-Vorschriften ähnlich hoch wie bei den Überweisungen. Die Entwickler bei Neosfer erwarten jedoch, dass die Kosten mit der Skalierung der Systeme sinken werden. Sollte das System von Neosfer tatsächlich niedrigere Preise ermöglichen, wäre es eine günstigere und schnellere Alternative zur Überweisung. Wann das System an den Start gehen könnte und ob es dann bei der Commerzbank oder anderen Banken zum Einsatz kommen wird, steht noch nicht fest. ### Wie die Digitalisierung den Mittelstand fit für morgen macht URL: https://paymentandbanking.com/wie-die-digitalisierung-den-mittelstand-fit-fuer-morgen-macht/ Last updated: 2026-01-15T06:01:31.000Z ***Der deutsche Mittelstand ist das Rückgrat der Wirtschaft – doch bei der Digitalisierung gibt es noch Nachholbedarf. Begrenzte Ressourcen, fehlendes Know-how und Angst vor Veränderung bremsen. Wer jetzt digitalisiert, sichert seine Wettbewerbsfähigkeit*.** ## **Der Status quo: Rückgrat mit Nachholbedarf** Der Mittelstand, das sind 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland, Millionen von Arbeitsplätzen und ein großer Teil der Wirtschaftsleistung. In vielen Bereichen gelten mittelständische Unternehmen als zukunftsweisend, innovativ und flexibel. Doch beim Thema Digitalisierung zeigt sich ein gemischtes Bild. Viele Unternehmen nutzen bereits digitale Tools, aber durchgängige digitale Prozesse sind noch die Ausnahme. Wie eine Mastercard-Mittelstandsstudie belegt, liegt der durchschnittliche Digitalisierungsgrad im Mittelstand bei soliden 7,8 von 10 Punkten – allerdings verharren 15 Prozent der Unternehmen noch unterhalb von Stufe 6\. Gerade im Rechnungswesen, Einkauf und Finanzbereich wird deutlich: 75 Prozent der Unternehmen erledigen bis zur Hälfte ihrer automatisierbaren Aufgaben weiterhin manuell – das reicht von der Reisekostenabrechnung, bei der die Belegerkennung automatisch durchführbar wäre, bis hin zum Lagermanagement, das mit kamerabasierten Erfassungssystemen wesentlich effizienter ist. Digitale Werkzeuge sind zwar vorhanden, doch häufig fehlen Schnittstellen. Zudem laufen Prozesse weiterhin in Silos ab. Die Digitalisierung ist vielerorts noch ein Flickenteppich. ## **Die größten Hürden: Routinen, Ressourcen und Risiko** Warum geht es nicht schneller voran? Die Gründe sind vielfältig. Viele Unternehmen verfügen über begrenzte finanzielle und personelle Ressource. Nicht alle Investitionen, deren Nutzen sich erst mittel- bis langfristig auszahlt können gleich schnell gestemmt werden. Dabei kommt es oft auf wenige Monate an. Ein Unternehmen aus der Stahlbranche berichtet uns, dass ein Standort nur deshalb noch weiter in Deutschland besteht, weil kurz vor der Energiekrise die richtigen Restrukturierungsmaßnahmen ergriffen wurden. Hinzu kommt die operative Herausforderung der Umsetzung ein Mangel an Fachkräften, insbesondere im IT-Bereich. Digitales Know-how ist rar, Change Management wird unterschätzt und Widerstände in den Teams sind groß: Die Angst vor Veränderungen und die Trägheit eingespielter Routinen bremsen den Fortschritt. Digitalisierung wird oft mit Komplexität und Unsicherheit verbunden – der Nutzen neuer Technologien ist nicht immer sofort erkennbar. Auch die Integration neuer Systeme in bestehende IT-Landschaften stellt viele Mittelständler vor Herausforderungen. Beim Unternehmen Süd-Metall Beschläge GmbH heißt es beispielsweise in unserer Studie: „Wir haben mit der Automatisierung unserer Vertriebsprozesse begonnen und arbeiten an der Automatisierung der Buchhaltungsprozesse, stehen aber noch am Anfang.“ Medienbrüche, fragmentierte Daten und Insellösungen sind oft die Folge. Dazu kommen Bedenken rund um Datenschutz und Cybersicherheit. Die Sorge vor Hackerangriffen ist berechtigt: Über eine Million Mittelständler waren bereits betroffen. Schließlich erschwert auch die Finanzierung den Wandel, da der Zugang zu Krediten für kleine Firmen oft schwierig ist und digitale Zahlungsmittel wie Firmenkreditkarten noch wenig verbreitet sind. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Die Chancen: Effizienz, neue Geschäftsmodelle und Zukunftssicherheit** Die Potenziale erfolgreicher Digitalisierung sind enorm. Von transformativen Technologiefortschritten, wie generativer künstlicher Intelligenz kann nur der profitieren, der konsequent die digitalen Hausaufgaben gemacht hat. Konsistente und maschinell lesbare Daten sind eine Grundvoraussetzung. Wer noch nicht aufgeräumt hat, muss nun schnell handeln, um nicht den Anschluss zu verlieren. Aber selbst die viel profanere Optimierung von Einkaufs- und Bezahlprozessen mit bereits heute erprobten Mitteln kann bereits erhebliche Effizienzpotenziale freisetzen. Laut Mastercard-Studie kann die Automatisierung zentraler Beschaffungs- und Bezahlprozesse im Rechnungswesen das EBITDA um mehr als zwei Prozent erhöhen. Virtuelle Karten beschleunigen die Abwicklung im Einkauf, sorgen für transparente Prozesse und bieten zusätzliche Liquiditätsvorteile. Lieferanten-Onboarding und -Pflege lassen sich um bis zu 40 Prozent effizienter gestalten. Gleichzeitig verbessert sich die Datenqualität – und damit die Basis für Analysen, fundierte Entscheidungen und den Einsatz von KI. ## **Erfolgsfaktoren: Kleine Schritte, große Wirkung** Der Weg in die digitale Zukunft ist kein einmaliges Projekt, sondern ein kontinuierlicher Prozess. Erfolgreiche Mittelständler setzen auf schrittweises Vorgehen: Sie starten mit kleinen, skalierbaren Lösungen und erzielen schnelle Erfolge, die Akzeptanz im Unternehmen schaffen. Entscheidend ist der Fokus auf den konkreten Kundennutzen – digitale Services und Self-Services müssen den Alltag von Kunden und Mitarbeitern spürbar erleichtern. Ebenso wichtig ist die Einbindung der Belegschaft: Schulungen, transparente Kommunikation und Beteiligung nehmen Ängste und bauen digitales Know-how auf. Kooperationen mit Start-ups, IT-Dienstleistern und Banken ergänzen fehlende Kompetenzen und bringen innovative Lösungen ins Unternehmen. Die Deutsche Telekom kooperiert beispielsweise regelmäßig mit Tech-Start-ups und Digital-Agenturen, um etwa cloudbasierte Lösungen zu entwickeln. Durch ihre T-Venture-Initiative investiert der Konzern direkt in Jungfirmen und integriert deren Technologien in ihre bestehenden Infrastrukturen. So entstehen schneller innovative Produkte für mittelständische Kunden. Öffentliche Förderprogramme und Netzwerke bieten zusätzliche finanzielle und fachliche Unterstützung. Und nicht zuletzt: Digitalisierung muss Chefsache sein und eine Kultur fördern, die Fehler zulässt, Experimente erlaubt und Agilität belohnt – das sind die besten Voraussetzungen, um den digitalen Wandel erfolgreich zu meistern. ## **Fazit: Zukunft sichern – jetzt handeln** Der Mittelstand steht an einem Wendepunkt. Wer jetzt in Digitalisierung investiert, Prozesse automatisiert und neue Technologien einsetzt, legt den Grundstein für nachhaltigen Erfolg. Beispiel Viessmann: Das Unternehmen hat seine Heizsysteme mit Sensorik und einer digitalen Serviceplattform vernetzt, sodass Anlagenzustand und Wartungsbedarf in Echtzeit überwacht werden können; das reduziert Ausfallzeiten bei Kunden und eröffnet dem Unternehmen neue, kontinuierliche Serviceumsätze. Oder das Beispiel Trumpf: Die Technologiefirma hat mit digitalen Lösungen wie vernetzten Maschinen und der „Smart Factory“ die Durchlaufzeiten in der Blechfertigung deutlich verkürzt und den Materialfluss transparenter gemacht, was die Produktivität der mittelständischen Kunden messbar steigert. Wir bei Mastercard haben das Programm „Mastercard Strive“ aufgelegt. Dabei geht es um eine globale Initiative, die kleine und mittlere Unternehmen (insbesondere Kleinst- und Kleinunternehmen) dabei unterstützt, erfolgreicher in der digitalen Wirtschaft zu agieren. Dazu fördert Mastercard gemeinsam mit Partnern (z. B. NGOs, FinTechs, Entwicklungsorganisationen) den Zugang zu digitalen Zahlungslösungen, Schulungen, Daten-Tools und Finanzdienstleistungen, damit diese Unternehmen z. B. Online-Vertrieb aufbauen, ihre Liquidität besser steuern und widerstandsfähiger gegen Krisen werden. All diese Beispiele zeigen, dass Digitalisierung sowohl Effizienzgewinne als auch neue digitale ermöglicht. Mit dem Willen zur Veränderung und gezielten Investitionen kann der Mittelstand seine Rolle als Rückgrat der deutschen Wirtschaft sichern – und die Chancen der digitalen Zukunft voll ausschöpfen. ### EUDI-Wallet: KYC, SCA & digitale Signatur in einem System URL: https://paymentandbanking.com/eudi-wallet-kyc-sca-digitale-signatur-in-einem-system/ Last updated: 2026-01-14T06:05:12.000Z **Podcastfolge zur praktischen Umsetzung der EUDI-Wallet – mit Use Cases, Vorteilen und rechtlicher Einordnung.** Annerton-Experte Peter Frey erklärt im „Alles Legal“-Podcast, wie sich KYC-Prozesse, starke Kundenauthentifizierung (SCA) und Vertragsabschlüsse mit der EUDI-Wallet verändern – und warum Banken regulatorisch profitieren könnten. Nach zwei Grundlagenfolgen zur EUDI-Wallet geht es in Folge 3 um die Praxis: [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) spricht mit [Peter Frey](https://www.linkedin.com/in/peter-frey-336397124/?ref=paymentandbanking.com) über zentrale Anwendungsfälle, konkrete Vorteile für Banken und darüber, warum die Wallet mehr ist als nur ein weiteres Identifizierungs-Tool. Beim Thema KYC zeigt sich: Die Wallet ersetzt nicht einfach bestehende Prozesse, sie transformiert sie. Statt eines Videoanrufs mit Sichtprüfung liefert der Kunde einen kryptografisch gesicherten Datensatz – medienbruchfrei, automatisiert und skalierbar. Der Effekt: mehr Sicherheit, weniger Fehlerquellen, geringere Kosten und ein besseres Nutzererlebnis. Auch bei der starken Kundenauthentifizierung (SCA) kann die EUDI-Wallet zum Einsatz kommen. Sie kombiniert ein Besitzelement (das Smartphone) mit Biometrie oder PIN – und ermöglicht so eine rechtssichere Zwei-Faktor-Authentifizierung. Der Ablauf ist einfach: Die Bank fordert die Authentifizierung an, die Wallet übernimmt den Prozess – inklusive Signatur. Besonders relevant wird die Wallet, wenn es um digitale Vertragsabschlüsse geht: Dank der Möglichkeit zur qualifizierten elektronischen Signatur lassen sich künftig auch Schriftformerfordernisse vollständig digital erfüllen – etwa bei Verbraucherdarlehen oder Bürgschaften. Peter Frey betont: „Die Wallet bietet einen neuen Standard mit klaren regulatorischen Vorteilen.“ Dazu zählen harmonisierte Prozesse in der EU, weniger Haftungsrisiken und reduzierte Abhängigkeit von externen Dienstleistern. In der nächsten Folge geht es weiter mit dem Thema Haftung und der Frage, wer für was verantwortlich ist, wenn doch mal etwas schiefläuft. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### „Strukturen sind kein Selbstzweck – sie sind die Grundlage für verantwortungsvolles Wachstum“ URL: https://paymentandbanking.com/credibur-warum-strukturen-fintech-wachstum-ermoeglichen/ Last updated: 2026-01-12T19:30:32.000Z *Anja Kühnel verantwortet als VP beim Fintech Credibur die Bereiche Personal, Finanzen und Kommunikation. Im Interview spricht sie über ihren Weg in den Finanzsektor, die Fintech-Revolte und die nötigen Innovationen auf dem Kreditmarkt.* Nach Stationen bei der DKB, Lendico und in der Beratung kennt Anja Kühnel das Zusammenspiel aus Banking, Technologie und Organisation in- und auswendig. Heute verantwortet sie bei Credibur Finance, People und Communications – mit dem Ziel, Ordnung in ein fragmentiertes Kreditumfeld zu bringen. Im Interview spricht sie über Berlin als Bargeld-Paradoxon, systemische Verantwortung im Banking und warum Bewegung in der Natur für sie genauso wichtig ist wie Struktur im Unternehmen. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Anja Kühnel, Vice President Operations bei Credibur, einer Softwareplattform für nicht-bankbasierte Kreditportfolios. Ich verantworte alles, was intern funktionieren muss, damit wir nach außen liefern können: Finanzen, People, Prozesse und Kommunikation. Vorher war ich über acht Jahre bei der DKB, zuletzt als Chapter Lead HR. Davor habe ich beim Fintech-Startup Lendico (jetzt ING) die Personalabteilung aufgebaut. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** In Berlin braucht man leider immer noch oft Bargeld. Ich wünschte, ich könnte sagen: „Gar keins“, weil ich fast alles mit der Karte zahle. Gerade sind es etwa 40 Euro. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Nach meiner Zeit in einer Unternehmensberatung bin ich vor gut 13 Jahren zur IT-Tochter einer Bank gewechselt und bin seitdem der Branche treu geblieben; immer an der Schnittstelle zwischen Banking & Tech. Was mich in der Bankenbranche hält, ist die reale Wirkung. Entscheidungen bleiben nicht abstrakt, sie haben Konsequenzen für Menschen und Unternehmen, aber auch Organisationen und die Gesellschaft als Ganzes. Gleichzeitig ist Banking nie abgeschlossen. Regulierung, Risiko, Technologien und menschliches Verhalten verändern sich ständig. Genau diese Schnittstelle zwischen Systemen und Menschen fasziniert mich bis heute. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Ich möchte helfen, Ordnung in ein sehr fragmentiertes Kreditumfeld zu bringen. Nicht durch Vereinfachung der Realität, sondern durch saubere Strukturen, klare Prozesse und verlässliche Daten. Das ist aus meiner Sicht die Grundlage für verantwortungsvolles Wachstum. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Fintechs sind für mich weniger eine totale Revolution als eine sehr wirksame Revolte mit Langzeitwirkung. Sie haben zentrale Schwächen im Banking sichtbar gemacht und konkrete Verbesserungen erzwungen, etwa bei Transparenz, Nutzerführung und Geschwindigkeit. Auch wenn Fintechs das System nicht komplett ersetzen, haben sie dessen Entwicklung messbar beschleunigt und verbessert. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde als Erstes die Fragmentierung von Daten, Aufsicht und Prozessen im Finanzsystem angehen. Nicht durch neue Regeln, sondern durch bessere Umsetzung bestehender. Viele Risiken entstehen heute nicht aus fehlender Regulierung, sondern aus inkonsistenter Datenlage, parallelen Meldewegen und unklaren Verantwortlichkeiten. Mehr operative Klarheit würde Stabilität, Effizienz und Aufsicht gleichzeitig verbessern. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht** **„Lesen und Freunde treffen”.** Ich verbringe viel Zeit mit Bewegung, vor allem mit Yoga, Krafttraining und draußen in der Natur. Das hilft mir, körperlich und mental im Gleichgewicht zu bleiben. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Mit Karte. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** PayPal, Trade Republic und die DKB-App. ### AI in Finance: Wandert 2026 die Kundenschnittstelle im Banking in den Chatbot? URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-wandert-2026-die-kundenschnittstelle-im-banking-in-den-chatbot/ Last updated: 2026-01-12T07:02:53.000Z *In der ersten Folge 2026 von AI in Finance sprechen Sascha und Maik über einen Jahresstart, der es in sich hat. Zwischen neuen OpenAI-Visionen, Audio-KI, Spicy Image Modes und der Frage, ob Banking bald im Chatbot stattfindet, wird klar: 2026 beginnt nicht leise. Die beiden ordnen ein, welche Trends bleiben, wo Risiken lauern und warum Banken jetzt strategische Entscheidungen treffen müssen.* ## **OpenAI, Audio-KI und der nächste Interface-Wechsel** Zum Jahresauftakt dominiert wieder einmal **OpenAI** die Schlagzeilen. Neben der Vision eines persönlichen Gesundheitsassistenten rückt vor allem Audio in den Fokus. Native Audiomodelle sollen Gespräche natürlicher machen und die Latenz senken – ein entscheidender Schritt, wenn KI vom Bildschirm in den Alltag wandert. Dazu passen die Gerüchte um neue Hardware: klein, ständig verfügbar und sprachzentriert. Ob Stift, Wearable oder etwas völlig Neues – klar ist nur, dass Sprache zum zentralen Zugangspunkt für KI wird. Parallel experimentieren andere Player mit Smart Glasses und Always-on-Devices. Der Interface-Wechsel weg vom Display hin zur Stimme ist längst keine Theorie mehr, sondern strategische Realität. ## **Payments im Chat: Wenn KI kauft und bezahlt** Auch im Zahlungsverkehr verschiebt sich etwas. **Stripe** integriert sich in Microsoft Copilot und ermöglicht Einkäufe direkt aus dem KI-Interface heraus. Für Händler zählt am Ende nicht mehr der Shop, sondern die Conversion. Für Nutzer:innen verschwindet der klassische Checkout. Damit einher gehen neue Protokolle: Agentic-Commerce-Ansätze, Trusted-Agent-Modelle und offene Schnittstellen sorgen dafür, dass KI nicht nur empfiehlt, sondern auch handelt. Die spannende Frage lautet: Wer besitzt künftig die Kundenschnittstelle – die Bank oder der KI-Agent? Oder entsteht darunter eine neue Vertrauensschicht, die Identität, Fraud und Zahlung absichert, während das Frontend austauschbar wird? ## **Banking 2026: Chance statt Kontrollverlust** Im Banking selbst geht es längst nicht mehr nur um Effizienz. KI übernimmt KYC-Prüfungen in Sekunden, unterstützt Kreditentscheidungen in Echtzeit und analysiert Cashflows proaktiv. Was früher Differenzierung war, ist heute Hygienefaktor. Gleichzeitig nutzen Kund:innen externe Assistenten für Finanzübersichten, Abos oder Optimierungen – oft komfortabler als in der eigenen Banking-App. Die Botschaft der Folge ist klar: Banken können das nicht verhindern, aber sie können es gestalten. Wer saubere Daten, gute Produkte und dialogfähige Systeme bietet, bleibt relevant – egal ob im eigenen Kanal oder im Chatbot des Vertrauens. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## Es geht um: - Die Zukunft des Bankings liegt in der Integration von KI. - OpenAI positioniert sich als Gesundheitsnavigator. - Audio-KI wird als zukünftiger Interfacewechsel angesehen. - Stripe integriert sich in Microsoft Copilot für nahtlose Zahlungen. - Google Gemini wird in Google Mail integriert. - Krog hat einen Spicy Modus für anzügliche Inhalte. - Die Regulierung von KI-Generierung ist notwendig. - Die Kundenschnittstelle im Banking wird neu definiert. - KI wird proaktiv im Banking agieren. - Omni-Channel-Strategien müssen radikal überdacht werden. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Wenn Maschinen einkaufen: Agentic Commerce zwischen Autonomie, Kontrolle und neuer Verantwortung URL: https://paymentandbanking.com/wenn-maschinen-einkaufen-agentic-commerce-zwischen-autonomie-kontrolle-und-neuer-verantwortung/ Last updated: 2026-01-09T06:06:04.000Z Künstliche Intelligenz verändert den digitalen Handel derzeit an einer entscheidenden Stelle: bei der Frage, wer eigentlich entscheidet. Was bislang Menschen in Shops, Apps und Wallets übernommen haben, suchen, vergleichen, auswählen, bezahlen, kann zunehmend von autonomen Systemen erledigt werden. Sogenannte KI-Agenten handeln im Auftrag von Nutzer:innen, treffen eigenständig Kaufentscheidungen und lösen Zahlungen aus. Dieser Paradigmenwechsel wird unter dem Begriff Agentic Commerce diskutiert und er berührt den Kern von Handel und Zahlungsverkehr. Doch wie weit ist diese Entwicklung tatsächlich? Stehen wir noch vor einer Vision oder bereits am Übergang in den Alltag? Und ab wann wird Agentic Commerce für Händler überhaupt wirtschaftlich relevant? Genau hier setzt unser Gespräch mit **Hella Fuhrmann von Adyen** an. Sie ordnet ein, wo wir aktuell mit KI-basiertem Shopping stehen, warum der Vergleich mit der Mobile-Commerce-Revolution naheliegt und an welchen Stellen diese neue Welle deutlich tiefgreifender ausfällt. Denn während Mobile einst lediglich das Frontend verschoben hat, greift Agentic Commerce direkt in die Entscheidungslogik des Handels ein. Nicht mehr der Mensch klickt, sondern der Agent entscheidet auf Basis von Daten, Präferenzen, Budgets, Regeln und Consent. Damit rücken Fragen in den Mittelpunkt, die bislang klar verteilt waren: Wie wird eine Zahlung autorisiert, wenn nicht mehr der Mensch selbst den Prozess auslöst? Welche Rolle spielen Tokenisierung, Identität und Mandate? Und wie verändern sich die Machtverhältnisse zwischen Big Tech, Payment-Anbietern und Händlern? Ein zentrales Thema der Folge ist die Händlerperspektive. Wo entstehen reale Chancen, etwa bei Effizienz, Conversion oder Internationalisierung? Und wo liegen die Risiken: bei der Sichtbarkeit von Marken, beim Verlust direkter Kundenbeziehungen oder bei der Kontrolle über Daten und Touchpoints? Hella Fuhrmann spricht offen über den „Merchant-first“-Ansatz von Adyen, über neue Anforderungen an Datenqualität, Risikomanagement und Infrastruktur und darüber, wie Händler sicherstellen können, dass sie in agentengesteuerten Kaufprozessen überhaupt noch gefunden werden. Mit zunehmender Autonomie wächst zugleich die Bedeutung von Sicherheit und Kontrolle. Wird Betrug durch KI beherrschbarer oder nur komplexer? Wo braucht es zwingend einen Menschen im Entscheidungsprozess? Was lässt sich bewusst nicht automatisieren? Und was bedeutet das für eine Payment-Infrastruktur, die unter Peak-Lasten, Netzwerkausfällen oder Systemfehlern weiterhin verlässlich funktionieren muss? Abschließend richtet der Podcast den Blick nach vorn: In welchen Branchen werden die ersten echten Agentic-Commerce-Transaktionen erwartet? Wie könnte ein konkretes Shopping-Szenario mit Agenten in der Praxis aussehen? Wie bereit ist Adyen selbst, organisatorisch, technologisch, strategisch? Und welche Prinzipien sollten Retail-Leader heute schon im Kopf haben, wenn sie ihre KI-Strategie aufsetzen? Ein Gespräch über Agentic Commerce als technologische Entwicklung und als neue Ordnungsfrage für Handel und Zahlungsverkehr. ### Payment, Fintech, Banking: Das sind unsere Thesen für 2026 URL: https://paymentandbanking.com/payment-fintech-banking-das-sind-unsere-thesen-fuer-2026/ Last updated: 2026-01-07T19:49:34.000Z *Wir haben tief in die Glaskugel geschaut und können Euch nun sagen, welche Trends im laufenden Jahr wirklich relevant sein werden und welche auch einfach sterben können.* Das neue Jahr hat begonnen, die E-Mail-Postfächer sind voll. Wir sparen uns also ein großes Intro und kommen direkt zu unseren Thesen für das Jahr 2026\. Die eine überraschender als die andere. Doch wer nicht wagt, der nicht gewinnt. ## **Die Bafin wird Neobrokern auf die Finger hauen** Die vergangenen Jahre lief es für Neobroker wie Trade Republic und Scalable Capital extrem gut. Nicht nur konnten sie dank ETF-Boom schnell eine große Kundenanzahl aufbauen. Durch den Schwenk hin zu mehr Bankprodukten (siehe TR-Kreditkarte) etablierten sie sich auh als ernsthafte Konkurrenz zu schwächelnden Neobanken. Das Problem dürfte nur sein, dass ein so schnelles Wachstum auch Menschen, Systeme und Prozesse schnell an seine Grenzen geführt hat. Wir würden uns also nicht wundern, wenn nach den Bafin-Klatschen für Neobanken als nächstes auch die Neobroker ein Problem mit der Aufsicht bekommen. ## **Wero wird später zünden als gedacht – dafür richtig** Die ersten Monate von Wero waren deutlich besser, als das hierzulande viele für möglich gehalten hätten. Innerhalb kürzester Zeit gab es europaweit mehr als 40 Millionen Anmeldungen und sogar Kunden von Sparkassen oder Neobanken konnten sich dank der großen Diskussion um digitale Abhängigkeit und einen Paypal-Sicherheitsfail im Spätsommer dafür begeistern, Wero zumindest einmal auszuprobieren. Deutlich weniger pompös sah dagegen der Start im Online-Bereich aus. Zwar waren mit Eventim oder Lidl große Händler dabei. Einen wirklich „Wumms” hat das Launch-Event aber gefühlt nicht gehabt. 2026 dürfte das Wachstum daher nur langsam zunehmen und dann gegen Ende einen Tipping Point erreichen, sodass man wirklich behaupten kann, dass Wero relevant ist. ## **Bei N26 bleibt es chaotisch** Das Jahr 2025 sollte für die Berliner Neobank der große Befreiungsschlag werden. Stattdessen müssen die beiden Gründer sich aus der Geschäftsführung zurückziehen und teilweise sogar schneller das Unternehmen verlassen als in den überhasteten Nacht- und Nebelrochaden zuvor geplant. Das deutet daraufhin, dass bei N26 womöglich noch mehr im Argen liegt als wir bisher sehen. Wir rechnen also für das laufende Jahr mit einem eher, sagen wir, komplexen Jahr für N26. ## **Die Italiener lassen die Commerzbank in Ruhe** Der große Machtkampf um die Commerzbank wird damit enden, dass die Unicredit ihre Anteile leicht herunterfährt und sich stattdessen andere Übernahmezielen widmet. Zwar hat Orcel immer betont, er wolle die Commerzbank im Zweifel so lange beackern, bis die Frankfurter Großbank eben irgendwann einknickt. Aber die Kursgewinne zuletzt waren gut, die Bundesregierung scheint immer noch eine Übernahme verhindern zu wollen und auch bei der Commerzbank hat der Übernahmekampf eher Kräfte entfesselt als Menschen eingeschüchtert. Das dürften auch irgendwann die Italiener zur Kenntnis nehmen und von ihrem Plan abrücken. Wir glauben, erste Anzeichen dafür werden 2026 sichtbar. ## **Bitcoin wird nochmal gehyped** Nach der großen Korrektur der digitalen Währung dürfte es 2026 für den Bitcoin wieder ein bisschen besser laufen. Die meisten Analysten gehen von einer Stagnation oder leichtem Wachstum aus, dem werden wir uns ebenfalls anschließen. Leider. Denn eigentlich halten wir Bitcoin nach wie vor für Schmu, bestenfalls. ## **Payment wird nochmal ein richtig dickes Ding** Egal ob online oder noch öfter an der Ladenkasse: Immer mehr Player drängen in einen Markt, den lange Zeit alle für zu langweilig und margenschwach hielten: Payment. Paypal drängt beispielsweise gerade an die Ladenkasse, Wero will da auch hin und die Supermärkte hätten die Kunden dann doch lieber in ihren eigenen Apps und Bezahllösungen. Was sich 2025 schon gezeigt hat, wird 2026 noch weiter gehen und der Kampf um die beste Bezahlmethode wird einen neuen Höhepunkt erreichen. ## **Deutsche Fintechs gehen an die Börse** Das Jahr 2026 wird bringen, worauf 2025 schon viele gewartet haben: Das erste deutsche Fintech wird an die Börse gehen und seine Anteilseigner ein bisschen reicher machen. Unser heißer Tipp für diesen Schritt: Raisin. Wir könnten uns aber auch vorstellen, dass Trade Republic sein Momentum nutzen will. Beide Firmen haben bisher zwar stets dementiert, wenn es um den Sprung an die Börse ging. Aber wir werden sehen. ## **Private Markets erleben den ersten dicken Rückschlag** Fintechs wie NAO und Liqid haben den Trend ebenso stark geritten wie Trade Republic und andere Broker: Private Markets waren *das* Thema 2025\. Entsprechend viel Geld floss von Privatanlegern in die hochriskanten Fonds und entsprechend heftig wird es, wenn sie merken, dass Private Markets sie gar nicht zu Millionären gemacht haben. Wir gehen deshalb davon aus, dass nach dem Hype folgt, was immer nach dem Hype folgt: Ernüchterung. ## **Die KI-Agenten übernehmen das Shopping** Wir müssen es leider zum Ende noch erwähnen, dieses Thema, was alle beschäftigt, aber keinen interessiert: KI. Ja, KI wird die Welt verändern. Nein, nicht wie alle denken. Nein, nicht sofort. Aber ja, das bedeutet auch, dass sich Shopping und damit Payment verändern wird. Denn die KI-Agenten kommen und werden entscheiden, was wir alle kaufen wollen und wie wir es bezahlen. 2026 werden wir in diesem Bereich erste Versuche sehen, ob es uns gefällt oder nicht. Was denkt Ihr, womit liegen wir richtig und womit falsch? Schreibt es uns unbedingt an [presse@paymentandbanking.com](mailto:presse@paymentandbanking.com). ### Warum KYC mehr sein muss als „Pflichtprogramm“ URL: https://paymentandbanking.com/warum-kyc-mehr-sein-muss-als-pflichtprogramm/ Last updated: 2026-01-07T08:59:20.000Z In unserer aktuellen 3×3=10-Crossover-Folge mit den Plaudertaschen sprechen wir mit Tobias Eiß von KYCnow über Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und die Frage, warum das Thema nicht irgendwo „da draußen“ passiert, sondern manchmal direkt zwischen Spieleabend und Lieferdienst. Statt Paragrafenreiterei geht es um ein realistisches Bild: Wie Geldwäsche funktioniert, warum Bargeld oft der Türöffner ist, wo digitale Muster unterschätzt werden und was KYC-Prozesse wirklich leisten müssen, damit Prävention wirksam wird. ## **Geldwäsche im Alltag: Der Spieleabend als (unfreiwilliger) Berührungspunkt** Der Moment, der in der Folge hängen bleibt, ist absichtlich banal: Freunde zu Besuch, Siedler von Katan, der Lieferdienst klingelt, du zahlst bar, Tür zu, weiter geht’s. Genau dieses „normale“ Bargeld-Szenario nutzt Tobi, um zu zeigen, wie leicht Bargeld in Systeme rutschen kann, in denen illegale Gelder „untergemischt“ werden. Wichtig dabei: - Du musst nichts „falsch“ machen, um Berührungspunkte zu haben. - Geldwäsche lebt davon, dass Transaktionen normal aussehen. - Der Alltag ist oft die perfekte Tarnkappe. ## **Was Geldwäsche eigentlich ist: Verschleiern, vermischen, „sauber“ machen** Tobi beschreibt Geldwäsche als Prozess mit einem klaren Ziel: Geld aus Straftaten soll am Ende so wirken, als käme es aus legalen Quellen und ohne Alarmglocken im Finanzsystem nutzbar werden. Typisch ist dabei: - Herkunft verschleiern (über Zwischenstationen, Konstrukte, Umwege) - Geld mit echten Umsätzen vermischen am Ende „sauber“ auf Konten oder in Vermögenswerten landen Und ja: Die Größenordnung ist massiv. Tobi nennt für Deutschland jährlich über 100 Milliarden Euro, die gewaschen werden. ## **Warum Bargeld so oft der Einstieg ist und Immobilien so oft das Ziel** Ein wiederkehrendes Muster in der Folge: Bargeldintensive Geschäftsmodelle eignen sich besonders gut, weil sich echte und fingierte Umsätze schwer trennen lassen. Das klassische Beispiel: - Imbiss eröffnen, - Schwarzgeld in Tagesumsätze integrieren, - am Ende „normal“ einzahlen. Spannend wird es, wenn es weitergeht: Scheinfirmen, Briefkastenlogiken, Scheinrechnungen Netzwerke, die Spuren verteilen statt sie zu verstecken ## **Immobilien als „Waschmaschine“ über Bewertung, Kauf, Renovierung, Weiterverkauf** Der Punkt dahinter: Geldwäsche ist weniger „der eine Trick“, sondern oft eine Kette aus plausiblen Einzelschritten. Digital ist nicht automatisch sicher: neue Muster, neue Blinde Flecken „Dann machen wir alles digital und fertig?“ So einfach ist es nicht. Tobi ordnet ein: Digital kann Geldwäsche erschweren, aber es entstehen neue Typologien. Gerade im Bereich Terrorismusfinanzierung beschreibt er Muster, bei denen nicht mehr nur Transaktionen im Fokus stehen, sondern z. B. Zugänge, Accounts oder andere Mechaniken, die klassische Beobachtung aushebeln. Die Takeaways: - Muster verändern sich, sobald Kontrollen besser werden - Täter optimieren wie ein Geschäftsmodell Prävention muss mitlernen, nicht nur „abhaken“ ## **Von „Cover my S“ zu Wirksamkeit: Was KYC wirklich leisten muss** Ein starker Teil der Folge ist Tobis Kritik an der Praxis: Zu oft wird KYC als Nachweis- und Absicherungsprozess verstanden („Hauptsache dokumentiert“), statt als wirksames Instrument gegen Geldwäsche. Daraus ergeben sich drei sehr konkrete Forderungen: - Fokus auf Wirkung statt Formalismus - bessere Verarbeitung und Nutzbarmachung von Verdachtsmeldungen (Skalierung, Digitalisierung) - mehr gesellschaftliches Bewusstsein für den realen Schaden hinter der Geldwäsche Und genau an der Stelle wird auch klar, warum Tobi heute an KYC-Automatisierung arbeitet: Nicht, um „noch mehr Prozess“ zu bauen, sondern um KYC so zu gestalten, dass es im Alltag von Instituten überhaupt durchgängig funktioniert. ## **Finanzielle Bildung als unterschätzter Hebel** Der vielleicht wichtigste Perspektivwechsel: Finanzielle Bildung ist hier die Kontextkompetenz. Also verstehen, wie das System missbraucht wird, und daraus bewussteres Handeln ableiten. Alltagstauglich runtergebrochen: Wo kaufe ich ein, wirkt das plausibel? Wie bezahle ich, wo ist digital sinnvoll? Spreche ich über das Thema, mache ich es sichtbar? Tobi macht auch klar: Das wäre aus seiner Sicht ein starkes Pflicht-Thema in der Bildung, weil Prävention nicht erst im Bankprozess beginnt, sondern viel früher. ## **Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören** Die Folge ist kein „AML-Update“, das man nach fünf Minuten wieder vergisst. Sie lohnt sich bis zum Schluss, weil das Thema greifbar wird, ohne es zu trivialisieren (Alltagsbeispiele statt Buzzwords), wir über echte Muster sprechen: Bargeld, Mischumsätze, Immobilien, digitale Typologien. Tobi zeigt sehr offen, wo KYC heute oft nicht wirksam ist und was sich ändern müsste. Die Brücke zur finanziellen Bildung überraschend konkret wird (und nicht nach „Schulbuch“ klingt). Am Ende stehen klare Denkanstöße, die man im Institut und privat direkt mitnehmen kann. ### Alles, was ihr über Stablecoins wissen müsst URL: https://paymentandbanking.com/alles-was-ihr-ueber-stablecoins-wissen-muesst/ Last updated: 2026-05-12T00:01:24.000Z **Stablecoins könnten unser bisheriges Finanzsystem revolutionieren. Unsere Grafik informiert über Arten und Funktionsweise von Stablecoins und zeigt auf einen Blick ihre Chancen und Risiken.** In den vergangenen Wochen und Monaten ist rund um das Thema Stablecoin viel passiert: Zum Beispiel beim irisch-US-amerikanischen Zahlungsdienstleister Stripe, der ankündigte, dass Händler in 101 Ländern Guthaben auch in Stablecoin halten, bewegen und auszahlen können sollen. Darüber hinaus soll es eine Open Issuance Plattform geben, über die Unternehmen eigene Stablecoins auf den Markt bringen und verwalten können. Im Juli trat in den USA der Genius Act in Kraft, der Stablecoins fördern soll. Davon profitiert US-Präsident Donald Trump auch selbst: Seiner Familie gehört World Liberty Financial, die seit April den Stablecoin USD1 emittiert. Aber auch hierzulande nehmen Stablecoins langsam an Fahrt auf: Im Juli startete Allunity, ein Joint-Venture von DWS, Flow Traders und Galaxy Digital, mit EURAU den ersten Euro-Stablecoin in Deutschland. Damit ihr bei den weiteren Entwicklungen rund um Stablecoins mitreden könnt, zeigt euch unsere Infografik alles, was ihr zum Thema Stablecoin wissen müsst. Von verschiedenen Stablecoin-Arten über Funktionsweise, Anwendungsbereiche, Regulierung bis hin zu Chancen und Risiken. # 👉 [*Hier die Infografik hochauflösend herunterladen!*](https://drive.google.com/file/d/1AsfNopaT-umz-juAJitN3JV9JeFicknR/view?usp=sharing&ref=paymentandbanking.com) ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/10/infografik-stablecoins-03-scaled.jpg) ## **Was sind Stablecoins und wie unterscheiden sie sich?** Stablecoins sind Kryptowährungen auf der Blockchain, die an einen bestimmten Referenzwert gebunden sind. Dadurch soll ihr Wert stabiler bleiben als bei anderen Kryptowährungen wie dem Bitcoin. Die Referenzwerte, an die Stablecoins gebunden sind, können unterschiedlich sein. Am häufigsten sind fiatgebundene Stablecoins wie USDC, die den Wert einer staatlichen Währung eins zu eins nachbilden sollen. Ein USDC ist also zu jedem Zeitpunkt einen US-Dollar wert. Fiatgebundene Stablecoins werden von einem Emittenten ausgegeben, der für Fiatwährung kurzfristige Staatsanleihen kauft. Will ein Nutzer seine Stablecoins verkaufen, werden die Anleihen verkauft und der Nutzer erhält wieder Fiatwährung. Die fünf am höchsten kapitalisierten Stablecoins sind derzeit USDT, USDC, USDE, USDS und DAI. Sie sind alle an den US-Dollar gebunden. Stablecoins können jedoch auch an andere Werte geknüpft sein wie andere Kryptowährungen, Rohstoffe wie Gold oder Immobilien, oder auch an Algorithmen, die ihren Preis nach Angebot und Nachfrage steuern. Die Bedingungen für den Kauf- und Verkauf von Stablecoins sind dabei in sogenannten Smart Contracts festgelegt, die unveränderlich und automatisiert sind. In Smart Contracts kann zum Beispiel festgelegt sein, dass ein Darlehen in Stablecoins automatisch aufgelöst wird, wenn der Wert der hinterlegten Kryptowährung unter einen vorher festgelegten Wert fällt. Hierbei ist kein Intermediär nötig. ## **Wofür Stablecoins genutzt werden** Stablecoins können den Bezahlvorgang erheblich beschleunigen, vor allem bei Cross-Border-Transaktionen. Der Käufer tauscht seine Währung gegen Stablecoins ein, die dann in seiner Wallet verwahrt werden. Die Stablecoins kann er dann an die Wallet des Verkäufers senden, der sie wiederrum in eine Währung seiner Wahl umtauschen oder seinerseits zum Bezahlen verwenden kann, zum Beispiel zum Kauf von digitalen Assets. Der Prozess kostet weniger Zeit und Gebühren als eine herkömmliche Auslandsüberweisung über SWIFT. Auch das Settlement wird erleichtert. In Smart Contracts kann zum Beispiel festgelegt werden, dass ein Händler automatisch sein Geld erhält, wenn die Ware geliefert wurde. Auch können fiatgebundene Stablecoins zur Wertaufbewahrung dienen, da sie sich jederzeit eins zu eins zurücktauschen lassen. Die Nutzer können beim sogenannten Yield Farming, bei dem sie über Smart Contracts anderen ihre Stablecoins als Liquidität bereitstellen, Erträge wie Zinsen und Transaktionsgebühren erhalten. Für Banken ergeben sich neue Möglichkeiten im Liquiditätsmanagement. So können leichter Gelder innerhalb eines Instituts und zwischen Filialen verschoben werden, auch wenn diese im Ausland liegen. ## **Chancen und Risiken von Stablecoins** In der bereits beschriebenen Beschleunigung bei Zahlungen und der Programmierbarkeit durch Smart Contracts liegen die größten Chancen von Stablecoins. Hinzu kommt die Transparenz von Zahlungen durch die Blockchain. Jedoch gibt es auch erhebliche Risiken. In Schwellenländern könnte eine steigende Popularität und Verbreitung von Stablecoins zu einer Kapitalflucht zulasten der heimischen Währung führen. Auch wächst durch die fiatgebundenen Stablecoins die Nachfrage nach kurzfristigen Staatsanleihen, besonders in den bereits stark verschuldeten USA. Währenddessen steigt die Rendite europäischer Anleihen, was für überschuldete Länder im Euroraum problematisch sein könnte. Ein Kollaps eines großen Stablecoins kann potenziell auch Auswirkungen auf das gesamte Finanzsystem haben und so eine Gefahr für die Finanzstabilität darstellen. Auch bedrohen Stablecoins teilweise das Geschäftsmodell der Banken, da sie direkte Finanzdienstleistungen ohne zentrale Vermittler ermöglichen. Die Banken könnten Einlagen verlieren, wodurch sie weniger Kredite vergeben können. ## **So werden Stablecoins reguliert** Wegen ihrer Risiken werden Stablecoins in der EU seit 2024 über die Verordnung über Märkte für Kryptowerte (MiCAR) reguliert. Die Regulierung unterscheidet in E-Geld-Token (EMT) und vermögenswertreferenzierte Kryptowrtte (ART). EMT-Emittenten benötigen eine E-Geld-Lizenz oder eine Lizenz als Kreditinstitut und müssen sicherstellen, dass Nutzer jederzeit ihre Stablecoins gegen Fiatwährung zurücktauschen können. Sie müssen außerdem mindestens 30 Prozent der Fiat-Einlagen liquide auf Bankkonten halten. Der Rest muss sicher und mit niedrigem Risiko angelegt werden. Auf E-Geld-Token selbst gibt es keine Zinsen. Auch ART-Emittenten müssen zugelassen sein und einen Sitz in der EU haben. Sie müssen ausreichend Eigenmittel und eine Reserve in Höhe der Verpflichtungen aus der Emission von Stablecoins vorhalten. ![](https://vg09.met.vgwort.de/na/7268c20dde78486da286e6d18482b1b2) ![](https://vg09.met.vgwort.de/na/7268c20dde78486da286e6d18482b1b2) ### Der Fintech News-Rückblick: Das war 2025 URL: https://paymentandbanking.com/der-fintech-news-rueckblick-das-war-2025/ Last updated: 2026-01-04T19:50:49.000Z 2025 war kein Jahr für große Versprechen – sondern eines für Realitätstests. Nach Jahren des Hypes prallten im Fintech- und Banking-Sektor Erwartungen, Regulierung und wirtschaftliche Realität hart aufeinander. In unserem Jahresrückblick ordnen André Bajorat und Jochen Siegert die wichtigsten Entwicklungen ein: Wo kam Bewegung zurück? Wo sind Träume geplatzt? Und welche Themen werden 2026 wirklich prägen? ## **Funding & Exits: Bewegung ja – Euphorie nein** Nach der Funding-Flaute kehrte 2025 Kapital zurück in den Markt. Revolut wuchs weiter zur wertvollsten Neobank der Welt. IPOs von eToro, Circle und Klarna sorgten kurzfristig für Aufmerksamkeit, verloren aber schnell an Glanz. Trade Republic legte beim Wachstum zu, steht jedoch unter wachsendem regulatorischem und operativem Druck. Einzelne Exits wie IDnow zeigen: Liquidität ist möglich – der Markt bleibt dennoch vorsichtig. ## **Krise der Unicorns: Vom Hoffnungsträger zum Sanierungsfall** 2025 wurde zum Jahr der Abrechnung mit alten Bewertungen. Ratepay, Solaris, Clark, Wefox und Element stehen exemplarisch für die Verzwergung ehemaliger Unicorns. Auch internationale Schwergewichte wie Worldline oder Fiserv verloren massiv an Wert. Der Konsens: Wachstum ohne nachhaltiges Geschäftsmodell funktioniert nicht mehr. ## **Regulierung & Compliance: BaFin als Taktgeber** Kaum ein Thema prägte das Jahr so stark wie Regulierung. Die BaFin griff bei N26, C24, Raisin Bank und Payone durch. Der PayPal-Lastschrift-Stopp legte strukturelle Schwächen im Zahlungsverkehr offen, das Datenleck bei bonify schärfte den Fokus auf IT-Sicherheit. Compliance, Resilienz und Kundenservice sind endgültig im Zentrum angekommen. ## **Strategische Verschiebungen: neue Spielfelder, offene Fragen** Während alte Narrative verblassen, entstehen neue Suchbewegungen. Wero und der digitale Euro stehen zwischen Anspruch und Umsetzung. NFC ist offen, PayPal gewinnt Nutzer – echte Nutzung bleibt überschaubar. Stablecoins werden zur Infrastrukturfrage, Instant Payments langsam zum Standard. KI ist allgegenwärtig – aber noch nicht im Alltag angekommen. Ein ehrlicher Rückblick mit klaren Meinungen und ein paar offenen Fragen fürs neue Jahr. Viel Spaß beim Reinhören. ### KI verändert Markenwahrnehmung – nicht nur Suche URL: https://paymentandbanking.com/ki-veraendert-markenwahrnehmung-nicht-nur-suche/ Last updated: 2025-12-19T06:24:35.000Z In diesem Sponsored-Podcast spricht Maik ausnahmsweise nicht mit seinem Co-Host, sondern mit David Konitzny von **[Kosch Klink Performance](https://koschklinkperformance.de/?ref=paymentandbanking.com)**. Anlass ist ein Thema, das viele Unternehmen unterschätzen und das gerade still, aber massiv wirkt: KI verändert nicht nur, wie wir suchen, sondern wie Marken wahrgenommen werden. Und zwar dauerhaft. Früher war der Weg klar. Google öffnen, Keyword eingeben, Anzeigen oben, SEO darunter. Sichtbarkeit ließ sich kaufen, optimieren, austricksen. Heute stellen Menschen Fragen an ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Und diese Systeme antworten nicht mit zehn blauen Links, sondern mit Einschätzungen, Einordnungen und Empfehlungen. Genau hier liegt das Problem für viele Unternehmen. ## **Von SEO zu KI-Antworten: Warum alte Rezepte nicht mehr greifen** Der Begriff GEO oder LLMO geistert zwar durch Präsentationen, ist aber eigentlich nebensächlich. Entscheidend ist der Shift selbst. Suchvolumen wandert aus klassischen Suchmaschinen in dialogische Systeme. KI sucht anders. Sie bewertet Inhalte, fasst sie zusammen, priorisiert Quellen und lernt aus öffentlicher Wahrnehmung. Dabei geht es nicht nur darum, als Quelle zitiert zu werden. Entscheidend ist, ob eine Marke überhaupt genannt wird. Viele Unternehmen optimieren fleißig Inhalte, trennen aber nicht zwischen Quellennutzung und Markenwahrnehmung. Das Ergebnis: Man wird korrekt zitiert, aber nicht empfohlen. Für das Geschäft bringt das wenig. KI denkt nicht in Keywords. Sie denkt in Zusammenhängen. Sie greift auf Webseiten zurück, aber genauso auf Reviews, Foren, Reddit, Medienberichte und Erfahrungswerte. Was dort steht, fließt in Antworten ein. Und das ist für viele Organisationen unangenehm ehrlich. ## **Die unbequeme Wahrheit: KI ist digitale Mundpropaganda** Was früher der Freundeskreis war, ist heute der Chatbot. Werbung und Hochglanzkommunikation verlieren an Wirkung, wenn draußen eine andere Realität beschrieben wird. KI spiegelt diese Realität zurück. Brutal nüchtern. Wer heute fragt „Welche Bank ist für junge Menschen geeignet?“ bekommt keine Marketingclaims, sondern eine aggregierte Wahrnehmung. Wenn dort steht „teuer“, „analog“ oder „kompliziert“, dann ist das nicht erfunden. Es ist das, was Menschen über Jahre ins Netz geschrieben haben. Das führt zu einer neuen Verantwortung. Marken können sich nicht mehr hinter Kampagnen verstecken. Produkte, Services und Prozesse müssen stimmen. Kommunikation wird dialogisch, nicht sendend. Social Media, Foren, Kommentare und Community-Management werden strategisch relevant, nicht als PR-Show, sondern als kontinuierliche Präsenz. ## **Was Unternehmen jetzt tun sollten** Der wichtigste Schritt ist kein Tool und kein Hack. Es ist Klarheit. Warum will ich sichtbar sein? Als Quelle oder als Empfehlung? Danach folgt Aufräumen: Inhalte strukturieren, Aussagen klar machen, kurze präzise Informationen liefern, die Maschinen verstehen können. Gleichzeitig braucht es Digital PR. Relevante Erwähnungen, glaubwürdige Kontexte, echte Stimmen. KI lässt sich nicht dauerhaft austricksen. Prompt-Injection und weiße Texte auf weißem Hintergrund funktionieren kurzfristig, werden aber verschwinden. Was bleibt, ist Substanz. Der wichtigste Gedanke zum Schluss: KI-Optimierung ist kein Marketing-Projekt. Es ist ein Spiegel. Wer hineinschaut, sieht nicht das, was er gern wäre, sondern das, was er ist. Unternehmen, die das akzeptieren und daran arbeiten, haben einen echten Vorteil. Alle anderen werden sich wundern, warum sie plötzlich nicht mehr vorkommen. **Takeaways** - Die Zukunft der KI-Optimierung ist vielversprechend. - KI verändert die Wahrnehmung von Marken. - GEO (Generative Engine Optimization) ist ein neuer Ansatz für SEO. - Unternehmen müssen den richtigen Fokus bei der KI-Optimierung setzen. - SEO und KI sind eng miteinander verbunden. - Die Wahrnehmung von Marken ist entscheidend für den Erfolg. - Social Media Teams sind in der heutigen Zeit unerlässlich. - Ehrlichkeit in der Kommunikation ist wichtiger denn je. - Die Marketing-Hölle ist real und erfordert neue Strategien. - Unternehmen müssen an ihrem Image arbeiten. ### Die Kryptobranche ist 2025 erwachsener geworden URL: https://paymentandbanking.com/die-kryptobranche-ist-2025-erwachsener-geworden/ Last updated: 2026-05-12T00:01:25.000Z **Stablecoins und Tokenisierung gewannen an Relevanz, während Hacks, Politik und Unsicherheit weiter abschreckten.** 2025 war kein Jahr der großen Krypto-Träume. Aber es war ein Jahr, in dem sich entschieden hat, was bleibt. Nach den Übertreibungen der Vorjahre war 2025 vor allem eines: ein Realitätscheck. ## **Die Lichtblicke** Beginnen wir mit den positiven Entwicklungen, und die gibt es durchaus. Stablecoins haben 2025 ihren Durchbruch als Infrastruktur geschafft. Nicht als Spekulationsobjekt, nicht als Revolutionsversprechen, sondern als pragmatisches Werkzeug. US-Dollar-Stablecoins sind im internationalen Zahlungsverkehr, im Treasury-Management und bei Plattformökonomien angekommen. Für viele Unternehmen gilt inzwischen: Wer global denkt, denkt auch in Stablecoins. Nicht aus Ideologie, sondern aus Effizienzgründen. Auch regulatorisch war 2025 ein Fortschritt. MiCAR hat zwar niemanden euphorisiert, aber genau das ist ihre Stärke. Statt „Wild West“ herrscht nun ein klarer Rahmen. Unbequem für manche, aber notwendig für institutionelle Akteure. Banken, Payment-Dienstleister und Fintechs wissen jetzt, woran sie sind. Innovation ist langsamer geworden, aber belastbarer. Technologisch war 2025 weniger spektakulär, dafür solider. Tokenisierung hat den Sprung von der Pilotphase in erste produktive Anwendungen geschafft. Vor allem bei „Real World Assets” wie Fonds, Anleihen und internen Abwicklungsprozessen. Nicht die große Revolution, aber spürbare Effizienzgewinne. Genau so sehen nachhaltige Innovationen aus. ## **Die dunklen Wolken** Wenn man 2025 auf die Negativthemen blickt, stechen zwei besonders hervor: Politische Instrumentalisierung und anhaltende strukturelle Unsicherheit. **Krypto als politisches Spielzeug** Mit dem Amtsantritt von Donald Trump als selbsternanntem „Krypto-Präsidenten“ im Januar 2025 bekam der Markt zunächst genau das, was er liebt: einfache Narrative und große Versprechen. Die neue US-Regierung schlug einen deutlich krypto-freundlicheren Ton an und die Kurse reagierten prompt. Doch was kurzfristig Euphorie erzeugte, entpuppte sich schnell als neues systemisches Risiko. Politische Ankündigungen aus dem Trump-Umfeld führten 2025 wiederholt zu massiver Volatilität. Besonders problematisch: Immer wieder tauchten Hinweise auf ungewöhnlich gut getimte Großtransaktionen („Insider-Wal“-Trades) kurz vor wichtigen Statements auf. Beweise hin oder her, allein der Eindruck, dass politische Nähe Marktbewegungen vorab monetarisierbar macht, ist Gift für Vertrauen und Marktintegrität. Krypto wollte einmal neutral, grenzenlos und unpolitisch sein. 2025 zeigte eindrucksvoll, wie naiv diese Vorstellung war. **Großhacks, Betrug und Kriminalität** Noch gravierender war jedoch ein anderes Thema: Sicherheit. 2025 steuert auf das bislang schlimmste Jahr für Krypto-Diebstähle zu. Bereits zur Jahresmitte lagen die Verluste aus Hacks und Betrugsfällen bei über 2,17 Milliarden US-Dollar, ein trauriger Rekord. Besonders herausragend war der mutmaßlich nordkoreanische Mega-Hack auf Bybit mit einem Volumen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Ein einzelner Angriff, der einen Großteil der Hacking-Verluste des gesamten Jahres erklärte und einmal mehr zeigte, wie attraktiv das Ökosystem für staatlich organisierte Cyberkriminalität ist. Dass solche Summen 2025 noch immer abfließen können, ist ein fundamentales Hindernis für jede Form von Mainstream-Adoption. Für Banken, regulierte Finanzinstitute und Zahlungsdienstleister bleibt die Erkenntnis bitter: Solange Verwahrung, Key-Management und operative Sicherheit nicht auf einem industrieüblichen Niveau angekommen sind, bleibt Krypto ein Hochrisiko-Experiment. ## **Was bleibt vom Krypto-Jahr 2025?** Vielleicht ist die wichtigste Erkenntnis diese: 2025 war kein Jahr der Gewinner, sondern ein Jahr der Sortierung. Die Branche ist erwachsener geworden. Wer 2025 noch im Markt ist, hat entweder ein echtes Produkt, echte Kund\*innen oder echte Geduld. Das schnelle Geld ist weitergezogen. Geblieben sind die, die Infrastruktur bauen, Prozesse verbessern und bestehende Finanzsysteme ergänzen statt ersetzen wollen. Blockchain und Krypto sind 2025 ein Werkzeugkasten geworden, kein Heilsversprechen mehr. Das ist weniger glamourös, aber deutlich gesünder. Für Banken, für Payments, für die Finanzstabilität insgesamt. 2025 hat gezeigt: Die Zukunft der Finanzindustrie entscheidet sich nicht in Ideologien wie „on-chain oder off-chain“, sondern in funktionierenden Use Cases. Reguliert, wenig glamourös – aber wirtschaftlich relevant. Alle Beiträge von [Peter Grosskopf ](https://www.linkedin.com/in/petergrosskopf/?ref=paymentandbanking.com)und[ ](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/)unseren Kolumnist:innen [hier.](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) ### „Open Finance ist keine Pflichtübung“ URL: https://paymentandbanking.com/open-finance-ist-keine-pflichtuebung/ Last updated: 2025-12-17T18:13:46.000Z Daniel Streit begleitet Banken, Versicherungen und Fintechs auf dem Weg in eine datengetriebene Zukunft und ist sich sicher, dass mit Open Finance viele neue, gute Finanzprodukte entstehen können. Daten, Technologie und Regulierung – irgendwo dazwischen fühlt sich Daniel Streit am wohlsten. Als Unternehmensberater bei Deloitte hat er das FiDA Center of Excellence aufgebaut, um gemeinsam mit der Branche aus Vorschriften wie der Financial Data Access Verordnung konkrete Geschäftsmodelle zu entwickeln. Seine Karriere führte ihn von der Wissenschaft über ein eigenes Fintech bis in die Beratung. Im Interview erklärt er, warum Münzgeld für ihn ein Relikt ist, wie er Open Finance verständlich macht – und warum der Grill für ihn ein mindestens ebenso strategischer Ort ist wie das Whiteboard. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Daniel und beschäftige mich als Unternehmensberater bei Deloitte mit den Chancen und Risiken von Open Finance. Konkret bedeutet das: Ich arbeite dort, wo Daten, Technologie und Regulatorik im Finanzsektor zusammenkommen und helfe unseren Kund:innen, aus diesen Bausteinen nutzerorientierte Produkte und Services zu bauen. Inhaltlich reicht das von Datenstrategien über konkrete Open Finance Use Cases bis hin zur Frage, wie sich Regulatorik wie die EU-Verordnung zu Financial Data Access (FiDA) so übersetzen lässt, dass am Ende nicht nur PDFs entstehen, sondern Lösungen für Kund:innen. Dazu haben wir gemeinsam mit einem tollen Team das FiDA Center of Excellence bei Deloitte aufgebaut – sozusagen unser „Labor“, in dem wir gemeinsam mit einzelnen Instituten, ganzen Finanzverbünden und weiteren Playern an den Open-Finance-Geschäftsmodellen von morgen arbeiten. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Ich zahle wo immer möglich mit dem Smartphone. Meist habe ich nur 10 oder 20 Euro in Scheinen dabei. Obwohl ich noch ein altmodisches Portemonnaie nutze, ist das Münzfach praktisch stillgelegt. Das langsame Anwachsen des Kleingeldbergs in einem Münzglas hatte zwar etwas Meditatives, ist aber heute eher eine schöne Erinnerung als ein Modell für meinen Alltag. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Aus der empirischen Forschung kommend war mir früh klar: Kaum ein Bereich ist so datenintensiv wie Payment & Banking. Ich wollte verstehen, wie Menschen finanzielle Entscheidungen treffen und warum einige Finanzprodukte intuitiv funktionieren, während andere komplett an der Lebensrealität vorbeigehen. Erst in der Wissenschaft, dann als Fintech-Mitgründer und heute in der Beratung, hat mich diese Fragestellung nie losgelassen. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Ich würde mir wünschen, dass wir als Branche aufhören, reflexhaft kompliziert zu sein und ständig nur auf Risiken und das „halb leere Glas“ zu schauen. Wir haben unglaublich viele Daten, starke Technologie und eine Menge Know-how; aber viele Produkte fühlen sich trotzdem noch an wie aus dem letzten Jahrzehnt. Für mich ist Open Finance kein regulatorisches Thema, sondern eine Einladung, Finance neu zu denken. Statt mit Paragrafen sollten wir mit einer einfachen Frage starten: Was hilft den Menschen wirklich? Wenn wir das ernsthaft tun, werden Finanzprodukte einfacher, transparenter und nicht komplexer. Genau diese Perspektive versuche ich in Projekten immer wieder einzubringen. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich finde die „Revolution oder Revolte“-Debatte ehrlich gesagt überholt. Die spannendsten Entwicklungen entstehen dort, wo Banken, Fintechs, andere Player und der Regulator zusammenarbeiten. Fintechs waren ein wichtiger Weckruf und sind starke Impulsgeber, in einigen Segmenten auch mit relevanten Marktanteilen unterwegs. Die Zukunft liegt für mich aber in vernetzten Ökosystemen statt in Entweder-oder-Kategorien. Wenn wir die Stärken aller Beteiligten kombinieren, entstehen die besten Lösungen. ## **Wenn Du Finanzminister wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich bin mir nicht sicher, ob unser Land noch einen weiteren Sauerländer in der Bundesregierung verkraften würde. Gleichzeitig machen mir die steigende Staatsverschuldung und die Zukunftsfähigkeit unserer Sozialversicherungssysteme aber ernsthaft Sorgen. Wenn man das wirklich anpacken will, bräuchte es wahrscheinlich eher die Brechstange als das Skalpell. Aufgrund der tiefgreifenden Reformen wäre meine Amtszeit dann vermutlich auch überschaubar kurz. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich koche wirklich gerne und stehe am liebsten am Grill auf unserer Terrasse. Vor allem im Sommer verbringen wir dort viel Zeit mit Freunden, probieren neue BBQ-Rezepte aus und versuchen, immer wieder kleine Genussmomente in den Alltag einzubauen. Das liegt vermutlich in der Familie: Mein Vater ist Koch und war sein ganzes Berufsleben in der Gastronomie tätig. Und sein Bruder war Banker. Eigentlich fast erstaunlich, dass ich nicht in der Küche einer Bank gelandet bin. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Meist mit dem Smartphone über Google Wallet oder über Händler-Apps. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** - Raisin – der Weltsparen-Ansatz hat mich von Anfang an überzeugt: unterschiedliche Banken, Länder und Produkte; aber eine Oberfläche, ein Prozess und ein „interoperables“ Nutzererlebnis für die Kund:innen. - Trade Republic – schlank, schnell, leicht verständlich. So stelle ich mir Retail-Investing vor. - Finanzguru – weil die App zeigt, wie viel Potenzial in personalisierten Finanzübersichten steckt. ### Warum umfassende Kontrolle an der Kund*innen-Schnittstelle noch Pflicht ist URL: https://paymentandbanking.com/warum-umfassende-kontrolle-an-der-kundinnen-schnittstelle-noch-pflicht-ist/ Last updated: 2025-12-16T18:57:19.000Z *Generative KI kann die Kund\*innenkommunikation stark unterstützen – allerdings erfordert dies ein klares Bewusstsein für die Grenzen der KI und systematische, spezifische Kontrollen, die konsequent eingehalten werden.* Generative KI ist grundsätzlich ein großartiges Werkzeug: Analysen, Zusammenfassungen und die Erstellung von Texten, Bildern, Sprache und Videos sind in Sekundenschnelle möglich und versprechen hohe Effizienzgewinne sowie umfassende Personalisierungsmöglichkeiten. Kein Wunder also, dass eine Vielzahl von Unternehmen generative KI inzwischen systematisch zur Optimierung von internen Abläufen und Prozessen einsetzt und dies auch zunehmend in Richtung der Kund:innen-Schnittstellen und externer Kommunikation erweitert. Wichtig ist dabei allerdings, dass sich jede\*r Beteiligte auch der Limitationen der generativen KI bewusst ist und es nicht nur saubere Kontrollprozesse gibt, sondern dass diese auch eingehalten werden. ## **Quelle: GenAI?** Dass dies nicht immer reibungslos funktioniert, zeigt eine Reihe von Beispielen wie die Folgenden, die in den letzten Tagen in der Presse waren: In Projektberichten von Deloitte Australia und Deloitte Canada im August beziehungsweise November dieses Jahres fanden sich einige falsche Zitate nicht existierender akademischer Publikationen wie zum Beispiel [Associated Press](https://apnews.com/article/australia-ai-errors-deloitte-ab54858680ffc4ae6555b31c8fb987f3?ref=paymentandbanking.com), die australische [Financial Review](https://www.afr.com/politics/how-one-academic-unravelled-deloitte-s-ai-errors-20251013-p5n224?utm%5Fcontent=feed&utm%5Fterm=afr%5Fsocial%5Feds&utm%5Fmedium=social&utm%5Fcampaign=afr&utm%5Fsource=LinkedIn#Echobox=1760390693-3) gleich [zweimal ](https://www.afr.com/companies/professional-services/oversight-was-not-followed-deloitte-apologises-for-ai-report-20251012-p5n1ty?ref=paymentandbanking.com)und [Fortune](https://fortune.com/2025/11/25/deloitte-caught-fabricated-ai-generated-research-million-dollar-report-canada-government/?ref=paymentandbanking.com) berichteten. In beiden Fällen änderte sich laut Deloitte nichts an den inhaltlichen Ergebnissen der Berichte, allerdings seien die bestehenden internen Kontrollprozesse offensichtlich nicht vollumfänglich eingehalten worden. Am 12\. November veröffentlichte die führende englischsprachige Tageszeitung Pakistans „Dawn“ laut zweier Medienberichte ([hier](https://www.newsweek.com/newspaper-issues-apology-readers-cant-believe-print-11047759?ref=paymentandbanking.com) und [hier](https://economictimes.indiatimes.com/news/new-updates/pakistans-biggest-newspaper-dawn-started-by-jinnah-publishes-ai-prompt-in-car-sales-news-report-apologises-for-ai-generated-text/articleshow/125294198.cms?from=mdr&ref=paymentandbanking.com)) einen Artikel zur Entwicklung des Automobilmarktes, der mit einem typischen ChatGPT-Wrap-up endete: „If you want, I can also create an even snappier front-page style version \[…\] Do you want me to do that next?“.Der [korrigierte Artikel](https://www.dawn.com/news/1954574?ref=paymentandbanking.com), der am selben Tag noch erschien, enthielt ebenfalls einen Hinweis auf die KI-Policy des Unternehmens, die in diesem Fall nicht eingehalten wurde. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Nicht ohne Kontrolle** Derartige Beispiele sind ein wichtiger Weckruf, denn kaum ein Unternehmen ist vor einem solchen Fall gefeit. Neben Kontrollmechanismen und Regeln geht es vor allem um die Sensibilisierung aller Beteiligten für die Relevanz dieser Prozesse und Vorgaben. Aus Bequemlichkeit oder unter Zeitdruck haben die meisten von uns schon Abkürzungen genommen und Regeln gebeugt oder ignoriert. Für empirische Evidenz muss man sich nur abends im Regen mal an eine rote Fußgängerampel stellen. Der entscheidende Faktor ist jedoch, unter welchen Umständen es geschieht und wie die potenziellen Konsequenzen aussehen. Fakt ist, dass wir beim Einsatz generativer KI aufgrund der Funktionsweise von Large Language Models (LLMs) in einem gewissen Umfang mit Halluzinationen rechnen müssen, denn die generierten Texte basieren auf dem Maximieren der Wahrscheinlichkeit für einen bestimmten Output in einem gegebenen Kontext. Natürlich lassen sich diese durch Feinabstimmungen und die Nutzung von Retrieval-Augmented-Generation (RAG) – also das systematische Einbeziehen spezifischer interner Datenquellen – minimieren, jedoch noch nicht vollständig ausschließen. Und überall dort, wo es auf Korrektheit, Genauigkeit und Präzision ankommt, müssen entsprechende Kontrollmechanismen bestehen und eingehalten werden. Inwieweit diese menschlich sein müssen oder über Multi-Agent- und Multi-Model-Ansätze etabliert werden können, hängt im Zweifel von den Rahmenbedingungen und dem konkreten Anwendungsfall ab. Zusammenfassungen von internen Routine-Meetings oder stark regelbasierte und sehr spezifische Auskünfte stehen hier auf einem anderen Blatt als die externe Kund:innen-Kommunikation in einem komplexeren Kontext. Und als ich das erste Mal das offensichtlich von ChatGPT-generierte Angebot für eine präzise Zusammenfassung des darüberstehenden Textes mitten in einer studentischen Hausarbeit gelesen hatte, schoss mir ehrlicherweise erstmal ein „Ja bitte!“ durch den Kopf. ## **Kritische Reflexion so wichtig wie Zähneputzen** In jedem Fall ist die kritische Reflexion eine Grundhygiene und genauso wichtig wie das morgendliche Zähneputzen. KI-Kompetenz darf nicht nur ein lästiges Pflichttraining für Mitarbeitende sein oder sich auf den Umgang mit einzelnen Tools beschränken, sondern muss Teil des Mindsets werden. Dass der Einsatz von generativer KI in immer mehr Unternehmensbereichen richtig und sinnvoll ist, steht außer Frage. Wichtig ist aber, wie das Miteinander von Mensch und Maschine orchestriert wird, und dass sich jede\*r Mitarbeitende der Vorteile, aber auch der Limitationen und Risiken im spezifischen Fall bewusst ist. Ein interessantes Experiment dazu hatte die Harvard Business School zusammen mit BCG bereits 2023 [durchgeführt](https://www.hbs.edu/faculty/Pages/item.aspx?num=64700&ref=paymentandbanking.com): Rund 750 Berater\*innen sollten zwei unterschiedliche Aufgabentypen bearbeiten. Der erste Typ fokussierte auf Kreativität, Überzeugungskraft und schriftliche Ausdrucksfähigkeit, der zweite stärker auf Problemlösung unter Verwendung quantitativer Daten und Expert\*innen-Befragungen, deren Einblicke wichtig für die Interpretation der quantitativen Daten waren. Die Berater\*innen wurden in drei Gruppen eingeteilt, eine ohne KI-Unterstützung und zwei weitere mit KI-Unterstützung. Beim ersten Aufgabentyp lieferten die Probanden mit KI-Unterstützung schnellere und qualitativ hochwertigere Ergebnisse als die Kontrollgruppe. Bei der zweiten Aufgabenart waren sie zwar schneller, aber qualitativ deutlich schlechter – und einer der Hauptgründe dafür war mangelnde kritische Reflexion des Outputs. ## **Spannender Spagat** Der Spagat wird noch spannend: Einerseits müssen wir den Mitarbeitenden die Berührungsängste nehmen, damit sie generative KI zielführend und sinnvoll einsetzen und wir eine Skalierung erreichen, bei der sich die Investitionen auch rechnen. Andererseits ist gerade in sensitiven Bereichen, an der Kund\*innen-Schnittstelle und in der Außenkommunikation noch ein hoher Grad an kritischer Reflexion und Kontrolle notwendig. Zu echter und umfänglicher KI-Kompetenz gehören deshalb auch ein Change Process und ein Mindset-Wechsel, die immer wieder im Kontext der Reife von KI, der benötigten Fähigkeiten sowie der sich verändernden Anwendungsgebiete weiterentwickelt werden müssen. [Hier findest Du weitere beiträge unserer Kolumnist:innen.](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) ### eIDAS 2 erklärt: Wie die EUDI Wallet rechtlich verankert ist URL: https://paymentandbanking.com/eidas-2-erklaert-wie-die-eudi-wallet-rechtlich-verankert-ist/ Last updated: 2025-12-17T06:20:07.000Z ***Die EUDI Wallet ist kein Zufallsprodukt, sondern das Ergebnis einer langen regulatorischen Entwicklung. In Folge 2 von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ ordnet Peter Frey (Annerton) ein, was eIDAS 2 rechtlich neu macht, wie Governance und Durchführungsakte zusammenspielen und warum dieser Schritt weit über eine klassische Signaturverordnung hinausgeht.*** Die ursprüngliche eIDAS-Verordnung aus dem Jahr 2014 regelte zwar elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste, scheiterte in der Praxis jedoch an fehlender Interoperabilität. Nationale Identitätssysteme konnten nicht sinnvoll miteinander kommunizieren, weshalb sich der Markt kaum entwickelte. Wahrgenommen wurde eIDAS 1 vor allem als Regelwerk für elektronische Signaturen. Mit eIDAS 2 vollzieht der Gesetzgeber nun einen klaren Paradigmenwechsel. Statt einzelner Regelungen entsteht erstmals eine gesamteuropäische digitale Identitätsinfrastruktur. Zentrales Element ist die EUDI Wallet, die in allen Mitgliedstaaten funktionieren muss und auf einheitlichen technischen, rechtlichen und prozessualen Standards basiert. Nutzer:innen behalten dabei die Kontrolle darüber, welche Daten sie offenlegen. Entscheidend ist auch die Wahl der Verordnung als Rechtsinstrument. Sie gilt unmittelbar in allen Mitgliedstaaten und verhindert nationale Sonderwege. Die technischen Details werden über Durchführungsrechtsakte konkretisiert, deren Grundlage das Architecture Reference Framework bildet. Dieses beschreibt die Zielarchitektur der Wallet, ohne selbst ein Rechtsakt zu sein. Ein weiterer Kernpunkt sind Attribute. Neben Identitätsdaten können künftig auch digital signierte Merkmalsnachweise – etwa Alter, Berufsqualifikationen oder Fahrerlaubnisse – in der Wallet hinterlegt und gezielt nachgewiesen werden. Damit schafft eIDAS 2 nicht nur eine Identitäts-, sondern auch eine europaweit einheitliche Attributsinfrastruktur. Auch die Akzeptanzpflichten sind klar geregelt: Öffentliche Stellen müssen die EUDI Wallet akzeptieren, wenn eine Identifizierung erforderlich ist. Bestimmte private Anbieter, darunter Banken und große Online-Plattformen, unterliegen in bestimmten Fällen ebenfalls einer Akzeptanzpflicht. Die Nutzung der EUDI Wallet bleibt für Bürger:innen jedoch freiwillig. . Das Fazit der Folge: eIDAS 2 legt den rechtlichen Grundstein für eine funktionierende europäische Identitätsarchitektur – mit klarer Governance, verbindlichen Standards und weitreichenden Folgen für regulierte Branchen. 🎧 **Jetzt reinhören:** Alles Legal – Fintech-Recht kompakt | Folge 2 zur EUDI Wallet ### Paypal-Panne, N26-Wechsel, Bafin-Klatschen: Was ein geiles Jahr! URL: https://paymentandbanking.com/paypal-panne-n26-wechsel-bafin-klatschen-was-ein-geiles-jahr/ Last updated: 2026-05-12T00:01:26.000Z Nils hat das ganze Jahr genörgelt. Zum Jahresabschluss hat er darauf keine Lust mehr. Und freut sich stattdessen über ein großartiges Jahr für Fintechs und Banken. Also, ein bisschen. Die finale Episode „Nils nörgelt” für 2025. *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?* [*Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Liebe Leserinnen und Leser, ich habe die große Ehre, dieses Jahr bei Payment & Banking mit meiner Kolumne „Nils nörgelt” abzuschließen. Aber seid einmal ehrlich zueinander: Wollt ihr nach so einem miesen Jahr voll Panik, Angst und Krieg wirklich noch mehr Genörgel, Geschelte und Gemeckere von einem Szenebeobachter, der im Herzen kurz vor der Verrentung steht? Die wahrhaftige Antwort ist natürlich ein dahingerotztes, abfälliges: Nääää. Und weil bald Weihnachten ist, möchte ich Euch, meinen lieben Leserinnen und Lesern diesen Wunsch erfüllen und nehme Euch mit auf eine Reise durch das Jahr 2025 und all die schönen kleinen Dinge, über die wir uns freuen durften. Für alle herzerwärmenden Ereignisse ist zwar kein Platz, aber hier kommen meine Highlights. ## **Frühling: Ein Hauch von Erneuerung** Die ersten drei Monate waren natürlich geprägt von der vielleicht besten Nachricht, die man sich so vorstellen konnte für den deutschen Finanzplatz: Solaris wurde gerettet. Nach monatelangen Kämpfen kam dann doch noch die Finanzierung zusammen, wobei das „G” in dem Wort wohl für „Glück” steht, und verschaffte dem [Fintech weitere 140 Millionen](https://www.businessinsider.de/gruenderszene/business/letzte-rettung-140-millionen-euro-fuer-fintech-solaris/?ref=paymentandbanking.com) Euro und einen japanischen Großaktionär. Angedeutet hatte sich das alles schon Ende 2024, aber in trockenen Tüchern war es ja dann doch erst 2025, passt also perfekt in diesen Jahresrückblick. Endlich gerettet, endlich ein Neuanfang. Wer will sich da schon darüber beschweren, dass Altinvestoren [nur 0,10 Euro für jeden Anteil bekamen](https://paymentandbanking.com/exklusiv-rettung-solaris-details-exit-sbi-mitarbeiter/)? Wen stört es, dass die Großinvestoren sich ihr Investment und ihre Rettung vergolden lassen, während Ex-Mitarbeiter oder frühe Investoren leer ausgehen? Genau, niemanden! Rettung ist Rettung und wir wollen ja das Positive sehen. Also Haken dran und weitergehen. Hier gab es nichts Schlechtes zu sehen. ## **Sommer: Auf dem Trockenen geblieben** Stichwort nichts zu sehen: Das kennen viele Händler vermutlich noch von ihrem Paypal-Konto im Sommer. Nachdem bei der US-Firma die Sicherheitssysteme versagt hatten, blockierten die deutschen Banken und Sparkassen mal eben Lastschriften in zweistelliger Millionenhöhe, was zu einem großen Aufschrei und viel Arbeit für Paypal führte. Aber auch hier, meine Damen, meine Herren, wollen wir natürlich das Positive sehen – und da gibt es ja eine ganze Menge. Zunächst einmal lässt sich festhalten, dass die deutschen Geldhäuser es offenbar merken, wenn massenweise merkwürdige Lastschriften bei ihnen eintrudeln, die teilweise horrende Summen verlangen. Technisches Know-How: Check. Dann muss man festhalten, dass Paypal es wunderbar geschafft hat, kein großes Tohuwabohu um die Sicherheitslücke zu machen und zu Anfang nur ganz dezent auf einer Unterseite informierte. Fehlender Alarmismus also auch: Check. Und dann ist natürlich positiv hervorzuheben, dass die europäische Alternative Wero direkt in diese Lücke stoßen konnte mit ihrem bis dahin planmäßig und großflächig ausgerolltem Angebot für P2P-Zahlungen. Das ist zwar nicht das Gleiche wie das ja eigentlich bis dahin geplante Online-Angebot für Händler. Aber hey, man nimmt was man kriegen kann. Bescheidenheit: Check. ## **Herbst: Die Auferstehung der alten Blätter** Das unangefochtene Highlight im Herbst war dann natürlich: Die Auferstehung des klassischen Banken-Chefs. Denn niemand Geringeres als Hundefreund und Bankenkenner Marcus Mosen übernahm die Führung beim mittlerweile etablierten (die nette Form von nicht mehr so schnell wachsendem) Fintech N26, während die beiden Gründer sich in den Aufsichtsrat zurückziehen durften – wie verdient. Jahrelang mussten Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal schließlich ackern, immer wieder rief die vermaledeite Bafin an und immer wieder hatte sie etwas zu meckern. Dass das selbst die härtesten Rebellen eines Tages in die Knie zwingt, ist nur nachvollziehbar und die (Teilzeit)-Frührente sei den beiden von Herzen gegönnt. Mosens Besetzung derweil steht für einen erfreulichen Trend dahingehend, dass auch die Garde an Chefs noch ein Wörtchen mitzureden hat, die weiß, wie ein Krawattenknoten zu binden ist. Wer hätte das schon vor fünf Jahren noch gedacht? Was ein erfrischender neuer Ansatz. ## **Winter: Schneebälle in die Fresse** Womit wir dann auch schon im Winter angekommen sind, der kalten, nassen Jahreszeit. Der, in der eigentlich kaum noch etwas passiert, weil Frankfurt zu großen Teilen in den Skiurlaub verduftet und die allermeisten Budgets ja dann doch gut ausgereizt sind. Tja, wären da nicht meine Freunde von der Finanzaufsicht Bafin. Wäre da nicht die Truppe von Mark, the Geldwäsche-Maßnahme, Branson. Mit der neuesten Klatsche gegen die C24-Bank – bei der das C sicherlich für Compliance und nicht für Check24 steht – machten die Aufseher mich noch einmal auf ein wirkliches Highlight aufmerksam: Richtig viele Banken und Fintechs haben dieses Jahr von der Bafin einen Denkzettel bekommen. C24 gehört ebenso dazu wie [JPMorgan](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b%5FKWG%5F84%5FWpIG%5Fund%5F57%5FGwG/neu/meldung%5F2025%5F11%5F06%5Fjp%5Fmorgan%5Fse.html?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com), die [Oldenburgische Landesbank](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/40c%5Fneu%5F124%5FWpHG/neu/meldung%5F2025%5F10%5F10%5Foldenburgische%5Flandesbank%5Fag.html;jsessionid=AD7DABD6A8FBA9D57C2C60E8132146D7.internet991?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com), die [Varengold Bank](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/60b%5FKWG%5F84%5FWpIG%5Fund%5F57%5FGwG/neu/meldung%5F2025%5F09%5F15%5FVarengold%5FBank%5FAG.html?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com), die [Raisin Bank](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Massnahmen/VAG/neu/meldung%5F250908%5Fgeschaeftsleiter.html?cms%5Fexpanded=true&ref=paymentandbanking.com) – und da sind wir erst im September. Nun könnte man natürlich darüber meckern, wie wenig ernst deutsche Geldhäuser die Geldwäscheprävention nehmen. Oder man könnte, wie es in meiner Natur liegt, das Positive sehen und sagen: Schön, dass unsere Finanzaufsicht offenbar auch mal austeilen und nicht immer nur einstecken kann. ## **Das Jahr 2025: Ziemlich genau wie gedacht** Außerdem gilt es am Ende des Jahres noch darauf zu schauen, wie richtig ich mit meinen Trendprognosen 2025 lag: - Die Krypto-Scams kommen ✅ - Mastercard und Visa geraten unter Druck wegen Gebühren ✅ - Neobroker machen das Rennen✅ - Mobilfunk wird eine immer größere Rolle spielen✅ - Die Börsengänge kommen❌ Vier aus fünf. Ich denke, das kann man mal so machen. Und damit endet ein weiteres Jahr, liebe Banker:innen, liebe Fintecher:innen, liebe Leser:innen. Ich wünsche Maßnahmen-freie Weihnachten und einen guten Rutsch. Bleiben Sie uns gewogen. Ihr nörgelnder Nils ### Frankfurter Notizen – Eine Kolumne über die große kleine Stadt am Main URL: https://paymentandbanking.com/frankfurter-notizen-eine-kolumne-ueber-die-grosse-kleine-stadt-am-main-2/ Last updated: 2025-12-15T18:54:42.000Z **In den FIDA Data Studios arbeiten Akteure aus allen Bereichen gemeinsam an Projekten, die FIDA aus der Theorie in die Praxis heben sollen. Was dabei bisher herausgekommen ist – und wie der Standort Frankfurt davon profitieren kann.* Wer im Frankfurter Alltag ein bisschen genauer hinschaut, merkt schnell: Die Stadt lebt von Vernetzung – manchmal zwischen Galerien und Apfelweingläsern, immer öfter aber auch in Ideenräumen. Vergangene Woche ging es um jene leisen Rhythmen, die die Stadt prägen – heute nehmen wir den Takt der Veränderung auf: Innovation im Herzen des Finanzplatzes. Wenn wir über Fortschritt im Finanzsektor sprechen, fällt uns Frankfurt selten als Erstes ein. Zu fest haftet der Stadt noch das Etikett des soliden, traditionsbewussten Bankwesens an – mehr Tresor als Thinktank. Doch wer in den vergangenen Monaten bei einem der FIDA-Roundtables oder in den FIDA Data Studios war, spürt: Hier verändert sich etwas. Und zwar nicht auf Hochglanzfolien, sondern mitten in der Substanz. Da sitzen Banker, FinTechs, Versicherer, Consultants, Tech-Unternehmer und KI-Expertinnen an einem Tisch. Sie reden – ja, auch ein bisschen über Regulierung – aber vor allem darüber, was sich mit all den Daten anfangen lässt. Das Format hat dabei etwas angenehm Frankfurterisches: direkt, laut, lebendig. Kein PowerPoint-Ballett, kein PR-Geschnörkel – eher ein Marktplatz des Denkens. Oder, man darf’s ruhig so sagen: eine Apfelweinkneipe für Ideen. An diesem Abend geht es darum, wie einfach der Versicherungswechsel gelingen kann oder wie Daten im Onboarding genutzt werden können. Ein Banker hebt die Augenbraue, nicht, weil er zweifelt, sondern weil er merkt, welche Wirkung Daten haben können, wenn sie einmal aus den viel gescholtenen Datensilos befreit sind. Man spürt: Es entsteht eine Idee, was FIDA alles für die Endkundinnen und -kunden heißen kann. FIDA wird anfassbar. Die Einsichten sind erstaunlich greifbar: Wer auf Regulierung wartet, verliert Zeit. Die spannendsten Anwendungsfälle entstehen an den Rändern der Industrien – zwischen Banken, Versicherungen und Technologie. FIDA und KI sind dabei das perfekte Dream-Team: nicht nur als GenAI-Variante eines künftigen Multibankings, sondern auch für Beratung, Kundenkommunikation und Produktentwicklung. Jetzt braucht es vor allem eines – Beispiele, die zeigen, dass es funktioniert. Das könnte es sein, das neue Geheimnis Frankfurts: Hier entstehen Räume, in denen Institution und Innovation sich nicht mehr misstrauisch gegenüberstehen, sondern gemeinsam etwas bauen. Das FIDA Data Studio ist so ein Ort. Dort treffen Menschen, die früher an unterschiedlichen Enden der Stadt oder gar in unterschiedlichen Welten gearbeitet haben und arbeiten gemeinsam an einer Zukunftsvision. Während in Brüssel noch an den FIDA-Paragrafen gefeilt wird, entstehen am Main schon Prototypen. Der Finanzplatz begreift sich neu – nicht mehr nur als Empfänger, sondern als Gestalter eines europäischen Datenraums. Der Spirit hat plötzlich etwas zutiefst Europäisches: Wettbewerb, ja – aber auch Zusammenarbeit. Man denkt nicht mehr in Mauern, sondern in Schnittstellen. Frankfurt setzt dabei auf eine Tugend, die schon in den Apfelweinkneipen Tradition hat: Skepsis, Pragmatismus, und die Bereitschaft, auch einmal querzudenken. Mit einem Augenzwinkern und einem Glas Äppler in der Hand zeigt sich die Zukunft oft gerade da, wo man sie nicht erwartet – zwischen Serverraum und Schreibtisch, im Gespräch, in der Begegnung. Und vielleicht wird man eines Tages sagen: Hier, zwischen Messe und Hauptbahnhof, begann etwas, das die europäische Datenökonomie neu geprägt hat, nicht laut, nicht pathetisch, sondern mit viel Substanz im alltäglichen Rhythmus der Frankfurter Community. ### Open Finance ist mehr als FIDA | Was Banken jetzt wirklich tun können URL: https://paymentandbanking.com/open-finance-ist-mehr-als-fida-was-banken-jetzt-wirklich-tun-koennen/ Last updated: 2025-12-15T08:54:50.000Z In unserer aktuellen 3×3=10-Folge sprechen wir mit Andreas Reuß und Daniel Streit von Deloitte darüber, was sich rund um FIDA und Open Finance getan hat und warum FIDA am Ende „nur“ ein Baustein in einer viel größeren Daten- und Transformationsstory ist. Statt Paragrafenreiterei geht es darum, wie Institute die nächste Zeit nutzen können, um sich strategisch gut zu positionieren. ## **FIDA im Kontext: Teil einer größeren Datenstrategie** Regulatorisch bleibt FIDA zäh: Der Trilog kommt langsamer voran als erhofft, eine finale Fassung wird frühestens 2026 erwartet. Parallel schiebt die EU weitere Digitalpakete an. Für Häuser heißt das: FIDA wird kommen, aber als Teil eines größeren Mosaiks aus Datenregulierung, digitaler Souveränität und europäischen Datenräumen, nicht als isoliertes Einzelprojekt. In vielen Gesprächen wird FIDA inzwischen weniger als Pflichtübung und stärker als Katalysator verstanden, um Datenstrategie, IT-Architektur und Geschäftsmodell zusammenzubringen. ## **Vom Projekt zur Transformation: Open Finance als Chance** Im Markt sehen wir eine Verschiebung: - FIDA wird weniger als „ein Projekt mit Start und Enddatum“ betrachtet, - sondern als Auslöser für eine breitere Open-Finance-Transformation. Viele Häuser erkennen: - Es geht nicht nur darum, Daten herauszugeben, - sondern auch darum, externe Daten sinnvoll hereinzuholen, zu kombinieren und in neue Produkte, Services und Zielgruppenansprachen zu übersetzen. Damit wird FIDA vom Störfaktor zur Chance, vorausgesetzt, man denkt über die reine Compliance-Perspektive hinaus. ## **Warum Prototypen mehr bringen als abstrakte Use-Case-Listen** Ein Punkt aus dem Gespräch, der sich durchzieht: Reine Use-Case-Listen bleiben oft abstrakt. Greifbar wird Open Finance erst, wenn Prototypen im Raum stehen: - ein klickbarer Vertriebsarbeitsplatz, - echte Datenpunkte (inkl. externer Open-Finance-Daten), - konkrete Handlungsempfehlungen für Beraterinnen und Berater. Sobald man sieht, wie eigene Produkte, Partnerangebote und externe Daten in einer Oberfläche zusammenspielen, kippt die Diskussion: weg von „ob wir das brauchen“, hin zu „wie wir es sauber aufsetzen“. ## **Lektionen aus anderen Märkten** Internationale Beispiele (u. a. Brasilien, Naher Osten, UK) zeigen: - starker regulatorischer Rückenwind plus klare Governance-Strukturen helfen, - spitze Zielgruppenfokussierung beschleunigt die Lernkurve, - Ökosysteme entstehen oft zuerst in Nischen, bevor sie sich verbreitern. Die Botschaft: Man muss nicht gleich den gesamten Markt neu erfinden. Ein klar definierter Kundenausschnitt mit konkretem Problem ist oft der bessere Startpunkt. ## **Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören** Die Folge ist kein klassisches Regulierungs-Update, das man nach fünf Minuten wieder vergisst. Sie lohnt sich bis zum Schluss, weil: - am Ende klare, praxistaugliche Schritte stehen, mit denen man im eigenen Institut sofort einsteigen kann. - Andreas und Daniel sehr offen schildern, wie sich die Stimmung in der Branche von „Verhinderung“ zu „Lernkurve“ verschoben hat. - wir konkrete Beispiele aus Projekten diskutieren, in denen Open Finance plötzlich „klick“ gemacht hat – gerade durch Prototypen. - internationale Einblicke helfen, den eigenen Blick zu weiten und die europäische Diskussion besser einzuordnen. - es nicht nur um Technik geht, sondern genauso um Governance, Kultur, Organisation und die Frage, wer im Haus eigentlich den Hut aufhat. ### Software-Integration im Fintech: Warum Maesn einen komplizierten Markt radikal vereinfacht URL: https://paymentandbanking.com/software-integration-im-fintech-warum-maesn-einen-komplizierten-markt-radikal-vereinfacht/ Last updated: 2025-12-12T05:16:30.000Z **Im Payment & Banking Fintech Podcast spricht Dr. Themo Voswinckel, Mitgründer von Maesn, darüber, warum moderne Software-Integration zum entscheidenden Erfolgsfaktor geworden ist und wie eine Unified API Datensilos auflöst.** Unternehmen arbeiten heute mit zahlreichen spezialisierten Tools – von CRM über Payroll bis zu ERP-Systemen. Doch sobald Daten zwischen diesen Welten fließen sollen, entstehen Reibungspunkte. Genau darüber sprechen Host Andre und Themo im Podcast. Als Berater sah Themo immer wieder, wie Firmen Daten per CSV exportierten, manuell pflegten oder über Workarounds verbanden. Die Idee für Maesn entstand aus diesem wiederkehrenden Muster: eine einheitliche API, die die wichtigsten Finanz- und ERP-Systeme wie DATEV, Lexware oder SAP über ein gemeinsames Datenmodell zugänglich macht. „Unternehmen haben extrem heterogene Softwarelandschaften und kaum eines dieser Systeme spricht nativ miteinander“, erklärt Themo. Maesn löst dieses Problem, indem Softwareanbieter sich nur einmal anbinden müssen und damit automatisch Zugang zu einer ganzen Integrationswelt erhalten. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigt der Kundenmix: von Plattformen wie HubSpot und Spendesk bis hin zu spezialisierten SaaS-Anbietern. Für alle geht es darum, Integrationen nicht mehr einzeln zu entwickeln, sondern sie skalierbar verfügbar zu machen. Im Gespräch wird deutlich, dass Maesn Erfolg vor allem auf Kundenzentrierung beruht. Integration ist hier kein technisches Add-on, sondern Teil der Produktstrategie. Maesn wächst dabei nach einem verbrauchsorientierten Modell – je mehr Daten fließen, desto größer der Nutzen für beide Seiten. Auch der Markt denkt europäisch: Maesn ist bereits in DACH, den Nordics, UK und Benelux aktiv und möchte zur zentralen Integrationsinstanz für Finanzsysteme in Europa werden. 🎧 Die ganze Podcast-Episode gibt es überall, wo es Podcasts gibt. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ### Das sind die beliebtesten Finanz-Apps URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-die-beliebtesten-finanz-apps-2/ Last updated: 2026-05-12T00:01:27.000Z **Von Sparkasse über Finanzguru bis zur Google Wallet: Wir haben auf Basis der Downloadzahlen im Google-Play-Store die beliebtesten Finanz-Apps für Euch ausgewertet.** Tschüss Filiale, hallo Online-Banking: Rund zwei Drittel der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte heute über das Internet, wie Daten der europäischen Statistikbehörde [Eurostat](https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/ISOC%5FCI%5FAC%5FI%5F%5Fcustom%5F103157/bookmark/table?lang=de&bookmarkId=283b15b2-9fe0-4861-9d19-5f80eb89c979&ref=paymentandbanking.com) zeigen. Inzwischen hat jede Bank auch eine eigene Banking-App für Smartphones herausgebracht. In unserer Infografik zeigen wir Euch die beliebtesten Apps von deutschen Banken sowie Fintechs, die in Deutschland unterwegs sind. Außerdem beziehen wir Multibanking-Apps von Drittanbietern, digitale Wallets, Broker und Steuerapps in die Übersicht mit ein. Geordnet sind die Apps dabei nach ihrer Downloadzahl im Google-Play-Store im November 2025\. Die Downloadzahlen werden dort in groben Intervallen ausgewiesen, in unserer Grafik bewegen sie sich zwischen 1.000 und eine Milliarde. Downloads auf Apple-Geräten sind in der Übersicht nicht miteinbegriffen, da die Downloadzahlen des Apple Stores nicht öffentlich einsehbar sind. Dennoch sollten die Downloadzahlen aus dem Google-Play-Store ein guter Indikator für die Beliebtheit von Apps sein: In Deutschland haben Smartphones von [Android einen Marktanteil von 68,3 Prozent, während Apple-Geräte einen Anteil von 31,2 Prozent haben](https://www.kantarworldpanel.com/global/smartphone-os-market-share/?ref=paymentandbanking.com). Die Downloadzahlen beziehen sich zwar nicht nur auf Deutschland, sondern auf die ganze Welt. Jedoch gehen wir davon aus, dass die Apps deutscher Banken hauptsächlich in Deutschland heruntergeladen werden. Bei den Fintechs und digitalen Wallets beziehen wir auch international tätige Unternehmen mit ein, da das Feld hier viel kleiner ist als bei klassischen Banken. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/06/infografik-finanz-apps-2025-12-scaled.jpg) ## **[Hier die Grafik hochauflösend downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfLXiKBdBMjYkC9Nmxyktx7088KSaCZVuBXrPP5pt8vccarkA/viewform?usp=sharing&ouid=114466117631201219610&ref=paymentandbanking.com)** ## **Klassische Banken: Sparkassen dominieren** Bei den klassischen Banken haben wir Apps unter 5.000 Downloads nicht berücksichtigt. Apps von Banken mit einem Hauptsitz außerhalb Deutschlands kommen nur in der Übersicht vor, wenn die App von der deutschen Niederlassung herausgegeben wird wie die Apps von ING Deutschland. Dadurch fällt zum Beispiel die App „Chase Mobile” von JP Morgan Chase heraus, die insgesamt über 50 Millionen Downloads hat. Die mit Abstand beliebteste Banking App ist die der Sparkassen: Über zehn Millionen Mal wurde „Sparkasse – Ihre mobile Filiale“ auf Android Geräte heruntergeladen. Das verwundert nicht: 2023 hatten die Sparkassen gemeinsam rund [50 Millionen Kunden](https://www.dsgv.de/content/dam/dsgv-de/sparkassen-finanzgruppe/downloads/finanzbericht/fb-2023/Flyer%202023.pdf?ref=paymentandbanking.com). Die [672 Volks- und Raiffeisenbanken](https://www.bvr.de/p.nsf/0/95D06543CBF99032C1257D0A0051A812/$file/Gesch%C3%A4ftsentwicklung%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com) kommen mit ihrer „VR Banking“ App auf über fünf Millionen Downloads. Über fünf Millionen Mal wurde auch die App von ING Deutschland heruntergeladen. Unter den Apps mit mehr als eine Millionen Downloads finden sich zudem einige der Banken, die nach [Bilanzsumme zu den größten Banken in Deutschland](https://home.snb-finance.de/snb-posts-seminare/was-die-grossten-banken-deutschlands-2025?ref=paymentandbanking.com) zählen, wie die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die DKB, sowie ihrer Töchter wie Postbank oder Comdirect. Mehr als 500.000 Downloads erreichen jeweils die Apps der deutschen UniCredit-Tochter Hypovereinsbank und der BNP Paribas-Tochter Consorsbank. Neuerdings finden sich hier auch die Apps der Norisbank und von Volkswagen Financial Services. Die App der im Sommer 2025 gestarteten BBVA Deutschland befindet sich derzeit bei mehr als 50.000 Downloads. ## **Fintech und Neobanken: Es gibt eine Überraschung** In der Kategorie „Fintech und Neobanken” haben wir auch Apps von Fintech berücksichtigt, die ihren Hauptsitz im Ausland haben, aber auch in Deutschland tätig sind. Hier führt die App von Revolut das Ranking mit mehr als 50 Millionen Downloads an. Nach eigenen Angaben hat Revolut mehr als 55 Millionen Privatkunden und ist weltweit tätig. Neben der Haupt-App gibt es noch eine App für Businesskunden und für Jugendliche mit jeweils einer Million Downloads sowie die Krypto-App Revolut X mit mehr als 100.000 Downloads, die hier nicht aufgeführt sind. Die App von Wise findet sich auf mehr als zehn Millionen Android-Geräten. Sie ermöglicht Cross-Border Payments in über 70 Ländern. Die ersten Apps von deutschen Fintechs in der Liste sind die von N26 und Trade Republic. N26 hat mittlerweile mehr als zehn Millionen Downloads, während es bei Trade Republic mehr als fünf Millionen sind. Trade Republic startete 2019 mit mobilem Wertpapierhandel, hat aber seit Dezember 2023 auch eine Vollbanklizenz. Auf dem Vormarsch ist auch C24, die 2020 gegründete Banktochter des Vergleichsportals Check24\. Inzwischen hat die App mehr als 500.000 Downloads im Google-Play-Store. Die Apps der auf Nachhaltigkeit fokussierten NeobankTomorrow wurde über 100.000 Mal heruntergeladen. ## **Third Party Apps: Diese Dienstleister sind beliebt** Bei den Drittanbietern wird das Ranking von der Finanzguru-App angeführt. Sie wurde mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen. Die App ermöglicht eine Übersicht über alle Konten und Ausgaben sowie die Verwaltung von Verträgen. Weitere größere Anbieter für Multibanking sind mit jeweils über 100.000 Downloads beispielsweise Outbank, Finanzblick von der Buhl Data Service, StarMoney von der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Star Finanz sowie Teo von Comeco. Ein bekannter Anbieter, exklusiv für Apple-Geräte, ist Money Coach. ## **Digitale Wallets: Beginnt hier bald der „War of Wallets”?** Bei den Wallets dominieren vor allem internationale Anbieter: Die Google Wallet findet sich auf mehr als einer Milliarde Geräten. Kein Wunder, schließlich ist die App auf den meisten Android Geräten vorinstalliert. Ähnliches gilt auch für die Apple-Wallet, auch wenn hier die Download-Zahlen nicht öffentlich einsehbar sind. Auch die Samsung-Wallet und Paypal sind mit jeweils über 100 Millionen Downloads weit verbreitet. Darauf folgen Klarna und Revolut, die ein Wallet-Feature haben, mit jeweils 50 Millionen Downloads. Klarna kaufte 2021 Stocard, um Kundenkarten in einer digitalen Wallet zu speichern. Revolut führte im vergangenen Jahr mobile Wallets ein. Die einzigen deutschen Apps in der Liste sind Payback sowie die Wallet-Apps der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken. Payback verzeichnet derzeit über zehn Millionen Downloads. Mit der App können Nutzer beim Einkaufen Punkte sammeln, einlösen und bezahlen. Die Wallet-App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkassen hat derzeit mehr als fünf Millionen Downloads, bei der genossenschaftlichen „Pay – Die Bezahlapp“ sind es über eine Million. Die im vergangenen Jahr eingeführte Wero-App der EPI hat seit der letzten Aktualisierung von 500.000 auf über eine Millionen Downloads zugelegt. Jedoch haben viele Banking-Apps wie zum Beispiel die VR Banking App Wero als Funktion integriert. ## **Broker: Die Neuen dominieren** Die am häufigsten heruntergeladene Broker-App ist die von Trade Republic mit mehr als fünf Millionen Downloads. Nach eigenen Angaben nutzen Kunden aus 17 europäischen Ländern die App. Der direkte Konkurrent Scalable Capital kommt auf mehr als eine Million Downloads, genauso wie die Sparkassen-App „S-Invest“ und die App von Degiro. Darauf folgen noch einige kleinere Anbieter wie Flatex next mit 500.000 Downloads, Finanzen.net Zeround Smartbroker+ mit jeweils 100.000 Downloads sowie Just Trade mit 50.000 Downloads. ## **Steuern: Es gibt einen Gewinner** Klarer Favorit im Google Play Store beim Thema Steuern ist die App von Taxfix mit mehr als fünf Millionen Downloads. In unserer Aufstellung ist sie auch die älteste App: Sie ist seit Dezember 2017 dort verfügbar. Über eine Millionen Mal heruntergeladen wurden auch die Apps Zasta und Steuerbot von den gleichnamigen Anbietern sowie die App WISO Steuererklärung, die von der Buhl Data Service herausgegeben wird. Daneben gibt es noch einige deutlich kleinere Anbieter wie Accountable mit über 100.000 Downloads, die in ihrer Buchhaltungsapp für Selbstständige auch ein Steuerfeature eingebaut haben. *Du kennst weitere beliebte Finanz Apps, die hier noch nicht auftauchen? Wir freuen uns über weitere Ergänzungen aus der Community. Melde dich gerne per Mail bei uns:* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ![](http://vg07.met.vgwort.de/na/81a7aed317d8468c9f83763777b66bd7) ### Kassensysteme & Kartenzahlung: die Fallstricke URL: https://paymentandbanking.com/kassensysteme-kartenzahlung-die-fallstricke/ Last updated: 2025-12-11T10:39:38.000Z Getrennte Terminals, manuelles Eintippen, fehlende Rückmeldungen: Viele Kassen arbeiten noch mit Abläufen, die Differenzen erzeugen. Integrierte Systeme bündeln Zahlung, Trinkgeld und Beleg – und sorgen für prüfbare, scheme-genaue Buchungen. ## **Warum Integration das Tagesabschluss-Problem löst** Klassische Setups koppeln Kasse und Terminal nur lose (z. B. ZVT/OPI). Trinkgeld wird zwar bezahlt, aber nicht immer journal- und scheme-genau gespiegelt. Das ist ein häufiger Grund für Unstimmigkeiten im Abgleich mit Acquirer-Abrechnungen. Integrierte All-in-One-Systeme führen die Beträge vor der Autorisierung zusammen (Zahlung + Trinkgeld), verknüpfen Beleg und Vorgang eindeutig und minimieren Nachbuchungen. Ergebnis: weniger Laufwege, weniger Medienbrüche, schnellerer Kassenabschluss. Auch unterschiedliche Abrechnungszeiten (Kassenabschluss vs. Kartenterminalabschluss) und fehlende Trinkgeld-Rückmeldungen verstärken diese Abweichungen. ## **Scheme-genaue Verbuchung statt „EC-Karte“** Für die Finanzverwaltung müssen unbare Geschäftsvorfälle getrennt nach Zahlungsart aufgezeichnet werden – Visa Debit ≠ Mastercard Debit ≠ girocard ≠ Amex. Das erleichtert Sammelkonten, Kostenstellen und den 1:1-Abgleich mit Kartenzahlungsabrechnungen. Moderne Systeme schreiben den genutzten Kartentyp zurück in die Kasse. So bleibt das Journal konsistent zu Acquirer-Abrechnungen. Zudem fordert die DSFinV-K eine standardisierte Datenbereitstellung für Z3-Zugriffe (Außenprüfung/Kassennachschau) mit klarer Struktur unabhängig vom Kassensoftwarehersteller. Die Finanzverwaltung verlangt die getrennte Aufzeichnung unbarer Zahlungen nach Zahlungsart (z. B. Visa Debit, Mastercard Debit, Amex) – pauschales „EC“ reicht nicht. ## **Praxisbeispiel: Zuordnung, Zahlungsart und Trinkgeld in einem Prozess** **Ausgangslage:** Kassensumme 95,80 €. Gast zahlt 100,00 € mit Mastercard (inkl. 4,20 € Trinkgeld). Inhaber nimmt das Trinkgeld an. Die 4,20 € Trinkgeld sind umsatzsteuerpflichtig (19 %) und als eigene Position auf der Rechnung auszuweisen. **Integrierte Kasse:** Bon-ID und Zahlungs-ID sind verknüpft. Zahlungsart = Mastercard wird im Journal gespeichert. Trinkgeldart = Arbeitgeber ist gekennzeichnet. Im DSFinV-K-Export erscheinen Verkauf, Trinkgeld und Zahlungsart transparent. **Ohne Integration drohen:** 1. Keine saubere Zuordnung des 100-€-Eingangs zu einem Bon (vor allem bei vielen Zahlungen in kurzer Zeit). 2. Trinkgeldhöhe nicht eindeutig ermittelbar. 3. Steuerfalle: Arbeitgeber-Trinkgeld nicht sofort gekennzeichnet → Nachversteuerungsrisiko. 4. Zahlungsarten (Schemes) mühsam manuell zusammensuchen. 5. Prüfungsrisiko: Jahre später alles rückwirkend rekonstruieren. **Digitales Trinkgeld: UX-Hebel, aber prüfungsfest** Zuvor festgelegte Trinkgeldstufen erhöhen Trinkgelder signifikant. Wichtig ist eine faire Bedienoberfläche. Dazu zählen moderate prozentuale Vorschläge, eine gut sichtbare „kein-Trinkgeld-Option“ sowie eine manuelle Betragseingabe-Möglichkeit. So steigt die Trinkgeld-Quote ohne Druckgefühl für den Kunden. Zugleich bleibt der Prozess prüfbar. Steuerlich gilt: **Arbeitnehmer-Trinkgeld** ist steuerfrei, wenn es freiwillig und **direkt** dem Personal zugeht (bar oder unbar). **Arbeitgeber-Trinkgeld** ist steuer-/umsatzsteuerpflichtig, wenn es dem Arbeitgeber gegeben wird. Die Kasse muss folglich Rollen trennen um den Vorgang steuerlich korrekt zu verbuchen und auf dem Beleg ausweisen zu können. ## **Belegausgabe-Pflicht und die Offline-Realität** Die Belegausgabepflicht ist technologieneutral. Der Beleg kann also in Form von Papier oder elektronisch ausgegeben werden. Die Ausgabe selbst – egal in welcher Form – ist Pflicht. Die Mitnahme eines Beleges hingegen nicht. In Offline-Situationen ist ein integrierter Drucker daher das verlässlichste Mittel. Praktischer Vorteil integrierter Systeme: Rechnung und Kartenbeleg kommen aus einem Prozess – bei Bedarf lässt sich direkt ein Bewirtungsbeleg erzeugen. ## **Von der Zahlung zur Buchung** 1. **Erfassung am Gerät:** Artikel/Steuern stehen fest; **vor der Autorisierung** fragt die Kasse das Trinkgeld ab. 2. **Autorisierung:** Gesamtbetrag inkl. Trinkgeld wird an das (integrierte) Terminal übergeben 3. **Scheme-Split im Journal:** das Ergebnis der Kartenzahlung wird an die Kassensoftware zurückgemeldet. Der Zahlweg wird scheme-genau (Visa/Mastercard/Amex …) verbucht. 4. **Im Betriebsprüfungsfall: DSFinV-K-Export** wird aus der Kasse bereitgestellt (Z3), damit Betriebsprüfer strukturierte Daten erhalten. Hier wird dann auch die korrekte Verbuchung festgestellt. **Datenübergabe in die Finanzbuchführung** Für Steuerkanzleien zählt die maschinenlesbare Übernahme: JSON-Daten landen bspw. via DATEV Kassenarchiv/Kassenbuch Online in den Rechnungswesen-Programmen. Integrierte Kassen wie POSSUM beschleunigen diesen Weg, weil Beleg, Zahlweg (Scheme) und Trinkgeld sauber verknüpft sind. ## **Praxis: POSSUM – integrierte All-in-One-Kasse** - **Trinkgeld im Zahlungsfluss**: Trinkgeld wird während des Bezahlvorgangs erfasst und korrekt (Arbeitnehmer/Arbeitgeber) kontiert; Beleg und Zahlungsvorgang sind eindeutig verknüpft. - **Scheme-genaue Buchung**: Unbare Zahlungen werden getrennt nach Zahlungsart verbucht – kein „EC-Karte“. - **Offline-fähig + Drucker**: Bonieren & Belegausgabe funktionieren ohne Internet; eBon optional. - **DSFinV-K/TSE**: Prüfsichere Exporte. - **DATEV und Co.**: etablierte Übergaben in die Kanzlei-Workflows. Weiterführend: [POSSUM Kassensysteme](https://www.possum-kassensysteme.de/?ref=paymentandbanking.com) (externer Link) ## **KPI-Set für Händler** - **Abstimmzeit pro Tag** (vor/nach Integration) - **Offene Differenzen/Monat** (Kasse ↔ Acquirer-Abrechnung) - **Trinkgeld-Quote** (Anteil Zahlungen mit Trinkgeld; Ø-Trinkgeld €/% – nach Scheme) - **Scheme-Split** (Umsatz/Kosten je Scheme) - **Zeit bis Kassenabschluss** je Schicht - **eBon-Quote & Fehlversuche** (Konnektivität) ## **Fazit** Stand-alone-Terminals mit manueller Betragseingabe haben ausgedient. Heute gehört Kartenzahlung ins Kassensystem. Nur so landen der Zahlbetrag, das steuerlich korrekt verbuchte Trinkgeld sowie die scheme-genaue Zahlungsart rechtskonform im Kassenjournal – damit nicht erst bei der Betriebsprüfung Probleme auftauchen. ### Mondu erhält 100 Millionen Euro von JPMorgan – als Kredit URL: https://paymentandbanking.com/mondu-erhaelt-100-millionen-euro-von-jpmorgan-als-kredit/ Last updated: 2026-05-12T00:01:27.000Z *Der Anbieter für B2B-Zahlungen will expandieren und holt sich dafür Fremdkapital. Bei der Partnerschaft geht es aber nicht nur ums Geld.* Der B2B-Zahlungsdienstleister Mondu erhält eine Finanzierung in Höhe von 100 Millionen Eurovon JPMorgan Payments. Mit dem Geld möchte Mondu expandieren und sein BNPL-Geschäft für Unternehmenskunden ausbauen. Mondu bietet Unternehmen am Checkout an,bis zu 90 Tage später zu bezahlen. Anders als Paypal oder Klarna bedient Mondu nur Geschäftskunden. „Unser Geschäft ist stark gewachsen und damit auch unser Finanzierungsbedarf”, sagt Co-Chef und Mitgründer Philipp Povel. Demnach habe sich das finanzierte Volumen innerhalb von zwei Jahren verzehnfacht. Genaue Zahlen nannte Mondu nicht – nur so viel: Die Zahl der Unternehmen, die Mondu an Checkout nutzen, liegt laut Unternehmen in den Hunderttausenden. Neben Mondu tummeln sich auf dem Markt auch andere Anbieter wie Topi oder Billie, in den der BNPL-Riese Klarna investiert ist und in die die Vereinigte Volksbank ebenfalls Geld gesteckt hatte. Billie spricht von mehr als 750.000 Zahlungskunden und über 5.500 Händlern. Mondu gibt keine Zahlen über Kunden heraus. Der Deal passt aber zum Fintech. Denn Mondu fiel bereits in der Vergangenheit dadurch auf, dass das Start-up im Vergleich zu anderen europäischen Fintechs vergleichsweise gut darin war, Finanzierungen an Land zu ziehen. Während des Investitionstiefs 2023 erhielt Mondu 13 Millionen in Eigenkapital von Bestandsinvestoren wie dem Valar Ventures Fonds von Paypal-Gründer Milliardär Peter Thiel und dem Fintech Collective, was damals für Aufsehen sorgte. Ein Jahr später folgte eine Fremdkapitalspritze über 30 Millionen Euro von der Vereinigten Volksbank Raiffeisenbank (VVRB), mit der Mondu bestehende Forderungen gegenüber Unternehmen abgesichert hat ([wir berichteten](https://paymentandbanking.com/mondu-expandiert-trotz-fundingkrise/)). Die Kreditlinien scheinen für Banken ein lukratives Investment zu sein. ## **Zugang zum größten E-Commerce Zahlungsdienstleister Europas** Am Checkout entschieden sich bis zu 60 Prozent der Unternehmen für eine BNPL-Lösung, behauptet Povel. Zudem biete die BNPL-Lösung Unternehmen eine Zahlungsmethode, die viele Menschen in Unternehmen als Privatverbraucher bereits gewohnt seien. Mondu wirbt deswegen mit der Aussicht auf steigende Umsätzen durch die Zahlungslösung. Die Zahlungslösung werde von KMUs dabei nicht als Alternative für herkömmliche Kredite verwendet, glaubt Povel. Das Wachstum sei deshalb nicht etwa durch die Kreditklemme zu erklären: „Ich glaube nicht, dass unser Angebot die langfristigen Fremdkapitallinien der Unternehmen ersetzt”, sagt Povel. Befürchtungen von schwächelnden Zahlungsmoral, die zuletzt gegenüber Klarna aufkamen, sieht Povel in Mondus Segment nicht: „Bei uns werden die Ausfälle geringer”, behauptet er. Das liege auch daran, dass man anhand der monatlichen Zahlungsdaten der Unternehmen, deren kurzfristige Zahlungsmoral gut einschätzen und schnell darauf reagieren könne. Um nun mehr potentielle Kunden zu erreichen, bietet JPMorgan nicht nur eine größere Kreditfazilität: Der Zahlungsabwickler soll seinen Kunden Mondu als Zahlungslösung empfehlen. Darin liegt Potential: Mit über 6,1 Milliarden abgewickelten Zahlungen 2024 ist JPMorgan laut [Nielsen](https://nilsonreport.com/newsletters/1287/?ref=paymentandbanking.com)\-Report der größte Acquirer was web-basierte Transaktionen in Europa angeht. Eine technische Integration von Mondu in die Prozesse des Zahlungsabwicklers ist jedoch nicht Teil des Deals. ## **Sinkende Ausfälle trotz schwächelnder Konjunktur** Mit einer E-Money-Lizenz darf Mondu seine Zahlungsdienstleistung in allen Märkten des europäischen Wirtschaftsraums anbieten – einschließlich Großbritanniens. Bei aller Expansion folgte das Unternehmen gleichzeitig dem Trend in der Fintech-Szene bei den Kosten genauer hinzuschauen. Das Unternehmen beschäftigt derzeit 120 Mitarbeitende. Möglich sei das beim wachsenden Geschäft auch deshalb, weil man zunehmend KI in den Prozessen wie dem Onboarding einsetze, sagt Povel. Bei Kreditwürdigkeitsprüfungen setzt Mondu KI schon lange ein. ### EUDI-Wallet: Neue Regeln für die digitale Identität in Europa URL: https://paymentandbanking.com/eudi-wallet-neue-regeln-fuer-die-digitale-identitaet-in-europa/ Last updated: 2025-12-10T06:08:37.000Z **Annerton-Experte Peter Frey erklärt im „Alles Legal”-Podcast**, was hinter der EUDI-Wallet steckt, wer sie herausgeben darf und wie sie künftig Prozesse bei Identifikation, Vertragsabschluss und Authentifizierung verändern wird. Mit der EUDI-Wallet will die EU eine einheitliche, interoperable Lösung für digitale Identitäten schaffen und zwar nicht als App, sondern als rechtlich verankertes Identitäts- und Datenmanagementsystem auf Basis der eIDAS-Verordnung 2.0\. Bürger:innen sollen sich künftig europaweit digital ausweisen, Verträge schließen und Nachweise erbringen können – ohne Medienbruch, datensparsam und unter eigener Kontrolle. Im Gespräch mit Dana Wondra erläutert Peter Frey, wie die Wallet funktioniert, wer sie bereitstellen darf und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Denn nicht jede App ist automatisch eine EUDI-Wallet: Jede Wallet muss ,n hohe Sicherheitsstandards erfüllen und benötigt eine staatliche Zertifizierung. Neben Staaten und deren Dienstleistern können auch private Anbieter Wallets entwickeln; diese müssen jedoch zusätzlich zu ihrer Zertifizierung staatlich anerkannt werden. Das zugrunde liegende Rollenmodell unterscheidet zwischen Herausgebern, Attributanbietern und den sogenannten Relying Parties, also jenen Stellen, die die Wallet-Daten akzeptieren und prüfen – etwa Behörden, Banken oder Versicherer. Hinzu kommt eine mehrstufige Aufsicht, sowohl auf Ebene der EU als auch auf Ebene des jeweiligen Staates. Was die Wallet ermöglicht? Zum Beispiel Identitätsnachweis, Alters- oder Wohnsitznachweise, Kontobestätigungen, Führerscheinnachweis oder die rechtssichere digitale Unterschrift. Besonders relevant: KYC- und SCA-Prozesse bei Banken könnten durch den Einsatz der Wallet effizienter, kostengünstiger und medienbruchfrei werden. Doch es gibt auch Herausforderungen: Die technische Integration in gewachsene Systeme und ein lückenhafter Rechtsrahmen z.B. in Bezug auf die Haftungsverteilung zwischen Bank, Wallet-Anbieter und Kundschaft. Die EUDI-Wallet kommt – voraussichtlich Ende 2026\. In den nächsten Podcastfolgen vertiefen wir rechtliche Details, Governance-Strukturen und praktische Auswirkungen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Frankfurter Notizen – Eine Kolumne über die große kleine Stadt am Main URL: https://paymentandbanking.com/frankfurter-notizen-eine-kolumne-ueber-die-grosse-kleine-stadt-am-main/ Last updated: 2025-12-09T07:11:24.000Z *Obwohl in Frankfurt das Herz der deutschen Finanzwelt schlägt, ist die Stadt vielen Menschen in der Branche seltsam fremd. Zeit, das zu ändern, findet unser neuer Kolumnist Joris Hensen. Seine Liebeserklärung an Deutschlands kleinste Weltstadt.* „Frankfurt? Ja, war ich schon mal – am Flughafen.“ „Nein, sonst kenne ich die Stadt nicht.“ So oder so ähnlich verlaufen viele Gespräche, wenn man sich als Frankfurter outet. Vor allem international. Am Flughafen war fast jeder schon, in der Stadt selbst dagegen kaum jemand. Und obwohl ich hier geboren bin, habe auch ich Frankfurt lange unterschätzt. Nicht aus Vermessenheit, sondern aus Gewohnheit. Meine Wege führten mich früher oft nach Berlin – besonders in den Startjahren unseres API-Programms. Dort waren die Meetups, Hackathons und Tech-Festivals. Zwischen Club-Mate und Flat White schien die Zukunft zu entstehen. Frankfurt hingegen galt als graue, nüchterne Stadt: mehr Vorstandsetage als Ideenlabor, mehr Quartalsbericht als Quartierscommunity, mehr Krawatte als Hoodie. Doch je öfter ich heute durch die Straßen gehe, desto klarer wird mir: Man versteht Frankfurt nicht, wenn man es nur von oben betrachtet – aus dem 38\. Stock eines Banktowers oder aus der Distanz eines ICE-Fensterplatzes. Man muss es “unten” erleben: im quirlig-unaufgeräumten Bornheim, in der Altstadt mit der alten Bethmann-Bank, wo inzwischen die jährliche Banking Exchange, die BEX, stattfindet, rund um die Messe, im TechQuartier – und in den Apfelweinkneipen, wo Einheimische und Zugereiste Seite an Seite auf Holzbänken sitzen. Frankfurt ist eigenartig kompakt. Eine Stadt mit Weltformat, aber dörflicher Vertrautheit. Man trifft dieselben Gesichter beim Panel, beim Lunch und später auf dem Fahrrad auf dem Weg nach Hause. Kaum eine andere Metropole lässt sich so mühelos in unter dreißig Minuten durchqueren. Bestimmt liegt genau darin ein Teil ihrer Stärke: groß genug für internationale Ambitionen, klein genug, dass man sich kennt – und auf kurzem Weg zueinanderfindet. Wer abends über die Alte Brücke schlendert, erlebt die leuchtende Skyline wie eine ferngesteuerte Zukunftsversion – die einzige ihrer Art in Deutschland. In der Fahrgasse blitzen Galerien zwischen alten Häusern hervor. Es riecht nach Kaffee, und Menschen kommen zusammen, um dieser Stadt einen Moment lang zuzusehen, wie sie sich ständig wandelt. Durch die Gassen geht es weiter in die renovierte Altstadt, wo in diesen Tagen der Weihnachtsmarkt beginnt und der Baum mit dem Namen „Frau Holle“ den Römerberg festlich kleidet. So ist Frankfurt: nicht laut, nicht pathetisch, sondern im leisen Rhythmus seiner Alltäglichkeit. Möglicherweise ist diese Stadt schlicht missverstanden? Hat sich nicht genug bemüht, gemocht zu werden? Aber auf der anderen Seite wäre zu viel Bemühen ohnehin „unfrankfurterisch“. Denn in den Apfelweinkneipen gehört es zum guten Ton der weißkitteligen Wirtsleute, Gäste erst einmal leicht anzuraunzen, bevor man ihnen freundlich zuprostet. Auch das ist nämlich die wahre Frankfurter Schule – eine Mischung aus Skepsis, Direktheit und überraschender Herzlichkeit. Und zumindest für mich zeigt sich gerade in diesen kleinen Gesten: Frankfurt mag keine Stadt sein, die einem sofort alles recht macht. Aber wenn man bleibt, entdeckt man eine Haltung, die unverwechselbar ist. Darum soll es in dieser Kolumne gehen, die ab sofort in unregelmäßigen Abständen bei *Payment & Banking* erscheint: All die Dinge, die es hier zu entdecken, zu erleben und zu lernen gibt, wenn man sich die Mühe macht genauer hinzusehen. Welche Geschichten die große kleine Stadt am Main zu erzählen hat, das möchte ich Euch in den nächsten Wochen und Monaten näherbringen – egal, ob Ihr Ur-Frankfurter, Zugezogene oder Gelegenheitsbesucher seid. ### Echtzeit-Vertrauen für Fintechs: schneller onboarden, Betrug minimieren, global skalieren URL: https://paymentandbanking.com/echtzeit-vertrauen-fuer-fintechs-schneller-onboarden-betrug-minimieren-global-skalieren/ Last updated: 2025-12-09T11:02:42.000Z Digitale Finanzökosysteme wachsen weltweit – doch vertrauenswürdige Organisationsidentitäten bleiben ein Nadelöhr: Know Your Customer (KYC) und Know your Business (KYB)-Prozesse dauern zu lange, Betrugsrisiken steigen und Transparenz wird in Echtzeit benötigt. Im Interview erläutert Alexandre Kech, CEO der gemeinnützigen Global Legal Entity Identifier Foundation ([GLEIF](https://www.gleif.org/en?ref=paymentandbanking.com)), wie der verifiable Legal Entity Identifier ([vLEI](https://www.gleif.org/organizational-identity/introducing-the-verifiable-lei-vlei/2024-11-18-gleif%5Fintroduction-to-the-vlei%5Fv2.3%5Fcompressed.pdf?ref=paymentandbanking.com)) vertrauenswürdigen Datenaustausch in digitalen Ökosystemen ermöglicht und zum Treiber für sichere, skalierbare Finanzinnovationen wird. ## **Warum ist Echtzeit-Vertrauen der neue Wettbewerbsvorteil?** Digitale Finanzmärkte entscheiden heute in Millisekunden – doch Vertrauen wird häufig noch durch manuelle Prozesse hergstellt.Doch diese Prüfungen sind zeitaufwendig, ressourcenintensiv und fehleranfällig. Die digitale Finanzwelt braucht daher sichere, international anerkannte Unternehmensidentitäten – insbesondere dort, wo Prozesse automatisiert, Daten in Echtzeit ausgetauscht und regulatorische Anforderungen zuverlässig erfüllt werden müssen. Je digitaler und globaler Finanzökosysteme werden, desto wichtiger ist es, Identitäten und Berechtigungen zweifelsfrei, fälschungssicher und maschinenlesbar nachzuweisen. Das gilt entlang der gesamten Wertschöpfungskette im digitalen Finanzwesen – vom Onboarding über die Partnerprüfung bis hin zur Identifizierung von Krypto-Asset-Emittenten. Echtzeit-Vertrauen wird für Fintechs zum zentralen Wettbewerbsvorteil, weil es gleichzeitig drei wesentliche Anforderungen moderner Finanzmärkte adressiert: Geschwindigkeit, regulatorische Sicherheit und Schutz vor Betrug. Unternehmen profitieren von effizienteren digitalen Prozessen, geringeren Kosten und höherer Sicherheit – und schaffen zugleich Raum für Innovationen. ## **Digitale Identitäten gibt es viele: Warum ist eine nicht-kommerzielle, global interoperable Organisationsidentität wie der vLEI ein Game Changer für Fintechs im internationalen Geschäft?** Der verifiable Legal Entity Identifier (vLEI) ist die digitale, kryptografisch gesicherte Version des globalen ISO-Standards Legal Entity Identifier (LEI). Er ermöglicht die sofortige und automatisierte Authentifizierung von Unternehmen – eine wesentliche Grundlage für digitales Vertrauen zwischen rechtlichen Einheiten. Organisationen können mit dem vLEI nachweisen, dass sie rechtmäßig existieren, wie die Eigentumsverhältnisse sind und welche Personen berechtigt sind, im Namen des Unternehmens zu handeln. Die Geschwindigkeit des digitalen Wandels macht deutlich, dass digitale Unternehmensidentitäten nur dann funktionieren, wenn sie interoperabel, global und standardisiert sind. Als offener Identitäts-ISO-Standard erleichtert der LEI legale Transaktionen mit digitalen Vermögenswerten sowohl von Dienstleistungsanbietern als auch von Emittenten von Krypto-Vermögenswerten – durch die eindeutige Identifizierung von Rechtsträger. Und der vLEI ermöglicht Unternehmen, nicht widerlegbare Identifikationsdaten in einer Vielzahl digitaler Aktivitäten zu nutzen. So entsteht eine zuverlässige Grundlage für transparenten, interoperablen und global skalierbaren digitalen Handel. ## **Warum sind digitale, automatisiert verifizierbare Unternehmensidentitäten heute wichtiger denn je?** Weltweit steigt der Bedarf an digitaler Authentizität, denn Unternehmen müssen in Echtzeit verifizierbar sein – über Branchen, Länder und Lieferketten hinweg. Gerade in globalen und zunehmend komplexen Wertschöpfungsnetzen schaffen digitale Unternehmensidentitäten die notwendige Transparenz und Sicherheit, die internationale Geschäftsbeziehungen heute verlangen. Ein standardisierte Organisationsidentität wie der vLEI senkt Kosten, beschleunigt KYC/KYB-Prozesse und reduziert Fehlerquellen manueller Prüfungen. Durch die Digitalisierung bislang langsamer und fragmentierter Prozesse und die Einbettung automatisierter Vertrauensmechanismen entstehen enorme Effizienzgewinne sowie höhere Sicherheit und Compliance. Wie moderne Lösungen aussehen können, zeigt zum Beispiel unsere [Partnerschaft mit Chainlink Labs](https://www.gleif.org/en/newsroom/press-releases/gleif-and-chainlink-form-strategic-partnership-to-bring-institutional-grade-identity-solution-to-blockchain-industry?ref=paymentandbanking.com), um institutionelle On-Chain-Identitätslösungen bereitzustellen. Eines der größten Hindernisse für die institutionelle Einführung digitaler Vermögenswerte war bislang das Fehlen einer vertrauenswürdigen, überprüfbaren Identität in der Blockchain. Unsere gemeinsame Lösung kombiniert den vLEI mit der Cross-Chain Identity (CCID) und der Automated Compliance Engine (ACE) von Chainlink, um die verifizierbare Unternehmensidentität direkt in On-Chain-Wallets, Smart Contracts und tokenized Vermögenswerte zu verankern. Ziel der Lösung ist es, Unternehmen und Institutionen die Überprüfung von Identitäten auf der Blockchain zu erleichtern. Dadurch werden doppelte und manuelle Compliance-Prüfungen zu automatisierten On-Chain-Workflows. Das Ergebnis ist eine höhere Effizienz, Zuverlässigkeit und Skalierbarkeit bei Digital Asset Compliance. ## **Erstmals hat die Global Legal Entity Identifier Foundation einen internationalen Innovationswettbewerb – den Global vLEI Hackathon – veranstaltet, um praxisnahe Anwendungen des verifizierbaren Legal Entity Identifier (vLEI) zu entwickeln. Welche Use Cases sind für Fintechs besonders relevant?** Der Wettbewerb hat eindrucksvoll gezeigt, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten des vLEI sind. Ziel ist es, digitales Vertrauen dauerhaft in Geschäftsbeziehungen zu verankern – mit dem Potential, Unternehmen zu helfen, internationale Handelsbarrieren abzubauen, regulatorische Anforderungen effizienter zu erfüllen und Risiken wie Finanzkriminalität oder Betrug gezielt zu reduzieren. Zu den [prämierten Anwendungen](https://www.gleif.org/en/newsroom/press-releases/gleif-announces-the-global-vlei-hackathon-winners-embedding-organizational-trust-in-digital-asset-and-financial-infrastructures?ref=paymentandbanking.com) zählt beispielsweise die [London Stock Exchange Group](https://www.lseg.com/en?ref=paymentandbanking.com) (LSEG). Ihre Lösung verbindet verifizierbare Credentials, Smart-Contract-Logik, Liquiditätsprüfungen und regulatorisches Reporting in einem sicheren, automatisierten Framework für digitale Transaktionen. Durch den Einsatz des LEI und des kryptografisch verifizierbaren vLEI ermöglicht die Lösung automatisierte Compliance, klare Befugnisnachweise und Echtzeit-Überprüfbarkeit und schafft damit eine verlässliche Grundlage für Vertrauen, Transparenz und hohe operative Effizienz im LSEG-Ökosystem. Ein weiteres Beispiel ist [Clearstream](https://www.clearstream.com/clearstream-en/about-clearstream?ref=paymentandbanking.com): Mit der Einführung des vLEI als Anmeldestandard für das ClearstreamXact-Portal im Post-Trading-Bereich zeigt das Unternehmen, wie seine weltweit 1.500 institutionellen Kunden von einer sofortigen Identitätsverifikation, einem deutlich vereinfachten Onboarding und einem digitalisierten Vertrauensrahmen bei jeder einzelnen Transaktion profitieren können. Und noch ein Beispiel aus dem Bereich KI-Identitätsbetrug: Durch die Zuweisung von vLEIs zu den KI-Agenten eines Unternehmens führt [YourD](https://www.yourd.xyz/?ref=paymentandbanking.com)’s Lösung Agent-Anchor eine neue Vertrauensebene zwischen KI-Agenten und der Unternehmensidentität ein. Sie ermöglicht es den Kunden eines Unternehmens, den tatsächlichen Ursprung seiner KI-Agenten live während Anrufen und anderen Interaktionen zu verifizieren und bietet neue Schutzmechanismen gegen die zunehmende Bedrohung durch KI-generierte Identitätsverfälschung, Voice-Spoofing und betrügerische Nachrichten. Die Lösung kann außerdem in internationale digitale Identitäts-Wallets wie die eIDAS 2.0 EUDI Wallet integriert werden. Der [vLEI Hackathon](https://www.gleif.org/en/newsroom/press-releases/gleif-announces-the-global-vlei-hackathon-winners-driving-resilience-in-trade-and-supply-chains-and-easing-access-to-finance-for?ref=paymentandbanking.com) hat gezeigt: Echter Fortschritt entsteht dort, wo Technologie auf Zusammenarbeit trifft – denn Transformation gelingt nur im Ökosystem. **Welche Rolle werden vertrauenswürdige digitale Identitäten in den nächsten fünf Jahren für die globale Finanzarchitektur spielen – und welche Chancen sollten Fintechs schon heute nutzen, um diese Zukunft mitzugestalten?** Vertrauenswürdige digitale Identitäten werden künftig zu einem Grundbaustein der globalen Finanzarchitektur. Je mehr Finanzprozesse automatisiert, tokenisiert und zunehmend über Grenzen hinweg abgewickelt werden, desto wichtiger wird es, dass Unternehmen, Dienstleister und Smart Contracts zweifelsfrei identifizierbar und ihre Berechtigungen sofort überprüfbar sind. Digitale Identitäten wie der vLEI schaffen dafür die Infrastruktur: Sie ermöglichen, dass Compliance, Transparenz und Sicherheit in Transaktionen eingebettet sind und nicht länger durch manuelle Prozesse sichergestellt werden müssen. Für Fintechs ergeben sich daraus enorme Chancen – von neuen, programmierbaren Finanzprodukten über global interoperable Plattformmodelle bis hin zu datenbasierten Finanzierungslösungen. Wer früh auf vertrauenswürdige digitale Identität setzt, gestaltet nicht nur den Wandel mit, sondern profitiert von einem Ökosystem, in dem Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Compliance zusammenfallen. --- Der Legal Entity Identifier (LEI) bietet einen standardisierten Ansatz zur weltweiten Identifizierung von Organisationen, mit dem Verbraucher, Unternehmen und Finanzinstitute überprüfen können, ob Gelder über internationale Grenzen hinweg an die richtige Stelle überwiesen werden. Als interoperabler, nicht-kommerzieller, maschinenlesbarer Standard ist der LEI für alle Unternehmen gleich welcher Größe verfügbar. Der ‚LEI-Datensatz‘ eines Unternehmens enthält alle relevanten Informationen über ein Unternehmen oder eine juristische Person, wie z. B. Unternehmenssitz, Rechtsform und Eigentümerstruktur. Ein wesentlicher Bestandteil ist die Referenz auf nationale Register und die entsprechenden nationalen Kennungen. Technisch gesehen besteht der LEI als alphanumerischer Code aus 20 Zeichen und basiert auf der ISO-Norm 17442\. Die Nutzung der internationalen Unternehmenskennungen (LEI) wird von [Global Legal Entity Identifier Foundation](https://www.gleif.org/en?ref=paymentandbanking.com) (GLEIF) gemanagt. Die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung wird von 65 globalen Aufsichtsbehörden beaufsichtigt. Der Zugriff über die GLEIF-Webseite auf die LEI-Datenbank ist für jeden und überall auf der Welt frei zugänglich. ### Exklusiv: Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Jahresabschluss von Raisin URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-die-wichtigsten-erkenntnisse-aus-dem-jahresabschluss-von-raisin/ Last updated: 2025-12-10T06:14:57.000Z **Das milliardenschwere Fintech hat soeben seinen Geschäftsbericht für 2024 veröffentlicht. Payment & Banking hat den Bericht analysiert und ordnet die wichtigsten Kennzahlen ein. Eine Zahl überrascht besonders.** Das Berliner Fintech Raisin, das viele unter seinem alten Markennamen „Weltsparen” kennen, ist ein Star in der deutschen Fintech-Szene, auch ein Börsengang ist eines Tages möglich. Doch wie steht es eigentlich um Umsatzwachstum, Ertragslage und all die anderen schnöden Finanzkennzahlen? *Payment & Banking* hat sich durch die vielen Seiten des Jahresabschluss 2024 gewühlt und die Zahlen einer Sofortanalyse unterzogen. Was wirklich wichtig ist, lest Ihr hier. ## **Erkenntnis 1: Der Umsatz macht einen fetten Sprung** Das Positive vorneweg: Raisin steigerte die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2024 auf knapp 237,16 Millionen Euro (Vorjahr: 158,5 Millionen), was ein beachtliches Plus von fast 50 Prozent bedeutet. Das klassische Vermittlungsgeschäft ist dabei das Rückgrat, während Zinserträge, die etwa durch das Halten und kurzfristige Investieren von Kundengeldern anfallen, nur Beiwerk sind. Besonders auffällig ist das Umsatzwachstum im Plattformgeschäft, insbesondere durch die Expansion in Europa und die gesteigerten Volumina im Bereich Einlagenprodukte, Bankdienstleistungen und Zahlungslösungen. Die Bank steuert immerhin noch 53,3 Millionen Euro an Umsatz bei. Alles in allem: ein ziemlich ordentliches Wachstum. ## **Erkenntnis 2: Die verwalteten Assets bleiben hinter den Erwartungen zurück** Die Assets-on-Plattform, also das von Raisin verwaltete Vermögen, steigt 2024 kräftig an und das könnte eigentlich ein Grund zur Freude in Berlin sein. Immerhin standen Ende 2024 rund 76 Milliarden Euro unterm Strich, im Jahr zuvor waren es noch 57,4 Milliarden Euro. Doch so stark das Wachstum im ersten Moment aussieht, muss man auch sagen: Die eigenen Ziele hat Raisin in diesem Segment nicht nur knapp, sondern gleich um zwölf Prozent verpasst. Da hilft es auch nicht, dass die USA als neuer Markt kräftig zugelegt haben (siehe unten) oder dass Kundinnen und Kunden offenbar gerne bei Raisin bleiben. Die Quote an Menschen, die Raisin treu geblieben sind (sogenannte „Retentionrate), lag 2024 nämlich bei ziemlich guten 92,7 Prozent. Doch das kann kaum darüber hinwegtäuschen, dass das Wachstum im aktuellen Marktumfeld zumindest schwächer ausfällt als gedacht – und das trotz des Marketing-Turbos (siehe nächste Erkenntnis). ## **Erkenntnis 3: Raisin schaltet den Marketing-Turbo an** Die Vertriebsaufwendungen klettern deutlich und machen mit 125,1 Millionen Euro mehr als die Hälfte aller operativen Ausgaben aus (Vorjahr: 91,7 Millionen. Euro). 77,5 Millionen Euro entfallen direkt auf Marketing- und Werbemaßnahmen. Der Personalaufwand im Vertrieb (30,1 Millionen. Euro) und Kundenservice (10,9 Millionen Euro) sind weitere große Blöcke. Dieser hohe Aufwand zeigt ziemlich deutlich, wie gerne Raisin wachsen würde und dass das Scale-up von Chef Tamaz Georgadze dafür auch extra den Marketing-Turbo eingeschaltet hat. Doch setzt man diese starke Ausgabensteigerung ins Verhältnis zum Umsatzwachstum und auch dem Wachstum der Assets-on-Plattform, darf man sich durchaus fragen, wie nachhaltig das Ganze sich gestaltet. ## **Erkenntnis 4: Wachstum in den USA ist gut – doch reicht das?** Die schöne Nachricht auch hier vorne weg: Raisin ist in den USA angekommen und kann dort tatsächlich Traktion gewinnen, was für ein europäisches Fintech sicherlich keine Selbstverständlichkeit ist. Zu sehen ist das unter anderem beim starken Wachstum der Assets-on-Platform. Von zuletzt 6,2 Milliarden Euro stiegen die Einlagen im Jahr 2024 auf immerhin 8,2 Milliarden Euro, was ein Wachstum von knapp einem Drittel bedeutet. Doch wo Licht ist, ist auch Schatten und wo Wachstum ist – da fehlt es nicht selten an ein bisschen Marge. Das ist auch im US-Geschäft von Raisin ein wenig zu beobachten. Immerhin machen die Umsätze zwar rund elf Prozent der Gesamtumsätze aus, die Zinserträge aber steuern nur sieben Prozent des Ergebnisses bei. Gleichzeitig kamen 21 Millionen Euro Umsatz auf 8,2 Milliarden Euro Assets-on-Plattform, was eine Quote von 0,26 Prozent wäre. In Kontinentaleuropa lag sie mit 0,27 Prozent leicht höher. Exakt vergleichen lassen sich die Zahlen zwar nicht. Es schadet aber nicht, die Margenfrage im Blick zu behalten. ## **Erkenntnis 5: Ein Steuertrick treibt das Ergebnis** Das Jahr 2024 hätte für Raisin trotz der offensichtlichen Schwächen noch ein gutes werden können. Doch das EBIT, also das Ergebnis vor Zinsen und Steuern, lag bei gerade einmal 643.000 Euro. Und nein, wir haben da keine Null vergessen, auch wenn es im Vorjahresvergleich so aussehen mag. Denn 2023 noch verzeichnete Raisin immerhin ein EBIT von 7,2 Millionen Euro. Was also ist passiert? Die einfache Antwort: Factoring ist passiert. Oder besser gesagt: Factoring passiert nicht mehr. Denn die Raisin Bank zieht sich (unter anderem n[ach Problemen mit der Bafin in diesem Bereich](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/fintech-finanzaufsicht-hat-raisin-bank-wegen-geldwaeschepraevention-geruegt/100150440.html?ref=paymentandbanking.com)) vollständig aus diesem Segment zurück, konzentriert sich künftig auf das Geschäft mit Raisin selbst und schreibt mit einem Mal 20,2 Millionen Euro ab. Das und weitere planmäßige Abschreibungen führen dazu, dass aus einem eigentlich schönen EBITDA von 34,4 Millionen Euro am Ende nur 0,64 Millionen Euro an EBIT übrig bleiben. Aber Raisin wäre kein gutes Berliner Fintech, wenn man nicht eine Möglichkeit fände, das Ergebnis etwas hübscher zu gestalten. Dies geschieht durch die Aktivierung latenter Steuern: Vereinfacht gesagt, hat Raisin in den vergangenen Jahren viele Verluste erwirtschaftet, erwartet nun Gewinne und kann diese alten Verluste anrechnen. Der daraus resultierende Steuerertrag von 30,7 Millionen Euro verwandelt den operativen Vorsteuerverlust von 1,3 Millionen Euro in einen Konzerngewinn von 29,4 Millionen Euro. ### KI Exchange 2026: Wenn KI zur neuen Finanzinfrastruktur wird URL: https://paymentandbanking.com/ki-exchange-2026-wenn-ki-zur-neuen-finanzinfrastruktur-wird/ Last updated: 2026-05-06T10:23:07.000Z ***Das neue Payment-&-Banking-Event zeigt, wie KI Banken, Fintechs und Regulatoren neu sortiert und warum die Zukunft manchmal nach Schokolade duftet***. ## **Die Finanzwelt steht vor einem Umbruch und KI wird ihr neues Betriebssystem** Am 23\. Juni 2026 startet die KI Exchange 2026 (KEX) – ein neues Format innerhalb der Payment-&-Banking-Eventreihe, das sich einem Thema widmet, das längst nicht mehr am Rand steht: Künstliche Intelligenz. Sie entwickelt Produkte, hinterfragt jahrzehntealte Prozesse, trifft Entscheidungen in Millisekunden und verändert Stück für Stück die Rollen im Finanzsystem. Die KEX 2026 macht genau diese Entwicklung sichtbar. Sie bringt Menschen zusammen, die nicht warten, bis jemand anders die Zukunft formt. Die lieber selbst Hand anlegen, ausprobieren, gestalten. Und ja, sie bringt auch diejenigen an einen Tisch, die sich fragen, wie man intelligente Systeme verantwortungsvoll in Banking und Payment verankert, ohne die Kontrolle zu verlieren. Zukunftsgestaltung geht schließlich nicht ohne einen kühlen Kopf und manchmal auch ohne einen kleinen Zuckerboost zwischendurch. ## **Eine Konferenz, die Komplexität nicht verschweigt** Wer die KEX besucht, bekommt kein starres Bühnenprogramm, sondern einen Tag, an dem technologische Tiefe, strategischer Weitblick und regulatorische Realität ineinanderfließen – so wie KI heute schon quer durch die Finanzwelt wirkt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, wie souveräne KI-Infrastrukturen aussehen müssen, damit Banken, Fintechs und Payment-Provider auf Augenhöhe mit globalen Playern agieren können. Parallel dazu geht es um konkrete Anwendungen: autonome Kreditprozesse, lernende Compliance-Systeme, AI Agents im Kundendialog, personalisierte Customer Journeys, die sich eher wie ein guter Service anfühlen als wie ein Formular. Der dritte große Block nimmt die Verantwortung mit ins Programm. Welche Regeln braucht ein System, das sich selbst weiterentwickelt? Wie viel Transparenz ist möglich und wie viel Vertrauen nötig? Und wie navigiert Europa zwischen Innovationsdruck und Regulierung, ohne ständig zwischen Zuckerschock und Kontrollverlust zu pendeln? ## **Menschen, die den Wandel prägen** Schon jetzt deutet das geplante Speaker-Line-up an, wie vielschichtig der Blick auf die KI-Transformation werden wird. Stimmen aus Technologie, Regulierung, Start-up-Welt und etablierten Häusern kommen zusammen – von OpenAI bis BaFin, von Big Tech bis KI-Start-ups, von Ökonom:innen bis Ethiker:innen. Sie alle eint die Frage: Was bedeutet eine Finanzwelt, in der Intelligenz nicht mehr nur Werkzeug, sondern Mitspieler ist? ## **Formate, die zum Mitdenken einladen** Ob AI Demo Stage, Ethical Design Sessions oder kurze, pointierte Lightning Talks. Die KEX setzt bewusst auf Austausch statt Monolog. Teilnehmer:innen sollen testen, hinterfragen, diskutieren und sich inspirieren lassen. Und zwischendurch? Darf es ruhig einmal knuspern. Die KEXperience schafft Räume für Gespräche, spontane Ideen und diese Art von Begegnungen, die entstehen, wenn Menschen mit Energie, Neugier und einem kleinen Gebäck in der Hand zusammenkommen. Gute Gedanken brauchen manchmal eben ein bisschen Süßes. ## **Warum die KEX 2026 jetzt kommt** Weil KI im Finanzsektor nicht mehr nur Produktivität erhöht, sondern Strukturen verschiebt. Weil Banken, Fintechs und Regulatoren vor denselben Fragen stehen und endlich gemeinsam Antworten entwickeln müssen. Weil die Branche ein Format braucht, das Orientierung schafft, ohne die Komplexität zu glätten. Die KEX 2026 ist genau dieser Ort: ein Raum für Perspektiven, Reibung, Klarheit und Mut. Für all jene, die lieber Zukunft gestalten, statt nur auf sie zu reagieren. ## **Jetzt Ticket sichern und ein Stück Zukunft probieren** Der Countdown läuft. Am 18\. Juni 2026 öffnet die KI Exchange ihre Türen und damit ein Ort, an dem Finanzwelt, Technologie und Verantwortung neu zusammengedacht werden. 👉 Frühbuchertickets ab sofort verfügbar. Wer sicher gehen will, markiert das Datum am besten direkt mit Schokofingern im Kalender. [Jetzt Ticket sichern?](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+[%E2%80%A6]edium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ### AI in Finance: Zwischen Code Red, KI-Bubble und Banking im Chatbot URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-zwischen-code-red-ki-bubble-und-banking-im-chatbot/ Last updated: 2026-05-18T18:26:17.000Z *Nikolaus, Glühwein im Stiefel und Wochenende. So beginnt die Folge. Danach wird es schnell ernst: Anthropic, OpenAI, Gemini, Apple und eine Bank, die mutig in den Chatbot zieht. Die Stunde zeigt, wie weit die Branche in kurzer Zeit gekommen ist und wie viel gerade wackelt.* ## **Anthropic zieht davon, OpenAI schwitzt** Anthropic arbeitet erstaunlich leise, liefert aber extrem sauber. Ein möglicher Börsengang mit 300 bis 350 Milliarden Dollar Bewertung steht im Raum. Die Kundschaft kommt überwiegend aus Enterprise, und genau dort ist Geld. Parallel verliert OpenAI Momentum. Intern wird „Code Red“ ausgerufen. Userwachstum stagniert, Gemini punktet in Benchmarks und im Alltag. Es zeigt weniger Halluzinationen und mehr Kontext. Besonders beeindruckend: Audioanalyse mit Rollen, Dialekten und Dynamik. Dinge, bei denen OpenAI aktuell eher stolpert. Dazu wird Werbung getestet. Werbung im Chatbot ist heikel. Vertrauen ist die Währung, und wenn Antworten potenziell bezahlt sind, verliert das System seinen Kern. OpenAI tritt erst mal auf die Bremse, aber der Gedanke bleibt: Monetarisierung über Ads ist Gift. ## **Apple stolpert, Ilya warnt, GPUs fressen Gigawatt** Während Google und Meta liefern, wirkt Apple wie ein Zuschauer. Siri bleibt ein Running Gag. Apple Intelligence wurde gefeiert, verschwand dann aber in einem zeitlosen Delay. Nun wird die KI-Organisation neu sortiert. Die verlorenen Jahre sind teuer. Gleichzeitig rufen alte Größen zur Besinnung. Ilya Sutskever spricht von einer „Post-Skalierungsära“. Die Phase, in der man einfach mehr GPUs draufwirft und bessere Modelle bekommt, geht zu Ende. Daten werden knapp, zusätzliche Rechenleistung bringt nur noch abnehmende Erträge. Superintelligenz sieht er weniger als allwissende Maschine, eher als sehr fähigen Teenager, der erst in der Welt lernen muss. Parallel warnt IBM-Chef Arvind Krishna vor einer KI-Bubble. Gigawatt-Rechenzentren, Milliardenabschreibungen auf Hardware und die Frage, ob sich das bis 2030 trägt. Vieles wirkt wie eine Wette auf die Zukunft. Wenn sie aufgeht, verändert sich alles. Wenn nicht, wird es hässlich. ## **Banking wandert in den Chat** Die stärkste Bewegung kommt nicht aus dem Silicon Valley, sondern aus Madrid. BBVA integriert sich direkt in ChatGPT. Das bedeutet: Kund:innen sprechen mit der Bank wie mit einer Person. Fragen zu Produkten, Zinsen, Anlageoptionen oder Versicherungen werden mit offiziellen Daten beantwortet. Kein Web-Gefasel, keine Halluzination. Knowledge Grounding verhindert Fantasie. Das ist mehr als ein Komfortfeature. Das ist ein Interface-Wechsel. Banking verlässt die eigene App und zieht in einen globalen Assistenten. Wenn die Kundenschnittstelle zu einem Gespräch wird, muss Banking erklären können. Produkte müssen im Dialog bestehen. Im Hintergrund braucht es Daten, Governance und die Fähigkeit, sicher zu antworten. Genau hier entsteht ein echter Vorteil. Nicht die lauteste App gewinnt, sondern die Bank, die korrekt, schnell und kontextuell antwortet. Nächste Woche geht es um die Frage, ob KI ein Jobkiller wird. Die Sorge ist real, aber die Antwort ist nicht nur schwarz oder weiß. Die Entwicklung wird nicht langsamer, und sie wird die Arbeit verändern. Wer die Veränderung gestaltet, hat am Ende mehr davon als jemand, der versucht, sie aufzuhalten. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! Weitere Folgen von [Maik](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) und [Sascha](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) findet ihr [hier:](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### C24, Ratepay, Clark: Das waren die wichtigsten Fintechs-News im November URL: https://paymentandbanking.com/c24-ratepay-clark-das-waren-die-wichtigsten-fintechs-news-im-november/ Last updated: 2026-05-12T00:01:29.000Z *In dieser Folge sprechen Jochen Siegert und André Bajorat über geschmeidige, streitbelastete und herbeigesehnte Machtwechsel. Einige Kämpfe wurden beigelegt, andere neu entfacht.* Im November sind bekanntlich die meisten Menschen im Büro. Ob auf den Autobahnen, in den Pendlerzügen oder in den Chefetagen der Fintechs: Es ist eine Menge los. Bei Bitpanda, Gini oder Revolut kann man sich über gute Nachrichten freuen und entspannt Weihnachten entgegensehen. Für andere wie C24, Ratepay oder Clark könnte es ein unangenehmes Fest werden. Das waren die wichtigsten Fintech-News in diesem Monat: ## **N26 ernennt drei neue Aufsichtsratsmitglieder und glätten die Wogen** Die Berliner N26 hat auf einer außerordentlichen Hauptversammlung Andreas Dombret, Daniel Terberger und Byron Haynes [neu in den Aufsichtsrat gewählt](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Dcdac5e54ce%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C845851310b234c4c777b08de236d32b0%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638987149074762304%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=7OM%2F6WhRPQf7ghxR%2FNYTWMXzJv9CHaxanNRHRilKzqI%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com). Dombret soll zum Vorsitzenden ernannt werden. Die Berufungen stehen unter Vorbehalt der Zustimmung durch die BaFin. Der N26-Aufsichtsrat soll nach [Informationen des Platow Briefs](https://brief.platow.de/banken/n26-aufsichtsrat-soll-um-weitere-zwei-sitze-aufgestockt-werden/?ref=paymentandbanking.com) außerdem um zwei auf acht Sitze erweitert werden. Davon ist einer für einen externen Banker reserviert. Um den zweiten wird noch gerangelt. Die Wahl gilt als neuer Höhepunkt im Ringen zwischen Gründern und Investoren um Einfluss im Kontrollgremium, da Terberger und Haynes von den Gründern vorgeschlagen wurden. Eine finale Vereinbarung zu den Investorenforderungen gibt es bislang nicht. ## **Bitpanda mit neuem Führungsteam: Eric Demuth wird Executive Chairman, Lukas Enzersdorfer-Konrad übernimmt CEO-Rolle** Ohne Streit geht dagegen ein anderer Wechsel über die Bühne: Eric Demuth gibt nach über einem Jahrzehnt als [Gründer und CEO von Bitpanda die operative Leitung ab](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Dbf31ebb5b4%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C7bf8c88fdc4449de0b1b08de1b917592%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638978508752159036%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=h53v5SqbUBj%2B%2FnqJ93xMVNn9s50GxG4NAkmY6e2XUZQ%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com) und übernimmt die Position des Executive Chairman und President der Bitpanda Group AG. Die Nachfolge als CEO tritt Lukas Enzersdorfer-Konrad an, der künftig die Geschäfte alleine führt. Mit dem Wechsel setzt das Wiener Fintech auf Kontinuität, auch weil in den vergangenen Jahren der Eindruck entstanden ist, dass Lukas Enzersdorfer-Konrad bereits die operative Verantwortung übernommen hatte. Demuth wird dabei weiterhin die globale Ausrichtung und Produktstrategie prägen. ## **Revoluts gigantische Bewertung** Für die Mitarbeitenden der britischen Neobank Revolut könnte es jetzt Geld regnen. In einer Sekundärrunde dürfen sie nun ihre Anteile am Unternehmen an Investoren verkaufen und das nicht gerade zum Sparpreis: [Für diesen Vorgang holte sich Revolut eine neue Bewertung ein](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-britische-neobank-revolut-ist-jetzt-75-milliarden-us-dollar-wert/100177537.html?ref=paymentandbanking.com), die von einem Unternehmenswert in höhe von 75 Milliarden US-Dollar ausgeht: Für eine Neobank ist das ein neuer Rekord. ## **C24-Klatsche von der Bafin** Bei der C24 Bank läuft es aufsichtsrechtlich derzeit wohl nicht ganz rund. Die Finanzaufsicht BaFin hat angeordnet, dass das Institut Maßnahmen ergreifen muss, um wieder eine ordnungsgemäße Geschäftsorganisation herzustellen. Hintergrund sind gravierende Mängel, die man vor allem im Bereich der Geldwäscheprävention gefunden hat. Da fackelt die Aufsicht nicht lange und hat zur Überwachung der Mängelbeseitigung direkt einen Sonderbeauftragten bestellt. Wir haben das auch noch genauer in einem [Beitrag](https://paymentandbanking.com/was-die-bafin-klatsche-fuer-c24-bedeutet/) beleuchtet. ## **Keiner hat Bock bei Solaris Chef zu sein** Das Berliner Institut hat [immer noch keinen Nachfolger für den scheidenden CEO Carsten Höltkemeyer gefunden](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/fintech-solaris-verhandelt-mit-zwei-potenziellen-vorstaenden/100175710.html?ref=paymentandbanking.com). Die Suche nach neuen Spitzenmanagern ist aus mehreren Gründen mühsam. Zum einen ist der Job aufgrund der vielen Schwierigkeiten der Bank nicht gerade attraktiv. Zum anderen fehlt es der Bank an einer klaren Strategie, wobei der japanische Hauptinvestor, der im deutschen Markt eher unerfahren ist, dabei keine große Hilfe sein dürfte. Das Henne-Ei-Problem: Ein neuer CEO müsste eine neue Strategie entwickeln, aber ohne diese scheuen Kandidat:innen vor dem Job. ## **Dicke Probleme bei Ratepay – Mega-Abwertung durch Nexi** Ratepay galt mal als das deutsche Klarna. Nicht ganz so groß. Nicht ganz so schillernd. Aber mit einem vergleichbaren Geschäftsmodell („Buy now, pay later“). Und durchaus erfolgreich – beflügelt unter anderem durch die Pandemie, schossen die Umsätze im Geschäftsjahr 2021 um mehr als zwei Drittel auf fast 100 Mio. Euro. Genau zu jener Zeit, also auf dem Höhepunkt des Fintech- und BNPL-Booms, stellte die italienische Mutter Nexi die Berliner Tochter für angeblich grob 1 Mrd. Euro zum Verkauf. Ein Erwerber fand sich allerdings nicht. Nun wurde Ratepay massiv abgewertet, [wie Finanz-Szene berichtete](https://finanz-szene.de/payments/einmal-unicorn-und-zurueck-so-drastisch-wurde-ratepay-von-nexi-abgewertet/?ref=paymentandbanking.com). Aus der BNPL-Blase entwich die Luft. Und besonders hart erwischte es Ratepay. ## **Wero startet mit erster Online-Einbindung bei Eventim** Der von europäischen Banken entwickelte Bezahldienst Wero ist jetzt [erstmals für Online-Einkäufe verfügbar](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Df89c282f92%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C7fcea54a7d124f03550408de20488751%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638983693074369350%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=v%2B9n8bdcqMSNJlRAL9I4dnWGMbUT8%2Fu1LuHLTzxqraI%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com). Kundinnen und Kunden können beim Ticketanbieter Eventim das neue Zahlverfahren nutzen, indem sie nach der Auswahl einen QR-Code scannen und den Kauf in ihrer Banking-App bestätigen. Aktuell steht die Option nur Kunden von Sparkassen und VR-Banken zur Verfügung, während weitere Banken vorerst ausgeschlossen sind. Die European Payments Initiative plant eine Ausweitung auf Unternehmen wie Deutsche Bahn, Otto und Mediamarkt-Saturn. Künftig soll Wero auch stationären Handel abdecken, allerdings erst ab 2026 oder 2027\. Mittlerweile hat auch N26 verkündet, sich Wero anzuschließen – zunächst aber auch nur beschränkt auf Peer-to-peer-Zahlungen. ## **Kundenzufriedenheit bei Trade Republic sinkt: Serviceprobleme im Fokus** Trotz starken Wachstums sieht sich der Neobroker Trade Republic mit einer wachsenden Zahl an Beschwerden konfrontiert, die sich vor allem auf den schwer erreichbaren Kundenservice beziehen. [Zwischen Januar und September stiegen die Meldungen bei Verbraucherzentralen um 133 Prozent,](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Dc1e62bb11b%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C498d38be7a6a44c762c008de211536b9%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638984572180906946%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=fvuiNV23awrBPSRHOs9aOy8NXrSaMBpR8pRHI%2FiY8cU%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com) häufig beklagen Nutzer mangelnde Hilfe und fehlende direkte Kontaktmöglichkeiten. Während Trade Republic die steigenden Beschwerdezahlen auf das schnelle Wachstum und mehr Kunden zurückführt, kritisieren Experten wie Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg das Geschäftsmodell und fordern stärkere Maßnahmen durch die Finanzaufsicht Bafin. Auch die Konkurrenz setzt gezielt auf bessere telefonische Erreichbarkeit, um sich im Markt abzusetzen. Doch das tut dem finanziellen Erfolg des Brokers keinen Abbruch: Investoren stehen [einem Bericht ](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/trade-republic-koennte-bald-zwoelf-milliarden-euro-wert-sein/100176178.html?ref=paymentandbanking.com)zufolge vor einem Weiterverkauf von Anteilen an Trade Republic. Der Wert des Berliner Neobrokers könnte sich dadurch bald deutlich erhöhen und zwar auf 12 Milliarden Euro. ## **IDnow startet europäische Plattform für digitale Identitäten** IDnow baut nach dem Einstieg des US-Finanzinvestors Corsair eine Trust-Plattform, die Banken und Fintechs künftig eine [zentrale Lösung für die digitale Identitätsprüfung bieten soll.](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Dc9eddf9ed3%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7Ccb84698ac60f4a36125308de21dad46a%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638985420933199078%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=0mFh5Om21m1s6nUlWsFLwQipzzEU7UdTkUDpnU7eyRE%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com) Der bisherige Marktführer bei Videoident setzt damit auf eine umfassende Infrastruktur, die künftigen EU-Regulierungen Rechnung trägt und Unternehmen wie N26, Klarna und Commerzbank einheitliche Verfahren zur digitalen Kundenlegitimation bereitstellt. Bis 2026 soll die Plattform europaweit ausgerollt werden und mit hybriden Prüfansätzen den Kampf gegen Identitätsbetrug stärken. Ziel ist, den komplexen rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden und europäische Standards zu setzen. ## **Perplexity startet KI-Shopping mit integriertem PayPal-Checkout** [Perplexity führt in den USA eine neue Shopping-Funktion ein](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3Da1eb1c2b52%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C49f354d74e624c1da32208de2e6e008d%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638999247187048402%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=p%2FfJQSKBsynKW6e9HoSDlZoL3b6xRe7TAxvcurukrDI%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com), bei der Nutzer Produkte per konversationeller Suche auswählen und direkt im Interface über eine PayPal-Integration bezahlen können. Die KI berücksichtigt Verlauf und Vorlieben, zeigt passende Produkte in kompakten Karten mit relevanten Spezifikationen und Bewertungen, während Händler weiterhin Vertragspartner bleiben und für Kundenbeziehung, Retouren und Loyalty zuständig sind. Der Dienst startet im Web und auf dem Desktop, mobile Apps sollen zeitnah folgen, ein internationaler Rollout ist offen. ## **Fotoüberweisung von Gini knackt die 19-Millionen-Marke im Oktober** Im Oktober verarbeitete Gini erstmals über [19 Millionen Fotoüberweisungen](https://gini.net/presse/19-millionen-fotoueberweisungen/?ref=paymentandbanking.com), was einem Anstieg von knapp 50 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht. Das Feature ist mittlerweile in zahlreichen Banking-Apps deutscher Banken und Sparkassen integriert und wird verstärkt auch von älteren Nutzergruppen eingesetzt. Laut einer aktuellen YouGov-Studie kennen fast die Hälfte der Befragten das Angebot, zwei Drittel davon nutzen die Funktion aktiv. Die Fotoüberweisung erleichtert den Zahlungsprozess, indem sie Zahlungsdaten automatisch aus Rechnungen, QR-Codes oder Überweisungsträgern übernimmt und Tippfehler vermeidet. ## **Machtkampf bei Clark** Bei dem Frankfurter Milliarden-Start-up klappt es seit einiger Zeit nicht mit einer neuen Investorenrunden. Deswegen musste man sich mit Krediten über Wasser halten und schließlich auf ein Wandeldarlehen zurückgreifen. Doch [klagt eine Investorengruppe gegen diese Beschlüsse](https://financefwd.com/de/machtkampf-um-das-versicherungs-start-up-clark/?ref=paymentandbanking.com), da man den Schritt erst im Nachhinein von den Aktionären absegnen lassen wollte. Die fürchten nun, dass die Firma dem Großaktionär Allianz ausgeliefert ist und beschreiten den Rechtsweg. ## **Millionen für NaroIQ** Das Kölner Start-up NaroIQ arbeitet künftig mit mehreren Lizenzen der Finanzaufsicht BaFin. Mithilfe des Dienstes können etablierte Fondsanbieter eigene ETFs auflegen. Was hat das Fintech vor? ## **18 Festnahmen bei internationaler Aktion gegen Betrugsnetzwerke** Bei der „Operation Chargeback“ [haben Ermittler in neun Ländern drei mutmaßlich weltweit agierende Betrugs- und Geldwäschenetzwerke](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=992a331dcd&e=e0a5d68c2c&ref=paymentandbanking.com) zerschlagen. Die Beschuldigten sollen Kreditkartendaten von etwa 4,3 Millionen Personen aus 193 Ländern genutzt und über manipulierte Zahlungsdienstleister mehr als 19 Millionen gefälschte Online-Abonnements abgeschlossen haben. Das Netzwerk generierte so einen Schaden von über 300 Millionen Euro. In Deutschland wurden 29 Objekte durchsucht und fünf Verdächtige festgenommen. Die BaFin unterstützte die Ermittlungen mit gezielten Maßnahmen gegen Geldwäsche im digitalen Zahlungsverkehr. Weitere Informationen auf der Website des Bundeskriminalamts. **Kreditkartenstreit könnte bald enden** Zwischen Visa und Mastercard sowie zahlreichen Händlern [steht offenbar eine Einigung im jahrelangen Streit ](https://eur01.safelinks.protection.outlook.com/?url=https%3A%2F%2Fpaymentandbanking.us14.list-manage.com%2Ftrack%2Fclick%3Fu%3Dc35d8413e2a11e4245d72288b%26id%3De0304177cf%26e%3Df6bddb8b55&data=05%7C02%7Cnils.heck%40sz.de%7C7fcea54a7d124f03550408de20488751%7C39714495964a40c0b501a86dc79a9ddf%7C0%7C0%7C638983693074171309%7CUnknown%7CTWFpbGZsb3d8eyJFbXB0eU1hcGkiOnRydWUsIlYiOiIwLjAuMDAwMCIsIlAiOiJXaW4zMiIsIkFOIjoiTWFpbCIsIldUIjoyfQ%3D%3D%7C0%7C%7C%7C&sdata=FnG4vID0R6z8TMtPZ6xt2Nxru2j6vVVw1HMDqjxDfJQ%3D&reserved=0&ref=paymentandbanking.com)um Kreditkartengebühren kurz bevor. Geplant ist eine Senkung der sogenannten Interchange-Gebühren um etwa einen Zehntelprozentpunkt über mehrere Jahre, was besondere Auswirkungen auf die Kosten für Kartenzahlungen hätte. Händler sollen zudem mehr Möglichkeiten erhalten, bestimmte Kreditkarten abzulehnen, und der Rechtsstreit seit 2005 könnte damit beigelegt werden. Ein Vergleich von rund 30 Milliarden Dollar ist bereits geschlossen worden, künftig sind auch neue Regelungen zu Aufschlägen für Kartenzahlungen vorgesehen. Auch das haben wir uns ausführlicher in einem [Beitrag](https://paymentandbanking.com/visa-und-mastercard-ein-pyrrhussieg-fuer-die-haendler/) angeschaut. ### E-Commerce Germany Awards 2026 – Jetzt bewerben! URL: https://paymentandbanking.com/e-commerce-germany-awards-2026-jetzt-bewerben/ Last updated: 2025-12-04T07:27:16.000Z **Der Wettbewerb der E-Commerce Germany Awards (EGA) geht in eine weitere Auflage und fordert sowohl etablierte als auch aufstrebende Unternehmen aus der DACH-Region dazu auf, ihre einzigartigen E-Commerce-Lösungen zu präsentieren. Diejenigen, die in ihrer Kategorie den ersten Platz gewinnen, erhalten einen Preis im Wert von etwa 10.000 €.** **27\. November 2025** Die 2018 ins Leben gerufenen E-Commerce Germany Awards haben sich zu einer der wichtigsten Auszeichnungen der Branche entwickelt. Jedes Jahr gehen rund 350 Beiträge ein, insgesamt sind 80.000 Branchenvertreter:innen aus der DACH-Region am Wettbewerb beteiligt. Die EGA bieten KMU und Großunternehmen gleichermaßen die Chance, ihre Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit und Markenbekanntheit zu steigern sowie Kontakte zu Personen in Schlüsselrollen zu knüpfen. Auch für globale Unternehmen, die in der DACH-Region Fuß fassen oder ihre Dienstleistungen ausbauen möchten, öffnet die Teilnahme an den EGA neue Türen. ## **Eine Jury aus erfahrenen E-Commerce-Expert:innen** Die E-Commerce Germany Awards bieten Unternehmen die Möglichkeit, in 12 verschiedenen Kategorien anzutreten, von denen jede ein wichtiges Segment des E-Commerce-Ökosystems repräsentiert. Die Wettbewerbskategorien werden alljährlich aktualisiert, um mit den neuesten Entwicklungen der Branche Schritt zu halten. ## **Die Kategorien dieser Ausgabe umfassen:** - Vertrieb & Marketing - Plattformen & Commerce Tools - Zahlungsverkehr & Fintech - Analytik & Business Intelligence - Agenturpräsentation - Globaler Handel & Expansion - Logistik & Lieferung - Auftragsabwicklung & Optimierung - Personalisierung & Customer Experience - Kommunikation & Engagement - Omnichannel & Integration - Multichannel- & Marktplatz-Tools Der Wettbewerb besteht aus einer öffentlichen Abstimmungsrunde, gefolgt von der Jury-Abstimmung. Die Einsendungen werden von einer Jury aus Branchenexpert:innen bewertet, die über jahrelange Erfahrung in verschiedenen Bereichen des E-Commerce verfügen. Dazu gehören unter anderem Vertreter:innen solcher von Unternehmen wie Jack Wolfskin, Kickerkult, OMIO, C&A, camel active, KoRo, home24 und MediaMarkt – eine Garantie für eine ausgewogene Auswahl der besten Beiträge. ## **Sachpreise im Wert von Tausenden von Euro** Veranstalter der E-Commerce Germany Awards ist die E-Commerce Berlin Expo, die die Finalist:innen und Sieger:innen mit einem Werbepräsenz-Sachpreis im Wert von mehreren Tausend Euro ehrt. Die Gewinner des ersten Platzes in jeder Kategorie erhalten einen Preis im Wert von rund 10.000 Euro – eine hervorragende Gelegenheit, ihre Sichtbarkeit, Markenbekanntheit und Reichweite auf dem deutschen Markt deutlich zu steigern. ## **So nehmen Sie teil** Teilnahmeberechtigt sind alle E-Commerce-Lösungsanbieter, die auf dem DACH-Markt aktiv sind. Die Teilnahme ist denkbar einfach: 1\. **Kategorie wählen:** Wählen Sie die passende Kategorie für Ihren Beitrag. 2\. **Bewerbung vorbereiten:** Präsentieren Sie den bisherigen Erfolg Ihres Unternehmens anhand von Ergebnissen oder Case Studies. 3\. **Beitrag einsenden:** Folgen Sie den Anweisungen auf der offiziellen Website der E-Commerce Germany Awards, um Ihre Teilnahme abzuschließen. Der erste Beitrag ist kostenlos, sodass jeder teilnehmen kann. Lediglich die Top-10-Finalisten in jeder Kategorie zahlen eine Gebühr von 450 €, die eine garantierte Werbepräsenz beinhaltet. ## **Wichtige Termine und Phasen** Die Einreichungsphase beginnt am 1\. Dezember und endet am 17\. Dezember 2025\. Anschließend werden die Einsendungen geprüft. Zwischen dem 5\. und 16\. Januar findet die öffentliche Online-Abstimmung statt, bei der die E-Commerce-Community ihre Favoriten wählt. Die Top-10-Beiträge in jeder Kategorie werden von der Jury bewertet. Die Bekanntgabe der Sieger erfolgt im Rahmen der Preisverleihungsgala am 17\. Februar 2026 in Berlin, direkt im Anschluss an den ersten Tag der E-Commerce Berlin Expo auf der Messe Berlin. Die Finalisten stehen im Rampenlicht und können somit von der einmaligen Gelegenheit profitieren, ihren Erfolg zu feiern, neue Kontakte zu knüpfen und ihre Ideen für die Zukunft des E-Commerce zu teilen. **Beitrag einreichen:** [https://ecommercegermanyawards.com](https://ecommercegermanyawards.com/?utm%5Fsource=press%5Frelease&utm%5Fmedium=partner&utm%5Fcampaign=press%5Frelease%5Fpartner%5Fega%5F2026) ### Update: So sieht das Payment-Ökosystem in Deutschland aus URL: https://paymentandbanking.com/update-so-sieht-das-payment-oekosystem-in-deutschland-aus/ Last updated: 2026-05-12T00:01:29.000Z **Hinter dem alltäglichen Bezahlen im Supermarkt oder im Onlineshop steckt ein ganzes Ökosystem von internationalen Großkonzernen und Fintechs. Paymentandbanking bietet eine Übersicht über die wichtigsten Player auf dem deutschen Markt.** Das Bezahlen mit Karte ist Teil unseres alltäglichen Lebens geworden. Wenn wir unseren Kaffee to go bezahlen, denken wir nur selten darüber nach, was da gerade im Hintergrund passiert. Am Ende sieht der Käufer lediglich einen weiteren Eintrag auf seinem Kontoauszug oder der Kreditkartenabrechnung. Mit unserer Übersicht über die Payment-Firmen in Deutschland werfen wir einen Blick auf das Ökosystem, das hinter jeder Kartentransaktion steckt. Darunter sind sowohl große internationale Unternehmen wie Mastercard oder Visa als auch Fintechs wie Sumup oder Klarna. ## **Debit- und Kreditkartenanbieter** Bezahlkarten sind in Deutschland weit verbreitet: Laut Daten der EZB kamen im Jahr 2024 [mehr als 2 Bezahlkarten auf eine Person](https://data.ecb.europa.eu/data/datasets/PCN/PCN.A.DE.PCS%5FALL.1.PN%5FR%5FPOP?ref=paymentandbanking.com). Insgesamt wurden [206 Millionen Karten neu ausgegeben](https://data.ecb.europa.eu/data/datasets/PCN/PCN.A.DE.PCS%5FALL.%5FT.PN?ref=paymentandbanking.com), darunter [rund 162 Millionen Debitkarten](https://data.ecb.europa.eu/data/datasets/PCN/PCN.A.DE.PCS%5FALL.11.PN?ref=paymentandbanking.com) und [rund 6,5 Millionen Kreditkarten](https://data.ecb.europa.eu/data/datasets/PCN/PCN.A.DE.PCS%5FALL.13.PN?ref=paymentandbanking.com). Wichtigster Anbieter der Debitkarten ist Girocard. Hinter dieser steht die Euro Kartensysteme, die ein Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft ist. Nach eigenen Angaben besitzen rund 97 Prozent der deutschen Bevölkerung eine Girocard. Bei den Kreditkarten sind vor allem die US-Anbieter Visa (inklusive V Pay), Mastercard und American Express relevant. ## **Cashback und Bonusprogramme** Auch Treue- und Bonusprogramme sind Teil des Zahlungskosmos. Der bekannteste Cashback-Anbieter in Deutschland ist Payback: Bei 700 Partnern können die Nutzer Punkte sammeln und sie dann gegen Sachprämien einlösen. Ähnlich funktioniert auch Rakuten für Online-Shops, während Secupay ihren Kunden Casback-Aktionen als Service anbietet. In dieser Kategorie listen wir außerdem Unternehmen, die Lösungen rund um steuerfreie Sachbezüge für Beschäftigte und Verpflegungszuschüsse anbieten. Dazu gehören zum Beispiel Belonio, Edenred, Spendit, Givve und Guud. ## **Buy now, pay later (BNPL)** Der Gattungsbegriff „Buy now, pay later” fasst das Geschäftsmodell der hier gruppierten Anbieter gut zusammen. Sie ermöglichen den Nutzern, Produkte jetzt zu kaufen und sie später zu bezahlen: Entweder, in dem sie die Rechnung erst nach einem festgelegten Zeitpunkt begleichen, oder sie in Raten abzahlen. BNPL wird in Deutschland immer beliebter: Laut dem World Payments Report 2025 wurde die Zahlungsmethode bei 20 Prozent aller Online-Käufe genutzt. Wir führen in unserem Überblick B2B-Anbieter wie Billie, Ratepay, Payla, Axytos, Lynck, Mondu, Riverty, Unzer, CreditClick, Modifi und Floa sowie B2C-Anbieter wie Klarna, Paypal, Apple Pay und Scalapay. Die Green Banana Group fungiert als Schnittstelle zu mehreren internationalen BNPL-Unternehmen. ### 📥 **[Die Übersicht in hoher Auflösung kannst du hier herunterladen](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfQR6J9aGqfq5E1v0bdz1T4mUsGnAnBb4W7G8CmWuvoqkJ2Xw/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pab-paymentfirmen-germany-2025-12.jpg) ## **Factoring** Factoringunternehmen kaufen gegen eine Gebühr die Forderungen aus Warenlieferungen und Dienstleistungen von Unternehmen auf. Dadurch erhält das Unternehmen, das die Forderung gegen eine Gebühr abtritt, sofort Liquidität. Der Kunde, gegen die Forderung besteht, begleicht diese dann gegenüber dem Factoring-Anbieter. In Deutschland hatte der Markt für Factoring im Jahr 2024 [laut dem globalen Anbieterverband FCI](https://fci.nl/en/industry-statistics?ref=paymentandbanking.com) ein Volumen von rund 400 Millionen Euro. Die BaFin führt alle von ihr lizenzierten Anbieter in einer öffentlichen Datenbank, sodass wir viele von ihnen erfassen konnten. Darunter sind Töchter von Banken wie die genossenschaftliche VR Factoring, Commerzfactoring von der Commerzbank, die S Factoring der Sparkassen oder PB Factoring von der Deutschen Bank, aber auch eigenständige Unternehmen. Auch Unternehmen, die teure Maschinen verkaufen, haben eigene Factoring-Ableger, darunter der LKW-Bauer Scania, der Anhänger-Hersteller Schmitz Cargobull oder der Baumaschinen-Anbieter Caterpillar. Auch im Gesundheitsbereich gibt es zahlreiche Anbieter, vor allem im zahnärztlichen Bereich, wo es viele Selbstzahlerleistungen gibt. ## **Payment Service Provider** Payment Service Provider übernehmen die technische Zahlungsabwicklung für den Online- und den stationären Handel. Unsere Übersicht enthält Anbieter eigenständiger Bezahlverfahren wie Klarna, Paypal, Amazon Pay, Google Pay, SEPA, Wero, Alipay, WeChat Pay, Samsung Pay, Apple Pay und Meta Pay, aber auch Unternehmen, die ihren Kunden Zugang zu mehreren Bezahlverfahren ermöglichen wie Stripe, Mollie, Payone, First Cash Solution, Novalnet, VR Payment und Vobapay. ## **Acquirer** Acquirer sind ebenfalls an der Zahlungsabwicklung beteiligt. Wenn ein Kunde seinen Einkauf im Laden mit einer Karte bezahlt, werden die Transaktionsdaten an die Acquirer-Bank übertragen. Innerhalb von Sekunden überprüft diese die Zahlung und autorisiert sie. Im Settlement wird später das Geld vom Issuer über die Acquirer-Bank an den Händler weitergegeben. Derzeit führen wir 17 Acquirer in unserer Übersicht, unter anderem Banken wie die DZ Bank und die Deutsche Bank. Außerdem finden sich auch hier einige Unternehmen, die auch als Payment Service Provider auftreten, wie Stripe, First Cash Solution, Payone, Fiserv, Nexi und Globalpayments. ## **Cross-Border-Payments** Der internationale Handel benötigt auch internationale Überweisungen: 2022 gab es [grenzüberschreitende Transaktionen in Höhe von rund 2,8 Billionen US-Dollar von Privatpersonen an Unternehmen, zwischen Unternehmen waren es 150 Billionen US-Dollar](https://www.statista.com/statistics/609723/value-of-cross-border-payments-by-type/?ref=paymentandbanking.com). In unserem Überblick führen wir mehrere Unternehmen, die sich speziell auf die Abwicklung internationaler Zahlungen spezialisiert haben. Anbieter wie Ebury, Visa, Wordline, Payoneer, Worldpay, Modifi, Convera und iBanFirst bieten Zahlungsplattformen für den internationalen Handel an. In Deutschland spielen Auslandsüberweisungen jedoch auch aufgrund von Arbeitsmigration und Flucht eine große Rolle. Laut [World Bank](https://data.worldbank.org/indicator/BM.TRF.PWKR.CD.DT?most%5Frecent%5Fvalue%5Fdesc=false&ref=paymentandbanking.com) gab es im Jahr 2024 Überweisungen von Deutschland in Heimatländer in Höhe von rund 24 Milliarden US-Dollar (20 Milliarden Euro). Bekannte Anbieter sind hierbei Western Union und N26. ## **Kassensysteme und Zahlungsterminals** Im Alltag begegnen uns Kassensysteme und Zahlungsterminals bei jedem Einkauf im stationären Handel. In Deutschland gab es 2024 laut [Daten der EZB](https://data.ecb.europa.eu/data/datasets/PTN/PTN.A.DE.W0.2222.%5FT.PN?ref=paymentandbanking.com) rund 1,5 Millionen Zahlungsterminals von hier ansässigen Zahlungsdienstleistern. Wir zählen derzeit 40 verschiedene Anbieter. Das EHI Retail Institut hat dieses Jahr [139 mittelständische](https://www.handelsdaten.de/deutschsprachiger-einzelhandel/marktanteil-terminalanbieter-kleine-handelsunternehmen-deutschland-1?ref=paymentandbanking.com) und [123 große Handelsunternehmen](https://www.handelsdaten.de/deutschsprachiger-einzelhandel/marktanteil-terminalanbieter-grosse-handelsunternehmen-deutschland-1?ref=paymentandbanking.com) dazu befragt, welche Zahlungsterminals sie nutzen. Die meisten der befragten mittelständischen Händler nutzen Ingenico, Verifone und CCV, bei den großen Handelsunternehmen sind es Verifone, Ingenico und Wordline. ## **Zahlungsinfrastruktur und Payment Orchestration** Anbieter von Payment Orchestration führen Payment Service Provider, Acquirer und andere Dienstleister über Schnittstellen auf einer einzigen Plattform zusammen. Dazu gehören zum Beispiel Unzer, Computop, Paymenttools, Adyen und Worldpay. Außerdem haben wir hier wichtige Player der deutschen und europäischen Zahlungsinfrastruktur wie Wero und Euro Kartensysteme gelistet. ## **Kopfstellen** Die Kopfstellen stehen zwischen dem Händler und der Acquirer-Bank. Wenn ein Kunde im Geschäft mit der Girocard bezahlt, wird die Autorisierungsanfrage an die zugehörige Kopfstelle weitergeleitet und dort bearbeitet. Kommt die Anfrage von einer Kreditkarte, so wird sie an die Acquirer-Bank weitergegeben. In Deutschland gibt es vier Kopfstellen: Die Privatbanken, bis auf die Deutsche Bank, nutzen den Bank-Verlag, der eine Tochter des Bundesverbands deutscher Banken ist. Die Genossenschaftsbanken wickeln Autorisierungsanfragen über ihren Finanzdienstleister Atruvia ab, die Sparkassen über die Finanz-Automatik. Die Kopfstelle der öffentlichen Banken heißt Pagateq. Seit der Übernahme der Postbank ist sie eine Tochter der Deutschen Bank. ## **Händler Payment Unternehmen** Einige große Händler haben heute eigene Bezahltöchter. Der Onlineversandhandel Otto hat seit Juni 2022 eine BaFin-Lizenz und unterstützt Rechnungs- und Ratenkauf, Paypal, Lastschrift, Kredit- und Debitkarte und Vorkasse. Auch das Modeunternehmen Zalando, das Lebensmittelunternehmen Kaufland und der Dienstleister Markant haben eigene Pyment-Töchter. Manche Händler treten auch als Dienstleister für andere Unternehmen auf: Scayle ist eine Tochter des Modehändlers About You und bietet Plattformlösungen rund um E-Commerce und Bezahlung an. Der Personaldienstleister Randstad ermöglicht über seine Tochter Randstad Financial Services die Verwaltung von Rechnungen an. ## **Lending** Jede Bank verleiht Kredite – aber nicht jeder Kreditanbieter ist eine Bank. In unserem Überblick haben wir solche alternativen Kreditgeber gesammelt. Banxware und Finmid ermöglichen Embedded Lending, womit Unternehmen ihren Kunden Finanzierungen über die eigene Plattform anbieten können. Qonto, Deutsche Firmenkredit Partner, Teylor, Iwoca, Silvr, Ebury und Fincompare sind im Bereich der Firmenkredite unterwegs, während die Neobanken Revolut und N26 sowie Auxmoney Privatpersonen Kredite gewähren. ## **Request to Pay** Request to Pay ist ein neues Bezahlverfahren, bei der der Zahlung eine Zahlungsaufforderung vorgeschaltet wird. Wenn der Kunde sie bestätigt, löst sie automatisch eine Überweisung aus. Die Zahlungsmethode könnte sich als Alternative zur SEPA Lastschrift etablieren. Bisher hat das von der EPI entwickelte Verfahren jedoch nur drei Teilnehmer, davon ist nur Monei in Deutschland tätig. Auch Wero, Paycy und Gini können Zahlungsaufforderungen senden. Wir haben ein Unternehmen vergessen oder falsch kategorisiert? Schreib uns gerne eine kurze E-Mail an [infografiken@paymentandbanking.com](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ![](https://vg08.met.vgwort.de/na/76a5f1dedd234e9bb5969f115ebc9a72) Weitere spannende Infografiken findet ihr hier! ## 🌴 Ein Blick ins Ökosystem – und ein Schritt tiefer in den Dschungel Wer verstehen will, wie komplex, vernetzt und dynamisch das deutsche Payment-Ökosystem wirklich ist, braucht nicht nur Zahlen und Kategorien – sondern auch den direkten Austausch mit den Menschen, die es gestalten. Genau das passiert am **10\. & 11\. März 2026** bei der [Payment Exchange – PEX in the Jungle. ](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com)Dort treffen Händler:innen, Banken, Fintechs und Tech-Challenger aufeinander, um über Trends wie Wallets, digitalen Euro, Agentic Commerce, Open Banking oder Loyalty-Flows nicht nur zu sprechen, sondern sie gemeinsam weiterzudenken. Und ein kleiner Tipp: **Das Weihnachts-Special läuft bis 31\. Dezember 2025.** Wer schnell ist, bahnt sich den günstigsten Weg durchs Dickicht. 🌿 [Jetzt Ticket zum Weihnachts-Special buchen!](https://www.payment-exchange.com/?ref=paymentandbanking.com#tickets) ### Für Händler wird Bargeld teurer – Karten aber auch URL: https://paymentandbanking.com/fuer-haendler-wird-bargeld-teurer-karten-aber-auch/ Last updated: 2025-12-03T08:32:56.000Z *Eine Studie der Bundesbank vergleicht die Kosten von Zahlungsmitteln für Händler. Deswegen werden Zahlungen für sie teurer.* Auf den ersten Blick überraschen die Ergebnisse kaum. An der Ladenkasse wird Bargeld für die Händler immer teurer. Vor allem wenn man das Kostenverhältnis zu anderen Zahlungsmitteln wie die Girocard sowie die internationalen Debit- und Kreditkarten betrachtet. Diese Entwicklung bestätigte die [neueste repräsentative Studie zu den Kosten von Zahlungsmitteln](https://paymentandbanking.com/content/files/www-bundesbank-de/resource/blob/972294/746c7c5d1642c49d91443e11f2564786/472B63F073F071307366337C94F8C870/kosten-von-zahlungsmittel-im-einzelhandel-data.pdf) für den Handel für 2024 der Bundesbank auf Grundlage eine Forsa-Umfrage unter Mitgliedern des HDE. Was dabei auffiel: Auch die anderen Zahlungsmittel sind in den vergangenen Jahren für die Händler teurer geworden. ## **Kosten für alle Zahlungsmittel gestiegen** Wenn man die Ergebnisse der Studie mit der [letzten Kostenanalyse der Bundesbank aus dem Jahr 2019](https://paymentandbanking.com/content/files/www-bundesbank-de/resource/blob/776464/d0ff995f570846f130e425a4bf003bd9/472B63F073F071307366337C94F8C870/kosten-der-bargeldzahlung-im-einzelhandel-data.pdf) vergleicht, zeigt sich, dass nicht nur die Kosten für Zahlungen mit Bargeld gestiegen sind. „Das absolute Kostenniveau ist generell gestiegen – sowohl bei Bargeld als auch bei der Girocard haben sich die durchschnittlichen Kosten je Transaktion seit der letzten Studie um rund 80 % erhöht”, resümieren die Studienautoren. Sie erklären das vor allem mit den steigenden Lohnkosten und Fixkosten, die besonders durch den Rückgang von Barzahlungen bei vielen Händlern auf immer weniger Transaktionen anfallen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/image.png) Demnach lagen die Kosten für Bargeldzahlungen bei 43 Cent pro Transaktion und 2,2 Prozent gemessen am Umsatz. 2019 kosteten Händler Barzahlungen noch 24 Cent pro Transaktion und 1,8 Prozent am Umsatz – ein Anstieg von 80 bzw. 22 Prozent. Besonders der Zeitaufwand ist gestiegen: Zahlten Händler pro Barzahlung 2019 durchschnittlich 12 Cent drauf, waren es 2024 schon mehr als doppelt so viel. Der Zeitaufwand bei Kartenzahlungen nicht so stark gestiegen. Ähnlich ist es bei der Girocard: Fielen 2019 noch 33 Cent und 0,67 Prozent an, waren es 2024 schon 60 bzw. 1 Prozent. Damit schnitt die Girocard gemessen am Umsatz aber immer noch am günstigsten ab. Auch die Kosten der internationalen Debit- und Kreditkarten von Visa und Mastercard sind gestiegen. Jedoch könnte ein Teil der Unterschiede zur letzten Studie aus dem Jahr 2019 auch durch eine geänderte Methodik erklärt werden – damals war die Untersuchung noch nicht so breit angelegt und nicht repräsentativ. ## **Kleine Händler im Nachteil** Die Kosteneffizienz eines Zahlungsmittels hängt dabei stark davon ab, ob die Kosten pro Transaktion oder im Verhältnis zum Umsatz betrachtet werden. Dass Bargeld bei den absoluten Kosten pro Transaktion günstiger ist als Kartenzahlungen, während es anteilig am Umsatz teurer bleibt, ergibt sich daraus, dass die Kosten mit der Höhe der Zahlung sinken: Die Fixkosten werden mit steigenden Umsätzen geringer, die bei Kartenzahlungen generell höher sind. Dass nun auch die Kosten von Kartenzahlungen anziehen, ist laut den Autoren vor allem damit zu erklären, dass auch kleinere Händler wie Kioske oder kleine Cafes diese immer häufiger anbieten, aber bei ihnen höhere Kosten anfallen: Mittlerweile akzeptieren laut der Studie 70 Prozent der Kleinunternehmen mit bis zu neun Angestellten die Girocard. Die höheren Kosten lassen sich zum einen durch höheren Kartengebühren aufgrund einer schwächeren Verhandlungsposition erklären. Zum anderen mit einem höheren Zeitaufwand und relativ hohen Fixkosten beispielsweise durch Geräteanschaffung bei Terminals. Für die kleinen Unternehmen waren Barzahlungen dabei zwar insgesamt teurer als bei größeren Unternehmen, aber dennoch günstiger als die Girocard. Größere Unternehmen setzen pro Transaktion dagegen mehr um, wodurch Fixkosten relativ gering sind. Das erklärt auch, warum die Transaktionsgebühren bei Zahlungen mit der Girocard seit 2019 um 50 Prozent gestiegen sind, wenn man sich die absoluten Kosten pro Transaktion anschaut, aber anteilig am Umsatz leicht gefallen sind. Während große Unternehmen ab 50 Angestellten bei der Girocard nur 0,4 Prozent an ihren Umsätzen für Zahlungen ausgaben, waren es bei kleinen Unternehmen mit bis zu neun Angestellten über vier Prozent. ## **Bundesbank bekennt sich zum Bargeld** Bei den Debitkarten von Visa und Mastercard bleibt die Entwicklung unklar, da hier eine genauere Aufschlüsselung der Kosten anders als 2024 nicht ausgewiesen wurde. Klar ist jedoch für die Studienautoren, dass die Karten von Visa und Mastercard für den Handel im Vergleich zu Bargeld und Girocard teurer sind. Trotzdem werden derzeit rund 60 Prozent der Kartenzahlungen über nicht-europäische Systeme abgewickelt. Dabei gehe es nicht nur um die wirtschaftlichen Folgen, „sondern auch um Auswirkungen auf die nationale und europäische Souveränität im Zahlungsverkehr.” Beim Bargeld bleibt die Bundesbank klar: „Die Bargeldinfrastruktur sollte auch bei sinkender Nutzung erhalten bleiben”, heißt es. Nicht nur Verbraucher:innen wünschten sich weiterhin die Möglichkeit, mit Bargeld zu zahlen, sondern sei es weiterhin für viele Händler ein vergleichsweise günstiges Zahlungsmittel. ### Markennennungen in der KI-Suche: Chancen und Risiken URL: https://paymentandbanking.com/markennennungen-in-der-ki-suche-chancen-und-risiken/ Last updated: 2025-12-03T07:31:44.000Z Künstliche Intelligenz (KI) verändert die Spielregeln für Markenkommunikation. Ob in ChatGPT, Google AI Overviews oder anderen KI-Suchergebnissen: Markennennungen können Sichtbarkeit und Vertrauen stärken – oder zum Risiko werden. Neue Studien zeigen, worauf es jetzt ankommt. ## **Markennennung: Die neue Währung der Sichtbarkeit in der KI-Suche** Markennennungen in KI-generierten Antworten – also wenn eine Marke in Antworten von ChatGPT, Google oder anderen Suchsystemen erscheint – sind längst mehr als ein Randphänomen. Sie treten in [26 bis 39 Prozent der Antworten](https://www.semrush.com/blog/ai-mentions/?ref=paymentandbanking.com) auf. Damit werden Markennennungen zu einem neuen Faktor der digitalen Markenführung – vergleichbar mit klassischen SEO-Signalen. Entscheidend ist, **wie häufig, in welchem Kontext und mit welcher Tonalität** eine Marke genannt wird. Maßnahmen wie Digitale Pressearbeit, Fachbeiträge oder Community-Aktivitäten, die eine Marke organisch in Diskussionen platzieren, erhöhen die Wahrscheinlichkeit, in KI-Antworten aufzutauchen. Die Wirkung ist nicht nur technisch, sondern auch psychologisch: Nutzende vertrauen KI-Empfehlungen zunehmend und übertragen positive Markennennungen direkt auf ihre Kaufentscheidungen. Für Banken, Fintechs und Payment-Anbieter wird die Präsenz in KI-Systemen damit zu einem neuen Vertrauensfaktor. [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/12/pb-mainbanner-desktop-2560x257-1.jpg)](https://vivenu.com/event/kex-ki-in-finance-exchange-1spe04?utm%5Fsource=Payment+%26+Banking+Events&utm%5Fcampaign=10d26349e8-EMAIL%5FCAMPAIGN%5F2019%5F03%5F26%5F07%5F41%5FCOPY%5F01&utm%5Fmedium=email&utm%5Fterm=0%5Fa7b0f4a553-10d26349e8-&mc%5Fcid=10d26349e8) ## **Von Sichtbarkeit zu Risiko: Wenn KI Marken verzerrt** Wo Sichtbarkeit wächst, steigt auch das Risiko. KI-Systeme kombinieren Informationen aus vielen Quellen und erzeugen Antworten, die zwar plausibel klingen, aber nicht immer stimmen. Dieses Phänomen nennt sich [**Markendrift**](https://www.neurospicy.agency/post/coining-ai-brand-drift-a-formal-definition?ref=paymentandbanking.com) – eine digitale Verzerrung, wenn Künstliche Intelligenz falsche oder veraltete Informationen wiedergibt oder Markenwerte verfälscht. Der Markendrift kann mehrere Formen annehmen: - **Faktenfehler**,etwa wenn alte Produktinformationen als aktuell erscheinen**.** - **Wertedrift**,wenn Botschaften falsch interpretiert werden, z. B. wenn Nachhaltigkeit auf eingenerisches „grün“ reduziert wird. - **Schattennarrative**, wenn inoffizielle oder vertrauliche Quellen sichtbar werden – etwa alte Partnerdokumente, interne Zitate oder frühere Allianzen. - **Tonalitätsverzerrung**, wenn KI den ironischen oder humorvollen Ton der Community übernimmt und damit Professionalität oder Autorität untergräbt. - **Vertrauensverlust**, wenn inoffizielle Inhalte gleichwertig neben offiziellen Quellen stehen. - **Kontaktverlust**, wenn KI-Suchergebnisse nur noch Zusammenfassungen liefern, ohne dass Nutzerinnen und Nutzer die Originalquelle aufrufen. Besonders kritisch sind **Sicherheitsrisiken**: Eine [Untersuchung von *Netcraft*](https://www.netcraft.com/blog/large-language-models-are-falling-for-phishing-scams?utm%5Fcontent=407448812&utm%5Fmedium=social&utm%5Fsource=linkedin&hss%5Fchannel=lcp-31758)zeigte, dass 34 Prozent der von KI-Systemen vorgeschlagenen Login-Adressen bekannter Marken nicht zu den Unternehmen selbst gehörten. Das öffnet Tür und Tor für Phishing. Ein Beispiel: Die KI-Suchmaschine Perplexity empfahl eine [gefälschte Wells Fargo Login-Seite](https://www.netcraft.com/blog/large-language-models-are-falling-for-phishing-scams?utm%5Fcontent=407448812&utm%5Fmedium=social&utm%5Fsource=linkedin&hss%5Fchannel=lcp-31758) als erstes Ergebnis – ein Szenario, das sich auf Banken, Versicherungen und Payment-Anbieter übertragen lässt. **Vertrauen kann so in Sekunden verloren gehen.** ## **Markennennungen in der KI-Suche aktiv steuern** Forschungsergebnisse zeigen, dass es klare Einflussfaktoren für Markennennungen gibt. Eine Auswertung von über 300.000 Suchanfragen belegt eine deutliche **Korrelation zwischen Google-Ranking und der Häufigkeit**, mit der **Marken in KI-Antworten genannt** werden. Backlinks oder reine Content-Menge spielen dagegen eine geringere Rolle. **Für Finanzmarken bedeutet das:** Nur wer hochwertige, relevante Inhalte bietet, die klar auf Suchintentionen einzahlen, wird von KI-Systemen korrekt und positiv aufgegriffen. Zudem entsteht ein neuer Aufgabenbereich im Marketing-Controlling: Unternehmen sollten nicht nur Klicks und Reichweite messen, sondern auch **Häufigkeit, Kontext, Aktualität und Tonalität ihrer Markennennungen in KI-Systemen** beobachten. So lässt sich früh erkennen, ob die eigene Marke richtig dargestellt wird oder ob sich Risiken aufbauen. ### **Worauf es jetzt ankommt:** 1. **Monitoring ausbauen:** Regelmäßig prüfen, wie die eigene Marke in KI-Antworten erscheint und ob die Informationen aktuell sind. 2. **Inhalte stärken:** Fachliche Tiefe, klare Werte und konsistente Tonalität fördern positive Nennungen. 3. **Abteilungsübergreifend arbeiten:** Marketing, Kommunikation und IT müssen gemeinsam auf Markenschutz und Informationssicherheit achten. 4. **Proaktiv handeln:** Themenführerschaft übernehmen, bevor KI das Markenbild prägt. Am Ende geht es um mehr als um Sichtbarkeit. **In der Ära der Künstlichen Intelligenz wird Vertrauen algorithmisch vermittelt.** Marken, die diese Mechanik früh verstehen und aktiv steuern, sichern sich nicht nur Reichweite – sondern Glaubwürdigkeit, Kundennähe und Wachstum. Wie sich Erkenntnisse aus aktuellen KI-Suchsystemen in konkrete Maßnahmen für Ihr Unternehmen übersetzen lassen, zeigen wir hier: [https://koschklinkperformance.de/ai-search/](https://koschklinkperformance.de/ai-search/?ref=paymentandbanking.com) – Strategien, Beispiele und Werkzeuge für bessere Sichtbarkeit in KI-Antworten. ### Banker vertrauen lieber Bros statt Fakten URL: https://paymentandbanking.com/banker-vertrauen-lieber-bros-statt-fakten/ Last updated: 2025-12-02T06:11:17.000Z ***Der teuerste Risikofaktor im Banking hat keinen Prozess und keine Kennzahl: Er heißt Bias.*** Wenn man lange genug in Banken (Sparkassen sind mitgemeint) arbeitet, so circa eine Woche, merkt man irgendwann, dass viele Entscheidungen nicht aus Expertise getroffen werden, in flachen Hierarchien oder Strukturen, die so etwas wie Hinterfragen oder Logik ermöglichen. Nein, ganz oft verdanken wir die Entscheidungen einfach nur Annahmen von Menschen mit zu viel ungeprüfter Macht. Es ist bequem, sich vorzustellen, dass Expertise und Daten die Richtung bestimmen. Die Realität ist oft eine andere. ## **Weil der Obermotz recht hat** Authority Bias heißt das, wenn wir der Einschätzung einer hierarchisch höher stehenden Person automatisch mehr Gewicht geben, weniger widersprechen oder mehr Kompetenz zuschreiben. Wie alle Vorannahmen ist auch dieser Bias ein tiefer verankerter Mechanismus und einer, der in der Praxis wenig Sinn ergibt. Die Expert\*innen sitzen oft nicht im Vorstand, sondern viel näher am operativen Tagesgeschäft und es sind ihre Empfehlungen, die uns leiten sollten. In der Praxis ist es aber oft umgekehrt, die Expert\*innen werden zwar in die Vorstandsbesprechungen, Business Unit Reviews und „Innovationszyklen” (Halbwertszeit zehn Jahre) eingeladen – eine liebgewonnene Tradition, der man am liebsten entkommt – und müssen dort Rede und Antwort stehen, oft für Entscheidungen, die sie selbst so nicht getroffen oder zu verantworten haben. Entschieden wird dann aber selten danach, was das beste fürs Unternehmen ist, sondern danach, was das beste für die eigene Karriere ist. Oder, wer der lauteste ist, das größte Ego, oder die meiste Macht hat. Natürlich ist das kein reines Problem in Banken, sondern in so ziemlich allen Unternehmen und Organisationen. Eine Führungskraft, vielleicht sogar ein Vorstandsmitglied, mit fancy Titel entscheidet etwas, das Störgefühl im Raum ist spürbar, aber außer ein paar wissenden Blicken passiert nicht viel. Entweder, weil kritische Rückfragen in der Vergangenheit zu negativen Konsequenzen für die Fragenden geführt haben oder eben jene befürchtet werden, oder weil wir wirklich geblendet sind von tollen Titeln oder beeindruckenden Stationen im Lebenslauf. Überall neigen wir dazu, Aussagen von Personen mit mehr Status oder Macht automatisch als verlässlicher einzustufen. Das passiert selbst dann, wenn ihre Einschätzung nicht besonders gut begründet ist oder sogar den vorliegenden Daten widerspricht: Wir tendieren dazu, ihre [Einschätzung zu übernehmen, ohne sie zu überprüfen](https://www.researchgate.net/publication/378431072%5FUnderstanding%5Fand%5FMitigating%5FAuthority%5FBias%5Fin%5FBusiness%5Fand%5FBeyond?ref=paymentandbanking.com). In Banken ist das hochrelevant, weil Risikoentscheidungen, Kreditvergaben oder Innovationsprojekte oft genau unter diesen Bedingungen stattfinden. Wenn Teams zentrale Weichenstellungen eher am Status der sprechenden Person ausrichten als an inhaltlicher Qualität, kann nicht das beste Ergebnis entstehen. Sehr selten ist „the most senior person in the room” auch die geeignetste, um Entscheidungen im Alleingang zu treffen. Ein Beispiel: Schauen wir ein großes Finanzinstitut, das bereits, wie soll ich sagen, in den zweifelhaften Genuss von unliebsamer Aufmerksamkeit der Finanzaufsicht gekommen war, entschied der Vorstandsvorsitzende entgegen der Empfehlung der Expert\*innen aus insgesamt 8 (in Worten: ACHT!) Abteilungen, inklusive Recht, Compliance, Betrugsprävention, Operative, Account Management und viele mehr, einen neuen Kunden anzunehmen, der so sehr nach Geldwäsche stank, dass man aus Gründen der Vergiftungsgefahr eigentlich zwei Wochen in halb Deutschland nicht mehr hätte lüften dürfen. Das Ergebnis war noch mehr Ärger mit der Bafin und eine Strafzahlung in einer Höhe, die ich hier nicht nennen kann, ohne dass alle wissen, um welches Institut es geht und ich mag zum Ende des Jahres wirklich nicht noch eine Unterlassungserklärung am Hals haben für belegte Fakten (entsprechende Nachweise wurden von Mitarbeitenden geteilt und liegen mir vor). ## **Group Think: Das Geräusch, das entsteht, wenn niemand widerspricht** Harmoniebedürfnis, das vermeintliche Versprechen und die vermeintliche Anforderung von Geschwindigkeit, und das Gefühl, dass Widerspruch anstrengend und riskant sei – das sind ein paar der Wurzeln hinter diesem Bias, der dazu führt, dass gerade in Banken, in denen Prozesse bekanntlich eng getaktet, Verantwortlichkeiten klar verteilt und Aufstiegschancen begrenzt sind, eine schlechtere Entscheidung getroffen wird, weil Personen ihre Meinung an die erwartete Gruppenmeinung anpassen. Das berühmteste Beispiel hierfür, zweifelsohne: Lehman Brothers, bekannt für ihren weltweiten Hit: Der Zusammenbruch von Lehman Brothers. Mehrere Ebenen der Organisation ignorierten über Jahre hinweg kritische Warnsignale, obwohl sie vor ihnen lagen. Das Management baute trotz wachsender Risiken weiter hochriskante Hypothekenprodukte auf und füllte die Bilanz mit immer mehr verbrieften Subprime-Papieren, weil der interne Konsens war, dass diese Strategie das Geschäftsmodell trug. Selbst als der Markt zu kippen begann, glaubten Führungskräfte weiterhin daran, dass Lehman „too big to fail“ sei und der Staat im Zweifel einspringen würde. Interne Kritik spielte kaum eine Rolle: Statt Risiken zu reduzieren, erhöhte Lehman seine Bilanzrisiken sogar weiter, weil alle maßgeblichen [Entscheidungsträger denselben Überzeugungen](https://www.investopedia.com/articles/economics/09/lehman-brothers-collapse.asp?ref=paymentandbanking.com) folgten. Diese geschlossene Denkblase aus Überschätzung, Erfolgsnarrativen und gegenseitiger Bestätigung ist genau das Muster, das zum Zusammenbruch führte – nicht nur toxische Assets. ## **Confirmation Bias: Ich mach mir die Welt, widdewidde wie sie mir gefällt** Ich blende aus, was nicht zu meinem Weltbild, meiner Entscheidung, meinem Plan passt und rosinenpicke mir nur die Daten und Fakten, die das belegen, was ich belegt haben möchte. Ein Blick hinter die Tresortür in Deutschland, Mitarbeitendenumfrage 2024: „Unsere Umfrage hat ergeben, dass 80 Prozent der Mitarbeitenden keine sexuellen Übergriffe erlebt haben und über 90 Prozent unserer Mitarbeitenden keinen Rassismus erfahren haben, wie toll sind wir denn bitte?” Hier zählt das eigene Selbstbild mehr als die Fakten. Fakt: Wenn dein Unternehmen vorwiegend *weiße* Menschen beschäftigt, denen keine Migrationsgeschichte zugeschrieben wird, wird die Mehrheit keinen Rassismus erlebt haben. Doch knapp 10 Prozent der Antworten in der Umfrage, die eine andere Erfahrung gemacht haben, zeigen, wo der Fokus eigentlich liegen sollte. Spoiler: Nicht auf den 90 Prozent. Mitarbeitende interessieren nicht? Kein Problem, ich hab noch einen weiteren Fall, vielleicht hat der ein oder die andere in Deutschland schon mal davon gehört: Wirecard. Der kollektive Glaube an den vermeintlichen deutschen Tech Champion führte zu einem Klima, in dem [Kritik systematisch verdrängt ](https://paymentandbanking.com/content/files/www-tapestrynetworks-com/wp-content/uploads/2024/03/eacln-viewpoints-wirecard.pdf)wurde. Auch die Bafin agierte unter verzerrten Annahmen: „Made in Germany“ als Qualitätssiegel auch im Finanzsektor, die Bafin sieht sich als besonders strenge Aufsicht, was schnell zu der Annahme führte, dass große Probleme hier schlicht nicht vorkommen können. Und so führt ein Bias zum anderen: Confirmation Bias zu [Home Country Bias](https://paymentandbanking.com/content/files/leap-luiss-it/wp-content/uploads/2022/09/wp5-21-the-wirecard-scandal-and-the-role-of-bafin.pdf): Nationale Aufseher schützen ihre eigenen Champions eher, als sie kritisch zu prüfen und wirtschaftliche Interessen werden wichtiger als Marktintegrität oder Anlegerschutz (aka: eine Aufsicht verliert ihre Neutralität). In diesem Fall geradezu lehrbuchhaft: eine Behörde, die so sehr an das eigene System glaubte, dass sie die Risiken vor der eigenen Tür jahrelang nicht sehen wollte, obwohl es bereits seit 2008 etliche Hinweise auf Marktmanipulation und Falschbilanzierung gab. ## **Algorithmic Bias: Dann lass es doch die Technik richten…ups** Liebe KI, bitte rette uns vor unserem eigenen Bias, unseren Vorannahmen und gib uns neutrale und faire Entscheidungen und Prozesse. Dafür füttern wir dich mit…naja, historischen Daten, die unsere eigenen Vorannahmen schon hardcodiert enthalten, und bauen damit weiter [Verzerrungen ins System](https://link.springer.com/article/10.1007/s43681-022-00236-7?ref=paymentandbanking.com). Klar übernimmst du dann soziale Ungleichheit und führst diese systematisch fort. Wenn bestimmte Gruppen in der Vergangenheit weniger Zugang zu Krediten hatten, taucht diese Geschichte später als Risikoprofil in Modellen wieder auf. Weil Daten selten erklären, *warum* eine Entscheidung getroffen wurde, sondern nur wiederholen, *dass* sie getroffen wurde. Algorithmische Entscheidungen sind nicht neutral, sie sind Ausdruck vergangener Entscheidungen. ## **Gender Bias: Wenn er selbstbewusst gilt und sie „emotional“** Ich mach’s kurz: der steckt überall drin: Bewertung Beförderung, Kreditvergabe 1. In experimentellen Bewertungen wurde eine fiktive „Stephanie“ trotz identischer Leistung [schlechter beurteilt als ihr männliches Gegenstück](https://www.lse.ac.uk/news/gender-bias-distorts-performance-assessment-in-financial-services?ref=paymentandbanking.com) „Stephen“.[ ](https://www.lse.ac.uk/news/gender-bias-distorts-performance-assessment-in-financial-services?utm%5Fsource=chatgpt.com) 2. Die EZB hat ermittelt, wie geschlechtsspezifische Vorannahmen den Zugang zu Finanzmitteln beeinflussen: Frauen erhielten zum Beispiel unter sonst gleichen Bedingungen [seltener Kredit](https://paymentandbanking.com/content/files/www-ecb-europa-eu/pub/scpwps/ecbwp1822-en.pdf). 3. Wer zuletzt lacht….ach nein, lustig sein sollten wir besser nicht sein. Denn auch hier werden humorvolle Männer als funktionaler und weniger störend bewertet, während humorvolle Frauen genau das Gegenteil erfahren: Sie werden eher als[ weniger ernst, weniger führungsfähig ](https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30730166/?ref=paymentandbanking.com)eingestuft. Frauen im mittleren Management und höher, die Witze machen, werden als [albern wahrgenommen](https://www.futurity.org/gender-status-humor-at-work-2713262-2/?ref=paymentandbanking.com), witzelnde Männer als sympathisch und souverän. Humor, oft wichtig, um Verbindungen zu schaffen, wird hier zu einer zusätzlichen Hürde. Das alles sind keine Einzelfälle oder die letzten Vorannahmen in wenigen, verstaubten Gehirnen von Bankern, sondern ein strukturelles Problem, das zu Fehlentscheidungen führt. Das Unpraktische an Vorannahmen ist, dass sie meist so tief sitzen, dass sie uns gar nicht mehr auffallen. Und da reicht keine freiwillige Unconscious-Bias-Schulung, die alle fünf Jahre stattfindet. Banken brauchen Entscheidungsarchitekturen, die Widerspruch fordern und erlauben. Sie brauchen Teams, die nicht alle denselben Hintergrund haben, aus denselben Lebensrealitäten kommen. Sie brauchen Datenprüfungen, die auch auf gesellschaftliche Konsequenzen und Fairness achten. Und allermeisten brauchen sie eine Führung, die Status nicht dauernd mit Kompetenz IN ALLEN BEREICHEN verwechselt. Es geht darum, wahrnehmungsfähiger zu werden, denn Bias verschwindet nicht, aber er lässt sich im Zaum halten. Und wenn Banken wirklich innovativ sein wollen, dann sollten sie genau dort hinschauen. Weitere [Kolumnen](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) von [Alex Gessner](https://www.linkedin.com/in/alex-gessner/?ref=paymentandbanking.com) ### FiDA als Gamechanger: Warum Open Finance jetzt ernst wird URL: https://paymentandbanking.com/fida-als-gamechanger-warum-open-finance-jetzt-ernst-wird/ Last updated: 2025-12-02T06:19:47.000Z DigiFin, Live-Bühne, Mikro an, Publikum vor Ort und mittendrin eine Frage, die vielen Banken und Versicherungen gerade Bauchschmerzen macht: Was passiert, wenn Kund:innen wirklich Zugriff auf ihre Finanzdaten bekommen? Genau darüber sprechen wir in einer Live-Podcast-Aufnahme von „3×3=10“ mit André Rabenstein, CEO von wealthAPI und Rentablo, und den Hosts Julian Prüfer und Marvin Vortkamp. Im Mittelpunkt: FiDA (Financial Data Access). Also die EU-Regulierung, die aus Datenhoheit auf Institutsebene echte Datenhoheit auf Kundenseite machen soll. In gut 70 Minuten geht es um sehr viel mehr als Paragrafen: um Angst, Chancen, Kultur, Kooperation – und die ganz praktische Frage, ob FIDA eher Bedrohung oder Rettungsring für etablierte Player ist. ## **Von „Das kommt doch eh nicht“ zu „Wir müssen jetzt liefern“** Wer sich in den letzten Monaten auf LinkedIn, Konferenzen oder in internen Runden umgehört hat, kennt die Spannbreite: Auf der einen Seite Skepsis und Abwehr: FIDA sei teuer, bringe „nur Aufwand“ und werde von Kund:innen ohnehin nicht genutzt. Auf der anderen Seite eine wachsende Zahl von Stimmen, die FIDA als echte Chance sehen, gerade in einem Markt, in dem Vermögen in wenigen Klicks zu Neobanken, Neo-Brokern und spezialisierten Plattformen abwandern kann. André erzählt im Podcast eine Szene, die das sehr gut einfängt: Ein Vorstand sagt sinngemäß: „Das erlaube ich meinen Kunden nicht.“ Seine Antwort: „Das entscheiden nicht mehr Sie.“ Genau da setzt FIDA an: Weg vom Denken in „unseren“ Daten, hin zu Kund:innen, die selbst bestimmen, wer was sehen und nutzen darf und welche Mehrwerte sie dafür erwarten. ## **FIDA im 3×3=10-Schema: Wenn 3 Ebenen und 3 Rollen zusammenspielen** Im Podcast ordnen wir FiDA in unser 3×3=10-Schema ein, also drei Ebenen mal drei Rollen, die zusammen mehr ergeben als die Summe der Teile: - Auf der Regulatorik-Ebene definiert FiDA, wie Datenportabilität im Finanzbereich in Europa aussehen soll. - Auf der IT-Ebene geht es um APIs, Middleware, Standards und darum, wie Legacy-Landschaften überhaupt FiDA-ready werden. - Auf der Business-Ebene wird entschieden, welche Use Cases wirklich gebaut werden: von Open-Finance-Copiloten bis hin zu neuen Beratungs- und Self-Service-Modellen. Dem gegenüber stehen drei Rollen: - der Data Owner, also die Kundin oder der Kunde, dem die Daten gehören, - der Data Holder, Bank, Versicherer oder Plattform, die die Daten heute halten, - und der Data User, der Dritte, der über FIDA-Schnittstellen auf Daten zugreifen darf, z. B. FinTech, Berater oder Partnerbank. Wenn diese 3 Ebenen und 3 Rollen sauber zusammenspielen, dann wird aus 3 x 3 eben nicht 9, sondern, ganz im Sinne unseres Podcastnamens, 3×3=10: es entsteht ein echter Mehrwert, den keine Seite allein hinbekommt. ## **Konkrete Use Cases: Von Vertragsordnern zu digitalen Finanz-Copilots** Spannend wird FIDA immer dann, wenn man es runterbricht: weg von Verordnungen, hin zu Situationen, die jede:r kennt. Im Gespräch mit André geht es deshalb nicht abstrakt um „Daten“, sondern um konkrete Bilder: Kund:innen, die heute noch mit einem versprengten Mix aus Depots, Konten, Krypto-Wallets und Versicherungen leben – und spätestens dann den Überblick verlieren, wenn Excel zur einzigen Steuerungszentrale wird. Berater:innen, die händisch WPHG-Fragebögen durchgehen, obwohl das tatsächliche Risikoverhalten längst im Depot sichtbar wäre. Versicherungsordner, die ein Makler mühsam durchblättert, obwohl dieselben Informationen strukturiert und in Echtzeit vorliegen könnten. Genau hier setzen die Use Cases an, die wir in der Folge anreißen: - Vertrags- und Finanzmanager, die alle relevanten Daten zusammenführen – von Konten über Depots bis hin zu Versicherungen und Sachwerten. - Portfolio-Health-Checks, die auf Knopfdruck zeigen, wie gut ein Depot diversifiziert ist, wo Klumpenrisiken liegen und welche Alternativen sich anbieten. - KI-gestützte Empfehlungen, die nicht nur Produkte ausspucken, sondern Portfolios laufend überwachen und individuell Vorschläge machen – inkl. Nachhaltigkeitsfokus oder Risikoappetit. - Berater-Copiloten, die im Hintergrund Daten einsammeln und auswerten, während der Mensch sich auf das Gespräch, die Beziehung und die wirklich wichtigen Fragen konzentriert. All das funktioniert schon heute in Teilen – FIDA macht es nicht nur rechtssicherer, sondern skalierbar. ## **Kooperation statt „Wir entwickeln alles selbst“** Ein weiterer roter Faden im Gespräch: **Kooperation ist kein Nice-to-have, sondern Überlebensstrategie.** wealthAPI fokussiert sich zum Beispiel stark auf Vermögens- und FIDA-Daten, andere Player liefern PSD2-Daten, Brokerage-Integration oder steuerliche Use Cases. Die Idee „Wir bauen alles selbst“ klingt auf dem Papier vielleicht verlockend, prallt aber in der Realität schnell an Budgets, Kapazitäten und Geschwindigkeitsanforderungen ab. Im Podcast sprechen wir darüber, wie: - spezialisierte Middleware-Lösungen Institute FIDA-ready machen, - regulierte Dritte als „Regulatory Shield“ fungieren können, - und warum es oft sinnvoller ist, die eigenen Teams auf Kundenzugang, Marke und Beratung zu konzentrieren, statt das x-te Datenmapping in Eigenregie zu stemmen. Kooperation heißt in diesem Kontext nicht Kontrollverlust, sondern Beschleunigung. Wer Datenhoheit ernst nimmt, muss Kund:innen einen sichtbaren Mehrwert bieten. Und der entsteht nun mal selten im Alleingang. ## **Warum es sich lohnt, die Folge komplett zu hören** Diese Live-Folge ist keine trockene Vorlesung über EU-Regulierung, sondern ein ziemlich lebendiges Gespräch mit vielen Einblicken aus der Praxis: - Wie sich das Stimmungsbild zu FIDA in der Branche verändert hat. - Warum Angst vor Transparenz häufig größer ist als die tatsächlichen Risiken. - Wie wealthAPI aus einem B2C-Vertragsmanager heraus entstanden ist – und heute als Infrastruktur für andere arbeitet. - Welche Rolle KI und Gamification in der Vermögensbegleitung spielen können. - Und warum Kultur, Mut und Fehlerfreundlichkeit mindestens genauso wichtig sind wie Technik und Paragrafen. Wenn du dich mit **Open Finance, FiDA, Datenstrategien, Banking oder Versicherungen** beschäftigst oder einfach verstehen willst, warum gerade so viele über Financial Data Access sprechen, dann nimm dir die Zeit für die komplette Folge. ### Wie das Berliner Fintech Anytax Embedded Tax automatisiert URL: https://paymentandbanking.com/wie-das-berliner-fintech-anytax-embedded-tax-automatisiert/ Last updated: 2026-05-12T00:01:30.000Z ***Im Podcast erklärt Co-Founder Moritz Kuder, wie Embedded Tax Privatpersonen, Unternehmen und Plattformen Zeit und Aufwand spart.*** In der neuen Folge von *Payment & Banking* spricht Host **Kevin Hackl** mit **Moritz Kuder**, Co-Founder von **Anytax** – einem neuen *Embedded Tax* Player aus Berlin. Anytax hat gerade 1m Pre-Seed Funding greaised. Moritz erzählt nun, was das junge Unternehmen vorhat. Wir sprechen über Anytax Ansatz, unterschiedliche Steuerarten automatisiert auf Basis von Transaktionsdaten aufzubereiten. Noch immer verlieren Privatpersonen und Unternehmen zu viel Zeit wegen manueller Prozesse. Wie das Geschäftsmodell zwischen Retail, Unternehmenskunden und Plattform-Integrationen funktioniert, beleuchten wir im Detail. Ob Banken oder Kanzleien, Anytax verfolgt bewusst einen breiten Go-To-Market-Approach. Warum Market-Readiness entscheidend ist, welche erste Pilotkunden bereits an Bord sind und welche Marktthesen Moritz, der schon mal in den USA gegründet hat, mit Anytax verfolgt, erfahrt ihr im Podcast. Hört rein und macht Euch ein Bild davon, wie Moritz mit seinem Team und frischem Funding die nächsten Monate wachsen möchte – viel Spaß! ### PEX in the Jungle 2026: Warum du jetzt dein Ticket sichern solltest URL: https://paymentandbanking.com/pex-in-the-jungle-2026-warum-warum-du-jetzt-dein-ticket-sichern-solltest/ Last updated: 2025-11-27T07:33:32.000Z ***Die Payment-Welt wird wilder, dichter und unberechenbarer – genau deshalb lädt die Payment Exchange am 10\. & 11\. März 2026 zur Expedition durch den Payment-Dschungel. Und Achtung: Der Super Early Bird endet am 30\. November.*** ## **PEX in the Jungle – Eine Expedition in die Zukunft des Payments** Der Zahlungsverkehr gleicht längst keinem geordneten Pfad mehr – er ist ein Dschungel voller neuer Arten, unvorhersehbarer Bewegungen und verschlungener Wege. Zwischen Regulation, Technologie, Commerce und Kundenerwartungen wächst ein Ökosystem, das sich schneller entwickelt, als viele es überblicken können. Genau hier setzt die Payment Exchange 2026 an. Am 10\. & 11\. März 2026 versammelt sich im Tipi am Kanzleramt in Berlin wieder die Community aus Händler:innen, Banken, Fintechs, PSPs und Regulierung, um gemeinsam Orientierung zu gewinnen: Was verändert das Ökosystem wirklich? Welche Entwicklungen tragen, welche werden zurückgelassen? Und wie navigiert man sicher durch die wuchernden Trends des kommenden Jahres? Die PEX bleibt dabei, was sie seit Jahren auszeichnet: nahbar, kritisch, dynamisch – und voller echter Begegnungen, die Wirkung hinterlassen. ## **Die Themen 2026 – Expedition in die entscheidenden Bewegungen des Zahlungsverkehrs** Der Dschungel ist dichter geworden. Und die Themen dieser PEX greifen genau dort hinein. Hier ein kleiner Auszug: **Agentic Commerce: Wenn KI selbst einkauft** Autonome Systeme übernehmen Recherche, Vergleich und Checkout. Was bedeutet das für Händler, Plattformen und Payment-Provider, wenn der Mensch nicht mehr der Käufer ist, sondern die Maschine? **Hyper-Personalisierung & Konsumtrends 2026** Die Kundenerwartungen wandeln sich rasant: personalisiert, friktionsfrei, vertrauensbasiert. Und Loyalität wird seltener – aber wertvoller. **Payment-Lösungen der Zukunft – von Stablecoins bis European Wallets** Europa ringt um Souveränität, BigTech dominiert das Frontend, und neue Modelle entstehen. Welche Rolle spielen der digitale Euro, Wero oder Wallets wirklich im Alltag der Verbraucher:innen und Händler? **Acquiring & Open Banking – Die Neuordnung des Zahlungsverkehrs** Embedded Finance, SoftPOS, Plattformstrukturen: Wer behauptet sich, wer verliert im Wettbewerb? Und wann wird Open Banking endlich vom Versprechen zum Produkt? **Payment als Treiber für Marketing & Loyalty** Zahlungen sind längst zu Kontaktpunkten geworden, an denen Markenbindung entsteht. Wie sieht Loyalty 2026 aus – und wer gestaltet sie? Diese Themen sind keine Trampelpfade, sondern die entscheidenden Linien, die die Branche in die Zukunft führen. [Zum kompletten Programm](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com) ## **Super Early Bird nur bis 30\. November – jetzt wird’s ernst** Für alle, die bei der PEX regelmäßig dabei sind, gilt: Wer früh bucht, schlägt sich günstiger durchs Dickicht. Der Super Early Bird läuft nur noch bis **30\. November** – danach steigen die Ticketpreise. Händler:innen können sich wie immer das stark vergünstigte Ticket sichern (ab 299 €). Dienstleister:innen profitieren jetzt vom günstigsten Zugang – bevor es teurer wird und die Nachfrage weiter steigt. ## **Unsere Sponsoren – und dein Weg ins Ökosystem** Die ersten Wegbereiter stehen schon fest:Pair Finance (Platin), Senacor (Gold) sowie Unzer, TSYS und SAP Fioneer (Silber). Jede dieser Marken hat ihre Spuren im Payment-Dschungel hinterlassen und nutzt die PEX, um sichtbar zu bleiben, Gespräche zu führen und die Community aktiv mitzugestalten. Die PEX lebt von starken Partnern, die den Mut haben, neue Wege zu gehen. Wenn du dein Unternehmen authentisch im Herzen der Payment-Community platzieren möchtest – nahbar, relevant, wirksam – dann werde Teil dieser Expedition. Ob Präsenz im Camp, Panel-Slot oder Content-Verlängerung: Wir schaffen Räume, die deine Marke sichtbar machen. Fazit – Der Payment-Dschungel wartet. Und er wird 2026 nicht einfacher. Die Payment Exchange 2026 ist mehr als ein Event – sie ist ein Orientierungspunkt in einem Ökosystem, das sich schneller entwickelt als jede Roadmap. Wer die Entwicklungen von morgen verstehen und mitgestalten will, sollte sich den 10\. & 11\. März im Kalender markieren. **Und vor allem: Den Super Early Bird nicht verpassen.** [Jetzt noch schnell Ticket sichern. Nur bis 30\. November.](https://vivenu.com/event/pex-in-the-jungle-q7fam2?ref=paymentandbanking.com) ### Das neue Vertrauen entsteht digital: Wo Finanzdienstleister umdenken müssen URL: https://paymentandbanking.com/das-neue-vertrauen-entsteht-digital-wo-finanzdienstleister-umdenken-muessen/ Last updated: 2025-11-26T20:42:33.000Z **Digitale Erlebnisse entscheiden über Akquiseerfolg, Kundentreue und über die Neuausrichtung des Bankings** ## **Vom Filialfokus zur digitalen Exzellenz** *Online-Banking und Bankgeschäfte via App sind in den letzten Jahren zum zentralen Berührungspunkt zwischen einer Bank und ihren Kund:innen geworden. Ob Kontoeröffnung, Überweisung oder Kreditabschluss:* [*Fast die Hälfte der Verbraucher:innen gibt an*](https://www.bitkom.org/Presse/Presseinformation/Online-Banking-auf-Hoechststand-Bankfilialen-unter-Druck?ref=paymentandbanking.com#%5F)*, keine Bankfiliale mehr zu benötigen. Umdenken ist angesagt. Wie schaffen Banken digitale Services, die sich so intuitiv anfühlen wie ein Online-Shop?* Klassische Differenzierungsmerkmale wie das Filialnetz verlieren mehr und mehr an Bedeutung, während die Wechselbereitschaft der Kundschaft zunimmt. Die Zukunft entscheidet sich an der digitalen Schnittstelle. Dieser Wandel setzt die Branche unter Transformationsdruck, getrieben von neuen Wettbewerbern wie Fintechs und Plattformanbietern, die Standards für intuitive, kundenorientierte Services setzen und die digitale Kundenerfahrung stetig optimieren. In diesem Kontext kämpfen vor allem etablierte Anbieter darum, mit neuen digitalen Angeboten und Online-Banking-Finessen mithalten zu können. Ein Risiko, entscheidet doch das digitale Erlebnis bei Nutzung von Online-Banking oder Banking-App auch über Vertrauen und Loyalität der Kund:innen und damit über die Wettbewerbsfähigkeit der Banken. Geschwindigkeit, Einfachheit und Orientierung zählen heute häufig mehr als so manches Markenversprechen. ## **User Experience als Erfolgsfaktor für Vertrauen und Loyalität** Der Bereich E-Commerce zeigt, was auch im Banking von essenzieller Bedeutung ist: intuitive Nutzerführung, klare Kommunikation und Einfachheit. Transformation durch User Experience, heißt hier das Stichwort: Um Neukundengewinnung, Banking-Services, und Vertrieb auf ein neues Level zu heben, gibt es für viele Finanzdienstleister noch Handlungsbedarf, um den Anforderungen ihrer Zielgruppen wirkungsvoll zu begegnen. Eine positive Nutzererfahrung ist einer der zentralen Erfolgsfaktoren im digitalen Banking. Sie entscheidet nicht nur darüber, ob Kund:innen eine App gern verwenden, sondern auch darüber, ob sie einer Bank langfristig Vertrauen schenken. Menschen erinnern sich weniger an einzelne Funktionen, dafür jedoch sehr genau daran, wie sich ein Vorgang angefühlt hat: leicht oder mühsam, klar oder verwirrend, verlässlich oder wacklig. Gerade in einem Bereich, in dem es um sensible Daten und finanzielle Entscheidungen geht, prägt diese emotionale Wahrnehmung das Vertrauen in die Marke. Nur wer die wiederkehrenden Bruchstellen entlang der Nutzererfahrung kennt, kann aus Stolpersteinen ein positives digitales Erlebnis kreieren. ## **Onboarding, Sicherheit und Barrierefreiheit: Schlüssel zur digitalen Kundenbindung** [![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digitales-experience-playbook.jpg)](https://www.diva-e.com/de/insights/downloads/financial-services-guide/?utm%5Fsource=dienstleister&utm%5Fmedium=organic&utm%5Fcampaign=2025%5FT3%5FRedefiningFinancialServices%5FGuide%5FPaymentBanking) Ein besonders prägender Moment ist der Einstieg in die digitale Beziehung, das Onboarding. Wenn Nutzer:innen hier schnell einen Mehrwert erleben, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie dauerhaft aktiv bleiben. Lange Legitimationsprozesse oder unklare Abläufe führen dagegen oft zum Abbruch, bevor überhaupt eine Kundenbeziehung entsteht. Ebenso entscheidend ist das Thema Sicherheit: Verfahren sollten Vertrauen schaffen, ohne den Ablauf unnötig zu verkomplizieren. Biometrische Authentifizierung oder integrierte Freigaben können Sicherheit spürbar, aber weniger aufwändig gestalten. Darüber hinaus spielen Orientierung und Transparenz eine zentrale Rolle. Wenn sich Nutzer:innen in der App jederzeit zurechtfinden und verstehen, wo sie sich im Prozess befinden, entsteht ein Gefühl von Kontrolle statt Unsicherheit. Auch kleine, kontextbezogene Hinweise können hier helfen: Wenn eine App Nutzer:innen nachvollziehbar durch Vorgänge begleitet, fühlen sich diese ernst genommen, nicht bevormundet. Ein weiterer Aspekt mit wachsender Bedeutung ist die Barrierefreiheit. Digitale Angebote sollten so gestaltet sein, dass alle Menschen – unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen – sie problemlos nutzen können. Das ist nicht nur gesetzlich gefordert, sondern auch betriebswirtschaftlich sinnvoll, weil ein inklusives Design Reichweite und Akzeptanz erhöht. ## **Zwischen Technologie und Emotion: Wie User Experience den Unterschied macht** Insgesamt zeigt sich: Eine gute User Experience ist weit mehr als ein Komfortmerkmal. Sie beeinflusst maßgeblich die Neukundenakquise, stärkt die Kundenbindung und verbessert Abschlussraten. Die Zukunft der digitalen Angebote entscheidet sich an der Schnittstelle zwischen Technologie und Emotion. Finanzdienstleister müssen also ihre digitale Infrastruktur mit relevanten Informationen, klarer Sprache und nahtlosen Prozessen so gestalten, dass sie Erlebnisse schafft. Der Wechsel von reaktiver zu proaktiver Kommunikation, von starren Formularen zu „Guided Journeys“, ist keine Kür, sondern gewissermaßen Überlebensstrategie. Tipp: Ein strukturierter „Potenzial-Check“ hilft, digitale Services entlang von verschiedenen Kriterien wie Nutzerführung, Prozessabfolgen und Vertrieb zu bewerten und messbar, nachvollziehbar sowie umsetzungsorientiert zu verbessern. Wer digitale Erlebnisse konsequent aus Kundensicht gestaltet, schafft nicht nur funktionale, sondern auch emotionale Bindung. Vertrauen entsteht nicht mehr nur in Schalterhallen und persönlichen Gesprächen, sondern in hohem Maße in Apps und Browsern. Digitale Einfachheit, Transparenz und Sicherheit verbinden die Onlineabwicklung von Finanzgeschäften zu einem ganzheitlichen Erlebnis und lassen Online-Banking und Apps sich nicht länger nur als Verwaltungsplattform verstehen. ### Was die Bafin-Klatsche für C24 bedeutet URL: https://paymentandbanking.com/was-die-bafin-klatsche-fuer-c24-bedeutet/ Last updated: 2026-04-29T12:25:58.000Z *Die Finanzaufsicht greift bei der Bank von Check24 hart durch – schon wieder. Der Fall zeigt exemplarisch, wie lax viele Fintechs mit dem Thema Geldwäsche umgehen und wirft eine wichtige Frage auf.