Banking Exchange 21: Banking alleine transformiert nichts und schafft keine Innovation

Christian Steiger im #BEX21 SpeakerinterviewBex to the Future

Als Marty McFly mithilfe von Doc Brown in die Zukunft reist, erwarten in dort, Hoverboards, fliegende Autos, Videotelefon und selbstschließende Schuhe, allerlei technische Geräte und die komplette Digitalisierung. Doch was erwartet uns jenseits von Science-Fiction wirklich in der Zukunft, wo können wir jetzt Weichen stellen?

Am 17. & 18. Juni 2021 ist es so weit: Wir nehmen euch mit zurück in die Zukunft und versuchen das gesamte Raum-Zeitkontinuum auf den Kopf zu stellen. Steigt mit ein in den DeLorean DMC-12 und kommt mit uns auf die fünfte Banking Exchange zurück in die Zukunft. Dazu steht unser Fluxkompensator ☢️ schon bereit und gemeinsam mit euch und 1.21 GIGAWATT, wollen wir in die Zukunft blicken und zusammen mit handverlesenen Speaker:innen unter Strom diskutieren, wohin die Reise unserer Branche nach der Pandemie geht. Wir wollen wie immer gemeinsam mit euch über die Zukunft der Fintech- und Banken-Branche diskutieren. Wir schauen nach vorne und gleichzeitig zurück auf das Jahr.

Das geht natürlich nur mit den besten und großartigsten Sprecher:innen, welche die Branche zu bieten hat. Klugen Köpfen, Enthusiast:innen und Macher:innen die gestalten und was zu sagen haben. Auch in diesem Jahr möchten wir euch nicht vorenthalten diese wunderbaren Menschen im Vorfeld kennenzulernen.

Weiter geht es mit Christian Steiger. Christian Steiger, Jahrgang 1973, ist seit 2019 Mitglied der Geschäftsführung der Haufe-Lexware GmbH & Co. KG, einem Unternehmen der Haufe Group SE. Er ist verantwortlich für den Geschäftsbereich „Small Businesses and Entrepreneurs“ (SBE), also das Geschäft der kleinen und mittelständischen Unternehmen. Im Fokus seiner Tätigkeit steht der strategische Ausbau des Innovationsbereichs von Lexware, u.a. die Weiterentwicklung des lexoffice SaaS-Ökosystems.

Zuvor war Steiger als Geschäftsbereichsleiter für den strategischen Ausbau des Innovationsgeschäfts der Haufe Group maßgeblich daran beteiligt, neue Produktlösungen und Technologien für unterschiedliche Zielgruppen der Haufe Group zu entwickeln. Zu seinen großen Erfolgen zählen unter anderem die SaaS-Lösung Haufe Zeugnis Manager sowie die Cloud-Buchhaltungslösung lexoffice. Darüber hinaus hat Steiger mit der Einführung neuer Methoden wie Design Thinking, Business Model Canvas und agilen Vorgehensweisen die Haufe Group auf ihrem Weg zu einer kundenzentrierten Organisationskultur unterstützt. Nachdem Christian Steiger 1999 sein Studium in Medieninformatik als Diplom Informatiker an der Fachhochschule Furtwangen absolviert hat, begann er als Leiter der Technik Online im damaligen Haufe Verlag.

Nach Tätigkeiten im eBusiness- und eCommerce-Bereich der Haufe Group sowie als Leiter der Produktkonzeption und des Produktmanagements gründete Steiger 2008 sein eigenes Startup, die Live-Streaming-Plattform Zaplive Media GmbH, in der er geschäftsführender Gesellschafter war. Steiger kehrte 2010 als Bereichsleiter für den Innovationsbereich der Haufe Group ins Unternehmen zurück. Christian Steiger ist Vater einer Tochter. In seiner Freizeit widmet er sich neben seiner Familie der Musik, dem Internet und interessiert sich für Möbel und Design.

Wir freuen uns über deine Zusage zur BEX im Juni: Wie können wir uns deinen Arbeitsalltag bei Haufe-Lexware ergo lexoffice denn so vorstellen und wo setzt du Schwerpunkte?

Meine Schwerpunkte liegen auf der strategischen Ausrichtung von lexoffice: Der Automatisierung von Geschäftsprozessen hin zum “Beziehungsmacher” und auf Basis dieser Daten zum virtuellen Assistenten und Berater für Kleinunternehmer:innen und Selbstständige. Dabei haben wir immer den Blick auf die Bedürfnisse unserer Kund:innen gerichtet: Die wollen wissen, wo sie mit ihrem Business heute und vor allem in Zukunft stehen.

