Banking Exchange 21: Wir müssen generell mehr über Geld sprechen

Andrea Fernandez im #BEX21 Speakerinterview – BEX to the Future

Als Marty McFly mithilfe von Doc Brown in die Zukunft reist, erwarten in dort, Hoverboards, fliegende Autos, Videotelefon und selbstschließende Schuhe, allerlei technische Geräte und die komplette Digitalisierung. Doch was erwartet uns jenseits von Science-Fiction wirklich in der Zukunft, wo können wir jetzt Weichen stellen?

Am 17. & 18. Juni 2021 ist es so weit: Wir nehmen euch mit zurück in die Zukunft und versuchen das gesamte Raum-Zeitkontinuum auf den Kopf zu stellen. Steigt mit ein in den DeLorean DMC-12 und kommt mit uns auf die fünfte Banking Exchange zurück in die Zukunft. Dazu steht unser Fluxkompensator ☢️ schon bereit und gemeinsam mit euch und 1.21 GIGAWATT, wollen wir in die Zukunft blicken und zusammen mit handverlesenen Speaker:innen unter Strom diskutieren, wohin die Reise unserer Branche nach der Pandemie geht. Wir wollen wie immer gemeinsam mit euch über die Zukunft der Fintech- und Banken-Branche diskutieren. Wir schauen nach vorne und gleichzeitig zurück auf das Jahr.

Das geht natürlich nur mit den besten und großartigsten Sprecher:innen, welche die Branche zu bieten hat. Klugen Köpfen, Enthusiast:innen und Macher:innen die gestalten und was zu sagen haben. Auch in diesem Jahr möchten wir euch nicht vorenthalten diese wunderbaren Menschen im Vorfeld kennenzulernen.

Weiter geht es in unserer Vorstellungsrunde heute mit Andrea Fernandez, Mit-Gründerin und CEO der Fintech-App Alice. Die App will Frauen bei Finanzentscheidungen helfen und sie darüber hinaus dabei unterstützen, auf einschneidende Lebensveränderungen wie Mutterschaft, Trennung oder Ähnliches adäquat zu reagieren – auch hinsichtlich finanzieller Entscheidungen.

Wir freuen uns über deine Zusage zur BEX im Juni: Wie können wir uns deinen Arbeitsalltag bei Alice denn so vorstellen und wo setzt du Schwerpunkte?

Vielen Dank, ich freue mich auch schon sehr auf die Veranstaltung! Momentan befinden wir uns bei Alice in einer intensiven Konzeptionierungs- und Umsetzungsphase. Einen typischen Arbeitsalltag gibt es bei uns kaum. Es ist sehr aufregend und macht wahnsinnig viel Spaß! Wir haben Alice erst vor einem halben Jahr gegründet und wollen Ende des Sommers mit unserer Finanz-App für Frauen an den Start gehen. Uns ist es wichtig, dass die Nutzerinnen mit ihren sehr unterschiedlichen Bedürfnissen bei uns im Mittelpunkt steht. Deswegen führen wir viele Gespräche mit potenziellen Nutzerinnen, um alles über ihre Fragen, Wünsche und Sorgen zu erfahren.

Darauf basierend entwickeln wir zum anderen Content, mit dem wir künftig Finanzwissen vermitteln werden. Darauf basierend entwickeln wir zum anderen Content, mit dem wir künftig Finanzwissen vermitteln werden.

Zum anderen erarbeiten wir momentan Spar- und Anlageprodukte, die die Bedürfnisse der Frauen in unterschiedlichen Lebensphasen abdecken werden. Parallel veranstalten wir jede Woche Webinare und IG Live Talks – unsere “Money Talks” – in denen wir mit Frauen über Themen wie ETFs, Immobilieninvestments und alles rund um den Themenkomplex finanzielle Absicherung.

Seit wann beschäftigst du dich mit diesem Thema, was sind die wesentlichsten Veränderungen sowie Entwicklungen und was ist die größte Überraschung innerhalb dieser Zeit?