* Die C24 Bank hat sich eine heftige Schelte von der Finanzaufsicht Bafin eingefangen. Wie die Behörde am späten Montag mitteilte, ordnet sie diverse Maßnahmen gegen die in Frankfurt ansässige Bank an und die haben es in sich. Nicht nur muss die Bank gleich mehrere Mängel beseitigen. Sie bekommt auch noch einen Sonderbeauftragten ins Haus geschickt, der das Ganze überwachen soll. Und dann muss die Bank auch noch die Eigenmittel erhöhen. Das ist das ganz große Besteck der Bafin. Hintergrund dieser durchaus weitreichenden Maßnahmen sind Befunde, die in der Frankfurter Zentrale der C24 Bank für Kopfschmerzen sorgen dürften. Denn die Bafin hat nach eigenen Angaben nicht nur Kleinigkeiten anzumerken, sondern „gravierende Mängel insbesondere in der Geldwäscheprävention” festgestellt. Das Fintech, das auf der Webseite noch mit „Deutschlands bestem Girokonto” wirbt, hat demnach unter anderem Probleme mit betrügerisch genutzten Konten und den damit zusammenhängenden Auskunftspflichten. Für Laien übersetzt: Da hat eine Bank offenbar nicht richtig gecheckt, wer da bei ihr Konten eröffnet und das dann auch zu spät gemeldet. ## **Das ist ein Rückschlag für die Bank von Check24** Einst mit der Vision gestartet, ein „besonders komfortables und sicheres Banking zu ermöglichen”, wird sich die C24-Bank künftig vor allem mit dem Brot-und-Butter-Geschäft des Bankins beschäftigen: Compliance. Damit dürfte auch das langfristige Ziel von einer Million Kunden vorerst keine Priorität mehr haben. Bisher angemeldet sind laut C24 sowieso mehr als 250.000 Kunden, womit das Fintech trotzdem weit hinter Platzhirschen wie N26, Revolut oder Direktbanken wie der DKB und der ING liegt. Neobroker Trade Republic schaffte es darüber hinaus in kürzester Zeit, zwei Millionen Kundinnen und Kunden für seine Bezahlkarte zu begeistern. Auch da hängt C24 offenbar hinterher. C24 sagte auf Anfrage: „Infolge von Anfang 2025 festgestellten Rückständen in der Bearbeitung von Verdachtsmeldungen wurde der gesamte AML-Bereich der C24 Bank neu aufgestellt. Die Maßnahmen sind teilweise bereits umgesetzt. Das Mandat des Sonderbeauftragten ist lediglich auf die Überprüfung der Umsetzung der angeordneten Maßnahmen beschränkt.” Der Fall zeigt allerdings nicht nur die offensichtlichen Schwächen bei der Geldwäscheprävention von C24, sondern steht auch exemplarisch dafür, dass die deutschen Fintechs offenbar nicht aus den Fehlern der anderen lernen. Denn bereits in der Vergangenheit hatten andere namhafte Branchenvertreter sich mit der Bafin herumschlagen müssen – und fast immer ging es um Geldwäscheprävention. Der wohl prominenteste Fall bisher war der von N26\. Das Fintech der Gründer Maximilian Tayenthal und Valentin Stalf hatte sich schon 2021 eine „Maßnahme” der Bafin eingefangen und auch damals ging es um „Geldwäscheprävention”. Bei der hatte N26 offenbar so heftig geschlampt, dass die Finanzaufsicht dem Berliner Fintech nicht nur einen Sonderbeauftragten, sondern gleich auch einen Neukundendeckel verpasste, der das Fintech bei seinen Expansionsvorstellungen zurückwarf. Erst Mitte 2024 wurde das Fintech die Wachstumsbeschränkungen los. ## **Erst N26, dann Solaris: Die Bafin greift immer häufiger durch** Weniger öffentlichkeitswirksam, dafür deutlich dramatischer: Die Geschichte von Solaris. Einst als großer Hoffnungsträger gestartet, handelte sich das Start-up im März 2024 mal wieder eine Bafin-Strafe ein. Der Grund, na klar: Mangel in der Geldwäscheprävention. Solaris zahlte daraufhin 6,5 Millionen Euro, im Mai 2025 ging es noch einmal um 500.000 Euro. Zwischenzeitlich musste das Fintech dann auch noch ums Überleben kämpfen. Denn nach mehrfacher Bafin-Klatsche und Abschreibungsdramen stand das Start-up zwischenzeitlich vor dem Aus und wurde nur durch eine neue Finanzierungsspritze aus Japan gerettet, die sich die Retter vergolden ließen, [wie Payment & Banking exklusiv berichtete](https://paymentandbanking.com/exklusiv-rettung-solaris-details-exit-sbi-mitarbeiter/). Dass mit C24 nun schon das dritte Fintech mit den gleichen Problemen auffällt, zeigt derweil zweierlei: Zum einen ist die Phase, in der die Bafin für viele Fintechs lästig, aber eigentlich egal war, definitiv vorbei. Das bekräftigen auch Vorstände anderer Fintechs in Gesprächen, in denen sie die Bafin plötzlich einen bedeutenden Stakeholder nennen. Zum anderen zeigt es, dass die Fintechs offenbar die immer gleichen Fehler machen und das in einem vergleichsweise langweiligen, einfachen Bereich. Denn Geldwäscheprävention ist dank moderner, automatischer Systeme wie auch Künstlicher Intelligenz keinesfalls die Kür, sondern die Pflicht für eine Bank. Das mag bei einer starken Wachstumsstory zwar nicht immer oberste Priorität gehabt haben, sollte es in Zukunft aber haben. Sonst klingelt die Bafin womöglich auch noch bei anderen Start-ups. ### „SEO ist mehr als Rankings – es ist digitale Sichtbarkeit mit Verantwortung“ URL: https://paymentandbanking.com/seo-ist-mehr-als-rankings-es-ist-digitale-sichtbarkeit-mit-verantwortung/ Last updated: 2025-11-26T07:22:55.000Z ***David Konitzny hilft Unternehmen dabei, online gefunden zu werden – klar, nachhaltig und mit strategischem Feinschliff. Seine Mission: Mehr Sichtbarkeit für seriöse Anbieter im Finanz- und Payment-Bereich.** Als Product Owner bei [Kosch Klink Performance](https://koschklinkperformance.de/ki-suche-guide/?utm%5Fsource=payment-banking&utm%5Fmedium=blog-banner&utm%5Fcampaign=ai%5Fcmo&utm%5Fid=pb-Q4-25-ki-entscheider) sieht David Konitzny SEO nicht nur in Zahlen, sondern als Teil einer größeren Verantwortung: Wer online nicht auffindbar ist, verliert Vertrauen und überlässt das Feld fragwürdigen Angeboten. Mit Erfahrung aus dem Finanzsektor, einem Faible für strategische Optimierung und einem analytischen Blick auf KI-getriebene Suchtrends bringt er Ordnung in komplexe Daten und liebt privat das filmreife Chaos. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Mein Name ist David Konitzny und ich arbeite als Product Owner Organic Search bei Kosch Klink Performance. Meine Kernaufgabe besteht darin, Prozesse zu optimieren und unsere Dienstleistungen so zu gestalten, dass sie genau zu den Bedürfnissen unserer Kunden passen. Dabei geht es nicht nur um Effizienz oder Tools, sondern darum, Strategien zu entwickeln, die echten Mehrwert bringen und nachhaltig wirken. Aktuell beschäftigt mich besonders das Thema Künstliche Intelligenz. Die Entwicklungen in diesem Bereich verändern die Suche und damit die Art und Weise, wie Unternehmen online gefunden werden, fundamental. Vor meiner Zeit bei Kosch Klink Performance war ich Head of Organic Search bei einem großen Finanzunternehmen. Diese Erfahrung hat mir tiefe Einblicke in Unternehmensstrukturen und Entscheidungsprozesse gegeben. Ich weiß, wie wichtig klare, aussagekräftige Reportings für die Geschäftsführung sind, die ohne SEO-Fachjargon auskommen und wie essenziell es ist, OKRs so zu definieren, dass sie sowohl ambitioniert als auch praktikabel sind. Auch kurzfristige Anpassungen von Projekten gehören für mich zum Alltag – ich bin es gewohnt, flexibel zu agieren, ohne den strategischen Überblick zu verlieren. Was mir besonders Freude bereitet, ist die Arbeit an der Schnittstelle zwischen Daten, Prozessen und Optimierung. Es fasziniert mich, aus komplexen Informationen klare Handlungsempfehlungen abzuleiten und Prozesse so zu gestalten, dass sie sowohl effizient als auch nachvollziehbar sind. Privat hingegen könnte ich kaum weiter von dieser strukturierten Welt entfernt sein. Ich bin eher chaotisch, spontan und manchmal zerstreut. Doch genau diese Balance macht es spannend: Die Ruhe und Bodenständigkeit bringen mir meine Freundin und unsere Tochter. Sie erinnern mich daran, dass es neben Zahlen, Metriken und Prozessen auch die kleinen Momente und einfachen Freuden des Lebens gibt. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Aktuell 1,85 Euro. Normalerweise habe ich fast nie Bargeld dabei. Ich hebe nur dann etwas ab, wenn ich weiß, dass ich es wirklich brauche. Das führt allerdings regelmäßig dazu, dass ich spontan einen Geldautomaten suchen muss. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Eigentlich primär durch meine Zeit als Head of Organic Search bei Raisin. Zuvor hatte ich zwar in einer Agentur schon einzelne Kunden aus dem Finanz- und Banking-Bereich betreut, aber eher aus SEO-Perspektive und ohne tief in die fachliche Materie einzutauchen. Erst bei Raisin habe ich den Sektor wirklich von innen kennengelernt – mit all seinen regulatorischen Anforderungen, komplexen Produkten und internationalen Märkten. Das war für mich ein spannender Schritt, weil ich gemerkt habe: Suchmaschinenoptimierung im Finanzumfeld ist nicht nur technisch und datengetrieben, sondern auch eine Frage von Vertrauen und Klarheit in der Kommunikation. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Gemeinsam mit Kosch Klink Performance möchte ich Unternehmen dabei unterstützen, ihre Sichtbarkeit im Internet deutlich zu steigern. Dabei geht es nicht nur darum, mehr Traffic auf die Website zu bringen, sondern vor allem darum, Präsenz und Vertrauen zu zeigen. Denn je weniger seriöse Anbieter sichtbar sind, desto größer ist die Chance, dass unseriöse Produkte den Markt überschwemmen. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich sehe Fintechs weniger als reine Revolution, sondern eher als Beweis dafür, was möglich ist, wenn man die Fesseln klassischer Konzernstrukturen hinter sich lässt. Sie sind dynamischer, schneller in der Umsetzung und dadurch oft näher am Kunden. Das erklärt ihren Erfolg. Auf der anderen Seite fehlt manchmal die nötige Routine und Stabilität, was sie anfälliger macht, schneller aus der Balance zu geraten. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde deutlich mehr in Finanzbildung investieren. Es ist toll, dass immer mehr junge Menschen verstehen, dass man für das Alter Geld sparen sollte. Leider hört es oft genau dort auf, viele wissen nicht, wie man sinnvoll investiert. Für mich gehört aber auch dazu, zu verstehen, wie eine Steuererklärung funktioniert, auch einmal ohne digitale Tools, oder wie man Förderungen für verschiedene Vorhaben beantragen kann. Das sind praktische Kompetenzen, die jeder frühzeitig lernen sollte. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag ́ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich bin der klassische Film-Nerd. Ich schaue nicht nur leidenschaftlich Filme und Serien, sondern höre auch diverse Podcasts zum Thema und nutze jede freie Minute, um mich über Hintergründe, Produktionsdetails oder Filmgeschichte zu belesen. Eines meiner persönlichen Highlights war, als ich einmal Keanu Reeves zufällig in New York über den Weg gelaufen bin. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Meistens mit Karte oder Handy, je nachdem, was gerade an der Kasse am einfachsten funktioniert. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Meine drei Favoriten sind PayPal, SteuerBot und die Raisin App. PayPal nutze ich für schnelle Zahlungen, SteuerBot hilft mir, den Überblick über Steuerfragen zu behalten, und mit der Raisin App manage ich meine Spar- und Anlageprodukte einfach und übersichtlich. ### Warum die KI-Einführung bei so vielen Unternehmen scheitert URL: https://paymentandbanking.com/warum-die-ki-einfuehrung-bei-so-vielen-unternehmen-scheitert/ Last updated: 2025-11-25T06:17:09.000Z *Viele Firmen tun sich mit KI-Piloten und Agenten noch schwer. Aus innovationstheoretischer Sicht ist das nicht ungewöhnlich. Woran es liegt und wie wir es besser machen könnten.* Die Diskrepanz scheint groß zu sein: Einerseits steht KI – insbesondere generative KI und KI-Agenten – ganz oben auf der To-do-Liste der meisten Unternehmen, andererseits scheitert derzeit noch ein signifikanter Anteil der Piloten. 95 Prozent der befragten Organisationen sehen laut dem aktuellen Report des MIT „The state of AI in Business 2025“ nur wenig [eindeutig messbaren Erfolg nach den Pilotphasen ihrer KI-Initiativen](https://paymentandbanking.com/content/files/mlq-ai/media/quarterly%5Fdecks/v0-1%5Fstate%5Fof%5Fai%5Fin%5Fbusiness%5F2025%5Freport.pdf). Der [Think Tank Rand](https://www.rand.org/pubs/research%5Freports/RRA2680-1.html?ref=paymentandbanking.com) schätzte 2024 die Quote der scheiternden KI-Piloten auf über 80 Prozent und [Gartner geht derzeit davon aus](https://www.gartner.com/en/newsroom/press-releases/2025-06-25-gartner-predicts-over-40-percent-of-agentic-ai-projects-will-be-canceled-by-end-of-2027?ref=paymentandbanking.com), dass mehr als 40 Prozent der Agentic-AI-Projekte bis Ende 2027 eingestellt werden. Doch sind diese Zahlen wirklich so unerwartet, besorgniserregend und negativ? ## **Kontinuierliche Innovation unter Unsicherheit** Aus Innovationssicht bin ich darüber nicht wirklich überrascht – allerhöchstens über die negativen Schlagzeilen und Posts, die aufgrund der Studien immer wieder die Runde machen. Gerade bei neuartigen Technologien wie generativer KI und KI-Agenten bewegen wir uns teilweise noch auf unbekanntem Terrain und werden dabei mit einer extrem hohen Entwicklungsgeschwindigkeit konfrontiert. Das bietet enorme Chancen, zwingt uns aber auch dazu, unsere Komfortzone zu verlassen und über Lösungen und Geschäftsmodelle komplett neu nachzudenken. Wir befinden uns in einem Zustand kontinuierlicher Innovation und müssen durch iteratives und teilweise experimentelles Vorgehen lernen, welche Ansätze gut funktionieren und welche weniger gut. Das führt dazu, dass ein Teil der Piloten nicht von Anfang an zum Erfolg führen wird, und eine Quote von eins zu zehn ist gerade bei neuen Technologien oder signifikanten Veränderungen nicht ungewöhnlich. Anders ausgedrückt: Eine Erfolgsquote von nahezu 100 Prozent hieße, dass wir bei Weitem nicht innovativ genug denken. ## **Schnell und systematisch testen** Entscheidend ist, wie wir mit dieser Unsicherheit umgehen. Ideal ist ein konstruktiver und chancenorientierter Umgang, der auch unnötige Verunsicherung und Frustration innerhalb der Organisationen vermeidet. Das heißt: Schnell lernen, was funktioniert und was nicht, und dann die Piloten anpassen oder die knappen und wertvollen Ressourcen für andere KI-Projekte und Use Cases einsetzen. Hilfreiche Ansätze aus dem Innovationsmanagement sind Design Thinking und Sprints, Use Cases, die konsequent von den Kunden und dem Kundenerlebnis her gedacht werden, Portfolio-Ansätze und Methoden wie „intelligentes Scheitern“. Darunter versteht man kontrollierte und zielgerichtete Proof of Concepts zum Testen konkreter Hypothesen und Ideen unter risikominimierenden Rahmenbedingungen, begleitet von einem systematischen Lernprozess. Dies fokussiert die Ressourcen auf die vielversprechendsten Use Cases und erhöht deren Erfolgswahrscheinlichkeit. Grundlage für die Auswahl der Piloten sollte außerdem eine klare strategische Zielsetzung sein, die Fokussierung auf die wichtigsten Kundenbedürfnisse und Pain Points sowie eine Priorisierung auf Basis des Skalierungspotenzials und der Qualität, Verfügbarkeit und Kritikalität der Daten. Es geht darum, Abläufe, Prozesse und Bereiche mithilfe von KI neu zu denken und zu optimieren, statt KI-Anwendungen in bestehende, suboptimale Prozesse zu integrieren: Strategische Transformation statt Schrotflinte oder Flickenteppich. ## **Piloten scheitern an Strukturen, Organisation und Mindset** Die derzeitigen Hauptgründe für das Scheitern von KI-Piloten sind wenig überraschend, allerdings auch nicht immer leicht zu beheben. Die meisten dieser Gründe basieren nicht auf der eigentlichen Technologie, sondern auf organisatorischen, strukturellen und mentalen Themen. Sie reichen von einer fehlenden strategischen und transformativen Ausrichtung über unzureichende Datenqualität, -verfügbarkeit und -governance sowie fragmentierte Prozesse und Infrastrukturen bis hin zu einer fehlenden AI-Literacy, die sich entweder in Berührungsängsten und geringer Akzeptanz oder aber in blindem Vertrauen und geringer kritischer Reflexion ausdrückt. In Bezug auf die Technologie hapert es zudem an der noch geringen Lern- und Anpassungsfähigkeit der bestehenden Tools. Es gibt also noch einiges zu tun, bevor wir in großem Umfang messbare monetäre Erfolge des Einsatzes von KI sehen. Laut einer [Studie von McKinsey](https://www.mckinsey.com/~/media/mckinsey/business%20functions/quantumblack/our%20insights/the%20state%20of%20ai/november%202025/the-state-of-ai-in-2025-agents-innovation-and-transformation.pdf?shouldIndex=false&ref=paymentandbanking.com) aus dem November 2025 sah jedoch etwa die Hälfte der befragten Unternehmen bereits einen positiven Einfluss auf Innovationen, Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit. ## **Generative KI und KI-Agenten als Innovationen behandeln** Statt also angesichts des Anteils scheiternder Piloten verunsichert oder frustriert zu sein, sollten wir generative KI und KI-Agenten lieber als das betrachten und behandeln, was sie sind: Innovationen, die einen noch relativ hohen Grad an Unsicherheit und eine sehr dynamische Entwicklungsgeschwindigkeit aufweisen. Deshalb ist das Scheitern eines signifikanten Teils der Piloten kein Wunder, sondern eher ein typisches Phänomen angesichts der Neuartigkeit der Technologie. Der Weg vorwärts heißt daher: Strategisch und chancenorientiert denken, systematisch ausprobieren und lernen und notwendige Rahmenbedingungen schaffen und optimieren. Dann klappt es auch mit der KI. ### AI in Finance: OpenAI, Google, Anthropic liefern und Europa justiert nach URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-openai-google-anthropic-liefern-und-europa-justiert-nach/ Last updated: 2026-05-12T00:01:31.000Z *In der neuen Folge von [AI in Finance](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) passiert das, was in den letzten Monaten zum Normalzustand geworden ist: Das Tempo der KI-Industrie zieht weiter an, während Regulierung, Infrastruktur und Use Cases versuchen, mitzuhalten. [Sascha](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) haben so viele News im Gepäck, dass man locker eine Dreistundenfolge daraus hätte machen können. Es wird ein Rundflug über Europa, Silicon Valley, Big Tech, neue Modelle, neue Tools und die Frage, wie nah wir eigentlich an echter, alltäglicher KI sind.* ## Europa drückt bei der Regulierung auf Pause Ausgerechnet der EU AI Act, über den wir in einer unserer ersten Folgen noch ehrfürchtig gesprochen haben, macht jetzt einen Vollstopp. Statt 2026 gilt: Hochrisiko-Regeln frühestens ab Dezember 2027\. Grund ist weniger Chaos in Brüssel, sondern die Erkenntnis, dass man Europa mit überzogener Regulierung im globalen KI-Rennen selbst ausbremst. Spannend: Deutschland war diesmal nicht Bremsklotz, sondern Treiber. Die Bundesregierung hat der Kommission eine lange Wunschliste geschickt, Frankreich ebenso. Ergebnis: Entlastung für KMU, mehr Zeit für Standards, ein gestärktes KI-Amt und eine überfällige Entrümpelung von DSGVO und Cookie-Hölle. Einmal im Browser “Cookie-Level” einstellen, statt 20 Pop-ups pro Tag wegklicken. Für Banken und Finanzdienstleister heißt das: Regulierung bleibt, aber das Fenster für Innovation öffnet sich ein Stück. Wer jetzt KI-Use-Cases nur mit Verweis auf “unsichere Regulierung” blockt, macht sich langsam unglaubwürdig. ## Anthropic, OpenAI, Grok: Wachstum mit Nebenwirkungen Anthropic möchte den Umsatz bis 2028 von knapp 5 auf 70 Milliarden Dollar hochziehen, bei Bruttomargen tief im negativen Bereich. Jeder Dollar Umsatz frisst aktuell fast zwei Dollar Infrastrukturkosten. Das Geld wandert in gigantische Rechenzentren mit zehntausenden GPUs, eigene KI-Fabriken in Texas und New York inklusive. Gleichzeitig inszeniert sich Anthropic als Sicherheitsheld: Eine angeblich hoch autonome Cyberattacke über Claude wurde entdeckt und gestoppt. Security-Forscher sprechen von Marketing, weil Logs und Beweise fehlen. Lehrstück für die Branche: Sicherheit ist Storytelling geworden. Wer KI in kritischen Bereichen einsetzt, braucht echte Audits, nicht nur dramatische Blogposts. OpenAI geht den entgegengesetzten Weg: weniger Drama, mehr Alltagstauglichkeit. GPT 5.1 wirkt spürbar natürlicher, halluziniert weniger und lässt sich stärker personalisieren. Die neue Memory-Logik macht das Modell im Arbeitsalltag deutlich brauchbarer. Dazu kommen Gruppen-Chats mit KI in ersten Märkten und ein Gerichtsurteil in München, das klarstellt: Urheberrecht gilt auch für KI. Songtexte im Modell sind kein Kavaliersdelikt. Die Diskussion trifft Banken indirekt: Was passiert mit proprietären Daten, wenn Modelle trainiert oder “geteilt” werden Grok 4.1 von XAI wiederum versucht, mit Geschwindigkeit und “mehr Emotion” zu punkten. Technisch stark, politisch schwierig. Wer im regulierten Umfeld unterwegs ist, wird mit der Mischung aus Edgelord-Humor und fragwürdiger Faktenbasis eher nicht glücklich. ## Google, Perplexity und die neue Tool-Klasse Google liefert mit Gemini 3.0 ein Modell, das in Benchmarks vorne mitläuft, ein absurd großes Kontextfenster bietet und tief in die eigene Produktwelt integriert ist. Von der Gemini-App über Android bis hin zu Google Notebook: wer ohnehin im Google-Ökosystem lebt, bekommt eine ziemlich mächtige KI-Schicht quasi frei Haus. Nano Banana, das Bildmodell, zeigt nebenbei, wie schnell Bildgenerierung von “Wow” zu “reguliert bis zur Unbrauchbarkeit” kippen kann. Parallel schieben sich KI-Browser wie Perplexity Comet nach vorne. Recherchieren, zusammenfassen, daraus direkt Tabellen, Slides oder Dokumente bauen: genau das, was Wissensarbeiter in Banken täglich machen. Tools wie Manus gehen noch einen Schritt weiter und bedienen direkt deine offenen Tabs. World Labs baut mit Marble ganze Welten auf Zuruf. Fürs Daily Banking ist das egal, für das Verständnis, wie schnell sich Produktentwicklung verändert, aber nicht. Und dann ist da noch die Schwarz-Gruppe, die in Lübbenau ein Rechenzentrum für 100.000 GPUs plant. Zusammen mit Telekom, OpenAI-Office in München und anderen Projekten entsteht langsam eine echte KI-Infrastruktur in Deutschland. Wir spielen immer noch nicht in der Liga USA oder China, aber wir stehen auch nicht mehr komplett am Spielfeldrand. ## **Fazit** KI ist längst kein Buzzword mehr, sondern Infrastruktur, Rechtsrahmen, Energiefrage und Businessmodell in einem. Und wer im Finanzsektor jetzt noch hofft, man könne “in Ruhe abwarten”, wartet nicht auf Klarheit, sondern auf die eigene Bedeutungslosigkeit. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Wissen Banken nicht, was sie tun? URL: https://paymentandbanking.com/wissen-banken-nicht-was-sie-tun/ Last updated: 2026-05-12T00:01:32.000Z **Über viele Jahre konnten Banken nicht viel falsch machen, wenn sie mit der Vergabe von Unternehmenskrediten Geld verdienen wollten. Doch die Zeiten haben sich geändert – und der Konkurrenzkampf nimmt zu.** Junge Unternehmer\*innen sind modern, lieben Online-Banking, wollen am liebsten auch für ihre eigene Firma viele Bankangelegenheiten digital erledigen – und Banken? Die sind altmodisch, glauben noch immer an ihre\* Unternehmenskundenbetreuer\*in vor Ort und verschlafen den Digitalisierungstrend. Das klingt zu hart, zu pauschalisierend? Nun ja, wer die neueste [Firmenkundenstudie](https://zeb-consulting.com/de-DE/publikationen/firmenkundenstudie-11.0?ref=paymentandbanking.com) der auf Banken spezialisierten Unternehmensberatung Zeb liest, kann durchaus zu diesem Schluss kommen. Das Beratungshaus hat sich angeschaut, was regionale Banken wie Sparkassen und Volksbanken über ihre Unternehmenskunden denken und diese wiederum von den Instituten. So gehen 85 Prozent der Geldhäuser davon aus, dass für Unternehmenskunden mit einem Umsatz zwischen 20 und 500 Millionen Euro eine persönliche Ansprechperson die beste Option ist. 15 Prozent sprechen sich für hybride Lösungen aus, eine rein digitale Betreuung kann sich keiner der 82 befragten Vorstandsmitglieder und Bereichsleitenden von Regionalbanken vorstellen. Bei den im gleichen Zuge befragten 400 Unternehmenskunden sieht das Bild ganz anders aus: Gerade einmal 33 Prozent bevorzugen gemäß der Studie eine persönliche Ansprechperson, 39 Prozent ein hybrides Modell und 28 Prozent eine digitale Betreuung. „Damit überschätzen Banken die Bedeutung einer persönlichen Ansprechperson im Segment der großen Unternehmenskunden massiv”, schlussfolgern die Zeb-Autor\*innen. ## **Wann es eine\*n Bankebrater\*in braucht** Auch, wenn es um Firmen mit geringeren Umsätzen mit bis zu 500.000 Euro geht, liegen viele Banken offenbar daneben. Nur sechs Prozent der befragten Institute denken hier, dass eine persönliche Ansprechperson das favorisierte Modell sein kann. Demgegenüber stehen 40 Prozent der Geschäfts- und Gewerbekunden, die eine persönliche Betreuung für wichtig erachten. Aber wie kommt es dazu, dass ausgerechnet Regionalbanken ihre Kunden so schlecht zu kennen scheinen? Laut Co-Autor Bernd Liesenkötter von Zeb ist das ein Stück weit historisch gewachsen. „Lange Zeit war der Bankberater vor Ort das große Plus von Regionalbanken und was sich lange bewährt hat, wird aus Tradition erstmal so fortgeführt“, sagt er. Nur heutzutage gebe es immer mehr und immer bessere technologische Lösungen, die diesem Modell Konkurrenz machen. Diese Lösungen sind besonders für junge Unternehmer\*innen attraktiv. Vor gut zehn Jahren hätten Banken ihr Verhältnis zur Wirtschaft noch gelassener sehen können, so Liesenkötter: „Banken konnten im Firmenkundengeschäft lange Zeit mit dem Markt mitwachsen, weil die Wirtschaft florierte.” Doch durch den konjunkturellen Einbruch setzten Unternehmen weniger auf Investitionen und Banken vergeben entsprechend weniger Kredite. Die Analyse deckt sich mit [Erkenntnissen](https://www.kfw.de/%C3%9Cber-die-KfW/Newsroom/Aktuelles/News-Details%5F866752.html?ref=paymentandbanking.com) der staatlichen Förderbank KfW: Mittelständische Unternehmen tun sich derzeit schwer, an Kredite zu kommen. „Zwar lockerten die Banken im dritten Quartal ihre Kreditvergabe­politik leicht“, so die Förderbank. „Die KfW-ifo-Kredithürde für KMU sank nach zuvor sechs Anstiegen in Folge aber nur geringfügig und liegt weiterhin in der Nähe ihres Rekordhochs.“ Auf Seiten der Unternehmen komme indes noch fehlendes Vertrauen in einen wirtschaftlichen Aufschwung hinzu, was die Nachfrage nach Krediten verringere. Es sind also harte Zeiten und da tut jedes Missverständnis zwischen Bank und Unternehmen beiden Seiten noch mehr weh. ## **Fintechs greifen an** Was Regionalbanken nun noch weiter unter Druck setzt: Fintechs wie Teylor, das sich gerade durch Zukäufe sich [im deutschen Markt ausbreitet](https://paymentandbanking.com/mit-dieser-frau-sollen-die-zukaeufe-von-teylor-zum-erfolg-werden/), oder Qonto, versuchen Marktanteile zu gewinnen. Hinzu kommen Kreditvermittlungsplattformen für Unternehmen. „Noch haben diese Player keine dominante Marktposition erobert, aber sie machen den Banken bereits Druck und zwingen sie, in ihre Digitalisierung zu investieren“, meint Liesenkötter. Viele Firmen wünschen sich das laut der Zeb-Studie auch. „Manager wollen Produkte online beantragen und abschließen können“, so Liesenkötter. Da könnte es zum Beispiel um eine Erweiterung einer Kreditlinie gehen. Dafür wolle nicht mehr jeder zu seinem Bankberater ins Büro kommen. „Hat eine Bank ein gutes digitales System, kann sie so einen Antrag innerhalb von 24 Stunden durchwinken“, so der Experte. Oder noch besser: „Das System könnte den Antragsteller sogar warnen und vorschlagen, lieber auf einen Investitionskredit zu setzen, falls eine höhere Kreditlinie nicht sinnvoll ist.“ Möglichkeiten für eine bessere digitale Abwicklung – und Beratung – gibt es also. ## **Ein Fokus auf Payment kann helfen** Für Banken ist der Spagat nicht leicht zu gehen: Von ihnen wird erwartet, dass sie die Branchen verstehen, die sie finanzieren, dass sie digital sind – und ausgerechnet für kleinere Kunden, die weniger Einnahmen versprechen, Berater\*innen haben. „Die müssen heute nicht mehr in jeder Filiale sitzen und dort auf ihre Firmenkunden warten. Aber zumindest für eine Region sollten die Verantwortlichen klar definiert sein“, rät Liesenkötter. Womit Banken auch punkten könnten: Payment. Sowohl im E-Commerce als auch im stationären Handel wünschen sich Unternehmen laut Liesenkötter Lösungen ihrer Banken. Aktuell machen aber eher Anbieter wie Sum-up, Shopify, Paypal oder Klarna von sich Reden. „Den Kampf sollten Banken noch nicht aufgeben. Eigene wettbewerbsfähige, das heißt, kostengünstige und einfach zu bedienende Bezahlterminals anzubieten, ist technisch nicht so schwierig“, meint der Zeb-Experte. Das Problem dürften eher andere Kosten sein: „Im Preis-Leistungs-Verhältnis sind die Fintechs häufig schlanker aufgestellt.“ Das erhöhe den Kostendruck im Firmenkundengeschäft bei Banken. „Im Gegenzug gewinnt ein Finanzinstitut womöglich einen Unternehmenskunden zurück und finanziert durch den engeren Austausch auch sein nächstes Vorhaben, so Liesenkötter. „Das ist eine reale Option und würde sich sicherlich lohnen.“ ### Digitaler Euro: Warum die neue Währung mehr ist als nur digitales Bargeld URL: https://paymentandbanking.com/digitaler-euro-warum-die-neue-waehrung-mehr-ist-als-nur-digitales-bargeld/ Last updated: 2025-11-21T06:15:17.000Z **Europa steht vor einem Meilenstein im Zahlungsverkehr: Der digitale Euro rückt näher. Im [FinTech-Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) von Payment & Banking sprechen Jochen Siegert und Enrico Köhler (Adesso) darüber, wo das Projekt aktuell steht, welche Lehren sich aus China, den Bahamas und Schweden ziehen lassen und warum Banken jetzt strategisch denken sollten statt nur regulatorisch zu reagieren.** Der digitale Euro ist längst kein Zukunftsthema mehr. Während andere Länder wie China oder die Bahamas mit digitalen Zentralbankwährungen (CBDCs) bereits Erfahrungen gesammelt haben, bereitet sich Europa auf den nächsten großen Schritt vor. Die Europäische Zentralbank (EZB) plant ab 2027 eine Testphase, 2029 könnte der digitale Euro live gehen. Doch was genau bedeutet das und warum betrifft es alle, von Banken über Händler bis hin zu Versicherern? [Enrico Köhler, ](https://www.linkedin.com/in/enrico-koehler/?ref=paymentandbanking.com)Payment-Experte bei Adesso, ordnet im Podcast ein: „Der digitale Euro ist keine Konkurrenz zu PayPal oder Instant Payment. Er ist die digitale Erweiterung von Bargeld.“ Sein Ziel: mehr Sicherheit, Stabilität und Interoperabilität im europäischen Zahlungsverkehr. Statt bestehende Systeme zu ersetzen, soll der digitale Euro als staatlich abgesicherte Infrastruktur zwischen privaten Wallets, Banken und Kund:innen wirken – also ein Bindeglied, kein Gegner. Ein Blick nach China zeigt, wie das funktionieren kann: Der E-Yuan koexistiert dort mit Alipay und WeChat Pay zwei privaten Giganten mit Milliarden-Transaktionsvolumen. Auch die Bahamas oder Schweden haben mit digitalen Zentralbankwährungen experimentiert, teils mit gemischtem Erfolg. Ihr wichtigstes Learning: Ohne Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft wird kein digitales Geldprojekt skalierbar. Genau auf diese Co-Existenz setzt nun auch Europa. Köhler warnt im Gespräch davor, den digitalen Euro als reines Compliance-Projekt abzuhaken. Statt „Pflichtübung“ sollte er als strategische Chance verstanden werden – mit Blick auf neue Geschäftsmodelle, effizientere Prozesse und mögliche Wettbewerbsvorteile. Denn das Projekt betrifft die gesamte Wertschöpfungskette einer Bank – von IT und Produktentwicklung über Treasury bis hin zu Marketing und Kundenerlebnis. Wer wartet, riskiert Rückstand. „Warten ist die häufigste, aber schlechteste Option“, so Köhler. Er empfiehlt, jetzt mit Readiness-Analysen und internen Projekten zu beginnen, um frühzeitig Know-how aufzubauen und Ressourcen zu sichern. Auch weil Berater:innen, Integratoren und Dienstleister in den kommenden Jahren stark gefragt sein werden. Das Fazit: Der digitale Euro ist mehr als ein technisches Update – er ist ein Paradigmenwechsel. Wer ihn als Chance begreift, kann aktiv die Zukunft des europäischen Zahlungsverkehrs mitgestalten. 🎧 **Jetzt reinhören:** FinTech Podcast #DigitalerEuro mit Enrico Köhler (Adesso) ### Banken, die ein AfD-Konto führen, sind selber rechts URL: https://paymentandbanking.com/banken-die-ein-afd-konto-fuehren-sind-selber-rechts/ Last updated: 2025-11-19T16:21:06.000Z **Mehrere Volksbanken haben der AfD zuletzt die Bankkonten gekündigt. Warum trauen sich das die anderen nicht? Die neue Folge von „Nils nörgelt.”** *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden?*[ *Unser Autor Nils Heck* ](https://paymentandbanking.com/author/nils-wischmeyer/)*beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Liebe Volksbankerinnen und Volksbanker, ihr seid nicht nur die Heldinnen und Helden, die Deutschland verdient hat, sondern auch, die Deutschland im Jahr 2025 braucht. Mit großer Freude habe ich gesehen, dass nicht nur eine Volksbank, sondern gleich eine ganze Reihe von Genossenschaftshäusern es der Alternative für Deutschland (AfD) schwerer machen und ihnen die Bankkonten gekündigt haben. Das ist nicht nur eine mutige, sondern zugleich auch eine richtige Entscheidung. Denn damit zeigen die Volksbanken, dass Banken ganz sicherlich keine Konten von Parteien führen müssen, die das Bundesamt für Verfassungsschutz zeitweise als „gesichert rechtsextremt” eingestuft hatte.\* Das ist ein ganz wichtiges Signal, bei dem alle anderen Geldhäuser schnell einmal aufhorchen sollten. Denn das heißt im Umkehrschluss natürlich auch, liebe Bankerinnen und Banker: Wenn Ihr weiterhin meint, Konten der AfD führen zu müssen, dann macht ihr das, weil ihr es wollt – nicht, weil ihr es müsst. Wenn Euch also jemand fragt, wie ihr politisch dasteht, dann könnt ihr schonmal nicht sagen, ihr wäret „gegen rechts”, denn dann würdet ihr der AfD ja endlich die Konten kündigen. Macht ihr das nicht, macht ihr nicht nur nichts gegen Rechte. Ich muss sogar annehmen, dass es Euch egal ist, was die AfD macht und sagt. [Dass ihr Sätze von Björn Höcke toleriert,](https://paymentandbanking.com/content/files/www-katapult-deutschland-des/afd-hass.pdf) die da lauten: „Das große Problem ist, dass man Hitler als das absolut Böse darstellt.” Wollt ihr wirklich solche Menschen sein? Wollt ihr wirklich solche Bankerinnen und Banker sein, die das tolerieren, nur um keinen Ärger zu haben? ## **Rechts, rechter, AfD: Banken sollten die Partei blockieren** Die Volksbanken jedenfalls wollen es teilweise nicht mehr und das finde ich schön. Besonders, weil die Begründung so deutlich ausfällt. Etwa bei der Verbundbank OWL. [Die schreibt laut Handelsblatt ](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/banken-zwei-volksbanken-aus-ostwestfalen-kuendigen-konten-der-afd/100173262.html?ref=paymentandbanking.com)zu dem gekündigten Konto: „Die Positionen der AfD, die vom Bundesamt für Verfassungsschutz auf Bundesebene als ‚gesichert rechtsextremistisch‘ eingestuft wurde, sind unvereinbar mit unserem genossenschaftlichen Selbstverständnis, unserem werteorientierten Unternehmensleitbild und unseren Überzeugungen.” Und ja, genau das ist es doch. Die Banken in diesem Land haben – teilweise noch – Überzeugungen und Werte, für die sie offenbar einstehen. Das ist schön, das ist ehrlich. Und dass eine Bank meine Wertvorstellungen einer freiheitlichen demokratischen Gesellschaft teilt und danach handelt, das ist etwas, was ich als Kunde schätze – und da dürfte ich nicht der einzige sein. Es ist also schon deshalb klug für Banken, die rechte AfD als Kunde abzulehnen, um etliche andere Kunden und mich zu behalten. Außerdem hilft es, das eigene Image zu schärfen und zu zeigen, wofür man eben wirklich einsteht. Dass eine NRW-AfD in Folge der Kündigung also reihenweise Ablehnungen von der Deutschen Bank, Commerzbank und der Targobank bekommt, wie die [RP berichtet](https://rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/afd-nrw-verlagert-konten-nach-volksbank-kuendigung-zur-sparkasse%5Faid-125623643?ref=paymentandbanking.com), finde ich ganz hervorragend. Gut gemacht, liebe Bankerinnen und Banker. Gut gemacht. Letzter Zufluchtsort in NRW war dann die Sparkasse in Düsseldorf, die die AfD bisher leider nicht ablehnen durfte. Denn als Institut in öffentlicher Hand müssen die Sparkassen tatsächlich jedem ein Konto gewähren, unabhängig von politischen Zielen. Doof finden können die Roten die AfD trotzdem und sollten das gerne auch öffentlich kundtun. Mich könnten sie als Kunden damit gewinnen. --- \*Anmerkung der Redaktion: Es gibt dazu einen längeren Rechtsstreit zwischen dem Verfassungsschutz und der AfD. Dessen letzter Stand ist, dass es eine Stillhaltezusage gibt, die besagt, dass der Verfassungsschutz eine solche Aussage bis zu einem Gerichtsurteil nicht wiederholen wird. Laut der Tagesschau bedeutet das aber nicht, dass er seine Meinung geändert hat, diese eben nur nicht mehr öffentlich kundtun soll. Mehr Infos findet Ihr Hier: [https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-verfassungsschutz-rechtsextrem-100.html](https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-verfassungsschutz-rechtsextrem-100.html?ref=paymentandbanking.com) ### Die Köpfe, die den Wandel treiben: Fintech des Jahres 2025 gekürt URL: https://paymentandbanking.com/die-koepfe-die-den-wandel-treiben-fintech-des-jahres-2025-gekuert/ Last updated: 2026-01-17T19:59:11.000Z *Am 18\. November 2025 wurde das Kosmos in Berlin zum Treffpunkt der innovativsten Köpfe der Fintech-Branche. Im Rahmen der DigiFin fand die 11\. Verleihung des Fintech des Jahres statt, bei der Sieger:innen in insgesamt sieben Kategorien gekürt wurden.* Die Spannung war groß, da die Nominierten auf der Shortlist bis zuletzt nichts über den Ausgang der Juryentscheidung oder des Publikumsvotings wussten. Die Awards, die bereits seit 2014 von Payment & Banking verliehen werden, würdigen den Mut der Fintechs, die sich jährlich neuen Herausforderungen wie Regulatorik, sich wandelnden Märkten und dem Druck, Innovationen profitabel zu machen, stellen. Die Geschichte dieses Awards spiegelt die Entwicklung einer ganzen Branche wider: Die ersten Siegerinnen mussten ihre Ideen oft gegen Widerstände und Skepsis verteidigen, von der Finanzierung über Regulatorik bis hin zum Mindset des Marktes. Was als kleine Bühne vor 11 Jahren begann, auf der Erfolg und Scheitern eng beieinanderlagen, ist heute ein echtes Markenzeichen. Der Award hat die Erfolgsgeschichten von Auxmoney, Clark, Cashlink, Upvest, Raisin und vielen mehr begleitet. Start-ups, die nach ihrer Auszeichnung nochmal einen Turbo-Gang eingelegt und teilweise international für Furore gesorgt haben. Persönlichkeiten, die mit Haltung und manchmal auch einer Prise Trotz Maßstäbe gesetzt und das Bild von Leadership in unserer Industrie geprägt haben. Dabei hat sich eines nie geändert: Der Geist der Zusammenarbeit und des Netzwerkens, echte Innovation entsteht immer gemeinsam und auch, weil es Orte gibt, an denen sie sichtbar wird. Heute, 2025, feiern wir also nicht nur Gewinner\*innen einzelner Kategorien. Wir feiern die Kraft von Ideen, die Magie der Beharrlichkeit und den Spirit dieser Community, die immer wieder beweist, Aufbruch ist keine Frage von Perfektion, sondern von Mut! ## **Unsere Jury** Über die Awards entschied eine großartige Jury aus Expert:innen mit vielfältigen Perspektiven. Unter der Leitung von Kevin Hackl (NAO) wurden die mehr als 100 Kandidat:innenen von unserer Jury gesichtet, bewertet und ausgezeichnet, unter ihnen: Dr. Lea Siering (Zalando), Stefan Krautkrämer, Jessica Holzbach, Miriam Wohlfarth (Banxware & Payment & Banking), Mickaël Bellaïche (Redstone), Aiga Senftleben (Billie) und Simon Moser (Insurance Monday). Diese Expert:innen sorgten für einen Auswahlprozess, der sowohl Qualität als auch Vielfalt garantierte. Aber nicht nur die Jury durfte entscheiden, auch das Publikum war gefragt. Denn das “Fintech des Herzens” verleiht das Publikum. Diese Kategorie steht für mehr als nur Wachstum, Funding oder Skalierung – sie steht für Haltung, Wirkung und Nähe zur Community. Die Moderation des Abends übernahmen Kevin Hackl (Vorsitz der Jury) und Nicole Nitsche (Payment & Banking). > *„Ich habe das Gefühl, dass wir gerade in einer guten Marktphase sind. Es gibt wieder gute Finanzierungsrunden und spannende Projekte.“ (Kevin Hackl)* **Die Gewinner:innen der Jurypreise 2025:** - Fintech Newcomer des Jahres:**[ AllUnity](https://allunity.com/?ref=paymentandbanking.com)** - Etabliertes Fintech des Jahres: **[Klarna ](https://www.klarna.com/de/?ref=paymentandbanking.com)** - Unternehmerin des Jahres: **[Gloria Bäuerlein](https://www.linkedin.com/in/gloria-baeuerlein/?ref=paymentandbanking.com), Puzzle Ventures** - Unternehmer des Jahres**: [Ralf Heim](https://www.linkedin.com/in/ralfheim/?ref=paymentandbanking.com)**, **Fincite** - Fincite Investor des Jahres: **[Puzzle Ventures ](https://www.linkedin.com/company/puzzle-ventures-berlin/?ref=paymentandbanking.com)** - Insurtech des Jahres: **[Xaver ](https://www.xaver.com/de/?ref=paymentandbanking.com)** - Fintech des Herzens**: [Opago](https://www.opago.com/?ref=paymentandbanking.com)** # **Ausblick: Ein Ökosystem, das weiter wächst** Die diesjährigen Gewinner:innen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kraftvoll das deutsche Fintech-Ökosystem geworden ist. Von regulatorischen Spezialthemen über Infrastruktur bis hin zu Community-getriebenen Erfolgsstories. Die Branche ist breit aufgestellt und voller Momentum. ## **Fintech Newcomer des Jahres: AllUnity** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_184948.jpg) AllUnity positioniert sich als dynamischer Neuzugang mit Fokus auf digitale Vermögenswerte und moderne Zahlungsinfrastruktur. Das Fintech verbindet regulatorische Sicherheit mit technologischer Innovation und schafft Lösungen, die insbesondere institutionellen Kunden Zugang zu tokenisierten Assets und Blockchain-basierten Services erleichtern. Das Joint Venture zwischen DWS (Deutsche Bank), Flow Traders und Galaxy erhielt im Juli 2025 die offizielle BaFin-Lizenz als E-Geld-Institut und launcht mit EURAU Deutschlands ersten vollständig MiCAR-konformen, zu 100% reservierten Euro-Stablecoin. Der Stablecoin ist auf Ethereum verfügbar und soll auf weitere Blockchain-Netzwerke ausgeweitet werden. AllUnity kooperiert mit führenden europäischen Banken als Reserve-Banken und setzt auf strategische Partnerschaften wie mit Chainlink für Cross-Chain-Zahlungen und Tangany für sichere Custody- und Wallet-Infrastruktur. ## **Etabliertes Fintech des Jahres: Klarna** Klarna bleibt ein Schwergewicht der europäischen Fintech-Szene und zeigt, wie konsequente Produktentwicklung auf Nutzerbedürfnisse einzahlt. Mit seinem Mix aus BNPL, Shopping-App, Loyalty-Features und Banking-Elementen setzt Klarna branchenweite Standards und beweist, dass Skalierung und Profitabilität zusammengehen können Im Q3 2025 verzeichnete Klarna ein Umsatzwachstum von 28% auf 903 Millionen US-Dollar, wobei insbesondere der US-Markt mit einem GMV-Wachstum von 43% beeindruckte. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_185425.jpg) Die im Juli 2025 eingeführte Klarna Card erreichte bereits 4 Millionen Anmeldungen und macht mittlerweile 15% aller globalen Transaktionen aus. Im September 2025 erfolgte der erfolgreiche Börsengang an der NYSE, der das Unternehmen auf einen klaren Profitabilitätskurs bringt. Klarna hat im Q3 2025 zum fünften Mal in Folge operativen Gewinn ausgewiesen und setzt weiter auf Expansion mit zinsbasierten Finanzierungsprodukten sowie einem Treueprogramm, das binnen eines Monats eine Million Mitglieder gewann. ## **Unternehmerin des Jahres: Gloria Bäuerlein (Puzzle Ventures)** Gloria Bäuerlein hat sich mit Puzzle Ventures zu einer der prägendsten Stimmen im europäischen Fintech-Ökosystem entwickelt. Sie verbindet tiefes Branchenverständnis mit einem klaren Blick für zukunftsträchtige Geschäftsmodelle. Ihre Haltung, ihr Netzwerk und ihr operativer Ansatz machen sie zu einer der einflussreichsten Investorinnen der Szene. 2023 gründete sie Puzzle Ventures als Solo-GP-Fonds und sammelte 21,5 Millionen Euro ein – damit zählt sie zu den ersten weiblichen Solo-GPs in Europa. Bemerkenswert: 95 von 100 angesprochenen Limited Partners sagten zu. Ihr Investmentfokus liegt auf B2B SaaS und Fintech im Pre-Seed- und Seed-Stadium, mit einem konzentrierten Portfolio von 7-9 Investments pro Jahr. Vor der Gründung von Puzzle Ventures investierte sie als Business Angel in über 25 Start-ups wie Pigment, Procuros und Planetly und war unter anderem COO bei Back sowie Head of Global Strategy bei KRY. Ihre Karriere begann bei renommierten VCs wie Index Ventures und TCV. 2025 wurde sie von der Börsen-Zeitung zur Venture-Capital-Managerin des Jahres gekürt. ## **Unternehmer des Jahres: Ralf Heim (Fincite)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_190317.jpg) Ralf Heim treibt seit Jahren die Digitalisierung der Finanzbranche voran. Mit Fincite hat er eine Plattform geschaffen, die Banken und Vermögensverwaltern modulare, hochgradig integrierbare Lösungen für Investmentprozesse bietet. Sein unternehmerischer Weitblick und sein technisches Verständnis machen ihn zu einem echten Taktgeber der deutschen Fintech-Landschaft. Fincite wurde Ende 2014 von Ralf Heim gemeinsam mit Friedhelm Schmitt und Stefan Post gegründet und beschäftigt heute rund 70 Mitarbeiter. Das Unternehmen erzielt siebenstellige Umsätze und arbeitet mit prominenten Kunden wie der Deutschen Bank, ABN AMRO und weiteren europäischen Finanzinstituten. Fincite setzt auf ein reines B2B-Geschäftsmodell und fokussiert sich auf die Entwicklung eines maximal skalierbaren und anpassungsfähigen Backend-Produkts. 2025 fusionierte Fincite mit der französischen Harvest Groupe und bildet damit einen neuen europäischen WealthTech-Marktführer. Ralf Heim tritt zusätzlich zu seiner Rolle als Co-CEO von Fincite in das Board der Gruppe ein und treibt die europäische Expansion weiter voran. ## **Investor des Jahres: Puzzle Ventures** Puzzle Ventures hat sich 2024/25 als einer der aktivsten und scharfsinnigsten Investoren im Fintech-Segment etabliert. Mit einer klaren Investmentthese, operativer Unterstützung und einem starken Netzwerk begleitet der Fonds Gründer:innen nicht nur finanziell, sondern auch strategisch – und setzt damit ein Zeichen für modernen, partnerschaftlichen Venture Capital Der 21,5-Millionen-Euro-Fonds von Gloria Bäuerlein fokussiert sich auf audacious European entrepreneurs und hat bereits in mehrere vielversprechende B2B-SaaS- und Fintech-Unternehmen investiert. Puzzle Ventures zeichnet sich durch einen hands-on Ansatz aus, bei dem nicht nur Kapital, sondern auch operative Expertise und Netzwerkzugang bereitgestellt werden. ## **Insurtech des Jahres: Xaver** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_190713.jpg) Xaver gilt als Speerspitze einer neuen Insurtech-Generation, die KI und moderne User Experiences sinnvoll kombiniert. Das Unternehmen baut skalierbare Vertriebs- und Beratungsplattformen für Versicherer und schafft damit mehr Effizienz sowie bessere Kundenzugänge. Ein Tech-first-Ansatz, der das traditionelle Versicherungsgeschäft spürbar modernisiert. Das Kölner Start-up wurde im März 2024 gegründet und sicherte sich direkt 5 Millionen Euro in einer Pre-Seed-Finanzierungsrunde. Xaver integriert personalisierte digitale Funnels und KI-gesteuerte Agenteninteraktionen in die Beratungs- und Vertriebsprozesse von Banken, Versicherern und Maklern. Die proprietäre KI „Nova“ ist speziell für Finanzdienstleistungen trainiert und sorgt für Compliance-Sicherheit, während sie administrative Aufgaben übernimmt und Vorschläge macht. Xaver bereitet zudem den Launch eines white-labeled Pan-European Pension Product (PEPP) vor, um Partnern kostengünstige Rentenprodukte anzubieten. 2025 ging das Insurtech eine Partnerschaft mit Die Bayerische ein und ist damit der erste Versicherer, der personalisierte Sales Journeys und KI-Agenten für die direkte Kundenberatung einsetzt. ## **Opago: Fintech des Herzens** Opago ist ein Anbieter moderner Bezahllösungen, der Unternehmen jeder Größe Bitcoin-Lightning-Transaktionen ermöglicht. Die Lösung bietet blitzschnelle, kostengünstige und sichere Zahlungen in Echtzeit – ohne Wartezeiten oder Bankverzögerungen. Opago richtet sich an Einzelhändler, Restaurants, Cafés und E-Commerce-Plattformen und integriert sich nahtlos in bestehende Kassensysteme und Zahlungsabwicklungsplattformen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_191937.jpg) Für größere Unternehmen bietet opago eine Enterprise API, die sich auch in SAP S/4HANA integrieren lässt. Das Unternehmen unterstützt Zahlungen in Bitcoin, Tether und Stablesats, mit flexibler Auszahlung in Bitcoin oder automatischer Umrechnung in Euro. Opago ist vollständig GDPR-konform und erfüllt alle europäischen Regulierungsanforderungen. Dass die Community Opago zum „Fintech des Herzens“ gewählt hat, zeigt: Hier trifft zukunftsweisende Zahlungstechnologie auf ein Verständnis für reale Bedürfnisse von Händlern und Unternehmen. Mit über 2.500 abgegebenen Stimmen beim Publikumsvoting setzte sich Opago klar gegen die Konkurrenz durch und zeigte damit, wie stark die Resonanz in der Community ist. ## **Ausblick: Ein Ökosystem, das weiter wächst** Die diesjährigen Gewinner:innen zeigen eindrucksvoll, wie vielfältig und kraftvoll das deutsche Fintech-Ökosystem geworden ist. Von regulatorischen Spezialthemen über Infrastruktur bis hin zu Community-getriebenen Erfolgsstories. Die Branche ist breit aufgestellt und voller Momentum. Wir gratulieren erneut von Herzen und freuen uns, die Gewinner:innen in den nächsten Wochen weiter zu begleiten. ### FIDA: Finanzinformationsdienstleister, Gatekeeper & Rechtsvertreter in der EU URL: https://paymentandbanking.com/fida-finanzinformationsdienstleister-gatekeeper-rechtsvertreter-in-der-eu/ Last updated: 2025-11-19T14:35:05.000Z **Annerton-Experte Awet Yohannes erklärt im „Alles Legal“-Podcast, die durch FIDA neu geschaffene Kategorie „Finanzinformationsdienstleister“, was Unternehmen für eine Zulassung erfüllen müssen und warum Gatekeeper womöglich außen vor bleiben.** In der vierten Folge unserer FIDA-Reihe spricht Dana Wondra mit Awet Yohannes über einen neuen Akteur im Open-Finance-Ökosystem – dem Finanzinformationsdienstleister. FIDA regelt künftig: kein gesetzliches Zugriffsrecht auf Finanzdaten ohne Zulassung – entweder als Finanzinstitut oder als Finanzinformationsdienstleister. Letztere müssen ein Zulassungsverfahren durchlaufen, das den Zulassungsanforderungen anderer regulierter Institute ähnelt. Gefordert werden unter anderem ein Geschäftsplan, Nachweise zur Governance, DORA-Compliance, Sicherheitsstrategien, der Abschluss einer Berufshaftpflichtversicherung oder vergleichbare Garantien bis hin zu Fit-&-Proper-Nachweisen für die Geschäftsführung. Unternehmen mit Sitz in Drittstaaten müssen zusätzliche Anforderungen erfüllen, etwa durch die Benennung eines Rechtsvertreters in der EU. Ein brisantes Thema: Dürfen Gatekeeper Finanzinformationsdienstleister werden? Befürchtet werden unter anderem ungleiche Wettbewerbsbedingungen, da Apple, Meta & Co. dann zwar auf Daten zugreifen dürften – aber keine eigenen zurückspielen müssten. Der Data Act erlaubt bereits Einschränkungen für Gatekeeper. Auch bei FIDA werden Einschränkungen für Gatekeeper diskutiert – von einem totalen Ausschluss bis hin zu verschärfter Aufsicht und strengeren Anforderungen im Zulassungsverfahren. Klar ist: Ohne Zulassung kein Zugriff. Und die Hürden für neue Akteure sind hoch. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Das waren die besten Aussagen auf der Digifin URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-auf-der-digifin/ Last updated: 2025-11-18T17:49:51.000Z *Provokationen, steile Thesen, verrückte Ideen: Auf der Digifin25 gab es reichlich Gesprächsstoff. Wir haben unsere Lieblingszitate des ersten Tages zusammengetragen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit* > „Wenn wichtige Post immer noch physisch verschickt wird, ist das eine Herausforderung“ > > Christoph Kuban, Revolut, hat keine guten Erfahrungen mit Postboten gemacht > „Ich finde es erstmal gut, dass jetzt jede Familie mit Kind durch die Frühstartrente zwangsbeglückt wird“ > > Erik Podzuweit, Scalable Capital, bringt den Kapitalmarkt ins Kinderzimmer, ob die Eltern wollen oder nicht > „Die Frühstartrente ist wie ein magischer Schneeball“ > > Daniel Auer, R+V Versicherung, wählt im Finanzkontext gefährliche Metaphern > „Mit Krypto haben wir ganz neue Schläuche“ > > Peter Großkopf, Fintech-Newcomer des Jahres mit AllUnity, ist vom Unternehmertum noch nicht geschlaucht > „Das klingt wie ein neues Album von Taylor Swift“ > > Aiga Senftleben, Billie über das Motto der Digifin > „Daran lag es nicht“ > > Michael Schrodi, Mitglied des FC-Bundestag, hat seine Stimme wegen des Siegs der Nationalmannschaft verloren > „Die größte Assetklasse in Deutschland ist das Nichtstun“ > > Erik Podzuweit, Scalable Capital, denkt über ein neues Angebot nach > „Manchmal müssen wir auch mal eine Schraube lockern“ > > Moritz Heuberger, MdB Bündnis 90/Die Grünen, hat seine ganz eigenen psychologischen Tricks > „Wir müssen jetzt PS auf die Straße bringen“ > > Marvin Schulz, MdB CDU/CSU, betreibt anscheinend nebenbei eine KFZ-Werkstatt ### Digifin25: Alles Wichtige zum Nachlesen URL: https://paymentandbanking.com/digifin25-live-aus-berlin/ Last updated: 2025-11-19T09:28:45.000Z *Payment and Banking meets Bitkom: Zur Digifin25 bündeln wir in Berlin unsere kreativen wie organisatorischen Kräfte. Was auf dem Gipfel der digitalen Finanzindustrie passiert, lest Ihr live hier.* Opago, Xaver, Klarna: Das sind die Fintechs des Jahres Und jetzt – Trommelwirbel, bitte – noch ein Highlight, ja vielleicht das Highlight des Tages. Wir krönen die Fintechs des Jahres. Der Preis hat einiges an Prestige, wie PAB-Geschäftsführerin Nicole Nitsche nochmal anhand vergangener Sieger wie Raisin und Upvest aufzeigt. „Ich habe das Gefühl, dass wir gerade in einer guten Marktphase, es gibt wieder gute Finanzierungsrunden und spannende Projekte“, sagt Kevin Hackl, im Hauptberuf bei NAO und heute als Präsident der Jury vor Ort. Zuerst zeichnet Stefan Krautkrämer den Newcomer des Jahres aus. Der Preis geht an **AllUnity**, entgegen nimmt die Auszeichnung der Chef (und unser geschätzter Fach-Kolumnist) Peter Großkopf. Dann wird das etablierte Fintech des Jahres ausgezeichnet (ist das nicht ein Oxymoron?). Und der Sieger ist auf jeden Fall voll etabliert, es ist nämlich der BNPL-Gigant **Klarna**. Deutschland-Chef Nico Schenck darf sich über den Preis freuen, der ein rundes Jahr für die schwedische Firma abschließt. Weiter geht es mit dem Unternehmer des Jahres, Lea Maria Siering von Zalando Payments übernimmt Laudatio und Verleihung. Sie berichtet von angeregten Diskussionen in der Jury, es war wohl keine leichte Entscheidung. Die Wahl ist am Ende auf **Ralf Heim** gefallen. Der Gründer von **Fincite** ist nicht selbst da, schickt aber Grüße per Video. So wird man wohl Unternehmer des Jahres, Arbeit geht dann schon mal über Vergnügen. Dieses Jahr gibt es auch etwas Neues: Das Insurtech des Jahres, präsentiert vom Insurance Monday Podcast. Von dort kommt auch der Preisverleiher Simon Moser, der erstmal ein paar warme Worte für Deutschlands Versicherungen findet und dann den Preis an **Xaver** vergibt. Und wer Unternehmer sagt, der muss auch Unternehmerin sagen. Den Preis laudatieren die zwei Moderatoren selbst, ist ja bei der Preisträgerin auch verständlich. **Gloria Bäuerlein** gewinnt, tut es aber ihrem Bruderpreisträger Ralf Heim gleich und ist leider nicht da. Trotzdem herzlichen Glückwunsch an die Founding Partner von **Puzzle Ventures**. Ihr Besuch hätte sich aber gelohnt, gewinnt **Puzzle Ventures** doch auch noch den Preis für den Investor des Jahres. Na gut, dann geht eben ein dickes Paket ans Puzzle-Ventures-Büro. Last but not least: Wir haben noch das Fintech des Herzens, der Publikumspreis. Hier gewinnt, wer die aktivierungsfreudigste Community hat. Und das war dieses Jahr **Opago**, der Stablecoin-Infrastrukturdienstleister der Herzen. Da soll noch mal einer sagen, Stableocins seine sperrig, das Publikum scheint das Thema zu lieben. So, das war es jetzt aber mit der Digifin25\. Wir hatten Spaß vor Ort, Ihr hoffentlich auch ein bisschen beim Lesen. Bis zum nächsten Jahr! ## **KI wird erwachsen: Was nun?** Künstliche Intelligenz ist kein Wundermittel: Das haben mittlerweile alle verstanden. Aber wie fängt man an, die Technologie nach und nach in Prozesse einzubauen? „Wir haben Beispiele von Risikoanalysen, die von zwei Wochen auf drei Stunden verkürzt werden”, sagt Bastian Bahnemann, Financial Services Industry Compliance & Business Development Lead, Microsoft Deutschland. Prüfungsprozesse, die über Dokumentenerkennung erleichtert werden, ist für Matthias Terlau, Partner bei Görg, ein Beispiel, wie KI schon jetzt Arbeit erleichtert. Wird KI traditionelle Geschäftsmodelle aber auch angreifen, statt sie zu unterstützen? Für Tabitha Kleine, Geschäftsbereichsleiter Aktivgeschäft Privatkunden und KI bei der Finanz Informatik, ist KI nur Mittel zum Zweck. Aber ein ziemlich starkes Mittel, sagt Bastian Bahnemann: „Die KI schafft ganz neue Wertschöpfungspotenziale.“ Wer diese Effizienzen nicht hebe, werde gejagt. Und was ist mit den Gefahren? Noch seien sie meist gering, sagt Matthias Terlau. Denn KI werde meist nur als Assistenz und nicht als Agent eingesetzt: Es gibt also einen Human in the Loop, der oder die im Zweifel korrigieren oder eingreifen kann. Der Knackpunkt für die Panelisten ist viel mehr: Wie man Daten aus Unternehmen nutzbar macht. Wie setzt man dabei die richtigen Prioritäten? Sicherheit spielt für Tabitha Kleine die größte Rolle, weil es sich bei Bankdaten um sensible Informationen handelt. Matthias Terlau setzt auf interne Experte, die auf Probleme und bewährte Verfahren hinweisen. Und dann gibt es noch ketzerischen Statements zum Abschluss: Die Regulierung der EU hat auch seine Vorteile, sagt Tabitha Kleine. „Doch die Bafin erlaubt das”, findet Bastian Bahnemann, der sich damit gegen notorische Bedenkenträger:innen stellt. Und Matthias Terlau glaubt, dass 2050 die Fragen auf dem Panel von einer Agentic-AI beantwortet wird. Und mit dieser beunruhigenden Prophezeiung entlassen wir das Publikum in die mit Spannung erwartete Verleihung des Fintechs des Jahres. Die Fresssucht der Tokenisierung wird überschätzt Nach Stablecoins folgt die Tokenisierung. Für den Außenstehenden mag das im Prinzip dasselbe sein, wo die Unterschiede liegen, erklären uns aber die Panelisten des Programmpunkts mit dem plakativen Titel „Tokenisierung frisst Finanzwelt“. Unter Tokenisierung fallen im Prinzip dutzende Märkte, wie Radoslav Albrecht, Gründer und CEO von Bitbond erklärt. Aktien, Anleihen, Immobilien, Kunst: Fast alles lässt sich tokenisieren, verkaufen und dann handeln. Aber „frisst“ die Tokenisierung tatsächlich die Finanzwelt? Das vielleicht nicht, sagt Julia Urmann, Legal- und Compliance-Managerin bei 360X. „Aber gerade institutionelle Investoren und Anleger nehmen das Thema ernster, es verbreitet sich immer mehr“. Genannt werden Vorhaben von Unternehmen wie Google oder JPMorgan. Wie so oft heute schwingt auch beim Thema Tokenisierung die Sorge mit, dass Europa den Anschluss verlieren könnte. „Wir hatten dank MiCAR einen riesigen Vorsprung, den wir aber etwas verspielt haben“, kritisiert Jan Sell, Venture Partner bei Angel Invest Ventures. Und die USA holen unter Präsident Donald Trump auf. Egal, was man von dem halte: Die Regulierung von Tokens habe er konsistenter gemacht, meint Albrecht. Noch ist der MiCAR-Vorsprung noch nicht ganz weg. Wie wir ihn verteidigen? „Es braucht dringend mehr Harmonisierung in Europa, vor allem ein einheitliches Wertpapierrecht“, sagt Julia Urmann. ## **Wie man es bei Stablecoins ausnahmsweise richtig macht** Es sieht ganz so aus, als habe die EU mit MiCAR mal etwas früh richtig gemacht: Davon profitieren gerade besonders Stablecoin-Emittenten, wie es zu Beginn des nächsten Panels anklingt. Doch auch wenn die EU bei diesem Thema tatsächlich auch aus Sicht der Branche mal etwas ermöglicht statt blockiert hat, geht die Arbeit jetzt erst richtig los. Denn es gibt noch offene Fragen: Zum Beispiel, wie man Stablecoins über Ländergrenzen tauschbar machen kann, wenn die Reserven für Stablecoins innerhalb von Ländergrenzen festsitzen? Marvin Schulz, Mitglied der CDU/CSU-Bundestagsfraktion möchte die Stablecoin-Branche an dieser Frage nicht scheitern sehen: „Unsere Idee ist es, die europäische Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten”, sagt Schulz. „Wir wollen deshalb keine Grenzen im digitalen Zahlungsverkehr setzen.” Man beobachte jedoch weiter die Debatte derjenigen, die sich damit besser auskennen. Und die sind von der EU ganz angetan: „Wir regulieren aus der EU heraus global Stablecoins”, sagt etwa Patrick Hansen, Senior Director, EU Strategy & Policy beim Stablecoin-Emittenten Circle. Das gilt auch für heimische Initiativen wie Allunity. Dessen CTO und COO Peter Großkopf sieht die Konkurrenz aus den USA nicht als Gefahr. Denn Stablecoins sollen sowieso eine globale Infrastruktur werden. Es gebe deshalb nur einen globalen Markt. Doch er warnt: Es dürfe keine regulatorische Arbitrage entstehen: „Wir müssen sicherstellen, dass Akteure, die sich streng an die Regeln halten, nicht aus dem Markt gedrängt werden.” Für ein wenig Verwirrung sorgte da, dass Stablecoins zwischen Zahlungsinstrument und Kryptoasset liegen: „Vielen war nicht so klar, dass sie eine Lizenz nach PSD2 brauchen”, sagt Großkopf. „Wir tun deswegen gut daran, zunächst Übergangsfristen zu setzen.” Man müsse aufpassen, die Hürden nicht unnötig hoch zu legen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_162900.jpg) Wenn die KI meinen Kühlschrank versichert Jetzt wird es Zeit für einen richtigen Gassenhauer: Das Versicherungsgeschäft. Aber keine Angst, Barara Karuth-Zelle, COO bei der Allianz, will uns nicht mit Schadenstabellen und Selbstbeteiligungen beglücken, sondern mit dem Einsatz von KI, der nicht nur ihren Mitarbeiterinnen, sondern auch den Versicherten das Leben leichter machen soll. „Wichtig ist, dass wir es an der ganzen Wertschöpfungskette einsetzen und jeder Mitarbeiter mitzieht“, erklärt Karuth-Zelle. Sie ist sich sicher: Ohne ein grundlegendes Verständnis, das alle Mitarbeiter für das Thema haben, wir die Allianz nicht langfristig konkurrenzfähig bleiben. Wie so oft beim Thema KI stellt sich die Frage: Gibt es abseits großer Ankündigungen auch praktische Beispiel? Tatsächlich hat Karuth-Zelle ein paar mitgebracht. Unser Favorit: Die Kühlschrankinhaltsversicherung in Australien, bei der Schadenfälle mittlerweile weitestgehend autonom von der KI bearbeitet werden. Klingt wie ein Scherz. „Aber in einem Land, in dem der nächste Supermarkt vier bis fünf Stunden weit weg sein kann, ist das ein hochrelevantes Thema“, sagt die Managerin. Wichtig ist hier, dass der KI-Einsatz das Vertrauen der Kunden erhöht, nicht torpediert. „Unsere Kunden wollen im besten Fall einmal mit uns zu tun haben bei einem Schadensfall und dann einfach Hilfe bekommen“, sagt sie. Und wer in letzter Zeit mal einen Versicherungsfall hatte – ob Kühlschrankinhalt oder anderweitig – der weiß, dass das ein sehr erstrebenswertes Ideal ist. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_160211.jpg) ## **Warum Europa zu wenig wagt** Wenn es um die Versorgung von Start-ups mit Wagniskapital geht, wird in Europa gerne gemeckert. Da mag es überraschen, dass zwei der drei nächsten Panelist:innen – Robin Binder, Gründer von Nao und Nathalie Schwarzkopf, Fintech Investorin bei BlackFin – dem europäischen Ökosystem 7 von 10 Punkten geben würden. Ein wenig düsterer sieht es Julian Ostertag, Managing Partner bei Drake Star. In Europa hänge man besonders den USA stark hinterher, wenn es um Wagniskapital gehe. „Es kann nicht sein, dass die führenden Firmen in Deutschland nicht investieren können”, sagt er. „Gründer haben wir, die haben auch gute Ideen, aber wir müssen ihnen auch Geld geben.” Das liege auch am regulatorischen Umfeld durch Regelungen wie Basel III und Bürokratisierung. Aber nicht nur. Für Robin Binder hat die Zurückhaltung besonders kulturelle Gründe. Das sieht auch Ostertag so. „Wir müssen unsere Mentalität ändern”, sagt er. Wagniskultur sei in Europa nicht angekommen, obwohl das Problem seit Jahren bekannt sei. Er hofft dabei, dass jüngere Generationen eine neue Risikobereitschaft in Unternehmen und Gesellschaft tragen. Wie kann man mehr Investitionen erheben? Robin Binder glaubt, dass private Investitionen hier ein Schlüssel sein können. Ein anderes Mittel sei, europäischer zu denken, etwa Investitionsfonds, sagt Nathalie Schwarzkopf. „Das ist der einzige Weg, wie Start-ups in Europa schnell zu Scale-ups werden können.” Also gilt die alte europäische Losung: Es geht nur zusammen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_154353.jpg) Die Schweiz zeigt, wie es geht Komplizierte Prozesse leicht aussehen zu lassen, das können sie in der Schweiz. Was auf der Digifin einmal mehr Ralf Jenzer (Mesoneer) und Beat Steiner (Swisscom) demonstrieren. In knackigen 15 Minuten demonstrieren die beiden, wie das Onboarding eines Kunden bei einer Bank im Idealfall laufen könnte. Fazit: Wenn man wollte, ginge es innerhalb kürzester Zeit. „Wichtig ist, dass die Prozesse, gerade die Kundenüberprüfung, im Hintergrund laufen und der Kunde dadurch nicht behelligt wird“, sagt Jenzer. Im Idealfall mache das nicht nur dem Kunden, sondern auch der Bank das Leben leichter. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_154542.jpg) ## **Digitaler Euro: Auch die Privatwirtschaft ist am Zug** Der Digitale Euro ist mittlerweile der ständige Begleiter auf unseren Podiumsdiskussionen geworden. Heike Winter ist als Bereichsleitung „Analyse, Policy, Ökosystem Digitaler Euro“, bei der Deutschen Bundesbank genau für dieses Thema zuständig. Sie sieht gerade Bewegung in der Sache, etwa im EU-Parlament startet die Diskussion gerade und auch der EZB-Rat hat die nächste Phase eingeleitet. Trotzdem müsse es mit der Entwicklung jetzt weitergehen. „Wenn wir einigermaßen schnell sein wollen, sollten wir nicht auf den Gesetzgeber warten.” ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_151013.jpg) Die Diskussion um die Konkurrenz des Digitalen Euros mit privaten Initiativen wie EPI sieht sie entspannt: „Wir sehen den Digitalen Euro nicht als Konkurrenz.” Lösungen wie Bizum und Wero hätten weiterhin Chancen, sagt sie und wird deutlich: „Wenn wir in Europa etwas haben wollen, was mithalten soll, brauchen wir ein einheitliches System.” Einer der Baumeister des Digitalen Euros ist Barnabas Ferenczi, der mit Giesecke+Devrient den Zuschlag für das Offline-System des Digitalen Euro erhalten hat, das auf einer Prepaid-Karte basieren soll. Fragmentierung sei nicht unbedingt ein Problem, findet er. „Das kann auch durchaus den Wettbewerb ankurbeln.” Das glaubt auch Kilian Thalhammer von der Deutschen Bank. „Wir glauben, alle Lösungen können interoperabel funktionieren.” Anders als auf der emotionalen Kundenschnittstelle, solle man auch auf anderen Ebenen offen für eine Zusammenarbeit sein, findet er. In Sachen Wallets kämen zudem nicht viele Initiativen aus der Privatwirtschaft, sagt Jochen Siegert von Payment & Banking. Die Banken hätten am lautesten nach der DMA geschrien, sagt er. „Aber bisher hat das nur PayPal genutzt, um auf Apple Pay aufzuholen.” Private europäische Initiativen müssen nun schnell aufholen, darüber ist man sich einig. **LBBW-Manager im KI-Selbstgespräch** KI eignet sich zum Glück nicht nur für Betrugsmaschen. Was mit ihr so alles möglich ist, das erläutert uns nun Stephen A. Paxmann, Chief Innovation Officer der LBBW. Seine Meinung: Bald werden wir all AI-Buddies haben, die uns die Arbeit bei der Geldanlage und Vermögensverwaltung abnehmen. Dafür gibt es auch eine kleine Vorführung, bei der Paxmann auf der Bühne mit seinem LBBW-KI-Berater spricht. Aber ist das am Ende auch mehr als ein nettes Gimmick? Paxmann glaubt das: „Wir haben heute so viel Informationen wie noch nie, aber gleichzeitig weder die Zeit noch die Kapazität, diese sinnvoll zu verarbeiten.“ Der KI-Assistent helfe dabei, sei die Lösung für dieses grundlegende Paradox der digitalen Epoche. Wie nah das alles ist? Fraglich, denn auch der KI-Berater, den Paxmann vorführt, war am Ende „nur“ ein Video, echte Interaktion fand nicht statt. Als Grund nennt der LBBW-Mann das WLAN. Immerhin: Cool sah die Demonstration aus. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_145717.jpg) ## **Mensch oder Maschine: Wo beginnt die Verteidigungslinie gegen KI-Betrug?** Nach der Mittagspause geht es gleich mit einem Krimi-Thema weiter: KI ist eine große Chance für den Finanzsektor, stattet aber auch Betrüger mit großen Möglichkeiten aus. Nicht-autorisierter Betrug sei fast vollständig verschwunden, berichtet Katharina Paust-Bokrezion, Head of Payments & Digital Policy, Government & Public Affairs der Deutschen Bank. „Bei Betrug, der autorisiert ist, sehen wir dagegen steigende Zahlen”, sagt sie. Betrügereien wie Enkeltricks werden durch Voice Cloning viel schwerer erkennbar. Auf der anderen Seite könne KI dabei helfen, Betrug zu erkennen, sagt sie. Etwa indem sie Muster erkennt – technologische Lösungen seien also unerlässlich. Mit Besorgnis beobachtet Bundebänker Dirk Schrade das Thema. Besonders beim Kartenbetrug sieht er noch Sicherheitslücken. Dabei seien alle Altersgruppen gefährdet. „Man sieht, dass Angreifer den menschlichen Faktor in den Mittelpunkt rücken.“ Seine These: „Da hilft Technik wenig: Der Verbraucher ist die erste Verteidigungslinie”, findet er. Aber man müsse auch andere Akteure wie Telekommunikationsunternehmen und Finanzakteure an einen Tisch bringen. „Betrugsprävention funktioniert nur in Zusammenarbeit und nicht im Wettbewerb.” Dafür brauche es mehr Datenaustausch. Dass Technik bei Betrugsprävention schnell an seine Grenzen kommt, glaubt Tobias Schweiger nicht: „Die „Guten” müssen in der gleichen Geschwindigkeit wie die „Bösen” Innovationen vorantreiben”, sagt Schweiger: Ein digitales Wettrüsten. Man brauche den Willen, neue Verfahren einzuführen. Betrugsprävention muss automatisiert funktionieren. Besteht die Gefahr von zu vielen Fehlalarmen, fragt Dirk Schrade. Schweiger antwortet: Der Kontext könne durch KI einbezogen werden, um die Plausibilität von Transaktionen einzuschätzen. Unterm Strich also: Mehr Wachsamkeit sowohl durch Mensch als auch Technik. Die große Chance in der Lücke Auch Philipp Bohrn, seines Zeichens Geschäftsführer und VP Governance bei der Kryptoplattform Bitpanda, fände etwas weniger Regulierung gut. „Es brauch Mut zur Lücke“, betont er. Vorgaben wie MiCAR seien prinzipiell richtig. „Aber wir können nicht immer jedes einzelne Risiko schon im Vorhinein ausschließen“, kritisiert er. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_131621.jpg) Vor allem, weil so auch wirklich technologische Souveränität nicht erreicht werden könnte. Lokalisierung sei da nicht der Königsweg. Stattdessen gehe es darum, die nächsten technologischen „Generationsschritte“ in Europa zu ermöglichen. Und auch Bohrn schreibt der deutschen Regierung weniger Goldplating ins Aufgabenheft: „Wenn es eine EU-Regel gibt, dann reicht die oft auch einfach.“ Und mit dieser weisen Einschätzung geht es dann in die Mittagspause. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_124155.jpg) ## **Hat sich Deutschland im Regulierungsdschungel verirrt?** Nun tauchen wir in den Dschungel der deutschen Finanzregulierung ab, der in der Branche für Verwirrung sorgt und Gemüter erhitzt. Für Orientierung sorgen Moritz Heuberger von der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen, Frederike Lange, Referatsleiterin Digitale Finanztechnologien im Finanzministerium und Marcus W. Mosen, CO-Chef von N26. „Auch wegen Finanzskandalen wie dem Fall von Wirecard ist die Regulierung ausgebaut worden“, sagt Frederike Lange. Die Regulierung möchte man in Paketen zusammenfassen, um Komplexität rauszunehmen, erklärt sie. Andere Länder setzten mehr auf Innovation. In Deutschland sei dagegen der Verbraucherschutz so wichtig, dass er teilweise Innovationen verhindere, findet Marcus W. Mosen von N26\. „Wirecard liegt immer noch wie eine graue Wolke über unserem Standort”, sagt er. „Für mich steht Wirecard nicht für die Fintech-Branche. Es war kein innovatives Unternehmen.” Deshalb mache es die Branche nicht sicherer, Innovationen zu verhindern. Mosen möchte in Zukunft früher ins Gespräch mit Regulierern kommen. „Heute sind diese Dialoge eher reaktiv – wir sind dafür ein gutes Testimonial”, sagt der Chef der Digitalbank, die in letzter Zeit ins Kreuzfeuer der Aufsichtsbehörden gekommen war. Um das in Zukunft zu verhindern, müsse man früher und praktischer über Innovationen sprechen. Im Januar ist dafür ein Treffen zwischen dem Finanzministerium und N26 geplant. Doch es brauche ein ganz anderes Verständnis von Regulierung: „Sie ist meist hinter dem aktuellen Verständnis von modernen Finanztechnologien hinterher.” Die Regulierung selbst brauche also eine Transformation. Sandboxes und Regulierung anhand von echten Lebenssituationen in einem Praxischeck zu prüfen, seien hier eine gute Möglichkeit, vor die Geschehnisse zu kommen, sagt Frederike Lange. Die MiCAR-Regulierung habe zumindest gezeigt, dass ein frühes Handeln Krypto-Start-ups frühzeitig anlocken konnte, sagt Lange. Das zumindest könnte Hoffnung machen, dass Deutschland einen guten Weg finden kann. Lange stellt auch für KI-Themen eine Sandbox in Aussicht. Das geht in die richtige Richtung, finden auch die anderen Panelist:innen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_120932.jpg) Alle lieben die Frühstartrente – aber als das Wort Zertifizierung fällt, kracht es Bisher ging alles recht gesittet zu, aber jetzt wird es doch etwas aufgeladener. Denn es geht um die Frühstartrente, Teil des Rentenpakets von Union und SPD, das aktuell so heiß diskutiert wird. Leider sitzt kein Regierungsvertreter auf dem Podium, dafür der Grüne Stefan Schmidt. Und der bricht tatsächlich eine Lanze für die Idee des politischen Gegners: „Ich finde das gut, wir haben zu wenig Menschen, die am Kapitalmarkt anlegen.“ Schade sei nur, dass zunächst nur ein Jahrgang bedacht werde. Einig sind sich Schmitt und seine Mitdiskutanten – Daniel Auer von R+V, Scalable-Gründer Erik Podzuweit und Moderatorin Nicole Nitsche – dass die Frühstartrente nur ein Erfolg wird, wenn sie mit entsprechenden Finanzbildungsprogrammen einhergeht. „Wer mit 0 oder einem Jahr anfängt, der kann sich sehr einfach einen sechsstelligen Betrag bis zur Rente ansparen, das müssen wir vermitteln“, meint Auer. Podzuweit glaubt immerhin, dass sich gerade jüngere Menschen die Bildung aktiv selbst holen. „Schaut Euch Eure Kinder an, die holen sich Wissen und Ratschläge aus dem Internet, sei es für Sport, Mode oder eben Geldanlage“, sagt er. Allgemein also viel Zustimmung zur Frühstartrente. Wo soll das jetzt aufgeladen sein? Zum Beispiel bei der Frage, wer am Ende die passenden Produkte anbieten soll. Daniel Auer von der R+V Versicherung fände eine Zertifizierung für Anbieter gut, womit er dann den Neobroker-Mann Podzuweit auf die Palme bringt. „Ich finde das absurd, das ist nur ein weiterer Bürokratie-Layer“, schimpft er. Es dürfe doch auch bisher nicht jeder Wertpapiere verkaufen. Auer verweist auf Verbraucherschutzbedenken, die man mit einer solchen Zertifizierung ausräumen könnte. Vielleicht ist das aber auch der zweite Schritt vor dem ersten, wie der Bundestagsabgeordnete Schmidt nicht ganz zu Unrecht einwirft: „Wir müssen erst einmal klären, welche Produkte im Rahmen der Frühstartrente erlaubt werden: Nur ETFs, oder doch auch Einzelaktien?“ Zunächst bleibt nun aber abzuwarten, ob die Frühstartrente überhaupt zum 1\. Januar kommt – oder sich die aktuelle Regierung nicht über das Thema Altersvorsorge endgültig zerstreitet. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_114639.jpg) ## **DKB: Wie sich eine Bank erfolgreich digitalisierte** Wie so eine Transformation in der Praxis funktionieren kann, erklärt Jan Walther, CFO der DKB. Als sich die Direktbank dazu entschied, sich digital zu transformieren, habe es nicht nur Verständnis in den eigenen Reihen gegeben. Doch die Notwendigkeit erkannte die Führungsriege früh: „Wir wussten, wenn wir nichts tun, werden wir langfristig zurückfallen.” Die erste Phase sei dann von Frustration und Enttäuschung geprägt gewesen. Das Dilemma: Während man viel Geld für digitale Infrastrukturen ausgibt, muss man als Bank auch profitabel bleiben und im Wettbewerb bestehen: „Als digitale Bank werden wir von den Start-ups herausgefordert.” Mittlerweile sei die Strategie aufgegangen: Der Beweis dafür? Das alleine zeige das gute Ergebnis der Direktbank. Jetzt möchte man den Weg weitergehen: Wir geben mindestens 100 Millionen für Transformation aus. Der nächste Schritt sind KI-Anwendungen bei Chatbots, bei der Kreditvergabe beispielsweise bei der Baufinanzierung und Betrugserkennung. Die wichtigsten Erkenntnisse für Walther: „Es braucht ein konsistentes Verhalten der gesamten Führungsetage.” Dabei spiele Kommunikation besonders an Mitarbeiter:innnen eine zentrale Rolle. „Man kann hier nicht zu viel kommunizieren.” ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_112040.jpg) Mehr EU-Regulierung? Ja, bitte! Die Grußworte sind gesprochen, nun gilt es, in die Details zu gehen. Den Start machen Julia Koch, Geschäftsführerin beim Sparkassen-Digitaldienstleister Finanz Informatik, und Christoph Kuban, der General Manager der Onlinebank Revolut. Gemeinsam mit der Raisin-Managerin Verena Thaler diskutieren sie, wie Europa im Kampf um seine digitale Souveränität dasteht. Will man die Einschätzung der Fachleute in eine Schulnote gießen: Vielleicht eine 3 minus? Überraschend gut kommt da zunächst tatsächlich die so oft gescholtene EU weg. Die PSD-Richtlinien und auch der AI Act finden lobende Erwähnung als Schritte in die richtige Richtung. Das Problem, wenn man Koch und Kuban glauben darf, liegt eher in den Mitgliedsstaaten. „Die Umsetzung ist von Land zu Land sehr unterschiedlich“, beklagt Kuban: „Wir würden bei Revolut gerne viel mehr länderübergreifend harmonisieren, das geht aber nicht ohne Weiteres.“ Ein Eindruck, den Julia Koch bestätigen kann und vor allem auf das Thema Kunden-ID und KYC zu sprechen kommt. „Wir wollen dem Kunden möglichst einfache Lösungen anbieten, aber da fehlt es bisher an Angleichung“, sagt sie. Große Hoffnung mache ihr die EuD-Wallet, die genau solche Fälle regeln könnte – wenn denn die EU-Mitgliedsstaaten auf das gefürchtete „Goldplating“, also Überregulierung, verzichten. Gerade Deutschland müsste wohl aufpassen, sich hier nicht zu verrennen. Das zeigt Revolut beispielhaft: Das neue Hauptquartier für Westeuropa steht nämlich nicht in Frankfurt oder Berlin, sondern in Paris. Warum das so ist? Richtig rausrücken mit den Gründen will Christoph Kuban nicht, nur so viel: Frankreich sei der dynamischste Markt für Revolut aktuell, mit 150.000 neuen Kunden im Monat. ## Wie kommen wir vom Gold-Plating weg? Passend dazu betritt gleich jemand die Bühne, an den diese Bedenken gerichtet sind. Michael Schrodi, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, sieht die Lage nicht ganz so düster: „Wir haben schon ein gutes Fintech-Ökosystem”, mit Frankfurt, München und Berlin habe man attraktive Standorte für die Branche. Er sieht die deutsche Fintech-Branche im europäischen Vergleich vorne: „Wir möchten den Vorsprung nicht nur halten, sondern ausbauen.” Deutschland habe beim gestrigen Spiel der Nationalmannschaft gegen die Slowakei bewiesen, dass man im Fußball wettbewerbsfähig sei: „Ich glaube, in der Finanzbranche können wir das auch schaffen.” ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_105447.jpg) Schrodi geht das Thema gemäß seines Amtes politisch an: Resilienz, Unabhängigkeit und geopolitische Konflikte hätten sehr wohl etwas mit der Finanzbranche zu tun. Digitale Resilienz sei wichtig, um die Finanzbranche als kritische Infrastruktur zu schützen. Dafür sei DORA ein entscheidender Schritt zur europäischen Sicherheit. Regulierung müsse Vertrauen schaffen und Innovation fördern. „Wir signalisieren auf EU-Ebene, dass wir keine neuen Regelwerke schaffen sollten, ohne alte abzuschaffen.” Teil dieser Transformationshilfe sei auch, die Souveränität des Zahlungsverkehrs zu unterstützen: „Wir brauchen neben dem privatwirtschaftlichen Engagement auch den digitalen Euro.” Das wird man bei den Vertretern von EPI, dem Unternehmen hinter Wero, die sich erst gerade in einem Brief über den Digitalen Euro beschwerten, nicht so gerne hören: „Der Digitale Euro wird uns digitale Souveränität geben”, sagt dagegen Schrodi. „Eine Partei schürt die Angst vor digitalen Zahlungsmittel.” Man wolle deshalb die Wahlfreiheit ermöglichen. Dafür solle der Digitale Euro die Grundlage bieten. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digifin_20251118_103916.jpg) **Warum sich Gründer:innen nicht wieder für Deutschland entscheiden würden** Fintechs Fördern und level playing field in Europa schaffen: Das ist die Priorität für Aiga Senftleben Mitgründerin und General Counsel von Billie und Mitglied im Bitkom Präsidium: Ihr geht es um wirtschaftliche Transformation: „Fintechs sind die Keimzelle der Innovation”. Doch diese Keimzelle könnte besser sprießen: „Die Realität sieht leider nicht so rosig aus”, sagt Senftleben. Das zeigt eine aktuelle Bitkom-Umfrage. Demnach würden nur 20 Prozent der Fintech-Gründer:innen noch einmal in Deutschland gründen. Für Senftleben liegt das vor allem am regulatorischen Umfeld: „Deutschland neigt zum Gold-Plating”, sagt sie. Das gelte auch im Vergleich zu anderen EU-Ländern: „Unsere liebe Bafin steht im Wettbewerb mit anderen Aufsichtsbehörden in der EU.” Mittlerweile sei diese Erkenntnis auch bei Politik und Regulator:innen angekommen. Trotzdem schaffe man es häufig nicht, Bürokratisierung abzubauen. Die zweite Verbraucherkreditrichtlinie, die zeitgleich, wird gerade ein paar Kilometer westlich im Bundestag diskutiert: Die Bereitschaft bei den Fintechs sei zumindest da: „Ich blicke in einen Saal voller Tatendrang”, wendet sich Senftleben ans Publikum. **Berlin erwacht** Guten Morgen aus der Hauptstadt, wo sich an diesem berlin-typisch eiskalten Dienstagmorgen alles trifft, was in der Fintech-, Banken- und Digitalwelt Rang und Namen hat. Wir decken uns erstmal mit Kaffee ein und halten dann live drauf. Was gesagt und was verschwiegen wird, gibt es im Laufe des Tages hier zu lesen. Das Motto der diesjährigen Digifin ist „A New Era of Finance.” Heute sollen wichtige Fragen und Streitpunkte der Zukunft der Finanzbranche besprochen werden. Zum ersten Mal haben sich die Akteure Bitkom und Payment & Banking zusammengetan. Ganz bewusst – denn es ist eine Schlüsselzeit dieser Branche: Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Finanzwelt. Entsprechend ist ein langer Tag geplant. Gleich auf drei Bühnen wird die Zukunft der digitalen Finanzbranche besprochen. Mit dabei Politiker:innen, Regulator:innen und Branchenköpfe. Den Einstieg macht Moderatorin Susanne Schöne, die durch den Tag führen wird. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/11/digfin_251118_103259.jpg) ### Agentic Commerce: Tokenisierung und Sicherheit für die Generation KI URL: https://paymentandbanking.com/agentic-commerce-tokenisierung-und-sicherheit-fuer-die-generation-ki/ Last updated: 2025-11-15T17:59:10.000Z *Agentic Commerce revolutioniert das Online-Shopping: Künstliche Intelligenz übernimmt nicht nur Produktsuche und Empfehlungen, sondern erledigt künftig eigenständig Einkäufe und Zahlungen. Doch diese neue Freiheit bringt auch Herausforderungen bei Sicherheit und Datenschutz mit sich. Tokenisierung kann hier die Lösung sein.* ## **Agentic Commerce: Die Zukunft des Einkaufens für Digital Natives** Generation Y und Generation Z sind mit Smartphones, Apps und künstlicher Intelligenz aufgewachsen. Das gilt erst recht für die Generation Alpha – also den nach 2011 Geborenen. Ihr Anspruch an Komfort und Schnelligkeit beim digitalen Einkauf ist höher als je zuvor. Agentic Commerce, also der Einsatz KI-basierter Shopping-Agenten, ist für sie nicht nur ein Trend, sondern die nächste Stufe der Online-Experience. Statt selbst nach Angeboten zu suchen oder Warenkörbe zu füllen, delegieren Nutzer ihren digitalen Agenten Aufgaben wie „Kaufe mir Sneakers, wenn sie unter 70 Euro kosten“ oder „Bestelle Lebensmittel, sobald der Vorrat zur Neige geht“. Die KI wählt Angebote aus, prüft Konditionen und führt die Zahlung eigenständig durch. Möglich machen das Fortschritte bei Sprachsteuerung, Open-Banking-APIs und der Integration von intelligenten Algorithmen. So verschiebt sich der Kaufvorgang von der Nutzerin oder dem Nutzer auf ein System, das personalisiert, effizient und rund um die Uhr agiert. ## **Sicherheit im Agentic Commerce: Neue Risiken, neue Lösungen** Doch wo KI eigenständig für uns einkauft, entstehen neue Unsicherheiten. Wer haftet, wenn ein Agent einen Fehlkauf tätigt? Wie kann Missbrauch, Betrug oder Datenmissbrauch verhindert werden? Für Verbraucherinnen und Verbraucher muss transparent sein, nach welchen Regeln Agenten agieren und wie sie mit sensiblen Daten umgehen. Gerade im Zahlungsprozess stellt sich die Frage nach Sicherheit und Kontrolle: Was, wenn der Bot auf ein Konto zugreift – und dabei Fehler macht oder manipuliert wird? Haftungsfragen und Datenschutz stehen im Mittelpunkt der Diskussion. Auch gesetzlich ist vieles noch ungeklärt, denn die Regulierung für autonome Zahlungsagenten steckt noch in den Kinderschuhen. Dabei ist eines klar: Komfort darf nicht auf Kosten von Sicherheit und Selbstbestimmung gehen. ## **Tokenisierung als Schlüssel: Wie Mastercard Agentic Commerce absichert** Die technologische Antwort auf diese Herausforderungen ist die Tokenisierung. Statt echter Kartendaten kommen einmalige, transaktionsgebundene Tokens zum Einsatz. So bleiben sensible Zahlungsdaten geschützt – selbst bei einem Datenleck. Mastercard setzt bei der Entwicklung von Agentic Commerce genau hier an: Mit der Mastercard Tokenisierungs-Lösung werden Zahlungen durch KI-Agenten sicher, schnell und nahtlos abgewickelt, ohne Risiken wie Datenweitergabe oder unkontrollierte Abbuchungen. Zusätzlich nutzt die Lösung die Mastercard Intent API, um Zahlungsabsichten von KI-Agenten eindeutig zu erfassen und zu autorisieren. So wird sichergestellt, dass jede Transaktion nicht nur sicher, sondern auch im Sinne des Kunden ausgeführt wird. Darüber hinaus werden DSP-ID (Digital Service Provider Identifier) und Agent-ID als Datenelemente eingebettet, um die Herkunft jeder Transaktion nachvollziehbar zu machen. Diese Identifikatoren ermöglichen Händlern und kartenherausgebenden Banken eine präzise Rückverfolgung und verhindern Missbrauch, während die Tokenisierung die eigentlichen Zahlungsdaten vollständig schützt. Weiterhin entwickelt Mastercard Standards für Transparenz, Rückverfolgbarkeit und Verbraucherschutz. Gemeinsam mit dem langjährigen Partner PayPal wird die Bezahlplattform Mastercard Agent Pay in die digitale Geldbörse integriert – ein weiterer Schritt, um Agentic Commerce weltweit sicher und benutzerfreundlich zu etablieren. ### KI-Revolution im Banking: Zwischen Aufholtempo und Aufbruchsstimmung URL: https://paymentandbanking.com/ki-revolution-im-banking-zwischen-aufholtempo-und-aufbruchsstimmung/ Last updated: 2026-04-29T12:24:23.000Z **Google, OpenAI und Co. schaffen gerade die technologische Basis für KI, die eigenständig Finanzaufgaben übernehmen kann. Für klassische Banken bedeutet das eine große Herausforderung, aber auch die Chance, selbst neue Angebote zu entwickeln.** Man stelle sich vor: Ein KI-Assistent handelt nicht nur als persönlicher Einkaufsberater, sondern kauft direkt ein und bezahlt. Oder vergleicht und wechselt den Stromanbieter. Oder handelt sogar die Konditionen für einen Kleinkredit aus. Zukunftsmusik? Nein. Entwicklungen wie Agentic Commerce oder Agentic Finance werden durch neue, offene Protokolle zur greifbaren Realität, sind sogar schon Realität. Einige dieser Protokolle und Entwicklungen treiben das Thema und haben die Kraft, die Art und Weise, wie wir in Zukunft konsumieren oder Dienste nutzen, nachhaltig zu verändern. - **Googles Agent Payments Protocol (AP2)**: In Zusammenarbeit mit über 60 Partnern, darunter namhafte Player wie Mastercard, PayPal, Revolut und American Express, hat Google ein offenes Protokoll für KI-gesteuerte Zahlungen geschaffen. AP2 ist zahlungsmittelunabhängig und funktioniert mit Kreditkarten, Banküberweisungen und sogar Stablecoins. Das Herzstück sind kryptographisch signierte „Mandate“, die als fälschungssichere digitale Verträge dienen und so das nötige Vertrauen für autonome Transaktionen schaffen. - **OpenAIs Agentic Commerce Protocol (ACP)**: Gemeinsam mit dem Zahlungsdienstleister Stripe entwickelt, ermöglicht ACP den direkten Kaufprozess innerhalb von ChatGPT. Das „Buy it in ChatGPT“-Feature ist ein klares Zeichen dafür, dass die Grenzen zwischen Konversation, Beratung und Transaktion verschwimmen. Der Fokus liegt darauf, den Kunden nahtlos von der Produktentdeckung zum Checkout zu führen, ohne die gewohnte Chat-Umgebung zu verlassen. - **Visas Trusted Agent Protocol (TAP):** Das Trusted Agent Protocol von Visa soll Zahlungen zwischen KI-Agenten und Händlern absichern und damit die Grundlage für verifizierte, automatisierte Transaktionen legen. Die Lösung entstand in Zusammenarbeit mit Partnern wie Cloudflare und Adyen und soll Händler, ohne eigenen Entwicklungsaufwand, vor betrügerischen Bot schützen. - **Anthropics Model Context Protocol (MCP)**: Dieses Protokoll agiert als eine Art universeller Übersetzer, der es KI-Modellen wie Claude ermöglicht, sicher auf externe Datenquellen zuzugreifen, seien es Unternehmensdatenbanken, Entwicklungsumgebungen oder eben auch Banksysteme. Für Banken bedeutet dies eine standardisierte Möglichkeit, ihre Systeme für KI-Agenten zu öffnen. MCP ist so etwas wie USB für Chatbots und ermöglicht es, aus dem Chatbot heraus auf unzählige Dienste, aber auch lokale Programme und Apps zuzugreifen und eigenständig zu bedienen. - **Perplexity AI und der Comet Browser**: Perplexity hat sich als „Answer Engine“ positioniert. Eine KI-gestützte Suchmaschine, die statt einer Liste von Links direkte, quellenbasierte Antworten liefert. Das Unternehmen nutzt MCP, um seinen KI-Assistenten Zugriff auf Echtzeit-Webinformationen zu ermöglichen. Mit dem **Comet Browser** geht Perplexity noch einen Schritt weiter: Der Browser fungiert als persönlicher KI-Assistent, der E-Mails organisiert, Meetings plant, Inhalte aus verschiedenen Quellen zusammenfasst und sogar Shopping-Entscheidungen treffen kann. Nutzer stellen 6-18 mal mehr Fragen am ersten Tag nach dem Download, ein Zeichen dafür, dass KI-first Interfaces das Nutzerverhalten fundamental verändern. Vor allem kann der Assistent in Comet auf jeder Webseite genutzt werden, auch im Online-Banking und dann autark operieren. - **OpenAIs Atlas:** Auch OpenAI hat mit Atlas einen eigenen, agentischen Browser, welcher als persönlicher KI Assistent agiert. - **OpenAI und PayPal:** PayPal und OpenAI kooperieren, um Sofort-Checkout und sogenanntes Agentic Commerce direkt in ChatGPT zu realisieren. In Kürze sollen Millionen von PayPal-Händlern in ChatGPT auffindbar und ihre Produkte dort direkt kaufbar sein. Diese Entwicklungen sind keine isolierten technischen Spielereien. Sie haben das Potenzial, die Grundpfeiler eines neuen Ökosystems zu werden, in dem KI-Agenten zu zentralen Gatekeepern für Finanzdienstleistungen werden. Und die Wahrscheinlichkeit ist nicht so gering. Damit nicht genug, denn auf die offenen Protokolle folgt die Plattformstrategie und mit der Übernahme von Roi legt OpenAI beispielsweise den Grundstein für die nächste Ebene, die Finanzintelligenz. Das 2022 gegründete US-Fintech Roi stand für personalisierte Finanzanalyse über alle Anlageklassen hinweg, also genau das, was ChatGPT künftig in seiner neuen Rolle als transaktionale Schnittstelle braucht. Während AP2, ACP und MCP die Infrastruktur liefern, schafft OpenAI mit Roi das Know-how, um aus Chatbots echte Finanzagenten zu machen. Der Chat wird damit zum Finanz-Frontend, das nicht nur berät, sondern handelt. Aus „Tell me my balance“ wird „Invest it for me“. ## Das Paradox des Vertrauens Geld ist Vertrauenssache? Ja! Und einer KI das eigene Geld anzuvertrauen, scheint eine hohe Hürde zu sein. Doch die Zahlen zeichnen ein differenziertes Bild: Eine globale Umfrage von Zendesk und YouGov aus diesem Jahr zeigt, dass bereits 52 % der Menschen KI-Assistenten bei alltäglichen Aufgaben vertrauen. Bei der jungen Generation ist die Akzeptanz noch höher: 77 Prozent der 18- bis 24-Jährigen in Deutschland nutzen bereits KI-Assistenten. Schon 39 Prozent der Befragten würden einer KI ihre Finanzplanung anvertrauen. Ein deutliches Zeichen für wachsendes Vertrauen in digitale Assistenten. Gleichzeitig bleibt der Wunsch nach Kontrolle bestehen: 58 Prozent würden bei einem Problem, etwa einer doppelten Zahlung, lieber kurzfristig menschliche Unterstützung hinzuziehen. Das zeigt, dass Vertrauen in KI dort entsteht, wo Sicherheit, Transparenz und Mitsprache gewährleistet sind. Besonders wichtig sind Datensicherheit (57 Prozent), Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen (48 Prozent) und die Möglichkeit, jederzeit eine menschliche Ansprechperson einzubeziehen (46 Prozent). ## Wenn ein Riese selbst betroffen ist Die Disruption durch KI ist kein theoretisches Szenario mehr, sie findet bereits heute statt. Das beste Beispiel ist ironischerweise Google selbst. Das Unternehmen, das die Suche im Internet definiert hat, erlebt gerade, wie die eigenen KI-Innovationen das Kerngeschäft kannibalisieren. Eine Studie des Publisher-Verbands Digital Content Next (DCN) belegt, dass Googles „AI Overviews“, KI-generierte Zusammenfassungen direkt auf der Suchergebnisseite, zu einem Traffic-Einbruch von bis zu 25 Prozent bei den verlinkten Webseiten führen. Fast 60 Prozent aller Google-Suchen enden mittlerweile ohne einen einzigen Klick auf einen externen Link. Google verliert die Kontrolle über den Traffic, den es selbst generiert – ein warnendes Beispiel für jede Branche, die auf Vermittlung und Schnittstellenkontrolle basiert. Parallel dazu entstehen neue Player wie der Comet Browser von Perplexity AI oder OpenAIs Atlas. Beides Browser, die von Grund auf als KI-Assistenten konzipiert sind und traditionellen Browsern wie Chrome den Kampf ansagen. Comet kann bereits heute E-Mails analysieren, Termine koordinieren und Inhalte aus verschiedenen Quellen intelligent verknüpfen. Würde dieser Browser zusätzlich Bankdaten integrieren, könnte er automatisch Rechnungen mit dem Kontostand abgleichen, Ausgabenmuster analysieren und proaktiv Sparvorschläge machen, alles ohne den Besuch der Website einer Bank. Das zeigt, dass der Angriff auf etablierte Gatekeeper aus völlig neuen Richtungen kommen kann. ## Die deutsche Kreditwirtschaft: Zwischen Abwarten und Aufbruch Für die deutsche Kreditwirtschaft ist das eine entscheidende Phase. Direktbanken wie DKB, Neobanken wie Revolut aber auch Retailbanken wie Sparkassen und Volksbanken haben die Zeichen der Zeit erkannt und arbeiten an eigenen Lösungen. Der Fokus liegt hier allerdings oft noch auf der Optimierung interner Prozesse, während an der Kundenschnittstelle nicht weniger Disruption passiert. Die Gefahr ist real: Wenn Kund:innen ihre Bankgeschäfte zukünftig über universelle KI-Assistenten abwickeln, die die Angebote aller Banken vergleichen und Transaktionen direkt ausführen, geht auch immer ein Teil der direkten Kundenbeziehung verloren. Die Bank wird immer mehr zum Infrastrukturanbieter. Die hart erarbeitete Markentreue und die physische Präsenz in der Filiale können an Bedeutung verlieren. ## Denkbare Use-Cases, die die Kundenschnittstelle bedrohen: - **Automatischer Kontowechsel**: Der KI-Assistent überwacht permanent die Konditionen am Markt und wechselt das Girokonto automatisch zum Anbieter mit den besten Zinsen und geringsten Gebühren. - **Kreditverhandlung per Chat**: Statt eines Bankgesprächs verhandelt der Agent die Konditionen für einen Konsumentenkredit mit den KI-Systemen verschiedener Banken und präsentiert das beste Angebot. - **Proaktive Budgetoptimierung**: Der Assistent analysiert deine Ausgaben, kündigt unnötige Abonnements und schlägt günstigere Alternativen für Versicherungen oder Mobilfunkverträge vor. Inklusive direktem Abschluss. - **Intelligente Finanzrecherche**: Ein Browser wie Comet könnte in Echtzeit Finanzprodukte recherchieren, Bewertungen analysieren und die besten Angebote präsentieren, ohne dass verschiedene Bank-Websites besucht werden müssen. Die Entscheidung fällt im Browser, nicht in der Banking-App. - **Multimodaler KI-Advisor**: KI-Assistent, der Fotos von Rechnungen, Verträgen oder Dokumenten analysiert und automatisch passende Finanzprodukte vorschlägt - **Emotionales Banking**: KI erkennt die Stimmung des Kunden aus Text/Sprache und passt Angebote und Kommunikation entsprechend an - **Proaktive Lebensberatung**: Der Assistent erkennt Lebensereignisse (Hochzeit, Kinder, Hausbau) aus Transaktionsmustern und schlägt präventiv passende Finanzlösungen vor - **Intelligente Steueroptimierung**: KI analysiert alle Transaktionen und maximiert automatisch Steuervorteile durch optimale Ausgaben-Kategorisierung - **Automatisches Schuldenmanagement**: Der Assistent priorisiert und tilgt Schulden nach mathematisch optimalen Strategien - **Dynamic Cashflow Management:** KI verschiebt automatisch Geld zwischen verschiedenen Konten basierend auf Zinssätzen und Liquiditätsbedarf - **Subscription-Optimizer**: KI überwacht alle Abonnements, kündigt ungenutzte Services und handelt bessere Konditionen aus - **Predictive Shopping:** Basierend auf Konsummustern kauft die KI automatisch wiederkehrende Produkte zum optimalen Zeitpunkt - **Micro-Investment Automation**: Rundungsbeträge und Cashback werden automatisch in personalisierte ETF-Portfolios investiert - **Contextual Banking:** KI passt Banking-Interface und Funktionen basierend auf Tageszeit, Standort und Aktivität an ## Fazit: Der Weg ist das Ziel Die gute Nachricht: Die deutsche Kreditwirtschaft hat angefangen zu reagieren und hat angefangen, die eigene Rolle im neuen, agentenbasierten Ökosystem proaktiv zu gestalten. Das bedeutet: 1. **Eigene KI-Assistenten entwickeln**: Banken sollten Kunden eigene, vertrauenswürdige KI-Assistenten anbieten, die auf Sicherheit, Transparenz und den strengen deutschen Datenschutzstandards basieren. 2. **Partnerschaften eingehen**: Die Zusammenarbeit mit den KI-Unternehmen kann helfen, schneller am Markt aktiv zu werden. Es gilt, die neuen Protokolle zu verstehen und die eigenen Systeme anzubinden, um nicht abgehängt zu werden. 3. **Neue Geschäftsmodelle denken**: Wenn die klassische Kundenschnittstelle erodiert, müssen neue Erlösmodelle her. Das könnten Premium-APIs für KI-Agenten, spezialisierte Finanzdaten-Services oder White-Label-Lösungen für andere Anbieter sein. 4. **KI als Co-Pilot in der Entwicklung:** Es gibt unzählige Werkzeuge, wo KI helfen kann, die interne Entwicklung, QS und Testing zu optimieren, um so die Schlagzahl zu erhöhen und Produktzyklen zu kürzen und Kosten zu sparen. Wir dürfen nur nicht den Fuß vom Gas nehmen, denn die Revolution findet nicht in den Vorstandsetagen statt, sondern in den Chatfenstern der Chatbots. Ein Ausharren und Hoffen, dass der Kelch vorüberzieht, ist keine Strategie mehr. ### EUDI-Wallet & AMLR: Europas neue Spielregeln für digitale Identität URL: https://paymentandbanking.com/eudi-wallet-amlr-europas-neue-spielregeln-fuer-digitale-identitaet/ Last updated: 2026-05-18T18:26:31.000Z Die EU baut gerade das Betriebssystem für unsere künftige digitale Identität. Welche Rolle spielt Deutschland? Wie passen EUDI-Wallet, EIDAS 2.0, AMLR zusammen? Genau darüber spricht Maik Klotz in der neuen Podcast-Folge mit Philipp Angermann und Philipp Wegmann von Signicat: Wie realistisch ist der Zeitplan der EU? Warum hakt es in Deutschland so sehr bei der Verbreitung digitaler Identitäten? Und welche Chancen stecken trotz aller Herausforderungen in EUDI-Wallet & AMLR gerade für Banken, Fintechs und regulierte Unternehmen? Viele Fragen und viele Antworten gibt es in der aktuellen Folge. ## Was die EUDI-Wallet eigentlich werden soll Philipp und Philipp von Signicat stecken seit Jahren tief im Thema digitale Identität und KYC, kennen die regulatorische Seite genauso wie die technische und bringen ziemlich gut auf den Punkt, warum die EUDI-Wallet zwar kommen wird, aber eben langsam, mit vielen Herausforderungen und einer Verbreitung, die sich eher nach Marathon als Sprint anfühlt. Im Kern geht es bei der EUDI-Wallet um nichts weniger als eine europäische, staatlich vertrauenswürdige, digitale Identität, die Bürger:innen sowohl gegenüber Behörden als auch gegenüber Unternehmen einsetzen können. Also nicht nur beim Finanzamt oder Einwohnermeldeamt, sondern auch bei der Kontoeröffnung, beim Abschluss eines Mobilfunkvertrags, beim Glücksspiel, bei Travel Credentials oder perspektivisch beim digitalen Check-in im Hotel. Die EUDI-Wallet soll mehr sein als ein digitaler Ausweis: ein Container für verifizierte Attribute – Personalausweis, Führerschein, Krankenversicherung, möglicherweise Fahrzeugschein, später weitere Nachweise. Das Ganze rechtlich verankert in EIDAS 2.0 und flankiert von AMLR, die für einheitliche Spielregeln in der Geldwäscheprävention sorgen soll. Und dann kommt Deutschland ins Spiel. Denn: Der Eintritt in die deutsche EUDI-Wallet führt über die deutsche EID. Und genau diese deutsche EID ist der Engpass. Aktivierung zu kompliziert, PIN vergessen, wenig Aufklärung, schlechte Nutzererfahrung, die Liste der Hindernisse ist lang. Aus technischer Sicht ist die deutsche eID nicht schlecht. Aber sie ist in der Breite kaum genutzt. Wenn die EUDI-Wallet auf dieser Basis skalieren soll, haben wir ein klassisches Henne-Ei-Problem: Ohne verbreitete eID keine breite Nutzung der Wallet, ohne überzeugende Use Cases keine Motivation, die eID zu aktivieren. Das uns noch mehr beleuchten wir in dieser Folge. ## Was nehmen wir mit? - Langsame Verbreitung kann auch Chancen bieten. - Die EUDI-Wallet wird kommen, aber langsam. - Es gibt mehrere Hindernisse für die schnelle Einführung. - Die Technologie entwickelt sich, aber die Umsetzung braucht Zeit. - Die Akzeptanz der Nutzer ist entscheidend für den Erfolg. - Regulatorische Hürden müssen überwunden werden. - Die Infrastruktur für digitale Identitäten ist noch nicht vollständig. - Die Marktteilnehmer sind optimistisch, aber realistisch. Viel Spaß beim Hören! Überall wo es Podcast gibt. ### Visa und Mastercard: Ein Pyrrhussieg für die Händler? URL: https://paymentandbanking.com/visa-und-mastercard-ein-pyrrhussieg-fuer-die-haendler/ Last updated: 2025-11-17T06:26:30.000Z *In einem Streit zwischen den Kartennetzwerken und einer Gruppe von Händlern in den USA haben sich Konfliktparteien nun geeinigt. Das Ergebnis zeigt, wie ungleich die Machtverhältnisse liegen.* In den USA haben [Visa](https://paymentandbanking.com/content/files/d18rn0p25nwr6d-cloudfront-net/CIK-0001403161/8c21c8e2-3232-4a7c-a841-fd88ff9d4184.pdf) und [Mastercard](https://paymentandbanking.com/content/files/d18rn0p25nwr6d-cloudfront-net/CIK-0001141391/450590ad-0f4c-470d-8b49-497b1d8a6b34.pdf) sich in einem 20 Jahre dauernden Rechtsstreit mit Händlern auf eine Abmachung geeignet. Die Einigung folgt auf eine Sammelklage verschiedener US-Händler gegen die Netzwerke wegen angeblich zu hoher Interbankenentgelte und kartellmäßigen Preisabsprachen Der Deal soll beinhalten, dass Händler nun niedrigere Gebühren für Zahlungen mit Kreditkarten zahlen müssen. Der Vergleich muss noch von einem Gericht bestätigt werden und soll Ende 2026 oder Anfang 2027 in Kraft treten. Konkret sollen die Interbankenentgelte über die nächsten fünf Jahre um durchschnittlich 0,1 Prozent gesenkt werden – eine effektive Gebührenobergrenze. Außerdem sollen die Händler nun eine zusätzliche Gebühr auf Zahlungen mit Kreditkarten erheben können und besonders teure Karten ablehnen dürfen. Außerdem: Mastercard und Visa müssen kein Fehlverhalten zugeben. Zudem würde eine solche Einigung die Zahlungsnetzwerke vor zukünftigen Sammelklagen schützen. „Wir sind der Überzeugung, dass dies die beste Lösung für alle Beteiligten ist, da sie die Klarheit, Flexibilität und den Verbraucherschutz bietet, die von allen Parteien angestrebt werden”, teilt Mastercard auf Anfrage mit. „Kleinere Händler werden dank mehr Akzeptanzmöglichkeiten, geringerer Kosten und vereinfachter Regeln von dieser Einigung profitieren.” Es könnte ein vergleichsweise stilles Ende eines langen und erbitterten Streits zwischen Händlern und den Kreditkartennetzwerken sein. Die Auseinandersetzung begann 2005, als Händler Visa und Mastercard vorwarfen, mit ihren Gebührenmodellen gegen Wettbewerbsrecht zu verstoßen. Die Netzwerke würden durch hohe Gebühren ihre marktbeherrschende Stellung sichern oder sogar ausbauen. Zwar profitieren die Netzwerke nicht direkt von den sogenannten Interbankenentgelten, sie legen deren Höhe aber fest. Diese Entgelte werden bei jeder Kartenzahlung von der Bank des Händlers an die Bank des Karteninhabers gezahlt und letztlich an die Händler weitergereicht. Kritiker sagen: Je höher diese Gebühr, desto größer der Anreiz für Banken, Karten über genau diese Netzwerke auszugeben. So entstehe ein Wettbewerb nach oben, ein „Race to the Top“, bei dem sich die Gebühren immer weiter erhöhen. ## **Bonusprogramme gefährdet?** Derzeit sind Interbankenentgelte in den USA lediglich bei Debitkarten limitiert. Die sind jedoch verglichen mit Europa auch weniger dominant. 2024 zahlten Konsumenten über ein [Drittel ihrer Einkäufe](https://paymentandbanking.com/content/files/www-frbservices-org/binaries/content/assets/crsocms/news/research/2025-diary-of-consumer-payment-choice.pdf) in den USA mit einer Kreditkarte und besitzen [aktuell durchschnittlich über sieben Kreditkarten](https://www.experian.com/blogs/ask-experian/average-number-of-credit-cards-a-person-has/?ref=paymentandbanking.com) – auch wenn diese Zahl in den vergangenen Jahren sank und sie nur etwa die Hälfte davon aktiv nutzen. Ein Grund für diese Zahlen sind Belohnungsprogramme in Form von Cashbacks, Punkteprogrammen, Rabatten oder Leistungsprämien wie Flugmeilen – finanziert werden sie indirekt über die Gebühren der Händler. Eine Senkung von 0,1 Prozent dürfte das System wohl kaum gefährden. Trotzdem zeichnen sich für Bonusprogramme einige Nachteile ab: Durch die neuen Möglichkeiten der Händler, zusätzliche Gebühren zu erheben, könnten für Konsumenten neue Kosten entstehen, wenn sie mit einer Kreditkarte bezahlen. Auch die Möglichkeit, Premium-Kreditkarten abzulehnen, ein Bruch mit der Regel, dass Händler entweder keine oder alle Karten von Netzwerken akzeptieren müssen („Honor all Cards”-Regel), könnte den Belohnungsprogrammen schaden. Doch ein Ende der Programme scheint unwahrscheinlich, auch weil unklar ist, ob die Händler überhaupt von ihren neuen Werkzeugen Gebrauch machen. Die möglichen Kosten der Maßnahmen lassen daran zumindest Zweifel aufkommen. Händler dürften befürchten, durch zusätzliche Gebühren und Einschnitte bei den Zahlungsmöglichkeiten Kund:innen zu verlieren. Außerdem können sie nicht einzelne Karten, sondern nur ganze Kategorien ablehnen, die die Netzwerke selbst einteilen können. ## **Jetzt könnten andere Gebühren steigen** Entsprechend sind andere Händler mit der Einigung gar nicht zufrieden. Aus Sicht von deren Verbänden verschiebt der Vergleich den Fokus der Kritik nun vom Mechanismus der Preisfindung der Gebühren auf deren Höhe. Die Einigung gehe nicht „gegen die Preisabsprachen von Visa und Mastercard” vor, [teilt etwa der Interessenverband Merchants Payments Coalition (MPC) mit](https://merchantspaymentscoalition.com/merchants-say-reported-credit-card-swipe-fee-settlement-proposal-fails-once-again-and-should-be?ref=paymentandbanking.com). [Laut dem Händlerverband National Retail Federation (NFS)](https://nrf.com/media-center/press-releases/retailers-call-reported-swipe-fee-settlement-with-visa-and-mastercard-all-window-dressing-and-no-substance-?ref=paymentandbanking.com) gehen die Eingeständnisse von Visa und Mastercard außerdem nicht weit genug. Demnach lägen die Interbankenentgelte 2024 bei 2,35 Prozent – eine Senkung um 0,1 Prozent drehe die Steigerungen lediglich um ein Jahr zurück, so die NFS. Der Kampf scheint damit also noch längst nicht beendet. Hinzu kommt eine weitere Sorge: Händler befürchten, dass Visa und Mastercard die Gebühren auf anderem Wege wieder erhöhen könnten. Neben den Interbankenentgelten gibt es nämlich auch sogenannte Scheme Fees – System- oder Netzwerkgebühren, die direkt an die Kartennetzwerke fließen. Nachdem in der EU 2015 eine Obergrenze bei den Interbankenentgelten eingeführt wurde, beschweren sich Händler seit einigen Jahren, dass diese nun rasant steigen. Etwas Ähnliches fürchten nun auch Händler in den USA: „Die im Vergleich vorgeschlagene minimale Senkung der Bankgebühren könnte es Visa und Mastercard dennoch ermöglichen, ihre eigenen Gebühren ohne Einschränkungen zu erhöhen“, teilte MPC mit. „Alle vermeintlichen Einsparungen für Händler und Verbraucher könnten durch eine Erhöhung der Gebühren durch Visa und Mastercard leicht zunichtegemacht werden.“ Der Königsweg für die Händler ist aber der „Credit Card Competition Act”. Das Gesetz soll große Banken dazu verpflichten, ihren Kund:innen mindestens ein weiteres Zahlungsnetzwerk neben Visa und Mastercard anzubieten, damit sie den Wettbewerb ankurbeln und die Interbankenentgelte verringern. Zunächst fand der Vorschlag mit dem Vizepräsidenten J.D. Vance vor seiner Wahl einen mächtigen Unterstützer. Seit einer spektakulären Anhörung im Senat steckt das Gesetz jedoch fest. Ein Grund: Vance äußerte sich dazu nicht mehr und ist laut [Politico](https://subscriber.politicopro.com/article/2024/07/vance-cool-on-credit-card-bill-lobbyists-say-00169011?ref=paymentandbanking.com), das sich auf zwei Lobbyisten bezieht, von dem Vorhaben abgerückt. Der Einfluss der Kartennetzwerke scheint also ungebrochen. ### Digifin25: Wer die Finanzwelt neu denkt, ist hier richtig URL: https://paymentandbanking.com/digifin25-wer-die-finanzwelt-neu-denkt-ist-hier-richtig/ Last updated: 2025-11-14T12:51:57.000Z Noch eine Woche bis zur DigiFin25 – und die Spannung steigt. Am 18\. November 2025 wird der Kosmos Berlin zum Zentrum der digitalen Finanzwelt. Die Konferenz von Bitkom und Payment & Banking bringt Menschen zusammen, die das europäische Finanzökosystem gestalten – mit Haltung, Weitblick und Lust auf Veränderung. Denn: Die DigiFin25 ist keine klassische Branchenkonferenz. Sie ist ein Ort für echten Austausch, kritische Fragen und neue Perspektiven – und für alle, die sich nicht mit dem Status quo zufriedengeben. Politik, Praxis, Progress: Das Line-up kann sich sehen lassen. Mit dabei sind unter anderem: - Michael Schrodi, Parlamentarischer Staatssekretär (BMF) - Dr. Barbara Karuth-Zelle, COO bei Allianz SE - Jan Walther, CFO der DKB - Julia Koch, Geschäftsführerin der Finanz Informatik - Erik Podzuweit, Gründer & CEO von Scalable Capital - Lukas Enzersdorfer-Konrad, CEO von Bitpanda - Marcus W. Mosen, Co-CEO von N26 - Bernhard Schweizer, VP bei SAP - Peter Grosskopf, CTO & COO bei AllUnity …und viele mehr aus Bundestag, Regulierungsbehörden, Banken, Fintechs und Big Tech. ## **Von Bühne zu Bühne: Das erwartet dich im Programm** Ob auf der Horizons Stage, der Impulse Stage oder der Dialogue Stage – die Themen reichen von geopolitischen Weichenstellungen über die Zukunft des Zahlungsverkehrs bis hin zu Stablecoins, Tokenisierung, Künstlicher Intelligenz und der digitalen Identität. Und neben Panels und Keynotes gibt’s viel Raum für Dialog: Speednetworking, Meet-the-Speaker, Live Podcasts, Fireside Chats, Masterclasses – wer mitreden will, kann. > „Wir reden oft über Transformation – aber viel zu selten darüber, was sie wirklich braucht: Vertrauen, Mut und gemeinsame Ziele. Die DigiFin ist für mich kein weiterer Konferenzslot, sondern ein Ort, an dem genau das passieren kann.“ *Nicole Nitsche, Geschäftsführerin von Payment & Banking* ## **Ein Preis mit Haltung: Der FinTech des Jahres Award** Ein echtes Highlight erwartet die Gäste am Abend: Zum ersten Mal wird im Rahmen der DigiFin die Auszeichnung „FinTech des Jahres“ verliehen. Ausgezeichnet werden visionäre Fintechs, Insurtechs, Newcomer und Unternehmer:innen, die mit Wirkung und Mut die Branche bewegen. Mit dabei: Der Community Award „FinTech der Herzen“, über den noch vor Ort abgestimmt werden kann. ## **Partner mit Perspektive** Auch das gehört zur DigiFin25: Unternehmen, die nicht nur beobachten, sondern mitgestalten. Mit der DKB, Finanz Informatik, R+V Versicherung und Swisscom sind starke Premiumpartner an Bord, die Agenda mitentwickeln, Formate mitprägen und Haltung zeigen. Und sie sind nicht allein – zahlreiche weitere Partner aus Finanzwelt, Tech-Industrie und Beratung machen die DigiFin25 zum Ort für Kooperation, Dialog und neue Ideen. ## **Fazit? Aufbruch statt Abwarten.** Die DigiFin25 ist der Ort, an dem Strategie auf Substanz trifft. Ein Tag voller Diskussionen, Impulse und echter Begegnungen – für alle, die den Wandel mitgestalten wollen. [Jetzt schnell letzte Tickets sichern!](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) ### FIDA: Financial Data Sharing Schemes, Vergütung & Umsetzungsfristen URL: https://paymentandbanking.com/fida-financial-data-sharing-schemes-verguetung-umsetzungsfristen/ Last updated: 2025-11-12T06:15:55.000Z ***Podcastfolge zu FIDA Teil 3 – über Datenschutz, Vergütung, Financial Data Sharing Schemes und Umsetzungsfristen.*** Annerton-Experte Awet Yohannes erklärt im „Alles Legal“-Podcast, was Financial Data Sharing Schemes sind, wer Mitglied von diesen Schemes sein muss und welche Regelungen FIDA-Schemes enthalten müssen. In der dritten Folge unserer FIDA-Reihe geht es um ein Kernstück der FIDA-Verordnung: die sogenannten FIDA-Schemes. Dana Wondra spricht mit Awet Yohannes über die den Inhalt und die Mitgliedschaft bei FIDA-Schemes – vertragliche Systeme, in denen sich unter anderem Banken, Versicherer und Verbraucherschützer auf Spielregeln für den Austausch von Finanzdaten einigen müssen. Klar ist: Für Dateninhabern und Datennutzern ist die Mitgliedschaft in einem FIDA-Scheme Pflicht. Inhaltlich geht es bei den FIDA-Schemes nicht nur um technische Schnittstellen und gemeinsame Standards, sondern auch um Governance-Fragen, Haftungsregeln und Vergütungsmodelle. Wichtig: Schemes sollen zwar marktgetrieben entstehen, aber wenn sich der Markt nicht einigt, greift die EU-Kommission selbst ein. Ein weiteres Thema: Datenschutz. Auch FIDA folgt dem Prinzip der Zweckbindung, Datenminimierung und Löschpflichten, wie aus der DSGVO bekannt. Auch ist eine Zusammenarbeit zwischen den EU-Finanzaufsichtsbehörden und dem EU-Datenschutzausschuss vorgesehen, etwa bei der Verarbeitung personenbezogener Daten von Verbrauchern, bei Bonitätsbewertungen oder Preisgestaltungen von Versicherungsprodukten. Besonders umstritten: die Umsetzungsfristen. Der ursprüngliche Vorschlag der EU-Kommission sieht nur 18 Monate vor. Aus Sicht vieler Marktakteure viel zu kurz. Parlament und Rat sind sich einig: kein “Big Bang”, sondern ein stufenweiser Ansatz und eine schrittweise Umsetzung z.B. abgestimmt auf die Komplexität der Datenkategorien. Und schließlich: Vergütung für die Bereitstellung von Daten. Anders als bei PSD2 dürfen Dateninhaber künftig Geld verlangen – vorausgesetzt, die Vergütung ist angemessen und marktüblich. Ausnahme: KMUs; hier ist die Vergütung auf die tatsächlichen Kosten gedeckelt. Fazit: Die Schemes sind das Herzstück von FIDA und zugleich der komplizierteste Teil. Wer auf Daten zugreifen will, muss Scheme-Mitglied werden. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Vom Casino zur kritischen Infrastruktur – warum sich der Kryptomarkt wandeln muss URL: https://paymentandbanking.com/vom-casino-zur-kritischen-infrastruktur-warum-sich-der-kryptomarkt-wandeln-muss/ Last updated: 2025-11-10T21:52:07.000Z *Aktuell sind Kryptowerte meist noch Spekulationsobjekt. Um langfristig Wert zu schaffen, müssen sie sich wandeln, hin zur globalen Finanzinfrastruktur.* Seit Jahren diskutieren wir über Kryptowährungen, und fast jede Diskussion landet beim Preis. „Steigt Bitcoin? Fällt Ethereum? Wird man damit reich?“ Es wirkt, als stünde nicht die Technologie im Mittelpunkt, sondern ein Casino mit besserem Marketing. Dabei war die ursprüngliche Idee eine völlig andere. Blockchains sollten Vertrauen durch Code schaffen. Kryptowerte waren nie als Spielzeug für Spekulanten gedacht. Ursprünglich entstand die Technologie als Antwort auf ein uraltes Problem: Wie kann man Transaktionen zwischen verschiedenen Teilnehmern, die sich nicht kennen, ohne einen Vermittler auf Basis einer neutralen Technologie ermöglichen? Vertrauen sollte nicht mehr auf Namen, Institutionen oder Regulierung beruhen, sondern auf Kryptographie, offenen Netzwerken und Spieltheorie. Kurz: Vertrauen durch Code. ## **Heute dominieren Kurse, Hype und schnelle Gewinne** Mehr als zehn Jahre später, dominiert ein völlig anderes Bild. Bitcoin, Ethereum, Solana und viele weitere Kryptowährungen werden an Börsen gehandelt wie Tech-Pennystocks. Für einen Teil der Käufer geht es um den Traum vom schnellen Reichtum. In der Vergangenheit hat das bei einigen funktioniert. Wer früh eingestiegen ist, hat vielleicht verdient. Wer später kam, übernahm das Risiko. Als Ergebnis gibt es zwei Lager: die einen sehen Kryptowährungen als unverzichtbares Asset im Portfolio, vergleichbar mit digitalem Gold. Die anderen sagen: Finger weg! Reine Zockerei. Ich selbst stehe zwischen diesen Extremen: ich glaube nicht an Coins als Spekulationsobjekte. Ich glaube an die Technologie – an Blockchain als Infrastruktur. ## **Was Blockchains wirklich leisten können** Der ursprüngliche Kern der Blockchain-Idee ist noch relevant: eine globale, offene Infrastruktur, auf der Transaktionen schnell, transparent und mit weniger Intermediären abgewickelt werden können. Das senkt Kosten, öffnet Märkte und schafft Innovation. Technisch funktioniert das und es wird gebraucht. Doch solange Kryptowerte nur deshalb steigen, weil jemand sie später teurer kaufen soll, ist das gefährlich. Die vergangenen Bullruns wurden von Web3-internen Hype-Wellen getrieben: [ICOs (2017)](https://www.forbes.com/sites/jeffkauflin/2018/10/29/where-did-the-money-go-inside-the-big-crypto-icos-of-2017/?ref=paymentandbanking.com), [„Summer of DeFi“ (2020)](https://decrypt.co/52298/the-2020-year-in-review-defi?ref=paymentandbanking.com), NFT-Boom (2020/2021), [Memecoins (2022/2023)](https://flagship.fyi/outposts/market-insights/comparison-of-the-2017-ico-bubble-2021-nft-boom-and-2024-memecoin-boom/?ref=paymentandbanking.com), Trump (2024/2025). Nur ein Bruchteil davon hatte echten gesellschaftlichen Nutzen. ## **Die Zukunft gehört echten Anwendungsfällen** Der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum sind reale Use Cases. Und davon entstehen inzwischen viele: - Stablecoins für internationalen Zahlungsverkehr - tokenisierte Wertpapiere - automatisierte Finanzdienstleistungen über Smart Contracts (DeFi) Blockchains verdienen damit Gebühren durch echte Wirtschaftstransaktionen. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach dem jeweiligen Kryptowert, weil er benötigt wird, um Transaktionen zu bezahlen. Kryptowerte entwickeln dann einen Utility Value, sie werden Treibstoff einer Infrastruktur. Blockchains, die reale Anwendungen ermöglichen, werden zu kritischer Infrastruktur, vergleichbar mit Zahlungsnetzwerken oder Cloud-Plattformen. Doch es gibt einen Nebeneffekt mit Konsequenzen: NFTs lassen sich unendlich drucken und handeln. Assets in der realen Welt sind begrenzt. Blockchains mit Bezug zur echten Welt werden voraussichtlich nicht mehr so schnelle Entwicklungen im Preis hinlegen können, dafür aber eine nachhaltige. ## **Die Zukunft entscheidet sich in der realen Welt** Die langfristige Preisentwicklung wird nicht an der Börse entschieden, sondern in der echten Welt. Wenn Blockchains im Hintergrund Finanzprozesse abwickeln, steigt ihr Wert nicht, weil Menschen auf höhere Kurse wetten, sondern weil sie eine eigene Ökonomie erschaffen. Für Anleger werden Krypto-Assets damit vom reinen Spekulationsobjekt zu etwas, das einem Private-Equity-Investment ähnelt: hohe Chance, hohes Risiko, aber mit realem, technischem Fundament. Wir sollten also nicht fragen: „Steigt Bitcoin?“, sondern: „Wird Blockchain als Technologie sich in der echten Welt behaupten?“ Denn daran wird sich die Zukunft entscheiden. Lautet die Antwort „Nein“, platzt die Blase. Lautet sie „JA“, dann stehen wir gerade erst am Anfang einer gigantischen Wertschöpfung. --- Weitere [Kolumnen](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) von [Peter Grosskopf](https://www.linkedin.com/in/petergrosskopf/?ref=paymentandbanking.com) ## Ihr könnte Peter auf der Digifin25 in Berlin treffen 🎤 **Panel: *Zwischen E-Geld und Krypto – Stablecoins im regulatorischen Härtetest*** 📅 **18\. November 2025, 15:45 – 16:15 Uhr | Horizon Stage** [Triff Peter auf der DigiFin25 – A New Era of Finance.](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) ### AI in Finance: Revolution im Finanzsektor? URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-revolution-im-finanzsektor/ Last updated: 2026-05-12T00:01:35.000Z **Europa rüstet auf, die USA dominieren und „AI in Finance“ feiert seine 50\. Episode insgesamt.** Sascha und Maik blicken zurück auf 50 Folgen voller Analysen, Visionen und Kontroversen und sprechen über Machtverschiebungen, neue Allianzen und die Frage: Wird KI die Finanzwelt neu programmieren? In der neuesten Folge des [AI in Finance](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/)\-Podcasts tauchen [Sascha](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) tief in die Zukunft der Künstlichen Intelligenz im Finanzsektor ein und feiern dabei gleichzeitig ein kleines Jubiläum: 50 Episoden voller spannender Diskussionen, Analysen und Ausblicke. Seit 19 Episoden ist der Podcast Teil von Payment & Banking. Die Jubiläumsfolge zeigt, wie sich KI und Finanzwelt gemeinsam weiterentwickeln. Und die beiden sprechen natürlich darüber, wohin die Reise gehen wird. ## Ein neues Kapitel für Europas KI-Landschaft Besonders im Fokus: das gigantische Vorhaben von Deutsche Telekom und Nvidia, die gemeinsam ein KI-Rechenzentrum der Superlative in München bauen. Das Projekt, die sogenannte Industrial AI Cloud, soll rund eine Milliarde Euro kosten und mit 10.000 Blackwell-GPUs ausgestattet werden. Ziel ist es, kleinen und mittleren Unternehmen Zugang zu High-Performance-Computing zu verschaffen, also zu Rechenleistung, die bisher vor allem BigTech vorbehalten war. Während 70 % aller KI-Chips in den USA eingesetzt werden, entfallen auf Europa gerade einmal 5 %. Diese Initiative ist also mehr als nur ein Technologieprojekt, sie ist ein politisches Signal. ## Datenschutz als Standortvorteil Ein weiterer zentraler Punkt der Diskussion: Die Daten aus der Industrial AI Cloud sollen in Deutschland bleiben. Bundesdigitalminister Dr. Karsten Wildberger betonte, dass Datenschutz ein Grundrecht sei, und genau darin liegt eine der größten Chancen Europas. KI made in Europe könnte künftig durch Vertrauen und Compliance punkten, während andere Märkte mit Datenschutzproblemen kämpfen. ## Wenn Google die Sonne einfängt Mit dem Projekt „Suncatcher“ verfolgt Google eine beinahe futuristische Idee: Rechenzentren im All. Eine Flotte von Satelliten soll Solarenergie einfangen und kontinuierlich Energie für KI-Verarbeitung liefern. Damit könnten nicht nur Energiekosten sinken, sondern völlig neue Infrastrukturen entstehen – frei von geografischen Grenzen und herkömmlichen Energieproblemen. ## KI zwischen Innovation und Militär Parallel dazu wird deutlich, dass KI längst nicht mehr nur ein zivilwirtschaftliches Thema ist. Google errichtet auf Christmas Island ein Datenzentrum für das US-Verteidigungsministerium. Diese Entwicklung verdeutlicht, wie eng wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen inzwischen verwoben sind. Technologien, die heute Finanzanalysen oder Marktmodelle ermöglichen, können morgen Teil strategischer Verteidigungsarchitekturen sein. ## OpenAI zwischen Wachstum und wirtschaftlicher Realität Auch OpenAI steht im Mittelpunkt: Das Unternehmen befindet sich in einer heiklen Phase zwischen Expansion und ökonomischer Belastung. Prognostizierte 13 Milliarden Dollar Umsatz treffen auf Kosten von rund einer Billion Dollar – ein Verhältnis, das zeigt, wie kapitalintensiv das globale KI-Rennen geworden ist. Neue Geschäftsmodelle, etwa durch Hardware oder Premium-Features, sollen den langfristigen Bestand sichern. ## Von Agentic Commerce zu Agentic Finance Was passiert, wenn Einkaufen kein bewusster Vorgang mehr ist, sondern eine automatisierte Handlung zwischen intelligenten Agenten? PayPal und Mastercard haben die Antwort: Sie entwickeln eine gemeinsame Infrastruktur namens Agent Pay, die auf voll tokenisierten, sicheren Prozessen basiert. Künftig können KI-Agenten im Namen der Nutzer:innen Einkäufe tätigen, Zahlungen abwickeln und sich dabei selbst authentifizieren. Händler müssen dafür nichts anpassen – PayPal integriert die gesamte Logik über sein bestehendes Netzwerk. Millionen Produkte werden so direkt in Chatbots, Sprachassistenten oder KI-Interfaces verfügbar. Damit verschwindet der Checkout, wie wir ihn kennen. Keine Formulare, keine Weiterleitungen, keine wiederholte Dateneingabe. Der Bezahlvorgang läuft im Hintergrund, sicher und nachvollziehbar. Für Händler bedeutet das: geringere Eintrittsbarrieren, sofortige Integration, mehr Reichweite. Für Kund:innen: Komfort ohne Kontrollverlust. Diese Automatisierung ist der Auftakt zu einer größeren Entwicklung: Agentic Finance. Denn was beim Online-Shopping funktioniert, lässt sich leicht auf Banking übertragen: KI-Agenten könnten künftig nicht nur Einkäufe erledigen, sondern auch Sparpläne optimieren, Investitionen tätigen, Budgets anpassen oder Kredite verwalten. Das klassische Interface zwischen Bank und Kund:in wandert aus der App, hinein in den Agenten. ## Fazit Episode 50 macht deutlich: Die Zukunft der KI wird nicht allein durch technische Innovation bestimmt, sondern durch strategische Entscheidungen über Daten, Energie und Kontrolle. Europa steht vor der Wahl, ob es weiterhin zusehen oder selbst gestalten will. Künstliche Intelligenz verändert den Finanzsektor und mit ihm ganze Industrien. Wer verstehen will, wie sich diese Kräfte entfalten, sollte reinhören: Die Zukunft der KI ist längst keine Vision mehr, sondern Realität. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Bonify, Sumup, Revolut und N26: Das waren die wichtigsten Fintech-News im Oktober URL: https://paymentandbanking.com/bonify-sumup-revolut-und-n26-das-waren-die-wichtigsten-fintech-news-im-oktober/ Last updated: 2025-11-06T21:25:29.000Z **Jochen Siegert und André Bajorat sprechen über ein großes Datenleck, die Zukunft von Wero und wie Paypal seine Herausforderungen meistern könnte. Und dann geht es natürlich noch um N26.** ## **Großes Datenleck bei bonify: Kriminelle erlangen Zugriff auf sensible Kundendaten** Das Berliner Unternehmen bonify, das zur SCHUFA-Gruppe gehört, [hat einen schwerwiegenden Sicherheitsvorfall bestätigt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=43f23fca17&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Unbefugte haben sich Zugang zu persönlichen Daten wie Ausweisinformationen, Adressdaten sowie Foto- und Videoaufnahmen aus der Face-to-Face-Authentifizierung verschafft. Die entwendeten Daten stammen von einem externen Dienstleister, der für bonify tätig war. Zugangsdaten, Passwörter oder Bankinformationen sind laut aktuellen Erkenntnissen nicht betroffen. Betroffenen Nutzern wird geraten, auf verdächtige Aktivitäten zu achten und im Verdachtsfall die Polizei zu kontaktieren. bonify stellt seinen Kunden für sechs Monate kostenlos einen Identitätsschutz zur Verfügung. ## **Fintech SumUp will Bankenlizenzen in EU und UK erwerben** Das Londoner Unternehmen SumUp, bekannt für seine Kartenlesegeräte und Dienstleistungen für über vier Millionen Händler in 36 Märkten, [plant den Einstieg ins europäische und britische Bankgeschäft](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=6a68999012&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Nach dem Antrag einer Bankenlizenz in Brasilien strebt SumUp in den nächsten zwölf bis 18 Monaten zuerst eine EU-Lizenz, gefolgt vom Markteintritt im stark umkämpften Vereinigten Königreich, an. Ziel ist es, vor allem das Segment kleiner und mittelständischer Unternehmen mit attraktiven Kredit- und Bankprodukten stärker zu adressieren und direkte Konkurrenz zu etablierten Banken zu schaffen. Außerdem kann das Start-up einen Umsatz von einer Milliarde Euro verzeichnen. „SumUp ist für mich der Standard im KMU-Bereich – weil sie einfach konstant liefern.” – Jochen Siegert über die Ausführungskraft von SumUp und ihre Vorreiterrolle im Longtail-Markt. ## **Mastercard und American Express starten Plattformen für personalisierte Werbung** Mastercard launcht mit [Commerce Media eine neue Plattform,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=fdf16324a4&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) die personalisierte Werbung und Angebote auf eigenen sowie externen Kanälen ermöglicht. Auch [American Express hat mit Amex Ads eine neue Werbeplattform vorgestellt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=94f9b21c2d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), über die Marken gezielt mit US-Karteninhabern in Kontakt treten können. Die Ausspielung personalisierter Anzeigen erfolgt zunächst auf AmexTravel.com und wird künftig auf weitere Amex-eigene Plattformen ausgeweitet. Mithilfe von Einblicken aus freigegebenen Nutzerdaten und einer speziellen Card-Linking-Technologie sollen individuelle Inhalte wie Cashback, Rabatte und relevante Anzeigen ausgespielt werden. Die Auswahl der passenden Zielgruppe basiert auf echten Kaufdaten und bisherigen Transaktionen, während Werbetreibende durch präzise Attribution und Reichweite profitieren sollen. ## **Klarna setzt auf Google Cloud: KI-Stack beschleunigt globale Personalisierungsstrategie** Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna kooperiert mit Google Cloud, um mithilfe der neuesten KI-Technologien wie Veo 2 und Gemini 2.5 die Personalisierung und kreative Geschwindigkeit [seiner Plattform weltweit auszubauen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=3fb53c578d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Ziel ist es, innovative, KI-gestützte Inhalte direkt in der Klarna-App bereitzustellen, darunter dynamische Lookbooks und hyperpersonalisierte Produktkampagnen. Die Kombination von Klarnas Konsumentendaten und Googles generativer KI führt nach ersten Tests zu erheblichen Steigerungen bei Bestellungen und Verweildauer. ## **Revolut wohl wertvollste Neobank weltweit und Aufatmen nach Krypto-Pause** Das britische Fintech-Unternehmen Revolut steht laut Berichten kurz vor dem Abschluss einer [Finanzierungsrunde über 3 Milliarden US-Dollar,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=43dbb1ef7c&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) wodurch das Unternehmen mit rund 75 Milliarden US-Dollar bewertet werden könnte. Revolut stiege damit [zur weltweit wertvollsten Neobank](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b82a8252af&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) auf und würde die brasilianische Nubank auf Platz zwei verdrängen. Das Londoner Fintech verdoppelte seinen Gewinn im Jahr 2024 und zählt inzwischen über 65 Millionen Kunden. Nubank bleibt zwar profitabler und besitzt mehr als 123 Millionen Kunden in Lateinamerika, setzt aber erst jetzt auf Expansion in den US-Markt. Revolut [kündigte zudem gerade den Start seiner Zahlungsplattform](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=998749e335&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) in Indien an und setzt damit auf eines der größten digitalen Zahlungsökosysteme weltweit. Bis 2030 sollen so 20 Millionen Nutzer erreicht werden. Das britische Fintech [setzt außerdem seine Expansion in der Schweiz fort](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f8d5c01649&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), wo man mittlerweile über eine Million Kundinnen und Kunden hat. Revolut prüft den Antrag einer Schweizer Banklizenz und arbeitet an lokalen Gehaltskonten. „Revolut ist für mich das einzige europäische Fintech, das wirklich global gedacht und gehandelt hat.“ – André M. Bajorat zur internationalen Expansion und strategischen Wucht von Revolut. Doch die rasante Expansion kommt nicht ohne Probleme aus: Revolut sieht sich bei der [Erlangung der vollständigen UK-Banklizenz ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=4d1cdebf62&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)mit weiteren Verzögerungen konfrontiert. Britische Aufsichtsbehörden äußern Bedenken, ob die globalen Risiko­managementsysteme des Fintechs mit dem rasanten internationalen Wachstum Schritt halten können. Während die Firma bereits 2024 eine eingeschränkte Lizenz erhielt, verlangen die Behörden nun konkrete Zusagen zur Verbesserung der Kontrollmechanismen. Revolut betont, dass dieser Schritt angesichts der Komplexität seiner weltweiten Aktivitäten sorgfältig abgewogen werden müsse. In der EU hatte Revolut im Oktober seine [Dienste abermals eingeschränkt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5301ca86f5&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) – zumindest was Krypto-Geschäfte angeht: Neben dem bereits zuvor eingeführten Stopp für Krypto-Käufe waren Staking, Learn-Rewards, interne Krypto-Transfers und Krypto-Einzahlungen nicht mehr verfügbar. Kunden, die dennoch Krypto einzahlen, mussten mit Rückabwicklungen rechnen. Verkäufe und Auszahlungen bleiben weiterhin möglich. Revolut verweist auf regulatorische Anforderungen durch die MiCA-Verordnung. Ende Oktober dann das Aufatmen: Die Neobank erhielt von der zyprischen [Finanzaufsicht CySEC eine MiCA-Lizenz](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=7e4036582b&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Damit sind wieder alle Krypto-Angebote [freigeschaltet](https://t3n.de/news/neustart-revolut-kryptowaehrungen-1713986/?ref=paymentandbanking.com). ## **Visa startet Projekte für Überweisungen per Stablecoin und Zahlungen per KI-Agenten** Visa testet über die Plattform [Visa Direct den Einsatz von Stablecoins für internationale Zahlungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=40c7664bc1&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Ziel ist es, Unternehmen und Finanzinstituten eine moderne Lösung für Liquiditätsmanagement und internationale Überweisungen zu bieten, bei der Kapital nicht mehr vorab in Fiat-Konten gebunden werden muss. Die Nutzung von Stablecoins soll die Abwicklung beschleunigen, Kosten senken und Währungsrisiken minimieren, indem Geld innerhalb von Minuten statt Tagen transferiert werden kann. Die Pilotphase richtet sich an Banken, Zahlungsdienstleister und andere Institutionen und könnte ab 2026 ausgeweitet werden. „Visa Direct wird seit Jahren gepusht – echte Traktion sehe ich trotzdem nicht.“ – Jochen Siegert über das fehlende Volumen auf Visas Non-Card-Zahlungsnetzwerk. Visa führt zudem mit dem [Trusted Agent Protocol](https://t3n.de/news/trusted-agent-protocol-wie-visa-den-zahlungsverkehr-zwischen-ki-agenten-absichern-will-1712641/?ref=paymentandbanking.com) eine neue technische Lösung ein, die es KI-Agenten ermöglicht, sicher im Auftrag von Verbraucher:innen einzukaufen und zu bezahlen. Das gemeinsam mit Cloudflare konzipierte Protokoll verhindert das unberechtigte Blockieren legitimer KI-Transaktionen und erleichtert Händlern, reale Kund:innen hinter KI-Agenten zu identifizieren. Unterstützt wird der Ansatz von Akteuren wie Adyen, Microsoft oder Shopify. Das auf HTTP-Nachrichtensignaturen basierende Protokoll ist im Visa Developer Center und auf GitHub verfügbar. Zudem plant Visa, das Protokoll in Kooperation mit Branchenstandards wie der OpenID Foundation weiterzuentwickeln ## **Verwirrung um Online-Start von Wero** Der europäische Bezahldienst Wero weitet sein Angebot aus und [soll noch in diesem Herbst für Online-Einkäufe verfügbar ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=001167a3ca&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)sein. Das kündigte der bayerische Sparkassenverband in München an. Händleranbindungen erfolgen stufenweise und einige namhafte Händler wollen noch in diesem Jahr live gehen. In Belgien dagegen könnte sichdie Einführung [auf das kommende Jahr](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=847804aafc&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) verzögern. Ursprünglich für Oktober geplant, benötigt die European Payments Initiative (EPI) laut eigenen Angaben in Belgien mehr Zeit für technische Anpassungen und umfassende Tests mit allen Partnern. Nachdem diese Nachricht bei vielen für Verwirrung sorgte, [stellte EPI nochmal klar](https://www.it-finanzmagazin.de/verwirrung-um-den-wero-start-im-e-commerce-epi-widerspricht-berichten-ueber-generelle-verschiebung-234734/?mc%5Fcid=9d8b77ca68&mc%5Feid=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), dass sich die Verzögerung nur auf den Start der Zahlungsdienstleistung in Belgien bezieht und der Fahrplan in Deutschland weiterhin unberührt bleibt. ## **Nach Private Equity setzt Trade Republic nun auch auf Festzins-Produkte** Der Neobroker stellte[ Anfang Oktober bei seiner neuesten Keynote](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=3c4c9678f5&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) die nächste Produktklasse ihres neuen Investitionsangebots vor: Nach Private-Equity-Angeboten stehen Nutzern künftig individuell kombinierbare festverzinsliche Produkte mit flexiblen Laufzeiten sowie US-Dollar-Anleihen zur Verfügung. Eine Gegenoffensive darf Deutschlands größter Neobroker derweil von Konkurrent Etoro erwarten, der nach seinem erfolgreichen Börsengang an der Nasdaq mit einer Bewertung von rund 5,5 Milliarden US-Dollar seine Expansion plant. CEO Yoni Assia kündigt nicht nur Investitionen in neue Produkte an, [sondern auch potenzielle Übernahmen und stellt klar, dass Trade Republic](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=095037e28e&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) in Deutschland als wichtigster Konkurrent gilt. Dabei sollen neue Produktangebote aus dem Portfolio des Berliner Mitbewerbers eingeführt werden, um die Position auf dem deutschen Markt zu stärken. ## **Krypto-Handel der Sparkassen: Deka Bank baut Kooperation mit Börse Stuttgart Digital aus** Die Deka Bank vertieft ihre Partnerschaft mit Börse Stuttgart Digital, um künftig auch Privatkunden den Handel [mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu ermöglichen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9ade6b06e2&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Die bisher institutionell ausgerichtete Zusammenarbeit wird damit auf Selbstentscheider ausgeweitet. Ziel ist ein MiCAR-konformes Angebot mit einer breit gefächerten Auswahl an Krypto-Assets, dessen gesamte Wertschöpfungskette innerhalb der Sparkassen-Finanzgruppe bleibt. Auch andere deutsche Banken wie Volks- und Raiffeisenbanken planen Krypto-Handel, während die Bafin weiterhin vor den Risiken dieser Anlageklasse warnt. ## **Der Erfolg von Paypal und seine Schatten** Die kontaktlose Zahlung via Paypal-App gewinnt [eigenen Aussagen nach an Bedeutung](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=adf02ce6d6&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Fünf Millionen Deutsche haben sich bereits für den Einsatz im stationären Handel registriert. Besonders in Supermärkten und Restaurants wird die Funktion genutzt, durchschnittlich mit etwa 28 Euro pro Einkauf. Eine weitere Checkout-Revolution plant der Zahlungsriese außerdem mit OpenAI: [Wie das Unternehmen Ende Oktober verkündete](https://newsroom.paypal-corp.com/2025-10-28-OpenAI-and-PayPal-Team-Up-to-Power-Instant-Checkout-and-Agentic-Commerce-in-ChatGPT?ref=paymentandbanking.com), will man 2026 den Dienst über ChatGPT als Kaufagent freischalten und mit dem Händlernetzwerk von Paypal verbinden. Das Ziel ist, Käufe aus dem Chat über den Checkout in wenigen Klicks zu ermöglichen. ## **Siegeszug der Kartenzahlung nun sicher?** Laut einer Allensbach-Umfrage im Auftrag der Initiative Deutsche Zahlungssysteme haben 2025 [zum ersten Mal mehr Deutsche beim letzten Einkauf mit Karte statt Bargeld bezahlt](https://paymentandbanking.com/content/files/www-initiative-deutsche-zahlungssysteme-de/media/presseinformation%5Fallensbach-studie%5Fidz.pdf). 47 Prozent bevorzugten die Kartenzahlung, während Scheine und Münzen bei 41 Prozent lagen. Die Girocard ist dabei das beliebteste Zahlungsmittel. Gleichzeitig wächst 50 Jahre nach Einführung der Eurocheque-Karte das Interesse an unabhängigen, europäischen Bezahlsystemen wie der Girocard wieder. Besonders Jüngere setzen dabei verstärkt auf Mobile Payment mit Smartphone oder Smartwatch; 42 Prozent der Unter-30-Jährigen nutzen diese Optionen am liebsten. ## **Digitaler Euro: Erneute Kritik und die möglichen Chancen** Während sich DSGV-Präsident Ulrich Reuter im [Interview mit der Börsen-Zeitung kritisch zum geplanten digitalen Euro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=aa4afcd799&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) äußert, zeigt ein aktuelles [Gutachten des Europäischen Datenschutzausschusses](https://paymentandbanking.com/content/files/www-edpb-europa-eu/system/files/2025-10/digitaleurotokenbasedofflinemodality%5Fen.pdf), dass der digitale Euro künftig Zahlungen und Geldtransfers auch anonym ermöglichen kann. Das vom Kryptografie-Experten Tibor Jager verfasste Papier identifiziert technische Lösungen für sichere, offline-fähige Transaktionen und Betrugsschutz. Ulrich Reuter sieht dagegen den Digitalen Euro als eine parallele Infrastruktur zu bestehenden Wettbewerbsangeboten als wenig sinnvoll an, verweist auf den Erfolg von Wero als europäischer Zahlungslösung und fordert, dass die EZB stärker auf die Innovationskraft von Marktakteuren setzt. Gutachter Jager betont dagegen wie der Digitale Euro in Krisenzeiten, etwa bei Stromausfällen, Zahlungen gewährleisten könnte. „Der digitale Euro? Für viele ist das eine leere Lösungsmenge – und trotzdem wird weiterentwickelt.“ – André M. Bajorat über den Widerspruch zwischen politischem Willen und echtem Marktbedarf. „Der digitale Euro ist immer noch eine Brücke ins Ungewisse – der Mehrwert bleibt unklar.“ – Jochen Siegert über die fehlende politische Legitimation und den fraglichen Nutzen des digitalen Euros. ## **Neue Machtprobe bei N26 – nun wollen Gründer Modeunternehmer in den AR schicken** Als Chef des Bielefelder Modeunternehmen Katag wirkt Daniel Terberger nicht gerade wie der logische Kandidat für einen Aufsichtsratsposten bei einer Neobank. Doch die Gründer von N26 [Valentin Stalf und Maximilian Teyenthal schlagen nun ausgerechnet ihn für den Posten vor](https://www.manager-magazin.de/unternehmen/modeunternehmer-kandidiert-fuer-n26-aufsichtsrat-a-c34125d0-3bb5-4e52-9506-bee921b2276a?ref=paymentandbanking.com). Immerhin: ursprünglich hatte Terberger eine Banklehre absolviert und kurz bei einer Bank gearbeitet. Naheligender erscheint dabei die Nominierung des zweiten Kandidaten für den Aufsichtsrat: Byron Haynes leitete mal die österreichische Bank Bawag. Am 13\. November sollen beide in einer außerordentlichen Hauptversammlung ins Amt gehoben werden. Dass die Co-Chefs diese Nominierungen beantragen konnten, liegt an einem Sonderrecht, das ihnen Investoren eigentlich wegnehmen wollten: Wird die Abstimmung also zu einer Vertrauensfrage? ## **Worldline mit Mini-Rally und Kursabsturz – Payone-Geschäft belastet weiterhin** Nach einer kurzfristigen Rally und einem Kursplus von neun Prozent beim französischen Payment-Riesen Worldline sorgen die Zahlen im dritten Quartal dafür, dass die Gewinne wieder schnell verpufften. Mittlerweile liegt der auf einem Rekordtief. Besonders große Sorgen bereitet das deutsche Geschäft von Payone, [was Worldline offen ansprach](https://finanz-szene.de/payments/worldline-berichtet-von-schwachem-geschaeft-bei-sparkassen-acquirer-payone/?ref=paymentandbanking.com). Damit wird der Zahlungsdienstleister ein paar Monate nach dem “Dirty-Payments”-Skandal für Worldline immer mehr zum hässlichen Entlein. ## **Fiserv (ehem First Data) mit Gewinnwarnung und Kurstief** Ähnlich wie bei Worldline sorgt eine negative [Korrektur der Gewinnerwartungen](https://www.deraktionaer.de/artikel/commerce-brands-unicorns/fiserv-schock-gewinnwarnung-loest-historischen-kurssturz-aus-20389408.html?ref=paymentandbanking.com) um mehr als acht Prozent dafür, dass der Aktienkurs des US-Zahlungsdienstleisters Fiserv um mehr als 45 Prozent an einem Tag einbrach. Damit setzte sich ein negativer Trend fort, der bereits das gesamte bisherige Jahr anhält. Nun baut man beim Zahlungsdienstleister ordentlich um und installiert eine neue Doppelspitze und beruft einen neuen Finanzchef ein. Bleibt informiert! Viel Spaß beim Hören. ### KI-Suche in Finance: Wie CMOs Budgets neu ausrichten müssen URL: https://paymentandbanking.com/ki-suche-in-finance-wie-cmos-budgets-neu-ausrichten-muessen/ Last updated: 2025-11-06T08:14:47.000Z **Große Marken in der Banken- und Versicherungswelt verlieren auf einen Schlag 60 % ihres Traffics über Google. Willkommen im Zeitalter der KI-Suche.** Für CMOs in der Finanzbranche heißt das: Budgets neu ausrichten und die Sichtbarkeit der eigenen Marke aktiv steuern. ## Warum die entscheidenden Momente heute in der KI-Suche stattfinden **Es findet gerade der größte Wandel unseres Suchverhaltens statt.** Klassische SEO-Logiken greifen nicht mehr. Nutzende erwarten präzise Antworten statt Linklisten. Eine [aktuelle Analyse von *Rand Fishkin* und *SparkToro*](https://sparktoro.com/blog/new-research-we-analyzed-332-million-queries-over-21-months-to-uncover-never-before-published-data-on-how-people-use-google/?ref=paymentandbanking.com) über 332 Millionen Google-Suchen bestätigt diesen Wandel deutlich: **Fast 60 % aller Anfragen enden ohne Klick, fast die Hälfte sind markengebunden.** Die Entscheidung fällt also längst **in der Antwortzone der KI-Suche** – lange bevor jemand Ihre Website besucht. Sichtbarkeit verschiebt sich von der Website hin zur Antwort selbst. CMOs müssen aktiv steuern, **welche Informationen KI-Systeme über ihre Marke verwenden.** ## Wie KI-Suchen das Entscheidungsverhalten Ihrer Kundschaft verändern Wenn KI-Systeme Antworten direkt liefern, verändert sich, wie Menschen entscheiden. Früher klickten sich Nutzende durch Suchergebnisse – heute erhalten sie die Antwort im Ergebnisfeld. Google bleibt dabei mit **AI Overviews** und dem **AI Mode** zentraler Player. Gleichzeitig werden Tools wie ChatGPT oder Perplexity zu festen Begleitern im Rechercheprozess. Potenzielle Kundschaft lässt sich dort Geldanlagen oder Versicherungen erklären – ohne je auf eine Markenwebsite zu klicken. **Sichtbarkeit entsteht nicht mehr nur über Rankings, sondern über Relevanz in Antworten.** Wer in diesen neuen Entscheidungspfaden nicht vorkommt, verliert Reichweite und Vertrauen, bevor der Kaufprozess überhaupt beginnt. ## Neue Spielregeln in der KI-Suche: So sollten CMOs jetzt reagieren Diese Entwicklung markiert den Beginn neuer Spielregeln. Denn KI-Systeme wie Googles AI Overviews oder ChatGPT **berechnen Wahrscheinlichkeiten** und liefern individuelle Antworten (Quelle: [Search Engine Land](https://searchengineland.com/how-ai-mode-ai-overviews-work-patents-456346?utm%5Fsource=chatgpt.com)). Die gute Nachricht: Diese Ergebnisse sind **steuerbar**. CMOs müssen Budgets und KPIs anpassen – denn **Klicks und Traffic verlieren an Aussagekraft.** **Das SEO-Budget sollte nicht kleiner, sondern gezielter eingesetzt werden** – es entscheidet künftig darüber, ob eine Marke überhaupt sichtbar ist. ## Diese Investitionen entscheiden jetzt über Ihre Sichtbarkeit in der KI-Suche CMOs müssen gezielt in die Bereiche investieren, die KI-Systeme als relevant, vertrauenswürdig und aktuell einstufen – denn diese Investitionsfelder machen den Unterschied zwischen Auffindbarkeit und Unsichtbarkeit. - **Technisches Fundament:** Investieren Sie in eine technisch saubere Website-Struktur. Saubere Struktur, klare Datenformate und fehlerfreie Indexierung sichern den Zugang zu KI-Systemen. - **Inhalte für KI aufbereiten** Entwickeln Sie Inhalte, die KI-Systeme zitieren wollen – prägnant, aktuell und eindeutig strukturiert. - **Markenautorität stärken** Investieren Sie in Erwähnungen in Fachmedien und Portalen – jede glaubwürdige Quelle stärkt Ihre Präsenz. - **Markenwahrnehmung aktiv steuern** Fördern Sie eine positive Tonalität und konsistente Kommunikation über alle Kanäle hinweg. **Kurz gesagt:** SEO ist nicht vorbei – es wird zum entscheidenden Hebel, um in der KI-Suche überhaupt stattzufinden. ## **Neue Kennzahlen für Erfolg in der KI-Suche** Erfolg in der KI-Suche misst sich anders als im klassischen Online-Marketing. Früher dominierten Klickzahlen und lineare Attributionsmodelle, heute fällt die Entscheidung oft schon in der Antwort – **ohne dass überhaupt ein Klick stattfindet.** Wichtig sind Kennzahlen, die zeigen, wie präsent und vertrauenswürdig Ihre Marke in KI-Antworten erscheint: - **Markenpräsenz:** Messen Sie, in wie vielen KI-Antworten Ihre Marke namentlich genannt wird. - **Position im Antwortfeld:** Analysieren Sie, an welcher Stelle Ihre Marke in KI-generierten Ergebnissen auftaucht – ganz oben, im Mittelfeld oder gar nicht. - **Quellenzitat:** Erfassen Sie, wie häufig Ihre Website als Quelle in KI-Antworten genannt wird. - **Markenwahrnehmung:** Bewerten Sie, mit welcher Tonalität Ihre Marke in Antworten erscheint – positiv, neutral oder kritisch. Wer diese Kennzahlen konsequent beobachtet, kann die Sichtbarkeit seiner Marke in den neuen Suchsystemen aktiv steuern – lange bevor ein Nutzer die Website überhaupt besucht. ## **Fazit** Die Spielregeln der Sichtbarkeit haben sich verschoben. Wer nur auf klassische SEO setzt, spielt ein Spiel, das es nicht mehr gibt. **KI-Suchsysteme entscheiden längst mit, welche Marken Vertrauen genießen – und welche unsichtbar bleiben.** CMOs müssen Budgets neu ausrichten, KPIs neu denken und Sichtbarkeit in KI-Antworten sichern. Wer jetzt handelt, verschafft sich einen klaren Vorsprung. **Wer wartet, wird vom Marktgeschehen überholt.** **Unser Guide für Entscheider in Banken und Fintechs zeigt, was wichtig ist:** [**Jetzt herunterladen**](https://koschklinkperformance.de/ki-suche-guide/?utm%5Fsource=payment-banking&utm%5Fmedium=blog&utm%5Fcampaign=ai%5Fcmo&utm%5Fid=pb-Q4-25-ki-entscheider)**!** --- ### „Payments und Banking sollen so offen und sicher funktionieren wie das Internet“ URL: https://paymentandbanking.com/payments-und-banking-sollen-so-offen-und-sicher-funktionieren-wie-das-internet/ Last updated: 2026-04-20T10:46:31.000Z ***Als CFO der DKB will Jan Walther Technologie, Vertrauen und gesellschaftliche Verantwortung zusammenbringen – und dabei die Stärken von Banken und Fintechs neu kombinieren.*** [Jan Walther](https://www.linkedin.com/in/jan-walther-dkb/?ref=paymentandbanking.com) ist Finanzvorstand der DKB und verantwortlich für Bereiche wie Finance, Compliance, Business Intelligence, aber auch für Nachhaltigkeit und Diversität. In seinem Alltag verbindet er regulatorische Tiefe mit Innovationsfreude. Im Interview spricht er über den Kulturwandel im Banking, wie man aus der Wirtschaftsprüfung zum Vorstandsjob kommt und warum Fintechs keine Revolte sind, sondern Teil eines größeren Systemumbaus. **👉 Bei der DIGIFIN 2025 spricht er über *„Next Level DKB: Transformation als Schlüssel für nachhaltigen Erfolg am Finanzmarkt.“*** ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich heiße Jan, wurde in Weimar geboren, bin Wahlberliner und ein Teil einer Patchwork-Familie. Ich bin CFO der DKB, insbesondere mit den Zuständigkeiten Finance, Compliance und Business Intelligence. Zudem bin ich verantwortlich für Nachhaltigkeit und Diversität. Ich bin Mentor und Angel Investor. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Ich habe kein klassisches Portemonnaie. Ich habe ein Kartenetui – darin sind EUR 100 in bar. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Bevor ich bei der DKB angeheuert habe, war ich Prüfer bei der KPMG und die DKB war mein Mandat, das heißt, ich habe meinen potentiell neuen Arbeitgeber etwas genauer „unter die Lupe genommen“. Im Nachhinein muss ich feststellen: Die DKB ist deutlich vielseitiger als auf dem Papier. Wir habe neine lebendige Unternehmenskultur mit klaren Werten und einem echten Miteinander, viel Begeisterung für Sport (Sponsorings) und den starken Willen, immer neue Akzente am Markt setzen zu wollen. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Payments & Banking sollen so nahtlos, sicher und offen funktionieren wie das Internet – instant, interoperabel und inklusiv. Banking ist ein sensibler Vertrauensprozess. Bist Du nicht Teil der Lösung, sondern des Problems, dann wirst Du von den Kunden auch nicht die Betriebserlaubnis bekommen und verschwindest langsam. Banken müssen lernen, wie Fintechs zu denken und Fintechs müssen verstehen, wie Banken Verantwortung tragen. Wer beides vereint, prägt das Payment & Banking der nächsten Dekade. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Grundsätzlich ist unsere Haltung immer klar gewesen: Wir betrachten Fintechs als Innovationsmotor, Problemlöser und vor allem Partner für all jene Services oder technologischen Features, die wir nicht allein bauen können. Daher: Kooperation statt Konfrontation im Sinne des Kundenerlebnisses – und das seit bereits 2013\. Denn ja, einerseits sind Fintechs eine Revolution. Sie haben Zugang zu Finanzdienstleistungen massiv vereinfacht. Mobile Banking, Mikroinvestments, Peer-to-Peer-Kredite und „Buy Now, Pay Later“ sind Beispiele, wie Finanzangebote für breite Bevölkerungsschichten geöffnet wurden, oft ohne Filialnetz und mit niedrigeren Eintrittsbarrieren. Blockchain, KI-gestützte Kreditvergabe, Robo-Advisor oder Open Banking sind ebenfalls keine kosmetischen Innovationen, sondern tiefgreifende strukturelle Veränderungen. Sie zwingen traditionelle Banken, sich neu zu erfinden oder mit Fintechs zu kooperieren. Und das Verhältnis zwischen Kunde und Finanzinstitut verschiebt sich: Vertrauen basiert heute oft auf Nutzererfahrung und Transparenz,nicht auf jahrzehntelanger Banktradition. Andererseits ist es natürlich eine Revolte. Viele Fintechs nutzen weiterhin Banklizenzen, Zahlungsinfrastrukturen oder Partnerbanken im Hintergrund. Sie „revolutionieren“ also oft nur die Oberfläche, nicht das Fundament des Finanzsystems. Nach der ersten Welle von Disruptionen sind viele Fintechs entweder von Großbanken übernommen oder stark reguliert worden. Die „wilde“ Start-up-Dynamik ist vielerorts institutionell eingebettet. Gerade in Krisenzeiten zeigt sich: Verbraucher tendieren dazu, ihr Geld eher etablierten Banken als jungen Start-ups anzuvertrauen. Der Vertrauensvorsprung der Fintechs ist fragil. Also ja: Fintechs haben das Kundenerlebnis revolutioniert, aber das Finanzsystem selbst bisher eher evolutionär verändert. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich möchte die Steuerstruktur modernisieren, um eine gerechtere und effizientere Finanzierung zu ermöglichen. Gleichzeitig soll die Schuldenbremse so reformiert werden, dass Investitionen in Bildung, Digitalisierung, Infrastruktur und Klimaschutz nicht als Schulden, sondern als Zukunftsvermögen gelten. Zudem will ich einen Zukunftsfonds schaffen und Bildung sowie Innovation als höchste Priorität verankern – mit dem Ziel, die Wettbewerbsfähigkeit langfristig zu sichern. Dazu gehören etwa deutlich mehr Mittel für frühkindliche Bildung, MINT-Förderung und berufliche Weiterbildung. Und dann will ich noch nachhaltige Finanzpolitik mit dem Ziel Klima und Finanzen in Einklang zu bringen. Ich würde also nicht einfach mehr Geld ausgeben, sondern die Regeln verändern, nach denen Geld eingesetzt wird. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Als Ausgleich zu meinem Job mache ich regelmäßig und viel Sport, unter anderem Radfahren und ich gehe ins Gym (u.a. Bodypump), gehe gerne joggen und wandern. Zudem bin ich an Kunst interessiert, gehe unregelmäßig auf oder zu Konzerten (Klassik bis Rap) und schätze die Restaurantszene in Berlin. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Sofern möglich ausschließlich mit Apple Pay. Im „Notfall” mit Debit- oder Kreditcard. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Neben unserer eigenen DKB-App sind es insbesondere die Finanz-Apps von Revolut, Finanzguru, PayPal. 👉 **Live auf der DIGIFIN 2025:** Jan Walther erklärt auf der **Horizon Stage – 10:40 bis 11:00 Uhr**, wie die DKB ihre Transformation vorantreibt: von Technologie über Regulatorik bis hin zur nachhaltigen Zukunftssicherung im Wettbewerb. [**Jetzt Ticket sichern & dabei sein**,](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com) wenn einer der prägendsten Finanzstrategen Deutschlands zeigt, was „Next Level Banking“ wirklich bedeutet. ### FIDA: Rechte & Pflichten der Akteure im FIDA-Dreieck URL: https://paymentandbanking.com/fida-rechte-pflichten-der-akteure-im-fida-dreieck/ Last updated: 2025-11-05T06:47:03.000Z **Podcastfolge zu FIDA Teil 2 mit Awet Yohannes – über Zugriffsrechte, Datenhoheit und Dashboards im Open-Finance-Zeitalter.** Annerton-Experte [Awet Yohannes](https://www.linkedin.com/in/awetyohannesmuenchen252727050707199119942023/?ref=paymentandbanking.com) erklärt im „Alles Legal“-Podcast, welche Rechte und Pflichten FIDA für Dateninhaber und Datennutzer vorsieht, wer die Datenhoheit hat und was FiDA zu Dashboards regelt. All das nehmen Dana Wondra und Awet Yohannes genauer unter die Lupe, in Teil 2 der Serie zu FIDA, der Financial Data Access Regulation. Im Zentrum steht das sogenannte FIDA-Dreieck, das die Verhältnisse von Dateninhabern (z. B. Banken), Datennutzern (z. B. Fintechs) und Kund:innen zueinander darstellt. Klar ist: Die Datenhoheit bleibt bei den Nutzer:innen. Sie entscheiden, wer wie lang auf die Daten zugreifen und nutzen darf. Gleichzeitig formuliert FIDA konkrete Pflichten: Dateninhaber müssen Schnittstellen bereitstellen, den Kund:innen ein Dashboard zur Verfügung stellen und Zugriffe in Echtzeit ermöglichen. Datennutzer wiederum benötigen eine Zulassung, dürfen Daten nur zweckgebunden verarbeiten und müssen diese nach Nutzung wieder löschen. Ein spannender Punkt: Anders als bei PSD2 ist bei FIDA erstmals eine Vergütung für die Datenbereitstellung vorgesehen – ein Anreiz, sich aktiv an Open Finance zu beteiligen. Auch der Zugriff durch Big Techs bleibt ein kontrovers diskutiertes Thema. Die neue Folge zeigt: FIDA ist mehr als eine technische Anforderung – sie markiert einen Paradigmenwechsel im Umgang mit Finanzdaten. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. Hier der Link zur FIDA Folge 1: [FIDA & Open Finance: Wie die EU den Zugang zu Finanzdaten neu regelt](https://paymentandbanking.com/fida-open-finance-wie-die-eu-den-zugang-zu-finanzdaten-neu-regelt/) ### Exklusiv: Europäische Banken attackieren digitalen Euro scharf URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-europaeische-banken-attackieren-digitalen-euro-scharf/ Last updated: 2025-11-13T10:08:02.000Z *Die Wero-Macher von EPI warnen in einem Brief vor den Schwächen der digitalen Währung und sehen sich selbst als beste Alternative. Was im Brief steht und was ihn so ungewöhnlich macht.* Die European Payments Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von 14 führenden europäischen Banken, geht in einem Schreiben an EU-Entscheidungsträger massiv gegen das Projekt des digitalen Euro vor. In dem Brief, der *Payment & Banking* vorliegt, fordern die Banken die Überprüfung des Projekts und werfen der Europäischen Zentralbank (EZB) vor, mit dem digitalen Euro bestehende private Lösungen zu untergraben. Zusätzlich warnen die Geldhäuser, dass der digitale Euro nicht etwa die Dominanz ausländischer Anbieter wie PayPal, Apple Pay oder Alipay brechen werde – sondern im Gegenteil „diesen Anbietern eine Plattform bieten könnte, ihren Marktanteil bei EU-Bürgern auszubauen“. ## **Kein klarer Mehrwert, alles zu spät: EPI schießt gegen Konkurrenz** Was das Schreiben so ungewöhnlich macht: Der Ton ist recht scharf und richtet sich erstmalig explizit gegen den digitalen Euro. Bisher ließ EPI-Chefin Martina Weimert eigentlich immer durchklingen, dass man den digitalen Euro eher als Ergänzung zum eigenen Angebot sehe. Das klingt in dem Brief an europäische Policy-Maker nun anders. EPI, zu deren Gründungsmitgliedern unter anderem die Deutsche Bank, BNP Paribas und die Sparkassen gehören, kritisiert ganz offen das aktuelle Design des digitalen Euro als unzureichend: „Darüber hinaus zielt das derzeitige Design des digitalen Euro für Endkunden weitgehend auf dieselben Anwendungsfälle ab wie private Lösungen, ohne einen klaren Mehrwert für die Verbraucher zu bieten“, heißt es beispielsweise. EPI führt in dem Brief weitere Kritikpunkte an. So würden der Status als gesetzliches Zahlungsmittel und die „subventionierte Gebührenstruktur” ein ungleiches Spielfeld schaffen. Das Design sei „übermäßig komplex” und erhöhe Kosten und Implementierungsschwierigkeiten „ohne klaren strategischen Fokus”. Zudem versäume es der digitale Euro, die bestehende europäische Infrastruktur wie die Instant-Payment-Schienen zu nutzen, was zu „Duplikation und Ineffizienz” führe. Auch komme die Lösung erst 2029, obwohl die EU bereits „jetzt vor einer Souveränitätsherausforderung steht.” Gemeint ist damit offensichtlich die starke Abhängigkeit der EU von US-Zahlungsdienstleistern wie Paypal, Visa, Mastercard sowie Front-End-Produkten wie Apple- oder GooglePay. Die EZB warnt bereits seit einiger Zeit vor dieser Abhängigkeit. Der Ausfall der Sicherheitssysteme bei Paypal vor einigen Wochen trieb die Debatte dazu zusätzlich an. ## **Wero als Alternative: 45 Millionen Nutzer in einem Jahr** Als Alternative zum digitalen Euro preist die EPI naturgemäß ihre eigene Lösung Wero an, die bereits in Belgien, Frankreich und Deutschland für Person-zu-Person-Zahlungen verfügbar ist. Nach einem Jahr nutzen eigenen Angaben zufolge bereits 45 Millionen Bürger den Dienst. Bis Ende 2025 beziehungsweise 2026 sollen E-Commerce- und Kassenfunktionen ausgerollt werden, mit geplanten Migrationen von mindestens 15 Millionen Nutzern der niederländischen Lösung iDEAL und Payconiq in Luxemburg, heißt es in dem Schreiben. Was dabei untergeht: Wero hängt hinter seinem Zeitplan. Denn eigentlich wollte man die großen Online-Händler bereits im Sommer und Herbst 2025 anbinden und live schalten. Daraus wird aller Voraussicht nach nichts mehr. Das Argument, man sei selbst agiler als der digitale Euro, ist also vielleicht nicht ganz so hieb- und stichfest, wie es auf den ersten Blick scheint. ## **Was die EPI-Banken von der EU wollen** Die Banken fordern die EU-Gesetzgeber auf, die Zahlungsstrategie neu zu prüfen und stattdessen private, in Europa entwickelte Zahlungslösungen zu unterstützen. Sie empfehlen eine „umfassende Kosten-Nutzen-Analyse”, um sicherzustellen, dass regulatorische Bemühungen das europäische Zahlungsökosystem „verbessern statt behindern”. Konkret verlangen die Banken gesetzliche Unterstützung für private Lösungen, etwa durch eine Pflicht zur Akzeptanz mindestens einer EU-basierten Instant-Payment-Lösung für Händler. --- Auch auf der [**Payment Exchange 2026** ](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com)greifen wir das Thema wieder auf: Im Panel *„European Wallets & Digitaler Euro“* diskutieren Expert:innen aus Banken, Handel und Politik, was die aktuellen Spannungen zwischen EPI und EZB für Europas Zahlungsverkehr bedeuten. Geht es um echte Souveränität – oder entsteht nur ein neuer Wettbewerb der Systeme? Und welche Rolle spielt Vertrauen, wenn Europas digitaler Zahlungsraum endlich Gestalt annimmt? [Jetzt Ticket zum Super Early Bird sichern](https://www.payment-exchange.com/pex26-programm?ref=paymentandbanking.com) Das könnte dich auch interessieren: [Exklusiv: EPI-Chefin Martina Weimert im Podcast zu Wero](https://paymentandbanking.com/exklusiv-epi-chefin-martina-weimert-im-podcast-zu-wero/) ### FIDA 2026 – oder: Totgesagte leben länger URL: https://paymentandbanking.com/fida-2026-oder-totgesagte-leben-laenger/ Last updated: 2025-11-03T16:49:07.000Z ***Die neue Regulierung wird kommen, auch wenn die finale Ausgestaltung noch nicht finalist. Was das für Banken bedeutet – und warum KI eine Rolle spielt.*** Als wir Mitte Februar die Gewissheit hatten, dass FIDA im Arbeitsprogramm der EU verblieb, hätten nur wenige von uns gedacht, dass wir jetzt noch einmal einen Eiertanz um die FIDA-Regulatorik sehen würden. Im Vorfeld zur Parlamentssitzung auf der das Arbeitspapier der EU für 2026 gab es noch einmal einen großen Vorstoß der Industrieverbände, FIDA vom Arbeitsprogramm auszuschließen. Im Gegenzug wandten sich Fintech-Verbände mit positiven Argumenten an die EU. Letztendlich können wir sagen: FIDA geht in die letzte Runde, es steht im Arbeitsprogramm für das kommende Jahr und wird mit großer Wahrscheinlichkeit Ende des ersten Quartals in Kraft treten. FIDA steht derzeit im Trilog, die unterschiedlichen Positionen der Kommission, des Parlaments und des Rats werden zusammengetragen und verhandelt. Hierzu wurden auch diverse Non-Paper verschiedener EU Staaten zur Vereinfachung von FIDA und zur Klärung noch offener Fragen hinzugezogen, Vereinfacht gesagt beziehen sich die größten noch offenen Punkte auf den Ausschluss von nicht-EU Playern von der FISP-Lizenz und einem aktiven Verhindern des Markteintritts der großen Tech-Player aus den USA. Es gibt noch Fragen um den Ausschluß der BAV, weitere Fragen drehen sich um die Datenhistorie, geschlossene Verträge und um angereicherte Daten. Nachdem im Trilog nicht so viel Fortschritt erreicht werden konnte wie geplant, sollte nun vor dem Ende der Sitzungsperiode vor Mitte Dezember nun noch ein deutlicher, nächster Schritt hin zu einem finalen Entwurf gemacht werden, auch weil ab Januar aus Zypern weniger Ressourcen für alle zu bedienenden Themen zur Verfügung stehen werden. ## **Die Industrie reagiert** Die Finanzinstitute beginnen verstärkt, sich mit der FIDA Regulatorik zu beschäftigen, es werden Impact-Analysen erstellt, Chancen und Herausforderungen dargelegt, und einige Institute beschäftigen sich auch mit der Frage, wie ihre Positionierung zu Schemes aussehen sollte. Ein Institut, das hier besonders hervorzuheben ist, ist die Deutsche Bank, die sogar im Rahmen der Sibos Konferenz in Frankfurt einen ganzen [“FIDA Data Studio” Tag](https://thebankingscene.com/opinions/fida-how-deutsche-bank-is-shaping-europes-open-finance-future?ref=paymentandbanking.com) organisiert hat, und mit der wir auch seit gut einem Jahr in Frankfurt [FIDA Working Sessions](https://techquartier.com/news/fida-roundtable-unlocking-financial-data-szenarien-und-use-cases-f%C3%BCr-erfolgreiche-entscheidungen-in-einer-datengetriebenen-zukunft?ref=paymentandbanking.com) im TechQuartier durchführen durften. Auch in den Banken aus dem BVR gibt es nun Initiativen, bei Privatbanken, -beraternetzwerken und Versicherern sieht es eher noch sehr mau aus. Die ersten Aktivitäten sindals sehr positiv zu bewerten, denn während der sehr aktiven Lobbyarbeit gegen FIDA aus den Verbänden war ein konstruktiver Dialog zwischen allen FIDA-Stakeholdern nur sehr bedingt möglich, beziehungsweisenicht auf der benötigten Hierarchieebene. Das ist aber notwendig, damit wir vernünftige Lösungen zu Governance, Datenstandards, Vergütung und – wichtig – Kundenerfahrung erarbeiten. Und nur wenn das auch geschieht, werden alle Marktteilnehmer von FIDA und Open Finance in der EU profitieren und nur dann können wir verhindern, dass Ineffizienzen aus dem PSD2 Umfeld wieder, und nun mit viel größerem Impact, entstehen. ## **Andere Länder profitieren bereits von Open Finance** Während die EU weiter recht zögerlich voranschreitet, können Märkte in anderen Ländern bereits von Open Finance Regulatorik, oder ihren Vorstufen, profitieren: In UK hat der Data (Use and Access) Act 2025 die Rechtsgrundlage geschaffen, mit der die Regierung Smart-Data-Schemes über Branchen hinweg per Verordnung einführen oder erweitern kann – explizit inklusive einer Ausweitung von Open Banking in Richtung OpenFinance (z. B. Pensions, Versicherungen, Hypotheken). Unter anderem wird auch der gesamte Prozess des Hauskaufs digitalisiert und signifikant verkürzt. Umgesetzt wird das schrittweise durch die FCA/JROC, die das Thema operativ verankern (u. a. mit dem Open-Finance-Sprint 2025 und dem Design der künftigen “Future Entity” für UK-Open-Banking als Dauerinstitution). Mit einer finalen Lösung wird hier Ende Q1 2026 gerechnet. In Brasilien zeigt sich die Wirkung bereits: Das regulierte Open-Finance-Regime ist mit Pix und Kreditdaten verzahnt, senkt Onboarding-Hürden, erhöht Wettbewerb und ermöglicht spürbare Kundenvorteile (besseres Pricing, schnellere Entscheidungen, mehr Produktvielfalt). Indien hat mit dem Account-Aggregator-Netz (Sahamati) die wohl konsequenteste Consent-Infrastruktur gebaut. Dies führte zu Millionen verknüpfter Konten, B2C- und B2B-Use Cases (Kredit, Vermögensübersichten, Versicherungen), die nun skalieren. Die VAE schließlich haben 2024 eine Open-Finance-Regulierung durch die Zentralbank erlassen und koppeln sie an eine klare Roadmap: Banken, Fintechs und staatliche Stellen pilotieren entlang definierter Datendomänen, es gibt einen zentralisierten Aggregator, der die Daten zugänglich macht. Die Schweiz verfügt über ein industriegesteuertes Scheme, die Open Wealth Association, die bereits API- und Datenstandards entwickelt hat und immer mehr Banken onboarded. Global leitet die Bank for International Settlements (BIS) ein Projekt (Aperta) zur Interoperabilität nationaler Open Finance Systeme, die EU sitzt dem derzeit lediglich bei, denn wir haben ja weiterhin keine verabschiedete Regulatorik. ## **EU darf nicht (noch weiter) ins Hintertreffen gelangen** Damit die EU auch in datengetriebenen Finanzprodukten und Kundenangeboten weiter wettbewerbsfähig bleibt, und somit auch technologische Innovation in Finanzdienstleistungen fördern kann, müssen wir FIDA nun zum Abschluß bringen, pragmatisch, und use-case bezogen. Die Chance, das „EUID Wallet” nicht nur mit einem digitalen ID auszustatten, sondern auch zu einem Daten-Wallet zu machen, ist groß. Hierzu benötigen wir den klaren Rahmen, den FIDA zum Datenteilen vorgibt. Auch digitale Währungen gehören mit in das Spannungsfeld des digitalen Fortschritts, auch hier ist eine gute Datenbasis essentiell. Neben Open Banking gibt es ja heute bereits Datenprovider, die, zum Beispielfür die Wealth Management Industrie, Daten aggregieren und strukturiert weitergeben. Dies basiert auf bilateralen Agreements und der Notwendigkeit, einzelnen Datenquellen oft händisch zusammen führen zu müssen. ## **Warum wir nun standardisierte, regulierte Daten benötigen:** KI-gestützte Finanzberatung und agentische Workflows brauchen rechtssichere Skalierbarkeit – die liefern klassische Wealth-Datenfeeds nicht: proprietäre Schemata, wechselnde Herkunft (teils Scraping), unklarer oder pauschaler Consent, uneinheitliche Qualität und Verträge. Für Piloten reicht das, bei Enterprise-Skalierung und Governance zu Haftung, Audit, Re-Use und grenzüberschreitender Nutzung scheitert es. FIDA schließt diese Lücke. Denn sie schafft standardisierte Datendomänen (Bank/Depot/Versicherung/Pension), regulierte Rollen (z. B. FISP) mit Haftungskette, expliziter, widerrufbarer Consent, Lineage und Event-Aktualität – Grundlage auch für EU-AI-Act-konforme KI. Dazu kommen Vergütungsprinzipien sowie SLA/Dispute-Mechaniken für den Betrieb. Fazit: Betas gehen mit heutigen Feeds; Geschäft in Serie entsteht mit standardisierten, regulierten, consent-basierten, portablen Daten. Genau dafür steht FIDA. ### Fintech des Jahres 25: Mit eurer Stimme ab ins Finale URL: https://paymentandbanking.com/fintech-des-jahres-25-mit-eurer-stimme-ab-ins-finale/ Last updated: 2025-11-13T12:44:45.000Z ## Die Abstimmung ist jetzt beendet! Nach der Bewerbungsphase ist vor der Abstimmung, ist vor der Auszeichnung. Die Vorbereitungen zur Verleihung zum „Fintech des Jahres“ von Payment & Banking sind im vollen Gange. Der Award ‚Fintech des Jahres’ wird seit 2014 vergeben, ist der erste Fintech Preis der in Deutschland geschaffen wurde und wird im Rahmen der [DigiFin](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com) am **18.11.2025** im Kosmos in Berlin. ## Wir sorgen für den roten Teppich, ihr stimmt für das Fintech der Herzen ab Während wir jetzt schon einmal den Schampus kaltstellen, seid ihr, die Community gefragt: Wählt das **Fintech des Herzens!** Die Wahl könnte kaum einfacher sein: Bis einschließlich **Mittwoch, den 12\. November**, seid ihr, die Community – und damit die wohl kritischste Jury – aufgefordert, eure Stimme abzugeben. Mit dieser wichtigen Stimme bestimmt ihr damit, wer den beliebten Publikumspreis in den Kategorien bekommen soll! Ihr wollt bei der Preisverleihung live dabei sein? Sichert euch [ein ](https://fintechtriple.eventbrite.de/?ref=paymentandbanking.com)[Ticket](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) für die DigiFin. ## Fintech der Herzen 2025 – die Nominierten Diese Kategorie steht für mehr als nur Wachstum, Funding oder Skalierung – sie steht für Haltung, Wirkung und Nähe zur Community. Hier zählt, welches Fintech euch wirklich begeistert, inspiriert oder den Alltag ein Stück besser macht. Ob durch innovative Ideen, außergewöhnlichen Service oder einfach durch das Gefühl, dass hinter der Marke Menschen stehen, die verstehen, was zählt. Also: Zeigt Herz, zeigt Haltung – und stimmt ab für euer persönliches **Fintech der Herzen 2025**. Jede Stimme macht den Unterschied! --- ## Die Abstimmung des Fintech des Jahres 25: Etabliert, Newcomer und Finfluencer:in Am 18\. November auf der DigiFin werden wir die Gewinner:Innen bekannt geben. Sei dabei und hole dir jetzt das Ticket! ### Betrugswarnung in Echtzeit: Wie Hinweishelden Fake-Shops ausbremsen URL: https://paymentandbanking.com/betrugswarnung-in-echtzeit-wie-hinweishelden-fake-shops-ausbremsen/ Last updated: 2025-11-02T18:25:48.000Z In dieser Folge von 3×3=10 spricht Marvin mit „Hannes“, dem Gründer hinter der Plattform *iban.hinweishelden.com*. Eine Folge, die zeigt, wie alltäglich Online-Betrug geworden ist. Und wie wichtig es ist, Lösungen zu entwickeln, die nicht erst eingreifen, wenn das Geld schon weg ist. ## **„Mir passiert das nicht!“ Und dann passiert es doch** Jedes Jahr geraten rund 300.000 Menschen in Deutschland an betrügerische Shops, im Schnitt 300 € Schaden pro Fall. Was sie gemeinsam haben: Sie schämen sich. Sie reden nicht darüber. Und sie verlieren das Vertrauen ins Internet und manchmal auch in Institutionen. Hannes kennt diese Geschichten. Er hat sie hundertfach gehört. Am Anfang als Legal-Tech-Idee. Heute als Mission. ## **Betrüger werden besser. Faxgeräte nicht** Die digitale Realität ist unfair verteilt: Fake-Shops sind professioneller denn je. Die Strafverfolgung arbeitet noch immer mit Sperrfax und Papierakten. Und Banken? Sie haben große Fraud-Teams – aber keine Pflicht, verlorenes Geld aus Kleinbetrug zurückzuholen. Die Erfolgsquote: unter 1%. Also dreht Hinweishelden das Problem um: Prävention statt Schadensabwicklung Hinweishelden sammelt IBANs, die in Betrugsszenarien auffallen – automatisiert über Testkäufe, Meldungen von Notaren & Betroffenen. Und meldet diese in Echtzeit an Banken und Fintechs. Für Banken ist das kein „Nice to have“. Jeder Betrugsfall kostet mindestens 100 € intern – allein für Prüfungen & Dokumentation. Schnelle Warnungen verhindern Aufwand, Frust und Imageschäden. Ein Pilot mit Finanzguru zeigt Wirkung: 30% weniger Betrugsfälle undNutzer brechen Überweisungen ab, sobald ein Warnhinweis erscheint. ## **Warum machen Banken das nicht selbst?** Komplexe Kernbankensysteme, volle Roadmaps, gesetzliche Pflichtaufgaben. Hinweishelden kann sich darauf konzentrieren, so schnell und so schlank wie nötig zu sein. Und während die Branche sich über „Verification of Payee“ freut, bleibt klar: Der IBAN-Name-Check allein stoppt keine Fake-Shops. Betrüger passen sich an. ## 🎙 **Jetzt reinhören:** Wie Hinweishelden arbeitet, warum Prävention nicht so schwierig ist, wie man denkt und wie Banken mit wenigen Klicks einen echten Unterschied machen können. ### Fintech des Jahres 2025 – Ihr kürt das Fintech der Herzen URL: https://paymentandbanking.com/fintech-des-jahres-2025-ihr-kuert-das-fintech-der-herzen/ Last updated: 2025-11-13T06:09:42.000Z Nach der Bewerbungsphase ist vor der Abstimmung, ist vor der Auszeichnung. Die Vorbereitungen zur Verleihung zum „Fintech des Jahres“ von Payment & Banking sind im vollen Gange. Der Award ‚Fintech des Jahres’ wird seit 2014 vergeben, ist der erste Fintech Preis der in Deutschland geschaffen wurde und wird im Rahmen der [DigiFin](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com) am **18.11.2025** im Kosmos in Berlin. ## Wir sorgen für den roten Teppich, ihr stimmt für das Fintech der Herzen ab Während wir jetzt schon einmal den Schampus kaltstellen, seid ihr, die Community gefragt: Wählt das **Fintech des Herzens!** Der Ablauf könnte einfacher nicht sein: Am kommenden **Montag, den 3\. November 2025** veröffentlichen wir die Longlist aller Bewerbungen. Ihr gebt eure Stimme ab. Eine Stimme, die darüber entscheidet, wem auf der großen Bühne der DigiFin am 18\. November 2025 der Publikumspreis überreicht wird. Und egal, welches Fintech am Ende ganz oben steht: Jede abgegebene Stimme ist ein Zeichen für Innovation, Engagement und die Kraft einer starken Community. Wenn ihr bei der Preisverleihung live dabei sein möchtet, könnt ihr euch bereits jetzt euer Ticket sichern und gemeinsam mit uns die Gewinner:innen feiern. Der Abend wird ein Höhepunkt für alle, die Fintech nicht nur beobachten, sondern aktiv mitgestalten. Sichert euch [ein ](https://fintechtriple.eventbrite.de/?ref=paymentandbanking.com)[Ticket](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) für die DigiFin. ## Fintech der Herzen 2025 – die Nominierten Diese Kategorie steht für mehr als nur Wachstum, Funding oder Skalierung – sie steht für Haltung, Wirkung und Nähe zur Community. Hier zählt, welches Fintech euch wirklich begeistert, inspiriert oder den Alltag ein Stück besser macht. Ob durch innovative Ideen, außergewöhnlichen Service oder einfach durch das Gefühl, dass hinter der Marke Menschen stehen, die verstehen, was zählt. Zeigt Herz, zeigt Haltung – und stimmt ab für euer persönliches **Fintech der Herzen 2025**. Jede Stimme macht den Unterschied! **Also: Markiert euch den 03\. November im Kalender, stimmt ab und zeigt, welches Fintech 2025 die Herzen erobert hat.** Wir zählen auf euch! ❤️🚀 **Abstimmungslink ist ab Montag hier online gestellt!** ### Dann zahl halt bar! Die Wahrheit über die Kosten des Bezahlens URL: https://paymentandbanking.com/dann-zahl-halt-bar-die-wahrheit-ueber-die-kosten-des-bezahlens/ Last updated: 2025-11-06T08:00:14.000Z Kartenzahlung hat bei vielen den Ruf, das teurere Zahlungsmittel zu sein. Dabei werden die eigentlichen Kosten von Barzahlungen unterschätzt. Warum das irreführend ist. Zur deutschen Aufregungskultur geht auch das “Cash is King Schild am Späti um die Ecke. Oder eines, das Kartenzahlung erst ab 10 Euro erlaubt. Passend dazu die Diskussionen in sozialen Netzwerken, in denen die „gute“ Barzahlung gegen die „schlechte“ Kartenzahlung verteidigt wird. Bargeld ist gelebte Freiheit und die da oben wollen uns die letzte Mark, sorry Euro wegnehmen. Also in echt. Damit ein Schuh daraus wird, bedienen sich insbesondere Händler eines Mythos. Dem Mythos, dass Bargeld kostenlos sei, während Kartenzahlungen dem Händler die Marge rauben. Aber stimmt das wirklich? Nein. ## Das Märchen vom kostenlosen Bargeld Um die Kosten von Bar- und Kartenzahlungen fair zu vergleichen, kann man sich einiger Zahlen bedienen. Die Deutsche Bundesbank hat 2024 eine umfassende Studie zu den Kosten von Bargeld und Kartenzahlungen aus Verbrauchersicht veröffentlicht. Diese ergänzt die älteren Daten aus Händlersicht von 2019 und zeigt ein differenziertes Bild. | **Zahlungsmethode** | **Kosten pro Transaktion (Handel 2019)** | **Kosten in % des Umsatzes (Verbraucher 2024)** | | ------------------- | ---------------------------------------- | ----------------------------------------------- | | **Bargeld** | 0,24 € | 1,74 % | | **Girocard** | 0,33 € | 1,49 % | | **Kreditkarte** | \> 0,33 € | 2,38 % | Die Zahlen zeigen: Die landläufige Meinung, Bargeld sei kostenlos, ist nicht haltbar. Für Verbraucher ist die Girocard, bezogen auf den Umsatz, sogar die günstigere Variante. Das liegt daran, dass sie häufiger für größere Einkäufe genutzt wird, während Bargeld eher für kleine Beträge zum Einsatz kommt. Trotzdem kursieren immer wieder irreführende Rechnungen. Ein 50-Euro-Schein könne beliebig oft den Besitzer wechseln, ohne an Wert zu verlieren, während bei Kartenzahlungen so hohe Gebühren anfallen, dass am Ende aus 50 Euro nur noch 5 Euro werden. Diese Darstellung ist nicht nur irreführend, sondern auch mathematisch falsch. Sie vergleicht Äpfel mit Birnen: Den Nominalwert eines Geldscheins mit den Transaktionskosten verschiedener Zahlungsvorgänge. Die Realität sieht anders aus: Auch Bargeld verursacht erhebliche Kosten. Wie die Bundesbank-Studie zeigt, kostet jede Bargeldtransaktion den Handel durchschnittlich 24 Cent. Diese Kosten umfassen Personalaufwand, Transport, Sicherheitsmaßnahmen und Verluste durch Diebstahl oder Falschgeld. Auf das Jahr hochgerechnet, summieren sich diese Kosten für den deutschen Einzelhandel auf beachtliche 3,77 Milliarden Euro. ## Was Händler wirklich zahlen: Ein Blick auf die Praxis Für Händler, die sich für Kartenzahlungen entscheiden, gibt es heute eine Vielzahl von Anbietern mit unterschiedlichen Preismodellen: | **Anbieter** | **Girocard/Debitkarte** | **Kreditkarte** | **Besonderheiten** | | -------------------------- | ----------------------- | --------------- | ------------------------------------ | | **SumUp (umsatzbasiert)** | 1,39 % | 1,39 % | 0€ Grundgebühr \[4\] | | **myPOS (<10.000€/Monat)** | 0,90 % | 1,30 % | 0€ Grundgebühr \[5\] | | **Sparkasse s-pos** | 0,79 % | 1,9 % | 1€ Einrichtung, 0€ Grundgebühr \[6\] | Diese Preise zeigen, dass die oft zitierten Gebühren von über 2,5 Prozent nicht der Realität entsprechen. Gerade bei der in Deutschland dominierenden Girocard liegen die Kosten deutlich niedriger. **Kostenvergleich: Bargeld vs. Karte in der Praxis** Um die abstrakten Zahlen greifbar zu machen, schauen wir uns in einem fiktiven Beispiel einen typischen (kleinen) Händler an. Damit man realistisch rechnen kann, werden die aktuellen Bundesbank-Daten zahlen zu Grunde gelegt: 49 Prozent aller Transaktionen mit Karte, davon 90 Prozent mit der Girocard. Und ja, je nachdem welche Studie man gerade bemüht, verschiebt es sich in die ein oder andere Richtung. Die Tendenz ist aber klar. **Das Restaurant „Zur Linde“** bedient 200 Gäste pro Woche mit einem durchschnittlichen Warenkorb von 50 Euro. Das entspricht einem Jahresumsatz von 520.000 Euro. *Kartenzahlungen:* Von den 200 wöchentlichen Transaktionen werden 98 mit Karte bezahlt, davon 88 mit der Girocard. Bei myPOS (0,90 Prozent) entstehen Kosten von 2.059 Euro pro Jahr oder 172 Euro monatlich. *Bargeld-Transaktionen:* Die verbleibenden 102 Transaktionen werden bar abgewickelt. Laut Bundesbank kostet jede Bargeldtransaktion den Handel 24 Cent. Das ergibt bei 5.304 Bargeld-Transaktionen pro Jahr Kosten von 1.273 Euro oder 106 Euro monatlich. Hinzu kommen versteckte Kosten: Bankgebühren für Einzahlungen, Wechselgeld-Vorhaltung, Transportkosten, Versicherung und Verluste durch Diebstahl oder Falschgeld – zusammen weitere 800-1.200 Euro jährlich. *Gesamtkosten Bargeld:* 2.073-2.473 Euro pro Jahr (173-206 Euro monatlich) – und damit höher als die Kartenzahlungskosten. Für Gastronomen wird die Diskussion zusätzlich durch die geplante Mehrwertsteuersenkung befeuert. Ab Januar 2026 soll die Umsatzsteuer für Speisen von 19 auf 7 Prozent sinken. Niedersachsens Finanzminister knüpft solche Steuererleichterungen jedoch an eine Bedingung: Gastronomen sollen mindestens eine digitale Zahlungsoption anbieten müssen. Der Grund: In bargeldintensiven Branchen wie der Gastronomie entgehen dem Staat jährlich etwa 16-20 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung. Diese Beispiele zeigen: Bargeld ist keineswegs kostenlos. Im Gegenteil – die versteckten Kosten übersteigen oft die transparenten Kartenzahlungsgebühren deutlich. ## Die Psychologie des Bezahlens: Warum Deutsche besonders am Bargeld hängen Die deutsche Bargeld-Präferenz hat tiefe historische Wurzeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Währungsreform von 1948 verloren die Deutschen praktisch über Nacht ihre Ersparnisse. Aus 100 Reichsmark wurden gerade einmal 6,50 D-Mark. Diese traumatische Erfahrung prägte Generationen: Nur was man physisch in der Hand hält, ist wirklich sicher. Diese historisch gewachsene Skepsis gegenüber abstrakten Geldformen erklärt, warum Deutschland bei der Kartenzahlung im europäischen Vergleich hinterherhinkt. Bargeld vermittelt das Gefühl von Kontrolle und Sicherheit, das in der deutschen Mentalität tief verwurzelt ist. Doch die Bargeld-Präferenz hat auch eine Schattenseite. In Branchen wie der Gastronomie und bei Dienstleistern wie Friseuren wird die Anonymität des Bargelds gezielt genutzt, um Steuern zu hinterziehen. Die Zollgewerkschaft sieht Friseur- und Kosmetikbetriebe als „Hotspots für Schwarzarbeit“ \[12\]. Wenn ein Restaurant oder Friseursalon ausschließlich Bargeld akzeptiert, stecken oft nicht nur Kostenüberlegungen dahinter, sondern auch der Wunsch, Umsätze vor dem Finanzamt zu verbergen. Der Datenschutz-Aspekt verstärkt diese Präferenz zusätzlich. Bei Barzahlungen bleiben wir anonym – niemand kann nachvollziehen, was wir wo und wann gekauft haben. Eine Bundesbank-Umfrage zeigt: Jeder Vierte wäre bereit, 50 Cent pro Einkauf zu zahlen, wenn die eigenen Daten direkt danach gelöscht würden \[1\]. ## Europa-Vergleich und aktuelle Trends Deutschland gilt oft als „Land der Barzahler“ und hinkt bei der Akzeptanz von Kartenzahlungen hinterher. Die Zahlen der Initiative „Deutschland zahlt digital“ verdeutlichen das Ausmaß: Mit nur 25,8 Prozent liegt Deutschland beim Anteil der Kartenzahlungen an den Haushaltsausgaben deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 48,4 Prozent. Frankreich erreicht bereits 52,2 Prozent \[7\]. Doch der Trend ist auch in Deutschland unverkennbar: Die Kartenzahlung ist auf dem Vormarsch. Laut einer Studie der Europäischen Zentralbank ist der Anteil der Barzahlungen im Euroraum von 72 Prozent im Jahr 2019 auf 52 Prozent im Jahr 2024 gesunken. Im gleichen Zeitraum stieg der Anteil der Kartenzahlungen von 25 auf 39 Prozent. ## Fazit: Zahlungsfreiheit, Mythen und Realität Die Debatte um Bargeld und Karte ist oft emotional aufgeladen und von Mythen geprägt. Die Fakten zeigen jedoch, dass die Realität weitaus differenzierter ist. Weder ist Bargeld kostenlos, noch ist die Kartenzahlung per se der teurere Weg. Die Vorstellung, dass Bargeld ein Hort der Freiheit und die Karte ein Instrument der Überwachung ist, greift zu kurz. Als Verbraucher solltest du die Zahlungsmethode wählen, die am besten zu deinen Bedürfnissen passt – sei es aus Gründen der Kosten, der Bequemlichkeit oder des Datenschutzes. Und als Händler gilt es, eine kluge Abwägung zwischen den Kosten der verschiedenen Zahlungssysteme und den Erwartungen der Kunden zu treffen. Am Ende geht es um Zahlungsfreiheit. Und die bedeutet, die Wahl zu haben. Die Zukunft des Bezahlens liegt nicht in einem „Entweder-oder“, sondern in einer intelligenten Koexistenz von Bargeld und digitalen Alternativen. Neue Entwicklungen wie Wero, das europäische Pendant zu PayPal, zeigen bereits heute, wohin die Reise geht. Seit Juli 2024 können Nutzer in Deutschland, Frankreich und Belgien mit Wero Geld in Echtzeit zwischen Bankkonten übertragen – direkt über das Smartphone und ohne amerikanische Plattformen \[9\]. Mit über 30 Millionen Nutzern entwickelt sich Wero zu einer echten Alternative zu den US-amerikanischen Bezahldiensten. ### FIDA & Open Finance: Wie die EU den Zugang zu Finanzdaten neu regelt URL: https://paymentandbanking.com/fida-open-finance-wie-die-eu-den-zugang-zu-finanzdaten-neu-regelt/ Last updated: 2025-10-28T19:55:55.000Z ****Podcastfolge zu FIDA mit Awet Yohannes über Dateninhaber, neue Dienstleister und das Ziel eines 360-Grad-Finanzblicks.** Brandaktuell: Am 21\. Oktober 2025 hat die Europäische Kommission ihr Arbeitsprogramm für 2026 vorgestellt. Darin bleibt FIDA („Financial Data Access Regulation“) ein pending proposal, also ein noch nicht verabschiedeter Vorschlag. Dennoch ist klar: Die EU bereitet mit FIDA den nächsten großen Schritt in Richtung Open Finance vor. Annerton-Experte [Awet Yohannes](https://www.linkedin.com/in/awetyohannesmuenchen252727050707199119942023/?ref=paymentandbanking.com) erklärt im „[Alles Legal](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/)“-Podcast, wie FIDA den EU-Weg von Open Banking zu Open Finance fortschreibt und welche Finanzdaten künftig geteilt werden dürfen. Mit der Financial Data Access Regulation (FIDA) will die EU einen neuen Rechtsrahmen für den Zugang zu Finanzdaten schaffen – über die bekannten Zahlungskontodaten hinaus. In der aktuellen Podcastfolge erklärt Awet Yohannes, was genau unter FIDA zu verstehen ist und wie er sich von PSD2 bzw. künftig PSD3/PSR unterscheidet. Im Fokus stehen drei Akteure: Dateninhaber (z. B. Banken, Versicherungen), Datennutzer (z. B. Fintechs) und die Kund:innen, deren Finanzdaten geteilt werden sollen. Ziel ist es, neue datenbasierte Finanzprodukte/-dienstleistungen anbieten zu können, damit Kund:innen einen 360-Grad-Finanzüberblick erhalten, sodass z.B. alle Konten, Depots und Versicherungsprodukte in auf einem Blick sichtbar sind. FIDA führt auch eine neue Kategorie ein: Finanzinformationsdienstleister. Diese sollen auf deutlich mehr Daten zugreifen dürfen als bisherige Kontoinformationsdienstleister – vorausgesetzt, die Kund:innen stimmen dem zu. Ein kontroverser Punkt: Auch von Dateninhabern selbst generierte Kundendaten, etwa aus internen Kreditwürdigkeitsprüfungen, sollen herausgegeben werden. Viele Institute kritisieren das als zu weitgehend. Noch wird im EU-Trilog verhandelt – doch klar ist: FIDA wird den Markt verändern. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Exklusiv: Formalize erhält 30 Millionen für Deutschland-Expansion URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-formalize-erhaelt-30-millionen-fuer-deutschland-expansion/ Last updated: 2025-10-28T07:13:13.000Z *Der dänische Spezialist für Regulierungsoftware hat in einer Finanzierungsrunde Geld von deutschen Investoren erhalten. Damit möchte Formalize bis 2027 profitabel werden.* Eigentlich hieß der dänischen Compliance-Anbieters Formalize einmal anders. Unter dem Namen Whistleblower Software vertrieb das Unternehmen ein gleichnamiges Produkt, eine Softwareplattform, mit der Firmen gesetzeskonforme Hinweisgeberkanäle einrichten konnten. Damit gewann man Kunden wie Starbucks, McDonalds, Burger King und SPAR. Inzwischen hat sich das Regtec nicht nur umbenannt, sondern sich auch auf andere Compliance-Felder wie der DSGVO, ISO-Zertifizierungen, NIS2 und neuerdings auch Dora spezialisiert. Im vergangenen Jahr sammelte man dafür 15 Millionen Euro in einer Series-A-Finanzierung ein und baute das Geschäft in Deutschland auf. Mit den neuen Angeboten möchten die drei Gründer unter Führung des CEOs Jakob Lilholm nun weiter in den deutschen Markt vordringen. Dafür hat Formalize nun in einer Series-B-Finanzierung 30 Millionen Euro von einer Reihe an Investoren eingesammelt, darunter der Münchner Venture-Capital-Investor Acton Capital und der Bestandsinvestor Blackfin Tech. In München soll eine Zweigstelle für 30 Mitarbeitende aufgebaut werden. Bisher wurde der deutsche Markt durch 10 Mitarbeitende aus Madrid und Kopenhagen betreut. „Wir möchten näher an unseren Kunden und Partnern sein”, sagt CEO Jakob Lilholm. Zu den neuen Dienstleistungen gehören Compliance-Lösungen, mit denen Formalize weltweit 8.000 Kund:innen versorgt. Die Lösungen von Formalize ermöglichen es Unternehmen, automatisierte Nachweise über Compliance-Maßnahmen für verschiedene Regulierungen bereitzustellen und diese auf Fehler zu prüfen. Dabei spricht das Start-up besonders Infrastrukturunternehmen aus dem Mittelstand an. ## **Potentiale für Automatisierung sind in Deutschland besonders groß** Deutschland hat für das Regtec an Bedeutung gewonnen: Inzwischen macht Formalize ein Viertel seines Umsatzes im DACH-Gebiet mit 1.200 Kund:innen wie dem MDR, Rheinland Versicherungen und Honda Financial Services. Laut Formalize-CEO Jakob Lilholm sind die Potenziale hier groß: „Wenn regulatorische Anforderungen auf einen massiven Fachkräftemangel treffen, wird Automatisierung von einer Option zur Notwendigkeit”, sagt er. „Genau deshalb ist der deutsche Markt jetzt absolute Priorität für uns.” Mithilfe des neuen Investments wolle man bis Anfang 2027 in die schwarzen Zahlen kommen. Gleichzeitig sei die Einstellung der Unternehmen der Regulierung zu entsprechen ähnlich ausgeprägt wie in Dänemark und die Aufklärung über Regulierungspflichten meist bereits vorhanden, sagt Lilholm. Außerdem arbeitet Formalize in Deutschland mit 300 Kanzleien, Wirtschaftsprüfern und Datenschutzbeauftragten zusammen und nutzt diese, um in die relevanten Märkte vorzudringen. „Das ist die perfekte Kombination aus Software und Beraterwissen.” Seit seiner Gründung ist Formalize vor allem durch seine Whistleblower-Software stark gewachsen. Mittlerweile arbeiten insgesamt mehr als 160 Mitarbeiter für das Start-up. In Deutschland steht Formalize mit dem Compliance-Fintech [Kertos im Wettbewerb, das erst Mitte September 14 Millionen für seine Expansion einsammeln konnte](https://financefwd.com/de/kertos-14-millionen/?ref=paymentandbanking.com). Beide Regtecs bieten Lösungen für die DSGVO, ISO 27001 und NIS2 an. Jakob Lilholm weist aber darauf hin, dass Kertos mit Technologieunternehmen einen anderen Sektor bediene. ### AI in Finance: OpenAI neuer Browser Atlas. Der Browser wird zum Betriebssystem URL: https://paymentandbanking.com/openai-neuer-browser-atlas/ Last updated: 2025-10-27T05:34:12.000Z *In Folge 18 von “’AI in Finance” sprechen Sascha und Maik die neuesten Entwicklungen bei OpenAI, insbesondere den neuen Browser Atlas, der mit neuen KI-gestützten Funktionen kommt. Sie beleuchten die Herausforderungen der Altersverifikation für Erwachsene und die strategischen Schritte von OpenAI zur Entwicklung eigener Chips. Die beiden sprechen über die aktuellen Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz, insbesondere die Risiken einer möglichen KI-Blase, die Herausforderungen, vor denen Apple steht, und die strategischen Schritte von Unternehmen wie Anthropic und Revolut. Sie beleuchten die Automatisierung im Investmentbanking durch OpenAI’s Project Mercury und die Integration von KI in Finanzdienstleistungen.* ## OpenAIs Atlas: Der Browser wird zum Betriebssystem OpenAI steigt mit Atlas in den Browser-Markt ein, Atlas ist ein Chromium-Browser, aber GPT ist das Betriebssystem darüber. Erinnerungsfunktion (dein kompletter Surf-Kontext wird „Gehirn“), Agentic Mode (der Assistent erledigt eingeloggte Tasks bis kurz vorm Kauf), tiefe App-Konnektoren. Ergebnis: weniger Klicken, mehr Delegieren. Gegenstück Perplexity Komet bleibt stark bei Shortcuts/Workflows, Atlas kontert mit Erinnern & robusteren Agenten. Preis dafür: Daten. Wer die Default-Häkchen nicht prüft, gibt OpenAI Trainingsfutter en masse. Fazit: Der neue Browserkrieg entscheidet sich nicht am Rendering, sondern daran, wer der bessere Co-Pilot ist – und wessen Datenschutz du wirklich akzeptierst. ## Erwachsen, energiehungrig, riskant: Das KI-Spannungsdreieck OpenAI kündigt einen Erwachsenenmodus an: mehr Freiraum, weniger People-Pleasing, bis hin zu Erotik-Chats, alles gekoppelt an Jugendschutz. Ob Alterscheck ernsthaft gelingt, bleibt fraglich; technisch ist’s simpel, gesellschaftlich Sprengstoff. Parallel schiebt OpenAI mit Broadcom einen eigenen Chip-Pfad an. Logik: Kontrolle über Effizienz, weniger Nvidia-Abhängigkeit und Strom ist die neue Leitwährung. 26 GW sind keine Feature-Roadmap, das ist Energiepolitik. Und ja, die Blasen-Debatte ist berechtigt: KI trägt einen Großteil der US-Bewertungen und des Wachstums. Wenn Produktivität hinter Erwartungen bleibt, droht ein hässlicher Rücksetzer. Von Börse bis Arbeitsmarkt. Heißt für Betreiber: Effizienz-KPIs (Energie pro Query, Latenz, Kosten pro Task) gehören nach vorne, nicht nur „Wow-Demos“. Heißt für Nutzer: Quellencheck, Zeitstempel, Rechteketten. Sora 2 & Co. zeigen, wie real „realistisch“ schon ist – und wie schnell Moderation nachzieht (siehe Gemini-Bildlimits). Zero-Click bleibt: Inhalte müssen GEO-fähig (Generative-Engine-Optimierung) werden, sonst verschwindest du im Chat-Nirvana. ## Banking, Bots & Super-Apps: Execution zählt Anthropic spielt das stille, harte Enterprise-Game: Claude 4.5, MCP-Denke, tiefe M365-Integration – Modellagnostik plus Governance statt Showbühne. Genau dort liegt der Unterschied: Konnektoren-Qualität und Berechtigungsmodell schlagen Model-Marketing. Project Mercury (OpenAI) visiert die Excel-Nachtschichten der Junior-Banker: KI baut M&A/IPO-Modelle, der Bewerbungs-/Trainings-Loop ist selbst agentisch. Effizienz jubelt, Karrierepfade wackeln. Die Gegenstrategie für Banken: Agent-Readiness schaffen (Mandate, Limits, Audit-Trails, Dispute-Flows), Shadow-AI eindämmen, Build-vs-Buy ehrlich rechnen. Im Markt dreht Revolut an der Super-App: mit Swifty (Reise-KI aus der Lufthansa-Welt) wächst der Concierge um „Buchen-Bezahlen-Begleiten“. Plug-ins werden Produkt, Assistent wird Oberfläche. Apple? Weiter im KI-Jetlag, Talente fließen ab; Siri bleibt zweite Geige. Unterm Strich: Die Kundenschnittstelle wandert in agentische Ebenen. Wer heute Produkte, Content und Compliance so baut, dass Agenten sie rechts- und revisionssicher ansteuern, gewinnt leise – und dauerhaft. Alle anderen hängen noch am Tab, während nebenan schon der Browser denkt. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Es geht es um: - OpenAI hat einen neuen Browser namens Atlas veröffentlicht. - Atlas bietet eine Erinnerungsfunktion, die den Verlauf und die Interaktionen speichert. - Die Altersverifikation für Erwachsene Inhalte bleibt unklar. - OpenAI entwickelt eigene AI-Chips in Zusammenarbeit mit Broadcom. - Die Investitionen in KI könnten eine Blase darstellen. - Die Nutzung von KI in der Gesellschaft ist entscheidend für den langfristigen Erfolg. - OpenAI hat 800 Millionen Nutzer, was die Marktmacht erhöht. - Die Entwicklung eigener Chips könnte OpenAI unabhängiger machen. - Die Diskussion über Erwachsene Inhalte zeigt die Herausforderungen der KI-Interaktion. - Die Konzentration auf KI in den USA könnte zu einem Bewertungs- und Beschäftigungsschock führen. Die US-Wirtschaft könnte ohne KI in einer Rezession sein. - Apples KI-Strategie hinkt hinterher. - Anthropic positioniert sich als Unternehmens-KI. - Project Mercury könnte Junior-Banker ersetzen. - Revolut entwickelt sich zur Super App mit KI-Funktionen. - Die Geldmenge ist vorhanden, aber die Substanz fehlt. - Die Geschwindigkeit der KI-Entwicklung ist entscheidend. - Siri bleibt hinter den Erwartungen zurück. - Die Automatisierung könnte Karrieren im Banking verändern. - Die Qualität der KI-Konnektoren wird entscheidend sein. Viel Spaß beim Hören! ## Shownotes Ein Browser für ChatGPT: OpenAI gibt Chrome-Konkurrenten Atlas für macOS frei: https://www.heise.de/news/Ein-Browser-fuer-ChatGPT-OpenAI-gibt-Chrome-Konkurrenten-Atlas-fuer-macOS-frei-10793833.html Erwachsenenmodus: ChatGPT kann bald auch Erotik: https://www.heise.de/news/Erwachsenenmodus-ChatGPT-kann-bald-auch-Erotik-10764906.html Chip-Deal: OpenAI und Broadcom entwickeln eigenen KI-Prozessor: https://www.heise.de/news/Chip-Deal-OpenAI-und-Broadcom-entwickeln-eigenen-KI-Prozessor-10752214.html Apple verliert nun auch KI-Suchechef erneut an Meta: https://www.heise.de/news/Apple-verliert-nun-auch-KI-Suchechef-erneut-an-Meta-10773770.html Anthropic plant Umsatz von bis zu 26 Milliarden Dollar für 2026: https://the-decoder.de/anthropic-plant-umsatz-von-bis-zu-26-milliarden-dollar-fuer-2026/ Google Meet: Gemini-KI bringt digitales Make-up – neue Funktion für Videokonferenzen startet (Video): https://www.googlewatchblog.de/2025/10/google-meet-gemini-ki-bringt-digitales-make-up-neue-funktion-fuer-videokonferenzen-startet-video/ OpenAI will mit Project Mercury Junior-Banker überflüssig machen: https://the-decoder.de/openai-will-mit-projekt-mercury-juniorbanker-ueberfluessig-machen/ Europäische Bankenaufsicht (SSM/ECB): KI in der Aufsicht – Rede: https://www.bankingsupervision.europa.eu/press/speeches/date/2025/html/ssm.sp251014\~5bc6e60334.en.html Revolut übernimmt KI-Start-up Swifty: https://www.starting-up.de/news/news-investments/revolut-uebernimmt-ki-start-up-swifty.html Warnungen vorm Platzen der KI-Blase nehmen zu: https://www.heise.de/news/Warnungen-vorm-Platzen-der-KI-Blase-nehmen-zu-10749627.html Schatten-KI in Unternehmen nimmt deutlich zu: https://www.heise.de/news/Schatten-KI-in-Unternehmen-nimmt-deutlich-zu-10790550.html How does the end begin? (Scott Galloway): https://www.profgalloway.com/how-does-the-end-begin/ ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! [Hier findet ihr weitere Episoden](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### Mit dieser Frau sollen die Zukäufe von Teylor zum Erfolg werden URL: https://paymentandbanking.com/mit-dieser-frau-sollen-die-zukaeufe-von-teylor-zum-erfolg-werden/ Last updated: 2025-10-28T06:40:10.000Z *Teylor kauft sich gerade mit der Übernahme von Konkurrenten und Geschäftszweigen größer. Damit das schweizer Fintech für KMU-Kredite das auch verdauen kann, hat man sich mit [Veronika Missbichler](https://www.linkedin.com/in/veronikamissbichler/?ref=paymentandbanking.com) eine Spezialistin an Bord geholt.* Eine Meldung zu einer Übernahme ist meist das Ende eines langwierigen Prozesses: Über Monate wird der Verkauf in langen Gesprächen verhandelt und worauf eine aufwändige Due Diligence folgt, in der ein Unternehmen auf Herz und Nieren geprüft wird. Doch während der Verkäufer mit der Verkündigung des Deal meist damit beginnen kann, abzuschließen, startet für den Käufer eine entscheidende Phase, die vielleicht genauso wichtig ist wie der Deal selbst: die Integration. Beim KMU-Finanzierer Teylor häufen sich solche Meldungen zu neuen Übernahmen gerade. Nachdem das schweizer Fintech das Portfolio des Konkurrenten Creditshelf im vergangenen Jahr eingliederte, folgte Anfang des Jahre das Factoring-Geschäft von Grenke. Die neueste Errungenschaft war die Finanz-Software Schmiede Capetec, mit der Teylor seine Whitelabel-Lösungen vorantreiben will. Und dabei soll es nicht bleiben. Erst gerade sicherte sich das Fintech eine neue Finanzierung über 150 Millionen Euro, unter anderem um damit die Einkaufstour fortzusetzen. Hinter den Kulissen häuft sich damit die Arbeit: Kund:innen, Abläufe, Mitarbeiter:innen. Die Einkäufe müssen fein säuberlich an das neue Mutterschiff angeschlossen werden, wenn man sich gegen den großen Konkurrenten Fincompare durchsetzen möchte. ## **PMI für schnelles Wachstum** Darum, dass die Deals auch nach der Meldung ein Erfolg werden, kümmert sich seit September das neue Vorstandsmitglied Veronika Missbichler. Als COO soll sie sicherstellen, dass die Einkäufe des KMU-Spezialisten gut über die Bühne gehen und zu schnellem Wachstum führen. „Starke Ergebnisse werden meist nicht mehr auf einzelne Übernahmen zurückgeführt, doch es ist ihr heimlicher Erfolg, den man später von außen sieht”, sagt die erfahrene Managerin. Zuvor hatte Missbichler 14 Jahre beim Zahlungsdienstleister Paysafe in Wien Erfahrungen mit Post-Merger Integration (PMI) gesammelt. Eine lange Zeit bei einem Unternehmen, die für den Fintech-Bereich heute eher wie eine Ausnahme scheint. Ihre Karriere startete Missbichler als Beraterin für Bankenfusionen bei Accenture 2006: Dort arbeitete sie unter anderem an der Fusion der österreichischen BAWAG mit der PSK sowie mehreren Übernahmen der Uni Credit. Als sie zu Paysafe stieß, befand sich das Start-up gerade in einer Wachstumsphase. Die Idee war, Bargeld zu digitalisieren und im Internet verfügbar zu machen: „Damals wussten wir: Das Produkt funktioniert, nur der Markt ist noch nicht sehr groß”, sagt Missbichler. Der wuchs in den folgenden Jahren, genau wie Paysafe – auch dank zahlreicher Übernahmen. Das Unternehmen krönte seine Erfolgsgeschichte 2021 mit einem Börsengang an der New York Stock Exchange. Zuletzt war Missbichler als Vizechefin für die globalen Geschäftstätigkeiten verantwortlich. Doch es sei Zeit für eine neue Aufgabe gewesen, sagt sie. ## **Unterschätzt: Wie man Kulturen zusammenführt** Einer der Gründe für den Wechsel zu Teylor: Das Unternehmen steckt in einer ähnlichen Phase wie Paysafe, als Missbichler 2012 dorthin kam. „Ich wollte wieder die Phase miterleben, wenn in einem Unternehmen der Knoten platzt und das Wachstum richtig anzieht”, sagt sie. „Das ist extrem aufregend und durchaus auch mal chaotisch.” Statt auf organisches Wachstum setzt Teylor auf Konsolidierung. Das Ziel gehe darüber hinaus, dass ein Geschäft oder Portfolio ohne Probleme in bestehende Strukturen integriert und eingegliedert werde. „Wir möchten nicht nur schneller wachsen, sondern Kund:innen mit neuen Services versorgen.” Damit das funktioniert, brauche es viel Fokus, einen guten Plan, gute Steuerung, aber auch Geduld und eine Kultur, in der sich die Mitarbeiter wiederfinden, sagt Missbichler: „Es ist ja nicht so, dass am nächsten Tag das Geschäft weiterläuft wie bisher.” Payment & Banking erreicht Missbichler, die für die Integration der Grenke-Geschäfte gerade viel unterwegs ist, in Polen. Neben dem expandierte Teylor damit auch nach Irland, Ungarn und Großbritannien – kulturelle Unterschiede sind da vorprogrammiert. Missbichler habe viele Projekte scheitern sehen, weil man davon ausging, dass eine Methode, die in einem Land erfolgreich war, in einem anderen Land einfach übernommen werden konnte. „Mein Rezept ist persönlicher Austausch“, sagt Missbichler. „Ich verbringe viel Zeit vor Ort.” Für Teylor, das europaweit expandiert, wird das immer wichtiger. Dabei versucht Missbichler möglichst viel festzuhalten und explizit zu machen. „Missverständnisse lassen sich dadurch vermeiden, sich möglichst oft zu vergewissern, dass die andere Person es genauso verstanden hat, wie man es meint”, sagt Missbichler. ## **Red Flags der Dealphase** Doch Missbichlers Job beginnt dabei nicht erst bei der Verkündung eines Deal: Obwohl sie vor allem für die Integration zuständig ist, wird sie schon während der Anbahnung von Deals einbezogen, um wichtige Hinweise zu geben. Denn eine Übernahme, die nicht integrierbar ist, kann zum Desaster werden. Veronika Missbichler entscheidet deshalb mit: „Ich habe eine Vetofunktion, wenn ich Red Flags sehe”, sagt sie. Die Dealphase sei für Unternehmen ein „Beauty Contest”, sagt Missbichler. „Da scheint alles perfekt.” Ihre Aufgabe ist es, das wahre Gesicht des Unternehmens herauszufiltern. Dafür hat sie eine Methode: Statt mit der obersten Etage, geht sie gerne ein paar Stockwerke tiefer. „Ich rede gern mit dem mittleren Management”, sagt sie. Hier spreche man entweder offener oder wiederhole die vordefinierten Botschaften der Chefetage. Schnell merke sie dann, ob es sich um ein gesundes Geschäft handele oder versucht werden, einen schnellen und möglichst teuren Exit zu schaffen. Neben der Integration ist Missbichler also gerade daran beteiligt, neue Deals für Teylor zu finden. Das Tempo sei dabei hoch, berichtet sie und gerade versuche sie überall gleichzeitig zu sein: „Es ist, wie ein Flugzeug zu bauen, während man es fliegt.” Die Pipeline der anstehenden Deals sei lang. Ihr stehen also anstrengende Monate und Jahre bevor. ### Gen Z & Banking: Realitätscheck mit Ansage URL: https://paymentandbanking.com/gen-z-banking-realitaetscheck-mit-ansage/ Last updated: 2025-11-13T06:39:42.000Z *DieGen Z ist digital, wertebewusst und wird von Banken übersehen. Für sie zählt Vertrauen mehr als Zinsen, Haltung mehr als Hashtags. Was Banken von TikTok, Tomorrow & Co. lernen können und warum die Gen Z keine Zielgruppe, sondern ein Stresstest für die Branche ist.