Wie wir arbeiten schreibt uns also allein der Markt vor. Ansagen „von oben“ gibt es somit bei uns nicht. Wir arbeiten in 13 agilen, hierarchiefreien Teams, die sich selbstständig ihre Aufgaben entlang der Markt- und Kundenanforderungen suchen. Unsere Zusammenarbeit ist von ständigem Lernen geprägt: Wie können wir uns verbessern, welche Stellschrauben drehen wir?

BEX 21 Christian Steiger

Unsere “Urkonzepte” aus den Anfangszeiten im Jahr 2012 haben dabei bis heute Bestand: Absprache & Aussprache, Scrum, MOPO und PDCA. Das hilft uns beim Lernen und der stetigen Verbesserung der Lösungen für unsere Kund:innen – daher messen wir unsere Erfolge vor allem auch anhand des NPS.

Seit wann beschäftigst du dich mit diesem Thema, was sind die wesentlichsten Veränderungen sowie Entwicklungen und was ist die größte Überraschung innerhalb dieser Zeit?

Vor rund zehn Jahren ist lexoffice an den Start gegangen und ich habe die Entwicklung von Anfang an begleitet. Da ich vorher selbst gegründet habe, konnte ich auch meine Startup-Erfahrungen einbringen. In der Entwicklung von lexoffice liegt zugleich auch die größte Überraschung: Ich bin mit einem kleinen Team angetreten, um außerhalb der bestehenden Strukturen und Prozesse ein ganz neues, innovatives Produkt zu entwickeln. Geleitet von Zielgruppengesprächen und Marktanalysen stellte sich heraus, dass das „innovative neue Produkt“ ein Tool zur Rechnungsstellung in der Cloud ist: Das war für viele eine Überraschung und vielleicht sogar zunächst eine Enttäuschung, weil es scheinbar naheliegend war – aber eben auch das, was unsere Zielgruppe brauchte.

Durch die konsequente Weiterentwicklung entlang der Zielgruppe aber auch aufgrund externer Veränderungen durch technologische Innovationen, geänderte Nutzergewohnheiten, neue Wettbewerber und Gesetzesvorgaben hat sich lexoffice aber seit dem Start deutlich weiterentwickelt: Neue Geschäftsmodelle, die Technologie und Digitalisierung ermöglicht haben, münden für lexoffice heute in der Vision vom “Büro in der Hosentasche”. Endlich können end2end-Lösungen umgesetzt werden, die den Anwendernutzen konsequent in den Fokus stellen.
Wie Anwender:innen dabei „Nutzen“ definieren, das ändert sich in den letzten zehn bis 15 Jahren extrem schnell: Mobile first, Echtzeit, Convenience: Das alles sind nur einige der Treiber, entlang derer Lösungen sich permanent ausrichten müssen und die auch für uns zentrale Wegweiser sind.

Für uns wichtig ist auch, dass Buchhaltung plötzlich eine neue Relevanz gewonnen hat: Für (Neo-)Banken, Versicherungen, Telekommunikationsanbieter und sogar die US-Techriesen („GAFAM“). Dadurch entsteht neuer Wettbewerb, der den Markt extrem belebt.

Und schließlich sind regulatorische Aspekte wichtige Meilensteine, die ein hohes Maß an Flexibilität und Schnelligkeit erfordern: Data Privacy, Compliance Anforderungen, Security etc. – die Anforderungen an Software werden immer komplexer. Zugleich ist das für uns als Lösungsanbieter eine Chance, den Kund:innen noch mehr den Rücken freizuhalten – unser Anspruch ist es, „actionable“ zu sein und Themen wie Datenschutz oder die GOBD weitgehend zu absorbieren.

Wie nimmst du die aktuellen wirtschaftlichen Entwicklungen wahr?

Derzeit haben wir ein enormes Wachstum in unserer Zielgruppe, auch wenn wir wissen, dass Insolvenzen noch immer im Raum stehen und für viele die Krise noch nicht überstanden ist.

Dass Unternehmen in Deutschland und Europa im weltweiten Vergleich in Sachen Digitalisierung noch hinterherhinken, wird aktuell besonders sichtbar. Und ist zugleich eine Chance, jetzt im Fast-Forward-Modus aufzuholen – denn die Lösungen sind da, Unternehmen – egal welcher Größe – müssen nur jetzt die Initiative ergreifen. Und das tun viele, manche sprechen davon, dass die Krise wie ein Katalysator für die digitale Transformation wirkt. 

„Dass deutsche und europäische Unternehmen weltweit in Sachen Digitalisierung noch hinterherhinken, wird aktuell besonders sichtbar.“


Insgesamt schauen wir der Zukunft also sehr zuversichtlich entgegen und rechnen mit einem Aufschwung und einer neuen Gründerzeit „nach“ der Pandemie – gerade auch im Bereich unserer Kernzielgruppe der Selbstständigen und kleinen Unternehmen. Denn die Gruppe ist nach vergangenen Wirtschaftskrisen gewachsen: Viele nutzen das Momentum und wagen nun den Sprung in die Selbstständigkeit. Und da stehen wir bereit, um diesen Unternehmer:innen mit innovativer Unternehmenssoftware den Rücken frei zu halten.

