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Deutsche Banken finanzierten 2025 hauptsächlich KI und Krypto

Deutsche Banken und Sparkassen haben 2025 in 20 neue Firmen investiert. Wir zeigen, welche das sind und welche Geldhäuser besonders aktiv waren. 

Deutsche Banken finanzierten 2025 hauptsächlich KI und Krypto

Seit 2020 tracken wir regelmäßig, in welche Fintechs in Deutschland tätige Banken so ihr Geld stecken. Für das vergangene Jahr haben wir zwanzig neue Investitionen identifiziert. Sie verteilen sich auf sechzehn Banken und Venture Capital-Töchter, die insgesamt in vierzehn verschiedene Fintechs investiert haben. Elf der Fintechs haben ihren Sitz in Deutschland, zwei weitere kommen aus Frankreich und der Schweiz. Mit Mondu ist auch ein niederländisch-deutsches Unternehmen vertreten. 

Somit umfasst unser Gesamtüberblick nun 135 Investitionen von 25 Banken in 101 verschiedene Fintech und Insurtech in einem Zeitraum von fünf Jahren. Eine Zusammenfassung für den Zeitraum 2020 bis 2024 gibt es hier. Im Vergleich zu 2024 hat die Zahl der Beteiligungen 2025 wieder zugenommen.  

Die Bank mit den meisten Beteiligungen bleibt die Commerzbank: Sie hat im Jahr 2025 weitere drei Investitionen getätigt. Innerhalb von fünf Jahren hat sie damit 23 Fintechs und sechs Insurtechs Geld zur Verfügung gestellt. Im vergangenen Jahr gab es außerdem drei Beteiligungen an Fintechs aus dem im Mai aufgelegten Redstone Fintech & Beyonds Fonds III, dem Nachfolger-Fonds von VR Ventures. Die Berliner Volksbank ist weiterhin Ankerinvestor, auch einige der ehemaligen Genossenschaftsbanken sind weiterhin beteiligt. Jedoch ist der Fonds nun auch für externe Investoren geöffnet. 

Die restlichen vierzehn Investitionen verteilen sich auf die Baader Bank, die Börse Stuttgart, HSBC, J.P Morgan, die Hamburger Sparkasse, die Sparkasse Ludwigsburg, die Sparkasse Hannover, die Sparkasse KölnBonn, die Unicredit, die Westendbank, die genossenschaftliche Handels- und Gewerbebank, die Hannoversche Volksbank und die VR-Bank Donau-Mindel. 

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Trendthemen KI und Krypto 

An den unterstützten Fintechs zeigt sich deutlich, welche Trends Banken gerade umtreiben: Ein Großteil des Geldes floss in Start-ups, die sich mit KI-Anwendungen für die Finanzbranche beschäftigten oder mit dem Thema Investieren beschäftigen, wobei ein Schwerpunkt auf dem Bereich Krypto liegt. 

Im Bereich KI beteiligte sich die Commerzbank an einer 30 Millionen Euro-Finanzierungsrunde für das schweizerische Start-up Unique, das KI-Lösungen für das Asset Management, das Wealth Management und das Banking entwickelt und nun in die USA expandieren will. Redstone finanzierte Kertos, ein Unternehmen, das Compliance-Lösungen für verschiedene Branchen anbietet, darunter die Umsetzung der DORA. Mehrere Genossenschaftsbanken und Sparkassen steckten Kapital in Neoshare, eine KI-gestützte unabhängige Plattform für gewerbliche Immobilienfinanzierung. Die Westend Bank tätigte eine strategische Investition in Risiq und bietet nun ihren Kunden deren System zur Risikoidentifikation und -steuerung an. 

Die White-Label Steuerlösung für Banken AnyTax schloss eine Finanzierungsrunde in Höhe von einer Million Euro ab. Zu den Investoren gehört IBB Ventures, die eigenständige Venture Capital-Einheit der IBB.

Auch bei Krypto-Lösungen gibt es zwei Beteiligungen, die mit strategischen Kooperationen einhergehen: Die Commerzbank ist seit vergangenem Jahr Gesellschafter beim Krypto-Emittenten Nxt Assets, einem Joint Venture von 360T, Vontobel, Bergos, Interactive Brokers, der Börsenmedien AG und Flatex Degiro. Die Privatbank ist nun der zweite Verwahrpartner des Unternehmens und erweitert dabei sein eigenes Digital-Assets Geschäft. Die Baader Bank kooperiert schon seit 2022 mit dem Kryptoverwahrdienstleister Tangany. Mit der neuerlichen Beteiligung will sie ihr Angebot im Kryptohandel weiter ausbauen.

Weiterhin erhielt Deblock Geld von Commerz Ventures. Das französische Fintech bietet über einen Zugang sowohl ein traditionelles Bankkonto als auch eine Krypto-Wallet und nutzt das Geld aus der Finanzierungsrunde, um in Europa zu expandieren. NaroIQ bietet die Auflage von ETFs an und bekam Geld von Redstone. 

Auch Kredit und BNPL ist weiterhin ein Thema

Auch für Fintechs im Bereich Kredit und BNPL gab es 2025 erneut Geld und Finanzierungszusagen. Re:cap erhielt 125 Millionen Euro für die Kreditvergabe von HSBC Innovation Banking, der Venture Capital-Tochter von HSBC. J.P Morgan Payments unterstützte den BNPL-Anbieter Mondu mit einer Kreditlinie in Höhe von 100 Millionen Euro bei der europäischen Expansion.

Unicredit steckte derweil zehn Millionen Euro in Banxware. Darüber hinaus arbeitet der KMU-Finanzierer nun mit den zu Unicredit gehörenden Plattformen Aion und Vodeno zusammen. Das 2024 gestartete Fintech Credibur sammelte für die Markteinführung seiner Kreditplattform 2,2 Millionen Euro ein, unter anderem von Redstone.  

Nicht ganz in den Trend passt dagegen die Investition der Börse Stuttgart in Solaris. Gemeinsam mit der japanischen Bank SBI sicherte die Börse Stuttgart das Fortbestehen des API-Banking-Anbieters. 

Wir haben eine Finanzierung vergessen? Wir freuen uns auf Hinweise aus der Community per Mail an infografiken@paymentandbanking.com 

Autor

Sophie Deistler
Sophie Deistler

Sophie Deistler berichtet als freie Journalistin über die Finanzwelt. Sie studiert Sozioökonomie im Master in Duisburg-Essen, hat einen Bachelor in Sozialwissenschaften in Köln und eine Ausbildung an der Kölner Journalistenschule absolviert.