* Schwer zu erreichen sei sie, die Gen Z, hört man oft von Banken. Dabei geben die sich alle Mühe, jugendlich zu wirken – und scheitern daran oft grandios. Noch ein TikTok Video drehen, noch eine NextGen Kampagne, will noch jemand ein Knax? Wenn Banken heute über die Gen Z sprechen, fallen oft dieselben Buzzwords: „digital“, „kurzlebig“, „illoyal“. Kaum eine Zielgruppe wird so viel beobachtet, aber zugleich so falsch verstanden. Dabei hat die Gen Z längst klare Erwartungen. ## **Digital-first, aber nicht digital-only** Ein verbreiteter Mythos ist, dass die Gen Z digital-only möchte. Doch laut einer[ Studie der Boston Consulting Group (BCG) ](https://www.bcg.com/press/9april2025-gen-z-beratung-sicherheit-digitale-angebote?ref=paymentandbanking.com)wünschen sie sich neben einfachen, transparenten Angeboten (74 Prozent) und höchsten Sicherheitsstandards (79 Prozent) eben auch echte Menschen hinter Bankingprodukten. Ein Drittel der unter 30-Jährigen geht mindestens einmal im Monat in eine Filiale, 81 Prozent haben eine persönliche Ansprechperson. Das widerlegt die alte Erzählung von rein digitalen Kund:innen. ## **UX: Kein Platz für Geduld** Gleichzeitig hat diese Generation ein feines Gespür für Ineffizienz. Gen Z ist mit One-Click-Erlebnissen groß geworden. Kontoeröffnung in Minuten, digitale Karte sofort nutzbar, Pushs in Echtzeit, das ist Goldstandard. Alles andere gilt als Rückschritt. Frustfaktor Nr. 1: Wartezeiten und Brüche im Prozess. Kontoeröffnung per PostIdent, PIN per Brief und Wochen Wartezeit? Für viele ein Grund, gleich wieder zu kündigen.[ t3n](https://t3n.de/news/tiktok-statt-filiale-1702769/?ref=paymentandbanking.com) fand heraus, dass mehr als die Hälfte der Gen Z lieber über Social Media ein Konto eröffnen würde als über klassische Kanäle. Was wie ein konkreter Wunsch klingt, drückt vielmehr aus, dass sich Banking so intuitiv und friktionslos anfühlen sollte wie Social Media. ## **Vertrauen schlägt Preis** Und anders als oft behauptet, geht es der Gen Z auch nicht um den billigsten Anbieter. [Vertrauen ](https://www.gi-de.com/en/spotlight/financial-platforms/gen-z-banking-how-banks-must-adapt?ref=paymentandbanking.com)gilt dagegen oft als wichtigster Faktor für ihre Bankwahl – Preis-Leistung kommt meist erst danach. Auch Ethik zählt: 64 Prozent würden die Bank wechseln, wenn diese bei Umwelt- oder Sozialthemen versagt. Gleichzeitig sorgt sich ein großer Teil um die eigene finanzielle Zukunft und spart mehr als frühere Generationen: [92 Prozent](https://www.klarna.com/international/press/klarna-money-management-report-deutsche-gen-z-wird-sparsamer-92-legen-geld-zuruck/?ref=paymentandbanking.com) der deutschen Gen Z legt regelmäßig Geld zurück, im Schnitt [13 Prozent ](https://www.der-bank-blog.de/junge-deutsche-werden-immer-sparsamer/studien/37693760?ref=paymentandbanking.com)ihres Einkommens. Bei den Baby Boomern und der Gen X sind es mit jeweils 66 und 75 Prozent deutlich weniger. Gleichzeitig wünschen sich die Gen Z Finanzbildung als festen Bestandteil des Angebots. Nur rund 23 Prozent der Gen Z vertrauen traditionellen Banken, während über 60 Prozent Fintechs als innovativer, transparenter und kundenorientierter wahrnehmen. Grund fürs Misstrauen? Finanzskandale, Greenwashing, Datenlecks, die richtigerweise als ein strukturelles Problem von Integrität und Transparenz gesehen werden. Institute wie Tomorrow zeigen dagegen, dass Banking mit Haltung funktioniert. ## **Die Selbsttäuschung der Branche** Dabei sind sich die meisten Banken sehr sicher, die Gen Z zu kennen: [88 Prozent der Bankmanager](https://fintechmagazine.com/articles/ibm-research-highlights-disconnect-between-banks-and-gen-z?ref=paymentandbanking.com) glauben, die Bedürfnisse der Gen Z zu verstehen, doch nur 34 Prozent dieser Generation stimmen dem zu. Diese Lücke zeigt deutlich: Viele Banken projizieren entweder alte Denkmuster auf neue Kund:innen oder haben schlicht keine Ahnung, kein Gespür oder kein Interesse. Wer glaubt, dass bunte Emojis und Push-Benachrichtigungen reichen, verkennt die Lage. Die Gen Z prüft genauer als jede Generation vor ihr, ob Werte, UX und Kommunikation wirklich zusammenpassen. ## **Zwischen Financial Education und Fremdscham** Doch es gibt auch Ausnahmen: Einige haben verstanden, wie man diese Generation anspricht. Die[ Stadtsparkasse Düsseldorf](https://www.it-finanzmagazin.de/wie-die-stadtsparkasse-duesseldorf-mit-tiktok-die-generation-z-erreicht-116759/?ref=paymentandbanking.com) etwa erklärt auf TikTok Finanzthemen charmant und unaufgeregt, und erreicht in drei Monaten über 3,5 Millionen Views. Unterhaltsam, authentisch, informativ. Viele andere scheitern an Überkompensation. Wenn Vorstände auf TikTok tanzen oder Werbespots mit Jugendslang recycelt werden, zeigt das vor allem eins: dass man die Jugendkultur nicht verstanden hat. (Und nein, ein Filial-Selfie mit #GenZ reicht nicht.) Laut[ The Financial Brand](https://thefinancialbrand.com/news/gen-z-banking/should-banks-offer-gen-z-money-advice-on-tiktok-in-2024-172924?ref=paymentandbanking.com) treffen 67 Prozent der Gen Z Konsumentscheidungen auf Basis von TikTok-Inhalten. Aber sie durchschauen auch jede unechte Kooperation. Erfolgreiches Influencer-Marketing funktioniert nur, wenn **Glaubwürdigkeit vor Reichweite** steht. Step Bank nutzte den Social Media-Star[ Charli D’Amelio](https://www.businessinsider.com/step-no-fee-digital-bank-teens-launches-charli-damelio-tiktok-2020-9?ref=paymentandbanking.com): Aber effektiv war das nur, weil die App einfach funktioniert, nicht weil D’Amelio tanzte. Auch Gamification kann helfen, aber nur wenn sie Sinn ergibt, z. B. kleine Sparchallenges oder Budgetziele, erklärt[ neobanque.ch](https://neobanque.ch/fr/blog/kids-banking-digital-banks-for-gen-z/?ref=paymentandbanking.com). Kindische Avatare hingegen wirken bevormundend. Wichtig sind Übersicht, Dark Mode, Personalisierung und Integration mit anderen Finanz-Apps. „Phygital“ ist das Stichwort, digitale Kanäle mit echter menschlicher Hilfe im richtigen Moment. Viele Fintechs haben das erkannt. ## **„Gen Z first“ – Anspruch und Wirklichkeit** Neobanken wie[ ](https://bankinghub.eu/?ref=paymentandbanking.com)pockid versprechen Banking „von Gen Z für Gen Z“, mit Peer-to-Peer-Zahlungen, Echtzeit-Tracking und Eltern-Dashboard. Doch größere Anbieter wie N26, Revolut oder bunq haben ähnliche Funktionen längst integriert. Der Markt konsolidiert sich: Fintechs wie Ruuky (ehemals pockid) oder Mitto mussten ihre Modelle anpassen oder schließen. In den USA hat[ ](https://www.businessinsider.com/?ref=paymentandbanking.com)Step mit Lernfunktionen und Influencer-Marketing Erfolg, doch auch hier zeigt sich: Um relevant zu bleiben, müssen Produkte mit den Kund:innen erwachsen werden. „Gen Z first“ ist kein reines Geschäftsmodell, sondern eine Zukunftsversicherung: relevant bleibt, wer Lebensphasen versteht. ## **Was bleibt unterm Strich?** All das zeigt: Die Generation Z ist nicht schwer zu verstehen. Sie ist nur schwer hinters Licht zu führen. Sie will, dass Banking so funktioniert wie der Rest ihres Lebens: schnell, transparent, ehrlich. Banken, die das ernst nehmen, müssen nicht jugendlich wirken, sondern glaubwürdig. Welchen Mehrwert bieten sie jungen Menschen, wie lassen sich Fragestellungen und Probleme gut integrieren, also Informationen rund um BaFög, Finanzierung, Pension Gaps und so weiter? [56 Prozent der Gen Z führen](https://www.bai.org/news/bai-research-reveals-gen-z-are-less-likely-to-bank-with-only-one-financial-services-organization/?ref=paymentandbanking.com) ihr Hauptkonto exklusiv bei einer Bank führen, verglichen mit 75 Prozent der Millennials und über 85 Prozent der Boomers – sie splitten also ihre Finanzen häufiger auf mehrere Anbieter und entscheiden situativ nach Nutzererlebnis, Vertrauen und Zweck, nicht nach Markenbindung. Wer die Erwartungen der Gen Z da gut umsetzt, gewinnt Kund:innen, die bleiben. Wer es nicht versucht, bleibt ein Meme. ### CCD2 & BNPL: Neue Pflichten für Händler und Anbieter URL: https://paymentandbanking.com/ccd2-bnpl-neue-pflichten-fuer-haendler-und-anbieter/ Last updated: 2025-10-22T07:04:16.000Z ***Neue Podcastfolge über die neue Verbraucherkreditrichtlinie und ihre Folgen für Rechnungskauf, Ratenzahlung und Kreditwürdigkeitsprüfung***. Annerton-Experte Florian Lörsch erklärt im „Alles Legal“-Podcast, wie CCD2 das Verbraucherkreditrecht neu fasst – und warum nun auch der klassische Rechnungskauf betroffen ist. Mit der neuen Verbraucherkreditrichtlinie (CCD2) zieht die EU die Regulierungsschrauben für Buy Now, Pay Later (BNPL) spürbar an. Nachdem in der ersten Podcastfolge die Grundlagen beleuchtet wurden, geht es diesmal um die konkreten Auswirkungen der CCD2 – auf Anbieter, Händler und die bewährten Checkout-Prozesse. Das Besondere: Auch der Rechnungskauf fällt künftig unter das Verbraucherkreditrecht. Zwar gelten abgestufte Schwellen für Händlergrößen und Vertriebskanäle, doch viele Anbieter müssen jetzt dieselben Informations- und Prüfpflichten erfüllen wie bei klassischen Ratenprodukten. Je nach Händlergröße und ob der Verkauf online oder am Point of Sale erfolgt, unterscheiden sich die erlaubten Zahlungsziele. Ein weiteres heißes Thema ist die Kreditwürdigkeitsprüfung. Der Umfang der Kreditwürdigkeitsprüfung ist weiterhin in der Diskussion, doch der Entwurf stellt klar, dass weiterhin ein Proportionalitätsgrundsatz gilt: Kleine Beträge, kurze Laufzeiten – weniger Datenerhebung. Das klingt praktikabel, bringt aber Unsicherheit mit Blick auf größere Tickets oder strengere Aufsichtspraxis. ## Die regulatorische Basis Auch die regulatorische Basis verändert sich punktuell: Händler, die BNPL-Produkte selbst vergeben, müssen sich registrieren lassen oder eine Vermittlungserlaubnis nach § 34k GewO beantragen. Für Plattformanbieter steigt der Aufwand, die Händlerstruktur zu monitoren. Noch unklar, aber potenziell folgenschwer: mögliche geldwäscherechtliche Pflichten auch für Händler, wenn die neuen EU-Vorgaben aus CCD2 und AML-Verordnung zusammengedacht werden. Sollte sich diese Lesart durchsetzen, könnte das den BNPL-Markt grundlegend verändern. Fazit: Kein radikaler Umbruch, aber viele neue Details, die Anbieter und Händler nun auf dem Schirm haben müssen. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### „Das Unmögliche wagen – das war schon immer mein Motto.“ URL: https://paymentandbanking.com/das-unmoegliche-wagen-das-war-schon-immer-mein-motto/ Last updated: 2025-10-22T06:03:33.000Z *Marcus W. Mosen, Co-CEO von N26, über Mut zur Veränderung, Regulierung als Balanceakt und warum FinTechs die wahre Revolution des Bankings sind.* **👉 Bei der DIGIFIN 2025 spricht Marcus auf der Horizon Stage über „Deutschland regelt – Regulierung als Innovationsenabler oder Wachstumsbremse?“** Marcus W. Mosen verfügt über mehr als 25 Jahre Top-Management-Erfahrung in der Payment- und FinTech-Branche, u.a. als ehemaliger CEO des Zahlungsdienstleisters Concardis. Davor hatte er Führungspositionen bei Ingenico, Ogone, Easycash, First Data und GZS inne. In dieser Zeit spielte Marcus eine Schlüsselrolle bei der Gestaltung strategischer Entwicklungen in der europäischen Zahlungsverkehrsbranche. Seit 2019 engagiert er sich als Beirat, Aufsichtsrat und Investor bei FinTech-Unternehmen. Die letzten drei Jahre war er der Aufsichtsratsvorsitzende der Neobank N26 SE. Im September ist er als Co-CEO in den Vorstand der N26 SE eingetreten. Nebenbei ist er Autor und Herausgeber von Beiträgen und Büchern zu digitalen Finanzthemen. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin zwar „Boomer“, kann es aber wegen meines ausgeprägten digitalen Interesses durchaus mit vielen Vertretern der Generation Y oder Z aufnehmen. Bekanntermaßen bin ich seit vielen Jahren der N26 Bank verbunden – zunächst als Investor, danach im Beirat und zuletzt als Aufsichtsratsvorsitzender. Auf Wunsch der Investoren und des Aufsichtsrats bin ich im September als Co-CEO in den Vorstand der N26 SE gewechselt. N26 ist eine der führenden Neobanken in Europa mit Hauptsitz in Berlin. N26 befindet sich in einer wichtigen Phase der Weiterentwicklung. Diese gilt es zu forcieren und auszubauen. Darauf fokussiere ich mich derzeit – mit Herz und Erfahrung. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Genau 7 Cent in der Stückelung von drei 1 Cent- und zwei 2 Cent-Münzen. Die habe ich alle in den letzten Wochen auf den Straßen in Berlin gefunden. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Ganz banal durch einen Headhunter, der 1999 für die Gesellschaft für Zahlungssysteme (GZS) bewusst ein Profil aus einem wettbwerbsintensiven Markt suchte. Die GZS mußte als ehemaliger Monopolist den Wettbwerb „erlernen“ und als Manager bei Vebacom/Otelo, dem neuen Wettbwerber zum damaligen Monopolisten Deutsche Telekom, war ich bestens auf dieses Szenario vorbereitet. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich beschäftige mich seit 1999 mit dieser Frage und hatte das Glück, immer wieder neue Aufgaben und Verantwortung zu übernehmen, die mir den strategischen Spielraum für eine Mitgestaltung der Branche gegeben haben. Mein Motto ist: das Unmögliche wagen! Und vieles, was einige für unmöglich oder unsinnig hielten – z.B. mobile Payment oder mobile Banking – steht heute für Gegenwart und Zukunft unserer Branche. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Fintechs stehen definitiv für große Revolution und sind Innovationstreiber. Ohne sie würden sicherlich noch viel mehr Menschen weiterhin mit Sparschwein oder Sparbuch bewaffnet zur lokalen Sparkasse oder Volksbank gehen. ## **Wenn Du Finanzminister wärst, was würdest Du sofort ändern?** Als erstes würde ich die Kassenpflicht mit digitalem Kassenbon im stationären Handel einführen. Und ich hätte schon meinen Plan für die Einführung der digitalen, aktienbasierten Frühstarterrente ohne bürokratische Vorgaben zum Starttermin 01.01.2026 im Kabinett durchgesetzt. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Wer regelmäßig in meinen Whatsapp-Status schaut, kennt unsere Dalamatinerhündin Lola. Wenn ich Zeit habe, dann nutze ich diese für längere Spaziergänge mit ihr und meiner Familie. Ansonsonsten verbleibt mir bei meinen diversen Engagements leider wenig Freizeit. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Natürlich mit dem iPhone! Ab und an nutze ich auch noch meine schicke N26 Metall-Debitkarte. Aber bald gibt’s das neue Produkt „Icon“ von N26 mit sensationellem Layout. Dann werde ich diese Karte noch viel lieber zücken.-) ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** N26, Pliant, Finanzen 100. ## 👉 Live auf der DIGIFIN 2025: Am 11:30 Uhr auf der Horizon Stage diskutiert Marcus W. Mosen im Panel „Deutschland regelt – Regulierung als Innovationsenabler oder Wachstumsbremse?“, wie Regulierung zwischen Schutz, Stabilität und Innovationsförderung balancieren kann. Jetzt Ticket sichern und dabei sein, wenn einer der prägendsten Köpfe des europäischen FinTechs über die Zukunft von Regulierung und Innovation spricht**.** ### Genossenschaften und die Energiewende – eine neue Perspektive URL: https://paymentandbanking.com/genossenschaften-und-die-energiewende-eine-neue-perspektive/ Last updated: 2025-10-20T05:18:17.000Z **Eigentum, Verantwortung, Zukunft: Wie eine Plattform die Genossenschaftsidee ins digitale Zeitalter führt und Menschen zu echten Teilhaber:innen macht.** Genossenschaften erleben ein stilles Comeback. Während die Energiewende vielerorts an bürokratischen Hürden und Finanzierungsfragen scheitert, entstehen digitale Modelle, die Bürger:innen wieder zu aktiven Mitgestaltern machen. valueverde gehört zu diesen neuen Akteuren. Eine Plattform, die Genossenschaftsanteile sichtbar, zugänglich und investierbar macht. Im Gespräch mit Marvin und Julian zeigt CEO Nathanael, wie digitale Beteiligung die Energiewende beschleunigen kann. ## Warum Genossenschaften wieder relevant sind In Deutschland gibt es über 7.000 eingetragene Genossenschaften – vom Energieversorger bis zur Wohnungsbauinitiative. Sie alle beruhen auf einem Prinzip, das aktueller kaum sein könnte: Eigentum und Verantwortung werden geteilt. Anders als bei klassischen Investments steht nicht die Rendite im Vordergrund, sondern Mitbestimmung, Stabilität und lokale Wertschöpfung. Genossenschaften gelten als eine der sichersten Unternehmensformen des Landes. Sie fördern Vertrauen, weil sie nicht von anonymen Kapitalströmen, sondern von regionaler Verankerung leben. Für viele Bürger:innen ist das ein entscheidendes Argument. Statt Kapital aus der Region abzuziehen, bleibt es dort, wo es gebraucht wird – in lokalen Projekten, die Windräder, Solarparks oder Nahwärmenetze betreiben. ## Finanzierung neu denken – Bürgerbeteiligung als Schlüssel Eines der größten Hindernisse der Energiewende ist die Finanzierung. Kommunen, Stadtwerke und Energiegenossenschaften stehen vor der Frage, wie sie Milliardeninvestitionen stemmen sollen, ohne allein auf Förderprogramme angewiesen zu sein. valueverde will genau hier ansetzen: Bürger:innen können sich digital an Projekten beteiligen, Anteile erwerben und so direkt zur Umsetzung beitragen. „Wir haben die digitale Lösung“, erklärt Nathanael. Die Plattform soll Genossenschaften sichtbarer machen – vor allem für eine jüngere, digital affine Zielgruppe, die bisher kaum Berührungspunkte mit diesem Modell hatte. Dabei geht es nicht nur ums Geld, sondern auch um Haltung. Wer investiert, unterstützt aktiv die Energiewende und stärkt seine Region. Bürgerbeteiligung schafft Akzeptanz und das nicht nur aus ideellen Gründen. Wenn Menschen Anteile an einem Windpark besitzen, sehen sie darin kein Fremdprojekt mehr, sondern ihr eigenes. Der Widerstand sinkt, das Engagement steigt. Und genau diese Nähe ist es, die Projekte stabil und zukunftsfähig macht. ## Digitalisierung trifft auf Tradition Genossenschaften sind oft Jahrzehnte alt, in Strukturen gewachsen, die nicht immer digital funktionieren. valueverde verbindet beides: den Rechtsrahmen und die Stabilität der Genossenschaft mit der Reichweite und Einfachheit digitaler Plattformen. Anleger:innen können online Anteile erwerben, Projekte vergleichen und über Fortschritte informiert bleiben. Das Ziel ist, Genossenschaften aus der administrativen Nische zu holen und in eine zeitgemäße Form zu überführen. Durch Standardisierung, transparente Informationen und intuitive Bedienung entsteht ein Ökosystem, das Beteiligung neu definiert. Statt komplexer Formulare genügt ein digitaler Klick. Für Nathanael ist das mehr als ein Geschäftsmodell. Es ist eine Bewegung, die Eigentum demokratisiert und nachhaltige Investitionen alltagstauglich macht. Lokale Energieprojekte werden zu greifbaren Optionen für Menschen, die nicht nur spenden, sondern mitgestalten wollen. ## Mehr als Rendite – ein gesellschaftlicher Auftrag Die Vision von valueverde geht über Energie hinaus. Es geht um ein neues Verständnis von Verantwortung. Menschen investieren in Projekte, die sie verstehen und die in ihrem Lebensumfeld Wirkung entfalten. Der wirtschaftliche Nutzen bleibt regional, die soziale Wirkung wächst. Genossenschaften bieten eine Antwort auf zwei zentrale Herausforderungen: Wie finanzieren wir die Transformation – und wie sichern wir gesellschaftliche Akzeptanz? Die Plattform zeigt, dass beides zusammengeht. Digitalisierung wird hier nicht zum Selbstzweck, sondern zum Werkzeug für Teilhabe. ## 🎙 **Jetzt reinhören:** In der aktuellen Folge von *3×3=10* sprechen Marvin und Julian mit **Nathanael von valueverde** über digitale Beteiligung, Bürgerenergie und die Zukunft von Genossenschaften. ### KI for Everyone – Wie generative KI Finanzwissen demokratisieren kann URL: https://paymentandbanking.com/ki-for-everyone-wie-generative-ki-finanzwissen-demokratisieren-kann/ Last updated: 2025-10-17T05:46:27.000Z ***Im Fintech-Podcast spricht Nicole Nitsche mit Agnieszka Walorska, Gründerin von mika, darüber, wie generative KI helfen kann, Steuern verständlicher zu machen und warum Finanzwissen für alle zugänglich sein sollte.*** Steuern gehören zu den großen Zumutungen unserer Zeit. Kaum ein Thema löst bei so vielen Menschen gleichzeitig Beklemmung, Unsicherheit und Überforderung aus. Zwischen Formularen, Fachsprache und Fristen verliert sich jedes Jahr eine enorme Menge an Lebenszeit und Energie. Für viele Selbstständige, Gründerinnen und kleine Unternehmen ist die Steuererklärung kein Verwaltungsvorgang, sondern ein psychologischer Ausnahmezustand. Inmitten dieser Komplexität entsteht eine Bewegung, die Steuern nicht länger als Herrschaftswissen, sondern als alltägliche Kompetenz begreift. Eine ihrer zentralen Figuren ist Agnieszka Walorska, Gründerin und CEO des Berliner Start-ups mika. Ihre Arbeit dreht sich um eine Frage, die in Deutschland fast revolutionär klingt: Wie kann Technologie Menschen befähigen, anstatt sie zu überfordern? Ihr Ziel ist, die Steuerwelt zu entzaubern und in verständliche, zugängliche Prozesse zu verwandeln. Sie glaubt, dass Technologie dort beginnt, menschlich zu werden, wo sie erklärt. Mika nutzt sie generative künstliche Intelligenz, um Buchhaltung und Steuerabläufe zu vereinfachen. Das System erkennt Belege, kontiert automatisch, erstellt Berichte und übersetzt amtliche Schreiben in klare, verständliche Sprache. Was früher mühsame Handarbeit war, wird zu einem Prozess, der begleitet und aufklärt. Dabei richtet sich das Produkt bewusst an Gründerinnen und Gründer, die keine Finanzprofis sind. Es soll befähigen, nicht bevormunden. Die Idee entstand aus einer sehr persönlichen Erfahrung. Walorska kam vor zwanzig Jahren aus Polen nach Deutschland. Sie erzählt, dass sie sich als junge Migrantin und Unternehmerin oft hilflos fühlte, gefangen in einem System aus Regeln, Formularen und Fachbegriffen. Diese Erfahrung hat ihr Denken geprägt. Ihr Unternehmen ist ihre Antwort auf eine Gesellschaft, in der Wissen und Zugang ungleich verteilt sind. Ihr Ansatz ist so einfach wie radikal. Steuern sollen kein Privileg bleiben, das sich nur Menschen mit Beraterinnen, Zeit und Ressourcen leisten können. Finanzwissen soll demokratisiert werden. KI ist für sie kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Hürden abzubauen und Selbstbestimmung zu ermöglichen. In einer Zeit, in der kleine Unternehmen einen erheblichen Teil ihres Umsatzes für Buchhaltung und Steuerberatung aufwenden, wird deutlich, wie groß die strukturelle Ungleichheit in diesem Bereich ist. Die Vision, die Walorska verfolgt, stellt diesem Missverhältnis etwas entgegen: eine technologische Übersetzerin zwischen Paragrafen und Praxis, zwischen Amtssprache und Alltagslogik. Sie spricht von einer Zukunft, in der künstliche Intelligenz Bürokratie nicht nur beschleunigt, sondern verständlich macht. Eine Zukunft, in der Verwaltung nicht länger als Machtapparat, sondern als Service wahrgenommen wird. Vertrauen, sagt sie, sei das eigentliche UX-Problem des Staates. Wenn Menschen verstehen, wie ein System funktioniert, entsteht Akzeptanz. Walorska gehört zu einer Generation von Gründerinnen, die Technologie und Verantwortung zusammendenken. Sichtbarkeit ist für sie kein Selbstzweck, sondern ein Werkzeug, um Themen wie Gleichberechtigung, Zugang und Fairness zu verankern. Ihre Haltung ist unaufgeregt, ihr Ziel eindeutig: Komplexität soll kein Machtinstrument bleiben. Was sie entwirft, ist weit mehr als ein digitales Produkt. Es ist der Versuch, das Verhältnis von Mensch, Staat und Technologie neu zu definieren. Eine Erinnerung daran, dass Fortschritt nicht dort entsteht, wo Systeme schneller werden, sondern dort, wo sie verständlicher werden. ### So viele Deutsche investieren aktuell – und darum werden es noch mehr URL: https://paymentandbanking.com/so-viele-deutsche-investieren-aktuell-und-darum-werden-es-noch-mehr/ Last updated: 2025-10-15T19:24:30.000Z Eine Studie von Lemon Markets und Smartbroker untermauert den Trend zum Anlegen. Die Studienmacher gehen sogar von einer weiteren Steigerung in den nächsten Jahren aus. Eigentlich sind sich alle einig: Die Deutschen investieren so viel wie nie, strömen zu den Neobrokern und eröffnen ein Depot nach dem anderen. Aber stimmt das tatsächlich? Dafür, dass der Markt so harten Regularien unterliegt und jedes Wertpapierdepot in Deutschland ordnungsgemäß registriert werden muss, war die Datenlage bisher überschaubar. ## **Wachstum bei Depots weiter ungebrochen** Der Brokerage-SaaS-Anbieter Lemon Markets hat gemeinsam mit Smartbroker deshalb jetzt eine Studie vorgelegt, in der die beiden Firmen erstmals Daten der Deutschen Bundesbank zur Zahl der Wertpapierdepots auswerteten. Das Ergebnis: Von 2015 bis 2024 stieg ihre Menge hierzulande um 53 Prozent, von 22,4 auf 34,4 Millionen. Auch von 2023 auf 2024 gab es ein Plus von zehn Prozent. „Die Behauptung, dass der Markt stagniert, die man zuletzt teilweise hörte, konnten wir damit widerlegen“, meint Lemon-Markets-CEO Max Linden. Herauslesen aus den Zahlen lässt sich auch, dass das Wachstum von Onlinebrokern getrieben wird, während die Depotzahlen bei Sparkassen und Großbanken eher stagnieren oder sogar sinken. ## **Zahl der einzelnen Anleger\*innen unklar** Doch die Aussagekraft dieser Studie ist begrenzt. Unklar ist etwa, ob die Depots, die die Bundesbank registriert, auch aktiv genutzt werden. Klar ist immerhin: „Die Depots sind nicht leer, die Zahlen beinhalten alle Depots, die Wertpapiere halten und damit am Markt investiert sind“, so Linden. Auch ist den Zahlen nicht klar zu entnehmen, ob manche Anleger\*innen gegebenenfalls mehrere Depots halten. Über die tatsächliche Zahl der Investor\*innen in Deutschland sagen sie also erstmal nichts aus. Die Studienautoren behelfen sich mit einer anderen Untersuchung, um trotzdem einen Näherungswert zu bekommen. Laut der Unternehmensberatung Oliver Wyman haben Anleger\*innen in Deutschland im Schnitt zwei Depots. Bei 34,4 Millionen in Deutschland ergäbe das also rund 17 Millionen Privatanleger. Im Vergleich zu bisherigen Untersuchungen liegt dieser Wert ziemlich genau in der Mitte. ## **Zielmarke: 50 Millionen Depots** Thomas Soltau, Vorstand bei Smartbroker, hält diesen Näherungswert für durchaus realistisch. Kund\*innen würden von klassischen Brokern zu Neobrokern wechseln. „Die Bestände bleiben dann aber im alten Depot liegen, während die Handelsaktivität im neuen stattfindet“, sagt er. Soltau glaubt auch, dass der Wachstumstrend ungebrochen bleiben wird. „Auch dieses Jahr sind drei Millionen neue Depots realistisch“, meint er. Schließlich würden weitere Onlinebroker-Angebote dazukommen, auch die etablierten Banken ziehen mit entsprechenden Produkten nach. Zumindest Thomas Soltau hält 50 Millionen Depots in wenigen Jahren daher für eine realistische Marke. Ein potenzieller Treiber wäre natürlich die Frühstart-Rente der Bundesregierung, die nach deren Vorstellung kommendes Jahr starten soll und viele junge Menschen zu Depotbesitzer\*innen machen wird. Bundeskanzler Friedrich Merz kalkulierte in einer Beispielrechnung mit 700.000 Neuanleger\*innen pro Jahrgang. Sollte die Frühstart-Rente tatsächlich wie geplant Menschen zwischen dem sechsten und 18\. Lebensjahr offenstehen, wären das vom Start weg über neun Millionen neue Anleger\*innen. ### Buy Now, Pay Later – Was heute rechtlich gilt. URL: https://paymentandbanking.com/buy-now-pay-later-was-gilt-rechtlich-heute/ Last updated: 2025-10-20T08:43:43.000Z **Annerton-Experte Florian Lörsch erklärt im „Alles Legal”-Podcast, wie Buy Now, Pay Later (BNPL) heute rechtlich einzuordnen ist, welche Modelle sich durchgesetzt haben und wo Händler, Anbieter und Aufsicht genau hinschauen müssen.** Was verbirgt sich rechtlich eigentlich hinter dem Begriff Buy Now, Pay Later (BNPL)? In der ersten Folge der neuen Reihe von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ beleuchten Dana Wondra und Florian Lösch den aktuellen Status quo der BNPL-Modelle, vom klassischen Rechnungskauf bis zu komplexeren Ratenlösungen. Ein zentrales Thema: die rechtliche Struktur hinter den Kulissen, meist in Form von echtem Factoring. Dabei verkauft der Händler seine Forderung an einen Zahlungsdienstleister, erhält schnell Liquidität, trägt aber kein Ausfallrisiko. Der Endkunde zahlt später, merkt von der juristischen Konstruktion im Checkout aber wenig. Florian Lösch erklärt, warum das unechte Factoring für BNPL meist ungeeignet ist, welche Lizenzarten erforderlich sind (Factoring-Erlaubnis nach KWG oder ZAG-Zahlungslizenz) und wie die BaFin den wirtschaftlichen Schwerpunkt der Modelle einordnet. Zahlungsmethode versus Händlerfinanzierung. Auch geldwäscherechtlich ist das Konstrukt besonders: Weil nur der Händler als Vertragspartner gilt, bleibt der Endkunde bisher von Identifikationspflichten unberührt. Das könnte sich mit künftigen EU-Vorgaben ändern. Die Folge zeigt: Auch ohne neue Regulierung ist BNPL heute schon komplex. In Folge 2 geht es dann um die Verbraucherkreditrichtlinie CCD2 und wie sie das Verbraucherkreditrecht für BNPL neu aufstellt. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### „Modernes Banking muss nicht langsam und teuer sein“ URL: https://paymentandbanking.com/modernes-banking-muss-nicht-langsam-und-teuer-sein/ Last updated: 2025-10-14T05:35:15.000Z ***Als Geschäftsführer von Vivid Money will Jörg Geiben Banking, Trading und Alltagsservices neu denken, mit Tempo, Technologie und einem klaren Blick auf echte Kundenbedürfnisse.*** Er war Anwalt an der Wall Street, Jurist bei Großbanken und ist heute CEO eines der am schnellsten wachsenden Fintechs Europas: Vivid Money. Mit Sitz in Berlin und Lizenz in Luxemburg bietet die App Banking, Investments, Steuer-KI und sogar rechtliche Beratung – digital, skalierbar und alles aus einer Hand. Im Interview spricht der Geschäftsführer darüber, wie es ist, sich Bargeld von den eigenen Kindern zu leihen, was er von Sparkassen hält und warum ihm der Gedanke an Freiheit wichtiger ist als jede Regulierungsdebatte. ## **Wer bist du & was machst du?** Ich bin Geschäftsführer der Vivid Money GmbH, die 2019 in Berlin gegründet wurde. Vivid Money bietet ein umfassendes Banking per App und Desktop für Privat- und Geschäftskunden an. Darüber hinaus können unsere Kunden in Aktien, ETFs und Crypto investieren. Unser Zahlungsinstitut in Luxemburg ist von der CSSF beaufsichtigt und unser Wertpapierhaus wird von der niederländischen Marktaufsicht reguliert. Obgleich international aktiv, stehen wir zu unseren deutschen Wurzeln, da wir in Deutschland gestartet und zur Zeit mehr als 80% unserer Kunden (Selbstständige, Unternehmen und Privatkunden) in Deutschland beheimatet sind. Vor Vivid habe ich in US-amerikanischen Großkanzleien gearbeitet, war dann lange bei der Deutschen Bank und der Commerzbank. Es waren spannende und abwechslungsreiche Zeiten, aber es ist „slow motion“ im Vergleich zu Vivid Money. Die Geschwindigkeit, mit der wir neue Produkte lancieren, ist unschlagbar. Das Kundenwachstum von 4.000 bis 5.000 Neukunden pro Monat zeigt einen unmittelbaren Erfolg und nun bieten wir sogar unseren Kunden KI-unterstützten Service bei Steuererklärungen und der rechtlichen Beratung an. Das alles passiert in einem robusten System, in dem wir von den nationalen Aufsichten streng überwacht werden. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Nicht einen Cent. Daher muss ich mir öfters von meinen Kindern Bargeld leihen. Aber das passiert nur in Deutschland, wobei auch hier die Akzeptanz der Kartenzahlung besser wird. Ansonsten selbstverständlich die Vivid Money Karte, die mich noch nie im Stich gelassen hat, obwohl ich weltweit unterwegs bin. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Im Banking-Sektor aufgrund meiner vorherigen Tätigkeit als Rechtsanwalt in einer typischen Wall Street Kanzlei in New York. Im Payment Sektor bin ich durch Zufall gelandet. Ich hatte mich bei Vivid Money beworben, weil mich die Idee faszinierte, ein umfassendes Ökosystem zu bauen, in dem ich Bankangelegenheiten mit Investitionen in Aktien, ETFs und Crypto verbinden kann. Dass nun auch noch weitere Serviceleistungen, wie Steuererklärungen, Reisebuchungen, Legal AI etc. hinzukamen, konnte ich nicht ahnen. Aber umso besser! ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich verstehe die Daseinsberechtigung der Sparkassen und Volksbanken nicht mehr. Hohe Gebühren für Kunden, grottenschlechter Service und Kosten für den Steuerzahler, insbesondere wenn mal wieder eine gerettet werden muss! Das erinnert mich an die Hutindustrie aus dem 19\. Jahrhundert. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Die Revolution ist in vollem Gange. Zur Zeit wird jedes zweite Girokonto bei einer Neo- oder Direktbank eröffnet. Langsam erkennen die Leute, dass die staatlich subventionierten Sparkassen und Volksbanken ihre Daseinsberechtigung verloren haben. Vivid Money hat eine weitaus höhere Kundenzufriedenheit und reagiert mit innovativen Produkten auf die stetig ändernden Kundenbedürfnisse. Wir sind streng überwacht, die Kundengelder werden getrennt aufbewahrt und die Kundenportale sind voll des Lobes. Nicht umsonst wurden wir vom Handelsblatt mit dem Gütesiegel „Bestes digitales Geschäftskonto 2025“ ausgezeichnet. Wofür braucht man dann noch die Sparkassen und Volksbanken? ## **Wenn Du Finanzminister wärst, was würdest Du sofort ändern/machen?** Den Bundeskanzler anrufen und ihm sagen, dass die Leute darauf warten, dass er endlich die Kettensäge auspackt. (*Ich glaube, das weiß er schon!*) Dem Verteidigungsminister einen Blankocheck zusenden (*Ich bin ja der Kassenmeister!*), damit er unsere Freiheit verteidigen kann, denn wir haben nur eine. Den Justizminister anrufen und ihm sagen, dass die deutsche Regulierungswut übergriffig ist. Stichwort: Datenschutzverordnung, KI-Regulierung, Arbeitsrecht, Mietrecht … (*Freiheit ist etwas Schönes!*) Herrn Branson von der BaFin Bescheid geben, dass die BaFin Fintechs unterstützen sollte, da sie ansonsten aus dem Ausland die deutschen Kunden bedienen (*Ist das jetzt schon übergriffig?*) Unseren neuen Chief Investment Officer Martin Blessing anrufen und fragen, ob er einen 1-Euro Job für mich hat, da ich ihn gerne unterstützen möchte. (*Packen wir es an!*) ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich habe zwei Herzen in meiner Brust. Ich bin ein typischer Familienmensch und gleichzeitig könnte ich jeden Tag meine Koffer packen und verreisen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Ich benutze die Vivid Money Karte. Die Cashback Angebote sind einmalig im Markt. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Die Nr. 1 ist selbstverständlich die Vivid Money App. Neben meinen Bankgeschäften kann ich auch in Aktien, ETFs und Crypto investieren, das gefällt mir. Ebenfalls verwende ich die App von Trade Republic, da Vivid Money leider noch keine Derivate anbietet. In Fernost kann ich die Super-App von Grab empfehlen – eine Finanz-App, die Uber und Delivery Hero verbindet. Uber, Bolt, Booking sind für mich alltäglich und selbstverständlich. Und in unserem Garten verwende ich die Merlin Bird ID App. ### DigiFin25: Aufbruch in eine neue Ära der Finanzwelt URL: https://paymentandbanking.com/digifin25-aufbruch-in-eine-neue-aera-der-finanzwelt/ Last updated: 2025-10-16T08:35:47.000Z **Am 18\. November 2025 trifft sich das Who’s Who der Finanz- und Versicherungsbranche im Kosmos Berlin zur DigiFin25\. Die Konferenz, organisiert von Bitkom und Payment & Banking, bringt nicht nur Perspektiven aus Politik, Tech und Start-up-Ökosystem zusammen. Sie greift auch die Leitfragen einer Branche im Umbruch auf.** Wie schaffen wir Sicherheit in einer Finanzwelt, die sich ständig wandelt? Wie bleibt ein System widerstandsfähig und gleichzeitig offen für neue Technologien wie Blockchain, Web3 oder KI? Und wie gelingt es, das Vertrauen in neue Lösungen zu stärken, bevor die nächste Transformation beginnt? Die **DigiFin25** widmet sich diesen Fragen nicht mit leeren Phrasen, sondern mit klaren Formaten, starken Persönlichkeiten und einem Programm, das die Komplexität der Gegenwart ernst nimmt. ## **Drei Bühnen, viele Perspektiven** Bereits die Struktur der Veranstaltung macht deutlich, dass hier keine Einbahnstraßenkommunikation gewünscht ist. Die „Horizons Stage“ stellt die großen strategischen Debatten in den Mittelpunkt: von der geopolitischen Lage über den digitalen Euro bis hin zu Stablecoins, Tokenisierung und Regulierungsfragen. Parallel dazu bietet die „Impulse Stage“ Raum für technologische Tiefgänge und Use Cases: Welche Rolle spielt Künstliche Intelligenz im Kampf gegen Finanzbetrug? Wie verändert sich die Versicherungswelt durch Automatisierung? Was bringt der europäische Zahlungsverkehr 2.0? In weiteren Workshop-Formaten, Spotlight-Sessions und Deep Dives können Teilnehmende selbst aktiv werden und Themen wie Cybersecurity, Embedded Finance oder Kapitalmarktbildung aus der Nähe beleuchten. ## **Erste Speaker:innen bestätigt** Das Line-up liest sich schon jetzt wie ein Querschnitt durch die digitale Finanzelite Europas. Unter anderem mit dabei: - **Dr. Barbara Karuth-Zelle**, COO der Allianz SE, die als eine der prägenden Stimmen für digitale Transformation in etablierten Konzernen gilt. - **Erik Podzuweit**, Gründer und CEO von Scalable Capital, der seit Jahren den digitalen Vermögensaufbau vorantreibt. - **Michael Schrodi,** Parlamentarischer Staatssekretär, Bundesministerium der Finanzen, eröffnet die Veranstaltung politisch – gemeinsam mit weiteren Vertreter:innen aus dem Bundestag und Ministerien. - **Julia Koch**, Geschäftsführerin der Finanz Informatik, spricht über die Balance zwischen Innovation und Stabilität im Finanzinfrastrukturbereich. - Weitere Speaker:innen stammen aus Unternehmen wie Siemens Financial Services, Mastercard, SAP, N26, American Express oder der Deutschen Bundesbank. Darüber hinaus bringt das Programm weitere hochkarätige Perspektiven aus der Finanzwelt, Technologie und Politik auf die Bühne – für einen vielschichtigen, branchenübergreifenden Austausch. [Speaker & Programm entdecken.](https://digifin.berlin/de/speaker?ref=paymentandbanking.com) ## **Fintech des Jahres – Preis mit Haltung** Ein besonderes Augenmerk liegt auf jungen, wachstumsstarken Unternehmen und neue Playern im Markt. Das zeigt sich nicht zuletzt am „Fintech des Jahres“-Award, der 2025 erstmals im Rahmen der DigiFin verliehen wird. Die Auszeichnung „Fintech des Jahres“ gehört seit Jahren zu den wichtigsten Awards der deutschen Finanzszene. Sie zeichnet mutige Gründer:innen, tragfähige Geschäftsmodelle und visionäre Ideen aus – unabhängig, transparent und medienwirksam. **Nicole Nitsche**, Geschäftsführerin von Payment & Banking, bringt es auf den Punkt: > *„Innovationen brauchen mehr als Kapital. Sie brauchen Sichtbarkeit, Resonanz und den Austausch auf Augenhöhe. Der Fintech-Award steht für genau das. Und in der Kulisse der DigiFin bekommt er die Bühne, die er verdient.“* Die Preisverleihung bildet den feierlichen Abschluss der Konferenz. ## **Gute Ideen brauchen gute Gesellschaft** Eine Konferenz lebt nicht nur von starken Inhalten – sondern auch von den Menschen und Unternehmen, die sie möglich machen. Bei der DigiFin25 bringen sich mit der DKB, Finanz Informatik, R+V Versicherung und Swisscom gleich vier Premiumpartner ein, die nicht nur Logos liefern, sondern auch Haltung, Austausch und eigene Perspektiven. Und sie sind nicht allein: Viele weitere Player aus der Finanz- und Techszene machen die DigiFin25 zu dem, was sie werden soll – ein Ort, an dem man nicht nur redet, sondern auch gemeinsam weiterdenkt. ## **Warum DigiFin25?** Die DigiFin25 will mehr als Status Quo-Verwaltung. In Zeiten multipler Krisen, regulatorischer Neuerfindung und technologischer Disruption braucht es Formate, die nicht nur informieren, sondern Orientierung schaffen. Mit einem klaren programmatischen Fokus auf Sicherheit, Resilienz und Vertrauen in Innovation setzt die Veranstaltung ein Zeichen – für die Relevanz des Finanzstandorts Europa und für eine Branche, die bereit ist, Verantwortung zu übernehmen. ## **Teilnahme & Tickets** Die DigiFin25 findet am **18\. November 2025 im Kosmos Berlin** statt. Wer Teil der Konferenz sein, mitdiskutieren oder sich als Partner einbringen möchte, findet alle Informationen hier. [Heute Ticket sichern!](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) ### AI in Finance: OpenAI als Plattform, Agentic Commerce und neue Bots im Banking URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-openai-als-plattform-agentic-commerce-und-neue-bots-im-banking/ Last updated: 2025-10-27T05:33:49.000Z *Maik und Sascha sprechen wieder einmal über die neuesten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz und deren Auswirkungen auf den Finanz- und E-Commerce-Sektor. Es geht um die OpenAI Developer Days, die Evolution von GPT zu einer Plattform, die Integration von E-Commerce in ChatGPT, die Zukunft des Einkaufens durch Conversational E-Commerce, die beeindruckenden Fortschritte von Sora 2 in der KI-Videoerstellung sowie die aktuellen Urheberrechtsfragen, die durch die GEMA-Klage gegen OpenAI aufgeworfen werden.* *Auch die anderen Themen kommen nicht zu kurz: [Sascha ](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com)und [Maik](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) sprechen über neue KI-Browser, KI-Modelle, Fintech-Innovationen und erfolgreiche KI-Startups in Deutschland.* ## **Vom Assistant zur Plattform: Chat wird zum Betriebssystem** OpenAI hat mit Dev Days endgültig klargemacht: GPT ist nicht mehr „nur“ ein Assistent, sondern das Frontend eines Ökosystems. App-SDK, AgentKit, native Apps wie Spotify/Canva/Booking direkt im Chat: ohne App-Wechsel, ohne Login-Hopping. Dazu „Merchants in ChatGPT“ mit Instant-Checkout (Stripe & Co.). Ergebnis: Conversational E-Commerce statt Warenkorb-Romantik. Sichtbarkeit wandert vom SEO-Schaufenster in Relevanz-Algorithmen des Chats. Loyalty-Widgets, Upselling-Karussells, Payment-Orchestrierung im Shop? Werden von der Zwischenschicht ausgebremst. Das fehlende Puzzleteil heißt AP2 (Agent Payments Protocol): signierte Mandate, auditierbar, Account-to-Account bis Stablecoin. Wenn Agenten zahlungsfähig, revisionssicher und regelbasiert sind, schrumpft das sichtbare Frontend. Banken müssen Produkte agententauglich machen: Limits, Mandate, Budgets, Dispute-Flows, Logs. Wer keine Schnittstelle für Agenten anbietet, wird nicht mehr angesteuert. Pull war gestern, Push & Presence ist die Roadmap. ## **Content-Realitätsschock: Sora 2, Rechte & der neue Alltag** Sora 2 hebt Videogenerierung auf ein Niveau, bei dem Physik, Kontinuität und Ton „echt genug“ wirken. Avatare, Cameo, Remixes. Das ist großartig für Kreative, brandgefährlich für Öffentlichkeit. Die Moderationsschrauben drehen bereits, aber: Die Welle kommt auch aus offenen Modellen, lokal und unreguliert. Heißt: Wir werden lange mit Content-Überfluss leben, inklusive Deepfake-Fallhöhe. Parallel juristische Realität: GEMA vs. OpenAI wegen Trainingsdaten und Ausgaben geschützter Lyrics. Die Kernfrage ist simpel und unbequem: Darf KI ohne Zustimmung mit urheberrechtlich geschütztem Material trainieren und was passiert bei Ausgabeähnlichkeit? Transparenz, Vergütung, Durchsetzung, das ist alles bisher ungelöst. ## **Browser, Banken, Build vs. Buy: Agenten ziehen ein** Der Browser wird zur KI-Kommandozentrale: Perplexity „Comet“ ist frei verfügbar, Anthropic testet tief integrierte Assists via Extensions. Opera „Neon“ ist verspielt, aber Datensparsamkeit bleibt ein Fragezeichen, also Vorsicht bei Privatem. Die Richtung ist klar: Stimme, Linse, Kontext statt Tabs und Tool-Zoo. In der Bank-IT übersetzen das Akteure wie Bud.ai (UK): spezialisiertes Financial-AI-Stack auf Transaktionen, Budget, Beratung, natürlich MCP-fähig, API-first. Ergebnis: schneller validieren, agentische Customer-Service-Flows, personalisierte Finanzbegleitung – ohne jahrelange Eigenentwicklung. In LATAM macht Prometeo „Agentic Banking“ als No-Code-Portal produktiv: WhatsApp-Überweisungen, Echtzeit-Konto-Automation, Audit-Spuren out-of-the-box. Und aus Berlin meldet sich mit Palaa (≥ 1 Mrd. € Bewertung) ein Voice-First-Agent-Anbieter, der bei Großkunden 60 %+ der Anfragen autonom löst – Modellagnostik, Enterprise-Infrastruktur, Use-Case-Disziplin. Konsequenz fürs Operative? Make-or-Buy neu denken: Kurz gesagt: Die Kundenschnittstelle wandert in dialogische, agentische Ebenen. Wer Produkte, Inhalte und Prozesse dafür vorbereitet, gewinnt – nicht mit der lautesten App, sondern mit der leisesten, verlässlichsten Infrastruktur im Hintergrund. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Es geht es um: - OpenAI entwickelt sich von einem Assistenten zu einer umfassenden Plattform. - Die Integration von E-Commerce in ChatGPT revolutioniert das Einkaufserlebnis. - Conversational E-Commerce könnte das bewusste Shoppen verändern. - Sora 2 bietet beeindruckende Fortschritte in der KI-Videoerstellung. - Urheberrechtsfragen sind ein zentrales Thema in der KI-Entwicklung. - Die Nutzung von ChatGPT steigt, während das Suchvolumen bei Google sinkt. - Die Qualität von KI-generierten Inhalten wird immer besser. - Händler müssen sich an die neuen Gegebenheiten im E-Commerce anpassen. - Die GEMA-Klage gegen OpenAI könnte weitreichende Folgen haben. - Die Zukunft des Internets könnte eine stärkere Regulierung erfordern. Der Komet Browser ist jetzt für alle Nutzer verfügbar. - Perplexity und Opera entwickeln KI-gestützte Browser. - Claude 4.5 ist besonders bei Entwicklern beliebt. - Paloa erreicht eine Unternehmensbewertung von einer Milliarde Euro. - Die Entwicklung von KI-Hardware steht vor großen Herausforderungen. - Alexa erhält ein Update, um intelligenter zu agieren. - Erfolgreiche KI-Startups in Deutschland zeigen Potenzial. Viel Spaß beim Hören! ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir, euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! [Hier findet ihr weitere Episoden](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### Wenn junge Zielgruppen keine Lust auf Banking haben URL: https://paymentandbanking.com/wenn-junge-zielgruppen-keine-lust-auf-banking-haben/ Last updated: 2026-05-12T00:01:40.000Z ****Junge Menschen ticken anders – und erwarten Banking, das zu ihrem Leben passt. Im BEX-Panel wurde klar: Wer die Generation Z gewinnen will, muss raus aus alten Denkmustern und rein in echte Relevanz.** Junge Menschen ticken anders – und erwarten Banking, das zu ihrem Leben passt. Auf der [Banking Exchange](https://paymentandbanking.com/bex25-es-geht-los/) diskutierten [Joshua Olbrich](https://www.linkedin.com/in/joshua-olbrich-509981136/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) (Finwyz), [Fabienne Lindner](https://www.linkedin.com/in/fabiennelindner/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) (Crif) und [Christian Binder](https://www.linkedin.com/in/chrbinder/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) (Finstep) mit Moderatorin [Nicole Nitsche](https://www.linkedin.com/in/nicole-nitsche-18434913a/?ref=paymentandbanking.com) über die Frage, warum Gen Z und Alpha längst andere Erwartungen an Banken haben – und was das für die Branche bedeutet. ## Zwischen Anspruch und Realität Banken reden gerne über die Bedeutung junger Zielgruppen – handeln aber selten danach. Kinder- und Jugendkonten gibt es zwar, doch richtig Fahrt aufgenommen hat das Thema bislang nicht. Eine Kontoeröffnung bleibt kompliziert, gerade bei Minderjährigen. Viele Institute wissen zwar, dass die junge Generation wichtig ist – schließlich wird sie Vermögen erben –, aber sie behandeln das Thema wie eine Aufgabe für morgen. „Die junge Generation wurde als Zielgruppe lange unterschätzt“, sagt Joshua Olbrich. Doch das Bewusstsein wächst: Wer heute ein Kinderdepot bei einem Neobroker eröffnet, bleibt dort oft auch als Erwachsener – vor allem, wenn das Produkt digital, verständlich und alltagstauglich ist. ## Kein Desinteresse – sondern Diskrepanz Junge Menschen haben keine Lust auf das **falsche** Banking. Sie akzeptieren keine Produkte, die nicht zu ihrem Alltag, ihren Werten oder ihrem Tempo passen. Sie lernen über Finanzen auf TikTok und Discord, nicht im Beratungsgespräch. Sie erleben Geld in Apps, nicht in Filialen. Loyalität bedeutet für sie nicht, ein Konto 30 Jahre zu behalten, sondern immer wieder überzeugt zu werden. Das eigentliche Problem ist nicht Desinteresse, sondern die Diskrepanz zwischen Anspruch und Angebot. Banken sprechen über die Gen Z, statt mit ihr. Sie wollen sie „abholen“, anstatt sie einzuladen, mitzudenken. Dabei beginnt finanzielle Mündigkeit früher, als viele glauben – beim Taschengeld, beim ersten App-Kauf, beim Kinderdepot. ## Lernen von anderen Ein Blick in die USA zeigt, dass es auch anders geht: Dort erhält jedes Neugeborene ein staatliches Investmentkonto mit 1.000 Dollar Startkapital – Investieren ab Geburt als gesellschaftliches Projekt. In Deutschland dagegen reden wir über die Frühstarterrente ab 2026 – zehn Euro im Monat. Symbolik statt System. Warum also nicht größer denken? Warum ist Vermögensaufbau in Europa noch immer ein Privileg und keine Infrastruktur? ## Banking als Teil des Lebensgefühls Das Panel machte deutlich: Banking ist kein abgeschlossenes System, sondern ein Spiel, das sich ständig neu programmiert. Vertrauen entsteht, wenn man zuhört. Relevanz, wenn man kulturelle Codes versteht. Bindung, wenn man bereit ist, unperfekt zu sein. Die Generation Z hat längst eigene Spielwelten geschaffen – Wallets, Communities, Plattformen, auf denen sie über Geld spricht, lernt und handelt. Die Frage ist nicht mehr, wie man sie abholt, sondern ob Banken überhaupt noch Teil dieses Spiels sein wollen. Das Fazit: Wenn Banking relevant bleiben will, muss es wieder Teil des Lebensgefühls werden – nahbar, digital, verständlich. Nicht später, sondern jetzt. ### Whitepaper: Next Move – Künstliche Intelligenz im Banking URL: https://paymentandbanking.com/whitepaper-next-move-kuenstliche-intelligenz-im-banking/ Last updated: 2026-05-12T00:01:40.000Z Das neue Whitepaper *„Next Move: KI im Banking“* zeigt, wie Künstliche Intelligenz die Spielregeln im Finanzsektor verändert – von smarter Beratung bis zu neuen Plattformmodellen. Die Finanzwelt steht an einem spannenden Wendepunkt: Künstliche Intelligenz ist längst kein Schlagwort mehr, sondern treibt die Transformation von Prozessen, Produkten und Kundeninteraktionen mit hoher Geschwindigkeit voran. Von personalisierten Angeboten über automatisierte Entscheidungsprozesse bis hin zu neuen Geschäftsmodellen – KI wird zum zentralen Erfolgsfaktor für Banken und Finanzdienstleister. Doch mit der Dynamik wächst auch der Druck: Wie gelingt es, Chancen zu nutzen, ohne regulatorische und ethische Grenzen zu übersehen? Inspiriert von den Diskussionen und Erkenntnissen der [Banking Exchange 2025](https://paymentandbanking.com/bex25-es-geht-los/) beleuchtet das Whitepaper *„Next Move: KI im Banking“* genau diese Fragen. Unter dem Motto „BEX in the Game**“** diskutierten Expert:innen, Vordenker:innen und Praktiker:innen, wie KI heute schon eingesetzt wird und wo sie in Zukunft das größte Potenzial entfalten kann. Das Whitepaper bündelt die zentralen Beiträge unserer Partner und liefert praxisnahe Einblicke in Strategien, Anwendungsbeispiele und Perspektiven der Branche. Es zeigt, dass die Zukunft des Bankings ein dynamisches Spielfeld ist: Wer die richtigen Züge macht, kann Innovationen nutzen, regulatorische Hürden meistern und langfristig vorne mitspielen. [Jetzt Whitepaper runterladen!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfJDto3iUR67QxwyOOYn5lBCpkl9xfKv4dhBE-m5nu7sBRGkQ/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com) ### Warum der Hype um Private Markets absoluter Irrsinn ist URL: https://paymentandbanking.com/warum-der-hype-um-private-markets-absoluter-irrsinn-ist/ Last updated: 2026-05-12T00:01:40.000Z Anbieter wie Trade Republic und sogar die Deutsche Bank wollen ihren Kunden hochriskante Investments in Private-Equity & Co. schmackhaft machen. Da muss ich doch mal fragen: Tickt ihr alle noch ganz sauber? Die neue Folge „Nils nörgelt”. *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor* [*Nils* ](https://www.linkedin.com/in/nils-wischmeyer-215285aa/?originalSubdomain=de&ref=paymentandbanking.com)*Heck beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Liebe Leserinnen und Leser, Wir müssen diesen Monat leider über einen Hype reden, von dem ich dachte, dass er an uns vorbeigeht: Private Markets. Nachdem Investments in dieser Anlageklasse für Normalkunden lange Zeit unmöglich und dann allenfalls eine Nische waren, bringen Geldhäuser sie nun an die breite Masse. Und da stellt sich doch die Frage: Seid ihr nun vollkommen wahnsinnig geworden, liebe Fintecher:innen und Banker:innen? Die breite Masse aktiv in Private Markets, sprich Infrastrukturfonds oder Private Equity, rein zu quatschen, ist aus meiner Sicht etwa so sinnvoll, wie einem durchschnittlichen Autofahrer in ein Formel-1-Auto zu setzen und zu hoffen, dass das schon alles glatt geht. Schließlich sind diese Fonds in aller Regel illiquide, die Bewertung der Anteile intransparent und das Risiko dermaßen groß, dass es schon Sinn ergeben hat, dass dieser Bereich des Finanzmarkts für Privatanleger lange Zeit unzugänglich war. Wenn nun aber Trade Republic schon Rapper Luciano oder [Blogger Maurice Höfgen](https://www.reddit.com/r/gekte/comments/1no9fdx/maurice%5Fh%C3%B6fgen%5Fist%5Fjetzt%5Ffinfluencer%5Ff%C3%BCr%5Ftrade/?ref=paymentandbanking.com) (Ist dir das Geld ausgegangen, Kollege?) vorschickt, um Normalo-Investoren in ein Hochrisiko-Investment zu drängen, dann ist das aus meiner Sicht nicht nur moralisch fraglich. Es ist eine unangenehme Geldmacherei auf dem Rücken von Menschen, die doch einfach nur der Altersarmut entgehen wollen. Oder in anderen Worten: Das ist purer Wahnsinn. ## **Private Markets und Demokratisierung: Das passt nicht** Das fängt schon bei der Vermarktung an, die natürlich mein absolutes Hasswort für jegliche Art von neuem Produkt enthält: Demokratisierung. Das wird leider ständig genutzt und ich muss hier einen kurzen Schwenk machen, um das ein für alle mal abzuräumen. Denn Leute, mal ganz ehrlich: Könnt Ihr einen Duden lesen? Seid ihr der deutschen Sprache mächtig? Dann dürfte euch auffallen, dass weder der Launch eines ETF und sicherlich schon gar nicht der Launch von Hochrisiko-Private-Equity-Investments irgendetwas mit „Demokratisierung” zu tun hat. Denn Demokratisierung bedeutet tatsächlich Teilhabe *und* Mitentscheidungsgewalt. Das ist hier ganz sicherlich nicht gegeben. Also hört bitte auf, dieses Wort ständig für Produkte zu missbrauchen, die nur ein verdammtes Ziel haben: Eurer Firma mehr Geld zu machen. Haltet uns, Eure Kundinnen und Kunden, doch bitte nicht für so dumm, dass wir das nicht checken würden. Gut, haben wir das also abgehakt. Nur bei den Verheißungen in Bezug auf die Rendite sieht es nicht besser aus. Trade Republic beispielsweise wirbt mit einer „Marktzielrendite” von zwölf Prozent, was „historisch höher als am Kapitalmarkt” sei. Schon dieses Wort: Marktzielrendite. Das klingt so toll, doch am Ende kann sich jeder so eine Zielrendite quasi ausdenken. Ist ja keine Garantie. Ist nur das Ziel und naja: Mein Ziel ist es auch einen Marathon zu laufen, aber ich komme halt nur fünf Kilometer weiter. Wenn es gut läuft. Warum also stellt eine seriöse Firma so etwas in Aussicht? Bei Aktien und ETF wird schließlich auch aus gutem Grund nicht gesagt, dass der MSCI World eine bestimmte Zielrendite von acht oder neun Prozent hat. Sondern es wird deutlich darauf hingewiesen, dass die bisherige Performance die Zukunft nicht abbilden kann. So ist es nun logischerweise auch bei Private-Market-Fonds. Und ja, beides ist auf irgendwelchen Unterseiten oder Pressemitteilungen sicherlich abgebildet. Aber bei der Werbung hat man das irgendwie vergessen zu erwähnen. Hinzu kommt, dass die zwölf Prozent Zielrendite auch im Vergleich zu Public-Markets und einem ganz einfachen Investment in einen MSCI World jetzt gar nicht mal verrückt klingen. Natürlich kalkulieren alle Anleger im Kopf immer mit sieben bis acht Prozent pro Jahr an Rendite, so wurde es ihnen eingtrichtert. Aber wer in den vergangenen zehn Jahren mal auf die annualisierte Rendite des absoluten Basic-ETFs von iShares zum MSCI World schaut, der wird feststellen: Da waren im Schnitt mehr als zwölf Prozent drin. Wer auf einen Momentum-ETF gesetzt hat, der konnte sogar mehr als 14 Prozent Rendite pro Jahr verzeichnen. Und das mit jeden Tag handelbaren ETFs. Mit Fonds, die transparent sind. Mit Fonds, die kaum Gebühren nehmen. Warum also zur Hölle, sollte ich in einen komplizierten PE-Fonds einsteigen? Noch schlimmer sieht es aus, wenn man sich das Ganze risikoadjustiert. Das zeigt [eine Studie ](https://paymentandbanking.com/content/files/business-columbia-edu/sites/default/files-efs/citation%5Ffile%5Fupload/privateinfrastructure%5Fjffinaledits%5Fmain.pdf)der Columbia-Universität in den USA. Für jeden investierten US-Dollar haben die Autoren eine risikoadjustierte Nettorendite ausgerechnet und siehe da: Die ist in den vergangenen Jahren über alle Private-Market-Assetkategorien hinweg negativ gewesen. Noch hinzu kommt, dass viele Angebote für Retailkunden bisher sogenannte Fonds-in-Fonds-Strukturen mit teils hohen Gebühren sind. Privatanleger investieren also in den gleichen Markt, sind aber häufig nur Kunden zweiter Klasse, die noch lange nicht an die Top-Fonds kommen, die dann auch ein Pensionsfonds zeichnen kann. Und das ist nun das richtige Produkt für Matthias, 32, Bauingenieur aus Wuppertal? Na klar, liebe Fintecher:innen, liebe Banker:innen, das hat gefehlt. Möchte vielleicht noch jemand eine Riesterrente dazu haben? ## **Mehr Stabilität im Portfolio: Leider nein, leider gar nicht** Weiter geht es mit einem noch schöneren Werbeversprechen: Private Markets sollen angeblich mehr Stabilität in mein Portfolio bringen. Auch das klingt auf den ersten Blick sinnvoll, ja, geradezu selbstverständlich. Immerhin schwanken die Werte der Firmen und Infrastrukturprojekte auf dem Papier erst einmal nicht. Doch das liegt eben auch nur daran, dass ihre Anteile nahezu vollkommen illiquide und ihre Bewertung völlig intransparent sind. Natürlich ändert sich der Firmenwert von Mittelständler Müller nicht von Montag auf Dienstag. Er ändert sich höchstens von Jahr zu Jahr oder vielleicht auch von Monat zu Monat. Dafür dann aber teilweise gewaltig, weil Defizite oder Gewinneinbrüche erst so richtig auffallen. Zu behaupten, Private Markets seien also stabiler, ist aus meiner Sicht absoluter Quatsch. Sie sind lediglich versetzt volatil. Was auch hier die Frage aufwirft: Und das soll jetzt wirklich das neue Hype-Produkt für Claudia, 42, Buchhalterin aus Arnsberg, werden? Na klar. Jemand noch einen geschlossenen Immobilienfonds dazu? Ich verstehe ja, liebe Fintecher:innen und Banker:innen, dass die Rendite am Ende des Tages auch irgendwoher kommen muss. Dass irgendwer das tolle Wachstum Eures Geldhauses bezahlen muss. Und ich mache das gern über ETF-Sparpläne, vielleicht auch mal die ein oder andere Wette auf eine Aktie. Weil ich das verstehe. Weil sie liquide sind. Doch das Ihr den Menschen mit halbgaren Versprechen nun hochriskante, illiquide Anlageklassen aufschwatzen wollt, das finde ich falsch. Und ja, ich könnte hier die verbale Keule von Irrsinn und Wahnsinn noch einmal schwingen. Aber ich möchte diese Kolumne leise beenden und Euch fragen: Ist dieses Angebot wirklich das, was Menschen brauchen, die sich auf die Rente nicht mehr verlassen können? Denkt doch mal drüber nach. ### Frühstart für die Zukunft: Wie Kapitalmärkte und Bildung unsere Rente retten können URL: https://paymentandbanking.com/fruehstart-fuer-die-zukunft-wie-kapitalmaerkte-und-bildung-unsere-rente-retten-koennen/ Last updated: 2025-10-09T09:22:16.000Z ***Die Frühstart-Rente sei ein guter Ansatz, findet Max Linden von Lemon Markets. Nur damit sie ihre volle Wirkungskraft erreichen kann, brauche es klare Prinzipien, argumentiert er in seinem Gastbeitrag.*** Mit 18 Jahren wollte ich zum ersten Mal investieren: 500 Euro, gespart aus Nebenjobs, bereit für den Kapitalmarkt. Was mich erwartete? Zehn Euro Gebühren – zwei Prozent meines Kapitals – verloren, bevor ich überhaupt starten konnte. Dazu eine unübersichtliche User Experience mit vielen fremden Begriffen und Klicks. Für mich war das nicht nur frustrierend, es war ein Weckruf. Warum ist Investieren so teuer, kompliziert und technisch rückständig? Diese Fragen ließen mich nicht mehr los. Aus dieser Frustration entstand lemon.markets – mit der Vision, Investieren zugänglicher zu machen. Für mich. Für meine Generation. Für alle. Seitdem ist einiges passiert: Neobroker und junge Direktbanken haben neue Standards gesetzt und dafür gesorgt, dass sich mehr Menschen mit Geldanlage beschäftigen. Doch zugleich bleibt eine viel größere Baustelle bestehen: unser Rentensystem. Schon vor fast zehn Jahren mahnte Wolfgang Schäuble, wir müssten uns auf den demografischen Wandel vorbereiten, um die sozialen Sicherungssysteme zu stabilisieren. Geschehen ist seither wenig. Und auch wenn wir den Blick hier auf Deutschland richten, das Problem betrifft ganz Europa. ## Gesetzliche Rente im Rückwärtsgang – warum wir jetzt handeln müssen Die Zahlen sprechen für sich: Die gesetzliche Rente beträgt im Schnitt nur[ 48 Prozent](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKGkpKLLMFC98w0KDy7B/https%3A%2F%2Fwww.mainpost.de%2Fgeld-leben%2Frente%2Frente-wie-viel-prozent-vom-nettolohn-bekommen-rentner-21-6-25-102579164?ref=paymentandbanking.com) des letzten Nettolohns. Sie soll die Existenz im Alter sichern – nicht mehr. Doch reicht das? Schon heute ist fast[ jede\*r Fünfte](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKCKCmHzVfkBKwrjxEQc/https%3A%2F%2Fde.statista.com%2Fstatistik%2Fdaten%2Fstudie%2F785537%2Fumfrage%2Farmutsgefaehrdungsquote-von-senioren-in-deutschland%2F?ref=paymentandbanking.com) in Deutschland armutsgefährdet. Das Umlagesystem und der Generationenvertrag geraten durch den demografischen Wandel an ihre Grenzen: Bereits jetzt stützen jährlich[ 120 Milliarden Euro Zuschüsse](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKGra4z7UBwc9ApxOkS-/https%3A%2F%2Fwww.bmas.de%2FDE%2FSoziales%2FRente-und-Altersvorsorge%2FFakten-zur-Rente%2FGesetzliche-Rentenversicherung%2Fgesetzliche-rentenversicherung.html%23%3A%7E%3Atext%3DMit%2520aktuell%2520rund%2520120%2520Milliarden%2Cder%2520Ausgaben%2520der%2520gesetzlichen%2520Rentenversicherung?ref=paymentandbanking.com) aus dem Bundeshaushalt, das[ Rentenniveau sinkt](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKG0tH5PSA8DUgJSr7U2/https%3A%2F%2Fwww.bpb.de%2Fkurz-knapp%2Fzahlen-und-fakten%2Fsoziale-situation-in-deutschland%2F61842%2Fentwicklung-des-rentenniveaus-grv%2F?ref=paymentandbanking.com) seit Jahren und bis 2030 werden rund 6,5 Millionen Erwerbstätige weniger einzahlen als noch 2010. Dabei handelt es sich um ein akutes und strukturelles Problem. Viele Reformideen greifen jedoch zu kurz: höhere Beiträge, neue Garantien oder das Verschieben in die Zukunft. Das Grundproblem bleibt: zu viel Umverteilung, zu wenig Eigeninitiative. Wer keine Mittel für private Vorsorge hat, fällt durch das Raster. Das System ist unübersichtlich und verstärkt Ungleichheit – mit wachsender Rentenlücke und steigender Altersarmut, besonders bei Geringverdienern und Teilzeitkräften. Umso wichtiger ist private Vorsorge. Der Kapitalmarkt bietet langfristig die besten Renditechancen, wird aber in Deutschland noch zu wenig genutzt. Zwar steigt das Interesse: Laut[ Blackrock](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKGw8F45B34OugsY6tgI/https%3A%2F%2Fwww.blackrock.com%2Fde%2Fprofessionelle-anleger%2Fthemen%2Fpeople-and-money%3FswitchLocale%3Dy%26siteEntryPassthrough%3Dtrue?ref=paymentandbanking.com) nahm die Zahl der Anleger seit 2022 um 14 Prozent zu, besonders unter 18- bis 34-Jährigen. Jetzt ist die Chance da, diese Dynamik weiter zu verstetigen. Die Idee einer „Aktienrente“ ist weitgehend versandet, doch mit der Frühstart-Rente gibt es einen neuen, vielversprechenden Ansatz: Jedes Kind soll ab Geburt ein staatlich gefördertes Wertpapierdepot erhalten, einfach, digital, wachstumsorientiert. Damit dieser Ansatz die gewünschte Wirkung erzielt und nicht wie die Riester-Rente an Bürokratie und Intransparenz scheitert, braucht es klare Prinzipien: **Automatischer Start mit digitalem Zugang**: Jedes Kind sollte ab Geburt ein Depot erhalten, ohne Papierkram & komplett digital. Altersvorsorge muss so einfach sein wie ein Girokonto. **Kapitalmarkt statt Garantien:** Beitragsgarantien bremsen Rendite, wie das Beispiel ETF-Riester gezeigt hat. Die Förderung sollte ohne Garantie erfolgen, nur so wird echte Teilhabe an der wirtschaftlichen Entwicklung möglich. **Nahtloser Übergang ins Altersvorsorgedepot zur Volljährigkeit:** Das Kinderdepot sollte automatisch ins Altersvorsorgedepot übergehen – ohne Verluste, Brüche oder neue Bürokratie. Damit wird Klarheit und Planbarkeit fürs Individuum geschaffen. **Flexible Nutzung im Alter:** Menschen brauchen Wahlfreiheit – ob durch regelmäßige Auszahlungspläne oder Teilentnahmen ab einem festgelegten Alter. Lebensrealitäten sind vielfältig – das muss die Altersvorsorge auch sein. **Freiwillige Zuzahlungen ermöglichen:** Eltern und Großeltern sollten das Konto mit Einzahlungen stärken können, auch ohne staatliche Förderung. So wird Altersvorsorge zur Familienaufgabe mit Signalwirkung, denn so kann der Zinseszins von früh auf besser wirken. Diese Punkte sind keine Wunschliste. Sie sind zentrale Anforderungen, die wir gemeinsam mit über 30 führenden Fintechs, Banken und Asset Managern in einem[ Positionspapier](https://paymentandbanking.com/content/files/07d3808e-streaklinks-com/Cl4xRJ9JSbku-lyTDgqcevJu/https-/lemonmarkets2-cdn-prismic-io/lemonmarkets2/ag4hfemqnjqqhtyr%5F2025-07pav-reformpospapierversandfassung%5Ffinal.xml) an die Politik übergeben haben, weil wir überzeugt sind: Nur so wird die Frühstart-Rente zum Wendepunkt für unser Vorsorgesystem. ## Früh übt sich – nicht nur beim Sparen, sondern auch beim Verstehen Die Frühstart-Rente kann mehr sein als ein Finanzprodukt, sie kann ein Bildungsinstrument werden. Laut[ Bankenverband](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRJ5jY5N1jH3MsAOHcgIi/https%3A%2F%2Fbankenverband.de%2Ffinanzbildung%2Fjugendstudie-2024-finanzbildung-mit-defiziten?ref=paymentandbanking.com) lernen 80 Prozent der Jugendlichen in der Schule kaum etwas über persönliche Finanzen, 92 Prozent wünschen sich mehr Wirtschaftswissen, und ein Drittel kann nicht erklären, was eine Aktie ist. Früh investieren heißt auch: früh verstehen. Mit eigenem Depot und „Learning by Doing“ werden Märkte, Risiken und der Zinseszins greifbar. Wer früh beginnt, profitiert überproportional – 1.000 Euro wachsen bei fünf Prozent Rendite in 50 Jahren auf 11.467 Euro, bei einfacher Verzinsung wären es nur 3.500 Euro. Eltern und Großeltern können mit Zuzahlungen nicht nur Kapital weitergeben, sondern auch Verantwortung und Wissen. ## Kapitalmärkte sind Teil der Lösung – nicht des Problems In Deutschland gelten Kapitalmärkte oft als risikobehaftet und etwas elitär. Doch Länder wie Schweden, die Schweiz oder Großbritannien zeigen: kapitalgedeckte Rentensysteme schaffen Stabilität und Gerechtigkeit. Schweden kombiniert eine Prämien- mit einer Garantierente, die Schweiz verpflichtet alle Beschäftigten zur beruflichen Vorsorge (2\. Säule:[ BVG](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRJ9cHNLdog1sOAg4MhhO/https%3A%2F%2Fwww.ch.ch%2Fde%2Fpensionierung%2Faltersvorsorge%2F2-saule--pensionskasse-%2F?ref=paymentandbanking.com)), Großbritannien verdoppelte mit[ Auto-Enrollment](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKGgYKrfwBfqQgYcE6i1/https%3A%2F%2Fdsv-europa.de%2Fen%2Fnews%2F2022%2F08%2Fbewaehrungsprobe-fuer-britisches-modell-der-betrieblichen-altersvorsorge.html%23%3A%7E%3Atext%3DAutomatic%2520enrolment%2520%25E2%2580%2593%2520which%2520is%2520also%2C86%2520per%2520cent%2520in%25202021.?ref=paymentandbanking.com) die Vorsorgequote bei Geringverdienern.[ OECD-Daten](https://07d3808e.streaklinks.com/Cl4xRKGBgYgxBCnFYQ9gikwH/https%3A%2F%2Fwww.oecd.org%2Fen%2Fpublications%2Fpensions-at-a-glance-2023%5F678055dd-en.html%3Futm%5Fsource%3Dchatgpt.com?ref=paymentandbanking.com) zeigen: Diese Modelle führen zu höherer Beteiligung und geringerer Altersarmut als das deutsche System. Deutschland darf den Anschluss nicht verpassen. Die Frühstart-Rente allein wird Altersarmut nicht beseitigen. Seien wir ehrlich, zehn Euro pro Kind und Monat reichen nicht. Aber sie ist ein entscheidender Anfang, um das System zu entlasten und generationengerecht weiterzuentwickeln. Ein System, das trägt. Ein System, das befähigt. Ein System, das wächst. Ganz nach dem chinesischen Sprichwort: **„The best time to plant a tree was 20 years ago. The second-best time is now.“** Lasst uns diesen Baum jetzt pflanzen. Für eine Rente mit Zukunft. Für eine Altersvorsorge mit Zukunft. Und für ein Land, das wieder mutig investiert: in Menschen, Märkte und Unternehmen. ### Exklusiv: So geht es Fintech-Deutschland URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-so-geht-es-fintech-deutschland/ Last updated: 2026-05-12T00:01:41.000Z ***Payment & Banking liegt eine Auswertung des Start-up-Verbands zur deutschen Fintech-Szene vor. Diese zeigt, wie Fintechs im Vergleich zu normalen Start-ups abschneiden. Einige Zahlen überraschen.*** Deutschlands Wirtschaft geht es schlecht, bei den Start-ups hingegen läuft es besser. Das zumindest geht aus dem neu veröffentlichten Deutschen Startup Monitor des Start-up-Verbandes hervor. Und den Fintechs? Die stechen noch einmal besonders hervor, zeigen Zahlen zur Fintech-Landschaft, die *Payment & Banking* exklusiv vorliegen. ## **So viele Start-ups zählt der Verband im Finanzbereich** Dieser exklusiven Auswertung zufolge geht der Start-up-Verband davon aus, dass es in Deutschland zurzeit 74 junge Unternehmen gibt, die im Banken- oder erweiterten Finanzbereich unterwegs sind. Das bedeutet, sie bieten beispielsweise eigene Bankprodukte, Versicherungen oder vielleicht auch nur einen Kontoeinblick an. Die Zahl erscheint zwar etwas tief gegriffen, wenn man bedenkt, dass [*Payment & Banking* für seine Infografik](https://paymentandbanking.com/so-sieht-das-deutsche-fintech-oekosystem-aus/) weit über 100 Fintechs ausgemacht hat, die in Deutschland aktiv sind . ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/10/2025-05-22-fintech-overview-v6-aus-payment-and-banking-conv-1.jpg) Auf der anderen Seite sind die Definitionen des Start-up-Verbands enger und es werden auch ausschließlich deutsche Finanz-Start-ups betrachtet und nicht solche, die nur hierzulande aktiv sind. Diese 74 Fintechs unterscheiden sich laut der Auswertung durch einige wesentliche Punkte von Start-ups, die beispielsweise in der Logistik, im Onlinehandel oder im Software-Bereich unterwegs sind. So sind Fintechs offenbar deutlich krisenfester. 42 Prozent der vom Start-up-Verband befragten Finanz-Start-ups geben demnach an, dass ihre aktuelle Geschäftslage gut sei. Das sind zwar weniger als die Hälfte der Befragten, was darauf hindeutet, dass die aktuelle Konjunkturlage auch der Finanzszene zu schaffen macht. Es sind aber immer noch acht Prozentpunkte mehr als bei anderen Start-ups. Dort gaben nur 35 Prozent an, dass ihr Geschäft gut laufe. ## **Krisenfester und größer: Fintechs trumpfen gegenüber Start-ups auf** Ob das auch mit der Größe der Fintechs zu tun hat? Immerhin arbeiten im Durchschnitt 34 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in einem deutschen Fintech. Wobei man hier beachten muss, dass Firmen wie N26, Raisin oder Trade Republic nicht mehr als Start-up gelten, weil sie schon zu alt und zu groß sind. Es gibt also mutmaßlich nur wenige größere Fintechs, die den Schnitt künstlich nach oben ziehen. Im Vergleich zu allen anderen Start-ups sind das übrigens doppelt so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Mehr als ein Achtel aller Fintechs beschäftigt sogar mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die meisten davon sind sehr international aufgestellt. Auch das zeigt die Auswertung. Den Zahlen zufolge beschäftigen Fintechs demnach in 67 Prozent der Fälle ausländische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, was mehr als doppelt so häufig der Fall ist wie bei anderen Start-ups. ## **Nur wenige Neueinstellugen: Das Wachstum der Fintechs stockt** Allgemein gilt: Immer mehr Gründer finden den Standort Deutschland attraktiver als die USA, Künstliche Intelligenz wird zum Wachstumstreiber und die Zahlen des Stimmungsbarometers liegen demnach noch immer weit über dem von Industrie, Produktion oder der deutschen Wirtschaft insgesamt. Chefin Verena Pausder ließ sich auch deshalb mit den Worten zitieren: „Die Zahlen zeigen, dass die deutsche Start-up-Szene Aufwind hat.” Doch so krisenfest und groß dabei besonders die deutschen Fintechs sind, muss man auch feststellen: Der Wachstumsmotor der vergangenen Jahre gerät offenbar langsam ins Stocken. Denn deutsche Start-ups planen immerhin mit sechs Einstellungen im kommenden Jahr. Das wäre, gemessen am Durchschnitt von 16 durchschnittlichen Beschäftigten immerhin eine Steigerung um 37,5 Prozent. Fintechs hingegen gaben beim Start-up-Verband an, dass sie im Durchschnitt nur mit vier Neueinstellungen planen. Das ist – auch wieder gemessen an der aktuellen, durchschnittlichen Mitarbeiter:innen-Zahl von 32 – gerade einmal ein Wachstum von 11,25 Prozent. Wobei „gerade einmal” natürlich eine strenge Einschätzung ist. Mit Blick auf den Jobabbau in der deutschen Industrie muss man sagen: Wachstum ist Wachstum. Könnte auch schlechter laufen. ### „Wir müssen Geld in die richtige Richtung lenken“ URL: https://paymentandbanking.com/wir-mussen-geld-in-die-richtige-richtung-lenken/ Last updated: 2025-10-07T06:09:44.000Z ***Saskia Bruysten, Mitgründerin von Yunus Social Business und Partnerin bei Carbon Equity, will Private Equity für Klimatechnologien demokratisieren – und Rendite mit gesellschaftlicher Wirkung verbinden.*** [Saskia Bruysten](https://www.linkedin.com/in/saskia-bruysten/?ref=paymentandbanking.com) ist eine der prägendsten Stimmen für Impact-Investing in Europa. Nach Stationen bei BCG und als CEO von Yunus Social Business – gegründet mit Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus – will sie mit Carbon Equity Kapital dorthin bringen, wo Veränderung entsteht. Im Interview erzählt Bruysten, warum der Kapitalmarkt ein Gamechanger sein kann, was sie an iDEAL-Zahlungen liebt – und warum Tanzen mit Kopfhörern in einer Kirche zur besten Meditation geworden ist. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Saskia, Co-Founder von Yunus Social Business und Carbon Equity. Meine Mission: die Kraft des Kapitalismus zu nutzen, um echte Probleme in der Welt zu lösen. Zunächst lag mein Fokus darauf gemeinsam mit Friedensnobelpreisträger Professor Muhammad Yunus Geschäftsmodelle zu entwickeln, die Menschen aus der Armut helfen. Jetzt arbeite ich mit Carbon Equity daran, die wichtigsten Technologien zu finanzieren und zu skalieren, die wir brauchen, um den Klimawandel zu bekämpfen. Bei Carbon Equity ermöglichen wir Privatpersonen und Family Offices, ihr Kapital in skalierbare Klimatechnologien zu investieren, um Rendite mit positiver gesellschaftlicher Wirkung zu verbinden. Wir haben gesehen, dass über 90 Prozent der relevanten Klimatechnologien nicht börsennotiert sind, sondern von Venture Capital, Private Equity und Infrastruktur-Fonds finanziert werden – eine Anlageklasse, die bisher fast ausschließlich institutionellen Investoren vorbehalten war. Schon ab 20.000 Euro ermöglichen wir unseren Investor:innen den Zugang zu diesen sogenannten Climate-Tech-Private-Equity-Fonds. Geld ist eine der stärksten Kräfte in unserer Gesellschaft. Wo Kapital hinfließt, entsteht Zukunft. Und wir sorgen dafür, dass es in die richtige Richtung fließt. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Wenn du mit Kohle „Bargeld“ meinst: null. Ich pendle zwischen Amsterdam und Berlin. In den Niederlanden brauche ich nie Bargeld. In Berlin hingegen kann man häufig nur bar bezahlen. Dann ziehe ich 50 oder 100 Euro am Automaten beim Späti, denn normale Automaten gibt es in Berlin ja auch nicht. Irgendwie finde ich es auch ganz erfrischend, dass Berlin nicht so geldorientiert ist. Aber ehrlich gesagt: in 2025 noch Bargeld zu besitzen, fühlt sich für mich ziemlich oldschool an! ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Eigentlich ziemlich früh. Zu Beginn meiner Karriere habe ich bei BCG im Finanzsektor gearbeitet. Später habe ich Yunus Social Business (YSB) gegründet. Mit YSB haben wir Geschäftsmodelle finanziert, die das Leben von 17 Millionen armen Menschen verbessert haben. Natürlich habe ich damals auch viel Zeit damit verbracht, Investments zu prüfen und zu genehmigen. Für mich war immer klar: Business und Geld sind die stärksten Treiber für Veränderung. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Ich möchte, dass mehr Menschen die Chance haben, dort zu investieren, wo ihr Geld wirklich einen Unterschied macht. Demokratisierung von Private-Equity-Investments – das ist der Kern. Im Moment haben 90 Prozent der Investor:innen keinen Zugang zu dieser wichtigen Asset Class. Das sollten wir ändern. So können wir auch neues Kapital für die Klimatransformation mobilisieren, was vorher auf Sparkonten ohne Wirkung und Rendite festsaß. Fragst du jemanden, der sein Geld anlegen will, ob er damit auch die Zukunft positiv gestalten möchte, liegt die Antwort meist auf der Hand. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ohne Tech wäre unser Geschäftsmodell bei Carbon Equity gar nicht denkbar. Ein Beispiel: Rund 30 Prozent unserer Kund:innen im ELTIF-Programm (Investments ab 20.000 Euro) wickeln heute alles komplett im Self-Service ab. Das heißt, sie investieren in unsere Fonds, ohne jemals mit Mitarbeitenden von Carbon Equity in Kontakt gewesen zu sein. Das wäre vor zehn Jahren unvorstellbar gewesen. Fintech ist kein Selbstzweck, sondern ein enormer Enabler und Beschleuniger. Demokratisierung ohne Digitalisierung? Funktioniert nicht. ## **Wenn Du Finanzministerin wärst, was würdest Du sofort ändern?** Erstens: Ich würde sofort eine echte Capital Markets Union in Europa schaffen – mit einem einheitlichen Regelwerk und besserer Übertragbarkeit über Ländergrenzen hinweg. So müssten wir unsere Fonds nicht in jedem Land erneut von den Finanzaufsichtsbehörden (also in Deutschland die Bafin) separat absegnen lassen – zu viel Bürokratie und kein Added Value. Wir sind doch die Europäische Union. Produkte wie der ELTIF wären dann viel einfacher für alle Investor:innen zugänglich. Zweitens: die Lockerung der Schuldenbremse nutzen, um Kapital gezielt in Zukunftsfelder zu lenken. Wir brauchen Investitionen in Klima-Infrastruktur und stärkere Anreize für privates Kapital, dorthin zu fließen. Carbon Equity zeigt, dass es funktioniert – aber die Politik muss die nötigen Rahmenbedingungen setzen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** (lacht) Okay: ich bin super interessiert an Geopolitik – das hilft mir, die großen Linien zu verstehen. Ich bin unter anderem beim European Council on Foreign Relations aktiv, um meinen kleinen Beitrag zu leisten. Und wenn ich wirklich abschalten will, dann tanze ich mit Kopfhörern in Kirchen mit der SANCTUM-Community. Das klingt verrückt, ist aber die beste Form von Meditation. Unbedingt mal googeln. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Bequem – mit dem Handy. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Carbon Equity – klar. Dann iDEAL Payments – in den Niederlanden Standard, superpraktisch mit QR-Code statt lästiger IBAN-Eingabe, auch für private Überweisungen. Und Revolut – schlank, international, flexibel. ### Stiftung-as-a-Service: Wie bcause eine ganz neue Kategorie im Fintech schafft URL: https://paymentandbanking.com/stiftung-as-a-service-wie-bcause-eine-ganz-neue-kategorie-im-fintech-schafft/ Last updated: 2025-10-07T06:10:35.000Z *Ein Konto, das nicht für Konsum oder Vermögensaufbau gedacht ist, sondern allein für das Gemeinwohl: Damit gehört bcause zu einer neue Kategorie in der Fintech-Szene.* Ich traue es mich kaum zu sagen, aber ich bin jetzt seit einem Vierteljahrhundert in der Online-Finanzbranche unterwegs. Damals hieß das weder digital noch Fintech. In dieser Zeit habe ich viel gesehen: neue Start-ups, spannende Weiterentwicklungen, Prozessoptimierungen und auch mutige Innovationen, die es leider nicht geschafft haben. Aber wirklich neue Spielfelder sind selten. Und noch seltener sind Ideen, bei denen es nicht nur um Rendite geht, sondern auch um echten gesellschaftlichen Mehrwert. Genau deshalb hat mich bcause sofort begeistert. Die Idee: Das Stiftungsmodell wird ins Digitale übersetzt – Stiftung-as-a-Service. Klingt groß, ist in der Praxis aber simpel. Wer ein Konto eröffnet, bekommt eine Wallet für gute Zwecke. Damit lassen sich Spenden sammeln, Impact Investments tätigen oder Projekte unterstützen. Ich habe das ausprobiert: Mein Account war in drei Minuten eröffnet. Und sofort hatte ich Ideen, zum Beispiel zum Geburtstag keine Geschenke, sondern Spenden, die ich selbst verteilen oder liegen lassen kann, damit sie sich vermehren. ## **Die Wallet fürs Gemeinwohl** Das Besondere daran: bcause ist keine Bank. Das Geld gehört einer gemeinnützigen Dachstiftung. Die Nutzer:innen entscheiden, wohin es fließt, in geprüfte Anlagemöglichkeiten oder in gemeinnützige Organisationen. Weniger Bürokratie, mehr Transparenz und ein Markt, den es bisher so nicht gab. Gründer Felix Oldenburg nennt es die dritte Wallet neben Konsum und Vermögensaufbau – eine Wallet, die allein dem Gemeinwohl dient. Um besser zu verstehen, wie er auf diese Idee gekommen ist und wohin sich bcause entwickeln soll, habe ich Felix ein paar Fragen gestellt: ## **Miriam Wohlfahrt: Wie bist du auf die Idee von bcause gekommen?** **Felix Oldenburg:** Als Generalsekretär des Bundesverbands Deutscher Stiftungen habe ich gesehen, wie unnötig, langsam, teuer und unflexibel gemeinnützige Stiftungen sind. Gleichzeitig bringe ich viel Digitalerfahrung mit und habe erkannt, wie man das Modell einer Dachstiftung so automatisieren kann, dass man keine individuellen Steuerberater, Stiftungsanwälte und Vermögensverwalter mehr braucht. ## **Engagement mit Vermögen – ist das überhaupt ein Markt?** Ja! Viele nicht-digitale Dienstleister verdienen damit viel Geld, aber verdeckt. Ich sehe das als third wallet. Die erste Wallet sind tägliche Bankdienstleistungen: Girokonto, Paypal, Kreditkarten. Die zweite sind Angebote zum Vermögensaufbau: Neobroker, Aktiendepots, Versicherungen. Und bcause öffnet jetzt eine neue Schublade: Geld, das man nicht für den eigenen Konsum, sondern für die Gesellschaft und die Zukunft der eigenen Kinder ausgibt. Das Potenzial ist um ein Vielfaches größer als die klassischen Spendenmärkte heute. Dafür betreibe ich viel Marktbildung, mit Buch, Podcast, Newsletter und vielen Gesprächen über das neue Geben. ## **Wie wächst bcause?** At the speed of trust. Wir wachsen organisch. Nutzer:innen wie Verena Pausder oder Christian Vollmann ziehen weitere User an, eine Community entsteht. Inzwischen ist ein Who is Who der Start-up- und Erbenszene dabei. So sind wir in zwei Jahren nach der Testphase auf 2.500 Nutzer:innen und über 20 Millionen Euro Transaktionen gewachsen. Aber jetzt braucht es exponentielles Wachstum. Deshalb launchen wir eine App, bauen ein internationales Netzwerk und setzen auf Partnerschaften. In den USA sind vergleichbare Donor-Advised Funds innerhalb von 20 Jahren auf 250 Milliarden US-Dollar Volumen und über 50 Milliarden Dollar jährliche Payouts gewachsen. Das ist fünfmal so viel wie alle Stiftungen in Deutschland für gute Zwecke ausschütten. Und das Potenzial von Impact Investing ist dabei noch nicht einmal voll abgebildet. ## **Vielen Dank für das Gespräch.** Mein Fazit: Für mich ist bcause ein Beispiel dafür, wie viel Potenzial in Ideen steckt, die mutig anders denken. Nach so vielen Jahren in dieser Branche finde ich es inspirierend zu sehen, dass Fintech nicht nur Profit, sondern auch Purpose treiben kann. Ich werde die Entwicklung von bcause auf jeden Fall weiter verfolgen. ### Exklusiv: Sophie Thurner im Podcast URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-sophie-thurner-im-podcast/ Last updated: 2025-10-08T06:32:07.000Z Die Gründerin und CEO von Beatvest spricht über die Mission des Fintechs und warum Kooperationen so wichtig sind. In dieser Folge von 3×3=10 ist [Sophie Thurner ](https://www.linkedin.com/in/sophie-thurner/?ref=paymentandbanking.com)von Beatvest zu Gast. Sie beschreibt das eigene Fintech vorab schon mal als Duolingo der Finanzen. Die Idee dahinter ist einfach: Kurze Lerneinheiten sollen dazu führen, dass die Menschen Finanzen besser verstehen, sich damit beschäftigen und dann auch tatsächlich investieren. Denn Thurner ist überzeugt: Finanzbildung wirkt, wenn sie in den Alltag passt. Viele Menschen finden über konkrete Lebensereignisse den Einstieg. Erstes Gehalt, Familienplanung, Absicherung. Entscheidend sei der Schritt vom Konsumieren zum Handeln, glaubt die Gründerin von Beatvest und spricht darüber im Podcast ausführlich. ## **So plant Beatvest Kooperationen** Seit der Gründung versucht Thurner das eigene Start-up vor allem über Kooperationen interessant zu machen. Das geschieht zum einen über „Co-Label” und zum anderen über „White Label”. Start-ups arbeiten dabei oft schneller als Institute planen können. Damit am Ende Nutzung entsteht, müssen Entscheidungen zügig fallen und Abläufe schlank sein. Es braucht eine klare Synchronisierung der Zyklen für Entscheidungen und Umsetzung, sagt Thurner im Podcast. Erwartungen würden am besten zu Beginn offen gelegt werden. So bleibt der Fokus auf Ergebnis und Wirkung. Wie Thurners Weg aussah, wie sie Kooperationen pusht und was all das mit Regulatorik zu tun hat: Jetzt anhören! ### Bunq, Wero, Klarna: Das sind die wichtigsten Fintechs-News im September URL: https://paymentandbanking.com/bunq-wero-klarna-das-sind-die-wichtigsten-fintechs-news-im-september/ Last updated: 2025-11-06T11:50:54.000Z Jochen Siegert und André M. Bajorat nehmen in der neuesten Podcast-Folge die wichtigsten Nachrichten aus der Fintech-Szene unter die Lupe. Es geht unter anderem um JP Morgan, Trade Republic und die neue Paypal-Dach-Chefin. Nach der Sommerpause ging es im September hoch her. Deshalb ohne viel Geplänkel: Hier kommen die wichtigsten Fintech-News: ## **Niederländische Zentralbank verhängt Millionenstrafe gegen Bunq wegen wiederholter AML-Verstöße** Die niederländische Neobank Bunq wurde von der Zentralbank [DNB mit einer Geldstrafe von 2,6 Millionen Euro belegt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5004966c57&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), nachdem wiederholte Versäumnisse bei der Bekämpfung von Geldwäsche festgestellt wurden. Die Untersuchungen der DNB zeigten unzureichende Überwachung verdächtiger Transaktionen und lückenhaftes Kundenmonitoring zwischen 2021 und 2022\. Die Strafe steht im Kontext eines europaweiten Trends zu rigoroser Kontrolle digitaler Finanzdienstleister und soll verdeutlichen, dass Finanzinnovationen nicht auf Kosten der Integrität gehen dürfen. Mehr Hintergründe zu den Maßnahmen der niederländischen Aufsicht finden sich im ausführlichen Bericht, der den Umgang mit Compliance-Problemen in der Fintech-Branche beleuchtet. ## **JP Morgan plant Markteintritt: Digitale Privatkundenbank startet 2026 in Deutschland** Im zweiten Quartal 2026 betritt JP Morgan mit einer [eigenen rein digitalen Privatkundenbank den deutschen Markt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=be76d8cfc1&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Das neue Geldhaus startet in Berlin und setzt als erstes Produkt gezielt auf ein Tagesgeldkonto, inspiriert von der ausgeprägten Sparkultur in Deutschland und den Erfahrungen aus dem britischen Markt. Geleitet wird das Projekt von Daniel Llano Manibardo, der den Markteintritt verantwortet. Der Marktstart, begleitet von hoher Konkurrenz etablierter Banken und Neobanken, markiert einen weiteren Schritt der Internationalisierung von JP Morgan im Retail-Banking-Umfeld. Über alle Details zum geplanten Start informiert der Artikel zum neuen Digitalbank-Projekt. ## **Störung bei Wero: Zahlungen von Volksbanken vorübergehend unterbrochen** Bei den deutschen Volks- und Raiffeisenbanken kam es am vergangenen Wochenende zu einer zeitweisen Beeinträchtigung des europäischen Bezahldienstes Wero. Einige Handy-zu-Handy-Überweisungen konnten in diesem Zeitraum nicht ausgeführt werden, da Transaktionen zwischen Sonntagmorgen und Montagvormittag unterbrochen waren. Der betroffene Zahlungsverkehr lief über das Spitzeninstitut DZ Bank, [fehlerhafte Buchungen wurden laut dem Betreiber ausgeschlossen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=fe6bc2d583&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Berliner Fintech Nao bringt alternative Investments in die Niederlande** Das Berliner Wealthtech Nao weitet sein Angebot für [Private Markets auf die Niederlande aus](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=a5d6e624dc&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und reagiert damit auf die starke Nachfrage nach innovativen Anlagelösungen. Während niederländische Privatanleger bislang vor allem klassische Anlageklassen bevorzugen, macht Nao Fonds großer Partner nun ab einem Euro auch für sie zugänglich. Besonders die hohe Sparquote und das ausgeprägte finanzielle Interesse vor Ort bieten laut Nao beste Voraussetzungen für die Expansion. Weitere Informationen zur Expansion nachlesen. ## **C24-Bank unter Druck: Schwere Vorwürfe zu Sicherheitsmängeln und Chaos** Mehrere Insider berichten von [eklatanten Sicherheitsproblemen und internem Chaos](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=da9608246d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) bei der Direktbank C24, nachdem zahlreiche Kunden bei der Finanzaufsicht über fehlende Schutzmaßnahmen und einen problematischen Umgang mit Kundengeldern klagten. Die Bafin hatte schon zuvor auf Schwachstellen hingewiesen, und aktuelle Beschwerden verdeutlichen ein angespanntes Betriebsklima, das durch gravierende Lücken in den Kontrollstrukturen geprägt ist. Im Juli 2024 führte ein Vorfall dazu, dass einem Kunden innerhalb weniger Minuten ein hoher Geldbetrag vom Konto abgebucht wurde – trotz angeblich eingehaltenen Sicherheitsstandards seitens der Bank. ## **Klarna feiert spektakuläres Börsendebüt – diese Investoren profitieren am meisten** Klarna vollzog den Börsengang an der New Yorker Börse mit einer Bewertung von 15,1 Milliarden Dollar. Die Aktie sprang am ersten Handelstag zeitweise über 30 Prozent nach oben, was langjährige Investoren wie Sequoia Capital, Heartland A/S und Mitgründer Victor Jacobsson besonders profitieren ließ. Auch CEO Sebastian Siemiatkowski und internationale Finanz­häuser wie die Commonwealth Bank of Australia zählen zu den größten Anteilseignern, [wie aus dieser Übersicht der Top-Aktionäre deutlich wird](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c49dfb93a6&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Trade Republic steigt ins Vermögensmanagement ein** Der Berliner Neobroker Trade Republic wächst rasant und [überschreitet die Marke von zehn Millionen Kunden.](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=2aa3e81a0b&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) Ein Wandel, der die deutsche Bankenlandschaft nachhaltig prägt und neue Maßstäbe für digitale Anlageprodukte setzt. Auch die Deutsche Bank [weitet ihr Angebot aus und ermöglicht vermögenden Kunden erstmals Investitionen in einen Privatmarktfonds,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8dbf8f56ea&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) der von der Partners Group gemanagt wird. Durch die neuen EU-Regeln für langfristige Investmentfonds, sogenannte Eltif, wird der Zugang zu alternativen Anlageklassen wie Private Equity, Infrastruktur oder Private Credit für eine größere Kundengruppe geöffnet, wobei die Mindestanlagesummen je nach Anbieter variieren. ## **Nexi übernimmt deutsche Computop vollständig** Die europäische PayTech-Gruppe Nexi hat alle Anteile am deutschen [Zahlungsdienstleister Computop übernommen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=cf0f51b721&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Computop bleibt dabei als eigenständiges Unternehmen innerhalb der Nexi Group bestehen, um die Omnichannel-Stärke im Handel voranzutreiben. Durch die Integration will Nexi seine Marktpräsenz in Deutschland und der DACH-Region sowie den Fokus auf E-Commerce weiter stärken. Den CEO-Posten übernimmt künftig Stephan Kück; Gründer Ralf Gladis zieht sich zurück. ## **Paypal setzt auf KI-Bündnis mit Google zur Stärkung digitaler Sicherheit** Das Zahlungsunternehmen [Paypal und Google gehen eine mehrjährige Partnerschaft ein](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0ee9f92213&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), um Shopping- und Bezahlprozesse durch Künstliche Intelligenz zu optimieren. Paypal will dafür modernste Google-Technologien nutzen, um seine Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern, während Google Pay künftig Zahlungsfunktionen von Paypal tiefer integriert. Ziel ist es, innovative Zahlungsdienste bereitzustellen und die Resilienz gegen aktuelle Sicherheitsherausforderungen zu erhöhen, wie sie zuletzt durch einen möglichen Passwort-Raub und technische Pannen bei Paypal öffentlich wurden. ## **Carola Wahl wird Paypal-Chefin der DACH-Region** [Payment & Banking berichtete exklusiv](https://paymentandbanking.com/exklusiv-paypal-bekommt-neue-deutschland-chefin/) über den Wechsel in der Führungsetage des Zahlungsdienstes. Carola Wahl, die zuvor für den italienischen Zahlungskonzern Nexi für die DACH-Region verantwortlich war, ist gleich zu Anfang ihrer Amtszeit mit großen Herausforderungen konfrontiert. Nachdem der Ausfall von Sicherheitssysteme für den zeitweisen Stop von Zahlungen von Paypal bei einigen Banken gesorgt hatte, muss sie Vertrauen zurückgewinnen. Gleichzeitig muss Wahl die Marktanteile des Zahlungsdienstleisters gegen Wettbewerber wie Applepay, Googlepay und Wero verteidigen. ## **Stablecoin-Business heizt sich auf** Neun EU-Banken legen Stablecoin auf, darunter die Deka, die ING und die Unicredit. Der Stablecoin soll im zweiten Halbjahr 2026 aufgelegt werden und von der niederländischen Aufsichtsbehörde reguliert werden. Ist es nur eine PR-Nummer oder geht es um mehr? Einen Namen gibt es für das Projekt jedenfalls noch nicht. ## **Revolut mit milliardenschwerem Expansionskurs: 11,5 Mrd. Euro für globales Wachstum** Die britische Neobank Revolut hat ehrgeizige Pläne und [investiert bis 2030 weltweit 11,5 Milliarden Euro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=3ec3873cc7&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), um die Kundenzahl auf 100 Millionen zu erhöhen und in über 30 neue Märkte vorzudringen. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf den Kernmärkten Großbritannien, Frankreich und den USA, wofür allein rund die Hälfte der Mittel eingeplant ist. Neben der Expansion in Lateinamerika und Asien sollen weltweit 10.000 neue Jobs entstehen. In Deutschland stößt Revolut auf starke Konkurrenz etablierter Banken und der schnell wachsenden Fintechs. ## **Scalable Capital erhält Banklizenz und erweitert Angebot** Scalable Capital ist jetzt ein von der [EZB autorisiertes Kreditinstitut](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=2a3f0cfb5b&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), was ihnen erlaubt, künftig Einlagen direkt auf die eigene Bilanz zu nehmen und eigenständig Kredite zu vergeben. Was das bedeutet, haben Bajorat und Siegert ebenfalls im Podcast besprochen. Bleibt informiert! Viel Spaß beim Hören. ### Der digitale Euro ist Zukunft – Stablecoins sind längst Gegenwart URL: https://paymentandbanking.com/der-digitale-euro-ist-zukunft-stablecoins-sind-langst-gegenwart/ Last updated: 2025-10-02T04:46:10.000Z Europa redet über den digitalen Euro, während andere längst Fakten schaffen. Europa diskutiert über digitale Souveränität, währenddessen wird weiterhin unser digitaler Zahlungsverkehr von nicht-europäischen Akteuren kontrolliert. Visa, Mastercard, PayPal, ApplePay und neuerdings auch US-Dollar-Stablecoins dominieren unseren Alltag. Wer glaubt, digitale Währungen seien ein Zukunftsthema, hat die Gegenwart verpasst. Stablecoins sind heute schon globales Zahlungsmittel, Infrastrukturbestandteil für Handel, DeFi, Kapitalmärkte und Tokenisierung. Nur eines sind sie nicht: europäisch. ## **Der digitale Euro kommt, aber spät** Ja, der digitale Euro ist wichtig. Er ist politisch gewollt, im Kern ein sinnvolles Projekt, groß gedacht. Aber er ist langsam. Selbst optimistische Szenarien sprechen von 2028 oder später. Bis dahin wird der Markt nicht warten. Standards entstehen nicht in Konferenzen, sondern durch Nutzung. Wer heute skaliert, prägt morgen die Regeln. Und genau hier liegt Europas unterschätzte Chance: Mit MiCAR verfügt die EU als erste Region der Welt über einen verbindlichen, klaren Rechtsrahmen für digitale Vermögenswerte, inklusive Stablecoins. MiCAR schafft, was der Markt braucht: Rechtssicherheit, Reserveanforderungen, Aufsicht und Verbraucherschutz. Während die USA zwischen SEC, CFTC, Lobbydruck und Stillstand schwanken, könnte Europa das Spielfeld definieren. ## **Stablecoins als Brückentechnologie** Stablecoins sind nicht das Gegenmodell zum digitalen Euro. Sie sind seine Vorhut, sein Testlabor und seine Brücke. Sie liefern Antworten auf aktuelle Bedürfnisse: Echtzeittransaktionen, automatisierbare Zahlungen, grenzüberschreitende Effizienz, Liquidität ohne Bürokratie. Sie ermöglichen tokenisierte Kapitalmärkte, IoT-Payments und neue Geschäftsmodelle. Vor allem aber ermöglichen sie Unabhängigkeit, nicht irgendwann, sondern heute. Doch noch ist Europas Rolle unklar: Zuschauer oder Spieler? Konsument oder Gestalter? Andere Regionen skalieren nicht, weil sie bessere Ideen haben, sondern weil sie handeln, während Europa abwägt. Die Frage ist nicht, ob man den digitalen Euro **ODER** Stablecoins braucht. Es braucht beide Formen von digitalen Geld, weil sie sich auch langfristig in unterschiedlichen Nutzungsmodellen etablieren werden. Der digitale Euro als digitales Bargeld und Stablecoins als programmierbares “Internet Money”. ## **Schnelligkeit gewinnt** Die Wahrheit ist unbequem: Souveränität entsteht nicht durch strategische Absicht, sondern durch operative Geschwindigkeit. Wer heute keine eigenen Stablecoin-Infrastrukturen baut, zahlt morgen digitale Maut an andere. Und wer glaubt, man könne erst auf die CBDC warten, irrt. Europa hat alles, was es braucht: Regulierung, Finanzinstitutionen, Technologie, Kapital und Legitimität. Was fehlt, ist der Schulterschluss zwischen allen staatlichen, politischen und privaten Akteuren sowie der Wille zur Umsetzung. Stablecoins sind nicht das Ziel. Sie sind das Werkzeug. Die erste Schicht einer Infrastruktur, die Europa seit Jahren beschwört, aber noch nicht baut. Die Zukunft des Geldes ist längst digital. Die Frage ist nur, ob sie europäisch sein wird. ### So will Nao im Private Equity Hype bestehen URL: https://paymentandbanking.com/so-will-nao-im-private-equity-hype-bestehen/ Last updated: 2025-11-05T09:46:49.000Z **Nao war Pionier bei Private Markets. Doch Trade Republic erregt mit seiner Kampagne viel Aufmerksamkeit und die Deutsche Bank will auch mitmischen. Droht das junge Fintech nun von den Großen überrollt zu werden?* Trade Republic hat ein neues Produkt und dafür direkt die ganz großen Marketinggeschütze aufgefahren: Deutschrapper Luciano wirbt seit einigen Tagen ebenso für das neue Private-Markets-Angebot des Neobroker wie auch Ökonom und Autor [Maurice Höfgen, d](https://paymentandbanking.com/buchbesprechung-teuer-von-und-mit-maurice-hoefgen/)er sich an seine Follower:innen (223 Tsd.) sonst eher mit Themen wie der Erbschaftssteuer oder der Schuldenbremse richtet. Jetzt wirbt er offenbar für Private-Equity-Investments durch Privatpersonen. Schon diese Verpflichtungen zeigen: Trade Republic meint es ernst mit seinem Einstieg in das Segment der Private Markets und das unterstrich auch Gründer Christian Hecker: „Jetzt entwickeln wir Trade Republic vom Brokerage zum Wealth Manager weiter.“ Die Aussagen von Hecker lassen sich nicht nur wie ein Versuch lesen, eine neue Phase in der Entwicklung der Neobroker einzuläuten, sondern auch als eine Kampfansage an Anbieter, die bereits Investments in Private Markets anbieten. Robin Binder, Gründer von Nao, war mit der Idee, Private Markets auch Retailkunden anzubieten, einer der Pioniere im deutschen Markt. „Dass Trade Republic in den Markt eintritt, ist eine Bestätigung unseres Geschäftsmodells”, sagt Binder, der mit Nao [vor ein paar Wochen in die Niederlande expandierte](https://paymentandbanking.com/exklusiv-nao-geht-in-die-niederlande/). Schon als er das Fintech vor dreieinhalb Jahren gründete, sei ihm klar gewesen, dass Private Equity der nächste große Trend für den Retail-Markt sei und das große Firmen aufspringen. „War schon logisch, dass sie früher oder später auch mit dem Angebot kommen werden”, sagt Binder. Doch nur weil etwas logisch ist, muss es nicht weniger angsteinflößend sein. Immerhin hat NAO viel Arbeit, Geld und auch Pionierarbeit in den Aufbau der Assetklasse gesteckt, hat überall dafür getrommelt. Und jetzt kommen die Großen und nehmen dem Start-up das Geschäft weg. Oder, doch nicht? ## **Wie Trade Republic einen ganzen Markt anschiebt** Die Erwartungen der Branche an die Assetklasse sind groß: Seit dem Eintreten der neuen ELTIF-Verordnung der EU im vergangenen Jahr, die geschlossene Fonds für Privatanleger zugänglicher machte, stieg das Volumen der insgesamt 133 ELTIF-Fonds bis Ende 2024 um über 38 Prozent auf fast sechs Milliarden Euro, zeigt eine [Analyse der Ratingagentur Scope](https://paymentandbanking.com/content/files/scopewebassetstorage-blob-core-windows-net/scopewebassets/scope-eltif-studie-2025-final.pdf). Durch Anbieter wie Scalable Capital und Trade Republic und Deutschland als neuem Wachstumsmarkt dürfte das Fondsvolumen weiter steigen: Demnach könnte es bis Ende 2027 auf 65 bis 70 Milliarden wachsen. Trade Republic will davon profitieren, NAO will davon profitieren und sogar die Deutsche Bank. Die verkündete gerade, mit der Investment-Tochter DWS und dem Private Equity Unternehmen Partners Group einen ELTIF-Fonds aufzulegen. Zwar liegt die Mindestanlage mit 10.000 weit über dem symbolischen Euro, ab dem man bei Trade Republic einsteigen kann, aber immer noch weit unter den üblichen Einstiegsgrenzen im Privat Equity Markt. Es gäbe zwar theoretisch genug Markt für alle drei Anbieter. Vielleicht gibt sich Binder auch deshalb so gelassen, wenn man ihn fragt, ob er Angst habe, dass er von ihr nun überholt werden könne. „Ich bin da sehr selbstbewusst, dass wir die beste Lösung haben”, sagt Binder. Im Gegenteil: Über den Einstieg von Trade Republic freue er sich: „Wir können für uns jetzt auch den Hype nutzen und davon profitieren.“ Seit dem Start von Trade Republics Private Equity Kampagne ziehen laut Binder auch bei Nao die Zahlen an: In der Woche der Ankündigung von Trade Republic habe man rund doppelt so viele Downloads verzeichnet, wie im Durchschnitt: „Ohne dass wir mehr für Werbung ausgeben.” Doch, reicht das, um langfristig zu überleben und mehr zu sein, als nur der Nischenanbieter? Was kann NAO, was Trade Republic nicht kann? ## **Wettbewerbsvorteil Kundenservice: Kann NAO hier punkten?** Binder möchte vor allem dort auftrumpfen, wo Trade Republic seit jeher viel Kritik einstecken muss: beim Kundenservice. Erst vor wenigen Tage machte der [Neobroker von sich reden](https://www.wiwo.de/finanzen/boerse/steueraerger-bei-neobroker-trade-republic-fast-10000-euro-falsch-abgebucht/100158021.html?ref=paymentandbanking.com), weil er nach dem Aktiensplit von NVIDIA falsche Steuerzahlungen einzog und diesen Fehler über Monate nicht behob. Für Binder und Nao könnte dieser Ruf gerade bei einer Anlageklasse, die möglicherweise viel Kommunikation und Kundensupport erfordert, ein Vorteil sein. Und so mancher Kunde fremdelt mit der Auswahl der Markenbotschafter: “Alleine durch den Kerl, den TR sich da als Testimonial geholt hat, ist für mich klar, dass mein Geld da nicht mehr gut aufgehoben ist”, schreibt ein User auf [Reddit](https://www.reddit.com/r/mauerstrassenwetten/comments/1nn1l5t/comment/nfkb6xi/?utm%5Fsource=share&utm%5Fmedium=web3x&utm%5Fname=web3xcss&utm%5Fterm=1&utm%5Fcontent=share%5Fbutton). ## **Private Markets: Alles ein bisschen anders** Auch wenn diese Marketingstrategie des Neobrokers und Neo-Wealthmanagers nicht nur auf Begeisterung stößt, lässt sich daraus ablesen, wie Hecker den Markt sieht. Die Ansprache per Rapper und Politik-Influencer zeugt von dem großen Vertrauen, dass die jungen Kund:innen, die in den vergangenen Jahren Geld in ETF und Aktien gesteckt haben, in großer Zahl den Schritt in die Privatmärkte wagen werden: Diese Zielgruppe soll nicht nur in eine (für die meisten) neue Assetklasse investieren, sondern sich auch noch die Mühe machen, diese zu verstehen. Mit den Erklärvideos, die in der App hinterlegt sind und einem Quiz, mit dem die Kaufoption freigeschaltet wird, möchte Trade Republic seine Kund:innen aufklären. Aber reicht das? Das sieht Robin Binder als Konkurrent nicht so: „Die Demokratisierung hat am Aktienmarkt mit ETFs wahnsinnig gut funktioniert”, sagt er. „Ich glaube, bei den Private Markets ist es anders. Hier muss man die Leute mehr an die Hand nehmen.” Private Equity sei deutlich komplexer und benötige auch mehr Aufklärung und Wissen über die Assetklasse als bei den ETFs. Etwa können die Anteile an Privatfonds nicht jederzeit verkauft werden und den tagesaktuellen Blick auf den Chart gibt es nicht. „Es gibt das Risiko, dass viele Menschen Private Equity gar nicht verstehen und trotzdem kaufen, weil der Zugang jetzt so einfach ist.” ## **Mindestinvestment: Schon ab einem Euro** Nao biete Lerninhalte als Podcasts, Blogs, persönliche Telefonate und Live-Events an. Zudem sei die Geeignetheitsprüfung umfangreicher. Einen Deutschrapper als Markenbotschafter zu engagieren, sei ein cleverer Zug, der viel Aufmerksamkeit schaffe, doch angesichts der Kritik am Kundensupport wäre es sicherlich hilfreich, wenn ein Profi die Aufklärungsarbeit übernehme, stichelt Binder. Im Unterschied zu Trade Republic ziele man auf Gutverdiener mit einem Vermögen zwischen 100.000 Euro und einer Million Euro. Trotzdem senkt auch Nao die Einstiegshürden. Seit August bietet das Fintech Investments in Private Equity schon ab einem Euro an, bis dahin war ein Investment nur ab 1000 Euro möglich. Sah man sich zu dem Schritt gezwungen? Der wesentliche Treiber sei gewesen, dass man Kund:innen ermöglichen wollte, das Investment mit kleinen Beträgen auszuprobieren, sagt Binder. Auch Gutverdiener wollten erst mit kleineren Beträgen ausprobieren. Dass sie bald in Massen in den neuen Markt investieren, ist aber auch dank der Kampagne von Trade Republic wahrscheinlicher geworden. Von einem Erfolg des selbsternannten Neo-Wealthmanagers dürfte dann auch Nao profitieren. ### PayTechLaw: Neues Handbuch zum Recht digitaler Zahlungsdienste URL: https://paymentandbanking.com/automatisch-gespeicherter-entwur/ Last updated: 2025-10-01T05:42:13.000Z „PayTechLaw“ bietet erstmals eine praxisnahe Gesamtschau zum Recht digitaler Zahlungsdienste. Ein unverzichtbares Handbuch für alle, die Payment-Recht verstehen und anwenden. Die rechtlichen Rahmenbedingungen digitaler Zahlungsdienste sind komplex, vielschichtig – und in ständiger Bewegung. Wer an neuen digitalen Bezahlverfahren arbeitet, muss sich mit regulatorischen Fragen im Payment- und FinTech-Bereich befassen, um die technologischen Entwicklungen, Geschäftsmodelle und Regulierungsanforderungen in Einklang zu bringen. Mit dem Handbuch **„PayTechLaw – Das Recht der digitalen Zahlungsdienstleistungen“** (C.H. BECK Verlag, 2025) liegt nun erstmals eine strukturierte Gesamtschau dieses Themenkomplexes vor. Gemeinsam mit über 30 Autor:innen aus Rechtsberatung, Unternehmen und Wissenschaft liegt nun ein Werk vor, das praktische Orientierung bietet – für alle, die sich tagtäglich mit den juristischen Herausforderungen des Digital Payment beschäftigen. ## Was das Buch besonders macht? Das Ziel unseres Buchs ist es, die Vielschichtigkeit dieser Rechtsmaterie greifbar zu machen – systematisch, verständlich und praxistauglich. > *„Dieses Handbuch vereint wissenschaftliche Tiefe mit hoher Praxisrelevanz. Es ist das erste Werk, das regulatorischen Rahmen und konkrete Bezahlverfahren so systematisch und umfassend behandelt – geschrieben von Leuten, die sich täglich damit beschäftigen.“* *erklärt* Dr. Matthäus Schindele, Mit-Herausgeber des Buches, Rechtsanwalt und Partner bei Annerton. Ein besonderes Augenmerk liegt auf den konkreten Bezahlverfahren. Die Leser:innen finden fundierte Darstellungen zu den verschiedensten Bezahlverfaren: SEPA-Lastschrift, SEPA-Überweisung, Kreditkartenzahlung, Mobile Payment, E-Geld-Produkten, Gutscheine und viele mehr. Die Inhalte stammen aus erster Hand: Die Autor:innen kommen aus ganz unterschiedlichen Bereichen – Banken, FinTechs, Kanzleien und Hochschulen. Diese Vielfalt sorgt für eine differenzierte, aber durchweg praxisorientierte Perspektive, die das Buch zu einem echten Arbeitsinstrument für den juristischen Alltag macht. ## Für wen ist das Handbuch gedacht? Das Handbuch richtet sich an den interessierten Rechtsanwender, der sich mit dem Zahlungsverkehr und seiner Regulierung beschäftigt. Dazu gehören Unternehmensjuristinnen und -juristen in Zahlungsinstituten, Banken, FinTechs oder E-Commerce-Unternehmen ebenso wie Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, die Mandate im Zahlungsdienste- oder Bankaufsichtsrecht begleiten. Ein Blick nach vorn Bereits beim Schreiben war klar: Das Thema entwickelt sich rasant weiter. Die PSD3, die MiCAR, der digitale Euro, die Diskussion um programmierbares Geld werden den Rechtsrahmen neu definieren Künftige Auflagen werden diesen Entwicklungen Rechnung tragen. ## Fakten zum Buch 📘 **Titel:** PayTechLaw – Das Recht der digitalen Zahlungsdienstleistungen 📚 **Verlag:** C.H. BECK, München 2025 👥 **Herausgeber:** Prof. Dr. Carsten Herresthal, LL.M., Dr. Matthäus Schindele, Frank Müller, LL.M. ### Elektronische Wertpapiere: Der Wachstumsmarkt für Investment-Plattformen URL: https://paymentandbanking.com/elektronische-wertpapiere-der-wachstumsmarkt-fur-investment-plattformen/ Last updated: 2025-09-29T20:38:56.000Z *Elektronische Wertpapiere revolutionieren den Kapitalmarkt. Plattformen profitieren von effizienteren Prozessen, neuen Zielgruppen und innovativen Finanzprodukten, wenn sie auf die richtigen Partner setzen. Ein Whitepaper zeigt, wie der Markteinstieg gelingt.* Elektronische Wertpapiere (EWP) erleben derzeit ein dynamisches Wachstum und sind auf dem besten Weg, zum state-of-the-art Finanzinstrument. Für Investment- und Crowdfunding-Plattformen eröffnen sie enorme Chancen: neue Zielgruppen, effizientere Prozesse und die Möglichkeit, moderne Finanzprodukte frühzeitig im Portfolio zu verankern. Doch regulatorische Vorgaben, Kapitalertragsteuer und komplexe Zahlungsflüsse sind Herausforderungen. Genau hier setzt unser Whitepaper an: Es zeigt, wie Plattformen mit starken Partnern für Payment und Regulatorik den neuen Markt schnell und rechtssicher erschließen können. ## **Dynamik am Markt** Die Digitalisierung des deutschen Kapitalmarkts schreitet schnell voran. Allein im zweiten Halbjahr 2024 hat sich das Emissionsvolumen laut Digital Assets Monitor der Dekabank auf 615 Mio. Euro mehr als verzwanzigfacht – getragen durch prominente Emissionen von Siemens, KfW oder Berlin Hyp. [Im ersten Halbjahr 2025](https://paymentandbanking.com/content/files/www-deka-de/site/dekade%5Fdeka-gruppe%5Fsite/get/params%5FE684506922/23267530/250630-deka-digital-asset-monitor-hj1-2025.pdf) fiel das Emissionsvolumen gemessen in Euro zwar geringer aus. Dafür stieg jedoch die Anzahl der neu ausgegebenen elektronischen Wertpapiere im Vergleich zu den beiden letzten Halbjahren weiter an und erreichte mit 40 ein neues Hoch. Aktuell entdecken also offenbar vor allem kleinere Unternehmen die neuen Chancen der Technologie für sich, um digitale Emissionen schnell und kosteneffizient umzusetzen. ## **Was sind elektronische Wertpapiere?** Für Anleger und Investoren, für Unternehmen mit Kapitalbedarf und nicht zuletzt für Betreiber digitaler Investment-Plattformen lohnt es, sich näher mit dem neuen Instrument zu befassen. Elektronische Wertpapiere sind die digitale Form klassischer Finanzinstrumente wie Aktien, Anleihen oder Schuldverschreibungen. Sie existieren nicht länger als physische Urkunden, sondern ausschließlich in elektronischer Form. Geführt werden sie entweder zentral – beispielsweise bei Clearstream – oder dezentral in einem Kryptowertpapierregister auf Basis der Blockchain. Die Grundlage bildet das Gesetz über elektronische Wertpapiere (eWpG). Der Unterschied zu Bitcoin & Kryptocoins: Genau wie physische Wertpapiere verbriefen elektronische Wertpapiere einen Anspruch der Inhaber, beispielsweise auf Zinsen, Dividenden oder Rückzahlung. Das unterscheidet sie maßgeblich von Kryptowährungen (Meme-Coins), die zwar ebenfalls auf der Blockchain basieren, jedoch oftmals keinen besonderen Rechtsanspruch beinhalten. ## **Vorteile von elektronischen Wertpapieren** Elektronische Wertpapiere bieten im Vergleich zu papiergebundenen Urkunden eine Reihe handfester Vorteile: - **Effizienz & Kostenersparnis:** Digitale Prozesse, weniger Intermediäre und schnellere Abwicklung (T+0/T+1) reduzieren Aufwand, Risiken und Kosten. - **Sicherheit & Transparenz:** Fälschungssichere Register, revisionssichere Transaktionen und höhere Nachvollziehbarkeit stärken Vertrauen und Aufsicht. - **Flexibilität & Handelbarkeit:** Zukünftig große Reichweite und verbesserte Liquidität eröffnen neue Märkte und erleichtern Investments. - **Automatisierung & Innovation:** Smart Contracts eröffnen innovative Chancen auf dem Markt, wie automatische Zinszahlungen, Dividenden oder Corporate Actions - **Zugang & Nachhaltigkeit:** Fractional Ownership senkt Eintrittsbarrieren, erweitert den Anlegerkreis und spart gleichzeitig Ressourcen durch papierlose Abwicklung. ## **Chancen für Plattformbetreiber** Für digitale Investment- und Crowdfunding-Plattformen ergeben sich aus elektronischen Wertpapieren vielfältige Chancen: - **Erweitertes Angebot & neue Geschäftsmodelle:** Digitale Wertpapiere bieten moderne Finanzinstrumente, zusätzliche Services (Registerführung, Custody, Sekundärhandel) und neue Ertragsquellen. - **Breitere Anlegerbasis & stärkere Kundenbindung:** Besonders jüngere, digitalaffine Zielgruppen lassen sich gewinnen; niedrigschwellige Produkte fördern langfristige Nutzeraktivität. - **Effizienz & Skalierbarkeit:** Automatisierbare Prozesse ermöglichen schnelle Produktintegration, geringere Kosten und internationale Skalierung. - **Regulatorische & wirtschaftliche Vorteile:** Digitale Register vereinfachen Compliance, Reporting und Auditprozesse, wodurch Kosten gesenkt und Pflichten effizient erfüllt werden. Wer früh handelt, kann Standards setzen, neue Kunden gewinnen und die Wettbewerbsfähigkeit nachhaltig stärken. ## **Erfolgsfaktor Partnerschaften** Der Schlüssel zum schnellen und reibungslosen Markteintritt liegt in der Kooperationen mit lizenzierten Partnern – etwa Registerführern, Verwahrstellen, Zahlungsinstituten und kompetenten Legal Partnern. So können Plattformen in einem streng regulierten, dynamischen Marktumfeld stets rechtssicher agieren, ohne selbst alle erforderlichen Genehmigungen und Testate einholen und pflegen zu müssen. Im Bereich der Zahlungsabwicklung stellt die korrekte Abführung der Kapitalertragsteuer eine besondere Herausforderung dar. Spezialisierte Zahlungsdienstleister wie secupay übernehmen die automatische Berechnung, Abführung und Bescheinigung – ein entscheidender Vorteil für Plattformbetreiber. Als BaFin-lizensiertes Zahlungsinstitut bietet secupay sichere und effiziente Zahlungslösungen für Plattformen und Online-Marktplätze, darunter die automatisierte Steuerabführung, Treuhandkonten, digitales Onboarding, Zins- und Tilgungszahlungen oder die Rückabwicklungen bei Investment-Projekten. ​ Weiterführende Informationen und Handlungsempfehlungen finden Sie in unserem kostenlosen Whitepaper: „Elektronische Wertpapiere – Chancen für Plattformen“. [Hier Whitepaper downloaden.](https://secupay.com/wissen/plattformen/wachstumsmarkt-ewp-kostenloses-whitepaper-zum-download?ref=paymentandbanking.com) ### Exklusiv: Paypal bekommt neue Deutschland-Chefin URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-paypal-bekommt-neue-deutschland-chefin/ Last updated: 2025-10-16T06:11:33.000Z **Carola Wahl folgt im Oktober als Chefin der DACH-Region auf Jörg Kablitz. Das zeigen Recherchen von Payment & Banking. Wahl war zuvor beim Payment-Unternehmen Nexi als CEO DACH, hatte den Posten aber Anfang des Jahres verlassen. Bei Paypal hat sie einige Herausforderungen zu meistern.** Der US-Konzern Paypal bekommt eine neue Deutschland-Chefin. Das bestätigten *Payment & Banking* am Freitag zwei Quellen unabhängig voneinander. Den Informationen zufolge soll die Payment-Expertin Carola Wahl auf den amtierenden DACH-Chef Jörg Kablitz folgen, der nach über zehn Jahren den US-Konzern verlässt. Mit den Recherchen konfrontiert, bestätigen sowohl Paypal als auch Jörg Kablitz den Wechsel, der bisher nicht öffentlich bekannt war. Kablitz schreibt auf Anfrage, er habe sich nach zehn erfolgreichen Jahren bei Paypal im Frühsommer dafür entschieden, das Unternehmen zu verlassen, um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen. Paypal bestätigte den Wechsel und teilte mit, Wahl folge im Oktober auf Kablitz. Dazu schickt der Konzern ein Statement von Europa-Chef Samba Natarajan, indem dieser Kablitz für seine „erfolgreiche Arbeit” und seinen „bemerkenswerten Beitrag“ dankt. Wahl nennt er eine „erfahrene und erfolgreiche” Persönlichkeit und lobt ihre „außergewöhnliche Erfolgsbilanz bei der Umsetzung von Transformation.” Carola Wahl wollte eigentlich Architektin werden, wie sie[ Payment & Banking bereits im vergangenen ](https://paymentandbanking.com/die-gesichter-der-branche-carola-wahl-von-nexi/)Jahr verriet ([das ganze Interview zum Nachlesen](https://paymentandbanking.com/die-gesichter-der-branche-carola-wahl-von-nexi/)). Tatsächlich startete sie dann Ende der 1990er-Jahre bei Bertelsmann und verantwortete [später die Transformation und Digitalisierung in großen Konzernen ](https://www.linkedin.com/in/carolawahl/details/experience/?ref=paymentandbanking.com)wie der Axa Schweiz oder der Telekom Deutschland. Ab dem 01\. Januar 2023 war sie beim italienischen Zahlungskonzern Nexi für die gesamte DACH-Region verantwortlich. Anfang des Jahres gab sie allerdings ihren Abschied bekannt, ihr folgte Thomas Spreitzer nach. Auf Linkedin schrieb sie damals, dass für sie die Zeit gekommen sei, den „Staffelstab” weiterzugeben. Nach der Übergabe werde sie sich Zeit nehmen, um sich auf persönliche Projekte und ihre Familie zu konzentrieren, „bevor ich mich neuen Herausforderungen stelle, auf die ich mich schon jetzt sehr freue.” **Paypal-Panne: Erhebliche Auswirkungen im Zahlungsverkehr** Diese Herausforderung sucht Carola Wahl nun beim US-Konzern Paypal. Der hatte zuletzt mit größeren Problemen zu kämpfen. Ende August bot ein Hacker vermeintliche Paypal-Daten im Netz an, was bei vielen Kunden zu Unsicherheiten führte. Gangster nutzten diese wiederum aus, um mit Phishing-Mails an deren Gelder zu kommen. Auch anderweitig knallte es: Banken blockierten Lastschriften von Paypal in Milliardenhöhe. Hintergrund war ein Ausfall der Sicherheitssysteme des Zahlungsdienstleisters, der dazu führte, dass zeitweise alle Lastschriften ungeprüft an deutsche Banken und Sparkassen gingen. Einige von ihnen zogen daraufhin die Notbremse und stoppten alle Zahlungen an Paypal. Das wiederum führte dazu, dass Händler ihr Geld nicht bekamen und Kunden mit ihren Paypal-Konten zumindest auf dem Papier ins Minus rutschten. Die Sparkassen sprachen anschließend davon, dass die Vorfälle [„erhebliche Auswirkungen auf den Zahlungsverkehr in ganz Europa gehabt](https://www.sparkasse.de/aktuelles/stoerungen-im-geschaeftsbetrieb-paypal.html?ref=paymentandbanking.com)” hätten. Laut Paypal waren weniger als fünf Prozent der deutschen Kunden betroffen. Das wären immer noch mehr als eine Million Menschen. Kurze Zeit später waren Zahlungen mit Paypal wieder für alle Kunden möglich. Laut Unternehmen sind die meisten Händler mittlerweile ausgezahlt und Konten freigeschaltet. Lediglich vereinzelte Fälle seien noch offen. Wer von dem Vorfall betroffen war, bekam zehn Euro vom US-Konzern geschenkt. Wie hoch die ausgeschüttete Summe insgesamt war, wollte Paypal nicht verraten. **Wero kommt: Paypal muss Marktanteile verteidigen** Carola Wahl wird sich mit den Nachwirkungen der Panne zumindest aus einer Image-Perspektive noch eine Weile beschäftigen müssen. Gleichzeitig muss sie aber auch einen Blick auf die neue Konkurrenz haben – und es schaffen, die Marktanteile des US-Konzerns zu verteidigen. Zwar ist Paypal laut Zahlen des EHI Retail Instituts die beliebteste Bezahlmethode der Deutschen im Internet. Doch mit Wero drängt bald ein Gemeinschaftsprojekt mehrere europäische Großbanken in den deutschen Markt und ruft im E-Commerce wohl Kampfpreise auf. So sollen ersten Berichten zufolge die Zahlungen mit Wero lediglich 0,77 Prozent (oder mindestens sieben Cent) kosten, womit der Bezahldienst deutlich günstiger wäre als Paypal. Ob das reicht, um Platzhirsch Paypal die Kunden abzujagen, wird sich noch zeigen müssen. Das ist aber auch nur die eine Front, die Wahl verteidigen muss. Gleichzeitig muss sie es schaffen, Paypal weiter an der Ladenkasse zu etablieren. Dort versucht der US-Konzern [seit Juni diesen Jahres Fuß zu fassen](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/paypal-ladenkasse-nfc-bezahlen-li.3247821?ref=paymentandbanking.com) und damit deutlich später als ApplePay, GooglePay oder andere Angebote. ### AI in Finance: Zwischen Hype, Handwerk und Hausaufgaben URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-zwischen-hype-handwerk-und-hausaufgaben/ Last updated: 2025-09-29T06:26:00.000Z ***Vom Schaulaufen in Berlin bis zur Banking Exchange in Frankfurt: Was gerade wirklich zählt und eben nicht.** Sonntagmorgen, zwei Frühstücke, zwei Orte. Sascha meldet sich aus einem märkischen Wellness-Idyll nach der DKB-35-Jahr-Feier mit 6000 Menschen. Maik aus Siegen, Provinz voller Leben, ohne Regen, aber mit Herbstgefühl. Maik und Sascha steigen direkt rein in eine Woche, die es in sich hatte: Axel-Springer-Award für Sam Altman, Welt-AI-Summit, jede Menge Panels, und mittendrin unser eigenes Event-Baby, die Banking Exchange. Und die AI-News kommen alles andere als zu kurz. ## **Berlin: Sam auf der Bühne, Europa im Spiegel** Altman war in Berlin omnipräsent und gleichzeitig unnahbar. Inhaltlich blieb er hoch über dem Tagesgeschäft: Superintelligenz bis 2030, Ende von Routinen, viel über Energie und Hardware, ein bisschen Europa-Streicheln und die Ankündigung einer souveränen Cloud für den Public Sector mit Microsoft und SAP. Philosophisch statt Produkt-Roadmap, eher David-Deutsch-Energie als Dev-Changelog. Merkpunkt: Die Taktung, in der er spricht, liegt fünf plus Jahre vor unserem Operativen. Inspirierend, aber es lässt viele praktische Fragen offen. Randnotiz, doch nicht unwichtig: Politik will kuscheln, Sam bleibt auf Abstand. Verständlich. Und ja, Selfies mit Söder gehen schneller als mit Sam. Sagt Sascha. ## **Frankfurt: Banking Exchange – weniger Theorie, mehr Taten** Kontrastprogramm: Unsere [BEX in Frankfurt](https://paymentandbanking.com/bex25-es-geht-los/). 185 Leute im Raum, sechs Stunden Content, null Leerlauf. Keynote von Stefan Paxmann (LBBW), Panel mit Johanna Bidinger (ING), Prof. Dr. Silke Finken (ISM), Sascha und Maik. Take-away: Wir müssen weniger Grundschule erklären. Awareness ist da, Piloten laufen, echte Produkte entstehen. Noch nicht alles fertig, aber der Branchenton hat sich gedreht von „ob das was wird“ zu „wo legen wir die nächste Schippe drauf“. Genau dahin muss es. ## **Suche, aber anders: Von SEO zu GEO und der Zero-Click-Welt** Perplexity macht ernst: Search-API raus, eigener Webindex, gebaut für KI-Anwendungen. Google drückt KI-Zusammenfassungen über die Trefferlisten und experimentiert offen mit „Live“ und Voice-First. Konsequenz: Suchen enden immer häufiger ohne Klick. Zero-Click ist kein Randphänomen, sondern System. Für Publisher, NGOs und Fachportale toxisch. Für Nutzer bequem. Für die Branche eine Zumutung, denn die Kundenschnittstelle wandert in Dialoge und Assistenzebenen, die wir nicht mehr besitzen. Was heißt das operativ? Erstens, Quellencheck bleibt Pflicht. Halluzinationen passieren, Zeitstempel sind kritisch. Zweitens, Content muss GEO-fähig werden, also so gebaut, dass generative Systeme ihn korrekt aufgreifen. Drittens, neue Distributionslogiken entwickeln. Wer auf klassischen Traffic hofft, wird vom Interface-Shift überrollt. ## **Gemini Live und Pulse: Die nächsten UI-Schritte** Gemini Live ist Sprachatmung plus Kamera: Frag den Assistenten, zeig ihm die Welt, bekomme Antworten im Flow. Das ist die Beta der nächsten Suchgeneration. OpenAI schiebt parallel „ChatGPT Pulse“ an, ein personalisierter Newsfeed im Chat, der morgens proaktiv abholt. Ergebnis: Weg vom Pull, hin zu Push und Presence. Die Schnittstelle wandert zu Stimme, Linse und Kontext. UX wird unsichtbar. „Computer, mach das“ ist keine Sci-Fi-Pose mehr, es ist Roadmap die gerade umgesetzt wird. ## **Das große Ding: Googles Agent Payments Protocol (AP2)** Vielleicht das wichtigste Puzzleteil kam fast nebenbei: AP2, ein offener Standard, der Agenten rechtssicher bezahlen lässt. Mandate, kryptografisch signiert, auditierbar, für Echtzeitkäufe und delegierte Aufgaben. Von „kauf Taylor-Swift-Tickets bis 250 Euro, Sitzplatz“ bis „buche Flug und Hotel passend zum Kalender“. Nicht nur Karte, auch Account-to-Account, auch Stablecoin. Entscheidend ist die Beweis- und Haftungskette für Händler, PSPs und Banken. Genau das fehlte, damit Agent-Commerce aus dem Bastelkeller kommt. Übersetzung in Bankisch: Wenn Agenten zahlungsfähig, revisionssicher und regelbasiert handeln können, schrumpft das sichtbare Frontend. Workflows, die wir mühsam für Apps gebaut haben, passieren still im Hintergrund. Produkte müssen agententauglich werden: Limits, Mandate, Budgets, Rückpfade, Dispute-Prozesse, Logs. Wer das nicht anbietet, wird nicht angesteuert. ## **Geldkreisel und Gigawatt: Infrastruktur ist kein Meme** OpenAI bucht dreistellige Milliardenbeträge bei Oracle, Oracle ordert GPUs bei Nvidia, Nvidia „investiert“ in OpenAI, OpenAI kauft wieder GPUs. Man verkauft es als größtes Infrastrukturprojekt der Geschichte. Am Ende reden wir über zweistellige Gigawatt und riesige Capex-Zyklen. Neben der Euphorie bleibt die nüchterne Frage: Tragen die heute sichtbaren Umsätze diese Kurven bis 2030 oder subventioniert die Finanzarchitektur die Story, bis die Physik greift? Egal, Energie und Effizienz werden zum Produktfeature. Jede Query frisst Strom. Effizienz-KPIs gehören ins Pflichtenheft. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! **Es geht es um:** - Sascha berichtet von der 35-Jahr-Feier der DKB und dem Welt-AI-Summit. - Sam Altman betont die Bedeutung von KI für die Zukunft der Arbeit. - Politische Diskussionen über KI und deren Regulierung sind notwendig. - Die Banking Exchange zeigt, dass das Thema KI in der Finanzbranche angekommen ist. - Die Suche im Internet verändert sich durch KI-gestützte Zusammenfassungen. - Zero-Click-Suchen nehmen zu und gefährden die Sichtbarkeit von Experten. - Datenschutz muss neu bewertet werden im Kontext von KI. - Die Vielfalt in der Suche ist bedroht durch algorithmische Entscheidungen. - Die Sichtbarkeit von NGOs in der digitalen Welt ist gefährdet. - Die Notwendigkeit neuer Geschäftsmodelle in der digitalen Landschaft wird deutlich. Die Sichtbarkeit von Stimmen in der Gesellschaft ist entscheidend. - KI-Modelle sind oft nicht neutral und können voreingenommen sein. - Das Suchverhalten verändert sich durch KI-Zusammenfassungen. - Interaktive Technologien ermöglichen neue Formen der Informationssuche. - Gesundheitstechnologie wird durch vernetzte Geräte revolutioniert. - Personalisierte Nachrichtenfeeds könnten die Informationsaufnahme verändern. - Agenten können in unserem Namen handeln und Finanztransaktionen durchführen. - Die finanzielle Entwicklung im KI-Sektor ist rasant und komplex. - Digitale Souveränität ist ein wichtiges Thema für die Zukunft. - Die Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen im KI-Bereich muss hinterfragt werden. Viel Spaß beim Hören! # Tools - [**wisprflow.ai**](https://wisprflow.ai/r?MAIK24&ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Das steht wirklich in der GuV von Unzer URL: https://paymentandbanking.com/das-steht-wirklich-in-der-guv-von-unzer/ Last updated: 2026-05-12T00:01:43.000Z Das Payment-Unternehmen aus Berlin legt neue Zahlen für das Jahr 2024 vor. Das EBITDA ist demnach positiv, netto bleibt ein Verlust. *Payment & Banking* konnte die Rechnung vorab einsehen. Das Payment-Unternehmen Unzer arbeitet sich Stück für Stück aus dem Chaos heraus. Nachdem die Berliner zeitweise Horrorverluste von 350 Millionen Euro ausweisen mussten, steht unter der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung sogar ein echter Gewinn vor Steuern, Abschreibungen und Zinsen. *Payment & Banking* konnte die Gewinn- und Verlustrechnung vorab einsehen, der vollständige Geschäftsbericht 2024 ist noch nicht verfügbar. Zunächst ein Blick auf die schon öffentlichen Zahlen, die Unzer Mitte der Woche auch kommuniziert hat: Im Jahr 2024 erhöhten sich die Umsatzerlöse um 6,7 Prozent auf nunmehr 220 Millionen Euro. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen stieg sogar um 16 Prozent auf nunmehr 30 Millionen Euro. Das wiederum warf die Frage auf: Wie schwarz sind die Zahlen denn wirklich? Und wie schlimm sieht es aus, wenn da nichts mehr bereinigt wird? ## **Unzer: Das EBITDA ist positiv** Aufschluss darüber gibt nun die Gewinn- und Verlustrechnungen, die *Payment & Banking* einsehen konnte. Aus dieser geht hervor, dass das EBITDA, also der Gewinn vor Steuern, Zinsen, Abschreibungen und sonstigen Finanzaufwendungen, tatsächlich bei 20,45 Millionen Euro lag – auch ohne eine Bereinigung. Das ist deutlich besser als noch im Vorjahr. 2023 nämlich stand dort ein Verlust von 678.000 Euro. Die Steigerung hat das Unternehmen vor allen Dingen dadurch geschafft, dass sich die Umsatzerlöse erhöht haben – während die Kosten relativ stabil blieben. So lagen beispielsweise die Personalaufwendungen bei knapp 67 Millionen Euro (Vorjahr: 64 Millionen Euro) und die Materialaufwendungen bei 92 Millionen Euro (Vorjahr: 86 Millionen Euro). Gespart hat die Firma derweil bei den sonstigen betrieblichen Ausgaben. Dort stehen für 2024 nur noch 59 Millionen Euro zu Buche (Vorjahr: 71 Millionen Euro). Der Unterschied zwischen dem bereinigten EBITDA und dem tatsächlichen beträgt knapp zehn Millionen Euro. Der Unterschied ist laut Unzer durch einmalige Abschreibungen zu erklären, beispielsweise durch Restrukturierungskosten rund um den Eigentümerwechsel 2023\. Gerade wegen dieses Eigentümerwechsels sind die Zahlen rund um Abschreibungen aber nur schwer vergleichbar. Anders ist es bei den Performance-Daten in den jeweiligen Jahren. ## **Die Vergangenheit war chaotisch, jetzt läuft es ruhiger** Sichtbar wird einmal mehr: Unzer kämpft sich Stück für Stück aus dem Chaos heraus, das bei der Firma noch 2021 und 2022 geherrscht hat. Damals stellte die Bafin „gravierende Mängel” fest und schickte einen Sonderprüfer in das Unternehmen. Eine Tochterfirma durfte daraufhin keine Neukund:inneng mehr aufnehmen und Unzer musste mehr als 20 Millionen Euro in IT- und Compliance-Strukturen stecken. Im selben Jahr musste Unzer die Horrorsumme von 350 Millionen abschreiben, im Jahr darauf waren es noch einmal 70 Millionen Euro. Ein Jahresfehlbetrag von 110 Millionen Euro blieb am Ende übrig. Erst im Oktober 2024 löste die Bafin die strengen Maßnahmen auf, da war der ehemalige Haupteigentümer KKR längst abgesprungen. Die Private-Equity-Gesellschaft hatte ab 2019 versucht, unter dem Namen Unzer und rund um das ursprüngliche Payment-Unternehmen Heidelpay einen europäischen Payment-Champion zu bauen und dafür viele hundert Millionen Euro investiert. Doch der Traum von großen Gewinnen wurde zum Alptraum. Schon 2023 trat das Unternehmen die meisten seiner Anteile an die Gläubiger ab, bei denen Unzer in der Kreide stand. Dazu gehörte beispielsweise Goldman Sachs. ## **Unzer will zu Adyen aufschließen: Das ist noch ein weiter Weg** Die neuen Eigentümer rund um Goldman Sachs dürften die ersten Schritte mit Wohlwollen begleiten, wenn auch noch viel Luft nach oben bleibt. Firmen wie das niederländische Adyen schaffen es, ein Umsatzwachstum von 20 Prozent oder mehr zu generieren. Davon ist Unzer ebenso weit entfernt wie von großen Gewinnen. So meldete Adyen für das vergangene Jahr einen Nettogewinn von mehr als 900 Millionen Euro. Bei Unzer stehe zwar ein Bruttogewinn von 123,7 Millionen Euro (ein Plus 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr), doch am Ende gebe es einen Nettoverlust (also nach allen Abschreibungen, Steuern und Zinsen) von 14 Millionen Euro, sagt [Robert Bueninck](https://www.linkedin.com/in/robertbueninck/?ref=paymentandbanking.com), CEO bei Unzer, im Gespräch. „Langfristig wollen wir aufschließen”, sagt er mit Blick auf Adyen und andere Payment-Firmen. „Dafür haben wir jetzt den ersten Schritt gemacht und wachsen wieder profitabel. Darauf können wir stolz sein.” Die Payment-Szene dürfte die weitere Entwicklung gespannt verfolgen. Unzer ist immerhin seit einigen Monaten das letzte größere und vor allem unabhängige Payment-Unternehmen aus Deutschland. Payone gehört schließlich zu großen Teilen den Franzosen von Worldline. Vor einigen Tagen wurde zudem bekannt, dass Ralf Gladis sein „Baby” Computop an Nexi verkauft und sich eine Auszeit gönnt. Die Payment-Firma aus Bamberg war einst Pionier im deutschen Zahlungsverkehr und konnte eigenen Angaben zufolge zuletzt einen E-Commerce-Marktanteil von mehr als 30 Prozent ausweisen. Nexi kauft sich also Marktanteile und drängt zugleich auf den deutschen Markt, wo die Firma in direkte Konkurrenz mit Unzer geht. Chef Robert Bueninck sagt dazu im Gespräch mit *Payment & Banking*: „Wir haben erst vor zweiJahren eine neue Plattform aufgesetzt und sind technisch auf dem neuesten Stand. Ich glaube also, dass wir gegenüber älteren Playern im Markt einen Wettbewerbsvorteil haben.” ### Warum im ETF-Markt die Karten neu gemischt werden URL: https://paymentandbanking.com/warum-im-etf-markt-die-karten-neu-gemischt-werden/ Last updated: 2025-09-26T05:32:06.000Z ***Im BEX-Panel diskutieren Expert:innen, warum ETFs längst mehr sind als passive Produkte und welche Strategien Banken und Broker jetzt brauchen.** Der ETF-Markt boomt – besonders junge Anleger:innen setzen auf Sparpläne und günstige Einstiegsprodukte. Doch die Karten werden neu gemischt: ETFs sind längst mehr als „passive“ Investments. In einem spannenden BEX-Panel diskutierten [Chris Püllen](https://www.linkedin.com/in/chrisnaro/?ref=paymentandbanking.com) (NaroIQ), [Laura Cüppers](https://www.linkedin.com/in/laura-c%C3%BCppers-216176203/?ref=paymentandbanking.com) (Lemon Markets), [Robin Binder](https://www.linkedin.com/in/robin-binder-8a124916a/?ref=paymentandbanking.com) (Nao) und Moderatorin [Sophie Osen Akhibi](https://www.linkedin.com/in/sophie-osen-akhibi-5931b815b/?ref=paymentandbanking.com) (Targobank), wie aus ETF-Hüllen aktive Strategien werden, welche Rolle Banken und Broker künftig spielen und warum Finanzbildung entscheidend ist. ETFs waren in den letzten Jahren der große Wachstumstreiber der Finanzbranche. Besonders junge Menschen nutzen ETF-Sparpläne mittlerweile ganz selbstverständlich – und das Marktvolumen ist enorm. Doch wohin entwickelt sich der Trend? Einig war sich das Panel schnell: ETFs sind Vergangenheit und Zukunft zugleich. „Es ist eine Illusion, dass ETFs wirklich passiv sind – am Ende sind sie nur eine Hülle“, betont Chris Püllen von NaroIQ. Und genau diese Hülle könne künftig stärker mit aktiven Strategien gefüllt werden. Für Laura Cüppers von Lemon Markets ist der Markt gerade erst am Anfang: „Ein passiver ETF ist ein gutes Einstiegsprodukt, aber die Potenziale sind immer noch riesig.“ Ihr Blick geht vor allem auf die geringe Aktienmarktbeteiligung in Deutschland, die gerade einmal bei 17 Prozent liegt. Robin Binder von Nao verweist auf den Einstieg von Trade Republic in Private Equity – für ihn ein Zeichen, dass der Appetit nach neuen Produkten groß ist und andere Anlageklassen ähnlich populär werden könnten wie ETFs. Doch mit mehr Aktivität stellt sich auch die Kostenfrage. „Insgesamt sinken Kosten – aber die Kosten von ETFs werden steigen“, erklärt Püllen. Nach wenigen Jahren seien sie für viele Banken sogar ein Minusgeschäft. Wer hier bestehen will, brauche eine klare Strategie: eigene Produkte, aktive Fonds im ETF-Format, Abomodelle, Wertpapierkredite oder Cross-Selling. Moderatorin Sophie Osen Akhibi brachte es auf den Punkt: Broker und Banken tragen Verantwortung, Finanzbildung zu fördern und Kund:innen Orientierung zu geben. Das Fazit des Panels: Passive ETFs sind nicht das Endspiel – sie sind der Anfang. Wer keine eigene Strategie entwickelt, läuft Gefahr, die Partie zu verlieren. ### Kundenschnittstelle oder Infrastruktur – Ihr habt es in der Hand URL: https://paymentandbanking.com/kundenschnittstelle-oder-infrastruktur-ihr-habt-es-in-der-hand/ Last updated: 2025-09-25T17:21:38.000Z *Auch wenn FIDA noch nicht verabschiedet wurde, sollte die Finanzbranche nicht auf sie warten. Es gilt jetzt, datengetrieben zu arbeiten – auch, um die KI zu befähigen.* Eigentlich wollte ich hier zum Start in die Herbstsaison meckern. Das können Berliner und Berlinerinnen ja bekanntlich gut. Darüber, dass digitale Innovation, Daten und KI im Bankensektor immer noch zu langsam und nicht sichtbar sind. Darüber, dass den Start-Ups so viele Hürden in den Weg gelegt werden und regulierte Tech-Unternehmen es bei Finanzierungen oft schwer haben. Stattdessen sage [ich](https://www.linkedin.com/in/nicolabreyer/?ref=paymentandbanking.com), was ich mir wünsche: mehr echte Arbeit an Produkten, an innovativen Kundenangeboten – von etablierten Playern, nicht nur von Start-ups. Gerade jetztwäre es Zeit für Beratung und Vermögensaufbau, die sprechen und handeln und sich an Lebensplänen statt an Mindestvermögen orientieren. Ein vorsichtiger Einstieg mit Sparprodukten ist ökonomisch nachvollziehbar. Aber nach Jahren der Vorbereitung hätte ich mir mehr Mut gewünscht. Andere machen Tempo – und daran können wir uns orientieren: International zeigen Player wie Openbank mit KI-Prognosen und Revolut mit einem KI-Berater im Vereinigten Königreich, dass Geschwindigkeit möglich ist. Auch in Deutschland entstehen kluge Kooperationen sowie Initiativen rund um Wallets und digitale Identität. Das sind gute Signale – nur: Aus der Finanzberatung, Wealth- und Private-Banking höre ich weiterhin zu wenig. ## **Nicht auf FIDA warten** Die Vorsicht ist unbegründet, denndatentechnisch geht heute schon viel. Zum Start braucht KI keine perfekten, vollständigen Informationen: Mit internen Quellen, PSD2-APIs und nutzerautorisierten Fremddaten lassen sich Betas bauen, testen und lernen. Für die Skalierung braucht es dann standardisierte, regulierte Daten und sauberes Consent-Management – aus Gründen von Audit, Haftung und Vertrauen. Kurz: Nicht auf FIDA und damit auf einen umfassenden Datensatz für Kunden warten. Oder umgekehrt auf die regulatorische Pflicht, Daten bereit zu stellen. Sondern machen. Technisch ist vieles heute möglich. Ich sehe das in meiner Arbeit: Conversational AI und KI-gestützte Kategorisierung liefern bereits sehr gute Ergebnisse; Agenten werden durch den Zugriff auf consent-basierte Open-Banking-Daten im MCP-Layer handlungsfähig. Natürlich müssen KI-Governance, Ethik, Sicherheit und Compliance sitzen, wenn man skaliert – und der Dialog mit dem Regulator bleibt Pflicht, gerade bei maschinengenerierter Beratung und Agenten. ## **KI-gestützte Finanzberatung schon für kleine Vermögen** Open Finance wird zur starken Grundlage für KI-gestützte Anlage, Beratung und Finanzbildung. Beratung wird skalierbar und persönlicher zugleich, weil Mensch und Maschine zusammenspielen. Für Berater:innen entstehen echte Freiräume: KI-Copiloten bereiten Dossiers vor, übernehmen die Terminvereinbarung, setzen Open Finance-getriebene Impulse zu Veränderungen, strukturieren Daten, schlagen „Next Best Actions“ vor und simulieren Optionen – die Entscheidung und Beziehung bleibt beim Menschen. Dafür braucht es weniger Menschen pro Kunde und mehr Autonomie auf Kundenseite. Generative, “conversational” KI wird unverzichtbar: Ein:e Berater:in kann mehr Kund:innen betreuen; auch kleinere Vermögen werden wirtschaftlich attraktiv. In der Finanzberatung gilt oft noch: „Wer mehr hat, bekommt mehr.“ Ich sehe eine Zukunft, in der dieser Satz nicht mehr gilt. Wir müssen mehr Menschen Zugang zu guten Angeboten geben – orientiert an Lebensplänen, nicht an Mindestvermögen. So können mehr Kund:innen betreut werden, auch mit kleinerem Einzelvermögen, ohne Qualitätsverlust und mit transparentem Pricing. Wer jetzt die innere Fabrik ordnet und Governance als Lenkung versteht, kann an der Kundenschnittstelle mutig werden – mit Angeboten, die sprechen und handeln, ohne Vertrauen zu verspielen. ## **Warum der Mensch in der Schleife bleiben muss** Und die Datenlage stützt das Hybrid-Modell: Für maßgeschneiderte Finanzplanung vertrauen Kund:innen weiterhin klar Menschen (z. B. Ruhestandsplanung 56 Prozent vs. 13 Prozent KI); zugleich würden 47 Prozent am liebsten mit einer Beratung arbeiten, die KI kompetent einsetzt [1](https://paymentandbanking.com/content/files/filecache-mediaroom-com/mr5mr%5Fnwmutual/179145/2025%5Fpp%5Fwave%5F6%5Fai%5Fand%5Fmoney-utm%5Fsource-chatgpt-com.pdf). Parallel nutzen viele KI bereits im Alltag – für Finanzinformationen greifen jedoch bislang nur drei Prozent % auf Chatbots und drei Prozent auf Robo-Advisor-Apps zurück; Top-Hürden sind Misstrauen und Unkenntnis [2](https://finhealthnetwork.org/research/whats-holding-back-consumers-from-using-ai-financial-tools/?utm%5Fsource=chatgpt.com). Hybrid schlägt Solo-KI. ## **Bis FIDA gilt, müssen wichtige Erfahrungen gesammelt werden** „Ach, ehe FIDA kommt … wir haben doch noch Zeit.“ – Nein. Die nächsten drei Jahre sind keine Wartezeit, sondern die Phase, in der sich die Regeln klären, die Technik sich exponentiell weiterentwickelt die Umsetzung erwachsen wird. Was heute mühsam wirkt, erscheint 2028 normal. Und in den Unternehmen und Banken selbst verschiebt sich der Schwerpunkt: weg von Piloten, hin zu Datenqualität, interner, sinnvoller Nutzung und am Arbeiten an einem Consent Management, das kundenzentrisch ist – die Kundenschnittstelle wird vollständig digital, Angebote, die sprechen und handeln, werden Alltag. Muss deshalb alles sofort gebaut und lanciert werden? Nein. Aber etwas muss jetzt in Produktion – dort, wo Risiko, Lerneffekt und Nutzen zusammenkommen. Wer dieses Rückgrat baut, landet nicht in der MIT-Statistik der vielen KI-Projekte ohne messbaren P&L-Effekt [3](https://fortune.com/2025/08/18/mit-report-95-percent-generative-ai-pilots-at-companies-failing-cfo/?utm%5Fsource=chatgpt.com) – und bringt Kundenseite später sicher live. Und genau dann lohnt der Schritt nach vorn: So sichert man im demographischen Wandel den Kundenzugang. Wer weiter wartet, wird zur Infrastruktur für andere. Ich fühle mich dabei wie ein Kind im Süßigkeiten-Selbstbedienungsparadies mit einer großen Tüte: glänzende Augen, zu viele gute Optionen. Für mich steht fest: Ich möchte bauen. Jetzt. Gemeinsam mit Regulatorik-Expert:innen, erfahrenen Finanzberater:innen und Vermögensverwaltern, mit Gen Z, Techies, Storytellern, Unternehmer:innen. ### Das kann die neue Scalable-KI URL: https://paymentandbanking.com/das-kann-die-neue-scalable-ki/ Last updated: 2025-09-22T13:54:45.000Z *Der Neobroker verspricht seinen Kunden eine Insights-KI, die Fragen rund um die eigenen Finanzen beantworten kann. Aber hält das Produkt tatsächlich sein Versprechen? Wir haben es getestet – und teils spannende Antworten bekommen.* Chatbots sind out. Wer etwas auf sich hält, der hat heute eine eigene KI. Immer mehr Unternehmen integrieren mehr oder wenige intelligente Assistenten in ihr Angebot mit dem Versprechen, dass diese Kunden alle wichtigen Fragen beantworten können. Kundenberater? Die sind von gestern. Auch der Neobroker Scalable hat vor Kurzem verkündet, eine eigene Künstliche Intelligenz einzuführen. Die heißt „Insights“ und ist nach Unternehmensangaben speziell auf die Bedürfnisse der Kunden angepasst. Sie soll Fragen zu Märkten, Nachrichten und Börsenstrategien beantworten können, außerdem die Funktionen des Scalable-Brokers erklären. Basis für Insights sind Modelle von Open AI, für die Daten greift die KI auf Informationen vom Portal JustETF und dem Nachrichtenticker dpa-afx zurück, außerdem auf die Scalable-FAQs. „Mit Insights machen wir den Zugang zu Finanzwissen und damit zur privaten Kapitalanlage insgesamt einfacher“, sagte Julius Weller, Scalables für den Broker zuständiger Vice President, angesichts des Starts des Produkts. Sowohl Anfänger als auch erfahrene Anleger sollen profitieren. Da wird es doch Zeit für die Probe aufs Exempel. *Payment & Banking* hat sich Scalable Insights mal angeschaut. Was kann die Broker-KI tatsächlich? Und wo stößt sie noch an ihre Grenzen? Ein Selbsttest. ## **Noch kein persönlicher Anlage-Assistent** Als Scalable-Kunde gehe ich erstmal ganz offen auf meinen neuen virtuellen Berater zu und stelle die Frage: Sollte ich mein Portfolio anpassen? Ich habe ein paar ETF-Sparpläne und die eine oder andere Einzelaktie, aber da ist doch bestimmt noch etwas rauszuholen, oder? Aber Pustekuchen: „Ihr Portfolio kann ich aus Datenschutz- und Sicherheitsgründen nicht direkt einsehen oder individuell analysieren.“ Kontodaten und Portfoliowerte kennt Insights nicht. Wirklich schade, aber das ist aktuell bei vergleichbaren KI-Anwendungen Standard. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. „In Zukunft ist es denkbar, dass weitere Datenquellen, wie z.B. auch Konto- und Portfoliodaten der Kunden, für die Antwortgenerierung genutzt werden”, erklärt Scalable selbst hierzu. Also frage ich mal ganz direkt, welche Fragen Insights mir denn beantworten kann. „Eine breite Palette rund um das Investieren und Scalable Capital“, erklärt mir das Programm großspurig: Informationen zu Aktien, aktuelle Unternehmenszahlen, Details zu Produkten, Funktionen meines Scalable Accounts. Das wollen wir doch mal sehen! ## **Überraschende Anlagetipps von Scalable Insights** Bezüglich allgemeiner Anlagetipps spuckt der KI-Helfer tatsächlich vernünftige Informationen aus. Langfristiges Investment gelinge am Besten über breit gestreute ETFs wie den MSCI World. Historisch gebe es hier etwa fünf Prozent jährliche Rendite. Dann kommen auch direkt erste ETF-Tipps, die „für den langfristigen Vermögensaufbau“ besonders relevant sein sollen. Und da wird es interessant: Empfohlen werden hier nämlich zwei Multifactor-Equity ETFs des Finanzautors Gerd Kommer. Da ist erstmal nichts gegen zu sagen, nur: Die sind bei 0,5 Prozent Gesamtkostenquote relativ teuer und performen seit Auflage auch leicht schlechter als Klassiker iShares Core MSCI World UCITS ETF USD. Wie kommt Insights auf diesen Tipp? „Ich empfehle die L&G Gerd Kommer Multifactor Equity UCITS ETFs, weil sie in den verfügbaren Informationen als Beispiel für langfristig orientierte, breit diversifizierte Anlageprodukte genannt werden, die besonders für Anleger mit Fokus auf Stabilität und Wachstum relevant sind.“ Als Quelle weist Insights zwei Artikel bei Just ETF aus. Gründliche Recherche sieht anders aus. Denn als ich Insights auf die recht hohen Kosten und die recht kurze Historie anspreche – die ETFs wurden erst 2023 aufgelegt – räumt die KI diese Punkte zumindest etwas ein. „Wer besonders auf niedrige Kosten und lange Historie Wert legt, findet mit klassischen Welt-ETFs wie dem MSCI World attraktive Alternativen.“ Klingt ja etwas beleidigt, die KI scheint wirklich von Gerd Kommer und seinen ETFs begeistert zu sein. Laut Scalable liegt diese Vorliebe daran, dass die KI, wenn sie auf Deutsch gefragt wird, nach dem Stichwort „Welt” statt „World” sucht. Und das findet sich prominent etwa in den WKNs der Kommer-ETFs. „Dies ist uns bereits bekannt und die KI wird dahingehend weiter trainiert, um hier eine ausgewogene Antwort zu geben”, erklärt die Firma auf Nachfrage. Aber gut, lassen wir das. Was sagt Insights mir denn zu aktuellen Unternehmenszahlen? Das ist doch wirklich nützlich. Fragen wir also was Leichtes: Welchen Umsatz und Gewinn machte Volkswagen zuletzt? Tatsächlich kommt postwendend die Antwort: Zum Stichtag 1\. September 2025 erzielte Volkswagen einen Umsatz von 324 Milliarden Euro und einen Nettogewinn von 10,7 Milliarden Euro. Das sind tatsächlich die Zahlen des Geschäftsjahres 2024\. Allerdings ist die Formulierung etwas irreführend, der unaufmerksame Leser könnte das so interpretieren, dass es die Zahlen für das Jahr 2025 bis zum 1\. September wären, die natürlich noch gar nicht vorliegen. Ich weise Insights pflichtbewusst auf die unklare Formulierung hin, die KI räumt dieses Mal deutlich weniger passiv-aggressiv das Feld als noch bei Gerd Kommer und gibt mir als Entschuldigung noch direkt die Zahlen fürs erste Halbjahr 2025 dazu. So langsam werden Insights und ich doch warm. ## **Zahlen, Produkterklärungen, FAQs: Das kann die Scalable-KI** Versuchen wir es nochmal mit Produkten. Was hält Insights von Kryptowährungen? Immerhin gibt es die mittlerweile auch bei Scalable, da werde ich als Kunde doch vielleicht neugierig. Insights erklärt, dass Kryptowährungen eine „innovative und zunehmend beliebte digitale Anlageklasse“ seien, allerdings mit hohen Risiken und starken Kursschwankungen. So weit, so korrekt. Als Anlageinstrument nennt er mir dann Krypto-ETNs, also im Prinzip Krypto-Schuldverschreibungen. Klingt kompliziert, kann Insights auf Nachfrage aber erklären. Ob das aber wirklich eine gute Idee für Einsteiger ist? Die KI meint schon, es sei einfacher, man brauche keine Wallet und es sei kosteneffizient. Aber auch Risiken wie etwa das bei ETNs vorliegende Emittentenrisiko werden nicht verschwiegen. Insgesamt ist die KI vielleicht etwas zu enthusiastisch bei so einem komplexen Produkt, aber naja, von Krypto sind ja so einige begeistert. Und überhaupt sollte man Insights’ Antworten auch nicht als Anlageempfehlungen, erklärt Scalable gegenüber *Paymentandbanking*. Das ist sicherlich ein berechtigter Disclaimer und eine gute Faustregel, die Menschen bei KI-Nutzung anwenden sollten. Allerdings stellt sich schon die Frage, ob manch unbedarfter Anleger die namentliche Nennung nicht trotzdem zumindest als implizite Empfehlung verstehen könnte. Jetzt würde ich noch gerne meine Sparrate anpassen, bevor ich all die Tipps von Insights sacken lasse. Aber wie geht das nochmal bei Scalable? Hier spuckt die KI eine kurze knackige Anleitung aus. Für mich erledigen kann sie das aber nicht. Datenschutz, na klar. Damit wird zum Schluss des Tests noch einmal deutlich, dass die Scalable-KI klare Grenzen hat. Ein smarter Assistent ist sie noch nicht, mehr eine Mischung aus Anlagelexikon und FAQ. Das ist nett, funktioniert insgesamt auch, selbst wenn einige der Produktempfehlungen Fragen aufwerfen. ### Einheitlich gründen – wie das 28. Regime Start-ups in Europa stärken soll URL: https://paymentandbanking.com/einheitlich-grunden-wie-das-28-regime-start-ups-in-europa-starken-soll/ Last updated: 2025-09-24T04:40:06.000Z ***Podcastfolge über den geplanten EU-Rechtsrahmen : Warum das 28\. Regime ein Gamechanger für Start-ups und Scale-ups werden könnte.*** Einheitliche Regeln, digitale Gründung, weniger Hürden: Die EU will mit dem 28\. Regime eine neue Rechtsform schaffen, die grenzüberschreitendes Wachstum fördert. Was es damit auf sich hat, erklärt Charles Krier in der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“. Wer in Europa ein Unternehmen gründen und den EU-Markt bedienen will, stößt schnell an Grenzen, unter anderem juristischer Natur. 27 Mitgliedstaaten, 27 unterschiedliche Rechtsrahmen: eine Herausforderung für Start-ups, die skalieren wollen. Mit dem sogenannten 28\. Regime will die EU nun Abhilfe schaffen. Der Vorschlag zielt auf eine freiwillige, EU-weit anerkannte Unternehmensform ab. Sie soll Unternehmensgründungen digital vereinfachen, Verwaltungskosten senken und eine Expansion über Ländergrenzen hinweg erleichtern. Doch was steckt hinter dem Vorschlag? Und wie realistisch ist seine Umsetzung? Dana Wondra spricht mit Charles Krier, Partner bei Annerton in Luxemburg, über die politischen Hintergründe, die technischen Details und die Herausforderungen. Denn klar ist: Das Projekt ist ambitioniert. Ziel ist ein vollständig digitales Gründungsverfahren, ein zentrales EU-Register, neue Beteiligungsmodelle für Mitarbeitende sowie Rechtsklarheit bei grenzüberschreitenden Investitionen. Die Folge beleuchtet u. a.: - Was genau das 28\. Regime vorsieht und warum es keine nationale Gesetzgebung ersetzen, sondern ergänzen will - Warum besonders Start-ups und Scale-ups im Fokus stehen – und warum das kritisiert wird - Wie ein „Opt-In“-Modell funktionieren kann und warum eine spezialisierte Rechtsprechung entscheidend ist - Welche Rolle Steward Ownership, ESOPs und eigenkapitalähnliche Instrumente in der Kapitalbeschaffung spielen - Wie das 28\. Regime Killer Acquisitions verhindern und europäische Innovationskraft sichern soll Der Entwurf befindet sich aktuell in der Konsultationsphase und birgt enormes Potenzial, aber auch rechtliche Fallstricke. Wenn es gelingt, die vielen guten Ideen praxistauglich umzusetzen, könnte das 28\. Regime ein echtes Upgrade für ein einheitliches, innovationsfreundliches Gründungsklima in der EU werden. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### „Lending ist kein Excel-Problem – sondern ein Infrastruktur-Thema“ URL: https://paymentandbanking.com/lending-ist-kein-excel-problem-sondern-ein-infrastruktur-thema/ Last updated: 2025-09-23T04:51:01.000Z ***Nicolas Kipp, Gründer von Credibur, will die Refinanzierung von Kreditportfolios digital und effizient machen.*** Als Gründer und CEO von Credibur, einem Infrastruktur-FinTech jenseits der Banken, kennt Nicolas Kipp die Herausforderungen von Refinanzierung, Reporting und Portfolio-Management: Als Mitgründer von Banxware und Chief Risk Officer bei Ratepay erlebte er hautnah, wie analog und umständlich es oft noch ist, Kredite bereitzustellen. Mit Credibur will er das ändern und eine Plattform bauen, die Kredite nicht nur einfacher, sondern auch strategisch klüger finanzierbar macht. Im Interview spricht Nicolas über ClickandBuy-Nostalgie, warum er Rewe Pay feiert und was Finanzminister:innen von Fintechs lernen könnten. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Nicolas Kipp, Gründer von Credibur – einer Softwareplattform für nicht‑bankbasierte Kreditportfolios. Wir helfen Fintechs, Factoring- und BNPL-Anbietern, ihre Refinanzierung endlich so zu managen, wie sie ihre Kundenkredite organisieren: digital, automatisiert und nachvollziehbar. Vorher war ich Mitgründer von Banxware, einer Embedded-Lending-Plattform, davor Chief Risk Officer bei Ratepay. Der Hang zu komplexem Kram mit Excel-Dateien zieht sich also durch meine Laufbahn. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Etwa 25 € und ein paar britische Pfund. Ich nutze meistens Google Pay, aber ab und zu braucht man dann doch noch Bargeld. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** 2009 als Praktikant bei T‑Online, damals mit ClickandBuy – da habe ich den Begriff „FinTech“ zum ersten Mal gehört. Später als Berater für Banken, dann tief rein ins Thema Risk & Fraud bei Ratepay. Der Rest ist Suchtverhalten. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich wünsche mir weniger Theater und mehr Substanz. Lending bringt das Kapital dorthin, wo es die Welt antreibt, aber die Infrastruktur dahinter ist weitestgehend analog. Hier geben noch PDF-Reports, Excel-Tabellen und manuelle Covenant-Checks den Ton an. Credibur will genau diese Infrastruktur auf der Debt-Seite von Lending professionalisieren, um Prozesse zu beschleunigen und Wachstum anzukurbeln. Dieser Markt braucht dringend Transparenz, Struktur und Effizienz. Ich bin der festen Überzeugung, wer diese aufbaut, wird den Zugang zu Kapital demokratisieren. Nicht nur für Fintechs, sondern auch für Solar-, KMU- oder Healthcare-Finanzierung. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Einige waren Revolution, viele sind Revolte, manche sind Rebranding. Was hängen bleibt, sind nicht die Labels, sondern die Unternehmen, die echte Probleme besser lösen und dabei profitabel werden. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Drei Dinge sofort: - Eigenkapitalrichtlinien für Banken reformieren – damit mehr Kapital dort ankommt, wo es gebraucht wird. - Öffentliche Förderprogramme an realistische technologische Schnittstellen anbinden. - Gründungskosten halbieren, Bürokratie dritteln, Digitalisierung verzehnfachen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ashtanga oder Jivamukti Yoga, Laufen und, auch wenn die Antwort nicht erlaubt ist, wirklich viel lesen. ;) ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Google Pay mit hinterlegter Comdirect-Visa – und jetzt seit kurzem auch Rewe-Pay (schöner Prozess, Shoutout an die Kolleg:innen im Hintergrund). ## **Welche Finanz-Lösungen sind Deine drei beliebtesten?** Ich nenne hier mal B2B-Lösungen. Atlar.com: für Treasury Automation im B2B-Bereich. OpenRegisters.com: für schnelle Checks im Handelsregister, meine persönliche Alternative zu Scrolling auf Instagram. Und UnitPlus.eu: zum sicheren Parken von Liquidität, wichtig im Start-up Leben ### Venture Clienting & Kooperationen – live von der BEX URL: https://paymentandbanking.com/venture-clienting-kooperationen-live-von-der-bex/ Last updated: 2025-09-22T07:19:28.000Z **Live-Podcast von der BEX: Venture Clienting, Kooperationen zwischen Banken & Fintechs mit Praxis-Learnings & FiDA-Impulsen.** In dieser Live-Aufnahme von der BEX sprechen wir in lockerer Dreierrunde mit Christian Binder (Finstep) über Venture Clienting und Kooperationen im Finanzwesen. Entstanden ist ein entspanntes Gespräch mit echten Learnings aus einem gemeinsamen Pilotprojekt, Einsichten aus zahlreichen Kooperationsgesprächen. Und ja, es wurde auch gelacht. Warum Kooperationen (immer noch) der Schlüssel sind, wird schnell deutlich: Wenn spezielle Zielgruppen spezielle Lösungen brauchen, sind Fintechs oft schneller und flexibler. Die Frage ist nur, wie etablierte Häuser diese Stärken sinnvoll in ihre Strukturen integrieren. Make-or-Buy bleibt wichtig, aber nichts tun ist keine Option. Fintech-Tempo trifft Bank-Zyklen – und genau da setzt das Gespräch an. Wir reden über „Kupplungsmodule“, die gleiche Geschwindigkeiten ermöglichen, über schnelle Entscheidungen, verschlankte Prozesse und die Bedeutung von klarem Erwartungsmanagement von Anfang an. Damit Kooperationen Wirkung entfalten, braucht es klare Anlaufstellen, ein Umsetzungs-Mindset und echte Optionen auf dem Tisch. Rückenwind liefert die FiDA-Regulierung: Sie macht es möglich, Use Cases schneller zu testen, iterativ zu schärfen und raus aus der Theorie direkt in die Praxis zu kommen. 🎙 Jetzt reinhören: ### Digitalisierung im Mittelstand: Mit kleinen Zügen zum großen Wurf URL: https://paymentandbanking.com/digitalisierung-im-mittelstand-mit-kleinen-zuegen-zum-grossen-wurf/ Last updated: 2025-09-22T05:31:48.000Z ***Auf der Banking Exchange diskutierten Dr. Peter Robejsek (Deutschlandchef Mastercard) und Jan Stechele (CRO Moss) über die größten Hebel der Digitalisierung im Mittelstand – von Working Capital über Business Cards bis hin zu KI.*** Ein Level, das für Deutschland ganz entscheidend ist: der Mittelstand. Familienunternehmen, Zulieferer, Hidden Champions. Sie sind das Rückgrat unserer Wirtschaft. Doch die Spielregeln ändern sich rasant: steigende Kosten für Energie, Rohstoffe und Löhne, zunehmender Wettbewerbsdruck und gleichzeitig noch viel Luft nach oben bei der Digitalisierung. Eine aktuelle Mastercard-Studie zeigt: Der Digitalisierungsgrad liegt zwar solide bei 7,8 von 10 Punkten, aber 15 Prozent der Firmen verharren unter Stufe 6\. Und dass 75 Prozent der Unternehmen bis zur Hälfte ihrer eigentlich automatisierbaren Rechnungsabgleiche weiterhin manuell erledigen, spricht Bände. Tools sind da, jedoch durchgängige Prozesse fehlen oft. Genau hier setzten die beiden Panelgäste an. Moss-CRO Jan Stechele machte klar: Der größte Gegner sind nicht andere Fintechs, sondern Routinen – allen voran Excel in der Finanzabteilung. Moss will das ändern, mit einer Plattform für Ausgabenmanagement, Rechnungsabwicklung und Reporting. „Der größte Wettbewerber von Moss ist im Endeffekt die Exceltabelle in der Finanzabteilung“, so Stechele. Der Ansatz: nicht der große Wurf, sondern kleine Züge – vom Abschaffen der „Bargeldkasse für Leberkässemmeln“ bis hin zu modularen Prozessschritten, die Finanzabteilungen Zug um Zug digitaler machen. Dr. Peter Robejsek, Country Manager Germany bei Mastercard, lenkte den Blick auf die strategische Ebene: Business Cards und digitale Zahlungswege können echte Treiber sein für schnellere Beschaffung, resilientere Lieferketten und optimiertes Working Capital. Doch die Nachfrage im Mittelstand sei bislang zurückhaltend, weil viele etablierte Unternehmen mit Prepaid-Lösungen arbeiten. „Wir sehen die Potenziale im Mittelstand, aber die Zuhörer zu bekommen, ist nicht immer einfach“, so Robejsek. Die Diskussion drehte sich zudem um konkrete Hebel: – Beschaffung beschleunigen durch integrierte Prozesse und weniger Freigabeschleifen – Lieferketten stabilisieren mit flexiblen Zahlungszielen und alternativen Finanzierungen – Working Capital heben – potenziell bis zu 12 Prozent Effekte, je nach Setup – Abstimmung automatisieren durch Echtzeit-Daten, Schnittstellen und Fraud-Monitoring – KI verantwortungsvoll einsetzen, als Sicherheitsnetz, als Shield gegen Betrug, als Layer für Transparenz. Der Mittelstand bleibt also am Spieltisch, aber das Endspiel der Digitalisierung ist noch längst nicht erreicht. Die gesamte Diskussion gibt es im Podcast nachzuhören – online überall, wo es Podcasts gibt. ### Wie sich das Retail Banking in Deutschland verändert URL: https://paymentandbanking.com/wie-sich-das-retail-banking-in-deutschland-veraendert/ Last updated: 2026-05-12T00:01:44.000Z *Nach den Versuchen verschiedenster Neobanken wie N26, Revolut oder Check24, den Markt zu verändern, mischen ihn nun ausländische Banken auf. Muss sich die deutsche Branche fürchten?* Dass sich ausländische Banken ausgerechnet auf das Privatkund:innen-Geschäft in Deutschland stürzen würden, haben wohl nicht viele vorhergesehen. Denn gerade das ist das Brot- und Buttergeschäft der Branche: geringe Margen und viel zu tun. Zudem gibt es zahlreiche Institute hierzulande, mehr als in anderen Ländern. Allein die einzigartige Sparkassen- und Volksbankenlandschaft sorgt dafür. Was also treibt JP Morgan mit Chase, die BBVA mit ihrem mobilen Angebot, Santander mit Openbank oder die BNP mit Nickel an? Höchste Zeit, dass unsere Gesellschafter die aktuellen Entwicklungen einmal einordnen. ## **Jochen Siegert:** Ist Deutschland wirklich „overbanked“? Natürlich haben wir im Vergleich mengenmäßig viel mehr Kreditinstitute als andere Länder. In der Kund:innen-Realität, einem x-beliebigen Stadtzentrum, finden sich „die Sparkasse” und „die VR-Bank” plus die großen Privatbanken, alles also ziemlich vergleichbar mit allen anderen europäischen Ländern. Warum aber strömen immer neue Anbieter nach Deutschland? Weil die beiden Monolithen Sparkasse und VR-Bank mit ihrem kumulierten Marktanteil von ca. 70 Prozent im Retail-Banking (Konto plus Karte) lange nicht mehr so fest im Sattel sitzen. Das hat drei Gründe dafür: 1. Die Rolle des Bargelds und somit der (ehemalige) Vorteil eines dichten Geldautomatennetzes spielen eine immer untergeordnetere Rolle. 2. Konstantes Filialsterben und immer weiterer Druck, Kund:innen in rein digitale Kanäle zu pressen, senken die Schwelle fürs Nutzen oder zumindest Testen rein digitaler Angebote von Drittbanken und Direktbanken. 3. Deutsche sind seit jeher preisgetrieben und generell offen für Discountangebote. Diese Melange und Deutschlands Status als größte europäische Volkswirtschaft, gepaart mit der größten Bevölkerung sind wohl die Grundlage dafür, dass wir immer wieder neue Angebote im Banking erhalten. Kurioserweise wachsen sowohl die etablierten Anbieter, als auch die Herausforderer. Es gibt also keine Verdrängung von Bank A zur neuen Bank B, sondern die Kund:innen picken sich eher auf Produktebene die Rosinen heraus. Aber: Erinnern wir uns an die Tatsache, dass die BBVA einen mehr als vermurksten Start mit einer, auch weiterhin eher schwer nutzbaren, App hingelegt hat. Sie habe damit bereits angeblich super Erfolge in Italien verzeichnet. Angesichts der vielen Bugs ist das nur schwer vorstellbar, aber sei’s drum. Oder denken wir daran, dass JP Morgan seit über fünf Jahren mit einem riesigen Team geheimnisvoll in Berlin herumwerkelt, um 2026 als Chase erst einmal „nur” mit einem 0815 Tagesgeldkonto an den Markt zu kommen. Auch da wird auf Erfolge und Infrastruktur in Großbritannien im Superlativ hingewiesen. Da fragt man sich bei beiden schon, warum dass dann so lange (JPM/Chase) und warum so schlecht (BBVA) läuft. Ein copy-paste-translate einer bereits etablierten europäischen Direktbankinfrastruktur ist heutzutage doch nun wirklich kein Hexenwerk mehr. Wie und vor allem wann können diese Anbieter, jenseits von Lockangeboten, wirklich profitabel wachsen und sich etablieren? Deutschland hat im europäischen Vergleich eine traditionell eher schwache Margenstärke im Retailbanking. Den späteren Rückzug namhafter „Auslandsbanken” vom hiesigen Retailmarkt, die entweder sich selbst oder ihr hiesiges Potential massiv überbewerteten, gab und gibt es seit Jahrzehnten. ## **Maik Klotz:** Definiere mal „overbanked“. Natürlich gibt es, wie in jeder Branche, Platzhirsche. Und wie in jeder Branche kommen neue Player dazu. Insbesondere, da das klassische Filialgeschäft bei einer zu 100 Prozent digitalen Zielgruppe einen eher mäßigen Anklang findet. Aber meistens werden die neuen Angebote als zweites Konto eröffnet und so wird das Zweitkonto zum Wegwerfkonto. Alles, was schnell ausprobiert werden kann, nimmt man mit. Die spannende Frage ist am Ende: Was bleibt? Und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Es hilft halt nicht, wenn man zwar die X-Prozentpunkte für ein Tagesgeld schnell holt, aber dann doch wieder geht. Am Ende kommt es nicht zuletzt darauf an, wer die Schnittstelle zu Kund:innen dauerhaft besetzen kann und dazu braucht es mehr als einen schicken Zusatz wie Tagesgeld. Allen Unkenrufen zum Trotz: Es ist nicht so, dass wir schon ein paar Herausforderer haben kommen und gehen sehen. Wir erinnern uns an den Rückzug von N26 aus Großbritannien. Zu hoher Wettbewerbsdruck und auch der lokale Bezug fehlte. Und auch eine JP Morgan, die sicher nicht die kleinsten sind, muss beweisen, dass sie Deutschland kann. Es sind schon andere an unserer Sturheit gescheitert. Und ob die Anbieter den Beweis mit einem Tagesgeldkonto in einem Jahr schaffen, darüber kann man streiten. ## **André Bajorat**: Ein Grund wird sicher sein, dass die Einstiegsbarrieren für ein reines online oder mobiles Angebot gesunken sind und Deutschland ein großes Land ist und hier viele Kundinnen und Kunden weiter bei den klassischen Banken sind. Das „overbanked“-Label hatte Deutschland wohl vor allem in den Zeiten, als vor Ort Kontakt noch wichtig war. In der digitalen Welt sind diese unfairen Vorteile der Filialbanken wohl eher das Gegenteil. Man sieht ja, wie die klassischen Banken versuchen den Spagat zu schaffen, um digital und analog zu vereinen. Aber die beste Bank mit dem besten Angebot in beiden Welten zu sein, ist nahezu unmöglich. Was mich allerdings wundert ist, dass bis auf das Kiosk-Banking Nickel der BNP, alle anderen einen sehr ähnlichen Ansatz wählen – der Weg über Konditionen und Einlagenzins. Böse Zungen könnten behaupten, dass hier eine Ergebnispräsentation einer Beratung mehrfach zum Einsatz kam. Und wir dürfen nicht vergessen, dass es in den vergangenen 25 Jahren eine Menge Player geschafft haben, in Deutschland relevant im Banking zu werden: die ING, die DKB oder seit neuestem auch Neobroker wie Trade Republic oder Scalable. Bei all diesen Firmen fällt auf, dass sie gerade zu Beginn einen sehr spitzen Fokus und damit einen Selling-Point hatten. Ich bin gespannt, ob die neuen Player diesen auch finden. ### Spar- und Investitionsunion: EU will Kapital neu lenken URL: https://paymentandbanking.com/spar-und-investitionsunion-eu-will-kapital-neu-lenken/ Last updated: 2025-09-17T05:41:52.000Z **Podcastfolge über die Savings and Investments Union mit Charles Krier – und warum sie ein Kernelement der europäischen Wettbewerbsstrategie sein soll.** Annerton-Experte Charles Krier erklärt im „Alles Legal“-Podcast, wie die geplante EU-Spar- und Investitionsunion Kapital mobilisieren, Innovation fördern und Europas Finanzsystem verändern soll. Die EU will Ersparnisse produktiver nutzen und mit der geplanten Savings and Investments Union (SIU) Kapital dorthin lenken, wo es am dringendsten gebraucht wird: in Innovation, Klima, Verteidigung und Digitalisierung. Doch wie soll das gelingen? Und wie passt das klassische Bankensystem in diese Vision? Im Gespräch mit Dana Wondra ordnet Charles Krier die Pläne der EU-Kommission ein. Der luxemburgische Annerton-Partner beschäftigt sich seit Langem mit europarechtlichen Themen und sieht in der SIU viele gute Ansätze für eine stärkere Wettbewerbsfähigkeit. Rund 10 Billionen Euro liegen aktuell als klassische Bankeinlagen auf Konten in der EU – mit geringem Ertrag, aber hoher Sicherheit. Gleichzeitig wird der jährliche Investitionsbedarf der EU auf bis zu 800 Milliarden Euro geschätzt. Dieses Ungleichgewicht soll die SIU auflösen: durch mehr Beteiligungsmöglichkeiten für Bürger:innen, bessere Finanzierungsperspektiven für KMUs und Start-ups und ein stabileres, europäisch integriertes Finanzsystem. Die Herausforderungen dabei sind groß: harmonisierte Aufsicht, steuerliche Anreize, digitale Beteiligungsplattformen und nicht zuletzt mehr finanzielle Bildung. Auch die Rolle der Banken ist sensibel. Sie sollen nicht ersetzt, sondern stärker eingebunden werden. Ob das gelingt, hängt laut Krier davon ab, ob alle Akteure mitgenommen werden: Bürger:innen, Banken, Unternehmen, Mitgliedstaaten. Denn die SIU ist kein einzelnes Gesetz, sondern ein Maßnahmenpaket – ambitioniert, vielschichtig, aber mit großem Potenzial. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Das waren die besten Aussagen auf der BEX 2025 URL: https://paymentandbanking.com/das-waren-die-besten-aussagen-auf-der-bex-2025/ Last updated: 2025-09-22T05:30:24.000Z **Spitze Aussagen, steile Thesen: Die Speaker:innen haben auf der Banking Exchange einige ganz spezielle Zitate rausgehauen. Das sind unsere liebsten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit, dafür mit Herz und Humor.** > Wir werden Banking einmal durchspielen. > > Maik Klotz, Payment & Banking, ist mal wieder ganz ambitioniert. > > > Wir sind im nächsten Jahr nicht mehr im Bereich Jugendforscht unterwegs. > > Sascha Dewald, DKB, will endlich mit den Erwachsenen spielen. > Es ist genau wie als Jugendlicher, richtig besoffen zu sein. > > Sibylle Strack, Verta Partners, erklärt warum Neobanken alle einmal Mängel in der Geschäftsorganisation haben und von der Bafin besucht werden. > So, liebe Freunde des gepflegten Gesellschaftsspiels. Jetzt geht die Zockerei so richtig los. > > Thomas Heinz, Sopra Financial Technology, hat das Motto der BEX hervorragend verinnerlicht. > Wir müssen es schaffen, den Elefanten in den Kühlschrank zu packen. > > Stephan A. Paxmann, Chief Innovation Officer, Lan­des­bank Ba­den-Würt­tem­berg (LBBW), spielt gerne Tetris. > KI ist ein Brandbeschleuniger. > > Johanna Biedinger, ING Deutschland, spielt mit dem Feuer. > Der erste, der drei Straßen hat und dort anfängt zu bauen, gewinnt das Spiel. > > Christian Kirchner, Finanz-Szene, gibt Tipps für die nächste Runde Monopoly. > Jetzt können wir den Elefanten in kleinere Stücke schneiden, wir sind ja nach dem Mittagessen. > > Jan Osenegg, Senior Advisory, ist hier irgendwo falsch abgebogen. > Der größte Feind von Moss ist die Excel-Tabelle. > > Jan Stechele, Moss, ist in diesem Kampf sicherlich nicht alleine. > Was die Kolleginnen und Kollegen von Payment & Banking nicht wissen, ist dass ich der Gottschalk der Moderatoren bin, ich mache einfach weiter. > > Thorsten Hahn, Bankingclub, mag als Moderator keine Spielregeln. > Junge Menschen sind keine Aliens, die auf die Erde gekommen sind. > > Christian Binder, Finstep, leistet hier erstmal Aufklärungsarbeit. > Das teile ich. > > Chris Püllen, Mitgründer von NaroIQ, stimmt seiner eigenen These zu. ### BEX 2025: Branche diskutiert über das Banking der Zukunft URL: https://paymentandbanking.com/bex25-es-geht-los/ Last updated: 2025-09-22T05:31:09.000Z ***Über Neobanken auf der Suche nach neuen Wachstumsmodellen, Künstliche Intelligenz, die das Banking auf den Kopf stellt bis hin zu Krypto-Währungen. Auf der BEX 2025 wird eifrig über die aktuellen Banking-Themen*** ***diskutiert. Die wichtigsten Ergebnisse im Live-Blog.*** *„All in“ lautet das Motto der diesjährigen Banking Exchange (BEX 25) hier im Frankfurter Massif Central. Und da wollen wir als Redaktion natürlich mit dabei sein – und berichten über alles: Hier gibt es kurze Zusammenfassungen jeder Diskussionsrunde und jedes Vortrages. Wer mehr erfahren möchte, muss das nächste Mal selbst mit dabei sein!* ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254168web-edited-8.jpg) ## **Mein:e Mitspieler:in: Wenn die KI mit im Finanz-Cockpit sitzt** Es ist das erste Level im Spiel der heutigen BEX und gleichzeitig das nächste Level im Banking, zumindest wenn man Stephan A. Paxmann glaubt, dem strategischen Mastermind für Digitalisierung und Innovation bei der LBBW – ein Spieler mit Erfahrung. Sein Punkt: Wir haben so viele Informationen wie nie: Kontostände, Aktienkurse, News. Trotzdem können wir oft nicht rechtzeitig handeln. „Das kostet uns Geld“, sagt er. Statt zu verlieren, lässt Paxmann sich auf der Bühne von seinem Mitspieler, einem KI-Buddy mit seiner Stimme und Aussehen, seine Finanzsituation spiegeln. Es ist ein Gespräch mit einem Avatar, möglich durch LLM, API-Anschluss und Geschäftsdaten. Gesteuert wird mit der Stimme. Vom Omnikanal zum Vomnikanal, so nennt es Paxmann. Also ist für den Human-in-the-Loop das Spiel vorbei? Jetzt öffnet sich das Spiel. Maik Klotz betritt das Spielfeld zusammen mit weiteren Spieler:innen und stellt die Frage: Besteht die Gefahr, dass die Schnittstelle zu Kund:innen an die Chatbots verlieren. Wir brauchten mehr KI-Anwendungen am Kunden, statt damit nur Kosten zu kürzen, sagt Sascha Dewald, Podcaster bei Payment & Banking und Stratege bei der DKB. „Wenn sich das als Narrativ durchsetzt, senkt das zwar die Kosten, aber an die Kunden denken die anderen.“ Aber was sind eigentlich die Use-Cases? Welche Spielzüge wollen die Kunden? Wollen wir eine Bank mit Chatbot oder einen Chatbot, der auch Bank kann. „Banken haben einen großen Vertrauensvorschuss“, sagt Maik Klotz. „Gleichzeitig verzeihen Kunden ihnen nur wenig Fehler, ChatGPT und Co. aber viel.“ Bei schlechten Finanzentscheidungen dagegen vielleicht eher nicht, sagt Professorin Silke Finken. „Viele wollen deshalb noch den Human-the-Loop“, sagt sie. „Menschen sind nicht immer besser“, entgegnet Paxmann. Und mit dieser hoffnungsfrohen Note endet die Runde mit einem Blick ins nächste Jahr. Alles sind sich einig: Es könnte das Jahr der Finanz-Agenten werden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250193web.jpg) ## **Embedded Finance ist gekommen, um zu bleiben** Weiter geht die fröhliche Spielerunde: Mit Miriam Wohlfarth von Banxware, Christian Steiger von Lexware und Florian Liar von Swan haben sich gleich drei große Verfechter:innen von Embedded-Finance-Lösungen auf der Bühne gefunden. Das Potenzial von Banklösungen, wie der Vergabe von Krediten, die aber nicht von Banken selbst sondern von anderen Unternehmen angeboten werden, sei groß, sind sich die drei Panelist:innen einig. „Unternehmen wollen kein Banking mehr, sie wollen Geschäfte machen“, sagt Christian Sieger. Mit dem Prozessen wolle sich keiner mehr beschäftigen, sondern eben nach vorne schauen. Und genau das können Embedded-Finance-Lösungen leisten. Mit Embedded Finance ließen sich bessere Produkte bauen, befindet Wohlfarth, die auch Gesellschafterin von *Payment & Banking* ist. Damit Partnerschaften dabei aber funktionieren, müssen beide Seiten laut Liar drei Kernpunkte beherzigen: radikaler Fokus auf die Endkund:innen, Embedded Finance nicht als netten Zusatz sondern als strategische Weichenstellung sehen – und dann einen langem Atem haben. Zu viele Projekte seien in der Vergangenheit gescheitert, weil sie nicht direkt performt hätten, so Liar. Es sei ein Thema, bei dem sich Banken und Fintechs stärker zusammentun müssten, ist sich Wohlfarth sicher. Den einen Generalisten, der alles kann, gebe es nicht. Vielmehr seien es Spezialisten, die in einem Bereich richtig gut sind. Beispiel: ihr eigenes Unternehmen. Banxware könne schnell Kredite bis zu einer gewissen Größer vergeben, weil es die Geschäftsmodelle seiner Unternehmenskunden schnell analysieren kann. Ab einer Finanzierungshöhe von 250.000 Euro komme dann die Hypovereinsbank hinzu. Banxware also liefert erste Daten und eine Bank vergibt im Anschluss den Kredit. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250270web.jpg) ## **Monopoly: Wo liegt die Schlossallee im Neobanking?** Eines der heißesten Duelle liefern sich gerade Neobanken und die Oldtimer-Banken. Geht die Strategie der Neobanken gerade auf, die anderen zu überholen? „Die Erträge der Neobanken, liegen deutlich unter den Erwartungen“, sagt Christian Kirchner, der mit seinem kritischen Blick im Newsletter Finanz-Szene so manche:m Banker:in schlaflose Nächte bereitet. Die Erzählung der Neobanken habe sich verändert, sagt der Finanzjournalist. Nachdem der Anspruch der Neobanken eigentlich war, das gesamte Spielfeld einzunehmen, feierten sie nun hohe Zinserträge und den Break-Even, obwohl sie dafür wenig aufs Spiel gesetzt hatten und von der Zinswende, also vom Zufall profitierten. Sind wir also in einer Pattsituation zwischen Neo- und Traditionsbanken? Was ist die Schlossallee im Banking, der Schlüssel zum Sieg? Trading & Investment, ergibt eine Abstimmung des Publikums. Das sieht Kirchner anders: Sie liegt seiner Meinung nach im Zinsgeschäft und Passivgeschäft. Darauf baute alles Weitere auf, inklusive Trading und Kreditgeschäft. Hier sind die Neobanken woanders schon weiter: Während die Neotrader über Banking und Private Equity nachdenken, entscheiden die traditionellen Banken noch darüber, ob sie überhaupt Krypto anbieten wollen. Doch sie haben noch alle Karten in der Hand: Obwohl ein Vergleich nur einen Klick entfernt ist, griffen Kund:innen bei Baufinanzierung oft zu einem Angebot der Hausbank. „Das Hausbankmodell ist bei den Menschen immer noch stark verankert“, sagt er. Das Spiel um das Monopol wird also noch einige Runden gehen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250332web.jpg) ## **Was digitale Assets für die Kreditvergabe bedeuten können** Das wird jetzt ein bisschen futuristisch oder, wie es Thomas Heinz von Sopra Financial Technology ausdrückt: „Jetzt geht die Zockerei so richtig los.“ Dabei will er Krypto-Assets gar nicht als die große Zockerei darstellen. Heinz erklärt, warum Sopra vor einigen Jahren sich entschieden hat, voll auf Krypto zu setzen (okay, und vielleicht damals ein bisschen gezockt hat). In einer Welt, in der Krypto bei Anleger:innen angekommen sei, so das Kalkül dahinter, müssten sich auch für Banken neue Geschäftsmodelle eröffnen – losgelöst vom reinen Broker-Provisions-Dasein. Was also wäre: Wenn man Kredite mit digitalen Assets wie Bitcoin besichert? Und in einer Welt, in der mehr und mehr Menschen in solche Anlageklassen investieren, in der JP Morgan angekündigt hat, kryptogesichertes Kreditprodukt zu bauen, fühlt man sich bei Sopra mit seiner Entscheidung ganz richtig. Möglich also sei es, Kredite mit digitalen Assets zu besichern, so Heinz. Und einen Markt gebe es auch. Denn immerhin 71 Prozent der Kryptoinvestor:innen wollten die digitalen Assets nutzen, um genau das zu tun. Biete eine Bank so etwas in Zukunft nicht an, verpasse sie bestenfalls eine Geschäftsgelegenheit, schlimmstenfalls verliere sie Kund:innen. Äußerst praktisch für Heinz\` Vortrag: Sopra hat dazu direkt eine Lösung gebaut. Muss nur noch im Risikomanagement geklärt werden, wie hoch die Beleihungsgrenze bei digitalen Assets sein sollte. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250519web-edited.jpg) ## Mit offenen Karten: Fair-Play bei der Kreditvergabe Wenn die Schufa mit am Tisch sitzt, fällt es Menschen oft schwer der Auskunftei in die Karten zu schauen. Transparenz ist etwas, für das die Schufa nicht gerade bekannt ist. Kein beliebtes Thema bei Parties, gibt Felix Lowinski von der Schufa zu. Beides könnte die Auskunftei nun ändern: Denn Menschen wollen verstehen, wie ihre Bonität bewertet wird, fand die Schufa bei Umfragen unter Kund:innen heraus: „Sie wollen keine Spannung, wenn sie ihren Score abrufen“, sagt Lowinski. Das wollte die Auskunftei ändern und stellt nach drei Jahren Entwicklung einen neuen Schufa-Score vor. Und das wird zu einem Spiel um Punkte: Kund:innen gehen in ihre Schufa-App und finden dort bald einen zentralen Score – und wichtig: Wie sich der zusammensetzt. „Damit gehen wir All-In“, sagt Lowinski. „Wir werden damit den ersten weltweiten transparente Score einführen.“ Und das ganz ohne KI und inklusive Erklärung. Beispielsweise, dass sie für einen Ratenkredit, den sie vor zwei Monaten abgeschlossen haben, 48 Punkte bekommen. Diese Punkte werden bis 999 aufeinander addiert – je höher, desto besser. „Wir enthüllen den Mythos um den Schufa-Score“, sagt Lowinski. Damit will die Schufa ihre eigenen Spielzüge nachvollziehbar machen. Lowinski verspricht sich damit, dass Gespräche über seine Arbeit auf Partys bald spannender werden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250570web-edited.jpg) ## Trade Finance: Warum die Digitalisierung bisher nicht gelingt Die Payment-Welt kann sich vor lauter Digitalisierungsvorhaben gar nicht mehr retten. In der Welt der Handelsfinanzierungen (Trade Finance) sieht es aber ganz anders aus. Viele bisherige Digitalisierungsprozesse sind gescheitert. Warum also will die Digitalisierung hier bisher einfach nicht gelingen? Eine Ursünde bei den bisherigen Projekten sei in jedem Fall die Technologieverliebtheit gewesen, sagt Armin Wittemer von der LBBW. Man muss also erst ein Problem identifizieren und dann eine Technologie entwickeln, nicht umgekehrt. „Trade Finance ist komplex“, fasst er zusammen. Importeur und Exporteur stünden sich gegenüber, jeder mit einer eigenen Bank. Hinzu kämmen Spediteure, Schiffsgesellschaften, Zollbehörden und Devisenkontrollbehörden. „Und die haben nicht alle die gleiche Motivation.“ Um doch endlich wegzukommen von Papier-Prozessen, schlägt Jan Osenegg von Senior Advisory vor, erstmal eine hybride Lösung zu schaffen. Für einige Bausteine bräuchte es dann immer noch den Behördenstempel, wieder andere könnten dann schon digital laufen. Wobei gerade Deutschland aufpassen müsse, nicht zu lange an seinem Stempel festzuhalten. „Vertikal entwickeln“, nennt Nadine Brandies von Finanz Informatik Solutions Plus das Konzept. Man sollte sich also erst einen Baustein dieses Prozesses heraussuchen und ihn vernünftig digitalisieren. Erst dann könne man in die Breite gehen. Immerhin: Die Runde glaubt fest daran, dass es eine Digitalisierung gelingen wird. „Es wird ein globales Betriebssystem für Trade Finance geben“, fasst es Marcus Rupprecht von PWC zusammen. Mal schauen, wie viele BEX-Konferenzen es bis dahin noch braucht. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250690web.jpg) ## Private Debt: Spielen, wo Banken im Abseits stehen Gerade sind Banken zurückhaltend, wenn es um Finanzierungen geht. Auch deswegen wird im Spiel um Finanzierungen Private Debt gerade zum Comeback-Kid der Finanzindustrie, sagt Kevin Hackel. Der Podcast-Host von Payment & Banking und CEO von Nao weiß: Die nötigen Investitionen sind groß. Trotzdem gilt Deutschland als overbanked. Was stimmt also? Nicht überall, stellen die Panel-Teilnehmer fest. Melanie Dofour, CEO von re:cap, setzt auf Unternehmen, die noch keinen großen Track-Record haben. Viele sind zwar nicht profitabel, doch ihr Potential ist groß. Die Banken dagegen steigen aber oft früh aus: „Dieser Bereich ist komplett underbanked“, sagt sie. Haben die Banken Angst sich zu verzocken? „Private Debt hat einen größeren Risikoappetit, auch weil die Renditeerwartungen größer sind, sagt Jördis Heckt-Harbeck von Linklaters. Dort wo klassische Banken vorsichtig sind, kommt Private Debt ins Spiel. Natürlich: „Alles, was man auf die Spitze treibt, ist schädlich“, sagt sie. „Das alternative Lending deutlich riskanter sind, muss nicht unbedingt der Fall sein“, sagt Lukas Diehl von der Varengold Bank. Aber warum spielt Private Debt in Deutschland immer noch ein vergleichsweise kleine Rolle? „Es gibt noch viele Nischenbanken, anders als im Ausland. Dort gibt es oft nur drei große Player auf dem Markt“, erklärt Lukas Diehl. In Asien sei die Nachfrage nach Regulierung dagegen groß, sagt Nicolas Kipp, CEO von Credibur. „Da herrscht noch Goldgräberstimmung aber auch der Wilde-Westen.“ Wird der Pot des Private Debt in Deutschland wachsen? Ja, stimmen die Panel-Teilnehmer überein – aber nur moderat, denn am Ende gilt: „Das Geld findet immer seinen Weg“, wie es Nicolas Kipp formuliert. Es sei naiv, dazwischen zu gehen und zu glauben, dass Geld nicht fließe, wenn es einen Bedarf und eine Investitionsnachfrage gebe. Heckt-Harbeck von Linklaters weißt darauf hin, dass Banken auch stark in Private Debt Fonds investieren: „Da kann man teilweise von einem Kreislauf sprechen.“ Private Debt ist also auch ein Thema für die Banken. Der neue Player Private Debt ist also gekommen, um zu bleiben, auch wenn er nicht so hoch pokern kann, als woanders. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254256web-edited.jpg) ## **Wie FIDA die Spielregeln verändern wird** Auch wenn so mancher Verband lange versucht hat, gegen FIDA zu lobbyieren, die Expert:innen auf der BEX 2025 sind sich sicher: FIDA wird die Spielwelt verändern. Die Regulierung, die Banken dazu zwingt, ihre Daten anderen zur Verfügung zu stellen, wird für Open-Finance-Lösungen einen großen Schubgeben geben. Fragt sich nur, wer profitiert davon am Ende? „Wer bei Open Finance nur an Open Banking denkt, hat das Spiel noch nicht verstanden“, sagt Susanne Krehl von Wealth API. Denn wenn Banken einmal ihren Datenschatz für alle öffnen, dürfte es ganz verschiedene neue Anwendungsmöglichkeiten geben. Läuft das alles einmal, könnten gar „magische Dinge“ herauskommen, meint Dominik Schütz von LBBW. Der Phantasie sind also keine Grenzen gesetzt, nur das alles auch umzusetzen, wird, nun ja, schwierig. Zwar sitzen Banken auf zahlreichen Daten, die sie zur Verfügung stellen müssen, doch braucht es dafür Schnittstellen. Die IT-Systeme sind laut Schütz bisher nur leider oft so gebaut, dass sie nicht mal eben so geöffnet werden können. Und auch wenn es Banken dann gelingt, die Schnittstellen bereitzustellen: Selbst Produkte entwickelt haben sie dann noch lange nicht. Den großen Vorteil, den FIDA mit sich bringt, können sie dann selbst gar nicht nutzen. Man müsse daher mutig sein, Kooperationen eingehen, wünscht sich Schütz. Es dürften also erstmal Fintechs sein, die sich auf neue Produkte spezialisiert haben, die von den Daten – und Kooperationen – profitieren werden. Damit aber neue Produkte von Kund:innen angenommen werden, müssen sie einfach umsetzbar sein, ist sich die Runde einig. Sind sie convenient, dann senken Kund:innen auch ihre Datenschutzansprüche. Ein Beispiel: „Man lädt Kontoauszüge derzeit nicht bei ChatGPT hoch, weil man eine bessere Übersicht bekommt“, sagt Enrico Köhler von KIWI Consulting, sondern eben, weil es einfach ist. Auch Paypack ist einfach, über Datenschutz denkt dort kaum einer nach. Deutlich wird in der FIDA-Welt also eines: Banken werden neue Kooperationen eingehen müssen, um nicht abgehangen zu werden. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254359web-edited.jpg) ## Stablecoins: Die Blockchain taugt zu mehr als Krypto-Casino Beim Thema Blockchain denkt man oft ans Zocken mit Kryptowährungen und weniger daran, mit ihnen alltägliche Einkäufe zu bezahlen. Stablecoins sollen dieses Blatt wenden. „Zwar ist Stablecoin in erster Linie ein Währung, die den Handel mit Kryptowährungen erleichtert, doch auch klassische Player entdecken Stablecoins als Technologie-Plattformen“, sagt Peter Grosskopf, der mit AllUnity gerade den Euro-Stablecoin EURAU ins Spiel gebracht hat. Für Hartmut Giesen (Sutor Bank) sind Stablecoins ein Joker beim Kauf technisierter Wertpapiere. Peter Lieck (Ivy) setzt auf den Vorteil grenzüberschreitender Echtzeitzahlungen: „Stablecoins bedeuten finanzielle Inklusion.“ In Nigeria könne man so Händler in Europa bezahlen, ohne den Einsatz von Währungstausch. „Immer wenn eine Zahlung über Fiatgeld, teuer, langsam und kompliziert ist, machen Stablecoins Sinn.“ Aber heißt das jetzt, dass Stablecoins zum neuen dominierenden Spielgeld wird? Wahrscheinlich nicht, glauben die Teilnehmer. „Den Kund:innen ist es im Zweifel egal, ob sie gerade mit Stablecoins zahlen“, sagt Giesen. Auch Michael Cyrus (Deka Bank) betont: „Es gibt Use-Cases für verschiedene Arten von Geld.“ Wichtig sei, dass Regulierer echten Wettbewerb zulassen – die Spielregeln also fair bleiben. Noch haben Dollar-Stablecoins die Nase vorn und dominieren den Tisch. Doch der Vorsprung ist nicht uneinholbar. „Je mehr realen Nutzen es gibt, desto mehr werden auch Märkte wie Europa nachziehen“, meint Grosskopf. Giesen sieht ebenfalls Chancen, warnt aber: Im Euroraum könnte der Digitale Euro die Karten neu mischen. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh250823web-edited.jpg) ## **Digitalisierung im Mittelstand: Mit kleinen Zügen zum großen Wurf** Offene Rechnungen kennt man nicht nur aus dem Casino. Auch im Mittelstand fallen sie an, aber meist noch analog. Laut einer Umfrage von Mastercard müssen 75 Prozent der Firmen ihre digitalisierten Rechnungen nachträglich von Hand korrigieren, niemand spielt komplett automatisiert. Das Start-up Moss will das ändern. Es bietet eine Plattform, die Finanzprozesse vom Ausgaben- und Kartenmanagement über Rechnungs- und Lieferantenverwaltung bis zur Zahlungsabwicklung automatisiert. Doch der eigentliche Gegenspieler sind nicht andere Fintechs, sondern alte Routinen: „Der größte Wettbewerber von Moss ist nicht irgendjemand anders, sondern ist im Endeffekt die Exceltabelle in der Finanzabteilung“, sagt deren CRO Jan Stechele. Moss setzt dabei auf kleine Züge statt auf den großen Wurf: Abschaffen der „Bargeldkasse für Leberkässemmeln“ bis zu modularer Prozessdigitalisierung. Wichtig sei, die Buchhaltung Zug für Zug vom Randbrett in die Spielfeldmitte zu holen. Deutschlandchef von Mastercard Peter Robejsek fragt: „Trifft hier eine Kreditkartenlösung bei den Mittelständlern auf eine große Nachfrage?“ Beim notorisch unterversorgtem Mittelstand eigentlich logisch, dachte auch Stechele. Doch die Nachfrage sei nur verhalten gewesen, auch weil die starken Kunden eigentlich bereits gut versorgt seien und Prepaid-Karten bevorzugten. „Wir sehen die Potentiale im Mittelstand, aber die Zuhörer zu bekommen, ist nicht immer einfach“, sagt Robejsek. Der Mittelstand bleibt also am Spieltisch, aber noch lange nicht im Endspiel der Digitalisierung. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254464web-edited.jpg) ## **Wer hat Angst vor der Super-App?** Dafür, dass Banken den Kampf um Kund:innen-Schnittstellen ziemlich verschlafen haben, sind Jochen Siegert, Iven Engert von Senacor und Chris Scheuermann von EPI ziemlich entspannt. Der Kampf sei noch nicht verloren, sind sich die drei einig. Und auch an eine Super-App, über die sich einkaufen lässt, ein Zug gebucht werden kann, Banking läuft und was sonst noch so alles möglich wäre, glauben die drei nicht. Dabei ist das im asiatischen Raum durchaus der Fall. In Asien gebe es eine andere Infrastruktur, Europa sei zwar auch ein großer Markt aber viel fragmentierter, sagt Jochen Siegert, der auch Gesellschafter von *Payment & Banking* ist. Schon im Bereich Bezahlsystem würde es scheitern. Viele Länder hätten eigene Lösungen, und warum sollten sie diese abgeben? Es ist ein Szenario, das Chris Scheuermann so nicht ganz gefallen kann. Eine Super-App will er zwar nicht bauen, aber EPI ist schließlich mit Wero angetreten, eine europäische Zahlungslösung aufzubauen. „Wir versuchen das Fragmentierungsthema anzugehen“, sagt er. Und tatsächlich [setzt Wero immer stärker auf Kooperationen.](https://paymentandbanking.com/wero-gewinnt-jetzt-so-richtig-an-tragweite/) Gefährlich werden könnten Banken, Wero und Co. aber noch die Big Techs – nicht etwa, weil sie selbst eine Banklizenz erwerben könnten, daran will keiner so richtig glauben. Aber zumindest indem sie einzelne Leistungen anbieten, mit denen eigentlich auch Banken ganz gerne Geld verdienen würden. Die ältere Generation vertraue Banken vielleicht noch stark, die jüngeren setzten allein aus Bequemlichkeit auf Apple und Google, sagt Iven Engert. Der Wallet-Kampf um die Kund:innen ist also noch immer in vollem Gange. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254501web-edited.jpg) ## Vom passiven zum aktiven Spieler: Warum im ETF-Markt die Karten neu gemischt werden ETFs waren in den letzten fünf Jahren das große Zug der Finanzbranche: Besonders junge Menschen nutzen ETF-Sparpläne mittlerweile, wie selbstverständlich und das Wachstum im Markt ist gewaltig. Aber wo geht die Reise hin? ETFs sind die Vergangenheit und die Zukunft, ist sich das Panel einig. „Es ist eine super-krasse Illusion das ETFs ein passives Investment sind. Sie sind vielmehr eine Hülle“, sagt Chris Püllen von NaroIQ einem Whitelabel-Anbieter für ETFs und Fonds. Genau diese Hülle könne künftig mit mehr aktiven Strategien gefüllt werden. „Ein passiver ETF ist ein gutes Einstiegsprodukt“, sagt Laura Cüppers vom Investmentinfrastrukturanbieter Lemon Markets. „Der gesamte ETF-Markt ist für mich noch am Anfang.“ Das Wachstum bei ETFs sei stark, aber ihr Anteil im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds immer noch gering. „Die Potentiale sind immer noch riesig.“ Gerade weil nur 17 Prozent der Deutschen am Aktienmarkt aktiv seien. Robin Binder von Nao will auch andere Anlageklassen so beliebt machen wie ETFs. Den Einstieg von Trade Republic in Private-Equity sieht er als Bestätigung, dass der Appetit nach neuen Produkten groß ist. „Ein Investment in einen aktiv gemanagten Fonds ist gerade keine schlechte Idee“, sagt er. Werden ETFs jetzt aktiver und automatisch auch teurer? „Insgesamt sinken Kosten aber die Kosten von ETFs, werden deshalb steigen“, sagt Püllen von NaroIQ. Auch weil die Abwicklung insgesamt günstiger wird. Nach vier Jahren sei ein ETF für viele Banken sogar ein Minusgeschäft. Nur den Markt zu öffnen, würde das Geschäft unprofitabel werden. „Als Bank braucht man eine ETF-Strategie“, sagt er. Man könne eine aktive Strategie in eine ETF-Hülle packen. Die Chancen lägen bei eigenen Produkten wie aktiven Fonds im ETF-Format, Abomodellen, Wertpapierkredite und Cross-Selling. Die These der Moderatorin Sophie Osen Akhibi von der Targobank: Broker und Banken haben die Verantwortung, Finanzbildung zu fördern, um Kund:innen den Überblick zu ermöglichen. Passive ETFs sind also nicht das Endspiel, sondern nur der Anfang: Wer hier keine eigene Strategie hat, verliert früher oder später die Partie. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_zt254578web-edited.jpg) ## Und was ist mit den Kindern? Klar, Kinder sind wichtig, auch irgendwo als Zielgruppe für Banken. Deshalb gibt es zwar schon Kinderkonten und -depots. Doch so richtig gut will das bei vielen Geldhäusern nicht laufen, so der Eindruck auf der BEX 2025\. Eine allgemeine Kontoeröffnung sei schon schwer, bei Kindern werde das noch gesteigert, benennt Christian Binder, Gründer von Finstep das Problem. Zwar würden Banken gerne verkünden, dass Kinder wichtig sind, schon allein, weil sie Vermögen erben – aber sie sähen es eben auch als komfortables Problem von Morgen. Und genau deshalb kommt das Thema in der Branche nicht so recht voran. „Die junge Generation wurde als Zielgruppe lange unterschätzt“, sagt Joshua Olbrich von Finwyz. Immerhin: Das ändere sich nun. Denn Banken würden feststellen, dass junge Menschen, die einmal bei einem Neobroker landen würden – etwa durch ein Kinderdepot – dann auch bei diesem bleiben. Das könne immer häufiger passieren, wenn Neobroker vermehrt Bankdienstleistungen anbieten. Dabei könnte es so einfach sein, die junge Generation zu erreichen: „Sie erwartet eine Kommunikation auf Augenhöhe“, sagt Fabienne Lindner von Crif. Und das gelte eben auch für das Schaffen von Produkten: nicht von oben herab. Damit junge Menschen überzeugt werden, müssten die Produkte vor allem gut sein, sagt Olbrich. Der Vertrauensbonus, auf den sich Banken lange ausruhen konnten, zähöt für diese Generation nicht mehr. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/bex25_hh251005web-edited-1.jpg) ### AI in Finance: Neues von OpenAI und Google, JP Morgan und erste AI Bank URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-neues-von-openai-und-google-jp-morgan-und-erste-ai-bank/ Last updated: 2025-09-14T13:09:04.000Z *Maik Klotz und Sascha Dewald sind aus der lagen Sommerpause zurück! In Ausgabe 15 gibt es einiges aufzuholen und die beiden sprechen über die jüngsten Entwicklungen rund um OpenAI, Google Gemini und die erste AI Bank aus Malaysia.* Die beiden beleuchten auch die finanziellen Aspekte von Unternehmen wie Anthropic und die Auswirkungen von Halluzinationen in KI-Modellen. Es geht viel um die neuesten Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz, insbesondere im Enterprise-Sektor, die Zukunft von KI-Modellen, die Rolle von Apple in der KI-Intelligenz, staatliche Initiativen zur Förderung von KI in verschiedenen Ländern sowie die Anwendung von KI in der Finanzwelt. Sie beleuchten auch innovative Ansätze in Brasilien und Asien, einschließlich der ersten AI-Only-Bank. Hört rein und sagt uns, was ihr denkt! ## Es geht es um: - OpenAI führt Sicherheitsfunktionen ein, um psychische Belastungen zu erkennen. - Google hat mit Gemini 2.5 einen bedeutenden Fortschritt gemacht. - Chatbots können bei psychischen Problemen unterstützen, ersetzen aber keine Therapie. - Halluzinationen in KI-Modellen bleiben ein Problem, das angegangen werden muss. - Meta hat Schwierigkeiten mit KI-Charakteren und deren Nutzung. - Anthropic speichert Nutzerdaten für fünf Jahre, was Bedenken aufwirft. - Die Finanzierung von Anthropic zeigt das Wachstum und die Nachfrage nach KI. - OpenAI plant erhebliche Ausgaben, um wettbewerbsfähig zu bleiben. - Die gesellschaftliche Interaktion verändert sich durch die Nutzung von KI. Die Skalierung im Enterprise-Bereich ist entscheidend für den Erfolg von KI. - Zukünftige KI-Modelle müssen mit realen Umgebungen interagieren. - Apple hat noch Nachholbedarf in der KI-Intelligenz. - Staatliche Initiativen in Großbritannien und Deutschland zeigen Ambitionen im KI-Bereich. - JP Morgan setzt auf eine AI-First-Strategie in der Finanzwelt. - In Brasilien gibt es viele innovative Ansätze zur KI-Integration. - Die erste AI-Only-Bank in Malaysia zeigt neue Geschäftsmodelle. - Echtzeitdaten und Biometrie könnten die nächste Dimension der KI sein. - Die Interaktion mit der Umwelt ist für KI-Modelle entscheidend. - Die Kommunikation in einfacher Sprache ist wichtig für die Nutzerakzeptanz. Viel Spaß beim Hören! # Tools - PayPal und Perplexity: [http://www.perplexity.ai/join/p/paypal-subscription](http://www.perplexity.ai/join/p/paypal-subscription?ref=paymentandbanking.com) - Perplexity Pro für PayPal-Kunden: [http://stadt-bremerhaven.de/perplexity-pro-fuer-paypal-kunden-12-monate-kostenlos/](http://stadt-bremerhaven.de/perplexity-pro-fuer-paypal-kunden-12-monate-kostenlos/?ref=paymentandbanking.com) - Copilot 3D: [http://copilot.microsoft.com/labs/experiments/copilot-3d](http://copilot.microsoft.com/labs/experiments/copilot-3d?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Liquidität entscheidet über Wachstum: Was der Mittelstand jetzt verstehen muss URL: https://paymentandbanking.com/liquiditaet-entscheidet-ueber-wachstum-was-der-mittelstand-jetzt-verstehen-muss/ Last updated: 2025-09-14T11:58:36.000Z ***Liquidität ist kein Puffer mehr, sondern Wachstumstreiber. Die Visa-Studie zeigt: Wer Cashflow smart managt, sichert Geschwindigkeit und Zukunftsfähigkeit im Mittelstand.*** Ausgangspunkt für diese Einschätzung von mir ist die aktuelle [Visa-Studie ](file:///C:/Users/Dana%20L%C3%BCder/Downloads/2024-25-middle-market-growth-corporates-working-capital-index.pdf)zum Thema Working Capital. Dazu habe ich auf LinkedIn einen Artikel veröffentlicht. Umso mehr freue ich mich, dass der Text auch hier bei Payment & Banking als Gastbeitrag erscheint. Es ist mir wichtig, dass das Thema stärker auf die Agenda rückt. Dass dies inzwischen passiert, zeigt auch die diesjährige Banking Exchange in Frankfurt am 16.9., bei der mehrere Panels die Rolle von Mittelstand und KMUs beleuchten. ## **Schnelligkeit schlägt Konditionen: Warum Cashflow-Management für KMU zur strategischen Führungsaufgabe werden muss** Wenn wir über die Zukunft des deutschen Mittelstands sprechen, kommen viele sofort auf die bekannten Themen zu sprechen: Fachkräftemangel, Digitalisierung, Regulierung. Alles wichtig, keine Frage. Doch in diesen Diskussionen wird meiner Meinung nach ein Punkt oft unterschätzt – die Liquidität. Dabei zeigt die neue Visa-Studie zum *Middle-Market Growth Corporates Working Capital Index 2024–2025* sehr deutlich: Liquiditätsmanagement entscheidet darüber, ob Unternehmen wachsen können oder nicht. ## **Wachstum braucht Geschwindigkeit** In einer Wirtschaft, in der sich Märkte und Technologien rasant verändern, reicht es nicht mehr aus, gut aufgestellt zu sein. Es kommt darauf an, im entscheidenden Moment handlungsfähig zu sein. Wer erst Finanzierung beschaffen muss, ist zu spät. Wer liquide ist, kann sofort zugreifen. Die Visa-Studie liefert dafür eindrückliche Zahlen: Die erfolgreichsten 20 Prozent der Unternehmen zahlen ihre Rechnungen **28 Prozent schneller**, senken ihre Zinskosten um **25 Prozent** und sparen dadurch jährlich im Schnitt **11 Millionen US-Dollar**. Diese Unternehmen haben verstanden, dass Liquidität kein Sicherheitspuffer ist, sondern der entscheidende Wachstumshebel. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/visa-studia-grafik-1.jpg) ## **Vom Notgroschen zum Wachstumsinstrument** Bemerkenswert finde ich wie sich sich die Rolle des Liquiditätsmanagements verändert hat. Mehr als 80 Prozent der befragten CFOs und Treasurer nutzen inzwischen Working-Capital-Lösungen – ein Anstieg von 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig setzen immer mehr Firmen Liquidität **geplant und strategisch** ein, statt sie nur im Notfall anzuzapfen. Das entspricht einem Plus von 16 Prozent. Für den deutschen Mittelstand, der unter gestiegenen Finanzierungskosten, Fachkräftemangel und dem Druck zur digitalen wie nachhaltigen Transformation steht, liegt hier eine große Chance. Wer seine Liquidität aktiv steuert, verschafft sich Freiräume – nicht nur, um Krisen zu meistern, sondern um gezielt zu investieren. ## **Kunden wollen Schnelligkeit und Einfachheit** Ein weiterer zentraler Befund der Studie betrifft die Erwartungen der Kunden. Rund **22,6 Prozent** der Unternehmen wünschen sich personalisierte Finanzservices – und das sogar mehr als bessere Konditionen oder technologische Innovationen. Das zeigt: Es geht nicht mehr nur um Kosten, sondern um Einfachheit, Geschwindigkeit und Relevanz. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/09/visa-studia-grafik-2.jpg) Gerade für KMU bedeutet das, dass Finanzprodukte dort verfügbar sein müssen, wo sie gebraucht werden: im Checkout, in der Buchhaltung, direkt in den Geschäftsprozessen. Embedded Finance ist deshalb kein Trendbegriff mehr, sondern ein handfestes Wettbewerbsthema. ## **Meine Empfehlung: Die drei Säulen für eine stabile Basis** Aus den Ergebnissen der Studie leite ich für den Mittelstand eine klare Empfehlung ab: Wer künftig agil und wettbewerbsfähig bleiben will, braucht eine Liquiditätsbasis, die auf drei Säulen steht. - **Kreditkarten** – Sie sichern schnellen und unkomplizierten Zugriff auf Kapital. - **Embedded Finance** – Finanzierung muss direkt in Geschäftsprozesse integriert werden, um im entscheidenden Moment keine Zeit zu verlieren. - **Banken** – Trotz aller Innovationen bleiben sie unverzichtbare Partner für langfristige Finanzierung und Stabilität. Die richtige Balance zwischen diesen drei Elementen ist entscheidend. KMU, die ausschließlich auf klassische Bankfinanzierung setzen, werden an Geschwindigkeit verlieren. Nur wer flexibel denkt und verschiedene Instrumente kombiniert, kann Chancen konsequent nutzen. ## **Fazit: Liquidität ist ein strategisches Führungsthema** Die Studie zeigt eindeutig: Liquidität entscheidet über Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit. Für den Mittelstand darf sie kein Randthema mehr sein, das in der Finanzabteilung abgelegt wird. Sie gehört auf die Agenda der Geschäftsführung. Ich bin überzeugt: Wer heute eine smarte Liquiditätsbasis schafft, wird morgen jede Chance nutzen können – egal ob es um neue Märkte, digitale Geschäftsmodelle oder nachhaltige Investitionen geht. Der Mittelstand hat das Know-how, die Innovationskraft und die Nähe zu den Kunden. Aber nur, wer auch liquide ist, wird daraus echten Erfolg machen. ### Crypto-backed Lending: Wenn Bitcoin zur Kreditsicherheit wird URL: https://paymentandbanking.com/crypto-backed-lending-wenn-bitcoin-zur-kreditsicherheit-wird/ Last updated: 2025-09-22T09:02:35.000Z **Das Traumhaus mit einem Bankdarlehen finanzieren – und dafür Bitcoin als Sicherheit hinterlegen? Das wird schon bald möglich sein. Denn zwei Welten, die im Kreditgeschäft bislang wenig miteinander zu tun hatten, rücken mit Crypto-backed Lending zusammen.** Deutschland ist Europas größter Krypto-Markt: 5,8 Millionen Menschen halten laut [BlackRock](https://www.blackrock.com/de/privatanleger/literature/brochure/crypto-bitcoin-people-and-money-germany-infographic.pdf?switchLocale=y&siteEntryPassthrough=true&ref=paymentandbanking.com) Kryptowährungen, vor allem Bitcoin. 