Das Thema Finanzen begleitet mich schon sehr lange. Ich wurde bereits als Kind an das Thema Finanzen herangeführt und viel Verantwortung übertragen bekommen. Da hat es alles seinen Anfang genommen und meine Leidenschaft für das Thema war entfacht. Deswegen bin ich nach dem Studium auch erst einmal an die Wall Street gegangen. In den vergangenen 23 Jahren ist viel passiert: Zum einen die Internet-Blase und die Brasilien-Krise, durch die ich in meiner Private-Banking-Zeit Kundinnen und Kunden helfen musste. Dann hat der Börsencrash 2008 vielen Menschen vor Augen geführt, wie fragil die Finanzmärkte sind und wie gezielt wir schauen müssen, auf welche Finanzprodukte wir setzen. Zum anderen ist eine Masse an technologischen Innovationen entstanden. Weniger eine Überraschung, sondern eher erfreulich zu sehen: Wie gut die Märkte momentan performen. Und ich bin fest davon überzeugt, dass es auf die Lehren und die Trends der letzten 20 Jahre zurückzuführen ist.

Wie nimmst du die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen wahr?

Was wir zunehmend beobachten, ist dass sich mehr Menschen generell, mehr jüngere Menschen im Speziellen und mehr Frauen sich intensiver mit dem Thema Finanzen beschäftigen. Und das finde ich super! Das ist zum einen auf die technologischen Entwicklungen und daraus resultierenden Produkte zurückzuführen wie Trade Republic, Scalable Capital, Revolut etc. Zum anderen haben uns die letzten eineinhalb Jahren mehr als bewusst gemacht, wie wichtig finanzielle Absicherung ist – sei es als Privatperson, als Kleinunternehmer oder als Konzern. Der Anlass war alles andere als schön, aber: Diese Zäsur hat uns alle wirklich mehr auf unsere finanzielle Situation aufmerksam gemacht und darauf, wie wir uns besser auf eine ungewisse Zukunft vorbereiten können.

Welche Erwartungen hast du als Speaker:in an die kommende BEX?

Ich freue mich darauf, neue Kolleginnen und Kollegen aus der Branche kennenzulernen. Ihr stellt gerade ein tolles Programm zusammen und ich freue mich vor allem darauf, mehr über das Thema Banking as a Service zu erfahren.

Auf dem Panel Vertical Banking werden Delia D. König (Solarisbank), Cornelia Schwertner und Dr. Ralph Müller (IKB Deutsche Industriebank AG) sein: Welche Frage würdest du deinen Mitpanelist:innen gerne stellen?

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Mich würde interessieren, wie die Kolleginnen und Kollegen das Potenzial von Künstlicher Intelligenz im Bankensektor einschätzen. Die Geister scheiden sich hier. Befürwortende Stimmen gehen davon aus, dass die KI auf Basis entsprechender Datensätze viel Automatisierungspotenzial birgt. Gegenstimmen meinen, dass wir viel näher an die Kundinnen und Kunden rücken müssen, was mit KI nicht funktionieren wird.

Das Motto der #BEX21 lautet in diesem Jahr: BEX to the future – angelehnt an Robert Zemeckis Science-Fiction-Filmkomödie – “Back to the Future”. Wenn du in die Zukunft blickst, was erwartet die Branche da? Warum könnte die Payment- und Banking Branche mehr vom innovationsgetriebenen Glauben eines Doc Brown lernen?

Was wir im Film sehen ist das tolle Zusammenspiel zwischen dem erfinderischen Doc Brown und dem neugierigen Marty. Gemeinsam bewältigen sie jedes Vorhaben trotz zahlreicher Widerstände. Und ich sehe zunehmend, dass solche Persönlichkeiten mehr Gehör in der Finanzbranche bekommen. Mehr Mut, mehr Tatendrang – das tut der Branche gut. Ich freue mich darauf, wenn alle Backend-Fintech-Komponenten in einer Lösung kombiniert werden können, die es den Kundinnen und Kunden ermöglicht, ihr Geld auf automatisierte Weise und mit wenig Aufwand zu verwalten und zu vermehren.