Welche Erwartungen hast du als Speaker:in an die kommende BEX?

Ich freue mich auf einen spannenden Austausch. Spannend heißt für mich: Wo gibt es neue Ansatzpunkte, Ideen oder Impulse, um gemeinsam und jenseits von Silos unserer Zielgruppe zu helfen? Dabei ist es wichtig immer konsequent vom Kunden her zu denken und dann die entsprechenden Allianzen und Netzwerke zu gründen.

Auf dem Panel „Insurtech im Banking“ werden auch Bernd Storm van’s Gravesande (IconicFinance), Hanna Bachmann (hepster) und Simon Kaesler (McKinsey & Company) sein: Welche Frage würdest du deinen Mitpanelist:innen gerne stellen?

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Das Motto der #BEX21 lautet in diesem Jahr: BEX to the future – angelehnt an Robert Zemeckis Science-Fiction-Filmkomödie – “Back to the Future”. Wenn du in die Zukunft blickst, was erwartet die Branche da? Warum könnte die Payment- und Banking Branche mehr vom innovationsgetriebenen Glauben eines Doc Brown lernen?

BEX 21 Christian Steiger

Wir müssen alle zusammen mehr über unsere Tellerränder blicken. Banking alleine transformiert nichts und schafft keine Innovation. Stattdessen müssen wir aus Sicht der Kund:innen schauen: Wie können wir deren Themen gemeinsam und nicht aus der jeweiligen Branchensicht adressieren und Prozesse kombinieren (Stichwort: end2end)?

Marty McFly gründet im Film mit Jennifer eine Familie: Welche Investmenttipps würdet ihr den beiden geben?

Sollte es wirklich zwei Geldkreise geben (vgl. Hans-Werner Sinn): Dann investiert in Immobilien und Coins.

Ist der Charakter des Biff das “Wirecard” der Filme?

Ja und nein. Ja, denn Biff ist ein krimineller, engstirniger und egozentrischer Proll-Charakter, der alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel nutzt, um sich persönlich besser zu stellen. Einigen Akteuren des Wirecard-Skandals könnte man ähnliche Attribute zuschreiben. Nein, wenn man Wirecard als Organisation aus Menschen versteht: Denn von den über 5.000 Wirecard-Beschäftigten waren nach Bekanntwerden des Skandals vermutlich die allermeisten genauso getroffen, wie der Rest der Öffentlichkeit. Also „baff“ und nicht „Biff“.

Wenn du mit dem DeLorean eine Zeitreise machen dürftest: Amerika der 50er, die Zukunft, der Wilde Westen oder ganz woanders hin? Und warum?

Die Vergangenheit kann ich “lesen” oder wie Stephen Hawking sagte: „Why can we remember the past and not the future?“ Deshalb, ganz klar: Die Zukunft! Damit ich weiß, ob mein Investmenttipp aus Frage 7 stimmt, wie es meiner Tochter geht, ob wir schlauer geworden sind als Menschen, was das Klima macht, was technologisch passiert ist, – gibt es eine Zeichenbegrenzung?

Sei mit dabei und sicher dir dein Ticket

Auch in diesem Jahr können nicht-geladenen Gäste am Event teilnehmen, denn das Internet ist groß genug und hat keine Platzreglementierung, anders gesagt, machen wir aus unserem DeLorean Zweisitzer, einfach einen Bus. Tickets starten ab 99 Euro. Die E-Tickets berechtigen die Banking Exchange 2021 im Stream live zu verfolgen.

Viel mehr Speaker:innen und alles rund um die #BEX21 findest Du unter www.banking-exchange.com. Und wie immer erwarten euch ein einzigartiges Ambiente und viele weitere Überraschungen. Du möchtest dabei sein? Hol dir jetzt dein Streaming-Ticket.

„Wie ich immer gesagt habe. Wenn man sich nur ordentlich bemüht, kann man alles auf die Beine stellen!“
(George McFly zu seinem Sohn Marty)

Autor
Nicole Nitsche ist studierte Theaterwissenschaftlerin und hat mehrere Jahre als Regieassistentin beim Thalia Theater Hamburg gearbeitet. Danach war Nicole Leiterin der Presse-und Marketingabteilung eines Hamburger Musiklabels. Zu ihren täglichen Aufgaben zählten dort, neben dem Verfassen von Pressetexten, die Umsetzung und... mehr
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