1,7 Millionen planen den Einstieg. Trotz Schwankungen hat der Bitcoin in den letzten Jahren gut performed und traditionelle Anlageklassen weit hinter sich gelassen. Für viele junge und digitalaffine Besitzer ist deshalb klar: Sie wollen ihre Coins nicht verkaufen, aber sie suchen nach Möglichkeiten, damit ihre Liquidität zu steigern. Sei es für den Kauf einer Immobilie, eines neuen Autos oder für andere Konsumgüter. Für Banken ist das die Gelegenheit, mit kryptobasierten Krediten eine Kundengruppe zu gewinnen, die sie mit klassischen Kreditmodellen kaum erreichen. ## **MiCAR als Türöffner für kryptobasierte Kredite** Crypto-backed Lending basiert dabei nicht auf Smart Contracts, sondern ist mit einem Lombardkredit vergleichbar: Der Kreditnehmer hinterlegt Bitcoin bei der Bank als Sicherheit (Collateral), im Gegenzug erhält er die Kreditsumme in Euro. Rückendeckung erhält dieses Modell von MiCAR, der EU-Verordnung für Krypto-Assets. Sie schafft erstmals einen verbindlichen Rechtsrahmen. Banken mit kryptobasierten Krediten gelten als Crypto Asset Service Provicer (CASP) und unterliegen strengen Berichtspflichten. Zur praktischen Umsetzung haben die europäischen Aufsichtsbehörden (ESAs) über die European Securities an Markets Authority (ESMA) [Leitlinien](https://www.esma.europa.eu/press-news/esma-news/esas-provide-guidelines-facilitate-consistency-regulatory-classification?ref=paymentandbanking.com) veröffentlicht, die für eine einheitliche Klassifizierung von Crypto-Assets sorgen. Was auf den ersten Blick wie eine weitere regulatorische Hürde erscheint, ist tatsächlich ein Vorteil im Wettbewerb mit sogenannten dezentralen Finanzplattformen, die auf Blockchain und Smart Contracts setzen. Denn die bei klassischen Finanzinstituten bereits fest etablierten Geldwäsche-, Onboarding- und Compliance-Prozesse schaffen Vertrauen bei potenziellen Kunden. Zudem erlaubt MiCAR den Banken grenzüberschreitende Angebote im gesamten EU-Binnenmarkt, ohne dass pro Land separate Genehmigungen nötig sind. ## **Wie Crypto-backed Lending ins Kernbanksystem integriert wird** Die eigentliche Herausforderung für Finanzinstitute liegt aber in der Anbindung an das Kernbanksystem. Kreditvergabe, Wallet-Management, Sicherheitenbewertung und Reporting müssen durchgängig in bestehende Systeme integriert werden. Hier kommen sogenannte „Middleware“-Lösungen ins Spiel: Beim Crypto-backed Lending verbinden sie Core Banking mit Bitcoin-Verwahrstellen und -Handelsplätzen, steuern Datenflüsse und stellen sicher, dass regulatorische Vorgaben eingehalten werden. Ein Beispiel für eine solche Middleware-Lösung ist der Crypto Lending Pilot (CLP). Er unterstützt Banken unter anderem beim Wallet-Management und überwacht Kursverluste in Echtzeit. Für kryptobasierte Kredite sind Sicherheits-Wallets bei Banken notwendig, in denen die Kunden ihre Bitcoins hinterlegen können. Sinkt der Wert der Coins in einem Subwallet unter eine vereinbarte Schwelle, greift eine Margin-Call-Logik. Der Kunde kann dann nachbesichern, andernfalls wird das Collateral liquidiert. Anders als bei Smart Contracts sind mit dem Crypto Lending Pilot zudem Anpassungen wie Sondertilgungen, Umschuldungen oder Pfandtausch wie im klassischen Kreditgeschäft möglich. Erste Banken wollen noch bis Ende des Jahres Pilotprojekte starten, dann wären Kredite bereits 2026 Realität. ### „Fintech des Jahres-Award“ – Große Ideen brauchen eine Bühne URL: https://paymentandbanking.com/fintech-des-jahres-award-grosse-ideen-brauchen-eine-buehne/ Last updated: 2026-05-06T10:17:56.000Z **Ab dem 15\. September ist es wieder so weit – die Bewerbungsphase für den renommierten Fintech des Jahres Award beginnt!** Der “*Fintech des Jahres Award 2025”* ist mehr als eine Auszeichnung – er ist ein Spotlight auf Visionär:innen, die unsere Finanzwelt verändern. Hier treffen Mut und Leidenschaft auf Anerkennung, hier werden Geschichten von Gründer:innen, Investor:innen und Unternehmen erzählt, die Grenzen verschieben und Zukunft gestalten. Wer sich bewirbt, kämpft nicht nur um einen Award, sondern um Sichtbarkeit, Einfluss und die Chance, Menschen zu inspirieren und mit Visionen zu überzeugen. ## **Die Vorteile für die Bewerber:innen im Überblick** - Präsenz mit Logo auf der Bühne während der [DigiFin](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com) - Nennung der Nominierten auf der Seite von[ paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//paymentandbanking.com) - Zugang zu einem exklusiven Netzwerk, bestehend aus Investor:innen, Gründer:innen und Multiplikatoren der Branche - hochwertiger Award und Urkunde - Porträt der Gewinner:innen im Nachgang auf dem reichweitenstarken Portal von[ paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//paymentandbanking.com) - Videostatement mit den Preisträger:innen Fintechs und Unternehmer können sich direkt bewerben Ihr seid aufgerufen, über unser Online-Formular eure Unterlagen und Business-Cases einzureichen. Dort habt ihr die Chance uns zu beweisen, warum ihr einen der begehrten Awards verdient habt. Aufgerufen sind Bewerbungen für folgende Kategorien: [**Fintech des Jahres Newcomer**](https://forms.gle/retgGSqff96YTDEA8?ref=paymentandbanking.com) Newcomer sind Fintechs, die noch Early Stage sind, oder eine Seed-Finanzierung bekommen haben oder bisher unter zwei Millionen Euro finanziert wurden. Die Gründung darf maximal zwei Jahre her sein. Das Fintech muss in Deutschland gegründet beziehungsweise in Deutschland mit einer Entität aktiv sein. [Jetzt bewerben für die Kategorie FINTECH DES JAHRES NEWCOMER](https://forms.gle/retgGSqff96YTDEA8?ref=paymentandbanking.com) [**Fintech des Jahres etabliert**](https://forms.gle/1xkNTsEz1YWNUxYW8?ref=paymentandbanking.com) Bei den etablierten Fintechs handelt es sich um „Later Stage Fintechs“, die nicht mehr unter die Kategorie Newcomer fallen und mindestens zwei Jahre auf dem Markt aktiv sind und mindestens sechs Monate mit Entität in Deutschland aktiv sind. [Jetzt bewerben für die Kategorie FINTECH DES JAHRES ETABLIERT](https://forms.gle/1xkNTsEz1YWNUxYW8?ref=paymentandbanking.com) [**Fintech Investor:in des Jahres**](https://forms.gle/Q4qKKmdwv8HHQhAY7?ref=paymentandbanking.com) Diese Kategorie würdigt eine Einzelperson oder eine Organisation, die im Bereich Fintech-Investitionen herausragende Leistungen erbracht hat. [Jetzt bewerben für die Kategorie FINTECH INVESTOR DES JAHRES](https://forms.gle/Q4qKKmdwv8HHQhAY7?ref=paymentandbanking.com) [**Insurtech des Jahres**](https://forms.gle/secdh5SZczbLJnPy5?ref=paymentandbanking.com) Ausgezeichnet wird ein Insurtech, das die Versicherungsbranche durch innovative Technologien, neue Geschäftsmodelle oder besondere Kund:innenorientierung prägt. Im Fokus steht die Weiterentwicklung klassischer Versicherungsprozesse – von Vertrieb über Underwriting bis hin zu Schadenmanagement – durch digitale Lösungen. Das Unternehmen muss in Deutschland gegründet oder mit einer Entität hierzulande aktiv sein und mit seinem Ansatz einen spürbaren Beitrag zur Modernisierung und Attraktivität des Versicherungssektors leisten. [Jetzt bewerben für die Kategorie INSURETECH DES JAHRES](https://forms.gle/secdh5SZczbLJnPy5?ref=paymentandbanking.com) ## **Regeln für die Bewerbungen für den Award** **Was ist ein Newcomer?** - max. Early Stage oder Seed-Finanzierung bzw. unter zwei Mio. Funding - Gründung max. zwei Jahre her/Eintrag im Handelsregister (rückwirkend ab dem 1\. August 2020) - Produkt muss auf dem Markt sein - Keine Unternehmen in der (Open) Beta-Phase - Fintechs muss in Deutschland gegründet bzw. hier aktiv sein **Was ist ein “etabliertes” Fintech?** - Muss mind. seit 2 Jahren am Markt sein - Later Stage Fintechs, die nicht mehr unter die Kategorie Newcomer fallen Ihr seid gefragt, macht mit! Im Zeitraum vom **15.9\. bis einschließlich 03.10\. 2025** können sich alle Unternehmen über die Formulare bewerben. In der jeweiligen Kategorie findet ihr ein Formular, das ausgefüllt werden muss. ## **Juryvergabe** Ein Teil der Awards wird von einer hochkarätigen Jury vergeben – darunter das *Fintech des Jahres*, Newcomer des Jahres sowie die Auszeichnungen *Unternehmer:in des Jahres (m/w), Insurtech des Jahres und Investor:in des Jahres*. Damit fließen Fachwissen, Erfahrung und ein geschulter Blick für Wirkung und Innovation in die Entscheidung ein. **Unternehmerin des Jahres** Ausgezeichnet wird eine Gründerin oder Geschäftsführerin, die im Fintech-Sektor mit außergewöhnlicher Innovationskraft, Führungsstärke und Wirkung überzeugt. Sie steht für Unternehmertum, Vorbildfunktion und nachhaltigen Erfolg. **Unternehmer des Jahres** Diese Kategorie ehrt einen Gründer oder Geschäftsführer, der das Fintech-Ökosystem mit Innovationskraft, Weitblick und herausragendem Unternehmertum prägt. Er steht für unternehmerischen Erfolg, Führungsstärke und Wirkungskraft. ## **Community Vergabe** **Fintech der Herzen – Unternehmen** Ab dem 03.11\. 2025 ist eure Meinung gefragt: Welches FinTech wählt die Community zum Sieger? Aus unserer Longlist aller Bewerbungen und Nominierungen wählt ihr das F*intech der Herzen 2025.* Diese Kategorie würdigt das Fintech, das durch besondere Kund:innen-Nähe, Glaubwürdigkeit oder gesellschaftliches Engagement überzeugt. Im Mittelpunkt stehen **Vertrauen, Wirkung** und **Beitrag zur Community**, nicht allein Wachstum oder Funding. ## Die Jury Auch in diesem Jahr vereint unsere Jury führende Köpfe der Branche – Vordenker:innen, Impulsgeber:innen und Gestalter:innen der Finanzindustrie. Den Vorsitz übernimmt **Kevin Hackl**, der mit seiner Expertise und Erfahrung die Arbeit der Jury leitet und die Auswahlprozesse maßgeblich prägt. Unsere wunderbare Jury bildet sich aus: - Aiga Senftleben, Billie - Stefan Krautkrämer - Jessica Holzbach - Lea Siering, Zalando - Michael Ballaice, Redstone - Miriam Wohlfarth, Banxware / Payment & Banking ## **Das Community-Voting startet im November** Die Liste der eingereichten Bewerbungen für den Publikumspreis schalten wir ab 3\. November zum Community-Voting frei. Die Preisträger:innen zum Fintech des Jahres küren wir am 18.11.2025 im Rahmen der DigiFin. ### Wenn dein Gehirn nicht Windows oder Mac ist: Neurodivergenz im Finanzsystem URL: https://paymentandbanking.com/wenn-dein-gehirn-nicht-windows-oder-mac-ist-neurodivergenz-im-finanzsystem/ Last updated: 2025-09-11T05:36:29.000Z ***Das Finanzwesen ist nicht neutral, es bevorzugt neurotypische Denkweisen – für viele andere wird es unnötig kompliziert und teuer. Warum Banken umdenken sollten.*** Stell dir vor, du versuchst ein Apple-Gerät mit etwas zu verbinden, das nicht von Apple ist. Genau so fühlt es sich an, neurodivergent in einer Welt zu leben, die auf neurotypische Menschen zugeschnitten ist. Dein Gehirn läuft auf einem anderen Betriebssystem. Kompatibilität ist möglich, aber schwierig. Unter das Spektrum der Neurodivergenzen fallen verschiedene Diagnosen, mehr dazu könnt ihr in [diesem Beitrag](https://paymentandbanking.com/warum-menschen-mit-adhs-co-von-banken-benachteiligt-werden/) lesen. Neurodivergenzen sind also vielfältig: Wer eine Person kennt, kennt genau diese eine – und nicht alle. Deshalb werde ich mich auf drei Neurodivergenzen und die Erfahrungen im Finanzwesen beschränken: Autismus, ADHS und Dyskalkulie (das ist, wenn dein Gehirn Zahlen und Rechnungen anders verarbeitet). ## **Autistische Menschen werden auf dem Arbeitsmarkt benachteiligt** Es gibt mehr Studien darüber, wie viel eine autistische Person die Gesellschaft kostet, als es zur Unterstützung von Autist\*innen im Bankwesen gibt.[Studien](https://journals.sagepub.com/doi/full/10.1177/13623613231196085?ref=paymentandbanking.com) zum subjektiven Wohlstand autistischer Menschen existieren wiederum gar nicht. Was es jedoch gibt: Anzeichen dafür, dass autistische Menschen häufig [unterqualifizierte Arbeit angeboten bekommen oder arbeitslos](https://doi.org/10.1007/s10803-014-2112-z,%20https://www.ons.gov.uk/peoplepopulationandcommunity/healthandsocialcare/disability/articles/outcomesfordisabledpeopleintheuk/2020?ref=paymentandbanking.com#employment,%20https://doi.org/10.1542/peds.2011-2864) sind. Und das ist definitiv schlecht fürs Bankkonto. ## **Kaum Hilfe für Menschen mit ADHS** Ebenfalls schlecht fürs Bankkonto ist ADHS – aber aus anderen Gründen. Das liegt unter anderem an der sogenannten ADHS-Steuer: Impulskäufe, Mahngebühren, Inkasso-Forderungen, vergessene oder verlorene Gegenstände und weiterlaufende Abos gehören bereits zur Grundausstattung. Darüber werden Menschen mit ADHS zwar informiert – leider passiert das meist auf Basis von „hast du schon mal eine Excel-Tabelle und ein Haushaltsbuch probiert”, was zur individuellen Verantwortung (und Überforderung) beiträgt. Schusseligkeit und Vergessen sind Symptome davon, dass das Gehirn mehr Reize auf einmal verarbeitet, aber nicht alle davon gleichzeitig behalten kann. „Sich zusammenreißen“ oder „einfach mal dran denken“ sind deshalb keine hilfreichen Vorschläge. Die Impulskäufe sind ein Symptom der Dopamin-Verarbeitung eines ADHS-Gehirns. Aus den gleichen Gründen sind Menschen mit ADHS [häufiger von Suchterkrankungen](https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-2005-923369?device=mobile&innerWidth=980&offsetWidth=980&ref=paymentandbanking.com) betroffen. Für viele Betroffene bleiben oft nur zwei Reaktionen: Scham – und das Gefühl, allein verantwortlich gemacht zu werden Scham darüber, nicht mit Geld umgehen zu können. Scham darüber, dass wieder Mahngebühren, Abos oder Inkasso-Mahnungen ins Haus flattern. Gleichzeitig Werbung für Kredite, die „alles einfach lösen“ würden. Das verführerische Lächeln eines Dispokredits. Kreditkarten, deren Abrechnung erst am Monatsende kommt – dann aber dicke. Wer sich Hilfe sucht, landet auf Seiten, die mit einfachen Tipps helfen sollen/wollen. Meistens endet diese Information darin, dass sich Menschen besser organisieren sollten. Oder darin, ob sie es schon mal mit Daueraufträgen oder Lastschrifteinzügen versucht hätten (beides kann ein Konto sehr schnell ins Minus treiben, wenn es nur einmal im Jahr kommt, dann aber unvorhergesehen). Was dabei übersehen wird: Die neurodivergente Hirnverdrahtung gibt diese Formen der „Lösungen“ nicht vor. Ein Haushaltsbuch muss regelmäßig geführt werden, ein Tagesgeldkonto verstanden werden. ## **Banking für neurodivergente Kund:innen selten barrierefrei** Wenn dann noch die Zahlen im Kopf Tango tanzen, führt das im Zweifelsfall zu noch mehr Kuddelmuddel – und die Wahrscheinlichkeit, eine Neurodivergenz zu haben, ist höher, wenn noch eine andere Neurodivergenz besteht. (Die Kombi ADHS und Dyskalkulie ist vergleichsweise häufig und somit sind die Finanzen ein Chaos, das balanciert und ignoriert, nicht aber beherrscht wird.) Banken werben mit Lösungen – auf eine Art und Weise, die viele neurodivergente Menschen überfordert. Beratungen sind soziale Situationen, die ebenfalls mit sozialen Normen einhergehen – was bei autistischen Menschen zu Stress und Vermeidungssituationen führen kann. Die Priorisierung, in welchem Bereich eine Beratung benötigt wird, kann bereits auf der Website oder in der Filiale zu Überforderung führen: Woher sollen Menschen wissen, welche der unterschiedlichen Service-Stellen zuständig ist? Gerade wenn es um die Trennung eines Geschäftskontos von einem Privatkonto geht, wirken die Zuständigkeiten von außen identisch. Um dann vor Ort zu hören, „da können wir Ihnen nicht helfen, sie müssen in die nächste Großstadt fahren“ (um auch dort niemanden zu haben, der helfen kann). Wie kompliziert das ist, habe ich, gemeinsam mit meinem Team, schon selbst erfahren müssen. Wir brauchten ein neues Geschäftskonto. Wir haben bei zwei Menschen einmal Autismus und einmal ADHS plus Dyskalkulie. Unser letzter Kontowechsel war pures Chaos – obwohl wir einen Kontowechsel-Service beauftragt hatten. Während die Bank vor allem mit „wir kümmern uns um alles” warb, flatterte dann einige Wochen später ein dicker Brief voller Vordrucke ein, die wir selbst den (manchmal per Adresse zugeordneten, manchmal nicht) Stellen, Personen, Firmen und Organisationen schicken sollten. Zusätzlich noch eine autistische Person, die beim Video-Ident mit unklaren Anweisungen konfrontiert und entsprechend überfordert war. Wenn ich händisch die letzten zwei Jahre meiner Kontobewegungen überprüfen muss, um einschätzen zu können, ob hier eine Information über den Kontowechsel notwendig ist, ist der „Service” diesbezüglich überschaubar. Vom produzierten Altpapier für alle Stellen, bei denen keine Adresse ermittelt werden konnte, ganz abgesehen. ## **Was neurodivergtenen Menschen helfen kann** Hier hätte ich mir ein Formular gewünscht, das mir (ähnlich wie meine Buchhaltungssoftware) Vorschläge gibt, was passend sein könnte und davon ausgehend dann die Vordrucke erstellt. So gab es organisatorisches Chaos, mehrere SEPA-Mandate, die dreimal geändert werden mussten und einige Lastschriftaufträge, die weiterhin versuchten, von einem geschlossenen Konto Geld einzuziehen (und die daraus entstehenden Gebühren). Service? Sieht anders aus. Gerade autistische Menschen benötigen häufig Routinen und Kontrollen – und im Finanzwesen passieren viele Dinge „hinter den Kulissen“. Und da sind wir nur im Bereich der Girokonten und des täglichen Bedarfs. Altersvorsorge, Spekulationen, der Vergleich unterschiedlicher Sparmöglichkeiten oder auch Anlageoptionen sind hier noch gar nicht einbezogen. Hinzu kommen regelmäßige Werbungen, die FOMO auslösen sollen und zum Wechseln einladen (aber die Kosten stehen dann im Kleingedruckten). Neurodivergente Menschen bleiben Banken treu, wenn sie sich willkommen fühlen. Dafür müssten Banken ihre Angebote aber neu denken. ### PSD3 & PSR: Was sich beim Open Banking jetzt ändert URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-was-sich-beim-open-banking-jetzt-aendert/ Last updated: 2025-09-11T05:51:28.000Z ****Annerton-Experte Peter Frey erklärt im „Alles Legal”-Podcast, wie PSD3 und PSR künftig das Open Banking regulieren. Von Schnittstellenpflichten über digitale Dashboards bis hin zum Verhältnis zwischen FIDA und PSD3/PSR.** Im Zentrum der neuen Folge steht das Verhältnis zwischen kontoführenden Banken und Drittanbietern (Kontoinformationsdienstleister und Zahlungsauslösedienstleister). Künftig werden die Regeln klarer und die Anforderungen konkreter: Kontoführende Banken müssen wie bisher APIs bereitstellen, technische Dokumentationen hierzu veröffentlichen, Testumgebungen schaffen und ihren Kund:innen ein Permission Dashboard zur Verwaltung von Zugriffsrechten der Drittanbieter anbieten. Zugleich wird der Kontozugang für Drittanbieter durch das an kontoführende Banken gerichtete Verbot der Einrichtung von zusätzlichen Registrierungspflichten oder anderen Zugangshürden abgesichert. Peter Frey ordnet die Entwicklungen auch im größeren Kontext von Open Finance ein: Die FIDA-Verordnung wird künftig den Zugang von Drittanbietern zu anderen Finanzdaten regulieren – PSD3 und PSR werden jedoch nach wie vor den Regulierungsrahmen für den Zugang zu Zahlungskontodaten bilden. Jetzt reinhören – überall, wo es Podcasts gibt. ### Exklusiv: Nao geht in die Niederlande URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-nao-geht-in-die-niederlande/ Last updated: 2025-10-02T19:07:19.000Z **Das Berliner Wealthtech Nao expandiert aus einem guten Grund ins deutsche Nachbarland. *Payment & Banking* kennt die Expansionspläne.** Private Equity, Venture Capital, Infrastruktur-Fonds: Was bisher den Reichen und institutionellen Anlegern vorbehalten war, soll nun für jeden zugänglich werden. Mit diesem Versprechen ist das Berliner Fintech Nao gestartet und trägt das Konzept nun auch ins Ausland. Wie *Payment & Banking* vorab erfuhr, expandiert Nao in die Niederlande und will auch dort mit alternativen Anlageklassen ab einem Euro punkten. Nao-Gründer [Robin Binder](https://www.linkedin.com/in/robin-binder-8a124916a/?ref=paymentandbanking.com) begründet die Expansion so: „Niederländerinnen und Niederländer sind finanzaffin und gegenüber innovativen Anlagelösungen aufgeschlossen“, sagt der Gründer. „Sie suchen nach transparenten und kostengünstigen Lösungen und möchten selbstbestimmt investieren.“ Bisher würden sich die Investments der Niederländer auf traditionelle Anlageklassen konzentrieren. Alternative Investments wie Private Equity oder Infrastruktur-Fonds blieben – wie auch in Deutschland – zumeist institutionellen Anlegern vorbehalten. Dass ausgerechnet das Nachbarland auserkoren wurde, liegt laut Nao an einigen wichtigen Zahlen. So gelten die Niederlande als einer der attraktivsten Märkte für innovative Finanzdienstleistungen in Europa. Mit einem [Pro-Kopf-Geldvermögen von über 117.000 ](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/164626/umfrage/geldvermoegen-pro-kopf-2009/?ref=paymentandbanking.com)Euro und einer ausgeprägten DIY-Mentalität beim Investieren seien die Voraussetzungen durchaus nicht schlecht. Hinzu komme laut Nao, dass niederländische Haushalte übe[r 600 Milliarden Euro angehäuft haben](https://www.dnb.nl/en/general-news/statistical-news/2025/dutch-households-keep-saving-more-than-600-billion-in-bank-accounts/?ref=paymentandbanking.com), davon fast 490 Milliarden auf Sparkonten. Gleichzeitig investiert bereits jeder vierte Haushalt in Wertpapiere. Nur halt nicht so sehr in Private-Equity & Co. Das will Nao nutzen. ## **Erfolgsgeschichte made in Berlin** [Nao wurde 2022 gegründet ](https://paymentandbanking.com/private-markets-duerfen-kein-privileg-fuer-wenige-bleiben/)und war erst einmal mit dem Aufbau des eigenen Start-ups beschäftigt. Nach dem Start in Deutschland im Juni 2023 und der Expansion nach Österreich im August 2024 nutzen mittlerweile tausende Anleger die Plattform für ihren langfristigen Vermögensaufbau. So zumindest sagt es Nao. Ende 2024 sicherte sich das Unternehmen eine Seed-Finanzierung über 3,4 Millionen Euro. Die Idee hinter Nao: Das Fintech kuratierten Fonds großer Partner wie Goldman Sachs Asset Management, UBS, Partners Group oder BNP Paribas Asset Management und macht sie Anlegern bereits ab einem Betrag von einem Euro zugänglich. Die Niederlande sind für Nao offenbar nur ein Zwischenschritt. Dem Vernehmen nach sollen weitere EU-Länder folgen, auch das kuratierte Angebot soll wachsen. ## Ein Hinweis von P&B Vom klassischen Bankgeschäft über Family Offices bis hin zu Venture Capital: Robin Binder kennt die Finanzbranche von innen und wird darüber auch auf der kommenden [Banking Exchange](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com) am 16\. September in Frankfurt sprechen. Wer dabei sein möchte, sollte sich noch schnell ein Ticket sichern. ### „Weniger Herrschaftswissen, mehr Klarheit – auch bei Steuern und Finanzen“ URL: https://paymentandbanking.com/weniger-herrschaftswissen-mehr-klarheit-auch-bei-steuern-und-finanzen/ Last updated: 2025-09-08T08:10:03.000Z ***Agnieszka Walorska will die Bürokratie bezwingen – mit KI und einer ordentlichen Portion Unternehmergeist.** [Agnieszka Walorska ](https://www.linkedin.com/in/agnieszkawalorska/?ref=paymentandbanking.com)ist Gründerin von [*Mika* ](https://www.getmika.de/?ref=paymentandbanking.com)– einem Fintech, das mit AI-Agenten die Buchhaltung und Steuern für kleine Unternehmen übernimmt. Die Ex-UX-Designerin, Tech-Podcasterin und Ausdauersportlerin kennt die Herausforderungen für Gründer:innen aus eigener Erfahrung und will Schluss machen mit komplexen Strukturen und bürokratischen Hürden. Im Interview spricht sie über ihren Weg in die Finanzwelt, ihre Vision einer demokratisierten Finanzlandschaft und warum sie dem Finanzministerium am liebsten ein Papierverbot erteilen würde. ## Wer bist Du und was machst Du? Ich bin Agnieszka Walorska. Unternehmerin, Tech-Nerd und passionierte Ausdauersportlerin. 2006 bin ich zufällig über meinen ersten Job bei StudiVZ in die deutsche Start-up-Szene reingerutscht – und seitdem nicht mehr losgekommen. Ich habe eine ausgeprägte Bürokratieallergie. Deshalb habe ich Mika gegründet: Wir bauen AI-Agenten, die Buchhaltung und Steuern für kleine Unternehmen (GmbHs und UGs). Kurzfristig nehmen wir Unternehmer:innen den ganzen Papierkram ab – langfristig wollen wir die Financial Health von kleinen Unternehmen insgesamt verbessern. Nebenbei hoste ich den Tech-Podcast Zurück zur Zukunft, wo ich jede Woche aktuelle Tech-Trends analysiere und in einen größeren gesellschaftlichen Kontext einordne. ## Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie? So 50–60 Euro. Einfach, weil man in Berlin immer noch an zu vielen Stellen ohne Bargeld aufgeschmissen ist. ## Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet? 2013 habe ich mit meiner ersten Firma zwei große Projekte für Banken und Versicherungen gemacht – UX, Innovation, alles neu denken. Die wollten damals explizit Leute ohne Banking-Brille. Und dann hat mich die Branche nicht so richtig loslassen wollen. Mit der Konsequenz, dass ich meine Firma 2020 an eine der größten Technologieberatungen im Finanzbereich verkauft habe. Zu mika bin ich aber anders gekommen: Bürokratie und Steuerberater haben mich als Gründerin so fertiggemacht, dass ich dachte: Okay, das muss man einfach selbst besser lösen. ## Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern? Ich glaube, dass generative KI hier wirklich etwas bewegen kann. Nicht, weil jetzt jede Bank unbedingt einen Chatbot braucht, sondern viel tiefer: In Finanzen, Versicherungen und Steuern steckt noch immer jede Menge „Herrschaftswissen“, das nur wenigen zugänglich ist – und vor allem weniger privilegierte Gruppen ausschließt. Die aktuellen technologischen Entwicklungen haben das Potenzial, dieses Wissen aufzubrechen und zu demokratisieren. Mein persönlicher Fokus liegt dabei auf kleinen Unternehmen: Gerade in Deutschland ist es extrem komplex und verlangt viel Fachwissen, die eigenen Finanzen im Griff zu behalten. Aber am Ende gilt das Gleiche auch für Privatpersonen – dort gibt es ebenfalls viele Hürden. ## Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte? Wie in jedem Bereich: es kommt drauf an. Es ist ein ständiger Chase. Mal sind die Newcomer schneller im Scaling, mal schaffen es die Incumbents, ihre Produkte auf Vordermann zu bringen. Revolution oder Revolte hängt also nicht am Label „Fintech“ – sondern an der Frage, wer Geschwindigkeit und Relevanz besser kombiniert. ## Wenn Du Finanzministerin wärst, was würdest Du sofort ändern? Den Job will ich echt nicht haben – ehrlich gesagt beneide ich auch niemanden, der ihn hat… Aber klar ist: Wir brauchen ein Steuersystem, das den Herausforderungen des 21\. Jahrhunderts gewachsen ist. Außerdem sind heute Gründung, Unternehmensführung und auch Schließung in Deutschland so bürokratisch, dass man sich als Gründer:in schnell wie ein potenzieller Schwerverbrecher fühlt. Wer hat da bitte noch Lust, ein Unternehmen aufzubauen? Die bürokratischen Pflichten, vor allem für Klein- und Kleinstunternehmen müssen drastisch runter. Und ohne ins Detail zu gehen: auch das Steuerberatergesetz könnte dringend ein Update vertragen. Und ja – den Finanzämtern würde ich sofort ein Papierverbot erteilen. ## Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”. Bei dem Gründer-Arbeitspensum muss ich mich da leider zwischen „Lesen“ und „Freunde treffen“ entscheiden. Und da ich introvertiert bin und im Job schon genug Interaktion habe, entscheide ich mich meistens für die Bücher. Aber Spaß beiseite: Ich bin passionierte Ausdauersportlerin und trainiere eigentlich immer für irgendeinen Marathon oder Triathlon. Außerdem ist mein Tech-Podcast Zurück zur Zukunft mein Hobby – und wenn ich die Zeit finde, setze ich mich (zum Leidwesen meiner Nachbarn) auch mal ans Klavier. ## Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse? Apple Pay ## Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? Tatsächlich die, die meiner Meinung nach Herrschaftswissen im Finanzbereich demokratisieren: ● Trade Republic – und auch Beatvest im Investment-Bereich (auch wenn ich Beatvest selbst nicht nutze). ● Taxfix – weil sie die persönliche Steuererklärung maximal vereinfacht haben. Taxfix und Trade Republic sind für mich Vorbilder für das, wo ich mit mika hin will: Steuern und Finanzen für kleine Unternehmen so einfach machen, wie es heute für Privatpersonen schon möglich ist. Und wir sind auf dem weg dahin. mika ist auch tatsächlich die Anwendung, die ich mit am meisten nutze. Eat your own dog food eben: Ich mache unsere Buchhaltung selbst, damit ich den Touch mit den Problemen und Bedürfnissen unserer User nie verliere. ### Die wichtigsten Fintech-News im August URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-august/ Last updated: 2025-09-05T08:26:42.000Z *Andre Bajorat und Jochen Siegert lassen in der aktuellen Folge des Fintech-Podcast den vergangenen Monat Revue passieren. Es gab reichlich zu besprechen: Führungswechsel bei N26, Chaos bei PayPal, Klarna will mal wieder an die Börse. Das und viel mehr gibt’s zu hören.* Nichts war es mit Sommerloch: In der Fintech-Welt war im August so einiges los. Die Nachrichtenlage dominierte N26, wo sich die Gründer wohl mehr oder weniger freiwillig verabschieden. Aber auch PayPals Blackout ist Thema bei Jochen Siegert und André Bajorat. Und es sind längst nicht nur die großen Firmen, die für Schlagzeilen sorgten. Ein Überblick über die wichtigsten News: ## **Ex-Bundesbanker Dombret soll Einschnitt bei N26 begleiten** Die Neobank[ N26 plant, mit Andreas Dombret,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b8ecc67327&e=8ddd8b3507&ref=paymentandbanking.com) ehemaliger Bundesbank-Vorstand, einen erfahrenen Experten als neuen Aufsichtsratschef zu etablieren. Er soll im Oktober den Vorsitz übernehmen, während der bisherige Vorsitzende Marcus Mosen in den Vorstand und die Co-CEO-Rolle wechselt. Die Bankenaufsicht hat dem Wechsel bereits zugestimmt. Die geplante Neubesetzung könnte wichtige Impulse für die strategische Weiterentwicklung der Bank liefern, wie beispielsweise die[ geplante formale Zustimmung der Finanzaufsicht](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=875a4e1315&e=8ddd8b3507&ref=paymentandbanking.com) zeigt. Dombret wird von den Gründern und Investoren unterstützt und soll die Bank in eine neue Phase begleiten – weitere Details zur[ Entwicklung bei N26](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8a494feffe&e=8ddd8b3507&ref=paymentandbanking.com) stehen bevor. ## **Banken legen PayPal-Zahlungen auf Eis – Unsicherheit für Millionen Nutzer** [Nach schwerwiegenden Sicherheitsproblemen,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=621eddaaa8&e=8ddd8b3507&ref=paymentandbanking.com) bei denen offenbar Zahlungen an Kriminelle übersehen wurden, haben deutsche Banken den Zahlungsverkehr mit PayPal zeitweise gestoppt. Betroffen sind Zahlungen in Milliardenhöhe, die aktuell blockiert sind. Die Maßnahmen folgten, nachdem mutmaßlich Millionen von Kontodaten im Darknet gehandelt wurden. Mehr zur Dimension der Attacke und was Nutzer jetzt tun sollten, erfahren Sie in diesem ausführlichen Bericht über den zeitweisen PayPal-Stopp für deutsche Kunden. ## **Euro-Stablecoin EURAU von AllUnity erstmals auf Bitpanda gelistet** Die regulierte, vollständig euro-basierte Stablecoin EURAU des Zahlungsdienstleisters AllUnity ist ab[ sofort auf der europäischen Krypto-Plattform Bitpanda handelbar](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=d2690b5f11&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com). Millionen Nutzern eröffnet diese Integration unkomplizierten Zugang zu einem regulierten digitalen Euro-Token, der sowohl für Trading als auch für DeFi-Anwendungen genutzt werden kann. Mit starker institutioneller Unterstützung und voller MiCAR-Konformität markiert dies einen wichtigen Schritt in Richtung digitaler Finanzinfrastruktur für Europa – und schafft eine Brücke zwischen klassischen und dezentralen Finanzsystemen. Weitere Infos finden Sie direkt auf der Unternehmensseite von AllUnity sowie in den Details zu Bitpanda. ## **TWINT überschreitet 6-Millionen-Nutzer-Marke in der Schweiz** TWINT[ verzeichnet mit über 6 Millionen aktiven Nutzerinnen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=41874510ce&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com) und Nutzern einen neuen Meilenstein und bestätigt damit die steigende Bedeutung mobiler Bezahllösungen im Alltag der Schweiz. Immer mehr Menschen bezahlen ihre Einkäufe, ÖV-Tickets oder Parkgebühren bequem per App, die inzwischen bei rund 81 % der stationären und 84 % der Online-Händler akzeptiert wird. Dass TWINT auch für Geldtransfers und Spezialangebote genutzt wird, macht die Anwendung vielseitig und unterstreicht ihren festen Platz im digitalen Alltag der Schweiz. ## **Investor rettet KI-Fintech Sub Capitals nach Insolvenz** Das Münchner Start-up Sub Capitals, das mit ambitionierten Plänen in der KI-basierten Geldanlage antrat, wird nach seiner[ Insolvenz von der Orca Capital AG übernommen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=15fef828ee&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com). Der neue Eigentümer, zuvor bereits Minderheitsgesellschafter und Geschäftskunde, führt das Unternehmen als eigenständige Tochter mit reduziertem Team weiter. In Zukunft fokussiert sich Sub Capitals auf ausgewählte Referenzkunden im Asset-Management. Details zur Übernahme und zur neuen Ausrichtung sind im ausführlichen Bericht zugänglich. ## **Klarna erwägt offenbar im September Börsengang in den USA** Der schwedische Zahlungsanbieter[ Klarna](https://www.handelsblatt.com/themen/klarna?ref=paymentandbanking.com) will Insidern zufolge im kommenden Monat einen neuen Anlauf für einen Börsengang in den[ USA](https://www.handelsblatt.com/themen/usa?ref=paymentandbanking.com) wagen. Dabei werde eine Bewertung zwischen 13 und 14 Milliarden Dollar angestrebt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. ## **Raisin Bank unter Aufsicht: Wenn Geldwäscheprävention zum Problemfall wird** Die Finanzaufsicht hatte bereits vor rund zwei Jahren gravierende Mängel in der Geldwäscheprävention der Raisin Bank festgestellt. Anordnung zur Abhilfe folgte Ende 2023\. Betroffen waren unter anderem Risikoanalyse, Kundenevaluierung und Kontrollsysteme im Institut. Die Bank, ein Tochterunternehmen des Berliner Fintechs Raisin, betont, alle Defizite[ konsequent abgearbeitet zu haben und verweist auf bestätigende Prüfungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=517679d698&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com) durch die interne Revision sowie externe Wirtschaftsprüfer. ## **NAO öffnet Zugang zu alternativen Investments bereits ab einem Euro** Das Berliner[ Fintech NAO startet Sparpläne](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=19c3657a3f&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com), mit denen Privatanleger:innen erstmals automatisiert und ab gerade einmal einem Euro in Alternativen wie Private Equity, Infrastruktur oder Venture Capital investieren können. Bisher war der Einstieg erst ab deutlich höheren Beträgen möglich, doch nun ist der Zugang digital und niedrigschwellig. NAO spricht gezielt digitalaffine Nutzer:innen an, die langfristig diversifizieren wollen. ## **DWP Bank übernimmt Fintech Lemon Markets und startet Brokerage-as-a-Service** Die Deutsche WertpapierService Bank (dwpbank), im Eigentum von Volks- und Sparkassen,[ übernimmt Lemon Markets zu 100 %](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0a87120fbe&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com). Ziel ist der Aufbau einer Plattform für Brokerage-as-a-Service (BaaS): Banken, Fintechs und Asset Manager erhalten damit direkten, standardisierten Zugang zum digitalen Handel – ohne eigene Infrastruktur. Die Transaktion markiert einen wichtigen Grundstein für dwpbank im Neobroker-Ökosystem. ## **Stripe stärkt deutschen Markt mit Berlin-Hub und neuen Services für KMU** Stripe expandiert in Deutschland und[ etabliert in Berlin einen neuen Standort](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=d6c1fee352&e=f675261d4e&ref=paymentandbanking.com). Vorgestellt wurden Funktionen wie Open-Banking-Zahlungen (Pay‑by‑Bank), Wachstumskapital via Stripe Capital und verbesserte Betrugserkennung für SEPA-Transaktionen. Damit richtet sich Stripe gezielt an kleine und mittlere Unternehmen, die skalieren wollen – und macht Berlin zur neuen Innovationsdrehscheibe. Das und viel mehr in der aktuellen Folge des Fintech-Podcasts. Viel Spaß beim Hören. ### „Papier ist geduldig – aber Digitalisierung ist schneller“ URL: https://paymentandbanking.com/papier-ist-geduldig-aber-digitalisierung-ist-schneller/ Last updated: 2026-05-11T15:13:18.000Z **Armin Wittemer ist Produktmanager für Global Trade & Payments bei der LBBW – und kämpft mit Leidenschaft gegen Papierberge im Außenhandel.** Mit über 30 Jahren Branchenerfahrung ist Armin Wittemer ein echter Routinier im Transaction Banking, aber weiterhin an neuen Entwicklungen interessiert. Als Tech-Nerd mit schwäbischer Akribie digitalisiert er bei der LBBW Prozesse, die bislang von Stempeln, Zollformularen und langen Wegen geprägt sind. Im Interview spricht er über die Renaissance von Supply-Chain-Finance, warum Fintechs manchmal nur Revolte statt Revolution sind – und was er als Justizminister sofort ändern würde. ***Wer ihn live erleben will: Bei der Banking Exchange 2025 sitzt Armin auf dem Panel „Trade Finance: Jenga für Fortgeschrittene – Was hält, was fällt?“.*** ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Armin Wittemer, aktuell Produktmanager im Bereich „Global Trade & Payments“ bei der LBBW. Mein Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung von Trade-Finance-Lösungen. Gemeinsam mit unseren Kunden entwickle ich innovative Ideen und Geschäftsansätze und forme daraus marktfähige Lösungen – eine spannende Herausforderung in einem Bereich, der oft durch tradierte Prozesse und viel Papier geprägt ist. ## **Wie viel Geld hast Du gerade im Portemonnaie?** Sehr wenig – ich zahle fast ausschließlich mit Wallet und Karte. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Während meines dualen Studiums in einem Industriekonzern bin ich eher zufällig im Treasury-Department gelandet. Dort faszinierten mich sofort die Payment-Themen. Damals war für mich klar, dass ich eines Tages in den Banking-Sektor wechseln möchte, um noch tiefer in das Transaction Banking einzutauchen. Mittlerweile bin ich fast 30 Jahre in der Bankbranche tätig und den Themen Payment, Cash Management und Trade Finance in unterschiedlichen Funktionen treu geblieben. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Im Bereich Payments und Cash-Management sind die Kundenbedürfnisse gut abgedeckt. Hier sehe ich mich aktuell nicht als „Veränderer“. Mein Fokus liegt auf der Digitalisierung im Trade Finance, einem Bereich, in dem nach wie vor Papier und sperrige Prozesse dominieren. Gerade für Deutschlands exportorientierte Wirtschaft ist es entscheidend, dass wir in diesem Thema bei der Digitalisierung als „First Mover“ agieren. Dazu möchte ich meinen Beitrag leisten. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Verbesserung und Digitalisierung von Supply-Chain-Finance-Lösungen (SCF). Diese waren in Zeiten von Nullzinsen und stabilen Lieferketten oft zweitrangig. Aktuell erleben sie jedoch eine Renaissance. SCF-Lösungen sind essentiell, um das Working Capital unserer Kunden in Balance zu halten. Wir Banken müssen hierfür barrierefreie, speziell für den Mittelstand konzipierte Lösungen anbieten. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ein Beispiel für eine echte Revolution sind die deutschen Neobroker. Obwohl das Brokerage schon seit den 2000er-Jahren digital war und traditionelle Onlinebroker als erfolgreich und unantastbar galten, wurde durch die Neobroker eine völlig neue Dynamik geschaffen. Dass sich diese „Revolte“ tatsächlich zu einer erfolgreichen Revolution entwickelte, hat mich ehrlich überrascht. In vielen anderen Bereichen müssen Fintechs erst noch beweisen, ob sie über den Status einer solchen Revolte hinauskommen. Mit zunehmender Regulatorik und der Herausforderung, Skalierung und Profitabilität zu erreichen, dürfte dies für viele Fintechs schwierig sein – wenn nicht gar unmöglich. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Finanzminister möchte ich nie sein. Wenn ich mir jedoch etwas wünschen dürfte, würde ich gerne kurzfristig das Amt des Justizministers übernehmen. Mein Ziel: Die Umsetzung des „UN Model Law on Electronic Transferable Records“ (MLETR) in Deutschland. Dieses Gesetz schafft die Rechtsgrundlage für digitale Handelsdokumente und deren rechtssichere Übertragung. Nach der Umsetzung hätte ich meinen Job erledigt und würde sofort wieder ins Banking zurückkehren. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen“.** Ich laufe gerne und erfülle unseren beiden Katern jeden Wunsch. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Mit Wallet oder Karte. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei liebsten?** Scalable, TradingView und AppleWallet. 👉 Wer Armin live erleben möchte: **Jetzt Ticket sichern für die BEX 2025**! Im Panel *„Trade Finance: Jenga für Fortgeschrittene – Was hält, was fällt?“* geht es um die großen Fragen der Handelsfinanzierung. Warum scheitern so viele digitale Initiativen? Liegt es an mangelnder Prozessharmonisierung, zu viel Regulierung oder fehlender Skalierung? Und vor allem: Was braucht es, damit die digitale Infrastruktur beim nächsten Schock nicht sofort einstürzt? Gemeinsam mit Jan Osenegg, Nadine Brandies, Markus Rupprecht und moderiert von Stefan Schmautz analysiert Armin Wittemer, wie Trade Finance endlich aus dem Schattendasein tritt – und welche Rolle Banken, FinTechs und Infrastrukturanbieter dabei wirklich spielen. [Jetzt schnell noch Ticket für die BEX sichern!](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com) ### PSD3 & PSR: Was sich bei der sicheren Verwahrung von Kundengeldern jetzt ändert URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-was-sich-bei-der-sicheren-verwahrung-von-kundengeldern-jetzt-aendert/ Last updated: 2025-09-03T05:07:46.000Z *Annerton-Experte [Peter Frey](https://www.linkedin.com/in/peter-frey-336397124/?ref=paymentandbanking.com) erklärt im „Alles legal”-Podcast, wie sich die Regeln bei der Kundengeldsicherung durch die neuen EU-Richtlinien ändern und was Banken jetzt tun müssen.* In der neuen Folge dreht sich alles um eines der sensibelsten Themen für Zahlungsinstitute: die Pflicht zur sicheren Verwahrung von Kundengeldern. Wer mit dem Geld anderer arbeitet, trägt Verantwortung – vor allem im Krisenfall. Die neuen EU-Richtlinien PSD3 und PSR greifen dieses Prinzip auf: Sie schreiben vor, wie Kundengelder künftig gesichert werden müssen und nehmen Banken in die Pflicht, entsprechende Konten bereitzustellen. Peter Frey, Partner bei Annerton, erklärt im Podcast, welche Sicherungsmethoden vorgesehen sind, warum Treuhandkonten nach wie vor dominieren und weshalb künftig mehr als ein Konto notwendig ist, um Konzentrationsrisiken zu vermeiden. Neu ist auch: Zahlungsinstitute sollen Kundengelder optional bei der Bundesbank oder einer anderen Zentralbank hinterlegen dürfen, vorausgesetzt, diese bieten das an. Ein echter Fortschritt aus Sicht vieler Institute: Die Insolvenzfestigkeit von Treuhandkonten wird künftig gesetzlich anerkannt. Damit entfallen viele Unsicherheiten rund um Unterdeckungen und Kontostrukturen. Gleichzeitig wird klargestellt: Kundengelder müssen nicht mehr sofort auf ein separates Konto gebucht werden, sondern erst am folgenden Geschäftstag – ein Schritt hin zu mehr Flexibilität. Welche Herausforderungen dennoch bleiben – und was Institute jetzt konkret tun sollten – klärt diese Folge von *Alles Legal – Fintech-Recht kompakt*. Jetzt reinhören – überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. ### Corporate Blockchains: Zukunft oder Sackgasse? URL: https://paymentandbanking.com/corporate-blockchains-zukunft-oder-sackgasse/ Last updated: 2025-09-02T05:35:57.000Z *Corporate Chains wie Arc und Tempo versprechen Compliance im Web3\. Doch sie widersprechen der eigentlichen Idee hinter der Blockchain, die Vernetzung statt Silo-Bildung versprach. Entwickeln wir uns gerade zurück in die Vergangenheit?* [Circle mit Arc](https://www.circle.com/blog/introducing-arc-an-open-layer-1-blockchain-purpose-built-for-stablecoin-finance?ref=paymentandbanking.com), [Stripe mit Tempo](https://www.coindesk.com/business/2025/08/12/stripe-building-payments-blockchain-tempo-with-paradigm-fortune?ref=paymentandbanking.com) – auf einmal stellen nicht nur Start-ups, sondern auch globale Zahlungsriesen ihre eigenen L1-Blockchains vor. Eigentlich sollten Blockchains helfen, die Silos aufzulösen. Stattdessen entstehen aktuell zunehmend neue Blockchains, die nicht von einem offenen Ökosystem initiiert werden, sondern von Unternehmen mit der klaren Strategie, den maximalen Anteil an der Wertschöpfungskette zu internalisieren. Befinden wir uns gerade auf der Überholspur in die Vergangenheit? Blockchains mit Fokus auf Compliance machen viel Sinn. Institutionelle Akteure, Banken, Fonds oder Zahlungsdienstleister brauchen Sicherheit, regulatorische Klarheit, praktisch “Compliance by design”. Sie wollen wissen, dass die Chain, auf der sie Milliarden bewegen, auditierbar ist, dass im Zweifel ein klarer Ansprechpartner existiert und dass die Infrastruktur nicht an einem anonymen Governance-Drama scheitert. Von diesem Standpunkt aus wirkt die Idee einer “Corporate Chain” fast zwingend. ## **Das Paradox der Corporate Chains** Aber genau hier lauert das Paradox. Denn Blockchain trat einst mit dem Anspruch an, einen gemeinsamen, neutralen Settlement-Layer zu schaffen – ein Protokoll, auf das sich alle einigen können, weil es eben keinem gehört. Wenn jetzt jede Firma ihre eigene Chain baut, bewegen wir uns in Richtung der Situation, die Blockchain eigentlich überwinden wollte: ein Flickenteppich proprietärer Systeme. Denn stellen wir uns ehrlich die Frage: Was passiert, wenn bald nicht nur Circle und Stripe ihre eigenen L1s betreiben, sondern auch Visa, Mastercard, JP Morgan usw.? Dann hätten wir nicht das eine “Internet of Value”, sondern dutzende Parallelwelten – jede optimiert für die Bilanz des jeweiligen Betreibers, jede mit eigenen Regeln, Governance-Strukturen und Eintrittshürden. Wären wir dann nicht wieder genau in der Welt, die wir heute schon kennen? Banken-Silos, Zahlungs-Silos, IT-Silos – miteinander verbunden über teure Schnittstellen, Intermediäre und endlose Protokoll-Übersetzungen. Nur, dass die neuen Silos dann “Blockchain“ heißen. Ist das wirklich der Fortschritt, den wir uns von Web3 erhofft haben? ## **Compliance als Verkaufsargument** Die Befürworter sagen: Wettbewerb belebt das Geschäft. Mehr Chains, mehr Innovation, mehr maßgeschneiderte Lösungen. Compliance ist schließlich nicht optional – ohne sie kein institutionelles Kapital. Und ja, Compliance-optimierte L1-Blockchains ergeben tatsächlich Sinn, sie sind eine sinnvolle Erweiterung der bestehenden Landschaft. Aber genau deshalb wäre es entscheidend, dass nicht jeder Player sein eigenes Netz betreibt, sondern dass mehrere große Akteure gemeinsam dieselbe Infrastruktur nutzen. Eine „Shared Chain“, die von mehreren Unternehmen getragen und betrieben wird, schafft Vertrauen, senkt Kosten und erhält gleichzeitig den Netzwerkeffekt. Alles andere führt unweigerlich zurück in die Fragmentierung. Die eigentliche Stärke von Blockchain liegt ja nicht darin, dass man einfach nur die Technologie einführt, sondern dass alle auf derselben Infrastruktur aufbauen und sich dadurch die Architektur des Finanzsystems massiv verändert. Es entstehen Skaleneffekte und Kostenvorteile. Beispielsweise wird die technische Kontoführung auf eine mit dem Wettbewerb gemeinsam genutzte Infrastruktur ausgelagert. Warum das kein Problem ist? Jedes Konto ist gleich. Es ist für eine Bank unmöglich, das bessere Konto zu entwickeln, weil es eine Commodity ist. Es zählen heutzutage nur noch Kostenvorteile. Um ein anderes Beispiel zu geben: Das Internet ist so erfolgreich geworden, weil es nur ein Internet gibt, das jeder Mensch und jede Firma weltweit gemeinsam nutzt. Stellen wir uns vor, es gäbe ein “Apple-Net”, ein “JP-Morgan-Net” oder ein “Deutschland-Net” – letzteres möchte ich mir nicht ausmalen – jedes mit eigenen Regeln, eigenen Gateways, eigenen Zugangspreisen. Das wäre nicht die offene, vernetzte Welt, die das Internet hervorgebracht hat, sondern ein zerfaserter Flickenteppich. ## **Brückentechnologie oder Sackgasse?** Natürlich ist das Problem nicht schwarz-weiß. Arc und Tempo sind in meinen Augen Brückentechnologien. Das Web3 braucht Compliance by Design. Neue Compliant-Chains können als Sandbox dienen, um institutionelle Player ans Web3 heranzuführen, die sich niemals direkt auf Ethereum oder Solana trauen würden. Vielleicht sind sie eine Art “Übergangstechnologie”, die in der langen Frist wieder in offene Netzwerke zurückfließt. Doch die Gefahr bleibt, dass sich die Silos verfestigen – und wir irgendwann mehr Energie in Bridges, Integrationen und Standardisierungen stecken, als wir je durch die ursprüngliche Idee der Dezentralisierung gewonnen haben. Die eigentliche Frage ist also nicht, ob es eigene, compliance-optimierte Blockchains geben sollte – die Antwort darauf lautet klar: ja. Aber idealerweise sind solche Chains nicht das Spielzeug einzelner Konzerne, sondern werden von Konsortien getragen, in denen mehrere Player gemeinsam eine Lösung betreiben. So entsteht ein Netz von offenen und spezialisierten Infrastrukturen, die ineinandergreifen, statt nebeneinander herzulaufen Es bleibt also zu beobachten, in welche Richtung wir uns hier entwickeln. Wünschenswert wäre die Umsetzung der ursprünglichen Idee eines “Internet of Value”, nicht eines “Internet of Silos”. ### GiroAPI: Neues API-Scheme der DK für Micropayments & mehr URL: https://paymentandbanking.com/giroapi-neues-api-scheme-der-dk-fuer-micropayments-mehr/ Last updated: 2025-09-01T09:35:27.000Z Die GiroAPI öffnet Banken und TPPs neue Geschäftsfelder – beyond PSD2. In dieser Folge von 3×3=10 sprechen wir mit [Jens Holeczek](https://www.linkedin.com/in/jens-holeczek/?ref=paymentandbanking.com) (BVR) und [Florian Schmitz](https://www.linkedin.com/in/florian-schmitz-9b28ba194/?ref=paymentandbanking.com) (DSGV) über die GiroAPI – das neue API-Scheme der Deutschen Kreditwirtschaft. Wir wollten wissen: Warum jetzt? Welche Services starten zuerst? Und was bedeutet das für Banken, TPPs und letztlich für Endkund:innen? ## **Ein neuer Standard im Zahlungsverkehr** Mit der GiroAPI hat die DK ein multilaterales API-Scheme geschaffen, das über die Anforderungen der PSD2 hinausgeht. Ziel ist ein einheitlicher Vertrags- und Technikrahmen für Banken („Asset Holder“) und Third Party Provider („Asset Broker“) – technisch basierend auf dem Berlin-Group-Standard, ergänzt um neue Funktionen. ## **Erste Services im Fokus** Zum Start steht das Payment-Subscheme im Mittelpunkt – mit Diensten wie Micropayments ohne Zwei-Faktor-Authentifizierung, Betragsreservierungen und einer IBAN-Bestätigung zur schnellen Kontoverifikation. Auch ein erweiterter Kontoinformationsdienst mit längeren Umsatzzeiträumen ist geplant. ## **Beyond PSD2 – warum die GiroAPI wichtig ist** Die GiroAPI adressiert Use Cases, die unter PSD2 bisher schwer umsetzbar waren. Sie schafft einen standardisierten Rahmen für Mehrwertdienste, die direkt an Bankinfrastrukturen andocken. Das beschleunigt Innovationen sowohl für Banken als auch für TPPs und sorgt für mehr Interoperabilität im Markt. ## **Ausblick** Die beiden Gäste sind sich einig: Die GiroAPI ist erst der Anfang. Geplant ist, das Angebot kontinuierlich auszubauen und auch auf weitere Funktionen auszuweiten, die heute noch nicht in der Schnittstelle abgebildet sind. Dabei bleibt das Ziel klar: Innovationen fördern, Prozesse vereinfachen und Kund:innen in den Mittelpunkt stellen. ## **Fazit:** Die GiroAPI könnte sich zu einem zentralen Baustein der deutschen Open-Finance-Landschaft entwickeln – mit klaren Standards, rechtlicher Absicherung und Raum für neue Geschäftsmodelle. Jetzt den gesamten Podcast mit allen Insights von **[Jens Holeczek](https://www.linkedin.com/in/jens-holeczek/?ref=paymentandbanking.com)** und **[Florian Schmitz](https://www.linkedin.com/in/jens-holeczek/?ref=paymentandbanking.com)** hören. ### Kinderdepot und Robo-Advisor: Das sind die wichtigsten Angebote für Kinder URL: https://paymentandbanking.com/diese-depots-und-bildungsangebote-gibt-es-fuer-kinder/ Last updated: 2025-08-29T06:56:06.000Z **Seit der Ankündigung einer Frühstart-Rente durch die schwarz-roten Koalition ist das Thema Investieren für Kinder im Trend. Wir vergleichen die derzeitigen Angebote.** Ab dem nächsten Jahr möchte die neue Bundesregierung für Kinder zwischen sechs und 18 Jahren einen monatlichen Zuschuss von zehn Euro zu einem Altersvorsorgedepot zahlen. Obwohl die genauen Rahmenbedingungen noch gar nicht feststehen, führen als Reaktion auf die Ankündigung immer mehr Anbieter Kinderdepots ein: Im Mai hat Scalable Capital ein Angebot bekannt gegeben. Seitdem können sich interessierte Eltern auf eine Warteliste setzen lassen, der offizielle Start ist jedoch noch nicht erfolgt. Mitbewerber Trade Republic bietet sein Kinderdepot dagegen schon seit Ende Mai an. Wenige Tage später führte Finanzen.net Zero ebenfalls ein Kinderdepot ein. Durch den aktuellen Hype erwächst der Eindruck, dass Vermögensaufbau für Kinder ein neues Phänomen ist. Dabei sind Anbieter wie die Consorsbank, Bling und Quirion schon ein paar Jahre am Markt. Wir haben verschiedene Angebote verglichen, darunter klassische Depots und Robo-Advisors. Insgesamt haben wir 20 Anbieter von Kinderdepots und 10 Robo-Advisor für Kinder untersucht. Neben den monatlichen Mindestinvestitionswerten für Sparpläne haben wir auch die Auswahl an Investitionsmöglichkeiten, die Gebühren für die Depotführung, das Onboarding und die Besonderheiten der Anbieter unter die Lupe genommen. Außerdem haben wir erhoben, ob Eltern ein eigenes Konto beim jeweiligen Anbieter brauchen und ob Großeltern, Paten und Freunde für das Kind mitsparen können. Die monatliche Mindestinvestition für Sparpläne liegt in unserer Übersicht zwischen 1 Cent bei Finvesto und maximal 25 Euro bei verschiedenen Anbietern. Für die Kinderdepots entfällt die Führungsgebühr bei fast allen Anbietern bis mindestens zum 18\. Lebensjahr – Comdirect verlangt dafür jedoch regelmäßige Einzahlungen und die Commerzbank limitiert das Depotvolumen auf 20.000 Euro. Die Konditionen der Angebote der Hypovereinsbank, der Commerzbank und dem Genobroker gelten sogar bis zum 26 bzw. 30\. Lebensjahr. Einige der Robo-Advisor wie Bevestor, Ginmon und Minveo erheben dagegen Servicegebühren. Einige Anbieter setzen voraus, dass ein oder beide Elternteile bereits ein eigenes Depot oder Konto dort besitzen, darunter die DKB, Finanzen.net Zero, Scalable Capital und Trade Republic. Viele Anbietern ermöglichen bereits ein volldigitales Onboarding, bei manchen bedarf es allerdings noch analoge Schritte, wie zum Beispiel eine Identitätsverifikation in einer Filiale oder die Zusendung der Geburtsurkunde. Viele bieten auch Möglichkeiten für Verwandte und Freunde an, das Kinderdepot mitzubesparen. An der großen Zahl an derzeit stattfindenden befristeten Aktionen der Anbieter zeigt sich, wie sehr der Kampf um Marktanteile nach der Ankündigung der Bundesregierung entbrannt ist. Die Deutsche Bank wirbt damit, dass Gebühren für bestimmte Produkte bis Ende des Jahres teilweise oder ganz entfallen. Die DKB bietet für die Eröffnung eines Depots bis Ende August 2025 einen Frühstart-Bonus von 50 Euro für Sparpläne auf bestimmte Fonds und ETFs. Finanzen.net zero lockt mit einer monatlichen Prämie in Höhe der künftigen Frühstart-Rente von zehn Euro bis Ende des Jahres. Voraussetzung ist, dass im Kinderdepot jeden Monat ein ETF-Sparplan von mindestens 25 Euro erfolgreich ausgeführt wird. ## **[Hier die Grafik hochauflösend downloaden](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSdUc70xtvilKRa3kalqUs9Xp4mafNvJnWD28np1eduRDbTW1w/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/08/infografik-kinderdepots-2025.jpg) *Ihr kennt noch mehr Angebote für Kinder rund um die Themen Investieren? Schreibt uns gerne eine E-Mail an infografiken@paymentandbanking.com* ![](https://vg01.met.vgwort.de/na/1fd4210627a34ea68518bdc2110c4fbc) ### Warum alle Kinderdepots lieben URL: https://paymentandbanking.com/warum-alle-kinderdepots-lieben/ Last updated: 2025-09-08T10:42:13.000Z ***Nur wenige Wochen nach dem Start seiner Kinderdepots vermeldet Trade Republic die erste Erfolgszahl. Und selbst der Verbraucherschutz findet solche Finanzprodukte ganz gut. Einblicke in das Bullerbü der Geldanlagen.*** Am Ende brauchte es keine zwei Monate, bis über 100.000 Kinderdepots bei Trade Republic eröffnet wurden. Klar, der Neobroker machte und macht ordentlich Werbung für sein neuestes Produkt. Im Sommer gibt es zum Beispiel einen Bonus von 100 Euro in Aktien für jedes eröffnete Kinderdepot. Und dennoch, das große Interesse zeigt: Trade Republic hat einen Nerv getroffen. Altersvorsorge ist bitter nötig in einem Land, in dem immer weniger von der gesetzlichen Rente werden gut leben können. Und wer früh anfängt, etwas zurückzulegen, der profitiert umso stärker vom Zinseszinseffekt und von steigenden Aktienkursen. Warum also als Anbieter nicht schon auf die Kinder zielen? ## **Kinderdepots sind ein alter Hut** Die Idee hatten früher schon andere. Die ING etwa biete ihr Direkt-Depot Junior bereits seit 15 Jahren an, so ein Sprecher zu Payment & Banking. Wie viele bisher abgeschlossen wurden, möchte die Direktbank nicht mitteilen. Bei Comdirect gibt es das Junior Depot sogar schon seit Ende 2001\. Eine genaue Zahl will man ebenfalls nicht nennen, dafür aber so viel: Die Anzahl der Depots habe sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Noch einmal früher hatten sie die Idee bei der BNP Paribas beziehungsweise bei der Consorsbank. Ein Depot für Minderjährige gibt es dort schon seit 1998\. Wie viele Kinderdepots seitdem eröffnet wurden, lässt sich laut einem Sprecher nicht ermitteln. Die aktuelle Zahl gibt die Bank nicht heraus. Nur so viel: Insgesamt gebe es bei der BNP Paribas aber 1,75 Millionen Depots und von ihnen wiederum entfalle „eine kleine sechsstellige Zahl“ auf minderjährige Kund:innen. Für Trade Republic scheint die Produkterweiterung also ein recht sicherer Schritt. „Wir sind stolz darauf, dass viele unserer Kunden dieses Problem bereits erkannt und so schnell gehandelt haben“, sagt [Christian Hecker](https://www.linkedin.com/in/christianhe/?ref=paymentandbanking.com), Mitgründer von Trade Republic, im Hinblick auf das „unsichere Rentensystem“. Zudem kann der Neobroker so schon früh neue Kund:innen gewinnen. Denn warum sollte ein:e 18-Jährige:r direkt ihr Depot auflösen? Klüger wäre es ja, das Geld weiter brav anzulegen und Kund:in beim Broker zu bleiben. ## **Verbraucherschutz hat wenig auszusetzen** Auch Ralf Scherfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen erteilt den Produkt seinen Segen. „Selbstverständlich ist es erstmal gut, für Kinder zu sparen, wenn man sich das leisten kann“, sagt er. „Wir als Verbraucherzentrale NRW raten dazu, auch über passende Wertpapiere wie ETFs nachzudenken. Gerade bei langen Laufzeiten bringt die Alternative Banksparplan kaum Rendite.“ Wichtig ist laut dem Verbraucherschützer aber, dass die Anbieter ihren Kund:innen ermöglichen, das Depot direkt auf den Namen des Kindes laufen zu lassen. Denn falls das nicht passiere, hätten Eltern oder Großeltern die Wertpapiere nur gedanklich dem Nachwuchs zugeordnet, rechtlich gehöre es ihnen. „So können Situationen entstehen, wo das Kind zum 18\. Geburtstag nichts erhält.“ Dies sei beispielsweise der Fall, wenn die Eltern eine Privatinsolvenz anmelden müssen und Ansprüche der Gläubiger:innen befriedigt werden müssen. „Oder falls bei den Großeltern ein Pflegefall eintritt und das Vermögen im Depot für die Pflege eingesetzt werden muss“, erläutert er. Bei Trade Republic ist es möglich, das Depot im Namen des Kindes zu führen. Bei BNP Paribas auch, ebenso bei Comdirect und der ING Diba. Kritisch sieht man beim Verbraucherschutz indes andere Anlageprodukte wie Gold oder Kryptowährungen für Kinder. Denn bei ihnen erhalte man in der Regel „weder Zinsen noch Dividenden, sondern setzt rein auf Kursgewinne und gegebenenfalls Währungsgewinne – so wird zum Beispiel Gold in US-Dollar gehandelt“, so Scherfling. Und bei Kryptowährungen wie Bitcoin sei man ohnehin nicht mehr „im Bereich der strategischen Geldanlage, sondern der Spekulation“. Die Krypto-Euphorie sollte also lieber nicht dazu führen, dass Kinderdepots bald voll solcher Titel sind. Sonst könnte es schnell wieder vorbei sein mit der Harmonie zwischen Verbraucherschutz und Anbietern in Sachen Kinderdepots. ### “Der Hype ist vorbei, die Branche konsolidiert sich.” URL: https://paymentandbanking.com/der-hype-ist-vorbei-die-branche-konsolidiert-sich/ Last updated: 2025-08-29T06:49:34.000Z Vom Weserbergland nach Berlin, vom Pharmakonzern ins FinTech – [Florian Liar](https://www.linkedin.com/in/florianliar/?ref=paymentandbanking.com) hat den Umweg zur Passion gemacht. Heute verantwortet er beim Embedded-Banking-Anbieter Swan die deutschsprachige Region und verfolgt eine klare Mission: Banking gehört nicht in Filialen, sondern dorthin, wo Unternehmen ohnehin arbeiten – in ihrer Software. ***Wer ihn live erleben möchte: Bei der [Banking Exchange 2025](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com) diskutiert Florian auf dem Panel „Hidden Moves: Embedded Finance – das unsichtbare Spiel hinter dem Frontend“.*** ## Wer bist Du und was machst Du? Ich bin Florian und verantworte beim Embedded-Banking-FinTech Swan die deutschsprachige Region. Wir unterstützen Softwareunternehmen und FinTechs dabei, modernes Banking, von Konten und Karten über Zahlungen bis hin zu Acquiring, nahtlos in ihre Produkte zu integrieren. Unser Ziel: Banking dorthin bringen, wo es gebraucht wird – nicht in Filialen, sondern direkt in die Software, mit der Unternehmen täglich arbeiten. Gemeinsam mit unseren Partnern schaffen wir Lösungen, die intuitiv nutzbar sind und Unternehmen Zeit und Geld sparen. Meine Wurzeln liegen im Weserbergland, meine berufliche Heimat seit über zehn Jahren in Berlin und seit mehr als der Hälfte dieser Zeit im FinTech-Ökosystem. Infrastruktur hat mich von Beginn an fasziniert – die unsichtbare Basis, auf der Wachstum möglich wird, und die Vielfalt an Möglichkeiten, die sie eröffnet. Vor Swan habe ich bei mehreren Infra-FinTechs von Beginn an mitgestalten dürfen, zuletzt beim Berliner Scaleup Pliant. Dort habe ich den Bereich Cards-as-a-Service mit aufgebaut und skaliert – von den ersten Schritten bis zu einer Lösung, die heute europaweit genutzt wird. ## Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie? Gar keine – ich bin überzeugter Fan des digitalen Bezahlens. In der Praxis führt das aber oft dazu, dass ich mir doch mal Bargeld von meiner Frau oder Freunden leihen muss… leider ist Cash in Berlin noch weiter verbreitet, als mir lieb ist. Zum Glück gibt es Initiativen wie[ Deutschland zahlt digital](https://www.deutschland-zahlt-digital.de/?ref=paymentandbanking.com), die genau daran arbeiten, das zu ändern. ## Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet? Über Umwege. Anders als viele Kolleg:innen aus Bank oder Beratung habe ich im Controlling eines globalen Pharmakonzerns angefangen – Zahlen waren mir also früh vertraut. Nach einigen Jahren und einer ordentlichen Portion „Corporate Fatigue“ wollte ich ins Start-up-Ökosystem. Und was liegt in Berlin näher als FinTech? Meine ersten Erfahrungen habe ich bei einer Plattform für Kreditportfoliotransaktionen und Verbriefungen gesammelt und war sofort gefesselt von der Komplexität und den Möglichkeiten. Seitdem kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen. ## Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern? Banking sollte einfach zugänglich, intuitiv nutzbar – und genau dort verfügbar sein, wo es gebraucht wird. Für viele Selbstständige und KMU in Deutschland ist das noch nicht Realität: Studien zeigen, dass rund 60 % mit dem digitalen Angebot ihrer Bank unzufrieden sind. Das ist ein klarer Auftrag. Genau daran möchte ich arbeiten: gemeinsam mit Swan und unseren Partnern Lösungen entwickeln, die Nutzerbedürfnisse ins Zentrum stellen, Medienbrüche eliminieren und den Kopfschmerz aus dem Banking nehmen. ## Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte? Weder noch – Ich würde eher von einer Evolution sprechen. Der Hype ist vorbei, die Branche konsolidiert sich. Jetzt setzen sich nachhaltige Geschäftsmodelle und echte Innovationen durch. Und das ist langfristig deutlich wertvoller. ## Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern? Mein 3-Punkte-Plan: § Mehr Finanzbildung in Schulen. § Kapitalgedeckte, smartere Rentenmodelle – Deutschland hängt hier noch im letzten Jahrhundert fest. § Anpassung des Aufsichtsrechts, um einen engeren Austausch zwischen FinTechs und Regulator zu fördern. In den baltischen Staaten sieht man, wie sehr regulatorische Sandboxen Innovation beschleunigen können. ## Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”. Sport – am liebsten morgens, wenn es noch ruhig ist. Beim Laufen oder im fast leeren Fitnessstudio kann ich perfekt abschalten und mich auf den Tag einstellen. Außerdem reise ich leidenschaftlich gern und versuche, jedes Jahr mindestens ein Land zu besuchen, das ich noch nicht kenne. Ganz oben auf meiner aktuellen Liste: Neuseeland, Japan und die Philippinen. ## Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse? Digital per Apple Pay. Natürlich mit der Swan Family Card 😉 ## Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? Scalable – zum Investieren C24 – für den Alltag PayPal – um das Geld zurückzuzahlen ## 👉 Wer Florian live auf der Bühne erleben möchte: **Sichert euch schnell euer Ticket für die BEX 2025**. Im Panel „Hidden Moves: Embedded Finance – das unsichtbare Spiel hinter dem Frontend“ geht es darum, wie Finanzdienstleistungen im Checkout, in Mobilitäts-Apps oder im HR-Tool nahtlos integriert werden – und was das für Banken, Markenführung und Kundenzugang bedeutet. Mit Christian Steiger, Miriam Wohlfarth, Florian Liar und moderiert von Prof. Dr. Silke Finken erwartet euch eine Session über APIs, White-Label-Banking und den Eintritt ins neue Zeitalter der Unsichtbarkeit. [Sichert euch schnell euer Ticket für die BEX 2025](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com) ### PSD3 & PSR: Starke Kundenauthentifizierung – neue Pflichten, alte Baustellen URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-starke-kundenauthentifizierung-neue-pflichten-alte-baustellen/ Last updated: 2025-09-09T07:16:29.000Z **Podcastfolge zu PSD3 und PSR mit Peter Frey über starke Kundenauthentifizierung – kurz SCA, Passkeys und delegierte Authentifizierung** In der neuen Podcastfolge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt geht es um ein Thema, das viele aus der PSD2 kennen, das aber unter PSD3 und PSR an Tiefe gewinnt: die starke Kundenauthentifizierung (SCA). Dana Wondra spricht mit Peter Frey von Annerton über neue Anforderungen, technische Entwicklungen und haftungsrechtliche Fallstricke. Ein zentraler Unterschied: SCA wird künftig über die PSR direkt als EU-Verordnung geregelt und damit in allen Mitgliedstaaten unmittelbar gültig. Gleichzeitig verpflichtet der Gesetzgeber Zahlungsdienstleister dazu, künftig auch „vulnerablen“ Nutzergruppen sichere Alternativen zur Standard-Authentifizierung anzubieten. Das betrifft z. B. Menschen ohne Smartphone oder mit geringer digitaler Kompetenz. Spannend auch die technische Perspektive: Passkeys gelten in der Regel als SCA-konform und könnten klassische Passwörter zunehmend ablösen. Ebenso erlaubt die PSR weiterhin eine delegierte Authentifizierung durch Dritte, etwa Wallet-Anbieter. Neu ist allerdings: Diese Modelle gelten künftig als auslagerungspflichtig, mit allen regulatorischen Konsequenzen, inklusive DORA-Anwendbarkeit. Zusätzlich rücken nun auch Telekommunikationsanbieter in den Fokus: Sie müssen künftig aktiv zur Betrugsbekämpfung beitragen und technische Schutzmaßnahmen implementieren. Was das alles für die Praxis bedeutet und wo noch echte Baustellen lauern, das erklärt Peter Frey im Gespräch. Jetzt Podcast hören! Überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. ### Warum Buy-now-pay-later für Jugendliche gefährlich werden kann URL: https://paymentandbanking.com/warum-buy-now-pay-later-fuer-jugendliche-gefaehrlich-werden-kann/ Last updated: 2025-08-29T06:51:23.000Z *Für die Fintech-Branche sind Zahlungen auf Pump ein wachsendes und lukratives Geschäft. Für manche junge Menschen kann das jedoch zur finanziellen Falle werden.* Buy-now-pay-later (BNPL) hat sich für die Finanzindustrie zu einem riesigen Geschäft entwickelt. Laut dem Branchenmedium [The Paypers](https://thepaypers.com/payments/reports/buy-now-pay-later-report-2025?ref=paymentandbanking.com) wird der Markt 2025 einen Umsatz von ungefähr 560 Milliarden US-Dollar erreichen, bei starkem Wachstum. Auch in Deutschland soll dieses Geschäftsfeld in diesem Jahr zwischen 12 und 13 Prozent wachsen. Hierzulande wurde laut dem World Payments Report 2025 BNPL bei 20 Prozent aller Online-Käufe genutzt, was bedeutet, dass es inzwischen häufiger als die Kreditkarte beim Online-Shopping eingesetzt wird. Kein Wunder, dass Fintechs das vor allem als Chance sehen und mit neuen BNPL-Angeboten auf den Markt gehen und mit Embedded Finance-Lösungen mehr Endverbraucher:innen ermöglichen, ihre Käufe später zu bezahlen. Gerade erst hat PayPal die Möglichkeit, bei Einkäufen in Geschäften Ratenkäufe abzuschließen. Start-ups wie die [Green Banana Group](https://paymentandbanking.com/wie-green-banana-den-bnpl-markt-weiterentwickeln-will/) ermöglichen es Händlern, BNPL-Lösungen ganz einfach in ihre Zahlungsprozesse zu integrieren. ## **Junge Menschen besonders gefährdet** Doch genau das kann richtig gefährlich werden. Denn während immer mehr Menschen diese Angebote nutzen, verschulden sich zugleich immer mehr Menschen damit. Laut dem Schuldneratlas 2024 von Creditreform ist die Zahl der Konsum-Überschuldeten um 6,2 Prozentpunkte im vergangenen Jahr gestiegen und damit die am stärksten wachsende Schuldnergruppe. Das liege nicht zuletzt an BNPL-Angeboten und Ratenkrediten, die immer stärker nachgefragt werden. Auch die [Bafin warnt](https://www.bafin.de/SharedDocs/Veroeffentlichungen/DE/Meldung/2025/meldung%5F2025%5F08%5F01%5FBuy%5Fnow%5Fpay%5Flater.html;jsessionid=79D3D8EA599B15BC1106F9D5561FB49D.internet991?ref=paymentandbanking.com) vor der Verschuldung mit BNPL-Produkten. Gerade bei jungen Menschen ist das ein Problem. 31 Prozent der 16 bis 25 Jährigen nutzen BNPL-Angebote, zeigt der [Jugend-Finanzmonitor der Schufa](https://www.schufa.de/newsroom/finanzen/schulden-jugendlichen-buy-now-pay-later/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=Auch%20bei%20jungen%20Menschen%20ist,schon%20einmal%20diese%20M%C3%B6glichkeit%20genutzt.) 2023\. 23 Prozent nutzen BNPL sogar bei jedem zweiten Kauf. Der repräsentativen Umfrage zufolge wurde jeder Zehnte schonmal von einer Ratenzahlung überrascht und fast die Hälfte Prozent haben schon mal eine Zahlungsfrist vergessen. Und auf TikTok ist der Begriff „Klarnaschulden” schon länger ein geflügeltes Wort geworden. Aber wie kommt es dazu? Und wer trägt daran die Schuld? Die Eltern, die Anbieter von BNPL-Angeboten oder die Jugendlichen selbst? ## **Hohe Nachfrage nach BNPL-Angeboten** BNPL-Angebote wie die von Klarna erleichterten es jungen Leuten, Verschuldung als Möglichkeit zur Bewältigung des finanziellen Alltags zu nutzen, sagt Heiner Gutbrod. Der Pädagoge berät bei der Schuldnerberatung Tübingen, vor allem Jugendliche und junge Erwachsene. Laut Gutbrod habe die Verschuldung neben dem sozialen Hintergrund auch mit einer Kommerzialisierung von Jugendkulturen zu tun. Die Angebote seien oft niedrigschwellig und deshalb für junge Menschen auch potenziell gefährlich. Dass BNPL-Angebote bei dieser Zielgruppe so beliebt sind, wundert ihn nicht. Schließlich seien solche Angebote für Händler und Zahlungsdienstleister erfolgreich darin, Umsätze zu erhöhen und für potentielle Kunden eine Möglichkeit mehr zu konsumieren – Angebot trifft schließlich Nachfrage. Doch der Konsum muss auch bezahlt werden und gerade Jugendliche haben oft nur wenig liquide Mittel. Wollen sie sich doch etwas leisten, ist der Weg zu BNPL-Angeboten nicht weit. Das kann der Einstieg in die Schuldenfalle sein: In der Trendstudie „Jugend in Deutschland 2025“ kam heraus, dass jeder fünfte Deutsche zwischen 14 und 29 Jahren bereits verschuldet ist. Der Studie zufolge ist dieser Anstieg nicht mit Studienkrediten oder Immobilienfinanzierungen zu erklären, sondern eher mit wachsenden Konsumschulden der jungen Generation. ## **Kurzfristige Belohnung, langfristige Folgen** Der Konsum werde dabei durch soziale Medien angeheizt: „Wir erleben besonders in bildungsfernen Haushalten, dass der Social Media Konsum relativ ungebremst ist”, sagt Gutbrod. Er sieht bei den kommenden Generationen die Gefahr, dass diese in Phasen von Langeweile häufiger auf schnelle Belohnungen zurückgreifen würden. Dort treffen die Jugendlichen auf Zahlarten wie BNPL. Klarna beispielsweise arbeitet mit Sozialen Medien wie Instagram oder TikTok zusammen, um BNPL dort an der Kasse anzubieten. Ebenso ist PayPal hier vertreten. Gutbrod macht sich Sorgen, dass der Kauf auf Pump bei jungen Menschen als leichte Belohnung zu einer Gewohnheit werde. Vor allem für die, die nicht gelernt hätten, Bedürfnisse aufzuschieben. Grundlegend ist für Gutbrod, Kindern die Fähigkeit beizubringen, das Bedürfnis nach schnellen Belohnungen aufzuschieben zu können. So lernten Kinder schließlich auch, auf Konsum zu verzichten, der zu Schulden führen kann. Aber welche Rolle spielen dann überhaupt noch die Eltern? Eine große, meint Heiner Gutbrod. Trotz den Sozialen Medien und niedrigschwelligen Kaufangeboten hätten den größten Einfluss auf das Konsumverhalten ihrer Kinder: „Auch wenn wir digitale Medien nutzen, tickt unser Hirn analog”, sagt er. Er rät dazu, Kindern ein festes Taschengeld zu geben und diese damit experimentieren zu lassen. Denn Kinder müssten den Umgang mit Geld am besten praktisch und mit eigenen Erfahrungen lernen. Diese Erfahrungen mit festem Taschengeld erst gar nicht zu machen oder als Erziehungsberechtigter über Taschengeld zu verhandeln, sei der falsche Weg. „Beim Thema Geld sollten sie ihre eigenen Erfahrungen machen können”, sagt er. Dazu gehöre aber auch ein offenes Diskussionsklima bei dem Thema. ## **Was sich jetzt ändern könnte** Die Verschuldung an sich sei auch auf fehlende Regulierung zurückzuführen. Die aktuelle Gesetzgebung, insbesondere das Schuldrecht, sei nicht auf Massenmärkte ausgelegt. Es sei unverhältnismäßig, dass Klarna und ähnliche Unternehmen jede noch so kleine Einzelforderung durch Inkassoverfahren eintreiben würden. BNPL zu verbieten hält er nicht für sinnvoll, da diese Angebote für viele hilfreich sei und es nur vergleichsweise wenige seien, die nicht damit zurechtkämen. Darauf beruft sich auch Klarna selbst auf Anfrage. Dass sich junge Menschen zunehmend verschuldeten, decke sich nicht mit den internen Daten von Klarna. Zum einen sei die durchschnittliche Kund:in 42 Jahre alt, die Ausfallquote sei mit 0,4 Prozent relativ gering und der durchschnittliche offene Betrag liege bei lediglich 250 Euro. „Verbraucherinnen und Verbraucher aller Altersgruppen nutzen Klarna verantwortungsbewusst”, sagt Klarna. Die anfänglich offene Kreditlinie von 100 Euro werde nur erhöht, wenn das Rückzahlungsverhalten auf einen verantwortungsvollen Gebrauch hindeute. „Wenn eine Zahlung ausbleibt, wird der Zugang sofort eingeschränkt”, heißt es. Zudem sehe man Zahlungsrückstände nicht als Chance für Profit, sondern als eigenes Versäumnis: „Inkassoverfahren sind stets das letzte Mittel und werden erst nach einer großzügigen Schonfrist sowie mehreren Lösungsversuchen eingeleitet”, schreibt das Unternehmen. Mut kann ein anderer Befund der Schufa-Umfrage machen: 88 Prozent der jungen Menschen zwischen 16 und 24 Jahren sehen in BNPL-Angeboten ein großes Risiko, den Überblick über die Finanzen und Ausgaben zu verlieren. Viele sind sich der Gefahr also zumindest bewusst. Auch gesetzgeberisch tut sich Einiges: Eine neue EU-Verbraucherkreditrichtlinie schreibt vor, auch bei Minikrediten unter 200 Euro eine Bonitätsprüfung vorzunehmen, darunter fallen viele BNPL-Kredite. Das würde einen besseren Schutz für Kinder, Jugendliche wie auch Erwachsene geben. Danach gefragt, heißt es, Klarna begrüße die Regulierung und bereite sich aktiv auf die Umsetzung der Richtlinie vor. Sie muss bis November auch in Deutschland in nationales Recht umgesetzt werden und tritt spätestens Ende 2026 in Kraft. ### Spotlight an: Der „Fintech des Jahres“ Award URL: https://paymentandbanking.com/spotlight-an-der-fintech-des-jahres-award/ Last updated: 2025-08-29T06:52:02.000Z *Trommelwirbel, Tusch und Ovationen – all das erwartet euch bei unserem Fintech des Jahres 2025 Award. Die Ehrung findet am 18\. November dieses Jahres[ ](https://paymentandbanking.com/grosse-fintech-des-jahres-award-wieder-als-teil-des-fintech-triple/)[im Rahmen der DigiFin ](https://digifin.berlin/de?ref=paymentandbanking.com)statt.* Seit der „Fintech des Jahres“-Award 2014 aus der Taufe gehoben wurde, hat sich der Preis zu einer der etabliertesten Auszeichnungen der Branche entwickelt. Jedes Jahr wählt eine unabhängige Jury die Sieger:innen, die sich nach einem mehrstufigen Prozess über den Preis freuen dürfen. Gekürt werden wieder herausragende Fintechs, Geschäftsmodelle, Unternehmer:innen und die besten Investor:innen. ## Ab Mitte September beginnt die Bewerbungsphase. Das sind die Kategorien im Überblick:. **Fintech des Jahres Newcomer** Newcomer sind Fintechs, die noch Early Stage sind, oder eine Seed-Finanzierung bekommen haben oder bisher unter zwei Millionen Euro finanziert wurden. Die Gründung darf maximal zwei Jahre her sein. Das Fintech muss in Deutschland gegründet beziehungsweise in Deutschland mit einer Entität aktiv sein. **Fintech des Jahres etabliert** Bei den etablierten Fintechs handelt es sich um „Later Stage Fintechs“, die nicht mehr unter die Kategorie Newcomer fallen und mindestens zwei Jahre auf dem Markt aktiv sind und mindestens sechs Monate mit Entität in Deutschland aktiv sind. **Unternehmerin des Jahres** Ausgezeichnet wird eine Gründerin oder Geschäftsführerin, die im Fintech-Sektor mit außergewöhnlicher Innovationskraft, Führungsstärke und Wirkung überzeugt. Sie steht für Unternehmertum, Vorbildfunktion und nachhaltigen Erfolg. **Unternehmer des Jahres** Diese Kategorie ehrt einen Gründer oder Geschäftsführer, der das Fintech-Ökosystem mit Innovationskraft, Weitblick und herausragendem Unternehmertum prägt. Er steht für unternehmerischen Erfolg, Führungsstärke und Wirkungskraft. **Fintech Investor:in des Jahres** Diese Kategorie würdigt eine Einzelperson oder eine Organisation, die im Bereich Fintech-Investitionen herausragende Leistungen erbracht hat. **Fintech der Herzen – Unternehmen** Eure Meinung ist gefragt – welches FinTech wählt die Community zum Sieger?Diese Kategorie würdigt ein Fintech, das durch besondere Kund:innen-Nähe, Glaubwürdigkeit oder gesellschaftliches Engagement überzeugt. Im Mittelpunkt steht nicht allein das Geschäftsmodell, sondern auch die Wirkung auf Menschen, die Community und Vertrauen in die Marke. > „*Der Fintech Award ist eine wunderbare Initiative, um im stressigen Alltag einmal innezuhalten und die Leistung aller (Fintech-) Gründer:innen zu honorieren, die jeden Tag für ihre Vision kämpfen.*„ „*Für die Gewinnerinnen und Gewinner des Awards bietet er zudem die Möglichkeit, ihrer Vision durch die Auszeichnung und die damit verbundene Aufmerksamkeit noch mehr Reichweite zu geben.“* Gewinner Christopher May, Finoa ## **Mitmachen lohnt sich: Die Vorteile für die Bewerber:innen im Überblick** - Präsenz mit Logo auf der Bühne während der exklusiven Veranstaltung - Nennung der Nominierten auf der Seite von[ paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//paymentandbanking.com) und auf den Social-Media-Kanälen - Zugang zu einem exklusiven Netzwerk, bestehend aus Investor:innen, Gründer:innen und Multiplikator:innen der Branche - hochwertiger Award und Urkunde - Porträt der Gewinner:innen im Nachgang auf dem reichweitenstarken Portal von[ paymentandbanking.com](https://paymentandbanking.com//paymentandbanking.com) - Videostatement mit den Preisträger:innen ## **Unser Juryvorsitz** - Auch in diesem Jahr vereint unsere Jury führende Köpfe der Branche – Vordenker:innen, Impulsgeber:innen und Gestalter:innen der Finanzindustrie. Den Vorsitz übernimmt **Kevin Hackl**, der mit seiner Expertise und Erfahrung die Arbeit der Jury leitet und die Auswahlprozesse maßgeblich prägt. “Einige sind erwachsen geworden, manche haben sich gerade erst auf den Weg gemacht, andere strugglen – auch das gehört zur Wahrheit! Was FinTechs, ihre Gründer:innen und die zugrundeliegenden Geschäftsmodelle eint, ist der Biss, Altgedientes zu verändern und Neues zu entwickeln.“ > „Es ehrt mich sehr, mit meinen Jury Kolleginnen und Kollegen die besten FinTech-Ideen und Personen dahinter zu küren und gebührend zu feiern.” Jury-Vorsitzender Kevin Hackl - Die weiteren Mitglieder der Jury werden wir in den kommenden Wochen Schritt für Schritt über Linkedin vorstellen. ## **Das sind die Gewinner:innen aus 2023:** in der Kategorie … - Fintech Newcomer des Jahres:[ **Bunch**](https://www.bunch.capital/?ref=paymentandbanking.com) - Etabliertes Fintech des Jahres:[ **Auxmoney**](https://www.auxmoney.com/?ref=paymentandbanking.com) - Blockchain-Fintech des Jahres:[ **Cashlink**](https://cashlink.de/de/?ref=paymentandbanking.com) - Finfluencer des Jahres:[ **Diana zur Löwen**](https://www.linkedin.com/in/dianazurloewen/?ref=paymentandbanking.com) - Unternehmerin des Jahres:[ **Dr. Katrin Stark**](https://www.linkedin.com/in/dr-katrin-stark-093959bb/?ref=paymentandbanking.com) - Unternehmer des Jahres:[ **Tamas Giorgadse**](https://www.linkedin.com/in/tamas-giorgadse-91a33b2/?ref=paymentandbanking.com), CEO and Co-Founder Raisin - Exit des Jahres:[ **Pair Finance**](https://pairfinance.com/?ref=paymentandbanking.com) - Investor des Jahres:[ **Simon Schmincke**](https://www.linkedin.com/in/simonschmincke/?ref=paymentandbanking.com), General Partner at CREANDUM **Den Publikumspreis haben 2023 gewonnen:** - Finfluencer:[ **Thomas Kehl**](https://www.linkedin.com/in/thomas-a-kehl/?ref=paymentandbanking.com), Finanzfluss - *Fintech Newcomer* **:**[ **Nelly**](https://www.getnelly.de/?ref=paymentandbanking.com) - Fintech etabliert:[ **Trade Republic**](https://traderepublic.com/de-de?ref=paymentandbanking.com) ## **Wer nicht gewinnt, hat trotzdem Chancen** Übrigens: Auch, wenn sich die Jury in der jeweiligen Kategorie gegen die Vergabe des Awards an ein Unternehmen entscheidet, kann es trotzdem noch gewinnen: den Publikumspreis in der Kategorie **Fintech der Herzen – Unternehmen** . Im Oktober ist unsere treue Community gefragt. Wir bitten euch, euren Favoriten zu wählen. Allen teilnehmenden Fintechs und Unternehmer:innen wünschen wir viel Glück. Wir freuen uns auf zahlreiche Einreichungen und Bewerbungen. ### Wie es bei N26 wieder aufwärts gehen kann URL: https://paymentandbanking.com/wie-es-bei-n26-wieder-aufwaerts-gehen-kann/ Last updated: 2025-08-29T06:52:42.000Z ***Valentin Stalf gibt seinen CEO-Posten bei N26 ab – und rückt in den Aufsichtsrat vor. Das ist sicherlich inkonsequent und könnte zu weiteren Diskussionen führen. Dabei habe N26 immer noch großes Potential, finden Jochen Siegert und André Bajorat.*** Zumindest wenn man den jüngsten Medienberichten glaubt, dann verloren die Investoren schlicht die Geduld mit dem Management von N26\. Erneut gibt es Ärger mit der Bundesfinanzaufsicht und laut einem Bericht des [*Manager Magazins*](https://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/n26-lage-spitzt-sich-zu-und-was-die-ceos-falsch-gemacht-haben-a-032299bc-ab5c-43ae-812f-3fbee3bdf917?ref=paymentandbanking.com) stimmte auch die wirtschaftliche Lage der Neobank die Investoren skeptisch. Denn der Druck durch die Konkurrenz steigt und steigt – und die beiden Geschäftsführer Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal fanden darauf offenbar nicht die richtigen Antworten. Was also wird nun aus dem einstigen deutsche Vorzeige-Fintech, wenn sich der Medienrummel etwas gelegt hat? Die Payment & Banking-Gesellschafter André Bajorat und Jochen Siegert schätzen die Lage ein. ## **André Bajorat: N26 hat weiterhin das Potential etwas Relevantes zu schaffen** Was soll man zu N26 sagen? Jetzt wo alle alles gesagt haben und selbst das Handelsblatt aus dem „Rücktritt“ von Valentin eine Push-Nachricht macht? Im Ernst: Genau das zeigt doch, welches Potential N26 hatte und im besten Fall noch hat. Anders als die sicher zurecht gefeierten Trade Republic oder Scalable hat N26 alles was eine moderne Onlinebank braucht. Würde ich heute mein Girokonto zu Trade Republic umziehen? Zu einem Neo Broker, bei dem ich nicht einmal in den Umsätzen suchen kann? Sicher nicht – obwohl ich sonst ein großer Fan bin. N26 hat Fehler gemacht, viele Fehler wie die zu frühe Expansion und die viel zu langsame Lieferung von neuen Funktionen und zugleich haben sie vieles auf dem Weg richtig gemacht. Zuletzt war aber die Fehlerhäufung zu groß und man hat den langen Atem der Aufsicht – aus der Ferne betrachtet – gnadenlos unterschätzt. Leider für N26 sind sie in die Post-Wirecard-Aufsicht gerutscht. Dafür können sie nichts, aber die Lernkurve scheint bisher sehr gering gewesen zu sein und die Themen, die aktuell hochkommen, waren auch schon vor Wirecard für jede Bank sehr relevant. Ich drücke wirklich die Daumen, dass sie die Kurve bekommen. Deutschland sollte eine Neobank haben, nachdem wir es in vielen Bereichen bisher nicht geschafft haben relevante Player zu bauen. N26 hat weiter das Potential was Relevantes zu schaffen, dabei sollte aber weniger Ego und mehr Strategie im Fokus stehen. ## **Jochen Siegert: Neid, ausgedrückt in Häme, muss man sich erstmal erarbeiten** Erinnern wir uns zurück vor mehr als zehn Jahren: Banker:innen, Journalist:innen und Fintech-Gründer:innen sprachen fast ehrfürchtig über den so unfassbar einfachen und schnellen Antragsprozess für ein Konto. Die transluzente N26-Karte war damals so durchsichtig wie der Neid der Vertreter:innen der etablierten Finanzwirtschaft. N26 erschien dann auch noch in einer globalen Apple-Keynote und demonstrierte, dass hiesiges Banking auf der internationalen Bühne „cool“ sein kann. Viele Themen und Entwicklungen, die N26 früh anschob, sind heute Standard im Retail-Banking bei fast allen Banken. N26 hat Benchmarks gesetzt, auf die Valentin und Maximilian, zurecht, sehr stolz sein können. Das damit verbundene, gestiegene Selbstbewusstsein, welches ohnehin schon immer eher stark ausgeprägt war, täuschte lange über wachsende hausgemachte Probleme hinweg. Bafin-Ärger, konstante Unruhe durch ständig wechselndes Management auf der Ebene unter den Gründern, sehr spät gelieferte weitere Produktfeatures und am Ende auch noch bei allen KPIs von Revolut abgehängt zu werden, tat wohl am meisten weh. Auch jetzt ist die Häme wieder gross über die Umstände des Wechsels von Valentin in den Aufsichtsrat. Es gibt vermutlich nie den richtigen Zeitpunkt, wann man als Gründer den Staffelstab übergeben sollte. Die wenigsten Gründer:innen schaffen es, sich parallel mit dem Wachstum des eigenen Unternehmens zu einem gestandenen Großkonzern-Manager zu verändern. Neid, ausgedrückt in Häme, muss man sich aber erst einmal erarbeiten. Ja, es mag nicht alles glänzen bei N26, wie es selten in Unternehmen überall glänzt – auch nicht bei der tradierten Bankkonkurrenz. Aber das N26-Team hat in der letzten Dekade sehr, sehr viel bewegt in die richtige Richtung und einen gestandenen, etablierten Player im Banking hervorgebracht. Jetzt muss diese Geschichte weiter entwickelt werden, denn wir brauchen dringend starke, lokale Innovationsplayer am Finanzplatz Deutschland. ### „Nur wer versteht, wie das System funktioniert, kann es auch für sich nutzen.” URL: https://paymentandbanking.com/nur-wer-versteht-wie-das-system-funktioniert-kann-es-auch-fuer-sich-nutzen/ Last updated: 2026-05-12T00:01:50.000Z *Zwischen Sparkassenschalter und Kilimanjaro-Gipfel liegen Welten –* [*Marvin Vortkamp*](https://www.linkedin.com/in/marvin-vortkamp-689aab196/?ref=paymentandbanking.com) *hat beide erlebt. Heute ist er Berater, Podcast-Host, Yogalehrer – und will nun sein eigenes Start-up gründen, wie er im Interview erzählt.* Auf der [Banking Exchange 2025 ](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com)am 16\. September moderiert er außerdem ein Panel zu Open Finance. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Moin, ich bin Marvin Vortkamp – Berater, Podcast-Host, Yogalehrer und aktuell mitten im Abenteuer „eigene Gründung“. Über zwölf Jahre habe ich in der Finanz-und Sparkassenwelt verbracht, bevor ich entschieden habe, dass ich noch mehr bewegen will. Mein Motto: Innovation klappt nur, wenn wir zusammenarbeiten – egal ob im Job oder privat. Ich bin jemand, der gern Brücken baut und mit Empathie arbeitet. Neben der Arbeit liebe ich es, mich selbst herauszufordern: Vergangenes Jahr stand ich auf dem Gipfel des Kilimanjaro, dieses Jahr habe ich in Indien meine Yogalehrer-Ausbildung gemacht. Beides hat mich gelehrt, wie wertvoll Ausdauer, Neugier und Offenheit sind – und genau das bringe ich auch in meine Projekte mit. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** 118,40 Euro ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Eigentlich eine ziemlich lustige Geschichte: Meine Karriere bei der Sparkasse war schon in der 9\. Klasse vorgezeichnet – ohne dass ich es wusste. Damals habe ich mich gleichzeitig für ein Schülerpraktikum bei der Polizei und bei der Sparkasse beworben. Die Polizei sagte zuerst zu, also habe ich der Sparkasse abgesagt. Zwei Wochen später kam dann aber von der Polizei die Absage – Altersgrenze verfehlt. Also bin ich zurück zur Sparkasse und habe beim Geschäftsstellenleiter nachgefragt, der zufällig auch mein Fußballtrainer war (kleine-Dorf-Logik: der Ausbildungsleiter war zufällig auch mein Schwimmlehrer). Am Ende hat’s geklappt und ich habe dort mein Praktikum gemacht – inklusive schneller Kontakte, erster Einblicke ins Banking und, wie ich zugeben muss, wohl als einziger Minderjähriger mit einem 100-Euro-Dispo. Während des Praktikums erzählten sie mir vom dualen Studium. Ich habe mich beworben – und so begann meine Laufbahn im Payment- und Banking-Sektor. ## **Wie möchtest Du den Payment- und Banking-Bereich verändern?** Ich möchte, dass der Payment- und Banking-Bereich sozialer, inklusiver, diverser, innovativer – und vor allem gerechter wird. Geld und Besitz sind aktuell viel zu ungleich verteilt, und die Finanzwirtschaft trägt ihren Teil dazu bei. Als ich damals bei der Sparkasse angefangen habe, war ich überzeugt, dass die öffentlich-rechtliche Struktur für soziale Verantwortung und linksliberale Werte steht – und das tut sie auch. Trotzdem glaube ich, dass im gesamten Sektor noch viel mehr möglich ist, wenn es darum geht, Ressourcen zu teilen und Menschen mitzunehmen. Mir geht es nicht nur um Innovation, sondern auch um Ehrlichkeit. Leider erlebe ich in der Politik – und zum Teil auch in der Wirtschaft – eine gewisse Abkehr von Offenheit und Vertrauen. Das färbt auch auf den Finanzsektor ab. Wenn wir es schaffen, wieder mehr Transparenz und Glaubwürdigkeit zu leben, können wir die Branche so gestalten, dass sie allen dient – nicht nur wenigen. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Schwierige Frage: Wie lange dauert eine Revolution, und ab wann ist es nur noch eine Revolte? Fintechs haben auf jeden Fall etwas Revolutionäres – allein schon, weil sie frische Ideen, neue Technologien und eine ganz andere Kundenzentrierung in den Markt gebracht haben. Sie haben Maßstäbe in UI, UX und Customer Centricity gesetzt und sind heute nicht mehr nur Konkurrenten, sondern auch wichtige Kooperationspartner für Banken. Trotzdem verschwinden manche Fintechs irgendwann im bestehenden System – und das ist kein Vorwurf. Wenn das System selbst nicht optimal funktioniert, ist es schwer, sich komplett davon zu lösen. Genau hier liegt für mich der Punkt: Die Revolution liegt nicht nur in Technologie oder Geschäftsmodellen, sondern auch in einer kulturellen Veränderung – in Kooperation, Offenheit und einer Abkehr von reinen Machtstrukturen und kurzfristiger Gewinnmaximierung. Fintechs können diese Rolle weiterhin revolutionär ausfüllen. Aber pauschal allen Fintechs dieses Etikett zu geben, wäre zu einfach – dafür sind sie zu unterschiedlich. ## **Wenn Du Finanzminister wärst, was würdest Du sofort ändern?** Boah, schwierige Frage – die Aufgaben eines Finanzministers sind ja extrem vielfältig. Grundsätzlich geht es um staatliche Finanz- und Haushaltspolitik, und da würde ich direkt mit einer großen Steuerreform starten. Konkret: eine Erbschaftsteuer und in Teilen auch eine Vermögenssteuer, die gezielt exorbitanten Reichtum besteuern. Mir geht es nicht darum, mittlere Einkommen zu belasten – es geht um die Spitzen. Mit einer solchen Steuerpolitik ließen sich zusätzliche Einnahmen generieren, die wir dringend brauchen, um Versorgungslücken im Renten- und Gesundheitssystem zu schließen und die Staatsfinanzen langfristig zu stabilisieren. Im Bereich Finanzmärkte und Bankenaufsicht würde ich Deutschland progressiv als Vorreiter im Bereich Open Finance – und perspektivisch auch Open Data – positionieren. Dabei könnten wir uns an Ländern wie Großbritannien, den Vereinigten Arabischen Emiraten oder Brasilien orientieren, die mit ihrer Regulierung deutlich weiter sind als die EU. Und schließlich wäre für mich finanzielle Inklusion und Bildung ein zentraler Punkt: Zugang zu fairen Finanzprodukten für alle und verbindliche Finanzbildung schon in der Schule. Denn nur wer versteht, wie das System funktioniert, kann es auch für sich nutzen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht** **„Lesen und Freunde treffen”.** In meiner Freizeit bin ich am liebsten in Bewegung – körperlich und geografisch. Drei- bis fünfmal die Woche praktiziere ich Yoga, das ist mein fester Anker im Alltag. Wenn ich richtig Zeit habe, gehe ich am liebsten auf Reisen, und zwar an Orte, an denen ich Hobbys ausleben kann, die hier in Hamburg nicht so einfach möglich sind – wie Surfen oder Tauchen. Ansonsten liebe ich den Sommer in Hamburg: durch die Schanze schlendern, samstags, mittags irgendwo Cornern und den Tag treiben lassen. Ich bin gerne mit Freunden unterwegs, organisiere auch mal WG-Partys auf meinem Balkon, und ja – ich bin auch ein Serien-Junkie. Meine Freizeit teilt sich also auf: Wenn’s nur ein paar Stunden sind, gibt’s Yoga, Freunde und Hamburg. Wenn’s länger ist, heißt es: ab in die Ferne und Neues entdecken. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Apple Pay ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** - Traderepublic - Paypal - Sparkasse ## Live auf der Bühne: Marvin im Open-Finance-Panel Und wer Marvin live erleben will, sollte sich dieses Panel nicht entgehen lassen: 🕓 **17:00 Uhr auf der Banking Exchange** **🔓 Open Finance: Spiel mit offenen Karten – aber wer legt sie zuerst auf den Tisch?** Marvin moderiert eine spannende Diskussion über die Zukunft offener Finanzsysteme. PSD2 feiert Geburtstag, FIDA steht in den Startlöchern – doch was bedeutet das konkret für Banken, Fintechs und BigTechs? Es geht um Transparenz, echte Mehrwerte und die Frage, wer am Ende wirklich von Open Finance profitiert. Mit dabei: Dominik Schütz und Matthias Lais. Ein Panel, das nicht nur technische Schnittstellen, sondern auch Machtverhältnisse offenlegt – ganz im Sinne von Marvins Haltung: Nur wer versteht, wie das System funktioniert, kann es auch gestalten. [Jetzt Ticket für die BEX sichern!](https://vivenu.com/event/banking-exchange-2025-bex-in-the-game-f3xg39?ref=paymentandbanking.com) ### Exklusiv: Jetzt kommt der Jobboom bei Banken URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-jetzt-kommt-der-jobboom-bei-banken/ Last updated: 2025-08-19T05:10:57.000Z *Banken und Finanzinstitute stellen zurzeit massiv ein. Das zeigt eine Umfrage, die Payment & Banking einsehen konnte. Welche Jobprofile besonders beliebt sind und wo hohe Gehälter möglich sind.* Es ist ein paradoxes Phänomen. Zum einen verkünden große Geldhäuser immer wieder, dass sie Filialen schließen und teils tausende Jobs abbauen. Die [Deutsche Bank beispielsweise gab im März bekannt](https://www.tagesschau.de/wirtschaft/unternehmen/deutsche-bank-stellenstreichungen-100.html?ref=paymentandbanking.com), rund 2.000 Stellen zu streichen. Und die Commerzbank einigte sich zwei Monate später mit dem Betriebsrat auf [einen massiven Stellenabbau](https://www.spiegel.de/wirtschaft/commerzbank-einigt-sich-mit-betriebsrat-ueber-stellenabbau-a-ef53d2eb-e59b-46b0-8281-ad7084289385?ref=paymentandbanking.com), von dem bis 2028 fast 4.000 Arbeitsplätze betroffen sein werden. Allein in Deutschland sollen davon 3.000 Jobs betroffen sein. Gleichzeitig sieht es aber so aus, als würde dem deutschen Banken- und Finanzsektor ein wahrer Jobboom bevorstehen. Das jedenfalls legt eine Untersuchung der Personalberatung Robert Half nahe, die Payment & Banking exklusiv vorliegt. In dieser anonymen Umfrage, die Rigour Research im Auftrag der Personalberater durchgeführt hat, wurden auch 100 Führungskräfte aus der Bank- und Finanzdienstleisterbranche danach gefragt, ob und wenn ja, wen sie in den kommenden Monaten einstellen wollen. ## **Immer mehr Banken stellen ein** Das Ergebnis ist eindeutig: 66 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, in der nächsten Zeit mehr Menschen fest anzustellen. Das sind sieben Prozentpunkte mehr als noch bei der vorherigen Befragung für das erste Halbjahr 2025\. Ähnlich gut sieht es bei projektbasierten Anstellungen aus. Hier gaben immerhin 52 der 100 befragten Unternehmen an, Mitarbeiter:innen aufbauen zu wollen. Jasmin Knaus, Senior Practice Director Banken und Finanzdienstleister bei Robert Half Deutschland, sagt zu den Ergebnissen: „Die aktuellen Zahlen zur Einstellungslage für das zweite Halbjahr 2025 zeigen einen klaren Aufwärtstrend: Unternehmen blicken mit Zuversicht in die Zukunft.” Auslöser des erwarteten Jobbooms sind laut Knaus gleich zwei Entwicklungen. Zum einen stabilisiere sich die wirtschaftliche Lage insgesamt. Zum anderen gebe es starken Veränderungsdruck auf die Branchen. „Viele Banken befinden sich in einer Konsolidierungsphase und bauem vor allem im Filialgeschäft Personal ab”, sagt Knaus. Das korrespondiert mit den zuletzt verkündeten Kürzungen bei Commerzbank und auch Deutscher Bank. ## **Fachkräfte sind gefragt: Diese Skills sind wichtig** Was hingegen stark zunimmt, sei die Nachfrage nach „hochspezialisierten Fachkräften”, die dafür sorgen können, die Effizienz in den Banken zu steigern. Gerade in den Bereichen Regulierung und IT dürften die Expert:innen gefragt sein, haben viele Institute doch veraltete IT-Systeme, die in den kommenden Jahren erneuert werden müssen. Dafür würden Banken und Finanzinstitute auch auf projektbezogene Expertise zurückgreifen. „Die Nachfrage ist weniger Ausdruck strategischer Expansion, sondern vielmehr eine pragmatische Antwort auf strukturelle Herausforderungen”, ordnet Knaus ein. Besonders interessant für Banken und Finanzinstitute in Deutschland sind Fachkräfte, die sich in den Bereichen Cybersicherheit, Data & Analytics sowie Compliance im Finanz- und Rechnungswesen gut auskennen. Laut den Robert-Half-Daten sind die Einstellungsquoten hier bereits sehr hoch und dürften weiter steigen. Hohe Gehälter, teilweise auch schon zum Berufseinstieg, sind Finanzinstitute immer dann bereit zu zahlen, wenn die Bewerbung sich mit generativen KI-Lösungen auskennen (54 Prozent) oder aber besondere Analyse- und Recherchefähigkeiten (53 Prozent) mitbringen. Erstaunlicherweise ist auch die Fähigkeit, mehrere Sprachen zu sprechen, ein Grund für Banken, mehr Gehalt auf den Tisch zu legen. Daneben schauen die Geldhäuser auf Kenntnisse in den Bereichen Risikomanagement und Kund:innenberatung, insbesondere mit Blick auf die Bafin-Vorgaben in der MaRisk und der EU-Richtlinie MiFID. Laut Knaus zeigt sich darin die Weiterentwicklung der Branchen: „hin zu datengetriebenen, resilienten und international ausgerichteten Organisationsstrukturen.” ### Warum Stockrepublic Geldanlage sozial denkt URL: https://paymentandbanking.com/community-investing-statt-einzelkaempfertum/ Last updated: 2025-08-18T07:44:23.000Z *In dieser Folge des Podcasts „3×3=10” erklärt Maximilian Knopp von [Stockrepublic](https://www.stockrepublic.io/de?ref=paymentandbanking.com) was viele Banken und Neobroker noch unterschätzen: Eigentlich ist Investieren eine soziale Angelegenheit.* Aktienkultur entsteht nicht allein im stillen Kämmerlein, findet Maximilian Knopp. Vielmehr müssten Anbieter das **Investieren mit einem sozialen Austausch** verbinden. Bei Stockrepublic sei das längst Realität. Auf der Plattform tauschen sich hunderttausende Nutzer:innen täglich direkt im Brokerage-Frontend ihrer Hausbank miteinander aus: Sie vergleichen Depots, diskutieren Anlageentscheidungen, bauen Vertrauen auf – ohne die Bank als Marke aus dem Blick zu verlieren. Das Ziel: **Gemeinschaft baut die Komplexität der Geldanlage ab**. Die ist eigentlich individuell und emotional, was aber dazu führen kann, dass Anleger:innen wichtige Entscheidungen nicht treffen. Wer dagegen sieht, wie andere investieren, traut sich eher selbst. Wer sich austauschen kann, bleibt dran. Wer weiß, dass sein Finanzverhalten sichtbar ist, handelt reflektierter. Diese Prinzipien sind nicht neu – aber sie werden selten konsequent digital umgesetzt. ## **Go-To-Market im B2B2C: White-Label muss nicht unsichtbar sein** Eine der spannendsten Erkenntnisse aus unserem Gespräch mit Max ist, wie gezielt Stockrepublic seinen **Go-To-Market im B2B2C-Bereich** aufsetzt. Denn: Eine White-Label-Lösung muss nicht unsichtbar bleiben, sondern kann zum integralen Bestandteil der Marken- und Nutzererfahrung der Partnerbank werden. Am Beispiel der **Zusammenarbeit mit comdirect** zeigt sich das deutlich. Dort wurde die Lösung von Stockrepublic so in die bestehende App eingebunden, dass Nutzer:innen die Community-Funktionalitäten als festen Bestandteil ihres gewohnten Interfaces erleben. Ohne Brüche, ohne neue App – aber mit einem klaren Mehrwert: Inspiration, Orientierung und Austausch direkt im Depot. Diese Art von Integration ist kein Selbstläufer. Sie erfordert **technisches Feingefühl, partnerschaftliche Kommunikation und Vertrauen in die Marke der Bank.** Stockrepublic liefert die Infrastruktur – wie sichtbar, zugänglich und erfolgreich sie wird, hängt jedoch maßgeblich davon ab, wie die Partner sie einbetten, kommunizieren und im Alltag verankern. ## **Was bedeutet das für Banken und Finanzdienstleister?** Was daraus entsteht, ist mehr als nur eine technische Lösung: **ein Gemeinschaftsangebot**, das Bank und Technologieanbieter gemeinsam verantworten. Und das für Kund:innen am Ende genauso selbstverständlich wirkt wie jede andere Funktion im Banking-Ökosystem. Für Banken heißt das: Es braucht keine riesigen Produktneuerfindungen, sondern den Mut, bestehende Strukturen zu öffnen und digitale Räume für Austausch zu schaffen. Stockrepublic zeigt, wie das aussehen kann. Maximilians Appell an die Branche: **Mutiger werden.** Nicht nur Produkte launchen, sondern Räume schaffen. Nicht nur auf das eigene Frontend schauen, sondern die eigene Community mitdenken. Nicht jede:r muss eine eigene Social-Investing-Welt aufbauen, aber jede:r kann davon profitieren. --- ## **Reinhören & Weiterdenken** Wir haben mit Max nicht nur über Zahlen und Nutzer:innen gesprochen, sondern auch über Kultur, Verantwortung und die Zukunft der Finanzbranche. 💡 **Jetzt reinhören und selbst reflektieren, was Community für den Finanzstandort bedeuten kann.** ### Wie eine Kernbankmigration gelingen kann URL: https://paymentandbanking.com/wie-eine-kernbankmigration-gelingen-kann/ Last updated: 2025-08-14T17:25:27.000Z **Wie gelingt die Migration eines Kernbankverfahrens, wenn Zeitdruck, Komplexität, neue Prozesse, gemischte Teams und hohe Ansprüche aufeinandertreffen? Die Kernbankmigration bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg, die Atruvia bis jetzt knapp zwei Jahre lang begleitet hat, zeigt, wie es gehen kann.* Spannend wie eine gemeinsame Expedition – am letzten Juli-Wochenende 2025 ist die von Atruvia, Digitalisierungspartner der genossenschaftlichen FinanzGruppe, geleitete Kernbankmigration bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg reibungslos über die Bühne gegangen. Und das bei einem Cut-Over-Datenpaket von 400 Gigabyte, verteilt auf 2,4 Milliarden Datensätze in 612 Tabellen. „Nach 21 Monaten Hauptprojektphase unserer Migration war es für mich beeindruckend zu erleben, wie es kurz vorher alle in der Bank vor Ungeduld nicht mehr aushalten konnten, endlich in das Cut-Over-Wochenende zu starten“, sagt Susanne Drescher, zuständige Projektvorständin bei der Sparda-Bank Baden-Württemberg. „Dieses ruhige, strukturierte und auf ein gemeinsames Ziel fokussierte Zusammenarbeiten mit Atruvia hat zu einem hervorragenden Cut-Over-Ergebnis geführt.“ Die Sparda-Bank Baden-Württemberg ist mit ihren 15 Milliarden Euro Bilanzsumme die größte der insgesamt elf Sparda-Banken. Gleichzeitig ist sie die vorletzte von fünf Sparda-Banken, die in diesem Jahr auf das Atruvia-Kernbankverfahren agree21 umstellen. Auf Baden-Württemberg folgt nur noch West – die übrigen sechs Institute liefen bereits auf den Atruvia-Systemen. Mit der Migration der Sparda-Bank West im Oktober 2025 liegt dann allen elf Banken dieselbe IT-Infrastruktur zugrunde – und das Mammutprojekt ist vollbracht. ## **Informieren, informieren, informieren: das A und O für die Kund\*innen** Am Sonntag des Cut-Over-Wochenendes folgten ausgiebige Fach- und Mitarbeitendentests, bevor am Montag danach der Kundenbetrieb wieder startete – nahezu reibungslos, und das bei einem Volumen von rund 400.000 Kund\*innen im eBanking und rund 370.000 betreuten Girokonten. Nicht zu vergessen die über 700 Mitarbeitenden, die ebenfalls in die Onboarding-Prozesse eingebunden waren. Wie bei einer IT-Umstellung in dieser Größenordnung üblich, kam es in den ersten Tagen nach dem Cut-Over kundenseitig zu einem höheren Beratungsbedarf in den Servicecentern und den Filialen, ebenso zu einem erhöhten E-Mail-Aufkommen, das nach und nach bedient worden ist. Der Großteil der Kund\*innen allerdings hatte sich aufgrund der groß angelegten Kommunikationskampagne im Vorfeld selbst auf die IT-Umstellung vorbereitet und auch Supportangebote wie FAQ und How-to-Videos genutzt. „Bei solchen Prozessen ist eine kundenorientierte Kommunikation das A und O. Darauf sind wir intensiv schon Monate vor dem Cut-Over eingegangen – mit Mailings, vielen Infos in der App, auf unserer Homepage und auf unseren Social-Media-Kanälen, aber auch mit Display-Mitteilungen auf den SB-Geräten. Aber auch wichtige Bankinformationen können im Alltag untergehen. Wir kennen diesen Effekt und versuchen bestmöglich damit umzugehen, auch durch die Bereitstellung zusätzlicher Ressourcen“, sagt Stephanie Wachtarz, Pressekoordinatorin der Sparda-Bank Baden-Württemberg. ## **Kernbankmigration – was bedeutet das eigentlich?** So eine Kernbankmigration ist ein umfassender und tiefgreifender Wandel, bei dem die gesamte IT-Infrastruktur einer Bank – im Grunde das Herzstück ihres Betriebs – komplett ausgetauscht wird. Dieser Wechsel betrifft dadurch die gesamte Organisation. Für die Mitarbeitenden bedeutet das: Ein neues Arbeitsumfeld und neue Arbeitsabläufe, auf die sie sich zügig einstellen müssen. Denn wenn die Filiale am Montag wieder öffnet, das eBanking wieder aktiv ist, muss alles passen. Das gelingt nur mit umfassenden Schulungen und präziser Vorbereitung. Bei einer solchen Migration arbeiten Bank und Digitalisierungspartner eng zusammen: Rund 300 Atruvia-Kolleg\*innen begleiten den Migrationsprozess in unterschiedlicher Intensität direkt, darüber hinaus sind viele weitere indirekt beteiligt. Und nicht zu vergessen: Auch die Zusammenarbeit mit dem abgebenden IT-Dienstleister muss gut koordiniert sein. Viele Migrationsprojekte laufen parallel – eine Herausforderung für jede Personalplanung, denn das bedeutete für Atruvia, ausreichend hochprofessionelle, belastbare Migrationsexpert\*innen und Projektmanager\*innen bereitzustellen. Und die müssen sich fast zwei Jahre lang auf verschiedene Migrationsprojekte fokussieren, immer wieder umschalten und zwar so, dass der Kunde nichts davon merkt. Nach dem Cut-Over ist das Migrationsprojekt nicht vorüber – dann startet die wochen-, oft monatelange Nachbetreuung, um alle Eventualitäten abzufedern. Der Tausch des Kernbankverfahrens ist einer der größten Changes, den eine Bank machen kann – auf vielen Ebenen: Technisch, organisatorisch, fachlich, betriebswirtschaftlich, menschlich. Da lässt es sich leider nie vermeiden, dass das eine oder andere zum Stichtag nicht hundertprozentig glatt läuft. Für die Betroffenen kann das aus nachvollziehbaren Gründen ärgerlich sein. Dann hilft der Blick aufs große Ganze: Das Metaziel ist erreicht, die Migration ist gemeistert. Um anfallende Probleme dennoch möglichst schnell zu lösen, hat das Migrationsteam Prozesse und Vorgehensweisen etabliert. Die jahrelange Erfahrung in Sachen Migration ist da natürlich von Vorteil. ## **Learnings aus vergangenen Kernbankmigrationen** Im Laufe der vergangenen Jahre und angesichts der Vielzahl umfassender Migrationsprojekte haben sich für Atruvia einige Key Learnings herauskristallisiert: - Sorgfältige, minutiöse und professionelle Planung aller Projektphasen – unter Nutzung moderner Tools (Projektmanagement- und Testmanagement-Tool, Ticketingsystem, Minutenfahrplan für den Cut-Over) für Transparenz und Steuerung - Frühzeitige und umfassende Einbindung der Mitarbeitenden auf Kundenseite - Transparente Informationspolitik gegenüber Mitarbeitenden und Endkund\*innen zur Vorbereitung auf den „Big Bang“; außerdem intensive interne und bankseitige Tests - Nutzung der Migration zur Standardisierung, Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen - Umfassende Vor-Ort-Präsenz durch Atruvia-Projektmitarbeitende in den ersten Tagen nach der Migration „Eines unserer wichtigsten Learnings: Ein gutes Projektmanagement mit den richtigen Beteiligten und eine strukturierte Zeit- und Maßnahmenplanung sind essenziell für eine erfolgreiche Migration“, sagt Stephanie Wachtarz. „Wichtig, und nicht zu vergessen: eine produktive und fokussierte Arbeitsatmosphäre. Wir haben als großes Team zusammengearbeitet und gemeinsam mit Atruvia den technischen Grundstein für unser Zukunftsbanking in agree21 gelegt.“ ## AUTOR *[Sebastian Lotz](https://www.linkedin.com/in/sebastian-lotz-70811942/?ref=paymentandbanking.com) ist Projektmanager für Migrations- und Fusionsprojekte bei der Atruvia AG. Nach dem Zusammenschluss (2015) von Fiducia & GAD, den Vorgängerunternehmen von Atruvia, übernahm er als Teilprojektleiter Prozessmanagement eine zentrale Rolle beim bislang größten Migrationsvorhaben in der Unternehmensgeschichte. Bis Ende 2020 verantwortete er als Projektleiter die Migration zweier Sparda-Banken auf das Bankenverfahren agree21\. Derzeit führt er das Projektleitungsteam, das die Migration der verbleibenden fünf Sparda-Banken umsetzt.* ### Sind Stablecoins Gift für Europa? URL: https://paymentandbanking.com/sind-stablecoins-gift-fuer-europa/ Last updated: 2025-08-14T06:51:26.000Z ***In einem Blog der EZB wird vor Stablecoins gewarnt. Sie könnten gar die Finanzstabilität Europas untergraben. Die Argumente sind nicht völlig von der Hand zu weisen.** Als AllUnity im Juli dieses Jahres die E-Geld-Lizenz der Bafin erhielt, da war die Freude groß. Wohl zurecht, denn das Start-up, hinter dem maßgeblich die DWS, der Market Maker Flow Traders und das Krypto-Unternehmen Galaxy stehen, brachte mit EURAU den ersten in Deutschland regulierten Euro-Stablecoin auf den Markt. Es war ein kleiner Meilenstein, der damit in Deutschland erreicht wurde. Doch es ist auch eine Mahnung. Besonders in den USA ist man in Sachen Stablecoins schon erheblich weiter. Und das sieht man bei der Europäischen Zentralbank (EZB) offenbar mit etwas Beunruhigung. EZB-Experte [Jürgen Schaaf](https://www.linkedin.com/in/j%C3%BCrgen-schaaf-b1b3bbb3/?ref=paymentandbanking.com) warnt beispielsweise vor einer Gefahr durch Stablecoins mit dem US-Dollar an der Spitze. „Ohne eine strategische Reaktion könnten die Währungshoheit und die Finanzstabilität Europas untergraben werden”, schreibt er in einem [Blogbeitrag](https://www.ecb.europa.eu/press/blog/date/2025/html/ecb.blog20250728~e6cb3cf8b5.en.html?ref=paymentandbanking.com) der Zentralbank. Nun spiegeln derartige Blog-Beiträge bei der EZB offiziell nicht die Meinung des Hauses wider, sondern nur der Autor:innen – doch geben sie einen Einblick, wie in Frankfurt über solche Themen gedacht wird. Wir fassen Schaafs wichtigste Punkte zusammen. ## **Risiko für das gesamte Finanzsystem** Gut 99 Prozent der gesamten Marktkapitalisierung gehen laut Schaaf von US-Dollar-basierten Stablecoins aus. Jene, die auf den Euro denominiert sind, blieben marginal. Daran kann, trotz großen Jubels in Deutschland, auch ein Start-up wie AllUnity kurzfristig nichts ändern. Immerhin: Der Marktanteil Euro-denominierter Stablecoins dürfte in Zukunft steigen. Denn gleich mehrere europäische Banken arbeiten an entsprechenden Projekten. Die Verflechtung zwischen alter Finanzwelt und Stablecoins, beispielsweise durch Verwahrungsvereinbarungen und Derivateengagements, birgt laut dem EZB-Experten aber potenzielle Risiken für die Finanzstabilität. „Ein ungeordneter Zusammenbruch könnte sich auf das gesamte Finanzsystem auswirken, und das Risiko einer Ansteckung gibt den Zentralbanken zunehmend Anlass zur Sorge“, schreibt er. ## **Kommt es zur Kapitalflucht aus Schwellenländern?** Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) warnt in ihrem aktuellen Jahreswirtschaftsbericht vor Stablecoins. Sie könnten die Währungshoheit untergraben, es gebe Transparenzprobleme und es bestehe das Risiko einer Kapitalflucht aus Schwellenländern. Wie die genau aussehen soll, wird nicht erklärt. Vermutlich ist der Gedankengang der folgende: Schwankt die Währung eines Schwellenlandes, wirken Stablecoins sicherer. Zudem sind sie digital und damit relativ leicht verfügbar. Sparer in solchen Ländern könnten also auf Stablecoins umschwenken. Zudem wiesen viele Stablecoins erhebliche Abweichungen vom Nennwert auf, gibt Schaaf den Bericht wieder. In anderen Worten: Stablecoins machen genau das nicht, wozu sie unter anderem geschaffen wurden: Stabilität schaffen. Und dann wäre da noch das Regulierungsthema: Die hat mit MiCA vorgelegt. Die USA ziehen nun mit ihrem Genius Act nach, der wohl weniger streng ist als die EU-Variante. „Infolgedessen gehen Marktanalysten davon aus, dass das Angebot an Stablecoins von 230 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf zwei Billionen US-Dollar bis Ende 2028 anwachsen könnte“, meint Schaaf. Vor Gefahren durch Stablecoins warnte zuletzt auch Paweł Tokarski von der Stiftung Wissenschaft und Politik in einem [Blogbeitrag](https://www.swp-berlin.org/publikation/stablecoin-regulierung-in-den-usa-druck-auf-europa-waechst?ref=paymentandbanking.com). „Da Stablecoins hauptsächlich auf kurzfristigen US-Schulden basieren, bieten sie einen erheblichen Anreiz, weiterhin US-Anleihen zu kaufen, trotz wachsender Zweifel an der Schuldentragfähigkeit der USA.“ Dies könnte zu einer steigenden Nachfrage nach US-Schuldtiteln führen, während die Renditen europäischer Anleihen steigen. Das sei insbesondere ein Risiko für überschuldete Länder des Euro-Währungsgebiets. Bezogen auf den Genius Act schreibt Tokarski, dass die USA einen „grundlegend anderen Weg als Europa“ einschlagen würden. Sie setzten auf die rasche Entwicklung privater, an den Dollar gekoppelter Währungen. In der kämpft man sich stattdessen am digitalen Euro ab. ## **Angst vor Kontrollverlust** Besonders kritisch sieht EZB-Experte Schaaf noch einen weiteren Trend: Einige Plattformen böten inzwischen Zinsen auf Stablecoin-Bestände an. Einnahmen können auch durch die Verleihung von Stablecoins, die Bereitstellung von Liquidität oder durch „Yield Farming“ erzielt werden. „All dies generiert eine Rendite, ähnlich wie bei einem Sparkonto, allerdings mit höheren Risiken.“ Durch die Zahlung von Zinsen ähnelten Stablecoins Geldmarktfonds. Wenn verzinsliche Stablecoins sich durchsetzen und mehr Unternehmen sie nutzen, so Schaaf, könnten sie Einlagen von traditionellen Banken abziehen, was die Finanzintermediation gefährden und die Verfügbarkeit von Krediten beeinträchtigen könnte. Für einen Kontinent wie Europa, wo Banken eine zentrale Rolle im Finanzsystem spielen und Einlagen ihre Hauptrefinanzierungsquelle sind, wäre das ein großes Problem. Dies könnte dann auch die Kontrolle der EZB über die monetären Bedingungen schwächen. „Angesichts des Netzwerkcharakters von Stablecoins und der damit verbundenen Skaleneffekte wäre eine solche Dynamik nur schwer umkehrbar“, so Schaaf. In anderen Worten: „Je größer ihre Verbreitung, desto schwieriger wäre es, sie wieder abzubauen.“ ## **Pushen, pushen, pushen** Was also kann Europa tun? Schaaf nennt eine Reihe von Möglichkeiten. Zum Beispiel könnte mehr Unterstützung für ordnungsgemäß regulierte, auf Euro lautende Stablecoins bereitgestellt werden. So etwas ist zwar eigentlich die Aufgabe von Behörden, es könnte laut Schaaf aber die aktuelle Blindstelle ausmerzen. In der Branche dürfte man das noch gerne hören. Anders sieht es wohl bei Schaafs zweiten Vorschlag aus: der digitale Euro. Der sei ein komplementäres Projekt zu Innovationen des privaten Sektors. „Im Bereich der Point-of-Interaction-Zahlungen verspricht der digitale Euro eine robuste Verteidigungslinie für die europäische Währungshoheit zu sein.“ Der digitale Euro würde also zum Schutzschild Europas vor den USA. Vielleicht verringert das ja die Skepsis der Branche an dem Projekt. ### 5 Thesen, wie Worldline wieder auf die Beine kommen kann URL: https://paymentandbanking.com/5-thesen-wie-worldline-wieder-auf-die-beine-kommen-kann/ Last updated: 2025-08-29T06:54:47.000Z *Risikoreiche Zahlungen, eine veraltete Plattformstruktur, negative Cashflows: Die Liste der Probleme bei Worldline ist lang. Diese fünf Maßnahmen braucht es, um den angeschlagenen Payment-Riesen wieder nach vorne zu bringen.* Mittlerweile kann man es nicht mehr als eine kurze Schwächephase bezeichnen: Nach den schweren Vorwürfen in der Presse zu ehemaligen Geschäftsbeziehungen aus risikoreichen Milieus beim Payment-Riesen Worldline im Juni sackte dessen Aktienkurs zeitweise um 50 Prozent ein. Nach dem [#dirtypayments Crash ](https://paymentandbanking.com/worldline-und-payone-nach-dirtypayments-was-nun/)konnte sich die Aktie nur ein wenig erholen. Doch mittlerweile notiert die Marktkapitalisierung wieder deutlich unter einer Milliarde und nahe des Crash-Tiefs vom Juni. Insbesondere wenn man die Aktienentwicklung und Marktkapitalisierung von Worldline mit Adyen vergleicht, dem niederländischen Erfolgs-Fintech, zeigt sich, dass die Herausforderungen bei Worldline wohl deutlich gravierender sind, als „nur“ die Probleme im High-Risk Payment Segment. Das sind die Probleme und meine Thesen, wie Worldline wieder selbständig auf die Füße kommen kann. ## **These 1: Neue Besen kehren gut:** Mit der massiven Vernichtung von Shareholder Value und Marktkapitalisierung sowie dem damit verbundenen Vertrauensverlust der Investoren ins Management war ein Wechsel dessen schon vor einiger Zeit überfällig. Unter anderem mit dem Rücktritt von CEO Gilles Grapinet und der Ernennung von Pierre-Antoine Vacheron als CEO, einem neuen CFO und CTO, sowie neuen Heads of Merchant Services und Personal wurde das bereits teilweise umgesetzt. Aber insbesondere im Payments-Bereich reicht es meines Erachtens nicht, einen Neustart nur beim C-Level zu machen. Gleiches müsste mindestens auch auf die operativen Payment-Heads der Landesgesellschaften und die Ebene darunter ausgeweitet werden. Denn sie sind besonders für die strukturellen Defizite des Unternehmens verantwortlich. ## **These 2: Cashflow stabilisieren:** Worldline ist – soweit keine Überraschung – ein harter Restrukturierungsfall. Worldline schreibt im Moment keine Gewinne und die stark negativen Cashflows müssen schnellstens gestoppt werden. Dafür bräuchte es radikale aber aus meiner Sicht notwendige Schritte: so müsste man nicht-kern-Aktivitäten abstoßen, unprofitable oder mäßig profitable „Hobby“-Aktivitäten, die nur vom Wesentlichen ablenken einstellen, sowie klare und harte KPI-Vorschriften an die Business-Heads stellen. Leider wird man auch um Entlassungen nicht herumkommen, um die Kostenbasis zu reduzieren. ## **These 3: Konsolidierung der Payment-Infrastruktur:** Worldline sollte auch die eigene Produktpalette vereinfachen: Hier verwaltet und betreibt man mittlerweile einen undurchsichtigen und kostenintensiven Dschungel unterschiedlichster (teilweise völlig veralteter) Payment-Plattformen, die in den letzten Jahren durch verschiedene Übernahmen im Konzern gelandet sind. Das verhindert, dass Worldline von der eigentlichen Stärke der Zahlungsbranche profitieren kann: Den Skalenerträgen. Denn die Anforderungen an eine Zahlung unterscheiden sich in den verschiedenen europäischen Ländern nur minimal. Warum hier nicht schon viel früher eine Konsolidierung auf eine einzige moderne technische Infrastruktur abgeschlossen wurde, erschließt sich nicht. Alternativ wäre der Bau einer komplett neuen State-of-the-Art Platform mit einem vorgeschalteten Payment-Orchestrator sinnvoll, damit die bestehenden Händlerintegration nicht angefasst werden müssen. Denn wenn der Händler ohnehin eine neue technische Integration machen muss, geht er meist zu einem Wettbewerber. Mit diesem Schritt wäre Worldline zwar reichlich spät dran, könnte mit einer schnellen strategischen Kursänderung aber trotzdem noch aufholen. ## **These 4: Modernize the Product** Wie sehr Worldline Marktanteile verloren hat, lässt sich nicht nur am Aktienkurs ablesen, sondern auch am verarbeiteten Payment-Volumen. Im Jahr 2022 habe ich bereits [in einer Infografik verdeutlicht](https://paymentandbanking.com/die-groessten-merchant-acquiring-psps-in-deutschland-und-europa/), dass die innovativen Fintech-Grownups (Adyen und Stripe) den etablierten Payment-Platzhirschen wie Worldline schon große Marktanteile abgenommen haben. Seitdem ist die Schere im verarbeiteten Zahlungsvolumen (TPV) noch deutlicher auseinander gegangen, auch zulasten von Worldline. Im Jahr 2020 waren Worldline, Adyen und Stripe mit abgewickelten Zahlungsvolumen zwischen jeweils 250 bis 300 Milliarden Euro noch auf Augenhöhe. Im Jahr 2024 haben Stripe und Adyen den ehemaligen europäischen Platzhirsch Worldline mit einem beinahe dreimal so hohen abgewickelten Zahlungsvolumen deutlich über der Billion-Marke vergleichsweise „verzwergt“. Der Grund: Die innovativeren Tech-Player Adyen und Stripe haben offensichtlich das deutlich bessere Produkt-Setup für die Payment-Abwicklung und damit signifikant Großkunden und Volumen gewonnen. Ein modernes, kompetitives Produktangebot ist bei Worldline überfällig. ## **These 5: Außenauftritt: Eine Marke, ein Produkt, ein Vertrieb** Ähnlich wie bei den verschiedenen Tech-Plattformen tritt Worldline gegenüber dem Händlerkunden nicht als ein Unternehmen, eine Marke auf. In Deutschland kennen nur wenige den Namen des europäischen Payment-Riesen, weil Worldline noch immer als Joint Venture mit den Sparkassen unter dem Namen „Payone” unterwegs ist – ein Fehler. Auch hier müsste aus meiner Sicht eine weitere Konsolidierung in der Corporate Governance und Straffung von Parallelstrukturen stattfinden. Denn Worldline wird als Marke über Ländergrenzen mit verschiedenen Namen zu wenig sichtbar. Ayden und Stripe haben dagegen einen klaren Produkt-,Tech- und Markenkern, und das über Länder und Kontinente hinweg. Worldline als Unternehmen mit einer Marke und einem Vertrieb, der für alle Produkte des Unternehmens verantwortlich zeichnet, egal in welchem Land und Kanal, wäre ein wichtiger Schritt nach vorne. Alles andere ist anachronistisch und hilft nur den direkten Wettbewerbern. ## **Das Fazit** Wird Worldline diese massiven Herausforderungen schultern können? Leider wurden in der Vergangenheit Probleme, als diese schon sehr offensichtlich waren, nicht rechtzeitig oder nur halbherzig angegangen. Viel Zeit bleibt nicht mehr, denn jetzt schon ist Worldline bei dem Aktienkurs ein günstig bewertetes Asset für eine Übernahme etwa durch Private-Equity-Unternehmen. Worldline ist also spät dran, hat aber noch Chancen mit einem schnellen und umfassenden Kurswechsel aufzuschließen. ### Eure Alleingänge sind schrecklich URL: https://paymentandbanking.com/eure-alleingaenge-sind-schrecklich/ Last updated: 2025-08-11T16:34:00.000Z ****Dass der BVR seinen Angriff auf Apple nun verschiebt, ist zunächst einmal ein wenig peinlich. Es zeigt aber sinnbildlich, dass deutsche Banken ein Problem haben: Jeder kocht sein eigenes Süppchen. Eine neue Folge von „Nils nörgelt.”** *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor Nils Heck beleuchtet in seiner [Kolumne „Nils nörgelt“](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Wer etwas heimlich, still und leise verkünden will, der mache dies auf Linkedin. So zumindest hat es der Verband der Volks- und Raiffeisenbanken bei einem absoluten Prestigeprojekt versucht – und damit zurecht so einiges an Spott auf sich gezogen. In der besagten Mitteilung ging es nämlich um nicht weniger als den groß angelegten Angriff auf ApplePay, den der BVR schon seit vielen Monaten vorbereitet und der im Herbst diesen Jahres nun endlich starten sollte. Konkret sollten alle Kunden von da an die Möglichkeit haben, mit ihrer Girocard über die Volksbanken-App statt über ApplePay zu bezahlen. Möglich macht das die erzwungene Öffnung der NFC-Schnittstelle der iPhones, die der BVR meines Erinnerns nach nicht nur begrüßt, sondern auch hinter den Kulissen vorangetrieben hatte. Es war die Rede von unfairen Marktbedingungen und davon, dass die eigene Lösung die Kunden nun endlich unabhängiger machen sollte. Doch der große Angriff: Er fällt ins Wasser. Wie in besagter Mitteilung auf Linkedin verkündet, verschiebt sich der Start der eigenen Girocard-in-der-iPhone-App auf unbestimmte Zeit. Man brauche einfach noch ein wenig, um am Produkt zu feilen, hieß es. Huch. ## **Warum immer nur das eigene Süppchen kochen?** Das ist für die Volks- und Raiffeisenbanken natürlich vordergründig erst einmal ärgerlich. Die eigenen Pläne einzukassieren, das sieht nie gut aus. Dann ist es zusätzlich noch ein bisschen peinlich, hatte man sich doch eigentlich in der Pionierrolle gesehen. Vor allem aber zeigt sich an der neuen Anwendung der Volksbanken mal wieder ein grundlegendes Problem des deutschen Bankings: Alle kochen nur ihr eigenes Süppchen und vergessen dabei, dass sie den eigenen Kunden womöglich dutzende Angebote machen, die sie nur verwirren. Bei den Volksbanken wird sich das spätestens dieses, vielleicht sogar schon nächstes Jahr, sehr deutlich zeigen. Denn die Volks- und Raiffeisenbanken trommeln bei ihren Kunden eifrig für die europäische Lösung Wero. Die wird herausgegeben von der European Payments Initiative (EPI), bietet P2P-Zahlungen und hat zurzeit mehr als 40 Millionen Kunden in den Benelux-Staaten und Deutschland. Eine Million davon kommen vom DSGV (Sparkassen) und 650.000 von BVR-Mitgliedern (Volks- und Raiffeisenbanken). Das heißt, mehr als eine halbe Million Volksbankkunden haben Wero aktiviert und senden damit schon Geld von Konto zu Konto. Noch dieses Jahr sollen damit nun auch Online-Zahlungen und im kommenden Jahr POS-Zahlungen möglich sein. Genau da liegt der Knackpunkt: Kunden bei den Volksbanken wird dann vermutlich gleichzeitig angeboten, die eigene Girocard in die Volksbanken-Wallet zu legen, um damit am POS zu bezahlen – oder aber mit Wero zu bezahlen. Und jetzt kommt der besonders spaßige Clou: Weil Wero eben auch in den Volksbank-Apps läuft, würde dann beides parallel in der Volksbank-App laufen. Zum einen das Bezahlen mit der Girocard über den BVR und zum anderen das Bezahlen mit Wero von Konto zu Konto. Sind Sie bereits verwirrt? Ich bin es jedenfalls und ich will gar nicht wissen, wie verwirrt Erna, 73, aus Bad Münstereifel ist, wenn man sie nach den verschiedenen Optionen fragen wird. ## **Doppelte Infrastruktur und Arbeit: Warum nur?** Es ist mir unbegreiflich, warum man die so aufwendige und teils teure Infrastruktur nun unbedingt zweimal aufbauen will. Die Interchange-Gebühr sparen sich die Volksbanken auch, wenn die Kunden mit Wero bezahlen. Noch dazu haben sie sich doch extra bei EPI engagiert, um grenzüberschreitende, einfache Zahlungen möglich zu machen. Das wäre mit Wero ja durchaus möglich, anders übrigens als mit der Girocard, die hinter der deutschen Grenze und im Internet sowieso nicht funktionieren wird. Auch verlieren die Volksbanken die Bindung zu den Kunden nicht unbedingt, weil Wero in die Apps der Banken integriert ist. Es entsteht also schlicht Doppelarbeit. Die nun auch noch länger dauern wird. Kann man machen, ist dann aber irgendwie aufwendig für wenig Ertrag. ### „Partnerschaft ist kein Buzzword“ – Was Open Finance wirklich braucht URL: https://paymentandbanking.com/partnerschaft-ist-kein-buzzword-was-open-finance-wirklich-braucht/ Last updated: 2025-08-11T08:06:39.000Z ***In dieser Folge 3×3=10 sprechen wir mit [Caroline Jenke](https://www.linkedin.com/in/caroline-jenke-46522615a/?locale=de%5FDE&ref=paymentandbanking.com) von Tink über eine zentrale Herausforderung unserer Branche: Warum reden alle über Open Finance, aber so wenige machen es wirklich?*** Jenke ist Geschäftsführerin der Open-Banking-Plattform von Visa und bringt über 15 Jahre Erfahrung im Banken- und Fintech-Umfeld mit. Sie kennt die regulatorischen und kulturellen Hürden aus erster Hand. ## **Von der Konfrontation zur Kooperation** Was heute oft wie ein Buzzword klingt, war vor einigen Jahren noch echtes Neuland. Jenke beschreibt, wie sich das Verhältnis zwischen Banken und Fintechs verändert hat: „Anfangs war das stark konfrontativ. Fintechs gegen Banken. Aber über gemeinsame Runden bei der BaFin, in API-Workshops oder Branchengremien ist ein neues Verständnis entstanden.“ ## **Open Banking funktioniert – wenn man es will** Dass Open Banking gescheitert sei, wie manche Kritiker:innen behaupten, kann Jenke nicht nachvollziehen. Sie nennt konkrete Beispiele: etwa den **vollautomatisierten Kreditantragsprozess der DKB** auf Basis von Echtzeitdaten via Tink. Hier werden Lohnabrechnungen und Haushaltsrechnungen nicht mehr manuell eingereicht, sondern intelligent und DSGVO-konform abgerufen. Ein Mehrwert, auch in puncto Geschwindigkeit, Fehlervermeidung und UX. Die Debatte um fehlende Use Cases sieht sie daher kritisch: „Wer behauptet, es gäbe keine Kundennachfrage, hat den Markt nicht genau angeschaut oder Angst vor dem Verlust der Datenhoheit.“ ## **Was Finanzdatenhalter jetzt brauchen** Laut Jenke braucht es für eine erfolgreiche Open-Finance-Strategie **drei zentrale Schritte**: 1. **Strategie:** Banken und Versicherer müssen verstehen, welche Daten sie haben und welchen Mehrwert sie daraus für ihre Kund:innen schaffen können. 2. **Infrastruktur:** Es reicht nicht, nur regulatorische Mindestanforderungen zu erfüllen. APIs müssen leistungsfähig, sicher und skalierbar sein. 3. **Marktzugang:** Wer sich nicht als aktiver Teil eines Ökosystems sieht, wird im Wettbewerb um die Kundenschnittstelle verlieren. ## **FIDA als neue Chance – aber auch als Risiko** Mit FIDA (Financial Data Access) geht Open Finance in Europa in die nächste Runde. Jenke begrüßt den klaren Regulierungsrahmen, mahnt aber zur Balance: „Die EU sollte Leitplanken setzen, aber nicht so eng, dass Innovation von vornherein ausgebremst wird.“ Ein umstrittener Punkt ist die **Monetarisierung von Schnittstellen**: Während PSD2 den kostenlosen Datenzugang vorschreibt, soll FIDA hier mehr Spielraum lassen. Sie plädiert für Augenmaß: „Der Zugang zu Kundendaten sollte nicht kommerzialisiert werden – wohl aber die Qualität, Frequenz und Services drumherum.“ ## **Kooperation statt Datenmauern** Eine der zentralen Erkenntnisse der Folge: **Daten sollten nicht nur ausgetauscht, sondern gemeinsam genutzt werden.** Jenke nennt als positives Beispiel die automatisierte Haushaltsrechnung, aber auch neue Anwendungsfälle wie KI-basierte Finanzassistenten, die auf angereicherten Datenquellen basieren – unter Wahrung der Kund:innen-Souveränität. Gerade im B2B2C-Modell sieht sie enormes Potenzial: „Wer Daten teilt, kann sie veredeln – und daraus Produkte schaffen, die ohne Partnerschaft nicht möglich wären.“ ## **Tink, Visa und der Anspruch, Brücken zu bauen** Zum Schluss gibt Jenke einen Einblick, wie Tink sich im Markt positioniert: „Wir verstehen uns als Technologiepartner und Brückenbauer zwischen Banken, Fintechs, Startups und Versicherern.“ 🔗 **Hört rein in die ganze Folge – überall, wo es Podcasts gibt.** ### Die wichtigsten Fintech-News im Juli URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-juli/ Last updated: 2025-08-13T08:22:14.000Z In dieser Episode des Payment und Banking Fintech Podcasts diskutieren André und Jochen die wichtigsten Neuigkeiten aus dem Juli 2025\. Die Themen reichen von der Konsolidierung im Bereich digitale Identität über Personalwechsel bei N26 bis hin zu neuen Produkten und Kooperationen von Fintechs wie eToro, Ivy und Allunity. Auch die Herausforderungen im InsurTech-Bereich, die Evolution von Zahlungsterminals bei SumUp und die Entwicklungen bei großen Neobanken wie Revolut und Monzo werden behandelt. Die Episode bietet einen umfassenden Überblick über die aktuellen Trends und Entwicklungen in der Fintech-Branche. - **Schon wieder Wechsel im N26 Managemenr -> Risikochefin geht – Nachfolger kommt von Santander** Beim Berliner Fintech N26 gibt es einen Führungswechsel im Risikomanagement: [Die bisherige Risikochefin muss gehen / geht zur ING -> Unterschiedliche Narrative in der PR / , ihr Nachfolger stammt von Santander](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5b5c196c55&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Das Unternehmen reagiert damit offenbar auf regulatorischen Druck und will seine Kontrollmechanismen deutlich verschärfen, um künftig Beanstandungen der Aufsicht zu vermeiden. - **eToro bringt Visa-Debitkarte nach Europa** Die Investmentplattform eToro erweitert ihr Ökosystem und bietet europäischen Nutzer:innen künftig eine eigene Visa-Debitkarte an. Damit lassen sich nicht nur Investitionen verwalten, sondern auch alltägliche Einkäufe bequem bezahlen. Die [Visa-Debitkarte von eToro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=6f1d6f53ff&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) soll vor allem loyale Kund:innen langfristig binden. - **Ivy kooperiert mit Stablecoin-Riesen Circle** Das Berliner Fintech Ivy geht eine strategische Partnerschaft mit dem Stablecoin-Anbieter Circle ein, um grenzüberschreitende Zahlungen auf Blockchain-Basis zu beschleunigen. Die Integration soll vor allem Geschäftskunden von nahtlosen, schnellen Transaktionen profitieren lassen, wie die [Kooperation zwischen Ivy und Circle](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=aecefee438&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) unterstreicht. - **AllUnity erhält BaFin-Lizenz für Euro-Stablecoin** Das Unternehmen AllUnity hat sich eine Lizenz der BaFin als E-Geld-Institut gesichert und will damit einen MiCAR-konformen Euro-Stablecoin auf den Markt bringen. Der regulatorische Erfolg soll vor allem Vertrauen schaffen und den Euro-Token im digitalen Zahlungsverkehr etablieren, wie [AllUnitys BaFin-Lizenz für den Stablecoin](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=02dad4789c&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) deutlich macht. - **Upvest und Xaver schmieden Allianz für digitale Rentenlösungen** Martin Kassing (40), Gründer und CEO von Upvest, macht gemeinsame Sache mit dem Kölner Altersvorsorge-Fintech Xaver. Die beiden Start-ups wollen künftig gemeinsam Rentenprodukte wie Frühstartrente oder Depotrente als White-Label-Lösung für Banken und andere Finanzinstitutionen entwickeln. Diese Kooperation soll den Zugang zu digitaler Altersvorsorge deutlich vereinfachen und innovative Vorsorgeprodukte auf den Markt bringen. - **Strauchelnde Insurtech wefox erhält 151 Mio € Investment** Das Insurtech wefox sichert sich eine massive Kapitalrunde und unterstreicht damit das anhaltende Interesse an digitalen Versicherungslösungen. Mit der frischen Finanzierung in Höhe von 151 Mio € soll das Wachstum in Europa weiter beschleunigt und neue Produkte entwickelt werden. Der [groß angelegte Funding-Deal mit Wefox](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8ec23a1b30&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) zeigt, wie stark Finanz- und Versicherungswelt zunehmend verschmelzen. - **SumUp bringt smartes All-in-One-Terminal für den Handel** - [SumUp hat mit dem neuen Terminal ein mobiles POS-Gerät vorgestellt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=17a903aac1&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com), das Kartenleser, Kassensystem, Bestellfunktionen und Quittungsdrucker in einem Gerät vereint. Im kompakten Taschenformat ermöglicht es Zahlungen direkt am Tisch. Mithilfe einer integrierten Kamera und KI können Menüs oder Produktlisten einfach per Foto digitalisiert werden. Ein HD-Touchscreen, langer Akku, WLAN & 4G sowie DATEV-Anbindung und Mitarbeiterprofile sollen das Gerät zur Lösung für wachsende Betriebe sein. Künftig sollen Updates mit Funktionen wie Barcode-Scan, Tisch-Management und Multi-Geräte-Synchronisation folgen. - **Revolut-Verhandlungen: Mega‑Finanzierungsrunde bei 65 Mrd. USD** Revolut steht offenbar vor einer massiven Finanzierungsrunde mit einer Bewertung von 65 Milliarden US-Dollar. [Gespräche mit Investoren](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=611dd5ba10&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) unterstreichen das Vertrauen in das Wachstumspotenzial des Fintechs – und den globalen Appetit auf digitale Bankenmodelle. **Kurze Richtigstellung:** - Qonto hat die Banklizenz nicht bei der BaFin, sondern bei der französischen Aufsicht beantragt. Bisher haben sie es offiziell bestätigt, dass der Antrag gestellt wurde – die Lizenz haben sie noch nicht erhalten. Perspektivisch würden sie dann über das EU-Passporting agieren. ### Lemon Markets: „Es wird niemand gekündigt” URL: https://paymentandbanking.com/linden-lemon-markets-exit/ Last updated: 2025-08-07T06:04:04.000Z **Die Deutsche Wertpapierservice Bank (dwpbank) schluckt das Fintech Lemon Markets. Was das für Mitarbeiter und die Firma bedeutet und welche strategische Überlegung hinter dem Deal steht. Die News-in-depth.** Max Linden und sein 2020 gegründetes Start-up Lemon Markets waren das, was man in der Fintech-Szene als großen Hoffnungsträger bezeichnet hat. Die Idee der Firma war es, über eine Schnittstelle auch anderen Finanzfirmen die Möglichkeit zu geben, den Handel mit Wertpapieren zu ermöglichen. Eine Idee, die offenbar elektrisierte. Das zeitweise 60-köpfige Team schaffte es, nach der Gründung im Jahr 2020 in nur wenigen Jahren mehr als 30 Millionen Euro von namhaften Investoren einzusammeln. Wagniskapitalfonds wie Lakestar oder CommerzVentures steckten ihr Geld und ihre Hoffnung in den 24-jährigen Linden und das Managementteam, zu dem wichtige Köpfe wie Ex-N26-Führungskraft Markus Gunter oder Dirk Schlömer, Ex-Finanzchef der BNP Paribas, gehörten. Kunden wie Tomorrow oder Holvi nutzen den Service des Bafin-lizenzierten Fintechs. Doch seit Mittwoch ist klar: Für Lemon Markets geht es alleine nicht weiter. Das Hoffnungsträger-Fintech wird zu 100 Prozent von der Deutschen Wertpapierservice Bank (dwpbank) geschluckt und soll dort als eigenständige Tochterfirma neben den bisherigen Tochtergesellschaften, der dwp Service und der dwp Software, bestehen. Das berichtet am frühen Mittwochmorgen zunächst die [Börsenzeitung](https://www.boersen-zeitung.de/banken-finanzen/dwp-bank-uebernimmt-lemonmarkets?ref=paymentandbanking.com), später gab es dann auch die inhaltlich identischen Meldungen [dwp](https://www.dwpbank.de/presse/fintech-lemonmarkets-wird-teil-der-dwpbank-gruppe/?ref=paymentandbanking.com) und [Lemon Markets](https://paymentandbanking.com/content/files/lemonmarkets2-cdn-prismic-io/lemonmarkets2/ajmkvatt2npbz4%5Fs%5Ffintechlemon-marketswirdteilderdwpbankgrupp.pdf). Denen zufolge übernimmt die dwpbank nicht nur Lemon Markets, sondern auch das Management. Das Closing soll im Herbst 2025 erfolgen, die Bafin muss den Deal noch genehmigen. Wie es dann mit den Mitarbeitern abseits des Managements weitergeht, war in der Meldung zunächst nicht aufgeführt. Max Linden stellt im Interview mit Payment & Banking aber klar: Das gesamte Team von Lemon Markets wechselt mit dem Kauf zur dwpbank. „Es wird niemand gekündigt”, sagt er. „Ich habe genau so viel unternehmerischen Antrieb wie zuvor und wir haben auch für alle mindestens genau so viel Arbeit wie bisher.” ## **Das sagt Max Linden zum Exit** Auffällig an den Meldungen der Unternehmen ist, dass von den Firmen weder eine Bewertung von Lemon Markets noch ein etwaiger Kaufpreis kommuniziert wird. Selbst wenn es üblich ist, die genaue Kaufsumme zu verschweigen, wird bei Exits meist zumindest eine Größenordnung genannt, beispielsweise ein „einstelliger Millionenbetrag” oder eine „niedrige achtstellige Summe.” Dass das in diesem Fall nicht geschehen ist, kann schlicht an der Verschwiegenheit des neuen Eigentümers liegen. Es könnte allerdings auch ein Zeichen dafür sein, dass die tatsächliche Verkaufssumme nicht so hoch ausfiel. Dass Lemon Markets überhaupt nach einem Käufer gesucht hat, liegt offensichtlich an der nicht immer einfachen Acquise, gerade bei größeren Finanzfirmen abseits des Fintech-Bereichs. „Wir haben einen starken Partner gesucht, weil wir gemerkt haben, dass wir bei größeren Kunden oft vom Risikomanagement ausgebremst wurden”, sagt Gründer Max Linden. Jetzt könne man sagen: ‘Als dwpbank Gruppe haben wir mehr als 2,2 Billionen Euro verwahrtes Vermögen.’ Ärgster Konkurrent auf dem Markt dürfte Upvest sein. Das 2017 gegründete Fintech konnte unter anderem N26 oder Bunq als Kunden gewinnen. ## **Lemon Markets soll als Marke bestehen** Ebenfalls spannend ist, dass Lemon Markets als Marke künftig nicht verschwinden soll. Die dwpbank will eigenen Angaben zufolge mit einer „Zwei-Marken-Strategie” auftreten. Das bedeutet, das bisherige Vollverwahr-Angebot wird um den Brokerage-as-a-Service-Teil von Lemon Markets ergänzt und das Angebot nicht einfach integriert. Kunden sollen künftig von einem „flexiblen Leistungsportfolio” profitieren, heißt es in den Mitteilungen. So will man neue „Kundensegmente im Wertpapiergeschäft” erschließen. „Die dwpbank hat bisher ein Vollverwahrangebot und wir eine schlanke und effiziente Lösung”, skizziert Max Linden. „Beides zusammen führt dazu, dass wir jetzt ein sehr flexibles Angebot machen können, je nachdem was die Kunden brauchen.” Der Zukauf von Lemon Markets könnte aber noch einen weiteren Grund haben und der hängt stark mit dem Aufkommen der Neo- und Onlinebroker zusammen. Die dwpbank bietet unter anderem eine Wertpapierplattform an und hat namhafte Kunden wie Sparkassen, Volksbanken und Privat- wie Direktbanken als Kunden. Eigenen Angaben zufolge haben zwei Drittel aller Banken in Deutschland ihre Wertpapierprozesse an den Spezialanbieter aus Frankfurt ausgelagert, der rund 5,3 Millionen Depots verwaltet. Mit dem Aufkommen der Neobroker wurde der Druck aber zunehmend größer für die dwp-Kunden bei den Sparkassen und Volksbanken, ein ähnlich günstiges und modernes Angebot auf die Beine zu stellen. ## **Strategische Überlegung: Lemon Markets bringt Know-How mit** Der Zukauf von Lemon Markets könnte Teil einer Strategie sein, sich in diesem Bereich moderner aufzustellen. Allerdings ist abzuwarten, ob der bisher überschaubare Kundenstamm des Fintechs ausreicht, um hier kurzfristig große Sprünge zu machen. Was auf jeden Fall positiv wirken dürfte: Mit Max Linden und seinen Team hat sich die dwpbank viel Know-How eingekauft. Gemeinsame Projekte haben sie dem Vernehmen nach schon geplant. ### PSD3 & PSR: Haftung, Betrugsprävention und der Streit um die Autorisierung URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-haftung-betrugspraevention-und-der-streit-um-die-autorisierung/ Last updated: 2025-09-09T07:17:54.000Z ***In der neuen Podcastfolge spricht Peter Frey über Haftung, Social Engineering und neue EU-Vorgaben.** Die Reform des Zahlungsdiensterechts schreitet voran und mit ihr verschieben sich die Verantwortlichkeiten. In der dritten Folge unserer Podcastreihe zu PSD3 und PSR sprechen Dana Wondra und [Peter Frey](https://www.linkedin.com/in/peter-frey-336397124/?ref=paymentandbanking.com) über eines der sensibelsten Themen der neuen Regelwerke: Haftung und Schutz vor Betrug. Denn während bisher vor allem die Haftung für unautorisierte Zahlungen im Mittelpunkt der Haftungsfragen stand, will die EU nun auch bei betrügerischen autorisierten Zahlungen neue Maßstäbe setzen. Der Begriff „Social Engineering“ ist längst keine Randnotiz mehr, sondern ein Auslöser für tiefgreifende regulatorische Konsequenzen. Was genau zählt als autorisierte Zahlung? Welche Rolle spielt der Zahlungszweck? Und wie sehr verschiebt sich die Beweislast, wenn ein Fall von Betrug im Raum steht? Im Gespräch zeigt Peter Frey, wie die EU versucht, Betrugsrisiken stärker systemisch zu begegnen. Mit neuen Schulungspflichten, verschärften Anforderungen an Kundenkommunikation und präventiven Maßnahmen wie dem IBAN/Name-Check. Besonders brisant: In bestimmten Konstellationen könnten Zahlungsdienstleister künftig selbst dann haften, wenn die Zahlung formal korrekt autorisiert wurde, etwa wenn Nutzer:innen durch Identitätsbetrug oder raffinierte Täuschung zur Freigabe verleitet wurden. Ein komplexes Spannungsfeld zwischen Sicherheit, Nutzerfreundlichkeit und Zumutbarkeit und eines, das für alle Marktteilnehmer enorme praktische Relevanz haben wird. Jetzt Podcast hören. Überall verfügbar, wo es Podcasts gibt. ### Vielfalt als Feigenblatt: Rassismus in Banken und Fintechs – Teil 2 URL: https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs-teil-2/ Last updated: 2026-04-29T10:02:04.000Z ***Obwohl Barrierefreiheit kein neues Thema mehr ist, scheinen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Bankensektor oft übersehen zu werden. Welche Veränderungen es im Bankensektor braucht.*** Im meiner vorherigen Kolumne habe ich erläutert,[ wie scheinheilig viele Banken im Umgang mit Rassismus sind.](https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs/) Eine schicke Diversity-Initiative hier, eine weitere dort und schon sind sie der Meinung, sie hätten ihr möglichstes getan. Das ist natürlich Unsinn. Es braucht mehr, damit zum Beispiel Frauen, neurodivergente und Schwarze Menschen wirklich die gleiche Chance haben. Zum Glück tut sich ein bisschen etwas in der Branche. [ ![Payment Exchange 2026](https://paymentandbanking.com/wp-content/uploads/2026/01/Banner-on-homepage-A-1536x154-1.png) ](https://paymentandbanking.com/payment-exchange) In Großbritannien etwa veröffentlicht die Finanzbranche deutlich[ granularere Diversitätsdaten](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=But%20the%20reality%20is%20more,years%20of%20experience%20are%20white) als hierzulande. Auch verpflichtende Berichte zu Gender Pay Gaps und Ethnic Pay Gaps werden diskutiert, um Transparenz zu schaffen. In den USA zwingt der Druck von Investor\*innen (Stichwort ESG) immer mehr Unternehmen dazu, Diversity-Ziele offenzulegen. Fälle wie der von Google (siehe Teil 1 meiner Kolumne) oder die Erkenntnisse aus dem Fintech-Sektor (auch hier siehe Teil 1) haben global die Dringlichkeit unterstrichen, strukturellen Rassismus aktiv zu bekämpfen. Angesichts der Faktenlage braucht es tiefgreifende Veränderungen im Bankensektor. **These 1: Ohne verbindliche Vorgaben bleibt Vielfalt „auf Sparflamme“.** *Empfehlung:* Verpflichtende Diversitäts-Quoten und Transparenzpflichten einführen. Nur wenn Institute gezwungen werden, Daten zu Diversity offenzulegen (zum Beispiel Anteil nicht-*weißer* Beschäftigter auf jeder Hierarchieebene), kommt[ Bewegung](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=%E2%80%9CAt%20the%20bare%20minimum%2C%20there,%E2%80%9D) in festgefahrene Strukturen. Aufsichtsbehörden und Politik sollten Benchmarks für Führungskräfteanteile und Förderprogramme für unterrepräsentierte Gruppen etablieren. Eine Quote, ein Zielkorridor, allein ist kein Allheilmittel, aber ein temporärer Anschub, damit sich die Verhältnisse ändern. **These 2: Diskriminierung beginnt schon im Einstellungsprozess.** *Empfehlung:* Anonymisierte Bewerbungsverfahren breiter einsetzen. Studien in Deutschland haben gezeigt, dass[ anonymisierte Bewerbungen](https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/AnonymBewerbung/anonymisierte%5Fbewerbungsverfahren%5Fdas%5Fpilotprojekt%5Fflyer.pdf?%5F%5Fblob=publicationFile&ref=paymentandbanking.com#:~:text=Eine%20M%C3%B6glichkeit%2C%20gegen%20die%20bewusste,verfahren) die Chancen von Kandidat\*innen mit Migrationshintergrund deutlich verbessern. Personaler\*innen sollen erst nach Vorauswahl die Identität sehen, um unbewusste Vorurteile auszuschalten. Ergänzend braucht es zwingend Schulungen zu Unconscious Bias für HR und Führungskräfte, damit Sätze fallen gelassen werden wie: *„Passt kulturell nicht ins Team“*, eine oft vorgeschobene Floskel. **These 3: Produkte und Prozesse dürfen keine exklusiven „Clubbedingungen“ haben.** *Empfehlung:* Diskriminierungssensibles Design muss zum Standard werden. Von Formularen über Apps bis zu KI-Algorithmen: Banken und Fintechs sollten alle Abläufe darauf prüfen, ob sie bestimmte Gruppen ausschließen. Beispiel Postident: Dort war der Geburtsort lange in Pflichtfeld. Doch dieses fehlt in ausländischen Pässen oder deutschen Flüchtlingsausweisen oft. Die Folge: Vielen Menschen wurde jahrelang die Online-Kontoeröffnung verwehrt. Erst nach Jahren wurde endlich nachgebessert, aber erst, nachdem zahllose Betroffene den Missstand über lange Zeit gemeldet hatten. Unternehmen sollten Diversity-Tests für neue Produkte durchführen (ähnlich wie Usability-Tests), idealerweise mit Personen aus verschiedenen Communities. Auch Barrierefreiheit ist Teil von Diversity und darf mitbeachtet werden. **These 4: Schutz und Beteiligung der Betroffenen sind unerlässlich.** *Empfehlung:* Mitarbeitende müssen diskriminierungsfrei Missstände adressieren können, ohne Repressalien zu fürchten. Dafür sollten unabhängige Vertrauensstellen oder Ombudspersonen in Finanzinstituten etabliert werden. Im Kundenbereich braucht es leicht zugängliche Beschwerdewege (zum Beispiel via App), damit Fälle von Rassismus im Service konsequent erfasst und sanktioniert werden. Zudem sollten mehr Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen in die Entwicklung von Produkten und Richtlinien einbezogen werden, nach dem Motto: *„Nichts über uns ohne uns.“* Nur so entstehen Lösungen, die wirklich alle mitdenken. **These 5: Diversity muss Chefsache sein und Teil der Erfolgsbewertung.** *Empfehlung:* Solange Vorstände Diversität als lästige Pflichtübung sehen, wird sich wenig ändern. Daher sollten Aufsichtsräte und Investor\*innen darauf drängen, dass ESG-Ziele inklusive Diversity messbar in die Unternehmensstrategie integriert werden. Zum Beispiel könnte ein Teil der Management-Boni an Fortschritte bei inklusiver Unternehmenskultur geknüpft werden. Außerdem müssen jene Problemquellen, die Übergriffe und diskriminierendes Verhalten zeigen, spürbare Konsequenzen erfahren, unabhängig von ihrer Hierarchiestufe.Was es jetzt braucht, ist konsequentes Handeln: Mut zu echten Veränderungen, damit Vielfalt nicht länger nur auf Hochglanzbroschüren existiert, sondern gelebte Realität wird. Denn letztlich profitieren alle davon, wenn Banking für *alle* da ist – wirtschaftlich, innovativ und gesellschaftlich. ### Wie Payment die Zukunft gestaltet URL: https://paymentandbanking.com/wie-payment-die-zukunft-gestaltet/ Last updated: 2026-04-29T10:02:57.000Z **Kaum eine Branche hat sich in den letzten Jahren so dynamisch entwickelt wie das Payment-Ökosystem. Mit Carlos Nasher blicken wir gemeinsam auf vergangene, aktuelle und künftige Umwälzungen.** Was noch vor wenigen Jahren als simpel galt – Geld von A nach zu B bewegen –, ist heute ein hochkomplexes Feld, von Account to Account bis Künstliche Intelligenz, von Echtzeitüberweisung bis Embedded Finance. Unternehmen, Regulatoren und Technologieanbieter liefern sich ein Wettrennen um die klügsten Lösungen, neue Geschäftsmodelle und sichere, nutzer:innen-freundliche Prozesse. Doch wie steht es wirklich um den aktuellen Status – und wie sieht der Ausblick für die nächsten Jahre aus? Mit [Dr. Carlos Nasher ](https://www.linkedin.com/in/dr-carlos-nasher-987b2bb8/?ref=paymentandbanking.com)(Managing Partner bei Thede Consulting) haben wir einen echten Experten der Branche zu Gast. Er spricht über grundlegende Marktumwälzungen in der VUKA-Welt (Zusammenspiel aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) über die Chancen und Grenzen digitaler Währungen und europäischer Initiativen, bis hin zu den Game-Changern der Branche wie Embedded Finance und KI. Es erwarten euch Antworten auf die dringendsten Fragen: - Und wie werden digitale Identitäten, eIDAS und Data Analytics die Customer Experience langfristig verändern? - Ist der digitale Euro Hoffnungsträger oder Parallelangebot? - Wer gibt beim Thema Embedded Finance wirklich den Takt vor? - Wo geht im Dickicht der Regulierung der Überblick verloren – und wo liegen „blinde Flecken“ bei Cyber Security und KI? [**Jetzt hier das Whitepaper downloaden!**](https://thede-consulting.com/payment/payments-im-wandel/?ref=paymentandbanking.com) ### AI in Finance: Von MCP bis Komet, so verändert KI die Finanzwelt URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-von-mcp-bis-komet-so-verandert-ki-die-finanzwelt/ Last updated: 2025-08-05T08:22:40.000Z *In der vierzehnten Episode von *AI in Finance* nehmen sich Sascha und Maik die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen vor: Welche KI-Neuerungen gibt es in Technologie, Politik und Payment – und was bedeuten sie?* Maik Klotz und Sascha Dewald sind zurück, um ein Update zu allem rund um KI, Finanzen und Payment zu geben. Im Mittelpunkt stehen diese Woche die Fortschritte rund um das **MCP-Protokoll,** das den Zahlungsverkehr effizienter und sicherer macht und neue Möglichkeiten für Banken und Fintechs eröffnet. **Claude for Finance** ist ein weiteres aktuelles Highlight: Das Tool übernimmt repetitive Analystenaufgaben, liefert fundierte Reports in Sekunden und könnte damit den Alltag von Junior‑Analysten komplett verändern. [Episode 14\_25: AI in Finance: Von MCP bis Komet, so verändert KI die FinanzweltIn der vierzehnten Episode von AI in Finance nehmen sich Sascha und Maik die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen vor: Welche KI-Neuerungen gibt es in Technologie, Politik und Payment - und was bedeuten sie?![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/icon/favicon-96x96-e595067f367308346f53dde5921f8c405a8768e68e5594a49009ca9e6d6666fe.png)Payment & Banking Fintech PodcastDas Team von Payment & Banking![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/thumbnail/3c747328-7c0b-41e8-ab17-0dc0eb79b3b6.png)](https://paymentandbanking.podigee.io/736-episode-14-25-ai-in-finance-klarna-klont-ceo-und-revolut-integriert-ki?ref=paymentandbanking.com) Auch die geopolitische Dimension der KI kommt nicht zu kurz. Sascha und Maik sprechen über **Trumps Stargate-Projekt,** die massiven Investitionen von **OpenAI** und **Oracle** in Rechenzentren und die zunehmende Bedeutung des Energiebedarfs als strategischer Faktor für die KI-Entwicklung. Gleichzeitig werfen sie einen Blick auf die **praktischen KI-Anwendungen im Banking**. KI-Agenten beschleunigen Workflows, Smart Devices und neue Tools vereinfachen den Alltag, und der neue AI‑Browser **Comet** zeigt, wie sich die Interaktion mit dem Internet schon bald verändern könnte. Dabei bleibt **Online-Sicherheit** ein zentrales Thema, denn nur wer Vertrauen aufbaut, kann KI-gestützte Prozesse langfristig erfolgreich einsetzen. **5 Takeaways:** 1. **MCP-Protokolle** verändern den Zahlungsverkehr und schaffen neue Chancen für Banken und Fintechs. 2. **Claude for Finance** automatisiert Analystenaufgaben und beschleunigt Reporting-Prozesse. 3. **Politische Strategien und Energiebedarf** bestimmen die Geschwindigkeit der globalen KI‑Entwicklung. 4. **Online‑Sicherheit und Datenschutz** sind unverzichtbar für den Einsatz von KI im Finance‑Umfeld. 5. **Smart Devices und KI‑Agenten** verändern Arbeitsprozesse und den Finanzalltag nachhaltig. Viel Spaß beim Hören! ### Tools - [**Lumo Tool**](https://lumo.proton.me/guest?ref=paymentandbanking.com) - [**Higgsfield Reference (Steal)**](https://chromewebstore.google.com/detail/higgsfield-reference/oohmjaflbknghbidmaoonmchcodhmkgj?ref=paymentandbanking.com) - [**Opal**](https://opal.withgoogle.com/?ref=paymentandbanking.com) ### Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Die nächste Generation der KMU-Finanzierung: Infrastruktur und Orchestrierung als Schlüssel URL: https://paymentandbanking.com/die-nachste-generation-der-kmu-finanzierung-infrastruktur-und-orchestrierung-als-schlussel/ Last updated: 2025-08-05T08:19:00.000Z *Fintechs haben die angestaubte Welt der KMU-Finanzierung aufgemischt, aber längst nicht alle Probleme gelöst. Vor allem, weil die Infrastruktur nicht Schritt hielt. Wie sich das ändern kann, erklärt Banxware-CCO* [*Mandya Aziz.* ](https://www.linkedin.com/in/mandyaaziz/?ref=paymentandbanking.com) Als Chief Commercial Officer bei Banxware beschäftige ich mich täglich mit den Herausforderungen und Chancen im KMU-Finanzierungsmarkt. Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft – das sehen wir in jedem Gespräch mit unseren Plattformpartnern. Dennoch bleibt der Zugang zu Kapital für viele Unternehmen schwierig. Der sogenannte „Credit Gap“ ist aus meiner Sicht eines der größten und zugleich am wenigsten gelösten Probleme im europäischen Finanzsystem. Trotz aller Fortschritte durch Fintechs sind viele Hürden wie Kosten und Skalierbarkeit weiterhin ungelöst. Wir stehen an einem Wendepunkt: Die Zukunft der KMU-Finanzierung entscheidet sich nicht mehr daran, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern daran, wer die besten Voraussetzungen schafft, damit Finanzierung genau dort und dann möglich wird, wo sie gebraucht wird. Im Mittelpunkt steht künftig die Infrastruktur, die Kreditvergabe orchestriert und nahtlos in bestehende Geschäftsprozesse integriert – das ist meine Überzeugung aus der täglichen Praxis. ## **Warum klassische Kreditvergabe an ihre Grenzen stieß** Viele unserer Partner berichten, wie sie jahrelang mit Prozessen kämpfen mussten, die auf veralteten Strukturen basieren: Vertrauen wurde manuell aufgebaut, Bonitätsprüfungen waren rückwärtsgewandt, und Papierdokumente bestimmten den Ablauf. Banken verlangten umfangreiche Unterlagen, persönliche Termine und hatten lange Prüfungszyklen – selbst für kleinere Finanzierungsbeträge. Die Kriterien für Kreditvergaben waren auf Stabilität ausgelegt, nicht auf Innovationskraft. So wurden zahlreiche Unternehmen abgelehnt, nicht wegen mangelnder Perspektiven, sondern weil sie nicht ins Raster passten. Die Folgen: langsame Entscheidungen, hohe Abbruchquoten und eine Finanzierungserfahrung, die nicht zur digitalen Arbeitswelt passt. ## **Digitale Kreditvergabe mit Limitationen** Mit dem Aufkommen von Fintechs wurde vieles einfacher: Digitale Onboardings, automatisierte Scoring-Modelle und schnelle Entscheidungen. Das hat auch den Druck auf etablierte Anbieter erhöht. Aber: Die neuen Lösungen bringen eigene Herausforderungen mit sich, wie wir aus vielen Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden wissen: - **Hohe Kapitalkosten:** Viele digitale Anbieter refinanzieren sich über externe Kreditlinien, was die Kosten für Kreditnehmende erhöht – besonders bei häufigen oder kleineren Finanzierungen. - **Mangelnde Integration:** Die meisten digitalen Kreditportale sind Insellösungen und nicht tief in die Tools eingebettet, die KMU tatsächlich nutzen. Das sorgt für zusätzliche Reibungsverluste. - **Begrenzte Skalierbarkeit:** Viele Angebote sind auf bestimmte Branchen oder Märkte zugeschnitten. Eine Expansion erfordert meist den kompletten Neuaufbau von Compliance- und Risikomodellen. Unterm Strich: Die Frontend-Erfahrung wurde verbessert, das System dahinter jedoch nicht grundlegend verändert. Was an Geschwindigkeit gewonnen wurde, ging häufig bei Kosten, Kontrolle und Kontinuität verloren. ## **KMU-Kreditvergabe als orchestrierte Infrastruktur** Aus meiner Sicht ist die nächste Entwicklungsstufe klar: Orchestrierungs-Infrastruktur. Hier wird Finanzierung zum festen Bestandteil der Plattform-Ökonomie – nahtlos eingebettet, digital aktiviert und durch Echtzeitdaten gesteuert. Das Entscheidende: Die Kapitalquellen sind institutionell oder bankenseitig und nicht von teuren alternativen Kanälen abhängig. Daraus ergeben sich klare Vorteile: - **Zugang zu günstigem Kapital:** Plattformen wie Marktplätze oder SaaS-Lösungen können Kreditgesuche an ein Netzwerk regulierter Banken und institutioneller Partner weiterleiten. Das erhöht die Bewilligungsquoten und senkt die Finanzierungskosten. - **Echtzeit-Bewertung:** Anstelle veralteter Scoring-Verfahren nutzen eingebettete Anbieter Transaktionsdaten, Verhaltensmuster und Open-Banking-Informationen für schnelle und präzise Entscheidungen. - **Automatisierte Compliance:** Durch die Einbindung lizenzierter Banken werden regulatorische Anforderungen wie KYC und AML direkt erfüllt. - **Nahtlose Integration:** Finanzierungsangebote werden Teil bestehender Geschäftsprozesse – für Unternehmen genügt ein Klick, ohne Umwege oder Medienbrüche. **Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil** In meiner täglichen Arbeit sehe ich, wie dieses Modell die Kreditvergabe grundlegend verändert: Plattformen behalten die Kontrolle, Banken bleiben integriert, und Unternehmen erhalten schnellen, fairen und unkomplizierten Zugang zu Kapital. Der Wandel der KMU-Finanzierung verläuft analog zur Entwicklung des Zahlungsverkehrs: Erst kam die Digitalisierung, dann die Integration – und schließlich die Infrastruktur. Die wirkliche Innovation findet im Hintergrund statt. Entscheidend für die Zukunft ist nicht, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern wer Kreditvergabe intelligent in digitale Prozesse einbettet und Kapital effizient mit Bedarf verknüpft. Gerade im aktuellen Umfeld – mit hohen Zinsen, vorsichtigen Investoren und restriktiverer Kreditvergabe durch Banken – braucht es neue Wege der Kapitalvermittlung. Für Fintechs steigen die Refinanzierungskosten, Banken werden selektiver. Für Orchestratoren aber eröffnet sich die Chance, Kreditangebot und -nachfrage effizienter zu verbinden – mit geringeren Akquisekosten und besseren Konditionen für alle Beteiligten. Banxware setzt genau hier an: Wir bauen die Infrastruktur, die Plattformen mit regulierten Banken verbindet und so eine schnelle, konforme und auch bezahlbare Finanzierung für KMU ermöglicht. Unser Ziel ist es nicht, mit Banken zu konkurrieren, sondern sie als Teil der Embedded-Lending-Reise einzubinden und zu stärken. **Zur Person:** Mandya Aziz arbeitet seit 2020 bei Banxware, seit 2024 ist er Chief Commercial Officer. ### Die nächste Generation der KMU-Finanzierung: Infrastruktur und Orchestrierung als Schlüssel URL: https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-der-kmu-finanzierung-2/ Last updated: 2026-05-11T14:58:17.000Z *Fintechs haben die angestaubte Welt der KMU-Finanzierung aufgemischt, aber längst nicht alle Probleme gelöst. Vor allem, weil die Infrastruktur nicht Schritt hielt. Wie sich das ändern kann, erklärt Banxware-CCO [Mandya Aziz.](https://www.linkedin.com/in/mandyaaziz/?ref=paymentandbanking.com)* Als Chief Commercial Officer bei Banxware beschäftige ich mich täglich mit den Herausforderungen und Chancen im KMU-Finanzierungsmarkt. Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft – das sehen wir in jedem Gespräch mit unseren Plattformpartnern. Dennoch bleibt der Zugang zu Kapital für viele Unternehmen schwierig. Der sogenannte „Credit Gap“ ist aus meiner Sicht eines der größten und zugleich am wenigsten gelösten Probleme im europäischen Finanzsystem. Trotz aller Fortschritte durch Fintechs sind viele Hürden wie Kosten und Skalierbarkeit weiterhin ungelöst. Wir stehen an einem Wendepunkt: Die Zukunft der KMU-Finanzierung entscheidet sich nicht mehr daran, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern daran, wer die besten Voraussetzungen schafft, damit Finanzierung genau dort und dann möglich wird, wo sie gebraucht wird. Im Mittelpunkt steht künftig die Infrastruktur, die Kreditvergabe orchestriert und nahtlos in bestehende Geschäftsprozesse integriert – das ist meine Überzeugung aus der täglichen Praxis. ## **Warum klassische Kreditvergabe an ihre Grenzen stieß** Viele unserer Partner berichten, wie sie jahrelang mit Prozessen kämpfen mussten, die auf veralteten Strukturen basieren: Vertrauen wurde manuell aufgebaut, Bonitätsprüfungen waren rückwärtsgewandt, und Papierdokumente bestimmten den Ablauf. Banken verlangten umfangreiche Unterlagen, persönliche Termine und hatten lange Prüfungszyklen – selbst für kleinere Finanzierungsbeträge. Die Kriterien für Kreditvergaben waren auf Stabilität ausgelegt, nicht auf Innovationskraft. So wurden zahlreiche Unternehmen abgelehnt, nicht wegen mangelnder Perspektiven, sondern weil sie nicht ins Raster passten. Die Folgen: langsame Entscheidungen, hohe Abbruchquoten und eine Finanzierungserfahrung, die nicht zur digitalen Arbeitswelt passt. ## **Digitale Kreditvergabe mit Limitationen** Mit dem Aufkommen von Fintechs wurde vieles einfacher: Digitale Onboardings, automatisierte Scoring-Modelle und schnelle Entscheidungen. Das hat auch den Druck auf etablierte Anbieter erhöht. Aber: Die neuen Lösungen bringen eigene Herausforderungen mit sich, wie wir aus vielen Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden wissen: - **Hohe Kapitalkosten:** Viele digitale Anbieter refinanzieren sich über externe Kreditlinien, was die Kosten für Kreditnehmende erhöht – besonders bei häufigen oder kleineren Finanzierungen. - **Mangelnde Integration:** Die meisten digitalen Kreditportale sind Insellösungen und nicht tief in die Tools eingebettet, die KMU tatsächlich nutzen. Das sorgt für zusätzliche Reibungsverluste. - **Begrenzte Skalierbarkeit:** Viele Angebote sind auf bestimmte Branchen oder Märkte zugeschnitten. Eine Expansion erfordert meist den kompletten Neuaufbau von Compliance- und Risikomodellen. Unterm Strich: Die Frontend-Erfahrung wurde verbessert, das System dahinter jedoch nicht grundlegend verändert. Was an Geschwindigkeit gewonnen wurde, ging häufig bei Kosten, Kontrolle und Kontinuität verloren. ## **KMU-Kreditvergabe als orchestrierte Infrastruktur** Aus meiner Sicht ist die nächste Entwicklungsstufe klar: Orchestrierungs-Infrastruktur. Hier wird Finanzierung zum festen Bestandteil der Plattform-Ökonomie – nahtlos eingebettet, digital aktiviert und durch Echtzeitdaten gesteuert. Das Entscheidende: Die Kapitalquellen sind institutionell oder bankenseitig und nicht von teuren alternativen Kanälen abhängig. Daraus ergeben sich klare Vorteile: - **Zugang zu günstigem Kapital:** Plattformen wie Marktplätze oder SaaS-Lösungen können Kreditgesuche an ein Netzwerk regulierter Banken und institutioneller Partner weiterleiten. Das erhöht die Bewilligungsquoten und senkt die Finanzierungskosten. - **Echtzeit-Bewertung:** Anstelle veralteter Scoring-Verfahren nutzen eingebettete Anbieter Transaktionsdaten, Verhaltensmuster und Open-Banking-Informationen für schnelle und präzise Entscheidungen. - **Automatisierte Compliance:** Durch die Einbindung lizenzierter Banken werden regulatorische Anforderungen wie KYC und AML direkt erfüllt. - **Nahtlose Integration:** Finanzierungsangebote werden Teil bestehender Geschäftsprozesse – für Unternehmen genügt ein Klick, ohne Umwege oder Medienbrüche. **Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil** In meiner täglichen Arbeit sehe ich, wie dieses Modell die Kreditvergabe grundlegend verändert: Plattformen behalten die Kontrolle, Banken bleiben integriert, und Unternehmen erhalten schnellen, fairen und unkomplizierten Zugang zu Kapital. Der Wandel der KMU-Finanzierung verläuft analog zur Entwicklung des Zahlungsverkehrs: Erst kam die Digitalisierung, dann die Integration – und schließlich die Infrastruktur. Die wirkliche Innovation findet im Hintergrund statt. Entscheidend für die Zukunft ist nicht, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern wer Kreditvergabe intelligent in digitale Prozesse einbettet und Kapital effizient mit Bedarf verknüpft. Gerade im aktuellen Umfeld – mit hohen Zinsen, vorsichtigen Investoren und restriktiverer Kreditvergabe durch Banken – braucht es neue Wege der Kapitalvermittlung. Für Fintechs steigen die Refinanzierungskosten, Banken werden selektiver. Für Orchestratoren aber eröffnet sich die Chance, Kreditangebot und -nachfrage effizienter zu verbinden – mit geringeren Akquisekosten und besseren Konditionen für alle Beteiligten. Banxware setzt genau hier an: Wir bauen die Infrastruktur, die Plattformen mit regulierten Banken verbindet und so eine schnelle, konforme und auch bezahlbare Finanzierung für KMU ermöglicht. Unser Ziel ist es nicht, mit Banken zu konkurrieren, sondern sie als Teil der Embedded-Lending-Reise einzubinden und zu stärken. **Zur Person:** Mandya Aziz arbeitet seit 2020 bei Banxware, seit 2024 ist er Chief Commercial Officer. ### Die nächste Generation der KMU-Finanzierung: Infrastruktur und Orchestrierung als Schlüssel URL: https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-der-kmu-finanzierung/ Last updated: 2025-08-05T08:55:20.000Z *Fintechs haben die angestaubte Welt der KMU-Finanzierung aufgemischt, aber längst nicht alle Probleme gelöst. Vor allem, weil die Infrastruktur nicht Schritt hielt. Wie sich das ändern kann, erklärt Banxware-CCO [Mandya Aziz.](https://www.linkedin.com/in/mandyaaziz/?ref=paymentandbanking.com)* Als Chief Commercial Officer bei Banxware beschäftige ich mich täglich mit den Herausforderungen und Chancen im KMU-Finanzierungsmarkt. Kleine und mittlere Unternehmen sind das Rückgrat der europäischen Wirtschaft – das sehen wir in jedem Gespräch mit unseren Plattformpartnern. Dennoch bleibt der Zugang zu Kapital für viele Unternehmen schwierig. Der sogenannte „Credit Gap“ ist aus meiner Sicht eines der größten und zugleich am wenigsten gelösten Probleme im europäischen Finanzsystem. Trotz aller Fortschritte durch Fintechs sind viele Hürden wie Kosten und Skalierbarkeit weiterhin ungelöst. Wir stehen an einem Wendepunkt: Die Zukunft der KMU-Finanzierung entscheidet sich nicht mehr daran, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern daran, wer die besten Voraussetzungen schafft, damit Finanzierung genau dort und dann möglich wird, wo sie gebraucht wird. Im Mittelpunkt steht künftig die Infrastruktur, die Kreditvergabe orchestriert und nahtlos in bestehende Geschäftsprozesse integriert – das ist meine Überzeugung aus der täglichen Praxis. ## **Warum klassische Kreditvergabe an ihre Grenzen stieß** Viele unserer Partner berichten, wie sie jahrelang mit Prozessen kämpfen mussten, die auf veralteten Strukturen basieren: Vertrauen wurde manuell aufgebaut, Bonitätsprüfungen waren rückwärtsgewandt, und Papierdokumente bestimmten den Ablauf. Banken verlangten umfangreiche Unterlagen, persönliche Termine und hatten lange Prüfungszyklen – selbst für kleinere Finanzierungsbeträge. Die Kriterien für Kreditvergaben waren auf Stabilität ausgelegt, nicht auf Innovationskraft. So wurden zahlreiche Unternehmen abgelehnt, nicht wegen mangelnder Perspektiven, sondern weil sie nicht ins Raster passten. Die Folgen: langsame Entscheidungen, hohe Abbruchquoten und eine Finanzierungserfahrung, die nicht zur digitalen Arbeitswelt passt. ## **Digitale Kreditvergabe mit Limitationen** Mit dem Aufkommen von Fintechs wurde vieles einfacher: Digitale Onboardings, automatisierte Scoring-Modelle und schnelle Entscheidungen. Das hat auch den Druck auf etablierte Anbieter erhöht. Aber: Die neuen Lösungen bringen eigene Herausforderungen mit sich, wie wir aus vielen Gesprächen mit unseren Kundinnen und Kunden wissen: - **Hohe Kapitalkosten:** Viele digitale Anbieter refinanzieren sich über externe Kreditlinien, was die Kosten für Kreditnehmende erhöht – besonders bei häufigen oder kleineren Finanzierungen. - **Mangelnde Integration:** Die meisten digitalen Kreditportale sind Insellösungen und nicht tief in die Tools eingebettet, die KMU tatsächlich nutzen. Das sorgt für zusätzliche Reibungsverluste. - **Begrenzte Skalierbarkeit:** Viele Angebote sind auf bestimmte Branchen oder Märkte zugeschnitten. Eine Expansion erfordert meist den kompletten Neuaufbau von Compliance- und Risikomodellen. Unterm Strich: Die Frontend-Erfahrung wurde verbessert, das System dahinter jedoch nicht grundlegend verändert. Was an Geschwindigkeit gewonnen wurde, ging häufig bei Kosten, Kontrolle und Kontinuität verloren. \[adrotate banner="54"\] ## **KMU-Kreditvergabe als orchestrierte Infrastruktur** Aus meiner Sicht ist die nächste Entwicklungsstufe klar: Orchestrierungs-Infrastruktur. Hier wird Finanzierung zum festen Bestandteil der Plattform-Ökonomie – nahtlos eingebettet, digital aktiviert und durch Echtzeitdaten gesteuert. Das Entscheidende: Die Kapitalquellen sind institutionell oder bankenseitig und nicht von teuren alternativen Kanälen abhängig. Daraus ergeben sich klare Vorteile: - **Zugang zu günstigem Kapital:** Plattformen wie Marktplätze oder SaaS-Lösungen können Kreditgesuche an ein Netzwerk regulierter Banken und institutioneller Partner weiterleiten. Das erhöht die Bewilligungsquoten und senkt die Finanzierungskosten. - **Echtzeit-Bewertung:** Anstelle veralteter Scoring-Verfahren nutzen eingebettete Anbieter Transaktionsdaten, Verhaltensmuster und Open-Banking-Informationen für schnelle und präzise Entscheidungen. - **Automatisierte Compliance:** Durch die Einbindung lizenzierter Banken werden regulatorische Anforderungen wie KYC und AML direkt erfüllt. - **Nahtlose Integration:** Finanzierungsangebote werden Teil bestehender Geschäftsprozesse – für Unternehmen genügt ein Klick, ohne Umwege oder Medienbrüche. **Infrastruktur als Wettbewerbsvorteil** In meiner täglichen Arbeit sehe ich, wie dieses Modell die Kreditvergabe grundlegend verändert: Plattformen behalten die Kontrolle, Banken bleiben integriert, und Unternehmen erhalten schnellen, fairen und unkomplizierten Zugang zu Kapital. Der Wandel der KMU-Finanzierung verläuft analog zur Entwicklung des Zahlungsverkehrs: Erst kam die Digitalisierung, dann die Integration – und schließlich die Infrastruktur. Die wirkliche Innovation findet im Hintergrund statt. Entscheidend für die Zukunft ist nicht, wer am schnellsten Kredite vergibt, sondern wer Kreditvergabe intelligent in digitale Prozesse einbettet und Kapital effizient mit Bedarf verknüpft. Gerade im aktuellen Umfeld – mit hohen Zinsen, vorsichtigen Investoren und restriktiverer Kreditvergabe durch Banken – braucht es neue Wege der Kapitalvermittlung. Für Fintechs steigen die Refinanzierungskosten, Banken werden selektiver. Für Orchestratoren aber eröffnet sich die Chance, Kreditangebot und -nachfrage effizienter zu verbinden – mit geringeren Akquisekosten und besseren Konditionen für alle Beteiligten. Banxware setzt genau hier an: Wir bauen die Infrastruktur, die Plattformen mit regulierten Banken verbindet und so eine schnelle, konforme und auch bezahlbare Finanzierung für KMU ermöglicht. Unser Ziel ist es nicht, mit Banken zu konkurrieren, sondern sie als Teil der Embedded-Lending-Reise einzubinden und zu stärken. **Zur Person:** Mandya Aziz arbeitet seit 2020 bei Banxware, seit 2024 ist er Chief Commercial Officer. ### AI in Finance: Von MCP bis Komet, so verändert KI die Finanzwelt URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-von-mcp-bis-komet-so-veraendert-ki-die-finanzwelt-2/ Last updated: 2025-08-04T08:32:20.000Z *In der vierzehnten Episode von* ***AI in Finance*** *nehmen sich Sascha und Maik die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen vor: Welche KI-Neuerungen gibt es in Technologie, Politik und Payment – und was bedeuten sie?* Maik Klotz und Sascha Dewald sind zurück, um ein Update zu allem rund um KI, Finanzen und Payment zu geben. Im Mittelpunkt stehen diese Woche die Fortschritte rund um das **MCP-Protokoll,** das den Zahlungsverkehr effizienter und sicherer macht und neue Möglichkeiten für Banken und Fintechs eröffnet. **Claude for Finance** ist ein weiteres aktuelles Highlight: Das Tool übernimmt repetitive Analystenaufgaben, liefert fundierte Reports in Sekunden und könnte damit den Alltag von Junior‑Analysten komplett verändern. Auch die geopolitische Dimension der KI kommt nicht zu kurz. Sascha und Maik sprechen über **Trumps Stargate-Projekt,** die massiven Investitionen von **OpenAI** und **Oracle** in Rechenzentren und die zunehmende Bedeutung des Energiebedarfs als strategischer Faktor für die KI-Entwicklung. Gleichzeitig werfen sie einen Blick auf die **praktischen KI-Anwendungen im Banking**. KI-Agenten beschleunigen Workflows, Smart Devices und neue Tools vereinfachen den Alltag, und der neue AI‑Browser **Comet** zeigt, wie sich die Interaktion mit dem Internet schon bald verändern könnte. Dabei bleibt **Online-Sicherheit** ein zentrales Thema, denn nur wer Vertrauen aufbaut, kann KI-gestützte Prozesse langfristig erfolgreich einsetzen. **5 Takeaways:** 1. **MCP-Protokolle** verändern den Zahlungsverkehr und schaffen neue Chancen für Banken und Fintechs. 2. **Claude for Finance** automatisiert Analystenaufgaben und beschleunigt Reporting-Prozesse. 3. **Politische Strategien und Energiebedarf** bestimmen die Geschwindigkeit der globalen KI‑Entwicklung. 4. **Online‑Sicherheit und Datenschutz** sind unverzichtbar für den Einsatz von KI im Finance‑Umfeld. 5. **Smart Devices und KI‑Agenten** verändern Arbeitsprozesse und den Finanzalltag nachhaltig. Viel Spaß beim Hören! # Tools - **[Lumo Tool](https://lumo.proton.me/guest?ref=paymentandbanking.com)** - **[Higgsfield Reference (Steal)](https://chromewebstore.google.com/detail/higgsfield-reference/oohmjaflbknghbidmaoonmchcodhmkgj?ref=paymentandbanking.com)** - **[Opal](http://opal.withgoogle.com/?ref=paymentandbanking.com)** ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### AI in Finance: Von MCP bis Komet, so verändert KI die Finanzwelt URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-von-mcp-bis-komet-so-veraendert-ki-die-finanzwelt/ Last updated: 2026-05-11T14:57:38.000Z *In der vierzehnten Episode von* ***AI in Finance*** *nehmen sich Sascha und Maik die Ereignisse der vergangenen zwei Wochen vor: Welche KI-Neuerungen gibt es in Technologie, Politik und Payment - und was bedeuten sie?* Maik Klotz und Sascha Dewald sind zurück, um ein Update zu allem rund um KI, Finanzen und Payment zu geben. Im Mittelpunkt stehen diese Woche die Fortschritte rund um das **MCP-Protokoll,** das den Zahlungsverkehr effizienter und sicherer macht und neue Möglichkeiten für Banken und Fintechs eröffnet. **Claude for Finance** ist ein weiteres aktuelles Highlight: Das Tool übernimmt repetitive Analystenaufgaben, liefert fundierte Reports in Sekunden und könnte damit den Alltag von Junior‑Analysten komplett verändern. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/736-episode-14-25-ai-in-finance-klarna-klont-ceo-und-revolut-integriert-ki"\] Auch die geopolitische Dimension der KI kommt nicht zu kurz. Sascha und Maik sprechen über **Trumps Stargate-Projekt,** die massiven Investitionen von **OpenAI** und **Oracle** in Rechenzentren und die zunehmende Bedeutung des Energiebedarfs als strategischer Faktor für die KI-Entwicklung. Gleichzeitig werfen sie einen Blick auf die **praktischen KI-Anwendungen im Banking**. KI-Agenten beschleunigen Workflows, Smart Devices und neue Tools vereinfachen den Alltag, und der neue AI‑Browser **Comet** zeigt, wie sich die Interaktion mit dem Internet schon bald verändern könnte. Dabei bleibt **Online-Sicherheit** ein zentrales Thema, denn nur wer Vertrauen aufbaut, kann KI-gestützte Prozesse langfristig erfolgreich einsetzen. **5 Takeaways:** 1. **MCP-Protokolle** verändern den Zahlungsverkehr und schaffen neue Chancen für Banken und Fintechs. 2. **Claude for Finance** automatisiert Analystenaufgaben und beschleunigt Reporting-Prozesse. 3. **Politische Strategien und Energiebedarf** bestimmen die Geschwindigkeit der globalen KI‑Entwicklung. 4. **Online‑Sicherheit und Datenschutz** sind unverzichtbar für den Einsatz von KI im Finance‑Umfeld. 5. **Smart Devices und KI‑Agenten** verändern Arbeitsprozesse und den Finanzalltag nachhaltig. Viel Spaß beim Hören! # Tools - **[Lumo Tool](https://lumo.proton.me/guest?ref=paymentandbanking.com)** - **[Higgsfield Reference (Steal)](https://chromewebstore.google.com/detail/higgsfield-reference/oohmjaflbknghbidmaoonmchcodhmkgj?ref=paymentandbanking.com)** - **[Opal](http://opal.withgoogle.com/?ref=paymentandbanking.com)** ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Wie Payment die Zukunft gestaltet URL: https://paymentandbanking.com/wie-payment-die-zukunft-gestaltet-3/ Last updated: 2025-08-01T07:19:25.000Z **Kaum eine Branche hat sich in den letzten Jahren so dynamisch entwickelt wie das Payment-Ökosystem. Mit Carlos Nasher blicken wir gemeinsam auf vergangene, aktuelle und künftige Umwälzungen.** Was noch vor wenigen Jahren als simpel galt – Geld von A nach zu B bewegen –, ist heute ein hochkomplexes Feld, von Account to Account bis Künstliche Intelligenz, von Echtzeitüberweisung bis Embedded Finance. Unternehmen, Regulatoren und Technologieanbieter liefern sich ein Wettrennen um die klügsten Lösungen, neue Geschäftsmodelle und sichere, nutzer:innen-freundliche Prozesse. Doch wie steht es wirklich um den aktuellen Status – und wie sieht der Ausblick für die nächsten Jahre aus? Mit [Dr. Carlos Nasher ](https://www.linkedin.com/in/dr-carlos-nasher-987b2bb8/?ref=paymentandbanking.com)(Managing Partner bei Thede Consulting) haben wir einen echten Experten der Branche zu Gast. Er spricht über grundlegende Marktumwälzungen in der VUKA-Welt (Zusammenspiel aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) über die Chancen und Grenzen digitaler Währungen und europäischer Initiativen, bis hin zu den Game-Changern der Branche wie Embedded Finance und KI. Es erwarten euch Antworten auf die dringendsten Fragen: - Und wie werden digitale Identitäten, eIDAS und Data Analytics die Customer Experience langfristig verändern? - Ist der digitale Euro Hoffnungsträger oder Parallelangebot? - Wer gibt beim Thema Embedded Finance wirklich den Takt vor? - Wo geht im Dickicht der Regulierung der Überblick verloren – und wo liegen „blinde Flecken“ bei Cyber Security und KI? **[Jetzt hier das Whitepaper downloaden!](https://thede-consulting.com/payment/payments-im-wandel/?ref=paymentandbanking.com)** ### Wie Payment die Zukunft gestaltet URL: https://paymentandbanking.com/wie-payment-die-zukunft-gestaltet-2/ Last updated: 2025-08-05T08:55:20.000Z **Kaum eine Branche hat sich in den letzten Jahren so dynamisch entwickelt wie das Payment-Ökosystem. Mit Carlos Nasher blicken wir gemeinsam auf vergangene, aktuelle und künftige Umwälzungen.** Was noch vor wenigen Jahren als simpel galt – Geld von A nach zu B bewegen –, ist heute ein hochkomplexes Feld, von Account to Account bis Künstliche Intelligenz, von Echtzeitüberweisung bis Embedded Finance. Unternehmen, Regulatoren und Technologieanbieter liefern sich ein Wettrennen um die klügsten Lösungen, neue Geschäftsmodelle und sichere, nutzer:innen-freundliche Prozesse. Doch wie steht es wirklich um den aktuellen Status – und wie sieht der Ausblick für die nächsten Jahre aus? Mit [Dr. Carlos Nasher ](https://www.linkedin.com/in/dr-carlos-nasher-987b2bb8/?ref=paymentandbanking.com)(Managing Partner bei Thede Consulting) haben wir einen echten Experten der Branche zu Gast. Er spricht über grundlegende Marktumwälzungen in der VUKA-Welt (Zusammenspiel aus Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Ambiguität) über die Chancen und Grenzen digitaler Währungen und europäischer Initiativen, bis hin zu den Game-Changern der Branche wie Embedded Finance und KI. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/735-534-wie-payment-die-zukunft-gestaltet-ein-blick-hinter-die-kulissen"\] Es erwarten euch Antworten auf die dringendsten Fragen: - Und wie werden digitale Identitäten, eIDAS und Data Analytics die Customer Experience langfristig verändern? - Ist der digitale Euro Hoffnungsträger oder Parallelangebot? - Wer gibt beim Thema Embedded Finance wirklich den Takt vor? - Wo geht im Dickicht der Regulierung der Überblick verloren – und wo liegen „blinde Flecken“ bei Cyber Security und KI? **[Jetzt hier das Whitepaper downloaden!](https://thede-consulting.com/payment/payments-im-wandel/?ref=paymentandbanking.com)** ### Vielfalt als Feigenblatt: Rassismus in Banken und Fintechs – Teil 2 URL: https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs-teil-2-3/ Last updated: 2025-07-30T10:47:02.000Z ***Obwohl Barrierefreiheit kein neues Thema mehr ist, scheinen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Bankensektor oft übersehen zu werden. Welche Veränderungen es im Bankensektor braucht.*** Im meiner vorherigen Kolumne habe ich erläutert,[ wie scheinheilig viele Banken im Umgang mit Rassismus sind.](https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs/) Eine schicke Diversity-Initiative hier, eine weitere dort und schon sind sie der Meinung, sie hätten ihr möglichstes getan. Das ist natürlich Unsinn. Es braucht mehr, damit zum Beispiel Frauen, neurodivergente und Schwarze Menschen wirklich die gleiche Chance haben. Zum Glück tut sich ein bisschen etwas in der Branche. In Großbritannien etwa veröffentlicht die Finanzbranche deutlich[ granularere Diversitätsdaten](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=But%20the%20reality%20is%20more,years%20of%20experience%20are%20white) als hierzulande. Auch verpflichtende Berichte zu Gender Pay Gaps und Ethnic Pay Gaps werden diskutiert, um Transparenz zu schaffen. In den USA zwingt der Druck von Investor\*innen (Stichwort ESG) immer mehr Unternehmen dazu, Diversity-Ziele offenzulegen. Fälle wie der von Google (siehe Teil 1 meiner Kolumne) oder die Erkenntnisse aus dem Fintech-Sektor (auch hier siehe Teil 1) haben global die Dringlichkeit unterstrichen, strukturellen Rassismus aktiv zu bekämpfen. Angesichts der Faktenlage braucht es tiefgreifende Veränderungen im Bankensektor. **These 1: Ohne verbindliche Vorgaben bleibt Vielfalt „auf Sparflamme“.** *Empfehlung:* Verpflichtende Diversitäts-Quoten und Transparenzpflichten einführen. Nur wenn Institute gezwungen werden, Daten zu Diversity offenzulegen (zum Beispiel Anteil nicht-*weißer* Beschäftigter auf jeder Hierarchieebene), kommt[ Bewegung](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=%E2%80%9CAt%20the%20bare%20minimum%2C%20there,%E2%80%9D) in festgefahrene Strukturen. Aufsichtsbehörden und Politik sollten Benchmarks für Führungskräfteanteile und Förderprogramme für unterrepräsentierte Gruppen etablieren. Eine Quote, ein Zielkorridor, allein ist kein Allheilmittel, aber ein temporärer Anschub, damit sich die Verhältnisse ändern. **These 2: Diskriminierung beginnt schon im Einstellungsprozess.** *Empfehlung:* Anonymisierte Bewerbungsverfahren breiter einsetzen. Studien in Deutschland haben gezeigt, dass[ anonymisierte Bewerbungen](https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/AnonymBewerbung/anonymisierte%5Fbewerbungsverfahren%5Fdas%5Fpilotprojekt%5Fflyer.pdf?%5F%5Fblob=publicationFile&ref=paymentandbanking.com#:~:text=Eine%20M%C3%B6glichkeit%2C%20gegen%20die%20bewusste,verfahren) die Chancen von Kandidat\*innen mit Migrationshintergrund deutlich verbessern. Personaler\*innen sollen erst nach Vorauswahl die Identität sehen, um unbewusste Vorurteile auszuschalten. Ergänzend braucht es zwingend Schulungen zu Unconscious Bias für HR und Führungskräfte, damit Sätze fallen gelassen werden wie: *„Passt kulturell nicht ins Team“*, eine oft vorgeschobene Floskel. **These 3: Produkte und Prozesse dürfen keine exklusiven „Clubbedingungen“ haben.** *Empfehlung:* Diskriminierungssensibles Design muss zum Standard werden. Von Formularen über Apps bis zu KI-Algorithmen: Banken und Fintechs sollten alle Abläufe darauf prüfen, ob sie bestimmte Gruppen ausschließen. Beispiel Postident: Dort war der Geburtsort lange in Pflichtfeld. Doch dieses fehlt in ausländischen Pässen oder deutschen Flüchtlingsausweisen oft. Die Folge: Vielen Menschen wurde jahrelang die Online-Kontoeröffnung verwehrt. Erst nach Jahren wurde endlich nachgebessert, aber erst, nachdem zahllose Betroffene den Missstand über lange Zeit gemeldet hatten. Unternehmen sollten Diversity-Tests für neue Produkte durchführen (ähnlich wie Usability-Tests), idealerweise mit Personen aus verschiedenen Communities. Auch Barrierefreiheit ist Teil von Diversity und darf mitbeachtet werden. **These 4: Schutz und Beteiligung der Betroffenen sind unerlässlich.** *Empfehlung:* Mitarbeitende müssen diskriminierungsfrei Missstände adressieren können, ohne Repressalien zu fürchten. Dafür sollten unabhängige Vertrauensstellen oder Ombudspersonen in Finanzinstituten etabliert werden. Im Kundenbereich braucht es leicht zugängliche Beschwerdewege (zum Beispiel via App), damit Fälle von Rassismus im Service konsequent erfasst und sanktioniert werden. Zudem sollten mehr Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen in die Entwicklung von Produkten und Richtlinien einbezogen werden, nach dem Motto: *„Nichts über uns ohne uns.“* Nur so entstehen Lösungen, die wirklich alle mitdenken. **These 5: Diversity muss Chefsache sein und Teil der Erfolgsbewertung.** *Empfehlung:* Solange Vorstände Diversität als lästige Pflichtübung sehen, wird sich wenig ändern. Daher sollten Aufsichtsräte und Investor\*innen darauf drängen, dass ESG-Ziele inklusive Diversity messbar in die Unternehmensstrategie integriert werden. Zum Beispiel könnte ein Teil der Management-Boni an Fortschritte bei inklusiver Unternehmenskultur geknüpft werden. Außerdem müssen jene Problemquellen, die Übergriffe und diskriminierendes Verhalten zeigen, spürbare Konsequenzen erfahren, unabhängig von ihrer Hierarchiestufe.Was es jetzt braucht, ist konsequentes Handeln: Mut zu echten Veränderungen, damit Vielfalt nicht länger nur auf Hochglanzbroschüren existiert, sondern gelebte Realität wird. Denn letztlich profitieren alle davon, wenn Banking für *alle* da ist – wirtschaftlich, innovativ und gesellschaftlich. ### Vielfalt als Feigenblatt: Rassismus in Banken und Fintechs – Teil 2 URL: https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs-teil-2-2/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z ***Obwohl Barrierefreiheit kein neues Thema mehr ist, scheinen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Bankensektor oft übersehen zu werden. Welche Veränderungen es im Bankensektor braucht.*** Im meiner vorherigen Kolumne habe ich erläutert,[ wie scheinheilig viele Banken im Umgang mit Rassismus sind.](https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs/) Eine schicke Diversity-Initiative hier, eine weitere dort und schon sind sie der Meinung, sie hätten ihr möglichstes getan. Das ist natürlich Unsinn. Es braucht mehr, damit zum Beispiel Frauen, neurodivergente und Schwarze Menschen wirklich die gleiche Chance haben. Zum Glück tut sich ein bisschen etwas in der Branche. In Großbritannien etwa veröffentlicht die Finanzbranche deutlich[ granularere Diversitätsdaten](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=But%20the%20reality%20is%20more,years%20of%20experience%20are%20white) als hierzulande. Auch verpflichtende Berichte zu Gender Pay Gaps und Ethnic Pay Gaps werden diskutiert, um Transparenz zu schaffen. In den USA zwingt der Druck von Investor\*innen (Stichwort ESG) immer mehr Unternehmen dazu, Diversity-Ziele offenzulegen. Fälle wie der von Google (siehe Teil 1 meiner Kolumne) oder die Erkenntnisse aus dem Fintech-Sektor (auch hier siehe Teil 1) haben global die Dringlichkeit unterstrichen, strukturellen Rassismus aktiv zu bekämpfen. Angesichts der Faktenlage braucht es tiefgreifende Veränderungen im Bankensektor. **These 1: Ohne verbindliche Vorgaben bleibt Vielfalt „auf Sparflamme“.** *Empfehlung:* Verpflichtende Diversitäts-Quoten und Transparenzpflichten einführen. Nur wenn Institute gezwungen werden, Daten zu Diversity offenzulegen (zum Beispiel Anteil nicht-*weißer* Beschäftigter auf jeder Hierarchieebene), kommt[ Bewegung](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=%E2%80%9CAt%20the%20bare%20minimum%2C%20there,%E2%80%9D) in festgefahrene Strukturen. Aufsichtsbehörden und Politik sollten Benchmarks für Führungskräfteanteile und Förderprogramme für unterrepräsentierte Gruppen etablieren. Eine Quote, ein Zielkorridor, allein ist kein Allheilmittel, aber ein temporärer Anschub, damit sich die Verhältnisse ändern. **These 2: Diskriminierung beginnt schon im Einstellungsprozess.** *Empfehlung:* Anonymisierte Bewerbungsverfahren breiter einsetzen. Studien in Deutschland haben gezeigt, dass[ anonymisierte Bewerbungen](https://www.antidiskriminierungsstelle.de/SharedDocs/Downloads/DE/publikationen/AnonymBewerbung/anonymisierte%5Fbewerbungsverfahren%5Fdas%5Fpilotprojekt%5Fflyer.pdf?%5F%5Fblob=publicationFile&ref=paymentandbanking.com#:~:text=Eine%20M%C3%B6glichkeit%2C%20gegen%20die%20bewusste,verfahren) die Chancen von Kandidat\*innen mit Migrationshintergrund deutlich verbessern. Personaler\*innen sollen erst nach Vorauswahl die Identität sehen, um unbewusste Vorurteile auszuschalten. Ergänzend braucht es zwingend Schulungen zu Unconscious Bias für HR und Führungskräfte, damit Sätze fallen gelassen werden wie: *„Passt kulturell nicht ins Team“*, eine oft vorgeschobene Floskel. **These 3: Produkte und Prozesse dürfen keine exklusiven „Clubbedingungen“ haben.** *Empfehlung:* Diskriminierungssensibles Design muss zum Standard werden. Von Formularen über Apps bis zu KI-Algorithmen: Banken und Fintechs sollten alle Abläufe darauf prüfen, ob sie bestimmte Gruppen ausschließen. Beispiel Postident: Dort war der Geburtsort lange in Pflichtfeld. Doch dieses fehlt in ausländischen Pässen oder deutschen Flüchtlingsausweisen oft. Die Folge: Vielen Menschen wurde jahrelang die Online-Kontoeröffnung verwehrt. Erst nach Jahren wurde endlich nachgebessert, aber erst, nachdem zahllose Betroffene den Missstand über lange Zeit gemeldet hatten. Unternehmen sollten Diversity-Tests für neue Produkte durchführen (ähnlich wie Usability-Tests), idealerweise mit Personen aus verschiedenen Communities. Auch Barrierefreiheit ist Teil von Diversity und darf mitbeachtet werden. **These 4: Schutz und Beteiligung der Betroffenen sind unerlässlich.** *Empfehlung:* Mitarbeitende müssen diskriminierungsfrei Missstände adressieren können, ohne Repressalien zu fürchten. Dafür sollten unabhängige Vertrauensstellen oder Ombudspersonen in Finanzinstituten etabliert werden. Im Kundenbereich braucht es leicht zugängliche Beschwerdewege (zum Beispiel via App), damit Fälle von Rassismus im Service konsequent erfasst und sanktioniert werden. Zudem sollten mehr Menschen mit eigenen Rassismuserfahrungen in die Entwicklung von Produkten und Richtlinien einbezogen werden, nach dem Motto: *„Nichts über uns ohne uns.“* Nur so entstehen Lösungen, die wirklich alle mitdenken. **These 5: Diversity muss Chefsache sein und Teil der Erfolgsbewertung.** *Empfehlung:* Solange Vorstände Diversität als lästige Pflichtübung sehen, wird sich wenig ändern. Daher sollten Aufsichtsräte und Investor\*innen darauf drängen, dass ESG-Ziele inklusive Diversity messbar in die Unternehmensstrategie integriert werden. Zum Beispiel könnte ein Teil der Management-Boni an Fortschritte bei inklusiver Unternehmenskultur geknüpft werden. Außerdem müssen jene Problemquellen, die Übergriffe und diskriminierendes Verhalten zeigen, spürbare Konsequenzen erfahren, unabhängig von ihrer Hierarchiestufe.Was es jetzt braucht, ist konsequentes Handeln: Mut zu echten Veränderungen, damit Vielfalt nicht länger nur auf Hochglanzbroschüren existiert, sondern gelebte Realität wird. Denn letztlich profitieren alle davon, wenn Banking für *alle* da ist – wirtschaftlich, innovativ und gesellschaftlich. ### Lassen Hausbanken wirklich kleine Unternehmen versauern? URL: https://paymentandbanking.com/lassen-hausbanken-wirklich-kleine-unternehmen-versauern-2/ Last updated: 2025-07-31T05:39:11.000Z **Das kleine Unternehmen und die Hausbank von nebenan waren lange eine innige Liebesbeziehung. Doch wenn es um Kredite geht, drängen sich immer mehr alternative Finanzierer dazwischen. Was machen sie besser und wie verändert das den Markt?* Auf dem Markt für KMU-Finanzierer ist einiges los. Während der schweizer Anbieter Teylor nach Deutschland expandiert, KMU-Finanzierer wie Banxware und Liberis neue Offensiven, höhere Kreditlinien und Finanzierungsrunden bekanntgeben, ließen Hausbanken sie lange Zeit gewähren. Jetzt wollen Hausbanken wieder aufholen und setzen dabei auf Vergleichsportale und andere Fintechs wie Fincompare, Verivox und Compeon. Nur wer läuft hier eigentlich wem den Rang ab? Es sind Welten, die da seit einigen Jahren verstärkt aufeinander prallen. Zunächst wäre da die alte Welt der Banken: Dass die Beziehung von Hausbanken zu manchen KMUs Risse zeigt, gelte besonders für die kleinen Unternehmen, sagt [Christopher Schmitz](https://www.linkedin.com/in/christopher-schmitz-882612/?ref=paymentandbanking.com), Partner bei EY: „Hier hat sich über die Jahre die Betreuung massiv verschlechtert.” Die Unternehmen könnten bei ihren Hausbanken nicht immer mit einem Angebot rechnen. Das liege sowohl an fehlender Zeit, aber auch an hohen Kosten von persönlicher Beratung, der häufig niedrige Erträge bei den kleinen Krediten gegenüberstehen. Außerdem versuchten viele Banken das Risiko in ihrem Kreditportfolio zu senken. „Die Hausbanken halten sich stark an ihre Risikomodelle”, sagt Schmitz. ## **Der Trend geht zu Plattformen** Vor allem junge Unternehmen suchen seit einiger Zeit deswegen zunehmend über andere Wege. Das eröffnete die neue Welt: Digital getriebene Kreditgeber gewannen einen Kunden nach dem anderen. Auf dem Markt tummeln sich heute Anbieter wie Teylor, Qonto, Tide, Iwoca, Auxmoney und Banxware. [Patrick Stäuble](https://www.linkedin.com/in/patrick-st%C3%A4uble-491b7969/?ref=paymentandbanking.com) ist Gründer des Schweizer KMU-Finanzierers Teylor und konkurriert seit Jahren digital mit den Angeboten der Hausbanken. Er hätte in den vergangenen Jahren mehr Digitalisierung bei den klassischen Banken erwartet, sagt er. Mit der Einschätzung mag er generell recht haben, doch nun nehmen manche Geldhäuser eine Abkürzung. Dass deren Angebote nun auf Vergleichsportalen zu finden sind, ist kein Zufall. Denn dort sind junge Unternehmen unterwegs, die einen Kredit suchen. Selbst Teylor-Chef Stäuble sieht darin die Zukunft: „Der Markt wird sich in Richtung digitaler Kreditplattformen entwickeln, ähnlich dem Privatkundensegment”, sagt er. Länder wie Großbritannien zeigten dies bereits, wo ein Großteil der KMU-Finanzierungen über digitale Plattformen abgewickelt werde. Das mag charmant klingen, doch die bessere Vergleichbarkeit von Angeboten erhöht laut Schmitz auch den Wettbewerb: „Banken wissen, dass sie nur dann zum Abschluss kommen, wenn sie einen attraktiven Preis bieten”, sagt er. Dort findet man bereits einzelne Volksbanken und Sparkassen, die als Anbieter auch online zunehmend sichtbarer werden. Ähnlich zur Entwicklung bei Privatkrediten könnte also ein wachsender Teil des Geschäfts bald über Vergleichsportale und Plattformen laufen, meint Schmitz. ## **Wer den Kunden besser kennt, gewinnt** Aber wie reagieren die alternativen Finanzierer auf die digitalen Offensiven der Hausbanken? Ist ihre gerade erst erkämpfte Nische in Gefahr? Einige folgten der Strategie bewusst Kredite mit hohem Risiko oder besonders günstig herauszugeben, sagt EY-Experte Schmitz. Damit könne man zwar schnell Marktanteile gewinnen, laufe aber bei Ausfällen Gefahr, selbst in finanzielle Schieflage zu geraten, wenn Preise zu niedrig und eingegangene Risiken zu hoch seien: „Das ist einfach nur Mathematik: Wenn Finanzierer die Ausfälle nicht auffangen können, geht das nach hinten los”, sagt Schmitz. Stäuble von Teylor glaubt an eine andere Strategie. Er nimmt dabei unter anderem eine spezielle Kundengruppe ins Visier: Unternehmen, deren gute Bonität aufgrund einer unzureichenden Datenlage oder komplexer Strukturen nicht unmittelbar erkennbar ist. Er nennt ein Beispiel: Ein Unternehmen in Deutschland mit einem niederländischen Geschäftsführer braucht Geld für eine Fabrik in Polen. „Für viele Hausbanken ist es zu aufwändig, diese Datenlage auszuwerten”, sagt er. „Obwohl es aus objektiver Sicht ein super Kunde ist.” Es ist also die Nische der Nische, wenn man so will. Hier zahlt sich laut Stäuble besonders der technologische Vorsprung aus. Denn alternative Finanzierer greifen bei der Bonitätsprüfung häufig auf andere Datenquellen zurück als die Banken: Neben Open Banking nutzen sie Dokumente wie Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen oder Schnittstellen zu Buchhaltungssystemen und Prozesssystemen und lassen diese teilweise automatisch oder mit Hilfe von KI analysieren. Das kann den Finanzierern einen besseren Eindruck von den Unternehmen verschaffen. „Ich glaube dafür muss man nicht nur auf Open Banking setzen, sondern jede Datenquellen nutzen, die man finden kann”, sagt Stäuble. ## **FIDA könnte den Markt verändern** Zwar hätten Hausbanken den Vorteil, dass ihnen mit dem Blick ins Konto bereits wichtige Daten für die Risikoanalyse vorliegen, meint Schmitz. Dennoch spiele Technologie bei der Datenverarbeitung eine zunehmend wichtige Rolle dabei, wie genau Risiken von Anbietern eingeschätzt werden könnten. „Das kann zu sinkenden Zinssätzen und einer erhöhten Akzeptanzrate führen”, sagt er. Das habe sich in Brasilien gezeigt, wo ein Open-Banking-Gesetz bereits für einen besseren Zugriff auf wichtige Finanzdaten gesorgt hätte. Ähnliches könnte die neue FIDA-Verordnung (Financial Data Access) in der EU auch für KMUs bewirken. Mittlerweile haben sich über die technischen Möglichkeiten neue und kreative Kreditmodelle auf dem Markt etabliert. Neben Factoring, dass auch Ableger etablierter Banken anbieten, gibt es Kredite mit Rückzahlungen nach Umsatzanteil oder Technologien, die eine Vorab-Genehmigung bis zu bestimmter Höhe ermöglichen. Vor allem bei der Bonitätsprüfung versprechen sich alternative Anbieter einen Vorteil. Den technologischen Vorsprung nutzen manche Unternehmen wie Teylor noch auf eine andere Weise. Sie bietet den Hausbanken White-Label-Lösungen für digitale Kreditantragsstrecken an – die Nachfrage ist laut Stäuble groß. Vielleicht hilft es aus Sicht der Fintechs also auch einfach, die Konkurrenz zu umarmen. ### Lassen Hausbanken wirklich kleine Unternehmen versauern? URL: https://paymentandbanking.com/lassen-hausbanken-wirklich-kleine-unternehmen-versauern/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z **Das kleine Unternehmen und die Hausbank von nebenan waren lange eine innige Liebesbeziehung. Doch wenn es um Kredite geht, drängen sich immer mehr alternative Finanzierer dazwischen. Was machen sie besser und wie verändert das den Markt?* Auf dem Markt für KMU-Finanzierer ist einiges los. Während der schweizer Anbieter Teylor nach Deutschland expandiert, KMU-Finanzierer wie Banxware und Liberis neue Offensiven, höhere Kreditlinien und Finanzierungsrunden bekanntgeben, ließen Hausbanken sie lange Zeit gewähren. Jetzt wollen Hausbanken wieder aufholen und setzen dabei auf Vergleichsportale und andere Fintechs wie Fincompare, Verivox und Compeon. Nur wer läuft hier eigentlich wem den Rang ab? Es sind Welten, die da seit einigen Jahren verstärkt aufeinander prallen. Zunächst wäre da die alte Welt der Banken: Dass die Beziehung von Hausbanken zu manchen KMUs Risse zeigt, gelte besonders für die kleinen Unternehmen, sagt [Christopher Schmitz](https://www.linkedin.com/in/christopher-schmitz-882612/?ref=paymentandbanking.com), Partner bei EY: „Hier hat sich über die Jahre die Betreuung massiv verschlechtert.” Die Unternehmen könnten bei ihren Hausbanken nicht immer mit einem Angebot rechnen. Das liege sowohl an fehlender Zeit, aber auch an hohen Kosten von persönlicher Beratung, der häufig niedrige Erträge bei den kleinen Krediten gegenüberstehen. Außerdem versuchten viele Banken das Risiko in ihrem Kreditportfolio zu senken. „Die Hausbanken halten sich stark an ihre Risikomodelle”, sagt Schmitz. ## **Der Trend geht zu Plattformen** Vor allem junge Unternehmen suchen seit einiger Zeit deswegen zunehmend über andere Wege. Das eröffnete die neue Welt: Digital getriebene Kreditgeber gewannen einen Kunden nach dem anderen. Auf dem Markt tummeln sich heute Anbieter wie Teylor, Qonto, Tide, Iwoca, Auxmoney und Banxware. [Patrick Stäuble](https://www.linkedin.com/in/patrick-st%C3%A4uble-491b7969/?ref=paymentandbanking.com) ist Gründer des Schweizer KMU-Finanzierers Teylor und konkurriert seit Jahren digital mit den Angeboten der Hausbanken. Er hätte in den vergangenen Jahren mehr Digitalisierung bei den klassischen Banken erwartet, sagt er. Mit der Einschätzung mag er generell recht haben, doch nun nehmen manche Geldhäuser eine Abkürzung. Dass deren Angebote nun auf Vergleichsportalen zu finden sind, ist kein Zufall. Denn dort sind junge Unternehmen unterwegs, die einen Kredit suchen. Selbst Teylor-Chef Stäuble sieht darin die Zukunft: „Der Markt wird sich in Richtung digitaler Kreditplattformen entwickeln, ähnlich dem Privatkundensegment”, sagt er. Länder wie Großbritannien zeigten dies bereits, wo ein Großteil der KMU-Finanzierungen über digitale Plattformen abgewickelt werde. Das mag charmant klingen, doch die bessere Vergleichbarkeit von Angeboten erhöht laut Schmitz auch den Wettbewerb: „Banken wissen, dass sie nur dann zum Abschluss kommen, wenn sie einen attraktiven Preis bieten”, sagt er. Dort findet man bereits einzelne Volksbanken und Sparkassen, die als Anbieter auch online zunehmend sichtbarer werden. Ähnlich zur Entwicklung bei Privatkrediten könnte also ein wachsender Teil des Geschäfts bald über Vergleichsportale und Plattformen laufen, meint Schmitz. ## **Wer den Kunden besser kennt, gewinnt** Aber wie reagieren die alternativen Finanzierer auf die digitalen Offensiven der Hausbanken? Ist ihre gerade erst erkämpfte Nische in Gefahr? Einige folgten der Strategie bewusst Kredite mit hohem Risiko oder besonders günstig herauszugeben, sagt EY-Experte Schmitz. Damit könne man zwar schnell Marktanteile gewinnen, laufe aber bei Ausfällen Gefahr, selbst in finanzielle Schieflage zu geraten, wenn Preise zu niedrig und eingegangene Risiken zu hoch seien: „Das ist einfach nur Mathematik: Wenn Finanzierer die Ausfälle nicht auffangen können, geht das nach hinten los”, sagt Schmitz. Stäuble von Teylor glaubt an eine andere Strategie. Er nimmt dabei unter anderem eine spezielle Kundengruppe ins Visier: Unternehmen, deren gute Bonität aufgrund einer unzureichenden Datenlage oder komplexer Strukturen nicht unmittelbar erkennbar ist. Er nennt ein Beispiel: Ein Unternehmen in Deutschland mit einem niederländischen Geschäftsführer braucht Geld für eine Fabrik in Polen. „Für viele Hausbanken ist es zu aufwändig, diese Datenlage auszuwerten”, sagt er. „Obwohl es aus objektiver Sicht ein super Kunde ist.” Es ist also die Nische der Nische, wenn man so will. Hier zahlt sich laut Stäuble besonders der technologische Vorsprung aus. Denn alternative Finanzierer greifen bei der Bonitätsprüfung häufig auf andere Datenquellen zurück als die Banken: Neben Open Banking nutzen sie Dokumente wie Jahresabschlüsse, betriebswirtschaftliche Auswertungen oder Schnittstellen zu Buchhaltungssystemen und Prozesssystemen und lassen diese teilweise automatisch oder mit Hilfe von KI analysieren. Das kann den Finanzierern einen besseren Eindruck von den Unternehmen verschaffen. „Ich glaube dafür muss man nicht nur auf Open Banking setzen, sondern jede Datenquellen nutzen, die man finden kann”, sagt Stäuble. ## **FIDA könnte den Markt verändern** Zwar hätten Hausbanken den Vorteil, dass ihnen mit dem Blick ins Konto bereits wichtige Daten für die Risikoanalyse vorliegen, meint Schmitz. Dennoch spiele Technologie bei der Datenverarbeitung eine zunehmend wichtige Rolle dabei, wie genau Risiken von Anbietern eingeschätzt werden könnten. „Das kann zu sinkenden Zinssätzen und einer erhöhten Akzeptanzrate führen”, sagt er. Das habe sich in Brasilien gezeigt, wo ein Open-Banking-Gesetz bereits für einen besseren Zugriff auf wichtige Finanzdaten gesorgt hätte. Ähnliches könnte die neue FIDA-Verordnung (Financial Data Access) in der EU auch für KMUs bewirken. Mittlerweile haben sich über die technischen Möglichkeiten neue und kreative Kreditmodelle auf dem Markt etabliert. Neben Factoring, dass auch Ableger etablierter Banken anbieten, gibt es Kredite mit Rückzahlungen nach Umsatzanteil oder Technologien, die eine Vorab-Genehmigung bis zu bestimmter Höhe ermöglichen. Vor allem bei der Bonitätsprüfung versprechen sich alternative Anbieter einen Vorteil. Den technologischen Vorsprung nutzen manche Unternehmen wie Teylor noch auf eine andere Weise. Sie bietet den Hausbanken White-Label-Lösungen für digitale Kreditantragsstrecken an – die Nachfrage ist laut Stäuble groß. Vielleicht hilft es aus Sicht der Fintechs also auch einfach, die Konkurrenz zu umarmen. ### PSD3 und PSR: Wer fällt künftig darunter – und wo gelten Ausnahmen? URL: https://paymentandbanking.com/psd3-und-psr-wer-faellt-kuenftig-darunter-wo-gelten-ausnahmen-2/ Last updated: 2025-07-30T08:07:48.000Z ***Im zweiten Teil unserer Podcast-Serie zu PSD3 und PSR erklärt Anwalt Peter Frey, welche Unternehmen und Dienste unter die neuen Vorgaben fallen – und was das für Fintechs, Händler, Kryptodienstleister sowie Geldautomatenbetreiber bedeutet.