Marty McFly gründet im Film mit Jennifer eine Familie: Welche Investmenttipps würdet ihr den beiden geben?

Jeder jungen Familie würde ich empfehlen, sich erst einmal hinzusetzen und fokussiert ein Gespräch zur finanziellen Zukunft zu haben. Wir müssen generell mehr über Geld sprechen. Es ist nun mal ein elementarer Teil unseres Lebens. Paare bewegen sich häufig von einer Ausgabe zur nächsten, von einem Urlaub zum nächsten. Ein langfristiger Plan wird dabei häufig übersehen. Deswegen: Überlegt euch, welche Ziele ihr in 5, 10, 20 und 50 Jahren erreichen wollt, wie risikofreudig seid ihr und wer welchen Beitrag leisten kann. Basierend auf diesen Zielen sollten sich Paare darauf konzentrieren, den für sie richtigen Sparplan und die richtigen Anlagemöglichkeiten aufzusetzen, was dazu beitragen wird, dass idealerweise beide Partner ihre individuellen und gemeinsamen Ziele erreichen.

Ist der Charakter des Biff das “Wirecard” der Filme?

Biff spielt nicht nach den Regeln – das ist auch bei Wirecard passiert. Skandale wie der um Wirecard schaden der Branche, in der Corporate Governance essentiell ist. Ich bin mir jedoch sicher, dass wir daraus unsere Lehren ziehen werden.

Der Finanzmarkt ist ein lebendiges Konstrukt, das sich heute schneller als je zuvor entwickelt. Nun geht es darum, dass die Regulierungen nachziehen, um solche Skandale künftig zu verhindern. Ich glaube, die Finanzbranche wird kurz- bis mittelfristig deutlich transparenter werden müssen.

„Der Finanzmarkt ist ein lebendiges Konstrukt, das sich heute schneller als je zuvor entwickelt.“

Wenn du mit dem DeLorean eine Zeitreise machen dürftest: Amerika der 50er, die Zukunft, der Wilde Westen oder ganz woanders hin? Und warum?

Wenn ich es mir recht überlege, finde ich die Gegenwart wahnsinnig spannend. Ich bin mir sicher, das wird uns auf der diesjährigen BEX auch noch einmal sehr bewusst werden. Jeden Tag entstehen neue Player im Markt, die Digitalisierung durchdringt mit enormer Geschwindigkeit ganze Sektoren. Die Konsumentinnen und Konsumenten nehmen mit großer Offenheit neue Produkt an. Ich glaube, wir werden in 2050 einen komplett anderen Finanzmarkt vorfinden – das zu sehen wäre sehr interessant! Besonders neugierig wäre ich zu sehen, welche Rolle die Blockchain spielen wird und ob wir sinnvolle Use Cases entwickelt haben werden.

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Sei mit dabei und sicher dir dein Ticket

Auch in diesem Jahr können nicht-geladenen Gäste am Event teilnehmen, denn das Internet ist groß genug und hat keine Platzreglementierung, anders gesagt, machen wir aus unserem DeLorean Zweisitzer, einfach einen Bus. Tickets starten ab 99 Euro. Die E-Tickets berechtigen die Banking Exchange 2021 im Stream live zu verfolgen.

Viel mehr Speaker:innen und alles rund um die #BEX21 findest Du unter www.banking-exchange.com. Und wie immer erwarten euch ein einzigartiges Ambiente und viele weitere Überraschungen. Du möchtest dabei sein? Hol dir jetzt dein Streaming-Ticket.

„Wie ich immer gesagt habe. Wenn man sich nur ordentlich bemüht, kann man alles auf die Beine stellen!“
(George McFly zu seinem Sohn Marty)

Autor
Nicole Nitsche ist studierte Theaterwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre als Regieassistentin beim Thalia Theater Hamburg gearbeitet. Danach war Nicole Leiterin der Presse-und Marketingabteilung eines Hamburger Musiklabels. Zu ihren täglichen Aufgaben zählten dort, neben dem Verfassen von Pressetexten, die Umsetzung und... mehr
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