*** Die PSD3 bringt neue Regeln für Zahlungsinstitute, während die PSR erstmals direkt in allen Mitgliedstaaten gilt – und zwar nicht nur für Institute mit Lizenz, sondern auch für technische Dienstleister, Plattformen und Mobilfunkanbieter. Ziel ist mehr Sicherheit, weniger Missbrauch und ein funktionierender Binnenmarkt. Doch die Abgrenzung ist nicht immer einfach. **Wer unter PSD3 und PSR fällt – und wer nicht** Während die PSD3 wie bisher Zahlungsinstitute erfasst, geht die PSR in ihrem Anwendungsbereich deutlich weiter: Sie gilt auch für Banken, technische Dienstleister und Betreiber von Zahlungssystemen – etwa im Rahmen der Betrugsprävention. E-Geld-Institute werden künftig nicht mehr gesondert behandelt, sondern als Zahlungsinstitute geführt. Der Katalog der Zahlungsdienste selbst bleibt weitgehend unverändert. Neu ist hingegen: Auch Anbieter elektronischer Kommunikationsdienste können unter die PSR fallen – etwa im Hinblick auf Pflichten im Zusammenhang mit Betrugsprävention. **Ausnahmen mit Folgen – von Cashback bis Konzernzahlungen** Viele bislang geltende Ausnahmen bleiben bestehen, etwa für Handelsvertreter oder geschlossene Zahlungssysteme wie Tankkarten oder Gutscheine (Limited Network/Range). Auch die Konzernausnahme wird übernommen – jedoch mit einer Erweiterung: Zukünftig sind bestimmte konzernexterne Zahlungen erfasst, was besonders für Payment-Factories relevant ist. Neu ist eine Ausnahme für Bargeldauszahlung im Einzelhandel ohne vorherigen Kauf – bis zu 150 Euro. Auch das Thema Cashback wird konkretisiert, bleibt im Kern aber bestehen. **Registrierung statt Lizenz – was Open-Banking-Anbieter und ATM-Betreiber erwartet** Nicht alle Anbieter brauchen künftig eine Lizenz: Für Kontoinformationsdienste bleibt das bekannte Registrierungsverfahren bestehen. Neu hinzu kommt eine Registrierungspflicht für unabhängige Geldautomatenbetreiber – ein Bereich, der bisher rechtlich umstritten war. **MiCAR trifft PSD3 – Gefahr der Doppelregulierung?** Kritisch wird es beim Zusammenspiel mit der MiCAR-Verordnung. E-Geld-Token gelten künftig als reguliertes E-Geld – und unterfallen damit zugleich der PSD3/PSR. Der Rat hat einzelne Ausnahmefälle formuliert, etwa für Transfers zwischen Self-Custody-Wallets oder den Tausch von Token. Doch in der Praxis bleibt vieles unklar. Die Abgrenzung dürfte aufwendig bleiben – und könnte für Kryptodienstleister neue regulatorische Hürden mit sich bringen. **Vorschau auf Folge 3** In der nächsten Folge sprechen wir über die neuen Haftungsregeln, Schutzmechanismen gegen Betrug und Social Engineering sowie die Neuverteilung der Sicherheitsverantwortung zwischen Anbietern und Nutzern. ### PSD3 und PSR: Wer fällt künftig darunter – und wo gelten Ausnahmen? URL: https://paymentandbanking.com/psd3-und-psr-wer-faellt-kuenftig-darunter-wo-gelten-ausnahmen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z ***Im zweiten Teil unserer Podcast-Serie zu PSD3 und PSR erklärt Anwalt Peter Frey, welche Unternehmen und Dienste unter die neuen Vorgaben fallen – und was das für Fintechs, Händler, Kryptodienstleister sowie Geldautomatenbetreiber bedeutet.*** Die PSD3 bringt neue Regeln für Zahlungsinstitute, während die PSR erstmals direkt in allen Mitgliedstaaten gilt – und zwar nicht nur für Institute mit Lizenz, sondern auch für technische Dienstleister, Plattformen und Mobilfunkanbieter. Ziel ist mehr Sicherheit, weniger Missbrauch und ein funktionierender Binnenmarkt. Doch die Abgrenzung ist nicht immer einfach. **Wer unter PSD3 und PSR fällt – und wer nicht** Während die PSD3 wie bisher Zahlungsinstitute erfasst, geht die PSR in ihrem Anwendungsbereich deutlich weiter: Sie gilt auch für Banken, technische Dienstleister und Betreiber von Zahlungssystemen – etwa im Rahmen der Betrugsprävention. E-Geld-Institute werden künftig nicht mehr gesondert behandelt, sondern als Zahlungsinstitute geführt. Der Katalog der Zahlungsdienste selbst bleibt weitgehend unverändert. Neu ist hingegen: Auch Anbieter elektronischer Kommunikationsdienste können unter die PSR fallen – etwa im Hinblick auf Pflichten im Zusammenhang mit Betrugsprävention. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/734-alles-legal-107-psd3-und-psr-wer-fallt-kunftig-darunter-und-wo-gelten-ausnahmen"\] **Ausnahmen mit Folgen – von Cashback bis Konzernzahlungen** Viele bislang geltende Ausnahmen bleiben bestehen, etwa für Handelsvertreter oder geschlossene Zahlungssysteme wie Tankkarten oder Gutscheine (Limited Network/Range). Auch die Konzernausnahme wird übernommen – jedoch mit einer Erweiterung: Zukünftig sind bestimmte konzernexterne Zahlungen erfasst, was besonders für Payment-Factories relevant ist. Neu ist eine Ausnahme für Bargeldauszahlung im Einzelhandel ohne vorherigen Kauf – bis zu 150 Euro. Auch das Thema Cashback wird konkretisiert, bleibt im Kern aber bestehen. **Registrierung statt Lizenz – was Open-Banking-Anbieter und ATM-Betreiber erwartet** Nicht alle Anbieter brauchen künftig eine Lizenz: Für Kontoinformationsdienste bleibt das bekannte Registrierungsverfahren bestehen. Neu hinzu kommt eine Registrierungspflicht für unabhängige Geldautomatenbetreiber – ein Bereich, der bisher rechtlich umstritten war. **MiCAR trifft PSD3 – Gefahr der Doppelregulierung?** Kritisch wird es beim Zusammenspiel mit der MiCAR-Verordnung. E-Geld-Token gelten künftig als reguliertes E-Geld – und unterfallen damit zugleich der PSD3/PSR. Der Rat hat einzelne Ausnahmefälle formuliert, etwa für Transfers zwischen Self-Custody-Wallets oder den Tausch von Token. Doch in der Praxis bleibt vieles unklar. Die Abgrenzung dürfte aufwendig bleiben – und könnte für Kryptodienstleister neue regulatorische Hürden mit sich bringen. **Vorschau auf Folge 3** In der nächsten Folge sprechen wir über die neuen Haftungsregeln, Schutzmechanismen gegen Betrug und Social Engineering sowie die Neuverteilung der Sicherheitsverantwortung zwischen Anbietern und Nutzern. ### „Bargeld fühlt sich an wie das Faxgerät des Zahlungsverkehrs“ URL: https://paymentandbanking.com/bargeld-fuehlt-sich-an-wie-das-faxgeraet-des-zahlungsverkehrs-2/ Last updated: 2025-07-30T10:28:53.000Z ***Nico Schenck ist Head of Germany bei Klarna. Im Fragebogen von Payment & Banking schreibt er, warum er ohne Splitwise nicht in den Urlaub fährt und warum sein Sohn seine größte Inspiration ist.*** Als Country Lead des schwedischen Fintechs Klarna prägt [Nico Schenck](https://www.linkedin.com/in/nico-schenck-3333183b/?ref=paymentandbanking.com) die Zukunft des Bezahlens in Deutschland. Im Interview spricht er über seine Umwege in die Branche, bargeldlose Junggesellenabschiede und warum ihn das Quatschmachen mit seinem Sohn am meisten inspiriert. **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Keins. Nur meine Bankkarten. Bargeld fühlt sich inzwischen an wie das Faxgerät des Zahlungsverkehrs. **Was reizt dich an deiner Tätigkeit?** Ich liebe es, die Zukunft mitzugestalten. Bei Klarna verbinden wir Technologie, Design und Kundenfokus, um das Shopping zu revolutionieren. Ich bin direkt am Puls der Zeit und erlebe, wie sich das Verhalten verändert. **Wie bist du im Payment & Banking-Sektor gelandet?** Wie so oft: über Umwege. Rückblickend wäre ich gerne direkt in den Fintech-Bereich eingestiegen. Ich habe im klassischen Banking angefangen, bin dann nach Berlin zurückgekehrt und habe die frühen Fintech-Tage miterlebt. Besonders das Marktpotenzial von Online-Zahlungslösungen hat mich fasziniert. So führte mich mein Weg schließlich zu Klarna. **Wie möchtest du den Payment & Banking-Bereich verändern?** Ich wünsche mir ein Ökosystem, das nicht nur effizient, sondern auch empathisch ist. Payment darf nicht nerven. Es sollte unterstützen, beraten und entlasten. Das ist auch unser Ziel bei Klarna. **Sind Fintechs die große Revolution oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Beides. Eine Revolution im Denken, eine Revolte in der Umsetzung. Schritt für Schritt schreiben wir das Betriebssystem des Geldes neu und Fintechs liefern den Code dafür. **Was kann man von dir besonders gut lernen?** Wie man mit Struktur und Vision durch Komplexität navigiert, ohne dabei den Spaß oder die Nerven zu verlieren. **Wenn du Finanzminister wärst, was würdest du sofort ändern?** Ich würde mich für eine ergebnisorientierte, verbraucherfreundliche Regulierung stark machen. Klare und verhältnismäßige Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit Fintechs wie wir mehr Planungssicherheit haben. **Werden wir persönlich: Was machst du in deiner Freizeit – und sag jetzt nicht** **„Lesen und Freunde treffen”.** Ich laufe gerne ziellos durch Städte, mit offenen Augen. Architektur, Menschen, Läden, Gerüche: Alles inspiriert mich. Am liebsten aber verbringe ich Zeit mit meinem Sohn. Beim Fußballspielen oder einfach beim Quatschmachen. Nichts erdet mich mehr. **Wie bezahlst du an der Supermarktkasse?** Mit dem Telefon. Meistens Apple Pay, natürlich mit der Klarna Card. **Welche Finanz-Apps sind deine drei beliebtesten?** - Splitwise, ein geniales Tool für jeden Gruppenurlaub. Hat uns beim Junggesellenabschied meines besten Freundes sehr geholfen. - Trade Republic, unkompliziert investieren, ohne Finanzkauderwelsch. - Revolut, gut für Reisen und Multiwährungen, dazu ein gutes UX-Design ### „Bargeld fühlt sich an wie das Faxgerät des Zahlungsverkehrs“ URL: https://paymentandbanking.com/bargeld-fuehlt-sich-an-wie-das-faxgeraet-des-zahlungsverkehrs/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z ***Nico Schenck ist Head of Germany bei Klarna. Im Fragebogen von Payment & Banking schreibt er, warum er ohne Splitwise nicht in den Urlaub fährt und warum sein Sohn seine größte Inspiration ist.*** Als Country Lead des schwedischen Fintechs Klarna prägt [Nico Schenck](https://www.linkedin.com/in/nico-schenck-3333183b/?ref=paymentandbanking.com) die Zukunft des Bezahlens in Deutschland. Im Interview spricht er über seine Umwege in die Branche, bargeldlose Junggesellenabschiede und warum ihn das Quatschmachen mit seinem Sohn am meisten inspiriert. **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Keins. Nur meine Bankkarten. Bargeld fühlt sich inzwischen an wie das Faxgerät des Zahlungsverkehrs. **Was reizt dich an deiner Tätigkeit?** Ich liebe es, die Zukunft mitzugestalten. Bei Klarna verbinden wir Technologie, Design und Kundenfokus, um das Shopping zu revolutionieren. Ich bin direkt am Puls der Zeit und erlebe, wie sich das Verhalten verändert. **Wie bist du im Payment & Banking-Sektor gelandet?** Wie so oft: über Umwege. Rückblickend wäre ich gerne direkt in den Fintech-Bereich eingestiegen. Ich habe im klassischen Banking angefangen, bin dann nach Berlin zurückgekehrt und habe die frühen Fintech-Tage miterlebt. Besonders das Marktpotenzial von Online-Zahlungslösungen hat mich fasziniert. So führte mich mein Weg schließlich zu Klarna. **Wie möchtest du den Payment & Banking-Bereich verändern?** Ich wünsche mir ein Ökosystem, das nicht nur effizient, sondern auch empathisch ist. Payment darf nicht nerven. Es sollte unterstützen, beraten und entlasten. Das ist auch unser Ziel bei Klarna. **Sind Fintechs die große Revolution oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Beides. Eine Revolution im Denken, eine Revolte in der Umsetzung. Schritt für Schritt schreiben wir das Betriebssystem des Geldes neu und Fintechs liefern den Code dafür. \[adrotate banner="54"\] **Was kann man von dir besonders gut lernen?** Wie man mit Struktur und Vision durch Komplexität navigiert, ohne dabei den Spaß oder die Nerven zu verlieren. **Wenn du Finanzminister wärst, was würdest du sofort ändern?** Ich würde mich für eine ergebnisorientierte, verbraucherfreundliche Regulierung stark machen. Klare und verhältnismäßige Rahmenbedingungen sind entscheidend, damit Fintechs wie wir mehr Planungssicherheit haben. **Werden wir persönlich: Was machst du in deiner Freizeit – und sag jetzt nicht** **„Lesen und Freunde treffen”.** Ich laufe gerne ziellos durch Städte, mit offenen Augen. Architektur, Menschen, Läden, Gerüche: Alles inspiriert mich. Am liebsten aber verbringe ich Zeit mit meinem Sohn. Beim Fußballspielen oder einfach beim Quatschmachen. Nichts erdet mich mehr. **Wie bezahlst du an der Supermarktkasse?** Mit dem Telefon. Meistens Apple Pay, natürlich mit der Klarna Card. **Welche Finanz-Apps sind deine drei beliebtesten?** - Splitwise, ein geniales Tool für jeden Gruppenurlaub. Hat uns beim Junggesellenabschied meines besten Freundes sehr geholfen. - Trade Republic, unkompliziert investieren, ohne Finanzkauderwelsch. - Revolut, gut für Reisen und Multiwährungen, dazu ein gutes UX-Design ### So funktioniert KI-Sicherheit im Zahlungsverkehr URL: https://paymentandbanking.com/so-funktioniert-ki-sicherheit-im-zahlungsverkehr-2/ Last updated: 2025-07-29T07:17:04.000Z ***Es gäbe genügend Stoff für eine TV-Serie: In einer Welt, in der KI zur Waffe wird, entscheidet sich das Schicksal der Finanzindustrie nicht am Schreibtisch, sondern im Code.** Im Schatten von Firewalls beginnt ein neues Spiel um Macht, Kontrolle und Daten. Während Künstliche Intelligenz (KI) die Branche auf links dreht, formieren sich zwei Häuser: Die einen bauen Schutzmauern mit Machine Learning, die anderen schleichen sich mit Deepfakes durch die Hintertür. Die gute Nachricht: Die Verteidiger haben die Nase vorn. Noch. ## Der digitale Zwiespalt: Schutzschild und Angriffsfläche KI verändert die Finanzwelt grundlegend und sorgt für ein Wettrüsten auf beiden Seiten. Während Kreditinstitute mit so verbesserte Sicherheitsbarrieren errichten, entwickeln Kriminelle im Darknet Tools wie[ WormGPT, FraudGPT oder DarkBERT](https://financefwd.com/de/ki-im-zahlungsverkehr-bringt-grosse-chancen-leider-auch-fuer-betrueger/?ref=paymentandbanking.com). Damit lassen sich täuschend echte Phishing-Mails und Deepfakes erstellen oder Sicherheitsmechanismen unterwandern. Auch beim Social Engineering ist KI im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Was früher eine PDF-Anleitung war, ist heute ein Bot. **Ein paar Beispiele?** - **Im März 2024** gelang es Cyberkriminellen, durch KI-generierte Deepfake-Stimmen einen Finanzvorstand der Hongkong-Niederlassung eines multinationalen Konzerns zu täuschen. In einer vermeintlichen Videokonferenz mit dem CFO erhielt der Mitarbeiter die Anweisung, 25 Millionen US-Dollar zu überweisen. Erst später stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer der Konferenz KI-generierte Deepfakes waren. - Ein weiterer spektakulärer Fall ereignete sich im **September 2024** bei einer deutschen Großbank: Kriminelle nutzten KI-generierte Stimmenklone, um sich als Vorstandsmitglieder auszugeben und Mitarbeiter:innen zur Freigabe von Überweisungen in Höhe von 35 Millionen Euro zu bewegen. Die Täter hatten zuvor durch Social Engineering persönliche Informationen gesammelt und diese in ihre KI-Modelle eingespeist, um authentisch wirkende Gespräche zu führen. - **Oktober 2024:** Hier setzten Cyberkriminelle KI-basierte Chatbots ein, die sich als Kund:innen-Berater ausgaben und Kunde:innen dazu verleiteten, ihre Zugangsdaten preiszugeben. Die Bots waren so überzeugend programmiert, dass sie sogar komplexe Finanzberatung simulieren konnten. Über 200 Kund:innen-Konten wurden kompromittiert, bevor der Betrug entdeckt wurde. Schaden: 50 Millionen US-Dollar. - Der jüngste und vielleicht raffinierteste Fall ereignete sich im **November 2024** bei einer europäischen Zentralbank: Cyberkriminelle entwickelten KI-Systeme, die in Echtzeit gefälschte Transaktionsdaten generierten und diese in das SWIFT-Netzwerk einschleusten. Die KI war so programmiert, dass sie legitime Zahlungsmuster imitierte und dabei Anomalie-Erkennungssysteme umging. Erst nach drei Wochen wurde der Betrug entdeckt. Gesamtschaden: 120 Millionen Euro. Cyberkriminalität ist längst kein Hobby einzelner Script-Kiddies mehr, sondern eine hochorganisierte, technologiegetriebene Industrie. Neue Entwicklungen wie Konto-zu-Konto-Zahlungen (A2A) eröffnen zusätzliche Angriffsflächen. ## Warum Gelegenheit Dieb:innen macht A2A, also direkte Konto-zu-Konto-Zahlungen ohne Umweg über Karten oder Zwischenhändler, gewinnen durch Open Banking und Instant Payments stark an Relevanz, insbesondere im E-Commerce und bei Zahlungen zwischen Privatpersonen. Laut[ Juniper Research](https://randstaddigital.de/blogs/kuenstliche-intelligenz-im-zahlungsverkehr/?ref=paymentandbanking.com) wird das Volumen bis 2029 um über 200 Prozent steigen. So weit, so bekannt. Die Schattenseite: Echtzeit-Zahlungen geben Kriminellen im Missbrauchsfall sofort Zugriff auf das Geld und den Verteidiger:innen bleibt kaum Zeit zu reagieren. Finanzbetrug hat sich professionalisiert. Statt Einzeltäter:innen agieren Netzwerke wie Start-ups, schnell, datengetrieben, iterativ. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an Komfort und Sicherheit. Das setzt die Branche doppelt unter Druck. Der alte IT-Grundsatz „Sicherheit ist unbequem” funktioniert in einer TikTok-Welt nur noch mäßig. ## Wie KI schützt, aber allein nicht reicht Moderne KI-Systeme erkennen verdächtige Transaktionen in Millisekunden mit einer Präzision von über 95 Prozent. So testete[ Visa gemeinsam mit Pay.UK](https://financefwd.com/de/ki-im-zahlungsverkehr-bringt-grosse-chancen-leider-auch-fuer-betrueger/?ref=paymentandbanking.com) ein System, das bei A2A-Zahlungen die Erkennungsrate um 40 Prozent verbesserte, bei einer False-Positive-Rate von fünf zu eins. Auch deutsche Institute investieren massiv.[ Die Deutsche Bank](https://www.db.com/news/detail/20220922-deutsche-bank-partners-with-visa-to-prevent-fraud-in-online-retail?language%5Fid=3&ref=paymentandbanking.com) nutzt seit 2022 mit Visa KI-basierte Risikomodelle zur Betrugserkennung. Die Sparkassen-Gruppe setzt auf[ KIWI](https://fi-magazin.de/KIWI-Innovative-Betrugspraevention?ref=paymentandbanking.com), ein hybrides Lernsystem, das Fehlalarme reduziert und sich laufend an neue Bedrohungen anpasst. Mit der Verbreitung von[ Instant Payments](https://live.handelsblatt.com/ki-in-banken-betrugspraevention-als-koenigsdisziplin/?ref=paymentandbanking.com) sinkt das Zeitfenster für Sicherheitsprüfungen drastisch. Wo früher Stunden oder Tage blieben, müssen Systeme heute in Sekunden entscheiden. KI entfaltet hier ihr volles Potenzial, allerdings nur, wenn sie richtig trainiert und intelligent eingebettet ist. Und genau das ist die Achillesferse. Betrug ist nicht an Regulatorik gebunden. Das Darknet muss sich nicht an den[ EU AI Act](https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2025/07/fida-update-eu-journey-to-open-finance?ref=paymentandbanking.com) halten. Eine fehlende Agilität in der Branche wird zum Risikofaktor. Mit Wasserfallentwicklung kommt man nicht weit, wenn Betrug agil ist und die Tools immer besser werden. Auch der Mensch ist neben der Technologie weiterhin eine zentrale Schwachstelle. Betrüger:innen nutzen Deepfakes, Social Engineering und personalisierte Phishing-Mails, um selbst erfahrene Nutzerinnen und Nutzer zu täuschen. Der menschliche Faktor ist keine Randnotiz, sondern zentrales Angriffsziel und muss mitgedacht werden. ## Fazit: Sicherheit, Prozesse, Kundenschnittstelle – kein Weg führt vorbei KI-Sicherheit ist kein reines IT-Thema, sondern Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung. Sie betrifft Prozesse, etwa Risikomanagement in Echtzeit, die Kundenschnittstelle, etwa durch smarte Authentifizierung, Aufklärung und Erwachsenenbildung, sowie die Unternehmenskultur. Die Herausforderungen sind vielschichtig: Regulatorik, Datenschutz, Erklärbarkeit von Algorithmen und gleichzeitig die Erwartung, dass alles einfach funktioniert. KI ist nicht das Allheilmittel, aber ohne KI wird es keine sichere Finanzwelt mehr geben. Die Finanzindustrie, insbesondere Banken, verfügt über strukturelle Vorteile: Daten, Infrastruktur, Ressourcen und im Idealfall das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden. Doch dieses Vertrauen muss verteidigt werden. Durch Transparenz. Durch Aufklärung. Und durch Systeme, die halten, was sie versprechen. Im Game of Codes gewinnt, wer vorbereitet ist. Wer seine KI versteht. Und wer weiß: Die Bedrohung sitzt nicht mehr nur am anderen Ende der Leitung. Sie liegt im Code. ### So funktioniert KI-Sicherheit im Zahlungsverkehr URL: https://paymentandbanking.com/so-funktioniert-ki-sicherheit-im-zahlungsverkehr/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z ***Es gäbe genügend Stoff für eine TV-Serie: In einer Welt, in der KI zur Waffe wird, entscheidet sich das Schicksal der Finanzindustrie nicht am Schreibtisch, sondern im Code.** Im Schatten von Firewalls beginnt ein neues Spiel um Macht, Kontrolle und Daten. Während Künstliche Intelligenz (KI) die Branche auf links dreht, formieren sich zwei Häuser: Die einen bauen Schutzmauern mit Machine Learning, die anderen schleichen sich mit Deepfakes durch die Hintertür. Die gute Nachricht: Die Verteidiger haben die Nase vorn. Noch. ## Der digitale Zwiespalt: Schutzschild und Angriffsfläche KI verändert die Finanzwelt grundlegend und sorgt für ein Wettrüsten auf beiden Seiten. Während Kreditinstitute mit so verbesserte Sicherheitsbarrieren errichten, entwickeln Kriminelle im Darknet Tools wie[ WormGPT, FraudGPT oder DarkBERT](https://financefwd.com/de/ki-im-zahlungsverkehr-bringt-grosse-chancen-leider-auch-fuer-betrueger/?ref=paymentandbanking.com). Damit lassen sich täuschend echte Phishing-Mails und Deepfakes erstellen oder Sicherheitsmechanismen unterwandern. Auch beim Social Engineering ist KI im wahrsten Sinne des Wortes Gold wert. Was früher eine PDF-Anleitung war, ist heute ein Bot. **Ein paar Beispiele?** - **Im März 2024** gelang es Cyberkriminellen, durch KI-generierte Deepfake-Stimmen einen Finanzvorstand der Hongkong-Niederlassung eines multinationalen Konzerns zu täuschen. In einer vermeintlichen Videokonferenz mit dem CFO erhielt der Mitarbeiter die Anweisung, 25 Millionen US-Dollar zu überweisen. Erst später stellte sich heraus, dass alle Teilnehmer der Konferenz KI-generierte Deepfakes waren. - Ein weiterer spektakulärer Fall ereignete sich im **September 2024** bei einer deutschen Großbank: Kriminelle nutzten KI-generierte Stimmenklone, um sich als Vorstandsmitglieder auszugeben und Mitarbeiter:innen zur Freigabe von Überweisungen in Höhe von 35 Millionen Euro zu bewegen. Die Täter hatten zuvor durch Social Engineering persönliche Informationen gesammelt und diese in ihre KI-Modelle eingespeist, um authentisch wirkende Gespräche zu führen. - **Oktober 2024:** Hier setzten Cyberkriminelle KI-basierte Chatbots ein, die sich als Kund:innen-Berater ausgaben und Kunde:innen dazu verleiteten, ihre Zugangsdaten preiszugeben. Die Bots waren so überzeugend programmiert, dass sie sogar komplexe Finanzberatung simulieren konnten. Über 200 Kund:innen-Konten wurden kompromittiert, bevor der Betrug entdeckt wurde. Schaden: 50 Millionen US-Dollar. - Der jüngste und vielleicht raffinierteste Fall ereignete sich im **November 2024** bei einer europäischen Zentralbank: Cyberkriminelle entwickelten KI-Systeme, die in Echtzeit gefälschte Transaktionsdaten generierten und diese in das SWIFT-Netzwerk einschleusten. Die KI war so programmiert, dass sie legitime Zahlungsmuster imitierte und dabei Anomalie-Erkennungssysteme umging. Erst nach drei Wochen wurde der Betrug entdeckt. Gesamtschaden: 120 Millionen Euro. Cyberkriminalität ist längst kein Hobby einzelner Script-Kiddies mehr, sondern eine hochorganisierte, technologiegetriebene Industrie. Neue Entwicklungen wie Konto-zu-Konto-Zahlungen (A2A) eröffnen zusätzliche Angriffsflächen. ## Warum Gelegenheit Dieb:innen macht A2A, also direkte Konto-zu-Konto-Zahlungen ohne Umweg über Karten oder Zwischenhändler, gewinnen durch Open Banking und Instant Payments stark an Relevanz, insbesondere im E-Commerce und bei Zahlungen zwischen Privatpersonen. Laut[ Juniper Research](https://randstaddigital.de/blogs/kuenstliche-intelligenz-im-zahlungsverkehr/?ref=paymentandbanking.com) wird das Volumen bis 2029 um über 200 Prozent steigen. So weit, so bekannt. Die Schattenseite: Echtzeit-Zahlungen geben Kriminellen im Missbrauchsfall sofort Zugriff auf das Geld und den Verteidiger:innen bleibt kaum Zeit zu reagieren. Finanzbetrug hat sich professionalisiert. Statt Einzeltäter:innen agieren Netzwerke wie Start-ups, schnell, datengetrieben, iterativ. Gleichzeitig steigen die Erwartungen der Kundinnen und Kunden an Komfort und Sicherheit. Das setzt die Branche doppelt unter Druck. Der alte IT-Grundsatz „Sicherheit ist unbequem” funktioniert in einer TikTok-Welt nur noch mäßig. \[adrotate banner="58"\] ## Wie KI schützt, aber allein nicht reicht Moderne KI-Systeme erkennen verdächtige Transaktionen in Millisekunden mit einer Präzision von über 95 Prozent. So testete[ Visa gemeinsam mit Pay.UK](https://financefwd.com/de/ki-im-zahlungsverkehr-bringt-grosse-chancen-leider-auch-fuer-betrueger/?ref=paymentandbanking.com) ein System, das bei A2A-Zahlungen die Erkennungsrate um 40 Prozent verbesserte, bei einer False-Positive-Rate von fünf zu eins. Auch deutsche Institute investieren massiv.[ Die Deutsche Bank](https://www.db.com/news/detail/20220922-deutsche-bank-partners-with-visa-to-prevent-fraud-in-online-retail?language%5Fid=3&ref=paymentandbanking.com) nutzt seit 2022 mit Visa KI-basierte Risikomodelle zur Betrugserkennung. Die Sparkassen-Gruppe setzt auf[ KIWI](https://fi-magazin.de/KIWI-Innovative-Betrugspraevention?ref=paymentandbanking.com), ein hybrides Lernsystem, das Fehlalarme reduziert und sich laufend an neue Bedrohungen anpasst. Mit der Verbreitung von[ Instant Payments](https://live.handelsblatt.com/ki-in-banken-betrugspraevention-als-koenigsdisziplin/?ref=paymentandbanking.com) sinkt das Zeitfenster für Sicherheitsprüfungen drastisch. Wo früher Stunden oder Tage blieben, müssen Systeme heute in Sekunden entscheiden. KI entfaltet hier ihr volles Potenzial, allerdings nur, wenn sie richtig trainiert und intelligent eingebettet ist. Und genau das ist die Achillesferse. Betrug ist nicht an Regulatorik gebunden. Das Darknet muss sich nicht an den[ EU AI Act](https://www.taylorwessing.com/de/insights-and-events/insights/2025/07/fida-update-eu-journey-to-open-finance?ref=paymentandbanking.com) halten. Eine fehlende Agilität in der Branche wird zum Risikofaktor. Mit Wasserfallentwicklung kommt man nicht weit, wenn Betrug agil ist und die Tools immer besser werden. Auch der Mensch ist neben der Technologie weiterhin eine zentrale Schwachstelle. Betrüger:innen nutzen Deepfakes, Social Engineering und personalisierte Phishing-Mails, um selbst erfahrene Nutzerinnen und Nutzer zu täuschen. Der menschliche Faktor ist keine Randnotiz, sondern zentrales Angriffsziel und muss mitgedacht werden. ## Fazit: Sicherheit, Prozesse, Kundenschnittstelle – kein Weg führt vorbei KI-Sicherheit ist kein reines IT-Thema, sondern Teil einer umfassenden strategischen Neuausrichtung. Sie betrifft Prozesse, etwa Risikomanagement in Echtzeit, die Kundenschnittstelle, etwa durch smarte Authentifizierung, Aufklärung und Erwachsenenbildung, sowie die Unternehmenskultur. Die Herausforderungen sind vielschichtig: Regulatorik, Datenschutz, Erklärbarkeit von Algorithmen und gleichzeitig die Erwartung, dass alles einfach funktioniert. KI ist nicht das Allheilmittel, aber ohne KI wird es keine sichere Finanzwelt mehr geben. Die Finanzindustrie, insbesondere Banken, verfügt über strukturelle Vorteile: Daten, Infrastruktur, Ressourcen und im Idealfall das Vertrauen ihrer Kundinnen und Kunden. Doch dieses Vertrauen muss verteidigt werden. Durch Transparenz. Durch Aufklärung. Und durch Systeme, die halten, was sie versprechen. Im Game of Codes gewinnt, wer vorbereitet ist. Wer seine KI versteht. Und wer weiß: Die Bedrohung sitzt nicht mehr nur am anderen Ende der Leitung. Sie liegt im Code. ### Banking Exchange 2025 – ein Tag, der zählt URL: https://paymentandbanking.com/banking-exchange-2025-ein-tag-der-zaehlt-2/ Last updated: 2025-07-28T07:32:02.000Z ***Aus zwei wird eins: Die BEX 2025 findet in diesem Jahr kompakter statt, nur am 16\. September, aber mit vollem Fokus. Manchmal braucht es keinen zweiten Tag, sondern einen, der zählt.** Die Banking Exchange am 16\. September wird kompakter, konzentrierter, aber mit derselben Haltung: Wir schaffen Raum für echte Gespräche, strategische Impulse und eine Community, die Banking mitgestalten will. Und das alles an einem statt an zwei Tagen. ## Warum die Veränderung? Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, und auch wir merken: Sponsoring-Entscheidungen fallen später oder vorsichtiger. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Doch statt zu streichen, zu strecken oder ganz abzusagen, haben wir uns entschieden: Ein starker Tag ist besser als zwei halbe. Denn die Banking Exchange ist für viele ein fester Termin im Jahr – als Ort für Austausch, Perspektiven und ehrliches Netzwerken. Das soll auch 2025 so bleiben. Mit allem, was die BEX ausmacht: - Tiefe statt Taktung - Diskussion statt Dauerbeschallung - Gesichter, die bewegen – nicht nur vertreten Natürlich bleibt auch das Erlebnis nicht auf der Strecke. Am Konferenztag selbst erwartet euch ein geschärftes Programm, das klarer denn je aufzeigt, was in Banking, Fintech und Regulierung jetzt zählt und was bald Geschichte ist. Und abends? Wird gefeiert. Denn gute Gespräche enden selten um 17 Uhr. ## Was euch erwartet Der Spielplan für den 16\. September steht und er ist randvoll mit Denkanstößen, Debatten und echten Aha-Momenten. Gleich morgens setzen wir ein Ausrufezeichen mit einer Keynote zur Frage, ob KI und ChatGPT künftig nicht nur Banken verändern, sondern auch Kund:innenverhalten, Beratung und User Interfaces grundlegend neu definieren. Direkt danach folgen Panels, die zeigen, wo Banking gerade neu geschrieben wird: - Wie real ist KI im Banking heute und wo lauert das Risiko zwischen Hype und Kontrollverlust? - Welche Rolle spielt Embedded Finance, wenn Banking im Hintergrund verschwindet, aber plötzlich überall ist? - Wie steht es wirklich um die Neo-Banken in Deutschland? Wer bleibt, wer dreht sich im Kreis und wer baut ein echtes Geschäftsmodell? Auch das Thema digitale Assets kommt nicht zu kurz: In einem Impuls geht es um Bitcoin-gestützte Kredite, Liquidität ohne Verkaufsdruck und die Integration solcher Modelle in Kernbanksysteme. Direkt danach werfen wir einen Blick auf Credit Scoring mit offenen Karten: wie fair, transparent und nachvollziehbar ist das ganze? Nach der Mittagspause nehmen wir Kurs auf die unterschätzten Spielfelder: - Trade Finance als instabiles Jenga-System – was braucht es für echte digitale Infrastruktur? - Private Debt als Tetris für Liquidität – wie stapeln Unternehmen heute strategisch Kapital? - Retail Investing und ETF-Sparpläne – sind wir am Höhepunkt angekommen oder fängt das Spiel erst an? Im Payment-Bereich stellen wir provokante Fragen: - Sind Instant Payments und Stablecoins die Zukunft oder unterschätzten wir Risiken für Infrastruktur und Vertrauen? - Und wer gewinnt die Wallet Wars? Apple, Google, Banken – oder Plattformen, die wir heute noch nicht auf dem Zettel haben? Und dann: die großen offenen Themen. - Open Finance – mit PSD2, FIDA und der Frage, wer sich wirklich öffnet. - Gen Z und Banking – mit einem klaren Blick darauf, was junge Zielgruppen heute wollen, fordern und ignorieren. Kurz gesagt: Die BEX 2025 ist kein Replay, sondern ein echtes Level-Up. [Zum kompletten Programm](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com) ## Save the Date: 16\. September 2025 Ja, es ist weniger Zeit. Aber nichts, was zählt, geht verloren. Wir finden, es braucht die Banking Exchange, weil Austausch wichtiger ist denn je. Und wir freuen uns, wenn ihr das genauso seht. Eure Teilnahme ist mehr als ein Ticket… sie ist ein Zeichen: Ein Zeichen, dass es dieses Event braucht. Gerade jetzt. Wir freuen uns auf einen intensiven, echten, mutigen Tag mit euch. **Ort: Frankfurt am Main** **Tickets & Details: [banking-exchange.de](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com)** Let’s play. BEX in the Game. [Jetzt Tickets sichern!](https://vivenu.com/event/banking-exchange-2025-bex-in-the-game-f3xg39?ref=paymentandbanking.com) ### Banking Exchange 2025 – ein Tag, der zählt URL: https://paymentandbanking.com/banking-exchange-2025-ein-tag-der-zaehlt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z ***Aus zwei wird eins: Die BEX 2025 findet in diesem Jahr kompakter statt, nur am 16\. September, aber mit vollem Fokus. Manchmal braucht es keinen zweiten Tag, sondern einen, der zählt.** Die Banking Exchange am 16\. September wird kompakter, konzentrierter, aber mit derselben Haltung: Wir schaffen Raum für echte Gespräche, strategische Impulse und eine Community, die Banking mitgestalten will. Und das alles an einem statt an zwei Tagen. ## Warum die Veränderung? Die wirtschaftliche Lage ist angespannt, und auch wir merken: Sponsoring-Entscheidungen fallen später oder vorsichtiger. Die Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Doch statt zu streichen, zu strecken oder ganz abzusagen, haben wir uns entschieden: Ein starker Tag ist besser als zwei halbe. Denn die Banking Exchange ist für viele ein fester Termin im Jahr – als Ort für Austausch, Perspektiven und ehrliches Netzwerken. Das soll auch 2025 so bleiben. Mit allem, was die BEX ausmacht: - Tiefe statt Taktung - Diskussion statt Dauerbeschallung - Gesichter, die bewegen – nicht nur vertreten Natürlich bleibt auch das Erlebnis nicht auf der Strecke. Am Konferenztag selbst erwartet euch ein geschärftes Programm, das klarer denn je aufzeigt, was in Banking, Fintech und Regulierung jetzt zählt und was bald Geschichte ist. Und abends? Wird gefeiert. Denn gute Gespräche enden selten um 17 Uhr. \[adrotate banner="55"\] ## Was euch erwartet Der Spielplan für den 16\. September steht und er ist randvoll mit Denkanstößen, Debatten und echten Aha-Momenten. Gleich morgens setzen wir ein Ausrufezeichen mit einer Keynote zur Frage, ob KI und ChatGPT künftig nicht nur Banken verändern, sondern auch Kund:innenverhalten, Beratung und User Interfaces grundlegend neu definieren. Direkt danach folgen Panels, die zeigen, wo Banking gerade neu geschrieben wird: - Wie real ist KI im Banking heute und wo lauert das Risiko zwischen Hype und Kontrollverlust? - Welche Rolle spielt Embedded Finance, wenn Banking im Hintergrund verschwindet, aber plötzlich überall ist? - Wie steht es wirklich um die Neo-Banken in Deutschland? Wer bleibt, wer dreht sich im Kreis und wer baut ein echtes Geschäftsmodell? Auch das Thema digitale Assets kommt nicht zu kurz: In einem Impuls geht es um Bitcoin-gestützte Kredite, Liquidität ohne Verkaufsdruck und die Integration solcher Modelle in Kernbanksysteme. Direkt danach werfen wir einen Blick auf Credit Scoring mit offenen Karten: wie fair, transparent und nachvollziehbar ist das ganze? Nach der Mittagspause nehmen wir Kurs auf die unterschätzten Spielfelder: - Trade Finance als instabiles Jenga-System – was braucht es für echte digitale Infrastruktur? - Private Debt als Tetris für Liquidität – wie stapeln Unternehmen heute strategisch Kapital? - Retail Investing und ETF-Sparpläne – sind wir am Höhepunkt angekommen oder fängt das Spiel erst an? Im Payment-Bereich stellen wir provokante Fragen: - Sind Instant Payments und Stablecoins die Zukunft oder unterschätzten wir Risiken für Infrastruktur und Vertrauen? - Und wer gewinnt die Wallet Wars? Apple, Google, Banken – oder Plattformen, die wir heute noch nicht auf dem Zettel haben? Und dann: die großen offenen Themen. - Open Finance – mit PSD2, FIDA und der Frage, wer sich wirklich öffnet. - Gen Z und Banking – mit einem klaren Blick darauf, was junge Zielgruppen heute wollen, fordern und ignorieren. Kurz gesagt: Die BEX 2025 ist kein Replay, sondern ein echtes Level-Up. [Zum kompletten Programm](https://www.banking-exchange.de/programm?ref=paymentandbanking.com) ## Save the Date: 16\. September 2025 Ja, es ist weniger Zeit. Aber nichts, was zählt, geht verloren. Wir finden, es braucht die Banking Exchange, weil Austausch wichtiger ist denn je. Und wir freuen uns, wenn ihr das genauso seht. Eure Teilnahme ist mehr als ein Ticket… sie ist ein Zeichen: Ein Zeichen, dass es dieses Event braucht. Gerade jetzt. Wir freuen uns auf einen intensiven, echten, mutigen Tag mit euch. **Ort: Frankfurt am Main** **Tickets & Details: [banking-exchange.de](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com)** Let’s play. BEX in the Game. [Jetzt Tickets sichern!](https://vivenu.com/event/banking-exchange-2025-bex-in-the-game-f3xg39?ref=paymentandbanking.com) ### Allunity: Gelingt die deutsche Antwort auf Circle und Tether? URL: https://paymentandbanking.com/allunity-gelingt-die-deutsche-antwort-auf-circle-und-tether-2/ Last updated: 2025-07-30T06:53:20.000Z *Bafin-Lizenz in der Tasche, prominente Köpfe an Bord, jetzt der nächste große Schritt: Allunity will in Kürze mit einem Euro-Stablecoin an den Start gehen. Entsteht ein Krypto-Champion?* Es war ein Paukenschlag für die Kryptowelt: Im Dezember 2023 verkündete unter anderem die DWS die Gründung von Allunity und damit den großen Einstieg in die Welt von Krypto und Stablecoins. Seither ist das Joint-Venture von DWS, Flow Traders und Galaxy Digital unter der Leitung von Alexander Höptner nicht nur extrem schnell gewachsen, sondern hat prominente Köpfe wie [Peter Großkopf ](https://www.dws.com/de-de/unser-profil/medien/medieninformationen/dws-flow-traders-und-galaxy-planen-die-gruendung-von-allunity/?ref=paymentandbanking.com)angeheuert (*Payment & Banking berichtete exklusiv*). Vor einigen Wochen nun hat Allunity eine E-Geld-Lizenzvon der Bafin erhalten, seit einigen Tagen gehört die Firma zum [Bankenverband](https://www.linkedin.com/posts/bundesverband-deutscher-banken%5Fwir-freuen-uns-allunity-als-neues-mitglied-activity-7349030765562589184-j-Ja?originalSubdomain=de&ref=paymentandbanking.com). Jetzt soll der ganz große Coup kommen: Der Allunity-Stablecoin mit dem Namen „EURAU” soll in Kürze in den Umlauf gehen. Mit dem Euro Stablecoin wäre Allunity der erste Emittent einer solchen Währung in Deutschland. Ist das der Beginn einer deutschen Krypto-Erfolgsgeschichte? ## **Nicht nur etwas für Krypto-Zocker** Stablecoins werden vor allem von Krypto-Begeisterten als Zahlungsmittel beim Kauf von Kryptowerten genutzt. Die virtuellen Währungen sind an den Preis von realen Währungen wie dem Euro oder dem Dollar gebunden und bieten deswegen mehr Stabilität als Kryptowährungen, deren Kurse oft stark schwanken. Sie sind sowas wie der Schmierstoff der Blockchain-Ökonomie, erklärt Co-Pierre Georg, Direktor des Frankfurt School Blockchain Center (FSBC). Das meiste Geschäft wird dabei mit Arbitragegeschäften gemacht, sagt Georg. Bei denen gleichen Trader Preisunterschiede von Kryptowährungen auf unterschiedlichen Plattformen mithilfe von Stablecoins über Käufe und Verkäufe aus und verdienen daran. Das ist nicht sexy, könnte sich aber bald ändern. Denn was Stablecoins für Finanzunternehmen wie DWS interessant machen, sind andere Einsatzgebiete. Deutschlands größter Fondsanbieter bietet seit einiger Zeit tokenisierte Wertpapiere an, die mit einer digitalen Währung, also einem Stablecoin, bezahlt werden. Wenn diese Art von Wertpapieren beliebter werden, könnte sich die Beteiligung an einer entsprechenden Währung für den Vermögensverwalter lohnen. Die DWS hat also ein Interesse, einen Stablecoin für sein eigenes Geschäft aufzubauen. Denn wer sie kontrolliert, kann entscheiden, welche Plattformen angebunden werden und verringert das Risiko, von einer anderen Währung abhängig zu sein. ## **Zielgruppe sind institutionelle Anleger** Statt mit einer direkten Vermarktung an Privatanleger richtet sich der Stablecoin von Allunity an institutionelle Marktteilnehmer, darunter Handelsplätze und Market Maker. Mit der Kryptohandelsplattform 21X steht bereits ein Partner fest. Laut Peter Großkopf solle das ein „Grundrauschen” erzeugen, also eine weite Verbreitung unter institutionellen Marktteilnehmern, die dem Stablecoin später zum Erfolg verhelfen soll. „So möchten wir möglichst schnell zu den späteren Massenanwendung zu kommen.” Zu solchen Anwendungen gehören beispielsweise E-Geld-Token: Mit diesen könnte man Geld zwischen zwei Haltern dieser Token austauschen und damit ein großes Problem von E-Geld lösen. Ebenfalls möglich wären Treuhandkonten für Händler mittels Smart Contracts, die Stablecoins genau dann freigeben, wenn die Ware geliefert wurde. ## **„Allunity hat eine gute Timeline“** Bis es soweit kommt, wird es aber noch Monate oder Jahre dauern. Für Allunity gibt es derweil ein anderes Problem: Die Konkurrenz ist groß. Stablecoins von Tether haben laut dem Krypto-Tracker Coingecko eine Marktkapitalisierung von[ 162 Milliarden Dollar](https://www.coingecko.com/de/munze/tether?ref=paymentandbanking.com) (Stand: 23.07.2025) bei einer Marktkapitalisierung von[ 269 Milliarden Dollar](https://www.coingecko.com/de/categories/stablecoins?ref=paymentandbanking.com) aller Stablecoins insgesamt. Gleichzeitig dominieren Dollars die Stablecoins als Basiswährung. Selbst mit einem unter Micar regulierten Euro-Stablecoin ist Allunity gar nicht allein. In Europa gibt es bereits seit einem Jahr einen Euro-Stablecoin von Circle. Der Coin mit dem Namen „EURC” hat seitdem eine Marktkapitalisierung von fast[ 211 Millionen Dollar](https://www.coingecko.com/de/munze/eurc?ref=paymentandbanking.com) erreicht. Ist diese Konkurrenz schlagbar? Professor Georg sieht eine realistische Chance für Allunity. Insbesondere die Micar-Lizenz gebe institutionellen Investoren Vertrauen und Sicherheit. „Wer zuerst ein ernsthaftes Projekt sauber aufsetzt, hat schon einen Vorteil”, sagt er. Circle und Allunity hätten hier die Nase vorne. Auch habe der Euro-Stablecoin von Circle keinen uneinholbaren Vorsprung, findet Georg. Dieser sei vielleicht sogar zu früh in den Markt gegangen. „Allunity hat eine gute Timeline”, sagt er. Gerade könne man vom Einstieg institutioneller Investoren profitieren. „Jetzt müssen sie beweisen, dass sie den Markt überzeugen können.” Für Großkopf ist das kein Problem. Noch dazu macht er sich keinen Stress. “Wir kommen zur richtigen Zeit in den Markt – auch um dazu beizutragen, ihn größer zu machen”, sagt er und legt nach. “Wir wollen der relevanteste Anbieter aus Europa werden.” Selbst wenn man mittelfristig nicht der größte wäre, seien die Chancen „gigantisch”. Deutschland darf also weiter von einem Krypto-Champion träumen. ### Allunity: Gelingt die deutsche Antwort auf Circle und Tether? URL: https://paymentandbanking.com/allunity-gelingt-die-deutsche-antwort-auf-circle-und-tether/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z *Bafin-Lizenz in der Tasche, prominente Köpfe an Bord, jetzt der nächste große Schritt: Allunity will in Kürze mit einem Euro-Stablecoin an den Start gehen. Entsteht ein Krypto-Champion?* Es war ein Paukenschlag für die Kryptowelt: Im Dezember 2023 verkündete unter anderem die DWS die Gründung von Allunity und damit den großen Einstieg in die Welt von Krypto und Stablecoins. Seither ist das Joint-Venture von DWS, Flow Traders und Galaxy Digital unter der Leitung von Alexander Höptner nicht nur extrem schnell gewachsen, sondern hat prominente Köpfe wie [Peter Großkopf ](https://www.dws.com/de-de/unser-profil/medien/medieninformationen/dws-flow-traders-und-galaxy-planen-die-gruendung-von-allunity/?ref=paymentandbanking.com)angeheuert (*Payment & Banking berichtete exklusiv*). Vor einigen Wochen nun hat Allunity eine E-Geld-Lizenzvon der Bafin erhalten, seit einigen Tagen gehört die Firma zum [Bankenverband](https://www.linkedin.com/posts/bundesverband-deutscher-banken%5Fwir-freuen-uns-allunity-als-neues-mitglied-activity-7349030765562589184-j-Ja?originalSubdomain=de&ref=paymentandbanking.com). Jetzt soll der ganz große Coup kommen: Der Allunity-Stablecoin mit dem Namen „EURAU” soll in Kürze in den Umlauf gehen. Mit dem Euro Stablecoin wäre Allunity der erste Emittent einer solchen Währung in Deutschland. Ist das der Beginn einer deutschen Krypto-Erfolgsgeschichte? ## **Nicht nur etwas für Krypto-Zocker** Stablecoins werden vor allem von Krypto-Begeisterten als Zahlungsmittel beim Kauf von Kryptowerten genutzt. Die virtuellen Währungen sind an den Preis von realen Währungen wie dem Euro oder dem Dollar gebunden und bieten deswegen mehr Stabilität als Kryptowährungen, deren Kurse oft stark schwanken. Sie sind sowas wie der Schmierstoff der Blockchain-Ökonomie, erklärt Co-Pierre Georg, Direktor des Frankfurt School Blockchain Center (FSBC). Das meiste Geschäft wird dabei mit Arbitragegeschäften gemacht, sagt Georg. Bei denen gleichen Trader Preisunterschiede von Kryptowährungen auf unterschiedlichen Plattformen mithilfe von Stablecoins über Käufe und Verkäufe aus und verdienen daran. Das ist nicht sexy, könnte sich aber bald ändern. Denn was Stablecoins für Finanzunternehmen wie DWS interessant machen, sind andere Einsatzgebiete. Deutschlands größter Fondsanbieter bietet seit einiger Zeit tokenisierte Wertpapiere an, die mit einer digitalen Währung, also einem Stablecoin, bezahlt werden. Wenn diese Art von Wertpapieren beliebter werden, könnte sich die Beteiligung an einer entsprechenden Währung für den Vermögensverwalter lohnen. Die DWS hat also ein Interesse, einen Stablecoin für sein eigenes Geschäft aufzubauen. Denn wer sie kontrolliert, kann entscheiden, welche Plattformen angebunden werden und verringert das Risiko, von einer anderen Währung abhängig zu sein. \[adrotate banner="55"\] ## **Zielgruppe sind institutionelle Anleger** Statt mit einer direkten Vermarktung an Privatanleger richtet sich der Stablecoin von Allunity an institutionelle Marktteilnehmer, darunter Handelsplätze und Market Maker. Mit der Kryptohandelsplattform 21X steht bereits ein Partner fest. Laut Peter Großkopf solle das ein „Grundrauschen” erzeugen, also eine weite Verbreitung unter institutionellen Marktteilnehmern, die dem Stablecoin später zum Erfolg verhelfen soll. „So möchten wir möglichst schnell zu den späteren Massenanwendung zu kommen.” Zu solchen Anwendungen gehören beispielsweise E-Geld-Token: Mit diesen könnte man Geld zwischen zwei Haltern dieser Token austauschen und damit ein großes Problem von E-Geld lösen. Ebenfalls möglich wären Treuhandkonten für Händler mittels Smart Contracts, die Stablecoins genau dann freigeben, wenn die Ware geliefert wurde. ## **„Allunity hat eine gute Timeline“** Bis es soweit kommt, wird es aber noch Monate oder Jahre dauern. Für Allunity gibt es derweil ein anderes Problem: Die Konkurrenz ist groß. Stablecoins von Tether haben laut dem Krypto-Tracker Coingecko eine Marktkapitalisierung von[ 162 Milliarden Dollar](https://www.coingecko.com/de/munze/tether?ref=paymentandbanking.com) (Stand: 23.07.2025) bei einer Marktkapitalisierung von[ 269 Milliarden Dollar](https://www.coingecko.com/de/categories/stablecoins?ref=paymentandbanking.com) aller Stablecoins insgesamt. Gleichzeitig dominieren Dollars die Stablecoins als Basiswährung. Selbst mit einem unter Micar regulierten Euro-Stablecoin ist Allunity gar nicht allein. In Europa gibt es bereits seit einem Jahr einen Euro-Stablecoin von Circle. Der Coin mit dem Namen „EURC” hat seitdem eine Marktkapitalisierung von fast[ 211 Millionen Dollar](https://www.coingecko.com/de/munze/eurc?ref=paymentandbanking.com) erreicht. Ist diese Konkurrenz schlagbar? Professor Georg sieht eine realistische Chance für Allunity. Insbesondere die Micar-Lizenz gebe institutionellen Investoren Vertrauen und Sicherheit. „Wer zuerst ein ernsthaftes Projekt sauber aufsetzt, hat schon einen Vorteil”, sagt er. Circle und Allunity hätten hier die Nase vorne. Auch habe der Euro-Stablecoin von Circle keinen uneinholbaren Vorsprung, findet Georg. Dieser sei vielleicht sogar zu früh in den Markt gegangen. „Allunity hat eine gute Timeline”, sagt er. Gerade könne man vom Einstieg institutioneller Investoren profitieren. „Jetzt müssen sie beweisen, dass sie den Markt überzeugen können.” Für Großkopf ist das kein Problem. Noch dazu macht er sich keinen Stress. “Wir kommen zur richtigen Zeit in den Markt – auch um dazu beizutragen, ihn größer zu machen”, sagt er und legt nach. “Wir wollen der relevanteste Anbieter aus Europa werden.” Selbst wenn man mittelfristig nicht der größte wäre, seien die Chancen „gigantisch”. Deutschland darf also weiter von einem Krypto-Champion träumen. ### Monetäre Macht: Der Masterplan hinter dem Genius Act URL: https://paymentandbanking.com/monetaere-macht-der-masterplan-hinter-dem-genius-act-2/ Last updated: 2026-05-12T00:01:57.000Z Mit dem Genius Act werden Stablecoins Teil der US-Finanzstrategie. Warum digitale Dollar zum geopolitischen Hebel werden und wer am Ende gewinnt. Die neue Folge von „Kettenbrief”. Mit der Unterzeichnung des Genius Act durch US-Präsident Donald Trump beginnt eine neue Ära für digitale Finanzinfrastruktur. Das Gesetz schafft erstmals einen klaren, föderalen Rahmen für USD-Stablecoins und gilt in der Kryptoindustrie als regulatorischer Meilenstein. Stablecoins, die einst als technologische Nische begannen, haben sich in wenigen Jahren zu einer tragenden Säule globaler Zahlungsströme, Tokenmärkte und Blockchain-basiertem „Lending” entwickelt. Gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern bieten sie Zugang zu Dollarliquidität, ermöglichen schnelle und günstige Transaktionen und dienen als Schutz vor lokaler Währungsinstabilität. Auch in der dezentralen Finanzwelt (DeFi) haben sie sich etabliert, nicht zuletzt als Basis für innovative Kredit- und Sparmodelle. Doch mit dem Genius Act verschieben sich nun die Spielregeln: Stablecoin-Emittenten müssen ihre Token künftig vollständig mit Bargeld oder kurzlaufenden US-Staatsanleihen hinterlegen, bei gleichzeitigem Verbot von Zinszahlungen an Endnutzer. Damit erhalten USD Stablecoins zwar regulatorische Legitimität, aber sogenannte „Yield Bearing Stablecoins“ (Ertrag tragende Stablecoins) verlieren einen wesentlichen Baustein ihrer bisherigen Attraktivität gegenüber beispielsweise MiCAR regulierten E-Money-Tokens: den Zugang zu Rendite. ## **Das „Mar-a-Lago-Abkommen“ in der Praxis** Beobachter sprechen bereits vom „Mar-a-Lago Accord“, ein inoffizieller Pakt, der die weltweite Nachfrage nach digitalen Dollar in einen Strom zinsloser Kapitalflüsse in Richtung US-Staatskasse umleitet. Sollte sich der USD-Stablecoin als Leitwährung durchsetzen, [was mangels Alternativen angesichts seiner wachsenden Nutzung in Schwellenländern wahrscheinlich ist](https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/kolumnen/maerkte-insight-unerwarteter-schub-fuer-den-dollar/100140519.html?ref=paymentandbanking.com), erfüllt sich Trumps strategisches Ziel: Zinszahlungen verlassen nicht mehr das Land. Denn wenn Stablecoins über US-Schulden gedeckt werden müssen, werden die USA sich darüber logischerweise refinanzieren. Ein Beispiel: Die USA brauchen 100 Einheiten an Geld, dann können sie diese 100 Einheiten über Staatsanleihen decken, Zinsen fließen an Investoren im Ausland. Wenn jetzt diese 100 Einheiten an Schulden zur Hälfte oder sogar vollständig durch Stablecoins indirekt gedeckt würden, dann fließen keine Zinsen mehr ins Ausland. Wenn die Nachfrage nach USD Stablecoins aus dem Ausland z.B. Afrika kommt, dann werden die Schulden zinslos durchs Ausland finanziert. Was allerdings nicht erreicht wird: Die USA zahlen weiterhin Zinsen auf ihre Staatsanleihen, sie fließen nur nicht mehr ins Ausland, sondern verbleiben bei US-Institutionen, die die Stablecoin-Reserven verwalten. Der Effekt ist eine elegante Umlenkung, keine Einsparung. ## **Gewinner und Verlierer** Zu den Gewinnern gehören die Emittenten großer Stablecoins und die US-Staatskasse. Eine steigende Nachfrage nach kurzlaufenden US-Staatsanleihen kann zu niedrigeren Zinsen führen. Wie [Ledger Insights berichtet](https://www.ledgerinsights.com/house-passes-genius-act-for-stablecoins-approves-crypto-market-infrastructure-bill/?ref=paymentandbanking.com), wurde die Zuständigkeit für Stablecoins von der Federal Reserve weitgehend entkoppelt und auf das Finanzministerium verlagert. Ein klarer Interessenskonflikt, denn das Finanzministerium ist gleichzeitig Hauptprofiteur der steigenden Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Verlierer sind vor allem DeFi-Nutzer, Sparer und globale Investoren, die bislang auf stabile und verzinste digitale Dollarprodukte gesetzt haben. Ihnen wird die Rendite entzogen, während sie weiterhin das Emittentenrisiko und die regulatorischen Unsicherheiten tragen. ## **Die neue Rolle des Dollars – und die alte Gefahr** Makroökonomisch könnte der Genius Act den globalen Einfluss des US-Dollars weiter zementieren. [Laut Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/kolumnen/maerkte-insight-unerwarteter-schub-fuer-den-dollar/100140519.html?ref=paymentandbanking.com) ist der Boom bei Stablecoins bereits heute ein bedeutender Treiber für die Nachfrage nach US-Staatsanleihen, mit wachsendem Einfluss auf den Währungsmarkt und die geopolitische Machtbalance. Doch es gibt auch Risiken. Sollte es zu einem Vertrauensverlust in einen großen Stablecoin kommen, könnte dies Schockwellen durch das Anleihe- und Kryptomarkt-System senden. Ein Bankrun kann bei MiCAR regulierten Stablecoins auch vorkommen, allerdings werden die Einlagen und Vermögenswerte dort “by design” breiter verteilt. Und: Die [Fed verliert zunehmend die Kontrolle über einen Teil des Geldsystems](https://www.ledgerinsights.com/house-passes-genius-act-for-stablecoins-approves-crypto-market-infrastructure-bill/?ref=paymentandbanking.com), das nicht mehr durch geldpolitische Instrumente beeinflussbar ist. ## **Fazit** Ein fundamentaler Kurswechsel findet statt: Stablecoins werden von einer technologischen Innovation zum verlängerten Arm der US-Schuldenpolitik. Der Genius Act ist kein Befreiungsschlag für DeFi, sondern ein Trojanisches Pferd der Finanzpolitik. Wie ich in einer [früheren Kolumne](https://paymentandbanking.com/usd-stablecoins-unter-druck-trumps-politik-gefaehrdet-stabilitaet/) bereits schrieb, wird der „Mar-a-Lago Accord” die globale Nachfrage nach US-Dollar verändern und wird damit auch zum Zünglein an der Waage für USD- Stablecoins. Wenn andere Länder und Jurisdiktionen der Verbreitung des digitalen Dollars nichts entgegensetzen können, wird ein teuflischer Plan aufgehen. Ob das ganze politisch genial oder ökonomisch brandgefährlich ist, lässt sich heute noch nicht klären. Jedenfalls beweisen die Amerikaner mal wieder, weshalb sie eine Nation mit Führungsanspruch sind. Möglicherweise sollten wir Europäer uns da eine Scheibe abschneiden. ### Monetäre Macht: Der Masterplan hinter dem Genius Act URL: https://paymentandbanking.com/monetaere-macht-der-masterplan-hinter-dem-genius-act/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z Mit dem Genius Act werden Stablecoins Teil der US-Finanzstrategie. Warum digitale Dollar zum geopolitischen Hebel werden und wer am Ende gewinnt. Die neue Folge von „Kettenbrief”. Mit der Unterzeichnung des Genius Act durch US-Präsident Donald Trump beginnt eine neue Ära für digitale Finanzinfrastruktur. Das Gesetz schafft erstmals einen klaren, föderalen Rahmen für USD-Stablecoins und gilt in der Kryptoindustrie als regulatorischer Meilenstein. Stablecoins, die einst als technologische Nische begannen, haben sich in wenigen Jahren zu einer tragenden Säule globaler Zahlungsströme, Tokenmärkte und Blockchain-basiertem „Lending” entwickelt. Gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern bieten sie Zugang zu Dollarliquidität, ermöglichen schnelle und günstige Transaktionen und dienen als Schutz vor lokaler Währungsinstabilität. Auch in der dezentralen Finanzwelt (DeFi) haben sie sich etabliert, nicht zuletzt als Basis für innovative Kredit- und Sparmodelle. Doch mit dem Genius Act verschieben sich nun die Spielregeln: Stablecoin-Emittenten müssen ihre Token künftig vollständig mit Bargeld oder kurzlaufenden US-Staatsanleihen hinterlegen, bei gleichzeitigem Verbot von Zinszahlungen an Endnutzer. Damit erhalten USD Stablecoins zwar regulatorische Legitimität, aber sogenannte „Yield Bearing Stablecoins“ (Ertrag tragende Stablecoins) verlieren einen wesentlichen Baustein ihrer bisherigen Attraktivität gegenüber beispielsweise MiCAR regulierten E-Money-Tokens: den Zugang zu Rendite. ## **Das „Mar-a-Lago-Abkommen“ in der Praxis** Beobachter sprechen bereits vom „Mar-a-Lago Accord“, ein inoffizieller Pakt, der die weltweite Nachfrage nach digitalen Dollar in einen Strom zinsloser Kapitalflüsse in Richtung US-Staatskasse umleitet. Sollte sich der USD-Stablecoin als Leitwährung durchsetzen, [was mangels Alternativen angesichts seiner wachsenden Nutzung in Schwellenländern wahrscheinlich ist](https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/kolumnen/maerkte-insight-unerwarteter-schub-fuer-den-dollar/100140519.html?ref=paymentandbanking.com), erfüllt sich Trumps strategisches Ziel: Zinszahlungen verlassen nicht mehr das Land. Denn wenn Stablecoins über US-Schulden gedeckt werden müssen, werden die USA sich darüber logischerweise refinanzieren. Ein Beispiel: Die USA brauchen 100 Einheiten an Geld, dann können sie diese 100 Einheiten über Staatsanleihen decken, Zinsen fließen an Investoren im Ausland. Wenn jetzt diese 100 Einheiten an Schulden zur Hälfte oder sogar vollständig durch Stablecoins indirekt gedeckt würden, dann fließen keine Zinsen mehr ins Ausland. Wenn die Nachfrage nach USD Stablecoins aus dem Ausland z.B. Afrika kommt, dann werden die Schulden zinslos durchs Ausland finanziert. Was allerdings nicht erreicht wird: Die USA zahlen weiterhin Zinsen auf ihre Staatsanleihen, sie fließen nur nicht mehr ins Ausland, sondern verbleiben bei US-Institutionen, die die Stablecoin-Reserven verwalten. Der Effekt ist eine elegante Umlenkung, keine Einsparung. \[adrotate banner="58"\] ## **Gewinner und Verlierer** Zu den Gewinnern gehören die Emittenten großer Stablecoins und die US-Staatskasse. Eine steigende Nachfrage nach kurzlaufenden US-Staatsanleihen kann zu niedrigeren Zinsen führen. Wie [Ledger Insights berichtet](https://www.ledgerinsights.com/house-passes-genius-act-for-stablecoins-approves-crypto-market-infrastructure-bill/?ref=paymentandbanking.com), wurde die Zuständigkeit für Stablecoins von der Federal Reserve weitgehend entkoppelt und auf das Finanzministerium verlagert. Ein klarer Interessenskonflikt, denn das Finanzministerium ist gleichzeitig Hauptprofiteur der steigenden Nachfrage nach US-Staatsanleihen. Verlierer sind vor allem DeFi-Nutzer, Sparer und globale Investoren, die bislang auf stabile und verzinste digitale Dollarprodukte gesetzt haben. Ihnen wird die Rendite entzogen, während sie weiterhin das Emittentenrisiko und die regulatorischen Unsicherheiten tragen. ## **Die neue Rolle des Dollars – und die alte Gefahr** Makroökonomisch könnte der Genius Act den globalen Einfluss des US-Dollars weiter zementieren. [Laut Handelsblatt](https://www.handelsblatt.com/finanzen/anlagestrategie/kolumnen/maerkte-insight-unerwarteter-schub-fuer-den-dollar/100140519.html?ref=paymentandbanking.com) ist der Boom bei Stablecoins bereits heute ein bedeutender Treiber für die Nachfrage nach US-Staatsanleihen, mit wachsendem Einfluss auf den Währungsmarkt und die geopolitische Machtbalance. Doch es gibt auch Risiken. Sollte es zu einem Vertrauensverlust in einen großen Stablecoin kommen, könnte dies Schockwellen durch das Anleihe- und Kryptomarkt-System senden. Ein Bankrun kann bei MiCAR regulierten Stablecoins auch vorkommen, allerdings werden die Einlagen und Vermögenswerte dort “by design” breiter verteilt. Und: Die [Fed verliert zunehmend die Kontrolle über einen Teil des Geldsystems](https://www.ledgerinsights.com/house-passes-genius-act-for-stablecoins-approves-crypto-market-infrastructure-bill/?ref=paymentandbanking.com), das nicht mehr durch geldpolitische Instrumente beeinflussbar ist. ## **Fazit** Ein fundamentaler Kurswechsel findet statt: Stablecoins werden von einer technologischen Innovation zum verlängerten Arm der US-Schuldenpolitik. Der Genius Act ist kein Befreiungsschlag für DeFi, sondern ein Trojanisches Pferd der Finanzpolitik. Wie ich in einer [früheren Kolumne](https://paymentandbanking.com/usd-stablecoins-unter-druck-trumps-politik-gefaehrdet-stabilitaet/) bereits schrieb, wird der „Mar-a-Lago Accord” die globale Nachfrage nach US-Dollar verändern und wird damit auch zum Zünglein an der Waage für USD- Stablecoins. Wenn andere Länder und Jurisdiktionen der Verbreitung des digitalen Dollars nichts entgegensetzen können, wird ein teuflischer Plan aufgehen. Ob das ganze politisch genial oder ökonomisch brandgefährlich ist, lässt sich heute noch nicht klären. Jedenfalls beweisen die Amerikaner mal wieder, weshalb sie eine Nation mit Führungsanspruch sind. Möglicherweise sollten wir Europäer uns da eine Scheibe abschneiden. ### „Private Markets dürfen kein Privileg für wenige bleiben“ URL: https://paymentandbanking.com/private-markets-duerfen-kein-privileg-fuer-wenige-bleiben-2/ Last updated: 2025-08-05T07:18:23.000Z Robin Binder ist CEO der gehypten App NAO. Mit ihr will Private Equity und Co. zugänglich machen für alle. Im Interview verrät er seine Geheimnisse. Vom klassischen Bankgeschäft über Family Offices bis hin zu Venture Capital: Robin Binder kennt die Finanzbranche von innen und wird darüber auch auf der kommenden [Banking Exchange](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com) in Frankfurt sprechen. Mit NAO will er den Zugang zu alternativen Investments für breite Bevölkerungsschichten öffnen. Im Interview spricht er über seinen Weg vom Banker zum Fintech-Gründer, was ihn am Private-Market-System nervt und warum die Rente von morgen auf mehr als nur gesetzliche Sicherheiten setzen sollte. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Robin, Gründer und CEO von NAO. In dieser Rolle baue ich gerade gemeinsam mit meinem Team die führende mobile Plattform für Private und Alternative Market Investments auf. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** 95 Euro und viel Plastik. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Eigentlich ganz klassisch: Mein erster richtiger Job war ein duales Studium bei einer Bank. Dort bin ich gelandet, da mein Dad ebenfalls einige Jahre bei einer Bank gearbeitet hat und meinte: Das sei ein solider Start. Nach zwei Praktika sah ich das auch so. Danach war ich als Relationship Manager im Corporate Banking tätig, habe im Anschluss eine Position als Managing Director in einem Family Office inne gehabt und vor gut drei Jahren gründete ich mit NAO schließlich meine eigene Firma. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich möchte die Art und Weise, wie Menschen investieren können, grundlegend verändern und jedem die gleichen Chancen bei der Geldanlage bieten. Mein Fokus liegt dabei auf dem Zugang zu Private Markets. Selbst im Jahr 2025 sind diese Anlageklassen immer noch extrem elitär. Mit NAO möchte ich Menschen dabei helfen, den gleichen Zugang zu erhalten und das unabhängig vom Vermögen. Denn die „1 Prozent“ machen es vor: Man kann sein Renditepotenzial erhöhen und gleichzeitig das Risiko reduzieren, aber nur, wenn man den richtigen Zugang hat. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich finde, die traditionelle Finanzbranche ist immer noch zu sehr auf sich selbst und zu wenig auf die Nutzer:innen konzentriert. Eine komplett andere Perspektive, bei der jede:r Einzelne im Fokus steht und das Erlebnis von Payment und Banking grundlegend verändert wird, ist für mich klar eine Revolution. Das klappt aber nur im Schulterschluss mit etablierten Playern. Gemeinsam ist man stärker und kann wirklich etwas verändern. ## **Wenn Du Finanzminister:in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Aufgrund des maroden Rentensystems ist es längst überfällig, private Investitionen in Finanzinstrumente zu subventionieren. Dann können auch die Menschen von der Wertsteigerung profitieren, die sonst nicht so viel investieren könnten. Zusätzlich würde ich mich stark für finanzielle Bildung einsetzen, denn ohne geht es nicht! Aber leider scheint sich bei der Initiative Finanzielle Bildung nichts mehr weiterzubewegen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich mache super gerne Sport, vor allem gehe ich sehr oft joggen. Dazu stehen häufig Gym oder Schwimmen auf dem Programm. Ansonsten liebe ich es, zu kochen und Leute einzuladen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Apple Pay. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** DKB, Moss, TradeRepublic. ### „Private Markets dürfen kein Privileg für wenige bleiben“ URL: https://paymentandbanking.com/private-markets-duerfen-kein-privileg-fuer-wenige-bleiben/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z Robin Binder ist CEO der gehypten App NAO. Mit ihr will Private Equity und Co. zugänglich machen für alle. Im Interview verrät er seine Geheimnisse. Vom klassischen Bankgeschäft über Family Offices bis hin zu Venture Capital: Robin Binder kennt die Finanzbranche von innen und wird darüber auch auf der kommenden [Banking Exchange](https://www.banking-exchange.de/?ref=paymentandbanking.com) in Frankfurt sprechen. Mit NAO will er den Zugang zu alternativen Investments für breite Bevölkerungsschichten öffnen. Im Interview spricht er über seinen Weg vom Banker zum Fintech-Gründer, was ihn am Private-Market-System nervt und warum die Rente von morgen auf mehr als nur gesetzliche Sicherheiten setzen sollte. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Robin, Gründer und CEO von NAO. In dieser Rolle baue ich gerade gemeinsam mit meinem Team die führende mobile Plattform für Private und Alternative Market Investments auf. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** 95 Euro und viel Plastik. ## **Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet?** Eigentlich ganz klassisch: Mein erster richtiger Job war ein duales Studium bei einer Bank. Dort bin ich gelandet, da mein Dad ebenfalls einige Jahre bei einer Bank gearbeitet hat und meinte: Das sei ein solider Start. Nach zwei Praktika sah ich das auch so. Danach war ich als Relationship Manager im Corporate Banking tätig, habe im Anschluss eine Position als Managing Director in einem Family Office inne gehabt und vor gut drei Jahren gründete ich mit NAO schließlich meine eigene Firma. \[adrotate banner="55"\] ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich möchte die Art und Weise, wie Menschen investieren können, grundlegend verändern und jedem die gleichen Chancen bei der Geldanlage bieten. Mein Fokus liegt dabei auf dem Zugang zu Private Markets. Selbst im Jahr 2025 sind diese Anlageklassen immer noch extrem elitär. Mit NAO möchte ich Menschen dabei helfen, den gleichen Zugang zu erhalten und das unabhängig vom Vermögen. Denn die „1 Prozent“ machen es vor: Man kann sein Renditepotenzial erhöhen und gleichzeitig das Risiko reduzieren, aber nur, wenn man den richtigen Zugang hat. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Ich finde, die traditionelle Finanzbranche ist immer noch zu sehr auf sich selbst und zu wenig auf die Nutzer:innen konzentriert. Eine komplett andere Perspektive, bei der jede:r Einzelne im Fokus steht und das Erlebnis von Payment und Banking grundlegend verändert wird, ist für mich klar eine Revolution. Das klappt aber nur im Schulterschluss mit etablierten Playern. Gemeinsam ist man stärker und kann wirklich etwas verändern. ## **Wenn Du Finanzminister:in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Aufgrund des maroden Rentensystems ist es längst überfällig, private Investitionen in Finanzinstrumente zu subventionieren. Dann können auch die Menschen von der Wertsteigerung profitieren, die sonst nicht so viel investieren könnten. Zusätzlich würde ich mich stark für finanzielle Bildung einsetzen, denn ohne geht es nicht! Aber leider scheint sich bei der Initiative Finanzielle Bildung nichts mehr weiterzubewegen. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich mache super gerne Sport, vor allem gehe ich sehr oft joggen. Dazu stehen häufig Gym oder Schwimmen auf dem Programm. Ansonsten liebe ich es, zu kochen und Leute einzuladen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Apple Pay. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** DKB, Moss, TradeRepublic. ### PSD3 und PSR: Einordnung der neuen EU-Vorgaben für Zahlungsdienste URL: https://paymentandbanking.com/psd3-und-psr-einordnung-der-neuen-eu-vorgaben-fuer-zahlungsdienste-2/ Last updated: 2025-07-23T06:08:53.000Z Neue Ziele, neue Struktur, neue Dynamik – in der Auftaktfolge unserer Serie zur PSD3/PSR erklärt Anwalt Peter Frey, was sich ändert. Die EU krempelt das Zahlungsverkehrsrecht um. Mit der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD3 und der begleitenden Zahlungsdiensteverordnung PSR verfolgt die Kommission ambitionierte Ziele: weniger Betrug, mehr Verbraucherschutz, eine Stärkung von Open Finance und vor allem eine echte Harmonisierung des europäischen Markts. In der ersten Folge der neuen Reihe „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Peter Frey, Partner bei Annerton und Experte für Finanzmarktrecht, über die Hintergründe und Auswirkungen des Reformpakets. Besonders im Fokus: Warum aus einer Richtlinie nun zwei Rechtsakte wurden und was das für die Praxis bedeutet. ## **Richtlinie plus Verordnung – was steckt dahinter?** Statt wie bisher nur auf eine Richtlinie zu setzen, geht die EU mit PSD3 und PSR nun zweigleisig vor. Die PSD3 bleibt Richtlinie und muss wie gewohnt in nationales Recht umgesetzt werden. Die PSR hingegen ist eine Verordnung und gilt direkt in allen Mitgliedstaaten. Damit entfällt der nationale Umsetzungsspielraum. Das ist ein klarer Schritt in Richtung einheitlicher Rechtsrahmen. ## **Was sich für Deutschland ändert** Gerade in Deutschland wird die Umstellung tiefgreifende Folgen haben: Viele Regelungen des ZAG und zivilrechtliche Vorschriften aus dem BGB – etwa zur starken Kundenauthentifizierung oder zu Zahlungsdienstverträgen – werden durch die unmittelbar geltende PSR ersetzt. Das ZAG wird deutlich verschlankt, die §§ 675c ff. BGB verlieren in vielen Fällen ihre Bedeutung. ## **Einheitlicher Markt statt Theorie** Ein zentrales Ziel der Reform ist ein funktionierender Binnenmarkt für Zahlungsdienste. Bislang scheiterten grenzüberschreitende Geschäftsmodelle oft an nationalen Besonderheiten. Künftig sollen Zahlungsdienstleister dank klarer, einheitlicher Regeln einfacher EU-weit agieren können. Das ist ein echter Fortschritt für den Wettbewerb. ## **Ausblick: Was noch kommt** In den nächsten Folgen der Podcastreihe geht es um zentrale Detailfragen: – Wer fällt unter PSD3 und PSR? – Welche Ausnahmen gelten? – Wie verhalten sich PSD3 und MiCAR zueinander? – Was ändert sich bei der Haftung und dem Betrugsschutz? ### PSD3 und PSR: Einordnung der neuen EU-Vorgaben für Zahlungsdienste URL: https://paymentandbanking.com/psd3-und-psr-einordnung-der-neuen-eu-vorgaben-fuer-zahlungsdienste/ Last updated: 2025-08-05T08:55:21.000Z Neue Ziele, neue Struktur, neue Dynamik – in der Auftaktfolge unserer Serie zur PSD3/PSR erklärt Anwalt Peter Frey, was sich ändert. Die EU krempelt das Zahlungsverkehrsrecht um. Mit der neuen Zahlungsdiensterichtlinie PSD3 und der begleitenden Zahlungsdiensteverordnung PSR verfolgt die Kommission ambitionierte Ziele: weniger Betrug, mehr Verbraucherschutz, eine Stärkung von Open Finance und vor allem eine echte Harmonisierung des europäischen Markts. In der ersten Folge der neuen Reihe „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht Dana Wondra mit Peter Frey, Partner bei Annerton und Experte für Finanzmarktrecht, über die Hintergründe und Auswirkungen des Reformpakets. Besonders im Fokus: Warum aus einer Richtlinie nun zwei Rechtsakte wurden und was das für die Praxis bedeutet. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/733-psd3-und-psr-einordnung-der-neuen-eu-vorgaben-f-r-zahlungsdienste"\] ## **Richtlinie plus Verordnung – was steckt dahinter?** Statt wie bisher nur auf eine Richtlinie zu setzen, geht die EU mit PSD3 und PSR nun zweigleisig vor. Die PSD3 bleibt Richtlinie und muss wie gewohnt in nationales Recht umgesetzt werden. Die PSR hingegen ist eine Verordnung und gilt direkt in allen Mitgliedstaaten. Damit entfällt der nationale Umsetzungsspielraum. Das ist ein klarer Schritt in Richtung einheitlicher Rechtsrahmen. ## **Was sich für Deutschland ändert** Gerade in Deutschland wird die Umstellung tiefgreifende Folgen haben: Viele Regelungen des ZAG und zivilrechtliche Vorschriften aus dem BGB – etwa zur starken Kundenauthentifizierung oder zu Zahlungsdienstverträgen – werden durch die unmittelbar geltende PSR ersetzt. Das ZAG wird deutlich verschlankt, die §§ 675c ff. BGB verlieren in vielen Fällen ihre Bedeutung. ## **Einheitlicher Markt statt Theorie** Ein zentrales Ziel der Reform ist ein funktionierender Binnenmarkt für Zahlungsdienste. Bislang scheiterten grenzüberschreitende Geschäftsmodelle oft an nationalen Besonderheiten. Künftig sollen Zahlungsdienstleister dank klarer, einheitlicher Regeln einfacher EU-weit agieren können. Das ist ein echter Fortschritt für den Wettbewerb. ## **Ausblick: Was noch kommt** In den nächsten Folgen der Podcastreihe geht es um zentrale Detailfragen: – Wer fällt unter PSD3 und PSR? – Welche Ausnahmen gelten? – Wie verhalten sich PSD3 und MiCAR zueinander? – Was ändert sich bei der Haftung und dem Betrugsschutz? ### Wann sich Trikotsponsoring für Fintechs lohnen kann URL: https://paymentandbanking.com/wann-sich-trikotsponsoring-fuer-fintechs-lohnen-kann-2/ Last updated: 2025-07-22T06:23:20.000Z *Markenexperte Colin Fernando erklärt im PAB-Interview, warum Raisins neue Triktowerberkampagne mit Union Berlin funktionieren kann – und woran es scheitern könnte.* Volkwagen oder SAP prangen auf der Brust der Bundesliga-Athleten – und ab diesem Sommer auch Raisin (früher Weltsparen). Das Fintech wird Trikotsponsor von Union Berlin. Einen ähnlichen Schritt ging jüngst auch die Kryptobörse Bitpanda, die den Schweizer Top-Club FC Basel als Partner gewann. So ein Sponsoring wirft allerdings auch Fragen auf. Denn es gibt hierzulande wahrscheinlich keine teurere Werbefläche. Zwar gaben Raisin und Union nicht bekannt, wie viel die Firma sich den Deal kosten lässt. In der vergangenen Saison zahlte aber Unions alter Sponsor Paramount Berichten zufolge sechs Millionen Euro. Sollte Raisins Deal in ähnlicher Höhe liegen, wäre das viel Geld für eine Firma, die gerade erst in die Gewinnzone gekommen ist. Wann aber ist ein Trikotwerbedeal eine gute Idee? Welche Firmen profitieren davon und welche nicht? Fünf Fragen an den Markenexperten Colin Fernando von dem Beratungsunternehmen Brandtrust, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt und den Markt beobachtet. ## **Herr Fernando, Trikotwerbung im Spitzenfußball ist sehr teuer. Kann sich das überhaupt lohnen?** Das kommt auf den Einzelfall an. Aber grundsätzlich kann eine Firma davon profitieren. Es gibt drei Gründe, aus denen Unternehmen ein Trikotsponsoring starten: Sie wollen bekannt bleiben, bekannt werden oder sich repositionieren. All das kann gelingen, wenn man es richtig macht. ## **Und welcher dieser drei Gründe spielt bei Raisin die Hauptrolle?** Das ist meiner Meinung nach eine Mischung aus dem zweiten und dem dritten. Raisin will als Marke bekannt werden, bisher kennen Kunden ja vor allem Weltsparen als Marke. Das soll sich nun ändern, es ist also auch eine Repositionierung. ## **Schwer vorstellbar, dass nach einem Union-Berlin-Spiel dann plötzlich Fans die Raisin-Seite stürmen…** Aber genauso ist es. Wir können sehr gut nachweisen, dass nach Spieltagen mehr Kunden Kontakt mit den Sponsoren aufnehmen, die Wirkung ist da. Wichtig ist, sich als Unternehmen darauf vorzubereiten und zum Beispiel eine Landing Page zu kreieren, die die Fußballfans direkt anspricht. Aufmerksamkeit ist schön und gut, aber ich will die Neugierigen schließlich zu Kunden machen. ## **Also sollte doch jedes Unternehmen um die Plätze auf der Brust der Fußballer buhlen, wenn dieser Effekt garantiert ist, oder?** Das würde ich einschränken. Fußball erreicht ein sehr großes Publikum, die breite Masse. Wenn ein Unternehmen eine breite Zielgruppe hat – wie zum Beispiel Raisin – dann ergibt das Sinn. Wer aber eine spitze Zielgruppe hat, der sollte auch versuchen, sein Geld effektiver einzusetzen und zielgerichteter zu sponsern. Das sieht man zum Beispiel beim Online-Möbelhändler Westwing, der sich als Premiummarke etablieren will und deswegen im Tennissport als Sponsor aktiv ist. ## **Kann so ein Sponsoring denn auch nach hinten losgehen?** Zunächst muss Unternehmen klar sein, dass Trikotsponsoring eine ein schneller Weg zu mehr Bekanntheit sein kann. Es ist aber kein nachhaltiger Markenaufbau. Heißt: Wenn die neu gewonnene Aufmerksamkeit nicht schnell konvertiert wird, ist das Budget verschenkt. Darüber hinaus rückt ein Sponsoringengagement das eigene Unternehmen in das Rampenlicht. Fragen zu Geschäftspraktiken sind dabei keine Seltenheit. Vonovia und der VfL Bochum sind ein Beispiel. Hier wurde in Social Media Postings dem Unternehmen abgesprochen, seiner gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber Mieterinnen und Mietern nachzukommen. Aber auch das Engagement staatlicher Sponsoren wie Ruanda (unter anderem FC Bayern München, Arsenal) und Katar (Bayern München, Paris St-Germain) stand aufgrund menschenrechtlicher Themen in der öffentlichen Kritik. ## **Vielen Dank für das Gespräch.** **Zur Person:** Colin Fernando ist Partner bei der Unternehmensberatung Brand Trust und beschäftigt sich dort unter anderem mit Sportmarketing. Als Dozent zu den Themen Brand Management und strategische Markenführung lehrt er an der HSLU Hochschule Luzern und an der Quadriga Hochschule Berlin. ### Wann sich Trikotsponsoring für Fintechs lohnen kann URL: https://paymentandbanking.com/wann-sich-trikotsponsoring-fuer-fintechs-lohnen-kann/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z *Markenexperte Colin Fernando erklärt im PAB-Interview, warum Raisins neue Triktowerberkampagne mit Union Berlin funktionieren kann – und woran es scheitern könnte.* Volkwagen oder SAP prangen auf der Brust der Bundesliga-Athleten – und ab diesem Sommer auch Raisin (früher Weltsparen). Das Fintech wird Trikotsponsor von Union Berlin. Einen ähnlichen Schritt ging jüngst auch die Kryptobörse Bitpanda, die den Schweizer Top-Club FC Basel als Partner gewann. So ein Sponsoring wirft allerdings auch Fragen auf. Denn es gibt hierzulande wahrscheinlich keine teurere Werbefläche. Zwar gaben Raisin und Union nicht bekannt, wie viel die Firma sich den Deal kosten lässt. In der vergangenen Saison zahlte aber Unions alter Sponsor Paramount Berichten zufolge sechs Millionen Euro. Sollte Raisins Deal in ähnlicher Höhe liegen, wäre das viel Geld für eine Firma, die gerade erst in die Gewinnzone gekommen ist. Wann aber ist ein Trikotwerbedeal eine gute Idee? Welche Firmen profitieren davon und welche nicht? Fünf Fragen an den Markenexperten Colin Fernando von dem Beratungsunternehmen Brandtrust, der sich seit Jahren mit dem Thema beschäftigt und den Markt beobachtet. ## **Herr Fernando, Trikotwerbung im Spitzenfußball ist sehr teuer. Kann sich das überhaupt lohnen?** Das kommt auf den Einzelfall an. Aber grundsätzlich kann eine Firma davon profitieren. Es gibt drei Gründe, aus denen Unternehmen ein Trikotsponsoring starten: Sie wollen bekannt bleiben, bekannt werden oder sich repositionieren. All das kann gelingen, wenn man es richtig macht. ## **Und welcher dieser drei Gründe spielt bei Raisin die Hauptrolle?** Das ist meiner Meinung nach eine Mischung aus dem zweiten und dem dritten. Raisin will als Marke bekannt werden, bisher kennen Kunden ja vor allem Weltsparen als Marke. Das soll sich nun ändern, es ist also auch eine Repositionierung. ## **Schwer vorstellbar, dass nach einem Union-Berlin-Spiel dann plötzlich Fans die Raisin-Seite stürmen…** Aber genauso ist es. Wir können sehr gut nachweisen, dass nach Spieltagen mehr Kunden Kontakt mit den Sponsoren aufnehmen, die Wirkung ist da. Wichtig ist, sich als Unternehmen darauf vorzubereiten und zum Beispiel eine Landing Page zu kreieren, die die Fußballfans direkt anspricht. Aufmerksamkeit ist schön und gut, aber ich will die Neugierigen schließlich zu Kunden machen. ## **Also sollte doch jedes Unternehmen um die Plätze auf der Brust der Fußballer buhlen, wenn dieser Effekt garantiert ist, oder?** Das würde ich einschränken. Fußball erreicht ein sehr großes Publikum, die breite Masse. Wenn ein Unternehmen eine breite Zielgruppe hat – wie zum Beispiel Raisin – dann ergibt das Sinn. Wer aber eine spitze Zielgruppe hat, der sollte auch versuchen, sein Geld effektiver einzusetzen und zielgerichteter zu sponsern. Das sieht man zum Beispiel beim Online-Möbelhändler Westwing, der sich als Premiummarke etablieren will und deswegen im Tennissport als Sponsor aktiv ist. \[adrotate banner="58"\] ## **Kann so ein Sponsoring denn auch nach hinten losgehen?** Zunächst muss Unternehmen klar sein, dass Trikotsponsoring eine ein schneller Weg zu mehr Bekanntheit sein kann. Es ist aber kein nachhaltiger Markenaufbau. Heißt: Wenn die neu gewonnene Aufmerksamkeit nicht schnell konvertiert wird, ist das Budget verschenkt. Darüber hinaus rückt ein Sponsoringengagement das eigene Unternehmen in das Rampenlicht. Fragen zu Geschäftspraktiken sind dabei keine Seltenheit. Vonovia und der VfL Bochum sind ein Beispiel. Hier wurde in Social Media Postings dem Unternehmen abgesprochen, seiner gesellschaftlichen Verantwortung gegenüber Mieterinnen und Mietern nachzukommen. Aber auch das Engagement staatlicher Sponsoren wie Ruanda (unter anderem FC Bayern München, Arsenal) und Katar (Bayern München, Paris St-Germain) stand aufgrund menschenrechtlicher Themen in der öffentlichen Kritik. ## **Vielen Dank für das Gespräch.** **Zur Person:** Colin Fernando ist Partner bei der Unternehmensberatung Brand Trust und beschäftigt sich dort unter anderem mit Sportmarketing. Als Dozent zu den Themen Brand Management und strategische Markenführung lehrt er an der HSLU Hochschule Luzern und an der Quadriga Hochschule Berlin. ### Darum ist Docutain mehr als eine Scanner-App URL: https://paymentandbanking.com/darum-ist-docutain-mehr-als-eine-scanner-app-2/ Last updated: 2026-05-12T00:01:59.000Z *Viele Dokumente sind digitalisiert, aber selten sind die Dateien sortiert. Wie die Firma Infosoft das ändern will, erklärt Marketingmanagerin Sarah Karbach in der neuesten „3×3=10”-Episode. Spoiler: Auch Bankapps spielen dabei eine Rolle.* In einer Welt, in der Rechnungen, Verträge und Kontoauszüge digitalisiert, aber selten wirklich organisiert sind, braucht es irgendeine kluge Lösung. Könnte das womöglich die Anwendung Docutain sein? In der neuen Folge unseres Podcasts „3×3=10“ sprechen wir mit Sarah Karbach, Marketingmanagerin bei der dafür verantwortlichen Firma Infosoft über die Idee der Lösung – und warum sie mehr als nur eine Scanner-App ist. Zwar begann bei Infosoft alles mit der einfachen Idee, Dokumente schnell per Smartphone zu digitalisieren. Doch längst hat sich die Anwendung zu einem vollwertigen Dokumentenmanagementsystem (DMS) entwickelt, inklusive strukturierter Ablage, OCR-Texterkennung, Schlagwortvergabe und intuitiver Suche. ## **Intuitiv für Privatpersonen – durchdacht für Unternehmen** Gerade Privatpersonen sollen von der Lösung profitieren, ohne sich mit überkomplexen Systemen herumschlagen zu müssen. Genau darin sieht Sarah Karbach auch ihr wichtigstes Verkaufsargument: „Viele der etablierten Systeme sind für den privaten Gebrauch viel zu überladen – wir gestalten es einfach und intuitiv.“ Über Kooperationen mit Multibanking-Apps wie Outbank oder StarMoney ist es zudem möglich, eine gescannte Rechnung direkt aus der Docutain-App heraus zur Zahlung anzuweisen. Anders als viele Wettbewerber speichert Docutain alle Daten ausschließlich lokal auf dem Gerät der Nutzer:innen. Keine Cloud, keine Server, keine Auslesemöglichkeit von außen. „Das ist uns eine echte Herzensangelegenheit“, betont Karbach im Podcast. Gerade in Bereichen mit sensiblen Dokumenten wie Gesundheit oder Finanzen sei dies wichtig. ## **Synergien der Docutain App für Firmenkunden in Form des Docutain SDK** Künftig will Docutain auch im Firmenkundenbereich wachsen. Das Marktpotenzial für das Docutain SDK (Scanne, Texterkennen und Extrahieren von Daten) sei weltweit riesig, so Karbach, Immerhin wäre so ein Angebotfür alle Unternehmen interessant, die ihre Prozesse durch digitale Dokumentenverwaltung optimieren möchten. Das sei bei der Transport- und Logistikbranche, Versicherern, im Banken- und Finanzsektor, im Gesundheitswesen, Softwareanbietern und weiteren der Fall. Mit dem jüngsten Produktzweig im SDK-Geschäft, dem [Docutain Photo Payment SDK](https://sdk.docutain.com/fotoueberweisung?src=4800609&ref=paymentandbanking.com), ermöglicht Docutain auch die Integration einer fertigen Fotoüberweisungsfunktion für Banking-App Anbieter. Ihren Vorteil sieht Karbach wieder beim Datenschutz. Im Gegensatz zum Anbieter Gini findet die Datenerkennung bei Docutain ausschließlich lokal auf dem Gerät statt. Es sind keine externen Server angebunden, wie es beim Konkurrenten der Fall ist. Die Überzeugung: Auf einer Rechnung sind viele sensible Daten enthalten, die Rückschlüsse auf Vorlieben, Krankheitsbilder und Ähnliches erlauben. Diese Informationen spielen für den Prozess der Fotoüberweisung aber keine Rolle, denn gebraucht werden IBAN, Betrag, Verwendungszweck und Empfänger. 🎧 Jetzt die neue Folge mit Sarah Karbach reinhören. ### Darum ist Docutain mehr als eine Scanner-App URL: https://paymentandbanking.com/darum-ist-docutain-mehr-als-eine-scanner-app/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z *Viele Dokumente sind digitalisiert, aber selten sind die Dateien sortiert. Wie die Firma Infosoft das ändern will, erklärt Marketingmanagerin Sarah Karbach in der neuesten „3x3=10”-Episode. Spoiler: Auch Bankapps spielen dabei eine Rolle.* In einer Welt, in der Rechnungen, Verträge und Kontoauszüge digitalisiert, aber selten wirklich organisiert sind, braucht es irgendeine kluge Lösung. Könnte das womöglich die Anwendung Docutain sein? In der neuen Folge unseres Podcasts „3x3=10“ sprechen wir mit Sarah Karbach, Marketingmanagerin bei der dafür verantwortlichen Firma Infosoft über die Idee der Lösung – und warum sie mehr als nur eine Scanner-App ist. Zwar begann bei Infosoft alles mit der einfachen Idee, Dokumente schnell per Smartphone zu digitalisieren. Doch längst hat sich die Anwendung zu einem vollwertigen Dokumentenmanagementsystem (DMS) entwickelt, inklusive strukturierter Ablage, OCR-Texterkennung, Schlagwortvergabe und intuitiver Suche. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/732-darum-ist-docutain-mehr-als-eine-scanner-app"\] ## **Intuitiv für Privatpersonen – durchdacht für Unternehmen** Gerade Privatpersonen sollen von der Lösung profitieren, ohne sich mit überkomplexen Systemen herumschlagen zu müssen. Genau darin sieht Sarah Karbach auch ihr wichtigstes Verkaufsargument: „Viele der etablierten Systeme sind für den privaten Gebrauch viel zu überladen – wir gestalten es einfach und intuitiv." Über Kooperationen mit Multibanking-Apps wie Outbank oder StarMoney ist es zudem möglich, eine gescannte Rechnung direkt aus der Docutain-App heraus zur Zahlung anzuweisen. Anders als viele Wettbewerber speichert Docutain alle Daten ausschließlich lokal auf dem Gerät der Nutzer:innen. Keine Cloud, keine Server, keine Auslesemöglichkeit von außen. „Das ist uns eine echte Herzensangelegenheit“, betont Karbach im Podcast. Gerade in Bereichen mit sensiblen Dokumenten wie Gesundheit oder Finanzen sei dies wichtig. ## **Synergien der Docutain App für Firmenkunden in Form des Docutain SDK** Künftig will Docutain auch im Firmenkundenbereich wachsen. Das Marktpotenzial für das Docutain SDK (Scanne, Texterkennen und Extrahieren von Daten) sei weltweit riesig, so Karbach, Immerhin wäre so ein Angebotfür alle Unternehmen interessant, die ihre Prozesse durch digitale Dokumentenverwaltung optimieren möchten. Das sei bei der Transport- und Logistikbranche, Versicherern, im Banken- und Finanzsektor, im Gesundheitswesen, Softwareanbietern und weiteren der Fall. Mit dem jüngsten Produktzweig im SDK-Geschäft, dem [Docutain Photo Payment SDK](https://sdk.docutain.com/fotoueberweisung?src=4800609&ref=paymentandbanking.com), ermöglicht Docutain auch die Integration einer fertigen Fotoüberweisungsfunktion für Banking-App Anbieter. Ihren Vorteil sieht Karbach wieder beim Datenschutz. Im Gegensatz zum Anbieter Gini findet die Datenerkennung bei Docutain ausschließlich lokal auf dem Gerät statt. Es sind keine externen Server angebunden, wie es beim Konkurrenten der Fall ist. Die Überzeugung: Auf einer Rechnung sind viele sensible Daten enthalten, die Rückschlüsse auf Vorlieben, Krankheitsbilder und Ähnliches erlauben. Diese Informationen spielen für den Prozess der Fotoüberweisung aber keine Rolle, denn gebraucht werden IBAN, Betrag, Verwendungszweck und Empfänger. 🎧 Jetzt die neue Folge mit Sarah Karbach reinhören. ### So will Taxdoo die Steuerberatung im E-Commerce automatisieren URL: https://paymentandbanking.com/taxdoo-so-will-ein-ehemaliger-finanzbeamter-die-steuerberatung-im-e-commerce-automatisieren-2/ Last updated: 2025-07-18T05:34:29.000Z **Roger Gothmann möchte Händler:innen im E-Commerce dabei unterstützen, ihre Umsatzsteuer abzuwickeln. In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht der Gründer von „Taxdoo”, wie er die Steuerberatung revolutionieren will.** Mit der Bezeichnung „Taxfluencer” kann Roger Gothmann nicht so wirklich etwas anfangen, aber im Gespräch mit André M. Bajorat im Fintech Podcast kann er nicht von der Hand weisen, dass er sich gerade mit dem Thema Steuern ein Publikum aufgebaut hat. In seinem Newsletter „Skin in the Game“ informiert er über die neuesten Innovationen und führt es wie ein Tagebuch über seinen Alltag als Gründer des Steuer-Fintech Taxdoo. Roger war früher Finanzbeamter, bis ihm die Decke auf den Kopf fiel. Im anschließenden Studium an der Uni Hamburg entwickelte er mit seinen Mitgründern Christian und Matthias die Idee für eine Lösung, die E-Commerce-Händler:innen bei der Abwicklung ihrer Umsatzsteuer unterstützt. Möglich wurde der Start des 2015 gegründeten Unternehmens durch das EXIST-Gründerstipendium, das die Entwicklung der ersten Version finanzierte. Heute hilft Taxdoo sowohl kleinen Shops als auch größeren Plattformanbietern, ihre steuerlichen Pflichten effizient zu erfüllen. Die Software analysiert Transaktionen, erkennt Steuerpflichten und erstellt die passenden Reports. Ziel ist es, Fehler zu vermeiden und manuelle Prozesse zu reduzieren – gerade bei grenzüberschreitendem Handel, der durch EU-Vorgaben zunehmend komplex wird. ## **KI, Plattformdenken und Partnerschaft mit Kanzleien** Im Gespräch mit André M. Bajorat betont Roger, dass sich der Markt für Steuerberatung stark verändern wird. Mehr Automatisierung, weniger Einzelfallbearbeitung – und langfristig eine stärkere Zentralisierung rund um skalierbare Plattformen. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie kann Muster erkennen, Rückfragen reduzieren und Kanzleien bei der Bearbeitung entlasten. Taxdoo arbeitet deshalb eng mit Steuerberater:innen zusammen – nicht als Konkurrenz, sondern als technologische Ergänzung. So können Kanzleien effizienter arbeiten und gleichzeitig ihre Mandant:innen besser betreuen. Für viele Probleme sei weiterhin eine echte Beratung nötig. ## **Jetzt reinhören!** Wie Roger vom Finanzbeamten zum Gründer wurde, warum KI die Branche verändert und wieso Taxdoo auf Partnerschaften statt Konkurrenz setzt – erfährst du in der aktuellen Folge des Payment & Banking Fintech Podcasts: ### So will Taxdoo die Steuerberatung im E-Commerce automatisieren URL: https://paymentandbanking.com/taxdoo-so-will-ein-ehemaliger-finanzbeamter-die-steuerberatung-im-e-commerce-automatisieren/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z **Roger Gothmann möchte Händler:innen im E-Commerce dabei unterstützen, ihre Umsatzsteuer abzuwickeln. In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht der Gründer von „Taxdoo”, wie er die Steuerberatung revolutionieren will.** Mit der Bezeichnung „Taxfluencer” kann Roger Gothmann nicht so wirklich etwas anfangen, aber im Gespräch mit André M. Bajorat im Fintech Podcast kann er nicht von der Hand weisen, dass er sich gerade mit dem Thema Steuern ein Publikum aufgebaut hat. In seinem Newsletter "Skin in the Game" informiert er über die neuesten Innovationen und führt es wie ein Tagebuch über seinen Alltag als Gründer des Steuer-Fintech Taxdoo. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/731-so-will-taxdoo-die-steuerberatung-im-e-commerce-automatisieren"\] Roger war früher Finanzbeamter, bis ihm die Decke auf den Kopf fiel. Im anschließenden Studium an der Uni Hamburg entwickelte er mit seinen Mitgründern Christian und Matthias die Idee für eine Lösung, die E-Commerce-Händler:innen bei der Abwicklung ihrer Umsatzsteuer unterstützt. Möglich wurde der Start des 2015 gegründeten Unternehmens durch das EXIST-Gründerstipendium, das die Entwicklung der ersten Version finanzierte. Heute hilft Taxdoo sowohl kleinen Shops als auch größeren Plattformanbietern, ihre steuerlichen Pflichten effizient zu erfüllen. Die Software analysiert Transaktionen, erkennt Steuerpflichten und erstellt die passenden Reports. Ziel ist es, Fehler zu vermeiden und manuelle Prozesse zu reduzieren – gerade bei grenzüberschreitendem Handel, der durch EU-Vorgaben zunehmend komplex wird. ## **KI, Plattformdenken und Partnerschaft mit Kanzleien** Im Gespräch mit André M. Bajorat betont Roger, dass sich der Markt für Steuerberatung stark verändern wird. Mehr Automatisierung, weniger Einzelfallbearbeitung – und langfristig eine stärkere Zentralisierung rund um skalierbare Plattformen. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle: Sie kann Muster erkennen, Rückfragen reduzieren und Kanzleien bei der Bearbeitung entlasten. Taxdoo arbeitet deshalb eng mit Steuerberater:innen zusammen – nicht als Konkurrenz, sondern als technologische Ergänzung. So können Kanzleien effizienter arbeiten und gleichzeitig ihre Mandant:innen besser betreuen. Für viele Probleme sei weiterhin eine echte Beratung nötig. ## **Jetzt reinhören!** Wie Roger vom Finanzbeamten zum Gründer wurde, warum KI die Branche verändert und wieso Taxdoo auf Partnerschaften statt Konkurrenz setzt – erfährst du in der aktuellen Folge des Payment & Banking Fintech Podcasts: ### „Innovationsturbo KI – drückt auch mal auf Pause!“ URL: https://paymentandbanking.com/innovationsturbo-ki-drueckt-auch-mal-auf-pause-2/ Last updated: 2025-07-17T05:55:45.000Z *Bei all den rasanten Fortschritten mit KI sollte man sich auch mal eine Auszeit gönnen und sich auf das Menschsein konzentrieren. Das muss kein Widerspruch zum Fortschritt sein.* Während[ ich](https://www.linkedin.com/in/nicolabreyer/?ref=paymentandbanking.com) mich immer tiefer in wirkliche KI Lösungen einfummle, versuche ich zu verstehen, wie KI Agenten auf Daten zugreifen, wie die aussehen müssen, wo und wie sie sich ihre Regeln zu ihrem Agieren abholen, wer für die KI haftet und welche wirklich wertgenerierenden Lösungen wir bauen können, ist ein großer Teil der Welt noch ganz weit weg von dieser Realität. Zunächst einmal ist es verständlich, das manche Menschen dem Thema nichts abgewinnen können, weil KI im Alltag vieler noch keine Rolle spielt: Während sich Menschen wie ich damit beschäftigen, was heute alles schon technisch möglich und wie das realisierbar ist, beschäftigen sich andere mit den Problemen veralteter Computer und MS Office Installationen. Haben wir schlechtes Internet. Leben wir noch in der Zeit, wo „digital“ heißt, auf dem PC Formulare zu verarbeiten. Auch wenn ein Copilot heute in vielen Unternehmen Meetings transkribiert, zusammenfasst und Aufgaben zuweisen und nachhalten kann, so wird nur eine kleine Anzahl an Menschen Funktionen wie diese bereits nutzen (hat jemand Zahlen? Her damit!). Eines sollte uns also klar sein: Wir leben in einer Bubble. Und wie bei allen großen Fortschrittsbewegungen gibt es auch Menschen, die berechtigte Ängste haben; Menschen, die sich bereits mit mobilen Dienstleistungen überfordert fühlen oder einen Wissensnachteil haben. Außerdem gibt es noch andere, für die meisten viel verständlichere Probleme – vor allem im Finanzsektor: Der Fachkräftemangel macht sich hier bemerkbar, etwa bei fehlenden Entwicklerinnen und Entwicklern, die Kenntnissen über die mittlerweile 60 Jahre alten Finanzprogrammiersprache COBOL haben. Gleichzeitig streichen Unternehmen massiv Stellen, aber nicht aufgrund von Automatisierung. Sind wir da also mit unserer Realität schon viel zu weit vorgeprescht? ## **Wir brauchen mehr Menschlichkeit** Die Schlagzahl erhöht sich weiterhin enorm, während der Mensch die Aufgaben erfüllt, für die er weiterhin relevant bleibt. Natürlich: Wir benötigen mehr digitale Bildung, wir müssen Menschen mitnehmen, konstruktive Dialoge führen, Sorgen verstehen, Ängste beschwichtigen und ernst nehmen, aber auch überlegen, wen man mitnehmen kann, wenn man den Fortschritt möchte, und wen eben nicht. Wenn euch, wie mir, da auch manchmal schwindelig wird. Wenn schon wieder die nächste KI Innovation gelauncht wird, nachdem ihr euch gerade mit bestimmten Tools oder Prompts angefreundet hattet. Wenn ihr vor lauter Optimierung, schneller Content-Erstellung, und Konsum von mehr und immer mehr Information auch manchmal glaubt, euer Gehirn explodiert. Dann ist es vielleicht an der Zeit, mal wieder mehr „Mensch“ zu sein. Zu hören, zu fühlen, tiefe Gespräche zu führen, ehrlich in sich selbst hineinzuhören, bewusst zu überlegen wer man ist (auch wenn immer mehr Menschen sich in lebensverändernden Situationen von ChatGPT beraten lassen oder Avatare von sich erstellen), auf Wasser oder Berge zu schauen, Menschen anzurufen und sie ehrlich zu fragen wie es ihnen geht, laut Musik zu hören, zu lachen und mal leichtsinnig und albern zu sein. Denn es ist das „Menschsein“, die Fähigkeit, andere Menschen zusammen zu bringen, in guten und schlechten Zeiten, sie zu motivieren, mitzunehmen, sich mit ihnen zu beschäftigen, wirkliches Interesse zu haben, und die immer komplexere Welt für sie in Kontext zu bringen, was uns in einer datengetriebenen KI-Welt relevant hält. ## **Sommerpause fürs System** Und das ist nicht nur hilfreich, um die Möglichkeiten und Fortschritte für sich selbst zu sortieren, sondern sollte von uns aus der Bubble auch mal mit in den Alltag mitgenommen werden. Und das muss durchaus nicht heißen, von der Entwicklung abgehängt zu werden. Der US-Professor Scott Galloway hat in einem seiner [Newsletter](https://www.profgmarkets.com/p/3-human-skills-that-make-you-irreplaceable-in-an-ai-world?ref=paymentandbanking.com) auf den Punkt gebracht, was seiner Ansicht nach dauerhaft gefragte menschliche Fähigkeiten im Zeitalter von KI sind: Neugier, Kontextualisierung, Konnektivität. Also: mehr Menschlichkeit! Gerade auf diese Eigenschaften kann man sich im Urlaub gut zurückbesinnen. Mit unterschiedlichen Menschen, alt und jung, mit diversen Blickwinkeln und vielleicht auch einfach mal mit einem Durchatmen allein, ganz für euch. Vielleicht können wir uns bald durch unseren eigenen KI-Agenten während des Urlaubs vertreten lassen. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Bis dahin hilft es, auch einfach mal auf Pause zu drücken und den Zug der Entwicklung zumindest für eine kurze Zeit an einem vorbeiziehen zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer, liebe Community, mit weniger Zeit an Bildschirmen und mehr Erlebnisse im Sein. Wenn wir uns im Herbst wiedersehen kommen auch wieder die mahnenden Aufrufe and CXOs, Politik, Regulatoren etc. – aber bis dahin: Lasst uns Menschen sein, bei aller Innovations- und Technikbegeisterung. ### „Innovationsturbo KI – drückt auch mal auf Pause!“ URL: https://paymentandbanking.com/innovationsturbo-ki-drueckt-auch-mal-auf-pause/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z *Bei all den rasanten Fortschritten mit KI sollte man sich auch mal eine Auszeit gönnen und sich auf das Menschsein konzentrieren. Das muss kein Widerspruch zum Fortschritt sein.* Während[ ich](https://www.linkedin.com/in/nicolabreyer/?ref=paymentandbanking.com) mich immer tiefer in wirkliche KI Lösungen einfummle, versuche ich zu verstehen, wie KI Agenten auf Daten zugreifen, wie die aussehen müssen, wo und wie sie sich ihre Regeln zu ihrem Agieren abholen, wer für die KI haftet und welche wirklich wertgenerierenden Lösungen wir bauen können, ist ein großer Teil der Welt noch ganz weit weg von dieser Realität. Zunächst einmal ist es verständlich, das manche Menschen dem Thema nichts abgewinnen können, weil KI im Alltag vieler noch keine Rolle spielt: Während sich Menschen wie ich damit beschäftigen, was heute alles schon technisch möglich und wie das realisierbar ist, beschäftigen sich andere mit den Problemen veralteter Computer und MS Office Installationen. Haben wir schlechtes Internet. Leben wir noch in der Zeit, wo „digital" heißt, auf dem PC Formulare zu verarbeiten. Auch wenn ein Copilot heute in vielen Unternehmen Meetings transkribiert, zusammenfasst und Aufgaben zuweisen und nachhalten kann, so wird nur eine kleine Anzahl an Menschen Funktionen wie diese bereits nutzen (hat jemand Zahlen? Her damit!). Eines sollte uns also klar sein: Wir leben in einer Bubble. Und wie bei allen großen Fortschrittsbewegungen gibt es auch Menschen, die berechtigte Ängste haben; Menschen, die sich bereits mit mobilen Dienstleistungen überfordert fühlen oder einen Wissensnachteil haben. Außerdem gibt es noch andere, für die meisten viel verständlichere Probleme – vor allem im Finanzsektor: Der Fachkräftemangel macht sich hier bemerkbar, etwa bei fehlenden Entwicklerinnen und Entwicklern, die Kenntnissen über die mittlerweile 60 Jahre alten Finanzprogrammiersprache COBOL haben. Gleichzeitig streichen Unternehmen massiv Stellen, aber nicht aufgrund von Automatisierung. Sind wir da also mit unserer Realität schon viel zu weit vorgeprescht? \[adrotate banner="56"\] ## **Wir brauchen mehr Menschlichkeit** Die Schlagzahl erhöht sich weiterhin enorm, während der Mensch die Aufgaben erfüllt, für die er weiterhin relevant bleibt. Natürlich: Wir benötigen mehr digitale Bildung, wir müssen Menschen mitnehmen, konstruktive Dialoge führen, Sorgen verstehen, Ängste beschwichtigen und ernst nehmen, aber auch überlegen, wen man mitnehmen kann, wenn man den Fortschritt möchte, und wen eben nicht. Wenn euch, wie mir, da auch manchmal schwindelig wird. Wenn schon wieder die nächste KI Innovation gelauncht wird, nachdem ihr euch gerade mit bestimmten Tools oder Prompts angefreundet hattet. Wenn ihr vor lauter Optimierung, schneller Content-Erstellung, und Konsum von mehr und immer mehr Information auch manchmal glaubt, euer Gehirn explodiert. Dann ist es vielleicht an der Zeit, mal wieder mehr „Mensch“ zu sein. Zu hören, zu fühlen, tiefe Gespräche zu führen, ehrlich in sich selbst hineinzuhören, bewusst zu überlegen wer man ist (auch wenn immer mehr Menschen sich in lebensverändernden Situationen von ChatGPT beraten lassen oder Avatare von sich erstellen), auf Wasser oder Berge zu schauen, Menschen anzurufen und sie ehrlich zu fragen wie es ihnen geht, laut Musik zu hören, zu lachen und mal leichtsinnig und albern zu sein. Denn es ist das „Menschsein“, die Fähigkeit, andere Menschen zusammen zu bringen, in guten und schlechten Zeiten, sie zu motivieren, mitzunehmen, sich mit ihnen zu beschäftigen, wirkliches Interesse zu haben, und die immer komplexere Welt für sie in Kontext zu bringen, was uns in einer datengetriebenen KI-Welt relevant hält. ## **Sommerpause fürs System** Und das ist nicht nur hilfreich, um die Möglichkeiten und Fortschritte für sich selbst zu sortieren, sondern sollte von uns aus der Bubble auch mal mit in den Alltag mitgenommen werden. Und das muss durchaus nicht heißen, von der Entwicklung abgehängt zu werden. Der US-Professor Scott Galloway hat in einem seiner [Newsletter](https://www.profgmarkets.com/p/3-human-skills-that-make-you-irreplaceable-in-an-ai-world?ref=paymentandbanking.com) auf den Punkt gebracht, was seiner Ansicht nach dauerhaft gefragte menschliche Fähigkeiten im Zeitalter von KI sind: Neugier, Kontextualisierung, Konnektivität. Also: mehr Menschlichkeit! Gerade auf diese Eigenschaften kann man sich im Urlaub gut zurückbesinnen. Mit unterschiedlichen Menschen, alt und jung, mit diversen Blickwinkeln und vielleicht auch einfach mal mit einem Durchatmen allein, ganz für euch. Vielleicht können wir uns bald durch unseren eigenen KI-Agenten während des Urlaubs vertreten lassen. Ganz so weit sind wir aber noch nicht. Bis dahin hilft es, auch einfach mal auf Pause zu drücken und den Zug der Entwicklung zumindest für eine kurze Zeit an einem vorbeiziehen zu lassen. In diesem Sinne wünsche ich euch einen wunderbaren Sommer, liebe Community, mit weniger Zeit an Bildschirmen und mehr Erlebnisse im Sein. Wenn wir uns im Herbst wiedersehen kommen auch wieder die mahnenden Aufrufe and CXOs, Politik, Regulatoren etc. – aber bis dahin: Lasst uns Menschen sein, bei aller Innovations- und Technikbegeisterung. ### Vivid Money und Adyen starten Auszahlungen auf Speed URL: https://paymentandbanking.com/vivid-money-und-adyen-starten-auszahlungen-auf-speed-2/ Last updated: 2025-07-16T11:23:36.000Z ***Unternehmenskunden von Vivid Money in ganz Europa sollen sich nun Kartenumsätze sofort auszahlen lassen können. Dahinter steckt die neue Strategie des Fintechs, europaweit kleine Firmenkunden für sich zu gewinnen.*** Unternehmen müssen oft tagelang warten, bis Kartenumsätze auf ihrem Konto landen. Das kann gerade bei kleinen Firmen für Liquiditätslücken sorgen. Dem Problem haben sich bereits einige Neobanken in der Vergangenheit mit Angeboten für schnelle Auszahlungsabwicklungen angenommen. Nur „schnell“ ist immer noch relativ. Einige Anbieter wie Qonto und Revolut sind zahlen frühestens nach einigen Stunden aus. Vivid Money will nun noch schneller sein. Innerhalb von Sekunden sollen Kunden ihr Geld erhalten, wie *Payment & Banking* exklusiv vorab erfuhr. Damit ist das Berliner Fintech laut eigener Aussage die erste Neobank mit einer solchen Funktion. Um das zu ermöglichen, hat man sich mit dem Zahlungsabwickler Adyen zusammengetan. Die Funktion soll ab sofort freigeschaltet sein. ## **Preisschlacht um schnelle Auszahlungen** Möglich wird das mit dem Angebot „Adyen for Platforms” des niederländischen Zahlungsdienstleisters. Dessen Prozesse wurden in die Oberfläche von Vivid Money integriert, sodass Kunden, wenn sie die Geschäftsbedingungen von Adyen annehmen, Umsätze aus Zahlungen direkt auf ihr Konto abrufen können. Dafür will Adyen auf der von Vivid betriebenen Plattform verschiedene Zahlungsfunktionen zur Verfügung stellen. Etwa sollen Umsätze über Zahlungslinks auf Rechnung oder über Links per E-Mail oder Nachrichten eingezogen werden können. Außerdem seien auch Zahlungen möglich, die über Adyen-fähige Plugins wie Wix getätigt werden, informieren die beiden Fintechs. Vivid bietet das Feature in allen Preismodellen an – auch in den kostenlosen Tarifen. Die Funktion selbst ist dagegen nicht kostenlos. Je nachdem, welchen Tarif die Vivid-Kunden haben, kostet die Blitzauszahlung zwischen 0,29 und 0,39 Prozent der Transaktionssumme. Andere Anbieter verlangten laut Vivid deutlich höhere Gebühren und zahlten nicht so schnell aus. Revolut beispielsweise überweist laut eigenen Angaben[ in 24 Stunden](https://www.revolut.com/de-DE/business/affiliates-accept-payments/?ref=paymentandbanking.com) und verlangt dafür eine [Gebühr ab 0,8 Prozent plus 2 Cent pro Zahlung vor Ort](https://www.revolut.com/de-DE/business/accept-payments-pricing/?ref=paymentandbanking.com). Bei Online-Zahlungen kostet das ganze 1 Prozent plus 20 Cent für inländische Karten. Auch bei Qonto können Unternehmen Zahlungslinks erstellen und damit Umsätze einziehen. Das kostet sie [1,5 Prozent plus 25 Cent bei inländischen Privatkund:innen](https://support-de.qonto.com/hc/de/articles/32613895529745-Wie-funktionieren-Zahlungslinks-bei-Qonto?ref=paymentandbanking.com) und dauert laut Angebot in der Regel vier Tage. Außerhalb von Deutschland bietet [Stripe mit Instant Payouts](https://docs.stripe.com/payouts/instant-payouts?locale=de-DE&ref=paymentandbanking.com) Zugriff auf Kartenumsätze innerhalb von 30 Minuten an und verlangt dafür eine Gebühr zwischen 1 und 1,5 Prozent. ## **So möchte Vivid bei Firmenkunden punkten** Das neue Vivid-Angebot ist Teil einer Offensive der Neobank, Firmenkunden anzusprechen. Im März diesen Jahres hatte Vivid angekündigt, sich künftig auf das Geschäft mit Firmenkunden zu konzentrieren, da man mit Konkurrenten wie N26 und Revolut offenbar nicht mithalten konnte. Nun möchte man in Europa mehr Firmenkunden als B2B-Plattform für sich begeistern und hat nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres bereits mehr als 50.000 kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) für sich gewinnen können. Über die Veränderungen in seinem Unternehmen hat Gründer Alexander Emeshev vor kurzem im [Payment & Banking-Podcast](https://paymentandbanking.com/wie-alexander-emeshev-sein-unternehmen-zur-b2b-plattform-machen-will/) mit Kevin Hackel gesprochen. Außerdem sicherte sich die Plattform noch im Mai eine Krypto-Lizenz unter der Micar-Regulierung und erweiterte das bis dahin auf Spanien und Italien beschränkte Krypto-Geschäft auf weitere EU-Märkte wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Firmenkunden können zudem auf einem Ertragskonto durch Staking wöchentliche Ausschüttungen generieren. Daneben hat Vivid im vergangenen Jahr auch weitere auf KMU zugeschnittene Funktionen eingeführt, wie ein Tool für Geschäftsreisen, Investmentprogramme für Unternehmen und Firmenkredite. ### Vivid Money und Adyen starten Auszahlungen auf Speed URL: https://paymentandbanking.com/vivid-money-und-adyen-starten-auszahlungen-auf-speed/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z ***Unternehmenskunden von Vivid Money in ganz Europa sollen sich nun Kartenumsätze sofort auszahlen lassen können. Dahinter steckt die neue Strategie des Fintechs, europaweit kleine Firmenkunden für sich zu gewinnen.*** Unternehmen müssen oft tagelang warten, bis Kartenumsätze auf ihrem Konto landen. Das kann gerade bei kleinen Firmen für Liquiditätslücken sorgen. Dem Problem haben sich bereits einige Neobanken in der Vergangenheit mit Angeboten für schnelle Auszahlungsabwicklungen angenommen. Nur „schnell“ ist immer noch relativ. Einige Anbieter wie Qonto und Revolut sind zahlen frühestens nach einigen Stunden aus. Vivid Money will nun noch schneller sein. Innerhalb von Sekunden sollen Kunden ihr Geld erhalten, wie *Payment & Banking* exklusiv vorab erfuhr. Damit ist das Berliner Fintech laut eigener Aussage die erste Neobank mit einer solchen Funktion. Um das zu ermöglichen, hat man sich mit dem Zahlungsabwickler Adyen zusammengetan. Die Funktion soll ab sofort freigeschaltet sein. ## **Preisschlacht um schnelle Auszahlungen** Möglich wird das mit dem Angebot „Adyen for Platforms” des niederländischen Zahlungsdienstleisters. Dessen Prozesse wurden in die Oberfläche von Vivid Money integriert, sodass Kunden, wenn sie die Geschäftsbedingungen von Adyen annehmen, Umsätze aus Zahlungen direkt auf ihr Konto abrufen können. Dafür will Adyen auf der von Vivid betriebenen Plattform verschiedene Zahlungsfunktionen zur Verfügung stellen. Etwa sollen Umsätze über Zahlungslinks auf Rechnung oder über Links per E-Mail oder Nachrichten eingezogen werden können. Außerdem seien auch Zahlungen möglich, die über Adyen-fähige Plugins wie Wix getätigt werden, informieren die beiden Fintechs. Vivid bietet das Feature in allen Preismodellen an – auch in den kostenlosen Tarifen. Die Funktion selbst ist dagegen nicht kostenlos. Je nachdem, welchen Tarif die Vivid-Kunden haben, kostet die Blitzauszahlung zwischen 0,29 und 0,39 Prozent der Transaktionssumme. Andere Anbieter verlangten laut Vivid deutlich höhere Gebühren und zahlten nicht so schnell aus. Revolut beispielsweise überweist laut eigenen Angaben[ in 24 Stunden](https://www.revolut.com/de-DE/business/affiliates-accept-payments/?ref=paymentandbanking.com) und verlangt dafür eine [Gebühr ab 0,8 Prozent plus 2 Cent pro Zahlung vor Ort](https://www.revolut.com/de-DE/business/accept-payments-pricing/?ref=paymentandbanking.com). Bei Online-Zahlungen kostet das ganze 1 Prozent plus 20 Cent für inländische Karten. Auch bei Qonto können Unternehmen Zahlungslinks erstellen und damit Umsätze einziehen. Das kostet sie [1,5 Prozent plus 25 Cent bei inländischen Privatkund:innen](https://support-de.qonto.com/hc/de/articles/32613895529745-Wie-funktionieren-Zahlungslinks-bei-Qonto?ref=paymentandbanking.com) und dauert laut Angebot in der Regel vier Tage. Außerhalb von Deutschland bietet [Stripe mit Instant Payouts](https://docs.stripe.com/payouts/instant-payouts?locale=de-DE&ref=paymentandbanking.com) Zugriff auf Kartenumsätze innerhalb von 30 Minuten an und verlangt dafür eine Gebühr zwischen 1 und 1,5 Prozent. \[adrotate banner="58"\] ## **So möchte Vivid bei Firmenkunden punkten** Das neue Vivid-Angebot ist Teil einer Offensive der Neobank, Firmenkunden anzusprechen. Im März diesen Jahres hatte Vivid angekündigt, sich künftig auf das Geschäft mit Firmenkunden zu konzentrieren, da man mit Konkurrenten wie N26 und Revolut offenbar nicht mithalten konnte. Nun möchte man in Europa mehr Firmenkunden als B2B-Plattform für sich begeistern und hat nach eigenen Angaben innerhalb eines Jahres bereits mehr als 50.000 kleine und mittelgroße Unternehmen (KMU) für sich gewinnen können. Über die Veränderungen in seinem Unternehmen hat Gründer Alexander Emeshev vor kurzem im [Payment & Banking-Podcast](https://paymentandbanking.com/wie-alexander-emeshev-sein-unternehmen-zur-b2b-plattform-machen-will/) mit Kevin Hackel gesprochen. Außerdem sicherte sich die Plattform noch im Mai eine Krypto-Lizenz unter der Micar-Regulierung und erweiterte das bis dahin auf Spanien und Italien beschränkte Krypto-Geschäft auf weitere EU-Märkte wie Deutschland, Frankreich und die Niederlande. Firmenkunden können zudem auf einem Ertragskonto durch Staking wöchentliche Ausschüttungen generieren. Daneben hat Vivid im vergangenen Jahr auch weitere auf KMU zugeschnittene Funktionen eingeführt, wie ein Tool für Geschäftsreisen, Investmentprogramme für Unternehmen und Firmenkredite. ### Auf dem Prüfstand: Wie DORA das Resilienz-Testing neu definiert URL: https://paymentandbanking.com/auf-dem-pruefstand-wie-dora-das-resilienz-testing-neu-definiert-2/ Last updated: 2025-07-16T06:36:29.000Z **Unter DORA sind regelmäßige Sicherheitsprüfungen kein Nice-to-have, sondern Pflicht. In der letzten Folge unserer DORA-Reihe erklärt Fachanwältin für IT-Recht Josefine Spengler, was genau getestet werden muss – und warum sich der Aufwand und ein strategisches Vorgehen dabei lohnen.** Sicher ist nur, was geprüft wird – und das regelmäßig, realitätsnah und risikoorientiert. Die letzte Folge der sechsteiligen DORA-Serie von *Alles Legal – Fintech-Recht kompakt* widmet sich einem der zentralen Elemente des Gesetzes: die Pflicht zu testen, wie robust digitale Prozesse bei Ausfällen oder Angriffen bleiben. Die Anforderungen an Finanzunternehmen sind dabei hoch. Im Gespräch mit [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) erklärt [Josefine Spengler](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) von Annerton, welche Testverfahren DORA konkret verlangt. Während grundlegende (Basis-)Testprogramme für alle Finanzunternehmen verpflichtend sind, unterliegen systemrelevante Unternehmen zusätzlichen Anforderungen: Sie müssen sogenannte Threat-Led Penetration Tests (TLPT) durchführen. Dabei handelt es sich um simulierte Cyber-Angriffe, die auf realistischen Bedrohungen basieren und gezielt die operative Belastbarkeit der jeweiligen Systeme überprüfen. Auch kleinere Unternehmen sind nicht von der Testpflicht ausgenommen: Zwar gelten für Kleinstunternehmen und kleine Institute vereinfachte Regeln, ein risikobasierter Testansatz bleibt dennoch Pflicht. DORA fordert damit nicht bloß Nachweise für die Aufsicht, sondern zielt auf eine tiefere Verankerung von Testing als Teil der unternehmerischen Risikokultur. Warum genau das ein strategischer Hebel für mehr Sicherheit ist, was bei internen Prüfer:innen beachtet werden muss und wie die BaFin über die Pflicht zu erweiterten Tests entscheidet, erfährst du in dieser kompakten Podcastfolge. **[Alle P&B-Podcast findet ihr hier..](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/)** ### Auf dem Prüfstand: Wie DORA das Resilienz-Testing neu definiert URL: https://paymentandbanking.com/auf-dem-pruefstand-wie-dora-das-resilienz-testing-neu-definiert/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z **Unter DORA sind regelmäßige Sicherheitsprüfungen kein Nice-to-have, sondern Pflicht. In der letzten Folge unserer DORA-Reihe erklärt Fachanwältin für IT-Recht Josefine Spengler, was genau getestet werden muss – und warum sich der Aufwand und ein strategisches Vorgehen dabei lohnen.** \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/730-auf-dem-pr-fstand-wie-dora-das-resilienz-testing-neu-definiert"\] Sicher ist nur, was geprüft wird – und das regelmäßig, realitätsnah und risikoorientiert. Die letzte Folge der sechsteiligen DORA-Serie von *Alles Legal – Fintech-Recht kompakt* widmet sich einem der zentralen Elemente des Gesetzes: die Pflicht zu testen, wie robust digitale Prozesse bei Ausfällen oder Angriffen bleiben. Die Anforderungen an Finanzunternehmen sind dabei hoch. Im Gespräch mit [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) erklärt [Josefine Spengler](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) von Annerton, welche Testverfahren DORA konkret verlangt. Während grundlegende (Basis-)Testprogramme für alle Finanzunternehmen verpflichtend sind, unterliegen systemrelevante Unternehmen zusätzlichen Anforderungen: Sie müssen sogenannte Threat-Led Penetration Tests (TLPT) durchführen. Dabei handelt es sich um simulierte Cyber-Angriffe, die auf realistischen Bedrohungen basieren und gezielt die operative Belastbarkeit der jeweiligen Systeme überprüfen. Auch kleinere Unternehmen sind nicht von der Testpflicht ausgenommen: Zwar gelten für Kleinstunternehmen und kleine Institute vereinfachte Regeln, ein risikobasierter Testansatz bleibt dennoch Pflicht. DORA fordert damit nicht bloß Nachweise für die Aufsicht, sondern zielt auf eine tiefere Verankerung von Testing als Teil der unternehmerischen Risikokultur. Warum genau das ein strategischer Hebel für mehr Sicherheit ist, was bei internen Prüfer:innen beachtet werden muss und wie die BaFin über die Pflicht zu erweiterten Tests entscheidet, erfährst du in dieser kompakten Podcastfolge. \[adrotate banner="55"\] **[Alle P&B-Podcast findet ihr hier..](https://paymentandbanking.com/podcast/)** ### „Ich glaube an pragmatische Lösungen – im Team und im Payment“ URL: https://paymentandbanking.com/ich-glaube-an-pragmatische-loesungen-im-team-und-im-payment-2/ Last updated: 2025-07-15T07:25:07.000Z Leon Merx ist Geschäftsführer von OTTO Payments – und jemand, der Banking, IT und Handel verbindet. Vom Trainee-Programm bei der UniCredit bis zur Payment-Verantwortung bei OTTO: Seine Laufbahn zeigt, wie vielfältig der Zahlungsverkehr sein kann. Leon Merx bringt über 15 Jahre Erfahrung im Finanzsektor mit – von Banken über Beratung bis zur IT. Nach Stationen bei der Deutschen Pfandbriefbank, UniCredit, zeb, Star Finanz und Wallis leitet er heute die Marktfolge bei OTTO Payments. Im Interview spricht er über den Familienalltag mit drei Kindern, seine Liebe zu Wochenmärkten und warum Deutschland auch im Payment mutiger werden darf. ## Wer bist Du und was machst Du? Hey, ich bin Leon und seit Juli neu bei OTTO Payments für den Bereich Marktfolge / Backoffice zuständig. OTTO Payments ist der Zahlungsdienstleister der Otto Group und kümmert sich um die komplette Zahlungsabwicklung von OTTO Plattform als größtem deutschen Onlineshop sowie um weitere Payment-Projekte innerhalb der Otto Group. Unser Ziel ist es, unseren End- und Business-Kunden ein reibungsloses, schnelles und sicheres Zahlungserlebnis bei OTTO zu bieten. ## Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie? Heute habe ich tatsächlich etwas mehr Geld im Portemonnaie, da ich am Wochenende ein Kinderfahrrad meiner Tochter verkauft habe. ;-) Normalerweise habe ich gar kein Portemonnaie dabei und nur 20 Euro in der Hosentasche. Ich zahle alles mit Karte und habe nur für Notfälle etwas Bargeld dabei. ## Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet? Meine erste „Hands-on”-Erfahrung im Banking durfte ich noch vor der Finanzkrise bei der Citibank sammeln. Ab diesem Zeitpunkt war ich mit dem „Banking-Virus“ infiziert. Payment kam dann nach meinem Trainee-Programm in der UniCredit Bank und dem Einstieg ins Transaction Banking. Diesem Bereich bin ich bis zum heutigen Tag bewusst treu geblieben – denn es macht mir großen Spaß. ## Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern? Mir ist es ein großes Anliegen, schnelle und sichere Payment- und Banking-Lösungen zielgerichtet für alle anzubieten. Digitales Payment ist heutzutage nicht mehr wegzudenken, und es wird weiter deutlich an Bedeutung gewinnen – auch hier, im noch bargeldverliebten Deutschland. Mit OTTO Payments sind wir bereits auf einem guten Weg – und dennochsehe ich großes Potenzial, in den kommenden Jahren gemeinsam mit dem Team neue Trends im Zahlungsverkehr zu gestalten. ## Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte? Auch Fintechs sind nicht mehr wegzudenken – ob im Privat- oder Firmenkundenbereich. Es gibt viele Unternehmen, auch aus Deutschland, die sich mittlerweile am Markt etabliert haben. Die konsequente Kundenorientierung, unkonventionelle und schnelle Entscheidungen und Freiheit in der Technologie geben ihnen auch langfristig, bei konsequenter Anwendung, eine Chance, gegen die etablierten Banken erfolgreich anzutreten. ## Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern? Ich sehe im deutschen Steuersystem Potenzial für gezielte Weiterentwicklungen – insbesondere, wenn es etwa darum geht, Investitionen in junge, innovative Unternehmen zu fördern. ## Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”. Mit drei Kids ist die Zeit mit der Familie natürlich ein zentrales Thema. Ich beschäftige mich in meiner Freizeit als Chauffeur der Familie, Hobbytrainer und Unterstützer der Kinder. Und wenn dann noch Zeit bleibt, koche ich leidenschaftlich gerne mit Freunden und Familie, inklusive Einkauf auf dem Wochenmarkt bzw. Bauernhof und der gemeinsamen Zeit beim Abendessen. Das genieße ich sehr! ## Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse? Nahezu ausschließlich mit Apple Pay und dafür nutze ich entweder die Girocard oder die Kreditkarte – je nach Lust und Laune und was der Händler akzeptiert. ## Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? Ich nutze im täglichen Bedarf vor allem die Commerzbank-App, fürs Investieren bin ich auf Trade Republic unterwegs und auch WISE nutze ich gerne. ### „Ich glaube an pragmatische Lösungen – im Team und im Payment“ URL: https://paymentandbanking.com/ich-glaube-an-pragmatische-loesungen-im-team-und-im-payment/ Last updated: 2025-08-05T08:55:22.000Z Leon Merx ist Geschäftsführer von OTTO Payments – und jemand, der Banking, IT und Handel verbindet. Vom Trainee-Programm bei der UniCredit bis zur Payment-Verantwortung bei OTTO: Seine Laufbahn zeigt, wie vielfältig der Zahlungsverkehr sein kann. Leon Merx bringt über 15 Jahre Erfahrung im Finanzsektor mit – von Banken über Beratung bis zur IT. Nach Stationen bei der Deutschen Pfandbriefbank, UniCredit, zeb, Star Finanz und Wallis leitet er heute die Marktfolge bei OTTO Payments. Im Interview spricht er über den Familienalltag mit drei Kindern, seine Liebe zu Wochenmärkten und warum Deutschland auch im Payment mutiger werden darf. ## Wer bist Du und was machst Du? Hey, ich bin Leon und seit Juli neu bei OTTO Payments für den Bereich Marktfolge / Backoffice zuständig. OTTO Payments ist der Zahlungsdienstleister der Otto Group und kümmert sich um die komplette Zahlungsabwicklung von OTTO Plattform als größtem deutschen Onlineshop sowie um weitere Payment-Projekte innerhalb der Otto Group. Unser Ziel ist es, unseren End- und Business-Kunden ein reibungsloses, schnelles und sicheres Zahlungserlebnis bei OTTO zu bieten. ## Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie? Heute habe ich tatsächlich etwas mehr Geld im Portemonnaie, da ich am Wochenende ein Kinderfahrrad meiner Tochter verkauft habe. ;-) Normalerweise habe ich gar kein Portemonnaie dabei und nur 20 Euro in der Hosentasche. Ich zahle alles mit Karte und habe nur für Notfälle etwas Bargeld dabei. ## Wie bist Du im Payment und Banking-Sektor gelandet? Meine erste „Hands-on”-Erfahrung im Banking durfte ich noch vor der Finanzkrise bei der Citibank sammeln. Ab diesem Zeitpunkt war ich mit dem „Banking-Virus“ infiziert. Payment kam dann nach meinem Trainee-Programm in der UniCredit Bank und dem Einstieg ins Transaction Banking. Diesem Bereich bin ich bis zum heutigen Tag bewusst treu geblieben – denn es macht mir großen Spaß. \[adrotate banner="58"\] ## Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern? Mir ist es ein großes Anliegen, schnelle und sichere Payment- und Banking-Lösungen zielgerichtet für alle anzubieten. Digitales Payment ist heutzutage nicht mehr wegzudenken, und es wird weiter deutlich an Bedeutung gewinnen – auch hier, im noch bargeldverliebten Deutschland. Mit OTTO Payments sind wir bereits auf einem guten Weg – und dennochsehe ich großes Potenzial, in den kommenden Jahren gemeinsam mit dem Team neue Trends im Zahlungsverkehr zu gestalten. ## Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte? Auch Fintechs sind nicht mehr wegzudenken – ob im Privat- oder Firmenkundenbereich. Es gibt viele Unternehmen, auch aus Deutschland, die sich mittlerweile am Markt etabliert haben. Die konsequente Kundenorientierung, unkonventionelle und schnelle Entscheidungen und Freiheit in der Technologie geben ihnen auch langfristig, bei konsequenter Anwendung, eine Chance, gegen die etablierten Banken erfolgreich anzutreten. ## Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern? Ich sehe im deutschen Steuersystem Potenzial für gezielte Weiterentwicklungen – insbesondere, wenn es etwa darum geht, Investitionen in junge, innovative Unternehmen zu fördern. ## Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”. Mit drei Kids ist die Zeit mit der Familie natürlich ein zentrales Thema. Ich beschäftige mich in meiner Freizeit als Chauffeur der Familie, Hobbytrainer und Unterstützer der Kinder. Und wenn dann noch Zeit bleibt, koche ich leidenschaftlich gerne mit Freunden und Familie, inklusive Einkauf auf dem Wochenmarkt bzw. Bauernhof und der gemeinsamen Zeit beim Abendessen. Das genieße ich sehr! ## Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse? Nahezu ausschließlich mit Apple Pay und dafür nutze ich entweder die Girocard oder die Kreditkarte - je nach Lust und Laune und was der Händler akzeptiert. ## Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten? Ich nutze im täglichen Bedarf vor allem die Commerzbank-App, fürs Investieren bin ich auf Trade Republic unterwegs und auch WISE nutze ich gerne. ### Was Bitpanda im Kampf ums Web 3.0 vorhat URL: https://paymentandbanking.com/was-bitpanda-im-kampf-ums-web-3-0-vorhat-2/ Last updated: 2025-07-15T06:00:54.000Z ***Die Krypto-Börse kündigt den großen Start eines eigenen Ökosystems an. Die österreichische Firma erhofft sich davon ein weiteres Standbein in einem Wachstumsmarkt. Was das konkret heißt? Das ist, wie so vieles rund um Web3, noch unklar.*** Es klang ziemlich kompliziert, was die österreichische Kryptobörse Bitpanda da vor Kurzem vorstellte: Einen Token namens Vision (VSN) wolle man einführen, der soll die bereits existierenden Token BEST und Pantos ablösen. Der neue soll dann als Grundlage für ein eigenes Web3-Ökosystem dienen, mit dem Bitpanda sein Geschäftsmodell deutlich erweitern und eine Vorreiterrolle in der nächsten digitalen Revolution einnehmen will. So abstrakt das alles klingt: Es folgt einer klaren Logik und einem Trend, den viele Finanzdienstleister und Fintechs erkannt zu haben glauben. Es ist die Wette, dass auf Web 1.0 (statische Webseiten, Nutzer können „nur“ passiv lesen) und Web 2.0 (Nutzer können Inhalte erstellen, soziale Netzwerke entstehen) nun das Web 3.0 folgt. „Dabei geht es um Besitzrechte, abgebildet in tokenisierter Form auf der Blockchain“, erläutert Lukas Enzersdorfer-Konrad, der das Thema als stellvertretender CEO bei Bitpanda verantwortet. Im Web 3.0 sollen Daten und Anwendungen nicht mehr von einzelnen Unternehmen, sondern auf der Blockchain verwaltet werden, Token stellen Eigentumsrechte dar, Kryptowährungen dienen als Basis für Transaktionen. Befürworter wie die renommierte BWL-Professorin[ Isabell Welpe](https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-das-web-3-zwingt-banken-kreditkartenfirmen-und-versicherungen-ihre-geschaeftsmodelle-anzupassen/28906744.html?ref=paymentandbanking.com) von der TU München warnen bereits seit Jahren, dass gerade für Banken, Versicherungen und andere Finanzfirmen damit eine große Disruption ansteht. Unter anderem könnten Banken aufgrund des dezentralen Systems ihre Rolle als Intermediäre verlieren. Dass die potenziell Betroffenen das erkannt haben, zeigt die Tatsache, dass Banken in ganz Europa mit Blockchain-Anleihen experimentieren – etwa die KfW und die Deutsche Bank – und an Stablecoin-Lösungen, die digitale Transaktionen ermöglichen sollen, ohne auf hochspekulative Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. zu setzen. Bitpanda geht das Thema grundsätzlicher an. VSN und die dazugehörige Vision-Blockchain sollen gewissermaßen die Infrastruktur bilden, auf deren Basis andere Unternehmen dann Web3-Anwendungen aufsetzen können sollen. „Das wird für uns eine dritte Säule unseres Geschäfts, neben dem B2C-Retail-Geschäft und dem B2B-Custody-Geschäft“, prognostiziert Enzersdorfer-Konrad. Was das in der Praxis ganz konkret bedeutet? Das bleibt zunächst unklar. Scharfgestellt werden soll die Vision-Blockchain erst 2026, bis dahin will Bitpanda auch Partner an Bord haben, mit denen Anwendungen entwickelt werden. Für die Kund:innen, die über Bitpanda in Krypto investieren, ändert sich erst einmal nicht so viel. Natürlich werden ihre Tokens, sofern sie welche halten, in VSN überführt. Wer diese nutzt, kann zukünftig wohl auf Gebührenersparnisse hoffen, außerdem können Kund:innen bis zu zehn Prozent effektiven Jahreszins erhalten, wenn sie ihre Tokens staken, also zu Validierungszwecken dem Netzwerk zur Verfügung stellen. Bisher hätten rund 30 Prozent der Kunden den Bitpanda-Token verwendet, sagt Enzersdorfer-Konrad: „Wir hoffen natürlich, dass das bei VSN langfristig mehr sein werden.“ Bleibt noch die Frage, warum ausgerechnet Bitpandas Web3-Ökosystem sich am Ende durchsetzen sollte. „Wir haben bereits gezeigt, dass wir Millionen Menschen für Kryptowährungen begeistern können, dass wollen wir nun auch für Web3-Themen schaffen“, sagt der Vize-CEO. Er dämpft allerdings auch die Erwartungen, denn: für eine umfassende Verbreitung von Web3 müsse auch die Regulierung noch vorankommen. „Micar war zwar ein relevanter Schritt, aber für Web3 und DeFi braucht es noch mehr“, sagt er. So bleibt das Web3 auch bei Bitpanda erst einmal ein großes Versprechen. Ob sich das am Ende halten lässt, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen. ### Was Bitpanda im Kampf ums Web 3.0 vorhat URL: https://paymentandbanking.com/was-bitpanda-im-kampf-ums-web-3-0-vorhat/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z ***Die Krypto-Börse kündigt den großen Start eines eigenen Ökosystems an. Die österreichische Firma erhofft sich davon ein weiteres Standbein in einem Wachstumsmarkt. Was das konkret heißt? Das ist, wie so vieles rund um Web3, noch unklar.*** Es klang ziemlich kompliziert, was die österreichische Kryptobörse Bitpanda da vor Kurzem vorstellte: Einen Token namens Vision (VSN) wolle man einführen, der soll die bereits existierenden Token BEST und Pantos ablösen. Der neue soll dann als Grundlage für ein eigenes Web3-Ökosystem dienen, mit dem Bitpanda sein Geschäftsmodell deutlich erweitern und eine Vorreiterrolle in der nächsten digitalen Revolution einnehmen will. So abstrakt das alles klingt: Es folgt einer klaren Logik und einem Trend, den viele Finanzdienstleister und Fintechs erkannt zu haben glauben. Es ist die Wette, dass auf Web 1.0 (statische Webseiten, Nutzer können „nur“ passiv lesen) und Web 2.0 (Nutzer können Inhalte erstellen, soziale Netzwerke entstehen) nun das Web 3.0 folgt. „Dabei geht es um Besitzrechte, abgebildet in tokenisierter Form auf der Blockchain“, erläutert Lukas Enzersdorfer-Konrad, der das Thema als stellvertretender CEO bei Bitpanda verantwortet. Im Web 3.0 sollen Daten und Anwendungen nicht mehr von einzelnen Unternehmen, sondern auf der Blockchain verwaltet werden, Token stellen Eigentumsrechte dar, Kryptowährungen dienen als Basis für Transaktionen. Befürworter wie die renommierte BWL-Professorin[ Isabell Welpe](https://www.handelsblatt.com/meinung/gastbeitraege/gastkommentar-das-web-3-zwingt-banken-kreditkartenfirmen-und-versicherungen-ihre-geschaeftsmodelle-anzupassen/28906744.html?ref=paymentandbanking.com) von der TU München warnen bereits seit Jahren, dass gerade für Banken, Versicherungen und andere Finanzfirmen damit eine große Disruption ansteht. Unter anderem könnten Banken aufgrund des dezentralen Systems ihre Rolle als Intermediäre verlieren. \[adrotate banner="56"\] Dass die potenziell Betroffenen das erkannt haben, zeigt die Tatsache, dass Banken in ganz Europa mit Blockchain-Anleihen experimentieren – etwa die KfW und die Deutsche Bank – und an Stablecoin-Lösungen, die digitale Transaktionen ermöglichen sollen, ohne auf hochspekulative Kryptowährungen wie Bitcoin und Co. zu setzen. Bitpanda geht das Thema grundsätzlicher an. VSN und die dazugehörige Vision-Blockchain sollen gewissermaßen die Infrastruktur bilden, auf deren Basis andere Unternehmen dann Web3-Anwendungen aufsetzen können sollen. „Das wird für uns eine dritte Säule unseres Geschäfts, neben dem B2C-Retail-Geschäft und dem B2B-Custody-Geschäft“, prognostiziert Enzersdorfer-Konrad. Was das in der Praxis ganz konkret bedeutet? Das bleibt zunächst unklar. Scharfgestellt werden soll die Vision-Blockchain erst 2026, bis dahin will Bitpanda auch Partner an Bord haben, mit denen Anwendungen entwickelt werden. Für die Kund:innen, die über Bitpanda in Krypto investieren, ändert sich erst einmal nicht so viel. Natürlich werden ihre Tokens, sofern sie welche halten, in VSN überführt. Wer diese nutzt, kann zukünftig wohl auf Gebührenersparnisse hoffen, außerdem können Kund:innen bis zu zehn Prozent effektiven Jahreszins erhalten, wenn sie ihre Tokens staken, also zu Validierungszwecken dem Netzwerk zur Verfügung stellen. Bisher hätten rund 30 Prozent der Kunden den Bitpanda-Token verwendet, sagt Enzersdorfer-Konrad: „Wir hoffen natürlich, dass das bei VSN langfristig mehr sein werden.“ Bleibt noch die Frage, warum ausgerechnet Bitpandas Web3-Ökosystem sich am Ende durchsetzen sollte. „Wir haben bereits gezeigt, dass wir Millionen Menschen für Kryptowährungen begeistern können, dass wollen wir nun auch für Web3-Themen schaffen“, sagt der Vize-CEO. Er dämpft allerdings auch die Erwartungen, denn: für eine umfassende Verbreitung von Web3 müsse auch die Regulierung noch vorankommen. „Micar war zwar ein relevanter Schritt, aber für Web3 und DeFi braucht es noch mehr“, sagt er. So bleibt das Web3 auch bei Bitpanda erst einmal ein großes Versprechen. Ob sich das am Ende halten lässt, wird sich wohl erst in einigen Jahren zeigen. ### AI in Finance: Klarna klont CEO und Revolut integriert KI URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-klarna-klont-ceo-und-revolut-integriert-ki-2/ Last updated: 2025-07-14T07:57:51.000Z *In Folge 13 sprechen Maik Klotz und Sascha Dewald über die KI-Pläne von Klarna und Revolut und machen einen Recap der BaFinTech 25\. Auch abseits der Fintech-Szene war viel los: Der AI Act der EU erhitzt die Gemüter, OpenAI fischt bei Tesla und Meta und ausgerechnet ein deutsches Verteidigungs-Startup will mit KI groß werden.* Die Integration von KI in den Finanzsektor ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Sie passiert jetzt, überall, und oft ohne die Sicherheitsnetze, die eigentlich notwendig wären. Kundenservice, Fraud Prevention, Risikoanalyse, die Potenziale sind enorm, aber auch nicht ohne Herausforderungen. Fehler in KI-Systemen sind eben keine kleinen Ausrutscher, sondern können zu hochriskante Ereignissen mit weitreichenden Folgen werden. Umso wichtiger ist ein mehrstufiges Validierungssystem und die spannende Frage, wer eigentlich haftet, wenn KI Mist baut. Sascha und Maik sprechen in Folge 13 auch über den EU AI Act, dem regulatorischen Mammutprojekt, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Der Wille zur Kontrolle ist verständlich, aber die Umsetzung wirkt oft wie aus der analogen Welt. Innovationen drohen auf der Strecke zu bleiben, weil Anforderungen diffus, unpraktikabel oder schlicht realitätsfern sind. Sascha und Maik plädieren für einen Mittelweg: klare Regeln, ja, aber mit technologischem Sachverstand und Raum für Entwicklung. Auch abseits der Finanzwelt ist einiges los: OpenAI rekrutiert fleißig bei Tesla und Meta, Apple hat intern mit seiner KI-Strategie zu kämpfen, während Meta Milliarden in AR pumpt. Und Deutschland hat ein Verteidigungs-Startup, das zur KI-Speerspitze geworden ist. Kein Wunder, dass die Diskussion um die Militarisierung von KI langsam Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig entstehen neue Tools wie „Lovable“, die das App-Bauen revolutionieren, ganz ohne Code, dafür mit ordentlich Disruption. Spannend ist auch der Abstecher in die Musikindustrie, wo KI-generierte Songs Künstler:innen herausfordern und Plattformen unter Druck setzen. Wer ist eigentlich Urheber? Und wie schützen wir kreative Leistung in einer Welt, in der Algorithmen schneller komponieren als Menschen fühlen? Diese Folge ist also keine klassische Deep-Dive-Analyse, sondern mal wieder ein Kaleidoskop aus Themen, die alle eines gemeinsam haben: KI ist gekommen, um zu bleiben, aber wir müssen entscheiden, wie wir mit ihr leben wollen. Ob als Werkzeug, Mitgestalter oder Kontrollverlust. Hört rein und bringt eure Meinung mit. Außerdem geht es um: - Kundenservice kann durch KI erheblich verbessert werden. - Fehler in KI-Systemen müssen ernst genommen werden. - Ein mehrstufiges Validierungssystem ist notwendig. - Die Haftung für KI-Fehler ist ein wichtiges Thema. - Sprachmodelle müssen neutral und unvoreingenommen sein. - Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für KI-Entwicklungen. - Die Diskussion über Ethik in der KI ist von großer Bedeutung. - Der KI-Talentmarkt wird zum Showdown der Tech-Giganten. - Apple hat ein internes KI-Drama und strukturelle Probleme. - Meta investiert Milliarden in AR-Technologie. - Helsing ist Deutschlands wertvollstes Startup im Verteidigungsbereich. - AI-generierte Musik stellt eine Herausforderung für Künstler dar. - Lovable ermöglicht das Erstellen von Apps ohne Programmierkenntnisse. - Der EU AI Act könnte Innovationen behindern. - Regulierungen in der EU sind uneinheitlich und verwirrend. - Die Unzufriedenheit der Nutzer wächst durch fehlende Funktionen. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - [Urltoany](https://www.urltoany.com/?ref=paymentandbanking.com) - [minimax.io](http://minimax.io/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### AI in Finance: Klarna klont CEO und Revolut integriert KI URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-klarna-klont-ceo-und-revolut-integriert-ki/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z *In Folge 13 sprechen Maik Klotz und Sascha Dewald über die KI-Pläne von Klarna und Revolut und machen einen Recap der BaFinTech 25\. Auch abseits der Fintech-Szene war viel los: Der AI Act der EU erhitzt die Gemüter, OpenAI fischt bei Tesla und Meta und ausgerechnet ein deutsches Verteidigungs-Startup will mit KI groß werden.* Die Integration von KI in den Finanzsektor ist längst kein Zukunftsszenario mehr. Sie passiert jetzt, überall, und oft ohne die Sicherheitsnetze, die eigentlich notwendig wären. Kundenservice, Fraud Prevention, Risikoanalyse, die Potenziale sind enorm, aber auch nicht ohne Herausforderungen. Fehler in KI-Systemen sind eben keine kleinen Ausrutscher, sondern können zu hochriskante Ereignissen mit weitreichenden Folgen werden. Umso wichtiger ist ein mehrstufiges Validierungssystem und die spannende Frage, wer eigentlich haftet, wenn KI Mist baut. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/729-ai-in-finance-klarna-klont-ceo-und-revolut-integriert-ki"\] Sascha und Maik sprechen in Folge 13 auch über den EU AI Act, dem regulatorischen Mammutprojekt, das mehr Fragen aufwirft als beantwortet. Der Wille zur Kontrolle ist verständlich, aber die Umsetzung wirkt oft wie aus der analogen Welt. Innovationen drohen auf der Strecke zu bleiben, weil Anforderungen diffus, unpraktikabel oder schlicht realitätsfern sind. Sascha und Maik plädieren für einen Mittelweg: klare Regeln, ja, aber mit technologischem Sachverstand und Raum für Entwicklung. Auch abseits der Finanzwelt ist einiges los: OpenAI rekrutiert fleißig bei Tesla und Meta, Apple hat intern mit seiner KI-Strategie zu kämpfen, während Meta Milliarden in AR pumpt. Und Deutschland hat ein Verteidigungs-Startup, das zur KI-Speerspitze geworden ist. Kein Wunder, dass die Diskussion um die Militarisierung von KI langsam Fahrt aufnimmt. Gleichzeitig entstehen neue Tools wie „Lovable“, die das App-Bauen revolutionieren, ganz ohne Code, dafür mit ordentlich Disruption. Spannend ist auch der Abstecher in die Musikindustrie, wo KI-generierte Songs Künstler:innen herausfordern und Plattformen unter Druck setzen. Wer ist eigentlich Urheber? Und wie schützen wir kreative Leistung in einer Welt, in der Algorithmen schneller komponieren als Menschen fühlen? Diese Folge ist also keine klassische Deep-Dive-Analyse, sondern mal wieder ein Kaleidoskop aus Themen, die alle eines gemeinsam haben: KI ist gekommen, um zu bleiben, aber wir müssen entscheiden, wie wir mit ihr leben wollen. Ob als Werkzeug, Mitgestalter oder Kontrollverlust. Hört rein und bringt eure Meinung mit. Außerdem geht es um: - Kundenservice kann durch KI erheblich verbessert werden. - Fehler in KI-Systemen müssen ernst genommen werden. - Ein mehrstufiges Validierungssystem ist notwendig. - Die Haftung für KI-Fehler ist ein wichtiges Thema. - Sprachmodelle müssen neutral und unvoreingenommen sein. - Sicherheitsmaßnahmen sind entscheidend für KI-Entwicklungen. - Die Diskussion über Ethik in der KI ist von großer Bedeutung. - Der KI-Talentmarkt wird zum Showdown der Tech-Giganten. - Apple hat ein internes KI-Drama und strukturelle Probleme. - Meta investiert Milliarden in AR-Technologie. - Helsing ist Deutschlands wertvollstes Startup im Verteidigungsbereich. - AI-generierte Musik stellt eine Herausforderung für Künstler dar. - Lovable ermöglicht das Erstellen von Apps ohne Programmierkenntnisse. - Der EU AI Act könnte Innovationen behindern. - Regulierungen in der EU sind uneinheitlich und verwirrend. - Die Unzufriedenheit der Nutzer wächst durch fehlende Funktionen. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - [Urltoany](https://www.urltoany.com/?ref=paymentandbanking.com) - [minimax.io](http://minimax.io/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### Exklusiv: EPI-Chefin Martina Weimert im Podcast zu Wero URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-epi-chefin-martina-weimert-im-podcast-zu-wero-2/ Last updated: 2025-07-18T07:46:42.000Z ***Wero ist live und wächst schneller als erwartet. Erst diese Woche kamen wieder fünf belgische Partner dazu. Im Podcast mit André M. Bajorat gibt EPI-CEO Martina Weimert ein Update zu Europas spannendstem Payment-Projekt – und verrät die nächsten Ausbaustufen.*** Mit Wero will die European Payments Initiative (EPI) ein Gegengewicht zu PayPal, Mastercard und Visa schaffen. Gelingen soll dasmit einer eigenen europäischen Lösung auf Basis von sogenannten „Instant Payments” Die Bezahlplattform ist direkt in Mobile-Banking-Apps vieler Banken, Neobanken und Fintechs eingebettet oder über eine separate App nutzbar. Über diese können Nutzer:innen schön heute Geld durch ganz Europa schicken, IBANs sind nicht mehr nötig. 2025 soll auch noch das Bezahlen in Online-Shops mit Wero möglich sein, 2026 strebt das Projekt an die Ladenkassen des Kontinents. ## Wero: Das ist der aktuelle Stand Die European Payments Initiative (EPI) wurde 2020 von 16 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen – darunter 14 Banken und zwei große Acquirer. Inzwischen ist der Gesellschafterkreis gewachsen: Mehr als 20 europäische Finanzinstitute sind aktuell beteiligt, darunter auch fünf belgische Banken, Revolut und mehrere führende PSPs und Acquirer. In Deutschland sind Postbank, Sparkassen und Revolut live, ING und Deutsche Bank stehen vor dem Start. Auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist der Rollout angelaufen. Das Ziel bleibt klar: Mindestens 80 Prozent Marktabdeckung pro Land braucht es, um auch für E-Commerce und Handel relevant zu werden. Langfristig sollen Nutzer:innen über Wero sogar Abos und Loyalty-Programme verwalten und beispielsweise Ratenzahlungen (BNPL) nutzen können. Auch bei der EU Digital Identity Wallet (EUDI) ist Wero im Gespräch: Die App soll entweder auf der Infrastruktur der EUDI-Wallet aufsetzen oder diese direkt integrieren. Im Unterschied zum digitalen Euro, dessen Einführung sich noch Jahre hinzieht, ist Wero schon live. Doch kann EPI diesen Vorsprung halten? Was sind die nächsten Ausbaustufen – und wo liegen Probleme und Hürden? Hört jetzt in die neueste Folge des Payment & Banking Fintech Podcast rein. \_\_ PS: Seit der Podcastaufnahme hat sich schon wieder viel getan. Revolut ist inzwischen Partner, ebenso wie Stripe, Nuvei, Nexi, Payone, VR Payment und Worldline. ### Exklusiv: EPI-Chefin Martina Weimert im Podcast zu Wero URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-epi-chefin-martina-weimert-im-podcast-zu-wero-6891c6dbd74e3b001ae6514b/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z ***Wero ist live und wächst schneller als erwartet. Erst diese Woche kamen wieder fünf belgische Partner dazu. Im Podcast mit André M. Bajorat gibt EPI-CEO Martina Weimert ein Update zu Europas spannendstem Payment-Projekt – und verrät die nächsten Ausbaustufen.*** Mit Wero will die European Payments Initiative (EPI) ein Gegengewicht zu PayPal, Mastercard und Visa schaffen. Gelingen soll dasmit einer eigenen europäischen Lösung auf Basis von sogenannten „Instant Payments” Die Bezahlplattform ist direkt in Mobile-Banking-Apps vieler Banken, Neobanken und Fintechs eingebettet oder über eine separate App nutzbar. Über diese können Nutzer:innen schön heute Geld durch ganz Europa schicken, IBANs sind nicht mehr nötig. 2025 soll auch noch das Bezahlen in Online-Shops mit Wero möglich sein, 2026 strebt das Projekt an die Ladenkassen des Kontinents. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/728-epi-chefin-martina-weimert-im-podcast-zu-wero"\] ## Wero: Das ist der aktuelle Stand Die European Payments Initiative (EPI) wurde 2020 von 16 Gründungsmitgliedern ins Leben gerufen – darunter 14 Banken und zwei große Acquirer. Inzwischen ist der Gesellschafterkreis gewachsen: Mehr als 20 europäische Finanzinstitute sind aktuell beteiligt, darunter auch fünf belgische Banken, Revolut und mehrere führende PSPs und Acquirer. In Deutschland sind Postbank, Sparkassen und Revolut live, ING und Deutsche Bank stehen vor dem Start. Auch in Frankreich, Belgien und den Niederlanden ist der Rollout angelaufen. Das Ziel bleibt klar: Mindestens 80 Prozent Marktabdeckung pro Land braucht es, um auch für E-Commerce und Handel relevant zu werden. Langfristig sollen Nutzer:innen über Wero sogar Abos und Loyalty-Programme verwalten und beispielsweise Ratenzahlungen (BNPL) nutzen können. Auch bei der EU Digital Identity Wallet (EUDI) ist Wero im Gespräch: Die App soll entweder auf der Infrastruktur der EUDI-Wallet aufsetzen oder diese direkt integrieren. Im Unterschied zum digitalen Euro, dessen Einführung sich noch Jahre hinzieht, ist Wero schon live. Doch kann EPI diesen Vorsprung halten? Was sind die nächsten Ausbaustufen – und wo liegen Probleme und Hürden? Hört jetzt in die neueste Folge des Payment & Banking Fintech Podcast rein. \_\_ PS: Seit der Podcastaufnahme hat sich schon wieder viel getan. Revolut ist inzwischen Partner, ebenso wie Stripe, Nuvei, Nexi, Payone, VR Payment und Worldline. ### Exklusiv: Neue Probleme für BBVA URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-neue-probleme-fuer-bbva-2/ Last updated: 2025-08-20T13:09:53.000Z **Der Start der BBVA in Deutschland stieß auf großes Interesse, lief aber teilweise holprig. Die Spanier versprechen nun Nachbesserungen. Gleichzeitig müssen sie sich mit der Bafin auseinandersetzen. Worum es dabei geht.** Die spanische Großbank BBVA ist in den vergangenen Tagen mit wahren Kampfpreisen in Deutschland gestartet, die Direktbanken zunächst zittern ließen. Das Geldhaus verlangt zum Start in Deutschland keine Kontoführungsgebühren und lockt stattdessen mit hohem Cashback und einem Zinssatz, der selbst Zins-Champion Trade Republic alt aussehen lässt: drei Prozent bis Ende des Jahres. Tatsächlich traf das Angebot bei vielen Kunden offenbar einen Nerv, denn die BBVA überfüllte ihre Ziele zu Anfang. Entsprechend glücklich zeigte sich die Bank mit dem Start in Deutschland – auch wenn es dabei einige Probleme gab. So berichtete [beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) von Problemen ](https://www.faz.net/aktuell/finanzen/neue-digitalbank-bbva-vor-den-hohen-zinsen-kommt-das-konto-chaos-110567722.html?ref=paymentandbanking.com)bei der Kontoeröffnung, verwirrenden Zeilen auf italienisch (dort gibt es das Angebot der BBVA bereits) und auch einem Kundenservice, der zu Anfang überfordert gewesen sein soll. Auch andere Tester berichten von ähnlichen Problemen, die bei der BBVA aufgelaufen sind. Die Bank nimmt diese Meldungen sehr ernst, heißt es auf Anfrage. Das Kundenservice-Team wird deshalb ausgebaut und auch die App soll in den kommenden Tagen ein Update bekommen, teilt eine Sprecherin mit und ergänzt: „Als digitale Bank werden wir kontinuierlich neue Versionen der App zur Verfügung stellen, um unseren Service zu verbessern.“ ## **Bafin-Kontovergleich: BBVA fehlt bis heute** Nach Recherchen von *Payment & Banking* gibt es aber noch eine weitere Stelle, an der es derzeit hakt. Denn die spanische Großbank steht auch mehrere Tage nach dem [Deutschlandstart nicht im Kontovergleich der Bafin](https://kontenvergleich.bafin.de/de?ref=paymentandbanking.com). Diesen bietet die Finanzaufsicht seit Anfang des Jahres an. Zahlungsdienstleister sind verpflichtet, dort diverse Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu melden. Dazu gehören beispielsweise der Name des Kontos, die Höhe des Dispozinses oder eben auch, wie hoch die Zinsen für Kundinnen und Kunden sind. Die BBVA könnte dort eigentlich mit ihrem Angebot von drei Prozent pro Jahr punkten. Doch bis jetzt (Stand 08\. Juli) ist die BBVA dort nicht vertreten. Das ist natürlich aus Sicht des Marketings schon einmal ärgerlich. Für die BBVA ist das Thema aber auch auf einer regulatorischen Ebene ein Problem. Denn Zahlungsdienstleister sind in Deutschland verpflichtet (§ 17 Abs. 2 ZKG, § 2), diese Informationen zu melden, und zwar innerhalb von drei Geschäftstagen nach Gültigkeit der neuen Konditionen. Bei Verstößen kann die Bafin im schlimmsten Fall ein Bußgeld verhängen. Droht hier ein größeres Ärgernis? ## **BBVA und Bafin: Austausch nach technischen Problem**en Bevor es zu Geldbußen kommt, kontaktiert die Bafin in aller Regel zunächst den Anbieter und wirkt darauf hin, dass die Kontomodelle möglichst schnell dort erscheinen. Im Fall der BBVA heißt es von der Bank, dass man sogar selbst aktiv geworden ist, nachdem aufgefallen war, dass es beim Hochladen der Daten ein technisches Problem gegeben habe. Eine Sprecherin sagt: „Als das technische Problem beim Hochladen auftrat, hat sich unsere Compliance-Abteilung umgehend mit der BaFin in Verbindung gesetzt.” Gemeinsam mit der IT-Abteilung der BaFin arbeite die Bank nun an einer Lösung, die Daten schnellstmöglich auf die Plattform zu bringen. Worin das technische Problem genau bestand, war zunächst unklar. Eine mögliche Erklärung dafür, dass es noch nicht rund läuft, könnte sein, dass die BBVA gewissermaßen eine Sonderstellung hat. Denn die Spanier haben die Testphase der Bafin für den Kontovergleich im vergangenen Jahr nicht mitgemacht und konnten beispielsweise Schnittstellen nicht direkt testen. Probleme konnten also nicht vorab auffallen, sondern erst beim tatsächlichen Marktstart. Die Bafin will sich (wie immer) nicht zu Einzelfällen äußern. Dem Vernehmen nach ist man aber im konstruktiven Austausch mit der BBVA, um das Problem zu lösen. Und auch bei der spanischen Bank ist man derzeit entspannt und erwartet keine Geldbuße, da man das Problem „umgehend und fristgerecht” gemeldet habe. Außerdem stehe man im direkten und konstruktiven Austausch mit der Bafin. ### Exklusiv: Neue Probleme für BBVA URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-neue-probleme-fuer-bbva/ Last updated: 2026-04-23T12:47:23.000Z **Der Start der BBVA in Deutschland stieß auf großes Interesse, lief aber teilweise holprig. Die Spanier versprechen nun Nachbesserungen. Gleichzeitig müssen sie sich mit der Bafin auseinandersetzen. Worum es dabei geht.** Die spanische Großbank BBVA ist in den vergangenen Tagen mit wahren Kampfpreisen in Deutschland gestartet, die Direktbanken zunächst zittern ließen. Das Geldhaus verlangt zum Start in Deutschland keine Kontoführungsgebühren und lockt stattdessen mit hohem Cashback und einem Zinssatz, der selbst Zins-Champion Trade Republic alt aussehen lässt: drei Prozent bis Ende des Jahres. Tatsächlich traf das Angebot bei vielen Kunden offenbar einen Nerv, denn die BBVA überfüllte ihre Ziele zu Anfang. Entsprechend glücklich zeigte sich die Bank mit dem Start in Deutschland – auch wenn es dabei einige Probleme gab. So berichtete [beispielsweise die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) von Problemen ](https://www.faz.net/aktuell/finanzen/neue-digitalbank-bbva-vor-den-hohen-zinsen-kommt-das-konto-chaos-110567722.html?ref=paymentandbanking.com)bei der Kontoeröffnung, verwirrenden Zeilen auf italienisch (dort gibt es das Angebot der BBVA bereits) und auch einem Kundenservice, der zu Anfang überfordert gewesen sein soll. Auch andere Tester berichten von ähnlichen Problemen, die bei der BBVA aufgelaufen sind. Die Bank nimmt diese Meldungen sehr ernst, heißt es auf Anfrage. Das Kundenservice-Team wird deshalb ausgebaut und auch die App soll in den kommenden Tagen ein Update bekommen, teilt eine Sprecherin mit und ergänzt: „Als digitale Bank werden wir kontinuierlich neue Versionen der App zur Verfügung stellen, um unseren Service zu verbessern.“ \[adrotate banner="58"\] ## **Bafin-Kontovergleich: BBVA fehlt bis heute** Nach Recherchen von *Payment & Banking* gibt es aber noch eine weitere Stelle, an der es derzeit hakt. Denn die spanische Großbank steht auch mehrere Tage nach dem [Deutschlandstart nicht im Kontovergleich der Bafin](https://kontenvergleich.bafin.de/de?ref=paymentandbanking.com). Diesen bietet die Finanzaufsicht seit Anfang des Jahres an. Zahlungsdienstleister sind verpflichtet, dort diverse Informationen für Verbraucherinnen und Verbraucher zu melden. Dazu gehören beispielsweise der Name des Kontos, die Höhe des Dispozinses oder eben auch, wie hoch die Zinsen für Kundinnen und Kunden sind. Die BBVA könnte dort eigentlich mit ihrem Angebot von drei Prozent pro Jahr punkten. Doch bis jetzt (Stand 08\. Juli) ist die BBVA dort nicht vertreten. Das ist natürlich aus Sicht des Marketings schon einmal ärgerlich. Für die BBVA ist das Thema aber auch auf einer regulatorischen Ebene ein Problem. Denn Zahlungsdienstleister sind in Deutschland verpflichtet (§ 17 Abs. 2 ZKG, § 2), diese Informationen zu melden, und zwar innerhalb von drei Geschäftstagen nach Gültigkeit der neuen Konditionen. Bei Verstößen kann die Bafin im schlimmsten Fall ein Bußgeld verhängen. Droht hier ein größeres Ärgernis? ## **BBVA und Bafin: Austausch nach technischen Problem**en Bevor es zu Geldbußen kommt, kontaktiert die Bafin in aller Regel zunächst den Anbieter und wirkt darauf hin, dass die Kontomodelle möglichst schnell dort erscheinen. Im Fall der BBVA heißt es von der Bank, dass man sogar selbst aktiv geworden ist, nachdem aufgefallen war, dass es beim Hochladen der Daten ein technisches Problem gegeben habe. Eine Sprecherin sagt: „Als das technische Problem beim Hochladen auftrat, hat sich unsere Compliance-Abteilung umgehend mit der BaFin in Verbindung gesetzt.” Gemeinsam mit der IT-Abteilung der BaFin arbeite die Bank nun an einer Lösung, die Daten schnellstmöglich auf die Plattform zu bringen. Worin das technische Problem genau bestand, war zunächst unklar. Eine mögliche Erklärung dafür, dass es noch nicht rund läuft, könnte sein, dass die BBVA gewissermaßen eine Sonderstellung hat. Denn die Spanier haben die Testphase der Bafin für den Kontovergleich im vergangenen Jahr nicht mitgemacht und konnten beispielsweise Schnittstellen nicht direkt testen. Probleme konnten also nicht vorab auffallen, sondern erst beim tatsächlichen Marktstart. Die Bafin will sich (wie immer) nicht zu Einzelfällen äußern. Dem Vernehmen nach ist man aber im konstruktiven Austausch mit der BBVA, um das Problem zu lösen. Und auch bei der spanischen Bank ist man derzeit entspannt und erwartet keine Geldbuße, da man das Problem „umgehend und fristgerecht” gemeldet habe. Außerdem stehe man im direkten und konstruktiven Austausch mit der Bafin. ### Dieser Mann wird Payment-Chef beim DSV URL: https://paymentandbanking.com/dieser-mann-wird-payment-chef-beim-dsv-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:03.000Z *Alexander von Balduin kommt vom Handelsgroßkonzern Schwarz und soll die durchgeschüttelte Payment-Sparte des Dienstleisters wieder auf Kurs bringen. Was er mitbringt – und wo die Probleme liegen.* Die Geschäftsführung der DSV-Gruppe ist wieder komplett. Ab dem 1\. Januar wird Alexander von Balduin in der Führung der Stuttgarter Firma den Bereich Payments verantworten. Das teilte der Sparkassenverlag (DSV) am Montag mit – und überraschte damit viele in der Branche. Von Balduin ist aktuell noch der Payment-Verantwortliche beim deutschen Handelskonzern Schwarz (u.a. Lidl, Kaufland). Er bildet zukünftig mit dem Vorsitzenden Michael Stollarz und Stefan Roesler ([hier im Payment & Banking Interview](https://paymentandbanking.com/viele-kunden-wollen-die-digitalisierung-koennen-damit-aber-gar-nicht-umgehen/)) die Führung des Dienstleisters. Roesler, bisher einfaches Mitglied der Geschäftsführung, wurde außerdem zum stellvertretenden Vorsitzenden befördert. Freigeworden war der Posten durch den Abgang von Sven Korschinowski. Der langjährige KPMG-Partner hatte die Geschäftsführung Ende 2024 nach etwas mehr als einem Jahr verlassen. Dies geschah auf eigenen Wunsch, wie es vonseiten des DSV hieß. ## **Payone sorgte für Negativschlagzeilen: DSV ist an der Firma beteiligt** Die Neuaufstellung der Führungsetage bei der DSV-Gruppe erfolgt in unruhigen Zeiten für die Firma. Gleich mehrere Zahlungslösungen, an denen das Haus beteiligt war, gerieten in den vergangenen zwölf Monaten in die Schlagzeilen. Da war zunächst Ende 2024 das Ende von Giropay, auf das Online-Bezahlverfahren, auf das unter anderem die Sparkassen große Hoffnungen gesetzt hatten. Nachdem das Projekt nie richtig Fahrt aufnahm, beteiligt sich die DSV-Gruppe nun an der Markteinführung von Wero, unter anderem durch die Integration in die Sparkassensysteme Online-Banking und App. Vor wenigen Wochen geriet dann mit Payone ein weiterer Zahlungsdienstleister, an dem die Sparkassen über die DSV-Gruppe beteiligt sind, in die Krise. Das Nachrichtenmagazin [*Spiegel* ](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com)hatte Payone vorgeworfen, Zahlungen für zwielichtige Dating- und Pornoseiten abgewickelt zu haben. Der Aktienkurs des Mutterkonzerns Worldline stürzte daraufhin ab. Worldline hält 60 Prozent der Anteile an Payone, die DSV-Gruppe 40 Prozent. Trennen von den Anteilen wollen sich die Sparkassen dem Vernehmen nach nicht. ## **Sparkassen: Posten war lange vakant** Angesichts dieser Herausforderungen ergibt es durchaus Sinn, dass sich die DSV-Gruppe nun einen erfahrenen Mann in die Führung holt, der sowohl die schwierigeren Beteiligungen der Gruppe als auch zukunftsgerichtete Projekte wie Wero managen kann. Vor seiner Zeit beim Schwarz-Konglomerat war von Balduin unter anderem beim Pharmagroßhändler Celesio AG und beim Touristikkonzern Tui tätig. Er kennt sich also mit komplizierten Unternehmenskonstrukten aus. Da dürfte ihm bei der DSV-Gruppe helfen. Diese ist der zentrale Dienstleister für die Sparkasse-Finanzgruppe. Die aus dem Deutschen Sparkassenverlag hervorgegangene Holding setzt sich aus den drei Geschäftsbereichen S-Payment, S-Management Services und S-Communication Services zusammen.Dazu kommen diverse Unterabteilungen sowie Beteiligungen an Firmen wie Payone. Aus dem Sparkassenkosmos kamen angesichts der Meldung direkt Vorschusslorbeeren für den Neuen. „Alexander von Balduin besitzt exzellente und langjährige Erfahrungen im Zahlungsverkehr, insbesondere im für die Sparkassen wichtigen Händlergeschäft“, sagte Stefan G.Reuß, Vorsitzender der DSV-Gesellschafterversammlung und geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen: „Damit ist er eine ausgezeichnete Wahl für die Sparkassen-Finanzgruppe.“ ### Dieser Mann wird Payment-Chef beim DSV URL: https://paymentandbanking.com/dieser-mann-wird-payment-chef-beim-dsv/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z *Alexander von Balduin kommt vom Handelsgroßkonzern Schwarz und soll die durchgeschüttelte Payment-Sparte des Dienstleisters wieder auf Kurs bringen. Was er mitbringt – und wo die Probleme liegen.* Die Geschäftsführung der DSV-Gruppe ist wieder komplett. Ab dem 1\. Januar wird Alexander von Balduin in der Führung der Stuttgarter Firma den Bereich Payments verantworten. Das teilte der Sparkassenverlag (DSV) am Montag mit – und überraschte damit viele in der Branche. Von Balduin ist aktuell noch der Payment-Verantwortliche beim deutschen Handelskonzern Schwarz (u.a. Lidl, Kaufland). Er bildet zukünftig mit dem Vorsitzenden Michael Stollarz und Stefan Roesler ([hier im Payment & Banking Interview](https://paymentandbanking.com/viele-kunden-wollen-die-digitalisierung-koennen-damit-aber-gar-nicht-umgehen/)) die Führung des Dienstleisters. Roesler, bisher einfaches Mitglied der Geschäftsführung, wurde außerdem zum stellvertretenden Vorsitzenden befördert. Freigeworden war der Posten durch den Abgang von Sven Korschinowski. Der langjährige KPMG-Partner hatte die Geschäftsführung Ende 2024 nach etwas mehr als einem Jahr verlassen. Dies geschah auf eigenen Wunsch, wie es vonseiten des DSV hieß. ## **Payone sorgte für Negativschlagzeilen: DSV ist an der Firma beteiligt** Die Neuaufstellung der Führungsetage bei der DSV-Gruppe erfolgt in unruhigen Zeiten für die Firma. Gleich mehrere Zahlungslösungen, an denen das Haus beteiligt war, gerieten in den vergangenen zwölf Monaten in die Schlagzeilen. Da war zunächst Ende 2024 das Ende von Giropay, auf das Online-Bezahlverfahren, auf das unter anderem die Sparkassen große Hoffnungen gesetzt hatten. Nachdem das Projekt nie richtig Fahrt aufnahm, beteiligt sich die DSV-Gruppe nun an der Markteinführung von Wero, unter anderem durch die Integration in die Sparkassensysteme Online-Banking und App. Vor wenigen Wochen geriet dann mit Payone ein weiterer Zahlungsdienstleister, an dem die Sparkassen über die DSV-Gruppe beteiligt sind, in die Krise. Das Nachrichtenmagazin [*Spiegel* ](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com)hatte Payone vorgeworfen, Zahlungen für zwielichtige Dating- und Pornoseiten abgewickelt zu haben. Der Aktienkurs des Mutterkonzerns Worldline stürzte daraufhin ab. Worldline hält 60 Prozent der Anteile an Payone, die DSV-Gruppe 40 Prozent. Trennen von den Anteilen wollen sich die Sparkassen dem Vernehmen nach nicht. \[adrotate banner="55"\] ## **Sparkassen: Posten war lange vakant** Angesichts dieser Herausforderungen ergibt es durchaus Sinn, dass sich die DSV-Gruppe nun einen erfahrenen Mann in die Führung holt, der sowohl die schwierigeren Beteiligungen der Gruppe als auch zukunftsgerichtete Projekte wie Wero managen kann. Vor seiner Zeit beim Schwarz-Konglomerat war von Balduin unter anderem beim Pharmagroßhändler Celesio AG und beim Touristikkonzern Tui tätig. Er kennt sich also mit komplizierten Unternehmenskonstrukten aus. Da dürfte ihm bei der DSV-Gruppe helfen. Diese ist der zentrale Dienstleister für die Sparkasse-Finanzgruppe. Die aus dem Deutschen Sparkassenverlag hervorgegangene Holding setzt sich aus den drei Geschäftsbereichen S-Payment, S-Management Services und S-Communication Services zusammen.Dazu kommen diverse Unterabteilungen sowie Beteiligungen an Firmen wie Payone. Aus dem Sparkassenkosmos kamen angesichts der Meldung direkt Vorschusslorbeeren für den Neuen. „Alexander von Balduin besitzt exzellente und langjährige Erfahrungen im Zahlungsverkehr, insbesondere im für die Sparkassen wichtigen Händlergeschäft“, sagte Stefan G.Reuß, Vorsitzender der DSV-Gesellschafterversammlung und geschäftsführender Präsident des Sparkassen- und Giroverbands Hessen-Thüringen: „Damit ist er eine ausgezeichnete Wahl für die Sparkassen-Finanzgruppe.“ ### Diese Änderung betrifft alle IT-Abteilungen in Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/diese-aenderung-betrifft-alle-it-abteilungen-in-banken-und-fintechs-2/ Last updated: 2025-07-09T05:12:16.000Z Wenn Euch die Abkürzung BCM nichts sagt, dann habt Ihr ein Problem. Denn mit der DORA-Regulierung wird diese Abkürzung sehr, sehr wichtig. Wir erklären im Podcast, warum das so ist und wie Banken, Fintechs und Zahlungsdienstleister Business Continuity umsetzen müssen. Was tun, wenn das zentrale IT-System ausfällt, wenn der Cloud-Dienstleister schlapp macht oder ein Cyberangriff den Betrieb lahmlegt? In Folge 5 von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Rechtsanwältin Josefine Spengler von der Anwaltskanzlei Annerton über ein Thema, das in der Praxis oft unterschätzt wird: Business Continuity Management (BCM) unter dem Digital Operational Resilience Act (DORA). DORA ist in seinen Aussagen sehr klar: Notfallmanagement ist kein reines IT-Thema mehr. Es geht um strategische Verantwortung, klare Zuständigkeiten und regelmäßige, realitätsnahe Tests. Unternehmen müssen dokumentierte Wiederherstellungspläne vorhalten, mit denen sich kritische Geschäftsprozesse innerhalb definierter Zeitfenster wieder aufnehmen lassen. Die Pläne müssen geprobt, aktualisiert und eng mit dem IKT-Risikomanagement verzahnt sein. Besonders wichtig: Die Verantwortung liegt beim Leitungsorgan. Auch externe Dienstleister müssen vertraglich eingebunden sein – inklusive Notfallplänen, Exit-Strategien und gemeinsamen Tests. Denn digitale Resilienz endet nicht an der Unternehmensgrenze. Josefine Spengler erklärt im Gespräch, welche Schwächen sich in der Praxis häufig zeigen und gibt Rat, wie Banken ihr BCM sinnvoll aufsetzen und dauerhaft implementieren können. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, warum BCM unter DORA mehr ist als ein Plan in der Schublade. ### Diese Änderung betrifft alle IT-Abteilungen in Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/diese-aenderung-betrifft-alle-it-abteilungen-in-banken-und-fintechs/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z Wenn Euch die Abkürzung BCM nichts sagt, dann habt Ihr ein Problem. Denn mit der DORA-Regulierung wird diese Abkürzung sehr, sehr wichtig. Wir erklären im Podcast, warum das so ist und wie Banken, Fintechs und Zahlungsdienstleister Business Continuity umsetzen müssen. Was tun, wenn das zentrale IT-System ausfällt, wenn der Cloud-Dienstleister schlapp macht oder ein Cyberangriff den Betrieb lahmlegt? In Folge 5 von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ sprechen Dana Wondra und Rechtsanwältin Josefine Spengler von der Anwaltskanzlei Annerton über ein Thema, das in der Praxis oft unterschätzt wird: Business Continuity Management (BCM) unter dem Digital Operational Resilience Act (DORA). \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/727-diese-nderung-betrifft-alle-it-abteilungen-in-banken-und-fintechs"\] DORA ist in seinen Aussagen sehr klar: Notfallmanagement ist kein reines IT-Thema mehr. Es geht um strategische Verantwortung, klare Zuständigkeiten und regelmäßige, realitätsnahe Tests. Unternehmen müssen dokumentierte Wiederherstellungspläne vorhalten, mit denen sich kritische Geschäftsprozesse innerhalb definierter Zeitfenster wieder aufnehmen lassen. Die Pläne müssen geprobt, aktualisiert und eng mit dem IKT-Risikomanagement verzahnt sein. Besonders wichtig: Die Verantwortung liegt beim Leitungsorgan. Auch externe Dienstleister müssen vertraglich eingebunden sein – inklusive Notfallplänen, Exit-Strategien und gemeinsamen Tests. Denn digitale Resilienz endet nicht an der Unternehmensgrenze. Josefine Spengler erklärt im Gespräch, welche Schwächen sich in der Praxis häufig zeigen und gibt Rat, wie Banken ihr BCM sinnvoll aufsetzen und dauerhaft implementieren können. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, warum BCM unter DORA mehr ist als ein Plan in der Schublade. \[adrotate banner="55"\] ### Die Krypto-Entscheidung des DSGV ist falsch URL: https://paymentandbanking.com/die-krypto-entscheidung-des-dsgv-ist-verlogen-2/ Last updated: 2025-07-08T08:00:46.000Z Die Sparkassen wollen es ihren Kunden ermöglichen, mit spekulativen Coins zu handeln. Werbung wollen sie dafür aber nicht schalten. Warum beides zusammen eine doofe Idee ist. Die neue Folge „Nils Nörgelt.” *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor Nils Heck beleuchtet in seiner [Kolumne „Nils nörgelt“](https://paymentandbanking.com/tag/kolumne/) monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat schnappe ich mir eine Nachricht, die nicht nur die Branche, sondern auch mein koffeingetränktes Herz bewegt und da bin ich nicht um diese herumgekommen: Die deutschen Sparkassen wollen in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen. Schon bald sollen Kunden die Möglichkeit bekommen, Kryptowährungen zu handeln. Das technische [Know-How dafür soll die Deka-Bank gemeinsam mit der Börse Stuttgart](https://brief.platow.de/banken/sparkassen-boerse-stuttgart-bei-krypto-privatkundenangebot-mit-an-bord/?ref=paymentandbanking.com) entwickeln, die mit ihrer App Bison schon recht erfolgreich im Markt unterwegs ist. Damit könnten bald auf einen Schlag rund 50 Millionen Kunden – das sind so viele Menschen [wie in Spanien ](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1287112/umfrage/bevoelkerungsreichste-laender-in-lateinamerika-und-karibik/?ref=paymentandbanking.com)wohnen – in Krypto investieren. Das ist schon sehr lustig, wenn man sich den Zeitverlauf anschaut. Immerhin sagte der ehemalige DSGV-Präsident Helmut Schleweis noch vor wenigen Jahren, das ganze sei [ein „Schneeballsystem.” ](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/bitcoin-und-sparkassen-sparkassen-ringen-um-eine-position-zu-kryptowaehrungen-entscheidung-soll-am-montag-fallen/28449606.html?ref=paymentandbanking.com)Auch sonst war der Tenor stets: zu riskant für unsere Kund:innen, das müssen wir nicht machen. Für mich als bekennender Krypto-Anti waren die Sparkassen so etwas wie die Stimme der Vernunft in einer verrückten Welt. Eine Institution, die nicht jeden Trend mitmachen muss, nur weil alle anderen es machen. Der Junge, der eben nicht wie alle anderen von der Brücke springt. Mama wäre stolz gewesen. Tja, und dann kam diese Nachricht, die mich schwer enttäuscht hat. Die Sparkassen wollen nun doch in den Handel mit Krypto-Währungen einsteigen, allerdings ohne Beratungsleistung und Werbung. Halt für alle, die das unbedingt wollen. Ich bin der Überzeugung: Dieser Schritt ist ein Fehler. Denn das Vertrauen der Sparkassen geht durch den Handel auf Krypto-„Währungen”\* über, denen (meiner bescheidenen Meinung nach) kein faktischer Wirtschaftswert zugrunde liegt. In dem Moment, in dem die Sparkassen den Kryptohandel ermöglichen, machen sie es für viele Menschen überhaupt erst interessant. Menschen, die sonst vielleicht nichts mit Kryptowährungen zu tun haben oder bisher noch skeptisch waren. Alle anderen können längst damit bei Neobrokern oder bei Online-Apps handeln und tun dies auch. Sollte es dann eines Tages zum Crash im Markt kommen, könnte sich das negativ auf die Repuation der Sparkassen auswirken. Und, ist es das wirklich wert? **Die Entscheidung ist halbherzig** Besonders ärgerlich ist aus meiner Sicht aber die Halbherzigkeit der DSGV-Entscheidung. Immerhin wollen die Sparkassen das Angebot aufbauen, damit Menschen damit handeln können. Nur halten sie Krypto zugleich für zu spekulativ, um dafür zu werben oder es zu beraten. Mehr noch: Sie wollen bei Krypto-Handel (zurecht) vor extrem hohen Verlusten warnen und so die Anleger sensibilisieren. Warum aber sollte jemand ein Angebot machen, dass dann niemand bewirbt und berät? Entweder sind Kryptowährungen vom DSGV für gut befunden worden. Dann sollte man für sie werben und dazu auch beraten, wie die Sparkassen es auch sonst mit ihren Finanzprodukten machen. Oder aber der DSGV hält Kryptowährungen nach wie vor für riskant. Dann sollte kein Kunde auch nur in die Nähe dessen gelassen werden. So aber ist es weder Fisch noch Fleisch. Dass die Sparkassen sich dafür entschieden haben, einen Mittelweg zu gehen, zeigt aus meiner Sicht deutlich, dass man sich in den Führungsetagen der Geldhäuser sehr wohl bewusst ist, welche hochriskanten Anlagen Coins sind. Sie wissen, dass Krypto-”Währungen”\* kein gutes Investment für die Allermeisten sein dürften. Sie wissen, dass ihnen das böse auf die Füße fallen kann. Sich angesichts dieses Wissens trotzdem dazu zu entscheiden, Kryptowährungen anzubieten, ohne sie dann zu bewerben, ist eine falsche und halbherzige Entscheidung. Schade noch dazu. Denn eigentlich hatten sich die Sparkassen ja lange dem Zwang des Marktes widersetzt. Ich fand das charmant. Nein, ich fand das sogar mutig. Fand, Vergangenheitsform. \_ \* Ich weigere mich nach wie vor Krypto auch als Währung zu bezeichnen. Eine Währung ist per Definition ein „[hoheitlich geordnetes ](https://www.gabler-banklexikon.de/definition/waehrung-62457?ref=paymentandbanking.com)Geldwesen eines Staates” oder „[gesetzliches Zahlungsmittel](https://www.duden.de/rechtschreibung/Waehrung?ref=paymentandbanking.com) eines Landes oder der Länder einer Währungsunion“. Das ist bei Krypto nicht der Fall. Sollte das Wort Währung dennoch auftauchen, dann nur aufgrund der besseren Lesbarkeit dieses Textes. ### Die Krypto-Entscheidung des DSGV ist falsch URL: https://paymentandbanking.com/die-krypto-entscheidung-des-dsgv-ist-verlogen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:23.000Z Die Sparkassen wollen es ihren Kunden ermöglichen, mit spekulativen Coins zu handeln. Werbung wollen sie dafür aber nicht schalten. Warum beides zusammen eine doofe Idee ist. Die neue Folge „Nils Nörgelt.” *Die Payment- and Banking-Szene ist zweifellos niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor Nils Heck beleuchtet in seiner [Kolumne „Nils nörgelt“](https://paymentandbanking.com/kolumne/) monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* Liebe Leserinnen und Leser, jeden Monat schnappe ich mir eine Nachricht, die nicht nur die Branche, sondern auch mein koffeingetränktes Herz bewegt und da bin ich nicht um diese herumgekommen: Die deutschen Sparkassen wollen in den Handel mit Kryptowährungen einsteigen. Schon bald sollen Kunden die Möglichkeit bekommen, Kryptowährungen zu handeln. Das technische [Know-How dafür soll die Deka-Bank gemeinsam mit der Börse Stuttgart](https://brief.platow.de/banken/sparkassen-boerse-stuttgart-bei-krypto-privatkundenangebot-mit-an-bord/?ref=paymentandbanking.com) entwickeln, die mit ihrer App Bison schon recht erfolgreich im Markt unterwegs ist. Damit könnten bald auf einen Schlag rund 50 Millionen Kunden – das sind so viele Menschen [wie in Spanien ](https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1287112/umfrage/bevoelkerungsreichste-laender-in-lateinamerika-und-karibik/?ref=paymentandbanking.com)wohnen – in Krypto investieren. Das ist schon sehr lustig, wenn man sich den Zeitverlauf anschaut. Immerhin sagte der ehemalige DSGV-Präsident Helmut Schleweis noch vor wenigen Jahren, das ganze sei [ein „Schneeballsystem.” ](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/bitcoin-und-sparkassen-sparkassen-ringen-um-eine-position-zu-kryptowaehrungen-entscheidung-soll-am-montag-fallen/28449606.html?ref=paymentandbanking.com)Auch sonst war der Tenor stets: zu riskant für unsere Kund:innen, das müssen wir nicht machen. Für mich als bekennender Krypto-Anti waren die Sparkassen so etwas wie die Stimme der Vernunft in einer verrückten Welt. Eine Institution, die nicht jeden Trend mitmachen muss, nur weil alle anderen es machen. Der Junge, der eben nicht wie alle anderen von der Brücke springt. Mama wäre stolz gewesen. \[adrotate banner="57"\] Tja, und dann kam diese Nachricht, die mich schwer enttäuscht hat. Die Sparkassen wollen nun doch in den Handel mit Krypto-Währungen einsteigen, allerdings ohne Beratungsleistung und Werbung. Halt für alle, die das unbedingt wollen. Ich bin der Überzeugung: Dieser Schritt ist ein Fehler. Denn das Vertrauen der Sparkassen geht durch den Handel auf Krypto-„Währungen”\* über, denen (meiner bescheidenen Meinung nach) kein faktischer Wirtschaftswert zugrunde liegt. In dem Moment, in dem die Sparkassen den Kryptohandel ermöglichen, machen sie es für viele Menschen überhaupt erst interessant. Menschen, die sonst vielleicht nichts mit Kryptowährungen zu tun haben oder bisher noch skeptisch waren. Alle anderen können längst damit bei Neobrokern oder bei Online-Apps handeln und tun dies auch. Sollte es dann eines Tages zum Crash im Markt kommen, könnte sich das negativ auf die Repuation der Sparkassen auswirken. Und, ist es das wirklich wert? **Die Entscheidung ist halbherzig** Besonders ärgerlich ist aus meiner Sicht aber die Halbherzigkeit der DSGV-Entscheidung. Immerhin wollen die Sparkassen das Angebot aufbauen, damit Menschen damit handeln können. Nur halten sie Krypto zugleich für zu spekulativ, um dafür zu werben oder es zu beraten. Mehr noch: Sie wollen bei Krypto-Handel (zurecht) vor extrem hohen Verlusten warnen und so die Anleger sensibilisieren. Warum aber sollte jemand ein Angebot machen, dass dann niemand bewirbt und berät? Entweder sind Kryptowährungen vom DSGV für gut befunden worden. Dann sollte man für sie werben und dazu auch beraten, wie die Sparkassen es auch sonst mit ihren Finanzprodukten machen. Oder aber der DSGV hält Kryptowährungen nach wie vor für riskant. Dann sollte kein Kunde auch nur in die Nähe dessen gelassen werden. So aber ist es weder Fisch noch Fleisch. Dass die Sparkassen sich dafür entschieden haben, einen Mittelweg zu gehen, zeigt aus meiner Sicht deutlich, dass man sich in den Führungsetagen der Geldhäuser sehr wohl bewusst ist, welche hochriskanten Anlagen Coins sind. Sie wissen, dass Krypto-”Währungen”\* kein gutes Investment für die Allermeisten sein dürften. Sie wissen, dass ihnen das böse auf die Füße fallen kann. Sich angesichts dieses Wissens trotzdem dazu zu entscheiden, Kryptowährungen anzubieten, ohne sie dann zu bewerben, ist eine falsche und halbherzige Entscheidung. Schade noch dazu. Denn eigentlich hatten sich die Sparkassen ja lange dem Zwang des Marktes widersetzt. Ich fand das charmant. Nein, ich fand das sogar mutig. Fand, Vergangenheitsform. \_ \* Ich weigere mich nach wie vor Krypto auch als Währung zu bezeichnen. Eine Währung ist per Definition ein „[hoheitlich geordnetes ](https://www.gabler-banklexikon.de/definition/waehrung-62457?ref=paymentandbanking.com)Geldwesen eines Staates” oder „[gesetzliches Zahlungsmittel](https://www.duden.de/rechtschreibung/Waehrung?ref=paymentandbanking.com) eines Landes oder der Länder einer Währungsunion“. Das ist bei Krypto nicht der Fall. Sollte das Wort Währung dennoch auftauchen, dann nur aufgrund der besseren Lesbarkeit dieses Textes. ### So könnte Finanzberatung im Jahr 2035 aussehen URL: https://paymentandbanking.com/so-koennte-finanzberatung-im-jahr-2035-aussehen-2/ Last updated: 2025-07-07T06:00:31.000Z *KI-Agenten haben das Potential, Finanzberatung grundlegend zu verändern, wenn sie mit Echtzeitdaten versorgt werden. Dabei ist dank FIDA vieles schon heute möglich, zeigt sich in der zweiten Folge des Podcasts „3×3=10”. Die Hosts Julian Prüfer und Marvin Vortkamp sprechen mit Finanzberatungsexperte Andreas Beys anhand des fiktiven Beispiels einer Finanzberaterin über die Frage, wie wir Technologie nutzen können, um Beratung menschlicher zu machen.* Ein Sprung ins Jahr 2035: Finanzberatung hat sich grundlegend verändert. KI-Agenten analysieren Daten in Echtzeit, Open Finance sorgt für Transparenz – und Berater:innen begleiten Menschen durch ihre Finanzwelt. So könnte Finanzberatung in Zukunft funktionieren, sagt Andreas Beys von Sauren – einem bankenunabhängigen Research- und Beratungsunternehmen. Mit ihm sprechen die Hosts des Podcasts „3×3=10” Julian Prüfer und Marvin Vortkamp in dieser Folge. Zusammen analysieren sie, wie die Zukunft der Finanzberatung aussehen könnte und was FIDA (Financial Data Access) und Technologie schon heute möglich machen. ## **Ein Tag im Jahr 2035** Und so könnte es laut Andreas Beys aussehen: Ein Dienstagmorgen im Jahr 2035\. Finanzberaterin [Eva Schwarz trinkt ihren Kaffee](https://www.dasinvestment.com/ein-tag-im-arbeitsleben-lea-schwarz-finanzbegleiterin-im-jahr-2035/?ref=paymentandbanking.com), während ihre Smart Glasses diskret die Termine des Tages einblendet. Ihr KI-Agent „Noa“ organisiert im Hintergrund Termine, analysiert Finanzdaten ihrer Kund:innen in Echtzeit und schlägt relevante Gespräche vor. Eva ist keine klassische Finanzberaterin mehr. Ihre Rolle hat sich gewandelt: zur Finanzbegleiterin, zum Coach, zur Sparringspartnerin für finanzielle Lebensentscheidungen. Das Besondere: Sie verbindet menschliche Empathie mit der Effizienz digitaler Intelligenz. Und sie tut das nicht allein, sondern in einem System, das durch regulatorische Rahmen wie FIDA überhaupt erst möglich wurde. So beschreibt es Andreas Beys in einem Artikel bei *Das Investment*. Für ihn ist diese Vision kein Science-Fiction – sondern das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir Finanzberatung im digitalen Zeitalter neu denken können. Welche regulatorischen und technologischen Grundlagen es dafür braucht und warum es eine Zukunftsvision ist, die erstrebenswert ist, versuchen Julian Prüfer und Marvin Vortkamp in dieser Folge mit Andreas Beys zu beantworten: Die Frage ist: Wie können wir Technologie nutzen, um Beratung menschlicher zu machen? ## **Vom Produktverkauf zur Finanzbegleitung** Beys hat hier eine konkrete Vorstellung. Eva Schwarz entwickelt sich von einer Verkäuferin zur Begleiterin – ein fundamentaler Wandel in der Finanzbranche. Es geht darum, notwendige finanzielle Entscheidungen im Alltag der Menschen zu erkennen, vorzubereiten und zu beraten. Finanzbegleitung im Jahr 2035 bedeutet: zuhören, Muster erkennen, kontextbezogen Impulse geben. Eva Schwarz ist dabei nicht allein. An ihrer Seite arbeitet „Noa“ – ein KI-Agent, der Daten aus allen Lebensbereichen in Echtzeit analysiert und Eva genau dann unterstützt, wenn Entscheidungen anstehen: Gehaltserhöhung, Familienzuwachs, ein anderes Ausgabeverhalten. Eva kennt die Lebenssituation ihrer Kund:innen – nicht, weil sie sich alles merken kann, sondern weil ihre digitale Infrastruktur sie genau dann informiert, wenn etwas Relevantes passiert, erkennt Abweichungen vom Finanzplan, deutet Lebensveränderungen auf Basis von Zahlenmustern. Noa schlägt dann Termine vor und übernimmt die technische Orchestrierung im Hintergrund. ## **Der KI-Agent als Sparringspartner** Die Technologie drängt sich dabei nicht in den Vordergrund. Sie ist leise, effizient und vorausschauend. Sie liefert keine endgültigen Urteile, sondern Hinweise. Eva bleibt diejenige, die entscheidet, kommuniziert und begleitet. Sie muss keine Formulare mehr ausfüllen oder Portfolios manuell überwachen – das erledigt die Infrastruktur. So entsteht Raum für das, was wirklich zählt: echte Nähe, reflektierte Gespräche, bessere Entscheidungen. Was heute oft noch wie Science-Fiction klingt, ist technologisch längst greifbar. KI-gestützte Analyse, sprachbasierte Steuerung, automatische Terminabstimmung, dynamische Budgetüberwachung – all das ist keine Frage mehr des Ob, sondern des Wie. Die große Herausforderung: Diese Systeme sinnvoll in Beratung und Beziehung zu integrieren – ohne den Menschen aus dem Mittelpunkt zu verdrängen. ## **Was FIDA möglich macht** All das, was Eva Schwarz tagtäglich tut, basiert auf einem entscheidenden Fundament: datengetriebene Zusammenarbeit. Ohne Zugriff auf Kontodaten, Depots, Versicherungen oder Konsumausgaben in Echtzeit wäre ihr KI-Agent Noa blind. Genau hier kommt FIDA – Financial Data Access ins Spiel. FIDA soll europaweit einen verlässlichen Rahmen für den sicheren, standardisierten Zugriff auf Finanzdaten schaffen – über alle Sektoren hinweg. Was heute über PSD2 nur für Zahlungskonten gilt, wird mit FIDA auf das gesamte Finanzleben ausgeweitet: Sparpläne, Kreditverträge, Policen, Rentenansprüche, Anlageportfolios. Und das nicht als Fragment, sondern vernetzt über APIs, auf Wunsch der Nutzer:innen. FIDA ist ein echter Game-Changer. Oder anders gesagt: Ohne FIDA kein Noa. Und ohne Noa keine Eva Schwarz. ## **Abo statt Abschluss** Evas Einkommen stammt nicht aus Provisionen, sondern aus Vertrauen. Ihre Kund:innen zahlen ein monatliches „Finanzlebens-Abo“ – 100 Euro für permanente Begleitung, laufende Analysen, strategische Gespräche und persönliche Finanzimpulse. Produktverkauf? Spielt keine Rolle mehr. Stattdessen: Zugang, Kontinuität, Nähe. Dieses Modell verändert die Logik der Branche. Nicht die Abschlussquote entscheidet, sondern die Qualität der Beziehung. Der Anreiz verschiebt sich vom kurzfristigen Verkauf hin zur langfristigen Begleitung. Eva verdient dann gut, wenn sie ihre Kund:innen stabil, informiert und zielorientiert durch komplexe Lebensphasen führt. Plattformen und KI machen Skalierung möglich, ohne an Tiefe zu verlieren. Statt 80 oder 100 Kund:innen wie heute betreut Eva rund 340 Menschen – und bleibt dennoch erreichbar. ## **Was heute noch fehlt – und wie wir dorthin kommen** So greifbar die Vision erscheint – der Weg dorthin ist kein Selbstläufer. Denn oft fehlt es am Mindset und den Fähigkeiten, Technologien sinnvoll zu nutzen. Noch immer kämpfen Berater:innen mit papierbasierten Prozessen, fragmentierten Systemen und rechtlichen Unsicherheiten. Noch immer fehlt in vielen Häusern eine klare Haltung zu Open Finance und der Rolle des Menschen darin. Wer Eva Schwarz Realität werden lassen will, muss investieren: in Weiterbildung, in neue Rollenbilder, in die Fähigkeit zur Reflexion. Finanzpsychologie, Coaching, Planungskompetenz. Gleichzeitig braucht es Mut sich von alten Provisionslogiken zu lösen. Mut, Kund:innen wirklich als Partner:innen zu verstehen. Und Mut, sich als Branche neu zu erfinden – bevor es andere tun. Viele Berater:innen wollen genau das. Doch sie brauchen Infrastruktur, Vorbilder und eine Community, die den Wandel gemeinsam trägt. Genau dafür braucht es Visionen wie Eva Schwarz. Und Gespräche wie das mit Andreas Beys. ## **Über Andreas Beys** Andreas Beys ist seit über 30 Jahren in der Investmentwelt zuhause und seit 2001 Vorstand der Sauren Fonds-Service AG. Neben seiner Vorstandstätigkeit engagiert er sich in mehreren Ausschüssen des BVI – unter anderem zu Vertrieb, Altersvorsorge und Steuerfragen. Als Mitinitiator der German Open Finance Charta, Kolumnist bei DAS INVESTMENT und Host des Podcasts „Die Finanztrainer³“ prägt er die Diskussion rund um digitale Finanzberatung maßgeblich mit – fachlich fundiert, zukunftsorientiert und mit klarem Blick für den Kundennutzen. ### So könnte Finanzberatung im Jahr 2035 aussehen URL: https://paymentandbanking.com/so-koennte-finanzberatung-im-jahr-2035-aussehen/ Last updated: 2026-04-23T13:01:25.000Z *KI-Agenten haben das Potential, Finanzberatung grundlegend zu verändern, wenn sie mit Echtzeitdaten versorgt werden. Dabei ist dank FIDA vieles schon heute möglich, zeigt sich in der zweiten Folge des Podcasts „3×3=10”. Die Hosts Julian Prüfer und Marvin Vortkamp sprechen mit Finanzberatungsexperte Andreas Beys anhand des fiktiven Beispiels einer Finanzberaterin über die Frage, wie wir Technologie nutzen können, um Beratung menschlicher zu machen.* Ein Sprung ins Jahr 2035: Finanzberatung hat sich grundlegend verändert. KI-Agenten analysieren Daten in Echtzeit, Open Finance sorgt für Transparenz – und Berater:innen begleiten Menschen durch ihre Finanzwelt. So könnte Finanzberatung in Zukunft funktionieren, sagt Andreas Beys von Sauren – einem bankenunabhängigen Research- und Beratungsunternehmen. Mit ihm sprechen die Hosts des Podcasts „3x3=10” Julian Prüfer und Marvin Vortkamp in dieser Folge. Zusammen analysieren sie, wie die Zukunft der Finanzberatung aussehen könnte und was FIDA (Financial Data Access) und Technologie schon heute möglich machen. [3x3=10 #2: So könnte Finanzberatung im Jahr 2035 aussehenJulian Prüfer und Marvin Vortkamp sprechen mit Finanzberatungsexperte Andreas Beys über die Zukunft der Finanzberatung.![](https://static.ghost.org/v5.0.0/images/link-icon.svg)Payment & Banking Fintech PodcastDas Team von Payment & Banking![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/thumbnail/27db6ae7-e609-41bf-87ce-00b581bffec4.jpg)](https://paymentandbanking.podigee.io/726-so-k-nnte-finanzberatung-im-jahr-2035-aussehen?ref=paymentandbanking.com) \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/726-so-k-nnte-finanzberatung-im-jahr-2035-aussehen"\] ## **Ein Tag im Jahr 2035** Und so könnte es laut Andreas Beys aussehen: Ein Dienstagmorgen im Jahr 2035\. Finanzberaterin [Eva Schwarz trinkt ihren Kaffee](https://www.dasinvestment.com/ein-tag-im-arbeitsleben-lea-schwarz-finanzbegleiterin-im-jahr-2035/?ref=paymentandbanking.com), während ihre Smart Glasses diskret die Termine des Tages einblendet. Ihr KI-Agent „Noa“ organisiert im Hintergrund Termine, analysiert Finanzdaten ihrer Kund:innen in Echtzeit und schlägt relevante Gespräche vor. Eva ist keine klassische Finanzberaterin mehr. Ihre Rolle hat sich gewandelt: zur Finanzbegleiterin, zum Coach, zur Sparringspartnerin für finanzielle Lebensentscheidungen. Das Besondere: Sie verbindet menschliche Empathie mit der Effizienz digitaler Intelligenz. Und sie tut das nicht allein, sondern in einem System, das durch regulatorische Rahmen wie FIDA überhaupt erst möglich wurde. So beschreibt es Andreas Beys in einem Artikel bei *Das Investment*. Für ihn ist diese Vision kein Science-Fiction – sondern das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit der Frage, wie wir Finanzberatung im digitalen Zeitalter neu denken können. Welche regulatorischen und technologischen Grundlagen es dafür braucht und warum es eine Zukunftsvision ist, die erstrebenswert ist, versuchen Julian Prüfer und Marvin Vortkamp in dieser Folge mit Andreas Beys zu beantworten: Die Frage ist: Wie können wir Technologie nutzen, um Beratung menschlicher zu machen? ## **Vom Produktverkauf zur Finanzbegleitung** Beys hat hier eine konkrete Vorstellung. Eva Schwarz entwickelt sich von einer Verkäuferin zur Begleiterin – ein fundamentaler Wandel in der Finanzbranche. Es geht darum, notwendige finanzielle Entscheidungen im Alltag der Menschen zu erkennen, vorzubereiten und zu beraten. Finanzbegleitung im Jahr 2035 bedeutet: zuhören, Muster erkennen, kontextbezogen Impulse geben. Eva Schwarz ist dabei nicht allein. An ihrer Seite arbeitet „Noa“ – ein KI-Agent, der Daten aus allen Lebensbereichen in Echtzeit analysiert und Eva genau dann unterstützt, wenn Entscheidungen anstehen: Gehaltserhöhung, Familienzuwachs, ein anderes Ausgabeverhalten. Eva kennt die Lebenssituation ihrer Kund:innen – nicht, weil sie sich alles merken kann, sondern weil ihre digitale Infrastruktur sie genau dann informiert, wenn etwas Relevantes passiert, erkennt Abweichungen vom Finanzplan, deutet Lebensveränderungen auf Basis von Zahlenmustern. Noa schlägt dann Termine vor und übernimmt die technische Orchestrierung im Hintergrund. \[adrotate banner="55"\] ## **Der KI-Agent als Sparringspartner** Die Technologie drängt sich dabei nicht in den Vordergrund. Sie ist leise, effizient und vorausschauend. Sie liefert keine endgültigen Urteile, sondern Hinweise. Eva bleibt diejenige, die entscheidet, kommuniziert und begleitet. Sie muss keine Formulare mehr ausfüllen oder Portfolios manuell überwachen – das erledigt die Infrastruktur. So entsteht Raum für das, was wirklich zählt: echte Nähe, reflektierte Gespräche, bessere Entscheidungen. Was heute oft noch wie Science-Fiction klingt, ist technologisch längst greifbar. KI-gestützte Analyse, sprachbasierte Steuerung, automatische Terminabstimmung, dynamische Budgetüberwachung – all das ist keine Frage mehr des Ob, sondern des Wie. Die große Herausforderung: Diese Systeme sinnvoll in Beratung und Beziehung zu integrieren – ohne den Menschen aus dem Mittelpunkt zu verdrängen. ## **Was FIDA möglich macht** All das, was Eva Schwarz tagtäglich tut, basiert auf einem entscheidenden Fundament: datengetriebene Zusammenarbeit. Ohne Zugriff auf Kontodaten, Depots, Versicherungen oder Konsumausgaben in Echtzeit wäre ihr KI-Agent Noa blind. Genau hier kommt FIDA – Financial Data Access ins Spiel. FIDA soll europaweit einen verlässlichen Rahmen für den sicheren, standardisierten Zugriff auf Finanzdaten schaffen – über alle Sektoren hinweg. Was heute über PSD2 nur für Zahlungskonten gilt, wird mit FIDA auf das gesamte Finanzleben ausgeweitet: Sparpläne, Kreditverträge, Policen, Rentenansprüche, Anlageportfolios. Und das nicht als Fragment, sondern vernetzt über APIs, auf Wunsch der Nutzer:innen. FIDA ist ein echter Game-Changer. Oder anders gesagt: Ohne FIDA kein Noa. Und ohne Noa keine Eva Schwarz. ## **Abo statt Abschluss** Evas Einkommen stammt nicht aus Provisionen, sondern aus Vertrauen. Ihre Kund:innen zahlen ein monatliches „Finanzlebens-Abo“ – 100 Euro für permanente Begleitung, laufende Analysen, strategische Gespräche und persönliche Finanzimpulse. Produktverkauf? Spielt keine Rolle mehr. Stattdessen: Zugang, Kontinuität, Nähe. Dieses Modell verändert die Logik der Branche. Nicht die Abschlussquote entscheidet, sondern die Qualität der Beziehung. Der Anreiz verschiebt sich vom kurzfristigen Verkauf hin zur langfristigen Begleitung. Eva verdient dann gut, wenn sie ihre Kund:innen stabil, informiert und zielorientiert durch komplexe Lebensphasen führt. Plattformen und KI machen Skalierung möglich, ohne an Tiefe zu verlieren. Statt 80 oder 100 Kund:innen wie heute betreut Eva rund 340 Menschen – und bleibt dennoch erreichbar. ## **Was heute noch fehlt – und wie wir dorthin kommen** So greifbar die Vision erscheint – der Weg dorthin ist kein Selbstläufer. Denn oft fehlt es am Mindset und den Fähigkeiten, Technologien sinnvoll zu nutzen. Noch immer kämpfen Berater:innen mit papierbasierten Prozessen, fragmentierten Systemen und rechtlichen Unsicherheiten. Noch immer fehlt in vielen Häusern eine klare Haltung zu Open Finance und der Rolle des Menschen darin. Wer Eva Schwarz Realität werden lassen will, muss investieren: in Weiterbildung, in neue Rollenbilder, in die Fähigkeit zur Reflexion. Finanzpsychologie, Coaching, Planungskompetenz. Gleichzeitig braucht es Mut sich von alten Provisionslogiken zu lösen. Mut, Kund:innen wirklich als Partner:innen zu verstehen. Und Mut, sich als Branche neu zu erfinden – bevor es andere tun. Viele Berater:innen wollen genau das. Doch sie brauchen Infrastruktur, Vorbilder und eine Community, die den Wandel gemeinsam trägt. Genau dafür braucht es Visionen wie Eva Schwarz. Und Gespräche wie das mit Andreas Beys. ## **Über Andreas Beys** Andreas Beys ist seit über 30 Jahren in der Investmentwelt zuhause und seit 2001 Vorstand der Sauren Fonds-Service AG. Neben seiner Vorstandstätigkeit engagiert er sich in mehreren Ausschüssen des BVI – unter anderem zu Vertrieb, Altersvorsorge und Steuerfragen. Als Mitinitiator der German Open Finance Charta, Kolumnist bei DAS INVESTMENT und Host des Podcasts „Die Finanztrainer³“ prägt er die Diskussion rund um digitale Finanzberatung maßgeblich mit – fachlich fundiert, zukunftsorientiert und mit klarem Blick für den Kundennutzen. ### Die wichtigsten Fintech-News im Juni URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-juni-2/ Last updated: 2025-07-03T20:50:07.000Z **Neue Fundingrunden für Fintechs, viele News um N26 und Revolut sowie strategische Neuausrichtungen. Die Fintech-Branche kam im Juni nicht zur Ruhe.** Wer dachte, dass sich die Fintech-Branche im Juni auf ein Sommerloch zubewegt, lag falsch: Trotz brütender Hitze und einer angeschlagenen Stimme haben sich André Bajorat und Jochen Siegert in dieser Folge des News-Podcasts von Payment & Banking den Berg an Neuigkeiten vorgenommen. Im Juni gab es für Fintechs wie Scalable Capital und Payrails frisches Kapital, N26 und Revolut verkünden neue Features und der etwas verfrühte Start der BBVA in Deutschland: Hier kommt der Überblick zum Juni 2025. ## **BCG-Studie: Fintechs wachsen dreimal schneller als traditionelle Finanzdienstleister** Laut dem[ Global Fintech Report 2025](https://www.bcg.com/publications/2024/global-fintech-prudence-profits-and-growth?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com) von BCG und QED Investors verzeichneten Fintechs 2024 ein Umsatzwachstum von 21 %, während traditionelle Finanzdienstleister nur um 6 % zulegten. Zudem erreichten 69 % der börsennotierten Fintechs die Gewinnzone, was auf eine zunehmende Reife und Stabilität der Branche hindeutet. ## **Scalable Capital sichert sich 155 Mio. € für europäische Expansion** Das Münchner Fintech Scalable Capital hat in einer Finanzierungsrunde[ 155 Mio. € eingesammelt](https://de.scalable.capital/en/newsroom/en-founding-round-2025?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com), angeführt von Sofina und Noteus Partners. Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, seine Präsenz in Europa auszubauen und seine Plattform weiterzuentwickeln. Ziel ist es, zur führenden digitalen Investmentplattform Europas zu werden. ## **Payrails sammelt 32 Mio. USD ein – Berliner Fintech auf Wachstumskurs** Das Berliner Payment‑Fintech **Payrails** sammelt[ 32 Millionen US‑Dollar](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f99d648725&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ein. Das Kapital soll in den Ausbau der europäischen Expansion und die Weiterentwicklung der Acquiring-Plattform fließen. Ein deutliches Zeichen: Anleger setzen weiter auf gut vernetzte, technologiegetriebene Finanzlösungen. **DealCircle sammelt 5 Mio. Euro ein** Mit frischem Kapital von fünf Millionen Euro will DealCircle seine Matching-Plattform[ für M&A-Transaktionen ausbauen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=cd491b41d0&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Ziel ist es, den Dealflow zwischen Investoren und Unternehmen effizienter zu gestalten und datenbasiert zu optimieren – ein Zeichen dafür, dass technologische Vermittlungstools in der PE-Branche weiter an Bedeutung gewinnen. ## **N26 will 400 Millionen Euro – Gespräche mit Investoren laufen** Das Berliner Neobank-Flaggschiff N26 befindet sich laut Bloomberg in Gesprächen über eine mögliche Finanzierungsrunde von 400 Millionen Euro. Ziel ist es, die internationale Expansion voranzutreiben und profitabler zu werden. Die[ aktuellen Verhandlungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=39251ea762&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) werfen auch die Frage auf, ob sich ein IPO andeutet – und wie robust das Geschäftsmodell in einem zunehmend regulierten Markt wirklich ist. ## **BaFin sollte N26 im Blick behalten** Erneut steht N26 im[ Fokus der Finanzaufsicht](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0e65c598db&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Mögliche Versäumnisse bei der Geldwäscheprävention und der Eigenkapitalausstattung sorgen für Aufsehen – es könnte zu neuen Maßnahmen kommen. Für die Neobank bleibt regulatorische Wachsamkeit ein ständiger Begleiter auf dem Weg zur Profitabilität. ## **N26 erweitert Reise-Features und führt neues Premium-Konto ein** Die Digitalbank N26 hat ihr Angebot um neue Reise-Features erweitert und[ ein neues Premium-Kontomodell](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9b6ada888c&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) eingeführt. Kund:innen erhalten nun Zugang zu über 1.300 Flughafenlounges weltweit, buchbar direkt über die N26-App. Das neue Premium-Konto „N26 Go“ bietet zusätzliche Vorteile für Reisende und soll das Kundenerlebnis weiter verbessern. ## **Revolut steigt ins Mobilfunkgeschäft ein – unbegrenztes eSIM-Datenvolumen für nur 12,50 €** Revolut[ plant noch 2025 den Einstieg](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9d4a31522e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) in den Mobilfunkmarkt und bietet deutschen Nutzer:innen einen Unlimited‑Tarif, der über eSIM direkt in der App gebucht wird. Ganz ohne Vertragsbindung. Für 12,50 € im Monat sollen Kunden eine Allnet‑Flat für Telefonie, SMS und unbegrenztes Datenvolumen im Inland sowie 20 GB EU‑Roaming erhalten. ## **Revolut baut Krypto-Derivate auf** Revolut plant laut Stellenausschreibung den Aufbau einer Krypto-Derivate-Handelsplattform für seine weltweit 50 Millionen Nutzer. Der[ General‑Manager-Posten für](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=90cd2da9a2&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) Crypto Derivatives soll in London, Barcelona oder Dubai angesiedelt werden, Regionen mit günstiger Regulierung. Dabei zielt das Unternehmen darauf ab, „eine der vertrauenswürdigsten, skalierbarsten und profitabelsten Derivate-Plattformen der Welt“ zu etablieren und so seine Krypto-Strategie deutlich zu verstärken. ## **Revolut startet mit Stablecoin durch** Mit einem eigenen Stablecoin betritt Revolut eine neue Stufe im Krypto-Game. Die Währung, direkt in die App eingebunden, soll vor allem beim Bezahlen und Sparen für mehr Stabilität sorgen. Dass [Revolut jetzt mit einer eigenen Digitalwährung aufwartet](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=752c5b144e&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), zeigt den Willen zur Plattformökonomie – und könnte Signalwirkung für andere Neobanken haben. ## **Belohnung bei Milliardenbewertung: Revolut-Chef winkt Mega-Payday** Wenn Revolut auf 150 Milliarden Dollar wächst, könnte der CEO kräftig absahnen. Ein Bonuspaket in Milliardenhöhe macht [die Vergütung des Revolut-Chefs](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=4fb2602ced&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) zur wohl spannendsten Personalie der Fintech-Branche. Es zeigt auch, wie stark Kultur und Kapital inzwischen miteinander verwoben sind. ## **Mollie steigert Bruttogewinn 2024 um 30 Prozent** Der Finanzdienstleister Mollie hat 2024 einen[ Bruttogewinn von 115 Millionen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9b63ed730f&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) Euro erzielt, was einer Steigerung von 30 Prozent entspricht. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 214 Millionen Euro. Dieses Wachstum wurde durch neue Produkte wie „Tap to Pay“ und „Mollie Invoicing“ sowie durch internationale Expansion in Länder wie Italien und Schweden vorangetrieben. Mollie verzeichnete zudem erstmals seit 2018 wieder ein positives EBITDA. ## **Mollie launcht „Tap“-Terminal – smartes Bezahlen für den Mittelstand** Mollie hat offiziell das neue Tap-Terminal vorgestellt – ein Android‑basiertes, kompaktes Gerät, das kontaktloses Bezahlen via NFC oder QR-Code im Handumdrehen ermöglicht. „Ready in 30 secs“ lautet das Motto: Einstecken, einschalten und loslegen. Die[ Integration mit Mollies Online-Plattform](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=430128a4c9&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) erlaubt es Einzelhändler:innen, sämtliche Bezahl- und Geschäftsdaten zentral zu steuern – ein gezielter Schritt zur Omnichannel‑Vernetzung von E‑Commerce und Point‑of‑Sale. ## **SumUp akzeptiert bald Girocard-Zahlungen ohne Co-Badge** SumUp plant,[ künftig Girocard-Zahlungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=54309d7961&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) direkt über das deutsche Zahlungssystem abzuwickeln, ohne auf Co-Badges wie Maestro oder V Pay angewiesen zu sein. Mit der neuen Partnerschaft zwischen SumUp und der deutschen Kreditwirtschaft wird es bald möglich sein, Zahlungen mit der Girocard direkt über das Girocard-Netzwerk abzuwickeln. Ein genauer Starttermin für die Umsetzung wurde noch nicht bekannt gegeben. ## **ABN Amro gründet Neobank Buut – mit Fokus auf Tech-affine Kundschaft** Mit Buut bringt ABN Amro eine neue digitale Bank an den Start, die sich explizit an technologiebegeisterte Nutzer richtet. Die[ offizielle Ankündigung der Neobank Buut](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=66b0752db6&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) deutet auf eine strategische Neupositionierung im digitalen Wettbewerb hin. Das Angebot soll sich durch einfache Bedienung, moderne Nutzerführung und innovative Features abheben – und dabei eine klar definierte Zielgruppe adressieren. ## **Raisin wird zur europäischen Marke: „Weltsparen“ geht international** Das Berliner Fintech[ Raisin verzichtet in Deutschland auf die Marke **Weltsparen**](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=ef49648545&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com), um international unter seinem Ursprungshaus-Namen aufzutreten. Hintergrund ist eine europäische Wachstumsstrategie: Der neue Markenfokus soll die grenzüberschreitende Ausrichtung der Plattform verdeutlichen . Auch im Ausland tätige Anleger erkennen so gezielter, dass es sich um einen konsolidierten Marktplatz für Tages- und Festgeld handelt. ## **Klarna erfindet sich neu – und visiert das Bankgeschäft an** Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna positioniert sich für eine neue Börsenstory – und überrascht mit einer strategischen Neuausrichtung in Richtung Bankgeschäft. Neben dem Fokus auf KI und Automatisierung, soll insbesondere das eigene Finanzproduktportfolio ausgebaut werden. Die[ neue Strategie](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=50edaca18e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) soll Investoren überzeugen und zeigt, wie der einstige Buy-now-pay-later-Pionier sich als umfassender Finanzanbieter neu aufstellt. ## **Klarna startet Mobile-Wallet mit Ökosystem-Anspruch** Der schwedische Zahlungsdienstleister [mischt nun auch im Mobile-Wallet-Markt mit](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=99e3809c33&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) – inklusive QR-Code-Payment, Loyalty-Funktionen und In-App-Krediten. Klarna verfolgt damit konsequent die Strategie, Zahlungs- und Konsumerlebnis vollständig zu verschmelzen. ## **Klarna ist jetzt in Google Pay eingebunden** Bezahlen mit Ratenkauf wird noch einfacher: [Klarna ist nun direkt via Google Pay verfügbar](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=000495616f&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Damit integriert sich das BNPL-Modell direkt in alltägliche Zahlungssituationen – nicht nur im E-Commerce, sondern zunehmend auch stationär. Allerdings zunächst nur in den USA. ## **Lemonway übernimmt PayGreen – grüner Checkout im Fokus** Lemonway[ übernimmt das Geschäft von PayGreen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=072c2af198&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) und erweitert damit sein Portfolio um einen spezialisierten Anbieter für umweltfreundliche Zahlungsoptionen. Die Übernahme stärkt Lemonways Position im Lizenz- und SaaS-Bereich für den europäischen E‑Commerce, besonders im nachhaltigen Zahlungsumfeld. Händler sollen durch diesen Schritt künftig einfacher klimafreundliche Bezahlangebote integrieren und Verbrauchern dadurch bewusste Kaufmöglichkeiten bieten. ## **Stripe kauft Krypto‑Wallet‑Startup Privy** Mit der[ Übernahme des Wallet-Startups Privy](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=87e2ab8c29&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) erweitert Stripe seine Infrastruktur im Kryptobereich. Ziel ist es, Unternehmen eine nahtlose Integration von Blockchain-basierten Diensten zu ermöglichen. Damit untermauert Stripe seinen Anspruch, als globaler Payment-Dienstleister auch bei digitalen Assets führend zu sein. ## **Ex-Whitebox-Manager will mit Realist den ETF-Markt aufmischen** Thomas Völker startet mit seinem neuen Fintech Realist durch – und hat ehrgeizige Pläne: Der[ selbsternannte „ETF-Killer“](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b9b51df457&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) soll Anleger:innen eine präzisere, aktiv gemanagte Alternative bieten. Das Geschäftsmodell zielt auf ein intelligenteres Vermögensmanagement. ## **Fabrick übernimmt FinAPI – Open Banking auf Konsolidierungskur** Die italienische Banking-Plattform Fabrick hat[ den Münchner PSD2-Spezialisten FinAPI übernommen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b70f36d867&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Damit entsteht einer der größten europäischen Player im Open-Banking-Umfeld, mit neuen Expansionsplänen für den DACH-Raum. ## **Digital‑Native‑Neobanken setzen sich in Europa fest** Virtual Banking gewinnt in Europa zunehmend an Boden: Laut Fintechnews führen challengende Banken mit schlanken, digital‑first Plattformen traditionell starke Finanzinstitute sukzessive an Marke und Nutzerzahlen vorbei. Der[ Trend zu Banking ohne Filiale](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c62752204c&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com), aber mit attraktiven UX, wird klar bestätigt. Inklusive höherer Zahlungsbereitschaft bei jungen Kund:innen. ## **Europäische Zahlungsambitionen erhalten neuen Schub** Mit der strategischen Kooperation zwischen EPI und EuroPa (European Payments Alliance) wächst die Hoffnung auf ein souveränes, paneuropäisches Zahlungssystem. Ziel ist es, bestehende nationale Initiativen zu bündeln und damit eine europäische Alternative zu den US-Diensten zu schaffen. Der Schulterschluss markiert einen wichtigen Meilenstein für den Ausbau [eines eigenständigen Payment-Ökosystems in Europa](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8f0a1c5824&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Payone unter Druck: Verdacht auf dubiose Geschäftsbeziehungen** Die Vorwürfe gegen Payone wiegen schwer. Der Zahlungsdienstleister soll [mutmaßlich dubiose Kundenbeziehungen toleriert](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e4cd9ae924&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haben – etwa zu einem bekannten Pornounternehmer. Ein Fall, der den Ruf der Branche belastet und Fragen zur Due Diligence aufwirft. ## **Drei Prozent Zinsen aufs Giro: BBVA will Kund:innen locken** Die spanische Großbank BBVA startet mit einer neuen Digitalbank in Deutschland und verspricht drei Prozent Zinsen aufs Girokonto. Damit sollen vor allem wechselwillige Sparer:innen angesprochen und gleichzeitig das digitale Ökosystem ausgebaut werden. Der Vorstoß zeigt, wie Banken versuchen, im Kampf um Kundengelder neue Wege zu gehen. Mehr Details liefert der Blick auf das [BBVA-Angebot für deutsche Kontonutzer:innen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0883664de9&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Ex-Commerzbank-Chef Manfred Knof wechselt zu Krypto-Firma Valour** Manfred Knof, ehemaliger CEO der Commerzbank,[ übernimmt den Vorsitz bei Valour](https://www.boersen-zeitung.de/personen/manfred-knof-heuert-beim-krypto-spezialisten-valor-an?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com), einem Anbieter von Krypto-ETPs. Er soll das institutionelle Geschäft ausbauen und die globale Expansion vorantreiben. Der Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Assets im traditionellen Finanzsektor. ### Die wichtigsten Fintech-News im Juni URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-juni/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z **Neue Fundingrunden für Fintechs, viele News um N26 und Revolut sowie strategische Neuausrichtungen. Die Fintech-Branche kam im Juni nicht zur Ruhe.** Wer dachte, dass sich die Fintech-Branche im Juni auf ein Sommerloch zubewegt, lag falsch: Trotz brütender Hitze und einer angeschlagenen Stimme haben sich André Bajorat und Jochen Siegert in dieser Folge des News-Podcasts von Payment & Banking den Berg an Neuigkeiten vorgenommen. Im Juni gab es für Fintechs wie Scalable Capital und Payrails frisches Kapital, N26 und Revolut verkünden neue Features und der etwas verfrühte Start der BBVA in Deutschland: Hier kommt der Überblick zum Juni 2025. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/725-die-wichtigsten-fintech-news-im-juni"\] ## **BCG-Studie: Fintechs wachsen dreimal schneller als traditionelle Finanzdienstleister** Laut dem[ Global Fintech Report 2025](https://www.bcg.com/publications/2024/global-fintech-prudence-profits-and-growth?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com) von BCG und QED Investors verzeichneten Fintechs 2024 ein Umsatzwachstum von 21 %, während traditionelle Finanzdienstleister nur um 6 % zulegten. Zudem erreichten 69 % der börsennotierten Fintechs die Gewinnzone, was auf eine zunehmende Reife und Stabilität der Branche hindeutet. ## **Scalable Capital sichert sich 155 Mio. € für europäische Expansion** Das Münchner Fintech Scalable Capital hat in einer Finanzierungsrunde[ 155 Mio. € eingesammelt](https://de.scalable.capital/en/newsroom/en-founding-round-2025?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com), angeführt von Sofina und Noteus Partners. Mit dem frischen Kapital plant das Unternehmen, seine Präsenz in Europa auszubauen und seine Plattform weiterzuentwickeln. Ziel ist es, zur führenden digitalen Investmentplattform Europas zu werden. ## **Payrails sammelt 32 Mio. USD ein – Berliner Fintech auf Wachstumskurs** Das Berliner Payment‑Fintech **Payrails** sammelt[ 32 Millionen US‑Dollar](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f99d648725&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ein. Das Kapital soll in den Ausbau der europäischen Expansion und die Weiterentwicklung der Acquiring-Plattform fließen. Ein deutliches Zeichen: Anleger setzen weiter auf gut vernetzte, technologiegetriebene Finanzlösungen. **DealCircle sammelt 5 Mio. Euro ein** Mit frischem Kapital von fünf Millionen Euro will DealCircle seine Matching-Plattform[ für M&A-Transaktionen ausbauen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=cd491b41d0&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Ziel ist es, den Dealflow zwischen Investoren und Unternehmen effizienter zu gestalten und datenbasiert zu optimieren – ein Zeichen dafür, dass technologische Vermittlungstools in der PE-Branche weiter an Bedeutung gewinnen. ## **N26 will 400 Millionen Euro – Gespräche mit Investoren laufen** Das Berliner Neobank-Flaggschiff N26 befindet sich laut Bloomberg in Gesprächen über eine mögliche Finanzierungsrunde von 400 Millionen Euro. Ziel ist es, die internationale Expansion voranzutreiben und profitabler zu werden. Die[ aktuellen Verhandlungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=39251ea762&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) werfen auch die Frage auf, ob sich ein IPO andeutet – und wie robust das Geschäftsmodell in einem zunehmend regulierten Markt wirklich ist. ## **BaFin sollte N26 im Blick behalten** Erneut steht N26 im[ Fokus der Finanzaufsicht](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0e65c598db&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Mögliche Versäumnisse bei der Geldwäscheprävention und der Eigenkapitalausstattung sorgen für Aufsehen – es könnte zu neuen Maßnahmen kommen. Für die Neobank bleibt regulatorische Wachsamkeit ein ständiger Begleiter auf dem Weg zur Profitabilität. \[adrotate banner="55"\] ## **N26 erweitert Reise-Features und führt neues Premium-Konto ein** Die Digitalbank N26 hat ihr Angebot um neue Reise-Features erweitert und[ ein neues Premium-Kontomodell](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9b6ada888c&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) eingeführt. Kund:innen erhalten nun Zugang zu über 1.300 Flughafenlounges weltweit, buchbar direkt über die N26-App. Das neue Premium-Konto „N26 Go“ bietet zusätzliche Vorteile für Reisende und soll das Kundenerlebnis weiter verbessern. ## **Revolut steigt ins Mobilfunkgeschäft ein – unbegrenztes eSIM-Datenvolumen für nur 12,50 €** Revolut[ plant noch 2025 den Einstieg](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9d4a31522e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) in den Mobilfunkmarkt und bietet deutschen Nutzer:innen einen Unlimited‑Tarif, der über eSIM direkt in der App gebucht wird. Ganz ohne Vertragsbindung. Für 12,50 € im Monat sollen Kunden eine Allnet‑Flat für Telefonie, SMS und unbegrenztes Datenvolumen im Inland sowie 20 GB EU‑Roaming erhalten. ## **Revolut baut Krypto-Derivate auf** Revolut plant laut Stellenausschreibung den Aufbau einer Krypto-Derivate-Handelsplattform für seine weltweit 50 Millionen Nutzer. Der[ General‑Manager-Posten für](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=90cd2da9a2&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) Crypto Derivatives soll in London, Barcelona oder Dubai angesiedelt werden, Regionen mit günstiger Regulierung. Dabei zielt das Unternehmen darauf ab, „eine der vertrauenswürdigsten, skalierbarsten und profitabelsten Derivate-Plattformen der Welt“ zu etablieren und so seine Krypto-Strategie deutlich zu verstärken. ## **Revolut startet mit Stablecoin durch** Mit einem eigenen Stablecoin betritt Revolut eine neue Stufe im Krypto-Game. Die Währung, direkt in die App eingebunden, soll vor allem beim Bezahlen und Sparen für mehr Stabilität sorgen. Dass [Revolut jetzt mit einer eigenen Digitalwährung aufwartet](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=752c5b144e&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com), zeigt den Willen zur Plattformökonomie – und könnte Signalwirkung für andere Neobanken haben. ## **Belohnung bei Milliardenbewertung: Revolut-Chef winkt Mega-Payday** Wenn Revolut auf 150 Milliarden Dollar wächst, könnte der CEO kräftig absahnen. Ein Bonuspaket in Milliardenhöhe macht [die Vergütung des Revolut-Chefs](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=4fb2602ced&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) zur wohl spannendsten Personalie der Fintech-Branche. Es zeigt auch, wie stark Kultur und Kapital inzwischen miteinander verwoben sind. ## **Mollie steigert Bruttogewinn 2024 um 30 Prozent** Der Finanzdienstleister Mollie hat 2024 einen[ Bruttogewinn von 115 Millionen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9b63ed730f&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) Euro erzielt, was einer Steigerung von 30 Prozent entspricht. Der Umsatz stieg um 28 Prozent auf 214 Millionen Euro. Dieses Wachstum wurde durch neue Produkte wie „Tap to Pay“ und „Mollie Invoicing“ sowie durch internationale Expansion in Länder wie Italien und Schweden vorangetrieben. Mollie verzeichnete zudem erstmals seit 2018 wieder ein positives EBITDA. ## **Mollie launcht „Tap“-Terminal – smartes Bezahlen für den Mittelstand** Mollie hat offiziell das neue Tap-Terminal vorgestellt – ein Android‑basiertes, kompaktes Gerät, das kontaktloses Bezahlen via NFC oder QR-Code im Handumdrehen ermöglicht. „Ready in 30 secs“ lautet das Motto: Einstecken, einschalten und loslegen. Die[ Integration mit Mollies Online-Plattform](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=430128a4c9&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) erlaubt es Einzelhändler:innen, sämtliche Bezahl- und Geschäftsdaten zentral zu steuern – ein gezielter Schritt zur Omnichannel‑Vernetzung von E‑Commerce und Point‑of‑Sale. ## **SumUp akzeptiert bald Girocard-Zahlungen ohne Co-Badge** SumUp plant,[ künftig Girocard-Zahlungen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=54309d7961&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) direkt über das deutsche Zahlungssystem abzuwickeln, ohne auf Co-Badges wie Maestro oder V Pay angewiesen zu sein. Mit der neuen Partnerschaft zwischen SumUp und der deutschen Kreditwirtschaft wird es bald möglich sein, Zahlungen mit der Girocard direkt über das Girocard-Netzwerk abzuwickeln. Ein genauer Starttermin für die Umsetzung wurde noch nicht bekannt gegeben. ## **ABN Amro gründet Neobank Buut – mit Fokus auf Tech-affine Kundschaft** Mit Buut bringt ABN Amro eine neue digitale Bank an den Start, die sich explizit an technologiebegeisterte Nutzer richtet. Die[ offizielle Ankündigung der Neobank Buut](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=66b0752db6&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) deutet auf eine strategische Neupositionierung im digitalen Wettbewerb hin. Das Angebot soll sich durch einfache Bedienung, moderne Nutzerführung und innovative Features abheben – und dabei eine klar definierte Zielgruppe adressieren. ## **Raisin wird zur europäischen Marke: „Weltsparen“ geht international** Das Berliner Fintech[ Raisin verzichtet in Deutschland auf die Marke **Weltsparen**](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=ef49648545&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com), um international unter seinem Ursprungshaus-Namen aufzutreten. Hintergrund ist eine europäische Wachstumsstrategie: Der neue Markenfokus soll die grenzüberschreitende Ausrichtung der Plattform verdeutlichen . Auch im Ausland tätige Anleger erkennen so gezielter, dass es sich um einen konsolidierten Marktplatz für Tages- und Festgeld handelt. ## **Klarna erfindet sich neu – und visiert das Bankgeschäft an** Der schwedische Zahlungsdienstleister Klarna positioniert sich für eine neue Börsenstory – und überrascht mit einer strategischen Neuausrichtung in Richtung Bankgeschäft. Neben dem Fokus auf KI und Automatisierung, soll insbesondere das eigene Finanzproduktportfolio ausgebaut werden. Die[ neue Strategie](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=50edaca18e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) soll Investoren überzeugen und zeigt, wie der einstige Buy-now-pay-later-Pionier sich als umfassender Finanzanbieter neu aufstellt. ## **Klarna startet Mobile-Wallet mit Ökosystem-Anspruch** Der schwedische Zahlungsdienstleister [mischt nun auch im Mobile-Wallet-Markt mit](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=99e3809c33&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) – inklusive QR-Code-Payment, Loyalty-Funktionen und In-App-Krediten. Klarna verfolgt damit konsequent die Strategie, Zahlungs- und Konsumerlebnis vollständig zu verschmelzen. ## **Klarna ist jetzt in Google Pay eingebunden** Bezahlen mit Ratenkauf wird noch einfacher: [Klarna ist nun direkt via Google Pay verfügbar](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=000495616f&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Damit integriert sich das BNPL-Modell direkt in alltägliche Zahlungssituationen – nicht nur im E-Commerce, sondern zunehmend auch stationär. Allerdings zunächst nur in den USA. ## **Lemonway übernimmt PayGreen – grüner Checkout im Fokus** Lemonway[ übernimmt das Geschäft von PayGreen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=072c2af198&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) und erweitert damit sein Portfolio um einen spezialisierten Anbieter für umweltfreundliche Zahlungsoptionen. Die Übernahme stärkt Lemonways Position im Lizenz- und SaaS-Bereich für den europäischen E‑Commerce, besonders im nachhaltigen Zahlungsumfeld. Händler sollen durch diesen Schritt künftig einfacher klimafreundliche Bezahlangebote integrieren und Verbrauchern dadurch bewusste Kaufmöglichkeiten bieten. ## **Stripe kauft Krypto‑Wallet‑Startup Privy** Mit der[ Übernahme des Wallet-Startups Privy](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=87e2ab8c29&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) erweitert Stripe seine Infrastruktur im Kryptobereich. Ziel ist es, Unternehmen eine nahtlose Integration von Blockchain-basierten Diensten zu ermöglichen. Damit untermauert Stripe seinen Anspruch, als globaler Payment-Dienstleister auch bei digitalen Assets führend zu sein. ## **Ex-Whitebox-Manager will mit Realist den ETF-Markt aufmischen** Thomas Völker startet mit seinem neuen Fintech Realist durch – und hat ehrgeizige Pläne: Der[ selbsternannte „ETF-Killer“](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b9b51df457&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) soll Anleger:innen eine präzisere, aktiv gemanagte Alternative bieten. Das Geschäftsmodell zielt auf ein intelligenteres Vermögensmanagement. ## **Fabrick übernimmt FinAPI – Open Banking auf Konsolidierungskur** Die italienische Banking-Plattform Fabrick hat[ den Münchner PSD2-Spezialisten FinAPI übernommen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b70f36d867&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Damit entsteht einer der größten europäischen Player im Open-Banking-Umfeld, mit neuen Expansionsplänen für den DACH-Raum. ## **Digital‑Native‑Neobanken setzen sich in Europa fest** Virtual Banking gewinnt in Europa zunehmend an Boden: Laut Fintechnews führen challengende Banken mit schlanken, digital‑first Plattformen traditionell starke Finanzinstitute sukzessive an Marke und Nutzerzahlen vorbei. Der[ Trend zu Banking ohne Filiale](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c62752204c&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com), aber mit attraktiven UX, wird klar bestätigt. Inklusive höherer Zahlungsbereitschaft bei jungen Kund:innen. ## **Europäische Zahlungsambitionen erhalten neuen Schub** Mit der strategischen Kooperation zwischen EPI und EuroPa (European Payments Alliance) wächst die Hoffnung auf ein souveränes, paneuropäisches Zahlungssystem. Ziel ist es, bestehende nationale Initiativen zu bündeln und damit eine europäische Alternative zu den US-Diensten zu schaffen. Der Schulterschluss markiert einen wichtigen Meilenstein für den Ausbau [eines eigenständigen Payment-Ökosystems in Europa](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=8f0a1c5824&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Payone unter Druck: Verdacht auf dubiose Geschäftsbeziehungen** Die Vorwürfe gegen Payone wiegen schwer. Der Zahlungsdienstleister soll [mutmaßlich dubiose Kundenbeziehungen toleriert](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e4cd9ae924&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haben – etwa zu einem bekannten Pornounternehmer. Ein Fall, der den Ruf der Branche belastet und Fragen zur Due Diligence aufwirft. ## **Drei Prozent Zinsen aufs Giro: BBVA will Kund:innen locken** Die spanische Großbank BBVA startet mit einer neuen Digitalbank in Deutschland und verspricht drei Prozent Zinsen aufs Girokonto. Damit sollen vor allem wechselwillige Sparer:innen angesprochen und gleichzeitig das digitale Ökosystem ausgebaut werden. Der Vorstoß zeigt, wie Banken versuchen, im Kampf um Kundengelder neue Wege zu gehen. Mehr Details liefert der Blick auf das [BBVA-Angebot für deutsche Kontonutzer:innen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0883664de9&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Ex-Commerzbank-Chef Manfred Knof wechselt zu Krypto-Firma Valour** Manfred Knof, ehemaliger CEO der Commerzbank,[ übernimmt den Vorsitz bei Valour](https://www.boersen-zeitung.de/personen/manfred-knof-heuert-beim-krypto-spezialisten-valor-an?mc%5Fcid=78e4c5d2c9&mc%5Feid=UNIQID&ref=paymentandbanking.com), einem Anbieter von Krypto-ETPs. Er soll das institutionelle Geschäft ausbauen und die globale Expansion vorantreiben. Der Schritt unterstreicht die wachsende Bedeutung digitaler Assets im traditionellen Finanzsektor. ### Das sind unsere Tops & Flops im Juni 2025 URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-unsere-tops-flops-im-juni-2025-2/ Last updated: 2025-07-04T08:17:00.000Z **Die lang ersehnte Erholung von der Investitionsflaute erreicht die deutsche Fintech-Szene. Währenddessen reißen neue mutmaßliche Details bei Payones Geldwäsche-Problemen alte Wunden der Payment-Branche auf.* An dieser Stelle beleuchten wir einmal im Monat die hoch Geflogenen und tief Gefallenen, die Auf- und die Absteiger, die Gewinner und Verlierer, kurz: Wer war Top? Wer war Flop? Diesmal der Blick auf den Juni 2025. ## **Top: Geldsegen für deutsche Fintechs** Lange sah es so aus, als sei der Fintech-Boom vorbei. Investor:innen hielten sich zurück, viele Start-ups kämpften um eine Finanzierung, einige verschwanden ganz vom Markt. Nach zwei Jahren Zurückhaltung deutet sich eine Trendwende an: mehr Kapital, mehr Deals, mehr Selbstvertrauen. Die Branche scheint den Talsohlen-Modus verlassen zu haben – und kehrt mit einem gereiften Blick auf Profitabilität und tragfähige Modelle zurück. Laut dem [*Handelsblatt*](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/start-ups-deutsche-fintechs-sammeln-deutlich-mehr-geld-ein/100134134.html?ref=paymentandbanking.com), das sich auf Zahlen des Beratungsunternehmens Barkow beruft, floss mit 360,2 Millionen Euro im zweiten Quartal 36 Prozent mehr frisches Kapital an deutsche Fintechs als im Vorjahr. Der Anstieg wird deutlicher, wenn man das gesamte erste Halbjahr 2025 betrachtet: 687 Millionen Euro und damit 13 Prozent mehr als 2024 gab es für die Fintechs. Der Geldsegen zeigt sich auch in der [Übersicht von Fundings deutscher Fintechs von Payment & Banking aus dem ersten Halbjahr 2025](https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-so-lief-das-erste-halbjahr/). Hier sticht besonders der Juni hervor: Die Fintechs Payrails, Banxware, Scalable Capital, Baobab, NariIQ und Dealcircle erhielten insgesamt über 220 Millionen Euro. Das zeigt nicht nur, dass nach der langen Flaute nun wieder losgeht, sondern ist auch ein Zeichen für eine Branche, die aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen ist. Zum einen ist nun wieder mehr Geld vorhanden. Zum anderen sind viele der Fintechs, die Geld erhielten, nun profitabel oder werden es voraussichtlich bald sein. Die Zeit, in der Investor:innen abwarten und beobachten, ob und welche Geschäftsmodelle der Fintechs sich durchsetzen, scheint abgelaufen. Die Konsolidierung schreitet voran. Besonders vielversprechend ist dabei, dass nun mehr Geld von deutschen und europäischen Investor:innen kommt. Das macht die Branche unabhängiger von den Launen der US-Investoren, der Politik und Märkten. Und es stärkt auch die Souveränität der europäischen Finanzindustrie, in einer Zeit, in der man sich besonders auf sich selbst verlassen muss. ## **Flop: Payone´s schmutzige Wäsche** Es sind neue Details eines alten Skandals, die für alle Zahlungsanbieter eine schlechte Nachricht sind: Laut der Recherche mit dem Namen „Dirty Payments” von mehreren internationalen Medien und dem [*Spiegel*](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com), soll der Zahlungsdienstleister Payone Warnungen ignoriert und verdächtige Kunden trotz Verdachts auf Geldwäsche akzeptiert haben. Mit dabei: ein alter Bekannter aus dem Wirecard-Skandal. Dass Payone zuletzt [Probleme bei der Geldwäschebekämpfung](https://paymentandbanking.com/payone-bafin-greift-heftig-durch/) hatte, ist für Branchenköpfe nichts Neues. Bisher unbekannt waren die mutmaßlichen Details: etwa, dass Ruben Weigand, der bereits bei Wirecard in die Vermittlung zweifelhafter Kund:innen verwickelt war, diese anschließend bei Payone abgeladen haben soll. Der Kurssturz der Aktie von Worldline, des französischen Mutterkonzerns von Payone, war heftig, aber wohl nur vorübergehend. Doch Skandale wie dieser kosten mehr als Börsenwert – sie kosten Glaubwürdigkeit: Nach Wirecard ist das nun das zweite große Vorzeige-Fintech, das mutmaßlich trotz Hinweisen Geschäfte mit dubiosen Kund:innen abwickelte. Ist da der Eindruck, dass Zahlungsdienstleister in Deutschland nicht ohne Schmuddel-Geschäfte und Geldwäsche-Skandale groß werden können, gerechtfertigt? Sicherlich nicht. Aber die neuen Enthüllungen könnten dem Image der Branche nachhaltig schaden. ### Das sind unsere Tops & Flops im Juni 2025 URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-unsere-tops-flops-im-juni-2025/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z **Die lang ersehnte Erholung von der Investitionsflaute erreicht die deutsche Fintech-Szene. Währenddessen reißen neue mutmaßliche Details bei Payones Geldwäsche-Problemen alte Wunden der Payment-Branche auf.* An dieser Stelle beleuchten wir einmal im Monat die hoch Geflogenen und tief Gefallenen, die Auf- und die Absteiger, die Gewinner und Verlierer, kurz: Wer war Top? Wer war Flop? Diesmal der Blick auf den Juni 2025. ## **Top: Geldsegen für deutsche Fintechs** Lange sah es so aus, als sei der Fintech-Boom vorbei. Investor:innen hielten sich zurück, viele Start-ups kämpften um eine Finanzierung, einige verschwanden ganz vom Markt. Nach zwei Jahren Zurückhaltung deutet sich eine Trendwende an: mehr Kapital, mehr Deals, mehr Selbstvertrauen. Die Branche scheint den Talsohlen-Modus verlassen zu haben – und kehrt mit einem gereiften Blick auf Profitabilität und tragfähige Modelle zurück. Laut dem [*Handelsblatt*](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/start-ups-deutsche-fintechs-sammeln-deutlich-mehr-geld-ein/100134134.html?ref=paymentandbanking.com), das sich auf Zahlen des Beratungsunternehmens Barkow beruft, floss mit 360,2 Millionen Euro im zweiten Quartal 36 Prozent mehr frisches Kapital an deutsche Fintechs als im Vorjahr. Der Anstieg wird deutlicher, wenn man das gesamte erste Halbjahr 2025 betrachtet: 687 Millionen Euro und damit 13 Prozent mehr als 2024 gab es für die Fintechs. Der Geldsegen zeigt sich auch in der [Übersicht von Fundings deutscher Fintechs von Payment & Banking aus dem ersten Halbjahr 2025](https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-so-lief-das-erste-halbjahr/). Hier sticht besonders der Juni hervor: Die Fintechs Payrails, Banxware, Scalable Capital, Baobab, NariIQ und Dealcircle erhielten insgesamt über 220 Millionen Euro. Das zeigt nicht nur, dass nach der langen Flaute nun wieder losgeht, sondern ist auch ein Zeichen für eine Branche, die aus ihren Kinderschuhen herausgewachsen ist. Zum einen ist nun wieder mehr Geld vorhanden. Zum anderen sind viele der Fintechs, die Geld erhielten, nun profitabel oder werden es voraussichtlich bald sein. Die Zeit, in der Investor:innen abwarten und beobachten, ob und welche Geschäftsmodelle der Fintechs sich durchsetzen, scheint abgelaufen. Die Konsolidierung schreitet voran. Besonders vielversprechend ist dabei, dass nun mehr Geld von deutschen und europäischen Investor:innen kommt. Das macht die Branche unabhängiger von den Launen der US-Investoren, der Politik und Märkten. Und es stärkt auch die Souveränität der europäischen Finanzindustrie, in einer Zeit, in der man sich besonders auf sich selbst verlassen muss. \[adrotate banner="55"\] ## **Flop: Payone´s schmutzige Wäsche** Es sind neue Details eines alten Skandals, die für alle Zahlungsanbieter eine schlechte Nachricht sind: Laut der Recherche mit dem Namen „Dirty Payments” von mehreren internationalen Medien und dem [*Spiegel*](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com), soll der Zahlungsdienstleister Payone Warnungen ignoriert und verdächtige Kunden trotz Verdachts auf Geldwäsche akzeptiert haben. Mit dabei: ein alter Bekannter aus dem Wirecard-Skandal. Dass Payone zuletzt [Probleme bei der Geldwäschebekämpfung](https://paymentandbanking.com/payone-bafin-greift-heftig-durch/) hatte, ist für Branchenköpfe nichts Neues. Bisher unbekannt waren die mutmaßlichen Details: etwa, dass Ruben Weigand, der bereits bei Wirecard in die Vermittlung zweifelhafter Kund:innen verwickelt war, diese anschließend bei Payone abgeladen haben soll. Der Kurssturz der Aktie von Worldline, des französischen Mutterkonzerns von Payone, war heftig, aber wohl nur vorübergehend. Doch Skandale wie dieser kosten mehr als Börsenwert – sie kosten Glaubwürdigkeit: Nach Wirecard ist das nun das zweite große Vorzeige-Fintech, das mutmaßlich trotz Hinweisen Geschäfte mit dubiosen Kund:innen abwickelte. Ist da der Eindruck, dass Zahlungsdienstleister in Deutschland nicht ohne Schmuddel-Geschäfte und Geldwäsche-Skandale groß werden können, gerechtfertigt? Sicherlich nicht. Aber die neuen Enthüllungen könnten dem Image der Branche nachhaltig schaden. ### XXL-Angriff von Stripe URL: https://paymentandbanking.com/xxl-angriff-von-stripe-2/ Last updated: 2025-07-10T07:45:27.000Z **Das irisch-US-amerikanische Fintech will in Deutschland mächtig angreifen und kündigt zahlreiche neue Produkte an. Die Konkurrenz kann das nicht kalt lassen.** Es sollte ein ziemlich großes Spektakel sein, das der Finanzdienstleister Stripe am Dienstag vor 350 Besucher:innen in Berlin veranstaltete. Von 8 bis 19 Uhr ging es im Konferenzzentrum Estrel um die großen Themen: die Zukunft des Handels, Pay by Bank, Stablecoins und selbstverständlich auch KI. Eine Roadshow mit namhaften Sprecher:innen. Stripe, so die Botschaft, die sich schon aus dem Programm ablesen lässt, will nun so richtig was reißen im deutschen Markt. Das dürfte durchaus für Aufsehen sorgen, nicht nur bei den 350 Besucher:innen. Denn Stripe ist vielleicht der Fintech-Star der Stunde. Im vergangenen Jahr hatten Firmen, die Stripe nutzen, ein Gesamtzahlungsvolumen von 1,4 Billionen US-Dollar, gab das Fintech bekannt. Und im vergangenen Jahr leistete sich der Finanzdienstleister die Übernahme des Stablecoin-Start-ups Bridge für [kolportierte](https://financefwd.com/de/stripe-bridge/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=F%C3%BCr%20rund%201%2C1%20Milliarden,Verkauf%20eines%20Krypto%2DUnternehmens%20%C3%BCberhaupt.) 1,1 Milliarden Dollar. Und tatsächlich soll es einige Neuerungen geben. Bis Jahresende will Stripe die neue europäische Echtzeit-Zahlungsoption Wero einführen. Das passt auch ganz gut zum neuen Konzept der europäischen Zahlungsinitiative (EPI), [die nun auf Kooperationspartner setzt](https://paymentandbanking.com/strategiewechsel-warum-wero-jetzt-doch-mit-bizum-kooperiert/), anstatt Wero alleine an den Markt zu bringen. Stripe selbst will seinen Kund:innen noch die Option Pay by Bank anbieten, um Bankzahlungen für europäische Verbraucher und Unternehmen attraktiver und reibungsloser zu gestalten – sowie 25 weitere globale Zahlungsmethoden. ## **Neue Partnerschaften angekündigt** Für das Pay-by-Bank-Angebot, bei dem Kund:innen direkt von ihrem Bankkonto aus bezahlen können, arbeitet man mit dem Truelayer zusammen. In Großbritannien war diese Zahlungsmethode via Stripe schon verfügbar. Nun soll sie neben Deutschland auch nach Frankreich kommen. Die Vorteile für Händler:innen: Bei solchen Zahlungen sind keine Schemes mehr eingebunden, die Gebühren verlangen. Und die Transaktionen werden in Echtzeit verarbeitet, das Geld ist also sofort da. Sollten das tatsächlich einmal viele Kund:innen nutzen, schwächt das die Position von Visa, Mastercard und Co. Damit Händler:innen das tatsächlich anbieten und Kund:innen auch nutzen, muss es mindestens so einfach sein wie die Kartenzahlung. Zumindest technisch möglich wäre das. Es kommen noch weitere Partnerschaften hinzu: Gemeinsam mit Allianz Trade startet Stripe einen nach eigenen Angaben verbesserten Order-to-Cash-Prozess für B2B-Transaktionen, unter anderem mit automatisierten Payment Links. Zudem ist das Unternehmen Partner im kürzlich gestarteten Payment Hub des deutschen Softwareanbieters Commercetools, der globale Marken wie Audi, Danone und Sephora unterstützt. Stripe setzt also auf, typisch für das Fintech, gleich auf mehrere Geschäftszweige. Und dann wäre da noch der Dienst Stripe Capital, der nun nach Deutschland kommen soll. Mit ihm können Mittelständler Darlehen und Vorschüsse erhalten. Im Idealfall geht das für sie schneller, als mit einer etablierten Bank über einen Kredit zu. Eine Nachfrage nach schnellen Krediten dürfte sicherlich vorhanden sein. Laut einer [Untersuchung](https://paymentandbanking.com/content/files/www-kfw-de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Kredithuerde/kfw-ifo-kredithurde-q4-2024.pdf) der nationalen Förderbank KfW klagt fast ein Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland über ein restriktives Verhalten ihrer Banken bei der Kreditvergabe. Wobei es gerade in diesem Umfeld Stripe mit zahlreichen Konkurrenten in Deutschland zu tun bekommt. Allein für den Bereich Factoring tummeln sich die Anbieter hierzulande. Mit großen Ankündigungen und auch schon der einen oder anderen Übernahme drängt zum Beispiel Teylor aus der Schweiz auf andere europäischen Märkte. Die vielleicht größte Neuerung ist aber eine andere: Noch in diesem Jahr sollen deutsche Unternehmen ihr Guthaben bei Stripe auch in Stablecoins halten, bewegen und auszahlen können, kündigt das Fintech an. Umrechnungsgebühren soll es keine geben. Das mag im ersten Moment nach einer Spielerei für Krypto-Enthusiasten klingen, doch es ist ein [Angriff auf die etablierten Banken](https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-von-banking-wurde-eingelaeutet-allerdings-nicht-von-einer-bank/). Das Potenzial hinter Stableocins ist für Unternehmen groß, denn mit Stablecoins lassen sich internationale Überweisungen innerhalb von Sekunden, oder sagen wir Minuten, durchziehen. Das ist deutlich schneller als bei einer Banküberweisung, die oft Tage dauern kann. Zudem sind derartige Geldtransfers zumeist günstiger als Überweisungen über das sonst übliche Swift-Netzwerk. ## **Durchbruch in 101 Ländern** Darüber hinaus lassen sich digitale Geldreserven schneller verschieben, ohne Intermediäre. „Zudem können Unternehmen nun ihre Mitarbeiter weltweit mit einer stabilen Währung bezahlen, Kosten durch Inflation und Währungsumtausch reduzieren und dadurch ihre finanzielle Effizienz massiv steigern”, sagt der Krypto-Verantwortliche von Stripe, John Egan, zu Payment & Banking. Denn das neue Stablecoin-Angebot gibt es laut Egan nicht nur in Deutschland, sondern gleich in 101 Ländern. Für ihn ist das einer der ganz großen Vorteile von digitalen Währungen. „Wir können Produkte nun direkt in zahlreichen Ländern ausrollen, das wäre vorher so nicht möglich gewesen“, sagt er. Gemeinsam mit Visa und dem kürzlich übernommenen Fintech Bridge will man nun auch das erste globale Stablecoin-Kartenprogramm auf den Markt bringen. Damit sollen Kund:innen überall mit ihrem Stablecoin-Guthaben bezahlen können, wo Visa akzeptiert wird. Die Verschmelzung von digitalen Währungen und dem bisherigen Zahlungsalltag vieler schreitet damit weiter voran. Aus Stripe-Sicht gilt es nun also vor allem darum, die neuen Produkte auch an den Händler zu bringen. Da kommt so eine Roadshow wie in Berlin sicherlich sehr gelegen. Jetzt müsste nur noch die große Stablecoin-Euphorie einsetzen. Zumindest in Deutschland ist davon in der Breite aber noch nichts zu spüren. ### XXL-Angriff von Stripe URL: https://paymentandbanking.com/xxl-angriff-von-stripe/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z **Das irisch-US-amerikanische Fintech will in Deutschland mächtig angreifen und kündigt zahlreiche neue Produkte an. Die Konkurrenz kann das nicht kalt lassen.** Es sollte ein ziemlich großes Spektakel sein, das der Finanzdienstleister Stripe am Dienstag vor 350 Besucher:innen in Berlin veranstaltete. Von 8 bis 19 Uhr ging es im Konferenzzentrum Estrel um die großen Themen: die Zukunft des Handels, Pay by Bank, Stablecoins und selbstverständlich auch KI. Eine Roadshow mit namhaften Sprecher:innen. Stripe, so die Botschaft, die sich schon aus dem Programm ablesen lässt, will nun so richtig was reißen im deutschen Markt. Das dürfte durchaus für Aufsehen sorgen, nicht nur bei den 350 Besucher:innen. Denn Stripe ist vielleicht der Fintech-Star der Stunde. Im vergangenen Jahr hatten Firmen, die Stripe nutzen, ein Gesamtzahlungsvolumen von 1,4 Billionen US-Dollar, gab das Fintech bekannt. Und im vergangenen Jahr leistete sich der Finanzdienstleister die Übernahme des Stablecoin-Start-ups Bridge für [kolportierte](https://financefwd.com/de/stripe-bridge/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=F%C3%BCr%20rund%201%2C1%20Milliarden,Verkauf%20eines%20Krypto%2DUnternehmens%20%C3%BCberhaupt.) 1,1 Milliarden Dollar. Und tatsächlich soll es einige Neuerungen geben. Bis Jahresende will Stripe die neue europäische Echtzeit-Zahlungsoption Wero einführen. Das passt auch ganz gut zum neuen Konzept der europäischen Zahlungsinitiative (EPI), [die nun auf Kooperationspartner setzt](https://paymentandbanking.com/strategiewechsel-warum-wero-jetzt-doch-mit-bizum-kooperiert/), anstatt Wero alleine an den Markt zu bringen. Stripe selbst will seinen Kund:innen noch die Option Pay by Bank anbieten, um Bankzahlungen für europäische Verbraucher und Unternehmen attraktiver und reibungsloser zu gestalten – sowie 25 weitere globale Zahlungsmethoden. ## **Neue Partnerschaften angekündigt** Für das Pay-by-Bank-Angebot, bei dem Kund:innen direkt von ihrem Bankkonto aus bezahlen können, arbeitet man mit dem Truelayer zusammen. In Großbritannien war diese Zahlungsmethode via Stripe schon verfügbar. Nun soll sie neben Deutschland auch nach Frankreich kommen. Die Vorteile für Händler:innen: Bei solchen Zahlungen sind keine Schemes mehr eingebunden, die Gebühren verlangen. Und die Transaktionen werden in Echtzeit verarbeitet, das Geld ist also sofort da. Sollten das tatsächlich einmal viele Kund:innen nutzen, schwächt das die Position von Visa, Mastercard und Co. Damit Händler:innen das tatsächlich anbieten und Kund:innen auch nutzen, muss es mindestens so einfach sein wie die Kartenzahlung. Zumindest technisch möglich wäre das. Es kommen noch weitere Partnerschaften hinzu: Gemeinsam mit Allianz Trade startet Stripe einen nach eigenen Angaben verbesserten Order-to-Cash-Prozess für B2B-Transaktionen, unter anderem mit automatisierten Payment Links. Zudem ist das Unternehmen Partner im kürzlich gestarteten Payment Hub des deutschen Softwareanbieters Commercetools, der globale Marken wie Audi, Danone und Sephora unterstützt. Stripe setzt also auf, typisch für das Fintech, gleich auf mehrere Geschäftszweige. Und dann wäre da noch der Dienst Stripe Capital, der nun nach Deutschland kommen soll. Mit ihm können Mittelständler Darlehen und Vorschüsse erhalten. Im Idealfall geht das für sie schneller, als mit einer etablierten Bank über einen Kredit zu. Eine Nachfrage nach schnellen Krediten dürfte sicherlich vorhanden sein. Laut einer [Untersuchung](https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Kredithuerde/KfW-ifo-Kredith%C3%BCrde-Q4-2024.pdf?ref=paymentandbanking.com) der nationalen Förderbank KfW klagt fast ein Drittel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland über ein restriktives Verhalten ihrer Banken bei der Kreditvergabe. Wobei es gerade in diesem Umfeld Stripe mit zahlreichen Konkurrenten in Deutschland zu tun bekommt. Allein für den Bereich Factoring tummeln sich die Anbieter hierzulande. Mit großen Ankündigungen und auch schon der einen oder anderen Übernahme drängt zum Beispiel Teylor aus der Schweiz auf andere europäischen Märkte. Die vielleicht größte Neuerung ist aber eine andere: Noch in diesem Jahr sollen deutsche Unternehmen ihr Guthaben bei Stripe auch in Stablecoins halten, bewegen und auszahlen können, kündigt das Fintech an. Umrechnungsgebühren soll es keine geben. Das mag im ersten Moment nach einer Spielerei für Krypto-Enthusiasten klingen, doch es ist ein [Angriff auf die etablierten Banken](https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-von-banking-wurde-eingelaeutet-allerdings-nicht-von-einer-bank/). Das Potenzial hinter Stableocins ist für Unternehmen groß, denn mit Stablecoins lassen sich internationale Überweisungen innerhalb von Sekunden, oder sagen wir Minuten, durchziehen. Das ist deutlich schneller als bei einer Banküberweisung, die oft Tage dauern kann. Zudem sind derartige Geldtransfers zumeist günstiger als Überweisungen über das sonst übliche Swift-Netzwerk. \[adrotate banner="55"\] ## **Durchbruch in 101 Ländern** Darüber hinaus lassen sich digitale Geldreserven schneller verschieben, ohne Intermediäre. „Zudem können Unternehmen nun ihre Mitarbeiter weltweit mit einer stabilen Währung bezahlen, Kosten durch Inflation und Währungsumtausch reduzieren und dadurch ihre finanzielle Effizienz massiv steigern”, sagt der Krypto-Verantwortliche von Stripe, John Egan, zu Payment & Banking. Denn das neue Stablecoin-Angebot gibt es laut Egan nicht nur in Deutschland, sondern gleich in 101 Ländern. Für ihn ist das einer der ganz großen Vorteile von digitalen Währungen. „Wir können Produkte nun direkt in zahlreichen Ländern ausrollen, das wäre vorher so nicht möglich gewesen“, sagt er. Gemeinsam mit Visa und dem kürzlich übernommenen Fintech Bridge will man nun auch das erste globale Stablecoin-Kartenprogramm auf den Markt bringen. Damit sollen Kund:innen überall mit ihrem Stablecoin-Guthaben bezahlen können, wo Visa akzeptiert wird. Die Verschmelzung von digitalen Währungen und dem bisherigen Zahlungsalltag vieler schreitet damit weiter voran. Aus Stripe-Sicht gilt es nun also vor allem darum, die neuen Produkte auch an den Händler zu bringen. Da kommt so eine Roadshow wie in Berlin sicherlich sehr gelegen. Jetzt müsste nur noch die große Stablecoin-Euphorie einsetzen. Zumindest in Deutschland ist davon in der Breite aber noch nichts zu spüren. ### Wie sich das Wealth Management für die digitale Generation wandeln muss URL: https://paymentandbanking.com/wie-sich-das-wealth-management-fuer-die-digitale-generation-wandeln-muss-2/ Last updated: 2025-07-03T09:43:08.000Z **Junge Menschen denken digital, handeln selbstbestimmt und erwarten eine moderne Vermögensberatung. Wie diese aussehen kann.** Der größte Vermögenstransfer der Geschichte steht uns bevor: In den nächsten zwei Jahrzehnten werden etwa 80 Billionen Euro vererbt. Damit ändern sich die Spielregeln im Wealth Management grundlegend, denn die neuen Erben denken digital, handeln selbstbestimmt und erwarten mehr als klassische Vermögensberatung. Was bedeutet das für Banken und Vermögensverwalter:innen? Bei Fincite haben wir für[ die aktuelle Ausgabe unseres WealthTech-Radars](https://bit.ly/4kTPqrq?ref=paymentandbanking.com) mit 23 Branchenexpert:innen gesprochen und dabei zeigt sich: Wer heute nicht umdenkt, verliert morgen seine Kund:innen. ## **Eine Generation, die digital aufgewachsen ist** Der Unterschied bisheriger Generationen zu denen „next in line“: Sie sind digital ausgewachsen; auch, wenn sie heute bereits 40 Jahre plus sind. Sie sind mit der digitalen Transformation aufgewachsen; sie haben digitale Angebote kennen und lieben gelernt. Dementsprechend erwarten sie im Wealth Management, ähnlich wie sie es von Netflix, Amazon und anderen digitalen Playern gewohnt sind, eine ähnliche Erfahrung. Vermögensverwalter:innen tendieren häufig aber noch zu klassischen Ansätzen. Ein Onboarding ist nicht digital und Beratungsprozesse missen digitale Unterstützungen für hyper personalisierte Services. Doch genau hier ist das Problem: Während frühere Generationen ihrem/ihrer persönlichen Berater:in quasi freie Hand gelassen haben, suchen viele der neuen Anleger:innen nach Plattformen, die Self-Service und individuelle Betreuung kombinieren – idealerweise „supercharged“ durch Wissen on demand und KI-Tools. Warum Wealth Management sich dringend auf die jüngeren Generationen anpassen muss, zeigt eine aktuelle[ Studie](https://www.capgemini.com/insights/research-library/world-wealth-report/?ref=paymentandbanking.com) von Capgemini: 81 Prozent der nächsten Generation von High Net Worth Individuals (HNWIs) planen, innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Erbschaft die Bank ihrer Eltern zu wechseln. Diese Zahl macht deutlich, dass die neue Erbengeneration bewusst eigene Wege gehen will und Anbieter sucht, die ihren digitalen und individuellen Ansprüchen gerecht werden. ## **Personalisierung wird zum Muss** Vorbei sind die Zeiten des „One Size fits all“-Ansatzes. Die neue Anlegergeneration möchte nicht nur Produkte angeboten bekommen, sondern aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Auch Interactive Financial Planning, bei dem Nutzer:innen verschiedene Szenarien selbst durchspielen können, wird zunehmend zum Standard. Wie unser Fincite WealthTech Radar zeigt, sind pauschale Standardlösungen nicht mehr zeitgemäß. Da die Technik es nun erlaubt, geht die Erwartungshaltung hin zum Aufgreifen aller individuellen Parameter der Kund:innen. Wealth Management muss deshalb auf digitale Interfaces setzen, Beratung in Echtzeit ermöglichen und den Kund:innen mehr Kontrolle über ihre Finanzplanung geben. ## **Alternative Assets boomen – Tokenisierung macht’s möglich** Alternative Assets sind mehr als Krypto – aber auch stark von Krypto geprägt. Alternative Asset-Klassen wie Private Debt, Infrastruktur oder Private Equity gewinnen massiv an Bedeutung. Anleger:innen suchen Renditequellen jenseits klassischer Anlagen wie Aktien oder Anleihen. Parallel dazu verändern neue Technologien, insbesondere die Tokenisierung, die Art und Weise, wie Investments strukturiert und gehandelt werden. Durch tokenisierte Immobilien, Unternehmensanteile oder Sachwerte wird der Zugang zu alternativen Investments deutlich erleichtert. Besonders im Bereich Fractional Ownership zeichnet sich eine starke Dynamik ab – traditionelle Mindestinvestmentgrößen können bald der Vergangenheit angehören. ## **Daten, Daten, Daten** Open Finance ist das Stichwort der Stunde. Durch standardisierte Schnittstellen werden immer mehr verschiedene Datenquellen vernetzt. Das stellt große Herausforderungen an das Wealth Management: Es müssen sowohl verschiedene Silos in ein nutzerfreundliches Interface integriert, als auch externe Dienstleistungen in das eigene Angebot aufgenommen werden. Reine Datenaggregation war gestern – zu statisch und zu wenig verwertbar für die tägliche Arbeit von Berater:innen. Modernes Wealth Management muss aus rohen Vermögensdaten verwertbare Informationen schaffen, damit datengetriebene Entscheidungen ermöglicht werden: etwa bessere Allokationen, gezielteres Risikomanagement oder nachhaltige Portfolios. Die große Chance liegt darin, die Datenschätze zu nutzen. Wer hier früh investiert, verschafft sich entscheidende Wettbewerbsvorteile. ## **Was jetzt zu tun ist** Die Transformation hat bereits begonnen. Banken und Vermögensverwalter:innen, die heute nicht handeln, laufen Gefahr, von dem größten Vermögenstransfer der Geschichte ausgeschlossen zu werden. Die Anlagepräferenzen der Erben prägen schon jetzt den Markt – genauso wie die durch digitale Plattformen „aufgeschlaute“ neue Generation von Anleger:innen. Die Zukunft des Wealth Managements wird durch Automatisierung, stärkere Vernetzung und datengetriebene Beratung geprägt. Wer diese Trends versteht und umsetzt, wird vom „Great Wealth Transfer“ profitieren. Alle anderen schauen zu, wie ihnen die Kund:innen davonlaufen. Genau aus diesem Grund haben wir bei Fincite inzwischen den dritten WealthTech Radar erstellt. Uns war es dabei besonders wichtig, nicht nur die technologischen Trends zu verstehen, sondern auch deren praktische Auswirkungen auf das gesamte Wealth Management. Das alles finden Sie in der[ aktuellen Ausgabe des WTR](https://bit.ly/4kTPqrq?ref=paymentandbanking.com). ### Wie sich das Wealth Management für die digitale Generation wandeln muss URL: https://paymentandbanking.com/wie-sich-das-wealth-management-fuer-die-digitale-generation-wandeln-muss/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z **Junge Menschen denken digital, handeln selbstbestimmt und erwarten eine moderne Vermögensberatung. Wie diese aussehen kann.** Der größte Vermögenstransfer der Geschichte steht uns bevor: In den nächsten zwei Jahrzehnten werden etwa 80 Billionen Euro vererbt. Damit ändern sich die Spielregeln im Wealth Management grundlegend, denn die neuen Erben denken digital, handeln selbstbestimmt und erwarten mehr als klassische Vermögensberatung. Was bedeutet das für Banken und Vermögensverwalter:innen? Bei Fincite haben wir für[ die aktuelle Ausgabe unseres WealthTech-Radars](https://bit.ly/4kTPqrq?ref=paymentandbanking.com) mit 23 Branchenexpert:innen gesprochen und dabei zeigt sich: Wer heute nicht umdenkt, verliert morgen seine Kund:innen. ## **Eine Generation, die digital aufgewachsen ist** Der Unterschied bisheriger Generationen zu denen „next in line“: Sie sind digital ausgewachsen; auch, wenn sie heute bereits 40 Jahre plus sind. Sie sind mit der digitalen Transformation aufgewachsen; sie haben digitale Angebote kennen und lieben gelernt. Dementsprechend erwarten sie im Wealth Management, ähnlich wie sie es von Netflix, Amazon und anderen digitalen Playern gewohnt sind, eine ähnliche Erfahrung. Vermögensverwalter:innen tendieren häufig aber noch zu klassischen Ansätzen. Ein Onboarding ist nicht digital und Beratungsprozesse missen digitale Unterstützungen für hyper personalisierte Services. Doch genau hier ist das Problem: Während frühere Generationen ihrem/ihrer persönlichen Berater:in quasi freie Hand gelassen haben, suchen viele der neuen Anleger:innen nach Plattformen, die Self-Service und individuelle Betreuung kombinieren – idealerweise „supercharged" durch Wissen on demand und KI-Tools. Warum Wealth Management sich dringend auf die jüngeren Generationen anpassen muss, zeigt eine aktuelle[ Studie](https://www.capgemini.com/insights/research-library/world-wealth-report/?ref=paymentandbanking.com) von Capgemini: 81 Prozent der nächsten Generation von High Net Worth Individuals (HNWIs) planen, innerhalb von ein bis zwei Jahren nach der Erbschaft die Bank ihrer Eltern zu wechseln. Diese Zahl macht deutlich, dass die neue Erbengeneration bewusst eigene Wege gehen will und Anbieter sucht, die ihren digitalen und individuellen Ansprüchen gerecht werden. ## **Personalisierung wird zum Muss** Vorbei sind die Zeiten des „One Size fits all"-Ansatzes. Die neue Anlegergeneration möchte nicht nur Produkte angeboten bekommen, sondern aktiv in den Entscheidungsprozess eingebunden werden. Auch Interactive Financial Planning, bei dem Nutzer:innen verschiedene Szenarien selbst durchspielen können, wird zunehmend zum Standard. Wie unser Fincite WealthTech Radar zeigt, sind pauschale Standardlösungen nicht mehr zeitgemäß. Da die Technik es nun erlaubt, geht die Erwartungshaltung hin zum Aufgreifen aller individuellen Parameter der Kund:innen. Wealth Management muss deshalb auf digitale Interfaces setzen, Beratung in Echtzeit ermöglichen und den Kund:innen mehr Kontrolle über ihre Finanzplanung geben. \[adrotate banner="58"\] ## **Alternative Assets boomen – Tokenisierung macht’s möglich** Alternative Assets sind mehr als Krypto – aber auch stark von Krypto geprägt. Alternative Asset-Klassen wie Private Debt, Infrastruktur oder Private Equity gewinnen massiv an Bedeutung. Anleger:innen suchen Renditequellen jenseits klassischer Anlagen wie Aktien oder Anleihen. Parallel dazu verändern neue Technologien, insbesondere die Tokenisierung, die Art und Weise, wie Investments strukturiert und gehandelt werden. Durch tokenisierte Immobilien, Unternehmensanteile oder Sachwerte wird der Zugang zu alternativen Investments deutlich erleichtert. Besonders im Bereich Fractional Ownership zeichnet sich eine starke Dynamik ab – traditionelle Mindestinvestmentgrößen können bald der Vergangenheit angehören. ## **Daten, Daten, Daten** Open Finance ist das Stichwort der Stunde. Durch standardisierte Schnittstellen werden immer mehr verschiedene Datenquellen vernetzt. Das stellt große Herausforderungen an das Wealth Management: Es müssen sowohl verschiedene Silos in ein nutzerfreundliches Interface integriert, als auch externe Dienstleistungen in das eigene Angebot aufgenommen werden. Reine Datenaggregation war gestern – zu statisch und zu wenig verwertbar für die tägliche Arbeit von Berater:innen. Modernes Wealth Management muss aus rohen Vermögensdaten verwertbare Informationen schaffen, damit datengetriebene Entscheidungen ermöglicht werden: etwa bessere Allokationen, gezielteres Risikomanagement oder nachhaltige Portfolios. Die große Chance liegt darin, die Datenschätze zu nutzen. Wer hier früh investiert, verschafft sich entscheidende Wettbewerbsvorteile. ## **Was jetzt zu tun ist** Die Transformation hat bereits begonnen. Banken und Vermögensverwalter:innen, die heute nicht handeln, laufen Gefahr, von dem größten Vermögenstransfer der Geschichte ausgeschlossen zu werden. Die Anlagepräferenzen der Erben prägen schon jetzt den Markt – genauso wie die durch digitale Plattformen „aufgeschlaute" neue Generation von Anleger:innen. Die Zukunft des Wealth Managements wird durch Automatisierung, stärkere Vernetzung und datengetriebene Beratung geprägt. Wer diese Trends versteht und umsetzt, wird vom „Great Wealth Transfer“ profitieren. Alle anderen schauen zu, wie ihnen die Kund:innen davonlaufen. Genau aus diesem Grund haben wir bei Fincite inzwischen den dritten WealthTech Radar erstellt. Uns war es dabei besonders wichtig, nicht nur die technologischen Trends zu verstehen, sondern auch deren praktische Auswirkungen auf das gesamte Wealth Management. Das alles finden Sie in der[ aktuellen Ausgabe des WTR](https://bit.ly/4kTPqrq?ref=paymentandbanking.com). ### Retro(spektive): BTX, EC-Karte, YPS und die Zukunft von gestern URL: https://paymentandbanking.com/retrospektive-btx-ec-karte-yps-und-die-zukunft-von-gestern-2/ Last updated: 2025-07-02T05:39:14.000Z *Onlinebanking über den Fernseher, Urzeitkrebse aus dem Yps-Heft und eine EC-Karte, die ihren Namen verlor: Die 80er waren schriller, langsamer und digitaler als gedacht. Eine Retroreise in die Zukunft von gestern.* Früher war ja mehr Lametta. Und die Welt analog. Die 80er Jahre waren nicht nur eine Welt voller Neonfarben, Vokuhilas und Moonboots, sondern auch der Startpunkt vieler technischer Innovationen. Echte technische Innovationen. Es gab zwei Sorten Magie: die aus dem Yps-Heft und die aus dem Wohnzimmer der Eltern. Es war auch die Geburtsstunde der Generation X. Der Generation, die beim Versuch, die YPS-Urzeitkrebse in der Küchenschüssel zu züchten, die Anfänge der EC-Karte erleben durfte. Die Karte, die damals noch wirklich so hieß. Und im Wohnzimmer lief ein Colt für alle Fälle, Agentin mit Herz oder BTX, was so was wie das Internet war. Nur eben langsamer und grafisch, sagen wir mal, pixelig. Das passierte alles in Deutschland und das muss man sich heute mal auf der Zunge zergehen lassen, damit waren wir digitaler Vorreiter. Wirklich. ## **Meine Bank im Wohnzimmer** In den 80ern fuhren die coolen Kids ein BMX und wenn es sich die Eltern leisten konnten, gabs zu Hause BTX. Wobei BTX etwas weniger cool für „**B**ildschirm**t**e**x**t” stand. BTX war kein Gimmick aus dem Yps, sondern das „Internet“ der Deutschen Bundespost. Im Grunde sowas wie Videotext nur interaktiver. Und teurer. Genau genommen war es 1980, in Bonn. 200 Testkunden in Neuss tippten \*300# und machten, was heute als Fintech-Sensation durchgeht: Onlinebanking. Die Verbraucherbank, heute Norisbank, versprach nicht weniger zu sein als „Meine BANK im Wohnzimmer“. Aber sie war damit nicht allein. Auch die Bayerische Vereinsbank, die Dresdner Bank und die Frankfurter Sparkasse waren von Anfang an beim BTX-Banking dabei. Eine illustre Runde, die damals digitale Pionierarbeit leistete. Die Norisbank, genau genommen Alfred Richter, der technische Leiter der damaligen Verbraucherbank, erfand auch das für BTX notwendige PIN/TAN-Verfahren. Man loggte sich mit einem zehnstelligen Passwort ein, nutzte einmalige TANs und überwies Geld mit der Geschwindigkeit eines 14.400er-Modems. BTX war das Web 1.0 lange, bevor jemand wusste, dass es mal ein Web 1.0 geben würde. Obwohl insbesondere „emotionaler“ Content wie Sexshops von Beate Uhse von Anfang an eine große Rolle beim BTX spielten und BTX technologisch gesehen als Innovation galt, blieb der kommerzielle Erfolg aus. Statt der prognostizierten eine Million Nutzer:innen innerhalb der ersten drei Jahre sollten es nur 60.000 werden. Damals wie heute galt, Technik allein reicht halt nicht. Und BTX war furchtbar teuer und noch furchtbarer zu bedienen. Auch für damalige Verhältnisse. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/06/20250620_0646_1980s-btx-tv-screen_remix_01jy5te7w0fkbt2229db810108.png) ## **Technik, die begeistert – und Kabel, die Stolperfallen waren** BTX funktionierte nämlich nicht einfach so. Es brauchte spezielle Hardware. Den Decodier-Adapter der Bundespost. Das war sowas wie der Flux Kompensator aus „Zurück in die Zukunft”, nur dass der Decodier-Adapter zwischen Fernseher und Telefonbuchse geklemmt wurde. Dazu ein Fernsehgerät mit Tastatur oder BTX-Terminal etwa von Grundig oder Siemens und schon konnte man loslegen. Zumindest, wenn man den passenden Anschluss hatte. Denn es brauchte einen zusätzlichen Telefonanschluss mit BTX-Funktion (später ein ISDN). Zum Glück lieferte die Bundespost den natürlich mit. Zu luxuriösen Preisen. Die Anschlussgebühr für BTX in Deutschland betrug zum Start 1983 einmalig 55 DM. Dazu kamen eine monatliche Grundgebühr von 8 DM sowie weitere Kosten für die Aufrufe der Seiten. Richtig gelesen: Der Aufruf einer BTX-Seite kostete Geld. Von 0,01 DM bis zu 9,99 DM war alles möglich. Die Hardware übrigens auch. Da kamen gern ein paar 1000 DM zusammen. Wer sich heute über langsames WLAN beklagt, hat nie erlebt, wie sich eine Banküberweisung über Bildschirmtext anfühlt. Die Usability: grenzwertig. Die Innovation: bahnbrechend. Am Ende war BTX dann vor allem eine teure technische Spielerei. Und die starke Präsenz von Erotikangeboten führte zu einem entsprechenden Image und in der Konsequenz dazu, dass sich andere Unternehmen zurückzogen oder erst gar nicht mitmachten. Außer Banken, die blieben bis zum Ende von BTX. ## **Von der Zukunft zur Faxnummer** Was im Banking das BTX war, war im Zahlungsverkehr die EC-Karte. 1979 bekam die gute alte Eurocheque-Karte einen Magnetstreifen verpasst. Ab 1982 spuckten erste Geldautomaten Bargeld aus, 1990 konnte man an der Kasse mit „Electronic Cash“ zahlen. Es war die Zeit, als Technik noch wie Science-Fiction wirkte. Die Karte, die später zur EC-Karte wurde, wurde irgendwann Standard in deutschen Portemonnaies. Und auch hier lohnt sich ein Blick in die Abgründe der Markenpolitik: Die Bezeichnung „EC-Karte“ stand ursprünglich für „Eurocheque-Karte“ – ein Gemeinschaftsprojekt europäischer Banken. In den 90ern wurde daraus dann „electronic cash“. Doch was die wenigsten wissen: Die Rechte an der Marke „EC“ liegen heute bei Mastercard. Deswegen musste die deutsche Kreditwirtschaft 2007 reagieren und aus der EC-Karte wurde offiziell die „Girocard“. Raider heißt also Twix, nur dass die Nutzer:innen hartnäckig am alten Namen festhalten. Und der Handel auch. Anders als BTX war die EC-Karte, sorry, Girocard, ein Erfolg. Das hatte weniger mit der Innovationsfreude der Branche zu tun, sondern rein praktische Gründe. Der Nutzen war für die Anwender sofort klar und “Rund-um-dieUhr-Bargeldversorgung” ein klarer Nutzen. Beim Geldabheben sollte es auch erstmal bleiben. Obwohl man schon Anfang der 90er immer mehr in Geschäften mit der Karte zahlen konnte, sollte es noch fast 30 Jahre dauern, bis die Kartenzahlung Bargeld überholen sollte. Laut EHI wurden 2018 rund 209 Milliarden Euro mit Giro- oder Kreditkarte bezahlt, was einem Umsatzanteil von 48,6 Prozent entsprach. Im gleichen Zeitraum wurden 208 Milliarden Euro bar beglichen, was 48,3 Prozent des Umsatzes ausmacht. Nur 0,3 Prozent Unterschied. Aber gewonnen ist gewonnen. ## **Die Lehren aus dem Krebsterrarium** Man könnte meinen, wir hätten das Momentum genutzt und wir sind heute europäischer Vorreiter für Digitalisierung. Sind wir nicht. Stattdessen diskutieren wir 40 Jahre später über Faxgeräte in Gesundheitsämtern, freuen uns über kontaktloses Bezahlen, als hätten wir den Mond besiedelt, und nicht wenige glauben immer noch, dass ein Girokonto mit App „Innovation“ sei. BTX war mehr als ein digitaler Gehversuch. Es war die Blaupause für das, was hätte kommen können. Und im Zahlungsverkehr kam nach der EC-Karte bzw. Girocard nichts mehr. Eigene Lösungen wie beim Mobilen Bezahlen mit dem Smartphone haben wir in Deutschland genauso verpasst wie den E-Commerce. Aber wie so oft in Deutschland war der Mut zur Vision kleiner als die Angst vor dem Kontrollverlust. Die Nutzerzahlen, einst euphorisch prognostiziert, verpufften. Die Bürokratie gewann. Und BTX endete als Fußnote in der Geschichte des Homebankings. Vielleicht war es wie mit den Urzeitkrebsen: Anfangs war die Aufregung groß, man starrte fasziniert ins Wasser, wartete auf das Wunder. Doch irgendwann verdunstete das Wasser. Was bleibt, ist eine krustige Erinnerung an das, was möglich gewesen wäre. Doch es muss nicht immer so enden. Mit Wero haben wir zum ersten Mal seit Langem wieder die Chance, das nachzuholen, was wir einst verpasst haben. Uns zu erinnern, was damals möglich war und es heute möglich zu machen. Wenn Banken, Handel und Menschen gemeinsam den Mut fassen, eine echte Alternative zu den Big Techs zu bauen, dann könnte das der erste echte Neuanfang seit der Einführung der girocard sein. Und vielleicht schreiben wir dann in 40 Jahren eine neue Retro(spektive). Eine, die nicht mit einem „Hätte, wäre, könnte“ endet. Sondern mit einem Happy End. Also: Lasst uns dieses Mal nicht nur ins Wasser starren, sondern die verdammten Urzeitkrebse wirklich großziehen. ### Retro(spektive): BTX, EC-Karte, YPS und die Zukunft von gestern URL: https://paymentandbanking.com/retrospektive-btx-ec-karte-yps-und-die-zukunft-von-gestern/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z *Onlinebanking über den Fernseher, Urzeitkrebse aus dem Yps-Heft und eine EC-Karte, die ihren Namen verlor: Die 80er waren schriller, langsamer und digitaler als gedacht. Eine Retroreise in die Zukunft von gestern.* Früher war ja mehr Lametta. Und die Welt analog. Die 80er Jahre waren nicht nur eine Welt voller Neonfarben, Vokuhilas und Moonboots, sondern auch der Startpunkt vieler technischer Innovationen. Echte technische Innovationen. Es gab zwei Sorten Magie: die aus dem Yps-Heft und die aus dem Wohnzimmer der Eltern. Es war auch die Geburtsstunde der Generation X. Der Generation, die beim Versuch, die YPS-Urzeitkrebse in der Küchenschüssel zu züchten, die Anfänge der EC-Karte erleben durfte. Die Karte, die damals noch wirklich so hieß. Und im Wohnzimmer lief ein Colt für alle Fälle, Agentin mit Herz oder BTX, was so was wie das Internet war. Nur eben langsamer und grafisch, sagen wir mal, pixelig. Das passierte alles in Deutschland und das muss man sich heute mal auf der Zunge zergehen lassen, damit waren wir digitaler Vorreiter. Wirklich. ## **Meine Bank im Wohnzimmer** In den 80ern fuhren die coolen Kids ein BMX und wenn es sich die Eltern leisten konnten, gabs zu Hause BTX. Wobei BTX etwas weniger cool für „**B**ildschirm**t**e**x**t” stand. BTX war kein Gimmick aus dem Yps, sondern das „Internet“ der Deutschen Bundespost. Im Grunde sowas wie Videotext nur interaktiver. Und teurer. Genau genommen war es 1980, in Bonn. 200 Testkunden in Neuss tippten \*300# und machten, was heute als Fintech-Sensation durchgeht: Onlinebanking. Die Verbraucherbank, heute Norisbank, versprach nicht weniger zu sein als „Meine BANK im Wohnzimmer“. Aber sie war damit nicht allein. Auch die Bayerische Vereinsbank, die Dresdner Bank und die Frankfurter Sparkasse waren von Anfang an beim BTX-Banking dabei. Eine illustre Runde, die damals digitale Pionierarbeit leistete. Die Norisbank, genau genommen Alfred Richter, der technische Leiter der damaligen Verbraucherbank, erfand auch das für BTX notwendige PIN/TAN-Verfahren. Man loggte sich mit einem zehnstelligen Passwort ein, nutzte einmalige TANs und überwies Geld mit der Geschwindigkeit eines 14.400er-Modems. BTX war das Web 1.0 lange, bevor jemand wusste, dass es mal ein Web 1.0 geben würde. Obwohl insbesondere „emotionaler“ Content wie Sexshops von Beate Uhse von Anfang an eine große Rolle beim BTX spielten und BTX technologisch gesehen als Innovation galt, blieb der kommerzielle Erfolg aus. Statt der prognostizierten eine Million Nutzer:innen innerhalb der ersten drei Jahre sollten es nur 60.000 werden. Damals wie heute galt, Technik allein reicht halt nicht. Und BTX war furchtbar teuer und noch furchtbarer zu bedienen. Auch für damalige Verhältnisse. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/20250620_0646_1980s-btx-tv-screen_remix_01jy5te7w0fkbt2229db810108.png) ## **Technik, die begeistert – und Kabel, die Stolperfallen waren** BTX funktionierte nämlich nicht einfach so. Es brauchte spezielle Hardware. Den Decodier-Adapter der Bundespost. Das war sowas wie der Flux Kompensator aus „Zurück in die Zukunft”, nur dass der Decodier-Adapter zwischen Fernseher und Telefonbuchse geklemmt wurde. Dazu ein Fernsehgerät mit Tastatur oder BTX-Terminal etwa von Grundig oder Siemens und schon konnte man loslegen. Zumindest, wenn man den passenden Anschluss hatte. Denn es brauchte einen zusätzlichen Telefonanschluss mit BTX-Funktion (später ein ISDN). Zum Glück lieferte die Bundespost den natürlich mit. Zu luxuriösen Preisen. Die Anschlussgebühr für BTX in Deutschland betrug zum Start 1983 einmalig 55 DM. Dazu kamen eine monatliche Grundgebühr von 8 DM sowie weitere Kosten für die Aufrufe der Seiten. Richtig gelesen: Der Aufruf einer BTX-Seite kostete Geld. Von 0,01 DM bis zu 9,99 DM war alles möglich. Die Hardware übrigens auch. Da kamen gern ein paar 1000 DM zusammen. Wer sich heute über langsames WLAN beklagt, hat nie erlebt, wie sich eine Banküberweisung über Bildschirmtext anfühlt. Die Usability: grenzwertig. Die Innovation: bahnbrechend. Am Ende war BTX dann vor allem eine teure technische Spielerei. Und die starke Präsenz von Erotikangeboten führte zu einem entsprechenden Image und in der Konsequenz dazu, dass sich andere Unternehmen zurückzogen oder erst gar nicht mitmachten. Außer Banken, die blieben bis zum Ende von BTX. ## **Von der Zukunft zur Faxnummer** Was im Banking das BTX war, war im Zahlungsverkehr die EC-Karte. 1979 bekam die gute alte Eurocheque-Karte einen Magnetstreifen verpasst. Ab 1982 spuckten erste Geldautomaten Bargeld aus, 1990 konnte man an der Kasse mit „Electronic Cash“ zahlen. Es war die Zeit, als Technik noch wie Science-Fiction wirkte. Die Karte, die später zur EC-Karte wurde, wurde irgendwann Standard in deutschen Portemonnaies. Und auch hier lohnt sich ein Blick in die Abgründe der Markenpolitik: Die Bezeichnung „EC-Karte“ stand ursprünglich für „Eurocheque-Karte“ – ein Gemeinschaftsprojekt europäischer Banken. In den 90ern wurde daraus dann „electronic cash“. Doch was die wenigsten wissen: Die Rechte an der Marke „EC“ liegen heute bei Mastercard. Deswegen musste die deutsche Kreditwirtschaft 2007 reagieren und aus der EC-Karte wurde offiziell die „Girocard“. Raider heißt also Twix, nur dass die Nutzer:innen hartnäckig am alten Namen festhalten. Und der Handel auch. Anders als BTX war die EC-Karte, sorry, Girocard, ein Erfolg. Das hatte weniger mit der Innovationsfreude der Branche zu tun, sondern rein praktische Gründe. Der Nutzen war für die Anwender sofort klar und “Rund-um-dieUhr-Bargeldversorgung” ein klarer Nutzen. Beim Geldabheben sollte es auch erstmal bleiben. Obwohl man schon Anfang der 90er immer mehr in Geschäften mit der Karte zahlen konnte, sollte es noch fast 30 Jahre dauern, bis die Kartenzahlung Bargeld überholen sollte. Laut EHI wurden 2018 rund 209 Milliarden Euro mit Giro- oder Kreditkarte bezahlt, was einem Umsatzanteil von 48,6 Prozent entsprach. Im gleichen Zeitraum wurden 208 Milliarden Euro bar beglichen, was 48,3 Prozent des Umsatzes ausmacht. Nur 0,3 Prozent Unterschied. Aber gewonnen ist gewonnen. ## **Die Lehren aus dem Krebsterrarium** Man könnte meinen, wir hätten das Momentum genutzt und wir sind heute europäischer Vorreiter für Digitalisierung. Sind wir nicht. Stattdessen diskutieren wir 40 Jahre später über Faxgeräte in Gesundheitsämtern, freuen uns über kontaktloses Bezahlen, als hätten wir den Mond besiedelt, und nicht wenige glauben immer noch, dass ein Girokonto mit App „Innovation“ sei. BTX war mehr als ein digitaler Gehversuch. Es war die Blaupause für das, was hätte kommen können. Und im Zahlungsverkehr kam nach der EC-Karte bzw. Girocard nichts mehr. Eigene Lösungen wie beim Mobilen Bezahlen mit dem Smartphone haben wir in Deutschland genauso verpasst wie den E-Commerce. Aber wie so oft in Deutschland war der Mut zur Vision kleiner als die Angst vor dem Kontrollverlust. Die Nutzerzahlen, einst euphorisch prognostiziert, verpufften. Die Bürokratie gewann. Und BTX endete als Fußnote in der Geschichte des Homebankings. Vielleicht war es wie mit den Urzeitkrebsen: Anfangs war die Aufregung groß, man starrte fasziniert ins Wasser, wartete auf das Wunder. Doch irgendwann verdunstete das Wasser. Was bleibt, ist eine krustige Erinnerung an das, was möglich gewesen wäre. Doch es muss nicht immer so enden. Mit Wero haben wir zum ersten Mal seit Langem wieder die Chance, das nachzuholen, was wir einst verpasst haben. Uns zu erinnern, was damals möglich war und es heute möglich zu machen. Wenn Banken, Handel und Menschen gemeinsam den Mut fassen, eine echte Alternative zu den Big Techs zu bauen, dann könnte das der erste echte Neuanfang seit der Einführung der girocard sein. Und vielleicht schreiben wir dann in 40 Jahren eine neue Retro(spektive). Eine, die nicht mit einem „Hätte, wäre, könnte“ endet. Sondern mit einem Happy End. Also: Lasst uns dieses Mal nicht nur ins Wasser starren, sondern die verdammten Urzeitkrebse wirklich großziehen. ### Im Ernstfall zählt jede Minute: Was DORA bei IT-Vorfällen verlangt URL: https://paymentandbanking.com/im-ernstfall-zaehlt-jede-minute-was-dora-bei-it-vorfaellen-verlangt-2/ Last updated: 2025-07-02T05:24:29.000Z ***Josefine Spengler erklärt, wie Unternehmen bei Cyberangriffen und Systemausfällen richtig reagieren – und welche Meldefristen DORA setzt.*** Ein IT-Vorfall kommt nie gelegen – und doch müssen Unternehmen künftig unter höchstem Zeitdruck reagieren. In Folge 4 unseres Podcasts „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Josefine Spengler,](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) Fachanwältin für IT-Recht bei Annerton, über die Meldepflichten bei schwerwiegenden IT-Zwischenfällen unter dem Digital Operational Resilience Act (DORA). Ob Datenleck, Systemausfall oder Cyberangriff: Sobald ein Vorfall als „schwerwiegend“ gilt, tickt die Uhr. Zum einen, weil man ihn analysieren und schnellstmöglich beheben will. Zum anderen, weil DORA nun verlangt, dass Finanzunternehmen innerhalb von 24 Stunden eine Klassifizierung vornehmen – und spätestens vier Stunden nach dieser Bewertung eine Erstmeldung an die Aufsicht abgeben. Darauf folgen Zwischen- und Abschlussmeldungen, jeweils mit konkreten Inhalten, festen Fristen und standardisierten Formaten. Besonders relevant: Ein erfolgreicher, böswilliger Zugriff auf Systeme – etwa durch einen Hackerangriff – gilt automatisch als meldepflichtig. Und auch wenn externe Dienstleister betroffen sind, liegt die volle Verantwortung bei den Unternehmen selbst. DORA verlangt daher nicht nur rechtssichere Verträge mit IT-Partnern, sondern auch klare interne Prozesse und abgestimmte Zuständigkeiten. Josefine Spengler zeigt im Gespräch, welche Fehler in der Praxis häufig auftreten, warum interdisziplinäre Incident-Response-Teams unverzichtbar sind – und wie sich Unternehmen mit Szenarien, Checklisten und Übungen sinnvoll vorbereiten können. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, wie DORA den Umgang mit IT-Vorfällen neu definiert. ### Im Ernstfall zählt jede Minute: Was DORA bei IT-Vorfällen verlangt URL: https://paymentandbanking.com/im-ernstfall-zaehlt-jede-minute-was-dora-bei-it-vorfaellen-verlangt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:24.000Z ***Josefine Spengler erklärt, wie Unternehmen bei Cyberangriffen und Systemausfällen richtig reagieren – und welche Meldefristen DORA setzt.*** Ein IT-Vorfall kommt nie gelegen – und doch müssen Unternehmen künftig unter höchstem Zeitdruck reagieren. In Folge 4 unseres Podcasts „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Josefine Spengler,](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) Fachanwältin für IT-Recht bei Annerton, über die Meldepflichten bei schwerwiegenden IT-Zwischenfällen unter dem Digital Operational Resilience Act (DORA). \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/724-im-ernstfall-zahlt-jede-minute-was-dora-bei-it-vorfallen-verlangt"\] Ob Datenleck, Systemausfall oder Cyberangriff: Sobald ein Vorfall als „schwerwiegend“ gilt, tickt die Uhr. Zum einen, weil man ihn analysieren und schnellstmöglich beheben will. Zum anderen, weil DORA nun verlangt, dass Finanzunternehmen innerhalb von 24 Stunden eine Klassifizierung vornehmen – und spätestens vier Stunden nach dieser Bewertung eine Erstmeldung an die Aufsicht abgeben. Darauf folgen Zwischen- und Abschlussmeldungen, jeweils mit konkreten Inhalten, festen Fristen und standardisierten Formaten. Besonders relevant: Ein erfolgreicher, böswilliger Zugriff auf Systeme – etwa durch einen Hackerangriff – gilt automatisch als meldepflichtig. Und auch wenn externe Dienstleister betroffen sind, liegt die volle Verantwortung bei den Unternehmen selbst. DORA verlangt daher nicht nur rechtssichere Verträge mit IT-Partnern, sondern auch klare interne Prozesse und abgestimmte Zuständigkeiten. Josefine Spengler zeigt im Gespräch, welche Fehler in der Praxis häufig auftreten, warum interdisziplinäre Incident-Response-Teams unverzichtbar sind – und wie sich Unternehmen mit Szenarien, Checklisten und Übungen sinnvoll vorbereiten können. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, wie DORA den Umgang mit IT-Vorfällen neu definiert. ### Deutsche Fintechs und Insurtechs: So lief das erste Halbjahr URL: https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-so-lief-das-erste-halbjahr-2/ Last updated: 2025-06-30T19:06:02.000Z **Rund 1,2 Milliarden Euro haben deutsche Fintech und Insurtechs im ersten Halbjahr erhalten, dazu gab es noch mehrere Exits und Fusionen. Eine Übersicht über das erste Halbjahr.** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/06/german-fintechs-lorez-scaled.jpg) ### [Infografik hier in hoher Auflösung Downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSevGEVsfUx0c7eoc0mf6j0tdan3TZ44qOqyLP-Hp9oyO%5FXARA/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com) Deutsche Start-ups im Finanzbereich haben im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 1,2 Milliarden Euro von Investoren erhalten. Insgesamt haben wir 19 Finanzierungsrunden von Fintechs und zwei Finanzierungsrunden bei Insurtechs verzeichnet. Im Mittel erhielten die Start-ups 20 Millionen Euro, die geringste Finanzierung lag bei 3,1 Millionen Euro. Das Volumen ist getrieben von einer 500 Millionen Euro hohen Finanzierungszusage an das Berliner Fintech Bees & Bears aus dem Januar. Das Geld dient dazu, Ratenkredite für Wärmepumpen, Energiespeicher und Wallboxen zu finanzieren und stammt von einer nicht näher genannten börsennotierten Bank aus der DACH-Region. Ein weiteres hohes Funding konnte sich Scalable Capital im Juni sichern: 155 Millionen Euro erhielt der Neobroker von Investor:innen wie Sofina, Noteus Partners, Balderton Capital, Tencent und HV Capital. Im Februar [sammelte Solaris 140 Millionen Euro in einer Series-G-Finanzierungsrunde ein](https://paymentandbanking.com/exklusiv-rettung-solaris-details-exit-sbi-mitarbeiter/). Investiert haben vor allem die SBI Group und die Boerse Stuttgart Group. Die millionenschwere Finanzspritze machte die japanische SBI zum Mehrheitsinvestor und rettete die Existenz des Unternehmens – jedoch zu einem hohen Preis. Die Bewertung des einstigen Unicorns brach auf nur noch 90 Millionen Euro ein. Die meisten Finanzierungsrunden haben wir im Juni verzeichnet: Im letzten Monat des Halbjahrs erhielten sechs Start-ups Geld, darunter Payrails, [Banxware](https://paymentandbanking.com/banxware-bekommt-zehn-millionen-euro-von-unicredit/), Scalable Capital, NaroIQ, Dealcircle und das Insurtech Baobab. Im Januar, April und Mai gab es jeweils vier Finanzierungsrunden. Im Februar und März war die Funding-Tätigkeit am geringsten mit jeweils zwei Finanzierungsrunden. Geld steckten die Investoren vor allem in Kredit-Start-ups wie Neoshare, Bees & Bears, Tapline, Flexvelop und Banxware sowie Payment-Start-ups wie Nelly Solutions, Circula, Aufinity Group und Payrails. Die weiteren Finanzierungsrunden verteilen sich auf Geschäftsmodelle im Bereich API Banking, Insurtech, Trading, Investing und Krypto, Accounting, Geldwäscheprävention, Banking, Compliance, Finanzwissen, Immobilien, Nachhaltigkeit und Savings. ## **Exits** Insgesamt zehn Exits gab es im ersten Halbjahr. Im Januar verkauften Marko Bradic und Mohit Tilwani ihr Krypto-Start-up Alphalink bereits wenige Monate nach der Gründung an den rumänischen Konkurrenten xPortal. Die KMU-Kreditplattform Fincompare hat den Wettbewerber Compeon übernommen. Gemeinsam wollen sie nun zum Marktführer für Mittelstandsfinanzierung werden. Compeon gehörte seit 2022 zu Dock Financial, das im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Fincompare kaufte das Start-up aus der Insolvenzmasse, das nötige Kapital dazu stammte aus einer Finanzierungsrunde von der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Auch die Technologie von Dock Financial fand im japanischen Technologiekonzern Rakuten einen neuen Käufer. Ebenfalls im Januar ging das Buchhaltungs-Start-up Sevdesk an das französische Unternehmen Cegid, einen Abieter von Cloud-Business-Management-Lösungen. Mit der Akquisition baut Cegid seine Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter aus. Seit Anfang Februar ist die Übernahme abgeschlossen. Im März erregte der Exit des Identitätsprüfungs-Start-ups IDnow an den Bestandsinvestor Corsair Aufmerksamkeit. Die Investmentgesellschaft legte nach Angaben des Manager Magazins 300 Millionen Dollar auf den Tisch und unterstützt IDnow nun beim weiteren Wachstum in Europa sowie bei weiteren Zukäufen. Die Steuer-App Accountable wurde im April vom norwegischen Cloud-Softwareanbieter Visma für einen hohen zweistelligen Millionenbereich übernommen. Das Unternehmen soll eigenständig innerhalb der Visma-Gruppe bleiben. Mit Account Digital ging im Mai ein drittes Start-up im Bereich Steuern und Buchhaltung vom Markt. Der Hamburger Konkurrent Taxdoo übernahm das Unternehmen, um sein eigenes Angebot für Steuerkanzleien und Online-Händler um KI-gestützte und automatisierte Buchhaltung zu erweitern. Mitte Juni übernahm das italienische Unternehmen Fabrick 75 Prozent der Anteile an FinAPI von der Schufa. Die Übernahme ermöglicht es Fabrick, im Bereich der Zahlungen zwischen Konten stärker zu werden und seine Marktposition in Deutschland und Österreich auszubauen. Die FinAPI-Kund:innen sollen vom Portfolio von Fabrick profitieren. Dann übernahm im Juni das Hamburger Unternehmen Dealcircle den Wettbewerber Deutsche Unternehmerbörse für einen mittleren siebenstelligen Betrag. Beide bieten Plattformen an, über die Unternehmen Käufer:innen suchen und den Verkauf abwickeln können. Zuletzt kaufte das japanische Schifffahrtsunternehmen Nippon Yusen Kabushiki Kaisha (NYK) noch das Fintech Kadmos, das sich auf internationale Zahlungen für die Schifffahrt-Branche konzentriert. NYK möchte Kadmos mit seiner eigenen Zahlungsplattform Marcopay zusammenschließen, die sich bisher nur auf Zahlungen für Seefahrer:innen in den Philippinen konzentriert hat. ## **Fusionen** Im ersten Halbjahr konnten wir vier Fusionen beobachten. Unter dem Namen Harvest Group machen das deutsche Fincite und das französische Harvest nun gemeinsame Sache. Die beiden Wealthtechs wollen gemeinsam innerhalb Europas expandieren, unter anderem durch strategische Übernahmen, und in den nächsten vier Jahren ihren Gruppenumsatz verdoppeln. Im März entstand aus Billwerk+, Plenigo und Sofacto die neue Plattform Frisbii. Gemeinsam bieten sie in mehreren Märkten Lösungen rund um das Management von wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements an. Die deutschen Unternehmen Billwerk+ und Plenigo waren beide vorher in der Abonnementverwaltung tätig, wobei Plenigo sich auf die Medienbranche spezialisiert hatte. Auch Sofacto aus Frankreich hat eine Lösung für die Abonnementverwaltung entwickelt, die direkt in den Produkten von Salesforce eingebunden war. Seit Januar kooperierten die beiden Investmentplattformen Wiwin und Zinsbaustein.de. Im April gaben sie bekannt, sich vollständig zusammenzuschließen. Derzeit sind beide Plattformen noch zugänglich, die technische Integration soll schrittweise erfolgen. Die beiden Unternehmen bieten Crowdinvesting in sich gut ergänzenden Branchen an: Zinsbaustein.de ermöglicht digitale Investitionen in Immobilien, Wiwin in erneuerbare Energien und Start-ups. Zeitgleich gab es einen weiteren Zusammenschluss von mehreren Investmentplattformen: Seedmatch, Econeers und Mezzany machen nun gemeinsame Sache unter dem Namen OneCrowd und wollen zur ersten Anlaufstelle für alternative Investments im DACH-Raum werden. Seedmatch startete als Crowdinvesting-Plattform für Start-ups. Der Fokus von Econeers lag bei Investitionen in nachhaltige Geschäftsmodelle und erneuerbare Energien. Mezzany bot Immobilieninvestments an. ## **Insolvenzen** Im Januar eröffnete die Finanzaufsicht Bafin ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Element, seit März gibt es Gewissheit: Das Insurtech ist endgültig insolvent. Die Versicherungsverträge endeten zum 1\. April automatisch. Nachdem die Hannover Rück im Dezember 2024 die Rückversicherungsverträge gekündigt hatte, ging der Niedergang des Insurtechs ganz schnell: Die BaFin verhängte ein Verbot für die Aufnahme von Neukund:innen und Element überschuldete sich. ![](https://vg06.met.vgwort.de/na/0da92063148f443c92db446ad37d830e) ### Deutsche Fintechs und Insurtechs: So lief das erste Halbjahr URL: https://paymentandbanking.com/deutsche-fintechs-und-insurtechs-so-lief-das-erste-halbjahr/ Last updated: 2025-08-05T08:55:25.000Z **Rund 1,2 Milliarden Euro haben deutsche Fintech und Insurtechs im ersten Halbjahr erhalten, dazu gab es noch mehrere Exits und Fusionen. Eine Übersicht über das erste Halbjahr.** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/german-fintechs-lorez-scaled.jpg) ### [Infografik hier in hoher Auflösung Downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSevGEVsfUx0c7eoc0mf6j0tdan3TZ44qOqyLP-Hp9oyO%5FXARA/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com) Deutsche Start-ups im Finanzbereich haben im ersten Halbjahr dieses Jahres rund 1,2 Milliarden Euro von Investoren erhalten. Insgesamt haben wir 19 Finanzierungsrunden von Fintechs und zwei Finanzierungsrunden bei Insurtechs verzeichnet. Im Mittel erhielten die Start-ups 20 Millionen Euro, die geringste Finanzierung lag bei 3,1 Millionen Euro. Das Volumen ist getrieben von einer 500 Millionen Euro hohen Finanzierungszusage an das Berliner Fintech Bees & Bears aus dem Januar. Das Geld dient dazu, Ratenkredite für Wärmepumpen, Energiespeicher und Wallboxen zu finanzieren und stammt von einer nicht näher genannten börsennotierten Bank aus der DACH-Region. Ein weiteres hohes Funding konnte sich Scalable Capital im Juni sichern: 155 Millionen Euro erhielt der Neobroker von Investor:innen wie Sofina, Noteus Partners, Balderton Capital, Tencent und HV Capital. Im Februar [sammelte Solaris 140 Millionen Euro in einer Series-G-Finanzierungsrunde ein](https://paymentandbanking.com/exklusiv-rettung-solaris-details-exit-sbi-mitarbeiter/). Investiert haben vor allem die SBI Group und die Boerse Stuttgart Group. Die millionenschwere Finanzspritze machte die japanische SBI zum Mehrheitsinvestor und rettete die Existenz des Unternehmens – jedoch zu einem hohen Preis. Die Bewertung des einstigen Unicorns brach auf nur noch 90 Millionen Euro ein. Die meisten Finanzierungsrunden haben wir im Juni verzeichnet: Im letzten Monat des Halbjahrs erhielten sechs Start-ups Geld, darunter Payrails, [Banxware](https://paymentandbanking.com/banxware-bekommt-zehn-millionen-euro-von-unicredit/), Scalable Capital, NaroIQ, Dealcircle und das Insurtech Baobab. Im Januar, April und Mai gab es jeweils vier Finanzierungsrunden. Im Februar und März war die Funding-Tätigkeit am geringsten mit jeweils zwei Finanzierungsrunden. Geld steckten die Investoren vor allem in Kredit-Start-ups wie Neoshare, Bees & Bears, Tapline, Flexvelop und Banxware sowie Payment-Start-ups wie Nelly Solutions, Circula, Aufinity Group und Payrails. Die weiteren Finanzierungsrunden verteilen sich auf Geschäftsmodelle im Bereich API Banking, Insurtech, Trading, Investing und Krypto, Accounting, Geldwäscheprävention, Banking, Compliance, Finanzwissen, Immobilien, Nachhaltigkeit und Savings. ## **Exits** Insgesamt zehn Exits gab es im ersten Halbjahr. Im Januar verkauften Marko Bradic und Mohit Tilwani ihr Krypto-Start-up Alphalink bereits wenige Monate nach der Gründung an den rumänischen Konkurrenten xPortal. Die KMU-Kreditplattform Fincompare hat den Wettbewerber Compeon übernommen. Gemeinsam wollen sie nun zum Marktführer für Mittelstandsfinanzierung werden. Compeon gehörte seit 2022 zu Dock Financial, das im vergangenen Jahr Insolvenz anmelden musste. Fincompare kaufte das Start-up aus der Insolvenzmasse, das nötige Kapital dazu stammte aus einer Finanzierungsrunde von der genossenschaftlichen Finanzgruppe. Auch die Technologie von Dock Financial fand im japanischen Technologiekonzern Rakuten einen neuen Käufer. Ebenfalls im Januar ging das Buchhaltungs-Start-up Sevdesk an das französische Unternehmen Cegid, einen Abieter von Cloud-Business-Management-Lösungen. Mit der Akquisition baut Cegid seine Präsenz im deutschsprachigen Raum weiter aus. Seit Anfang Februar ist die Übernahme abgeschlossen. Im März erregte der Exit des Identitätsprüfungs-Start-ups IDnow an den Bestandsinvestor Corsair Aufmerksamkeit. Die Investmentgesellschaft legte nach Angaben des Manager Magazins 300 Millionen Dollar auf den Tisch und unterstützt IDnow nun beim weiteren Wachstum in Europa sowie bei weiteren Zukäufen. Die Steuer-App Accountable wurde im April vom norwegischen Cloud-Softwareanbieter Visma für einen hohen zweistelligen Millionenbereich übernommen. Das Unternehmen soll eigenständig innerhalb der Visma-Gruppe bleiben. Mit Account Digital ging im Mai ein drittes Start-up im Bereich Steuern und Buchhaltung vom Markt. Der Hamburger Konkurrent Taxdoo übernahm das Unternehmen, um sein eigenes Angebot für Steuerkanzleien und Online-Händler um KI-gestützte und automatisierte Buchhaltung zu erweitern. Mitte Juni übernahm das italienische Unternehmen Fabrick 75 Prozent der Anteile an FinAPI von der Schufa. Die Übernahme ermöglicht es Fabrick, im Bereich der Zahlungen zwischen Konten stärker zu werden und seine Marktposition in Deutschland und Österreich auszubauen. Die FinAPI-Kund:innen sollen vom Portfolio von Fabrick profitieren. Dann übernahm im Juni das Hamburger Unternehmen Dealcircle den Wettbewerber Deutsche Unternehmerbörse für einen mittleren siebenstelligen Betrag. Beide bieten Plattformen an, über die Unternehmen Käufer:innen suchen und den Verkauf abwickeln können. Zuletzt kaufte das japanische Schifffahrtsunternehmen Nippon Yusen Kabushiki Kaisha (NYK) noch das Fintech Kadmos, das sich auf internationale Zahlungen für die Schifffahrt-Branche konzentriert. NYK möchte Kadmos mit seiner eigenen Zahlungsplattform Marcopay zusammenschließen, die sich bisher nur auf Zahlungen für Seefahrer:innen in den Philippinen konzentriert hat. ## **Fusionen** Im ersten Halbjahr konnten wir vier Fusionen beobachten. Unter dem Namen Harvest Group machen das deutsche Fincite und das französische Harvest nun gemeinsame Sache. Die beiden Wealthtechs wollen gemeinsam innerhalb Europas expandieren, unter anderem durch strategische Übernahmen, und in den nächsten vier Jahren ihren Gruppenumsatz verdoppeln. Im März entstand aus Billwerk+, Plenigo und Sofacto die neue Plattform Frisbii. Gemeinsam bieten sie in mehreren Märkten Lösungen rund um das Management von wiederkehrenden Zahlungen wie Abonnements an. Die deutschen Unternehmen Billwerk+ und Plenigo waren beide vorher in der Abonnementverwaltung tätig, wobei Plenigo sich auf die Medienbranche spezialisiert hatte. Auch Sofacto aus Frankreich hat eine Lösung für die Abonnementverwaltung entwickelt, die direkt in den Produkten von Salesforce eingebunden war. Seit Januar kooperierten die beiden Investmentplattformen Wiwin und Zinsbaustein.de. Im April gaben sie bekannt, sich vollständig zusammenzuschließen. Derzeit sind beide Plattformen noch zugänglich, die technische Integration soll schrittweise erfolgen. Die beiden Unternehmen bieten Crowdinvesting in sich gut ergänzenden Branchen an: Zinsbaustein.de ermöglicht digitale Investitionen in Immobilien, Wiwin in erneuerbare Energien und Start-ups. Zeitgleich gab es einen weiteren Zusammenschluss von mehreren Investmentplattformen: Seedmatch, Econeers und Mezzany machen nun gemeinsame Sache unter dem Namen OneCrowd und wollen zur ersten Anlaufstelle für alternative Investments im DACH-Raum werden. Seedmatch startete als Crowdinvesting-Plattform für Start-ups. Der Fokus von Econeers lag bei Investitionen in nachhaltige Geschäftsmodelle und erneuerbare Energien. Mezzany bot Immobilieninvestments an. ## **Insolvenzen** Im Januar eröffnete die Finanzaufsicht Bafin ein vorläufiges Insolvenzverfahren gegen Element, seit März gibt es Gewissheit: Das Insurtech ist endgültig insolvent. Die Versicherungsverträge endeten zum 1\. April automatisch. Nachdem die Hannover Rück im Dezember 2024 die Rückversicherungsverträge gekündigt hatte, ging der Niedergang des Insurtechs ganz schnell: Die BaFin verhängte ein Verbot für die Aufnahme von Neukund:innen und Element überschuldete sich. ![](https://vg06.met.vgwort.de/na/0da92063148f443c92db446ad37d830e) ### AI in Finance: Banken experimentieren, Musk polarisiert und Meta kauft Köpfe URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-banken-experimentieren-musk-polarisiert-und-meta-kauft-koepfe-2/ Last updated: 2025-06-30T08:05:37.000Z *In Folge 12 sprechen Maik Klotz und Sascha Dewald unter anderem über Elon Musk, Meta, OpenAI, Revolut und Microsoft. Wie sind die aktuellen Entwicklungen der KI-Welt einzuordnen? Wer gestaltet die KI-Agenda, wer droht auf der Strecke zu bleiben?* Die KI-Branche schwankt zwischen riesigen Automatisierungspotenzialen und unklaren Roadmaps, Budgetgrenzen sowie einem kulturellen Zögern: Das bremst viele KI-Schmieden aktuell aus. Währenddessen kocht Elon Musk mit der Neuausrichtung seines Chatbots Grok ein ganz eigenes Süppchen. Seine Visionen, die manche als genial und manche als größenwahnsinnig bezeichnen würden, bringen zumindest Bewegung in die öffentliche Wahrnehmung rund um KI, finden Mike und Sascha. Meta setzt dagegen auf knallharte Fakten: Mit üppigen Rekrutierungspaketen, Partnerschaften und Investments sichert sich der Konzern die besten KI-Köpfe und verfolgt eine klare Agenda, nicht nur Anwender zu bleiben, sondern die Technologie selbst zu steuern. Doch die Grenzen des Wachstums werden auch von den Trainingsdaten bestimmt, die bei der Entwicklung der Modelle benötigt werden. Dabei ist der Zugang nicht mehr so sicher wie früher, weil Rechtliche Fragen stärker in den Fokus geraten. Besonders das Urheberrecht von Trainingsdaten entwickelt sich zum Sprengsatz für viele Modelle und wird schon heute von Gerichten weltweit kritisch hinterfragt. Ebenfalls kritisch gesehen, wird der mögliche Einfluss von KI auf den Menschen selbst. Sie kann entlasten, aber könnte dazu führen, das eigene Denken zu verlernen. Diese „kognitiven Schulden“ werden bisher unterschätzt, könnten aber gravierende gesellschaftliche Folgen haben, sagen die beiden. Neben den alten ethischen und psychologischen Fragen liefert die KI-Branche auch wieder neue Impulse: Vor allem im Fintech-Sektor. Mit Kooperationen wie jene von BNY Mellon mit OpenAI oder die Einführung eines KI-Finanzassistenten bei Revolut schreitet die Integration von KI bei einigen Unternehmen weiter voran. Ob daraus wirklich produktive Anwendungen entstehen, bleibt offen. Außerdem geht es um: - KI-Integration in Banken ist uneinheitlich und variiert stark. - Elon Musk plant eine Neuausrichtung von Grok. - Urheberrechtsfragen sind ein zentrales Thema bei KI-Trainingsdaten. - Mira Murati hat ein neues Start-up gegründet, das vielversprechend ist. - Meta bietet hohe Anreize für Talente aus der KI-Branche. - Kognitive Schulden können durch übermäßige KI-Nutzung entstehen. - Die Kreativwirtschaft wird durch KI-Tools revolutioniert. - Meta entwickelt neue smarte Brillen für Sportler. - Xiaomi bringt innovative Smart Glasses auf den Markt. - OpenAI hat einen umstrittenen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium abgeschlossen. Viel Spaß beim Hören! ## **Tools** 11.ai: [http://11.ai](http://11.ai/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### AI in Finance: Banken experimentieren, Musk polarisiert und Meta kauft Köpfe URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-banken-experimentieren-musk-polarisiert-und-meta-kauft-koepfe/ Last updated: 2026-03-17T13:56:33.000Z *In Folge 12 sprechen Maik Klotz und Sascha Dewald unter anderem über Elon Musk, Meta, OpenAI, Revolut und Microsoft. Wie sind die aktuellen Entwicklungen der KI-Welt einzuordnen? Wer gestaltet die KI-Agenda, wer droht auf der Strecke zu bleiben?* Die KI-Branche schwankt zwischen riesigen Automatisierungspotenzialen und unklaren Roadmaps, Budgetgrenzen sowie einem kulturellen Zögern: Das bremst viele KI-Schmieden aktuell aus. Währenddessen kocht Elon Musk mit der Neuausrichtung seines Chatbots Grok ein ganz eigenes Süppchen. Seine Visionen, die manche als genial und manche als größenwahnsinnig bezeichnen würden, bringen zumindest Bewegung in die öffentliche Wahrnehmung rund um KI, finden Mike und Sascha. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/723-ai-in-finance-banken-experimentieren-musk-polarisiert-und-meta-kauft-kopfe"\] Meta setzt dagegen auf knallharte Fakten: Mit üppigen Rekrutierungspaketen, Partnerschaften und Investments sichert sich der Konzern die besten KI-Köpfe und verfolgt eine klare Agenda, nicht nur Anwender zu bleiben, sondern die Technologie selbst zu steuern. Doch die Grenzen des Wachstums werden auch von den Trainingsdaten bestimmt, die bei der Entwicklung der Modelle benötigt werden. Dabei ist der Zugang nicht mehr so sicher wie früher, weil Rechtliche Fragen stärker in den Fokus geraten. Besonders das Urheberrecht von Trainingsdaten entwickelt sich zum Sprengsatz für viele Modelle und wird schon heute von Gerichten weltweit kritisch hinterfragt. Ebenfalls kritisch gesehen, wird der mögliche Einfluss von KI auf den Menschen selbst. Sie kann entlasten, aber könnte dazu führen, das eigene Denken zu verlernen. Diese „kognitiven Schulden“ werden bisher unterschätzt, könnten aber gravierende gesellschaftliche Folgen haben, sagen die beiden. Neben den alten ethischen und psychologischen Fragen liefert die KI-Branche auch wieder neue Impulse: Vor allem im Fintech-Sektor. Mit Kooperationen wie jene von BNY Mellon mit OpenAI oder die Einführung eines KI-Finanzassistenten bei Revolut schreitet die Integration von KI bei einigen Unternehmen weiter voran. Ob daraus wirklich produktive Anwendungen entstehen, bleibt offen. Außerdem geht es um: - KI-Integration in Banken ist uneinheitlich und variiert stark. - Elon Musk plant eine Neuausrichtung von Grok. - Urheberrechtsfragen sind ein zentrales Thema bei KI-Trainingsdaten. - Mira Murati hat ein neues Start-up gegründet, das vielversprechend ist. - Meta bietet hohe Anreize für Talente aus der KI-Branche. - Kognitive Schulden können durch übermäßige KI-Nutzung entstehen. - Die Kreativwirtschaft wird durch KI-Tools revolutioniert. - Meta entwickelt neue smarte Brillen für Sportler. - Xiaomi bringt innovative Smart Glasses auf den Markt. - OpenAI hat einen umstrittenen Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium abgeschlossen. Viel Spaß beim Hören! ## **Tools** 11.ai: [http://11.ai](http://11.ai/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! \[adrotate banner="55"\] ### Warum sich Mobilfunkangebote für Fintechs lohnen URL: https://paymentandbanking.com/warum-sich-mobilfunkangebote-fuer-fintechs-lohnen-2/ Last updated: 2025-06-27T05:58:46.000Z ***Erst N26, bald Revolut, nun Klarna. Die Welt der Neobanken und Zahlungsanbieter entdeckt den Mobilfunkmarkt gerade für sich. Auf dem Papier gibt es für sie wenig zu verlieren – aber viel zu gewinnen.*** Die Älteren mögen sich vielleicht noch erinnern: Rund um die Fachmesse Cebit im Jahre 2004 konnte man in seine Postbank-Filiale gehen und zusätzlich zu seinem Girokonto auch einen Vertrag bei T-Mobile abschließen. Auf dem Papier klang das damals ganz nett. Die beiden Bonner Unternehmen Hand in Hand und für Kund:innen ein Gang weniger, um einen Vertrag abzuschließen. Hoch geflogen ist das Projekt offenbar nicht, die große Symbiose blieb aus. Schade eigentlich. In der Finanzwelt gestorben ist die Idee aber nicht. Bereits im Mai wurde bekannt, dass Revolut nach einer eSim nun auch ein [Mobilfunkangebot anbieten möchte](https://paymentandbanking.com/was-steckt-hinter-revoluts-mobilfunkplaenen/). N26 hatte das da kurzerhand schon eingeführt und das britische Fintech ausgestochen. Vergangene Woche nun legte das schwedische Fintech Klarna verbal los. In den kommenden Wochen sollen Nutzer:innen in den USA bei Klarna einen Handytarif mit unbegrenztem Datenvolumen und Telefonaten sowie SMS abschließen können. Kostenpunkt: 40 US-Dollar pro Monat. Auch in Großbritannien und Deutschland will der schwedische Zahlungsanbieter solch einen Tarif anbieten. Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski klingt da schon ganz euphorisch: „Verbraucher:innen kennen und lieben bereits den reibungslosen Klarna-Service – und jetzt können sie mit nur einem Klick in der App ihren neuen Handytarif starten: ohne Aufwand, ohne versteckte Gebühren, mit echtem Mehrwert“, sagt er. Das neue Mobilfunk-Angebot sei nur konsequent. ## **Das richtige Angebot zur richtigen Zeit** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/06/ulrich-hoyer.jpg) Tatsächlich sind es heute andere Zeiten als noch 2004\. „Kund:innen von Neobanken sind sehr digital-affin und sie mögen es, möglichst viel aus einem Hub heraus zu erledigen“, sagt Ulrich Hoyer, Partner der Unternehmensberatung Zeb. Die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Angebot angenommen wird, ist also deutlich größer als noch vor 20 Jahren. Für die Anbieter ist es ein weiterer Weg der Ökonomisierung. Wenn eine Neobank Handyverträge vermittelt, erhält sie eine Provision. Und wenn sie keinen vermittelt, hat sie auch erstmal kaum Kosten – die anfängliche technische Implementierung und Werbemaßnahmen mal außen vor gelassen. „Das ganze große Geld lässt sich damit vermutlich nicht machen. Muss aber auch nicht. Das Handy-Vertrags-Business wird damit eines von vielen weiteren. Und so lassen sich womöglich neue Kund:innen gewinnen und Bestandskund:innen besser halten. ## **Wer gewinnt das Rennen um die Super-App?** Doch es gibt da noch einen größeren potenziellen Gewinn für die Anbieter. „Im Grunde ist die Frage: Wer schafft es in Europa, die Super-App auf den Markt zu bringen?“, findet Hoyer. Dass Europa, oder zumindest Deutschland, sein Wechat bekommt, ist zwar unwahrscheinlich, dass es aber irgendwann eine App geben wird, über die sich diverse Verträge buchen sowie managen lassen und auch die üblichen Funktionen einer Neobank integriert sind, ist schon realistischer. „Neobroker werden bereits zu Neobanken, Vergleichsportale haben inzwischen eigene Banking-Apps und Neobanken oder andere Zahlungsanbieter gehen nun auf Mobilfunktarife, das alles sind Schritte in diese Richtung“, sagt Hoyer. Eine Reihe von leichter zu integrierenden Angeboten gibt es da laut dem Experten noch. „Versicherungen, Mietwagenbuchungen, Stromtarife, Internetangebote – all das sind einfach zu vermittelnde Angebote“, so Hoyer. Teilweise haben Banken diese schon integriert. Bei N26 gibt es etwa eine Handyversicherung, Revolut bietet in einigen Paketen auch Zugang zur Financial Times oder NordVPN an und auch in der Sparkassen-App lassen sich verschiedene Versicherungen abschließen. Und vielleicht sind eines Tages ja auch in Deutschland vermehrt behördennahe Dienstleistungen über private Anbieter möglich, etwa Identifikationsverfahren (sowie wie es hierzulande zum Beispiel schon Verimi macht) oder eine Anmeldung beim Einwohnermeldeamt. „Osteuropäische Länder sind da schon weiter“, sagt Hoyer. Die Eudi-Wallet der EU, die bis Ende 2026 jedes EU-Land seinen Bürgern anbieten muss, dürfte all dem einen weiteren Schub bringen. Und wenn es mit einzelnen Angeboten doch nicht klappt, dann kann sich 20 Jahre später eh keiner mehr daran erinnern. Oder gibt es hier jemanden, der damals bei der Postbank seinen T-Mobile-Tarif abgeschlossen hat? ### Warum sich Mobilfunkangebote für Fintechs lohnen URL: https://paymentandbanking.com/warum-sich-mobilfunkangebote-fuer-fintechs-lohnen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:25.000Z ***Erst N26, bald Revolut, nun Klarna. Die Welt der Neobanken und Zahlungsanbieter entdeckt den Mobilfunkmarkt gerade für sich. Auf dem Papier gibt es für sie wenig zu verlieren – aber viel zu gewinnen.*** Die Älteren mögen sich vielleicht noch erinnern: Rund um die Fachmesse Cebit im Jahre 2004 konnte man in seine Postbank-Filiale gehen und zusätzlich zu seinem Girokonto auch einen Vertrag bei T-Mobile abschließen. Auf dem Papier klang das damals ganz nett. Die beiden Bonner Unternehmen Hand in Hand und für Kund:innen ein Gang weniger, um einen Vertrag abzuschließen. Hoch geflogen ist das Projekt offenbar nicht, die große Symbiose blieb aus. Schade eigentlich. In der Finanzwelt gestorben ist die Idee aber nicht. Bereits im Mai wurde bekannt, dass Revolut nach einer eSim nun auch ein [Mobilfunkangebot anbieten möchte](https://paymentandbanking.com/was-steckt-hinter-revoluts-mobilfunkplaenen/). N26 hatte das da kurzerhand schon eingeführt und das britische Fintech ausgestochen. Vergangene Woche nun legte das schwedische Fintech Klarna verbal los. In den kommenden Wochen sollen Nutzer:innen in den USA bei Klarna einen Handytarif mit unbegrenztem Datenvolumen und Telefonaten sowie SMS abschließen können. Kostenpunkt: 40 US-Dollar pro Monat. Auch in Großbritannien und Deutschland will der schwedische Zahlungsanbieter solch einen Tarif anbieten. Klarna-CEO Sebastian Siemiatkowski klingt da schon ganz euphorisch: „Verbraucher:innen kennen und lieben bereits den reibungslosen Klarna-Service – und jetzt können sie mit nur einem Klick in der App ihren neuen Handytarif starten: ohne Aufwand, ohne versteckte Gebühren, mit echtem Mehrwert“, sagt er. Das neue Mobilfunk-Angebot sei nur konsequent. ## **Das richtige Angebot zur richtigen Zeit** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/ulrich-hoyer.jpg) Tatsächlich sind es heute andere Zeiten als noch 2004\. „Kund:innen von Neobanken sind sehr digital-affin und sie mögen es, möglichst viel aus einem Hub heraus zu erledigen“, sagt Ulrich Hoyer, Partner der Unternehmensberatung Zeb. Die Wahrscheinlichkeit, dass solch ein Angebot angenommen wird, ist also deutlich größer als noch vor 20 Jahren. Für die Anbieter ist es ein weiterer Weg der Ökonomisierung. Wenn eine Neobank Handyverträge vermittelt, erhält sie eine Provision. Und wenn sie keinen vermittelt, hat sie auch erstmal kaum Kosten – die anfängliche technische Implementierung und Werbemaßnahmen mal außen vor gelassen. „Das ganze große Geld lässt sich damit vermutlich nicht machen. Muss aber auch nicht. Das Handy-Vertrags-Business wird damit eines von vielen weiteren. Und so lassen sich womöglich neue Kund:innen gewinnen und Bestandskund:innen besser halten. ## **Wer gewinnt das Rennen um die Super-App?** Doch es gibt da noch einen größeren potenziellen Gewinn für die Anbieter. „Im Grunde ist die Frage: Wer schafft es in Europa, die Super-App auf den Markt zu bringen?“, findet Hoyer. Dass Europa, oder zumindest Deutschland, sein Wechat bekommt, ist zwar unwahrscheinlich, dass es aber irgendwann eine App geben wird, über die sich diverse Verträge buchen sowie managen lassen und auch die üblichen Funktionen einer Neobank integriert sind, ist schon realistischer. „Neobroker werden bereits zu Neobanken, Vergleichsportale haben inzwischen eigene Banking-Apps und Neobanken oder andere Zahlungsanbieter gehen nun auf Mobilfunktarife, das alles sind Schritte in diese Richtung“, sagt Hoyer. Eine Reihe von leichter zu integrierenden Angeboten gibt es da laut dem Experten noch. „Versicherungen, Mietwagenbuchungen, Stromtarife, Internetangebote – all das sind einfach zu vermittelnde Angebote“, so Hoyer. Teilweise haben Banken diese schon integriert. Bei N26 gibt es etwa eine Handyversicherung, Revolut bietet in einigen Paketen auch Zugang zur Financial Times oder NordVPN an und auch in der Sparkassen-App lassen sich verschiedene Versicherungen abschließen. Und vielleicht sind eines Tages ja auch in Deutschland vermehrt behördennahe Dienstleistungen über private Anbieter möglich, etwa Identifikationsverfahren (sowie wie es hierzulande zum Beispiel schon Verimi macht) oder eine Anmeldung beim Einwohnermeldeamt. „Osteuropäische Länder sind da schon weiter“, sagt Hoyer. Die Eudi-Wallet der EU, die bis Ende 2026 jedes EU-Land seinen Bürgern anbieten muss, dürfte all dem einen weiteren Schub bringen. Und wenn es mit einzelnen Angeboten doch nicht klappt, dann kann sich 20 Jahre später eh keiner mehr daran erinnern. Oder gibt es hier jemanden, der damals bei der Postbank seinen T-Mobile-Tarif abgeschlossen hat? ### Wie Technologie das Wealth Management verändert URL: https://paymentandbanking.com/wie-technologie-das-wealth-management-veraendert-2/ Last updated: 2025-06-27T05:41:17.000Z ***Der neue Podcast mit Ralf Heim beleuchtet die Zukunft der Vermögensberatung. Es geht um digitale Tools, den Einfluss von Neobrokern, die Rolle von KI – und wie Banken auf den Generationenwechsel im Vermögen reagieren müssen.*** Vermögensberatung galt lange als analog, exklusiv und wenig technologiegetrieben. Doch die Realität hat sich gewandelt – nicht nur durch neue Kund:innen-Erwartungen, sondern auch durch eine sich verändernde Weltordnung und die Dynamik des digitalen Kapitalmarkts. [Ralf Heim](https://www.linkedin.com/in/ralfheim/?ref=paymentandbanking.com), Mitgründer und CEO von Fincite, spricht im Fintech-Podcast mit André M. Bajorat über zehn Jahre Wealth-Tech-Erfahrung und die Frage, wie moderne Beratung wirklich funktioniert. ## **Vom Open Banking zur Wealth Management Plattform** Fincite startete mit der Idee, Open-Banking-Daten intelligent zu analysieren und Beratung zu automatisieren. Doch der Markt war damals noch nicht reif. Heim und sein Team pivotierten – hin zu einer Softwarelösung für Berater:innen im Private Banking. Heute bildet Fincite den gesamten Beratungsprozess digital ab: vom Onboarding über die Ziel- und Vermögensplanung bis hin zum Reporting. Dabei geht es um mehr als regulatorische Pflichten: Es geht um den Mehrwert für den Endkunden. Heim ist überzeugt: „Das neue Alpha ist Zielerreichung – nicht Benchmark-Vergleiche.“ Kund:innen interessiert nicht, ob sie den Markt schlagen, sondern ob sie ihre persönlichen Ziele erreichen – etwa Vermögen erhalten, absichern oder für die Rente planen. Heim spricht vom „10x-Berater“: Wer Technologie nutzt, könne mehr Kund:innen besser betreuen – und bleibe relevant. Besonders im Private Banking, wo Vertrauen zentral ist, werde eine durchdachte, digitale Experience zum Wettbewerbsvorteil. Die Herausforderung bestehe darin, Beratung nicht nur effizienter, sondern auch skalierbar und konsistent zu gestalten – über unterschiedliche Berater:innen hinweg. Jetzt reinhören – und erfahren, wie Technologie das Wealth Management neu definiert. [Alle Payment & Banking-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### Wie Technologie das Wealth Management verändert URL: https://paymentandbanking.com/wie-technologie-das-wealth-management-veraendert/ Last updated: 2025-08-05T08:55:25.000Z ***Der neue Podcast mit Ralf Heim beleuchtet die Zukunft der Vermögensberatung. Es geht um digitale Tools, den Einfluss von Neobrokern, die Rolle von KI – und wie Banken auf den Generationenwechsel im Vermögen reagieren müssen.*** Vermögensberatung galt lange als analog, exklusiv und wenig technologiegetrieben. Doch die Realität hat sich gewandelt – nicht nur durch neue Kund:innen-Erwartungen, sondern auch durch eine sich verändernde Weltordnung und die Dynamik des digitalen Kapitalmarkts. [Ralf Heim](https://www.linkedin.com/in/ralfheim/?ref=paymentandbanking.com), Mitgründer und CEO von Fincite, spricht im Fintech-Podcast mit André M. Bajorat über zehn Jahre Wealth-Tech-Erfahrung und die Frage, wie moderne Beratung wirklich funktioniert. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/722-wie-technologie-das-wealth-management-verandert"\] ## **Vom Open Banking zur Wealth Management Plattform** Fincite startete mit der Idee, Open-Banking-Daten intelligent zu analysieren und Beratung zu automatisieren. Doch der Markt war damals noch nicht reif. Heim und sein Team pivotierten – hin zu einer Softwarelösung für Berater:innen im Private Banking. Heute bildet Fincite den gesamten Beratungsprozess digital ab: vom Onboarding über die Ziel- und Vermögensplanung bis hin zum Reporting. Dabei geht es um mehr als regulatorische Pflichten: Es geht um den Mehrwert für den Endkunden. Heim ist überzeugt: „Das neue Alpha ist Zielerreichung – nicht Benchmark-Vergleiche.“ Kund:innen interessiert nicht, ob sie den Markt schlagen, sondern ob sie ihre persönlichen Ziele erreichen – etwa Vermögen erhalten, absichern oder für die Rente planen. Heim spricht vom „10x-Berater“: Wer Technologie nutzt, könne mehr Kund:innen besser betreuen – und bleibe relevant. Besonders im Private Banking, wo Vertrauen zentral ist, werde eine durchdachte, digitale Experience zum Wettbewerbsvorteil. Die Herausforderung bestehe darin, Beratung nicht nur effizienter, sondern auch skalierbar und konsistent zu gestalten – über unterschiedliche Berater:innen hinweg. Jetzt reinhören – und erfahren, wie Technologie das Wealth Management neu definiert. \[adrotate banner="55"\] [Alle Payment & Banking-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### KI inspiriert Kunden und steigert Conversion bei Händlern URL: https://paymentandbanking.com/ki-inspiriert-kunden-und-steigert-conversion-bei-haendlern-2/ Last updated: 2025-06-26T06:17:00.000Z ***Deutsche Konsument:innen haben KI in ihren Einkaufsalltag integriert – über alle Altersgruppen hinweg. Doch der Handel bleibt zurückhaltend. Warum KI gerade im Zahlungsverkehr zum strategischen Faktor wird und Händler:innen technologisch aufholen müssen.*** Der Handel steht 2025 an einem technologischen Wendepunkt: Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele Verbraucher längst fester Bestandteil ihres Shopping-Verhaltens. Laut dem aktuellen [Adyen Index: Retail Report 2025](https://www.adyen.com/de%5FDE/index-reports/retail?ref=paymentandbanking.com) nutzen 34 Prozent der deutschen Verbraucher bereits KI beim Einkaufen – ein Wachstum von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders interessant: Der stärkste Zuwachs kommt nicht aus der Gen Z, sondern von den Babyboomern (Plus 107 Prozent) und der Generation X (Plus 53 Prozent). Käufer nutzen KI dabei längst nicht nur für die Produktsuche, sondern auch als Inspirationsquelle. So geben 55 Prozent der befragten Konsumenten an, durch KI schneller neue Ideen für Outfits oder Rezepte zu finden. Für viele ersetzt die Technologie außerdem klassische Touchpoints wie die Beratung oder Inspiration im Laden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen dabei deutlich: Konsumenten sind nicht nur offen für KI, sie nutzen sie auch schon. Ein Trend, der sich auch international bestätigt: Global nutzen 36 Prozent der Verbraucher KI im Kaufprozess. Mehr als jeder Zehnte hat die Technologie das erste Mal im vergangenen Jahr genutzt. Das Nutzerverhalten entwickelt sich jedoch schneller, als viele Einzelhändler Schritt halten können – ein Risiko für alle, die KI noch immer als langfristige Option und nicht als akute Notwendigkeit sehen. ## **Von Inspiration zu Conversion: Was KI im Handel leisten kann** KI verändert nicht nur die Art, wie Konsumenten einkaufen, sie bestimmt auch, wie Händler ihre Systeme aufsetzen. Der Einsatz von KI zieht sich über die gesamte Customer Journey hinweg: von der Inspiration über die Personalisierung bis hin zur Zahlungsabwicklung. Lösungen wie [Adyen Uplift](https://www.adyen.com/de%5FDE/uplift?ref=paymentandbanking.com) nutzen KI beispielsweise, um die Conversion bei der Zahlung durch die gezielte Steuerung von Autorisierungsrouten, adaptive Risikoprüfungen und die Reduzierung von falschen Ablehnungen zu steigern. Unternehmen profitieren dadurch von weniger Zahlungsausfällen, höheren Autorisierungsraten und geringeren Kosten. Adyen bietet außerdem [Lösungen zur Betrugsprävention](https://www.adyen.com/de%5FDE/uplift/protect?ref=paymentandbanking.com) in Echtzeit, bei der ihr System maschinelles Lernen mit Millionen von Transaktionsdaten aus ihrer Plattform kombiniert und automatisch Muster erkennt, bevor ein Schaden überhaupt entsteht. ## **Wer jetzt nicht investiert, verliert den Anschluss** Trotz dieser dynamischen Entwicklung in Richtung KI-Shopping ist die Investitionsbereitschaft im deutschen Handel noch ausbaufähig. Nur 36 Prozent der befragten Einzelhändler planen laut Adyen Index, KI im kommenden Jahr zur Umsatzsteigerung einzusetzen – etwas für Vertrieb, Marketing oder Produktsteuern. Das steht im deutlich Kontrast zu den Konsumenten, die sich längst an intelligente Kaufempfehlungen und reibungslose Prozesse powered by KI gewöhnt haben. Händler, die 2025 nicht auf die steigenden Erwartungen an intelligentes Shopping reagieren, riskieren Verluste – nicht nur bei der Conversion, sondern auch bei der Kundenbindung. Denn je mehr positive Erfahrungen Kunden mit KI machen, desto größer werden auch ihre Erwartungen daran. Ein gutes Sortiment allein genügt längst nicht mehr. Entscheidend ist die intelligente Verbindung von Daten, Kontext und Transaktion. Technologien wie KI verändern damit nicht nur die Art, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren, sondern auch die technischen Grundlagen ihres Geschäfts. Erfolgreich ist, wer kanalübergreifend denkt und künstliche Intelligenz nicht als Vision, sondern als realen Produktivitätshebel begreift. ### KI inspiriert Kunden und steigert Conversion bei Händlern URL: https://paymentandbanking.com/ki-inspiriert-kunden-und-steigert-conversion-bei-haendlern/ Last updated: 2025-08-05T08:55:25.000Z ***Deutsche Konsument:innen haben KI in ihren Einkaufsalltag integriert – über alle Altersgruppen hinweg. Doch der Handel bleibt zurückhaltend. Warum KI gerade im Zahlungsverkehr zum strategischen Faktor wird und Händler:innen technologisch aufholen müssen.*** Der Handel steht 2025 an einem technologischen Wendepunkt: Künstliche Intelligenz (KI) ist für viele Verbraucher längst fester Bestandteil ihres Shopping-Verhaltens. Laut dem aktuellen [Adyen Index: Retail Report 2025](https://www.adyen.com/de%5FDE/index-reports/retail?ref=paymentandbanking.com) nutzen 34 Prozent der deutschen Verbraucher bereits KI beim Einkaufen – ein Wachstum von 51 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders interessant: Der stärkste Zuwachs kommt nicht aus der Gen Z, sondern von den Babyboomern (Plus 107 Prozent) und der Generation X (Plus 53 Prozent). Käufer nutzen KI dabei längst nicht nur für die Produktsuche, sondern auch als Inspirationsquelle. So geben 55 Prozent der befragten Konsumenten an, durch KI schneller neue Ideen für Outfits oder Rezepte zu finden. Für viele ersetzt die Technologie außerdem klassische Touchpoints wie die Beratung oder Inspiration im Laden. Die Ergebnisse der Befragung zeigen dabei deutlich: Konsumenten sind nicht nur offen für KI, sie nutzen sie auch schon. Ein Trend, der sich auch international bestätigt: Global nutzen 36 Prozent der Verbraucher KI im Kaufprozess. Mehr als jeder Zehnte hat die Technologie das erste Mal im vergangenen Jahr genutzt. Das Nutzerverhalten entwickelt sich jedoch schneller, als viele Einzelhändler Schritt halten können – ein Risiko für alle, die KI noch immer als langfristige Option und nicht als akute Notwendigkeit sehen. \[adrotate banner="58"\] ## **Von Inspiration zu Conversion: Was KI im Handel leisten kann** KI verändert nicht nur die Art, wie Konsumenten einkaufen, sie bestimmt auch, wie Händler ihre Systeme aufsetzen. Der Einsatz von KI zieht sich über die gesamte Customer Journey hinweg: von der Inspiration über die Personalisierung bis hin zur Zahlungsabwicklung. Lösungen wie [Adyen Uplift](https://www.adyen.com/de%5FDE/uplift?ref=paymentandbanking.com) nutzen KI beispielsweise, um die Conversion bei der Zahlung durch die gezielte Steuerung von Autorisierungsrouten, adaptive Risikoprüfungen und die Reduzierung von falschen Ablehnungen zu steigern. Unternehmen profitieren dadurch von weniger Zahlungsausfällen, höheren Autorisierungsraten und geringeren Kosten. Adyen bietet außerdem [Lösungen zur Betrugsprävention](https://www.adyen.com/de%5FDE/uplift/protect?ref=paymentandbanking.com) in Echtzeit, bei der ihr System maschinelles Lernen mit Millionen von Transaktionsdaten aus ihrer Plattform kombiniert und automatisch Muster erkennt, bevor ein Schaden überhaupt entsteht. ## **Wer jetzt nicht investiert, verliert den Anschluss** Trotz dieser dynamischen Entwicklung in Richtung KI-Shopping ist die Investitionsbereitschaft im deutschen Handel noch ausbaufähig. Nur 36 Prozent der befragten Einzelhändler planen laut Adyen Index, KI im kommenden Jahr zur Umsatzsteigerung einzusetzen – etwas für Vertrieb, Marketing oder Produktsteuern. Das steht im deutlich Kontrast zu den Konsumenten, die sich längst an intelligente Kaufempfehlungen und reibungslose Prozesse powered by KI gewöhnt haben. Händler, die 2025 nicht auf die steigenden Erwartungen an intelligentes Shopping reagieren, riskieren Verluste – nicht nur bei der Conversion, sondern auch bei der Kundenbindung. Denn je mehr positive Erfahrungen Kunden mit KI machen, desto größer werden auch ihre Erwartungen daran. Ein gutes Sortiment allein genügt längst nicht mehr. Entscheidend ist die intelligente Verbindung von Daten, Kontext und Transaktion. Technologien wie KI verändern damit nicht nur die Art, wie Unternehmen mit ihren Kunden interagieren, sondern auch die technischen Grundlagen ihres Geschäfts. Erfolgreich ist, wer kanalübergreifend denkt und künstliche Intelligenz nicht als Vision, sondern als realen Produktivitätshebel begreift. ### Worldline und Payone nach #dirtypayments – was nun? URL: https://paymentandbanking.com/worldline-und-payone-nach-dirtypayments-was-nun-2/ Last updated: 2025-06-26T07:56:30.000Z **Es sind schwere Vorwürfe, die Medien gegenüber Worldline und Payone gerade erheben. Neu sind die zwar nur bedingt, doch könnten sie zu einer weiteren Konsolidierung im Markt führen.** Presseberichte in verschiedenen europäischen Medien (in Deutschland bei [*Der Spiegel*](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com)) erheben schwere Vorwürfe zu ehemaligen Geschäftsbeziehungen von Worldline/Payone im „Schmuddelbereich” des Zahlungsverkehrs. „Namhafte” Kunden und Personen, die wir schon seit Jahren im High-Risk-Kontext von Wirecard und Heidelpay/Unzer kennen, tauchen plötzlich wieder in der Berichterstattung auf. Das Thema ist nicht wirklich neu. Im Herbst 2023 revidierte Worldline seine Prognose im Merchant-Services-Bereich mit Hinweis auf das deutsche Geschäft und die (Bafin-initiierte) Kündigungen von High-Risk-Händlern. Anfang 2025 wurde bekannt, dass die Aufsicht höhere Kapitalzuschläge und einen Sonderprüfer ins Payment-Joint-Venture der Sparkassen und Worldline schickte. Was das Payone-Management antrieb, sich für diese branchenbekannten, hochriskanten Kunden zu entscheiden und dabei nicht die notwendigen Risikokontrollen vorzuhalten, kann nur spekuliert werden. Es wirft jedenfalls kein gutes Licht auf die Professionalität der Geschäftsführung und der Vertreter von Worldline und der Sparkassen-Finanzgruppe in den internen Kontrollgremien. Neben unangenehmen Fragen hat das Handeln gravierende Auswirkungen auf Firmenwert sowohl der Worldline-Aktie als auch den Payone-Anteil in den Bilanzen des Sparkassenverlags: Das an der Pariser Börse gelistete Unternehmen Worldline verzeichnete bereits mit den Meldungen im Herbst 2023 einen Einbruch des Aktienkurses um 50 Prozent an einem Tag. Seitdem hat sich die Aktienbewertung nochmals halbiert und heute Vormittag ging es nochmals knapp 35 Prozent in den Keller. Worldline hat nun die Marktkapitalisierung von 1 Milliarde erstmals unterschritten und ist nur noch ein Schatten des ehemaligen europäischen Payment-„Champions”. Gestern hat Worldline gerade noch rechtzeitig die Platzierung einer Unternehmensanleihe in Höhe von 550 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 5,5 Prozent abgeschlossen. Die Zeichner des Bonds haben bei der jetzt weiter kollabierten Marktkapitalisierung vermutlich den Angstschweiß auf der Stirn. Für Worldline ist dieses Geld ein zusätzliches Zeitfenster und vielleicht die letzte Chance für einen notwendigen Turnaround und Hebung von Kosten- und Synergieeffekten zum Beispiel durch die überfällige Konsolidierung und Modernisierung der verschiedenen Paymentplattformen. Vergleicht man die Marktkapitalisierung, Shortseller-Quote und Kursentwicklung von Worldline mit ihren Peers wie Adyen, Stripe, GlobalPayments, so wettet der Kapitalmarkt jedenfalls auf keinen guten Ausgang bei Worldline. Vielleicht materialisieren sich jetzt frühere Gerüchte zu einer attraktiv günstigen Übernahme des Assets durch Private Equity und einer damit einhergehender Zerschlagung beziehungsweise weiterer Konsolidierung im europäischen und auch deutschen Paymentmarkt. ### Worldline und Payone nach #dirtypayments – was nun? URL: https://paymentandbanking.com/worldline-und-payone-nach-dirtypayments-was-nun/ Last updated: 2025-08-05T08:55:25.000Z **Es sind schwere Vorwürfe, die Medien gegenüber Worldline und Payone gerade erheben. Neu sind die zwar nur bedingt, doch könnten sie zu einer weiteren Konsolidierung im Markt führen.** Presseberichte in verschiedenen europäischen Medien (in Deutschland bei [*Der Spiegel*](https://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/payone-deutscher-finanzdienstleister-unter-verdacht-die-schmutzigen-deals-mit-dem-pornobaron-a-1b16d0e9-a3d6-40c6-a02d-dd268a9f8ff7?ref=paymentandbanking.com)) erheben schwere Vorwürfe zu ehemaligen Geschäftsbeziehungen von Worldline/Payone im „Schmuddelbereich” des Zahlungsverkehrs. „Namhafte” Kunden und Personen, die wir schon seit Jahren im High-Risk-Kontext von Wirecard und Heidelpay/Unzer kennen, tauchen plötzlich wieder in der Berichterstattung auf. Das Thema ist nicht wirklich neu. Im Herbst 2023 revidierte Worldline seine Prognose im Merchant-Services-Bereich mit Hinweis auf das deutsche Geschäft und die (Bafin-initiierte) Kündigungen von High-Risk-Händlern. Anfang 2025 wurde bekannt, dass die Aufsicht höhere Kapitalzuschläge und einen Sonderprüfer ins Payment-Joint-Venture der Sparkassen und Worldline schickte. Was das Payone-Management antrieb, sich für diese branchenbekannten, hochriskanten Kunden zu entscheiden und dabei nicht die notwendigen Risikokontrollen vorzuhalten, kann nur spekuliert werden. Es wirft jedenfalls kein gutes Licht auf die Professionalität der Geschäftsführung und der Vertreter von Worldline und der Sparkassen-Finanzgruppe in den internen Kontrollgremien. \[adrotate banner="55"\] Neben unangenehmen Fragen hat das Handeln gravierende Auswirkungen auf Firmenwert sowohl der Worldline-Aktie als auch den Payone-Anteil in den Bilanzen des Sparkassenverlags: Das an der Pariser Börse gelistete Unternehmen Worldline verzeichnete bereits mit den Meldungen im Herbst 2023 einen Einbruch des Aktienkurses um 50 Prozent an einem Tag. Seitdem hat sich die Aktienbewertung nochmals halbiert und heute Vormittag ging es nochmals knapp 35 Prozent in den Keller. Worldline hat nun die Marktkapitalisierung von 1 Milliarde erstmals unterschritten und ist nur noch ein Schatten des ehemaligen europäischen Payment-„Champions”. Gestern hat Worldline gerade noch rechtzeitig die Platzierung einer Unternehmensanleihe in Höhe von 550 Millionen Euro zu einem Zinssatz von 5,5 Prozent abgeschlossen. Die Zeichner des Bonds haben bei der jetzt weiter kollabierten Marktkapitalisierung vermutlich den Angstschweiß auf der Stirn. Für Worldline ist dieses Geld ein zusätzliches Zeitfenster und vielleicht die letzte Chance für einen notwendigen Turnaround und Hebung von Kosten- und Synergieeffekten zum Beispiel durch die überfällige Konsolidierung und Modernisierung der verschiedenen Paymentplattformen. Vergleicht man die Marktkapitalisierung, Shortseller-Quote und Kursentwicklung von Worldline mit ihren Peers wie Adyen, Stripe, GlobalPayments, so wettet der Kapitalmarkt jedenfalls auf keinen guten Ausgang bei Worldline. Vielleicht materialisieren sich jetzt frühere Gerüchte zu einer attraktiv günstigen Übernahme des Assets durch Private Equity und einer damit einhergehender Zerschlagung beziehungsweise weiterer Konsolidierung im europäischen und auch deutschen Paymentmarkt. ### Vielfalt als Feigenblatt: Rassismus in Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs-2/ Last updated: 2025-06-25T06:34:01.000Z **Obwohl Barrierefreiheit kein neues Thema mehr ist, scheinen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Bankensektor oft übersehen zu werden – von stufenlosen Zugängen bis hin zu Apps, die für alle nutzbar sind, ist vieles noch Zukunftsmusik.** Viele Finanzinstitute werben mit Diversity-Initiativen, denn bei ihnen ginge es nur um Leistung, alle hätten die gleichen Chancen und so weiter. Alle? Also, naja, außer Frauen, neurodivergente Menschen, Schwarze Menschen, …. Denn hinter der Fassade zeigen sich systemische Probleme. Ob bei Kreditvergaben, im Bewerbungsprozess oder in der Produktgestaltung: Es gibt nachweisbar rassistische Ausschlüsse. So wurde etwa bekannt, dass die Commerzbank einem syrischen Geflüchteten und seiner deutschen Frau 2019 die Eröffnung eines gemeinsamen Kontos verweigerte, sobald sie [von seiner Herkunft](https://www.nds-fluerat.org/36976/aktuelles/diskriminierung-bei-der-kontoeroeffnung/?ref=paymentandbanking.com) erfuhr.Trotz klarer Identität des Mannes (amtlicher Flüchtlingspass) wurden seine Dokumente nicht einmal geprüft. Die KYC-Prozesse (Know Your Customer) sind oft auf deutsche Standardbiografien zugeschnitten. Beispielsweise machte das Postident-Verfahren lange den Geburtsort zur Pflichtangabe, ein Feld, das in ausländischen Pässen oder deutschen Flüchtlingsausweisen fehlt. Die Folge: Vielen Menschen wurde jahrelang die [Online-Kontoeröffnung verwehrt](https://www.deutscheskonto.org/de/postident-problem/?ref=paymentandbanking.com). Bereits 2014 gab es Hunderte Beschwerden zu diesem Problem, ohne dass Gesetzgeber oder Branche zeitnah gegensteuerten. Derartige Fälle sind keine Ausnahmen, im Gegenteil dokumentieren Medien und Beratungsstellen [etliche Beispiele](https://wp.table.media/wp-content/uploads/2024/09/10121445/gemeinsamer%5Fbericht%5Ffuenfter%5Flang%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com#:~:text=%2855%C2%A0Prozent%29%20gemacht%20zu%20haben,Beispiel%20im%20Hinblick%20auf%20die): von Banken und Sparkassen, die Geflüchteten die Kontoeröffnung auf grund angeblich fehlender Sprachkenntnisse (selbst bei Anwesenheit einer Dolmetscherin!) verwehren, erschweren, bis hin zu Banken, die bei ausländischen Pässen strengere Anforderungen stellen. Eine Auswertung der Antidiskriminierungsstelle ergab 612 gemeldete Diskriminierungsfälle (2021–2023) allein im Bereich Zugang zu Bankdienstleistungen; über die Hälfte davon betraf rassistische Diskriminierung oder ethnische Herkunft. Einige Banken stellten zusätzliche Hürden auf, etwa bei der Kreditkarten- oder Depot-Eröffnung, indem sie die Anerkennung ausländischer Ausweisdokumente verweigerten. Dies kann zur absurden Konsequenz führen, dass Kund\*innen trotz guter Bonität abgewiesen werden, nur weil ihr Geburtsort nicht im System vorgesehen ist. Laut Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) alles verboten übrigens. Diversität in Führungspositionen? Naja, also außer für Frauen, … In Deutschlands Bankentürmen sucht man People of Color (PoC) in hochrangigen Positionen meist vergeblich. Eine Anekdote für das Selbstverständnis dieser Bubble: Auf die Frage eines PoC-Angestellten, ob nicht-*weiße* Mitarbeitende Chancen auf Vorstandspositionen hätten, entgegnete ein C-Level lapidar, es gehe nicht um Hautfarbe *„Schwarze Menschen könnten ja auch Deutsche sein und hätten dann kein Rassismus-Problem“*. Diversität, außerhalb von den viel zitierten leeren Phrasen wie „hier arbeiten 42 Nationen” und „unser Frauenanteil liegt bei 30 Prozent”, bleibt ein Randthema. Nein, wir sind angeblich schon viel weiter? Naja, Daten untermauern den Eindruck: In Großbritannien liegt zwar der BAME-Anteil (Black, Asian, Minority Ethnic) in Fintech-Unternehmen bei [20 ](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=Research%20by%20government,2021%2C%20according%20to%20Tech%20Nation)Prozent, mehr als im traditionellen Banking. Doch der Anteil SSchwarzer Beschäftigter beträgt nur gut **3 Prozent**. Je höher wir die flachen Hierarchien nach oben klimmen, desto weißer wird es: in UK sind z.B. 90 Prozent der Fintech-Mitarbeitenden mit mehr als 15 Jahren Erfahrung *weiß*. Für Deutschland fehlen solche Aufschlüsselungen, doch dass kaum Schwarze im Top-Management vertreten sind, lässt sich unschwer beobachten. Fünf Minuten auf den „Unser Vorstand”-Tabs der Webseiten zeichnen ein deutliches Bild. Und das hat Auswirkungen. ## **Erfahrungen Schwarzer Mitarbeiter\*innen: Alltag zwischen Mikroaggressionen und Barrieren** Schwarze Beschäftigte und Menschen mit Migrationshintergrund berichten von einem Berufsalltag, der von Mikroaggressionen bis hin zu offener Benachteiligung geprägt sein kann. In einer groß angelegten Befragung, dem Afrozensus, gaben 84,7 Prozent der Teilnehmenden an, im Arbeitsleben [Diskriminierung erlebt](https://www.egofm.de/blog/bericht-uber-die-lebensrealitaet-schwarzer-menschen?ref=paymentandbanking.com#:~:text=,Befragten%20am%20h%C3%A4ufigsten%20Rassismus%20erleben) zu haben. Neun von zehn fühlen sich nicht ernst genommen, wenn sie Rassismus ansprechen; stattdessen wird ihnen gesagt, sie seien „zu empfindlich“. Diese Zahlen sind alarmierend hoch und decken sich mit vielen Einzelberichten. So zeigte eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle, dass über [die Hälfte aller Beschwerden aus dem Finanzsektor](https://wp.table.media/wp-content/uploads/2024/09/10121445/gemeinsamer%5Fbericht%5Ffuenfter%5Flang%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com#:~:text=3,f%C3%BCr%20Diskriminierung%20beim%20Zugang%20zu) sich auf ethnische Herkunft oder rassistische Diskriminierung beziehen. Konkret schilderten Beschäftigte etwa, sie würden bei internen Beförderungen übergangen und blieben trotz gleicher Qualifikation in niedrigeren Rollen hängen, ein Phänomen struktureller Art. Eine häufiges Phänomen in allen Branchen: der Thomas-Kreislauf. Befördert wird, wer dem bestehenden Management ähnelt. Frauen, migrantisierte Menschen, Schwarze und andere marginalisierte Gruppen stoßen sich an unsichtbaren Decken den Kopf und haben es deutlich schwerer, in Führungspositionen aufzusteigen. Hinzu kommen mehr oder weniger subtile Ausgrenzungen im Alltag: „Alltagsrassismus“ äußert sich zum Beispiel in abfälligen Kommentaren, zweifelhaften „Komplimenten“ oder dem berüchtigten Haare-Anfassen, 90,4 Prozent der Schwarzen Befragten im Afrozensus berichteten, dass fremde Leute ungefragt ihre Haare anfassen. Solche „Othering-Erfahrungen“ sind demütigend und summieren sich zu einem Klima, in dem Betroffene ständig ihre Zugehörigkeit rechtfertigen müssen. Schwarze Mitarbeitende in Finanzinstituten schildern zudem oft einen Mangel an Rückhalt: Firmeninterne DEI-Netzwerke (Diversity, Equity & Inclusion) existieren zwar, doch haben sie nicht den Einfluss oder den Auftrag, Unternehmenskultur inklusiv zu gestalten. Reflexartig scheint die Angst aufzutreten, etwas würde einem weggenommen, wenn wir mehr auf ein gutes und faires Miteinander achten, dabei haben viele Betroffene einfach nur den Wunsch nach Chancengerechtigkeit, einem Ende der Mikroaggressionen und ein Mindestmaß an Respekt und Sicherheit am Arbeitsplatz. Doch in zu vielen Häusern bleibt dies Wunschdenken, insbesondere wenn diejenigen, die Veränderungen bewirken könnten, wegschauen oder selbst Teil des Problems sind. Kleine Anekdote gefällig? Sehr gerne, 2024 in einer Sparkasse: „Frauen mit Kopftuch, also sowas wollen wir hier nicht.” ## **Rassismus im Kund\*innengeschäft: Wenn Banking nicht für alle zugänglich ist** Ein weiteres Problem: Automatisierte Prüfungen und Bias in Algorithmen. Fintechs setzen zunehmend auf KI-Modelle bei Bonitätsprüfungen, Fraud-Detection oder Kunden-Screenings. Ohne bewusste Kontrollen laufen solche Systeme Gefahr, bestehende Vorurteile zu zementieren. Studien aus den USA zeigen, dass selbst vermeintlich objektive Fintech-Algorithmen Minderheiten benachteiligen können: [dort zahlten zum Beispiel Afroamerikaner](http://rfkhumanrights.orgrfkhumanrights.org/?ref=paymentandbanking.com) bei digitalen Krediten im Schnitt höhere Zinsen als weiße Kreditnehmer mit identischer Bonität. Europäische Banken sollten nicht glauben, vor solchen Effekten gefeit zu sein. Wenn Trainingsdaten oder Scoring-Faktoren soziale Ungleichheiten widerspiegeln (zum Beispiel Wohngebiete, die historisch benachteiligt sind), entsteht Diskriminierung.Schwarze Kund\*innen berichten auch von misstrauischer Behandlung im Service, etwa überzogenen Identitätsprüfungen oder unangemessenen Bemerkungen am Schalter. Zwar fehlen hierzu umfassende Studien in Europa, doch der Afrozensus zeigt generell: *Geschäfte und Dienstleistungen* bilden einen Bereich, in dem Rassismus zum Alltag vieler gehört. Wenn beinahe 97 Prozent der Schwarzen Menschen in Deutschland angeben, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung [erlebt zu haben](https://mediendienst-integration.de/artikel/schwarze-menschen-in-deutschland.html?ref=paymentandbanking.com#:~:text=integration,Am%20h%C3%A4ufigsten%20in%20%C3%96), dürfen Banken sehr genau hinschauen. ## **Zahlen lügen nicht: Rassismus als Status Quo** Belastbare Daten zeichnen ein klares Bild. Die EU-Grundrechteagentur (FRA) führt regelmäßig Erhebungen unter Minderheiten durch. Ihr neuester Bericht *“Being Black in the EU”* (2023) offenbart einen [deutlichen Anstieg ](https://fra.europa.eu/en/themes/equality-non-discrimination-and-racism?ref=paymentandbanking.com#:~:text=FRA%27s%20first%20Being%20Black%20in,EU%20policy%20developments%20since%20then)rassistischer Diskriminierung in Europa. EU-weit berichteten 34 Prozent der Befragten afrikanischer Herkunft, allein im vergangenen Jahr [rassistisch benachteiligt](https://www.europeaninterest.eu/report-shows-shocking-rise-in-racism-against-blacks-in-europe/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=The%20first%20study%20released%2C%20called,Poland%2C%20Portugal%2C%20Spain%20and%20Sweden) worden zu sein, vor sechs Jahren lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Besonders dramatisch schneidet Deutschland ab: Hier fühlten sich zuletzt 64 Prozent der Schwarzen Befragten innerhalb von zwölf Monaten diskriminiert. Über einen Fünf-Jahres-Zeitraum betrachtet, gaben sogar über 70 Prozent in Deutschland und Österreich an, Rassismus erfahren zu haben. Deutschland ist damit trauriger Spitzenreiter in Europa, eine Entwicklung, die sich im Vergleich zur letzten FRA-Studie nahezu verdoppelt hat. Auch nationale Stellen bestätigen den Handlungsbedarf. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verzeichnete 2022 über [8.800 Beratungsanfragen](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/diskriminierung-gesellschaft-100.html?ref=paymentandbanking.com#:~:text=Zunehmende%20Diskriminierung%20,27%20Prozent%20der), wovon 43 Prozent rassistische Diskriminierung betrafen. Damit ist „Race/Herkunft“ das häufigste Diskriminierungsmerkmal in den Meldungen. Besonders bemerkenswert: Selbst dort, wo das AGG gar nicht greift (weil *„nur“* nach Staatsangehörigkeit differenziert wird), registrierte die Stelle zahlreiche Beschwerden. So wurden im aktuellen Zeitraum 1.821 Fälle gemeldet, in denen etwa Bank- oder Postdienstleistungen bestimmten Nationalitäten verweigert wurden. Die Zahlen verdeutlichen: **Rassismus ist kein Randphänomen**, sondern ganz tief in den Strukturen verankert: im Arbeitsleben, im Kundenkontakt und im gesamten Finanzökosystem. Ein Blick in die Tech-Branche der USA dient als mahnendes Beispiel: Selbst beim Vorzeige-Unternehmen Google kam es zu systematischer Benachteiligung Schwarzer Mitarbeiter\*innen. Über 4.000 Black Googler klagten, sie würden in schlechter bezahlte Positionen abgedrängt, bei Beförderungen übergangen und als „[nicht Googley genug](https://afrotech.com/google-settles-lawsuit-bias-black-employees?ref=paymentandbanking.com#:~:text=As%20for%20other%20Black%20employees%2C,Reuters%20mentions)“ abgewertet. Das Unternehmen einigte sich 2023 auf einen Vergleich in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, ohne allerdings ein Fehlverhalten einzugestehen. Die interne Statistik spricht Bände: Nur 4,4 Prozent der Google-Belegschaft sind Schwarz, im Management sogar nur 3 Prozent. Solche Zahlen unterscheiden sich kaum von denen großer US-Banken oder Fintechs. Auch dort sind People of Color krass unterrepräsentiert und sehen sich mit einem „Glass Ceiling“ konfrontiert.**Fazit:** Rassismuskritik und Diversitätsförderung dürfen im Bankensektor keine Feigenblätter bleiben. Die Branche steht an einem Scheideweg: Entweder sie schafft es, ihre jahrzehntealten, oft unbewussten Ausschlussmechanismen aufzubrechen – oder sie läuft Gefahr, den Anschluss an eine vielfältigere Kundschaft und Arbeitswelt zu verlieren. ### Vielfalt als Feigenblatt: Rassismus in Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/vielfalt-als-feigenblatt-rassismus-in-banken-und-fintechs/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z **Obwohl Barrierefreiheit kein neues Thema mehr ist, scheinen die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen im Bankensektor oft übersehen zu werden – von stufenlosen Zugängen bis hin zu Apps, die für alle nutzbar sind, ist vieles noch Zukunftsmusik.** Viele Finanzinstitute werben mit Diversity-Initiativen, denn bei ihnen ginge es nur um Leistung, alle hätten die gleichen Chancen und so weiter. Alle? Also, naja, außer Frauen, neurodivergente Menschen, Schwarze Menschen, …. Denn hinter der Fassade zeigen sich systemische Probleme. Ob bei Kreditvergaben, im Bewerbungsprozess oder in der Produktgestaltung: Es gibt nachweisbar rassistische Ausschlüsse. So wurde etwa bekannt, dass die Commerzbank einem syrischen Geflüchteten und seiner deutschen Frau 2019 die Eröffnung eines gemeinsamen Kontos verweigerte, sobald sie [von seiner Herkunft](https://www.nds-fluerat.org/36976/aktuelles/diskriminierung-bei-der-kontoeroeffnung/?ref=paymentandbanking.com) erfuhr.Trotz klarer Identität des Mannes (amtlicher Flüchtlingspass) wurden seine Dokumente nicht einmal geprüft. Die KYC-Prozesse (Know Your Customer) sind oft auf deutsche Standardbiografien zugeschnitten. Beispielsweise machte das Postident-Verfahren lange den Geburtsort zur Pflichtangabe, ein Feld, das in ausländischen Pässen oder deutschen Flüchtlingsausweisen fehlt. Die Folge: Vielen Menschen wurde jahrelang die [Online-Kontoeröffnung verwehrt](https://www.deutscheskonto.org/de/postident-problem/?ref=paymentandbanking.com). Bereits 2014 gab es Hunderte Beschwerden zu diesem Problem, ohne dass Gesetzgeber oder Branche zeitnah gegensteuerten. Derartige Fälle sind keine Ausnahmen, im Gegenteil dokumentieren Medien und Beratungsstellen [etliche Beispiele](https://wp.table.media/wp-content/uploads/2024/09/10121445/gemeinsamer%5Fbericht%5Ffuenfter%5Flang%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com#:~:text=%2855%C2%A0Prozent%29%20gemacht%20zu%20haben,Beispiel%20im%20Hinblick%20auf%20die): von Banken und Sparkassen, die Geflüchteten die Kontoeröffnung auf grund angeblich fehlender Sprachkenntnisse (selbst bei Anwesenheit einer Dolmetscherin!) verwehren, erschweren, bis hin zu Banken, die bei ausländischen Pässen strengere Anforderungen stellen. Eine Auswertung der Antidiskriminierungsstelle ergab 612 gemeldete Diskriminierungsfälle (2021–2023) allein im Bereich Zugang zu Bankdienstleistungen; über die Hälfte davon betraf rassistische Diskriminierung oder ethnische Herkunft. Einige Banken stellten zusätzliche Hürden auf, etwa bei der Kreditkarten- oder Depot-Eröffnung, indem sie die Anerkennung ausländischer Ausweisdokumente verweigerten. Dies kann zur absurden Konsequenz führen, dass Kund\*innen trotz guter Bonität abgewiesen werden, nur weil ihr Geburtsort nicht im System vorgesehen ist. Laut Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) alles verboten übrigens. Diversität in Führungspositionen? Naja, also außer für Frauen, … In Deutschlands Bankentürmen sucht man People of Color (PoC) in hochrangigen Positionen meist vergeblich. Eine Anekdote für das Selbstverständnis dieser Bubble: Auf die Frage eines PoC-Angestellten, ob nicht-*weiße* Mitarbeitende Chancen auf Vorstandspositionen hätten, entgegnete ein C-Level lapidar, es gehe nicht um Hautfarbe *„Schwarze Menschen könnten ja auch Deutsche sein und hätten dann kein Rassismus-Problem“*. Diversität, außerhalb von den viel zitierten leeren Phrasen wie „hier arbeiten 42 Nationen” und „unser Frauenanteil liegt bei 30 Prozent”, bleibt ein Randthema. Nein, wir sind angeblich schon viel weiter? Naja, Daten untermauern den Eindruck: In Großbritannien liegt zwar der BAME-Anteil (Black, Asian, Minority Ethnic) in Fintech-Unternehmen bei [20 ](https://www.algbra.com/news/fintech-executives-call-for-better-industry-data-on-diversity/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=Research%20by%20government,2021%2C%20according%20to%20Tech%20Nation)Prozent, mehr als im traditionellen Banking. Doch der Anteil SSchwarzer Beschäftigter beträgt nur gut **3 Prozent**. Je höher wir die flachen Hierarchien nach oben klimmen, desto weißer wird es: in UK sind z.B. 90 Prozent der Fintech-Mitarbeitenden mit mehr als 15 Jahren Erfahrung *weiß*. Für Deutschland fehlen solche Aufschlüsselungen, doch dass kaum Schwarze im Top-Management vertreten sind, lässt sich unschwer beobachten. Fünf Minuten auf den „Unser Vorstand”-Tabs der Webseiten zeichnen ein deutliches Bild. Und das hat Auswirkungen. \[adrotate banner="56"\] ## **Erfahrungen Schwarzer Mitarbeiter\*innen: Alltag zwischen Mikroaggressionen und Barrieren** Schwarze Beschäftigte und Menschen mit Migrationshintergrund berichten von einem Berufsalltag, der von Mikroaggressionen bis hin zu offener Benachteiligung geprägt sein kann. In einer groß angelegten Befragung, dem Afrozensus, gaben 84,7 Prozent der Teilnehmenden an, im Arbeitsleben [Diskriminierung erlebt](https://www.egofm.de/blog/bericht-uber-die-lebensrealitaet-schwarzer-menschen?ref=paymentandbanking.com#:~:text=,Befragten%20am%20h%C3%A4ufigsten%20Rassismus%20erleben) zu haben. Neun von zehn fühlen sich nicht ernst genommen, wenn sie Rassismus ansprechen; stattdessen wird ihnen gesagt, sie seien „zu empfindlich“. Diese Zahlen sind alarmierend hoch und decken sich mit vielen Einzelberichten. So zeigte eine Umfrage der Antidiskriminierungsstelle, dass über [die Hälfte aller Beschwerden aus dem Finanzsektor](https://wp.table.media/wp-content/uploads/2024/09/10121445/gemeinsamer%5Fbericht%5Ffuenfter%5Flang%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com#:~:text=3,f%C3%BCr%20Diskriminierung%20beim%20Zugang%20zu) sich auf ethnische Herkunft oder rassistische Diskriminierung beziehen. Konkret schilderten Beschäftigte etwa, sie würden bei internen Beförderungen übergangen und blieben trotz gleicher Qualifikation in niedrigeren Rollen hängen, ein Phänomen struktureller Art. Eine häufiges Phänomen in allen Branchen: der Thomas-Kreislauf. Befördert wird, wer dem bestehenden Management ähnelt. Frauen, migrantisierte Menschen, Schwarze und andere marginalisierte Gruppen stoßen sich an unsichtbaren Decken den Kopf und haben es deutlich schwerer, in Führungspositionen aufzusteigen. Hinzu kommen mehr oder weniger subtile Ausgrenzungen im Alltag: „Alltagsrassismus“ äußert sich zum Beispiel in abfälligen Kommentaren, zweifelhaften „Komplimenten“ oder dem berüchtigten Haare-Anfassen, 90,4 Prozent der Schwarzen Befragten im Afrozensus berichteten, dass fremde Leute ungefragt ihre Haare anfassen. Solche „Othering-Erfahrungen“ sind demütigend und summieren sich zu einem Klima, in dem Betroffene ständig ihre Zugehörigkeit rechtfertigen müssen. Schwarze Mitarbeitende in Finanzinstituten schildern zudem oft einen Mangel an Rückhalt: Firmeninterne DEI-Netzwerke (Diversity, Equity & Inclusion) existieren zwar, doch haben sie nicht den Einfluss oder den Auftrag, Unternehmenskultur inklusiv zu gestalten. Reflexartig scheint die Angst aufzutreten, etwas würde einem weggenommen, wenn wir mehr auf ein gutes und faires Miteinander achten, dabei haben viele Betroffene einfach nur den Wunsch nach Chancengerechtigkeit, einem Ende der Mikroaggressionen und ein Mindestmaß an Respekt und Sicherheit am Arbeitsplatz. Doch in zu vielen Häusern bleibt dies Wunschdenken, insbesondere wenn diejenigen, die Veränderungen bewirken könnten, wegschauen oder selbst Teil des Problems sind. Kleine Anekdote gefällig? Sehr gerne, 2024 in einer Sparkasse: „Frauen mit Kopftuch, also sowas wollen wir hier nicht.” ## **Rassismus im Kund\*innengeschäft: Wenn Banking nicht für alle zugänglich ist** Ein weiteres Problem: Automatisierte Prüfungen und Bias in Algorithmen. Fintechs setzen zunehmend auf KI-Modelle bei Bonitätsprüfungen, Fraud-Detection oder Kunden-Screenings. Ohne bewusste Kontrollen laufen solche Systeme Gefahr, bestehende Vorurteile zu zementieren. Studien aus den USA zeigen, dass selbst vermeintlich objektive Fintech-Algorithmen Minderheiten benachteiligen können: [dort zahlten zum Beispiel Afroamerikaner](http://rfkhumanrights.orgrfkhumanrights.org/?ref=paymentandbanking.com) bei digitalen Krediten im Schnitt höhere Zinsen als weiße Kreditnehmer mit identischer Bonität. Europäische Banken sollten nicht glauben, vor solchen Effekten gefeit zu sein. Wenn Trainingsdaten oder Scoring-Faktoren soziale Ungleichheiten widerspiegeln (zum Beispiel Wohngebiete, die historisch benachteiligt sind), entsteht Diskriminierung.Schwarze Kund\*innen berichten auch von misstrauischer Behandlung im Service, etwa überzogenen Identitätsprüfungen oder unangemessenen Bemerkungen am Schalter. Zwar fehlen hierzu umfassende Studien in Europa, doch der Afrozensus zeigt generell: *Geschäfte und Dienstleistungen* bilden einen Bereich, in dem Rassismus zum Alltag vieler gehört. Wenn beinahe 97 Prozent der Schwarzen Menschen in Deutschland angeben, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung [erlebt zu haben](https://mediendienst-integration.de/artikel/schwarze-menschen-in-deutschland.html?ref=paymentandbanking.com#:~:text=integration,Am%20h%C3%A4ufigsten%20in%20%C3%96), dürfen Banken sehr genau hinschauen. ## **Zahlen lügen nicht: Rassismus als Status Quo** Belastbare Daten zeichnen ein klares Bild. Die EU-Grundrechteagentur (FRA) führt regelmäßig Erhebungen unter Minderheiten durch. Ihr neuester Bericht *“Being Black in the EU”* (2023) offenbart einen [deutlichen Anstieg ](https://fra.europa.eu/en/themes/equality-non-discrimination-and-racism?ref=paymentandbanking.com#:~:text=FRA%27s%20first%20Being%20Black%20in,EU%20policy%20developments%20since%20then)rassistischer Diskriminierung in Europa. EU-weit berichteten 34 Prozent der Befragten afrikanischer Herkunft, allein im vergangenen Jahr [rassistisch benachteiligt](https://www.europeaninterest.eu/report-shows-shocking-rise-in-racism-against-blacks-in-europe/?ref=paymentandbanking.com#:~:text=The%20first%20study%20released%2C%20called,Poland%2C%20Portugal%2C%20Spain%20and%20Sweden) worden zu sein, vor sechs Jahren lag dieser Wert noch bei 24 Prozent. Besonders dramatisch schneidet Deutschland ab: Hier fühlten sich zuletzt 64 Prozent der Schwarzen Befragten innerhalb von zwölf Monaten diskriminiert. Über einen Fünf-Jahres-Zeitraum betrachtet, gaben sogar über 70 Prozent in Deutschland und Österreich an, Rassismus erfahren zu haben. Deutschland ist damit trauriger Spitzenreiter in Europa, eine Entwicklung, die sich im Vergleich zur letzten FRA-Studie nahezu verdoppelt hat. Auch nationale Stellen bestätigen den Handlungsbedarf. Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes verzeichnete 2022 über [8.800 Beratungsanfragen](https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/diskriminierung-gesellschaft-100.html?ref=paymentandbanking.com#:~:text=Zunehmende%20Diskriminierung%20,27%20Prozent%20der), wovon 43 Prozent rassistische Diskriminierung betrafen. Damit ist „Race/Herkunft“ das häufigste Diskriminierungsmerkmal in den Meldungen. Besonders bemerkenswert: Selbst dort, wo das AGG gar nicht greift (weil *„nur“* nach Staatsangehörigkeit differenziert wird), registrierte die Stelle zahlreiche Beschwerden. So wurden im aktuellen Zeitraum 1.821 Fälle gemeldet, in denen etwa Bank- oder Postdienstleistungen bestimmten Nationalitäten verweigert wurden. Die Zahlen verdeutlichen: **Rassismus ist kein Randphänomen**, sondern ganz tief in den Strukturen verankert: im Arbeitsleben, im Kundenkontakt und im gesamten Finanzökosystem. Ein Blick in die Tech-Branche der USA dient als mahnendes Beispiel: Selbst beim Vorzeige-Unternehmen Google kam es zu systematischer Benachteiligung Schwarzer Mitarbeiter\*innen. Über 4.000 Black Googler klagten, sie würden in schlechter bezahlte Positionen abgedrängt, bei Beförderungen übergangen und als „[nicht Googley genug](https://afrotech.com/google-settles-lawsuit-bias-black-employees?ref=paymentandbanking.com#:~:text=As%20for%20other%20Black%20employees%2C,Reuters%20mentions)“ abgewertet. Das Unternehmen einigte sich 2023 auf einen Vergleich in Höhe von 50 Millionen US-Dollar, ohne allerdings ein Fehlverhalten einzugestehen. Die interne Statistik spricht Bände: Nur 4,4 Prozent der Google-Belegschaft sind Schwarz, im Management sogar nur 3 Prozent. Solche Zahlen unterscheiden sich kaum von denen großer US-Banken oder Fintechs. Auch dort sind People of Color krass unterrepräsentiert und sehen sich mit einem „Glass Ceiling“ konfrontiert.**Fazit:** Rassismuskritik und Diversitätsförderung dürfen im Bankensektor keine Feigenblätter bleiben. Die Branche steht an einem Scheideweg: Entweder sie schafft es, ihre jahrzehntealten, oft unbewussten Ausschlussmechanismen aufzubrechen – oder sie läuft Gefahr, den Anschluss an eine vielfältigere Kundschaft und Arbeitswelt zu verlieren. ### Digitale Resilienz ist Chefsache – Was DORA beim Risikomanagement verlangt URL: https://paymentandbanking.com/digitale-resilienz-ist-chefsache-was-dora-beim-risikomanagement-verlangt-2/ Last updated: 2025-06-25T05:55:28.000Z ***IT-Risiken betreffen nicht nur die Technik – sondern die gesamte Unternehmensführung.*** In Folge 3 unserer DORA-Podcastreihe „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ erklärt Josefine Spengler von Annerton, was der Digital Operational Resilience Act (DORA) in Sachen IKT-Risikomanagement verlangt. Es geht um mehr als Firewalls und Backups: Die Geschäftsleitung trägt künftig die Verantwortung für eine umfassende Resilienzstrategie – mit klaren Prozessen, Zuständigkeiten und Dokumentationen. ## **DORA verändert den Blick auf Risiken** Viele Finanzunternehmen haben bereits etablierte Risikomanagement-Systeme – doch DORA geht einen Schritt weiter. Die Verordnung setzt nicht länger auf reine Vermeidung von IT-Störungen, sondern auf aktives Management: Risiken sollen frühzeitig erkannt, bewertet, strukturiert gesteuert und dokumentiert werden. Dabei geht es auch um die Fähigkeit, im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben – ein klarer Paradigmenwechsel in Richtung Resilienz. ## **Verantwortung liegt beim Management** Eine der wichtigsten Aussagen in DORA: Die Geschäftsleitung wird zur zentralen Instanz für das IKT-Risikomanagement. Sie muss nicht nur die sogenannte „Digital Operational Resilience Strategy“ (DOR-Strategie) freigeben, sondern auch deren Umsetzung aktiv begleiten – von der Ressourcenzuteilung über die IT-Notfallplanung bis zur internen Kommunikation. Auch regelmäßige Weiterbildungen im Bereich IT-Risiken sind Pflicht. Kurz gesagt: Digitale Resilienz wird zur Führungsaufgabe. ## **Struktur, Dokumentation – und pragmatische Lösungen** Josefine Spengler erläutert im Podcast, wie Unternehmen den neuen Anforderungen strukturiert begegnen können – etwa durch einheitliche Templates, klare Prozesse und Verantwortlichkeiten. Sie betont: Gerade kleinere Institute können DORA pragmatisch umsetzen, etwa durch vereinfachte Rahmenwerke oder gezieltes Outsourcing. Wichtig ist ein konsistenter Überblick und ein lebendiger Umgang mit Risiken – statt reinem Compliance-Tick-the-box. 🎧 Jetzt in Folge 3 reinhören – und erfahren, wie DORA das Risikomanagement neu definiert. ### Digitale Resilienz ist Chefsache – Was DORA beim Risikomanagement verlangt URL: https://paymentandbanking.com/digitale-resilienz-ist-chefsache-was-dora-beim-risikomanagement-verlangt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z ***IT-Risiken betreffen nicht nur die Technik – sondern die gesamte Unternehmensführung.*** In Folge 3 unserer DORA-Podcastreihe „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ erklärt Josefine Spengler von Annerton, was der Digital Operational Resilience Act (DORA) in Sachen IKT-Risikomanagement verlangt. Es geht um mehr als Firewalls und Backups: Die Geschäftsleitung trägt künftig die Verantwortung für eine umfassende Resilienzstrategie – mit klaren Prozessen, Zuständigkeiten und Dokumentationen. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/721-digitale-resilienz-ist-chefsache-was-dora-beim-risikomanagement-verlangt"\] ## **DORA verändert den Blick auf Risiken** Viele Finanzunternehmen haben bereits etablierte Risikomanagement-Systeme – doch DORA geht einen Schritt weiter. Die Verordnung setzt nicht länger auf reine Vermeidung von IT-Störungen, sondern auf aktives Management: Risiken sollen frühzeitig erkannt, bewertet, strukturiert gesteuert und dokumentiert werden. Dabei geht es auch um die Fähigkeit, im Krisenfall handlungsfähig zu bleiben – ein klarer Paradigmenwechsel in Richtung Resilienz. ## **Verantwortung liegt beim Management** Eine der wichtigsten Aussagen in DORA: Die Geschäftsleitung wird zur zentralen Instanz für das IKT-Risikomanagement. Sie muss nicht nur die sogenannte „Digital Operational Resilience Strategy“ (DOR-Strategie) freigeben, sondern auch deren Umsetzung aktiv begleiten – von der Ressourcenzuteilung über die IT-Notfallplanung bis zur internen Kommunikation. Auch regelmäßige Weiterbildungen im Bereich IT-Risiken sind Pflicht. Kurz gesagt: Digitale Resilienz wird zur Führungsaufgabe. ## **Struktur, Dokumentation – und pragmatische Lösungen** Josefine Spengler erläutert im Podcast, wie Unternehmen den neuen Anforderungen strukturiert begegnen können – etwa durch einheitliche Templates, klare Prozesse und Verantwortlichkeiten. Sie betont: Gerade kleinere Institute können DORA pragmatisch umsetzen, etwa durch vereinfachte Rahmenwerke oder gezieltes Outsourcing. Wichtig ist ein konsistenter Überblick und ein lebendiger Umgang mit Risiken – statt reinem Compliance-Tick-the-box. 🎧 Jetzt in Folge 3 reinhören – und erfahren, wie DORA das Risikomanagement neu definiert. ### Exklusiv: Mit dieser Frau will Revolut in Frankreich durchstarten URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-mit-dieser-frau-will-revolut-in-frankreich-durchstarten/ Last updated: 2026-05-05T10:52:01.000Z *Béatrice Cossa-Dumurgier wird neue Chefin für Westeuropa und soll das Wachstum der Neobank fortsetzen. Dabei stammt die Französin aus der Welt der traditionellen Banken.* Mit der Verkündung des zweiten europäischen Hauptquartiers in Paris setzte Revolut ein deutliches Zeichen. Westeuropa ist für die Neobank zu einem der am stärksten wachsenden Märkte geworden. Die Neobank bewirbt sich außerdem gerade um eine Banklizenz der französischen Aufsichtsbehörde Autorité de Contrôle Prudentiel et de Résolution (ACPR), obwohl man über den ersten Sitz in der EU in Litauen bereits Bankdienstleistungen in der EU anbieten kann. Der Schritt hin nach Frankreich soll also für Aufsehen sorgen. Und den Gefallen tat der Bank dann sogar Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, der die Nachricht über Revoluts Schritt nach Paris auf einem französischen Wirtschaftsgipfel verkündete. Der Name dieses Gipfels hätte mit „Choose France“ nicht passender sein können. In Deutschland mag manch einer enttäuscht sein, dass die aufstrebende Neobank ihr Glück im Nachbarland sieht. Dabei habe die Entscheidung für Paris mehrere Gründe gehabt, sagt Wiktor Stopa, Head of Growth von Revolut im Gespräch mit Payment & Banking: „In den vergangenen zwei Jahren war Frankreich unser am stärksten wachsender Markt.” Dort hat Revolut laut eigenen Angaben mehr als fünf Millionen Kund:innen. In Paris hat man bereits eine starke Niederlassung mit etwa 250 Mitarbeitenden aufgebaut. ## **Neue Chefin aus der alten Welt** Nun ist auch klar, wer das Festlandgeschäft der Bank verantworten wird. Entsprechend der neuen Fokussierung auf die Grand Nation ist es eine Französin geworden: [Béatrice Cossa-Dumurgier](https://www.linkedin.com/in/beatrice-cossa-dumurgier-b30b2b7/?ref=paymentandbanking.com) stammt aus der Welt der traditionellen Banken. Nun tritt sie gegen die alte Welt der Banken an: „Revolut führt das derzeit ehrgeizigste Bankprojekt in Europa an, und ich bin stolz darauf, dass ich die Möglichkeit habe, dabei eine Schlüsselrolle zu spielen”, sagt sie. Ihre Karriere begann Cossa-Dumurgier als Associate bei McKinsey. 2000 trat sie ins französische Finanzministerium ein, wo sie Schulden von Entwicklungsländern an Frankreich und die staatliche Beteiligung an France Telecom (nun bekannt unter dem Namen Orange) betreute. Danach ging sie zur BNP Paribas, wo sie schließlich Leiterin des Retail-Investitions-Geschäfts wurde und den Online-Broker der Bank verantwortete. Zuletzt war sie COO von Blablacar und vom digitalen Musikunternehmen Believe. Bei Revolut wird ihre Aufgabe sein, die Regulierung und die Entwicklung der Geschäftstätigkeit in Westeuropa zu beaufsichtigen. \[adrotate banner="56"\] ## **Revolut setzt auf französischen Innovationsgeist** Dort seien die Aufsichtsbehörden sehr offen für Innovationen, sagt Stopa. „Wir beobachten hier auch eine wesentlich größere Bereitschaft, neue digitale Lösungen zu übernehmen.” Manche Kund:innen seien mit der litauischen Lizenz nicht vertraut. Ihnen möchte man mit der französischen Lizenz zusätzliches Vertrauen geben und der Verlagerung des Wachstums nach Westeuropa auch regulatorisch entsprechen. „Unser Produkt hat dort bereits eine große Relevanz und kann mit den großen Playern konkurrieren”, sagt Stopa über den französischen Markt. Cossa-Dumurgier wird also hier den Wettbewerb mit anderen Vollbanken wie ihrem alten Arbeitgeber, der BNP Paribas, vorantreiben. Dazu gehört auch, mit der Strahlkraft von Revolut junge qualifizierte Talente aus dem Arbeitsmarkt des Landes anzuziehen, so Stopa. ## **Deutschland: Der kleine Bruder-Markt** Aber auch in Deutschland sieht Revolut noch viel Potential. Als ursprüngliche Banklösung habe man hier den Vorteil, nicht aus einer Nische wie dem Broker-Geschäft zu einer Vollbank zu werden, sagt Stopa. „Wir sind die derzeit umfassendste Lösung”, so der Wachtstumsverantworliche. Doch er sieht den deutschen Markt auch kritisch. „In Deutschland gibt es immer noch eine Menge manueller oder analoger Verfahren.” In Westeuropa und besonders in Deutschland seien Bankgeschäfte für Menschen ein emotionales und persönliches Thema. Deshalb wolle man hier Menschen besonders ein Gefühl der Sicherheit geben, indem man ihnen wichtige Entscheidungen so transparent wie möglich mache. Sollte Revolut auch in Deutschland ein ähnliches Wachstum wie in Frankreich erfahren, könnte die Neobank dann vielleicht bald bei den deutschen Aufsichtsbehörden anklopfen. ### Podcast „3×3=10“ startet bei Payment & Banking URL: https://paymentandbanking.com/podcast-3x310-startet-bei-payment-banking-2/ Last updated: 2025-06-23T07:51:04.000Z *Der Open-Finance-Podcast von Julian Prüfer und Marvin Vortkamp zieht um – und bringt zum Auftakt ein spannendes Beispiel für echte Digitalisierung und branchenübergreifende Kooperation.* ## Ein neuer Host, bekannte Stimmen – und ein klarer Fokus auf Open Finance. Was Julian Prüfer und Marvin Vortkamp vergangene Woche bereits angedeutet haben, ist jetzt offiziell: *3×3=10 – der Podcast über Kooperationen in der Finanzwelt* ist ab sofort Teil von Payment & Banking. Damit wird ein Podcast Teil unseres Netzwerks, der wie kein anderer für Haltung, Wandel und datengetriebene Partnerschaften steht. In *3×3=10* treffen Business, Technik und Regulatorik auf Dateninhaber:innen, Datennutzer:innen und Kund:innen – mit dem Ziel, echte Ökosysteme und Mehrwert durch Zusammenarbeit zu schaffen. Ob Regulation und Compliance, Tech und Innovation, Geschäftsmodelle und Use Cases oder „Unbubble“ – Prüfer & Vortkamp beleuchten, was Open Finance in der Praxis bedeutet. Und genau damit starten sie jetzt bei uns: mit einer Folge, die zeigt, wie viel Potenzial in Nischen steckt, die bisher kaum jemand im Blick hatte. ## ****Warum in sozialen Einrichtungen noch mit Bargeld hantiert wird – und wie Parto das ändern will** In dieser Folge sprechen die beiden mit Jes Henning, Gründer von Parto – einem Fintech, das sich der Digitalisierung von Zahlungsprozessen in Betreuungseinrichtungen widmet. Denn obwohl wir 2025 schreiben, wird in Altenpflege, Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe vielfach noch mit Bargeld, Briefumschlägen und Ordnern gearbeitet, wenn es um das sogenannte Verwahrgeld der betreuten Personen geht. Henning schildert, wie diese veralteten Prozesse Pflegepersonal und Einrichtungen belasten – und wie Parto sie vereinfachen will. Mit seiner digitalen All-in-One-Lösung bietet Parto Treuhand- und Geschäftskonten, Visa-Karten und Integrationen in bestehende ERP- und Buchhaltungssysteme. 🎧 Jetzt reinhören: *3×3=10* bei Payment & Banking. ### Podcast „3x3=10“ startet bei Payment & Banking URL: https://paymentandbanking.com/podcast-3x310-startet-bei-payment-banking/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z *Der Open-Finance-Podcast von Julian Prüfer und Marvin Vortkamp zieht um – und bringt zum Auftakt ein spannendes Beispiel für echte Digitalisierung und branchenübergreifende Kooperation.* ## Ein neuer Host, bekannte Stimmen – und ein klarer Fokus auf Open Finance. Was Julian Prüfer und Marvin Vortkamp vergangene Woche bereits angedeutet haben, ist jetzt offiziell: *3x3=10 – der Podcast über Kooperationen in der Finanzwelt* ist ab sofort Teil von Payment & Banking. Damit wird ein Podcast Teil unseres Netzwerks, der wie kein anderer für Haltung, Wandel und datengetriebene Partnerschaften steht. In *3x3=10* treffen Business, Technik und Regulatorik auf Dateninhaber:innen, Datennutzer:innen und Kund:innen – mit dem Ziel, echte Ökosysteme und Mehrwert durch Zusammenarbeit zu schaffen. Ob Regulation und Compliance, Tech und Innovation, Geschäftsmodelle und Use Cases oder „Unbubble“ – Prüfer & Vortkamp beleuchten, was Open Finance in der Praxis bedeutet. Und genau damit starten sie jetzt bei uns: mit einer Folge, die zeigt, wie viel Potenzial in Nischen steckt, die bisher kaum jemand im Blick hatte. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/720-pato-wie-digitale-zahlungen-den-pflegealltag-verandern"\] ## ****Warum in sozialen Einrichtungen noch mit Bargeld hantiert wird – und wie Parto das ändern will** In dieser Folge sprechen die beiden mit Jes Henning, Gründer von Parto – einem Fintech, das sich der Digitalisierung von Zahlungsprozessen in Betreuungseinrichtungen widmet. Denn obwohl wir 2025 schreiben, wird in Altenpflege, Jugendhilfe oder Eingliederungshilfe vielfach noch mit Bargeld, Briefumschlägen und Ordnern gearbeitet, wenn es um das sogenannte Verwahrgeld der betreuten Personen geht. Henning schildert, wie diese veralteten Prozesse Pflegepersonal und Einrichtungen belasten – und wie Parto sie vereinfachen will. Mit seiner digitalen All-in-One-Lösung bietet Parto Treuhand- und Geschäftskonten, Visa-Karten und Integrationen in bestehende ERP- und Buchhaltungssysteme. 🎧 Jetzt reinhören: *3x3=10* bei Payment & Banking. ### Wie Spotixx Banken im Kampf gegen Betrug und Geldwäsche vernetzt URL: https://paymentandbanking.com/wie-spotixx-banken-im-kampf-gegen-betrug-und-geldwaesche-vernetzt-2/ Last updated: 2025-06-20T05:28:24.000Z *Im Fintech-Podcast von Payment & Banking sprechen Stefan Klaeser und Patrick Tomo Töniges, Gründer des Frankfurter Start-ups, über ihren Ansatz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Betrug im Zahlungsverkehr.* Betrugs- und Geldwäscheprävention wird für Finanzinstitute immer komplizierter. In Zeiten von Echtzeitzahlungen bleibt gar keine Zeit mehr für manuelle Überprüfung, aber Systeme, die eine sichere und regelkonforme Automatisierung ermöglichen, fehlen bisher noch. Es ist eine Lücke, die Spotixx schließen will. Die Gründer Stefan Klaeser und Patrick Tomo Töniges erklären im Gespräch mit Jochen Siegert, wie sie Banken unterstützen wollen. Die KI-gestützte Software des Unternehmens soll das operative Tagesgeschäft einfacher machen. Zentral für deren Funktionieren ist der sogenannte Shared-Data-Ansatz, bei dem bestimmte Transaktionsdaten (wie IBANs oder Auffälligkeiten) zwischen Instituten geteilt werden können – unter Einhaltung des Datenschutzes. Die Idee: Wenn eine Bank bereits Auffälligkeiten bei einer bestimmten Zahlung oder einem Konto erkannt hat, sollen diese Informationen für andere Institute schneller nutzbar gemacht werden. Die technische Umsetzung basiert auf verschlüsselten, dezentral verarbeiteten Daten, bei denen keine der beteiligten Banken Einblick in Daten erhält, die sie nicht ohnehin selbst sehen dürfte. Die rechtliche Grundlage für solche Modelle soll künftig Artikel 75 AMLR bilden – ein EU-weites Regelwerk zur Geldwäschebekämpfung, das gemeinsame Analysen und sektorübergreifende Kooperationen ermöglichen soll. Wie die Gründer betonen, ist das Thema in der Praxis bisher kaum angekommen. Umso wichtiger sei es, bereits jetzt erste Netzwerke aufzubauen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Die Vorgabe aus Brüssel ist klar: Ab Mitte 2027 sollen erste Shared-Data-Lösungen live gehen. Klaeser und Töniges hoffen, auch durch die Regulierung den bisher kaum standardisierten Markt zu ordnen, in dem sie sich bewegen. Noch sei aber viel Überzeugungsarbeit und Zeit nötig, um Banken zur Teilnahme an solchen Kooperationen zu bewegen. Mittelfristig sehen die Gründer aber großes Wachstumspotenzial, schließlich wird die Menge an relevanten Transaktionsdaten eher zu- als abnehmen. ### Wie Spotixx Banken im Kampf gegen Betrug und Geldwäsche vernetzt URL: https://paymentandbanking.com/wie-spotixx-banken-im-kampf-gegen-betrug-und-geldwaesche-vernetzt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z *Im Fintech-Podcast von Payment & Banking sprechen Stefan Klaeser und Patrick Tomo Töniges, Gründer des Frankfurter Start-ups, über ihren Ansatz zur Bekämpfung von Geldwäsche und Betrug im Zahlungsverkehr.* Betrugs- und Geldwäscheprävention wird für Finanzinstitute immer komplizierter. In Zeiten von Echtzeitzahlungen bleibt gar keine Zeit mehr für manuelle Überprüfung, aber Systeme, die eine sichere und regelkonforme Automatisierung ermöglichen, fehlen bisher noch. Es ist eine Lücke, die Spotixx schließen will. Die Gründer Stefan Klaeser und Patrick Tomo Töniges erklären im Gespräch mit Jochen Siegert, wie sie Banken unterstützen wollen. Die KI-gestützte Software des Unternehmens soll das operative Tagesgeschäft einfacher machen. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/719-wie-spotixx-banken-im-kampf-gegen-betrug-und-geldwasche-vernetzt"\] Zentral für deren Funktionieren ist der sogenannte Shared-Data-Ansatz, bei dem bestimmte Transaktionsdaten (wie IBANs oder Auffälligkeiten) zwischen Instituten geteilt werden können – unter Einhaltung des Datenschutzes. Die Idee: Wenn eine Bank bereits Auffälligkeiten bei einer bestimmten Zahlung oder einem Konto erkannt hat, sollen diese Informationen für andere Institute schneller nutzbar gemacht werden. Die technische Umsetzung basiert auf verschlüsselten, dezentral verarbeiteten Daten, bei denen keine der beteiligten Banken Einblick in Daten erhält, die sie nicht ohnehin selbst sehen dürfte. Die rechtliche Grundlage für solche Modelle soll künftig Artikel 75 AMLR bilden – ein EU-weites Regelwerk zur Geldwäschebekämpfung, das gemeinsame Analysen und sektorübergreifende Kooperationen ermöglichen soll. Wie die Gründer betonen, ist das Thema in der Praxis bisher kaum angekommen. Umso wichtiger sei es, bereits jetzt erste Netzwerke aufzubauen und die technischen Voraussetzungen zu schaffen. Die Vorgabe aus Brüssel ist klar: Ab Mitte 2027 sollen erste Shared-Data-Lösungen live gehen. Klaeser und Töniges hoffen, auch durch die Regulierung den bisher kaum standardisierten Markt zu ordnen, in dem sie sich bewegen. Noch sei aber viel Überzeugungsarbeit und Zeit nötig, um Banken zur Teilnahme an solchen Kooperationen zu bewegen. Mittelfristig sehen die Gründer aber großes Wachstumspotenzial, schließlich wird die Menge an relevanten Transaktionsdaten eher zu- als abnehmen. \[adrotate banner="55"\] ### Visa & Mastercard – Schweizer Händler fordern Schadenersatz URL: https://paymentandbanking.com/visa-mastercard-schweizer-haendler-fordern-152-mio-euro-schadenersatz-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:12.000Z *Gebührenstreit mit Sprengkraft: Schweizer Händler ziehen gegen Visa und Mastercard vor Gericht – und stellen das ganze System infrage* Manche Dinge sind im eidgenössischen Nachbarstaat ganz anders als in Deutschland oder der EU. Da wäre die berühmt-berüchtigte Verschwiegenheit der Schweizer Banken oder natürlich die Währung, der Franken, der weltweit als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten gilt. Doch manche Dinge sind dann wieder recht ähnlich zum restlichen Europa. So etwa der ewig währende Streit zwischen Zahlungsnetzwerken und Händlern über Kartengebühren, der seit einiger Zeit vor der [EU-Kommission](https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/retailers-urge-european-commission-crack-down-visa-mastercard-2025-05-14/?ref=paymentandbanking.com) ausgetragen wird. Dieser hat nun auch die Schweiz erreicht. Mit einer [Sammelklage](https://www.vwz-zahlungsverkehr.ch/?ref=paymentandbanking.com) wollen über 35 eidgenössische Unternehmen wie die Supermarktkette Coop, der Reiseveranstalter TUI Suisse und Dertour Suisse sowie weitere Unternehmen wie Fluggesellschaften im Verband für einen fairen und freien Wettbewerb im Zahlungsverkehr (VWZ) gegen Visa und Mastercard vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich vorgehen. Mehr noch: Sie fordern Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 152 Millionen Euro. Die Kläger argumentieren, sie hätten über drei Jahre Interchange Fees, also überhöhte Interbankenentgelte gezahlt, obwohl diese gegen Kartellrecht verstießen. Interbankenentgelte werden von den Zahlungsnetzwerken festgelegt, aber von den Zahlungsdienstleistern der Händler an die Kartenherausgeber, also die Banken, gezahlt. Letztlich werden diese Kosten an die Händler weitergegeben. In der EU sind die Gebühren seit 2015 auf 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten begrenzt. ## **Nicht nur Debitkarten im Visier** In der Schweiz zahlten Händler 0,12 bis 2,05 Prozent an Interchange Fees pro Transaktion. 2023 habe die Finanzindustrie mit den Gebühren so bei Debit- und Kreditkarten 3,5 Milliarden schweizer Franken erzielt. Das Besondere: Für die Kläger geht es um das gesamte System der Interchange Gebühren. Denn sie fechten nicht bloß die Gebühren bei Debitkarten an, wie aus ihrer Erklärung hervorgeht. Der Verband hält die Gebühren vielmehr grundsätzlich für ungerechtfertigt. Idealerweise sollten sie seiner Meinung nach bei null Euro liegen. Ihrer Meinung nach sind die Gebühren wettbewerbswidrig, da sie einseitig von Visa und Mastercard festgelegt werden, ohne dass Banken oder Händlerbanken sie verhandeln können. Denn aus Sicht des VWZ decken sie weder echte Kosten noch konkrete Leistungen der Banken ab. Rütteln ausgerechnet die Eidgenossen damit am etablierten Interchange-System? ## **Visa wehrt sich gegen die Vorwürfe** Bei Visa jedenfalls sind sie über Klage naturgemäß nicht glücklich. Auf Anfrage von Payment & Banking heißt es: „Wir halten die Klage für gegenstandslos und werden uns dagegen verteidigen”. Interchange-Gebühren seien von der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) anerkannt. Zudem widerspricht Visa der Sicht, dass die Gebühren durch keinerlei echte Leistungen begründet seien: „Sie sind notwendig für Zahlungsinnovationen und um Kunden vor Betrug zu schützen.” Außerdem verweist man darauf, dass die Interchange nicht in die eigenen Taschen fließt: „Visa erhält keinen Anteil an der Interchange.” Mastercard gab auf Nachfrage an, dass keine Klage zugestellt wurde, weswegen man sich nicht zu den Vorwürfen äußern könne. Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) hat schon vor zwanzig Jahren eine Obergrenzen für Interchange Fees (Gebühren bei Kartenzahlungen) festgelegt. Visa und Mastercard durften unter bestimmten Bedingungen 20 Rappen pro Transaktion an Gebühren für Debitkarten verlangen – solange ihr Marktanteil unter 15 Prozent blieb. 2017 wurde diese Regel verlängert und eine Widerrufsfrist von fünf Jahren eingesetzt, die 2022 ablief. Bis zu diesem Datum, also für drei Jahre, fordern die Kläger rückwirkend Schadensersatz. Zudem wurde die Grenze beim Marktanteil [2022 von Mastercard überschritte](https://www.weko.admin.ch/dam/weko/en/dokumente/2024/interchange%5Ffees%5Fdebitkarten%5Fvon%5Fmastercard%5Fverfuegung%5Fvom%5F6%5Fmai%5F2024.pdf.download.pdf/Interchange%20Fees%20f%C3%BCr%20Debitkarten%20von%20Mastercard%5FVerf%C3%BCgung%20vom%206.%20Mai%202024.pdf?ref=paymentandbanking.com)n, worauf das Netzwerk in Verhandlungen mit der Weko ging. ## **Übergangslösung wackelt** Mastercard einigte sich 2024 mit der Weko auf neue Gebührenregelungen: 0,12 Prozent pro Transaktion und 30 Rappen ab 300 Franken – gültig bis 2033\. Visa wollte dagegen höhere Gebühren (mindestens 0,2 Prozent) auf dem EU-Niveau beibehalten und senkte seine Gebühren auf dieses Niveau. Das habe laut Visa die Kosten der Schweizer Händler um potentiell mehr als vier Millionen Franken jährlich gesenkt. Auch Visa überschritt die von der Weko festgelegte Grenze beim Marktanteil, in diesem Fall im ersten Quartal 2023\. Eine endgültige Einigung mit der Weko steht noch aus. Inzwischen landete die Übergangslösung aber vor dem Bundesverwaltungsgericht und dann dem Schweizer Bundesgericht. Visa wollte seine Übergangslösung rechtlich absichern, während man mit der Weko in Verhandlungen stand. Laut Visas Argumentation habe man einen wirtschaftlichen Nachteil, “sofern ohne Beteiligung von Visa am Markt Fakten geschaffen oder langfristig nicht tragbare Interchange-Fees vereinbart würden”. Weitere Senkungen möchte Visa vermeiden, da diese faktisch irreversibel seien, so das Unternehmen. ## **Streit könnte trotz Einigung vor Gericht kommen** Das sahen die Bundesrichter anders, vor allem, weil höhere Gebühren einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern bedeuteten, da die Interchange Fees an kartenausgebenden Banken fließen und damit einen Anreiz für höhere Gebühren setzten. Nun laufen die Gespräche weiter. Die rechtliche Zulässigkeit der aktuellen Interchanges von Visa sind also nicht abschließend geklärt. „Wir befinden uns in sehr weit fortgeschrittenen Verhandlungen und sind zuversichtlich, bald eine einvernehmliche Lösung zu erreichen”, teilte Visa mit. Für andere Bereiche – wie grenzüberschreitende Zahlungen oder Online-Transaktionen (Card not Present) – fehlen bisher Vereinbarungen. Der Streit in der Schweiz könnte ein Vorgeschmack auf ähnliche Konflikte in der EU sein. Dort hatte die Kommission [vor kurzem Auskunft von Marktteilnehmern](https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/visa-mastercard-fees-probe-widens-eu-antitrust-regulators-look-into-market-power-2025-05-23/?ref=paymentandbanking.com) bezüglich ihrer Betroffenheit und Haltung gegenüber den aktuellen Interbankenentgelten angefragt. Eine Entscheidung dürfte hier jedoch mehr Gewicht haben, denn anders als in der Schweiz sind Entscheidungen der EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde rechtlich bindend. Schon [Ende Vergangenen Jahres](https://paymentandbanking.com/visa-und-mastercard-sind-die-gebuehren-zu-hoch/) hatte die Kommission Fragen an Händler zu den Gebühren der Zahlungsnetzwerke geschickt. Auch wenn die Ergebnisse unklar blieben, sahen die Wettbewerbshüter Anlass zu weiteren Befragungen. Die Antworten waren bis zum 2\. Juni fällig. ### Visa & Mastercard - Schweizer Händler fordern Schadenersatz URL: https://paymentandbanking.com/visa-mastercard-schweizer-haendler-fordern-152-mio-euro-schadenersatz/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z *Gebührenstreit mit Sprengkraft: Schweizer Händler ziehen gegen Visa und Mastercard vor Gericht – und stellen das ganze System infrage* Manche Dinge sind im eidgenössischen Nachbarstaat ganz anders als in Deutschland oder der EU. Da wäre die berühmt-berüchtigte Verschwiegenheit der Schweizer Banken oder natürlich die Währung, der Franken, der weltweit als sicherer Hafen in unruhigen Zeiten gilt. Doch manche Dinge sind dann wieder recht ähnlich zum restlichen Europa. So etwa der ewig währende Streit zwischen Zahlungsnetzwerken und Händlern über Kartengebühren, der seit einiger Zeit vor der [EU-Kommission](https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/retailers-urge-european-commission-crack-down-visa-mastercard-2025-05-14/?ref=paymentandbanking.com) ausgetragen wird. Dieser hat nun auch die Schweiz erreicht. Mit einer [Sammelklage](https://www.vwz-zahlungsverkehr.ch/?ref=paymentandbanking.com) wollen über 35 eidgenössische Unternehmen wie die Supermarktkette Coop, der Reiseveranstalter TUI Suisse und Dertour Suisse sowie weitere Unternehmen wie Fluggesellschaften im Verband für einen fairen und freien Wettbewerb im Zahlungsverkehr (VWZ) gegen Visa und Mastercard vor dem Handelsgericht des Kantons Zürich vorgehen. Mehr noch: Sie fordern Schadensersatz in Höhe von umgerechnet 152 Millionen Euro. Die Kläger argumentieren, sie hätten über drei Jahre Interchange Fees, also überhöhte Interbankenentgelte gezahlt, obwohl diese gegen Kartellrecht verstießen. Interbankenentgelte werden von den Zahlungsnetzwerken festgelegt, aber von den Zahlungsdienstleistern der Händler an die Kartenherausgeber, also die Banken, gezahlt. Letztlich werden diese Kosten an die Händler weitergegeben. In der EU sind die Gebühren seit 2015 auf 0,2 Prozent bei Debitkarten und 0,3 Prozent bei Kreditkarten begrenzt. ## **Nicht nur Debitkarten im Visier** In der Schweiz zahlten Händler 0,12 bis 2,05 Prozent an Interchange Fees pro Transaktion. 2023 habe die Finanzindustrie mit den Gebühren so bei Debit- und Kreditkarten 3,5 Milliarden schweizer Franken erzielt. Das Besondere: Für die Kläger geht es um das gesamte System der Interchange Gebühren. Denn sie fechten nicht bloß die Gebühren bei Debitkarten an, wie aus ihrer Erklärung hervorgeht. Der Verband hält die Gebühren vielmehr grundsätzlich für ungerechtfertigt. Idealerweise sollten sie seiner Meinung nach bei null Euro liegen. Ihrer Meinung nach sind die Gebühren wettbewerbswidrig, da sie einseitig von Visa und Mastercard festgelegt werden, ohne dass Banken oder Händlerbanken sie verhandeln können. Denn aus Sicht des VWZ decken sie weder echte Kosten noch konkrete Leistungen der Banken ab. Rütteln ausgerechnet die Eidgenossen damit am etablierten Interchange-System? ## **Visa wehrt sich gegen die Vorwürfe** Bei Visa jedenfalls sind sie über Klage naturgemäß nicht glücklich. Auf Anfrage von Payment & Banking heißt es: „Wir halten die Klage für gegenstandslos und werden uns dagegen verteidigen”. Interchange-Gebühren seien von der Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) anerkannt. Zudem widerspricht Visa der Sicht, dass die Gebühren durch keinerlei echte Leistungen begründet seien: „Sie sind notwendig für Zahlungsinnovationen und um Kunden vor Betrug zu schützen.” Außerdem verweist man darauf, dass die Interchange nicht in die eigenen Taschen fließt: „Visa erhält keinen Anteil an der Interchange.” Mastercard gab auf Nachfrage an, dass keine Klage zugestellt wurde, weswegen man sich nicht zu den Vorwürfen äußern könne. Die Schweizer Wettbewerbskommission (Weko) hat schon vor zwanzig Jahren eine Obergrenzen für Interchange Fees (Gebühren bei Kartenzahlungen) festgelegt. Visa und Mastercard durften unter bestimmten Bedingungen 20 Rappen pro Transaktion an Gebühren für Debitkarten verlangen – solange ihr Marktanteil unter 15 Prozent blieb. 2017 wurde diese Regel verlängert und eine Widerrufsfrist von fünf Jahren eingesetzt, die 2022 ablief. Bis zu diesem Datum, also für drei Jahre, fordern die Kläger rückwirkend Schadensersatz. Zudem wurde die Grenze beim Marktanteil [2022 von Mastercard überschritte](https://www.weko.admin.ch/dam/weko/en/dokumente/2024/interchange%5Ffees%5Fdebitkarten%5Fvon%5Fmastercard%5Fverfuegung%5Fvom%5F6%5Fmai%5F2024.pdf.download.pdf/Interchange%20Fees%20f%C3%BCr%20Debitkarten%20von%20Mastercard%5FVerf%C3%BCgung%20vom%206.%20Mai%202024.pdf?ref=paymentandbanking.com)n, worauf das Netzwerk in Verhandlungen mit der Weko ging. ## **Übergangslösung wackelt** Mastercard einigte sich 2024 mit der Weko auf neue Gebührenregelungen: 0,12 Prozent pro Transaktion und 30 Rappen ab 300 Franken – gültig bis 2033\. Visa wollte dagegen höhere Gebühren (mindestens 0,2 Prozent) auf dem EU-Niveau beibehalten und senkte seine Gebühren auf dieses Niveau. Das habe laut Visa die Kosten der Schweizer Händler um potentiell mehr als vier Millionen Franken jährlich gesenkt. Auch Visa überschritt die von der Weko festgelegte Grenze beim Marktanteil, in diesem Fall im ersten Quartal 2023\. Eine endgültige Einigung mit der Weko steht noch aus. Inzwischen landete die Übergangslösung aber vor dem Bundesverwaltungsgericht und dann dem Schweizer Bundesgericht. Visa wollte seine Übergangslösung rechtlich absichern, während man mit der Weko in Verhandlungen stand. Laut Visas Argumentation habe man einen wirtschaftlichen Nachteil, “sofern ohne Beteiligung von Visa am Markt Fakten geschaffen oder langfristig nicht tragbare Interchange-Fees vereinbart würden”. Weitere Senkungen möchte Visa vermeiden, da diese faktisch irreversibel seien, so das Unternehmen. ## **Streit könnte trotz Einigung vor Gericht kommen** Das sahen die Bundesrichter anders, vor allem, weil höhere Gebühren einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern bedeuteten, da die Interchange Fees an kartenausgebenden Banken fließen und damit einen Anreiz für höhere Gebühren setzten. Nun laufen die Gespräche weiter. Die rechtliche Zulässigkeit der aktuellen Interchanges von Visa sind also nicht abschließend geklärt. „Wir befinden uns in sehr weit fortgeschrittenen Verhandlungen und sind zuversichtlich, bald eine einvernehmliche Lösung zu erreichen”, teilte Visa mit. Für andere Bereiche – wie grenzüberschreitende Zahlungen oder Online-Transaktionen (Card not Present) – fehlen bisher Vereinbarungen. Der Streit in der Schweiz könnte ein Vorgeschmack auf ähnliche Konflikte in der EU sein. Dort hatte die Kommission [vor kurzem Auskunft von Marktteilnehmern](https://www.reuters.com/sustainability/boards-policy-regulation/visa-mastercard-fees-probe-widens-eu-antitrust-regulators-look-into-market-power-2025-05-23/?ref=paymentandbanking.com) bezüglich ihrer Betroffenheit und Haltung gegenüber den aktuellen Interbankenentgelten angefragt. Eine Entscheidung dürfte hier jedoch mehr Gewicht haben, denn anders als in der Schweiz sind Entscheidungen der EU-Kommission als Wettbewerbsbehörde rechtlich bindend. Schon [Ende Vergangenen Jahres](https://paymentandbanking.com/visa-und-mastercard-sind-die-gebuehren-zu-hoch/) hatte die Kommission Fragen an Händler zu den Gebühren der Zahlungsnetzwerke geschickt. Auch wenn die Ergebnisse unklar blieben, sahen die Wettbewerbshüter Anlass zu weiteren Befragungen. Die Antworten waren bis zum 2\. Juni fällig. ### Was DORA beim IT-Einkauf verlangt URL: https://paymentandbanking.com/was-dora-beim-it-einkauf-verlangt-2/ Last updated: 2025-06-18T11:00:19.000Z *Josefine Spengler von Annerton erklärt in der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“, Welche Anforderungen DORA an Finanzunternehmen beim Einkauf von IT-Dienstleistungen stellt. Warum der Begriff IKT-Drittparteien weit gefasst ist, welche Vertragsinhalte nun Pflicht sind – und wie man trotz Komplexität pragmatisch ins Handeln kommt.* Finanzunternehmen, die mit externen IT-Dienstleistern arbeiten, müssen sich auf umfassende neue Regelungen einstellen. Der Digital Operational Resilience Act (DORA) bringt klare Anforderungen an Auswahl, Bewertung und Überwachung von Drittanbietern. Und das betrifft nicht nur Cloud-Anbieter oder Entwickler, sondern auch Telekommunikationsdienste und andere digitale Services. Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-RechtJosefine Spengler von Annerton erklärt im Podcast, was genau unter den Begriff der “IKT-Drittparteien” fällt und wie man als Unternehmen den Überblick behält. Denn der Katalog der betroffenen Dienstleistungen ist breit – von Projektmanagement über Datenhosting bis zur Hardware-Bereitstellung. Eine Risikoanalyse hilft dabei, diese Dienstleistungen korrekt einzuordnen. ## **DORA: Auch Verträge mit großen Tech-Anbietern müssen überprüft werden** Auch vertraglich gibt es klare Vorgaben. Je nachdem, ob eine Dienstleistung als „kritisch wichtig“ oder nicht eingestuft wird, gelten unterschiedliche Mindestinhalte. Das betrifft unter anderem Regelungen zu Datenschutz, Auditrechten, Exit-Strategien oder Notfallplänen. Selbst bestehende Verträge müssen jetzt überprüft und angepasst werden. Dabei reicht es nicht, die Verantwortung an die Rechtsabteilung zu delegieren. Die Umsetzung der DORA-Vorgaben erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Abteilungen. Wer mit großen Tech-Anbietern wie Hyperscalern zusammenarbeitet, steht unterdessen jetzt vor schwierigen Verhandlungen. Josefine Spengler rät zu einer realistischen Einschätzung der Risiken und zur internen Absicherung durch zusätzliche Maßnahmen. Perfekte Verträge erwartet die Aufsicht nicht – wohl aber nachvollziehbare, dokumentierte Fortschritte. Wie eine erste pragmatische Bestandsaufnahme aussehen kann und wie man gezielt priorisiert, verrät sie im Gespräch mit Payment & Banking. 🎧 Jetzt in die Folge reinhören – und erfahren, wie man mit Struktur und Augenmaß den Überblick im DORA-Dschungel behält. ### Was DORA beim IT-Einkauf verlangt URL: https://paymentandbanking.com/was-dora-beim-it-einkauf-verlangt-6891c6dbd74e3b001ae6514a/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z *Josefine Spengler von Annerton erklärt in der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“, Welche Anforderungen DORA an Finanzunternehmen beim Einkauf von IT-Dienstleistungen stellt. Warum der Begriff IKT-Drittparteien weit gefasst ist, welche Vertragsinhalte nun Pflicht sind – und wie man trotz Komplexität pragmatisch ins Handeln kommt.* Finanzunternehmen, die mit externen IT-Dienstleistern arbeiten, müssen sich auf umfassende neue Regelungen einstellen. Der Digital Operational Resilience Act (DORA) bringt klare Anforderungen an Auswahl, Bewertung und Überwachung von Drittanbietern. Und das betrifft nicht nur Cloud-Anbieter oder Entwickler, sondern auch Telekommunikationsdienste und andere digitale Services. Rechtsanwältin und Fachanwältin für IT-RechtJosefine Spengler von Annerton erklärt im Podcast, was genau unter den Begriff der “IKT-Drittparteien” fällt und wie man als Unternehmen den Überblick behält. Denn der Katalog der betroffenen Dienstleistungen ist breit – von Projektmanagement über Datenhosting bis zur Hardware-Bereitstellung. Eine Risikoanalyse hilft dabei, diese Dienstleistungen korrekt einzuordnen. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/718-was-dora-beim-it-einkauf-verlangt"\] ## **DORA: Auch Verträge mit großen Tech-Anbietern müssen überprüft werden** Auch vertraglich gibt es klare Vorgaben. Je nachdem, ob eine Dienstleistung als „kritisch wichtig“ oder nicht eingestuft wird, gelten unterschiedliche Mindestinhalte. Das betrifft unter anderem Regelungen zu Datenschutz, Auditrechten, Exit-Strategien oder Notfallplänen. Selbst bestehende Verträge müssen jetzt überprüft und angepasst werden. Dabei reicht es nicht, die Verantwortung an die Rechtsabteilung zu delegieren. Die Umsetzung der DORA-Vorgaben erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Abteilungen. Wer mit großen Tech-Anbietern wie Hyperscalern zusammenarbeitet, steht unterdessen jetzt vor schwierigen Verhandlungen. Josefine Spengler rät zu einer realistischen Einschätzung der Risiken und zur internen Absicherung durch zusätzliche Maßnahmen. Perfekte Verträge erwartet die Aufsicht nicht – wohl aber nachvollziehbare, dokumentierte Fortschritte. Wie eine erste pragmatische Bestandsaufnahme aussehen kann und wie man gezielt priorisiert, verrät sie im Gespräch mit Payment & Banking. 🎧 Jetzt in die Folge reinhören – und erfahren, wie man mit Struktur und Augenmaß den Überblick im DORA-Dschungel behält. ### Was DORA beim IT-Einkauf verlangt URL: https://paymentandbanking.com/was-dora-beim-it-einkauf-verlangt/ Last updated: 2026-04-29T10:02:26.000Z *Josefine Spengler von Annerton erklärt in der neuen Folge von „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“, Welche Anforderungen DORA an Finanzunternehmen beim Einkauf von IT-Dienstleistungen stellt. Warum der Begriff IKT-Drittparteien weit gefasst ist, welche Vertragsinhalte nun Pflicht sind – und wie man trotz Komplexität pragmatisch ins Handeln kommt.* Finanzunternehmen, die mit externen IT-Dienstleistern arbeiten, müssen sich auf umfassende neue Regelungen einstellen. Der Digital Operational Resilience Act (DORA) bringt klare Anforderungen an Auswahl, Bewertung und Überwachung von Drittanbietern. Und das betrifft nicht nur Cloud-Anbieter oder Entwickler, sondern auch Telekommunikationsdienste und andere digitale Services. Juristin Josefine Spengler von Annerton erklärt im Podcast, was genau unter IKT-Drittparteien fällt und wie man als Unternehmen den Überblick behält. Denn der Katalog der betroffenen Dienstleistungen ist breit – von Projektmanagement über Datenhosting bis zur Hardware-Bereitstellung. Eine Risikoanalyse hilft dabei, diese Dienstleistungen korrekt einzuordnen. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/718-was-dora-beim-it-einkauf-verlangt"\] ## **DORA: Auch Verträge mit großen Tech-Anbietern müssen überprüft werden** Auch vertraglich gibt es klare Vorgaben. Je nachdem, ob eine Dienstleistung als „kritisch wichtig“ oder nicht eingestuft wird, gelten unterschiedliche Mindestinhalte. Das betrifft unter anderem Regelungen zu Datenschutz, Auditrechten, Exit-Strategien oder Notfallplänen. Selbst bestehende Verträge müssen jetzt überprüft und angepasst werden. Dabei reicht es nicht, die Verantwortung an die Rechtsabteilung zu delegieren. Die Umsetzung der DORA-Vorgaben erfordert eine enge Zusammenarbeit aller relevanten Abteilungen. Wer mit großen Tech-Anbietern wie Hyperscalern zusammenarbeitet, steht unterdessen jetzt vor schwierigen Verhandlungen. Spengler rät zu einer realistischen Einschätzung der Risiken und zur internen Absicherung durch zusätzliche Maßnahmen. Perfekte Verträge erwartet die Aufsicht nicht – wohl aber nachvollziehbare, dokumentierte Fortschritte. Wie eine erste pragmatische Bestandsaufnahme aussehen kann und wie man gezielt priorisiert, verrät sie im Gespräch mit Payment & Banking. 🎧 Jetzt in die Folge reinhören – und erfahren, wie man mit Struktur und Augenmaß den Überblick im DORA-Dschungel behält. ### Cum-Ex, Cum-Cum … wie wäre es mit Ex Cum-Ex? URL: https://paymentandbanking.com/cum-ex-cum-cum-wie-waere-es-mit-ex-cum-ex-2/ Last updated: 2025-06-17T04:32:06.000Z Kai-Uwe Steck, früherer Staranwalt und Mitarchitekt des Cum-Ex-Skandals, hat den deutschen Staat um über 400 Millionen Euro erleichtert. Und verlässt den Gerichtssaal mit einer Bewährungsstrafe. Keine Handschellen, kein Knast, nur ein leichtes Raunen im Saal und der bittere Nachgeschmack, dass sich Wirtschaftskriminelle mit gutem Netzwerk und guter Show vor echter Verantwortung drücken können. Für alle ehrlichen Steuerzahler [ist das Urteil ein Hohn.](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cum-ex-urteil-kommentar-li.3263994?ref=paymentandbanking.com) Aber statt uns mit Empörung aufzuhalten, sollten wir uns fragen: Wie verhindern wir, dass sich so ein Betrug je wiederholt? Die Antwort darauf ist nicht nur juristischer, sondern auch technischer Natur. Denn Cum-Ex war kein raffinierter Trick, sondern ein systematischer Missbrauch von der bestehenden Finanzmarkt-Infrastruktur. Genau hier setzt Blockchain-Technologie an. Sie könnte Cum-Ex dauerhaft unmöglich machen. ## **Cum-Ex: Der Trick mit dem Eigentum** Zur Erinnerung: Cum-Ex bezeichnet Deals, die rund um den Dividenstichtag abliefen. Durch Leerverkäufe und schnelle Weiterreichung von Aktien wurde den Behörden eine Konstellation vorgegaukelt, in der mehrere Marktteilnehmer scheinbar Anspruch auf dieselbe Kapitalertragsteuererstattung hatten, obwohl sie faktisch nur einmal – oder in einigen Fällen sogar nie – gezahlt wurden. Die Finanzämter zahlten mehrfach, was den Fiskus mehr als zehn Milliarden Euro kostete. Möglich war das, weil das traditionelle Wertpapier-Settlement mit Verzögerung arbeitet (t+1 oder t+2, also ein bis zwei Tage nach dem Handel), Eigentümerinformationen auf verschiedenen Systemen liegen, und Kontrollinstanzen nur begrenzten Einblick in den Gesamtprozess haben. Ein Paradies für Steuerakrobaten, oder besser: Steuerdiebe. ## **Blockchain: Eine Quelle der Wahrheit** In einer Blockchain basierten Infrastruktur ist diese Art von Mehrdeutigkeit technisch ausgeschlossen. Jedes Wertpapier oder jeder tokenisierte Vermögenswert, existiert nur einmal digital, und ist einer Wallet / Adresse eindeutig zugeordnet. Alle Transaktionen werden transparent und unveränderlich dokumentiert. Zum Dividendenstichtag ist damit auf der Blockchain klar erkennbar, wem eine Aktie gehört. Ein Smart Contract könnte auf dieser Basis die Auszahlung an Kapitalertragssteuer automatisch anstoßen. Manipulations- und verzögerungsfrei, und ohne dass mehrere Parteien denselben Anspruch geltend machen könnten. Das heutige vezögerungsbehaftete System ist ein Relikt aus analogen Zeiten. In der Blockchain-Welt ist t+0 Standard: Atomic Settlement in Sekunden. Kein Raum für Doppelbuchungen, keine Diskrepanzen zwischen Handels- und Eigentumsebene. ## **Transparenz statt Theater** Hätte ein System wie dieses existiert, wären Cum-Ex-Geschäfte rein technisch gar nicht möglich gewesen. Es hätte nie mehrere „scheinbare“ Eigentümer gegeben. Auch das übliche Spiel mit anonymen Depotbanken, verdeckten Leerverkäufen und verspäteten Meldungen wäre unmöglich gewesen, weil die Blockchain als „single source of truth“funktioniert. Und das betrifft nicht nur Cum-Ex. Die gesamte Compliance- und Steuerwelt könnte von der Einführung blockchain-basierter Wertpapierregister profitieren: transparente Eigentümerstrukturen, automatisierte Steuerabführung, weniger Intermediäre, und damit auch weniger Reibungsverluste und Schlupflöcher. ## **Der Rechtsstaat am Limit** Aber zurück zum Fall Steck. Natürlich kann man argumentieren: Die Justiz hat einen Deal gemacht, um mit Hilfe des Kronzeugen größere Fische zu fangen. Aber was bleibt zurück? Ein Mann, der laut eigener Aussage 50 Millionen Euro an Cum-Ex-Gewinnen erzielte, versprach Rückzahlung und überwies nur elf Millionen Euro. Der Rest? [Angeblich in wertlosen Start-up-Aktien.](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cum-ex-skandal-schaden-prozess-li.3192031?ref=paymentandbanking.com) Ein anderer würde für sowas als Betrüger gelten. Steck? Gilt als kooperativ. Ein normaler Bürger müsste IMMER die volle Steuersumme zurückzahlen, egal, ob er / sie das Geld in der Zwischenzeit mit Shitcoin-Trading verloren hat. Das Urteil ist ein Symbol für eine Zwei-Klassen-Justiz. Eine für die gut Beratenen, eine für den Rest. Man kann also einerseits auf härtere Strafen pochen – zurecht. Aber sinnvoller wäre es, ein System zu bauen, in dem solche Straftaten und Manipulationen technisch gar nicht möglich sind. Das ist der Unterschied zwischen Symptombekämpfung und echter Prävention. ## **Der politische Auftrag: Digitalisierung mit Rückgrat** Was also ist zu tun? Erstens: Die Politik muss die Tokenisierung von Wertpapieren endlich ernst nehmen. [Das DLT-Pilotregime der EU, das seit März 2023 läuft, ](https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht/)ist ein erster Schritt, aber zu zögerlich. Es gibt [diverse Limitierungen](https://brief.platow.de/banken/dlt-pilot-warum-ein-eu-projekt-zur-blockchain-zu-scheitern-droht/?ref=paymentandbanking.com) (nur Small Caps, bestimmte Wertpapierkategorien erst mal ausgeschlossen), die den Durchbruch unnötig verlangsamen. Die Technologie und die [ersten erteilten Lizenzen](https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht/) sind da. Der Rechtsrahmen in Deutschland mit dem Gesetz für elektronische Wertpapiere, kurz eWpG, ist bereits in Grundzügen vorhanden, allerdings fehlen auch hier noch die wesentlichen Wertpapierkategorien wie Aktien, zumal mal man beobachten möchte, wie sich alles entwickelt. Der globale Wettkampf um die Digitalisierung des Finanzmarkts lässt keine Ängste zu. Es ist Zeit für Vollgas, „Rambo Zambo” und „Doppelwumms” gleichzeitig. Tokenisierte Wertpapiere sollten gleichwertig zu klassischen behandelt werden, nicht als technisches Experiment, sondern als neues Fundament des Kapitalmarkts. Zweitens: Zentralverwahrstellen, Börsen und Banken müssen sich öffnen für moderne Infrastrukturen, die auf Dezentralität, Transparenz und Effizienz setzen. Stablecoins, digitale Wertpapiere, Smart Contracts zur Automatisierung von Steuererhebung und Reporting: All das gehört zusammen. Drittens: Es braucht eine Debatte über digitale Rechtsstaatlichkeit. Denn der Fall Steck zeigt, dass nicht nur Moral, sondern auch Macht über Urteile entscheidet. Wenn wir wollen, dass Gerechtigkeit nicht länger verhandelbar ist, brauchen wir Systeme, in denen sie eingebaut ist. ## **Fazit: Cum-Ex war gestern. Ex Cum-Ex ist morgen.** Kai-Uwe Steck hat die Lücken des Systems genutzt. Die Gerichte haben ihm dabei erstaunlich viel Verständnis entgegengebracht. Aber wenn wir verhindern wollen, dass Cum-Ex eine Wiederholung erfährt – in neuer Verpackung, mit neuen Tricks –, dann dürfen wir uns nicht auf Gesetze allein verlassen. Wir brauchen Technik, die Gerechtigkeit erzwingt. Der Skandal ist ein Weckruf. Die Technologie ist da. Jetzt braucht es nur noch den politischen Willen. Dann wird aus Cum-Ex endlich: *Ex Cum-Ex.* ### Cum-Ex, Cum-Cum … wie wäre es mit Ex Cum-Ex? URL: https://paymentandbanking.com/cum-ex-cum-cum-wie-waere-es-mit-ex-cum-ex/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z Kai-Uwe Steck, früherer Staranwalt und Mitarchitekt des Cum-Ex-Skandals, hat den deutschen Staat um über 400 Millionen Euro erleichtert. Und verlässt den Gerichtssaal mit einer Bewährungsstrafe. Keine Handschellen, kein Knast, nur ein leichtes Raunen im Saal und der bittere Nachgeschmack, dass sich Wirtschaftskriminelle mit gutem Netzwerk und guter Show vor echter Verantwortung drücken können. Für alle ehrlichen Steuerzahler [ist das Urteil ein Hohn.](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cum-ex-urteil-kommentar-li.3263994?ref=paymentandbanking.com) Aber statt uns mit Empörung aufzuhalten, sollten wir uns fragen: Wie verhindern wir, dass sich so ein Betrug je wiederholt? Die Antwort darauf ist nicht nur juristischer, sondern auch technischer Natur. Denn Cum-Ex war kein raffinierter Trick, sondern ein systematischer Missbrauch von der bestehenden Finanzmarkt-Infrastruktur. Genau hier setzt Blockchain-Technologie an. Sie könnte Cum-Ex dauerhaft unmöglich machen. ## **Cum-Ex: Der Trick mit dem Eigentum** Zur Erinnerung: Cum-Ex bezeichnet Deals, die rund um den Dividenstichtag abliefen. Durch Leerverkäufe und schnelle Weiterreichung von Aktien wurde den Behörden eine Konstellation vorgegaukelt, in der mehrere Marktteilnehmer scheinbar Anspruch auf dieselbe Kapitalertragsteuererstattung hatten, obwohl sie faktisch nur einmal – oder in einigen Fällen sogar nie – gezahlt wurden. Die Finanzämter zahlten mehrfach, was den Fiskus mehr als zehn Milliarden Euro kostete. Möglich war das, weil das traditionelle Wertpapier-Settlement mit Verzögerung arbeitet (t+1 oder t+2, also ein bis zwei Tage nach dem Handel), Eigentümerinformationen auf verschiedenen Systemen liegen, und Kontrollinstanzen nur begrenzten Einblick in den Gesamtprozess haben. Ein Paradies für Steuerakrobaten, oder besser: Steuerdiebe. ## **Blockchain: Eine Quelle der Wahrheit** In einer Blockchain basierten Infrastruktur ist diese Art von Mehrdeutigkeit technisch ausgeschlossen. Jedes Wertpapier oder jeder tokenisierte Vermögenswert, existiert nur einmal digital, und ist einer Wallet / Adresse eindeutig zugeordnet. Alle Transaktionen werden transparent und unveränderlich dokumentiert. Zum Dividendenstichtag ist damit auf der Blockchain klar erkennbar, wem eine Aktie gehört. Ein Smart Contract könnte auf dieser Basis die Auszahlung an Kapitalertragssteuer automatisch anstoßen. Manipulations- und verzögerungsfrei, und ohne dass mehrere Parteien denselben Anspruch geltend machen könnten. Das heutige vezögerungsbehaftete System ist ein Relikt aus analogen Zeiten. In der Blockchain-Welt ist t+0 Standard: Atomic Settlement in Sekunden. Kein Raum für Doppelbuchungen, keine Diskrepanzen zwischen Handels- und Eigentumsebene. \[adrotate banner="56"\] ## **Transparenz statt Theater** Hätte ein System wie dieses existiert, wären Cum-Ex-Geschäfte rein technisch gar nicht möglich gewesen. Es hätte nie mehrere „scheinbare“ Eigentümer gegeben. Auch das übliche Spiel mit anonymen Depotbanken, verdeckten Leerverkäufen und verspäteten Meldungen wäre unmöglich gewesen, weil die Blockchain als „single source of truth“funktioniert. Und das betrifft nicht nur Cum-Ex. Die gesamte Compliance- und Steuerwelt könnte von der Einführung blockchain-basierter Wertpapierregister profitieren: transparente Eigentümerstrukturen, automatisierte Steuerabführung, weniger Intermediäre, und damit auch weniger Reibungsverluste und Schlupflöcher. ## **Der Rechtsstaat am Limit** Aber zurück zum Fall Steck. Natürlich kann man argumentieren: Die Justiz hat einen Deal gemacht, um mit Hilfe des Kronzeugen größere Fische zu fangen. Aber was bleibt zurück? Ein Mann, der laut eigener Aussage 50 Millionen Euro an Cum-Ex-Gewinnen erzielte, versprach Rückzahlung und überwies nur elf Millionen Euro. Der Rest? [Angeblich in wertlosen Start-up-Aktien.](https://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/cum-ex-skandal-schaden-prozess-li.3192031?ref=paymentandbanking.com) Ein anderer würde für sowas als Betrüger gelten. Steck? Gilt als kooperativ. Ein normaler Bürger müsste IMMER die volle Steuersumme zurückzahlen, egal, ob er / sie das Geld in der Zwischenzeit mit Shitcoin-Trading verloren hat. Das Urteil ist ein Symbol für eine Zwei-Klassen-Justiz. Eine für die gut Beratenen, eine für den Rest. Man kann also einerseits auf härtere Strafen pochen – zurecht. Aber sinnvoller wäre es, ein System zu bauen, in dem solche Straftaten und Manipulationen technisch gar nicht möglich sind. Das ist der Unterschied zwischen Symptombekämpfung und echter Prävention. ## **Der politische Auftrag: Digitalisierung mit Rückgrat** Was also ist zu tun? Erstens: Die Politik muss die Tokenisierung von Wertpapieren endlich ernst nehmen. [Das DLT-Pilotregime der EU, das seit März 2023 läuft, ](https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht/)ist ein erster Schritt, aber zu zögerlich. Es gibt [diverse Limitierungen](https://brief.platow.de/banken/dlt-pilot-warum-ein-eu-projekt-zur-blockchain-zu-scheitern-droht/?ref=paymentandbanking.com) (nur Small Caps, bestimmte Wertpapierkategorien erst mal ausgeschlossen), die den Durchbruch unnötig verlangsamen. Die Technologie und die [ersten erteilten Lizenzen](https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht/) sind da. Der Rechtsrahmen in Deutschland mit dem Gesetz für elektronische Wertpapiere, kurz eWpG, ist bereits in Grundzügen vorhanden, allerdings fehlen auch hier noch die wesentlichen Wertpapierkategorien wie Aktien, zumal mal man beobachten möchte, wie sich alles entwickelt. Der globale Wettkampf um die Digitalisierung des Finanzmarkts lässt keine Ängste zu. Es ist Zeit für Vollgas, „Rambo Zambo” und „Doppelwumms” gleichzeitig. Tokenisierte Wertpapiere sollten gleichwertig zu klassischen behandelt werden, nicht als technisches Experiment, sondern als neues Fundament des Kapitalmarkts. Zweitens: Zentralverwahrstellen, Börsen und Banken müssen sich öffnen für moderne Infrastrukturen, die auf Dezentralität, Transparenz und Effizienz setzen. Stablecoins, digitale Wertpapiere, Smart Contracts zur Automatisierung von Steuererhebung und Reporting: All das gehört zusammen. Drittens: Es braucht eine Debatte über digitale Rechtsstaatlichkeit. Denn der Fall Steck zeigt, dass nicht nur Moral, sondern auch Macht über Urteile entscheidet. Wenn wir wollen, dass Gerechtigkeit nicht länger verhandelbar ist, brauchen wir Systeme, in denen sie eingebaut ist. ## **Fazit: Cum-Ex war gestern. Ex Cum-Ex ist morgen.** Kai-Uwe Steck hat die Lücken des Systems genutzt. Die Gerichte haben ihm dabei erstaunlich viel Verständnis entgegengebracht. Aber wenn wir verhindern wollen, dass Cum-Ex eine Wiederholung erfährt – in neuer Verpackung, mit neuen Tricks –, dann dürfen wir uns nicht auf Gesetze allein verlassen. Wir brauchen Technik, die Gerechtigkeit erzwingt. Der Skandal ist ein Weckruf. Die Technologie ist da. Jetzt braucht es nur noch den politischen Willen. Dann wird aus Cum-Ex endlich: *Ex Cum-Ex.* ### AI in Finance: Apple entschleunigt, OpenAI beschleunigt und Meta will Gott spielen URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-apple-entschleunigt-openai-beschleunigt-und-meta-will-gott-spielen-2/ Last updated: 2025-06-16T07:51:03.000Z *In dieser Folge versuchen Maik und Sascha wieder die aktuellen Dynamiken der KI-Welt einzuordnen. Dieses Mal mit besonderem Fokus auf Apple, OpenAI und Meta. Wer gestaltet die technologische Zukunft und wer wird eher abgehängt?* Ausgangspunkt ist Apples Hauskonferenz WWDC.Dort präsentierte die Firma mit „Apple Intelligence“ eine eigene KI-Strategie, doch die führt nicht zu Aufbruchsstimmung. Stattdessen hinterlässt die Keynote eher Ratlosigkeit. Während die Konkurrenz längst in agentenbasierte Modelle, Sprachsteuerung und autonome Systeme investiert, wirkt Siri weiter wie ein Feature von gestern. Ganz anders OpenAI: Mit neuen Modellen, massiven Cloud-Deals und geopolitisch brisanten Finanzierungsrunden baut das Unternehmen seinen Vorsprung aus. CEO Sam Altman spricht offen von der nahenden Singularität. Das ist mehr als PR, es ist eine bewusste Verschiebung der Machtverhältnisse im Tech-Kosmos. Meta wiederum verfolgt einen eigenen Kurs: Mit der Veröffentlichung von V-JEPA 2, Investitionen in Scale AI und Ambitionen zur Superintelligenz unterstreicht der Konzern, dass er die KI nicht nur nutzen, sondern selbst gestalten will. In Europa stehen wir wieder am Spielfeldrand. Technologisch ambitioniert, regulatorisch wachsam, aber ohne echten Hebel. Maik Klotz und Sascha Dewald diskutieren, was diese Entwicklungen für die Finanzbranche, den Standort Europa und die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit KI bedeuten. Klar wird: Wer jetzt nicht investiert in Technologie, in Ethik, in Datenverfügbarkeit, droht beim wichtigsten Rennen des Jahrzehnts zum Zuschauer degradiert zu werden. Außerdem geht es um: - Die Entwicklung von KI-Agenten, die selbstständig lernen - Neue KI-Tools und deren Möglichkeiten - Die Bibel und was KI damit zu tun hat Viel Spaß beim Hören! # Tools - [lovable.ai](http://lovable.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [playground.bfl.ai](http://playground.bfl.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [wuko.ai](http://wuko.ai/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### AI in Finance: Apple entschleunigt, OpenAI beschleunigt und Meta will Gott spielen URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-apple-entschleunigt-openai-beschleunigt-und-meta-will-gott-spielen/ Last updated: 2026-05-11T15:04:21.000Z *In dieser Folge versuchen Maik und Sascha wieder die aktuellen Dynamiken der KI-Welt einzuordnen. Dieses Mal mit besonderem Fokus auf Apple, OpenAI und Meta. Wer gestaltet die technologische Zukunft und wer wird eher abgehängt?* Ausgangspunkt ist Apples Hauskonferenz WWDC.Dort präsentierte die Firma mit „Apple Intelligence“ eine eigene KI-Strategie, doch die führt nicht zu Aufbruchsstimmung. Stattdessen hinterlässt die Keynote eher Ratlosigkeit. Während die Konkurrenz längst in agentenbasierte Modelle, Sprachsteuerung und autonome Systeme investiert, wirkt Siri weiter wie ein Feature von gestern. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/717-apple-entschleunigt-openai-beschleunigt-und-meta-will-gott-spielen"\] Ganz anders OpenAI: Mit neuen Modellen, massiven Cloud-Deals und geopolitisch brisanten Finanzierungsrunden baut das Unternehmen seinen Vorsprung aus. CEO Sam Altman spricht offen von der nahenden Singularität. Das ist mehr als PR, es ist eine bewusste Verschiebung der Machtverhältnisse im Tech-Kosmos. Meta wiederum verfolgt einen eigenen Kurs: Mit der Veröffentlichung von V-JEPA 2, Investitionen in Scale AI und Ambitionen zur Superintelligenz unterstreicht der Konzern, dass er die KI nicht nur nutzen, sondern selbst gestalten will. In Europa stehen wir wieder am Spielfeldrand. Technologisch ambitioniert, regulatorisch wachsam, aber ohne echten Hebel. Maik Klotz und Sascha Dewald diskutieren, was diese Entwicklungen für die Finanzbranche, den Standort Europa und die gesellschaftliche Verantwortung im Umgang mit KI bedeuten. Klar wird: Wer jetzt nicht investiert in Technologie, in Ethik, in Datenverfügbarkeit, droht beim wichtigsten Rennen des Jahrzehnts zum Zuschauer degradiert zu werden. Außerdem geht es um: - Die Entwicklung von KI-Agenten, die selbstständig lernen - Neue KI-Tools und deren Möglichkeiten - Die Bibel und was KI damit zu tun hat Viel Spaß beim Hören! # Tools - [lovable.ai](http://lovable.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [playground.bfl.ai](http://playground.bfl.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [wuko.ai](http://wuko.ai/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! \[adrotate banner="56"\] ### EPI und Unzer verkünden Partnerschaft URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-epi-und-unzer-verkuenden-partnerschaft-2/ Last updated: 2025-06-16T06:27:01.000Z *Unzer möchte Unternehmen bald ermöglichen, an der Kasse Wero als Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Das Angebot soll im September dieses Jahres an den Start gehen.* Die Reihe an Partnerschaften, die EPI in letzter Zeit verkündet, scheint nicht abzureißen. Die Zahlungsinitiative verkündet nun mit [Unzer](https://www.unzer.com/de/?%5Fgl=1%2a1i065kb%2a%5Fup%2aMQ..%2a%5Fgs%2aMQ..&gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE14VPsLF29wzrZOtvatRRuN8dL-n7I4fBEg6iYjv7vEJmrfwPjwKNxoC2nUQAvD%5FBwE&gbraid=0AAAAAC9EbkKyZL%5FWD-7Pq69KwoHnVj6i6&ref=paymentandbanking.com) eine weitere Kooperation, um mehr Unternehmen an seinen Zahlungsdienst [Wero](https://wero-wallet.eu/de/nachrichten/press-release-wero-in-germany?gad%5Fsource=1&gad%5Fcampaignid=22665437984&gbraid=0AAAAA-ZKmoJiWaCgB7ZCZWF069b751zpm&gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE%5FLILsRmUIFLbdLYQXRk6zEBL9%5F6lWBHQz1yVsu8SuBuhwHI2hiJexoC7LUQAvD%5FBwE&ref=paymentandbanking.com) anzuschließen. Unzer bietet integrierte Zahlungslösungen im Online- und stationären Handel an. Ab September sollen über die Plattform UnzerOne Zahlungen zunächst im E-Commerce und im nächsten Jahr mit dem geplanten Start von Wero im stationären Handel möglich werden. Zuvor hatte die Initiative bereits eine Partnerschaft mit Nexi, einem der größten Zahlungsdienstleister Europas, geschlossen. Mit Unzer möchte EPI die Erreichbarkeit für Wero auf der Händlerseite erhöhen. Vor allem die kleinen Händler hat die Initiative dabei ins Visier genommen. Sie sind auch die wohl wichtigste Zielgruppe von Unzer. „Mit ihrem starken Händlernetzwerk und ihrer flexiblen Plattform ist Unzer ein idealer Partner, um Wero in den Alltag der Menschen zu bringen – ob beim morgendlichen Kaffeekauf oder beim abendlichen Onlineshopping”, sagte EPI-Chefin Martina Weimert. Unzer deckt laut eigenen Angaben 85.000 Händler:innen in acht europäischen Ländern ab. Viele von ihnen sind kleine und mittlere Unternehmen – eine Kund:innengruppe, die Weimert in der Vergangenheit als besonders interessant bezeichnet hatte. „Der Beitritt zu Wero ist ein spannender Schritt für uns und die von uns betreuten Händler:innen”, sagte Unzer-CEO Robert Bueninck. Der ehemalige Klarna-Manager hatte im vergangenen Jahr sehr viel damit zu tun, den Zahlungsdienstleister wieder auf Kurs zu bringen, nachdem die Bafin für zweieinhalb Jahre die Aufnahme von Neukunden gestoppt hatte und einen Sonderbeauftragten platzierte. Grund waren Mängel bei der Geldwäscheprävention. Diese sind seit Ende 2024 behoben und auch der Sonderbeauftragte hat das Haus verlassen. Nun verkündet Unzer immer wieder den Ausbau seiner Dienstleistungen, etwa mit einer neuen Pay-by-Bank-Option mit Mastercard oder Click to Pay bei Kreditkartenzahlungen. Es liege im Interesse von Unzer, seinen Händler:innen alle relevanten Zahlungsmethoden aus einer Hand anzubieten, sagt Bueninck. „Letztendlich ist es die Entscheidung der Händler:innen, ob sie Wero als Zahlungsoption anbieten.” Vorassetzung ist, dass die Bank der Endkund:innen Wero anbietet. Wero dürfte dann bei Händler:innen im E-Commerce ab September als Zahlungsoption beim Check-Out auftauchen. „Wir sehen in Wero ein großes Potenzial und hoffen, dass viele Kund:innen die Lösung annehmen”, sagt Bueninck. Davon hänge auch die Nachfrage der Händler:innen nach Wero ab. Bisher habe es von diesen schon Anfragen an Unzer bezüglich des neuen Zahlungsdienstes gegeben. EPI dürfte diese Nachrichten freuen. ### EPI und Unzer verkünden Partnerschaft URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-epi-und-unzer-verkuenden-partnerschaft/ Last updated: 2025-08-05T08:55:26.000Z *Unzer möchte Unternehmen bald ermöglichen, an der Kasse Wero als Zahlungsmöglichkeit anzubieten. Das Angebot soll im September dieses Jahres an den Start gehen.* Die Reihe an Partnerschaften, die EPI in letzter Zeit verkündet, scheint nicht abzureißen. Die Zahlungsinitiative verkündet nun mit [Unzer](https://www.unzer.com/de/?%5Fgl=1%2a1i065kb%2a%5Fup%2aMQ..%2a%5Fgs%2aMQ..&gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE14VPsLF29wzrZOtvatRRuN8dL-n7I4fBEg6iYjv7vEJmrfwPjwKNxoC2nUQAvD%5FBwE&gbraid=0AAAAAC9EbkKyZL%5FWD-7Pq69KwoHnVj6i6&ref=paymentandbanking.com) eine weitere Kooperation, um mehr Unternehmen an seinen Zahlungsdienst [Wero](https://wero-wallet.eu/de/nachrichten/press-release-wero-in-germany?gad%5Fsource=1&gad%5Fcampaignid=22665437984&gbraid=0AAAAA-ZKmoJiWaCgB7ZCZWF069b751zpm&gclid=CjwKCAjw3rnCBhBxEiwArN0QE%5FLILsRmUIFLbdLYQXRk6zEBL9%5F6lWBHQz1yVsu8SuBuhwHI2hiJexoC7LUQAvD%5FBwE&ref=paymentandbanking.com) anzuschließen. Unzer bietet integrierte Zahlungslösungen im Online- und stationären Handel an. Ab September sollen über die Plattform UnzerOne Zahlungen zunächst im E-Commerce und im nächsten Jahr mit dem geplanten Start von Wero im stationären Handel möglich werden. Zuvor hatte die Initiative bereits eine Partnerschaft mit Nexi, einem der größten Zahlungsdienstleister Europas, geschlossen. Mit Unzer möchte EPI die Erreichbarkeit für Wero auf der Händlerseite erhöhen. Vor allem die kleinen Händler hat die Initiative dabei ins Visier genommen. Sie sind auch die wohl wichtigste Zielgruppe von Unzer. „Mit ihrem starken Händlernetzwerk und ihrer flexiblen Plattform ist Unzer ein idealer Partner, um Wero in den Alltag der Menschen zu bringen – ob beim morgendlichen Kaffeekauf oder beim abendlichen Onlineshopping”, sagte EPI-Chefin Martina Weimert. Unzer deckt laut eigenen Angaben 85.000 Händler:innen in acht europäischen Ländern ab. Viele von ihnen sind kleine und mittlere Unternehmen – eine Kund:innengruppe, die Weimert in der Vergangenheit als besonders interessant bezeichnet hatte. \[adrotate banner="57"\] „Der Beitritt zu Wero ist ein spannender Schritt für uns und die von uns betreuten Händler:innen”, sagte Unzer-CEO Robert Bueninck. Der ehemalige Klarna-Manager hatte im vergangenen Jahr sehr viel damit zu tun, den Zahlungsdienstleister wieder auf Kurs zu bringen, nachdem die Bafin für zweieinhalb Jahre die Aufnahme von Neukunden gestoppt hatte und einen Sonderbeauftragten platzierte. Grund waren Mängel bei der Geldwäscheprävention. Diese sind seit Ende 2024 behoben und auch der Sonderbeauftragte hat das Haus verlassen. Nun verkündet Unzer immer wieder den Ausbau seiner Dienstleistungen, etwa mit einer neuen Pay-by-Bank-Option mit Mastercard oder Click to Pay bei Kreditkartenzahlungen. Es liege im Interesse von Unzer, seinen Händler:innen alle relevanten Zahlungsmethoden aus einer Hand anzubieten, sagt Bueninck. „Letztendlich ist es die Entscheidung der Händler:innen, ob sie Wero als Zahlungsoption anbieten.” Vorassetzung ist, dass die Bank der Endkund:innen Wero anbietet. Wero dürfte dann bei Händler:innen im E-Commerce ab September als Zahlungsoption beim Check-Out auftauchen. „Wir sehen in Wero ein großes Potenzial und hoffen, dass viele Kund:innen die Lösung annehmen”, sagt Bueninck. Davon hänge auch die Nachfrage der Händler:innen nach Wero ab. Bisher habe es von diesen schon Anfragen an Unzer bezüglich des neuen Zahlungsdienstes gegeben. EPI dürfte diese Nachrichten freuen. ### Das ist das neue Fintech von Christopher Plantener URL: https://paymentandbanking.com/das-ist-das-neue-fintech-von-christopher-plantener-2/ Last updated: 2025-06-12T18:57:09.000Z ***In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht*** [***Christopher Plantener***](https://www.linkedin.com/in/christopherplantener/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) ***über sein Start-up „b’steuern” und die Pläne dahinter.*** Der demografische Wandel trifft die Steuerkanzleien mit voller Wucht. Gleichzeitig drängen technologiegetriebene Anbieter in den Markt, einige davon mit Private-Equity-Rückenwind. Christopher Plantener glaubt deshalb: „Die Steuerberatung, wie wir sie kennen, steht vor dem größten Umbruch seit Jahrzehnten.“ Er selbst will in diesem Markt mit seinem neuen Fintech b’steuern mitmischen, wie im Fintech-Podcast von Payment & Banking berichtet Das richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups. Im Zentrum steht dabei ihm zufolge ein datenbasiertes Modell, das nicht nur auf Buchhaltung, sondern auf smarte Auswertung und Automatisierung setzt. Wenn sie sinnvoll ist, werde auch KI eingesetzt, sagt Plantener im Gespräch mit Host André Bajorat. „Wir wollen mit AI etwas automatisieren – aber nicht aus Prinzip, sondern weil es effizienter und genauer wird”, so der Unternehmer. Neben Technologie geht es in dem Gespräch aber auch um Kultur. [Plantener](https://www.linkedin.com/in/christopherplantener/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) will Steuerberatung transparenter und kommunikativer machen. „Wir machen nichts mit Bargeld – wir wollen klare Regeln, saubere Prozesse, verständliche Preise.“ Was bleibt nach dieser Folge hängen? Steuerberatung wird sich neu erfinden – oder überholt werden. Wer zuhört, merkt schnell: Es geht hier nicht nur um Tools, sondern um Haltung. Um den Willen, sich selbst infrage zu stellen. Und um das Ziel, eine Branche zukunftsfähig zu machen. Was denkt Ihr dazu? Schreibt uns gerne eine Nachricht an [presse@paymentandbanking.com](mailto:presse@paymentandbanking.com). 🎧 Jetzt reinhören! ### Das ist das neue Fintech von Christopher Plantener URL: https://paymentandbanking.com/das-ist-das-neue-fintech-von-christopher-plantener/ Last updated: 2025-08-05T08:55:27.000Z ***In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht*** [***Christopher Plantener***](https://www.linkedin.com/in/christopherplantener/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) ***über sein Start-up „b’steuern” und die Pläne dahinter.*** Der demografische Wandel trifft die Steuerkanzleien mit voller Wucht. Gleichzeitig drängen technologiegetriebene Anbieter in den Markt, einige davon mit Private-Equity-Rückenwind. Christopher Plantener glaubt deshalb: „Die Steuerberatung, wie wir sie kennen, steht vor dem größten Umbruch seit Jahrzehnten.“ \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/716-das-ist-das-neue-fintech-von-christopher-plantener"\] Er selbst will in diesem Markt mit seinem neuen Fintech b'steuern mitmischen, wie im Fintech-Podcast von Payment & Banking berichtet Das richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen sowie Start-ups. Im Zentrum steht dabei ihm zufolge ein datenbasiertes Modell, das nicht nur auf Buchhaltung, sondern auf smarte Auswertung und Automatisierung setzt. Wenn sie sinnvoll ist, werde auch KI eingesetzt, sagt Plantener im Gespräch mit Host André Bajorat. „Wir wollen mit AI etwas automatisieren – aber nicht aus Prinzip, sondern weil es effizienter und genauer wird”, so der Unternehmer. Neben Technologie geht es in dem Gespräch aber auch um Kultur. [Plantener](https://www.linkedin.com/in/christopherplantener/overlay/about-this-profile/?ref=paymentandbanking.com) will Steuerberatung transparenter und kommunikativer machen. „Wir machen nichts mit Bargeld – wir wollen klare Regeln, saubere Prozesse, verständliche Preise.“ Was bleibt nach dieser Folge hängen? Steuerberatung wird sich neu erfinden – oder überholt werden. Wer zuhört, merkt schnell: Es geht hier nicht nur um Tools, sondern um Haltung. Um den Willen, sich selbst infrage zu stellen. Und um das Ziel, eine Branche zukunftsfähig zu machen. Was denkt Ihr dazu? Schreibt uns gerne eine Nachricht an [presse@paymentandbanking.com](mailto:presse@paymentandbanking.com). 🎧 Jetzt reinhören! ### Das sind die beliebtesten Finanz-Apps URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-die-beliebtesten-finanz-apps/ Last updated: 2025-08-05T08:55:28.000Z **Von Sparkasse über Finanzguru bis zur Google Wallet: Wir haben auf Basis der Downloadzahlen im Google-Play-Store die beliebtesten Finanz-Apps für Euch ausgewertet.** Tschüss Filiale, hallo Online-Banking: Rund zwei Drittel der Deutschen erledigen ihre Bankgeschäfte heute über das Internet, wie Daten der europäischen Statistikbehörde [Eurostat](https://ec.europa.eu/eurostat/databrowser/view/ISOC%5FCI%5FAC%5FI%5F%5Fcustom%5F103157/bookmark/table?lang=de&bookmarkId=283b15b2-9fe0-4861-9d19-5f80eb89c979&ref=paymentandbanking.com) zeigen. Inzwischen hat jede Bank auch eine eigene Banking-App für Smartphones herausgebracht. In unserer Infografik zeigen wir Euch die beliebtesten Apps von deutschen Banken sowie Fintechs, die in Deutschland unterwegs sind. Außerdem beziehen wir Multibanking-Apps von Drittanbietern, digitale Wallets, Broker und Steuerapps in die Übersicht mit ein. Geordnet sind die Apps dabei nach ihrer Downloadzahl im Google-Play-Store im Juni 2025\. Die Downloadzahlen werden dort in groben Intervallen ausgewiesen, in unserer Grafik bewegen sie sich zwischen 1.000 und eine Milliarde. Downloads auf Apple-Geräten sind in der Übersicht nicht miteinbegriffen, da die Downloadzahlen des Apple Stores nicht öffentlich einsehbar sind. Dennoch sollten die Downloadzahlen aus dem Google-Play-Store ein guter Indikator für die Beliebtheit von Apps sein: In Deutschland haben Smartphones von [Android einen Marktanteil von 68,3 Prozent, während Apple-Geräte einen Anteil von 31,2 Prozent haben](https://www.kantarworldpanel.com/global/smartphone-os-market-share/?ref=paymentandbanking.com). Die Downloadzahlen beziehen sich zwar nicht nur auf Deutschland, sondern auf die ganze Welt. Jedoch gehen wir davon aus, dass die Apps deutscher Banken hauptsächlich in Deutschland heruntergeladen werden. Bei den Fintechs und digitalen Wallets beziehen wir auch international tätige Unternehmen mit ein, da das Feld hier viel kleiner ist als bei klassischen Banken. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/infografik-finanz-apps-03.jpg) ## **[Hier die Grafik hochauflösend downloaden!](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfLXiKBdBMjYkC9Nmxyktx7088KSaCZVuBXrPP5pt8vccarkA/viewform?usp=sharing&ouid=114466117631201219610&ref=paymentandbanking.com)** ## **Klassische Banken: Sparkassen dominieren** Bei den klassischen Banken haben wir Apps unter 5.000 Downloads nicht berücksichtigt. Apps von Banken mit einem Hauptsitz außerhalb Deutschlands kommen nur in der Übersicht vor, wenn die App von der deutschen Niederlassung herausgegeben wird wie die Apps von ING Deutschland oder Consors Finanz. Dadurch fällt zum Beispiel die App „Chase Mobile” von JP Morgan Chase heraus, die insgesamt über 50 Millionen Downloads hat. Die mit Abstand beliebteste Banking App ist die der Sparkassen: Über zehn Millionen Mal wurde „Sparkasse – Ihre mobile Filiale“ auf Android Geräte heruntergeladen. Das verwundert nicht: 2023 hatten die Sparkassen gemeinsam rund [50 Millionen Kunden](https://www.dsgv.de/content/dam/dsgv-de/sparkassen-finanzgruppe/downloads/finanzbericht/fb-2023/Flyer%202023.pdf?ref=paymentandbanking.com). Die [672 Volks- und Raiffeisenbanken](https://www.bvr.de/p.nsf/0/95D06543CBF99032C1257D0A0051A812/$file/Gesch%C3%A4ftsentwicklung%5F2024.pdf?ref=paymentandbanking.com) kommen mit ihrer „VR Banking“ App auf über fünf Millionen Downloads. Über fünf Millionen Mal wurde auch die App von ING Deutschland heruntergeladen. Unter den Apps mit mehr als eine Millionen Downloads finden sich zudem einige der Banken, die nach [Bilanzsumme zu den größten Banken in Deutschland](https://home.snb-finance.de/snb-posts-seminare/was-die-grossten-banken-deutschlands-2025?ref=paymentandbanking.com) zählen, wie die Deutsche Bank, die Commerzbank oder die DKB, sowie ihrer Töchter wie Postbank oder Comdirect. Mehr als 500.000 Downloads erreichen jeweils die Apps der deutschen UniCredit-Tochter Hypovereinsbank, der deutschen Niederlassung von Santander sowie der BNP Paribas-Tochter Consorsbank. ## **Fintech und Neobanken: Es gibt eine Überraschung** In der Kategorie „Fintech und Neobanken” haben wir auch Apps von Fintech berücksichtigt, die ihren Hauptsitz im Ausland haben, aber auch in Deutschland tätig sind. Hier führt die App von Revolut das Ranking mit mehr als 50 Millionen Downloads an. Nach eigenen Angaben hat Revolut mehr als 55 Millionen Privatkunden und ist weltweit tätig. Neben der Haupt-App gibt es noch eine App für Businesskunden und für Jugendliche mit jeweils einer Million Downloads sowie die Krypto-App Revolut X mit mehr als 100.000 Downloads, die hier nicht aufgeführt sind. Die App von Wise findet sich auf mehr als zehn Millionen Android-Geräten. Sie ermöglicht Cross-Border Payments in über 70 Ländern. Die ersten Apps von deutschen Fintechs in der Liste sind die von N26 und Trade Republic. Beide haben mehr als fünf Millionen Downloads. Trade Republic startete 2019 mit mobilem Wertpapierhandel, hat aber seit Dezember 2023 auch eine Vollbanklizenz. Auf dem Vormarsch ist auch C24, die 2020 gegründete Banktochter des Vergleichsportals Check24\. Inzwischen hat die App mehr als 500.000 Downloads im Google-Play-Store. Die Apps der beiden auf Nachhaltigkeit fokussierten Neobanken Tomorrow und GLS Bank haben bisher 100.000 beziehungsweise 10.000 Downloads. ## **Third Party Apps: Diese Dienstleister sind beliebt** Bei den Drittanbietern wird das Ranking von der Finanzguru-App angeführt. Sie wurde mehr als eine Millionen Mal heruntergeladen. Die App ermöglicht eine Übersicht über alle Konten und Ausgaben sowie die Verwaltung von Verträgen. Weitere größere Anbieter für Multibanking sind mit jeweils über 100.000 Downloads beispielsweise Outbank, Finanzblick von der Buhl Data Service, StarMoney von der zur Sparkassen-Finanzgruppe gehörenden Star Finanz sowie Teo von Comeco. Ein bekannter Anbieter, exklusiv für Apple-Geräte, ist Money Coach. ## **Digitale Wallets: Beginnt hier bald der „War of Wallets”?** Bei den Wallets dominieren vor allem internationale Anbieter: Die Google Wallet findet sich auf mehr als einer Milliarde Geräten. Kein Wunder, schließlich ist die App auf den meisten Android Geräten vorinstalliert. Ähnliches gilt auch für die Apple-Wallet, auch wenn hier die Download-Zahlen nicht öffentlich einsehbar sind. Auch die Samsung-Wallet und Paypal sind mit jeweils über 100 Millionen Downloads weit verbreitet. Darauf folgen Klarna und Revolut, die ein Wallet-Feature haben, mit jeweils 50 Millionen Downloads. Klarna kaufte 2021 Stocard, um Kundenkarten in einer digitalen Wallet zu speichern. Revolut führte im vergangenen Jahr mobile Wallets ein. Die einzigen deutschen Apps in der Liste sind Payback sowie die Wallet-Apps der Sparkassen und der Genossenschaftsbanken. Payback verzeichnet derzeit über zehn Millionen Downloads. Mit der App können Nutzer beim Einkaufen Punkte sammeln, einlösen und bezahlen. Die Wallet-App „Mobiles Bezahlen“ der Sparkassen hat derzeit mehr als fünf Millionen Downloads, bei der genossenschaftlichen „Pay – Die Bezahlapp“ sind es über eine Million. Die im vergangenen Jahr eingeführte Wero-App der EPI liegt derzeit bei rund 500.000 Downloads. Jedoch haben viele Banking-Apps wie zum Beispiel die VR Banking App Wero als Funktion integriert. ## **Broker: Die Neuen dominieren** Die am häufigsten heruntergeladene Broker-App ist die von Trade Republic mit mehr als fünf Millionen Downloads. Nach eigenen Angaben nutzen Kunden aus 17 europäischen Ländern die App. Der direkte Konkurrent Scalable Capital kommt auf mehr als eine Million Downloads, genauso wie die Sparkassen-App „S-Invest“ und die App von Degiro. Darauf folgen noch einige kleinere Anbieter wie Finanzen.net Zero, Flatex next und Smartbroker+ mit jeweils 100.000 Downloads sowie Just Trade mit 50.000 Downloads. ## **Steuern: Es gibt einen Gewinner** Klarer Favorit im Google Play Store beim Thema Steuern ist die App von Taxfix mit mehr als fünf Millionen Downloads. In unserer Aufstellung ist sie auch die älteste App: Sie ist seit Dezember 2017 dort verfügbar. Über eine Millionen Mal heruntergeladen wurden auch die Apps Zasta und Steuerbot von den gleichnamigen Anbietern sowie die App WISO Steuererklärung, die von der Buhl Data Service herausgegeben wird. Daneben gibt es noch einige deutlich kleinere Anbieter wie Accountable mit über 100.000 Downloads, die in ihrer Buchhaltungsapp für Selbstständige auch ein Steuerfeature eingebaut haben. *Du kennst weitere beliebte Finanz Apps, die hier noch nicht auftauchen? Wir freuen uns über weitere Ergänzungen aus der Community. Melde dich gerne per Mail bei uns:* [*infografiken@paymentandbanking.com*](mailto:infografiken@paymentandbanking.com) ![](http://vg07.met.vgwort.de/na/81a7aed317d8468c9f83763777b66bd7) ### Von Daten und KI: Ohne Futter kein Gehirn URL: https://paymentandbanking.com/von-daten-und-ki-ohne-futter-kein-gehirn-2/ Last updated: 2025-06-12T05:49:01.000Z Chefs von Banken sprechen von KI, doch vergessen sie, dass sie dafür auch dafür nutzbare Daten brauchen. Wie Unternehmen das Dilemma lösen können. Die neue Kolumne von Nicola Breyer. Auf jeder großen Bühne stehen heute CEO von Banken, Versicherungen oder eigentlich jedem Konzern und sprechen über Künstliche Intelligenz (KI). Die KI-Unternehmer sind die Stars jeder Tech-Konferenz und nach der letzten Apple-WWDC waren die Kommentatoren irgendwie enttäuscht, dass es nicht mehr um KI ging. Immer mehr Unternehmen verkünden Kooperationen mit Unternehmen wie Open AI, es werden Avatare oder erweiterte Chatbots gelauncht, die Kunden zumindest zum Teil digital bedienen sollen. Es freut mich sehr, wenn ich das höre. Die Zynikerin in mir rollt zwar wie mein [Lieblingsgif mit den Augen](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/media2-giphy-com/media/v1-Y2lkPTc5MGI3NjExeW43aTd1MnpneDk4ZmZscmliYWlrbjYza25obnN6eWdpYjFqM3FieSZlcD12MV9pbnRlcm5hbF9naWZfYnlfaWQmY3Q9Zw/Fjr6v88OPk7U4/giphy.gif?ref=paymentandbanking.com) („Alles zu oberflächlich, viel blabla…), aber wenn man den Hype mal wegnimmt, dann sehe ich hierin wirklich viele Chancen – und ich habe Hoffnung für unsere Branche. Wieso? Weil ich mir seit so vielen Jahren den Mund darüber fusselig rede, dass wir als Industrie den Wert von Finanzdaten für moderne Kundenlösungen heben müssen. Klar, Effizienzen kann man dadurch auch gewinnen. ## **Wer KI sagt, muss auch Datenstrategie sagen – oder?** Aber jetzt geht es um viel mehr. Wirklich. Denn wer auf großen Bühnen steht und in internen Town-Hall-Meetings und von der Relevanz von (generativer) KI für das eigene Unternehmen spricht, der muss auch eines haben: eine ausgeklügelte Datenstrategie. Das Thema muss jetzt endlich auf CEO-Ebene angekommen sein und dort Priorität haben. Nicht nur das. Ich muss eigentlich sogar davon ausgehen, dass bereits enorme Fortschritte gemacht wurden, hin zu unternehmensübergreifenden Datenaustausch, Standardisierung, Datenzugriff in Echtzeit, Harmonisierung von Systemen wie KYC, Transaktionen, Depots, CRM und so weit, damit die Datenverfügbarkeit sich zumindest parallel zum gewünschten Einsatz von KI und KI Agenten im Unternehmen entwickelt. Das sollte man zumindest meinen. Die Realität stellt sich aber leider etwas anders dar. Denn leider spricht kein CEO, den ich höre, über den Wert von Daten. Oder über die wirkliche Umsetzungs des Anspruchs, die rasant wachsende, „Digital native”-Menschen als Kunden im Retailbereich, als Unternehmenskunden und als Nutzer im eigenen Unternehmen zu begeistern. Und obwohl es ein guter, erster Schritt ist, vielleicht mal ein kleiner Hinweis an alle Führungskräfte, die jetzt aufschreien: Daten in die Cloud zu heben, reicht, nicht, um a) Effizienzen zu heben (Datenspeicher können gerade dort teuer sein), und b) die Daten auch wirklich Mitarbeitern, Kundinnen und Kunden und den Avataren, Chatbots oder Agents so zugänglich zu machen, dass sie ganzheitliche Prozesse abbilden, beziehungsweise neu denken können. Dafür braucht es erst eine Vision, und dann eineStrategie. Und die fehlt in Banken und Fintechs noch zu häufig. ## **Es sind jetzt die C-Level gefragt** Wenn ich mit wirklich smarten und fähigen Menschen in Banken und Versicherungen spreche, dann ist das Wissen darum natürlich bekannt. Und es ist ja nicht so, als würde nichts geschehen. Ganz im Gegenteil: Es gibt massive Transformationsprogramme, die Großes leisten, mit viel Drive und Ambition, die aber Zeit benötigen. Oftmals liegen diese Projekte auch beim CIO, CTO oder in der COO Organisation, aber eben nicht beim CEO. Genau dahin gehört die Datenstrategie aber, wenn eine Firma ernsthaft mit KI arbeiten will. Mehr noch: CEO, die sich unter einer Datenstrategie nichts vorstellen oder sie nicht artikulieren können, sollten überlegen, ob sie in ihrer Position noch richtig sind. ## **Was KI wirklich braucht: kontextualisierte Daten** Aber zurück zur KI. Diese benötigt, um personalisiert auf Menschen im und außerhalb des Unternehmens zugehen zu können (oder auf andere KI Agenten) vor allem eines: Kontext. Ein Beispiel: Wenn Frau Schmitt gerade 40.000 Euro geerbt hat und letzte Woche ein Gespräch zur Baufinanzierung geführt hat, sollte ein smarter Bot erkennen: Hier bahnt sich etwas an. Aber das passiert nicht. Stattdessen fragt der Chatbot: „Wie kann ich helfen?“ – ohne zu wissen, was bei der Kundin gerade passiert. Hier verschenken Banken ganz massiv viel potenzielles Geschäft, das mit einer smarten Datenstrategie schnell zu holen wäre. ## **Daten haben eine Seele: Das müssen CEO verstehen** Denn was viele nicht verstehen: Daten haben so etwas wie eine Seele. Daten haben Bedeutung. Geschichte. Beziehungen. Wer sie nur als Rohstoff sieht, behandelt sie wie Baustoff, statt wie die Ausstattung und Einrichtung für ein gut gebautes Haus. Die Seele der Daten liegt im Kontext und dieser entsteht nicht zufällig, sondern durch Verbindung. Ein echter KI-Agent ist kein Tool, sondern ein Begleiter. Er weiß, wer du bist. Was dich beschäftigt. Was du brauchst. Vielleicht sogar besser als du selbst. Dafür benötigt er Daten – und zwar solche mit Leben, Kontext und Struktur. Keine isolierten Tabellen, sondern ein lebendiger Datenpool, der sich nach deinem digitalen Handeln verändert. Diesen zu kreieren, ist für Banken, Fintechs und Versicherungen in Zukunft essentiell. Open Finance kann dabei eine entscheidende Rolle spielen, weil dadurch überhaupt erst die Möglichkeit entsteht, viele Daten zu sammeln und dann auch zu kontextualisieren. Dann spricht die KI mit uns, kommt uns sogar nahe, weil sie so wirkt, als ob sie uns wirklich versteht. Bauen müssen wir aber auch weiterhin auf die Erfahrung und Empathie der Mitarbeiter:innen, die uns als Kundinnen und Kunden als fühlende Menschen mit Einschätzungsvermögen gegenübersitzen, gerne auch virtuell. In der Kombination wird KI zum Gamechanger. ### Von Daten und KI: Ohne Futter kein Gehirn URL: https://paymentandbanking.com/von-daten-und-ki-ohne-futter-kein-gehirn/ Last updated: 2025-08-05T08:55:28.000Z Chefs von Banken sprechen von KI, doch vergessen sie, dass sie dafür auch dafür nutzbare Daten brauchen. Wie Unternehmen das Dilemma lösen können. Die neue Kolumne von Nicola Breyer. Auf jeder großen Bühne stehen heute CEO von Banken, Versicherungen oder eigentlich jedem Konzern und sprechen über Künstliche Intelligenz (KI). Die KI-Unternehmer sind die Stars jeder Tech-Konferenz und nach der letzten Apple-WWDC waren die Kommentatoren irgendwie enttäuscht, dass es nicht mehr um KI ging. Immer mehr Unternehmen verkünden Kooperationen mit Unternehmen wie Open AI, es werden Avatare oder erweiterte Chatbots gelauncht, die Kunden zumindest zum Teil digital bedienen sollen. Es freut mich sehr, wenn ich das höre. Die Zynikerin in mir rollt zwar wie mein [Lieblingsgif mit den Augen](https://media2.giphy.com/media/v1.Y2lkPTc5MGI3NjExeW43aTd1MnpneDk4ZmZscmliYWlrbjYza25obnN6eWdpYjFqM3FieSZlcD12MV9pbnRlcm5hbF9naWZfYnlfaWQmY3Q9Zw/Fjr6v88OPk7U4/giphy.gif?ref=paymentandbanking.com) („Alles zu oberflächlich, viel blabla…), aber wenn man den Hype mal wegnimmt, dann sehe ich hierin wirklich viele Chancen – und ich habe Hoffnung für unsere Branche. Wieso? Weil ich mir seit so vielen Jahren den Mund darüber fusselig rede, dass wir als Industrie den Wert von Finanzdaten für moderne Kundenlösungen heben müssen. Klar, Effizienzen kann man dadurch auch gewinnen. ## **Wer KI sagt, muss auch Datenstrategie sagen – oder?** Aber jetzt geht es um viel mehr. Wirklich. Denn wer auf großen Bühnen steht und in internen Town-Hall-Meetings und von der Relevanz von (generativer) KI für das eigene Unternehmen spricht, der muss auch eines haben: eine ausgeklügelte Datenstrategie. Das Thema muss jetzt endlich auf CEO-Ebene angekommen sein und dort Priorität haben. Nicht nur das. Ich muss eigentlich sogar davon ausgehen, dass bereits enorme Fortschritte gemacht wurden, hin zu unternehmensübergreifenden Datenaustausch, Standardisierung, Datenzugriff in Echtzeit, Harmonisierung von Systemen wie KYC, Transaktionen, Depots, CRM und so weit, damit die Datenverfügbarkeit sich zumindest parallel zum gewünschten Einsatz von KI und KI Agenten im Unternehmen entwickelt. Das sollte man zumindest meinen. Die Realität stellt sich aber leider etwas anders dar. Denn leider spricht kein CEO, den ich höre, über den Wert von Daten. Oder über die wirkliche Umsetzungs des Anspruchs, die rasant wachsende, „Digital native”-Menschen als Kunden im Retailbereich, als Unternehmenskunden und als Nutzer im eigenen Unternehmen zu begeistern. Und obwohl es ein guter, erster Schritt ist, vielleicht mal ein kleiner Hinweis an alle Führungskräfte, die jetzt aufschreien: Daten in die Cloud zu heben, reicht, nicht, um a) Effizienzen zu heben (Datenspeicher können gerade dort teuer sein), und b) die Daten auch wirklich Mitarbeitern, Kundinnen und Kunden und den Avataren, Chatbots oder Agents so zugänglich zu machen, dass sie ganzheitliche Prozesse abbilden, beziehungsweise neu denken können. Dafür braucht es erst eine Vision, und dann eineStrategie. Und die fehlt in Banken und Fintechs noch zu häufig. \[adrotate banner="56"\] ## **Es sind jetzt die C-Level gefragt** Wenn ich mit wirklich smarten und fähigen Menschen in Banken und Versicherungen spreche, dann ist das Wissen darum natürlich bekannt. Und es ist ja nicht so, als würde nichts geschehen. Ganz im Gegenteil: Es gibt massive Transformationsprogramme, die Großes leisten, mit viel Drive und Ambition, die aber Zeit benötigen. Oftmals liegen diese Projekte auch beim CIO, CTO oder in der COO Organisation, aber eben nicht beim CEO. Genau dahin gehört die Datenstrategie aber, wenn eine Firma ernsthaft mit KI arbeiten will. Mehr noch: CEO, die sich unter einer Datenstrategie nichts vorstellen oder sie nicht artikulieren können, sollten überlegen, ob sie in ihrer Position noch richtig sind. ## **Was KI wirklich braucht: kontextualisierte Daten** Aber zurück zur KI. Diese benötigt, um personalisiert auf Menschen im und außerhalb des Unternehmens zugehen zu können (oder auf andere KI Agenten) vor allem eines: Kontext. Ein Beispiel: Wenn Frau Schmitt gerade 40.000 Euro geerbt hat und letzte Woche ein Gespräch zur Baufinanzierung geführt hat, sollte ein smarter Bot erkennen: Hier bahnt sich etwas an. Aber das passiert nicht. Stattdessen fragt der Chatbot: „Wie kann ich helfen?“ – ohne zu wissen, was bei der Kundin gerade passiert. Hier verschenken Banken ganz massiv viel potenzielles Geschäft, das mit einer smarten Datenstrategie schnell zu holen wäre. ## **Daten haben eine Seele: Das müssen CEO verstehen** Denn was viele nicht verstehen: Daten haben so etwas wie eine Seele. Daten haben Bedeutung. Geschichte. Beziehungen. Wer sie nur als Rohstoff sieht, behandelt sie wie Baustoff, statt wie die Ausstattung und Einrichtung für ein gut gebautes Haus. Die Seele der Daten liegt im Kontext und dieser entsteht nicht zufällig, sondern durch Verbindung. Ein echter KI-Agent ist kein Tool, sondern ein Begleiter. Er weiß, wer du bist. Was dich beschäftigt. Was du brauchst. Vielleicht sogar besser als du selbst. Dafür benötigt er Daten – und zwar solche mit Leben, Kontext und Struktur. Keine isolierten Tabellen, sondern ein lebendiger Datenpool, der sich nach deinem digitalen Handeln verändert. Diesen zu kreieren, ist für Banken, Fintechs und Versicherungen in Zukunft essentiell. Open Finance kann dabei eine entscheidende Rolle spielen, weil dadurch überhaupt erst die Möglichkeit entsteht, viele Daten zu sammeln und dann auch zu kontextualisieren. Dann spricht die KI mit uns, kommt uns sogar nahe, weil sie so wirkt, als ob sie uns wirklich versteht. Bauen müssen wir aber auch weiterhin auf die Erfahrung und Empathie der Mitarbeiter:innen, die uns als Kundinnen und Kunden als fühlende Menschen mit Einschätzungsvermögen gegenübersitzen, gerne auch virtuell. In der Kombination wird KI zum Gamechanger. ### Agent Pay: Wie KI das Bezahlen revolutioniert URL: https://paymentandbanking.com/agent-pay-wie-ki-das-bezahlen-revolutioniert-2/ Last updated: 2025-06-11T07:46:46.000Z KI-Agenten übernehmen bereits heute Kaufentscheidungen – von OpenAIs Operator bis Mastercards Agent Pay. Händler verlieren die Kontrolle, Banken müssen strategisch handeln. Die unsichtbare Revolution im E-Commerce hat begonnen. Während Händler noch über Conversion-Optimierung diskutieren, kaufen KI-Agenten bereits autonom ein – und stellen dabei alles infrage, was wir über digitalen Handel zu wissen glaubten. ## OpenAI Operator: Der Kontrollverlust beginnt jetzt OpenAIs „Operator“ macht deutlich: Die Agent-Revolution findet bereits statt – mit oder ohne Zustimmung der Händler. Der KI-Agent navigiert durch bestehende Websites, aber seine „Wahrnehmung“ unterscheidet sich fundamental von menschlichen Nutzern. Operator sieht keine aufwendigen Produktfotos oder Markenbotschaften, emotionale Kaufanreize laufen ins Leere, die sorgfältig gestaltete Customer Journey wird zu reiner Datenextraktion. Händler verlieren damit die Kontrolle über ihr wichtigstes Asset: die Kundeninteraktion. ## Tokenisierung als Schlüsseltechnologie Das Herzstück der neuen Agent-Ökonomie ist die Tokenisierung von Zahlungsmitteln. Mastercard und Visa haben erkannt, dass traditionelle Zahlungssysteme für KI-Agenten ungeeignet sind. Die Lösung: Spezielle Token, die wie digitale Zahlkarten funktionieren, aber mit programmierbaren Einschränkungen versehen sind. Die Einführung von Mastercard Agent Pay markiert einen ersten Schritt zur Neudefinition des Handels im KI-Zeitalter. Diese Token ermöglichen es, Ausgabelimits festzulegen, bestimmte Händlerkategorien zu autorisieren und Transaktionen zeitlich zu begrenzen. ## Agent-Ready als strategische Notwendigkeit Unternehmen, die proaktiv auf agent-optimierte Infrastruktur setzen, behalten wichtige Einflussmöglichkeiten: **Ohne Agent-APIs:** Agenten extrahieren Daten automatisiert, Händler haben keinen Einfluss auf die Produktdarstellung. **Mit Agent-APIs:** Strukturierte Datenübermittlung ermöglicht gezielte Produktpräsentation und Präferenzsteuerung. ## Neue Machtverteilung im digitalen Handel Die Auswirkungen auf die E-Commerce-Landschaft sind tiefgreifend. Während traditionelle Websites für menschliche Emotionen optimiert sind, bewerten Agenten ausschließlich Preis-Leistungs-Verhältnis, Verfügbarkeit, Lieferzeiten und objektive Produkteigenschaften. Händler müssen ihre Strategien grundlegend überdenken: Statt in traditionelles Marketing zu investieren, geht es nun darum, perfekte Produktdaten bereitzustellen und APIs zu optimieren. Der Wettbewerb verlagert sich von der Kundengewinnung zur Agentenoptimierung. Plattformen wie Google, Amazon und Apple, die die KI-Agenten kontrollieren, werden zu den neuen Torwächtern des Handels. Unternehmen müssen sich strategisch positionieren: Wer keine API-Schnittstelle bietet, wird für Agenten schwer auffindbar. ## Regulatorische Herausforderungen Die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der technologischen Entwicklung hinterher. Wer haftet, wenn ein Agent fehlerhaft handelt? Besonders heikel sind grenzüberschreitende Transaktionen: Wenn ein in Deutschland trainierter Agent bei einem US-Anbieter einkauft, welches Recht gilt? Die BaFin arbeitet an ersten Leitlinien. Banken stehen vor der Herausforderung, Compliance-Anforderungen für nicht-menschliche Akteure zu entwickeln. ## Was Banken strategisch angehen sollten Für Finanzdienstleister eröffnet die Agent-Revolution neue Geschäftschancen, erfordert aber strategisches Handeln: - **Marktpositionierung stärken:** Innovative Anbieter können sich durch agent-kompatible Zahlungslösungen Wettbewerbsvorteile sichern. - **Partnerschaften entwickeln:** Direkte Integration in Agent-Plattformen wird zu einem wichtigen Differenzierungsfaktor. - **Compliance weiterentwickeln:** Agent-Transaktionen erfordern neue Monitoring-Systeme und weiterentwickelte Betrugserkennungsmodelle. Die konkreten Schritte: API-Schnittstellen entwickeln, Partnerschaften mit KI-Plattformen schmieden, eigene Agent-Banking-Services konzipieren und das Geschäftsmodell für die Agent-Ökonomie definieren. ## Der Weg in die Agentenwirtschaft Experten prognostizieren, dass bis 2030 über 50% aller Online-Transaktionen von KI-Agenten initiiert werden. Diese Entwicklung verspricht Effizienzgewinne: Zeitersparnis für Verbraucher, optimierte Preise und reduzierte Transaktionskosten. Banken, die proaktiv handeln, können neue Marktpositionen aufbauen. Die Transformation hat bereits begonnen. Für Banken, Händler und Technologieanbieter gilt: Wer heute die Weichen stellt, kann die Zukunft des digitalen Handels aktiv mitgestalten und von den neuen Möglichkeiten profitieren. ### Agent Pay: Wie KI das Bezahlen revolutioniert URL: https://paymentandbanking.com/agent-pay-wie-ki-das-bezahlen-revolutioniert/ Last updated: 2025-08-05T08:55:28.000Z KI-Agenten übernehmen bereits heute Kaufentscheidungen - von OpenAIs Operator bis Mastercards Agent Pay. Händler verlieren die Kontrolle, Banken müssen strategisch handeln. Die unsichtbare Revolution im E-Commerce hat begonnen. Während Händler noch über Conversion-Optimierung diskutieren, kaufen KI-Agenten bereits autonom ein - und stellen dabei alles infrage, was wir über digitalen Handel zu wissen glaubten. ## OpenAI Operator: Der Kontrollverlust beginnt jetzt OpenAIs "Operator" macht deutlich: Die Agent-Revolution findet bereits statt - mit oder ohne Zustimmung der Händler. Der KI-Agent navigiert durch bestehende Websites, aber seine "Wahrnehmung" unterscheidet sich fundamental von menschlichen Nutzern. Operator sieht keine aufwendigen Produktfotos oder Markenbotschaften, emotionale Kaufanreize laufen ins Leere, die sorgfältig gestaltete Customer Journey wird zu reiner Datenextraktion. Händler verlieren damit die Kontrolle über ihr wichtigstes Asset: die Kundeninteraktion. ## Tokenisierung als Schlüsseltechnologie Das Herzstück der neuen Agent-Ökonomie ist die Tokenisierung von Zahlungsmitteln. Mastercard und Visa haben erkannt, dass traditionelle Zahlungssysteme für KI-Agenten ungeeignet sind. Die Lösung: Spezielle Token, die wie digitale Zahlkarten funktionieren, aber mit programmierbaren Einschränkungen versehen sind. Die Einführung von Mastercard Agent Pay markiert einen ersten Schritt zur Neudefinition des Handels im KI-Zeitalter. Diese Token ermöglichen es, Ausgabelimits festzulegen, bestimmte Händlerkategorien zu autorisieren und Transaktionen zeitlich zu begrenzen. ## Agent-Ready als strategische Notwendigkeit Unternehmen, die proaktiv auf agent-optimierte Infrastruktur setzen, behalten wichtige Einflussmöglichkeiten: **Ohne Agent-APIs:** Agenten extrahieren Daten automatisiert, Händler haben keinen Einfluss auf die Produktdarstellung. **Mit Agent-APIs:** Strukturierte Datenübermittlung ermöglicht gezielte Produktpräsentation und Präferenzsteuerung. \[adrotate banner="58"\] ## Neue Machtverteilung im digitalen Handel Die Auswirkungen auf die E-Commerce-Landschaft sind tiefgreifend. Während traditionelle Websites für menschliche Emotionen optimiert sind, bewerten Agenten ausschließlich Preis-Leistungs-Verhältnis, Verfügbarkeit, Lieferzeiten und objektive Produkteigenschaften. Händler müssen ihre Strategien grundlegend überdenken: Statt in traditionelles Marketing zu investieren, geht es nun darum, perfekte Produktdaten bereitzustellen und APIs zu optimieren. Der Wettbewerb verlagert sich von der Kundengewinnung zur Agentenoptimierung. Plattformen wie Google, Amazon und Apple, die die KI-Agenten kontrollieren, werden zu den neuen Torwächtern des Handels. Unternehmen müssen sich strategisch positionieren: Wer keine API-Schnittstelle bietet, wird für Agenten schwer auffindbar. ## Regulatorische Herausforderungen Die rechtlichen Rahmenbedingungen hinken der technologischen Entwicklung hinterher. Wer haftet, wenn ein Agent fehlerhaft handelt? Besonders heikel sind grenzüberschreitende Transaktionen: Wenn ein in Deutschland trainierter Agent bei einem US-Anbieter einkauft, welches Recht gilt? Die BaFin arbeitet an ersten Leitlinien. Banken stehen vor der Herausforderung, Compliance-Anforderungen für nicht-menschliche Akteure zu entwickeln. ## Was Banken strategisch angehen sollten Für Finanzdienstleister eröffnet die Agent-Revolution neue Geschäftschancen, erfordert aber strategisches Handeln: - **Marktpositionierung stärken:** Innovative Anbieter können sich durch agent-kompatible Zahlungslösungen Wettbewerbsvorteile sichern. - **Partnerschaften entwickeln:** Direkte Integration in Agent-Plattformen wird zu einem wichtigen Differenzierungsfaktor. - **Compliance weiterentwickeln:** Agent-Transaktionen erfordern neue Monitoring-Systeme und weiterentwickelte Betrugserkennungsmodelle. Die konkreten Schritte: API-Schnittstellen entwickeln, Partnerschaften mit KI-Plattformen schmieden, eigene Agent-Banking-Services konzipieren und das Geschäftsmodell für die Agent-Ökonomie definieren. ## Der Weg in die Agentenwirtschaft Experten prognostizieren, dass bis 2030 über 50% aller Online-Transaktionen von KI-Agenten initiiert werden. Diese Entwicklung verspricht Effizienzgewinne: Zeitersparnis für Verbraucher, optimierte Preise und reduzierte Transaktionskosten. Banken, die proaktiv handeln, können neue Marktpositionen aufbauen. Die Transformation hat bereits begonnen. Für Banken, Händler und Technologieanbieter gilt: Wer heute die Weichen stellt, kann die Zukunft des digitalen Handels aktiv mitgestalten und von den neuen Möglichkeiten profitieren. ### DORA in der Praxis: Was auf Finanzdienstleister jetzt zukommt URL: https://paymentandbanking.com/dora-in-der-praxis-was-auf-finanzdienstleister-jetzt-zukommt-2/ Last updated: 2025-06-11T06:18:23.000Z **Josefine Spengler von Annerton spricht über den neuen EU-Rahmen für digitale Resilienz im Finanzsektor.** DORA betrifft uns alle – vom Fintech bis zur Großbank. Der neue EU-weit gültige Rechtsrahmen verpflichtet regulierte Finanzunternehmen dazu, ihre digitale Widerstandsfähigkeit massiv zu stärken. Doch was bedeutet das konkret? Wer ist betroffen, wie unterscheidet sich DORA von NIS2 – und warum ist der Begriff „kritischer IKT-Dienstleister“ ein echter Gamechanger? In der Auftaktfolge unserer neuen Podcastserie zu DORA spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Josefine Spengler,](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) Rechtsanwältin bei Annerton und Fachanwältin für IT-Recht. Josefine Spengler begleitet Banken, Zahlungsdienstleister und FinTechs bei der praktischen Umsetzung von DORA – und kennt die Herausforderungen zwischen Technik, Recht und Aufsicht aus erster Hand. DORA wurde eingeführt, weil die EU eine klare Schwachstelle erkannt hat: Der Finanzsektor ist hochdigitalisiert, aber bis dato fehlte ein einheitlicher, sektorübergreifender Rahmen für digitale Resilienz. Cyberangriffe, IT-Ausfälle und Datenlecks haben gezeigt, wie verwundbar das System ist – und wie schnell einzelne Vorfälle systemische Risiken auslösen können. Ziel von DORA ist es, diese Risiken strukturiert zu beherrschen. Dazu setzt die Verordnung auf fünf zentrale Säulen: IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldung, Resilienztests, das Management von Drittanbietern sowie den Austausch zu Cyberbedrohungen. DORA unterscheidet sich dabei deutlich von NIS2\. DORA gilt direkt in allen EU-Ländern und ist speziell auf die Anforderungen an den Finanzsektor zugeschnitten. Besonders relevant: Auch Tech-Anbieter geraten stärker in den Fokus der Aufsicht. Mit dem Konzept des „kritischen IKT-Dienstleisters“ führt DORA erstmals eine direkte EU-Aufsicht über zentrale IT-Partner der Branche ein – von Cloud-Diensten über Core-Banking-Anbieter bis zu Softwareplattformen. Für viele Unternehmen bedeutet das neue Anforderungen an Vertragsgestaltung, Meldeprozesse und Exit-Strategien. In der nächsten Folge von **„Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“** geht es deshalb weiter mit dem Thema IKT-Drittparteienmanagement: Welche Anforderungen stellt DORA an Verträge – und wie gelingt die praxisnahe Umsetzung? 🎧 Jetzt reinhören! [Alle P&B-Podcast findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) --- - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7338438441774276608?ref=paymentandbanking.com) - [YouTube](https://youtu.be/44s-kHF89Vg?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/06bnW3akmwDVd5jICJbK8Y?si=8d37c3963705494e&ref=paymentandbanking.com) ### DORA in der Praxis: Was auf Finanzdienstleister jetzt zukommt URL: https://paymentandbanking.com/dora-in-der-praxis-was-auf-finanzdienstleister-jetzt-zukommt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:28.000Z **Josefine Spengler von Annerton spricht über den neuen EU-Rahmen für digitale Resilienz im Finanzsektor.** DORA betrifft uns alle – vom Fintech bis zur Großbank. Der neue EU-weit gültige Rechtsrahmen verpflichtet regulierte Finanzunternehmen dazu, ihre digitale Widerstandsfähigkeit massiv zu stärken. Doch was bedeutet das konkret? Wer ist betroffen, wie unterscheidet sich DORA von NIS2 – und warum ist der Begriff „kritischer IKT-Dienstleister“ ein echter Gamechanger? \[podigee-player url=" https://paymentandbanking.podigee.io/715-dora-in-der-praxis-was-auf-finanzdienstleister-jetzt-zukommt"\] In der Auftaktfolge unserer neuen Podcastserie zu DORA spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Josefine Spengler,](https://www.linkedin.com/in/josefine-spengler-04672596/?ref=paymentandbanking.com) Rechtsanwältin bei Annerton und Fachanwältin für IT-Recht. Josefine Spengler begleitet Banken, Zahlungsdienstleister und FinTechs bei der praktischen Umsetzung von DORA – und kennt die Herausforderungen zwischen Technik, Recht und Aufsicht aus erster Hand. DORA wurde eingeführt, weil die EU eine klare Schwachstelle erkannt hat: Der Finanzsektor ist hochdigitalisiert, aber bis dato fehlte ein einheitlicher, sektorübergreifender Rahmen für digitale Resilienz. Cyberangriffe, IT-Ausfälle und Datenlecks haben gezeigt, wie verwundbar das System ist – und wie schnell einzelne Vorfälle systemische Risiken auslösen können. Ziel von DORA ist es, diese Risiken strukturiert zu beherrschen. Dazu setzt die Verordnung auf fünf zentrale Säulen: IKT-Risikomanagement, Vorfallmeldung, Resilienztests, das Management von Drittanbietern sowie den Austausch zu Cyberbedrohungen. DORA unterscheidet sich dabei deutlich von NIS2\. DORA gilt direkt in allen EU-Ländern und ist speziell auf die Anforderungen an den Finanzsektor zugeschnitten. Besonders relevant: Auch Tech-Anbieter geraten stärker in den Fokus der Aufsicht. Mit dem Konzept des „kritischen IKT-Dienstleisters“ führt DORA erstmals eine direkte EU-Aufsicht über zentrale IT-Partner der Branche ein – von Cloud-Diensten über Core-Banking-Anbieter bis zu Softwareplattformen. Für viele Unternehmen bedeutet das neue Anforderungen an Vertragsgestaltung, Meldeprozesse und Exit-Strategien. In der nächsten Folge von **„Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“** geht es deshalb weiter mit dem Thema IKT-Drittparteienmanagement: Welche Anforderungen stellt DORA an Verträge – und wie gelingt die praxisnahe Umsetzung? 🎧 Jetzt reinhören! \[adrotate banner="55"\] [Alle P&B-Podcast findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/podcast/) --- ### „Die Bafin hat das richtig gut gemacht“ URL: https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht-2/ Last updated: 2025-06-11T14:09:48.000Z ***Das Fintech 21X ist die erste Handels- und Abwicklungsplattform auf DLT-Basis. Seit einigen Tagen ist dort nun der erste Fonds gelistet. CEO [Max Heinzle](https://www.linkedin.com/in/max-heinzle/?ref=paymentandbanking.com) spricht im Interview erstmals über diesen Meilenstein – und warum er ausgerechnet die Finanzaufsicht lobt.*** Es war zweifelsohne ein Meilenstein für ein dezentralisiertes Finanzsystem, als vor einigen Tagen der erste Fonds auf einer regulierten DLT-Handels- und Abwicklungsplattform gelistet wurde. „USMO” hieß der Fonds der UBS, den professionelle Investoren bald direkt aus der Wallet kaufen und verkaufen können. Das Listing ist das Erste seiner Art in Europa und ist Teil des sogenannten DLT-Pilot-Regimes. Das von der EU aufgelegte Programm soll als „Sandbox” für tokenbasierte Assets dienen und ist seit 2023 am Start. Seither haben drei Firmen sich eine Lizenz als DLT-Plattform gesichert, darunter auch die Deutsche-Börse-Tochter 360X. Das Frankfurter Fintech 21X ist allerdings das Einzige, das sowohl Handel- als auch Abwicklung anbieten darf. Wir sprechen mit dem Chef von 21X über den Meilenstein. ## **Herr Heinzle, wie viel Angst hatten Sie vor dem ersten großen Listing auf der eigenen Plattform?** Keine Angst. Wir haben uns monatelang vorbereitet, die Prozesse erprobt. Der Launch war natürlich ein Highlight, weil wir einen wirklich historischen Meilenstein erreicht haben, aber es verlief ganz unaufgeregt. Wir haben auch noch nicht offiziell gemeinsam darauf angestoßen, wollen das aber bei einem Teamevent am Bodensee bald nachholen. Und, was man noch sagen muss: Wir sind sowohl Primär- als auch Sekundärmarkt, das heißt streng genommen wurden erst 50 Prozent von uns gelauncht. Der Sekundärmarkt kommt in den nächsten Wochen. ## **Mit dem „USMO“ von UBS ist nun der erste Fonds tokenisiert: Wie gut wurde der denn gezeichnet?** Noch kann den Fonds niemand zeichnen. Dafür müssen wir erst noch die Handelsteilnehmer onboarden, da sind wir gerade in den letzten Zügen. Sobald die Konten eröffnet sind, können die Trader direkt aus ihrer Wallet heraus den Fonds kaufen. Da geht es erst einmal nur um institutionelle Kunden, ab dem zweiten Halbjahr wollen wir aber auch Retailkunden anbinden. Diese können dann über Kryptobörsen, Neobroker und klassische Banken die Produkte kaufen. Da sind wir gerade in vielen Verhandlungen. ## **Aber was ist der Vorteil gegenüber einer klassischen Zeichnung am Kapitalmarkt?** Zunächst einmal ist es möglich, die Token selbst zu verwahren. Dadurch kann der Kunde sich Verwahrungsgebühren sparen. Wer Stablecoins hat, kann damit direkt kaufen und muss nicht in Fiat-Währungen tauschen und wir machen auch die Zeichnungsprozesse im Primärmarkt. Das dauert nur wenige Minuten, im Sekundärmarkt sogar nur wenige Sekunden. Das bedeutet, dass das Geld auch schneller Zinsen generiert. Man denke da an Geldmarktfonds. Damit wird es auch rentabler in kürzeren Zeiträumen zu investieren. ## **Das DLT-Pilot-Regime, in dem Sie sich bewegen, gibt es seit 2023\. Warum hat es so lange gedauert, bis jetzt endlich ein Fonds auf Ihre Plattform geschafft hat?** Das liegt daran, dass wir mehrere Lizenzen beantragen mussten. Wir haben eine Handelslizenz, eine Settlement-Lizenz und darüber hinaus noch die Rolle des Registerführers. Dadurch, dass es sich um ein neuartiges Regime handelt, gab es sicherlich für uns als Erste viele Themen, die wir mit der BaFin und der ESMA abklären mussten, dazu noch mit der Bundesbank und der EZB. Da sieht man schon, wie umfangreich der Prozess war und deshalb hat das auch ein bisschen gedauert. Wir sind mit der Dauer der Lizenzerteilung aber im Großen und Ganzen zufrieden. Eigentlich muss man sogar ein Lob aussprechen: Die BaFin hat das richtig gut gemacht – die haben sich mit dem Thema wirklich intensiv und sorgfältig auseinandergesetzt. ## **Der jetzige Fonds ist ein Geldmarktfonds. Was planen Sie für weitere Angebote auf der Plattform?** Wir werden weitere Geldmarktfonds in Kürze auf unserer Plattform sehen, dazu auch Tracker-Zertifikate auf Blue-Chip-Aktien. Wir können unter dem Regime noch keine Aktien über einer Marktkapitalisierung von einer halben Milliarde Euro handeln, deshalb müssen wir uns zunächst mit den Zertifikaten begnügen. Aber wir schauen uns gerade ganz genau an, ob wir nicht auch IPOs direkt bei uns durchführen können. Da sind wir bereits in Gesprächen und beschäftigen uns auch mit dualen Listings, sowohl für Aktien als auch Anleihen. Und natürlich werden auch ETFs auf unserer Plattform verfügbar sein. ## **Mit welchen Partnern dürfen wir rechnen?** Wir arbeiten bereits eng mit Apex als unserem offiziellen Listing-Sponsor zusammen, mit Zühlke als Implementierungspartner für die Integration institutioneller Kunden, mit Dusk als Handelsteilnehmer für den Zugang zu tokenisierten Real-World-Assets und mit Quantoz, die uns bei der Abwicklung von Transaktionen mit ihren MiCA-konformen Stablecoins unterstützen. Zu weiteren Partnern kann ich noch keine Namen sagen, aber was ich sagen kann: Wir haben die größten Asset-Manager der Welt, also wirklich namhafte Emittenten mit vielen spannenden Produkten, bei uns in der Pipeline. Insgesamt sind mehr als 25 Produkte in Vorbereitung, und was wir bis Ende des Jahres listen, hängt auch von den Emittenten und dem Reifegrad der Produkte ab. Wir haben teilweise unterschiedliche Set-ups, beispielsweise auch Bankenpartner. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit einzelnen Emittenten auch mehrere Produkte gleichzeitig auf die Blockchain bekommen. --- **Zur Person:** Max Heinzle, 42 Jahre, ist Gründer und CEO von 21X. Zuvor war er unter anderem Gründer der Crowdinvesting-Plattform Mezzany und 21.finance, einer Marketplace-as-a-Service-Plattform. Er hat einen Master of Science in Global Banking and Finance. ### „Die Bafin hat das richtig gut gemacht“ URL: https://paymentandbanking.com/die-bafin-hat-das-richtig-gut-gemacht/ Last updated: 2025-08-05T08:55:28.000Z ***Das Fintech 21X ist die erste Handels- und Abwicklungsplattform auf DLT-Basis. Seit einigen Tagen ist dort nun der erste Fonds gelistet. CEO [Max Heinzle](https://www.linkedin.com/in/max-heinzle/?ref=paymentandbanking.com) spricht im Interview erstmals über diesen Meilenstein – und warum er ausgerechnet die Finanzaufsicht lobt.*** Es war zweifelsohne ein Meilenstein für ein dezentralisiertes Finanzsystem, als vor einigen Tagen der erste Fonds auf einer regulierten DLT-Handels- und Abwicklungsplattform gelistet wurde. „USMO” hieß der Fonds der UBS, den professionelle Investoren bald direkt aus der Wallet kaufen und verkaufen können. Das Listing ist das Erste seiner Art in Europa und ist Teil des sogenannten DLT-Pilot-Regimes. Das von der EU aufgelegte Programm soll als „Sandbox” für tokenbasierte Assets dienen und ist seit 2023 am Start. Seither haben drei Firmen sich eine Lizenz als DLT-Plattform gesichert, darunter auch die Deutsche-Börse-Tochter 360X. Das Frankfurter Fintech 21X ist allerdings das Einzige, das sowohl Handel- als auch Abwicklung anbieten darf. Wir sprechen mit dem Chef von 21X über den Meilenstein. ## **Herr Heinzle, wie viel Angst hatten Sie vor dem ersten großen Listing auf der eigenen Plattform?** Keine Angst. Wir haben uns monatelang vorbereitet, die Prozesse erprobt. Der Launch war natürlich ein Highlight, weil wir einen wirklich historischen Meilenstein erreicht haben, aber es verlief ganz unaufgeregt. Wir haben auch noch nicht offiziell gemeinsam darauf angestoßen, wollen das aber bei einem Teamevent am Bodensee bald nachholen. Und, was man noch sagen muss: Wir sind sowohl Primär- als auch Sekundärmarkt, das heißt streng genommen wurden erst 50 Prozent von uns gelauncht. Der Sekundärmarkt kommt in den nächsten Wochen. ## **Mit dem „USMO“ von UBS ist nun der erste Fonds tokenisiert: Wie gut wurde der denn gezeichnet?** Noch kann den Fonds niemand zeichnen. Dafür müssen wir erst noch die Handelsteilnehmer onboarden, da sind wir gerade in den letzten Zügen. Sobald die Konten eröffnet sind, können die Trader direkt aus ihrer Wallet heraus den Fonds kaufen. Da geht es erst einmal nur um institutionelle Kunden, ab dem zweiten Halbjahr wollen wir aber auch Retailkunden anbinden. Diese können dann über Kryptobörsen, Neobroker und klassische Banken die Produkte kaufen. Da sind wir gerade in vielen Verhandlungen. \[adrotate banner="58"\] ## **Aber was ist der Vorteil gegenüber einer klassischen Zeichnung am Kapitalmarkt?** Zunächst einmal ist es möglich, die Token selbst zu verwahren. Dadurch kann der Kunde sich Verwahrungsgebühren sparen. Wer Stablecoins hat, kann damit direkt kaufen und muss nicht in Fiat-Währungen tauschen und wir machen auch die Zeichnungsprozesse im Primärmarkt. Das dauert nur wenige Minuten, im Sekundärmarkt sogar nur wenige Sekunden. Das bedeutet, dass das Geld auch schneller Zinsen generiert. Man denke da an Geldmarktfonds. Damit wird es auch rentabler in kürzeren Zeiträumen zu investieren. ## **Das DLT-Pilot-Regime, in dem Sie sich bewegen, gibt es seit 2023\. Warum hat es so lange gedauert, bis jetzt endlich ein Fonds auf Ihre Plattform geschafft hat?** Das liegt daran, dass wir mehrere Lizenzen beantragen mussten. Wir haben eine Handelslizenz, eine Settlement-Lizenz und darüber hinaus noch die Rolle des Registerführers. Dadurch, dass es sich um ein neuartiges Regime handelt, gab es sicherlich für uns als Erste viele Themen, die wir mit der BaFin und der ESMA abklären mussten, dazu noch mit der Bundesbank und der EZB. Da sieht man schon, wie umfangreich der Prozess war und deshalb hat das auch ein bisschen gedauert. Wir sind mit der Dauer der Lizenzerteilung aber im Großen und Ganzen zufrieden. Eigentlich muss man sogar ein Lob aussprechen: Die BaFin hat das richtig gut gemacht – die haben sich mit dem Thema wirklich intensiv und sorgfältig auseinandergesetzt. ## **Der jetzige Fonds ist ein Geldmarktfonds. Was planen Sie für weitere Angebote auf der Plattform?** Wir werden weitere Geldmarktfonds in Kürze auf unserer Plattform sehen, dazu auch Tracker-Zertifikate auf Blue-Chip-Aktien. Wir können unter dem Regime noch keine Aktien über einer Marktkapitalisierung von einer halben Milliarde Euro handeln, deshalb müssen wir uns zunächst mit den Zertifikaten begnügen. Aber wir schauen uns gerade ganz genau an, ob wir nicht auch IPOs direkt bei uns durchführen können. Da sind wir bereits in Gesprächen und beschäftigen uns auch mit dualen Listings, sowohl für Aktien als auch Anleihen. Und natürlich werden auch ETFs auf unserer Plattform verfügbar sein. ## **Mit welchen Partnern dürfen wir rechnen?** Wir arbeiten bereits eng mit Apex als unserem offiziellen Listing-Sponsor zusammen, mit Zühlke als Implementierungspartner für die Integration institutioneller Kunden, mit Dusk als Handelsteilnehmer für den Zugang zu tokenisierten Real-World-Assets und mit Quantoz, die uns bei der Abwicklung von Transaktionen mit ihren MiCA-konformen Stablecoins unterstützen. Zu weiteren Partnern kann ich noch keine Namen sagen, aber was ich sagen kann: Wir haben die größten Asset-Manager der Welt, also wirklich namhafte Emittenten mit vielen spannenden Produkten, bei uns in der Pipeline. Insgesamt sind mehr als 25 Produkte in Vorbereitung, und was wir bis Ende des Jahres listen, hängt auch von den Emittenten und dem Reifegrad der Produkte ab. Wir haben teilweise unterschiedliche Set-ups, beispielsweise auch Bankenpartner. Wir sind zuversichtlich, dass wir mit einzelnen Emittenten auch mehrere Produkte gleichzeitig auf die Blockchain bekommen. --- **Zur Person:** Max Heinzle, 42 Jahre, ist Gründer und CEO von 21X. Zuvor war er unter anderem Gründer der Crowdinvesting-Plattform Mezzany und 21.finance, einer Marketplace-as-a-Service-Plattform. Er hat einen Master of Science in Global Banking and Finance. ### Bankautomaten als Revolution? Jetzt hört aber auf URL: https://paymentandbanking.com/bankautomaten-als-revolution-jetzt-hoert-aber-auf-2/ Last updated: 2025-06-09T16:19:50.000Z *Revolut stellt jetzt Bankautomaten auf, bei denen man nicht einmal Bargeld einzahlen kann und verkauft das als Neuerfindung. Das ist selbst für ein Fintech lächerlich. Die neue Folge von „Nils nörgelt.”* *Die Payment and Banking-Szene ist unzweifelhaft niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor* [*Nils* ](https://www.linkedin.com/in/nils-wischmeyer-215285aa/?originalSubdomain=de&ref=paymentandbanking.com)*Heck beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* In meinen vergangenen Kolumnen habe ich ganz oft die wirklich wichtigen Themen besprochen. [Die Diskussion um Bargeld (gelebte Steuerhinterziehung)](https://paymentandbanking.com/warum-bargeld-gelebte-steuerhinterziehung-ist/) durfte da ebenso wenig [fehlen wie die Versuche rund um Wero](https://paymentandbanking.com/ich-kann-euer-mimimimi-nicht-mehr-hoeren/) oder [sogar das Altersvorsorgedepot](https://paymentandbanking.com/altersvorsorgedepot-finger-weg-banken-und-versicherungen/). Bei alldem gab es auf die ein oder andere Art und Weise etwas zu nörgeln und das ist auch die Idee dieser Kolumne. Doch was bei meinen Wutausbrüchen in letzter Zeit deutlich zu kurz gekommen ist, sind Produkte und eben der letzte heiße Scheiß. So wie Ihr es jeden Monat in dem kleinen, kursiven Text lest. Ich freue mich also heute besonders, dass ich das endlich nachholen kann. Denn Fintech-Europa hat es tatsächlich geschafft, etwas so stupides als Innovation zu verkaufen, dass es mich tatsächlich noch mehr auf die Palme gebracht hat als hölzerne Kreditkarten. Die Rede ist von nichts Geringerem als einem gottverdammten Geldautomaten. ## **Holzkarten, Aufrunden für die Rente, Apple-Brille: Schnapsideen gab es zuletzt genug** An dieser Stelle sei einmal eingeschoben: Nein, das ist kein Witz, es geht gleich wirklich um einen Geldautomaten, der mir als große neue Innovation verkauft werden soll. Als eine völlig neue, digitale Erfahrung – und dabei kann der nicht einmal das, was der Automat der Sparkasse im Vorort meiner Eltern seit 30 Jahren konstant kann. Damit ist selbst für die alles überverkaufende Fintech-Bubble eine gewisse Grenze erreicht, von der ich niemals dachte, dass wir sie erreichen. Und wir hatten schon viele falsche Versprechen und große Revolutionen, die am Ende eher Revolutiönchen waren. Wenn überhaupt. Da war[ beispielsweise schon 2020 ](https://paymentandbanking.com/ein-jahr-ueber-das-man-nur-meckern-kann/)der völlig alberne Trend hin zur hölzernen Karte, der sich zum Glück wieder gelegt hat. Dann gab es da mal ein [Fintech, das allein mit Aufrunden bei jeder Zahlung ](https://paymentandbanking.com/aufrunden-fuer-den-ruin-damit-ist-doch-niemandem-geholfen/)die gottverdammte Rentenlücke schließen wollte, was erkennbar nicht geklappt hat. Zusätzlich gab es irgendwelche Verrückten, die [glaubten, In-Car-Payments würden der neue heiße Scheiß werden](https://paymentandbanking.com/wer-in-car-payments-befuerwortet-hat-ihre-gefahr-nicht-verstanden/), was – Stand heute – nichts wurde. Vor knapp einem Jahr dann[ brachte Apple die VisionPro auf den Markt](https://paymentandbanking.com/one-more-thing-das-niemand-braucht/), die das Banking auf den Kopf stellen sollte – was ebenfalls nicht funktionierte. ## **Das Highlight der Überverkaufe: Ein Geldautomat, der kein Geld annimmt** Keine einzige (!) dieser Ideen war aber so banal und wurde zugleich so aufgebauscht wie das neue Produkt vom sonstigen Fintech-Überflieger Revolut. Die Briten nämlich bringen allen Ernstes dieser Tage mehrere Geldautomaten nach Spanien. Nein, liebe Leser:innen, sie müssen ihre Brille nicht putzen und das dritte Glas Barolo war auch nicht schlecht. Es steht dort tatsächlich: Die Briten wollen jetzt Geldautomaten aufstellen. Und das wirklich Verrückte: Sie bewerben es so, als hätten sie gerade das Rad neu erfunden. Immerhin heißt es in der zugehörigen Mitteilung, das Unternehmen „erfindet eines der am meisten übersehenen Elemente der Finanzinfrastruktur neu.” Bitte, was?! Das klingt so hochtrabend, dass ich mir natürlich direkt einmal angeschaut habe, was das Ding so können soll, und siehe da: Das sind ja wirklich verrückte Dinge (bitte ironisch lesen). Da wäre beispielsweise die kostenlose Abholung für Kunden (revolutionär!), bessere Wechselkurse als bei Konkurrenzbanken (spektakulär!), Unterstützung mehrere Sprachen (ich dreh ab!) und sonst: ja, sonst nicht wirklich viel. Im Gegenteil: Sogar noch deutlich weniger als die altertümlichen Teile in meiner Nachbarschaft. Denn da kann ich immerhin Geld einzahlen. Das geht bei Revolut nicht. Ist das dann eigentlich auch schon eine Neuerfindung – oder ist das Kunst? ## **Kontostand in XXL? Das neue Design ist nicht neu, sondern einfach ziemlich wild** Besonders merkwürdig aber mutet das Design an. Das Display auf den Werbefotos sieht nicht eingebaut aus, wie wir es von den kleinen bunkerartigen Automaten kennen, sondern groß wie ein Spiegel und absolut offen für alle einsehbar. „Tap to start“ steht da drauf. Und ja, man möge mich korrigieren, wenn ich da was übersehen habe: Aber wie genau soll ich da mal meinen Kontostand checken, ohne das halb Tokio mitliest? Oder passiert das gar nicht auf dem riesigen Display sondern irgendwo versteckt im bunkerartigen Geldautomaten, wie – naja – wir ihn seit jeher kennen? Das einzig sinnvolle Feature, wobei ich da sehr auf die Umsetzung gespannt bin, ist die Ausgabe von Karten, wenn man seine verloren hat. Aber das, meine Damen und Herren, ist nun wirklich keine „Neuerfindung der Finanzinfrastruktur”. Bei aller Liebe nicht. Anyways, wie der Brite sagt. Revolut katapultiert sich mit dieser absoluten Nicht-Erfindung auf jeden Fall an die Spitze der diesjährigen „Unnütz”-Awards und das extrem zielsicher schon Anfang Juni. Dafür natürlich meinen vollen Respekt. Ich gehe aber gern so weit, dass ich dem genialen Erfinderteam dahinter gerne noch ein paar Pichtes präsentieren möchte. Falls Ihr also nicht zu beschäftigt seid, bringt doch mal eine Karte raus, mit der man Geld abheben kann. Oder eine App, in der ich meinen Kontostand checken könnte. Oder ganz verrückt: ein kostenloses Girokonto. Ich sag euch: Auf sowas ist noch niemand gekommen. Wenn ihr dann noch ein paar Features außen vorlasst, ist die Neuerfindung bald perfekt. ### Bankautomaten als Revolution? Jetzt hört aber auf URL: https://paymentandbanking.com/bankautomaten-als-revolution-jetzt-hoert-aber-auf/ Last updated: 2025-08-05T08:55:37.000Z *Revolut stellt jetzt Bankautomaten auf, bei denen man nicht einmal Bargeld einzahlen kann und verkauft das als Neuerfindung. Das ist selbst für ein Fintech lächerlich. Die neue Folge von „Nils nörgelt.”* *Die Payment and Banking-Szene ist unzweifelhaft niemals langweilig. Kein Monat vergeht, ohne dass neue Produkte, Banken, Fintechs und Payment-Lösungen auf den Markt kommen. Aber wer braucht das eigentlich alles und muss man das alles gut finden? Unser Autor* [*Nils* ](https://www.linkedin.com/in/nils-wischmeyer-215285aa/?originalSubdomain=de&ref=paymentandbanking.com)*Heck beleuchtet in seiner Kolumne „Nils nörgelt“ monatlich ein Produkt, Thema oder eben den „letzten heißen Scheiß“. Etwas zu meckern gibt es schließlich (fast) immer.* In meinen vergangenen Kolumnen habe ich ganz oft die wirklich wichtigen Themen besprochen. [Die Diskussion um Bargeld (gelebte Steuerhinterziehung)](https://paymentandbanking.com/warum-bargeld-gelebte-steuerhinterziehung-ist/) durfte da ebenso wenig [fehlen wie die Versuche rund um Wero](https://paymentandbanking.com/ich-kann-euer-mimimimi-nicht-mehr-hoeren/) oder [sogar das Altersvorsorgedepot](https://paymentandbanking.com/altersvorsorgedepot-finger-weg-banken-und-versicherungen/). Bei alldem gab es auf die ein oder andere Art und Weise etwas zu nörgeln und das ist auch die Idee dieser Kolumne. Doch was bei meinen Wutausbrüchen in letzter Zeit deutlich zu kurz gekommen ist, sind Produkte und eben der letzte heiße Scheiß. So wie Ihr es jeden Monat in dem kleinen, kursiven Text lest. Ich freue mich also heute besonders, dass ich das endlich nachholen kann. Denn Fintech-Europa hat es tatsächlich geschafft, etwas so stupides als Innovation zu verkaufen, dass es mich tatsächlich noch mehr auf die Palme gebracht hat als hölzerne Kreditkarten. Die Rede ist von nichts Geringerem als einem gottverdammten Geldautomaten. ## **Holzkarten, Aufrunden für die Rente, Apple-Brille: Schnapsideen gab es zuletzt genug** An dieser Stelle sei einmal eingeschoben: Nein, das ist kein Witz, es geht gleich wirklich um einen Geldautomaten, der mir als große neue Innovation verkauft werden soll. Als eine völlig neue, digitale Erfahrung – und dabei kann der nicht einmal das, was der Automat der Sparkasse im Vorort meiner Eltern seit 30 Jahren konstant kann. Damit ist selbst für die alles überverkaufende Fintech-Bubble eine gewisse Grenze erreicht, von der ich niemals dachte, dass wir sie erreichen. Und wir hatten schon viele falsche Versprechen und große Revolutionen, die am Ende eher Revolutiönchen waren. Wenn überhaupt. Da war[ beispielsweise schon 2020 ](https://paymentandbanking.com/ein-jahr-ueber-das-man-nur-meckern-kann/)der völlig alberne Trend hin zur hölzernen Karte, der sich zum Glück wieder gelegt hat. Dann gab es da mal ein [Fintech, das allein mit Aufrunden bei jeder Zahlung ](https://paymentandbanking.com/aufrunden-fuer-den-ruin-damit-ist-doch-niemandem-geholfen/)die gottverdammte Rentenlücke schließen wollte, was erkennbar nicht geklappt hat. Zusätzlich gab es irgendwelche Verrückten, die [glaubten, In-Car-Payments würden der neue heiße Scheiß werden](https://paymentandbanking.com/wer-in-car-payments-befuerwortet-hat-ihre-gefahr-nicht-verstanden/), was – Stand heute – nichts wurde. Vor knapp einem Jahr dann[ brachte Apple die VisionPro auf den Markt](https://paymentandbanking.com/one-more-thing-das-niemand-braucht/), die das Banking auf den Kopf stellen sollte – was ebenfalls nicht funktionierte. \[adrotate banner="56"\] ## **Das Highlight der Überverkaufe: Ein Geldautomat, der kein Geld annimmt** Keine einzige (!) dieser Ideen war aber so banal und wurde zugleich so aufgebauscht wie das neue Produkt vom sonstigen Fintech-Überflieger Revolut. Die Briten nämlich bringen allen Ernstes dieser Tage mehrere Geldautomaten nach Spanien. Nein, liebe Leser:innen, sie müssen ihre Brille nicht putzen und das dritte Glas Barolo war auch nicht schlecht. Es steht dort tatsächlich: Die Briten wollen jetzt Geldautomaten aufstellen. Und das wirklich Verrückte: Sie bewerben es so, als hätten sie gerade das Rad neu erfunden. Immerhin heißt es in der zugehörigen Mitteilung, das Unternehmen „erfindet eines der am meisten übersehenen Elemente der Finanzinfrastruktur neu.” Bitte, was?! Das klingt so hochtrabend, dass ich mir natürlich direkt einmal angeschaut habe, was das Ding so können soll, und siehe da: Das sind ja wirklich verrückte Dinge (bitte ironisch lesen). Da wäre beispielsweise die kostenlose Abholung für Kunden (revolutionär!), bessere Wechselkurse als bei Konkurrenzbanken (spektakulär!), Unterstützung mehrere Sprachen (ich dreh ab!) und sonst: ja, sonst nicht wirklich viel. Im Gegenteil: Sogar noch deutlich weniger als die altertümlichen Teile in meiner Nachbarschaft. Denn da kann ich immerhin Geld einzahlen. Das geht bei Revolut nicht. Ist das dann eigentlich auch schon eine Neuerfindung – oder ist das Kunst? ## **Kontostand in XXL? Das neue Design ist nicht neu, sondern einfach ziemlich wild** Besonders merkwürdig aber mutet das Design an. Das Display auf den Werbefotos sieht nicht eingebaut aus, wie wir es von den kleinen bunkerartigen Automaten kennen, sondern groß wie ein Spiegel und absolut offen für alle einsehbar. „Tap to start“ steht da drauf. Und ja, man möge mich korrigieren, wenn ich da was übersehen habe: Aber wie genau soll ich da mal meinen Kontostand checken, ohne das halb Tokio mitliest? Oder passiert das gar nicht auf dem riesigen Display sondern irgendwo versteckt im bunkerartigen Geldautomaten, wie – naja – wir ihn seit jeher kennen? Das einzig sinnvolle Feature, wobei ich da sehr auf die Umsetzung gespannt bin, ist die Ausgabe von Karten, wenn man seine verloren hat. Aber das, meine Damen und Herren, ist nun wirklich keine „Neuerfindung der Finanzinfrastruktur”. Bei aller Liebe nicht. Anyways, wie der Brite sagt. Revolut katapultiert sich mit dieser absoluten Nicht-Erfindung auf jeden Fall an die Spitze der diesjährigen „Unnütz”-Awards und das extrem zielsicher schon Anfang Juni. Dafür natürlich meinen vollen Respekt. Ich gehe aber gern so weit, dass ich dem genialen Erfinderteam dahinter gerne noch ein paar Pichtes präsentieren möchte. Falls Ihr also nicht zu beschäftigt seid, bringt doch mal eine Karte raus, mit der man Geld abheben kann. Oder eine App, in der ich meinen Kontostand checken könnte. Oder ganz verrückt: ein kostenloses Girokonto. Ich sag euch: Auf sowas ist noch niemand gekommen. Wenn ihr dann noch ein paar Features außen vorlasst, ist die Neuerfindung bald perfekt. ### Wie Green Banana den BNPL-Markt weiterentwickeln will URL: https://paymentandbanking.com/wie-green-banana-den-bnpl-markt-weiterentwickeln-will-2/ Last updated: 2025-06-11T06:31:29.000Z Das Startup hat sich vorgenommen, die stark fragmentierte BNPL-Branche zu vereinfachen. Wie das gelingen soll, erklärt Co-Gründer und CEO Cihan Duezguen im Gespräch mit Jochen Siegert. In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht Jochen Siegert mit [Cihan Duezguen](https://www.linkedin.com/in/cihan-duezguen-96914084/?ref=paymentandbanking.com), CEO und Mitgründer der [Green Banana Group.](https://greenbanana.group/?ref=paymentandbanking.com) Das neu gegründete Start-up aus Frankfurt versteht sich als Orchestrator für BNPL-Lösungen gegenüber Händlern. Die profitieren von einer schnelleren Integration und können über einen einzigen Vertrag und eine Schnittstelle verschiedene BNPL-Anbieter in mehreren Ländern nutzen. Cihan beschreibt das Green Banana Angebot als „unsichtbare Lösung“, die Prozesse im Zahlungsverkehr vereinfachen soll. Die Idee zur Gründung entstand im Hintergrund eines national wie international immer unübersichtlicheren BNPL-Marktes. Das Unternehmen hat zum Start zwei Millionen Euro Kapital eingesammelt und richtet sich mit seiner Lösung an Händler B2B und B2C, die flexible, technologiegestützte BNPL-Angebote integrieren wollen. 🎧 Jetzt reinhören! --- [Alle P&B-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7336624933843726336?ref=paymentandbanking.com) - [YouTube](https://youtu.be/gSjmTik3TAo?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/7nm8QDA65DwmIshVa9YnKS?si=55f736e1c75a448e&ref=paymentandbanking.com) ### Wie Green Banana den BNPL-Markt weiterentwickeln will URL: https://paymentandbanking.com/wie-green-banana-den-bnpl-markt-weiterentwickeln-will/ Last updated: 2025-08-05T08:55:37.000Z Das Startup hat sich vorgenommen, die stark fragmentierte BNPL-Branche zu vereinfachen. Wie das gelingen soll, erklärt Co-Gründer und CEO Cihan Duezguen im Gespräch mit Jochen Siegert. \[podigee-player url=" https://paymentandbanking.podigee.io/714-wie-green-banana-den-bnpl-markt-weiterentwickeln-will"\] In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht Jochen Siegert mit [Cihan Duezguen](https://www.linkedin.com/in/cihan-duezguen-96914084/?ref=paymentandbanking.com), CEO und Mitgründer der [Green Banana Group.](https://greenbanana.group/?ref=paymentandbanking.com) Das neu gegründete Start-up aus Frankfurt versteht sich als Orchestrator für BNPL-Lösungen gegenüber Händlern. Die profitieren von einer schnelleren Integration und können über einen einzigen Vertrag und eine Schnittstelle verschiedene BNPL-Anbieter in mehreren Ländern nutzen. Cihan beschreibt das Green Banana Angebot als „unsichtbare Lösung“, die Prozesse im Zahlungsverkehr vereinfachen soll. Die Idee zur Gründung entstand im Hintergrund eines national wie international immer unübersichtlicheren BNPL-Marktes. Das Unternehmen hat zum Start zwei Millionen Euro Kapital eingesammelt und richtet sich mit seiner Lösung an Händler B2B und B2C, die flexible, technologiegestützte BNPL-Angebote integrieren wollen. 🎧 Jetzt reinhören! \[adrotate banner="55"\] --- [Alle P&B-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### KYB-Automation: So gelingt digitales B2B-Onboarding URL: https://paymentandbanking.com/kyb-automation-wie-b2b-unternehmen-das-geschaeftspartner-onboarding-revolutionieren-2/ Last updated: 2025-06-05T06:34:47.000Z *KYC- Prozesse sind schon digital, KYB hinkt hingegen hinterher. No-Code-Lösungen revolutionieren jetzt das Onboarding von Unternehmen – aber die Digitalisierungslücke bleibt eine Herausforderung.* ## **Die Digitalisierungslücke zwischen KYC und KYB** Während die digitale Identitätsverifizierung von Privatpersonen (KYC) in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, steckt die Überprüfung von Geschäftspartnern (KYB) noch in den Kinderschuhen. Der Grund: Unternehmensstrukturen sind wesentlich komplexer als Identitäten von Privatpersonen, was den Verifizierungsprozess deutlich anspruchsvoller macht. Die Zahlen verdeutlichen das Problem: Während KYC-Prozesse oft in Minuten abgeschlossen werden können, dauert das Onboarding eines Unternehmenskunden im DACH-Raum durchschnittlich 7-14 Tage. In dieser Zeit können weder Transaktionen ausgeführt noch Dienstleistungen vollumfänglich genutzt werden. Die Konsequenz: Banken und Fintechs berichten von hohen Abbruchraten während des Onboardings, Marketplaces verlieren potenzielle Händler, und Payment-Anbieter können neue Kunden erst mit erheblicher Verzögerung monetarisieren. ## **Die zentralen Herausforderungen im KYB-Prozess** ### **1\. Vielschichtige Unternehmensstrukturen und Eigentumsverhältnisse** Die Verifizierung der tatsächlichen wirtschaftlichen Eigentümer (Ultimate Beneficial Owners, UBOs) gleicht bei internationalen Unternehmensstrukturen oft einer detektivischen Arbeit: - **Zeitintensität**: Manuelle UBO-Analysen können bis zu mehrere Wochen pro Fall in Anspruch nehmen - **Datenproblematik**: Internationale Register weisen erhebliche Qualitätsunterschiede auf, von vollständig digitalisierten Datenbanken bis hin zu kaum zugänglichen Papierarchiven - **Compliance-Risiken**: Fehlerhafte UBO-Identifikation kann schwerwiegende regulatorische Konsequenzen haben – besonders kritisch für Fintech-Unternehmen und Krypto-Plattformen mit ihren speziellen Aufsichtsanforderungen ### **2\. Fragmentierte Datenlandschaft und ineffiziente Prozesse** Die benötigten Unternehmensdaten sind über eine Vielzahl von Quellen verstreut: - Handelsregister und Unternehmensverzeichnisse - Sanktions- und PEP-Listen (politisch exponierte Personen) - Finanzberichte und Kreditinformationen - Branchenspezifische Zulassungen und Zertifizierungen Was die Situation verschärft: Diese Daten müssen in vielen Fällen noch manuell abgefragt, gesammelt und bewertet werden – ein Prozess, der für jedes einzelne Unternehmen neu gestartet werden muss und erhebliche Ressourcen bindet. ### **3\. Regulatorische Komplexität** Die regulatorischen Anforderungen an KYB-Prozesse variieren stark je nach Branche und Region. Während Banken seit Jahrzehnten etablierte Compliance-Prozesse haben, stehen junge Fintech-Startups und Krypto-Plattformen vor der Herausforderung, GwG- und BaFin-konforme Prozesse aufzubauen – oft mit begrenzten Ressourcen und unter Zeitdruck. Marketplaces wiederum müssen ihre internationalen Händler nach unterschiedlichen nationalen Vorschriften überprüfen. ## **Der Weg nach vorn: Intelligente Automation des KYB-Prozesses** Was also tun? Die Antwort liegt in einem KYB-Self-Service: der Nutzung von No-Code-Plattformen, die Daten automatisch aus verschiedenen Datenbanken und Lookup-Services aggregieren und gleichzeitig die eigenständige Konfiguration von KYB-Prozessen per Drag-and-Drop ermöglichen. ### **Integrierte Datenquellen als Grundlage** Der erste Schritt zur Lösung des KYB-Dilemmas ist die Integration verschiedener Datenquellen und von automatisierten Lookup-Services, wie z. B.: - Nationalen und internationalen Unternehmensregistern - Sanktions- und Compliance-Datenbanken - Kredit- und Bonitätsinformationen - Branchenspezifischen Zertifizierungsstellen Eine solche Integration als Teil eines KYB-Self-Services bietet unter anderem Payment-Anbietern und Finanzinstituten einen umfassenden 360-Grad-Blick auf ihre Geschäftspartner. Zudem können sie vorausgefüllte Daten nutzen, ohne diese manuell aus unterschiedlichen Systemen zusammentragen zu müssen. Erfahrene Anbieter wie [Signicat](https://www.signicat.com/de?ref=paymentandbanking.com), einer der führenden europäischen Spezialisten für digitale Identitätslösungen, haben bereits umfassende Integrationen zu zahlreichen Datenquellen aufgebaut. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in den fortschrittlichsten Märkten Europas bietet Signicat Zugang zu einer breiten Palette an Identitätsprüfungs- und Authentifizierungsdiensten über einen einzigen Integrationspunkt – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen, die ihre KYB-Prozesse optimieren wollen. **No-Code als Gamechanger für Compliance-Teams** Der eigentliche Durchbruch kommt mit No-Code-Plattformen, die es Fachexperten ohne Programmierkenntnisse ermöglichen, KYB-Prozesse, d.h. Antragsstrecken ohne Entwicklerressourcen selbst zu gestalten und anzupassen: - Visuelle Gestaltung von Compliance-Workflows - Flexible Anpassung an regulatorische Änderungen ohne IT-Engpässe - Branchenspezifische Anpassungen für unterschiedliche Anforderungen - Konsistentes Branding über den gesamten Onboarding-Prozess Diese Self-Service-Ansätze sind besonders wertvoll für Marketplaces und wachsende Fintech-Unternehmen, die oft agil auf Marktveränderungen reagieren müssen und nicht auf langwierige IT-Projekte warten können. Hier bietet Signicat mit der No-Code-Plattform [Mint](https://www.signicat.com/de/produkte/trust-orchestration/mint?ref=paymentandbanking.com) die Möglichkeit auch ohne Entwicklerressourcen schnell eine professionelle Umsetzung sicherzustellen. ## **Zukunftsperspektive: European Business Wallet** Eine vielversprechende Entwicklung für die KYB-Landschaft stellt die geplante European Business Wallet (EBW) dar, die im Rahmen des EU Competitiveness Compass 2025 eingeführt werden soll. Diese Initiative könnte die KYB-Prozesse grundlegend verändern: - **Ein zentraler Aufbewahrungsort**: Unternehmen speichern ihre verifizierten Unterlagen und Nachweise sicher in einer digitalen Wallet - **Grenzüberschreitende Anerkennung**: Eine in Deutschland verifizierte Unternehmensidentität wird automatisch in allen EU-Ländern anerkannt - **Erhöhte Sicherheitsstandards**: Aufbauend auf den eIDAS-Vorschriften werden fälschungssichere digitale Nachweise etabliert Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten erheblich sein: Die EU-Kommission prognostiziert eine Reduktion der regulatorischen Berichtspflichten um 25% für Unternehmen allgemein und sogar 35% für KMUs. Die geschätzten Einsparungen von 37,5 Milliarden Euro an wiederkehrenden Kosten würden besonders kleineren Unternehmen zugutekommen, die überproportional unter administrativen Hürden leiden. Innovative Plattformen, wie sie von Signicat entwickelt werden, sind bereits darauf ausgerichtet, die kommenden Standards der European Business Wallet zu unterstützen. Mit über 450 Mitarbeitern an 17 europäischen Standorten arbeitet Signicat kontinuierlich daran, seine Lösungen für den gesamten Identity Lifecycle – von der ersten Identitätsprüfung bis zur rechtsverbindlichen Vertragsunterzeichnung – an die sich wandelnden regulatorischen Anforderungen anzupassen. ## **Fazit: No-Code und Automation als strategischer Vorteil** Die Kombination aus Datenintegration, KI-Analyse und No-Code-Plattformen bietet B2B-Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Eine moderne KYB-Lösung kann den Onboarding-Prozess von Wochen auf Stunden reduzieren – und das bei erhöhter Compliance-Sicherheit. Die Geschäftsvorteile sind vielfältig: - **Beschleunigte Time-to-Revenue**: Banken können neue Kunden schneller monetarisieren - **Reduzierte Abbruchraten**: Marketplaces verlieren weniger potenzielle Händler während des Onboardings - **Erhöhte Skalierbarkeit**: Fintech-Unternehmen können schneller wachsen, ohne proportional mehr Compliance-Personal einzustellen - **Verbesserte Compliance**: Krypto-Plattformen können strengere regulatorische Anforderungen mit gleichen Ressourcen erfüllen Es ist an der Zeit, dass Unternehmen im DACH-Raum die Digitalisierung ihrer KYB-Prozesse vorantreiben. Diejenigen, die jetzt in moderne Lösungen investieren, werden nicht nur operative Effizienz gewinnen, sondern sich auch einen strategischen Vorsprung im zunehmend wettbewerbsintensiven digitalen Markt sichern. ### KYB-Automation: So gelingt digitales B2B-Onboarding URL: https://paymentandbanking.com/kyb-automation-wie-b2b-unternehmen-das-geschaeftspartner-onboarding-revolutionieren/ Last updated: 2025-08-05T08:55:37.000Z *KYC- Prozesse sind schon digital, KYB hinkt hingegen hinterher. No-Code-Lösungen revolutionieren jetzt das Onboarding von Unternehmen – aber die Digitalisierungslücke bleibt eine Herausforderung.* ## **Die Digitalisierungslücke zwischen KYC und KYB** Während die digitale Identitätsverifizierung von Privatpersonen (KYC) in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht hat, steckt die Überprüfung von Geschäftspartnern (KYB) noch in den Kinderschuhen. Der Grund: Unternehmensstrukturen sind wesentlich komplexer als Identitäten von Privatpersonen, was den Verifizierungsprozess deutlich anspruchsvoller macht. Die Zahlen verdeutlichen das Problem: Während KYC-Prozesse oft in Minuten abgeschlossen werden können, dauert das Onboarding eines Unternehmenskunden im DACH-Raum durchschnittlich 7-14 Tage. In dieser Zeit können weder Transaktionen ausgeführt noch Dienstleistungen vollumfänglich genutzt werden. Die Konsequenz: Banken und Fintechs berichten von hohen Abbruchraten während des Onboardings, Marketplaces verlieren potenzielle Händler, und Payment-Anbieter können neue Kunden erst mit erheblicher Verzögerung monetarisieren. ## **Die zentralen Herausforderungen im KYB-Prozess** ### **1\. Vielschichtige Unternehmensstrukturen und Eigentumsverhältnisse** Die Verifizierung der tatsächlichen wirtschaftlichen Eigentümer (Ultimate Beneficial Owners, UBOs) gleicht bei internationalen Unternehmensstrukturen oft einer detektivischen Arbeit: - **Zeitintensität**: Manuelle UBO-Analysen können bis zu mehrere Wochen pro Fall in Anspruch nehmen - **Datenproblematik**: Internationale Register weisen erhebliche Qualitätsunterschiede auf, von vollständig digitalisierten Datenbanken bis hin zu kaum zugänglichen Papierarchiven - **Compliance-Risiken**: Fehlerhafte UBO-Identifikation kann schwerwiegende regulatorische Konsequenzen haben – besonders kritisch für Fintech-Unternehmen und Krypto-Plattformen mit ihren speziellen Aufsichtsanforderungen ### **2\. Fragmentierte Datenlandschaft und ineffiziente Prozesse** Die benötigten Unternehmensdaten sind über eine Vielzahl von Quellen verstreut: - Handelsregister und Unternehmensverzeichnisse - Sanktions- und PEP-Listen (politisch exponierte Personen) - Finanzberichte und Kreditinformationen - Branchenspezifische Zulassungen und Zertifizierungen Was die Situation verschärft: Diese Daten müssen in vielen Fällen noch manuell abgefragt, gesammelt und bewertet werden – ein Prozess, der für jedes einzelne Unternehmen neu gestartet werden muss und erhebliche Ressourcen bindet. \[adrotate banner="55"\] ### **3\. Regulatorische Komplexität** Die regulatorischen Anforderungen an KYB-Prozesse variieren stark je nach Branche und Region. Während Banken seit Jahrzehnten etablierte Compliance-Prozesse haben, stehen junge Fintech-Startups und Krypto-Plattformen vor der Herausforderung, GwG- und BaFin-konforme Prozesse aufzubauen – oft mit begrenzten Ressourcen und unter Zeitdruck. Marketplaces wiederum müssen ihre internationalen Händler nach unterschiedlichen nationalen Vorschriften überprüfen. ## **Der Weg nach vorn: Intelligente Automation des KYB-Prozesses** Was also tun? Die Antwort liegt in einem KYB-Self-Service: der Nutzung von No-Code-Plattformen, die Daten automatisch aus verschiedenen Datenbanken und Lookup-Services aggregieren und gleichzeitig die eigenständige Konfiguration von KYB-Prozessen per Drag-and-Drop ermöglichen. ### **Integrierte Datenquellen als Grundlage** Der erste Schritt zur Lösung des KYB-Dilemmas ist die Integration verschiedener Datenquellen und von automatisierten Lookup-Services, wie z. B.: - Nationalen und internationalen Unternehmensregistern - Sanktions- und Compliance-Datenbanken - Kredit- und Bonitätsinformationen - Branchenspezifischen Zertifizierungsstellen Eine solche Integration als Teil eines KYB-Self-Services bietet unter anderem Payment-Anbietern und Finanzinstituten einen umfassenden 360-Grad-Blick auf ihre Geschäftspartner. Zudem können sie vorausgefüllte Daten nutzen, ohne diese manuell aus unterschiedlichen Systemen zusammentragen zu müssen. Erfahrene Anbieter wie [Signicat](https://www.signicat.com/de?ref=paymentandbanking.com), einer der führenden europäischen Spezialisten für digitale Identitätslösungen, haben bereits umfassende Integrationen zu zahlreichen Datenquellen aufgebaut. Mit mehr als 15 Jahren Erfahrung in den fortschrittlichsten Märkten Europas bietet Signicat Zugang zu einer breiten Palette an Identitätsprüfungs- und Authentifizierungsdiensten über einen einzigen Integrationspunkt – ein entscheidender Vorteil für Unternehmen, die ihre KYB-Prozesse optimieren wollen. **No-Code als Gamechanger für Compliance-Teams** Der eigentliche Durchbruch kommt mit No-Code-Plattformen, die es Fachexperten ohne Programmierkenntnisse ermöglichen, KYB-Prozesse, d.h. Antragsstrecken ohne Entwicklerressourcen selbst zu gestalten und anzupassen: - Visuelle Gestaltung von Compliance-Workflows - Flexible Anpassung an regulatorische Änderungen ohne IT-Engpässe - Branchenspezifische Anpassungen für unterschiedliche Anforderungen - Konsistentes Branding über den gesamten Onboarding-Prozess Diese Self-Service-Ansätze sind besonders wertvoll für Marketplaces und wachsende Fintech-Unternehmen, die oft agil auf Marktveränderungen reagieren müssen und nicht auf langwierige IT-Projekte warten können. Hier bietet Signicat mit der No-Code-Plattform [Mint](https://www.signicat.com/de/produkte/trust-orchestration/mint?ref=paymentandbanking.com) die Möglichkeit auch ohne Entwicklerressourcen schnell eine professionelle Umsetzung sicherzustellen. ## **Zukunftsperspektive: European Business Wallet** Eine vielversprechende Entwicklung für die KYB-Landschaft stellt die geplante European Business Wallet (EBW) dar, die im Rahmen des EU Competitiveness Compass 2025 eingeführt werden soll. Diese Initiative könnte die KYB-Prozesse grundlegend verändern: - **Ein zentraler Aufbewahrungsort**: Unternehmen speichern ihre verifizierten Unterlagen und Nachweise sicher in einer digitalen Wallet - **Grenzüberschreitende Anerkennung**: Eine in Deutschland verifizierte Unternehmensidentität wird automatisch in allen EU-Ländern anerkannt - **Erhöhte Sicherheitsstandards**: Aufbauend auf den eIDAS-Vorschriften werden fälschungssichere digitale Nachweise etabliert Die wirtschaftlichen Auswirkungen könnten erheblich sein: Die EU-Kommission prognostiziert eine Reduktion der regulatorischen Berichtspflichten um 25% für Unternehmen allgemein und sogar 35% für KMUs. Die geschätzten Einsparungen von 37,5 Milliarden Euro an wiederkehrenden Kosten würden besonders kleineren Unternehmen zugutekommen, die überproportional unter administrativen Hürden leiden. Innovative Plattformen, wie sie von Signicat entwickelt werden, sind bereits darauf ausgerichtet, die kommenden Standards der European Business Wallet zu unterstützen. Mit über 450 Mitarbeitern an 17 europäischen Standorten arbeitet Signicat kontinuierlich daran, seine Lösungen für den gesamten Identity Lifecycle – von der ersten Identitätsprüfung bis zur rechtsverbindlichen Vertragsunterzeichnung – an die sich wandelnden regulatorischen Anforderungen anzupassen. ## **Fazit: No-Code und Automation als strategischer Vorteil** Die Kombination aus Datenintegration, KI-Analyse und No-Code-Plattformen bietet B2B-Unternehmen einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Eine moderne KYB-Lösung kann den Onboarding-Prozess von Wochen auf Stunden reduzieren – und das bei erhöhter Compliance-Sicherheit. Die Geschäftsvorteile sind vielfältig: - **Beschleunigte Time-to-Revenue**: Banken können neue Kunden schneller monetarisieren - **Reduzierte Abbruchraten**: Marketplaces verlieren weniger potenzielle Händler während des Onboardings - **Erhöhte Skalierbarkeit**: Fintech-Unternehmen können schneller wachsen, ohne proportional mehr Compliance-Personal einzustellen - **Verbesserte Compliance**: Krypto-Plattformen können strengere regulatorische Anforderungen mit gleichen Ressourcen erfüllen Es ist an der Zeit, dass Unternehmen im DACH-Raum die Digitalisierung ihrer KYB-Prozesse vorantreiben. Diejenigen, die jetzt in moderne Lösungen investieren, werden nicht nur operative Effizienz gewinnen, sondern sich auch einen strategischen Vorsprung im zunehmend wettbewerbsintensiven digitalen Markt sichern. ### „Forderungsmanagement darf kein blinder Fleck mehr sein“ URL: https://paymentandbanking.com/debtist-mitgruender-tony-zabel-im-interview-2/ Last updated: 2025-06-05T06:09:06.000Z Tony Zabel ist Mitgründer des Fintechs Debtist und überzeugt: Inkasso kann mehr als Mahnen und Drohen. Als digitaler Prozesshebel gedacht, sichert es Liquidität, schafft Klarheit – und wird zum strategischen Werkzeug für CFOs. Tony Zabel kennt die Welt der Finanzen aus vielen Blickwinkeln: von Risikoanalysen über Fintech-Entwicklung bis hin zum Börsengang. Heute setzt er mit Debtist auf smartes Forderungsmanagement – KI-gestützt, automatisiert und eng verzahnt mit Finanzprozessen. Im Interview spricht er über Faxgeräte, gesunde Routinen und warum Finanzen wieder mehr Weitblick brauchen. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Tony und habe 2023 als einer von drei Co-Foundern das digitale Inkasso Debtist gegründet – eines der aktuell am schnellsten wachsenden Fintechs in Europa. Mittlerweile beschäftige ich mich vor allem damit, wie CFOs und Finance Leader ihre Finanzprozesse rund um Risiko, KI, Effizienz und Wachstum strategisch neu aufstellen können. Mein Ziel: weniger Reaktion, mehr Weitblick und Finanzorganisationen, die nicht nur funktionieren, sondern wirklich vorankommen. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Wahrscheinlich gar nichts. Ich zahle fast ausschließlich digital mit Karte oder Smartphone. Bargeld fühlt sich für mich an wie Faxgeräte: irgendwie überholt. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Über die Themen Risikoanalyse und Fintech, durch mein Studium und dem Aufbau von Beforepay in Sydney bis hin zum IPO. Mich hat schon immer interessiert, wie Unternehmen mit Unsicherheit umgehen – besonders im Finance-Bereich. Forderungsmanagement war dabei oft ein blinder Fleck. Das wollte ich ändern. ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich glaube, dass Forderungsmanagement bisher zu reaktiv gedacht wurde. Ich will es ins Zentrum moderner Finanzprozesse rücken: datengetrieben, automatisiert, smart und eng verzahnt mit Risiko- und Liquiditätsplanung. Der Anspruch muss sein, nicht nur zu reagieren, sondern vorauszudenken, um insbesondere Finanzteams zu entlasten. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Vor 10 bis 15 Jahren wurden Fintechs oft als Revolte belächelt – heute zählen viele von ihnen zu den wertvollsten Playern im Finanzsektor. Das zeigt, wie stark sich die Branche verändert hat. Trotzdem findet die eigentliche Transformation dort statt, wo Unternehmen intern umdenken: wenn Prozesse neu gedacht, Strukturen angepasst und Technologien gezielt integriert werden. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde gezielt Standards schaffen, die Innovation ermöglichen – und Bürokratie abbauen, wo sie Fortschritt ausbremst. Fintechs und Verwaltung müssen auf Augenhöhe kommunizieren können. Gleichzeitig braucht es mehr Budget für Startups und Innovationen, damit Deutschland als Tech-Standort wieder an Relevanz gewinnt. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich achte auf Bewegung, treibe regelmäßig Sport und lege viel Wert auf gutes Essen. Ein gesunder Lebensstil ist für mich kein Trend, sondern die Basis, um im Arbeitsalltag dauerhaft konzentriert und belastbar zu bleiben. Deshalb verbringe ich den Großteil meiner freien Zeit genau damit. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Digital und kontaktlos mit dem Handy. Für mich ist das längst Standard: schnell, bequem und sicher. Ich sehe keinen Grund, warum Bezahlen komplizierter sein sollte, als es sein muss. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Grab: eine Super-App aus Asien für einfach alles Revolut: weil UX und Funktionsumfang einfach überzeugen. Wise: ideal für internationale Zahlungen und Multicurrency-Accounts. ### „Forderungsmanagement darf kein blinder Fleck mehr sein“ URL: https://paymentandbanking.com/debtist-mitgruender-tony-zabel-im-interview/ Last updated: 2025-08-05T08:55:37.000Z Tony Zabel ist Mitgründer des Fintechs Debtist und überzeugt: Inkasso kann mehr als Mahnen und Drohen. Als digitaler Prozesshebel gedacht, sichert es Liquidität, schafft Klarheit – und wird zum strategischen Werkzeug für CFOs. Tony Zabel kennt die Welt der Finanzen aus vielen Blickwinkeln: von Risikoanalysen über Fintech-Entwicklung bis hin zum Börsengang. Heute setzt er mit Debtist auf smartes Forderungsmanagement – KI-gestützt, automatisiert und eng verzahnt mit Finanzprozessen. Im Interview spricht er über Faxgeräte, gesunde Routinen und warum Finanzen wieder mehr Weitblick brauchen. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Tony und habe 2023 als einer von drei Co-Foundern das digitale Inkasso Debtist gegründet – eines der aktuell am schnellsten wachsenden Fintechs in Europa. Mittlerweile beschäftige ich mich vor allem damit, wie CFOs und Finance Leader ihre Finanzprozesse rund um Risiko, KI, Effizienz und Wachstum strategisch neu aufstellen können. Mein Ziel: weniger Reaktion, mehr Weitblick und Finanzorganisationen, die nicht nur funktionieren, sondern wirklich vorankommen. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** Wahrscheinlich gar nichts. Ich zahle fast ausschließlich digital mit Karte oder Smartphone. Bargeld fühlt sich für mich an wie Faxgeräte: irgendwie überholt. ## **Wie bist Du im Payment- und Banking-Sektor gelandet?** Über die Themen Risikoanalyse und Fintech, durch mein Studium und dem Aufbau von Beforepay in Sydney bis hin zum IPO. Mich hat schon immer interessiert, wie Unternehmen mit Unsicherheit umgehen – besonders im Finance-Bereich. Forderungsmanagement war dabei oft ein blinder Fleck. Das wollte ich ändern. \[adrotate banner="58"\] ## **Wie möchtest Du den Payment und Banking-Bereich verändern?** Ich glaube, dass Forderungsmanagement bisher zu reaktiv gedacht wurde. Ich will es ins Zentrum moderner Finanzprozesse rücken: datengetrieben, automatisiert, smart und eng verzahnt mit Risiko- und Liquiditätsplanung. Der Anspruch muss sein, nicht nur zu reagieren, sondern vorauszudenken, um insbesondere Finanzteams zu entlasten. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Vor 10 bis 15 Jahren wurden Fintechs oft als Revolte belächelt – heute zählen viele von ihnen zu den wertvollsten Playern im Finanzsektor. Das zeigt, wie stark sich die Branche verändert hat. Trotzdem findet die eigentliche Transformation dort statt, wo Unternehmen intern umdenken: wenn Prozesse neu gedacht, Strukturen angepasst und Technologien gezielt integriert werden. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ich würde gezielt Standards schaffen, die Innovation ermöglichen – und Bürokratie abbauen, wo sie Fortschritt ausbremst. Fintechs und Verwaltung müssen auf Augenhöhe kommunizieren können. Gleichzeitig braucht es mehr Budget für Startups und Innovationen, damit Deutschland als Tech-Standort wieder an Relevanz gewinnt. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Ich achte auf Bewegung, treibe regelmäßig Sport und lege viel Wert auf gutes Essen. Ein gesunder Lebensstil ist für mich kein Trend, sondern die Basis, um im Arbeitsalltag dauerhaft konzentriert und belastbar zu bleiben. Deshalb verbringe ich den Großteil meiner freien Zeit genau damit. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Digital und kontaktlos mit dem Handy. Für mich ist das längst Standard: schnell, bequem und sicher. Ich sehe keinen Grund, warum Bezahlen komplizierter sein sollte, als es sein muss. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Grab: eine Super-App aus Asien für einfach alles Revolut: weil UX und Funktionsumfang einfach überzeugen. Wise: ideal für internationale Zahlungen und Multicurrency-Accounts. ### Mit Revolut landet Wero einen echten Coup URL: https://paymentandbanking.com/mit-revolut-landet-wero-einen-echten-coup-2/ Last updated: 2025-06-04T05:30:17.000Z **Wero erhöht seine Reichweite deutlich. Es ist einer von zwei bahnbrechenden Ankündigungen in den letzten Wochen. Doch das alleine wird nicht reichen.** Ausgerechnet eine Neobank ist mit Revolut der neuste Hinzukömmling im Zahlungsnetzwerk von Wero. Am Rande der Messe der Zahlungsdienstleister Money20/20 Europe 2025 in Amsterdam gaben die Unternehmen am Dienstag offiziell die Mitgliedschaft von Revolut zum Wero-Netzwerk bekannt, über die bereits vor einer Woche aus internen Kreisen berichtet wurde. Den Kunden von Revolut wird nun Wero als Zahlungslösung über die App zugänglich gemacht. Mit Wero können sie zunächst Peer-to-Peer-Zahlungen senden. Dass Revolut dem Netzwerk beitritt, ist keinesfalls selbstverständlich: „Natürlich ist Revolut als größte Neobank Europas gerade ein aufstrebender Wettbewerber für die traditionellen Banken”, sagt Maarten Bleijerveld, Zahlungsstratege des niederländischen Fintech-Unternehmens Ximedes. Und die dominieren den Zahlungsdienst bisher. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand. ## **Revolut bringt Millionen potenzieller Nutzer** „Ich denke, dass es dadurch einen Anstieg der Nutzerzahlen bei Wero geben wird”, sagt Bleijerveld. Revolut zählt in den Wero-Ländern Frankreich, Deutschland, Niederlande und Belgien mittlerweile mindestens acht Millionen Kunden. Gerade weil die Neobank bei digital-affinen Menschen beliebt sei, könne dies der Verbreitung und Nutzung von Wero einen Schub geben. Auch an anderer Stelle passt die Zielgruppe: Revolut ist besonders bei kleinen Selbstständigen beliebt, die Wero mit seiner Lösung erreichen möchte: Yogalehrer:innen, Tutor:innen und Künstler:innen. Zu der strategischen Neuausrichtung von EPI gehört auch die vor kurzem angekündigte Zusammenarbeit mit den iberischen Zahlungsdiensten Bizum in Spanien und Sibs in Portugal – eine Abkehr von der bisherigen Ablehnung von Zusammenarbeit mit anderen europäischen Diensten. „Alle Versuche, einen zentralen europäischen Dienst aufzustellen, sind bisher gescheitert”, sagt Bleijerveld. „Die zwei größten miteinander zu verbinden, ist also ein logischer Schritt – gerade hinsichtlich der Rufe nach europäischer Zahlungsunabhängigkeit.” Auch Revolut ist schon in das System von Bizum in Spanien integriert. Konten der Neobank sind ebenfalls über den Zahlungsdienst Blik in Polen erreichbar – hier hat EPI bisher keine Zusammenarbeit angekündigt. ## **Technische Integration: Chancen und Herausforderungen** Es könnte sich nun ein Netzwerk von verschiedenen nationalen und internationalen Zahlungsdiensten herauskristallisieren. Das birgt auch gewisse technische Risiken: „Sobald verschiedene Lösungen zusammentreffen und ein technischer Handschlag erforderlich ist, besteht immer die Gefahr, dass es zu Problemen kommt”, sagt Bleijerveld. Jedoch seien alle Partner technisch dazu in der Lage, solche Probleme zu lösen. Sollte die Verknüpfung der Systeme reibungslos verlaufen, wäre damit eine intereuropäischen Zahlungslösung über verschiedene Infrastrukturen geschaffen. Doch steht Wero die bisher größte Hürde noch bevor: Bereits im zweiten Halbjahr dieses Jahres möchte der Dienst Zahlungen im E-Commerce anbieten. Zunächst soll das zwar nur mit angezogener Handbremse, also bereits in der aktuellen „Friends-and-Family-Phase” starten, wobei EPI bisher lediglich 15 Online-Händler in der Hinterhand hat. Jedoch soll das im nächsten Jahr schnell ausgebaut und breiter beworben werden. Im Jahresverlauf soll dann auch der stationäre Handel drankommen. Die große Probe kommt also noch: „Meiner Einschätzung nach werden wir in 2027 realistisch sagen können, ob sich Wero nachhaltig im Zahlungsverhalten der Menschen festsetzen wird”, sagt Bleijerveld. Die Voraussetzungen dafür werden jedenfalls durch die Kooperationen besser. ### Mit Revolut landet Wero einen echten Coup URL: https://paymentandbanking.com/mit-revolut-landet-wero-einen-echten-coup/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z **Wero erhöht seine Reichweite deutlich. Es ist einer von zwei bahnbrechenden Ankündigungen in den letzten Wochen. Doch das alleine wird nicht reichen.** Ausgerechnet eine Neobank ist mit Revolut der neuste Hinzukömmling im Zahlungsnetzwerk von Wero. Am Rande der Messe der Zahlungsdienstleister Money20/20 Europe 2025 in Amsterdam gaben die Unternehmen am Dienstag offiziell die Mitgliedschaft von Revolut zum Wero-Netzwerk bekannt, über die bereits vor einer Woche aus internen Kreisen berichtet wurde. Den Kunden von Revolut wird nun Wero als Zahlungslösung über die App zugänglich gemacht. Mit Wero können sie zunächst Peer-to-Peer-Zahlungen senden. Dass Revolut dem Netzwerk beitritt, ist keinesfalls selbstverständlich: „Natürlich ist Revolut als größte Neobank Europas gerade ein aufstrebender Wettbewerber für die traditionellen Banken”, sagt Maarten Bleijerveld, Zahlungsstratege des niederländischen Fintech-Unternehmens Ximedes. Und die dominieren den Zahlungsdienst bisher. Die Vorteile liegen jedoch auf der Hand. ## **Revolut bringt Millionen potenzieller Nutzer** „Ich denke, dass es dadurch einen Anstieg der Nutzerzahlen bei Wero geben wird”, sagt Bleijerveld. Revolut zählt in den Wero-Ländern Frankreich, Deutschland, Niederlande und Belgien mittlerweile mindestens acht Millionen Kunden. Gerade weil die Neobank bei digital-affinen Menschen beliebt sei, könne dies der Verbreitung und Nutzung von Wero einen Schub geben. Auch an anderer Stelle passt die Zielgruppe: Revolut ist besonders bei kleinen Selbstständigen beliebt, die Wero mit seiner Lösung erreichen möchte: Yogalehrer:innen, Tutor:innen und Künstler:innen. Zu der strategischen Neuausrichtung von EPI gehört auch die vor kurzem angekündigte Zusammenarbeit mit den iberischen Zahlungsdiensten Bizum in Spanien und Sibs in Portugal – eine Abkehr von der bisherigen Ablehnung von Zusammenarbeit mit anderen europäischen Diensten. „Alle Versuche, einen zentralen europäischen Dienst aufzustellen, sind bisher gescheitert”, sagt Bleijerveld. „Die zwei größten miteinander zu verbinden, ist also ein logischer Schritt – gerade hinsichtlich der Rufe nach europäischer Zahlungsunabhängigkeit.” Auch Revolut ist schon in das System von Bizum in Spanien integriert. Konten der Neobank sind ebenfalls über den Zahlungsdienst Blik in Polen erreichbar – hier hat EPI bisher keine Zusammenarbeit angekündigt. \[adrotate banner="55"\] ## **Technische Integration: Chancen und Herausforderungen** Es könnte sich nun ein Netzwerk von verschiedenen nationalen und internationalen Zahlungsdiensten herauskristallisieren. Das birgt auch gewisse technische Risiken: „Sobald verschiedene Lösungen zusammentreffen und ein technischer Handschlag erforderlich ist, besteht immer die Gefahr, dass es zu Problemen kommt”, sagt Bleijerveld. Jedoch seien alle Partner technisch dazu in der Lage, solche Probleme zu lösen. Sollte die Verknüpfung der Systeme reibungslos verlaufen, wäre damit eine intereuropäischen Zahlungslösung über verschiedene Infrastrukturen geschaffen. Doch steht Wero die bisher größte Hürde noch bevor: Bereits im zweiten Halbjahr dieses Jahres möchte der Dienst Zahlungen im E-Commerce anbieten. Zunächst soll das zwar nur mit angezogener Handbremse, also bereits in der aktuellen „Friends-and-Family-Phase” starten, wobei EPI bisher lediglich 15 Online-Händler in der Hinterhand hat. Jedoch soll das im nächsten Jahr schnell ausgebaut und breiter beworben werden. Im Jahresverlauf soll dann auch der stationäre Handel drankommen. Die große Probe kommt also noch: „Meiner Einschätzung nach werden wir in 2027 realistisch sagen können, ob sich Wero nachhaltig im Zahlungsverhalten der Menschen festsetzen wird”, sagt Bleijerveld. Die Voraussetzungen dafür werden jedenfalls durch die Kooperationen besser. ### Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Was Banken und Fintechs jetzt konkret tun müssen URL: https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-was-banken-und-fintechs-jetzt-konkret-tun-muessen-2/ Last updated: 2025-06-04T04:50:46.000Z ***Verständliche Sprache, barrierefreie Terminals, klare Anforderungen an digitale Services: In Teil 2 der BFSG-Miniserie von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt geht es um die praktische Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).** Dana Wondra und Katharina Wagener erklären, was jetzt konkret auf Anbieter in der Finanzbranche zukommt – und wie man rechtssicher vorbereitet ist. Nach dem [Überblick in Teil 1](https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-neue-anforderungen-fuer-banken-und-fintechs/) widmen sich Rechtsanwältin Katharina Wagener und Dana Wondra in der zweiten Folge ganz der Praxis: Was bedeutet das BFSG konkret für Banken, Fintechs, Zahlungsdienstleister und andere Anbieter digitaler Finanzprodukte? Besonders betroffen sind Bankdienstleistungen wie etwa Kreditverträge, Zahlungsdienste, Kontoführung oder E-Geld-Produkte. Auch wenn diese Leistungen über Websites oder Apps angeboten werden, greifen die BFSG-Anforderungen. Diese betreffen etwa: - Technische Umsetzung, z. B. durch Sprachausgabe, Kontraste oder assistive Technologien - Informationspflichten über Funktionen und Inhalte in leichter Sprache - Designanforderungen für Touchscreens, Kontraste und Bedienbarkeit bei Zahlungsterminals - Barrierefreie Login- und Authentifizierungsverfahren, die robust und DSGVO-konform sind Besonders herausfordernd ist die Verwendung sog. Leichter Sprache. Diese soll Informationen zu Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Einschränkungen verständlich machen – nicht zu verwechseln mit sog. Einfacher Sprache. Anbieter müssen deshalb oft zwei Versionen von Texten bereitstellen: eine rechtlich bindende in “Vertragssprache” und eine barrierefreie Erläuterung in Leichter Sprache. Diese sollte als solche kenntlich gemacht werden, um rechtliche Konflikte zu vermeiden. Auch Zahlungsterminals stehen im Fokus: Als Selbstbedienungsterminals müssen sie künftig taktil, kontrastreich und sprachlich zugänglich gestaltet sein – inklusive Anschlussmöglichkeit für Kopfhörer. Das betrifft etwa Restaurants, Einzelhandel oder Self-Checkout-Zonen. Hinzu kommen technische Anforderungen an Authentifizierungsverfahren, etwa bei Zwei-Faktor-Logins oder TAN-Verfahren. Diese müssen künftig so gestaltet sein, dass sie auch von Menschen mit Einschränkungen problemlos bedient werden können. Wichtig ist: Unternehmen sollten ihre Produkte und Prozesse frühzeitig analysieren, denn die Anforderungen sind teils schwammig formuliert und werden erst durch Rechtsprechung, DIN-Normen und Praxisbeispiele konkret greifbar. Wer vorbereitet ist, kann sich nicht nur rechtlich absichern, sondern möglicherweise sogar neue Kundengruppen erschließen. 🎧 Jetzt reinhören – und praxisnah erfahren, wie das BFSG konkret in den Finanzalltag eingreift – und worauf es jetzt wirklich ankommt. --- ### Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG): Was Banken und Fintechs jetzt konkret tun müssen URL: https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-was-banken-und-fintechs-jetzt-konkret-tun-muessen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z ***Verständliche Sprache, barrierefreie Terminals, klare Anforderungen an digitale Services: In Teil 2 der BFSG-Miniserie von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt geht es um die praktische Umsetzung des Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG).** Dana Wondra und Katharina Wagener erklären, was jetzt konkret auf Anbieter in der Finanzbranche zukommt – und wie man rechtssicher vorbereitet ist. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/713-barrierefreiheitsstarkungsgesetz-was-banken-und-fintechs-jetzt-konkret-tun-mussen"\] Nach dem [Überblick in Teil 1](https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-neue-anforderungen-fuer-banken-und-fintechs/) widmen sich Rechtsanwältin Katharina Wagener und Dana Wondra in der zweiten Folge ganz der Praxis: Was bedeutet das BFSG konkret für Banken, Fintechs, Zahlungsdienstleister und andere Anbieter digitaler Finanzprodukte? Besonders betroffen sind Bankdienstleistungen wie etwa Kreditverträge, Zahlungsdienste, Kontoführung oder E-Geld-Produkte. Auch wenn diese Leistungen über Websites oder Apps angeboten werden, greifen die BFSG-Anforderungen. Diese betreffen etwa: - Technische Umsetzung, z. B. durch Sprachausgabe, Kontraste oder assistive Technologien - Informationspflichten über Funktionen und Inhalte in leichter Sprache - Designanforderungen für Touchscreens, Kontraste und Bedienbarkeit bei Zahlungsterminals - Barrierefreie Login- und Authentifizierungsverfahren, die robust und DSGVO-konform sind Besonders herausfordernd ist die Verwendung sog. Leichter Sprache. Diese soll Informationen zu Produkten und Dienstleistungen für Menschen mit Einschränkungen verständlich machen – nicht zu verwechseln mit sog. Einfacher Sprache. Anbieter müssen deshalb oft zwei Versionen von Texten bereitstellen: eine rechtlich bindende in “Vertragssprache” und eine barrierefreie Erläuterung in Leichter Sprache. Diese sollte als solche kenntlich gemacht werden, um rechtliche Konflikte zu vermeiden. Auch Zahlungsterminals stehen im Fokus: Als Selbstbedienungsterminals müssen sie künftig taktil, kontrastreich und sprachlich zugänglich gestaltet sein – inklusive Anschlussmöglichkeit für Kopfhörer. Das betrifft etwa Restaurants, Einzelhandel oder Self-Checkout-Zonen. Hinzu kommen technische Anforderungen an Authentifizierungsverfahren, etwa bei Zwei-Faktor-Logins oder TAN-Verfahren. Diese müssen künftig so gestaltet sein, dass sie auch von Menschen mit Einschränkungen problemlos bedient werden können. Wichtig ist: Unternehmen sollten ihre Produkte und Prozesse frühzeitig analysieren, denn die Anforderungen sind teils schwammig formuliert und werden erst durch Rechtsprechung, DIN-Normen und Praxisbeispiele konkret greifbar. Wer vorbereitet ist, kann sich nicht nur rechtlich absichern, sondern möglicherweise sogar neue Kundengruppen erschließen. 🎧 Jetzt reinhören – und praxisnah erfahren, wie das BFSG konkret in den Finanzalltag eingreift – und worauf es jetzt wirklich ankommt. \[adrotate banner="55"\] --- ### Banxware bekommt zehn Millionen Euro von UniCredit URL: https://paymentandbanking.com/banxware-bekommt-zehn-millionen-euro-von-unicredit-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:19.000Z ****Banxware kann sich neues Kapital für seine Skalierung sichern. Gleichzeitig startet das Fintech das neue „Forward-Flow-Modell.”** Banxware, das Berliner Fintech für Embedded Lending und Lending-as-a-Service, läutet die nächste Wachstumsphase ein. Mit einer strategischen Investition von zehn Millionen Euro durch UniCredit und der Umstellung auf ein sogennantes „Forward-Flow-Modell“ gemeinsam mit der BaaS-Plattform Aion/Vodeno will Banxware in Europa weiter wachsen. Die Finanzierung von UniCredit bringt nicht nur mehr Kapital in die Firma sondern verändert auch das dahinterliegende Modell. So soll es künftig möglich sein, dass 100 Prozent der Kredite von Bankpartnern übernommen werden sollen, wie Banxware am Dienstag mitteilte Damit verschiebt das Fintech seinen Fokus weg vom kapitalintensiven Kreditbuch hin zur technologischen Infrastruktur. Unicredit übernimmt dabei künftig vollständig das Kreditbuch und Banxware arbeitet fortan als Orchestrator der Kreditvergabe. ## **Mehr Reichweite, mehr Effizienz: Kooperationen als Wachstumsmotor** Aktuell ist Banxware bereits in über 40 digitale Plattformen eingebettet. Mit dem Produkt „Banxware for Brokers“ bietet das Unternehmen zudem auch Kreditvermittlern einen voll integrierten Zugang zur HypoVereinsbank/UniCredit. Die digitale Antragsstrecke, ermöglicht laut Banxware eine deutlich schnellere Kreditentscheidung – auch bei höheren Summen. Das Geld will Banxware in die Optimierung der Nutzererfahrung, die Entwicklung smarter „Underwriting-Prozesse“, weitere Plattformanbindungen und die Expansion in neue europäische Märkte stecken. „Wir skalieren nicht nur – wir formen eine neue Infrastrukturebene für Unternehmenskredite in Europa“, sagt Jens Röhrborn, CEO von Banxware und Fiona Melrose, Group Strategy & ESG bei UniCredit, ergänzt: „Banxware kombiniert Fintech-Agilität mit der Reichweite einer Großbank. Für uns ist das eine Schlüsselpartnerschaft.“ ### Banxware bekommt zehn Millionen Euro von UniCredit URL: https://paymentandbanking.com/banxware-bekommt-zehn-millionen-euro-von-unicredit/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z ****Banxware kann sich neues Kapital für seine Skalierung sichern. Gleichzeitig startet das Fintech das neue „Forward-Flow-Modell.”** Banxware, das Berliner Fintech für Embedded Lending und Lending-as-a-Service, läutet die nächste Wachstumsphase ein. Mit einer strategischen Investition von zehn Millionen Euro durch UniCredit und der Umstellung auf ein sogennantes „Forward-Flow-Modell“ gemeinsam mit der BaaS-Plattform Aion/Vodeno will Banxware in Europa weiter wachsen. Die Finanzierung von UniCredit bringt nicht nur mehr Kapital in die Firma sondern verändert auch das dahinterliegende Modell. So soll es künftig möglich sein, dass 100 Prozent der Kredite von Bankpartnern übernommen werden sollen, wie Banxware am Dienstag mitteilte Damit verschiebt das Fintech seinen Fokus weg vom kapitalintensiven Kreditbuch hin zur technologischen Infrastruktur. Unicredit übernimmt dabei künftig vollständig das Kreditbuch und Banxware arbeitet fortan als Orchestrator der Kreditvergabe. \[adrotate banner="55"\] ## **Mehr Reichweite, mehr Effizienz: Kooperationen als Wachstumsmotor** Aktuell ist Banxware bereits in über 40 digitale Plattformen eingebettet. Mit dem Produkt „Banxware for Brokers“ bietet das Unternehmen zudem auch Kreditvermittlern einen voll integrierten Zugang zur HypoVereinsbank/UniCredit. Die digitale Antragsstrecke, ermöglicht laut Banxware eine deutlich schnellere Kreditentscheidung – auch bei höheren Summen. Das Geld will Banxware in die Optimierung der Nutzererfahrung, die Entwicklung smarter „Underwriting-Prozesse“, weitere Plattformanbindungen und die Expansion in neue europäische Märkte stecken. „Wir skalieren nicht nur – wir formen eine neue Infrastrukturebene für Unternehmenskredite in Europa“, sagt Jens Röhrborn, CEO von Banxware und Fiona Melrose, Group Strategy & ESG bei UniCredit, ergänzt: „Banxware kombiniert Fintech-Agilität mit der Reichweite einer Großbank. Für uns ist das eine Schlüsselpartnerschaft.“ ### Warum Monkee bei Frauen punktet URL: https://paymentandbanking.com/warum-monkee-bei-frauen-punktet-2/ Last updated: 2025-06-03T04:41:20.000Z **Rund 80 Prozent der Nutzerbasis der Spar-App Monkee ist weiblich. Welche Gründe Mitgründer Martin Granig dahinter vermutet und was andere Fintech davon lernen können.** Noch immer sind Frauen an den Finanzmärkten unterrepräsentiert: Während 2024 laut einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbands 42 Prozent der Männer Aktien besaßen, waren es bei den Frauen nur 25 Prozent. Für viele Banken und Fintechs sind Frauen daher eine interessante potenzielle Zielgruppe. Das zeigte zuletzt eine Marketingkampagne von Scalable Capital, die mit Wortspielen wie „Money-Küre ab 1 €“ und „Höre auf deine weibliche Investition“ aktiv um Kundinnen wirbt. Die Spar-App Monkee hingegen benötigt keine Marketing-Kampagnen, um Frauen zu überzeugen: Die Nutzerbasis ist zu rund 80 Prozent weiblich. Dabei war das Ziel nie, eine App speziell für Frauen zu entwickeln. „Viel mehr wollten wir eine Lösung für kurz- und mittelfristiges Sparen einführen, die das Angebot der Broker ergänzt“, sagt Mitgründer [Martin Granig](https://www.linkedin.com/in/martin-granig-52775054/?ref=paymentandbanking.com). In der Monkee-App können Nutzer\*Innen gezielt auf Anschaffungen wie Elektronik und Möbel sparen. Außerdem können sie Cashback von über 600 Partnerunternehmen erhalten für ihre Sparkonten, darunter sind auch Größen wie Rewe, H&M und Lieferando. Seit März gibt es auch 1,4 Prozent Zinsen auf das Ersparte. Granig vermutet, dass die App überwiegend die Bedürfnisse von Frauen anspricht. In der Kommunikation setzt Monkee nämlich vor allem auf die Themen Sicherheit und Schuldenfreiheit. Das bestätigt auch Christine Laudenbach, Leiterin des Bereichs Household Finance beim Leibniz Institute for Financial Research (SAFE): Während Männer eher risikofreudige Anlagen wie Einzelaktien bevorzugen würden, setzten Frauen eher auf risikofreie Anlagen wie Sparkonten und Tagesgeld. Die Unterschiede haben viele Gründe, beginnend bei der Sozialisation. „Mit Söhnen wird in der Kindheit schon mehr über Geld gesprochen als mit Töchtern“, sagt sie. „Frauen haben daher weniger Wissen über den Finanzmarkt und treten auch weniger selbstbewusst auf.“ Sie schätzen ihre finanzielle Lage subjektiv meist schlechter ein als Männer. Außerdem verdienen Männer meist mehr, sodass ihre Motivation höher ist, sich damit zu beschäftigen, wie sie das überschüssige Geld anlegen können. ## **Frauen sparen auf praktisches, Männer eher auf Luxusgüter** Geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet Monkee auch beim Nutzungsverhalten. Das zeigt sich zum Beispiel beim wöchentlichen Sparziel: Während Frauen im Verlauf der Woche immer wieder kleine Beiträge sparen, legt die Mehrheit der Männer den gesamten Betrag ihres Wochenziels montags zurück und öffnet die App danach bis zur nächsten Woche nicht mehr. „Insgesamt öffnen Frauen die App in der Woche viermal häufiger als Männer“, sagt Granig. Es unterscheidet sich auch, worauf gespart wird. „An den Daten sehen wir, dass Frauen mehr auf Praktisches sparen und Männer eher auf Luxuskonsumgüter“, sagt Granig. Am häufigsten sparen Frauen für einen Notgroschen. Danach kommen Urlaub, Sportequipment wie zum Beispiel Skier, Elektronik, Möbel und Mobilität. Unter letzteres fällt vor allem das Sparen auf ein Auto oder den nächsten Werkstattbesuch. Die meisten Männer sparen hingegen auf Urlaub und auf Luxuskonsumgüter wie eine Rolex, ein Auto oder ein teures Fahrrad. ## **Was Banken und Fintech von Monkee lernen können** Wie der Fall Monkee zeigt, kommt es am Ende nicht auf nur auf gezielte Ansprache von Frauen in Marketingkampagnen an. Vielmehr müsste laut Granig auch mehr klassisches Sparen angeboten werden, das den Bedürfnissen von Frauen entspricht, wie zum Beispiel Zinsen auf Tagesgeld. „Fintechs und Banken sollten Sparangebote jedoch nicht nur als Kundenakquise-Tool nutzen, sondern auch eine passende User Experience anbieten.“ Granig vermutet, dass auch wegen des Produktdesigns mehr Frauen die App verwenden. Monkee nutzt zum Beispiel Elemente der Gamification, um spielerisch zum Sparen zu animieren. Zum Beispiel bekommen Nutzerinnen und Nutzer, die bei der Spar-Challenge mitmachen, ein digitales High-Five, wenn sie ihr wöchentliches Ziel erfüllt haben. Nach Ansicht von Laudenbach braucht es dagegen vor allem bessere Aufklärung über den Finanzmarkt, der oft komplexer dargestellt wird, als er eigentlich ist. Besonders Frauen würden oft denken, dass sie regelmäßig Börsennachrichten lesen und Aktien aktiv beobachten müssten, um am Finanzmarkt teilzunehmen. „Dabei ist das für die meisten Menschen gar nicht nötig, die langfristig und breit gestreut investieren.“ Apps wie Monkee findet sie sinnvoll, um Impulskäufe auf Raten zu vermeiden und bewusster zu konsumieren. „Jedoch darf am Ende nicht die langfristige Altersvorsorge vergessen werden“, sagt sie. Dafür gibt es auf dem Finanzmarkt auch Angebote mit höheren Zinsen. ### Warum Monkee bei Frauen punktet URL: https://paymentandbanking.com/warum-monkee-bei-frauen-punktet/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z **Rund 80 Prozent der Nutzerbasis der Spar-App Monkee ist weiblich. Welche Gründe Mitgründer Martin Granig dahinter vermutet und was andere Fintech davon lernen können.** Noch immer sind Frauen an den Finanzmärkten unterrepräsentiert: Während 2024 laut einer repräsentativen Umfrage des Bankenverbands 42 Prozent der Männer Aktien besaßen, waren es bei den Frauen nur 25 Prozent. Für viele Banken und Fintechs sind Frauen daher eine interessante potenzielle Zielgruppe. Das zeigte zuletzt eine Marketingkampagne von Scalable Capital, die mit Wortspielen wie „Money-Küre ab 1 €“ und „Höre auf deine weibliche Investition“ aktiv um Kundinnen wirbt. Die Spar-App Monkee hingegen benötigt keine Marketing-Kampagnen, um Frauen zu überzeugen: Die Nutzerbasis ist zu rund 80 Prozent weiblich. Dabei war das Ziel nie, eine App speziell für Frauen zu entwickeln. „Viel mehr wollten wir eine Lösung für kurz- und mittelfristiges Sparen einführen, die das Angebot der Broker ergänzt“, sagt Mitgründer [Martin Granig](https://www.linkedin.com/in/martin-granig-52775054/?ref=paymentandbanking.com). In der Monkee-App können Nutzer\*Innen gezielt auf Anschaffungen wie Elektronik und Möbel sparen. Außerdem können sie Cashback von über 600 Partnerunternehmen erhalten für ihre Sparkonten, darunter sind auch Größen wie Rewe, H&M und Lieferando. Seit März gibt es auch 1,4 Prozent Zinsen auf das Ersparte. \[adrotate banner="58"\] Granig vermutet, dass die App überwiegend die Bedürfnisse von Frauen anspricht. In der Kommunikation setzt Monkee nämlich vor allem auf die Themen Sicherheit und Schuldenfreiheit. Das bestätigt auch Christine Laudenbach, Leiterin des Bereichs Household Finance beim Leibniz Institute for Financial Research (SAFE): Während Männer eher risikofreudige Anlagen wie Einzelaktien bevorzugen würden, setzten Frauen eher auf risikofreie Anlagen wie Sparkonten und Tagesgeld. Die Unterschiede haben viele Gründe, beginnend bei der Sozialisation. „Mit Söhnen wird in der Kindheit schon mehr über Geld gesprochen als mit Töchtern“, sagt sie. „Frauen haben daher weniger Wissen über den Finanzmarkt und treten auch weniger selbstbewusst auf.“ Sie schätzen ihre finanzielle Lage subjektiv meist schlechter ein als Männer. Außerdem verdienen Männer meist mehr, sodass ihre Motivation höher ist, sich damit zu beschäftigen, wie sie das überschüssige Geld anlegen können. ## **Frauen sparen auf praktisches, Männer eher auf Luxusgüter** Geschlechtsspezifische Unterschiede beobachtet Monkee auch beim Nutzungsverhalten. Das zeigt sich zum Beispiel beim wöchentlichen Sparziel: Während Frauen im Verlauf der Woche immer wieder kleine Beiträge sparen, legt die Mehrheit der Männer den gesamten Betrag ihres Wochenziels montags zurück und öffnet die App danach bis zur nächsten Woche nicht mehr. „Insgesamt öffnen Frauen die App in der Woche viermal häufiger als Männer“, sagt Granig. Es unterscheidet sich auch, worauf gespart wird. „An den Daten sehen wir, dass Frauen mehr auf Praktisches sparen und Männer eher auf Luxuskonsumgüter“, sagt Granig. Am häufigsten sparen Frauen für einen Notgroschen. Danach kommen Urlaub, Sportequipment wie zum Beispiel Skier, Elektronik, Möbel und Mobilität. Unter letzteres fällt vor allem das Sparen auf ein Auto oder den nächsten Werkstattbesuch. Die meisten Männer sparen hingegen auf Urlaub und auf Luxuskonsumgüter wie eine Rolex, ein Auto oder ein teures Fahrrad. ## **Was Banken und Fintech von Monkee lernen können** Wie der Fall Monkee zeigt, kommt es am Ende nicht auf nur auf gezielte Ansprache von Frauen in Marketingkampagnen an. Vielmehr müsste laut Granig auch mehr klassisches Sparen angeboten werden, das den Bedürfnissen von Frauen entspricht, wie zum Beispiel Zinsen auf Tagesgeld. „Fintechs und Banken sollten Sparangebote jedoch nicht nur als Kundenakquise-Tool nutzen, sondern auch eine passende User Experience anbieten.“ Granig vermutet, dass auch wegen des Produktdesigns mehr Frauen die App verwenden. Monkee nutzt zum Beispiel Elemente der Gamification, um spielerisch zum Sparen zu animieren. Zum Beispiel bekommen Nutzerinnen und Nutzer, die bei der Spar-Challenge mitmachen, ein digitales High-Five, wenn sie ihr wöchentliches Ziel erfüllt haben. Nach Ansicht von Laudenbach braucht es dagegen vor allem bessere Aufklärung über den Finanzmarkt, der oft komplexer dargestellt wird, als er eigentlich ist. Besonders Frauen würden oft denken, dass sie regelmäßig Börsennachrichten lesen und Aktien aktiv beobachten müssten, um am Finanzmarkt teilzunehmen. „Dabei ist das für die meisten Menschen gar nicht nötig, die langfristig und breit gestreut investieren.“ Apps wie Monkee findet sie sinnvoll, um Impulskäufe auf Raten zu vermeiden und bewusster zu konsumieren. „Jedoch darf am Ende nicht die langfristige Altersvorsorge vergessen werden“, sagt sie. Dafür gibt es auf dem Finanzmarkt auch Angebote mit höheren Zinsen. ### AI in Finance: Eine wilde Woche voller News um OpenAI, Google und Co.! URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-eine-wilde-woche-voller-news-um-openai-google-und-co-2/ Last updated: 2025-06-02T05:44:13.000Z **In der zehnten Episode von AI in Finance diskutieren Sascha und Maik einmal mehr, wohin die Reise mit der Künstlichen Intelligenz geht. Diesmal ist richtig was los.** *Die Google I/O Konferenz brachte Ankündigungen von neuen Produkten von OpenAI und Google. Außerdem eröffnet OpenAI ein Büro in Deutschland, genauer gesagt in Bayern. Warum das ist nicht nur ein symbolischer , sondern auch ein strategischer Schritt ist.* In der zehnten Folge sprechen wir über besonders spannende Entwicklungen. OpenAI arbeitet mit Jony Ive an einem neuen Hardware-Device. Die Idee dahinter? Eine neue Art der Interaktion mit Technologie, ohne Bildschirm, ohne sichtbares Interface. Ein Ambient Computer Layer, der ständig präsent, aber kaum sichtbar ist. Willkommen in der Zukunft! Parallel stellte OpenAI Codex vorg, ein cloudbasierter Software-Agent, der als Assistenzsystem beim Entwickeln von Code hilft. Google will mit Gemini live ein KI-System etablieren, das den Alltag organisiert. Von der Suche bis zum Kalender, eingebettet in Android und Chrome. Die Präsentationen auf der I/O zeigen, dass persönliche KI-Agenten kein Zukunftsversprechen mehr sind, sondern echte Produkte. Natürlich werfen solche Entwicklungen Fragen auf, insbesondere beim Thema Datenschutz, Deepfakes und Kontrolle. Denn je persönlicher die KI wird, desto heikler wird auch der Umgang mit Daten.Mit Deutschland-GPT entsteht eine datensouveräne europäische Alternative. Doch während wir hier noch über Regulierung diskutieren, plant China schon den nächsten Schritt. Einen orbitalen KI-Supercomputer: Eine KI-Infrastruktur im All, losgelöst von nationaler Kontrolle, unabhängig, skalierbar und möglicherweise ein geopolitischer Gamechanger. Und über all dem liegt die Frage: Wer gestaltet diese Zukunft? Die Tech-Giganten? Staaten? Oder doch wir als Gesellschaft? Außerdem geht es um: - Sign In with OpenAI kommt! - Google’s AI Mode könnte die Medienlandschaft revolutionieren - Perplexity Labs bietet innovative Lösungen für Deep Research. - Meta nutzt öffentliche Daten für KI-Training ohne Zustimmung. - Stripe verbessert die Betrugserkennung durch KI-Modelle. Viel Spaß beim Hören! ## Shownotes - [https://www.perplexity.ai/page/ai-in-finance-news-dashboard-e-OAlMtIokRDOwpFtceB5jZA](https://www.perplexity.ai/page/ai-in-finance-news-dashboard-e-OAlMtIokRDOwpFtceB5jZA?ref=paymentandbanking.com) ## Tools - [higgsfield.ai](https://higgsfield.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [Stitchwithgoogle](https://stitch.withgoogle.com/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! --- [Alle P&B-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### AI in Finance: Eine wilde Woche voller News um OpenAI, Google und Co.! URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-eine-wilde-woche-voller-news-um-openai-google-und-co/ Last updated: 2026-05-11T15:04:51.000Z **In der zehnten Episode von AI in Finance diskutieren Sascha und Maik einmal mehr, wohin die Reise mit der Künstlichen Intelligenz geht. Diesmal ist richtig was los.** *Die Google I/O Konferenz brachte Ankündigungen von neuen Produkten von OpenAI und Google. Außerdem eröffnet OpenAI ein Büro in Deutschland, genauer gesagt in Bayern. Warum das ist nicht nur ein symbolischer , sondern auch ein strategischer Schritt ist.* In der zehnten Folge sprechen wir über besonders spannende Entwicklungen. OpenAI arbeitet mit Jony Ive an einem neuen Hardware-Device. Die Idee dahinter? Eine neue Art der Interaktion mit Technologie, ohne Bildschirm, ohne sichtbares Interface. Ein Ambient Computer Layer, der ständig präsent, aber kaum sichtbar ist. Willkommen in der Zukunft! \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/712-eine-wilde-woche-voller-news-um-openai-google-und-co"\] Parallel stellte OpenAI Codex vorg, ein cloudbasierter Software-Agent, der als Assistenzsystem beim Entwickeln von Code hilft. Google will mit Gemini live ein KI-System etablieren, das den Alltag organisiert. Von der Suche bis zum Kalender, eingebettet in Android und Chrome. Die Präsentationen auf der I/O zeigen, dass persönliche KI-Agenten kein Zukunftsversprechen mehr sind, sondern echte Produkte. Natürlich werfen solche Entwicklungen Fragen auf, insbesondere beim Thema Datenschutz, Deepfakes und Kontrolle. Denn je persönlicher die KI wird, desto heikler wird auch der Umgang mit Daten.Mit Deutschland-GPT entsteht eine datensouveräne europäische Alternative. Doch während wir hier noch über Regulierung diskutieren, plant China schon den nächsten Schritt. Einen orbitalen KI-Supercomputer: Eine KI-Infrastruktur im All, losgelöst von nationaler Kontrolle, unabhängig, skalierbar und möglicherweise ein geopolitischer Gamechanger. Und über all dem liegt die Frage: Wer gestaltet diese Zukunft? Die Tech-Giganten? Staaten? Oder doch wir als Gesellschaft? Außerdem geht es um: - Sign In with OpenAI kommt! - Google's AI Mode könnte die Medienlandschaft revolutionieren - Perplexity Labs bietet innovative Lösungen für Deep Research. - Meta nutzt öffentliche Daten für KI-Training ohne Zustimmung. - Stripe verbessert die Betrugserkennung durch KI-Modelle. Viel Spaß beim Hören! ## Shownotes - [https://www.perplexity.ai/page/ai-in-finance-news-dashboard-e-OAlMtIokRDOwpFtceB5jZA](https://www.perplexity.ai/page/ai-in-finance-news-dashboard-e-OAlMtIokRDOwpFtceB5jZA?ref=paymentandbanking.com) ## Tools - [higgsfield.ai](https://higgsfield.ai/?ref=paymentandbanking.com) - [Stitchwithgoogle](https://stitch.withgoogle.com/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! \[adrotate banner="56"\] --- [Alle P&B-Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### Das sind unsere Tops & Flops im Mai 2025 URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-unsere-tops-flops-im-mai-2025-2/ Last updated: 2025-05-30T05:55:54.000Z *Mit Revolut und Bizum signalisiert der Bezahldienst von EPI, dass er es ernst meint. Und wie sich die Konsumkredite bei jungen Menschen normalisieren.* An dieser Stelle beleuchten wir einmal im Monat die hoch Geflogenen und tief Gefallenen, die Auf- und die Absteiger, die Gewinner und Verlierer, kurz: Wer war Top? Wer war Flop? Diesmal der Blick auf den Mai 2025. ## **Top: Wero meint es ernst, sehr ernst** Nach einem verhaltenen Start scheint bei der Bezahl-Wallet Wero der European Payments Initiative (EPI) nun spürbar Schwung aufzukommen. Zwar ist der Start der E-Commerce-Lösung erst für September geplant, sie gilt aber schon jetzt als Schlüssel zur breiten Nutzung. Gleichzeitig hat Wero mit dem Strategiewechsel zur angestrebten Interoperabilität mit anderen nationalen Bezahldiensten in Europa wie Bizum und der Verkündung einer Zusammenarbeit mit Revolut überrascht: und zwar positiv. Mit der Öffnung für andere nationale Bezahldienste wie Bizum vollzieht EPI einen entscheidenden Schritt weg vom Abschottungsdenken und hin zu einem europäischen Zahlungsnetzwerk mit echter Anschlussfähigkeit. Dass auch Revolut, die vielleicht wichtigste Neobank Europas, nun als Partner an Bord ist, sendet ein starkes Signal, nicht nur technologisch, sondern auch strategisch. Es ist ein Bruch mit der alten Dominanz traditioneller Banken und eine Chance, jüngere Zielgruppen zu erreichen, die vielleicht wichtigsten Early Adopter. Besonders bemerkenswert: Auch die spanischen Banken, die 2022 unter großem Medienecho aus dem Projekt ausgestiegen waren, kehren über Bizum nun indirekt zurück. Das wirkt wie ein Akt der Versöhnung, der zeigt, dass EPI bereit ist, über vergangene Differenzen und Ressentiments hinwegzusehen – im Sinne eines größeren europäischen Ziels. Dass ausgerechnet externer Druck, etwa durch neue Zollankündigungen von Donald Trump und die anhaltende Debatte um europäische Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr, diesen inneren Wandel beschleunigt hat, überrascht kaum: Krisen schaffen Klarheit. Und manchmal auch Einigkeit. ## **Flop: Wie sich buy now, pay later bei jungen Menschen normalisiert** Als ich hörte, dass beim Influencer-Mekka Coachella ganze 60 Prozent der Besucher:innen ihre Tickets per Buy Now, Pay Later (BNPL) bezahlt haben, hat mich das kaum überrascht. Die USA sind schließlich Weltmeister im Konsum auf Pump – ein Paradies für Anbieter wie Klarna oder Affirm. Das Geschäft boomt. Aber: Viele leben dort schlicht über ihre Verhältnisse. So stiegen bei Klarna im ersten Quartal die Verluste aus Konsumentenkrediten um 17 Prozent. Das ist ein deutliches Zeichen: Immer mehr Menschen können ihre Raten nicht mehr zurückzahlen. Und das ist längst kein US-Phänomen mehr. Auch in Deutschland hat jede:r Vierte schon einmal BNPL genutzt. Laut einer aktuellen [Schufa-Umfrage](https://www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/schufa-umfrage-dritte-bnpl-nutzer-hat-schon-bezahlfrist-verpasst/?utm%5Fsource=chatgpt.com) hat sogar jede:r Dritte eine Zahlungsfrist verpasst – noch im Herbst 2024 waren es gerade einmal 22 Prozent. Man könnte meinen, BNPL steht für Buy now, pay never. Auch in meinem eigenen Umfeld höre ich den Begriff BNPL gerade häufiger. Doch bei all den Buzzwords über „finanzielle Freiheit“ aus der Fintech-Ecke wird vergessen, dass nicht jeder mit solchen Möglichkeiten umgehen kann. Hier ein Vorschlag: Wahrscheinlich würden mehr Menschen darüber nachdenken, ob er/sie sich einen Kauf leisten könnten, wenn ihnen das Wort „Kredit” beim Abschließen von BNPL-Käufen begegnen würde – denn genau das sind sie. Ein Kredit und dann auch noch ein teurer. ### Das sind unsere Tops & Flops im Mai 2025 URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-unsere-tops-flops-im-mai-2025/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z *Mit Revolut und Bizum signalisiert der Bezahldienst von EPI, dass er es ernst meint. Und wie sich die Konsumkredite bei jungen Menschen normalisieren.* An dieser Stelle beleuchten wir einmal im Monat die hoch Geflogenen und tief Gefallenen, die Auf- und die Absteiger, die Gewinner und Verlierer, kurz: Wer war Top? Wer war Flop? Diesmal der Blick auf den Mai 2025. ## **Top: Wero meint es ernst, sehr ernst** Nach einem verhaltenen Start scheint bei der Bezahl-Wallet Wero der European Payments Initiative (EPI) nun spürbar Schwung aufzukommen. Zwar ist der Start der E-Commerce-Lösung erst für September geplant, sie gilt aber schon jetzt als Schlüssel zur breiten Nutzung. Gleichzeitig hat Wero mit dem Strategiewechsel zur angestrebten Interoperabilität mit anderen nationalen Bezahldiensten in Europa wie Bizum und der Verkündung einer Zusammenarbeit mit Revolut überrascht: und zwar positiv. Mit der Öffnung für andere nationale Bezahldienste wie Bizum vollzieht EPI einen entscheidenden Schritt weg vom Abschottungsdenken und hin zu einem europäischen Zahlungsnetzwerk mit echter Anschlussfähigkeit. Dass auch Revolut, die vielleicht wichtigste Neobank Europas, nun als Partner an Bord ist, sendet ein starkes Signal, nicht nur technologisch, sondern auch strategisch. Es ist ein Bruch mit der alten Dominanz traditioneller Banken und eine Chance, jüngere Zielgruppen zu erreichen, die vielleicht wichtigsten Early Adopter. Besonders bemerkenswert: Auch die spanischen Banken, die 2022 unter großem Medienecho aus dem Projekt ausgestiegen waren, kehren über Bizum nun indirekt zurück. Das wirkt wie ein Akt der Versöhnung, der zeigt, dass EPI bereit ist, über vergangene Differenzen und Ressentiments hinwegzusehen – im Sinne eines größeren europäischen Ziels. Dass ausgerechnet externer Druck, etwa durch neue Zollankündigungen von Donald Trump und die anhaltende Debatte um europäische Unabhängigkeit im Zahlungsverkehr, diesen inneren Wandel beschleunigt hat, überrascht kaum: Krisen schaffen Klarheit. Und manchmal auch Einigkeit. ## **Flop: Wie sich buy now, pay later bei jungen Menschen normalisiert** Als ich hörte, dass beim Influencer-Mekka Coachella ganze 60 Prozent der Besucher:innen ihre Tickets per Buy Now, Pay Later (BNPL) bezahlt haben, hat mich das kaum überrascht. Die USA sind schließlich Weltmeister im Konsum auf Pump – ein Paradies für Anbieter wie Klarna oder Affirm. Das Geschäft boomt. Aber: Viele leben dort schlicht über ihre Verhältnisse. So stiegen bei Klarna im ersten Quartal die Verluste aus Konsumentenkrediten um 17 Prozent. Das ist ein deutliches Zeichen: Immer mehr Menschen können ihre Raten nicht mehr zurückzahlen. Und das ist längst kein US-Phänomen mehr. Auch in Deutschland hat jede:r Vierte schon einmal BNPL genutzt. Laut einer aktuellen [Schufa-Umfrage](https://www.schufa.de/newsroom/pressemitteilungen/schufa-umfrage-dritte-bnpl-nutzer-hat-schon-bezahlfrist-verpasst/?utm%5Fsource=chatgpt.com) hat sogar jede:r Dritte eine Zahlungsfrist verpasst – noch im Herbst 2024 waren es gerade einmal 22 Prozent. Man könnte meinen, BNPL steht für Buy now, pay never. Auch in meinem eigenen Umfeld höre ich den Begriff BNPL gerade häufiger. Doch bei all den Buzzwords über „finanzielle Freiheit“ aus der Fintech-Ecke wird vergessen, dass nicht jeder mit solchen Möglichkeiten umgehen kann. Hier ein Vorschlag: Wahrscheinlich würden mehr Menschen darüber nachdenken, ob er/sie sich einen Kauf leisten könnten, wenn ihnen das Wort „Kredit” beim Abschließen von BNPL-Käufen begegnen würde – denn genau das sind sie. Ein Kredit und dann auch noch ein teurer. ### Die wichtigsten Fintech-News im Mai URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-mai-2/ Last updated: 2025-05-30T05:02:15.000Z *Die Marketing-Offensive von Wero, der Krypto-Lizenzregen über den Fintechs und neue Finanzierungsrunden. Im Mai war wieder besonders viel los in der Fintech-Branche.* Es war ein wahres Nachrichtenfeuerwerk im vergangenen Monat: Entsprechend haben André Bajorat und Jochen Siegert in dieser Folge des News-Podcasts von Payment & Banking besonders viel vor der Brust. Neben den neuen Kooperationen von Wero, geht es um die Mobilfunkoffensiven der Fintechs und den Angriff von Paypal und Curve auf die Apple Wallet. Die vielen Meldungen haben die beiden in der neuen Folge eingeordnet und erklären die Hintergründe: Hier kommt der Überblick zum Mai 2025. ## **EPI kooperiert mit Bezahldiensten auf der iberischen Halbinsel & Revolut integriert Wero** Die Wero-Betreiberinitiative passte Anfang des Monats ihre Strategie an und geht nun anscheinend nicht mehr nur Kooperationen mit Banken, sondern auch[ mit Zahlungsdienstleistern](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=624bef570e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ein. Aktuell will EPI laut Chefin Martina Weimert Bizum (Spanien) und Sibs (Portugal) an Bord holen, Gespräche laufen bereits. Ende des Monats kam der nächste Kracher. Ausgerechnet mit der Neobank Revolut hat sich EPI auf eine Zusammenarbeit geeinigt, wie aus verschiedenen Medien zu vernehmen ist. Die britische Bank soll „**Scheme-Member“** von Wero werden und ihren Kund:innen die Nutzung des Bezahldienstes ermöglichen. ## **Revolut zieht es nach Paris** Das britische Fintech hat nach[ eigenen Angaben](https://www.revolut.com/de-DE/news/revolut%5Fannounces%5Fnew%5Fwestern%5Feurope%5Fhq%5Fbased%5Fin%5Fparis%5Fand%5Fwill%5Fapply%5Ffor%5Ffrench%5Fbanking%5Flicence%5Fto%5Fsupport%5Fregional%5Fgrowth/?ref=paymentandbanking.com) die französische Hauptstadt als seine Westeuropa-Zentrale ausgewählt. Das wird man am Frankfurter Finanzplatz wohl nicht so gerne sehen. ## **N26 startet Mobilfunk-Angebot** Nach Revolut, Western Union und Bling bietet nun auch die Neobank N26 Mobilfunktarife an. Die Tarife kommen von Vodafone, insgesamt soll es drei verschiedene geben, die über die N26-App angeboten werden. ## **Paypal und Curve als Konkurrenz zu Apple Pa**y: Die Zahlungsdienstleister nutzten die Öffnung der NFC-Schnittstelle durch Apple, um die kontaktlose Zahlung auf iPhones möglich zu machen. Jedoch müssen Kunden sich bei der Nutzung des Doppelklicks zwischen der Apple Wallet und den alternativen Wallets von Paypal und [Curve](https://www.heise.de/news/Curve-Pay-statt-Apple-Pay-Weiteres-Wallet-macht-Apple-Konkurrenz-10394438.html?ref=paymentandbanking.com) entscheiden. [Wie haben die Wallet von Paypal getestet.](https://paymentandbanking.com/so-schlaegt-sich-die-paypal-wallet-an-der-kasse/) ## **Finom erhält über 90 Millionen Euro** Die KMU-Finanzierungsplattform Finom hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Insgesamt 92,3 Millionen Euro über eine Wachstumsfinanzierung bekam das Fintech vom General Catalyst Customer Value Fund. Im Gegensatz zu herkömmlichem Wachstumskapital ermögliche die Finanzierung durch den Customer Value Fund von General Catalyst FINOM Investitionen in die Kundenakquise ohne Verwässerung der Anteile und ohne zusätzliches Risiko, da General Catalyst das Verlustrisiko trage, wie das Unternehmen mitteilte. ## **Fincite und Harvest schließen sich zusammen** Der WealthTech-Softwareanbieter Fincite und sein französischer Konkurrent Harvest beginnen eine strategische Partnerschaft. Die neu geschaffene Harvest Group soll durch weitere Akquisitionen mittelfristig zum europäischen Champion werden. Beide Firmen bieten Software an, mit denen etwa Banken ihre Vermögensverwaltungsprozesse steuern und vereinfachen können ## **15 Millionen Euro für Circula** Das Fintech erhält in einer aktuellen Finanzierungsrunde Kapital von mehreren Bestandsinvestoren, darunter Alstin Capital und Capnamic. Drei der 15 Millionen Euro stammen dabei aus einem Wandeldarlehen, wie[ *FinanceFWD*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f9cb3d85f1&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) berichtet. Circula bietet eine B2B-Software für Ausgabenmanagement an. ## **Robinhood startet Blockchain-Plattform in Europa** Der Neobroker will nach Kryptowährungen hierzulande zukünftig auch US-Wertpapiere[ handelbar machen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f87d975fdb&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Das soll über eine Blockchain-basierte Plattform möglich sein, die Robinhood gemeinsam mit einem Partner aufsetzt. Im Gespräch sind Arbirum und Solana. ## **Trade Republic erhält MiCAR-Lizenz** Bereits Ende April hat der Neobroker die Krypto-Lizenz von der Bafin erhalten. Sie braucht er, um weiterhin Krypto-Dienstleistungen wie Handel und Verwahrung anzubieten. [Was Trade Republic noch damit anfangen kann, haben wir uns angeschaut.](https://paymentandbanking.com/warum-trade-republic-eine-micar-lizenz-braucht/) ## **Vivid Money bekommt MiCAR-Lizenz** Mitte Mai hat auch Vivid Money als eine der ersten Firmen,[ die eine MiCAR-Lizenz erhalten](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c4ea384ed8&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Das bereits in Italien und Spanien verfügbare Krypto-Angebot des Fintechs soll damit ab Juli auch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden starten. ## **Neue Bafin-Lizenz für 360X** Das Unternehmen 360X von Carlo Kölzer steht[ nun auf der ESMA-Liste](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c5a6c12129&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) für das DLT-Pilot-Regime. Es ist erst das dritte Unternehmen europaweit. Beteiligt ist auch die Deutsche Börse. ## **C24 wirbt um Neukund:innen** Laut einem Bericht von[ *Business Insider*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5dddb2c550&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) verspricht die Neobank C24 Neukund:innen und Kund:innen eine Prämie von 75 Euro, wenn sie dort ein Konto eröffnen. Mal schauen, wie die Konkurrenz darauf reagieren wird. ## **21X startet erstes Produkt** Europas, nach eigenen Angaben, erste Handels- und Abwicklungsplattform auf DLT-Basis hat heute ihr erstes gelistetes Produkt auf den Markt gebracht: ein tokenisierter UBS-Geldmarktfonds. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Frankfurter Fintech eine Lizenz als Blockchain-Börse erhalten. ## **Klarna schreibt schwarze Zahlen und rudert heftig zurück** Das schwedische Fintech hat im Mai neue Zahlen[ vorgelegt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b5a079fa8d&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Demzufolge erzielte es ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 701 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf drei Millionen Dollar, wobei die Verluste mit Konsumkrediten in den USA stiegen. Ebenfalls kritisch: Nachdem das schwedische Fintech monatelang große Schlagzeilen damit machte, dass es seine Call-Center durch KI ersetzen lassen könnte, fällt den Chefs nun auf, dass es so nicht klappt. Wie die Pläne jetzt aussehen und warum das alles ein bisschen peinlich ist,[ lest ihr hier.](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=eacfba6e13&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ## **Aufinity Group schließt Finanzierungsrunde ab** Das Fintech hinter bezahl.de hat in seiner Series-C-Finanzierungsrunde nach eigenen Angaben 23 Millionen eingesammelt. Neu-Investor ist Blackfin Capital Partners, Geld erneut hinzugegeben haben dem Start-up zufolge Paypal Ventures und Seaya Ventures. ## **Nao und Volksbank Lahr schließen Partnerschaft** Als erste Genossenschaftsbank integriert die Volksbank Lahr das Private-Market-Angebot des Wealthtech Nao. Dadurch sollen die rund 100.000 Kund:innen Zugang zu Anlagemöglichkeiten erhalten, die bisher ausschließlich Hochvermögenden und institutionellen Investoren vorbehalten waren. ## **Taxdoo übernimmt Accountdigital** Mit der Übernahme ergänzt das Taxtech aus Hamburg nach eigenen[ Angaben](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=39d5f6a576&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) sein Angebot für Steuerkanzleien und Onlinehändler um eine KI-gestützte, automatisierte Buchhaltungslösung. Alle 30 Mitarbeiter:innen sollen übernommen werden. Den Kaufpreis geben beide Seiten nicht bekannt. ## **Deblock startet in Deutschland** Das französische Start-up will Banking und die Verwahrung von Kryptowährungen miteinander vereinen. In Spanien und Frankreich ist das Fintech, dass seinen Kund:innen unter anderem unbegrenzte Ein- und Auszahlungen von Kryptowährungen anbietet, bereits aktiv. ## **Neuer Solaris-CEO?** Das[ Manager-Magazin munkelt,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=1919bbb387&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) dass Solaris schon wieder einen neuen Boss bekommen könnte – und zwar den ehemaligen Flatex-Chef. Na, das wäre ja mal wirklich was Neues. ## **Philipp Schaaf geht zu Re:cap** Der ehemalige Ratepay-Manager fängt nach Angaben von Re:cap als Chief Operation Officer (COO) bei dem Finanzierungs-Start-up an. Er soll unter anderem die strategische Ausrichtung des Fintechs mitgestalten und die Unternehmensstruktur weiterentwickeln. ### Die wichtigsten Fintech-News im Mai URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-mai/ Last updated: 2025-08-05T08:55:38.000Z *Die Marketing-Offensive von Wero, der Krypto-Lizenzregen über den Fintechs und neue Finanzierungsrunden. Im Mai war wieder besonders viel los in der Fintech-Branche.* Es war ein wahres Nachrichtenfeuerwerk im vergangenen Monat: Entsprechend haben André Bajorat und Jochen Siegert in dieser Folge des News-Podcasts von Payment & Banking besonders viel vor der Brust. Neben den neuen Kooperationen von Wero, geht es um die Mobilfunkoffensiven der Fintechs und den Angriff von Paypal und Curve auf die Apple Wallet. Die vielen Meldungen haben die beiden in der neuen Folge eingeordnet und erklären die Hintergründe: Hier kommt der Überblick zum Mai 2025. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/711-die-wichtigsten-fintech-news-im-mai"\] ## **EPI kooperiert mit Bezahldiensten auf der iberischen Halbinsel & Revolut integriert Wero** Die Wero-Betreiberinitiative passte Anfang des Monats ihre Strategie an und geht nun anscheinend nicht mehr nur Kooperationen mit Banken, sondern auch[ mit Zahlungsdienstleistern](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=624bef570e&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ein. Aktuell will EPI laut Chefin Martina Weimert Bizum (Spanien) und Sibs (Portugal) an Bord holen, Gespräche laufen bereits. Ende des Monats kam der nächste Kracher. Ausgerechnet mit der Neobank Revolut hat sich EPI auf eine Zusammenarbeit geeinigt, wie aus verschiedenen Medien zu vernehmen ist. Die britische Bank soll „**Scheme-Member"** von Wero werden und ihren Kund:innen die Nutzung des Bezahldienstes ermöglichen. ## **Revolut zieht es nach Paris** Das britische Fintech hat nach[ eigenen Angaben](https://www.revolut.com/de-DE/news/revolut%5Fannounces%5Fnew%5Fwestern%5Feurope%5Fhq%5Fbased%5Fin%5Fparis%5Fand%5Fwill%5Fapply%5Ffor%5Ffrench%5Fbanking%5Flicence%5Fto%5Fsupport%5Fregional%5Fgrowth/?ref=paymentandbanking.com) die französische Hauptstadt als seine Westeuropa-Zentrale ausgewählt. Das wird man am Frankfurter Finanzplatz wohl nicht so gerne sehen. ## **N26 startet Mobilfunk-Angebot** Nach Revolut, Western Union und Bling bietet nun auch die Neobank N26 Mobilfunktarife an. Die Tarife kommen von Vodafone, insgesamt soll es drei verschiedene geben, die über die N26-App angeboten werden. ## **Paypal und Curve als Konkurrenz zu Apple Pa**y: Die Zahlungsdienstleister nutzten die Öffnung der NFC-Schnittstelle durch Apple, um die kontaktlose Zahlung auf iPhones möglich zu machen. Jedoch müssen Kunden sich bei der Nutzung des Doppelklicks zwischen der Apple Wallet und den alternativen Wallets von Paypal und [Curve](https://www.heise.de/news/Curve-Pay-statt-Apple-Pay-Weiteres-Wallet-macht-Apple-Konkurrenz-10394438.html?ref=paymentandbanking.com) entscheiden. [Wie haben die Wallet von Paypal getestet.](https://paymentandbanking.com/so-schlaegt-sich-die-paypal-wallet-an-der-kasse/) ## **Finom erhält über 90 Millionen Euro** Die KMU-Finanzierungsplattform Finom hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Insgesamt 92,3 Millionen Euro über eine Wachstumsfinanzierung bekam das Fintech vom General Catalyst Customer Value Fund. Im Gegensatz zu herkömmlichem Wachstumskapital ermögliche die Finanzierung durch den Customer Value Fund von General Catalyst FINOM Investitionen in die Kundenakquise ohne Verwässerung der Anteile und ohne zusätzliches Risiko, da General Catalyst das Verlustrisiko trage, wie das Unternehmen mitteilte. ## **Fincite und Harvest schließen sich zusammen** Der WealthTech-Softwareanbieter Fincite und sein französischer Konkurrent Harvest beginnen eine strategische Partnerschaft. Die neu geschaffene Harvest Group soll durch weitere Akquisitionen mittelfristig zum europäischen Champion werden. Beide Firmen bieten Software an, mit denen etwa Banken ihre Vermögensverwaltungsprozesse steuern und vereinfachen können ## **15 Millionen Euro für Circula** Das Fintech erhält in einer aktuellen Finanzierungsrunde Kapital von mehreren Bestandsinvestoren, darunter Alstin Capital und Capnamic. Drei der 15 Millionen Euro stammen dabei aus einem Wandeldarlehen, wie[ *FinanceFWD*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f9cb3d85f1&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) berichtet. Circula bietet eine B2B-Software für Ausgabenmanagement an. \[adrotate banner="55"\] ## **Robinhood startet Blockchain-Plattform in Europa** Der Neobroker will nach Kryptowährungen hierzulande zukünftig auch US-Wertpapiere[ handelbar machen](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f87d975fdb&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Das soll über eine Blockchain-basierte Plattform möglich sein, die Robinhood gemeinsam mit einem Partner aufsetzt. Im Gespräch sind Arbirum und Solana. ## **Trade Republic erhält MiCAR-Lizenz** Bereits Ende April hat der Neobroker die Krypto-Lizenz von der Bafin erhalten. Sie braucht er, um weiterhin Krypto-Dienstleistungen wie Handel und Verwahrung anzubieten. [Was Trade Republic noch damit anfangen kann, haben wir uns angeschaut.](https://paymentandbanking.com/warum-trade-republic-eine-micar-lizenz-braucht/) ## **Vivid Money bekommt MiCAR-Lizenz** Mitte Mai hat auch Vivid Money als eine der ersten Firmen,[ die eine MiCAR-Lizenz erhalten](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c4ea384ed8&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Das bereits in Italien und Spanien verfügbare Krypto-Angebot des Fintechs soll damit ab Juli auch in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden starten. ## **Neue Bafin-Lizenz für 360X** Das Unternehmen 360X von Carlo Kölzer steht[ nun auf der ESMA-Liste](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=c5a6c12129&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) für das DLT-Pilot-Regime. Es ist erst das dritte Unternehmen europaweit. Beteiligt ist auch die Deutsche Börse. ## **C24 wirbt um Neukund:innen** Laut einem Bericht von[ *Business Insider*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5dddb2c550&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) verspricht die Neobank C24 Neukund:innen und Kund:innen eine Prämie von 75 Euro, wenn sie dort ein Konto eröffnen. Mal schauen, wie die Konkurrenz darauf reagieren wird. ## **21X startet erstes Produkt** Europas, nach eigenen Angaben, erste Handels- und Abwicklungsplattform auf DLT-Basis hat heute ihr erstes gelistetes Produkt auf den Markt gebracht: ein tokenisierter UBS-Geldmarktfonds. Bereits im vergangenen Jahr hatte das Frankfurter Fintech eine Lizenz als Blockchain-Börse erhalten. ## **Klarna schreibt schwarze Zahlen und rudert heftig zurück** Das schwedische Fintech hat im Mai neue Zahlen[ vorgelegt](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b5a079fa8d&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com). Demzufolge erzielte es ein Umsatzplus von 15 Prozent auf 701 Millionen US-Dollar. Das bereinigte Betriebsergebnis stieg auf drei Millionen Dollar, wobei die Verluste mit Konsumkrediten in den USA stiegen. Ebenfalls kritisch: Nachdem das schwedische Fintech monatelang große Schlagzeilen damit machte, dass es seine Call-Center durch KI ersetzen lassen könnte, fällt den Chefs nun auf, dass es so nicht klappt. Wie die Pläne jetzt aussehen und warum das alles ein bisschen peinlich ist,[ lest ihr hier.](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=eacfba6e13&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) ## **Aufinity Group schließt Finanzierungsrunde ab** Das Fintech hinter bezahl.de hat in seiner Series-C-Finanzierungsrunde nach eigenen Angaben 23 Millionen eingesammelt. Neu-Investor ist Blackfin Capital Partners, Geld erneut hinzugegeben haben dem Start-up zufolge Paypal Ventures und Seaya Ventures. ## **Nao und Volksbank Lahr schließen Partnerschaft** Als erste Genossenschaftsbank integriert die Volksbank Lahr das Private-Market-Angebot des Wealthtech Nao. Dadurch sollen die rund 100.000 Kund:innen Zugang zu Anlagemöglichkeiten erhalten, die bisher ausschließlich Hochvermögenden und institutionellen Investoren vorbehalten waren. ## **Taxdoo übernimmt Accountdigital** Mit der Übernahme ergänzt das Taxtech aus Hamburg nach eigenen[ Angaben](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=39d5f6a576&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) sein Angebot für Steuerkanzleien und Onlinehändler um eine KI-gestützte, automatisierte Buchhaltungslösung. Alle 30 Mitarbeiter:innen sollen übernommen werden. Den Kaufpreis geben beide Seiten nicht bekannt. ## **Deblock startet in Deutschland** Das französische Start-up will Banking und die Verwahrung von Kryptowährungen miteinander vereinen. In Spanien und Frankreich ist das Fintech, dass seinen Kund:innen unter anderem unbegrenzte Ein- und Auszahlungen von Kryptowährungen anbietet, bereits aktiv. ## **Neuer Solaris-CEO?** Das[ Manager-Magazin munkelt,](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=1919bbb387&e=9596e2b34d&ref=paymentandbanking.com) dass Solaris schon wieder einen neuen Boss bekommen könnte – und zwar den ehemaligen Flatex-Chef. Na, das wäre ja mal wirklich was Neues. ## **Philipp Schaaf geht zu Re:cap** Der ehemalige Ratepay-Manager fängt nach Angaben von Re:cap als Chief Operation Officer (COO) bei dem Finanzierungs-Start-up an. Er soll unter anderem die strategische Ausrichtung des Fintechs mitgestalten und die Unternehmensstruktur weiterentwickeln. ### UPDATE: ALLE Finanzierungsrunden, Exits und Insolvenzen deutscher Fintechs bis 2024 URL: https://paymentandbanking.com/update-alle-finanzierungsrunden-exits-und-insolvenzen-deutscher-fintechs-bis-2024-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:21.000Z ***Im vergangenen Jahr ist die weltweite Fintech-Finanzierung erneut gesunken. Wir haben gesammelt, welche deutschen Fintech 2024 trotzdem Investoren von sich überzeugen konnten – und welche vom Markt verschwanden.** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/german-fintechs-funding-updates-05-2025-scaled.jpg) Das Jahr 2024 war wieder kein einfaches für Fintech: Das wurde schon bei der [letzten Ausgabe der Infografik](https://paymentandbanking.com/2024-finanzierungsrunden-exits-und-insolvenzen-deutscher-fintech/) für das erste Halbjahr klar. Nun haben wir auch die restlichen Finanzierungen, Exits und Insolvenzen für 2024 ergänzt. Das Bild hat sich nicht geändert. Im Gegenteil: Die weltweite Fintech-Finanzierung sank laut einer [Studie von CB Insights](https://www.cbinsights.com/research/report/fintech-trends-2024/?ref=paymentandbanking.com) auf 33,7 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre. Dafür ist das Volumen der Finanzierungsrunden im Mittel auf 4 Millionen US-Dollar gestiegen. Im ersten Halbjahr 2024 waren laut [KPMG](https://kpmg.com/de/en/home/insights/2024/08/pulse-of-fintech-h1-24-latest-trends-in-the-german-fintech-market.html?ref=paymentandbanking.com) vor allem hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheit Grund für den Einbruch der Finanzierungen. Dennoch konnten wir im vergangenen Jahr insgesamt 42 Finanzierungsrunden beobachten, davon 29 im ersten Halbjahr und 13 im zweiten Halbjahr. Am meisten Finanzierungsrunden gab es im April: Dort erhielten neun Fintech Geld von Investoren. Für September konnten wir keinen einzigen Deal identifizieren. **Die Infografik steht euch auch hochauflösend als Download zur Verfügung.** **[Hier hochauflösend Downloaden](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfsXywZw39PGDc2fp7C8COlffMVir527wKaTa3GttqGrgofQA/viewform?usp=sharing&ouid=114466117631201219610&ref=paymentandbanking.com)** [Das größte Funding erhielt SumUp im Mai 2024](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-fintech-news-im-mai/). Insgesamt 1,5 Milliarden Euro sammelte der Anbieter von Kassensystemen von namhaften Investoren ein, darunter Goldman Sachs, die Deutsche Bank und Blackrock. Das Geld diente der Refinanzierung von bestehenden Schulden und dem globalen Wachstum. Auch Iwoca, Solaris und Pliant erhielten hohe Summen. Bei [Iwoca](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-fintech-news-im-mai/) waren es 175 Millionen Euro von der Citibank und von Insight Investments, um Kredite für deutsche kleine und mittelständische Unternehmen zu finanzieren. Solaris bekam im März 96 Millionen Euro und zusätzlich eine Finanzgarantie über 100 Millionen Euro. Die Mittel sollten das Kreditkartenprogramm des ADAC absichern. Die Kreditkartenplattform Pliant bekam sogar zwei Mal Geld: [Im Januar 33 Millionen Euro](https://paymentandbanking.com/die-fintech-news-aus-dem-januar-2024/) und einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro, [im April kamen weitere 18 Millionen Euro hinzu](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-news-april-payment-branche/). Insgesamt haben die hier aufgelisteten Fintech 2024 rund 2,82 Milliarden Euro eingesammelt. Der Mittelwert liegt bei 13,95 Millionen Euro. Nicht in diese Summe eingerechnet sind drei Fintechs, deren Fundingsumme unbekannt ist. Leichte Abweichungen ergeben sich außerdem durch die Umrechnung von Dollar in Euro. Am meisten Geld steckten Investoren in Payment-Start-ups: Neun Fintech in diesem Bereich bekamen über 1,7 Milliarden Euro, wobei die Sumup-Megarunde auch hier den größten Teil ausmacht. Das zweitgrößte Fundingvolumen gab es im Bereich API-Banking, wo Pliant und Solaris in drei Finanzierungsrunden insgesamt 347 Millionen Euro erhielten. Die zweitmeisten Deals gab es für Anbieter von Trading, Investing und Krypto, wo sechs Fintech insgesamt 32,6 Millionen Euro erhielten. Im Kreditbereich gab es fünf Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von 219,6 Millionen Euro. Insgesamt konnten wir sieben Exits identifizieren. Vor allem der [Verkauf von Creditshelf an den Schweizer Konkurrenten Teylor](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-news-april-payment-branche/) im April erregte Aufmerksamkeit. Nach eigenen Aussagen hat die Übernahme Teylor zum Marktführer für Kredite für kleine und mittlere Unternehmen gemacht. Der Verkauf rettete Creditshelf, das sich im Februar nach Refinanzierungsschwierigkeiten in ein Schutzschirmverfahren begeben hatte. Auch der Zahlungsdienstleister Jitpay war insolvent, als die Volksbank Brawo 100 Prozent der Anteile übernahm. Pile Capital hingegen wurde schon zwei Jahre nach seiner Gründung an Vivid verkauft. Zwei Fintechs wurden von ihren Gründern zurückgekauft. Im Juli kauften René Maudrich und Benjamin Kirschner alle Anteile des von ihnen gegründeten Accounting-Start-ups Fastbill zurück. Sie hatten das Fintech 2021 an das kanadische Unternehmen Freshbooks verkauft. Die Gründer von Ride Capital kauften ihr Start-up ebenfalls zurück. Außerdem haben wir vergangenes Jahr acht Insolvenzen beobachtet. Die erste Jahreshälfte sah die Insolvenzen von ExpressSteuer, Dock Financial und Mobyfin, der umbenannten Fintech-Tochter von Auto 1\. Im Juli rutsche Clink in die Insolvenz. Brygge, die Open-Banking für alte Menschen anboten, versuchten sich zunächst in die Gemeinnützigkeit zu retten. Als ihr Antrag abgelehnt wurde, verschwand Brygge vom Markt. Oneclimate musste sich im September verabschieden, weil Viessmann die Finanzierung einstellte. Ebenfalls im September ging Enfore bankrott. Seitdem wird gegen den Gründer Marco Börries wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung ermittelt. **Wir haben ein Start-up vergessen oder einen Fehler gemacht? Wir freuen uns auf euer Feedback! Meldet euch gerne unter infografiken@paymentandbanking.com** ![](https://vg09.met.vgwort.de/na/9e14ee0db5f44ba98128a4906f678777) ### UPDATE: ALLE Finanzierungsrunden, Exits und Insolvenzen deutscher Fintechs bis 2024 URL: https://paymentandbanking.com/update-alle-finanzierungsrunden-exits-und-insolvenzen-deutscher-fintechs-bis-2024/ Last updated: 2025-08-05T08:55:44.000Z ***Im vergangenen Jahr ist die weltweite Fintech-Finanzierung erneut gesunken. Wir haben gesammelt, welche deutschen Fintech 2024 trotzdem Investoren von sich überzeugen konnten – und welche vom Markt verschwanden.** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/german-fintechs-funding-updates-05-2025-scaled.jpg) Das Jahr 2024 war wieder kein einfaches für Fintech: Das wurde schon bei der [letzten Ausgabe der Infografik](https://paymentandbanking.com/2024-finanzierungsrunden-exits-und-insolvenzen-deutscher-fintech/) für das erste Halbjahr klar. Nun haben wir auch die restlichen Finanzierungen, Exits und Insolvenzen für 2024 ergänzt. Das Bild hat sich nicht geändert. Im Gegenteil: Die weltweite Fintech-Finanzierung sank laut einer [Studie von CB Insights](https://www.cbinsights.com/research/report/fintech-trends-2024/?ref=paymentandbanking.com) auf 33,7 Milliarden Euro und damit auf den niedrigsten Wert der letzten sieben Jahre. Dafür ist das Volumen der Finanzierungsrunden im Mittel auf 4 Millionen US-Dollar gestiegen. Im ersten Halbjahr 2024 waren laut [KPMG](https://kpmg.com/de/en/home/insights/2024/08/pulse-of-fintech-h1-24-latest-trends-in-the-german-fintech-market.html?ref=paymentandbanking.com) vor allem hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheit Grund für den Einbruch der Finanzierungen. Dennoch konnten wir im vergangenen Jahr insgesamt 42 Finanzierungsrunden beobachten, davon 29 im ersten Halbjahr und 13 im zweiten Halbjahr. Am meisten Finanzierungsrunden gab es im April: Dort erhielten neun Fintech Geld von Investoren. Für September konnten wir keinen einzigen Deal identifizieren. **Die Infografik steht euch auch hochauflösend als Download zur Verfügung.** **[Hier hochauflösend Downloaden](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSfsXywZw39PGDc2fp7C8COlffMVir527wKaTa3GttqGrgofQA/viewform?usp=sharing&ouid=114466117631201219610&ref=paymentandbanking.com)** [Das größte Funding erhielt SumUp im Mai 2024](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-fintech-news-im-mai/). Insgesamt 1,5 Milliarden Euro sammelte der Anbieter von Kassensystemen von namhaften Investoren ein, darunter Goldman Sachs, die Deutsche Bank und Blackrock. Das Geld diente der Refinanzierung von bestehenden Schulden und dem globalen Wachstum. Auch Iwoca, Solaris und Pliant erhielten hohe Summen. Bei [Iwoca](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-fintech-news-im-mai/) waren es 175 Millionen Euro von der Citibank und von Insight Investments, um Kredite für deutsche kleine und mittelständische Unternehmen zu finanzieren. Solaris bekam im März 96 Millionen Euro und zusätzlich eine Finanzgarantie über 100 Millionen Euro. Die Mittel sollten das Kreditkartenprogramm des ADAC absichern. Die Kreditkartenplattform Pliant bekam sogar zwei Mal Geld: [Im Januar 33 Millionen Euro](https://paymentandbanking.com/die-fintech-news-aus-dem-januar-2024/) und einen Kredit in Höhe von 100 Millionen Euro, [im April kamen weitere 18 Millionen Euro hinzu](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-news-april-payment-branche/). Insgesamt haben die hier aufgelisteten Fintech 2024 rund 2,82 Milliarden Euro eingesammelt. Der Mittelwert liegt bei 13,95 Millionen Euro. Nicht in diese Summe eingerechnet sind drei Fintechs, deren Fundingsumme unbekannt ist. Leichte Abweichungen ergeben sich außerdem durch die Umrechnung von Dollar in Euro. Am meisten Geld steckten Investoren in Payment-Start-ups: Neun Fintech in diesem Bereich bekamen über 1,7 Milliarden Euro, wobei die Sumup-Megarunde auch hier den größten Teil ausmacht. Das zweitgrößte Fundingvolumen gab es im Bereich API-Banking, wo Pliant und Solaris in drei Finanzierungsrunden insgesamt 347 Millionen Euro erhielten. Die zweitmeisten Deals gab es für Anbieter von Trading, Investing und Krypto, wo sechs Fintech insgesamt 32,6 Millionen Euro erhielten. Im Kreditbereich gab es fünf Finanzierungsrunden mit einem Gesamtvolumen von 219,6 Millionen Euro. Insgesamt konnten wir sieben Exits identifizieren. Vor allem der [Verkauf von Creditshelf an den Schweizer Konkurrenten Teylor](https://paymentandbanking.com/die-zehn-wichtigsten-news-april-payment-branche/) im April erregte Aufmerksamkeit. Nach eigenen Aussagen hat die Übernahme Teylor zum Marktführer für Kredite für kleine und mittlere Unternehmen gemacht. Der Verkauf rettete Creditshelf, das sich im Februar nach Refinanzierungsschwierigkeiten in ein Schutzschirmverfahren begeben hatte. Auch der Zahlungsdienstleister Jitpay war insolvent, als die Volksbank Brawo 100 Prozent der Anteile übernahm. Pile Capital hingegen wurde schon zwei Jahre nach seiner Gründung an Vivid verkauft. Zwei Fintechs wurden von ihren Gründern zurückgekauft. Im Juli kauften René Maudrich und Benjamin Kirschner alle Anteile des von ihnen gegründeten Accounting-Start-ups Fastbill zurück. Sie hatten das Fintech 2021 an das kanadische Unternehmen Freshbooks verkauft. Die Gründer von Ride Capital kauften ihr Start-up ebenfalls zurück. Außerdem haben wir vergangenes Jahr acht Insolvenzen beobachtet. Die erste Jahreshälfte sah die Insolvenzen von ExpressSteuer, Dock Financial und Mobyfin, der umbenannten Fintech-Tochter von Auto 1\. Im Juli rutsche Clink in die Insolvenz. Brygge, die Open-Banking für alte Menschen anboten, versuchten sich zunächst in die Gemeinnützigkeit zu retten. Als ihr Antrag abgelehnt wurde, verschwand Brygge vom Markt. Oneclimate musste sich im September verabschieden, weil Viessmann die Finanzierung einstellte. Ebenfalls im September ging Enfore bankrott. Seitdem wird gegen den Gründer Marco Börries wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung ermittelt. **Wir haben ein Start-up vergessen oder einen Fehler gemacht? Wir freuen uns auf euer Feedback! Meldet euch gerne unter infografiken@paymentandbanking.com** \[adrotate banner="56"\] ![](https://vg09.met.vgwort.de/na/9e14ee0db5f44ba98128a4906f678777) ### Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Neue Anforderungen für Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-neue-anforderungen-fuer-banken-und-fintechs-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:22.000Z **Es betrifft weitaus mehr als nur öffentliche Stellen: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) tritt am 28\. Juni 2025 in Kraft. In dieser Folge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt erklärt Katharina Wagener, was es mit dem BFSG auf sich hat.** Ab dem 28\. Juni verpflichtet das Gesetz erstmals auch private Unternehmen, bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten – darunter viele, die für die Finanzbranche relevant sind. In der ersten von zwei Folgen zur neuen Barrierefreiheits-Regulierung werfen [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) und [Katharina Wagener](https://www.linkedin.com/in/katharina-wagener-396a43181/?ref=paymentandbanking.com), Anwältin bei Annerton und Expertin für Bank- und Zahlungsdienstrecht, einen grundlegenden Blick auf das BFSG. Es setzt eine EU-Richtlinie um, die Teil einer breiteren Strategie für eine inklusivere Gesellschaft ist. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung besseren Zugang zu digitalen und physischen Angeboten zu ermöglichen – auch in der Privatwirtschaft. Konkret betroffen sind etwa Zahlungsterminals, Apps und Bankdienstleistungen wie Kontoführung, Kredite oder digitale Services. Diese müssen künftig verständlich, zugänglich und nutzbar sein – unter anderem durch Sprachausgaben, Kontraste, assistive Technologien oder vereinfachte Sprache. Nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen verpflichtet: Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und bis zu zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind ausgenommen. Für alle anderen gilt: Bestehende Produkte genießen Übergangsfristen, neue Produkte müssen ab dem 28\. Juni 2025 den BFSG-Anforderungen entsprechen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, Produktverbote – und Klagen von Betroffenen oder Verbänden. Diese erste Folge gibt einen Überblick über die Ziele, Inhalte und Auswirkungen des Gesetzes. Sie zeigt: Das Thema Barrierefreiheit geht auch die Finanzwelt direkt an – und es bleibt nicht viel Zeit zur Umsetzung. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, warum Barrierefreiheit bald ein Business-Must-Have ist. --- [Hier findet ihr alle Podcasts auf unserem Payment & Banking-Blog](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/posts/paymentandbanking%5Fbfsg-neue-anforderungen-f%C3%BCr-banken-und-fintechs-activity-7333365542315024385-XwIj?utm%5Fsource=share&utm%5Fmedium=member%5Fdesktop&rcm=ACoAADpwBC0Br-6WXJMYcKJc7OaGzlX4EBuq7tg) - [YouTube](https://youtu.be/BpyiuzoT62E?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/78UuobWsNtdnMyadvdZnUk?si=Ib9k3go1Qb-vWmeo9-ZhWA&ref=paymentandbanking.com) ### Barrierefreiheitsstärkungsgesetz: Neue Anforderungen für Banken und Fintechs URL: https://paymentandbanking.com/barrierefreiheitsstaerkungsgesetz-neue-anforderungen-fuer-banken-und-fintechs/ Last updated: 2025-08-05T08:55:44.000Z **Es betrifft weitaus mehr als nur öffentliche Stellen: Das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) tritt am 28\. Juni 2025 in Kraft. In dieser Folge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt erklärt Katharina Wagener, was es mit dem BFSG auf sich hat.** Ab dem 28\. Juni verpflichtet das Gesetz erstmals auch private Unternehmen, bestimmte Produkte und Dienstleistungen barrierefrei zu gestalten – darunter viele, die für die Finanzbranche relevant sind. In der ersten von zwei Folgen zur neuen Barrierefreiheits-Regulierung werfen [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) und [Katharina Wagener](https://www.linkedin.com/in/katharina-wagener-396a43181/?ref=paymentandbanking.com), Anwältin bei Annerton und Expertin für Bank- und Zahlungsdienstrecht, einen grundlegenden Blick auf das BFSG. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/710-barrierefreiheitsstarkungsgesetz-neue-anforderungen-fur-banken-und-fintechs"\] Es setzt eine EU-Richtlinie um, die Teil einer breiteren Strategie für eine inklusivere Gesellschaft ist. Ziel ist es, Menschen mit Behinderung besseren Zugang zu digitalen und physischen Angeboten zu ermöglichen – auch in der Privatwirtschaft. Konkret betroffen sind etwa Zahlungsterminals, Apps und Bankdienstleistungen wie Kontoführung, Kredite oder digitale Services. Diese müssen künftig verständlich, zugänglich und nutzbar sein – unter anderem durch Sprachausgaben, Kontraste, assistive Technologien oder vereinfachte Sprache. Nicht alle Unternehmen sind gleichermaßen verpflichtet: Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitenden und bis zu zwei Millionen Euro Jahresumsatz sind ausgenommen. Für alle anderen gilt: Bestehende Produkte genießen Übergangsfristen, neue Produkte müssen ab dem 28\. Juni 2025 den BFSG-Anforderungen entsprechen. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 100.000 Euro, Produktverbote – und Klagen von Betroffenen oder Verbänden. Diese erste Folge gibt einen Überblick über die Ziele, Inhalte und Auswirkungen des Gesetzes. Sie zeigt: Das Thema Barrierefreiheit geht auch die Finanzwelt direkt an – und es bleibt nicht viel Zeit zur Umsetzung. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, warum Barrierefreiheit bald ein Business-Must-Have ist. \[adrotate banner="55"\] --- [Hier findet ihr alle Podcasts auf unserem Payment & Banking-Blog](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### Warum Trade Republic eine MiCAR-Lizenz braucht URL: https://paymentandbanking.com/warum-trade-republic-eine-micar-lizenz-braucht-2/ Last updated: 2025-05-26T18:48:58.000Z ***Der Neobroker ist nun Besitzer einer Lizenz zum Handel mit Kryptowerten. Das ist zwar konsequent, doch der Kampf um Kund:innen in dem Bereich ist groß.*** Trade Republic hat es getan, und das ziemlich still und heimlich: Bereits seit dem 28\. April hat der Neobroker laut der französischen Finanzmarktaufsicht AMF eine MiCAR-Lizenz. Großartig darüber informiert hat das Berliner Fintech aber nicht. Dabei hat es nun die Grundlage geschaffen, um beim Handel mit Kryptowerten auch in Zukunft mitzumischen – und nicht nur traurig von der Seitenlinie aus zuschauen zu müssen MiCAR ist die Abkürzung für die Markets in Crypto-Asset Regulation, ein Regulierungsrahmen der Europäischen Union (EU) für Kryptowerte. Nur wer eine solche Lizenz hat, darf künftig noch den Handel mit Kryptowerten anbieten, sie verwahren, emittieren und das Staking betreiben. Und da Trade Republic sich inzwischen als „Vollbank“ sieht, gehört eine MiCAR-Lizenz zum Selbstverständnis des Fintechs ganz offenbar dazu. ## **Neobroker brauchen neue Geschäftsbereiche** Sich neue Geschäftsbereiche zu erschließen, ist für (ehemalige) Neobroker, [wie berichtet](https://paymentandbanking.com/pfof-verbot-warum-neobroker-ihr-geschaeftsmodell-aendern-muessen/), unerlässlich. Denn durch das kommende Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) ist ihr zentrales Geschäftsmodell bedroht. Sie brauchen also neue Einnahmequellen. Nur, kann das ausgerechnet mit Krypto funktionieren? Es gibt bereits zahlreiche Anbieter, die den Handel mit Kryptowerten ermöglichen. 25 haben inzwischen eine MiCAR-Lizenz. Da wären etwa Bitpanda, Coinbase und Kraken. Trade Republic bringt zwar acht Millionen Kund:innen mit, doch sind die sicherlich nicht alle scharf darauf, mit Bitcoin und Co. zu handeln. Bei einem Krypto-Broker wie Bitpanda, den es bereits seit 2014 gibt und der nach eigenen Angaben gut sechs Millionen Nutzer:innen hat, dürfte das anders aussehen. ## **MiCAR bietet viel Potenzial** Trade Republic lässt sich davon nicht abschrecken. Den Handel mit über 50 Kryptowährungen biete man derzeit an, so das Fintech. Dazu gehören auch Ethereum, Solana und XRP. Auf sie alle entfalle nur eine Fremdkostenpauschale von einem Euro. Das ist günstig. Wer bei Bitpanda zum Beispiel mit Bitcoin handeln möchte, zahlt derzeit einen Aufschlag von 0,99 Prozent. Für Kund:innen, die stets auf der Suche nach sehr geringen Gebühren sind, dürfte Trade Republic also recht attraktiv erscheinen. Mit der MiCAR-Lizenz kann sich der Neobroker zudem unabhängiger machen. Aktuell werden die Kryptowährungen bei Trade Republic noch vom Dienstleister Bitgo verwahrt. Trade Republic hat nun die Erlaubnis, das auch einfach selbst zu machen. Das könnte langfristig Kosten einsparen. Auch weitere neue Angebote sind nun möglich. Trade Republic könnte es seinen Kund:innen zum Beispiel ermöglichen, Kryptowerte untereinander zu tauschen und auf private Wallets zu übertragen. Aktuell ist das noch nicht möglich. Und so soll es erstmal bleiben, sagte ein Sprecher gegenüber der [WirtschaftsWoche](https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/mica-lizenz-trade-republic-erhaelt-neue-krypto-lizenz-das-muessen-anleger-jetzt-wissen/100129412.html?ref=paymentandbanking.com). Aber was nicht ist, kann ja noch werden. ### Warum Trade Republic eine MiCAR-Lizenz braucht URL: https://paymentandbanking.com/warum-trade-republic-eine-micar-lizenz-braucht/ Last updated: 2025-08-05T08:55:44.000Z ***Der Neobroker ist nun Besitzer einer Lizenz zum Handel mit Kryptowerten. Das ist zwar konsequent, doch der Kampf um Kund:innen in dem Bereich ist groß.*** Trade Republic hat es getan, und das ziemlich still und heimlich: Bereits seit dem 28\. April hat der Neobroker laut der französischen Finanzmarktaufsicht AMF eine MiCAR-Lizenz. Großartig darüber informiert hat das Berliner Fintech aber nicht. Dabei hat es nun die Grundlage geschaffen, um beim Handel mit Kryptowerten auch in Zukunft mitzumischen – und nicht nur traurig von der Seitenlinie aus zuschauen zu müssen MiCAR ist die Abkürzung für die Markets in Crypto-Asset Regulation, ein Regulierungsrahmen der Europäischen Union (EU) für Kryptowerte. Nur wer eine solche Lizenz hat, darf künftig noch den Handel mit Kryptowerten anbieten, sie verwahren, emittieren und das Staking betreiben. Und da Trade Republic sich inzwischen als „Vollbank“ sieht, gehört eine MiCAR-Lizenz zum Selbstverständnis des Fintechs ganz offenbar dazu. ## **Neobroker brauchen neue Geschäftsbereiche** Sich neue Geschäftsbereiche zu erschließen, ist für (ehemalige) Neobroker, [wie berichtet](https://paymentandbanking.com/pfof-verbot-warum-neobroker-ihr-geschaeftsmodell-aendern-muessen/), unerlässlich. Denn durch das kommende Verbot von Payment for Order Flow (PFOF) ist ihr zentrales Geschäftsmodell bedroht. Sie brauchen also neue Einnahmequellen. Nur, kann das ausgerechnet mit Krypto funktionieren? Es gibt bereits zahlreiche Anbieter, die den Handel mit Kryptowerten ermöglichen. 25 haben inzwischen eine MiCAR-Lizenz. Da wären etwa Bitpanda, Coinbase und Kraken. Trade Republic bringt zwar acht Millionen Kund:innen mit, doch sind die sicherlich nicht alle scharf darauf, mit Bitcoin und Co. zu handeln. Bei einem Krypto-Broker wie Bitpanda, den es bereits seit 2014 gibt und der nach eigenen Angaben gut sechs Millionen Nutzer:innen hat, dürfte das anders aussehen. \[adrotate banner="56"\] ## **MiCAR bietet viel Potenzial** Trade Republic lässt sich davon nicht abschrecken. Den Handel mit über 50 Kryptowährungen biete man derzeit an, so das Fintech. Dazu gehören auch Ethereum, Solana und XRP. Auf sie alle entfalle nur eine Fremdkostenpauschale von einem Euro. Das ist günstig. Wer bei Bitpanda zum Beispiel mit Bitcoin handeln möchte, zahlt derzeit einen Aufschlag von 0,99 Prozent. Für Kund:innen, die stets auf der Suche nach sehr geringen Gebühren sind, dürfte Trade Republic also recht attraktiv erscheinen. Mit der MiCAR-Lizenz kann sich der Neobroker zudem unabhängiger machen. Aktuell werden die Kryptowährungen bei Trade Republic noch vom Dienstleister Bitgo verwahrt. Trade Republic hat nun die Erlaubnis, das auch einfach selbst zu machen. Das könnte langfristig Kosten einsparen. Auch weitere neue Angebote sind nun möglich. Trade Republic könnte es seinen Kund:innen zum Beispiel ermöglichen, Kryptowerte untereinander zu tauschen und auf private Wallets zu übertragen. Aktuell ist das noch nicht möglich. Und so soll es erstmal bleiben, sagte ein Sprecher gegenüber der [WirtschaftsWoche](https://www.wiwo.de/finanzen/geldanlage/mica-lizenz-trade-republic-erhaelt-neue-krypto-lizenz-das-muessen-anleger-jetzt-wissen/100129412.html?ref=paymentandbanking.com). Aber was nicht ist, kann ja noch werden. ### Open Banking im E-Commerce: Sicher und verantwortungsvoll URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-im-e-commerce-sicher-und-verantwortungsvoll-2/ Last updated: 2025-06-04T12:08:08.000Z *Online-Shopping boomt – doch Betrug und Überschuldung steigen. Open Banking eröffnet Online-Händlern neue Möglichkeiten, Zahlungen sicherer abzuwickeln und Verbraucher:innen vor Überforderung zu schützen. Ein neuer Blick auf Identität und Zahlungsfähigkeit – unterstützt durch Open Banking und KI.* Der E-Commerce wächst kontinuierlich – doch mit ihm auch die Herausforderungen. Online-Händler sehen sich einer zunehmenden Welle von Cyberkriminalität und Identitätsbetrug ausgesetzt. Gleichzeitig steigen die Konsumentenschulden, insbesondere bei jungen Käufern an. Die Leichtigkeit, mit der beispielsweise Ratenkredit-Modelle genutzt werden können, verschärft diese Problematik. In dieser Gemengelage bietet gerade Open Banking im E-Commerce konkrete Lösungen: Durch die Möglichkeit eines Kontoeinblicks in Echtzeit können Händler und Zahlungsdienstleister Betrugsrisiken minimieren und zugleich eine verantwortungsvolle Zahlungsabwicklung fördern. ## **Betrugsprävention durch Kontoeinblick: Identität absichern, Risiko senken** Ein zentrales Einfallstor für Betrüger ist der Online-Handel. Laut einer aktuellen Erhebung der Wirtschaftsauskunftei Crif, die unter anderem der *Bayerische Rundfunk* aufgegriffen hat, gaben 92 Prozent der befragten E-Commerce-Unternehmen in Deutschland an, bereits mit Identitätsbetrug konfrontiert worden zu sein. Die Täter nutzen gestohlene oder gefälschte Daten, um auf Rechnung zu bestellen – häufig unter falschem Namen, mit Lieferung an Paketstationen oder leerstehende Adressen. Dabei reichen oft schon wenige echte Informationen wie Name, Geburtsdatum oder gehackte Zugangsdaten, um sogenannte synthetische Identitäten zu erzeugen, die bei der Shop-Registrierung plausibel erscheinen. Für Online-Händler ist der Aufwand zur Identitätsprüfung und Betrugsabwehr in den letzten Jahren stark gestiegen. Laut Crif erlitten 43 Prozent der betroffenen Händler Schäden zwischen 10.000 und 100.000 Euro, bei rund 20 Prozent lagen die Verluste sogar darüber. Hier setzt Open Banking an: Über einen automatisierten Kontoeinblick mittels einer Schnittstelle zur Bank in Kombination mit einer Identitätsprüfung können Banking-API-Provider verifizieren, ob eine Person tatsächlich existiert und Inhaber:in des angegebenen Bankkontos ist. Dadurch lassen sich: - Identitäten zuverlässig prüfen, - Betrugsversuche frühzeitig erkennen, - Altersprüfungen effizient integrieren. ## **Durch Open Banking im E-Commerce: Zahlungsfähigkeit realistisch einschätzen** Doch nicht nur durch Menschen mit krimineller Energie stehen E-Commerce-Anbieter vor Herausforderungen. Parallel dazu wächst die Sorge um die finanzielle Überforderung junger Verbraucher:innen. Eine aktuelle Analyse des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) zeigt, dass die Verschuldung von Konsumenten in Deutschland zunimmt. Der „Überschuldungsreport 2024“ des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) weist beispielsweise darauf hin, dass Ratenkredite eine bedeutende Rolle bei der Überschuldung spielen. Fast jeder fünfte Ratsuchende bei Schuldnerberatungsstellen hat mindestens eine Forderung aus solchen Abzahlungskrediten. Diese Angebote richten sich vorwiegend an jüngere, internetaffine und besonders konsumfreudige Zielgruppen und bergen die Gefahr hoher Verzugszinsen und Mahngebühren. Open Banking schafft hier Transparenz: Über einen gezielten Kontoeinblick lässt sich feststellen: - Ob das Konto gedeckt ist, um die Zahlung sofort auszuführen. - Ob ein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist, das Ratenzahlungen absichern könnte. - Ob Risikofaktoren wie häufige Lastschriftrückbuchungen bestehen. Open Banking-Lösungen der neuesten Generation kombinieren Kontoeinblick, Identitätsverifikation und Zahlungsinitiierung, sodass Online-Händler nicht nur Betrugsrisiken, sondern auch Zahlungsausfälle nachhaltig reduzieren können. Darüber hinaus eröffnen Open-Banking-gestützte Zahlungslösungen neue Optionen am Point of Sale: Über finAPI, einem der führenden Anbieter im Open Banking, können E-Commerce-Unternehmen Konsument:innen direkt per Überweisung, Echtzeitüberweisung, Terminüberweisung, Dauerauftrag oder Lastschrift bezahlen lassen. ## **KI und Open Banking – eine perfekte Kombination** Open Banking öffnet den Zugang zu Zahlungsdaten – doch erst durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entstehen daraus verwertbare Informationen. Machine Learning-Algorithmen ermöglichen es, Kontotransaktionen automatisch zu kategorisieren, Zahlungsflüsse zu analysieren und Risikomuster frühzeitig zu erkennen. So lassen sich etwa Rücklastschriften, unregelmäßige Einkommen oder auffällige Ausgaben identifizieren – Hinweise, die bei einer verantwortungsvollen Zahlungsentscheidung im E-Commerce helfen können. Für Verbraucher:innen bedeutet das mehr Transparenz über die eigene finanzielle Lage – etwa in digitalen Haushaltsbüchern oder Finanzassistenten. Händler und Dienstleister erhalten durch die strukturierte Analyse von Kontodaten valide Entscheidungsgrundlagen für Risiko- und Liquiditätsprüfungen – etwa im Rahmen von Ratenzahlungen oder neuen Zahlungslösungen. Die Kombination aus Open Banking und KI schafft so die Basis für datenbasierte, faire und zugleich sichere Geschäftsmodelle im digitalen Handel. ### Open Banking im E-Commerce: Sicher und verantwortungsvoll URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-im-e-commerce-sicher-und-verantwortungsvoll/ Last updated: 2025-08-05T08:55:44.000Z *Online-Shopping boomt – doch Betrug und Überschuldung steigen. Open Banking eröffnet Online-Händlern neue Möglichkeiten, Zahlungen sicherer abzuwickeln und Verbraucher:innen vor Überforderung zu schützen. Ein neuer Blick auf Identität und Zahlungsfähigkeit – unterstützt durch Open Banking und KI.* Der E-Commerce wächst kontinuierlich – doch mit ihm auch die Herausforderungen. Online-Händler sehen sich einer zunehmenden Welle von Cyberkriminalität und Identitätsbetrug ausgesetzt. Gleichzeitig steigen die Konsumentenschulden, insbesondere bei jungen Käufern an. Die Leichtigkeit, mit der beispielsweise Ratenkredit-Modelle genutzt werden können, verschärft diese Problematik. In dieser Gemengelage bietet gerade Open Banking im E-Commerce konkrete Lösungen: Durch die Möglichkeit eines Kontoeinblicks in Echtzeit können Händler und Zahlungsdienstleister Betrugsrisiken minimieren und zugleich eine verantwortungsvolle Zahlungsabwicklung fördern. ## **Betrugsprävention durch Kontoeinblick: Identität absichern, Risiko senken** Ein zentrales Einfallstor für Betrüger ist der Online-Handel. Laut einer aktuellen Erhebung der Wirtschaftsauskunftei Crif, die unter anderem der *Bayerische Rundfunk* aufgegriffen hat, gaben 92 Prozent der befragten E-Commerce-Unternehmen in Deutschland an, bereits mit Identitätsbetrug konfrontiert worden zu sein. Die Täter nutzen gestohlene oder gefälschte Daten, um auf Rechnung zu bestellen – häufig unter falschem Namen, mit Lieferung an Paketstationen oder leerstehende Adressen. Dabei reichen oft schon wenige echte Informationen wie Name, Geburtsdatum oder gehackte Zugangsdaten, um sogenannte synthetische Identitäten zu erzeugen, die bei der Shop-Registrierung plausibel erscheinen. Für Online-Händler ist der Aufwand zur Identitätsprüfung und Betrugsabwehr in den letzten Jahren stark gestiegen. Laut Crif erlitten 43 Prozent der betroffenen Händler Schäden zwischen 10.000 und 100.000 Euro, bei rund 20 Prozent lagen die Verluste sogar darüber. Hier setzt Open Banking an: Über einen automatisierten Kontoeinblick mittels einer Schnittstelle zur Bank in Kombination mit einer Identitätsprüfung können Banking-API-Provider verifizieren, ob eine Person tatsächlich existiert und Inhaber:in des angegebenen Bankkontos ist. Dadurch lassen sich: - Identitäten zuverlässig prüfen, - Betrugsversuche frühzeitig erkennen, - Altersprüfungen effizient integrieren. \[adrotate banner="58"\] ## **Durch Open Banking im E-Commerce: Zahlungsfähigkeit realistisch einschätzen** Doch nicht nur durch Menschen mit krimineller Energie stehen E-Commerce-Anbieter vor Herausforderungen. Parallel dazu wächst die Sorge um die finanzielle Überforderung junger Verbraucher:innen. Eine aktuelle Analyse des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) zeigt, dass die Verschuldung von Konsumenten in Deutschland zunimmt. Der „Überschuldungsreport 2024“ des Instituts für Finanzdienstleistungen (IFF) weist beispielsweise darauf hin, dass Ratenkredite eine bedeutende Rolle bei der Überschuldung spielen. Fast jeder fünfte Ratsuchende bei Schuldnerberatungsstellen hat mindestens eine Forderung aus solchen Abzahlungskrediten. Diese Angebote richten sich vorwiegend an jüngere, internetaffine und besonders konsumfreudige Zielgruppen und bergen die Gefahr hoher Verzugszinsen und Mahngebühren. Open Banking schafft hier Transparenz: Über einen gezielten Kontoeinblick lässt sich feststellen: - Ob das Konto gedeckt ist, um die Zahlung sofort auszuführen. - Ob ein regelmäßiges Einkommen vorhanden ist, das Ratenzahlungen absichern könnte. - Ob Risikofaktoren wie häufige Lastschriftrückbuchungen bestehen. Open Banking-Lösungen der neuesten Generation kombinieren Kontoeinblick, Identitätsverifikation und Zahlungsinitiierung, sodass Online-Händler nicht nur Betrugsrisiken, sondern auch Zahlungsausfälle nachhaltig reduzieren können. Darüber hinaus eröffnen Open-Banking-gestützte Zahlungslösungen neue Optionen am Point of Sale: Über finAPI, einem der führenden Anbieter im Open Banking, können E-Commerce-Unternehmen Konsument:innen direkt per Überweisung, Echtzeitüberweisung, Terminüberweisung, Dauerauftrag oder Lastschrift bezahlen lassen. ## **KI und Open Banking – eine perfekte Kombination** Open Banking öffnet den Zugang zu Zahlungsdaten – doch erst durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) entstehen daraus verwertbare Informationen. Machine Learning-Algorithmen ermöglichen es, Kontotransaktionen automatisch zu kategorisieren, Zahlungsflüsse zu analysieren und Risikomuster frühzeitig zu erkennen. So lassen sich etwa Rücklastschriften, unregelmäßige Einkommen oder auffällige Ausgaben identifizieren – Hinweise, die bei einer verantwortungsvollen Zahlungsentscheidung im E-Commerce helfen können. Für Verbraucher:innen bedeutet das mehr Transparenz über die eigene finanzielle Lage – etwa in digitalen Haushaltsbüchern oder Finanzassistenten. Händler und Dienstleister erhalten durch die strukturierte Analyse von Kontodaten valide Entscheidungsgrundlagen für Risiko- und Liquiditätsprüfungen – etwa im Rahmen von Ratenzahlungen oder neuen Zahlungslösungen. Die Kombination aus Open Banking und KI schafft so die Basis für datenbasierte, faire und zugleich sichere Geschäftsmodelle im digitalen Handel. ### So will Riverty die Zukunft des Bezahlens gestalten URL: https://paymentandbanking.com/so-will-riverty-die-zukunft-des-bezahlens-gestalten-2/ Last updated: 2025-05-26T12:47:40.000Z ***In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht Andreas Barth, CEO von Riverty, über die strategische Transformation seines Unternehmens – vom klassischen Finanzdienstleister zum innovationsgetriebenen „human-centric fintech player“.*** Riverty, hervorgegangen aus Arvato Financial Solutions, brachte ein breites Portfolio an Zahlungslösungen und Forderungsmanagement hervor – von „Buy Now, Pay Later“ bis hin zu smarten Back-in-Flow-Ansätzen. Ein zentrales Thema im Gespräch ist der Megatrend Embedded Finance. [Barth](https://www.linkedin.com/in/andreas-barth/?ref=paymentandbanking.com) beschreibt, wie Finanzdienstleistungen immer stärker in Nicht-Finanzprodukte integriert werden – etwa im E-Commerce oder Mobilitätssektor. Dabei spiele Künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle: Sie ermöglicht Hyperpersonalisierung und eröffnet neue Wege in der Kund:innen-Ansprache. Barths Vision: Ein E-Commerce, in dem smarte Agenten Zahlungen abwickeln, Kredite empfehlen oder Rückzahlungen flexibel steuern – ganz ohne Medienbrüche. **Order-to-Cash 2040: Weniger Kontaktpunkte, mehr Wirkung** Barth gibt einen Ausblick auf die „perfekte Order-to-Cash-Reise“ im Jahr 2040: Nur noch wenige, dafür hochrelevante Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Kund:innen, vollständig digital, sicher und persönlich. Dafür braucht es nicht nur Technologie, sondern vier klare Enabler: Mitarbeiter:innen, technologische Exzellenz, operative Effizienz und regulatorische Souveränität. 🎧 Jetzt reinhören! [Alle Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### So will Riverty die Zukunft des Bezahlens gestalten URL: https://paymentandbanking.com/so-will-riverty-die-zukunft-des-bezahlens-gestalten/ Last updated: 2025-08-05T08:55:45.000Z ***In dieser Episode des Payment & Banking Fintech Podcasts spricht Andreas Barth, CEO von Riverty, über die strategische Transformation seines Unternehmens – vom klassischen Finanzdienstleister zum innovationsgetriebenen „human-centric fintech player“.*** Riverty, hervorgegangen aus Arvato Financial Solutions, brachte ein breites Portfolio an Zahlungslösungen und Forderungsmanagement hervor – von „Buy Now, Pay Later“ bis hin zu smarten Back-in-Flow-Ansätzen. Ein zentrales Thema im Gespräch ist der Megatrend Embedded Finance. [Barth](https://www.linkedin.com/in/andreas-barth/?ref=paymentandbanking.com) beschreibt, wie Finanzdienstleistungen immer stärker in Nicht-Finanzprodukte integriert werden – etwa im E-Commerce oder Mobilitätssektor. Dabei spiele Künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle: Sie ermöglicht Hyperpersonalisierung und eröffnet neue Wege in der Kund:innen-Ansprache. Barths Vision: Ein E-Commerce, in dem smarte Agenten Zahlungen abwickeln, Kredite empfehlen oder Rückzahlungen flexibel steuern – ganz ohne Medienbrüche. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/709-so-will-riverty-die-zukunft-des-bezahlens-gestalten"\] **Order-to-Cash 2040: Weniger Kontaktpunkte, mehr Wirkung** Barth gibt einen Ausblick auf die „perfekte Order-to-Cash-Reise“ im Jahr 2040: Nur noch wenige, dafür hochrelevante Kontaktpunkte zwischen Unternehmen und Kund:innen, vollständig digital, sicher und persönlich. Dafür braucht es nicht nur Technologie, sondern vier klare Enabler: Mitarbeiter:innen, technologische Exzellenz, operative Effizienz und regulatorische Souveränität. 🎧 Jetzt reinhören! \[adrotate banner="55"\] [Alle Podcasts findet ihr hier](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### So sieht das deutsche Fintech-Ökosystem aus URL: https://paymentandbanking.com/so-sieht-das-deutsche-fintech-oekosystem-aus-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:23.000Z **Unsere Grafik zum Fintech-Ökosystem ist euer Wegweiser zu den wichtigsten Playern in Deutschland. Hier ist der aktuelle Überblick aller wichtigen Fintechs im deutschen Markt.** Kaum ein anderer Bereich ist für die deutsche Start-up-Szene so wichtig wie Fintechs. Im Jahr 2024 waren fünf der zwölf am höchsten bewerteten Zahlungsdienstleister – namentlich N26, Trade Republic, Mambu, Solaris und Scalable Capital – Fintechs. Sechs von insgesamt 26 Unicorns in Deutschland kamen im gleichen Jahr aus dem Finanzbereich, wie [Zahlen von Bitkom zeigen](https://paymentandbanking.com/content/files/www-bitkom-org/sites/main/files/2024-06/bitkomfintechstudie2024.pdf). Hinter diesen Spitzenreitern verbirgt sich ein ganzes Ökosystem – und das ist immer in Bewegung. Neue Wettbewerber kommen hinzu, andere scheiden aus dem Markt aus, wieder andere ändern ihr Geschäftsmodell. Unsere Grafik bietet einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Segmente und Player im deutschen Fintech-Ökosystem. **[Hier die Datei in hoher Auflösung Downloaden](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScbURCp1N01shM%5FjAyG-v%5FQ5Q8Ysm7BbhU0yU8Y7MOZKLAbJA/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/70730c84-847e-4bb8-adb0-418d5d158d79.png) ## **Payment** Der Payment-Bereich ist mit 47 identifizierten Unternehmen am größten und am diversesten. Hier finden sich Payment Service Provider (PSP) wie Vobapay, Computop oder Mollie, aber auch Buy-now-pay-later-Anbieter wie Billie und Mondu. Auch Unternehmen, die Leistungen rund um Kassensysteme anbieten, wie Sumup oder Nexi, gehören dazu. Mehrere Unternehmen bieten auch Bezahlkarten für Mitarbeiterbenefits an, zum Beispiel Belonio, Spendit oder Givve. Wie sich die Fintechs in das gesamte deutsche Payment-Ökosystem einfügen, könnt ihr [hier](https://paymentandbanking.com/uebersicht-der-payment-unternehmen-in-deutschland/) nachschauen. ## **Banking** 17 Fintechs sind im Banking-Bereich tätig. Darunter sind Neobanken wie N26 und C24, die sich an Privatpersonen richten. Mit Vivid Money, Qonto, Holvi, Lexware und Finom gibt es auch eine Reihe von Anbietern für Geschäftskonten. Cure richtet sich speziell an Ärzte und Zahnärzte, Fleming an Apotheken. Außerdem gibt es in dieser Kategorie einige Dienstleister für das Geschäft von Banken. Finstep bietet zum Beispiel ein Jugendangebot für Banken an und Cadeia hilft Geldhäusern beim Aufsetzen von Finanzprodukten. ## **PFM** PFM steht für Personal Finance Management und meint Software für die persönliche Geld- und Budgetverwaltung. Dazu gehören zum Beispiel die Spar-App Monkee und die Haushaltsbuch-App MoneyCoach. ## **Risk / Rating** Im Bereich Risk und Rating finden sich acht Lösungen, die sich mit Risikominimierung und Bewertungen beschäftigen. Risk Ident, Taktile, Sinpex und Crypto kümmern sich vor allem um Betrugsprävention und Compliance, während Crif und Bonify Bonitätsdaten zur Verfügung stellen. ## **AML / Compliance** Banken sind stark reguliert und müssen Maßnahmen zur Geldwäscheprävention (Anti-Money Laundering, kurz AML) ergreifen. Start-ups, die ihnen dabei helfen, sind Spotixx und Fenergo. AuditOne überprüft Unternehmen und hilft ihnen dabei, Compliance-Standards einzuhalten. ## **Savings** Die Unternehmen in dieser Kategorie wie Weltsparen, Investify und Visualvest beschäftigen sich vor allem mit dem Thema Geldanlage in Form von Tagesgeld, Festgeld und ETF. Divizend ermöglicht die automatisierte Rückerstattung der Quellensteuer auf ausländische Dividenden. ## **Kredit** In unserer Auflistung finden sich 27 Kredit-Fintechs mit verschiedenen Zielgruppen. So vergeben Iwoca, FinCompare, Banxware, Silvr, Teylor, Finmatch und Finpair Kredite an Unternehmen verschiedener Größe. Companisto und Gilion richten sich an Start-ups. Privatpersonen können Kredite von Vaidoo und Vexcash bekommen. Auxmoney hat sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen ein Kreditangebot. Giromatch und Vaidoo erleichtern die Vergabe von Krediten zwischen Privatpersonen. FRC Digital richtet sich an Kommunen. Hinzu kommen Vergleichsplattformen wie Smava und Finanzcheck.de. ## **Digital Assets** Im Bereich Digitale Assets sind derzeit 18 Unternehmen gelistet. Die meisten davon beschäftigen sich mit Tokenisierung, also der Digitalisierung und dem Handel von realen Vermögenswerten. Darunter ist zum Beispiel das Fintech Timeless, bei dem Investoren digitale Anteile an teuren Sammlerstücken kaufen können. ## **Ident** Für viele Bankgeschäfte muss die Identität von Kunden erst überprüft werden. Wir haben sechs Unternehmen identifiziert, die sich mit solchen Know-Your-Customer-Prozessen beschäftigen: IDnow, Verimi, Identify, Verifeye, WebID und Signicat. Sie bieten Lösungen wie automatisierte Identitätsprüfung, Videoidentifikation, Vor-Ort-Identifikation und digitalen Unterschriften an. ## **Sustainability** In dieser Kategorie sind Fintech zusammengefasst, die Nachhaltigkeit ins Zentrum ihres Geschäftsmodells stellen. Derzeit haben wir vier Unternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten erfasst: Ecolytiq bietet eine Lösung an, die die ökologischen Auswirkungen von Transaktionen anzeigt. Die Neobank Tomorrow investiert die Gelder ihrer Kund\*innen nur in ökologisch und sozial nachhaltige Projekte. Die Karte für Mitarbeiterbenefits von Guud kann nur für nachhaltige Zwecke eingesetzt werden. Cloover bietet Finanzierungslösungen für erneuerbare Energien an. ## **Immo** Immobilien sind eine beliebte Anlage für Investoren. Dementsprechend bieten die meisten der Unternehmen in dieser Kategorie Investitionsmöglichkeiten in Immobilien an. Rockets, Engel&Völkers Digital Invest und Zinsbaustein.de ermöglichen zum Beispiel Crowdinvestment in Immobilien. Bei Bergfürst und Propvest können Anleger digital in Sachwerte investieren. Auch für Immobilienverwalter werden Services angeboten: Getmomo ermöglicht die Einrichtung von Mietkautionskonten und Hausgeldkonten und Assetbird hilft beim Immobilienankauf. ## **API Banking** Die 21 Unternehmen in dieser Sparte bieten Banking an, das über eine Schnittstelle eingebunden werden kann. So können Unternehmen Bankendienstleistungen anbieten, ohne selbst eine Lizenz zu besitzen. Zum Beispiel nutzt Tomorrow die API-Anbindung von Solaris. ## **Factoring / Collecting** Durch Factoring können Unternehmen ihre offenen Forderungen verkaufen, um gegen eine Gebühr sofort den Auszahlungsbetrag zu erhalten. Das machen zum Beispiel Walbing, Aifinyo und Jitpay. Mit Collecting ist das Management von Forderungen genannt, worunter auch Inkasso fällt. Dienstleistungen dieser Art bieten unter anderem Aifinyo, Foma, Pair Finance, Troy, Debtist und Riverty an. ## **Accounting** 17 Unternehmen in unserem Ökosystem bieten Lösungen rund um das Thema Buchhaltung und Rechnungen an. Darunter sind Alleskönner wie Lexware, Sevdesk und Smacc, die viele verschiedene Funktionen integrieren, aber auch spezialisierte Anbieter. Monsum, Fakturia und Billwerk+ bieten beispielsweise Abrechnungslösungen für Abonnements an. ## **Trading / Investing / Krypto** In der Kategorie Trading, Investing und Krypto gibt es derzeit 28 Unternehmen. Darunter sind Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker und justTrade sowie API-Anbieter wie Lemon.Markets, Upvest und Brokerize. Auch Vermögensverwaltungs-Software wie Fincite und Krypto-Investmentplattformen wie Bitwala finden sich hier. ## **Tax** In diesem Segment führen wir derzeit vier Unternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Steuererklärung zu erleichtern. Darunter sind Taxfix, Taxdoo, Smartsteuer und SteuerGo. ## **Finanzwissen** Die hier aufgeführten neun Unternehmen informieren über Finanzthemen. Bitcoin2Go, Blocktrainer, BTC Echo und Blockstories vermitteln Wissen zu Krypto und Digital Assets. Finmarie konzentriert sich auf Finanzbildung für Frauen und berät diese auch. Beatvest, JustETF und Finanzfluss beschäftigen sich vor allem mit Geldanlage. Während alle bisher genannten Unternehmen sich an die Öffentlichkeit richten, verfolgt Expert Key einen anderen Ansatz und gibt Schulungen zu Themen wie Krypto und DeFi für Banken. ## **Portfolio Tracking** Mit Portfolio Trackern erhalten Investoren einen besseren Überblick über ihre Depots und können sich verschiedene Finanzdaten aufschlüsseln lassen. Insgesamt 17 Unternehmen in unserem Ökosystem bieten diesen Service an. Hinweis: Bei unserer Infografik handelt es sich um ein Community-Projekt. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls wir wichtige Unternehmen vergessen haben, freuen wir uns über eure Hinweise. Diese könnt ihr an unsere E-Mail für Infografiken schicken: infografiken@paymentandbanking.com. Vielen Dank für euer Engagement! ### So sieht das deutsche Fintech-Ökosystem aus URL: https://paymentandbanking.com/so-sieht-das-deutsche-fintech-oekosystem-aus/ Last updated: 2025-08-05T08:55:45.000Z **Unsere Grafik zum Fintech-Ökosystem ist euer Wegweiser zu den wichtigsten Playern in Deutschland. Hier ist der aktuelle Überblick aller wichtigen Fintechs im deutschen Markt.** Kaum ein anderer Bereich ist für die deutsche Start-up-Szene so wichtig wie Fintechs. Im Jahr 2024 waren fünf der zwölf am höchsten bewerteten Zahlungsdienstleister – namentlich N26, Trade Republic, Mambu, Solaris und Scalable Capital – Fintechs. Sechs von insgesamt 26 Unicorns in Deutschland kamen im gleichen Jahr aus dem Finanzbereich, wie [Zahlen von Bitkom zeigen](https://www.bitkom.org/sites/main/files/2024-06/bitkomfintechstudie2024.pdf?ref=paymentandbanking.com). Hinter diesen Spitzenreitern verbirgt sich ein ganzes Ökosystem – und das ist immer in Bewegung. Neue Wettbewerber kommen hinzu, andere scheiden aus dem Markt aus, wieder andere ändern ihr Geschäftsmodell. Unsere Grafik bietet einen aktuellen Überblick über die wichtigsten Segmente und Player im deutschen Fintech-Ökosystem. **[Hier die Datei in hoher Auflösung Downloaden](https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLScbURCp1N01shM%5FjAyG-v%5FQ5Q8Ysm7BbhU0yU8Y7MOZKLAbJA/viewform?usp=header&ref=paymentandbanking.com)** ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/70730c84-847e-4bb8-adb0-418d5d158d79.png) ## **Payment** Der Payment-Bereich ist mit 47 identifizierten Unternehmen am größten und am diversesten. Hier finden sich Payment Service Provider (PSP) wie Vobapay, Computop oder Mollie, aber auch Buy-now-pay-later-Anbieter wie Billie und Mondu. Auch Unternehmen, die Leistungen rund um Kassensysteme anbieten, wie Sumup oder Nexi, gehören dazu. Mehrere Unternehmen bieten auch Bezahlkarten für Mitarbeiterbenefits an, zum Beispiel Belonio, Spendit oder Givve. Wie sich die Fintechs in das gesamte deutsche Payment-Ökosystem einfügen, könnt ihr [hier](https://paymentandbanking.com/uebersicht-der-payment-unternehmen-in-deutschland/) nachschauen. ## **Banking** 17 Fintechs sind im Banking-Bereich tätig. Darunter sind Neobanken wie N26 und C24, die sich an Privatpersonen richten. Mit Vivid Money, Qonto, Holvi, Lexware und Finom gibt es auch eine Reihe von Anbietern für Geschäftskonten. Cure richtet sich speziell an Ärzte und Zahnärzte, Fleming an Apotheken. Außerdem gibt es in dieser Kategorie einige Dienstleister für das Geschäft von Banken. Finstep bietet zum Beispiel ein Jugendangebot für Banken an und Cadeia hilft Geldhäusern beim Aufsetzen von Finanzprodukten. ## **PFM** PFM steht für Personal Finance Management und meint Software für die persönliche Geld- und Budgetverwaltung. Dazu gehören zum Beispiel die Spar-App Monkee und die Haushaltsbuch-App MoneyCoach. ## **Risk / Rating** Im Bereich Risk und Rating finden sich acht Lösungen, die sich mit Risikominimierung und Bewertungen beschäftigen. Risk Ident, Taktile, Sinpex und Crypto kümmern sich vor allem um Betrugsprävention und Compliance, während Crif und Bonify Bonitätsdaten zur Verfügung stellen. ## **AML / Compliance** Banken sind stark reguliert und müssen Maßnahmen zur Geldwäscheprävention (Anti-Money Laundering, kurz AML) ergreifen. Start-ups, die ihnen dabei helfen, sind Spotixx und Fenergo. AuditOne überprüft Unternehmen und hilft ihnen dabei, Compliance-Standards einzuhalten. ## **Savings** Die Unternehmen in dieser Kategorie wie Weltsparen, Investify und Visualvest beschäftigen sich vor allem mit dem Thema Geldanlage in Form von Tagesgeld, Festgeld und ETF. Divizend ermöglicht die automatisierte Rückerstattung der Quellensteuer auf ausländische Dividenden. ## **Kredit** In unserer Auflistung finden sich 27 Kredit-Fintechs mit verschiedenen Zielgruppen. So vergeben Iwoca, FinCompare, Banxware, Silvr, Teylor, Finmatch und Finpair Kredite an Unternehmen verschiedener Größe. Companisto und Gilion richten sich an Start-ups. Privatpersonen können Kredite von Vaidoo und Vexcash bekommen. Auxmoney hat sowohl für Privatpersonen als auch für Unternehmen ein Kreditangebot. Giromatch und Vaidoo erleichtern die Vergabe von Krediten zwischen Privatpersonen. FRC Digital richtet sich an Kommunen. Hinzu kommen Vergleichsplattformen wie Smava und Finanzcheck.de. ## **Digital Assets** Im Bereich Digitale Assets sind derzeit 18 Unternehmen gelistet. Die meisten davon beschäftigen sich mit Tokenisierung, also der Digitalisierung und dem Handel von realen Vermögenswerten. Darunter ist zum Beispiel das Fintech Timeless, bei dem Investoren digitale Anteile an teuren Sammlerstücken kaufen können. ## **Ident** Für viele Bankgeschäfte muss die Identität von Kunden erst überprüft werden. Wir haben sechs Unternehmen identifiziert, die sich mit solchen Know-Your-Customer-Prozessen beschäftigen: IDnow, Verimi, Identify, Verifeye, WebID und Signicat. Sie bieten Lösungen wie automatisierte Identitätsprüfung, Videoidentifikation, Vor-Ort-Identifikation und digitalen Unterschriften an. ## **Sustainability** In dieser Kategorie sind Fintech zusammengefasst, die Nachhaltigkeit ins Zentrum ihres Geschäftsmodells stellen. Derzeit haben wir vier Unternehmen mit verschiedenen Schwerpunkten erfasst: Ecolytiq bietet eine Lösung an, die die ökologischen Auswirkungen von Transaktionen anzeigt. Die Neobank Tomorrow investiert die Gelder ihrer Kund\*innen nur in ökologisch und sozial nachhaltige Projekte. Die Karte für Mitarbeiterbenefits von Guud kann nur für nachhaltige Zwecke eingesetzt werden. Cloover bietet Finanzierungslösungen für erneuerbare Energien an. ## **Immo** Immobilien sind eine beliebte Anlage für Investoren. Dementsprechend bieten die meisten der Unternehmen in dieser Kategorie Investitionsmöglichkeiten in Immobilien an. Rockets, Engel&Völkers Digital Invest und Zinsbaustein.de ermöglichen zum Beispiel Crowdinvestment in Immobilien. Bei Bergfürst und Propvest können Anleger digital in Sachwerte investieren. Auch für Immobilienverwalter werden Services angeboten: Getmomo ermöglicht die Einrichtung von Mietkautionskonten und Hausgeldkonten und Assetbird hilft beim Immobilienankauf. ## **API Banking** Die 21 Unternehmen in dieser Sparte bieten Banking an, das über eine Schnittstelle eingebunden werden kann. So können Unternehmen Bankendienstleistungen anbieten, ohne selbst eine Lizenz zu besitzen. Zum Beispiel nutzt Tomorrow die API-Anbindung von Solaris. ## **Factoring / Collecting** Durch Factoring können Unternehmen ihre offenen Forderungen verkaufen, um gegen eine Gebühr sofort den Auszahlungsbetrag zu erhalten. Das machen zum Beispiel Walbing, Aifinyo und Jitpay. Mit Collecting ist das Management von Forderungen genannt, worunter auch Inkasso fällt. Dienstleistungen dieser Art bieten unter anderem Aifinyo, Foma, Pair Finance, Troy, Debtist und Riverty an. ## **Accounting** 17 Unternehmen in unserem Ökosystem bieten Lösungen rund um das Thema Buchhaltung und Rechnungen an. Darunter sind Alleskönner wie Lexware, Sevdesk und Smacc, die viele verschiedene Funktionen integrieren, aber auch spezialisierte Anbieter. Monsum, Fakturia und Billwerk+ bieten beispielsweise Abrechnungslösungen für Abonnements an. ## **Trading / Investing / Krypto** In der Kategorie Trading, Investing und Krypto gibt es derzeit 28 Unternehmen. Darunter sind Broker wie Trade Republic, Scalable Capital, Smartbroker und justTrade sowie API-Anbieter wie Lemon.Markets, Upvest und Brokerize. Auch Vermögensverwaltungs-Software wie Fincite und Krypto-Investmentplattformen wie Bitwala finden sich hier. ## **Tax** In diesem Segment führen wir derzeit vier Unternehmen, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Steuererklärung zu erleichtern. Darunter sind Taxfix, Taxdoo, Smartsteuer und SteuerGo. ## **Finanzwissen** Die hier aufgeführten neun Unternehmen informieren über Finanzthemen. Bitcoin2Go, Blocktrainer, BTC Echo und Blockstories vermitteln Wissen zu Krypto und Digital Assets. Finmarie konzentriert sich auf Finanzbildung für Frauen und berät diese auch. Beatvest, JustETF und Finanzfluss beschäftigen sich vor allem mit Geldanlage. Während alle bisher genannten Unternehmen sich an die Öffentlichkeit richten, verfolgt Expert Key einen anderen Ansatz und gibt Schulungen zu Themen wie Krypto und DeFi für Banken. ## **Portfolio Tracking** Mit Portfolio Trackern erhalten Investoren einen besseren Überblick über ihre Depots und können sich verschiedene Finanzdaten aufschlüsseln lassen. Insgesamt 17 Unternehmen in unserem Ökosystem bieten diesen Service an. Hinweis: Bei unserer Infografik handelt es sich um ein Community-Projekt. Wir erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Falls wir wichtige Unternehmen vergessen haben, freuen wir uns über eure Hinweise. Diese könnt ihr an unsere E-Mail für Infografiken schicken: infografiken@paymentandbanking.com. Vielen Dank für euer Engagement! ### So schlägt sich die Paypal-Wallet an der Kasse URL: https://paymentandbanking.com/so-schlaegt-sich-die-paypal-wallet-an-der-kasse-2/ Last updated: 2025-06-05T10:56:13.000Z M*it einer Zahlungsoffensive versucht Paypal, sich in der digitalen Wallet und an der stationären sowie der Online-Kasse nach vorne zu bringen. Wir haben getestet, wie gut das neue Angebot funktioniert.* An der Supermarktkasse, das Smartphone gezückt, ein Doppelklick – und schon ist bezahlt. Was bislang Apple vorbehalten war, kann jetzt auch Paypal. Dank der Öffnung der NFC-Schnittstelle durch Apple können iPhone-Nutzer:innen in Deutschland nun direkt mit der Paypal-App kontaktlos im stationären Handel bezahlen. Hierfür wird eine virtuelle Paypal-Debit-Mastercard in der App erstellt, die an NFC-fähigen Kassenterminals genutzt werden kann. Die Funktion ist bereits seit vergangener Woche verfügbar. In Deutschland testet Paypal diese Zahlungsart als erstes. Kann der Hype also an der Ladenkasse bestehen? Wir sind mit einem iPhone einfach mal losgezogen. Bevor der Spaß losgehen kann, muss das ganze aber erstmal eingerichtet werden. Unter anderem braucht es für die Freigabe in der Paypal-App eine Face-ID oder ein Passwort. Das ist zum Glück schnell gemacht. Auf der Startseite der App prangt nun ein Bezahl-Button ganz oben. Dort findet sich die digitale Wallet mit der eigenen Debitcard von Mastercard. Es gibt zwar die Möglichkeit, für knapp fünf Euro eine physische Karte nach Hause zu bestellen. Das sparen wir uns hier. Schließlich ist das Steinzeit-Technologie und das Smartphone ist günstiger. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/top-1-1.jpg) ## **Schneller zahlen mit Doppelklick** Der erste Einkauf funktionierte dann auch ganz easy: Einfach die App öffnen und nach der Face-ID das Handy ans Kartenlesegerät halten – den Rest übernimmt die NFC-Schnittstelle. Wer es noch einfacher haben will, kann die Paypal-Wallet auch per Doppelklick auf dem seitlichen Button am Smartphone bedienen. Auch hier braucht es dann nur noch die Face-ID. Um die Funktion nutzen zu können, muss man die Standardeinstellung des Doppelklick von der Apple Wallet auf Paypal umstellen, worauf von Paypal bereits in der App freundlich hingewiesen wird. An der Supermarktkasse funktioniert der Shortcut, wie versprochen. Das klingt jetzt banal, ist aber ein ernstzunehmender Angriff auf die Hegemonie der Apple-Wallet auf dem eigenen Gerät. Denn im Krieg der Wallets ist der Doppelklick der Schnellschuss – wer ihn kontrolliert, gewinnt an der Kasse. Was früher das mühsame Rauskramen der Geldbörse an einer vollen und stressigen Supermarktkasse war, ist dem Aufrufen einer App sehr ähnlich: Es dauert – der Doppelklick dagegen bloß eine Sekunde. Wer also eine bestimmte Wallet als Standard hinterlegt, wird diese bei Zahlungen im Alltag wahrscheinlicher benutzen: Für die Anbieter ein Super-Booster für die Nutzung. ## **Wer hat die bessere Wallet?** Nur geht beim Doppelklick eben nicht beides: entweder Paypal oder die Apple Wallet Letztere hat den Vorteil, dass sie nicht bloß Zugriff auf eine Zahlungsmöglichkeit, sondern auf mehrere Karten und zusätzlich hinterlegte Tickets oder Ausweisdokumente bietet. Der Angriff von Paypal wäre also noch größer, wenn sich über den Anbieter noch weitere Zahlungsmöglichkeiten auswählen ließen. ## **Cashback: Lohnt sich das schon?** Paypal muss also noch mehr liefern – und ist da auch dran. Über das Cashback-Angebot Rewards versucht Paypal sein Zahlungsmittel im stationären Handel anzuschieben. Die Punkte, die automatisch bei einer Zahlung gesammelt werden, sollen dann gegen Geld einschließlich des Online-Checkouts eingelöst werden können: 100 Punkte entsprechen hier einem Euro. Das Cashback gibt’s aber nur theoretisch. In der Praxis herrscht derzeit Punktestille. Derzeit befinden sich noch keine Angebote in der App. Mit der Ratenzahlung gibt es eine weitere Neuheit bei Paypal. Das Angebot lässt Ratenzahlungen von drei, sechs, zwölf oder 24 Monaten bis maximal 10.000 Euro zu. Sie ist online sowie nun als “Ratenzahlung-to-go” im stationären Handel möglich. Deren Limit kann je nach Zahlungshistorie der Kund:innen auch niedriger ausfallen. Paypal weist darauf hin, dass weiterhin eine Kreditwürdigkeitsprüfung notwendig sei und es sich bei der Schätzung um keine Kreditgarantie handle. Diesen Kredit müssen Kund:innen vor dem Bezahlvorgang beantragen. In der App kann man bereits bei der Zahlung auswählen, in wie vielen Raten man den Betrag aufteilen möchte. Für die Zahlung im Laden erhalten Kund:innen dann eine einmalige, virtuelle Debit-Mastercard. Immer online möglich ist dagegen eine BNPL-Funktion für Zahlungen nach 30 Tagen bei Einkäufen im Wert von 1 bis 2.000 Euro und mit einer verknüpften Debitkarte. Hier ist eine Zahlung derzeit zinsfrei. In 30 Tagen wird der Betrag automatisch eingezogen. Wenn Kunden eine Verlängerung beantragen, fällt eine Gebühr an. Für den stationären Handel gilt dieses Angebot nicht. Beide Angebote sind unter dem Abschnitt „Später bezahlen” zu finden. Alles in allem ist das ein ziemlich breites Angebot, mit dem Paypal in den War-of-Wallets zieht. Die nächsten Wochen und Monate werden dann zeigen, ob es der Zahlungsdienst schafft, Nutzer:innen in Massen von den anderen Wallets rüberzuziehen und wie gut er sein Angebot erweitern kann. Einen großen Schritt hat man mit der Zahlung an der Ladenkasse gemacht. Technisch lief dabei in den Tests alles reibungslos – das müssen die anderen erstmal nachmachen, wenn sie auch mitmischen wollen. ### So schlägt sich die Paypal-Wallet an der Kasse URL: https://paymentandbanking.com/so-schlaegt-sich-die-paypal-wallet-an-der-kasse/ Last updated: 2025-08-05T08:55:45.000Z M*it einer Zahlungsoffensive versucht Paypal, sich in der digitalen Wallet und an der stationären sowie der Online-Kasse nach vorne zu bringen. Wir haben getestet, wie gut das neue Angebot funktioniert.* An der Supermarktkasse, das Smartphone gezückt, ein Doppelklick – und schon ist bezahlt. Was bislang Apple vorbehalten war, kann jetzt auch Paypal. Dank der Öffnung der NFC-Schnittstelle durch Apple können iPhone-Nutzer:innen in Deutschland nun direkt mit der Paypal-App kontaktlos im stationären Handel bezahlen. Hierfür wird eine virtuelle Paypal-Debit-Mastercard in der App erstellt, die an NFC-fähigen Kassenterminals genutzt werden kann. Die Funktion ist bereits seit vergangener Woche verfügbar. In Deutschland testet Paypal diese Zahlungsart als erstes. Kann der Hype also an der Ladenkasse bestehen? Wir sind mit einem iPhone einfach mal losgezogen. Bevor der Spaß losgehen kann, muss das ganze aber erstmal eingerichtet werden. Unter anderem braucht es für die Freigabe in der Paypal-App eine Face-ID oder ein Passwort. Das ist zum Glück schnell gemacht. Auf der Startseite der App prangt nun ein Bezahl-Button ganz oben. Dort findet sich die digitale Wallet mit der eigenen Debitcard von Mastercard. Es gibt zwar die Möglichkeit, für knapp fünf Euro eine physische Karte nach Hause zu bestellen. Das sparen wir uns hier. Schließlich ist das Steinzeit-Technologie und das Smartphone ist günstiger. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/top-1-1.jpg) ## **Schneller zahlen mit Doppelklick** Der erste Einkauf funktionierte dann auch ganz easy: Einfach die App öffnen und nach der Face-ID das Handy ans Kartenlesegerät halten – den Rest übernimmt die NFC-Schnittstelle. Wer es noch einfacher haben will, kann die Paypal-Wallet auch per Doppelklick auf dem seitlichen Button am Smartphone bedienen. Auch hier braucht es dann nur noch die Face-ID. Um die Funktion nutzen zu können, muss man die Standardeinstellung des Doppelklick von der Apple Wallet auf Paypal umstellen, worauf von Paypal bereits in der App freundlich hingewiesen wird. An der Supermarktkasse funktioniert der Shortcut, wie versprochen. Das klingt jetzt banal, ist aber ein ernstzunehmender Angriff auf die Hegemonie der Apple-Wallet auf dem eigenen Gerät. Denn im Krieg der Wallets ist der Doppelklick der Schnellschuss – wer ihn kontrolliert, gewinnt an der Kasse. Was früher das mühsame Rauskramen der Geldbörse an einer vollen und stressigen Supermarktkasse war, ist dem Aufrufen einer App sehr ähnlich: Es dauert – der Doppelklick dagegen bloß eine Sekunde. Wer also eine bestimmte Wallet als Standard hinterlegt, wird diese bei Zahlungen im Alltag wahrscheinlicher benutzen: Für die Anbieter ein Super-Booster für die Nutzung. \[adrotate banner="55"\] ## **Wer hat die bessere Wallet?** Nur geht beim Doppelklick eben nicht beides: entweder Paypal oder die Apple Wallet Letztere hat den Vorteil, dass sie nicht bloß Zugriff auf eine Zahlungsmöglichkeit, sondern auf mehrere Karten und zusätzlich hinterlegte Tickets oder Ausweisdokumente bietet. Der Angriff von Paypal wäre also noch größer, wenn sich über den Anbieter noch weitere Zahlungsmöglichkeiten auswählen ließen. ## **Cashback: Lohnt sich das schon?** Paypal muss also noch mehr liefern – und ist da auch dran. Über das Cashback-Angebot Rewards versucht Paypal sein Zahlungsmittel im stationären Handel anzuschieben. Die Punkte, die automatisch bei einer Zahlung gesammelt werden, sollen dann gegen Geld einschließlich des Online-Checkouts eingelöst werden können: 100 Punkte entsprechen hier einem Euro. Das Cashback gibt’s aber nur theoretisch. In der Praxis herrscht derzeit Punktestille. Derzeit befinden sich noch keine Angebote in der App. Mit der Ratenzahlung gibt es eine weitere Neuheit bei Paypal. Das Angebot lässt Ratenzahlungen von drei, sechs, zwölf oder 24 Monaten bis maximal 10.000 Euro zu. Sie ist online sowie nun als “Ratenzahlung-to-go” im stationären Handel möglich. Deren Limit kann je nach Zahlungshistorie der Kund:innen auch niedriger ausfallen. Paypal weist darauf hin, dass weiterhin eine Kreditwürdigkeitsprüfung notwendig sei und es sich bei der Schätzung um keine Kreditgarantie handle. Diesen Kredit müssen Kund:innen vor dem Bezahlvorgang beantragen. In der App kann man bereits bei der Zahlung auswählen, in wie vielen Raten man den Betrag aufteilen möchte. Für die Zahlung im Laden erhalten Kund:innen dann eine einmalige, virtuelle Debit-Mastercard. Immer online möglich ist dagegen eine BNPL-Funktion für Zahlungen nach 30 Tagen bei Einkäufen im Wert von 1 bis 2.000 Euro und mit einer verknüpften Debitkarte. Hier ist eine Zahlung derzeit zinsfrei. In 30 Tagen wird der Betrag automatisch eingezogen. Wenn Kunden eine Verlängerung beantragen, fällt eine Gebühr an. Für den stationären Handel gilt dieses Angebot nicht. Beide Angebote sind unter dem Abschnitt „Später bezahlen” zu finden. Alles in allem ist das ein ziemlich breites Angebot, mit dem Paypal in den War-of-Wallets zieht. Die nächsten Wochen und Monate werden dann zeigen, ob es der Zahlungsdienst schafft, Nutzer:innen in Massen von den anderen Wallets rüberzuziehen und wie gut er sein Angebot erweitern kann. Einen großen Schritt hat man mit der Zahlung an der Ladenkasse gemacht. Technisch lief dabei in den Tests alles reibungslos – das müssen die anderen erstmal nachmachen, wenn sie auch mitmischen wollen. ### FiDA – Was Finanzinstitute bald verpflichtend leisten müssen URL: https://paymentandbanking.com/fida-was-finanzinstitute-bald-verpflichtend-leisten-muessen-2/ Last updated: 2025-09-09T07:19:13.000Z In dieser Folge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt sprechen Dana Wondra und Frank Müller von Annerton über die Financial Data Access Regulation (FiDA) – und erläutern, warum sie so wichtig für die Zukunft von Open Finance in Europa ist. [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) erklärt, warum FiDA nicht nur die logische Weiterentwicklung von PSD2 und Open Banking ist, sondern ein echter Meilenstein für mehr Wettbewerb, Innovation und Verbraucherschutz. Doch er spricht auch offen über die Herausforderungen: Die Umsetzung sei technisch anspruchsvoll, insbesondere für kleinere Anbieter. Schnittstellen, Dashboards, DSGVO-Konformität – all das müsse entwickelt und betrieben werden. Noch ist FiDA nicht final verabschiedet – und vieles hängt von den kommenden Monaten ab: Wie aufwendig werden die technischen Anforderungen? Gibt es Spielraum bei Fristen und Umsetzungsphasen? Und wie wird verhindert, dass FiDA am Ende zum „Papiertiger“ wird? Diese Folge bietet einen Überblick über das Thema – bevor es in den späteren Episoden mit Awet Yohannes und Peter Frey in die Tiefe geht. 🎧 Jetzt reinhören – und verstehen, warum FiDA weit mehr ist als nur eine weitere Verordnung. Es geht um die Frage, wie offen, sicher und fair der europäische Finanzdatenmarkt künftig wirklich sein kann. [Hier findest du alle Podcasts von Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### FiDA – Was Finanzinstitute bald verpflichtend leisten müssen URL: https://paymentandbanking.com/fida-was-finanzinstitute-bald-verpflichtend-leisten-muessen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:45.000Z In dieser Folge von Alles Legal – Fintech-Recht kompakt sprechen Dana Wondra und Frank Müller von Annerton über die Financial Data Access Regulation (FiDA) – und erläutern, warum sie so wichtig für die Zukunft von Open Finance in Europa ist. [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) erklärt, warum FiDA nicht nur die logische Weiterentwicklung von PSD2 und Open Banking ist, sondern ein echter Meilenstein für mehr Wettbewerb, Innovation und Verbraucherschutz. Doch er spricht auch offen über die Herausforderungen: Die Umsetzung sei technisch anspruchsvoll, insbesondere für kleinere Anbieter. Schnittstellen, Dashboards, DSGVO-Konformität – all das müsse entwickelt und betrieben werden. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/708-fida-was-finanzinstitute-bald-verpflichtend-leisten-mussen"\] Noch ist FiDA nicht final verabschiedet – und vieles hängt von den kommenden Monaten ab: Wie aufwendig werden die technischen Anforderungen? Gibt es Spielraum bei Fristen und Umsetzungsphasen? Und wie wird verhindert, dass FiDA am Ende zum „Papiertiger“ wird? Diese Folge bietet einen Überblick über das Thema – bevor es in den späteren Episoden mit Awet Yohannes und Peter Frey in die Tiefe geht. 🎧 Jetzt reinhören – und verstehen, warum FiDA weit mehr ist als nur eine weitere Verordnung. Es geht um die Frage, wie offen, sicher und fair der europäische Finanzdatenmarkt künftig wirklich sein kann. \[adrotate banner="58"\] [Hier findest du alle Podcasts von Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### Exklusiv: Ebay und Youlend verkünden Partnerschaft bei Händler:innen-Finanzierung URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-ebay-und-youlend-verkuenden-partnerschaft-bei-haendlerinnen-finanzierung-2/ Last updated: 2025-05-20T09:45:12.000Z ***Das britische Fintech arbeitet mit der E-Commerce-Plattform zusammen, um Händler:innen in Deutschland vorab genehmigte, umsatzbasierte Finanzierungen anzubieten. Die Partnerschaft ist Teil einer wachsenden Zahl an Angeboten, die sich hierzulande an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richten.*** Der britische Embedded-Finance-Spezialist Youlend und Ebay verkünden eine Partnerschaft für Finanzierungen von Händler:innen in Deutschland. Dabei sollen diese Finanzierungen von bis zu zwei Millionen Euro über die Plattform abrufen können, vor allem als Wachstumskapital. „Die Verkäufer:innen profitieren von einer Art Kettenreaktion: Schnelleres Auffüllen des Lagerbestands, Investitionen in bessere Produktpräsentation oder gezielte Marketingmaßnahmen führen zu mehr Sichtbarkeit, höheren Umsätzen”, sagt Leonard Strigel, Deutschlandchef bei Youlend. Bei der Finanzierung wird der Kredit als Anteil des Umsatzes zurückgezahlt: Über Ebay können Anfrager:innen eine Rate zwischen fünf und 19 Prozent des Umsatzes auswählen. Und statt eines Zinses gibt es eine feste Gebühr. Das Geld soll dann schnell auf dem Konto sein – laut Youlend in 24 Stunden. Das Angebot geht bereits in dieser Woche live. Youlend bietet Embedded-Finance-Lösungen für den E-Commerce an und hat in Deutschland bereits einige Partnerschaften geschlossen. Für die Kund:innen der Buchhaltungssoftware Lexware Office, der Hotelmanagement-Software Mews und dem Anbieter von Kassensystemen Orderbird bietet Youlend bereits Finanzierungen an. Gleichzeitig arbeitet Youlend mit der Unternehmens-Finanzierungsplattform Fin Compare [zusammen.](http://zusammen.au/?ref=paymentandbanking.com) Im E-Commerce kooperiert die Firma bereits mit Shopify und Amazon. Mit Ebay kommt nun ein weiterer Partner in einem weiteren Unternehmensbereich dazu. Dabei ist die Zusammenarbeit nicht neu. ## **Erfolgsmodell aus Großbritannien soll in Deutschland wiederholt werden** Youlend und Ebay rollten ihr Angebot im Vereinigten Königreich mit dem Programm „Capital for eBay Business Sellers“ (CEBS) 2021 für 300.000 Unternehmen aus. In den ersten Monaten nach dem Start wurden bereits über 25 Millionen Pfund an mehr als 2.700 kleine Unternehmen ausgezahlt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Programm später um weitere Finanzierungspartner wie Funding Xchange und Wayflyer erweitert. Einen ähnlichen Erfolg erhoffen sich Ebay und Youlend auch hierzulande. Doch der KMU-Finanzierungsmarkt in Deutschland erweist sich bisher als zäh und ist europaweit einzigartig. Viele Fintechs bissen sich hier bereits die Zähne aus. Das liegt auch an der engen Verzahnung von KMU und lokalen Banken. Die scheint aber derzeit Risse zu bekommen. Besonders KMU können sich derzeit schlecht bei herkömmlichen Banken finanzieren. Oft ist der Prozess langwierig und kompliziert. Am Ende gibt es ihm häufiger eine Absage, wie jüngst eine [KfW-Umfrage](https://paymentandbanking.com/content/files/www-kfw-de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Kredithuerde/kfw-ifo-kredithurde-q1-2025.pdf) zeigte. Auch deshalb ist Strigel optimistisch: “Wir sehen im KMU-Markt allgemein große Chancen und viel Potenzial, weil es da eine große Finanzierungslücke gibt, die klassische Banken oft nicht bedienen können”, sagt er. In Deutschland gebe es bei alternativen Unternehmenskredite trotz großem Bedarfs im Gegensatz zu dem Vereinigten Königreich noch wenige Angebote – besonders für kleine Unternehmen. „Je kleiner die Unternehmen sind, desto größer ist gewöhnlich die Finanzierungslücke.” Traditionelle Banken machten sich oft nicht die Mühe, Anfragen kleinerer Unternehmen auszuwerten, weil die Margen dieser Geschäfte nicht groß genug seien. „Bei normalen Bankprozessen gibt es oft einen großen Fixkostenanteil.” ## **Nicht ohne Konkurrenz: Deutschland ist ein begehrter Markt** Fintechs, die sich auf KMU-Finanzierungen spezialisiert haben, wittern daher ihre Chance. Die Hoffnung der neuen KMU-Finanzierer ist, dass sich die Unternehmen stattdessen an alternative und auf spezielle Branchen und Anforderungen zugeschnittene Anbieter wenden. Die Partnerschaft zwischen Ebay und Youlend ist eine von derzeit vielen Meldungen zu Nischen-Angeboten bei KMU-Finanzierungen in Deutschland. [Zuletzt verkündete das britische Fintech Liberis hierzulande ein umsatzbasiertes Finanzierungsangebot.](https://paymentandbanking.com/koennen-umsatzbasierte-finanzierungen-den-kmu-knoten-platzen-lassen/) Sowohl Liberis als auch Youlend bieten dabei Pre-Approved-Loans an, also Finanzierungen, die bereits vor einer Anfrage mit einer bestimmten Höhe und Konditionen bewilligt wurden. Sie sollen die KMU überzeugen, besonders weil ihnen damit die Frustration einer Ablehnung erspart bleibt. Möglich wird das durch eine KI, die basierend auf bestehenden anonymisierten Verkaufsdaten ein Angebot berechnet. Dabei verzichten die Unternehmen auf Open-Banking-Daten. „Die Verkaufshistorie ist das ausschlaggebende Element bei einer Kreditentscheidung zur kurzfristigen Liquiditätsfinanzierung bei kleinen Unternehmen”, sagt Strigel. Das Geld für Deutschland stammt von der Muttergesellschaft der Zahlungsbank Banking-Circle-Gruppe zu der auch andere Finanzdienstleister gehören. „Wir treten nicht nur als Software-Plattform auf, sondern übernehmen in Deutschland auch das gesamte Bilanzrisiko.” Im Vereinigten Königreich arbeitet Youlend dafür unter anderem mit JP Morgan zusammen und steckte im vergangenen Jahr vier Milliarden Pfund für KMU-Finanzierungen zur Verfügung. Ursprünglich war Youlend lediglich im E-Commerce-Sektor unterwegs. Jedoch habe man Bedarf auch in anderen Sektoren erkannt. Seit vergangenem Jahr bietet das Unternehmen auch klassische Geschäftsfinanzierungen mit Ratenzahlungen und einer Gebühr an. „Damit können wir noch mal einen ganz anderen Bereich erreichen, wie Handwerker, Restaurants, und Spätis oder Kioske.” ### Exklusiv: Ebay und Youlend verkünden Partnerschaft bei Händler:innen-Finanzierung URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-ebay-und-youlend-verkuenden-partnerschaft-bei-haendlerinnen-finanzierung/ Last updated: 2025-08-05T08:55:46.000Z ***Das britische Fintech arbeitet mit der E-Commerce-Plattform zusammen, um Händler:innen in Deutschland vorab genehmigte, umsatzbasierte Finanzierungen anzubieten. Die Partnerschaft ist Teil einer wachsenden Zahl an Angeboten, die sich hierzulande an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) richten.*** Der britische Embedded-Finance-Spezialist Youlend und Ebay verkünden eine Partnerschaft für Finanzierungen von Händler:innen in Deutschland. Dabei sollen diese Finanzierungen von bis zu zwei Millionen Euro über die Plattform abrufen können, vor allem als Wachstumskapital. „Die Verkäufer:innen profitieren von einer Art Kettenreaktion: Schnelleres Auffüllen des Lagerbestands, Investitionen in bessere Produktpräsentation oder gezielte Marketingmaßnahmen führen zu mehr Sichtbarkeit, höheren Umsätzen”, sagt Leonard Strigel, Deutschlandchef bei Youlend. Bei der Finanzierung wird der Kredit als Anteil des Umsatzes zurückgezahlt: Über Ebay können Anfrager:innen eine Rate zwischen fünf und 19 Prozent des Umsatzes auswählen. Und statt eines Zinses gibt es eine feste Gebühr. Das Geld soll dann schnell auf dem Konto sein – laut Youlend in 24 Stunden. Das Angebot geht bereits in dieser Woche live. Youlend bietet Embedded-Finance-Lösungen für den E-Commerce an und hat in Deutschland bereits einige Partnerschaften geschlossen. Für die Kund:innen der Buchhaltungssoftware Lexware Office, der Hotelmanagement-Software Mews und dem Anbieter von Kassensystemen Orderbird bietet Youlend bereits Finanzierungen an. Gleichzeitig arbeitet Youlend mit der Unternehmens-Finanzierungsplattform Fin Compare [zusammen.](http://zusammen.au/?ref=paymentandbanking.com) Im E-Commerce kooperiert die Firma bereits mit Shopify und Amazon. Mit Ebay kommt nun ein weiterer Partner in einem weiteren Unternehmensbereich dazu. Dabei ist die Zusammenarbeit nicht neu. \[adrotate banner="56"\] ## **Erfolgsmodell aus Großbritannien soll in Deutschland wiederholt werden** Youlend und Ebay rollten ihr Angebot im Vereinigten Königreich mit dem Programm „Capital for eBay Business Sellers“ (CEBS) 2021 für 300.000 Unternehmen aus. In den ersten Monaten nach dem Start wurden bereits über 25 Millionen Pfund an mehr als 2.700 kleine Unternehmen ausgezahlt. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde das Programm später um weitere Finanzierungspartner wie Funding Xchange und Wayflyer erweitert. Einen ähnlichen Erfolg erhoffen sich Ebay und Youlend auch hierzulande. Doch der KMU-Finanzierungsmarkt in Deutschland erweist sich bisher als zäh und ist europaweit einzigartig. Viele Fintechs bissen sich hier bereits die Zähne aus. Das liegt auch an der engen Verzahnung von KMU und lokalen Banken. Die scheint aber derzeit Risse zu bekommen. Besonders KMU können sich derzeit schlecht bei herkömmlichen Banken finanzieren. Oft ist der Prozess langwierig und kompliziert. Am Ende gibt es ihm häufiger eine Absage, wie jüngst eine [KfW-Umfrage](https://www.kfw.de/PDF/Download-Center/Konzernthemen/Research/PDF-Dokumente-KfW-ifo-Kredithuerde/KfW-ifo-Kredith%C3%BCrde-Q1-2025.pdf?ref=paymentandbanking.com) zeigte. Auch deshalb ist Strigel optimistisch: “Wir sehen im KMU-Markt allgemein große Chancen und viel Potenzial, weil es da eine große Finanzierungslücke gibt, die klassische Banken oft nicht bedienen können”, sagt er. In Deutschland gebe es bei alternativen Unternehmenskredite trotz großem Bedarfs im Gegensatz zu dem Vereinigten Königreich noch wenige Angebote – besonders für kleine Unternehmen. „Je kleiner die Unternehmen sind, desto größer ist gewöhnlich die Finanzierungslücke.” Traditionelle Banken machten sich oft nicht die Mühe, Anfragen kleinerer Unternehmen auszuwerten, weil die Margen dieser Geschäfte nicht groß genug seien. „Bei normalen Bankprozessen gibt es oft einen großen Fixkostenanteil.” ## **Nicht ohne Konkurrenz: Deutschland ist ein begehrter Markt** Fintechs, die sich auf KMU-Finanzierungen spezialisiert haben, wittern daher ihre Chance. Die Hoffnung der neuen KMU-Finanzierer ist, dass sich die Unternehmen stattdessen an alternative und auf spezielle Branchen und Anforderungen zugeschnittene Anbieter wenden. Die Partnerschaft zwischen Ebay und Youlend ist eine von derzeit vielen Meldungen zu Nischen-Angeboten bei KMU-Finanzierungen in Deutschland. [Zuletzt verkündete das britische Fintech Liberis hierzulande ein umsatzbasiertes Finanzierungsangebot.](https://paymentandbanking.com/koennen-umsatzbasierte-finanzierungen-den-kmu-knoten-platzen-lassen/) Sowohl Liberis als auch Youlend bieten dabei Pre-Approved-Loans an, also Finanzierungen, die bereits vor einer Anfrage mit einer bestimmten Höhe und Konditionen bewilligt wurden. Sie sollen die KMU überzeugen, besonders weil ihnen damit die Frustration einer Ablehnung erspart bleibt. Möglich wird das durch eine KI, die basierend auf bestehenden anonymisierten Verkaufsdaten ein Angebot berechnet. Dabei verzichten die Unternehmen auf Open-Banking-Daten. „Die Verkaufshistorie ist das ausschlaggebende Element bei einer Kreditentscheidung zur kurzfristigen Liquiditätsfinanzierung bei kleinen Unternehmen”, sagt Strigel. Das Geld für Deutschland stammt von der Muttergesellschaft der Zahlungsbank Banking-Circle-Gruppe zu der auch andere Finanzdienstleister gehören. „Wir treten nicht nur als Software-Plattform auf, sondern übernehmen in Deutschland auch das gesamte Bilanzrisiko.” Im Vereinigten Königreich arbeitet Youlend dafür unter anderem mit JP Morgan zusammen und steckte im vergangenen Jahr vier Milliarden Pfund für KMU-Finanzierungen zur Verfügung. Ursprünglich war Youlend lediglich im E-Commerce-Sektor unterwegs. Jedoch habe man Bedarf auch in anderen Sektoren erkannt. Seit vergangenem Jahr bietet das Unternehmen auch klassische Geschäftsfinanzierungen mit Ratenzahlungen und einer Gebühr an. „Damit können wir noch mal einen ganz anderen Bereich erreichen, wie Handwerker, Restaurants, und Spätis oder Kioske.” ### Open Banking als Schlüssel zu Europas Zahlungsautonomie URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-als-schluessel-zu-europas-zahlungsautonomie-2/ Last updated: 2025-05-20T17:42:19.000Z Die europäische Zahlungsinfrastruktur ist heute stark abhängig von US-Anbietern wie Visa, Mastercard oder PayPal. Open Banking und A2A-Zahlungen bieten eine Chance zur strategischen Unabhängigkeit – technologisch, politisch und wirtschaftlich. Jetzt ist der richtige Moment zu handeln. Karten, Wallets, Plattformen – Europas Zahlungsverkehr läuft überwiegend über die Infrastruktur globaler, meist US-amerikanischer Player. Ob Visa, Mastercard oder PayPal – ihre Services sind bequem, etabliert und weitverbreitet. Doch gerade in einem geopolitischen Umfeld, das durch Handelskonflikte, wachsendes Datenbewusstsein und Abhängigkeiten geprägt ist, stellt sich die Frage: Muss der Zahlungsverkehr in Europa nicht unabhängiger, souveräner und resilienter werden? Ein möglicher Weg in diese Richtung heißt: Open Banking – verbunden mit der Etablierung von A2A-Zahlungen (Account-to-Account) als wettbewerbsfähige Alternative zu Kartensystemen. Bereits heute gibt es dafür regulatorische Grundlagen, technologische Infrastruktur und innovative Anbieter in Europa. ## A2A-Zahlungen: Effizient, transparent, politisch relevant A2A-Zahlungen ermöglichen direkte Überweisungen in Echtzeit vom Konto des Kunden an das Konto des Händlers – ohne Zwischenstationen, ohne Schemes, ohne Karten und ohne zusätzliche Benutzerkonten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Das spart Kosten, beschleunigt Abläufe (etwa durch SEPA Instant Payments beziehungsweise Faster Payments in UK) und sorgt für mehr Transparenz. Letztere bedeutet eine höhere Kontrolle für den Nutzer: Die A2A-Zahlungen erfolgen direkt vom eigenen Bankkonto ohne Kreditrahmen. Gleichzeitig stärken A2A-Zahlungen die digitale Souveränität Europas: Sie entkoppeln Zahlungen von internationalen Kartenunternehmen, die bis heute fast 90 % des Marktes für grenzüberschreitende Transaktionen kontrollieren. In einigen europäischen Ländern haben A2A-Zahlungen bereits signifikante Marktanteile erreicht – gleichwohl stellte die Europäische Kommission fest, dass die Nutzung der Sofortzahlungen mit 16,8 Prozent in Euro noch relativ niedrig ist. Für Westeuropa prognostiziert der *Global Payments Report 2023* ein Wachstum auf bis zu 20 % Marktanteil im E-Commerce bis 2027\. Auch Initiativen wie die European Payments Initiative (EPI), die seit 2024 mit wero, einem digitalen Zahlungssystem für direkte Konto-zu-Konto-Überweisungen, an den Start geht, befeuern diese Entwicklung. finAPI, ein von der BaFin regulierter Anbieter von Kontoinformations- und Zahlungsauslösediensten, ermöglicht heute bereits A2A-Zahlungen und Kontoanbindungen in zwölf europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Niederlande, Rumänien, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich (UK). Das Unternehmen zeigt damit, wie sich Open-Banking-Infrastruktur grenzüberschreitend und EU-konform aufbauen lässt. Mit dem bevorstehenden Zusammenschluss mit dem italienischen Open-Finance-Player Fabrick wird finAPI künftig endgültig zum paneuropäischen Anbieter. ## Strategische Unabhängigkeit durch europäische Lösungen Open Banking ist nicht nur eine Technologie, sondern auch ein Politikum. Im aktuellen Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs wird unter anderem deutlich, dass trotz positiver Entwicklungen Lücken bei der Standardisierung und Überwachung von Open-Banking-Diensten bestehen. Der Bericht kritisiert explizit die mangelnde Interoperabilität, fehlende Schnittstellenstandards und unzureichende regulatorische Kontrolle – alles Faktoren, die derzeit die Verbreitung von A2A-Zahlungen behindern. Die EU-Kommission verfolgt mit PSD3 und der Payment Services Regulation (PSR) das Ziel, diese Defizite zu beheben. Die Vorschläge sehen unter anderem Mindestanforderungen für API-Schnittstellen, besseren Datenschutz und eine gerechtere Aufsicht über alle Dienstleister vor. Auch das Ziel der „Preisgleichheit bei Inlands- und Auslandsüberweisungen“ wird in der Verordnung gestärkt. Damit könnte eine der wichtigsten Hürden für eine grenzüberschreitende, EU-eigene Zahlungsinfrastruktur abgebaut werden. Um hier erfolgreich zu sein, braucht es Spezialisten, die Open Banking und Open Finance nutzerfreundlich umsetzen, verbessern und in europäische Geschäftsmodelle integrieren. finAPI ist einer dieser Akteure: Das Unternehmen bietet bereits heute über 400 Kunden in Europa APIs für Zahlungs- und Kontodatenservices – darunter Banken, ERP-Anbieter und E-Commerce-Plattformen. ## Europas Zahlungszukunft liegt im Open Banking Die digitale Zahlungsinfrastruktur Europas steht an einem Wendepunkt. Um politische Handlungsfähigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit und technologische Innovationskraft zu sichern, muss der Kontinent sich stärker auf europäische Lösungen wie Open Banking und A2A-Zahlungen konzentrieren. Die regulatorischen Grundlagen sind gelegt, der Bedarf ist da – jetzt braucht es Skalierung, Interoperabilität und Vertrauen in die Umsetzung. Anbieter wie finAPI zeigen, dass grenzüberschreitende Zahlungsdienste „Made in Europe“ keine Zukunftsvision mehr sind, sondern Realität. Damit liegt die Chance in greifbarer Nähe, Europas Zahlungsverkehr auf eigene Beine zu stellen – wirtschaftlich sinnvoll, technologisch reif und geopolitisch klug. ### Open Banking als Schlüssel zu Europas Zahlungsautonomie URL: https://paymentandbanking.com/open-banking-als-schluessel-zu-europas-zahlungsautonomie/ Last updated: 2025-08-05T08:55:46.000Z Die europäische Zahlungsinfrastruktur ist heute stark abhängig von US-Anbietern wie Visa, Mastercard oder PayPal. Open Banking und A2A-Zahlungen bieten eine Chance zur strategischen Unabhängigkeit – technologisch, politisch und wirtschaftlich. Jetzt ist der richtige Moment zu handeln. Karten, Wallets, Plattformen – Europas Zahlungsverkehr läuft überwiegend über die Infrastruktur globaler, meist US-amerikanischer Player. Ob Visa, Mastercard oder PayPal – ihre Services sind bequem, etabliert und weitverbreitet. Doch gerade in einem geopolitischen Umfeld, das durch Handelskonflikte, wachsendes Datenbewusstsein und Abhängigkeiten geprägt ist, stellt sich die Frage: Muss der Zahlungsverkehr in Europa nicht unabhängiger, souveräner und resilienter werden? Ein möglicher Weg in diese Richtung heißt: Open Banking – verbunden mit der Etablierung von A2A-Zahlungen (Account-to-Account) als wettbewerbsfähige Alternative zu Kartensystemen. Bereits heute gibt es dafür regulatorische Grundlagen, technologische Infrastruktur und innovative Anbieter in Europa. ## A2A-Zahlungen: Effizient, transparent, politisch relevant A2A-Zahlungen ermöglichen direkte Überweisungen in Echtzeit vom Konto des Kunden an das Konto des Händlers – ohne Zwischenstationen, ohne Schemes, ohne Karten und ohne zusätzliche Benutzerkonten für Verbraucherinnen und Verbraucher. Das spart Kosten, beschleunigt Abläufe (etwa durch SEPA Instant Payments beziehungsweise Faster Payments in UK) und sorgt für mehr Transparenz. Letztere bedeutet eine höhere Kontrolle für den Nutzer: Die A2A-Zahlungen erfolgen direkt vom eigenen Bankkonto ohne Kreditrahmen. Gleichzeitig stärken A2A-Zahlungen die digitale Souveränität Europas: Sie entkoppeln Zahlungen von internationalen Kartenunternehmen, die bis heute fast 90 % des Marktes für grenzüberschreitende Transaktionen kontrollieren. In einigen europäischen Ländern haben A2A-Zahlungen bereits signifikante Marktanteile erreicht – gleichwohl stellte die Europäische Kommission fest, dass die Nutzung der Sofortzahlungen mit 16,8 Prozent in Euro noch relativ niedrig ist. Für Westeuropa prognostiziert der *Global Payments Report 2023* ein Wachstum auf bis zu 20 % Marktanteil im E-Commerce bis 2027\. Auch Initiativen wie die European Payments Initiative (EPI), die seit 2024 mit wero, einem digitalen Zahlungssystem für direkte Konto-zu-Konto-Überweisungen, an den Start geht, befeuern diese Entwicklung. finAPI, ein von der BaFin regulierter Anbieter von Kontoinformations- und Zahlungsauslösediensten, ermöglicht heute bereits A2A-Zahlungen und Kontoanbindungen in zwölf europäischen Ländern: Deutschland, Österreich, Belgien, Tschechien, Spanien, Frankreich, Ungarn, Italien, Niederlande, Rumänien, der Slowakei und dem Vereinigten Königreich (UK). Das Unternehmen zeigt damit, wie sich Open-Banking-Infrastruktur grenzüberschreitend und EU-konform aufbauen lässt. Mit dem bevorstehenden Zusammenschluss mit dem italienischen Open-Finance-Player Fabrick wird finAPI künftig endgültig zum paneuropäischen Anbieter. \[adrotate banner="55"\] ## Strategische Unabhängigkeit durch europäische Lösungen Open Banking ist nicht nur eine Technologie, sondern auch ein Politikum. Im aktuellen Sonderbericht des Europäischen Rechnungshofs wird unter anderem deutlich, dass trotz positiver Entwicklungen Lücken bei der Standardisierung und Überwachung von Open-Banking-Diensten bestehen. Der Bericht kritisiert explizit die mangelnde Interoperabilität, fehlende Schnittstellenstandards und unzureichende regulatorische Kontrolle – alles Faktoren, die derzeit die Verbreitung von A2A-Zahlungen behindern. Die EU-Kommission verfolgt mit PSD3 und der Payment Services Regulation (PSR) das Ziel, diese Defizite zu beheben. Die Vorschläge sehen unter anderem Mindestanforderungen für API-Schnittstellen, besseren Datenschutz und eine gerechtere Aufsicht über alle Dienstleister vor. Auch das Ziel der „Preisgleichheit bei Inlands- und Auslandsüberweisungen“ wird in der Verordnung gestärkt. Damit könnte eine der wichtigsten Hürden für eine grenzüberschreitende, EU-eigene Zahlungsinfrastruktur abgebaut werden. Um hier erfolgreich zu sein, braucht es Spezialisten, die Open Banking und Open Finance nutzerfreundlich umsetzen, verbessern und in europäische Geschäftsmodelle integrieren. finAPI ist einer dieser Akteure: Das Unternehmen bietet bereits heute über 400 Kunden in Europa APIs für Zahlungs- und Kontodatenservices – darunter Banken, ERP-Anbieter und E-Commerce-Plattformen. ## Europas Zahlungszukunft liegt im Open Banking Die digitale Zahlungsinfrastruktur Europas steht an einem Wendepunkt. Um politische Handlungsfähigkeit, wirtschaftliche Unabhängigkeit und technologische Innovationskraft zu sichern, muss der Kontinent sich stärker auf europäische Lösungen wie Open Banking und A2A-Zahlungen konzentrieren. Die regulatorischen Grundlagen sind gelegt, der Bedarf ist da – jetzt braucht es Skalierung, Interoperabilität und Vertrauen in die Umsetzung. Anbieter wie finAPI zeigen, dass grenzüberschreitende Zahlungsdienste „Made in Europe“ keine Zukunftsvision mehr sind, sondern Realität. Damit liegt die Chance in greifbarer Nähe, Europas Zahlungsverkehr auf eigene Beine zu stellen – wirtschaftlich sinnvoll, technologisch reif und geopolitisch klug. ### AI in Finance: Wie Klarna, JP Morgan, Goldmann & Co KI einsetzen URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-wie-klarna-jp-morgan-goldmann-co-ki-einsetzen-2/ Last updated: 2025-05-20T07:44:37.000Z ## **Nicht nur die ganz großen Banken, auch andere Branchen machen beim Einsatz von KI große Fortschritte. In der neunten Episode von „AI in Finance“ schauen Sascha Dewald und Maik Klotz sich nicht nur an, was bei großen Instituten so passiert, sondern blicken unter anderem auch auf die Medizinbranche und die Welt der Versicherungen**. Die neunte Episode startet mit einem Blick auf OpenAI und Microsoft, die nicht nur an Modellen schrauben, sondern Milliarden in neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Der Grund: Die Nachfrage nach Rechenleistung explodiert und mit ihr die Ambitionen, KI nicht nur als nettes Add-on, sondern als Herzstück digitaler Plattformen zu etablieren. Außerdem schauen [Sascha Dewald](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik Klotz](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) auf die Fortschritte in der medizinischen KI, insbesondere bei der Krebsfrüherkennung. Doch das ist erst der Anfang. Die Versicherungsbranche entdeckt gerade das Potenzial, neue Policen gegen KI-Risiken zu entwickeln. Denn wo autonome Systeme handeln, entstehen auch neue Unsicherheiten – vom Cyberangriff bis zur fehlerhaften KI-Diagnose. Im Finanzbereich zeigt sich: KI ist längst da – und das nicht nur als Buzzword. Klarna integriert Conversational Commerce in den Kundenservice, während JP Morgan mit „Coach AI“ Effizienzpotenziale im Investmentbanking hebt. Dazu kommt der Blick auf China, wo KI-gestützte Finanzberatung längst Realität ist. Europa? Hinkt mal wieder hinterher. Außerdem geht es um: - Das MCP (Modell Context Protocol) ermöglicht eine neue Art der Interaktion mit Software. - Netflix plant, KI für personalisierte Werbung zu nutzen. - KI-Modelle könnten bald eigenständig Software entwickeln. - Conversational Commerce verändert die Art, wie wir einkaufen. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - GenSpark (KI-Tool): [https://www.genspark.ai/](https://www.genspark.ai/?ref=paymentandbanking.com) - Enhancv (CV-Tool): [http://enhancv.com](http://enhancv.com/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! --- [Hier findest du alle Payment & Banking Podcasts](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/feed/update/urn:li:activity:7330141176735363072?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/0XyNGMZja8EJmHE4ZYuYsb?si=e6d0b88969454aed&ref=paymentandbanking.com) ### AI in Finance: Wie Klarna, JP Morgan, Goldmann & Co KI einsetzen URL: https://paymentandbanking.com/ai-in-finance-wie-klarna-jp-morgan-goldmann-co-ki-einsetzen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:46.000Z ## **Nicht nur die ganz großen Banken, auch andere Branchen machen beim Einsatz von KI große Fortschritte. In der neunten Episode von „AI in Finance“ schauen Sascha Dewald und Maik Klotz sich nicht nur an, was bei großen Instituten so passiert, sondern blicken unter anderem auch auf die Medizinbranche und die Welt der Versicherungen**. Die neunte Episode startet mit einem Blick auf OpenAI und Microsoft, die nicht nur an Modellen schrauben, sondern Milliarden in neue Rechenzentren und KI-Infrastruktur pumpen. Der Grund: Die Nachfrage nach Rechenleistung explodiert und mit ihr die Ambitionen, KI nicht nur als nettes Add-on, sondern als Herzstück digitaler Plattformen zu etablieren. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/707-wie-klarna-jp-morgan-goldmann-co-ki-einsetzen"\] Außerdem schauen [Sascha Dewald](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik Klotz](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) auf die Fortschritte in der medizinischen KI, insbesondere bei der Krebsfrüherkennung. Doch das ist erst der Anfang. Die Versicherungsbranche entdeckt gerade das Potenzial, neue Policen gegen KI-Risiken zu entwickeln. Denn wo autonome Systeme handeln, entstehen auch neue Unsicherheiten – vom Cyberangriff bis zur fehlerhaften KI-Diagnose. Im Finanzbereich zeigt sich: KI ist längst da – und das nicht nur als Buzzword. Klarna integriert Conversational Commerce in den Kundenservice, während JP Morgan mit „Coach AI“ Effizienzpotenziale im Investmentbanking hebt. Dazu kommt der Blick auf China, wo KI-gestützte Finanzberatung längst Realität ist. Europa? Hinkt mal wieder hinterher. Außerdem geht es um: - Das MCP (Modell Context Protocol) ermöglicht eine neue Art der Interaktion mit Software. - Netflix plant, KI für personalisierte Werbung zu nutzen. - KI-Modelle könnten bald eigenständig Software entwickeln. - Conversational Commerce verändert die Art, wie wir einkaufen. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - GenSpark (KI-Tool): [https://www.genspark.ai/](https://www.genspark.ai/?ref=paymentandbanking.com) - Enhancv (CV-Tool): [http://enhancv.com](http://enhancv.com/?ref=paymentandbanking.com) ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! --- [Hier findest du alle Payment & Banking Podcasts](https://paymentandbanking.com/podcast/) \[adrotate banner="55"\] ### Das sind die Pläne von Regpit URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-die-plaene-von-regpit-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:26.000Z **Gründer Jacob Wende erzählt im Gespräch mit Host André Bajorat von der Gründung des Fintechs und welche Chancen er dank Künstlicher Intelligenz im Bereich Betrugsprävention sieht.** Geldwäscheprävention ist längst kein Nischenthema mehr. Ob Banken, Kanzleien oder Plattformen: Die Anforderungen wachsen, die Komplexität nimmt zu. Jacob Wende hat genau darauf mit der Gründung von Regpit reagiert. Das ist eine Plattform, die modulare und sektorübergreifende Lösungen für KYC-, AML- und Risikomanagementprozesse anbietet. Sie hat sich in der Vergangenheit insgesamt 1,7 Millionen Euro an Kapital gesichert. Im [Payment & Banking Fintech Podcast](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) spricht [André M. Bajorat](https://www.linkedin.com/in/ambajorat/?ref=paymentandbanking.com) mit [Dr. Jacob Wende](https://www.linkedin.com/in/dr-jacob-wende/?ref=paymentandbanking.com) deshalb über die Herausforderungen rund um Geldwäschebekämpfung – und wie moderne Technologie Unternehmen dabei unterstützen können, regulatorische Hürden nicht nur zu erfüllen, sondern strategisch zu nutzen. Wende berichtet im Podcast von seinem Weg vom Juristen zum Gründer, von den Tücken der Geldwäsche-Regulierung und dem Einsatz von KI in diesem Bereich. Thematisiert werden zudem unterschiedliche Vertriebskanäle, die Bedeutung von Datenpartnerschaften, das wachsende Interesse am Thema in Deutschland und die Frage, wie sich Unternehmen rechtzeitig auf die EU-AML-Verordnung und DORA vorbereiten können 🎧Viel Spaß beim Hören! - [YouTube](https://youtu.be/0dkEJ7qH62A?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/6JZrdXr7NWZPLudoAigLkn?si=Oaha9Nz7TiGWo7uvjWIG-w&ref=paymentandbanking.com) - [WordPress](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### Das sind die Pläne von Regpit URL: https://paymentandbanking.com/das-sind-die-plaene-von-regpit/ Last updated: 2025-08-05T08:55:46.000Z **Gründer Jacob Wende erzählt im Gespräch mit Host André Bajorat von der Gründung des Fintechs und welche Chancen er dank Künstlicher Intelligenz im Bereich Betrugsprävention sieht.** Geldwäscheprävention ist längst kein Nischenthema mehr. Ob Banken, Kanzleien oder Plattformen: Die Anforderungen wachsen, die Komplexität nimmt zu. Jacob Wende hat genau darauf mit der Gründung von Regpit reagiert. Das ist eine Plattform, die modulare und sektorübergreifende Lösungen für KYC-, AML- und Risikomanagementprozesse anbietet. Sie hat sich in der Vergangenheit insgesamt 1,7 Millionen Euro an Kapital gesichert. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/706-das-sind-die-plane-von-regpit"\] Im [Payment & Banking Fintech Podcast](https://paymentandbanking.com/podcast/) spricht [André M. Bajorat](https://www.linkedin.com/in/ambajorat/?ref=paymentandbanking.com) mit [Dr. Jacob Wende](https://www.linkedin.com/in/dr-jacob-wende/?ref=paymentandbanking.com) deshalb über die Herausforderungen rund um Geldwäschebekämpfung – und wie moderne Technologie Unternehmen dabei unterstützen können, regulatorische Hürden nicht nur zu erfüllen, sondern strategisch zu nutzen. Wende berichtet im Podcast von seinem Weg vom Juristen zum Gründer, von den Tücken der Geldwäsche-Regulierung und dem Einsatz von KI in diesem Bereich. Thematisiert werden zudem unterschiedliche Vertriebskanäle, die Bedeutung von Datenpartnerschaften, das wachsende Interesse am Thema in Deutschland und die Frage, wie sich Unternehmen rechtzeitig auf die EU-AML-Verordnung und DORA vorbereiten können 🎧Viel Spaß beim Hören! \[adrotate banner="55"\] ### Visa, Mastercard und der Traum vom Shopping mit KI URL: https://paymentandbanking.com/visa-mastercard-und-der-traum-vom-shopping-mit-ki-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:26.000Z **Die großen Card-Schemes stellen sich darauf ein, dass statt Menschen bald die KI shoppen geht. Welche Überlegung dahinter steckt und was sich die Unternehmen von der Umstellung versprechen.** Wie das US-Unternehmen Visa sich die Zukunft vorstellt, lässt sich [in einem kurzen Video ](https://www.youtube.com/watch?v=Lwl5wDJC7M8&ref=paymentandbanking.com)beobachten. In diesem Clip tippt ein Mensch nur die Worte „Buy me the best” und eine Art Suchmaschine komplettiert den Satz mit Worten wie Kaffeemaschine oder „Geburtstagsgeschenk”, danach landet er im Shopping-Bereich und kann in scheinbar wenigen Klicks einfach so eine Maschine kaufen. Oder er schreibt: „Bald gibt es neue Kopfhörer“ und die KI fragt nur noch nach einem Limit, bevor sie ganz von allein beim nächsten Angebot zuschlagen darf. Oder die KI sagt sogar, dass die eigenen Vorräte im Laden zu Neige gehen, fragt, ob sie die auffüllen darf – und mit nur einem Klick werden in diesem Beispiel Blumen geliefert. Möglich macht all das ein neues Feature, das Visa in den vergangenen Tagen vorgestellt hat: „Visa Intelligent Commerce.“ Dieses Programm soll es ermöglichen, dass Menschen ganz einfach ihre Kreditkarte beim Chatbot ihres Vertrauens hinterlegen und dieser dann im Internet auf Shoppingtour geht. Neue Kopfhörer, die nächste Ferienwohnung oder Catering: Mit nur wenigen Klicks könnten die Menschen – so suggeriert es das Video – Produkte und Dienstleistungen kaufen. Und auch Jack Forestell, Chief Product and Strategy Officer von Visa, betont in einer passenden Meldung dazu: „Bald werden KI-Agenten im Auftrag von Verbraucherinnen und Verbrauchern Produkte suchen, auswählen, kaufen und verwalten.“ Was zunächst nach einer netten Vision von Visa klingt, ist in der Tat ein erstes Anzeichen dafür, wie sich das Einkaufsverhalten der Menschen in den kommenden Jahren verändern wird und damit auch das Geschäft der großen Payment-Firmen beeinflussen wird. Auch Mastercard hatte vor einigen Tagen ein [ähnliches Feature vorgestellt](https://t3n.de/news/mastercard-stellt-tools-bereit-damit-ki-agenten-bald-fuer-euch-einkaufen-koennen-1685240/?ref=paymentandbanking.com), wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen. Und passend dazu hat ChatGPT vor einigen Wochen sein erstes Shopping-Feature vorgestellt, das erstaunlich an [Google-Shopping in Chatbot-optimiert ](https://www.voguebusiness.com/story/technology/chatgpt-launches-new-shopping-features?ref=paymentandbanking.com)erinnert. Erleben wir gerade die nach dem Internet nächste große Revolution beim Shopping? Und was erhoffen sich die Payment-Firmen davon? ## **Die Zukunft des Einkaufens: Ein KI-Agent auf Shoppingtour** Schon heute suchen die meisten Nutzerinnen und Nutzer weniger Informationen bei Google als noch vor einem oder gar fünf Jahren. Stattdessen fragen sie auch bei Kleinigkeiten ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Dort aber bekommen die Menschen auf Fragen wie „Welche Kaffeemaschine sollte ich kaufen?“ nicht mehr hunderte Seiten von Google-Treffern und externe Links zu Webseiten, Vergleichsportalen und Zeitungsartikeln, sondern eine sehr kondensierte Antwort, die meist nur wenige Produkte empfiehlt. Das führt dazu, dass es für Firmen zum einen wichtiger wird, in einer dieser Antworten aufzutauchen, um überhaupt noch präsent zu sein. Es führt zum anderen aber auch dazu, dass sich ganz neue Geschäftsmodelle wie das von Visa nun entwickeln könnten. Die Payment-Firma nämlich setzt mit seinem Angebot insgeheim darauf, dass künftig nicht mehr Menschen, sondern eben personalisierte KI-Agenten im Internet auf Produktsuche gehen. Basierend auf den Informationen, die diese KI-Agenten über die Person aus vorherigen Suchanfragen und auch Kreditkartenumsätzen ziehen, werden sie künftig Produkte empfehlen, die – so die Hoffnung – deutlich zielgenauer zu den Personen passen. Das würde womöglich dazu führen, dass einige wenige Marken sich deutlich stärker durchsetzen könnten, weil sie die KI besser mit Informationen füttern. Für Kunden könnte das aber dazu führen, dass sie deutlich komfortabler im Internet einkaufen könnten. Die große Welle an Informationen, die sonst über einem zusammenbricht, wäre nur noch ein kleines Plätschern. ## **Checkout dürfte sich verkürzen: Steigen dadurch die Umsätze?** Die Produktsuche ist das eine. Visa hat das mit seinem Angebot offenbar weiter gedacht und sich gefragt: Wollen die Leute weiterhin auch im Internet einkaufen? Bisher ist es recht unerlässlich, dass die Menschen von der Google-Suche auf einzelne Plattformen wie Amazon, Online-Shops wie Otto oder auf einzelne Webseiten von Online-Händlern gehen. Dort müssen sie dann meist noch den Checkout durchlaufen und erst dann können sie das Produkt tatsächlich kaufen. Auf so einer „Customer Journey“, wie es neudeutsch heißt, gehen nahezu immer Umsätze verloren: Kunden verlieren auf halbem Weg die Lust oder überdenken ihren Kaufimpuls noch einmal neu, die Webseite ist zu kompliziert zu bedienen – oder man hat die Kreditkartendaten nicht zur Hand. Mit dem Angebot von Visa – und einem ähnlichen, wahrscheinlich dann zeitnah auch von Mastercard – ließen sich diese Abbrüche womöglich reduzieren. Denn wenn nun die Kreditkarte direkt beim KI-Agenten liegt und dieser mit diversen Limits zum Shopping ausgestattet wird, sparen Kunden sich die Umwege über Webseiten und Paymentportale und schlagen deshalb womöglich öfter zu. Genau das wäre dann die Kalkulation von Visa und Mastercard, die sich so höhere Umsätze durch häufigere Käufe erhoffen. Bleibt nur die Frage: Was, wenn die KI einfach halluziniert beim Shoppen? Wäre doch gelacht, wenn die ständig falschen Antworten der aktuellen KI-Agenten nicht dazu führen würden, dass sie statt einer Kaffeemaschine in Silber auch mal ein Fahrrad in Schwarz oder andersherum kaufen. Auch wer haftet, wenn die KI sich mal verirrt, ist bisher noch unklar. Bei Visa heißt es dazu zwar selbstbewusst, dass man schon Wege finden werde, wie das [Handelsblatt berichtet.](https://www.handelsblatt.com/technik/ki/onlinehandel-visa-fuehrt-kreditkarten-fuer-kuenstliche-intelligenz-ein/100124639.html?ref=paymentandbanking.com) Wie realistisch diese Einschätzung aber ist, werden erst die nächsten Monate zeigen. Dann soll das neue Feature tatsächlich auf den Markt kommen. ### Visa, Mastercard und der Traum vom Shopping mit KI URL: https://paymentandbanking.com/visa-mastercard-und-der-traum-vom-shopping-mit-ki/ Last updated: 2025-08-05T08:55:46.000Z **Die großen Card-Schemes stellen sich darauf ein, dass statt Menschen bald die KI shoppen geht. Welche Überlegung dahinter steckt und was sich die Unternehmen von der Umstellung versprechen.** Wie das US-Unternehmen Visa sich die Zukunft vorstellt, lässt sich [in einem kurzen Video ](https://www.youtube.com/watch?v=Lwl5wDJC7M8&ref=paymentandbanking.com)beobachten. In diesem Clip tippt ein Mensch nur die Worte „Buy me the best” und eine Art Suchmaschine komplettiert den Satz mit Worten wie Kaffeemaschine oder „Geburtstagsgeschenk”, danach landet er im Shopping-Bereich und kann in scheinbar wenigen Klicks einfach so eine Maschine kaufen. Oder er schreibt: „Bald gibt es neue Kopfhörer“ und die KI fragt nur noch nach einem Limit, bevor sie ganz von allein beim nächsten Angebot zuschlagen darf. Oder die KI sagt sogar, dass die eigenen Vorräte im Laden zu Neige gehen, fragt, ob sie die auffüllen darf – und mit nur einem Klick werden in diesem Beispiel Blumen geliefert. Möglich macht all das ein neues Feature, das Visa in den vergangenen Tagen vorgestellt hat: „Visa Intelligent Commerce.“ Dieses Programm soll es ermöglichen, dass Menschen ganz einfach ihre Kreditkarte beim Chatbot ihres Vertrauens hinterlegen und dieser dann im Internet auf Shoppingtour geht. Neue Kopfhörer, die nächste Ferienwohnung oder Catering: Mit nur wenigen Klicks könnten die Menschen – so suggeriert es das Video – Produkte und Dienstleistungen kaufen. Und auch Jack Forestell, Chief Product and Strategy Officer von Visa, betont in einer passenden Meldung dazu: „Bald werden KI-Agenten im Auftrag von Verbraucherinnen und Verbrauchern Produkte suchen, auswählen, kaufen und verwalten.“ Was zunächst nach einer netten Vision von Visa klingt, ist in der Tat ein erstes Anzeichen dafür, wie sich das Einkaufsverhalten der Menschen in den kommenden Jahren verändern wird und damit auch das Geschäft der großen Payment-Firmen beeinflussen wird. Auch Mastercard hatte vor einigen Tagen ein [ähnliches Feature vorgestellt](https://t3n.de/news/mastercard-stellt-tools-bereit-damit-ki-agenten-bald-fuer-euch-einkaufen-koennen-1685240/?ref=paymentandbanking.com), wenn auch in deutlich kleinerem Rahmen. Und passend dazu hat ChatGPT vor einigen Wochen sein erstes Shopping-Feature vorgestellt, das erstaunlich an [Google-Shopping in Chatbot-optimiert ](https://www.voguebusiness.com/story/technology/chatgpt-launches-new-shopping-features?ref=paymentandbanking.com)erinnert. Erleben wir gerade die nach dem Internet nächste große Revolution beim Shopping? Und was erhoffen sich die Payment-Firmen davon? \[adrotate banner="56"\] ## **Die Zukunft des Einkaufens: Ein KI-Agent auf Shoppingtour** Schon heute suchen die meisten Nutzerinnen und Nutzer weniger Informationen bei Google als noch vor einem oder gar fünf Jahren. Stattdessen fragen sie auch bei Kleinigkeiten ChatGPT, Gemini oder Perplexity. Dort aber bekommen die Menschen auf Fragen wie „Welche Kaffeemaschine sollte ich kaufen?“ nicht mehr hunderte Seiten von Google-Treffern und externe Links zu Webseiten, Vergleichsportalen und Zeitungsartikeln, sondern eine sehr kondensierte Antwort, die meist nur wenige Produkte empfiehlt. Das führt dazu, dass es für Firmen zum einen wichtiger wird, in einer dieser Antworten aufzutauchen, um überhaupt noch präsent zu sein. Es führt zum anderen aber auch dazu, dass sich ganz neue Geschäftsmodelle wie das von Visa nun entwickeln könnten. Die Payment-Firma nämlich setzt mit seinem Angebot insgeheim darauf, dass künftig nicht mehr Menschen, sondern eben personalisierte KI-Agenten im Internet auf Produktsuche gehen. Basierend auf den Informationen, die diese KI-Agenten über die Person aus vorherigen Suchanfragen und auch Kreditkartenumsätzen ziehen, werden sie künftig Produkte empfehlen, die – so die Hoffnung – deutlich zielgenauer zu den Personen passen. Das würde womöglich dazu führen, dass einige wenige Marken sich deutlich stärker durchsetzen könnten, weil sie die KI besser mit Informationen füttern. Für Kunden könnte das aber dazu führen, dass sie deutlich komfortabler im Internet einkaufen könnten. Die große Welle an Informationen, die sonst über einem zusammenbricht, wäre nur noch ein kleines Plätschern. ## **Checkout dürfte sich verkürzen: Steigen dadurch die Umsätze?** Die Produktsuche ist das eine. Visa hat das mit seinem Angebot offenbar weiter gedacht und sich gefragt: Wollen die Leute weiterhin auch im Internet einkaufen? Bisher ist es recht unerlässlich, dass die Menschen von der Google-Suche auf einzelne Plattformen wie Amazon, Online-Shops wie Otto oder auf einzelne Webseiten von Online-Händlern gehen. Dort müssen sie dann meist noch den Checkout durchlaufen und erst dann können sie das Produkt tatsächlich kaufen. Auf so einer „Customer Journey“, wie es neudeutsch heißt, gehen nahezu immer Umsätze verloren: Kunden verlieren auf halbem Weg die Lust oder überdenken ihren Kaufimpuls noch einmal neu, die Webseite ist zu kompliziert zu bedienen – oder man hat die Kreditkartendaten nicht zur Hand. Mit dem Angebot von Visa – und einem ähnlichen, wahrscheinlich dann zeitnah auch von Mastercard – ließen sich diese Abbrüche womöglich reduzieren. Denn wenn nun die Kreditkarte direkt beim KI-Agenten liegt und dieser mit diversen Limits zum Shopping ausgestattet wird, sparen Kunden sich die Umwege über Webseiten und Paymentportale und schlagen deshalb womöglich öfter zu. Genau das wäre dann die Kalkulation von Visa und Mastercard, die sich so höhere Umsätze durch häufigere Käufe erhoffen. Bleibt nur die Frage: Was, wenn die KI einfach halluziniert beim Shoppen? Wäre doch gelacht, wenn die ständig falschen Antworten der aktuellen KI-Agenten nicht dazu führen würden, dass sie statt einer Kaffeemaschine in Silber auch mal ein Fahrrad in Schwarz oder andersherum kaufen. Auch wer haftet, wenn die KI sich mal verirrt, ist bisher noch unklar. Bei Visa heißt es dazu zwar selbstbewusst, dass man schon Wege finden werde, wie das [Handelsblatt berichtet.](https://www.handelsblatt.com/technik/ki/onlinehandel-visa-fuehrt-kreditkarten-fuer-kuenstliche-intelligenz-ein/100124639.html?ref=paymentandbanking.com) Wie realistisch diese Einschätzung aber ist, werden erst die nächsten Monate zeigen. Dann soll das neue Feature tatsächlich auf den Markt kommen. ### PSD3 & PSR: Was die neuen EU-Regeln für den Zahlungsverkehr bedeuten URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-was-die-neuen-eu-regeln-fuer-den-zahlungsverkehr-bedeuten-2/ Last updated: 2025-05-15T06:06:22.000Z **In der aktuellen Folge von *Alles Legal – Fintech-Recht kompakt* spricht Dana Wondra mit Frank Müller von Annerton über zwei Regelwerke, die den Zahlungsverkehr grundlegend verändern werden.** PSD3 und PSR sind zwei Kürzel, die den europäischen Zahlungsmarkt in naher Zukunft prägen werden. Gemeinsam sollen sie für mehr Einheitlichkeit, besseren Verbraucherschutz und höhere Sicherheit im digitalen Zahlungsverkehr sorgen. Während PSD3 als Richtlinie die PSD2 ablöst, bringt die PSR erstmals eine europaweit direkt geltende Verordnung ein. Im Gespräch ordnet [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) die geplanten Regelwerke ein, erklärt die Hintergründe der Aufteilung in Richtlinie und Verordnung und zeigt, welche regulatorischen Lücken damit geschlossen werden sollen. Besonders wichtig: Forum-Shopping soll künftig vermieden werden, indem zentrale Vorgaben in allen EU-Staaten einheitlich gelten – ohne nationale Auslegungsunterschiede. Auch das Thema Betrugsprävention und Kundenschutz wird neu aufgestellt. Die Anforderungen an die starke Kundenauthentifizierung (SCA) werden verschärft, und Zahlungsdienstleister tragen künftig mehr Verantwortung: Bei unautorisierten Zahlungen müssen sie nachweisen, dass Kund:innen grob fahrlässig gehandelt haben. Zudem ist vorgesehen, dass mit PSD3 und PSR erstmals Zahlungsdienste- und E-Geld-Institute gemeinsam reguliert werden. Der Schritt soll auf EU-Ebene für mehr Klarheit sorgen und die Aufsicht vereinfachen. Noch sind die Gesetzestexte nicht final beschlossen, befinden sich aktuell im EU-Trilogverfahren. Doch Frank Müller gibt einen klaren Ausblick: Unternehmen sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Nach Inkrafttreten ist mit Übergangsfristen zu rechnen, dennoch wird eine frühzeitige Vorbereitung entscheidend sein, um neue Anforderungen rechtzeitig umzusetzen. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, was PSD3 und PSR für den Zahlungsverkehr wirklich bedeuten. [Alle unsere Podcasts findest Du auf unserem Bog und überall wo Du sonst gerne Podcast hörst!](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [YouTube](https://youtu.be/QZkqEE-ooc0?ref=paymentandbanking.com) - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/company/17880356/admin/dashboard/?ref=paymentandbanking.com) - [Spotify](https://open.spotify.com/episode/2fxAZ01hYKxbQ6xV8rB0l7?si=tzAAwT8kRnS7-uxZuIF2hw&ref=paymentandbanking.com) ### PSD3 & PSR: Was die neuen EU-Regeln für den Zahlungsverkehr bedeuten URL: https://paymentandbanking.com/psd3-psr-was-die-neuen-eu-regeln-fuer-den-zahlungsverkehr-bedeuten/ Last updated: 2025-08-05T08:55:47.000Z **In der aktuellen Folge von *Alles Legal – Fintech-Recht kompakt* spricht Dana Wondra mit Frank Müller von Annerton über zwei Regelwerke, die den Zahlungsverkehr grundlegend verändern werden.** PSD3 und PSR sind zwei Kürzel, die den europäischen Zahlungsmarkt in naher Zukunft prägen werden. Gemeinsam sollen sie für mehr Einheitlichkeit, besseren Verbraucherschutz und höhere Sicherheit im digitalen Zahlungsverkehr sorgen. Während PSD3 als Richtlinie die PSD2 ablöst, bringt die PSR erstmals eine europaweit direkt geltende Verordnung ein. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/705-psd3-psr-was-die-neuen-eu-regeln-fur-den-zahlungsverkehr-bedeuten"\] Im Gespräch ordnet [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) die geplanten Regelwerke ein, erklärt die Hintergründe der Aufteilung in Richtlinie und Verordnung und zeigt, welche regulatorischen Lücken damit geschlossen werden sollen. Besonders wichtig: Forum-Shopping soll künftig vermieden werden, indem zentrale Vorgaben in allen EU-Staaten einheitlich gelten – ohne nationale Auslegungsunterschiede. Auch das Thema Betrugsprävention und Kundenschutz wird neu aufgestellt. Die Anforderungen an die starke Kundenauthentifizierung (SCA) werden verschärft, und Zahlungsdienstleister tragen künftig mehr Verantwortung: Bei unautorisierten Zahlungen müssen sie nachweisen, dass Kund:innen grob fahrlässig gehandelt haben. Zudem ist vorgesehen, dass mit PSD3 und PSR erstmals Zahlungsdienste- und E-Geld-Institute gemeinsam reguliert werden. Der Schritt soll auf EU-Ebene für mehr Klarheit sorgen und die Aufsicht vereinfachen. Noch sind die Gesetzestexte nicht final beschlossen, befinden sich aktuell im EU-Trilogverfahren. Doch Frank Müller gibt einen klaren Ausblick: Unternehmen sollten die Entwicklungen aufmerksam verfolgen. Nach Inkrafttreten ist mit Übergangsfristen zu rechnen, dennoch wird eine frühzeitige Vorbereitung entscheidend sein, um neue Anforderungen rechtzeitig umzusetzen. 🎧 Jetzt reinhören – und erfahren, was PSD3 und PSR für den Zahlungsverkehr wirklich bedeuten. \[adrotate banner="58"\] [Alle unsere Podcasts findest Du auf unserem Bog und überall wo Du sonst gerne Podcast hörst!](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### DigiFin25: Bitkom und Payment & Banking veranstalten gemeinsame Konferenz URL: https://paymentandbanking.com/bitkom-und-payment-banking-veranstalten-gemeinsame-konferenz-digifin25-a-new-era-of-finance-2/ Last updated: 2026-05-06T10:18:02.000Z ## ***Ein resilienter, digitaler und integrierter Finanzstandort als Basis für Innovation, Sicherheit und Wandel*** Die digitale Transformation verändert die Finanzwelt schneller und tiefgreifender als je zuvor. Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, digitale Währungen und Open Finance sind längst keine Zukunftsvisionen mehr – sie bestimmen die Gegenwart. Gleichzeitig erfordern geopolitische Unsicherheiten, neue regulatorische Rahmenwerke sowie die Einführung des digitalen Euro ein Umdenken auf allen Ebenen des Finanzsystems. Um dieser komplexen Realität Rechnung zu tragen und die Zukunft aktiv mitzugestalten, bündeln der Digitalverband [Bitkom](https://www.bitkom.org/?ref=paymentandbanking.com) und Payment & Banking als führende Branchenplattformen erstmals ihre Kräfte. Gemeinsam veranstalten sie am **18\. November 2025** die **DigiFin25** unter dem Leitmotiv **„A New Era of Finance“**. ## **Ziel der DigiFin25:** Ein starkes, resilient aufgestelltes und innovatives Finanzökosystem für Deutschland und Europa zu schaffen – als Grundlage für nachhaltigen Wohlstand, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Transformation. ## **Eine neue Ära der Kooperation** Das Finanzsystem ist das Rückgrat unserer sozialen Marktwirtschaft und ein essenzieller Bestandteil aller Lebensbereiche. Innovationen, Wohlstand und Stabilität entstehen nur auf Basis eines starken, vertrauenswürdigen und zukunftsfähigen Finanzsektors. In einem Umfeld, das von technologischem Wandel, Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung geprägt ist, setzen Bitkom und Payment & Banking bewusst auf Kooperation: Brücken bauen zwischen Akteuren, Perspektiven und Disziplinen – für mehr Dialog, mehr Innovationskraft und mehr Resilienz. Nicole Nitsche von Payment & Banking betont: *„Wer glaubt, dass Wandel im Alleingang gelingt, hat die Realität verpasst. In einer Zeit voller Umbrüche braucht es Kooperation mehr denn je – nicht als Floskel, sondern als Fundament. Deshalb bündeln Payment & Banking und Bitkom erstmals ihre Kräfte und bringen mit der DigiFin25 zentrale Akteure an einen Tisch. Unser gemeinsames Ziel: ein Finanzsystem, das Sicherheit und Innovation nicht gegeneinander ausspielt, sondern bewusst miteinander verbindet. Nur so schaffen wir eine resiliente, vernetzte und zukunftsfähige Finanzwelt – für Europa und darüber hinaus.“* Auch Alina Bone-Winkel von Bitkom unterstreicht: > *„Mit Bitkom und Payment & Banking schließen sich zwei führende Plattformen der digitalen Finanzwelt zur DigiFin25 zusammen. Wir senden damit ein klares Zeichen: In Zeiten von Unsicherheit und Spannungen setzen wir auf Kooperation. Für eine ‚New Era of Finance‘!“* ## **Zentrale Themen der DigiFin25:** **1\. Sicherheit & Wandel** **2\. Resilienz & Flexibilität** **3\. Vertrauen & Innovation** Unter diesen Themen diskutieren wir unter anderem, wie die neue Zahlungsinfrastruktur Europas mit Stablecoins und dem digitalen Euro aussieht, wie technologische Innovationen durch kluge Regulierung sicher und planbar gestaltet werden können, welche Rolle Künstliche Intelligenz im Finanzsystem spielt, wie dieses sich gegen digitale Bedrohungen wappnet – und wie Green & Sustainable Finance zur Finanzierung der nachhaltigen Transformation beiträgt. ## **DigiFin25: Gemeinsam Zukunft gestalten** Die DigiFin25 bringt zentrale Akteure aus Politik, Finanzwirtschaft, Technologie, Regulierung und Zivilgesellschaft zusammen. Auf der Agenda stehen nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch strategische und gesellschaftliche Fragen: Wie schaffen wir Vertrauen in neue Technologien? Wie bleibt Europa als Finanzplatz wettbewerbsfähig? Wie können wir Innovation und Stabilität nachhaltig miteinander verbinden? ## **Unsere Vision:** Ein integratives, sicheres und innovationsgetriebenes Finanzsystem als Basis für eine resiliente und nachhaltige Wirtschaft – für Deutschland, Europa und darüber hinaus. [Jetzt Ticket sichern!](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) --- **Über Payment & Banking** Payment & Banking ist eine führende Plattform der digitalen Finanzbranche und bietet seit über zehn Jahren unabhängige Analysen, Netzwerkevents und Formate rund um Payment, Banking und FinTech-Innovationen. **Über Bitkom** Bitkom ist der Digitalverband Deutschlands. Er setzt sich für die digitale Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung ein und vernetzt Unternehmen aus der Technologie- und Finanzbranche. ### DigiFin25: Bitkom und Payment & Banking veranstalten gemeinsame Konferenz URL: https://paymentandbanking.com/bitkom-und-payment-banking-veranstalten-gemeinsame-konferenz-digifin25-a-new-era-of-finance/ Last updated: 2025-08-05T08:55:47.000Z ## ***Ein resilienter, digitaler und integrierter Finanzstandort als Basis für Innovation, Sicherheit und Wandel*** Die digitale Transformation verändert die Finanzwelt schneller und tiefgreifender als je zuvor. Technologien wie Künstliche Intelligenz, Blockchain, digitale Währungen und Open Finance sind längst keine Zukunftsvisionen mehr – sie bestimmen die Gegenwart. Gleichzeitig erfordern geopolitische Unsicherheiten, neue regulatorische Rahmenwerke sowie die Einführung des digitalen Euro ein Umdenken auf allen Ebenen des Finanzsystems. Um dieser komplexen Realität Rechnung zu tragen und die Zukunft aktiv mitzugestalten, bündeln der Digitalverband [Bitkom](https://www.bitkom.org/?ref=paymentandbanking.com) und Payment & Banking als führende Branchenplattformen erstmals ihre Kräfte. Gemeinsam veranstalten sie am **18\. November 2025** die **DigiFin25** unter dem Leitmotiv **„A New Era of Finance“**. ## **Ziel der DigiFin25:** Ein starkes, resilient aufgestelltes und innovatives Finanzökosystem für Deutschland und Europa zu schaffen – als Grundlage für nachhaltigen Wohlstand, gesellschaftliche Teilhabe und wirtschaftliche Transformation. ## **Eine neue Ära der Kooperation** Das Finanzsystem ist das Rückgrat unserer sozialen Marktwirtschaft und ein essenzieller Bestandteil aller Lebensbereiche. Innovationen, Wohlstand und Stabilität entstehen nur auf Basis eines starken, vertrauenswürdigen und zukunftsfähigen Finanzsektors. In einem Umfeld, das von technologischem Wandel, Unsicherheit und zunehmender Fragmentierung geprägt ist, setzen Bitkom und Payment & Banking bewusst auf Kooperation: Brücken bauen zwischen Akteuren, Perspektiven und Disziplinen – für mehr Dialog, mehr Innovationskraft und mehr Resilienz. Nicole Nitsche von Payment & Banking betont: *„Wer glaubt, dass Wandel im Alleingang gelingt, hat die Realität verpasst. In einer Zeit voller Umbrüche braucht es Kooperation mehr denn je – nicht als Floskel, sondern als Fundament. Deshalb bündeln Payment & Banking und Bitkom erstmals ihre Kräfte und bringen mit der DigiFin25 zentrale Akteure an einen Tisch. Unser gemeinsames Ziel: ein Finanzsystem, das Sicherheit und Innovation nicht gegeneinander ausspielt, sondern bewusst miteinander verbindet. Nur so schaffen wir eine resiliente, vernetzte und zukunftsfähige Finanzwelt – für Europa und darüber hinaus.“* Auch Alina Bone-Winkel von Bitkom unterstreicht: > *„Mit Bitkom und Payment & Banking schließen sich zwei führende Plattformen der digitalen Finanzwelt zur DigiFin25 zusammen. Wir senden damit ein klares Zeichen: In Zeiten von Unsicherheit und Spannungen setzen wir auf Kooperation. Für eine ‚New Era of Finance‘!“* ## **Zentrale Themen der DigiFin25:** **1\. Sicherheit & Wandel** **2\. Resilienz & Flexibilität** **3\. Vertrauen & Innovation** Unter diesen Themen diskutieren wir unter anderem, wie die neue Zahlungsinfrastruktur Europas mit Stablecoins und dem digitalen Euro aussieht, wie technologische Innovationen durch kluge Regulierung sicher und planbar gestaltet werden können, welche Rolle Künstliche Intelligenz im Finanzsystem spielt, wie dieses sich gegen digitale Bedrohungen wappnet – und wie Green & Sustainable Finance zur Finanzierung der nachhaltigen Transformation beiträgt. ## **DigiFin25: Gemeinsam Zukunft gestalten** Die DigiFin25 bringt zentrale Akteure aus Politik, Finanzwirtschaft, Technologie, Regulierung und Zivilgesellschaft zusammen. Auf der Agenda stehen nicht nur technologische Entwicklungen, sondern auch strategische und gesellschaftliche Fragen: Wie schaffen wir Vertrauen in neue Technologien? Wie bleibt Europa als Finanzplatz wettbewerbsfähig? Wie können wir Innovation und Stabilität nachhaltig miteinander verbinden? ## **Unsere Vision:** Ein integratives, sicheres und innovationsgetriebenes Finanzsystem als Basis für eine resiliente und nachhaltige Wirtschaft – für Deutschland, Europa und darüber hinaus. [Jetzt Ticket sichern!](https://digifin.berlin/de/tickets?ref=paymentandbanking.com) \[adrotate banner="58"\] --- **Über Payment & Banking** Payment & Banking ist eine führende Plattform der digitalen Finanzbranche und bietet seit über zehn Jahren unabhängige Analysen, Netzwerkevents und Formate rund um Payment, Banking und FinTech-Innovationen. **Über Bitkom** Bitkom ist der Digitalverband Deutschlands. Er setzt sich für die digitale Transformation von Wirtschaft, Gesellschaft und Verwaltung ein und vernetzt Unternehmen aus der Technologie- und Finanzbranche. ### Strategiewechsel: Warum Wero jetzt doch mit Bizum kooperiert URL: https://paymentandbanking.com/strategiewechsel-warum-wero-jetzt-doch-mit-bizum-kooperiert-2/ Last updated: 2025-05-13T08:03:18.000Z ## **Gegenüber Payment & Banking schloss EPI-Chefin Weimert vor wenigen Wochen eine Zusammenarbeit aus. Mittlerweile hat sie die Strategie geändert. Und das hat mehrere Gründe.** Lange Zeit war für die European Payments Initiative (EPI) eine Kooperation mit anderen Bezahlsystemen ein rotes Tuch. Schließlich beanspruchte EPI mit Wero für sich das Ziel, in ganz Europa zur Nummer eins bei P2P-Zahlungen zu werden. Noch kurz vor der PEX 2025 bekräftigte EPI-CEO Martina Weimert im [Interview mit Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/wero-gewinnt-jetzt-so-richtig-an-tragweite/) noch einmal, dass eine Zusammenarbeit derzeit nicht geplant sei: „Interoperabilität macht für mich keinen Sinn, weil sie keine Synergien schafft”, sagte sie. „Tatsächlich müssen sie die gleichen Investitionen in jedem Land machen.” Dies würde nur wieder dahin führen, eine gemeinsame Lösung anzustreben. Diese Haltung mag auch dadurch geprägt sein, dass 2022 einige Banken EPI verließen, bevor Wero überhaupt an den Start ging, unter ihnen auch die Banken hinter dem spanichen Dienst Bizum wie die Caixabank, die BBVA und Banco Santander sowie ein Zusammenschluss von zwölf kleineren spanischen Banken. Diese Ausstiege waren für EPI ein herber Rückschlag. ## **Druck zu neuer europäischer Zahlungssouveränität** Doch inzwischen hat sich die Haltung der Initiative gegenüber diesen Abtrünnigen geändert. Kurz nach Ostern veröffentlichte EPI einen [Brief](https://epicompany.eu/media-insights/epi-invites-all-representative-european-digital-payment-solutions-to-join-forces-in-favor-of-european-sovereignty-in-payments?ref=paymentandbanking.com), in dem man sich von der bisherigen Ablehnung von Zusammenarbeiten verabschiedete. „In vielen Märkten gibt es weitere erfolgreiche digitale Zahlungslösungen, die heute bereits von mehr als 120 Millionen Kunden genutzt werden, und diese kombinierte Nutzerbasis wächst schnell”, heißt es in der Mitteilung von EPI. Was sind also die Beweggründe für den Strategiewechsel von Wero? Ein Grund ist der eskalierende Handelskrieg mit den USA, in den auch die EU geraten ist. EZB-Chefin [Christine Lagarde warnte in den vergangenen Wochen vor der Marktmacht der amerikanischen Zahlungsanbieter](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/geld-ezb-warnt-vor-marktmacht-von-drei-us-anbietern-in-europa/100120875.html?ref=paymentandbanking.com). „Wir müssen diese Verwundbarkeit mindern und sicherstellen, dass es ein europäisches Angebot gibt – für alle Fälle“, sagte Lagarde. „Es ist wirklich wichtig für uns alle, dass digitale Zahlungen unter unserer Kontrolle bleiben.“ Dem schließt sich EPI gegenüber Payment & Banking auf Anfrage an. Die aktuelle gesamtpolitische Entwicklung seit März habe dem Thema nochmal eine deutlich stärkere Bedeutung verliehen: „Wir glauben, dass es jetzt Zeit zum Handeln ist und haben daher die Europäischen Zahlverfahren und die Banken in Europa zur Geschlossenheit und Zusammenarbeit aufgerufen.“ Wero könnte durch die Kritik an den amerikanischen Tech-Riesen in der Bevölkerung zunehmend als ethische Alternative wahrgenommen werden, sagt Gijs ter Horst, CEO des Zahlungsverkehrsdienstleisters Ximedes. Dabei stehe man im War of Wallets nicht unbedingt auf verlorenem Posten, meint er. Denn man könne etwas anbieten, was Paypal und Apple Pay nicht haben: Die Möglichkeit von kostengünstige Echtzeitzahlungen zwischen europäischen Bankkonten. Aber auch Paypal rüstet sich und kündigte gerade an, mit einer Wallet für kontaktlose Zahlung an die Ladenkassen zu gehen. „Die jüngste Ankündigung von PayPal in Deutschland erhöht nun den Handlungsdruck – die Konkurrenz feilt an eigenen Ökosystemen”, sagt Thomas Walkner, Experte für Zahlungsverkehr bei der Unternehmensberatung Capco. ## **Wero muss schnell groß werden** Das erhöht den Druck auf Initiativen wie EPI, die Nutzung von Wero im Sinne der europäischen Zahlungssouveränität schnell voranzutreiben – auch wenn das bedeutet, Ressentiments gegen Aussteiger und Kernstrategien hinter sich zu lassen. Die politische Rückendeckung könnte Weimert derweil gelegen kommen, auch wenn das Interesse an einer Kooperation vorher gering schien. „Wichtig war zunächst, die Lösung überhaupt für Nutzende verfügbar zu machen – der Weg dahin war durchaus holprig”, sagt Thomas Walkner. Nun sei Schnelligkeit von entscheidender Bedeutung. Mögliche Kooperationen könnten hier ein Mittel der Wahl sein, findet er. „Dies ist wahrscheinlich der einzige realistische Weg, um etwas wie Wero in ganz Europa zu verbreiten”, meint auch Gijs ter Horst. Das sei kein Zeichen von Schwäche, sondern von Reife und Verständnis für die Dynamik des Marktes, meint er. „Interoperabilität scheint die einzige praktikable Option zu sein.” ## **Ein Zahlungsdienst für Mallorca-Touristen?** Bizum mit seinen über [27 Millionen Nutzer:innen](https://bizum.com/es/en/blog/who-invented-bizum/?ref=paymentandbanking.com) könnte hier ein erster Schritt sein. „Um eine umfassende Lösung in Europa erfolgreich zu gestalten, ist natürlich die Akzeptanz der Nutzenden Voraussetzung”, sagt Experte Walkner. „Diese wollen nach Möglichkeit eine Lösung, die beim Bäcker um die Ecke genauso funktioniert wie im Lokal am Urlaubsort.” Hier liege momentan die Schwäche von EPI, weil Südeuropa aktuell nicht Teil des Verbreitungsgebiets sei. „Insofern macht die Kooperation aus Kundensicht auf jeden Fall Sinn.” In Spanien akzeptieren immer mehr Restaurants und kleine Geschäfte Zahlungen über den Dienst. „Das spanische Restaurant oder die spanische Bar, die auf Tourismus angewiesen ist, wird sich letztendlich zwischen Visa, Mastercard und einer Lösung wie Wero entscheiden müssen”, sagte Martina Weimert gegenüber Payment & Banking. „Und mit der Masse an Kunden, die wir jetzt gewinnen, werden wir dahin kommen, dass Wero für diese und weitere Anwendungen eine attraktive Alternative wird.” Das scheint nun weiterhin zu gelten, nur wagt Wero nicht mehr den Alleingang. Interessant wird hier noch, wie die technische Interoperabilität funktionieren wird. Dazu wollte sich EPI aktuell nicht im Detail äußern. Wero und Bizum können hier beide auf SEPA Instant Credit Transfer und Eurosystem’s TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) zurückgreifen, die auf den Nachrichtenstandard ISO-20022 basieren. Die Kooperation hat also das Potential, ein echter Erfolg einheitlicher europäischer Regulierungsstandards zu werden. EPI betont, dass ihre Bereitschaft für eine Zusammenarbeit für alle europäischen Institutionen gelte. Weitere Details dazu werde man zeitnah kommunizieren. ### Strategiewechsel: Warum Wero jetzt doch mit Bizum kooperiert URL: https://paymentandbanking.com/strategiewechsel-warum-wero-jetzt-doch-mit-bizum-kooperiert/ Last updated: 2025-08-05T08:55:47.000Z ## **Gegenüber Payment & Banking schloss EPI-Chefin Weimert vor wenigen Wochen eine Zusammenarbeit aus. Mittlerweile hat sie die Strategie geändert. Und das hat mehrere Gründe.** Lange Zeit war für die European Payments Initiative (EPI) eine Kooperation mit anderen Bezahlsystemen ein rotes Tuch. Schließlich beanspruchte EPI mit Wero für sich das Ziel, in ganz Europa zur Nummer eins bei P2P-Zahlungen zu werden. Noch kurz vor der PEX 2025 bekräftigte EPI-CEO Martina Weimert im [Interview mit Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/wero-gewinnt-jetzt-so-richtig-an-tragweite/) noch einmal, dass eine Zusammenarbeit derzeit nicht geplant sei: „Interoperabilität macht für mich keinen Sinn, weil sie keine Synergien schafft”, sagte sie. „Tatsächlich müssen sie die gleichen Investitionen in jedem Land machen.” Dies würde nur wieder dahin führen, eine gemeinsame Lösung anzustreben. Diese Haltung mag auch dadurch geprägt sein, dass 2022 einige Banken EPI verließen, bevor Wero überhaupt an den Start ging, unter ihnen auch die Banken hinter dem spanichen Dienst Bizum wie die Caixabank, die BBVA und Banco Santander sowie ein Zusammenschluss von zwölf kleineren spanischen Banken. Diese Ausstiege waren für EPI ein herber Rückschlag. ## **Druck zu neuer europäischer Zahlungssouveränität** Doch inzwischen hat sich die Haltung der Initiative gegenüber diesen Abtrünnigen geändert. Kurz nach Ostern veröffentlichte EPI einen [Brief](https://epicompany.eu/media-insights/epi-invites-all-representative-european-digital-payment-solutions-to-join-forces-in-favor-of-european-sovereignty-in-payments?ref=paymentandbanking.com), in dem man sich von der bisherigen Ablehnung von Zusammenarbeiten verabschiedete. „In vielen Märkten gibt es weitere erfolgreiche digitale Zahlungslösungen, die heute bereits von mehr als 120 Millionen Kunden genutzt werden, und diese kombinierte Nutzerbasis wächst schnell”, heißt es in der Mitteilung von EPI. Was sind also die Beweggründe für den Strategiewechsel von Wero? Ein Grund ist der eskalierende Handelskrieg mit den USA, in den auch die EU geraten ist. EZB-Chefin [Christine Lagarde warnte in den vergangenen Wochen vor der Marktmacht der amerikanischen Zahlungsanbieter](https://www.handelsblatt.com/finanzen/banken-versicherungen/banken/geld-ezb-warnt-vor-marktmacht-von-drei-us-anbietern-in-europa/100120875.html?ref=paymentandbanking.com). „Wir müssen diese Verwundbarkeit mindern und sicherstellen, dass es ein europäisches Angebot gibt – für alle Fälle“, sagte Lagarde. „Es ist wirklich wichtig für uns alle, dass digitale Zahlungen unter unserer Kontrolle bleiben.“ Dem schließt sich EPI gegenüber Payment & Banking auf Anfrage an. Die aktuelle gesamtpolitische Entwicklung seit März habe dem Thema nochmal eine deutlich stärkere Bedeutung verliehen: „Wir glauben, dass es jetzt Zeit zum Handeln ist und haben daher die Europäischen Zahlverfahren und die Banken in Europa zur Geschlossenheit und Zusammenarbeit aufgerufen.“ Wero könnte durch die Kritik an den amerikanischen Tech-Riesen in der Bevölkerung zunehmend als ethische Alternative wahrgenommen werden, sagt Gijs ter Horst, CEO des Zahlungsverkehrsdienstleisters Ximedes. Dabei stehe man im War of Wallets nicht unbedingt auf verlorenem Posten, meint er. Denn man könne etwas anbieten, was Paypal und Apple Pay nicht haben: Die Möglichkeit von kostengünstige Echtzeitzahlungen zwischen europäischen Bankkonten. Aber auch Paypal rüstet sich und kündigte gerade an, mit einer Wallet für kontaktlose Zahlung an die Ladenkassen zu gehen. „Die jüngste Ankündigung von PayPal in Deutschland erhöht nun den Handlungsdruck – die Konkurrenz feilt an eigenen Ökosystemen”, sagt Thomas Walkner, Experte für Zahlungsverkehr bei der Unternehmensberatung Capco. \[adrotate banner="55"\] ## **Wero muss schnell groß werden** Das erhöht den Druck auf Initiativen wie EPI, die Nutzung von Wero im Sinne der europäischen Zahlungssouveränität schnell voranzutreiben – auch wenn das bedeutet, Ressentiments gegen Aussteiger und Kernstrategien hinter sich zu lassen. Die politische Rückendeckung könnte Weimert derweil gelegen kommen, auch wenn das Interesse an einer Kooperation vorher gering schien. „Wichtig war zunächst, die Lösung überhaupt für Nutzende verfügbar zu machen – der Weg dahin war durchaus holprig”, sagt Thomas Walkner. Nun sei Schnelligkeit von entscheidender Bedeutung. Mögliche Kooperationen könnten hier ein Mittel der Wahl sein, findet er. „Dies ist wahrscheinlich der einzige realistische Weg, um etwas wie Wero in ganz Europa zu verbreiten”, meint auch Gijs ter Horst. Das sei kein Zeichen von Schwäche, sondern von Reife und Verständnis für die Dynamik des Marktes, meint er. „Interoperabilität scheint die einzige praktikable Option zu sein.” ## **Ein Zahlungsdienst für Mallorca-Touristen?** Bizum mit seinen über [27 Millionen Nutzer:innen](https://bizum.com/es/en/blog/who-invented-bizum/?ref=paymentandbanking.com) könnte hier ein erster Schritt sein. „Um eine umfassende Lösung in Europa erfolgreich zu gestalten, ist natürlich die Akzeptanz der Nutzenden Voraussetzung”, sagt Experte Walkner. „Diese wollen nach Möglichkeit eine Lösung, die beim Bäcker um die Ecke genauso funktioniert wie im Lokal am Urlaubsort.” Hier liege momentan die Schwäche von EPI, weil Südeuropa aktuell nicht Teil des Verbreitungsgebiets sei. „Insofern macht die Kooperation aus Kundensicht auf jeden Fall Sinn.” In Spanien akzeptieren immer mehr Restaurants und kleine Geschäfte Zahlungen über den Dienst. „Das spanische Restaurant oder die spanische Bar, die auf Tourismus angewiesen ist, wird sich letztendlich zwischen Visa, Mastercard und einer Lösung wie Wero entscheiden müssen”, sagte Martina Weimert gegenüber Payment & Banking. „Und mit der Masse an Kunden, die wir jetzt gewinnen, werden wir dahin kommen, dass Wero für diese und weitere Anwendungen eine attraktive Alternative wird.” Das scheint nun weiterhin zu gelten, nur wagt Wero nicht mehr den Alleingang. Interessant wird hier noch, wie die technische Interoperabilität funktionieren wird. Dazu wollte sich EPI aktuell nicht im Detail äußern. Wero und Bizum können hier beide auf SEPA Instant Credit Transfer und Eurosystem's TARGET Instant Payment Settlement (TIPS) zurückgreifen, die auf den Nachrichtenstandard ISO-20022 basieren. Die Kooperation hat also das Potential, ein echter Erfolg einheitlicher europäischer Regulierungsstandards zu werden. EPI betont, dass ihre Bereitschaft für eine Zusammenarbeit für alle europäischen Institutionen gelte. Weitere Details dazu werde man zeitnah kommunizieren. ### Das bedeutet der Stripe-Move für Banken URL: https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-von-banking-wurde-eingelaeutet-allerdings-nicht-von-einer-bank-2/ Last updated: 2025-05-28T06:22:00.000Z ## ***Das US-Unternehmen Stripe könnte die Geldhäuser dort treffen, wo es richtig weh tut. Warum jetzt alle aufhorchen sollten: die neue Kolumne von Peter Großkopf.*** Normalerweise würde ich in meiner Kolumne keine Neuigkeit einer einzelnen Firma aufnehmen, allerdings ist der Vorstoß des Zahlungsdienstleisters Stripe derart gewaltig, dass jede Bankerin ihre Ohren spitzen sollte: auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Sessions 2025 hat Stripe Stablecoin-basierte Finanzkonten in 101 Ländern [angekündigt](https://stripe.com/de/newsroom/news/sessions-2025?ref=paymentandbanking.com). Ermöglicht wird der Vorstoß technologisch von dem kürzlich akquirierten Startup Bridge.xyz und dem USD Stablecoin USDC von Circle. Was auf den ersten Blick wie ein lapidares Krypto-Feature aussieht, könnte sich als direkter Angriff auf das Kerngeschäft traditioneller Banken entpuppen – das Cash-Management. ## **Was Stripe angekündigt hat – und warum es so bedeutend ist** Stripe-Nutzer können ab sofort USDC empfangen, halten und ausgeben – direkt in ihren Stripe-Konten, mit sofortiger Konvertierung in Fiat-Währungen, falls gewünscht. Der lokale Tausch in eine Fiat-Währung wird Partnerschaften in den jeweiligen Jurisdiktionen erfordern, die über Bridge realisiert werden. Transfers erfolgen rund um die Uhr, ohne die typischen Verzögerungen oder Einschränkungen herkömmlicher Bankinfrastruktur. Wie ein Video Snippet auf [X](https://x.com/stripe/status/1920221121292419122?s=46&t=G1S8M%5FyQ7P-ig42Ca613RQ&ref=paymentandbanking.com) zeigt, können Kunden in Realzeit neue Konten und Karten anlegen, sowie Beträge in verschiedenen Währungen in Realzeit konvertieren und übertragen. Der Multi-Currency Dienst steht aktuell nur in den USA und UK zur Verfügung. Sollten in Zukunft auch lokale Stablecoins verwendet werden, wie EUR oder HK$ Stablecoins, ließe sich die gesamte Abwicklung bis “zur letzten Meile” on-chain, also unabhängig von lokalen Bankensystemen abwickeln. Die jetzt schon vorhandene Dollar-Infrastruktur ist besonders attraktiv für Unternehmen in Märkten mit instabilen lokalen Währungen oder restriktiven Kapitalflüssen. ## **Das Ende der Bankabhängigkeit?** Was Stripe hier aufgebaut hat, ist mehr als nur eine Krypto-Integration. Es ist der Beginn einer Finanzinfrastruktur, die das klassische Bankwesen umgeht. Unternehmen können nun weltweit: - rund um die Uhr Zahlungen senden und empfangen, - ihre Liquidität programmatisch steuern, - und Erträge auf digitale Dollar halten. Banken, die ihren Kunden globale Dienstleistungen ermöglichen, gibt es nur wenige. Hier entsteht eine globale Bank. ## **Warum Banken sich sorgen sollten** Die meisten Banken sehen Stablecoins immer noch als “Krypto-Spielzeug”, etwas, das man beobachten, aber nicht ernst nehmen müsse. Stripe zeigt nun, warum das gefährlich kurzsichtig ist. Das Unternehmen baut keine spekulative Kryptowelt, sondern Marktinfrastruktur. Und diese Infrastruktur löst reale Probleme: Ineffizienz, Intransparenz und Zeitverzögerungen im globalen Zahlungsverkehr. Was Banken besonders treffen dürfte: Cash-Management ist einer ihrer profitabelsten Geschäftsbereiche. Genau hier setzt Stripe an – mit einem Produkt, das günstiger, schneller und technologisch überlegen ist. ## **Der Beginn einer Entkopplung** Mit der Einführung dieser Stablecoin-Konten, welche 1:1 neben Fiatgeld-Konten geführt werden können, erleben wir die beginnende Entkopplung von Finanzdienstleistungen und traditionellen Banken. Wer heute als Start-up, SaaS-Plattform oder international agierendes Unternehmen Zahlungen abwickeln will, braucht nicht mehr zwangsläufig ein Bankkonto. Stripe bietet eine Komplettlösung, die den Bedürfnissen der modernen digitalen Wirtschaft besser entspricht als jede klassische Bank. Liquidität ist rund um die Uhr in allen Währungen verfügbar, somit können Liquiditätsengpässe auch am Wochenende oder außerhalb der Banköffnungszeiten behoben werden. Die großen Gewinner dieser Entwicklung sind: - Unternehmen mit globaler Ausrichtung - Finanzabteilungen, die auf Echtzeit-Transparenz setzen - Softwareplattformen, die Embedded Finance integrieren möchten - Entwickler, die Lösungen auf Basis von Stripe entwickeln - und nicht zuletzt: Stripe selbst Die Verlierer? Banken, die diese Entwicklung als vorübergehende Modeerscheinung abtun. ## **Fazit** Stripe hat nicht einfach ein neues Produkt angekündigt. Das Unternehmen hat leise, aber konsequent eine Alternative zur klassischen Finanzinfrastruktur aufgebaut – und bietet diese nun weltweit an. Es ist eine Warnung an alle Banken: Der Wandel kommt nicht irgendwann – er ist bereits da. Wer nicht mitzieht und sich im Bereich Stablecoins positioniert, wird bald irrelevant sein. ### Das bedeutet der Stripe-Move für Banken URL: https://paymentandbanking.com/die-naechste-generation-von-banking-wurde-eingelaeutet-allerdings-nicht-von-einer-bank/ Last updated: 2025-08-05T08:55:47.000Z ## ***Das US-Unternehmen Stripe könnte die Geldhäuser dort treffen, wo es richtig weh tut. Warum jetzt alle aufhorchen sollten: die neue Kolumne von Peter Großkopf.*** Normalerweise würde ich in meiner Kolumne keine Neuigkeit einer einzelnen Firma aufnehmen, allerdings ist der Vorstoß des Zahlungsdienstleisters Stripe derart gewaltig, dass jede Bankerin ihre Ohren spitzen sollte: auf der hauseigenen Entwicklerkonferenz Sessions 2025 hat Stripe Stablecoin-basierte Finanzkonten in 101 Ländern [angekündigt](https://stripe.com/de/newsroom/news/sessions-2025?ref=paymentandbanking.com). Ermöglicht wird der Vorstoß technologisch von dem kürzlich akquirierten Startup Bridge.xyz und dem USD Stablecoin USDC von Circle. Was auf den ersten Blick wie ein lapidares Krypto-Feature aussieht, könnte sich als direkter Angriff auf das Kerngeschäft traditioneller Banken entpuppen – das Cash-Management. ## **Was Stripe angekündigt hat – und warum es so bedeutend ist** Stripe-Nutzer können ab sofort USDC empfangen, halten und ausgeben – direkt in ihren Stripe-Konten, mit sofortiger Konvertierung in Fiat-Währungen, falls gewünscht. Der lokale Tausch in eine Fiat-Währung wird Partnerschaften in den jeweiligen Jurisdiktionen erfordern, die über Bridge realisiert werden. Transfers erfolgen rund um die Uhr, ohne die typischen Verzögerungen oder Einschränkungen herkömmlicher Bankinfrastruktur. Wie ein Video Snippet auf [X](https://x.com/stripe/status/1920221121292419122?s=46&t=G1S8M%5FyQ7P-ig42Ca613RQ&ref=paymentandbanking.com) zeigt, können Kunden in Realzeit neue Konten und Karten anlegen, sowie Beträge in verschiedenen Währungen in Realzeit konvertieren und übertragen. Der Multi-Currency Dienst steht aktuell nur in den USA und UK zur Verfügung. Sollten in Zukunft auch lokale Stablecoins verwendet werden, wie EUR oder HK$ Stablecoins, ließe sich die gesamte Abwicklung bis “zur letzten Meile” on-chain, also unabhängig von lokalen Bankensystemen abwickeln. Die jetzt schon vorhandene Dollar-Infrastruktur ist besonders attraktiv für Unternehmen in Märkten mit instabilen lokalen Währungen oder restriktiven Kapitalflüssen. ## **Das Ende der Bankabhängigkeit?** Was Stripe hier aufgebaut hat, ist mehr als nur eine Krypto-Integration. Es ist der Beginn einer Finanzinfrastruktur, die das klassische Bankwesen umgeht. Unternehmen können nun weltweit: - rund um die Uhr Zahlungen senden und empfangen, - ihre Liquidität programmatisch steuern, - und Erträge auf digitale Dollar halten. Banken, die ihren Kunden globale Dienstleistungen ermöglichen, gibt es nur wenige. Hier entsteht eine globale Bank. \[adrotate banner="56"\] ## **Warum Banken sich sorgen sollten** Die meisten Banken sehen Stablecoins immer noch als “Krypto-Spielzeug”, etwas, das man beobachten, aber nicht ernst nehmen müsse. Stripe zeigt nun, warum das gefährlich kurzsichtig ist. Das Unternehmen baut keine spekulative Kryptowelt, sondern Marktinfrastruktur. Und diese Infrastruktur löst reale Probleme: Ineffizienz, Intransparenz und Zeitverzögerungen im globalen Zahlungsverkehr. Was Banken besonders treffen dürfte: Cash-Management ist einer ihrer profitabelsten Geschäftsbereiche. Genau hier setzt Stripe an – mit einem Produkt, das günstiger, schneller und technologisch überlegen ist. ## **Der Beginn einer Entkopplung** Mit der Einführung dieser Stablecoin-Konten, welche 1:1 neben Fiatgeld-Konten geführt werden können, erleben wir die beginnende Entkopplung von Finanzdienstleistungen und traditionellen Banken. Wer heute als Start-up, SaaS-Plattform oder international agierendes Unternehmen Zahlungen abwickeln will, braucht nicht mehr zwangsläufig ein Bankkonto. Stripe bietet eine Komplettlösung, die den Bedürfnissen der modernen digitalen Wirtschaft besser entspricht als jede klassische Bank. Liquidität ist rund um die Uhr in allen Währungen verfügbar, somit können Liquiditätsengpässe auch am Wochenende oder außerhalb der Banköffnungszeiten behoben werden. Die großen Gewinner dieser Entwicklung sind: - Unternehmen mit globaler Ausrichtung - Finanzabteilungen, die auf Echtzeit-Transparenz setzen - Softwareplattformen, die Embedded Finance integrieren möchten - Entwickler, die Lösungen auf Basis von Stripe entwickeln - und nicht zuletzt: Stripe selbst Die Verlierer? Banken, die diese Entwicklung als vorübergehende Modeerscheinung abtun. ## **Fazit** Stripe hat nicht einfach ein neues Produkt angekündigt. Das Unternehmen hat leise, aber konsequent eine Alternative zur klassischen Finanzinfrastruktur aufgebaut – und bietet diese nun weltweit an. Es ist eine Warnung an alle Banken: Der Wandel kommt nicht irgendwann – er ist bereits da. Wer nicht mitzieht und sich im Bereich Stablecoins positioniert, wird bald irrelevant sein. ### EHI Studie: Das sind die großen Payment-Trends URL: https://paymentandbanking.com/ehi-studie-das-sind-die-grossen-payment-trends-2/ Last updated: 2025-05-12T06:43:24.000Z *Laut einer Studie des EHI-Retail-Instituts ist der Umsatzanteil von Kartenzahlungen leicht gestiegen. Gleichzeitig sind Händler wieder dazu bereit, mehr in Payment-Infrastruktur zu investieren.* In den vergangenen Jahren nahm der Anteil des Bargelds am Zahlungsverhalten kontinuierlich ab. Eine Studie des EHI-Retail-Instituts fand nun heraus, dass 2024 nur noch knapp ein Drittel der Zahlungen im stationären Einzelhandel in Höhe von fast 500 Milliarden Euro mit Bargeld umgesetzt wurden. Mit 63,5 Prozent wurde der Großteil der Umsätze mit Karte gezahlt. Für die Branche der Zahlungsanbieter scheint das erstmal eine gute Nachricht zu sein. Doch Horst Rüter, Leiter des Forschungsbereichs Payment, muss der Payment-Branche noch einen Wermutstropfen bescheren: „Gemessen an der Zahl der Transaktionen bleibt Bargeld vorerst noch die beliebteste Zahlart”, sagte er auf dem EHI Payment Kongress. Von rund 20 Milliarden Transaktionen 2024 wurden 54,6 Prozent mit Bargeld getätigt. Eine weitere kritische Botschaft: Der Anteil von Bargeldzahlungen am Umsatz sank im Vergleich zu 2023 lediglich um 1,7 Prozentpunkte. Wirklich grundlegend änderte sich das Zahlungsverhalten der Deutschen im vergangenen Jahr also nicht. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/2025_pm_zahlung_umsatzanteile_2024_900x720px_cmyk.jpg) ## **Trend Nummer 1: Die internationalen Debitkarten kommen** Unter den Kartenzahlungen war die Girocard weiter das beliebteste Zahlungsmittel und verlor nur knapp einen Prozentpunkt an den Gesamtzahlungen. Die Gewinner unter den Kartenzahlungen waren jedoch die Internationalen Debitkarten von Visa und Mastercard, die ihren Anteil auf 6,9 Prozent um 2,8 Prozentpunkte steigern konnten. Eine schlechte Nachricht für den Einzelhandel, die laut EHI-Institut rund drei- bis viermal so hohe Kosten wie bei Zahlungen mit Girocard kalkulieren. ## **Trend Nummer 2: Mobile Payment wird wichtiger** Trotzdem gibt es bei den elektronischen Zahlungsmethoden einen Gewinner: Mobile Payments über Wallets wie Apple Pay oder Google Pay konnten ordentlich zulegen. Ihr Anteil an den unbaren Transaktionen stieg von 7,5 auf 12,9 Prozent. Die physische Karte, ob sie nun kontaktlos oder kontaktbehaftet eingesetzt wird, dominiert weiterhin mit einem Anteil von über 87 Prozent. Ebenfalls stiegen die Bargeldauszahlungen an den Händlerkassen über die Girocard mit zehn Prozent leicht, was die Einzelhändler insgesamt 19 Millionen Euro an Gebühren (meistens 0,1 bis 0,2 Prozent) kostete. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/2025_pm_zahlung_tech_abwickl_unbare_bezahlprozesse_900x700px_rgb.png) Dieser Trend weckt natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Playern. Um die Vorherrschaft über die Mobilen Zahlungen an den Kassen, ist ein echter War of Wallets entbrannt (unsere Experten haben sich das [hier](https://paymentandbanking.com/der-neue-kampf-ums-top-of-wallet-das-sagen-die-pb-experten/) einmal genauer angeschaut). Zu den Konfliktparteien zählen neben Apple und Google bald auch der Zahlungsdienst Wero, der in Deutschland vor allem von den Volksbanken getragen wird und die Hoffnung der europäischen Banken auf Unabhängigkeit von amerikanischen Anbietern ist. Aber auch Paypal versucht hier einen Fuß in die Tür zu bekommen und meldete gerade, dass man mit einer kontaktlosen Zahlungsmöglichkeit an die Kassen gehen wolle. ## **Trend Nummer 3: Paypal bleibt König der Online-Kassen** Bei Online-Einkäufen behält Paypal mit 28,5 Prozent der Zahlungen laut dem [EHI](https://www.stores-shops.de/technology/payment/ehi-studie-paypal-festigt-spitzenposition-beim-bezahlen-im-onlinehandel/?ref=paymentandbanking.com) die Nase vorne. „Der Marktanteil von Paypal wäre noch deutlich höher, wenn Marktführer Amazon diese Zahlungsart anbieten würde”, sagt Zahlungsexperte Horst Rüter. Gleichzeitig wären die Anteile von Lastschrift und Kreditkarten geringer, da sie bei den meisten Onlinehändlern abseits von Amazon eine weitaus geringere Rolle spielen. Denn Rechnungskäufe, Lastschriftverfahren und Kreditkarten machen zusammen immer noch über die Hälfte der Umsatzabwicklung im Online-Handel aus. *Hier Grafik zu Umsatzanteilen im E-Commerce* ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/paymentandbanking-com/wp-content/uploads/2025/05/2025_pm_studie_onl-pay_umsatzanteile_e-com_900x700px_rgb.png) Doch auch weitere Zahlungsarten warten auf ihren Moment. So liegt der Ratenkauf über Buy now, pay later-Angebote mit 4,3 Prozent noch auf einem niedrigem Niveau, jedoch verdoppelte sich hier der Umsatzanteil in den vergangenen drei Jahren. Gleichzeitig planen die Händler, weitere Zahlungsarten wie ApplePay und GooglePay in den E-Commerce aufzunehmen. Auch der Bezahldienst Wero dürfte langfristig versuchen, hier Fuß zu fassen, was bei dieser starken Konkurrenz eine große Herausforderung wird. ## **Trend Nummer 4: Händler wollen in Payment-Infrastruktur investieren** Gleichzeitig seien die Einzelhändler erstmals seit drei Jahren wieder bereit, mehr in ihre Payment-Infrastruktur zu investieren. Eine zentrale Rolle spielen dabei Zahlungsterminals und Mobile Payment-Lösungen, so die Autoren der EHI-Studie. Es gehe außerdem darum, den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes gerecht zu werden, nach dem alle gehandicapten Menschen einen adäquaten und diskriminierungsfreien Zugang zum bargeldlosen Bezahlen ermöglicht werde. ### EHI Studie: Das sind die großen Payment-Trends URL: https://paymentandbanking.com/ehi-studie-das-sind-die-grossen-payment-trends/ Last updated: 2025-08-05T08:55:47.000Z *Laut einer Studie des EHI-Retail-Instituts ist der Umsatzanteil von Kartenzahlungen leicht gestiegen. Gleichzeitig sind Händler wieder dazu bereit, mehr in Payment-Infrastruktur zu investieren.* In den vergangenen Jahren nahm der Anteil des Bargelds am Zahlungsverhalten kontinuierlich ab. Eine Studie des EHI-Retail-Instituts fand nun heraus, dass 2024 nur noch knapp ein Drittel der Zahlungen im stationären Einzelhandel in Höhe von fast 500 Milliarden Euro mit Bargeld umgesetzt wurden. Mit 63,5 Prozent wurde der Großteil der Umsätze mit Karte gezahlt. Für die Branche der Zahlungsanbieter scheint das erstmal eine gute Nachricht zu sein. Doch Horst Rüter, Leiter des Forschungsbereichs Payment, muss der Payment-Branche noch einen Wermutstropfen bescheren: „Gemessen an der Zahl der Transaktionen bleibt Bargeld vorerst noch die beliebteste Zahlart”, sagte er auf dem EHI Payment Kongress. Von rund 20 Milliarden Transaktionen 2024 wurden 54,6 Prozent mit Bargeld getätigt. Eine weitere kritische Botschaft: Der Anteil von Bargeldzahlungen am Umsatz sank im Vergleich zu 2023 lediglich um 1,7 Prozentpunkte. Wirklich grundlegend änderte sich das Zahlungsverhalten der Deutschen im vergangenen Jahr also nicht. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/2025_pm_zahlung_umsatzanteile_2024_900x720px_cmyk.jpg) ## **Trend Nummer 1: Die internationalen Debitkarten kommen** Unter den Kartenzahlungen war die Girocard weiter das beliebteste Zahlungsmittel und verlor nur knapp einen Prozentpunkt an den Gesamtzahlungen. Die Gewinner unter den Kartenzahlungen waren jedoch die Internationalen Debitkarten von Visa und Mastercard, die ihren Anteil auf 6,9 Prozent um 2,8 Prozentpunkte steigern konnten. Eine schlechte Nachricht für den Einzelhandel, die laut EHI-Institut rund drei- bis viermal so hohe Kosten wie bei Zahlungen mit Girocard kalkulieren. ## **Trend Nummer 2: Mobile Payment wird wichtiger** Trotzdem gibt es bei den elektronischen Zahlungsmethoden einen Gewinner: Mobile Payments über Wallets wie Apple Pay oder Google Pay konnten ordentlich zulegen. Ihr Anteil an den unbaren Transaktionen stieg von 7,5 auf 12,9 Prozent. Die physische Karte, ob sie nun kontaktlos oder kontaktbehaftet eingesetzt wird, dominiert weiterhin mit einem Anteil von über 87 Prozent. Ebenfalls stiegen die Bargeldauszahlungen an den Händlerkassen über die Girocard mit zehn Prozent leicht, was die Einzelhändler insgesamt 19 Millionen Euro an Gebühren (meistens 0,1 bis 0,2 Prozent) kostete. ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/2025_pm_zahlung_tech_abwickl_unbare_bezahlprozesse_900x700px_rgb.png) Dieser Trend weckt natürlich Begehrlichkeiten bei anderen Playern. Um die Vorherrschaft über die Mobilen Zahlungen an den Kassen, ist ein echter War of Wallets entbrannt (unsere Experten haben sich das [hier](https://paymentandbanking.com/der-neue-kampf-ums-top-of-wallet-das-sagen-die-pb-experten/) einmal genauer angeschaut). Zu den Konfliktparteien zählen neben Apple und Google bald auch der Zahlungsdienst Wero, der in Deutschland vor allem von den Volksbanken getragen wird und die Hoffnung der europäischen Banken auf Unabhängigkeit von amerikanischen Anbietern ist. Aber auch Paypal versucht hier einen Fuß in die Tür zu bekommen und meldete gerade, dass man mit einer kontaktlosen Zahlungsmöglichkeit an die Kassen gehen wolle. ## **Trend Nummer 3: Paypal bleibt König der Online-Kassen** Bei Online-Einkäufen behält Paypal mit 28,5 Prozent der Zahlungen laut dem [EHI](https://www.stores-shops.de/technology/payment/ehi-studie-paypal-festigt-spitzenposition-beim-bezahlen-im-onlinehandel/?ref=paymentandbanking.com) die Nase vorne. „Der Marktanteil von Paypal wäre noch deutlich höher, wenn Marktführer Amazon diese Zahlungsart anbieten würde”, sagt Zahlungsexperte Horst Rüter. Gleichzeitig wären die Anteile von Lastschrift und Kreditkarten geringer, da sie bei den meisten Onlinehändlern abseits von Amazon eine weitaus geringere Rolle spielen. Denn Rechnungskäufe, Lastschriftverfahren und Kreditkarten machen zusammen immer noch über die Hälfte der Umsatzabwicklung im Online-Handel aus. *Hier Grafik zu Umsatzanteilen im E-Commerce* ![](https://storage.ghost.io/c/fa/ba/faba2f47-2f3e-419a-9a7d-cf4e1957f39b/content/images/2025/08/2025_pm_studie_onl-pay_umsatzanteile_e-com_900x700px_rgb.png) Doch auch weitere Zahlungsarten warten auf ihren Moment. So liegt der Ratenkauf über Buy now, pay later-Angebote mit 4,3 Prozent noch auf einem niedrigem Niveau, jedoch verdoppelte sich hier der Umsatzanteil in den vergangenen drei Jahren. Gleichzeitig planen die Händler, weitere Zahlungsarten wie ApplePay und GooglePay in den E-Commerce aufzunehmen. Auch der Bezahldienst Wero dürfte langfristig versuchen, hier Fuß zu fassen, was bei dieser starken Konkurrenz eine große Herausforderung wird. ## **Trend Nummer 4: Händler wollen in Payment-Infrastruktur investieren** Gleichzeitig seien die Einzelhändler erstmals seit drei Jahren wieder bereit, mehr in ihre Payment-Infrastruktur zu investieren. Eine zentrale Rolle spielen dabei Zahlungsterminals und Mobile Payment-Lösungen, so die Autoren der EHI-Studie. Es gehe außerdem darum, den Anforderungen des Barrierefreiheitsstärkungsgesetzes gerecht zu werden, nach dem alle gehandicapten Menschen einen adäquaten und diskriminierungsfreien Zugang zum bargeldlosen Bezahlen ermöglicht werde. ### Die wichtigsten Fintech-News im April URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-april-2/ Last updated: 2025-05-09T08:08:23.000Z ## *Die rätselhaften Pläne von N26, der Durchbruch von Revolut und das Chaos um Solaris. Diese Fintech-News bewegten die Branche im April.* ## **Dring, Dring, Herr Stalf** N26 steigt, wie bereits seit Monaten vermutet und seit einigen Wochen verkündet, bald ins Telekommunikationsbusiness ein. Ob das Fintech es damit schafft, zumindest einen Hauch von Boden gegen Revolut wieder gut zu machen? [Hier gibt es ein ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b00f856ea4&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)paar Infos und hier eine größere Analyse, warum Fintechs auf den Mobilfunkmarkt [scharf sind aus](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0e3c22e205&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) dem April 2024. ## **Volksbanken mit erster NFC-Zahlung über eigene Banking-App auf dem iPhone** Ein erster Test sei erfolgreich abgelaufen, teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) über [Linkedin](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0ad30cf6c8&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) mit. Ab September soll diese Zahlungsmöglichkeiten dann für alle Girocard-Kund:innen freigeschaltet werden – ein wenig später als zunächst angekündigt. Über den langen Weg über das [Einschreiten der EU-Kommission](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e63d2cd380&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und die [Chancen gegen den Platzhirsch Applepay](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9157c89628&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haben wir in der Vergangenheit berichtet. ## **Revolut erzielt Rekordgewinn – Mehr als alle deutschen Fintechs zusammen!?!** Das britische Fintech hat laut seinem aktuellen Jahresbericht für 2024 einen Gewinn vor Steuern von 1,4 Milliarden US-Dollar erzielt – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Gesamteinnahmen stiegen um 72 Prozent auf vier Milliarden Dollar. Das Unternehmen verzeichnete weltweit 15 Millionen neue Kunden und bleibt damit im vierten Jahr in Folge profitabel. In Deutschland wuchs die Zahl der Privatkunden um 61 Prozent, die Einlagen legten um 82 Prozent zu. Anfang April noch hatte die Finanzaufsicht in Litauen die britische Neobank Revolut, wegen mangelnder Geldwäscheprävention zu einer Geldstrafe von 3,5 Millionen Euro verdonnert, berichtete [*Reuters*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9d8c90af2d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Solaris-Co-Gründer Bittner reicht Klage ein und die Suche nach einem neuen Chef** Laut einem Bericht des [M](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=42b54639ed&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)[anager Magazins](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=408bd94ba2&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) hat Andreas Bittner gegen Beschlüsse der Hauptversammlung eingereicht, die der Übernahme von Solaris durch den japanischen Investor SBI vorausgingen. Altaktionäre wie Bittner, so die Klageschrift, seien unrechtmäßig benachteiligt und nicht ausreichend informiert worden. Außerdem suchen die Mehrheitseigentümer von SBI laut *Manager Magazin* trotz laufenden Vertrags von CEO Carsten Höltkemeyer [bereits nach einem Nachfolger](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=a8f87b7e93&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Ob Höltkemeyer, der in den vergangenen Jahren als CEO schwere Krisen zu verantworten hatte, seinen Vertrag erfüllt, erscheint fraglich. ## **Bunq strebt in die USA** Die niederländische Neobank hat laut Medienberichten als ersten Schritt zur Erlangung einer Vollbanklizenz die Registrierung als Broker-Dealer in den USA beantragt. Bisher machten die Niederländer so einiges richtig. Die Bank vermeldete einen Gewinn von 85,3 Millionen Euro, berichtet unter anderem [*Financefeeds*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=057725fc3c&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Nach Börsenturbulenzen: Bafin haut Brokern auf die Finger** Viele Privatanleger konnten Anfang der Woche nicht auf ihr Portfolio zugreifen, während die Kurse abrauschten. Betroffen waren sowohl Neobroker als auch etablierte Banken. Die Bafin [fordert nun Stellungnahmen von den Firmen und verlangt, dass die Probleme zügig behoben werden](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5ec5a69901&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Curve Pay startet in Deutschland** Das britische Fintech Curve startet mit seiner Wallet nun auch in Deutschland. Es ist der zweite kontinentaleuropäische Markt, den die Firma angreifen möchte. Zuvor war man bereits in Italien gestartet. Zunächst gibt es die Wallet nur für Android-Geräte. Curve verspricht unter anderem, dass Nutzer Zahlungen bis zu vier Monate lang umbuchen können. ## **52 Millionen Euro für Hawk AI** Das Anti-Geldwäsche-Start-up erhält Kapital von Investoren, [insgesamt 52 Millionen Euro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=10455c1ccf&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Angeführt wird die Runde vom Wagniskapitalgeber OnePeak. Es ist die erste Finanzierungsrunde für die Münchner seit 2023\. Mit dem eingesammelten Geld soll nun unter anderem die US-Expansion vorangetrieben werden. Das Fintech bietet eine Software an, die verdächtige Transaktionen erkennen soll, nach eigenen Angaben deutlich besser als herkömmliche Systeme. ## **Klarna-Börsengang abgesagt?** Eigentlich wollte der schwedische BNPL-Riese zeitnah aufs Börsenparkett. Doch angesichts der Turbulenzen der vergangenen Tage scheint das Vorhaben aufgeschoben. [Das *Wall Street Journal* berichtete entsprechend, auch die Nachrichtenagentur *Reuters* tat dies mit Verweis auf Insider](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5ffd31e2db&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Teylor kauft Teil des Factoring von der Grenke AG** Der Leasinganbieter Grenke suchte lange nach einem Käufer für sein Factoringgeschäft. Nun soll Teylor, das schweizer Fintech für KMU-Kredite, dieses schrittweise übernehmen, meldet [Bloomberg](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f0ebf2cc20&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Pliant sammelt Geld ein** Trotz Handelschaos, Fed-Streitigkeiten und angespannter Geopolitik: Das Start-up Pliant will in die USA expandieren und erhält dafür von Investoren rund 35 Millionen Euro, schreibt das Handelsblatt [heute Morgen. ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=6c5a7e62c2&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)Der Spezialist für Firmenkreditkarten erhält die Summe unter anderem von PayPal. ## **FIBE Berlin 2025 – Das führende deutsche Fintech-Festival** Am 9\. und 10\. April 2025 fand in Berlin zum zweiten Mal das FIBE Fintech Festival statt. Die Veranstaltung brachte Experten aus Fintechs, Banken, Start-ups und Investoren zusammen, um über Trends wie KI, Digitalisierung, neue Regulierungen und die Rolle Europas im globalen Wettbewerb zu diskutieren. Ein zentrales Thema war die Suche nach Alternativen zu US-Anbietern und die Stärkung des Fintech-Standorts Deutschland und Europa in unsicheren geopolitischen Zeiten. ## **Innovationen und Programme für Start-ups** Das Frankfurter Fintech-Ökosystem setzt weiter auf Förderung: Der TQ Accelerator: Digital Finance startete im April seine Bewerbungsphase für 2025\. Das Programm richtet sich an innovative Start-ups aus dem Bereich digitale Finanzlösungen und wird von Partnern wie Visa, ING Deutschland und Deka unterstützt. Ziel ist die stärkere Vernetzung von Start-ups und etablierten Playern im Finanzsektor. ## **Krypto und Blockchain: KfW investiert erstmals in Kryptowertpapiere** Die staatliche Förderbank wurde im April 2025 erstmals als Investorin in einem Kryptowertpapier aktiv. Sie kaufte ein solches Wertpapier von der DekaBank im Rahmen eines OTC-Geschäfts. Dies gilt als Meilenstein für die institutionelle Akzeptanz von Blockchain-Technologien im deutschen Finanzsektor. --- [Hier findest du alle Podcasts von Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) - [YouTube](https://www.youtube.com/@paymentbanking4849?ref=paymentandbanking.com) - [LinkedIn](https://www.linkedin.com/company/17880356/admin/dashboard/?ref=paymentandbanking.com) ### Die wichtigsten Fintech-News im April URL: https://paymentandbanking.com/die-wichtigsten-fintech-news-im-april/ Last updated: 2025-08-05T08:55:48.000Z ## *Die rätselhaften Pläne von N26, der Durchbruch von Revolut und das Chaos um Solaris. Diese Fintech-News bewegten die Branche im April.* ## **Dring, Dring, Herr Stalf** N26 steigt, wie bereits seit Monaten vermutet und seit einigen Wochen verkündet, bald ins Telekommunikationsbusiness ein. Ob das Fintech es damit schafft, zumindest einen Hauch von Boden gegen Revolut wieder gut zu machen? [Hier gibt es ein ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=b00f856ea4&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)paar Infos und hier eine größere Analyse, warum Fintechs auf den Mobilfunkmarkt [scharf sind aus](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0e3c22e205&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) dem April 2024. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/704-die-wichtigsten-fintech-news-im-april-2025"\] ## **Volksbanken mit erster NFC-Zahlung über eigene Banking-App auf dem iPhone** Ein erster Test sei erfolgreich abgelaufen, teilte der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) über [Linkedin](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=0ad30cf6c8&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) mit. Ab September soll diese Zahlungsmöglichkeiten dann für alle Girocard-Kund:innen freigeschaltet werden – ein wenig später als zunächst angekündigt. Über den langen Weg über das [Einschreiten der EU-Kommission](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=e63d2cd380&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) und die [Chancen gegen den Platzhirsch Applepay](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9157c89628&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) haben wir in der Vergangenheit berichtet. ## **Revolut erzielt Rekordgewinn - Mehr als alle deutschen Fintechs zusammen!?!** Das britische Fintech hat laut seinem aktuellen Jahresbericht für 2024 einen Gewinn vor Steuern von 1,4 Milliarden US-Dollar erzielt – mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Die Gesamteinnahmen stiegen um 72 Prozent auf vier Milliarden Dollar. Das Unternehmen verzeichnete weltweit 15 Millionen neue Kunden und bleibt damit im vierten Jahr in Folge profitabel. In Deutschland wuchs die Zahl der Privatkunden um 61 Prozent, die Einlagen legten um 82 Prozent zu. Anfang April noch hatte die Finanzaufsicht in Litauen die britische Neobank Revolut, wegen mangelnder Geldwäscheprävention zu einer Geldstrafe von 3,5 Millionen Euro verdonnert, berichtete [*Reuters*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=9d8c90af2d&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Solaris-Co-Gründer Bittner reicht Klage ein und die Suche nach einem neuen Chef** Laut einem Bericht des [M](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=42b54639ed&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)[anager Magazins](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=408bd94ba2&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com) hat Andreas Bittner gegen Beschlüsse der Hauptversammlung eingereicht, die der Übernahme von Solaris durch den japanischen Investor SBI vorausgingen. Altaktionäre wie Bittner, so die Klageschrift, seien unrechtmäßig benachteiligt und nicht ausreichend informiert worden. Außerdem suchen die Mehrheitseigentümer von SBI laut *Manager Magazin* trotz laufenden Vertrags von CEO Carsten Höltkemeyer [bereits nach einem Nachfolger](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=a8f87b7e93&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Ob Höltkemeyer, der in den vergangenen Jahren als CEO schwere Krisen zu verantworten hatte, seinen Vertrag erfüllt, erscheint fraglich. ## **Bunq strebt in die USA** Die niederländische Neobank hat laut Medienberichten als ersten Schritt zur Erlangung einer Vollbanklizenz die Registrierung als Broker-Dealer in den USA beantragt. Bisher machten die Niederländer so einiges richtig. Die Bank vermeldete einen Gewinn von 85,3 Millionen Euro, berichtet unter anderem [*Financefeeds*](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=057725fc3c&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Nach Börsenturbulenzen: Bafin haut Brokern auf die Finger** Viele Privatanleger konnten Anfang der Woche nicht auf ihr Portfolio zugreifen, während die Kurse abrauschten. Betroffen waren sowohl Neobroker als auch etablierte Banken. Die Bafin [fordert nun Stellungnahmen von den Firmen und verlangt, dass die Probleme zügig behoben werden](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5ec5a69901&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). \[adrotate banner="56"\] ## **Curve Pay startet in Deutschland** Das britische Fintech Curve startet mit seiner Wallet nun auch in Deutschland. Es ist der zweite kontinentaleuropäische Markt, den die Firma angreifen möchte. Zuvor war man bereits in Italien gestartet. Zunächst gibt es die Wallet nur für Android-Geräte. Curve verspricht unter anderem, dass Nutzer Zahlungen bis zu vier Monate lang umbuchen können. ## **52 Millionen Euro für Hawk AI** Das Anti-Geldwäsche-Start-up erhält Kapital von Investoren, [insgesamt 52 Millionen Euro](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=10455c1ccf&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). Angeführt wird die Runde vom Wagniskapitalgeber OnePeak. Es ist die erste Finanzierungsrunde für die Münchner seit 2023\. Mit dem eingesammelten Geld soll nun unter anderem die US-Expansion vorangetrieben werden. Das Fintech bietet eine Software an, die verdächtige Transaktionen erkennen soll, nach eigenen Angaben deutlich besser als herkömmliche Systeme. ## **Klarna-Börsengang abgesagt?** Eigentlich wollte der schwedische BNPL-Riese zeitnah aufs Börsenparkett. Doch angesichts der Turbulenzen der vergangenen Tage scheint das Vorhaben aufgeschoben. [Das *Wall Street Journal* berichtete entsprechend, auch die Nachrichtenagentur *Reuters* tat dies mit Verweis auf Insider](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=5ffd31e2db&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Teylor kauft Teil des Factoring von der Grenke AG** Der Leasinganbieter Grenke suchte lange nach einem Käufer für sein Factoringgeschäft. Nun soll Teylor, das schweizer Fintech für KMU-Kredite, dieses schrittweise übernehmen, meldet [Bloomberg](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=f0ebf2cc20&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com). ## **Pliant sammelt Geld ein** Trotz Handelschaos, Fed-Streitigkeiten und angespannter Geopolitik: Das Start-up Pliant will in die USA expandieren und erhält dafür von Investoren rund 35 Millionen Euro, schreibt das Handelsblatt [heute Morgen. ](https://paymentandbanking.us14.list-manage.com/track/click?u=c35d8413e2a11e4245d72288b&id=6c5a7e62c2&e=cfc5f9390d&ref=paymentandbanking.com)Der Spezialist für Firmenkreditkarten erhält die Summe unter anderem von PayPal. ## **FIBE Berlin 2025 – Das führende deutsche Fintech-Festival** Am 9\. und 10\. April 2025 fand in Berlin zum zweiten Mal das FIBE Fintech Festival statt. Die Veranstaltung brachte Experten aus Fintechs, Banken, Start-ups und Investoren zusammen, um über Trends wie KI, Digitalisierung, neue Regulierungen und die Rolle Europas im globalen Wettbewerb zu diskutieren. Ein zentrales Thema war die Suche nach Alternativen zu US-Anbietern und die Stärkung des Fintech-Standorts Deutschland und Europa in unsicheren geopolitischen Zeiten. ## **Innovationen und Programme für Start-ups** Das Frankfurter Fintech-Ökosystem setzt weiter auf Förderung: Der TQ Accelerator: Digital Finance startete im April seine Bewerbungsphase für 2025\. Das Programm richtet sich an innovative Start-ups aus dem Bereich digitale Finanzlösungen und wird von Partnern wie Visa, ING Deutschland und Deka unterstützt. Ziel ist die stärkere Vernetzung von Start-ups und etablierten Playern im Finanzsektor. ## **Krypto und Blockchain: KfW investiert erstmals in Kryptowertpapiere** Die staatliche Förderbank wurde im April 2025 erstmals als Investorin in einem Kryptowertpapier aktiv. Sie kaufte ein solches Wertpapier von der DekaBank im Rahmen eines OTC-Geschäfts. Dies gilt als Meilenstein für die institutionelle Akzeptanz von Blockchain-Technologien im deutschen Finanzsektor. --- [Hier findest du alle Podcasts von Payment & Banking](https://paymentandbanking.com/podcast/) ### Exklusiv: „Alles Legal“ Podcast ist zurück URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-alles-legal-podcast-ist-zurueck-2/ Last updated: 2025-05-09T05:55:45.000Z ## ***Unser neuer Podcast liefert in Kooperation mit PayTechLaw ab sofort jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.*** Der Erfolgspodcast „Alles Legal“ kehrt mit einer neuen Staffel auf einen festen Sendeplatz und einem klaren Versprechen zurück: Wir erklären dir die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jede Woche neu. Möglich macht das auch weiterhin unsere Kooperation mit [PayTechLaw.com](https://paytechlaw.com/?ref=paymentandbanking.com), welche dem Format seit 2021 die nötige Tiefe gibt, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken – mit wechselnden Expert:innen aus dem Annerton-Team. Egal ob PSD3, DORA oder FiDA: Wir liefern den Kontext, den du brauchst. In 20 Minuten. Ohne Umwege. ## **Warum ein Podcast über Fintech-Recht?** Die Idee für den Podcast entstand aus einem echten Bedürfnis: Rechtliche Themen im Finanzbereich sind oft abstrakt, schwer zugänglich. aber gleichzeitig entscheidend für das Tagesgeschäft. PSD2 war ein Weckruf für viele. Seitdem hat sich die Landschaft weiterentwickelt: neue EU-Verordnungen, neue Herausforderungen, neue Chancen. Frank Müller von [Annerton](https://annerton.com/?ref=paymentandbanking.com) erinnert sich: > *„Wir wollten mit dem Podcast ein Format schaffen, das nicht abschreckt, sondern einlädt. Recht betrifft alle in der Branche und sollte auch für alle verständlich sein.“* Mit diesem Anspruch geht „Alles Legal“ in eine neue Staffel. Jede Woche kommt eine neue Folge, etwa 20 Minuten lang, ideal für den Weg ins Büro, den Spaziergang oder die Mittagspause. ### **Rückblick & Ausblick mit Frank Müller** Zum Auftakt der neuen Staffel spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) von Annerton. Er ist einer der führenden Köpfe der Szene und spezialisiert auf regulatorische Fragestellungen rund um Payments, Banking, Fintechs und Krypto. Er begleitet die Branche seit vielen Jahren juristisch und ist regelmäßig auf Konferenzen und Panels als Experte gefragt. Als Gründungsmitglied des Podcasts kennt er die Entwicklung von „Alles Legal“ wie kein anderer. Welche Entwicklungen prägen aktuell den Markt? Welche regulatorischen Herausforderungen kommen auf Fintechs und Banken zu? Und warum lohnt es sich, gerade jetzt beim Thema Regulatorik genau hinzuhören? Die Auftaktfolge gibt einen kompakten Überblick über die rechtlichen Themen, die aktuell die Branche beschäftigen – und das aus Sicht von jemandem, der seit Jahren mittendrin ist. ### **Jetzt reinhören – und dranbleiben!** „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ erscheint ab sofort jede Woche auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt. Der Podcast ist Teil der Content-Reihe von Payment & Banking und wird in Kooperation mit PayTechLaw.com produziert. ### Exklusiv: „Alles Legal“ Podcast ist zurück URL: https://paymentandbanking.com/exklusiv-alles-legal-podcast-ist-zurueck/ Last updated: 2025-08-05T08:55:48.000Z ## ***Unser neuer Podcast liefert in Kooperation mit PayTechLaw ab sofort jede Woche spannende Insights zum Thema Recht und Compliance im Banking.*** Der Erfolgspodcast „Alles Legal“ kehrt mit einer neuen Staffel auf einen festen Sendeplatz und einem klaren Versprechen zurück: Wir erklären dir die rechtlichen Entwicklungen der Finanzwelt kompakt, verständlich und jede Woche neu. Möglich macht das auch weiterhin unsere Kooperation mit [PayTechLaw.com](https://paytechlaw.com/?ref=paymentandbanking.com), welche dem Format seit 2021 die nötige Tiefe gibt, ohne dabei im Juristen-Kauderwelsch zu versinken – mit wechselnden Expert:innen aus dem Annerton-Team. Egal ob PSD3, DORA oder FiDA: Wir liefern den Kontext, den du brauchst. In 20 Minuten. Ohne Umwege. ## **Warum ein Podcast über Fintech-Recht?** Die Idee für den Podcast entstand aus einem echten Bedürfnis: Rechtliche Themen im Finanzbereich sind oft abstrakt, schwer zugänglich. aber gleichzeitig entscheidend für das Tagesgeschäft. PSD2 war ein Weckruf für viele. Seitdem hat sich die Landschaft weiterentwickelt: neue EU-Verordnungen, neue Herausforderungen, neue Chancen. Frank Müller von [Annerton](https://annerton.com/?ref=paymentandbanking.com) erinnert sich: > *„Wir wollten mit dem Podcast ein Format schaffen, das nicht abschreckt, sondern einlädt. Recht betrifft alle in der Branche und sollte auch für alle verständlich sein.“* Mit diesem Anspruch geht „Alles Legal“ in eine neue Staffel. Jede Woche kommt eine neue Folge, etwa 20 Minuten lang, ideal für den Weg ins Büro, den Spaziergang oder die Mittagspause. ### **Rückblick & Ausblick mit Frank Müller** Zum Auftakt der neuen Staffel spricht [Dana Wondra](https://www.linkedin.com/in/dana-wondra-579410234/?ref=paymentandbanking.com) mit [Frank Müller](https://www.linkedin.com/in/frankrhmueller/?ref=paymentandbanking.com) von Annerton. Er ist einer der führenden Köpfe der Szene und spezialisiert auf regulatorische Fragestellungen rund um Payments, Banking, Fintechs und Krypto. Er begleitet die Branche seit vielen Jahren juristisch und ist regelmäßig auf Konferenzen und Panels als Experte gefragt. Als Gründungsmitglied des Podcasts kennt er die Entwicklung von „Alles Legal“ wie kein anderer. Welche Entwicklungen prägen aktuell den Markt? Welche regulatorischen Herausforderungen kommen auf Fintechs und Banken zu? Und warum lohnt es sich, gerade jetzt beim Thema Regulatorik genau hinzuhören? Die Auftaktfolge gibt einen kompakten Überblick über die rechtlichen Themen, die aktuell die Branche beschäftigen – und das aus Sicht von jemandem, der seit Jahren mittendrin ist. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/703-regulatorik-im-wandel-ein-ruckblick-mit-ausblick"\] ### **Jetzt reinhören – und dranbleiben!** „Alles Legal – Fintech-Recht kompakt“ erscheint ab sofort jede Woche auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt. Der Podcast ist Teil der Content-Reihe von Payment & Banking und wird in Kooperation mit PayTechLaw.com produziert. \[adrotate banner="55"\] ### Was steckt hinter Revoluts Mobilfunkplänen? URL: https://paymentandbanking.com/was-steckt-hinter-revoluts-mobilfunkplaenen-2/ Last updated: 2025-05-08T06:57:58.000Z ## **Das britische Fintech will mehr sein als eine reine Banking-App und startet nach der eSim im vergangenen Jahr nun auch ein vollwertiges Mobilfunkangebot. Langfristig sind die Pläne noch größer.** Banking und Mobilfunk haben eigentlich herzlich wenig miteinander zu tun. Traditionell sind es zwei sehr unterschiedliche Branchen: Die Telekom bietet keine Konten an, die Sparkasse keine Prepaid-Karten. So zumindest die langjährige Erfahrung: Denn längst sind die Grenzen aufgeweicht, vor allem vonseiten der Finanzunternehmen. Wie *Payment & Banking* vergangenes Jahr [bereits analysierte](https://paymentandbanking.com/fintechs-mobilfunkmarkt/), stoßen vermehrt Fintechs in den Mobilfunkbereich vor, darunter Revolut und Bling. Der Grund: Dank eSim kann man auch ohne eigene Sim-Karten Tarife anbieten. Bisher wickelten die Fintechs diese Angebote aber über Kooperationspartner ab, Revolut über den eSim-Dienstleister 1Global, Bling über die Deutsche Telekom. Die Geschäftslogik hinter dem Angebot war meist: zusätzliches Angebot schaffen ohne großen Mehraufwand. Die Briten von Revolut gehen jetzt aber einen Schritt weiter, wie sie vergangene Woche verkündeten. Im Laufe des Jahres will man ein vollwertiger Mobilfunk-Provider werden, zunächst in Großbritannien und Deutschland. Die angebotenen Tarife sollen Daten- und Telefonieflatrate beinhalten. ## **Wenig Details zum Revolut-Mobilfunk bekannt** Mit Details hält sich das Unternehmen bisher bedeckt. 12,50 Euro pro Monat soll der Revolut-Mobilfunkvertrag anfangs kosten, zweifelsohne ein Kampfpreis. Vergleichbare Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen kosten aktuell meist eher das Doppelte. Viele technologische Details bleiben aber unklar, etwa die Frage, bei welchem Netzanbieter Revolut sein wird und ob es ein 4G- oder 5G-Netz sein wird. Wie gut der Tarif also am Ende sein wird, ist noch offen. Klar ist, dass der vollwertige Mobilfunktarif deutlich mehr Aufwand für Revolut selbst bedeuten dürfte als bisher. Anscheinend lief es seit dem eSim-Start vergangenes Jahr so gut, dass man nun bereit ist, mehr Risiko auf dem Markt einzugehen. „Der enorme Erfolg unseres eSIM-Produkts hat bewiesen, dass mobile Angebote reif für eine Disruption sind“, erklärt der zuständige General Manager Hadi Nasrallah. Wie gut genau und welchen Marktanteil man sich verspricht: Dazu wollte Revolut sich auf Anfrage von PAB nicht äußern. Was aber selbst bei den bisher spärlichen Informationen deutlich wird: Der Vorstoß fügt sich gut in die Unternehmensstrategie ein, mehr Angebote im Lifestyle- und Reisesegment anzubieten. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Revpoints-Programm, das hauseigene Bonusprogramm. Die Idee: Kund:innen sammeln diese Punkte jedes Mal, wenn sie mit der Revolut-Karte bezahlen. Je mehr die Nutzer:innen mit diesen Punkten kaufen können, desto attraktiver wird das Programm. Hotels und Ferienunterkünfte sind bereits dafür freigeschaltet, auch der Mobilfunk soll per Revpoint bezahlt werden können. ## **Mobilfunk ist nächster Schritt zur Super-App** All das zahlt auf das Ziel ein, das für CEO und Gründer Nikolai Storonsky schon lange im Vordergrund steht: Revolut zu einer Super-App für Finanzen auszubauen. Es ist ein Ziel, das sich fast alle großen Fintechs auf die Fahnen schreiben, darunter auch [Klarna ](https://paymentandbanking.com/klarna-so-hat-sich-das-fintech-neu-erfunden/)und [Robinhood](https://paymentandbanking.com/top-und-flop-im-juni/). Auch Paypals aktueller Vorstoß, eine eigene Wallet anzubieten, geht in diese Richtung, nicht zu vergessen – auf kleinerem Level – die Versuche von Trade Republic und N26, sich gegenseitig das Geschäft zu klauen. Revolut ist im europäischen Vergleich schon recht weit, mit rund 50 Millionen Kunde:innen hat man auch eine ordentliche Reichweite. Allerdings ist das kein Vergleich zu den großen asiatischen Super-Apps wie Wechat oder Alipay, die jeweils deutlich über eine Milliarde Nutzer:innen und eine deutlich größere Marktdurchdringung in ihren Heimatmärkten haben. ### Was steckt hinter Revoluts Mobilfunkplänen? URL: https://paymentandbanking.com/was-steckt-hinter-revoluts-mobilfunkplaenen/ Last updated: 2025-08-05T08:55:51.000Z ## **Das britische Fintech will mehr sein als eine reine Banking-App und startet nach der eSim im vergangenen Jahr nun auch ein vollwertiges Mobilfunkangebot. Langfristig sind die Pläne noch größer.** Banking und Mobilfunk haben eigentlich herzlich wenig miteinander zu tun. Traditionell sind es zwei sehr unterschiedliche Branchen: Die Telekom bietet keine Konten an, die Sparkasse keine Prepaid-Karten. So zumindest die langjährige Erfahrung: Denn längst sind die Grenzen aufgeweicht, vor allem vonseiten der Finanzunternehmen. Wie *Payment & Banking* vergangenes Jahr [bereits analysierte](https://paymentandbanking.com/fintechs-mobilfunkmarkt/), stoßen vermehrt Fintechs in den Mobilfunkbereich vor, darunter Revolut und Bling. Der Grund: Dank eSim kann man auch ohne eigene Sim-Karten Tarife anbieten. Bisher wickelten die Fintechs diese Angebote aber über Kooperationspartner ab, Revolut über den eSim-Dienstleister 1Global, Bling über die Deutsche Telekom. Die Geschäftslogik hinter dem Angebot war meist: zusätzliches Angebot schaffen ohne großen Mehraufwand. Die Briten von Revolut gehen jetzt aber einen Schritt weiter, wie sie vergangene Woche verkündeten. Im Laufe des Jahres will man ein vollwertiger Mobilfunk-Provider werden, zunächst in Großbritannien und Deutschland. Die angebotenen Tarife sollen Daten- und Telefonieflatrate beinhalten. \[adrotate banner="56"\] ## **Wenig Details zum Revolut-Mobilfunk bekannt** Mit Details hält sich das Unternehmen bisher bedeckt. 12,50 Euro pro Monat soll der Revolut-Mobilfunkvertrag anfangs kosten, zweifelsohne ein Kampfpreis. Vergleichbare Tarife mit unbegrenztem Datenvolumen kosten aktuell meist eher das Doppelte. Viele technologische Details bleiben aber unklar, etwa die Frage, bei welchem Netzanbieter Revolut sein wird und ob es ein 4G- oder 5G-Netz sein wird. Wie gut der Tarif also am Ende sein wird, ist noch offen. Klar ist, dass der vollwertige Mobilfunktarif deutlich mehr Aufwand für Revolut selbst bedeuten dürfte als bisher. Anscheinend lief es seit dem eSim-Start vergangenes Jahr so gut, dass man nun bereit ist, mehr Risiko auf dem Markt einzugehen. „Der enorme Erfolg unseres eSIM-Produkts hat bewiesen, dass mobile Angebote reif für eine Disruption sind“, erklärt der zuständige General Manager Hadi Nasrallah. Wie gut genau und welchen Marktanteil man sich verspricht: Dazu wollte Revolut sich auf Anfrage von PAB nicht äußern. Was aber selbst bei den bisher spärlichen Informationen deutlich wird: Der Vorstoß fügt sich gut in die Unternehmensstrategie ein, mehr Angebote im Lifestyle- und Reisesegment anzubieten. Eine zentrale Rolle spielt dabei das Revpoints-Programm, das hauseigene Bonusprogramm. Die Idee: Kund:innen sammeln diese Punkte jedes Mal, wenn sie mit der Revolut-Karte bezahlen. Je mehr die Nutzer:innen mit diesen Punkten kaufen können, desto attraktiver wird das Programm. Hotels und Ferienunterkünfte sind bereits dafür freigeschaltet, auch der Mobilfunk soll per Revpoint bezahlt werden können. ## **Mobilfunk ist nächster Schritt zur Super-App** All das zahlt auf das Ziel ein, das für CEO und Gründer Nikolai Storonsky schon lange im Vordergrund steht: Revolut zu einer Super-App für Finanzen auszubauen. Es ist ein Ziel, das sich fast alle großen Fintechs auf die Fahnen schreiben, darunter auch [Klarna ](https://paymentandbanking.com/klarna-so-hat-sich-das-fintech-neu-erfunden/)und [Robinhood](https://paymentandbanking.com/top-und-flop-im-juni/). Auch Paypals aktueller Vorstoß, eine eigene Wallet anzubieten, geht in diese Richtung, nicht zu vergessen – auf kleinerem Level – die Versuche von Trade Republic und N26, sich gegenseitig das Geschäft zu klauen. Revolut ist im europäischen Vergleich schon recht weit, mit rund 50 Millionen Kunde:innen hat man auch eine ordentliche Reichweite. Allerdings ist das kein Vergleich zu den großen asiatischen Super-Apps wie Wechat oder Alipay, die jeweils deutlich über eine Milliarde Nutzer:innen und eine deutlich größere Marktdurchdringung in ihren Heimatmärkten haben. ### Der neue Kampf ums Top of Wallet: Das sagen die P&B-Experten URL: https://paymentandbanking.com/der-neue-kampf-ums-top-of-wallet-das-sagen-die-pb-experten-2/ Last updated: 2025-05-08T05:17:47.000Z **Die Dominanz von Apple Pay und Google Pay scheint zu schwinden, immer mehr Anbieter wollen mit einer eigenen Wallet starten. Aber wie erfolgversprechend sind die Pläne von Volksbanken, Paypal und Wero? Unsere Experteneinschätzungen.** Die Öffnung der NFC Schnittstelle auf dem iPhone und auf Android-Geräten rückt ein Thema zurück ins Blickfeld, das eine Zeit lang weg zu sein schien: Der War of Wallets oder besser der Kampf ums Top of Wallet. Anbieter von Paypal bis zu den Volksbanken wollen diesen mit neuen Angeboten. Aber kann das gelingen? Woran das hängt – und was die Payment & Banking-Experten dazu sagen. ## **Was ist mit dem War of Wallets gemeint?** In der Anfangszeit von Fintech entstand nahezu jede Woche eine neue Payment Wallet für die mögliche Zahlung am Point of Service (POS). Meist war es eine App mit einer virtuellen Karte oder einem hinterlegten Bankkonto. Das Ganze sollte dann auf verschiedene Arten (QR-Codes etc.) für den Payment-Prozess genutzt werden. Banken, Telkos und jede Menge Startups sind damit losgelaufen und alle mehr oder weniger gescheitert. Schon früh dachten einige der Protagonisten, dass sich alles mit NFC ändern würde – aber zuerst konnten die Terminals kein NFC und als dies mehr und mehr möglich war, schotteten die Hersteller wie Apple diese Schnittstelle mehr oder weniger rigoros ab. NFC hat sich dann als Technik dennoch durchgesetzt und vor allem Apple konnte mit Apple Pay sehr stark profitieren. ## **Was ist anders oder neu?** Der Digital Markets Act (DMA) den die Europäische Kommission auf den Weg gebracht hat, öffnet nun auch die NFC-Schnittstelle und plötzlich geht ein bislang geschlossenes System auf. Bislang war vor allem Apple an dieser Stelle sehr dominierend und ist in den letzten Jahren zum Platzhirsch im Bereich Mobile Payment geworden und konnte den Banken ihre Konditionen zum Mitmachen diktieren. Kurz gesagt: Der Doppelklick am iPhone kann plötzlich neu definiert werden und jede Bank oder Payment Company, die eine NFC-fähige Payment-Option anbietet, kann diese nun ohne Teilnahme an Apple Pay im Apple Wallet hinterlegen und durch den Doppelklick an der Seite des iPhone den Payment Prozess starten. ## **Wer spielt mit?** Der erste Anbieter, der es nutzt, ist Vipps aus Norwegen, aber auch die deutschen VR-Banken haben ebenso wie Paypal angekündigt, in Kürze eigene Lösungen zu starten und den “War um das Top of wallet” zu starten und sich in Teilen sogar ganz von Apple Pay loszusagen. Man kann davon ausgehen, dass weitere Anbieter in den kommenden Wochen und Monaten folgen werden. Player wie Wero, Payback, Twint oder auch der eine oder andere Stablecoin-Issuer mit angebundener Karte fallen einem als mögliche Kandidaten ein. ## **Was sind die Kräfte?** Man sollte beachten, dass ein Lossagen von Apple Pay nicht nur Vorteile, sondern für den Kunden auch einen Mehraufwand und in Teilen einen Verlust an Möglichkeiten bedeuten kann. Der Mehraufwand kann darin bestehen, dass der Umweg über die jeweilige Anbieter-App einen Umweg oder einige Klicks mehr bedeuten kann. Und der Verlust an Möglichkeiten bedeutet vor allem, dass Apple Pay ja eben nicht nur auf dem iPhone funktioniert, sondern vom Kunden bei Bedarf im kompletten Apple Ökosystem (Watch, iPad, MacBook etc.) genutzt werden kann. Diese Möglichkeit wird dem Nutzer aber genommen, sobald seine Bank eben nicht mehr Teil von Apple Pay wäre. ## **Worum geht es bei der ganzen Diskussion?** Sicher sind es verschiedene Motivationen, die hier zusammenkommen. Politisch ist der DMA vor allem gedacht, um mehr Wettbewerb im System zu ermöglichen und die Abhängigkeit von wenigen Spielern zu reduzieren – ein sehr guter Plan! Aber natürlich geht es auch um Geld, da jeder Mitspieler im Prozess einen Teil vom Kuchen haben will. Diesen Teil vom Kuchen wollen nun einige Parteien nicht mehr an Apple und Co. abgeben – auch verständlich. Die Frage wird sein, zu welchem Preis. Zudem kommen die immer lauteren Argumente wie europäische Souveränität und Reduzierung der Systemabhängigkeit von GAFAs hinzu – auch dem ist schwer zu widersprechen. Und nicht zuletzt wird es auch um den Zugang zum Kunden gehen – Payments sind alltagsrelevant. Und Touchpoints mit dem Kunden sind in der digitalen Welt Gold wert. Diese Touchpoints in der eigenen Sphäre zu haben und die Kommunikation zum und mit dem Kunden zu bestimmen, ist key. ## **Wer wird gewinnen?** Schwer zu sagen – es wird wohl wieder viel auf die Convenience ankommen und wie genau sich die „Dritt-Anbieter“ in die mobilen Ökosysteme integrieren lassen und ob Umwege nötig sein werden. Eine hundertprozentige Abkehr von Apple Pay erscheint mir heute verfrüht und wenig kundenfreundlich, da relevante Funktionen nicht eins zu eins abgedeckt zu sein scheinen. Eine duale Strategie für Banken scheint mir sinnvoll. Spannender ist es für die Player wie Paypal, Wero, Twint oder Payback – diese sind heute ja komplett aussen vor und können sich auf diese Art und Weise endlich einen weiteren Zugang an den POS erobern. Als Nutzer, der schon heute mehrere Karten in Apple Pay hinterlegt hat, merke ich schon heute, dass es auf der einen Seite die Convenience ist, die mich entscheiden lässt – ich zahle zum Beispiel fast immer mit der Uhr und will aber auch Apple Pay auf dem iPad und MacBook – und zum anderen die Funktionen die mir die Karte darüber hinaus liefert. Bei mir sind es Dinge wie die Round-Up-Funktion und Savebacks auf die Umsätze. **Alles in allem aber endlich mal wieder ein spannendes Thema für Diskussionen unter den Payment-Nerds – und diese kommen jetzt auch hier zu Wort.** ## **Jochen Siegert, PAB-Gründer und Berater** Ich hatte den „neuen“ War of Wallet bereits im November [in einem ausführlichen Artikel](https://paymentandbanking.com/war-of-wallets-warum-deutsche-banken-kaum-erfolgschancen-haben/) analysiert. Was ist seitdem passiert? Die Wero-App ist gestartet, unterstützt aktuell nur von einer hiesigen Bank, der Postbank. Als richtige „Wallet“ kann man Wero ja ohnehin nicht bezeichnen, da Multibanking pro Nutzer hinter dessen E- Mail oder Mobilnummer auch im Jahr 2025 nicht vorgesehen ist. Das ist die Geldbörse, in die nur eine Bank reinpasst – ziemlich weit weg von der Kundenrealität, sei es analog aus Leder oder digital von Apple, Google oder Paypal. Stattdessen torpedierte Wero auf den Payment-Konferenzbühnen monatelang, in bester „Trump“-Schule, nicht etwa den direkten Wettbewerb, sondern primär die befreundeten Wero-Likes mit gleichgerichteten Interessen in anderen europäischen Ländern. Diese fühlten sich massiv vor den Kopf gestossen, sollten sie doch ihre äußerst erfolgreichen Verfahren mit hoher Markenbekanntheit und Kundennutzung komplett einstellen zugunsten des völlig unbewiesenen Weros. Interoperabilität, obwohl mehrfach bewiesen, sei angeblich nix. Wishful-thinking, Hegemonie mit der Brechstange! Jetzt ist aber plötzlich doch noch eine Kooperation geplant, nachdem ziemlich viel Porzellan zerschlagen wurde. Politik steht bei Wero wohl über operativer Execution. Man wundert sich durchaus über diese Prioritätensetzung, wo doch die Kundeninteressen, Entwicklung eines kompetitiven Produktes und eine möglichst große, wirklich europäische Akzeptanz im Zentrum allen Handelns stehen sollte. Ähnlich scheint die Girocard-iPhone-NFC-Lösung der VR-Banken-App vergessen zu haben, dass Kunden gegebenenfalls mehr Karten und Konten haben könnten. Und das, Gott bewahre, vielleicht auch bei anderen Banken. Spannend ist dagegen die Öffnung von Paypal via der eigenen App am iPhone und Android. Stationär bezahlen via Paypal-Funding-Methode, optional sogar über eine Ratenfinanzierung. Ähnliche Moves erwarte ich auch von Klarna, Handels-Apps, Tank- und Lade-Apps, Loyalty-Apps, vielleicht sogar von den Telcos. Viele dieser Anbieter haben eine wirkliche Chance, da sie von Tag eins die eigene relevante „Closed-Loop-Akzeptanz“‘ um eine noch viel größere, offene, globale Akzeptanz ergänzen. Das stiftet starke Mehrwerte für die jeweiligen Heavy-User, aber auch nur für diese. Letztere könnten dann tatsächlich geneigt sein die „Top of Wallet“-Einstellung des Smartphones zu verändern. Aber leider voraussichtlich wieder nur für kompetitive, nicht-kreditwirtschaftliche Lösungen. Bleibt am Ende den DK-Lobbyisten das Lachen über die erfolgreiche NFC-Öffnung am iPhone im Halse stecken? Somit bleibt die These meines Artikels vom November bestehen. Karl Valentin sagte einmal so schön: Der Begriff Kunst kommt von können und nicht wollen, weil sonst müsste es ja „Wunst“ heißen. Im War of Wallet haben wir immer noch zu viel „für sich selbst wollen“ und zu wenig „für den Kunden können“. ## **Maik Klotz, PAB-Gründer und Abteilungsdirektor Digital Banking und Kommunikation beim DSG**V Sieben (!) Jahre (!) nach dem Start von Apple Pay und Google Pay in Deutschland, nach über einem Jahrzehnt gescheiterter Bemühungen, im stationären Handel Fuß zu fassen, schafft es PayPal jetzt doch noch an den POS. Via Mastercard. Chapeau! Hat ja auch nur eine halbe Ewigkeit gedauert. Die Zahlen klingen erst einmal beeindruckend: 32 Millionen Paypal-Konten in Deutschland können künftig kontaktlos im Laden bezahlen. Neu ist das allerdings nur bedingt. Wer wollte, konnte schon lange über Google Pay eine virtuelle Paypal-Karte hinterlegen. Neu ist eher die eigene mobile Wallet, mit der Paypal jetzt erstmals selbst in den physischen Zahlungsverkehr eingreift. Und das jetzt auch auf dem iPhone. Möglich macht es die EU-Regulatorik und der Digital Markets Act. So hat sich die Finanzindustrie in Europa das vermutlich nicht vorgestellt. Danke Brüssel. Danke für nichts. Trotzdem: Wer jetzt glaubt, Paypal sei damit automatisch top of wallet, also die neue Standardlösung im stationären Zahlungsverkehr, sollte die Kirche im Dorf lassen. Denn Paypal ist keine Open Issuing Wallet. Man kann nur mit Paypal und dem dahinterliegenden Konto bezahlen. Keine Chance, wie bei Apple Pay, mehrere Karten hinterlegen zu können. Wer zwischen Privatkonto, Haushaltskonto oder Firmenkarte switchen will, wird hier nicht glücklich. Ach ja, dann ist da noch der Handel. Die Händler lieben die Girocard, weil sie günstig ist. Und jede Lösung, die nicht aufs Girocard-Netzwerk setzt, ist aus Sicht des Einzelhandels vor allem eins: teuer. Paypal zieht also nicht nur Huckepack-Transaktionen von der Girocard ab, sondern sieht auch bei jeder Zahlung, wer wo eingekauft hat. Stichwort: Werbedaten. Das dürfte im Mittelstand eher mäßige Begeisterungsstürme auslösen. In einer Zeit, in der Donald Trump ernsthaft Zölle auf im Ausland produzierte Filme erhebt, sollte man sich sowieso gut überlegen, wessen Lied man singt. Nur weil etwas aus dem Silicon Valley kommt, heißt das noch lange nicht, dass es alternativlos ist oder gut für uns. Womit wir dann auch bei der Lieblingskritik der Bubble sind, der Kritik an Wero, die gerade mal gestartet sind. Und das wirkt vor dem Hintergrund geradezu absurd. Paypal selbst brauchte über zehn Jahre und einen Partner, um den Move überhaupt realisieren zu können. So viel zur „schnellen Disruption“. Last but not least: Nicht nur Paypal hat viele Kundinnen und Kunden. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken bringen es gemeinsam auf rund 50 Millionen Konten. Das ist das potenzielle Spielfeld für Wero. Und da reden wir noch nicht über die Deutsche Bank oder die ING, denn die fehlen in dieser Gleichung noch komplett. Wer also glaubt, der Drops sei gelutscht, weil Paypal „jetzt auch mal“ am POS auftaucht, verkennt die Realität: Das Rennen ist offen. Und es wird nicht nur über UX entschieden, sondern über Vertrauen, Reichweite, Integration und: Wer dem Handel am wenigsten weh tut und am meisten nutzt. Mit diesen Eigenschaften gibt es nicht so viele. ## **Miriam Wohlfarth, PAB-Gründerin, Ratepay-Gründerin, CEO & Gründerin Banxware,** Inhaltlich kann ich hier gar nicht mehr viel hinzufügen. Ich finde es gut, dass sich gefühlt endlich etwas bewegt, sowohl technisch als auch strategisch. Ich glaube, dass durch die aktuelle gesellschaftliche Stimmung und das zunehmende Bewusstsein für digitale europäische Souveränität viele Verbraucher künftig genauer hinschauen werden, welche Zahlungsanbieter sie nutzen. Es entsteht eine echte Chance für europäische Anbieter, insbesondere Banken, eigene Wallet-Lösungen zu etablieren und unabhängiger von den amerikanischen Tech-Unternehmen zu werden. Für deutsche Banken könnte das der Moment sein, nicht nur mitzumischen, sondern eigene Standards zu setzen.Trotzdem wird nur die Lösung erfolgreich, die einfach und bequem ist..Convenience is king! Wenn alternative Lösungen mehr Klicks und weniger Geräte-Kompatibilität bedeuten, wird das für viele Konsumenten eine Hürde sein, die sie nicht überwinden wollen. ### Der neue Kampf ums Top of Wallet: Das sagen die P&B-Experten URL: https://paymentandbanking.com/der-neue-kampf-ums-top-of-wallet-das-sagen-die-pb-experten/ Last updated: 2025-08-05T08:55:53.000Z **Die Dominanz von Apple Pay und Google Pay scheint zu schwinden, immer mehr Anbieter wollen mit einer eigenen Wallet starten. Aber wie erfolgversprechend sind die Pläne von Volksbanken, Paypal und Wero? Unsere Experteneinschätzungen.** Die Öffnung der NFC Schnittstelle auf dem iPhone und auf Android-Geräten rückt ein Thema zurück ins Blickfeld, das eine Zeit lang weg zu sein schien: Der War of Wallets oder besser der Kampf ums Top of Wallet. Anbieter von Paypal bis zu den Volksbanken wollen diesen mit neuen Angeboten. Aber kann das gelingen? Woran das hängt - und was die Payment & Banking-Experten dazu sagen. ## **Was ist mit dem War of Wallets gemeint?** In der Anfangszeit von Fintech entstand nahezu jede Woche eine neue Payment Wallet für die mögliche Zahlung am Point of Service (POS). Meist war es eine App mit einer virtuellen Karte oder einem hinterlegten Bankkonto. Das Ganze sollte dann auf verschiedene Arten (QR-Codes etc.) für den Payment-Prozess genutzt werden. Banken, Telkos und jede Menge Startups sind damit losgelaufen und alle mehr oder weniger gescheitert. Schon früh dachten einige der Protagonisten, dass sich alles mit NFC ändern würde - aber zuerst konnten die Terminals kein NFC und als dies mehr und mehr möglich war, schotteten die Hersteller wie Apple diese Schnittstelle mehr oder weniger rigoros ab. NFC hat sich dann als Technik dennoch durchgesetzt und vor allem Apple konnte mit Apple Pay sehr stark profitieren. ## **Was ist anders oder neu?** Der Digital Markets Act (DMA) den die Europäische Kommission auf den Weg gebracht hat, öffnet nun auch die NFC-Schnittstelle und plötzlich geht ein bislang geschlossenes System auf. Bislang war vor allem Apple an dieser Stelle sehr dominierend und ist in den letzten Jahren zum Platzhirsch im Bereich Mobile Payment geworden und konnte den Banken ihre Konditionen zum Mitmachen diktieren. Kurz gesagt: Der Doppelklick am iPhone kann plötzlich neu definiert werden und jede Bank oder Payment Company, die eine NFC-fähige Payment-Option anbietet, kann diese nun ohne Teilnahme an Apple Pay im Apple Wallet hinterlegen und durch den Doppelklick an der Seite des iPhone den Payment Prozess starten. ## **Wer spielt mit?** Der erste Anbieter, der es nutzt, ist Vipps aus Norwegen, aber auch die deutschen VR-Banken haben ebenso wie Paypal angekündigt, in Kürze eigene Lösungen zu starten und den “War um das Top of wallet” zu starten und sich in Teilen sogar ganz von Apple Pay loszusagen. Man kann davon ausgehen, dass weitere Anbieter in den kommenden Wochen und Monaten folgen werden. Player wie Wero, Payback, Twint oder auch der eine oder andere Stablecoin-Issuer mit angebundener Karte fallen einem als mögliche Kandidaten ein. ## **Was sind die Kräfte?** Man sollte beachten, dass ein Lossagen von Apple Pay nicht nur Vorteile, sondern für den Kunden auch einen Mehraufwand und in Teilen einen Verlust an Möglichkeiten bedeuten kann. Der Mehraufwand kann darin bestehen, dass der Umweg über die jeweilige Anbieter-App einen Umweg oder einige Klicks mehr bedeuten kann. Und der Verlust an Möglichkeiten bedeutet vor allem, dass Apple Pay ja eben nicht nur auf dem iPhone funktioniert, sondern vom Kunden bei Bedarf im kompletten Apple Ökosystem (Watch, iPad, MacBook etc.) genutzt werden kann. Diese Möglichkeit wird dem Nutzer aber genommen, sobald seine Bank eben nicht mehr Teil von Apple Pay wäre. \[adrotate banner="56"\] ## **Worum geht es bei der ganzen Diskussion?** Sicher sind es verschiedene Motivationen, die hier zusammenkommen. Politisch ist der DMA vor allem gedacht, um mehr Wettbewerb im System zu ermöglichen und die Abhängigkeit von wenigen Spielern zu reduzieren - ein sehr guter Plan! Aber natürlich geht es auch um Geld, da jeder Mitspieler im Prozess einen Teil vom Kuchen haben will. Diesen Teil vom Kuchen wollen nun einige Parteien nicht mehr an Apple und Co. abgeben - auch verständlich. Die Frage wird sein, zu welchem Preis. Zudem kommen die immer lauteren Argumente wie europäische Souveränität und Reduzierung der Systemabhängigkeit von GAFAs hinzu - auch dem ist schwer zu widersprechen. Und nicht zuletzt wird es auch um den Zugang zum Kunden gehen - Payments sind alltagsrelevant. Und Touchpoints mit dem Kunden sind in der digitalen Welt Gold wert. Diese Touchpoints in der eigenen Sphäre zu haben und die Kommunikation zum und mit dem Kunden zu bestimmen, ist key. ## **Wer wird gewinnen?** Schwer zu sagen - es wird wohl wieder viel auf die Convenience ankommen und wie genau sich die „Dritt-Anbieter“ in die mobilen Ökosysteme integrieren lassen und ob Umwege nötig sein werden. Eine hundertprozentige Abkehr von Apple Pay erscheint mir heute verfrüht und wenig kundenfreundlich, da relevante Funktionen nicht eins zu eins abgedeckt zu sein scheinen. Eine duale Strategie für Banken scheint mir sinnvoll. Spannender ist es für die Player wie Paypal, Wero, Twint oder Payback - diese sind heute ja komplett aussen vor und können sich auf diese Art und Weise endlich einen weiteren Zugang an den POS erobern. Als Nutzer, der schon heute mehrere Karten in Apple Pay hinterlegt hat, merke ich schon heute, dass es auf der einen Seite die Convenience ist, die mich entscheiden lässt - ich zahle zum Beispiel fast immer mit der Uhr und will aber auch Apple Pay auf dem iPad und MacBook - und zum anderen die Funktionen die mir die Karte darüber hinaus liefert. Bei mir sind es Dinge wie die Round-Up-Funktion und Savebacks auf die Umsätze. **Alles in allem aber endlich mal wieder ein spannendes Thema für Diskussionen unter den Payment-Nerds - und diese kommen jetzt auch hier zu Wort.** ## **Jochen Siegert, PAB-Gründer und Berater** Ich hatte den „neuen“ War of Wallet bereits im November [in einem ausführlichen Artikel](https://paymentandbanking.com/war-of-wallets-warum-deutsche-banken-kaum-erfolgschancen-haben/) analysiert. Was ist seitdem passiert? Die Wero-App ist gestartet, unterstützt aktuell nur von einer hiesigen Bank, der Postbank. Als richtige „Wallet“ kann man Wero ja ohnehin nicht bezeichnen, da Multibanking pro Nutzer hinter dessen E- Mail oder Mobilnummer auch im Jahr 2025 nicht vorgesehen ist. Das ist die Geldbörse, in die nur eine Bank reinpasst - ziemlich weit weg von der Kundenrealität, sei es analog aus Leder oder digital von Apple, Google oder Paypal. Stattdessen torpedierte Wero auf den Payment-Konferenzbühnen monatelang, in bester „Trump“-Schule, nicht etwa den direkten Wettbewerb, sondern primär die befreundeten Wero-Likes mit gleichgerichteten Interessen in anderen europäischen Ländern. Diese fühlten sich massiv vor den Kopf gestossen, sollten sie doch ihre äußerst erfolgreichen Verfahren mit hoher Markenbekanntheit und Kundennutzung komplett einstellen zugunsten des völlig unbewiesenen Weros. Interoperabilität, obwohl mehrfach bewiesen, sei angeblich nix. Wishful-thinking, Hegemonie mit der Brechstange! Jetzt ist aber plötzlich doch noch eine Kooperation geplant, nachdem ziemlich viel Porzellan zerschlagen wurde. Politik steht bei Wero wohl über operativer Execution. Man wundert sich durchaus über diese Prioritätensetzung, wo doch die Kundeninteressen, Entwicklung eines kompetitiven Produktes und eine möglichst große, wirklich europäische Akzeptanz im Zentrum allen Handelns stehen sollte. Ähnlich scheint die Girocard-iPhone-NFC-Lösung der VR-Banken-App vergessen zu haben, dass Kunden gegebenenfalls mehr Karten und Konten haben könnten. Und das, Gott bewahre, vielleicht auch bei anderen Banken. Spannend ist dagegen die Öffnung von Paypal via der eigenen App am iPhone und Android. Stationär bezahlen via Paypal-Funding-Methode, optional sogar über eine Ratenfinanzierung. Ähnliche Moves erwarte ich auch von Klarna, Handels-Apps, Tank- und Lade-Apps, Loyalty-Apps, vielleicht sogar von den Telcos. Viele dieser Anbieter haben eine wirkliche Chance, da sie von Tag eins die eigene relevante „Closed-Loop-Akzeptanz“‘ um eine noch viel größere, offene, globale Akzeptanz ergänzen. Das stiftet starke Mehrwerte für die jeweiligen Heavy-User, aber auch nur für diese. Letztere könnten dann tatsächlich geneigt sein die „Top of Wallet“-Einstellung des Smartphones zu verändern. Aber leider voraussichtlich wieder nur für kompetitive, nicht-kreditwirtschaftliche Lösungen. Bleibt am Ende den DK-Lobbyisten das Lachen über die erfolgreiche NFC-Öffnung am iPhone im Halse stecken? Somit bleibt die These meines Artikels vom November bestehen. Karl Valentin sagte einmal so schön: Der Begriff Kunst kommt von können und nicht wollen, weil sonst müsste es ja „Wunst“ heißen. Im War of Wallet haben wir immer noch zu viel „für sich selbst wollen“ und zu wenig „für den Kunden können“. ## **Maik Klotz, PAB-Gründer und Abteilungsdirektor Digital Banking und Kommunikation beim DSG**V Sieben (!) Jahre (!) nach dem Start von Apple Pay und Google Pay in Deutschland, nach über einem Jahrzehnt gescheiterter Bemühungen, im stationären Handel Fuß zu fassen, schafft es PayPal jetzt doch noch an den POS. Via Mastercard. Chapeau! Hat ja auch nur eine halbe Ewigkeit gedauert. Die Zahlen klingen erst einmal beeindruckend: 32 Millionen Paypal-Konten in Deutschland können künftig kontaktlos im Laden bezahlen. Neu ist das allerdings nur bedingt. Wer wollte, konnte schon lange über Google Pay eine virtuelle Paypal-Karte hinterlegen. Neu ist eher die eigene mobile Wallet, mit der Paypal jetzt erstmals selbst in den physischen Zahlungsverkehr eingreift. Und das jetzt auch auf dem iPhone. Möglich macht es die EU-Regulatorik und der Digital Markets Act. So hat sich die Finanzindustrie in Europa das vermutlich nicht vorgestellt. Danke Brüssel. Danke für nichts. Trotzdem: Wer jetzt glaubt, Paypal sei damit automatisch top of wallet, also die neue Standardlösung im stationären Zahlungsverkehr, sollte die Kirche im Dorf lassen. Denn Paypal ist keine Open Issuing Wallet. Man kann nur mit Paypal und dem dahinterliegenden Konto bezahlen. Keine Chance, wie bei Apple Pay, mehrere Karten hinterlegen zu können. Wer zwischen Privatkonto, Haushaltskonto oder Firmenkarte switchen will, wird hier nicht glücklich. Ach ja, dann ist da noch der Handel. Die Händler lieben die Girocard, weil sie günstig ist. Und jede Lösung, die nicht aufs Girocard-Netzwerk setzt, ist aus Sicht des Einzelhandels vor allem eins: teuer. Paypal zieht also nicht nur Huckepack-Transaktionen von der Girocard ab, sondern sieht auch bei jeder Zahlung, wer wo eingekauft hat. Stichwort: Werbedaten. Das dürfte im Mittelstand eher mäßige Begeisterungsstürme auslösen. In einer Zeit, in der Donald Trump ernsthaft Zölle auf im Ausland produzierte Filme erhebt, sollte man sich sowieso gut überlegen, wessen Lied man singt. Nur weil etwas aus dem Silicon Valley kommt, heißt das noch lange nicht, dass es alternativlos ist oder gut für uns. Womit wir dann auch bei der Lieblingskritik der Bubble sind, der Kritik an Wero, die gerade mal gestartet sind. Und das wirkt vor dem Hintergrund geradezu absurd. Paypal selbst brauchte über zehn Jahre und einen Partner, um den Move überhaupt realisieren zu können. So viel zur „schnellen Disruption“. Last but not least: Nicht nur Paypal hat viele Kundinnen und Kunden. Die Sparkassen und Genossenschaftsbanken bringen es gemeinsam auf rund 50 Millionen Konten. Das ist das potenzielle Spielfeld für Wero. Und da reden wir noch nicht über die Deutsche Bank oder die ING, denn die fehlen in dieser Gleichung noch komplett. Wer also glaubt, der Drops sei gelutscht, weil Paypal „jetzt auch mal“ am POS auftaucht, verkennt die Realität: Das Rennen ist offen. Und es wird nicht nur über UX entschieden, sondern über Vertrauen, Reichweite, Integration und: Wer dem Handel am wenigsten weh tut und am meisten nutzt. Mit diesen Eigenschaften gibt es nicht so viele. ## **Miriam Wohlfarth, PAB-Gründerin, Ratepay-Gründerin, CEO & Gründerin Banxware,** Inhaltlich kann ich hier gar nicht mehr viel hinzufügen. Ich finde es gut, dass sich gefühlt endlich etwas bewegt, sowohl technisch als auch strategisch. Ich glaube, dass durch die aktuelle gesellschaftliche Stimmung und das zunehmende Bewusstsein für digitale europäische Souveränität viele Verbraucher künftig genauer hinschauen werden, welche Zahlungsanbieter sie nutzen. Es entsteht eine echte Chance für europäische Anbieter, insbesondere Banken, eigene Wallet-Lösungen zu etablieren und unabhängiger von den amerikanischen Tech-Unternehmen zu werden. Für deutsche Banken könnte das der Moment sein, nicht nur mitzumischen, sondern eigene Standards zu setzen.Trotzdem wird nur die Lösung erfolgreich, die einfach und bequem ist..Convenience is king! Wenn alternative Lösungen mehr Klicks und weniger Geräte-Kompatibilität bedeuten, wird das für viele Konsumenten eine Hürde sein, die sie nicht überwinden wollen. ### „A2A-Zahlungen haben riesiges Potenzial” URL: https://paymentandbanking.com/caroline-jenke-ueber-a2a-zahlungen-und-open-banking-bei-tink-2/ Last updated: 2025-05-07T06:58:02.000Z ## ***Caroline Jenke, Geschäftsführerin von Tink Germany, spricht über regulatorische Meilensteine, ihre Vision für Open Banking und warum eine EU-weite digitale Identität überfällig ist.*** Caroline Jenke kennt die Fintech-Branche aus dem Effeff – und das nicht erst seit gestern. Die Juristin war über ein Jahrzehnt für Sofort, Klarna und FinTecSystems tätig, bevor sie als Chief Legal Officer bei Pliant Verantwortung übernahm. Seit Oktober 2024 leitet sie das Deutschlandgeschäft von Tink, der Open-Banking-Plattform von Visa. Im Gespräch erzählt sie, warum Direktüberweisungen für sie die Zukunft sind, wie sie den Wandel zur regulierten Fintech-Welt miterlebt hat – und warum sie ihren Ausweis deutlich zu oft vor die Kamera halten musste. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Caroline und leite das Deutschlandgeschäft von Tink. Wir sind die Open-Banking-Plattform von Visa und unterstützen einige der größten Finanzinstitute der Welt – aber auch Start-ups und Fintechs. Im Kern geht es bei uns um digitale Lösungen für einfachere Zahlungsprozesse. Vor meinem Wechsel zu Tink war ich schon 15 Jahre im Fintech-Bereich, unter anderem als Chief Legal Officer bei Pliant und für Legal und Compliance bei Sofort, Klarna und FinTecSystems zuständig. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** 100 Euro – falls Kartenzahlung mal nicht möglich sein sollte. ## **Wie bist Du im Payment & Banking-Sektor gelandet?** Ich wollte bei einem Softwareunternehmen die Arbeit als Inhouse-Juristin kennenlernen und habe 2010 bei Sofortüberweisung als Legal Counsel angefangen. Damals wurde gerade hitzig darüber diskutiert, ob ein Fintech wie Sofortüberweisung am Zahlungsverkehr teilnimmt und aus diesem Grund reguliert werden muss. Der Streit mündete in der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), die Zahlungsauslösedienste erstmals unter die Aufsicht der BaFin stellte. Ich habe so die Entwicklung des Techunternehmens hin zu einem lizenzierten Zahlungsinstitut begleitet. Seitdem interessiert mich die Payment-Branche besonders. Schließlich ist sicheres und einfaches Bezahlen ein Thema, das uns täglich begleitet. ## **Wie möchtest Du den Payment & Banking-Bereich verändern?** Auch in Zukunft möchte ich A2A-Zahlungen als ergänzende Zahlungsmethode weiter vorantreiben. Ich sehe großes Potenzial in Direktüberweisungen, da sie für alle Menschen mit einem onlinefähigen Bankkonto zugänglich sind. Durch den Zugang zu Finanzinformationen sind zahlreiche weitere Anwendungsfälle und neue Geschäftsmodelle möglich. Mein Ziel ist es, die Akzeptanz und Nutzung von A2A-Zahlungen zu steigern und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die auf dem Zugang zu Finanzdaten basieren. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Fintechs sind eine Revolution, weil sie bestehende Prozesse wesentlich verändern und Strukturen neu denken. Gerade Open Banking verändert die Zahlungsbranche seit Jahren – und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ein praktisches Thema, das mich persönlich, aber auch die Branche beschäftigt, ist eine EU-weite eID. Ich bin der Ansicht, dass wir im Digitalzeitalter eine digitale und EU-weite Identifizierungsmöglichkeit brauchen. Als Geschäftsführerin habe ich schon zu oft meinen Personalausweis vor eine Kamera gehalten. Daneben fallen mir im aktuellen politischen Umfeld viele andere Themen ein, die diesen Interviewrahmen sprengen würden. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Am liebsten verbringe ich meine Freizeit mit meiner Familie. Meine Kinder sind in einem großartigen Alter, in dem sie (noch) sehr gern Zeit mit mir verbringen. Das genieße ich – egal ob beim Fußball, Inlineskating, Lego bauen, Experimentieren oder auch beim Lesen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Per Kreditkarte, Debitkarte oder PayPal, die alle in meinem mobilen Wallet hinterlegt sind. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Die Pliant App nutze ich seit einigen Jahren sehr gern für die einfache Abwicklung von geschäftlichen Kreditkartenzahlungen. Privat nutze ich am liebsten die App meiner Hausbank und die Trade-Republic-App für das Handeln mit Aktien. ### „A2A-Zahlungen haben riesiges Potenzial” URL: https://paymentandbanking.com/caroline-jenke-ueber-a2a-zahlungen-und-open-banking-bei-tink/ Last updated: 2025-08-05T08:55:53.000Z ## ***Caroline Jenke, Geschäftsführerin von Tink Germany, spricht über regulatorische Meilensteine, ihre Vision für Open Banking und warum eine EU-weite digitale Identität überfällig ist.*** Caroline Jenke kennt die Fintech-Branche aus dem Effeff – und das nicht erst seit gestern. Die Juristin war über ein Jahrzehnt für Sofort, Klarna und FinTecSystems tätig, bevor sie als Chief Legal Officer bei Pliant Verantwortung übernahm. Seit Oktober 2024 leitet sie das Deutschlandgeschäft von Tink, der Open-Banking-Plattform von Visa. Im Gespräch erzählt sie, warum Direktüberweisungen für sie die Zukunft sind, wie sie den Wandel zur regulierten Fintech-Welt miterlebt hat – und warum sie ihren Ausweis deutlich zu oft vor die Kamera halten musste. ## **Wer bist Du und was machst Du?** Ich bin Caroline und leite das Deutschlandgeschäft von Tink. Wir sind die Open-Banking-Plattform von Visa und unterstützen einige der größten Finanzinstitute der Welt – aber auch Start-ups und Fintechs. Im Kern geht es bei uns um digitale Lösungen für einfachere Zahlungsprozesse. Vor meinem Wechsel zu Tink war ich schon 15 Jahre im Fintech-Bereich, unter anderem als Chief Legal Officer bei Pliant und für Legal und Compliance bei Sofort, Klarna und FinTecSystems zuständig. ## **Wie viel Kohle hast Du gerade im Portemonnaie?** 100 Euro – falls Kartenzahlung mal nicht möglich sein sollte. ## **Wie bist Du im Payment & Banking-Sektor gelandet?** Ich wollte bei einem Softwareunternehmen die Arbeit als Inhouse-Juristin kennenlernen und habe 2010 bei Sofortüberweisung als Legal Counsel angefangen. Damals wurde gerade hitzig darüber diskutiert, ob ein Fintech wie Sofortüberweisung am Zahlungsverkehr teilnimmt und aus diesem Grund reguliert werden muss. Der Streit mündete in der Zweiten Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2), die Zahlungsauslösedienste erstmals unter die Aufsicht der BaFin stellte. Ich habe so die Entwicklung des Techunternehmens hin zu einem lizenzierten Zahlungsinstitut begleitet. Seitdem interessiert mich die Payment-Branche besonders. Schließlich ist sicheres und einfaches Bezahlen ein Thema, das uns täglich begleitet. \[adrotate banner="55"\] ## **Wie möchtest Du den Payment & Banking-Bereich verändern?** Auch in Zukunft möchte ich A2A-Zahlungen als ergänzende Zahlungsmethode weiter vorantreiben. Ich sehe großes Potenzial in Direktüberweisungen, da sie für alle Menschen mit einem onlinefähigen Bankkonto zugänglich sind. Durch den Zugang zu Finanzinformationen sind zahlreiche weitere Anwendungsfälle und neue Geschäftsmodelle möglich. Mein Ziel ist es, die Akzeptanz und Nutzung von A2A-Zahlungen zu steigern und nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die auf dem Zugang zu Finanzdaten basieren. ## **Sind Fintechs die große Revolution – oder doch eher nur eine kleine Revolte?** Fintechs sind eine Revolution, weil sie bestehende Prozesse wesentlich verändern und Strukturen neu denken. Gerade Open Banking verändert die Zahlungsbranche seit Jahren – und diese Entwicklung wird sich fortsetzen. ## **Wenn Du Finanzminister\*in wärst, was würdest Du sofort ändern?** Ein praktisches Thema, das mich persönlich, aber auch die Branche beschäftigt, ist eine EU-weite eID. Ich bin der Ansicht, dass wir im Digitalzeitalter eine digitale und EU-weite Identifizierungsmöglichkeit brauchen. Als Geschäftsführerin habe ich schon zu oft meinen Personalausweis vor eine Kamera gehalten. Daneben fallen mir im aktuellen politischen Umfeld viele andere Themen ein, die diesen Interviewrahmen sprengen würden. ## **Werden wir persönlich: Was machst Du in Deiner Freizeit – und sag´ jetzt nicht „Lesen und Freunde treffen”.** Am liebsten verbringe ich meine Freizeit mit meiner Familie. Meine Kinder sind in einem großartigen Alter, in dem sie (noch) sehr gern Zeit mit mir verbringen. Das genieße ich – egal ob beim Fußball, Inlineskating, Lego bauen, Experimentieren oder auch beim Lesen. ## **Wie bezahlst Du an der Supermarktkasse?** Per Kreditkarte, Debitkarte oder PayPal, die alle in meinem mobilen Wallet hinterlegt sind. ## **Welche Finanz-Apps sind Deine drei beliebtesten?** Die Pliant App nutze ich seit einigen Jahren sehr gern für die einfache Abwicklung von geschäftlichen Kreditkartenzahlungen. Privat nutze ich am liebsten die App meiner Hausbank und die Trade-Republic-App für das Handeln mit Aktien. ### “Dafür gibt es doch keinen Markt”: Warum die alte Leier bei Open Finance (mal wieder) nicht stimmt URL: https://paymentandbanking.com/dafuer-gibt-es-doch-keinen-markt-warum-die-alte-leier-bei-open-finance-mal-wieder-nicht-stimmt-2/ Last updated: 2025-05-28T06:10:56.000Z **Bedenkenträger und Lobbyisten versuchen, FIDA auszubremsen, mit Verweis auf mangelndes Kundeninteresse. Warum das zu kurz gedacht ist – und was die Kunden wirklich wollen.** Willkommen zu der kuriosen Pattsituation rund um Open Finance, der nächsten Herausforderung für die digitale Wirtschaft der EU – und einem der derzeitigen Hauptargumente von Lobbyisten, die Open-Finance-Regulierung (aka. FiDA) derzeit mit einer bewährten Argumentation entgegentreten: Es gibt keine Marktnachfrage dafür. Wenn eine Lobbygruppe sagt, es gebe „keine Nachfrage“, bedeutet das in Wirklichkeit: „Wir wollen nichts ändern.“ Das ist das gleiche Spiel, das einst gegen Online-Banking, kontaktloses Bezahlen und – mein persönlicher Favorit – den Sicherheitsgurt angewendet wurde. Für Open Finance wird es keine Demo geben, keine Menschen, die mit Plakaten dafür auf die Straße gehen, ihre Finanzdaten zu teilen. Nicht jede Innovation, die wirtschaftlichen Mehrwert schafft, wird vom Markt nachgefragt, sonst würden wir uns heute wahrscheinlich noch hauptsächlich per Pferd fortbewegen. Innovation benötigt aber oftmals einen Kickstarter, um sie auf den Markt zu bringen, einen Rahmen, der sie ermöglicht. In diesem Fall braucht es Regulierung, um den Markt zu kreieren. Auftritt FIDA, die Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten. ## **300 Milliarden Euro Mehrwert durch Open Finance** FIDA zielt darauf ab, einen harmonisierten Rahmen für den Datenaustausch im gesamten Finanzsektor der EU zu schaffen, die Silos von Banken, Versicherungen, Renten und Investitionen aufzubrechen und Verbrauchern und Unternehmen Zugang zu allen ihren Finanzdaten an einem Ort und zu ihren Bedingungen zu ermöglichen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit wenigen Klicks Hypotheken vergleichen, Renten zusammenlegen oder Ihre Ausgaben über verschiedene Konten hinweg budgetieren. Keine 14-seitigen PDF-Dateien aus dem Jahr 2009 mehr, die schwer verständlich und fast unmöglich zu verarbeiten sind. Open Finance hat heute mehr Marktpotenzial, als Open Banking bei seiner Einführung hatte. Als Open Banking Realität wurde, war es eine Idee, die ihrer Zeit voraus war – mutig, vielversprechend, aber konfrontiert mit einem Publikum, das noch unerfahren darin war, seine Finanzen digitalen Tools anzuvertrauen. Heute ist die Bühne bereitet: Verbraucher nutzen aktiv digitale Wallets, Fintech-Apps und KI-gestützte Beratung, APIs sind robust, effizient und praxiserprobt, und der Wunsch nach finanzieller Kontrolle ist greifbar. Unternehmen und Regulierungsbehörden haben erkannt, dass die Freigabe von Daten nicht nur Compliance-Anforderungen erfüllt, sondern echte wirtschaftliche Chancen eröffnet. Open Finance ist nicht nur bereit für den Markt, der Markt ist bereit für Open Finance. Die EU-Wirtschaft könnte den Schub gebrauchen. [Studien zeigen](https://www.finextra.com/newsarticle/43775/open-finance-could-boost-uk-gdp-by-305-billion-says-cfit-ceo?ref=paymentandbanking.com), dass Open Finance alleine in UK einen wirtschaftlichen Gewinn in Höhe von mehreren zehn Milliarden Euro bringen könnte. Das Vereinigte Königreich, das dank der Einführung von Open Banking in diesem Bereich immer ein paar Jahre voraus ist, hat bereits eine Innovationswelle erlebt – von Budgetierungs-Apps bis hin zu Tools für die sofortige Bonitätsprüfung. Open Finance skaliert dies auf alle Finanzdienstleistungen. In der EU geht man davon aus, dass die Open Data Economy bis zu [300 Milliarden Euro](https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/1021d8a7-5782-11ea-8b81-01aa75ed71a1?ref=paymentandbanking.com) Mehrwert bringen kann. ## **KI-Agenten brauchen zum Erfolg Open Finance** Und nein, davon profitieren nicht nur Fintechs und deren Investoren. Verbraucher profitieren von personalisierten Finanzdienstleistungen, besserem Zugang zu Krediten und Finanzberatung in Echtzeit. Unternehmen – insbesondere KMU – können schnellere Rechnungsfinanzierung, integrierte Buchhaltung und Betriebskapitallösungen erhalten, die auf ihrer tatsächlichen finanziellen Situation basieren und nicht nur auf ihrer letzten Steuererklärung. Auch große Banken und Versicherungskonzerne als Datenhalter können profitieren – vorausgesetzt, sie sind bereit, mitzuspielen. Heute ist das Datenmanagement nur noch zum Teil ein Wirrwarr aus Altsystemen und halb vergessenen Excel-Tabellen. Unternehmen haben oftmals eine gute Grundlage dafür geschaffen, Daten intern auszutauschen, Cloud-Lösungen wurden eingeführt, Data-Analytics-Teams aufgebaut. Open Finance zwingt zur weiteren Standardisierung, was sauberere Daten, weniger manuelle Verarbeitung und weniger Compliance-Probleme bedeutet. Mit anderen Worten: Effizienz mit einem Wettbewerbsvorteil. Die vielleicht größte Veränderung kommt jedoch nicht von Menschen, sondern von Maschinen. KI-Agenten – die cleveren Algorithmen, denen Sie eines Tages Ihre Finanzen anvertrauen werden, wenn Sie es nicht schon tun – benötigen strukturierten, berechtigungsbasierten Zugriff auf Daten, um richtig zu funktionieren. Ohne Open Finance gibt es keinen intelligenten Finanz-Concierge, der Ihr Leben in Echtzeit verwaltet, keine Agenten, die untereinander Wertgeschäfte abwickeln, ohne, dass wir Arbeit damit haben. Die Zukunft braucht Treibstoff, und dieser Treibstoff sind Daten. Europa möchte stark in KI werden – dafür müssen wir aber auch die nötige Grundlage neben Kapital schaffen. ## **Große Chancen auch für Banken** Lassen wir uns also nicht von der alten „keine Nachfrage“-Routine täuschen. Wenn Verbraucher keine offene Finanzwirtschaft fordern, dann deshalb, weil sie noch keinen Vorgeschmack auf das bekommen haben, was möglich ist. Das zeigen aber derzeit häufig Unternehmen mit Ursprung außerhalb Europas, aus den USA und Asien. Lasst uns beweisen, dass geniale Customer Experiences auch aus der EU kommen können, dass wir hier grundlegende Innovation auf Basis von reguliertem Zugang zu Daten schaffen können. Lasst uns eine in der EU allgemeingültige, länderübergreifende Datenbasis für den Finanzbereich und weitere Industriezweige schaffen, auf Basis derer wir starke digitale Innovation betreiben können. Für die Datenhalter unter Ihnen – geben Sie sich einen Ruck: Investieren Sie in umfassende, datengetriebene Geschäftsmodelle und fördern Sie im Sinne der Innovationsfähigkeit Europas ein Open-Finance-Ökosystem, anstatt die Daten intern zu verwahren oder in bilateralen Verträgen zu teilen. ### “Dafür gibt es doch keinen Markt”: Warum die alte Leier bei Open Finance (mal wieder) nicht stimmt URL: https://paymentandbanking.com/dafuer-gibt-es-doch-keinen-markt-warum-die-alte-leier-bei-open-finance-mal-wieder-nicht-stimmt/ Last updated: 2025-08-05T08:55:53.000Z **Bedenkenträger und Lobbyisten versuchen, FIDA auszubremsen, mit Verweis auf mangelndes Kundeninteresse. Warum das zu kurz gedacht ist – und was die Kunden wirklich wollen.** Willkommen zu der kuriosen Pattsituation rund um Open Finance, der nächsten Herausforderung für die digitale Wirtschaft der EU – und einem der derzeitigen Hauptargumente von Lobbyisten, die Open-Finance-Regulierung (aka. FiDA) derzeit mit einer bewährten Argumentation entgegentreten: Es gibt keine Marktnachfrage dafür. Wenn eine Lobbygruppe sagt, es gebe „keine Nachfrage“, bedeutet das in Wirklichkeit: „Wir wollen nichts ändern.“ Das ist das gleiche Spiel, das einst gegen Online-Banking, kontaktloses Bezahlen und – mein persönlicher Favorit – den Sicherheitsgurt angewendet wurde. Für Open Finance wird es keine Demo geben, keine Menschen, die mit Plakaten dafür auf die Straße gehen, ihre Finanzdaten zu teilen. Nicht jede Innovation, die wirtschaftlichen Mehrwert schafft, wird vom Markt nachgefragt, sonst würden wir uns heute wahrscheinlich noch hauptsächlich per Pferd fortbewegen. Innovation benötigt aber oftmals einen Kickstarter, um sie auf den Markt zu bringen, einen Rahmen, der sie ermöglicht. In diesem Fall braucht es Regulierung, um den Markt zu kreieren. Auftritt FIDA, die Verordnung über den Zugang zu Finanzdaten. ## **300 Milliarden Euro Mehrwert durch Open Finance** FIDA zielt darauf ab, einen harmonisierten Rahmen für den Datenaustausch im gesamten Finanzsektor der EU zu schaffen, die Silos von Banken, Versicherungen, Renten und Investitionen aufzubrechen und Verbrauchern und Unternehmen Zugang zu allen ihren Finanzdaten an einem Ort und zu ihren Bedingungen zu ermöglichen. Stellen Sie sich vor, Sie könnten mit wenigen Klicks Hypotheken vergleichen, Renten zusammenlegen oder Ihre Ausgaben über verschiedene Konten hinweg budgetieren. Keine 14-seitigen PDF-Dateien aus dem Jahr 2009 mehr, die schwer verständlich und fast unmöglich zu verarbeiten sind. Open Finance hat heute mehr Marktpotenzial, als Open Banking bei seiner Einführung hatte. Als Open Banking Realität wurde, war es eine Idee, die ihrer Zeit voraus war – mutig, vielversprechend, aber konfrontiert mit einem Publikum, das noch unerfahren darin war, seine Finanzen digitalen Tools anzuvertrauen. Heute ist die Bühne bereitet: Verbraucher nutzen aktiv digitale Wallets, Fintech-Apps und KI-gestützte Beratung, APIs sind robust, effizient und praxiserprobt, und der Wunsch nach finanzieller Kontrolle ist greifbar. Unternehmen und Regulierungsbehörden haben erkannt, dass die Freigabe von Daten nicht nur Compliance-Anforderungen erfüllt, sondern echte wirtschaftliche Chancen eröffnet. Open Finance ist nicht nur bereit für den Markt, der Markt ist bereit für Open Finance. Die EU-Wirtschaft könnte den Schub gebrauchen. [Studien zeigen](https://www.finextra.com/newsarticle/43775/open-finance-could-boost-uk-gdp-by-305-billion-says-cfit-ceo?ref=paymentandbanking.com), dass Open Finance alleine in UK einen wirtschaftlichen Gewinn in Höhe von mehreren zehn Milliarden Euro bringen könnte. Das Vereinigte Königreich, das dank der Einführung von Open Banking in diesem Bereich immer ein paar Jahre voraus ist, hat bereits eine Innovationswelle erlebt – von Budgetierungs-Apps bis hin zu Tools für die sofortige Bonitätsprüfung. Open Finance skaliert dies auf alle Finanzdienstleistungen. In der EU geht man davon aus, dass die Open Data Economy bis zu [300 Milliarden Euro](https://op.europa.eu/en/publication-detail/-/publication/1021d8a7-5782-11ea-8b81-01aa75ed71a1?ref=paymentandbanking.com) Mehrwert bringen kann. \[adrotate banner="55"\] ## **KI-Agenten brauchen zum Erfolg Open Finance** Und nein, davon profitieren nicht nur Fintechs und deren Investoren. Verbraucher profitieren von personalisierten Finanzdienstleistungen, besserem Zugang zu Krediten und Finanzberatung in Echtzeit. Unternehmen – insbesondere KMU – können schnellere Rechnungsfinanzierung, integrierte Buchhaltung und Betriebskapitallösungen erhalten, die auf ihrer tatsächlichen finanziellen Situation basieren und nicht nur auf ihrer letzten Steuererklärung. Auch große Banken und Versicherungskonzerne als Datenhalter können profitieren – vorausgesetzt, sie sind bereit, mitzuspielen. Heute ist das Datenmanagement nur noch zum Teil ein Wirrwarr aus Altsystemen und halb vergessenen Excel-Tabellen. Unternehmen haben oftmals eine gute Grundlage dafür geschaffen, Daten intern auszutauschen, Cloud-Lösungen wurden eingeführt, Data-Analytics-Teams aufgebaut. Open Finance zwingt zur weiteren Standardisierung, was sauberere Daten, weniger manuelle Verarbeitung und weniger Compliance-Probleme bedeutet. Mit anderen Worten: Effizienz mit einem Wettbewerbsvorteil. Die vielleicht größte Veränderung kommt jedoch nicht von Menschen, sondern von Maschinen. KI-Agenten – die cleveren Algorithmen, denen Sie eines Tages Ihre Finanzen anvertrauen werden, wenn Sie es nicht schon tun – benötigen strukturierten, berechtigungsbasierten Zugriff auf Daten, um richtig zu funktionieren. Ohne Open Finance gibt es keinen intelligenten Finanz-Concierge, der Ihr Leben in Echtzeit verwaltet, keine Agenten, die untereinander Wertgeschäfte abwickeln, ohne, dass wir Arbeit damit haben. Die Zukunft braucht Treibstoff, und dieser Treibstoff sind Daten. Europa möchte stark in KI werden – dafür müssen wir aber auch die nötige Grundlage neben Kapital schaffen. ## **Große Chancen auch für Banken** Lassen wir uns also nicht von der alten „keine Nachfrage“-Routine täuschen. Wenn Verbraucher keine offene Finanzwirtschaft fordern, dann deshalb, weil sie noch keinen Vorgeschmack auf das bekommen haben, was möglich ist. Das zeigen aber derzeit häufig Unternehmen mit Ursprung außerhalb Europas, aus den USA und Asien. Lasst uns beweisen, dass geniale Customer Experiences auch aus der EU kommen können, dass wir hier grundlegende Innovation auf Basis von reguliertem Zugang zu Daten schaffen können. Lasst uns eine in der EU allgemeingültige, länderübergreifende Datenbasis für den Finanzbereich und weitere Industriezweige schaffen, auf Basis derer wir starke digitale Innovation betreiben können. Für die Datenhalter unter Ihnen – geben Sie sich einen Ruck: Investieren Sie in umfassende, datengetriebene Geschäftsmodelle und fördern Sie im Sinne der Innovationsfähigkeit Europas ein Open-Finance-Ökosystem, anstatt die Daten intern zu verwahren oder in bilateralen Verträgen zu teilen. ### Wie KI den Zahlungsverkehr und Banken verändert URL: https://paymentandbanking.com/wie-ki-den-zahlungsverkehr-und-banken-veraendert-2/ Last updated: 2025-05-06T18:24:06.000Z **In der neuesten Episode von „AI in Finance“ tauchen Sascha Dewald und Maik Klotz tief in die Welt der künstlichen Intelligenz ein und beleuchten, wie sie dabei ist, das Finanzwesen, den Zahlungsverkehr und unser Verhältnis zu Geld radikal zu verändern.** Die achte Episode beginnt mit einem kritischen Blick auf OpenAI und ChatGPT: Warum wirkt der Umgang mit Nutzerfeedback oft wie ein Drahtseilakt zwischen schmeichelnder Bestätigung und nötiger Ehrlichkeit? Und wie passt da die neue Produktplatzierungsfunktion rein? Ist das ein cleverer Move oder ein direkter Angriff auf Google? Außerdem werfen [Sascha Dewald](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik Klotz](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) einen Blick auf die kommende Welle autonomer KI-Agenten, die nicht nur Informationen liefern, sondern selbstständig handeln können: Zum Beispiel sollen sie einkaufen oder Versicherungen abschließen. Was das wohl für Banken und andere Finanzdienstleister bedeutet? Und wie müssen die auf diese neue Welt reagieren? Abschließend gibt es Neuigkeiten über OpenAI und die Herausforderungen, die mit der schnellen Entwicklung neuer KI-Modelle verbunden sind. Auch sprechen die beiden über die Einführung von Safeguard-Funktionen bei OpenAI zur Verhinderung von Missbrauch sowie die neuen Modelle O3 und O4 Mini. ## Außerdem geht es um: - „Ava“, der neue Banking-Avatar der Commerzbank – sympathisches Helferlein? - Perplexity mit seinen neuen Tools wie Kalender-Integration und Notizen, - Das Model Context Protocol von Anthropic, das Claude mit anderen Online-Agenten vernetzt, - Meta AI mit einer Gedächtnisfunktion, die ganz neue Fragen zum Datenschutz aufwirft. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - chalkie.ai - venngage.com - fliki.ai ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht’s euch gemütlich und genießt die Show! ### Wie KI den Zahlungsverkehr und Banken verändert URL: https://paymentandbanking.com/wie-ki-den-zahlungsverkehr-und-banken-veraendert/ Last updated: 2025-08-05T08:55:53.000Z **In der neuesten Episode von „AI in Finance“ tauchen Sascha Dewald und Maik Klotz tief in die Welt der künstlichen Intelligenz ein und beleuchten, wie sie dabei ist, das Finanzwesen, den Zahlungsverkehr und unser Verhältnis zu Geld radikal zu verändern.** \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/702-wie-ki-den-zahlungsverkehr-und-banken-verandert"\] Die achte Episode beginnt mit einem kritischen Blick auf OpenAI und ChatGPT: Warum wirkt der Umgang mit Nutzerfeedback oft wie ein Drahtseilakt zwischen schmeichelnder Bestätigung und nötiger Ehrlichkeit? Und wie passt da die neue Produktplatzierungsfunktion rein? Ist das ein cleverer Move oder ein direkter Angriff auf Google? Außerdem werfen [Sascha Dewald](https://www.linkedin.com/in/saschadewald/?ref=paymentandbanking.com) und [Maik Klotz](https://www.linkedin.com/in/maikklotz/?ref=paymentandbanking.com) einen Blick auf die kommende Welle autonomer KI-Agenten, die nicht nur Informationen liefern, sondern selbstständig handeln können: Zum Beispiel sollen sie einkaufen oder Versicherungen abschließen. Was das wohl für Banken und andere Finanzdienstleister bedeutet? Und wie müssen die auf diese neue Welt reagieren? Abschließend gibt es Neuigkeiten über OpenAI und die Herausforderungen, die mit der schnellen Entwicklung neuer KI-Modelle verbunden sind. Auch sprechen die beiden über die Einführung von Safeguard-Funktionen bei OpenAI zur Verhinderung von Missbrauch sowie die neuen Modelle O3 und O4 Mini. \[adrotate banner="55"\] ## Außerdem geht es um: - „Ava“, der neue Banking-Avatar der Commerzbank – sympathisches Helferlein? - Perplexity mit seinen neuen Tools wie Kalender-Integration und Notizen, - Das Model Context Protocol von Anthropic, das Claude mit anderen Online-Agenten vernetzt, - Meta AI mit einer Gedächtnisfunktion, die ganz neue Fragen zum Datenschutz aufwirft. Viel Spaß beim Hören! ## Tools - chalkie.ai - venngage.com - fliki.ai ## Disclaimer Was ihr hier hört, sind unsere Gedanken und Meinungen, nicht die unserer Arbeitgeber, Zimmerpflanzen oder Haustiere. Als Enthusiasten versuchen wir euch Einblicke in die Welt von künstlicher Intelligenz in Finance zu geben, aber wir sind nur AI-Enthusiasten, keine Hellseher. Unsere Einschätzungen könnten genauso gut aus einem Horoskop stammen. Also, macht's euch gemütlich und genießt die Show! ### So schaut Fintech-Journalist Caspar Schlenk auf die Szene URL: https://paymentandbanking.com/so-schaut-fintech-journalist-caspar-schlenk-auf-die-szene-2/ Last updated: 2026-05-12T00:02:32.000Z ***Der Journalist Caspar Schlenk spricht mit André M. Bajorat über die Entwicklung der Fintech-Branche, kritischen Journalismus und die Zukunft von Fintechs.*** Im Payment & Banking-Fintech-Podcast trifft André M. Bajorat auf [Caspar Schlenk](https://www.linkedin.com/in/caspar-tobias-schlenk-55a71868/?ref=paymentandbanking.com), den langjährigen Beobachter und Mitgestalter der deutschen Fintech-Szene. Gemeinsam werfen sie einen reflektierten Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre – von der Pandemie über regulatorische Umbrüche bis hin zum medialen Umgang mit der Branche. Im Zentrum steht die Frage, wie sich Fintechs in einem zunehmend komplexen Marktumfeld behaupten können – zwischen IPO-Flaute, wachsender Regulierung und der Suche nach nachhaltigen Geschäftsmodellen. Caspar Schlenk gibt dabei Einblicke in seine Arbeit bei Finance Forward, spricht über die Rolle kritischer Berichterstattung und die Bedeutung journalistischer Unabhängigkeit. Natürlich geht es auch um die Finance-Forward-Konferenz im Rahmen der OMR, spannende Podcast-Gäste, die wachsende Bedeutung von Newslettern und um die Erkenntnis, dass Fintech nicht mehr das Hype-Thema ist, sondern sich einer neuen, nüchternen Realität stellen muss. 🎧 Reinhören lohnt sich – für alle, die die Fintech-Szene nicht nur feiern, sondern auch verstehen wollen. [Alle Podcasts von Payment & Banking findest du hier.](https://paymentandbanking.com/tag/podcast/) ### So schaut Fintech-Journalist Caspar Schlenk auf die Szene URL: https://paymentandbanking.com/so-schaut-fintech-journalist-caspar-schlenk-auf-die-szene/ Last updated: 2025-08-05T08:55:54.000Z ***Der Journalist Caspar Schlenk spricht mit André M. Bajorat über die Entwicklung der Fintech-Branche, kritischen Journalismus und die Zukunft von Fintechs.*** Im Payment & Banking-Fintech-Podcast trifft André M. Bajorat auf [Caspar Schlenk](https://www.linkedin.com/in/caspar-tobias-schlenk-55a71868/?ref=paymentandbanking.com), den langjährigen Beobachter und Mitgestalter der deutschen Fintech-Szene. Gemeinsam werfen sie einen reflektierten Blick auf die Entwicklungen der vergangenen Jahre – von der Pandemie über regulatorische Umbrüche bis hin zum medialen Umgang mit der Branche. \[podigee-player url="https://paymentandbanking.podigee.io/701-522-so-schaut-fintech-journalist-caspar-schlenk-auf-die-szene"\] Im Zentrum steht die Frage, wie sich Fintechs in einem zunehmend komplexen Marktumfeld behaupten können – zwischen IPO-Flaute, wachsender Regulierung und der Suche nach nachhaltigen Geschäftsmodellen. Caspar Schlenk gibt dabei Einblicke in seine Arbeit bei Finance Forward, spricht über die Rolle kritischer Berichterstattung und die Bedeutung journalistischer Unabhängigkeit. Natürlich geht es auch um die Finance-Forward-Konferenz im Rahmen der OMR, spannende Podcast-Gäste, die wachsende Bedeutung von Newslettern und um die Erkenntnis, dass Fintech nicht mehr das Hype-Thema ist, sondern sich einer neuen, nüchternen Realität stellen muss. 🎧 Reinhören lohnt sich – für alle, die die Fintech-Szene nicht nur feiern, sondern auch verstehen wollen. [Alle Podcasts von Payment & Banking findest du hier.](https://paymentandbanking.com/podcast/) _Includes the latest 500 public posts. Use `/sitemap.xml` for the complete archive of public content._